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STEUERLICHE RAHMENBEDINGUNGEN FÜR

INVESTITIONEN IN DER BUNDESREPUBLIK


DEUTSCHLAND
Vilnius

Richard Wellmann
5. Mai 2011
AGENDA

1. Überblick
2. Besteuerung Einzelpersonen / Personenhandelsgesellschaften (PHG)
3. Besteuerung Kapitalgesellschaften
4. Sonderthemen: Verluste, Zinsen und SolZ
5. Grundprinzipien: DBA, GewSt, GrESt
6. UmwSt
7. GrSt
8. USt
9. AO

Steuerliche Rahmenbedingungen für Investitionen in der Bundesrepublik Deutschland – Richard Wellmann


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AGENDA

1. Überblick
2. Besteuerung Einzelpersonen / Personenhandelsgesellschaften (PHG)
3. Besteuerung Kapitalgesellschaften
4. Sonderthemen: Verluste, Zinsen und SolZ
5. Grundprinzipien: DBA, GewSt, GrESt
6. UmwSt
7. GrSt
8. USt
9. AO

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1. ÜBERBLICK
Inbound-Fälle: Betätigungsformen in Deutschland I
Unselbständige Zweigniederlassung (Tochter-)
Betriebstätte Kapitalgesellschaft
Rechtspersönlichkeit Keine eigene Keine eigene Juristische Person

Aufgaben gilt als untergeordnete Ausführung wesentlicher eigene unabhängige


Abteilung des ausländischen Geschäfte, die im Rahmen des Geschäftstätigkeit
Unternehmens Unternehmensgegenstandes
des Stammhauses liegen
Errichtung tatsächlicher Vorgang tatsächlicher Vorgang Satzung

Handelsregistereintragung nicht eintragungspflichtig eintragungspflichtig eintragungspflichtig

Verwaltung in der Regel nicht eigenständig eigenes Geschäftsvermögen, eigenes Geschäftsvermögen,


eigenes Bankkonto, getrennte eigenes Bankkonto, getrennte
Buchführung Buchführung
organisat. Abhängigkeit organisatorisch unselbständig, selbständige Teilnahme am selbständig (nur im
vom Stammhaus/ darf nicht unabhängig vom Geschäftsverkehr konzernrechtlichen Sinne
Stammhaus am allg. abhängig von der
Muttergesellschaft
Geschäftsverkehr teilnehmen Muttergesellschaft)
Vertretung nur durch Leiter mit Vertretungs- und durch eigene
vertretungsberechtigte Organe Abschlussvollmacht (Prokura u. vertretungsberechtigte Organe
des ausl. Stammhauses Handlungsvollmacht mögl.)

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1. ÜBERBLICK
Inbound-Fälle: Betätigungsformen in Deutschland II
Kaufmann Personenhandelsgesellschaft

Rechtspersönlichkeit Natürliche Person Rechtsfähig, keine juristische Person

Aufgaben Betreiben eines Handelsgewerbes, eigene Betreiben eines Handelsgewerbes, eigene


unabhängige Geschäftstätigkeit unabhängige Geschäftstätigkeit
Errichtung Istkaufmann: Betreiben eines Handelsgewerbes Gesellschaftsvertrag
Kannkaufmann: durch Eintragung in das HR
Handelsregistereintragung Istkaufmann: nicht eintragungspflichtig grds. eintragungspflichtig
Kannkaufmann: eintragungspflichtig
Verwaltung eigenständig eigenständig

organisat. Abhängigkeit vom selbständige Teilnahme am Geschäftsverkehr selbständige Teilnahme am


Stammhaus/ Muttergesellschaft Geschäftsverkehr

Vertretung keine grds. Gesamtvertretungsbefugnis aller


Gesellschafter; abweichende Regelung im
Vertrag möglich

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1. ÜBERBLICK
Steuerarten im deutschen Steuerrecht

Steuerarten

Ertragsteuern Verkehrsteuern Substanzsteuern

Besteuerungsobjekt: Besteuerungsobjekt: Besteuerungsobjekt:


Ertrag, Gewinn, Ergebnis Umsatz, Vermögen
Transaktionsvolumen

 Einkommensteuer  Umsatzsteuer  Erbschaft- und


 Körperschaftsteuer  Mineralölsteuer Schenkungsteuer
 Gewerbesteuer  Versicherungssteuer  Grundsteuer
 Grunderwerbsteuer
 Diverse Bagatellsteuern

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1. ÜBERBLICK
Steuerspirale 2009
Steuereinnahmen von Bund, Ländern und Gemeinden 2009: 524 001 Mio. €
Davon entfielen auf: Gewerbesteuer
Energiesteuer
12 Totalisator- und Rennwettsteuer
Einkommensteuer 32 421
26 430 39 822 22 Jagd- und Fischereisteuer
26 Zwischenerzeugnissteuer
Tabaksteuer
13 366 92 Zweitwohnsteuer
Lohnsteuer 248 Hundesteuer
Kapitalertragsteuer 135 165 302 Vergnügungssteuer
12 474
323 Feuerschutzsteuer
Zinsabschlag 446 Schaumweinsteure
12 442 Umsatz-, 730 Biersteuer
Solidaritätszuschlag Mehrwertsteuer 997 Kaffeesteuer
11 927
176 991 Mio. € 2 103 Branntweinsteuer
3 604
Grundsteuer Zölle
10 936 4 550
Erbschaftsteuer
Versicherungssteuer Grunderwerbsteuer
10 548 4857

Kfz-Steuer Stromsteuer
8 201 6 278
Körperschaftsteuer Quelle: BMF
Sonstige Steuern 16 Mio. € 7 173

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AGENDA

1. Überblick
2. Besteuerung Einzelpersonen / Personenhandelsgesellschaften (PHG)
3. Besteuerung Kapitalgesellschaften
4. Sonderthemen: Verluste, Zinsen und SolZ
5. Grundprinzipien: DBA, GewSt, GrESt
6. UmwSt
7. GrSt
8. USt
9. AO

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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Grundprinzipien bei Einzelpersonen
Unbeschränkte Steuerpflicht: Beschränkte Steuerpflicht:

• § 1 Abs. 1 EStG • § 1 Abs. 4 EStG


• Personen mit Wohnsitz oder • Personen ohne Wohnsitz oder
gewöhnlichem Aufenthalt im Inland gewöhnlichem Aufenthalt im Inland
• Besteuerung des Welteinkommens • Besteuerung der inländischen Einkünfte
nach § 49 EStG
• grds. Veranlagung
• Die Einkommensteuer für Einkünfte, die
dem Steuerabzug unterliegen (z.B.
Lohnsteuer) gilt grds. als abgegolten

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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Umfang der Besteuerung
Einkunftsarten:

1. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft Betriebliche


2. Einkünfte aus Gewerbebetrieb Einkunftsarten
3. Einkünfte aus selbständiger Arbeit
(Gewinneinkünfte)

4. Einkünfte aus nichtselbständiger Arbeit


5. Einkünfte aus Kapitalvermögen Ausserbetriebliche
6. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung Einkuftsarten
7. sonstige Einkünfte (Überschusseinkünfte)
Einkünfte, die nicht unter diese 7 Einkunftsarten fallen sind nicht steuerpflichtig!

Beschränkt Steuerpflichtige:
Begrenzung der steuerpflichtigen Einkünfte auf Einkünfte mit Inlandsbezug (§ 49 EStG)
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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Zuordnung des Vermögens
Allgemein*:
Betriebliche Nutzung Wahlrecht des Unternehmers Vermögensart
mehr als 50% bis 100% nein notwendiges Betriebsvermögen

10% bis 50% Wirtschfaftsgut kann zugeordnet werden zum


• Betriebsvermögen  gewillkürtes Betriebsvermögen
• Privatvermögen Privatvermögen
unter 10% nein notwendiges Privatvermögen

* Grundstücke unterliegen einer gesonderten Beurteilung.

Betriebsvermögen bei Personenhandelsgesellschaften:


• Gesamthandsvermögen
• Sonderbetriebsvermögen:
Wirtschaftsgüter, die einem, mehreren oder allen Mitunternehmern gehören.
– Sonderbetriebsvermögen I: dient unmittelbar dem Betrieb
– Sonderbetriebsvermögen II: dient der Begründung oder Stärkung der Beteiligung des Mitunternehmers an
der Personengesellschaft
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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Besteuerung Einzelperson:
Ermittlung des zu versteuernden Einkommens (z.v.E.)
1 Summe der Einkünfte aus den Einkunftsarten
2 = S. d. E.
3 – Altersentlastungsbetrag (§ 24a EStG)
4 – Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (§ 24b EStG)
5 – Freibetrag für Land- und Forstwirte (§ 13 Abs. 3 EStG)
6 + Hinzurechnungsbetrag (§ 52 Abs. 3 Satz 3 EStG sowie § 8 Abs. 5 Satz 2 AIG)
7 = Gesamtbetrag der Einkünfte (§ 2 Abs. 3 EStG)
8 – Verlustabzug nach § 10d EStG
9 – Sonderausgaben (§§ 10, 10a, 10b, 10c EStG)
10 – außergewöhnliche Belastungen (§§ 33 bis 33b EStG)
11 – Steuerbegünstigung der zu Wohnzwecken genutzten Wohnungen, Gebäude und Baudenkmale sowie der
schutzwürdigen Kulturgüter (§§ 10e bis 10i EStG, § 52 Abs. 21 Satz 6 EStG i. d. F. vom 16.4.1997, BGBl. I S.
821 und § 7 FördG)
12 + zuzurechnendes Einkommen gem. § 15 Abs. 1 AStG
13 = Einkommen (§ 2 Abs. 4 EStG)
14 – Freibeträge für Kinder (§§ 31, 32 Abs. 6 EStG)
15 – Härteausgleich nach § 46 Abs. 3 EStG, § 70 EStDV
16 = z. v. E. (§ 2 Abs. 5 EStG).
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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Besteuerung Einzelperson:
120.000 119.306

110.306
Steuersätze:
100.000 101.306
92.628
Steuertabelle für steuerpflichtige 84.228
Einzelperson 80.000
75.828

Steuerbelastung
Zu versteuerndes Grenzsteuersatz Zu zahlende 67.428
Einkommen in € (%) Steuer
60.000 59.028
bis 8 004 0 0 50.628

40.000 42.228
8 005 - 13 469 14,00-23,97 0 – 1 037
33.828
13 470 - 52 881 23,97-42,00 1 038 - 14 038 25.428
20.000
17.028
52 882 - 250 730 42,00 14 038 - 97 134
9.007
2.701
über 250 730 45,00 97 135 + 0 -

20.000
40.000
60.000
80.000
8.000

100.000
120.000
140.000
160.000
180.000
200.000
220.000
240.000
260.000
280.000
300.000
- zu versteuerndes Einkommen

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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Besteuerung Personenhandelsgesellschaft:
A&B
Gesellschaftsbilanz
Gewinnermittlung 1. Stufe

A Gesellschafts GuV B
Erträge der Gesamthand
./. Vergütungen an Ges’ter
Ergänzungsbilanz u. ./. übriger Aufwand Ergänzungs-bilanz u.
Ergänzungs-GuV Gewinn Gesellschaft Ergänzung-GuV

Gewinnanteil Gewinnanteil
+/./. Ergebn. ErgBilanz +/./. Ergebn. ErgBilanz
= Ergebnis 1. Stufe = Ergebnis 1. Stufe
Gewinnermittlung 2. Stufe

Sonderbilanz Sonderbilanz

Sonder-GuV Sonder-GuV
Sondervergütung A Sondervergütung A
+ sonstige Sonder-BE + sonstige Sonder-BE
./. Sonder-BA ./. Sonder-BA
Ergebnis Sonderbilanz Ergebnis 1. Stufe Ergebnis 1. Stufe Ergebnis Sonderbilanz
+/./. Ergebnis SoBilanz +/./. Ergebnis SoBilanz
Gewinn A Gewinn B
Quelle: angelehnt an Niehus/Wilke, Die Besteuerung der Personengesellschaften

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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Teileinkünfteverfahren
• Das Teileinkünfteverfahren ist ein Verfahren zur steuerlichen Behandlung von
Einnahmen aus Beteiligungen an Kapitalgesellschaften.
• Das Verfahren tritt im Zuge der Unternehmensteuerreform 2008 in Deutschland ab
dem Veranlagungszeitraum 2009 an die Stelle des damaligen Halbeinkünfteverfahrens,
welches in Deutschland 2001 das bis dahin (seit 1977) geltende Anrechnungsverfahren
abgelöst hatte.
• Gilt grds. nur bei natürlichen Personen als Anteilseigner, die mind. eine 1%-ige
Beteiligung besitzen und diese im Betriebsvermögen halten.
• Wirkung:
– Dividenden, GmbH-Gewinnanteile und entsprechende Veräußerungsgewinne sind nur zu 60 % in den
steuerpflichtigen Gewinn einzubeziehen.
– Korrespondierend beträgt der berücksichtigungsfähige Anteil der in diesem Zusammenhang stehenden
Werbungskosten nach § 3c Abs. 2 EStG 60 %.

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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Kapitalertragsteuer
• Von einer Reihe von Kapitaleinkünften wird im Wege des Abzugs an der Quelle die
Steuer erhoben (z.B. Dividenden, Zinsen,..) – „Kapitalertragsteuer“

• 2009 wurde dieses System noch weiter zu einer sog. „Abgeltungsteuer“ ausgebaut.

• Der Schuldner der Kapitalerträge, z.B. die ausschüttende Gesellschaft oder die
depotführende Bank, sind verpflichtet, die Kapitalertragsteuer einzubehalten, bei
dem zuständigen Finanzamt anzumelden und abzuführen.

• Die Kapitalertragsteuer beträgt grds. 25% und hat unter bestimmten Voraussetzungen
eine abgeltende Wirkung, sodass diese Einkünfte nicht mehr in der Steuerveranlagung
zu berücksichtigen sind. Die abgeltende Wirkung greift allerdings nicht bei
Kapitalerträgen, die als gewerbliche Einkünfte zu qualifizieren sind.

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2. BESTEUERUNG EINZELPERSONEN / PHG
Besteuerung Einzelperson:
Sozialversicherungsbeiträge 2011 (in % der Bruttoeinkommens bzw. der Bemessungsgrundlage)
Insgesamt Arbeitgeberanteil Arbeitnehmeranteil

Rentenversicherung 19,90 9,95 9,95

Krankenversicherung

Allgemeiner einheitlicher Beitragssatz 15,50 7,30 8,20

Ermäßigter einheitlicher Beitragssatz 1) 14,90 7,00 7,90

Zusatzbeitrag 2) unbegrenzt -- unbegrenzt

Arbeitslosenversicherung 3,00 1,50 1,50

Pflegeversicherung 1,95 0,975 0,975

Erhöhter Pflegeversicherungsbeitrag für Kinderlose ab 23 Jahre 2,20 0,975 1,225


1) gilt für Arbeitnehmer, die keinen Anspruch auf Krankengeld haben (unständige Beschäftigte, Bezieher einer Rente etc.); 2) über die Erhebung eines Zusatzbeitrages entscheiden die einzelnen Krankenkassen je nach
Finanzlage, es sind auch Prämienauszahlungen möglich. Wenn der durchschnittliche Zusatzbeitrag mehr als 2% der beitragspflichtigen Einnahmen ausmacht, wird diese Differenz ausgeglichen (Sozialausgleich).

Beitragsbemessungsgrenzen für die Berechnung der Sozialversicherungsbeiträge 2011 (in Euro/Jahr)


Alte Bundesländer Neue Bundesländer

Krankenversicherung 44.550 44.550

Jahresarbeitsentgeltgrenze *) 49.500 49.500

Pflegeversicherung 44.550 44.550

Rentenversicherung 66.000 57.600

Knappschaftliche Rentenversicherung 81.000 70.800

Arbeitslosenversicherung 66.000 57.600

* ) bei Erreichen der Jahresarbeitsentgeltgrenze (auch Versicherungspflichtgrenze genannt) entfällt die Krankenversicherungspflicht

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AGENDA

1. Überblick
2. Besteuerung Einzelpersonen / Personenhandelsgesellschaften (PHG)
3. Besteuerung Kapitalgesellschaften
4. Sonderthemen: Verluste, Zinsen und SolZ
5. Grundprinzipien: DBA, GewSt, GrESt
6. UmwSt
7. GrSt
8. USt
9. AO

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3. BESTEUERUNG VON KAPITALGESELLSCHAFTEN
Körperschaftsteuer
• Die Körperschaftsteuer bemisst sich nach dem zu versteuernden Einkommen. Dieses
bemisst sich grds. nach dem Einkommensteuergesetz.
• Zu berücksichtigende körperschaftsteuerliche Besonderheiten bei der Berechnung der
Bemessungsgrundlage sind u.a.:
– Dividenden und Veräußerungserlöse von Anteilen an Kapitalgesellschaften sind zu 95% steuerfrei
– steuerfreie Zulagen für bestimmte begünstigte Investitionen (Investitionszulagengesetz 2010)
– mögliche Abzugsbeschränkungen von betrieblichen Ausgaben:
− verdeckte Gewinnausschüttungen
− Zinszahlungen (Zinsschranke)
− Teilwertabschreibungen auf Tochtergesellschaften
– Rücklagen
• Möglichkeit einer körperschaftsteuerlichen Organschaft
• Steuersatz: 15%

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AGENDA

1. Überblick
2. Besteuerung Einzelpersonen / Personenhandelsgesellschaften (PHG)
3. Besteuerung Kapitalgesellschaften
4. Sonderthemen: Verluste, Zinsen und SolZ
5. Grundprinzipien: DBA, GewSt, GrESt
6. UmwSt
7. GrSt
8. USt
9. AO

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4. SONDERTHEMA
Verlustbehandlung
§ 10d EStG – Mindestbesteuerung

• Verluste können bis zu einem Betrag von 511 500 €, bei Ehegatten bis zu einem Betrag
von 1 023 000 €, in das Vorjahr zurückgetragen werden – „Verlustrücktrag“.

• Auf Antrag erfolgt kein Verlustrücktrag.

• Verbleibende, nicht ausgeglichene negative Einkünfte sind in den folgenden


Veranlagungszeiträumen
– bis zu einem Gesamtbetrag der Einkünfte von 1 Mio. € unbeschränkt
– darüber hinaus bis zu 60% des 1 Mio. € übersteigenden Gesamtbetrages
abzuziehen („Verlustvortrag“).

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4. SONDERTHEMA
Verlustbehandlung
§ 8c KStG – Gesellschafterwechsel

• Grundregel des § 8c KStG: Verlustvernichtung bei schädlichem


Beteiligungserwerb.
• Schädlicher Beteiligungserwerb: innerhalb von fünf Jahren werden mehr als 25 % der
Anteilsrechte einer Körperschaft auf einen Erwerber oder eine Erwerbergruppe
übertragen.
• § 8c Abs. 1 Satz 2 KStG: wenn innerhalb von 5 Jahren mittelbar oder unmittelbar
mehr als 50% der Anteilsrechte übertragen werden, gehen die bis zum schädlichen
Beteiligungserwerb nicht genutzten Verluste vollständig unter.
• Wachstumsbeschleunigungsgesetz vom 22. 12. 2009 mildert die Auswirkungen durch
neu eingeführte Ausnahmeregelungen:
− Konzernklausel
− Verlustübergang i. H. der stillen Reserven
− Sanierungsprivileg (ggf. EU-rechtswidrig und vorläufig nicht anwendbar!)
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4. SONDERTHEMA: ZINSSCHRANKE
Zinsertrag p.a. ≥ Zinsaufwand p.a. Ja
(d.h. Nettozinsaufwand ≤ 0)
Nein
Ja
Nettozinsaufwand > 0, aber < € 3 Mio.

Nein
Ja Zinsschranke
Nettozinsaufwand ≤ 30 % EBITDA nicht
Nein anwendbar:
Nein
Konzernunternehmen: Nichtkonzernunternehmen:
Zinsen irgendeiner Konzerngesellschaft Zinsen an zu mehr als 25 % beteiligte Nein Volle
an außenstehende und zu mehr als 25 % Anteilseigner, nahe stehende Personen
beteiligte Gesellschafter, nahe stehende oder Dritte mit Rückgriffsmöglichkeit
Abzugsfähigkeit
Personen oder Dritte mit Rückgriffsmög- > 10 % des Nettozinsaufwands des
lichkeit > 10 % des Nettozinsaufwands Zinsaufwands

Nein
Ja
EKKörperschaft EKKonzern 2 Nein
Ja < -
Bilanz ΣKörperschaft Bilanz ΣKonzern 100
Ja
Zinsschranke anwendbar: Beschränkung des Zinsabzugs auf 30 % des
EBITDA 1), aber Zinsvortrag möglich 1) evtl. EBITDA-Vortrag zu beachten
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4. SONDERTHEMA: SOLIDARITÄTSZUSCHLAGSGESETZ
Überblick
Grundlagen
• Zur Einkommensteuer und zur Körperschaftsteuer wird ein Solidaritätszuschlag als
Ergänzungsabgabe erhoben.
• Solidaritätszuschlag beträgt gem. § 4 SolzG derzeit 5,5% der Bemessungsgrundlage.
• Bemessungsgrundlage ist zB die Lohnsteuer bzw. veranlagte Einkommensteuer.
• Das Aufkommen steht allein dem Bund zu.

Hintergrund
• Die Einführung des Solidaritätszuschlags 1991 wurde vorwiegend mit den Kosten der
Deutschen Einheit begründet.
• Seit Jahren wird eine politische Diskussion geführt, ob der Solidaritätszuschlag
abgeschafft werden soll.
• Es ist umstritten, ob der Solidaritätszuschlag noch verfassungsgemäß ist.

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AGENDA

1. Überblick
2. Besteuerung Einzelpersonen / Personenhandelsgesellschaften (PHG)
3. Besteuerung Kapitalgesellschaften
4. Sonderthemen: Verluste, Zinsen und SolZ
5. Grundprinzipien: DBA, GewSt, GrESt
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8. USt
9. AO

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5. GRUNDPRINZIPIEN
DBA Litauen
Abkommen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Litauen zur
Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und
vom Vermögen vom 22. Juli 1997 (DBA Litauen)
• Quellensteuer:
– Dividenden / Art. 10 DBA Litauen: 5% wenn der Nutzungsberechtigte eine Gesellschaft (jedoch keine
Personengesellschaft) ist, die unmittelbar über mindestens 25%
des Kapital der die Dividende zahlende Gesellschaft verfügt
15% in allen übrigen Fällen
– Zinsen / Art. 11 DBA Litauen: 10%
– Lizenzen / Art. 12 DBA Litauen: 5% des Bruttobetrags der Lizenzgebühren für die Benutzung
gewerbl., kaufmännischer oder wissenschaftlicher Ausrüstung
10% bei Lizenzgebühren in allen anderen Fällen

• Vermeidung der Doppelbesteuerung bei in Litauen ansässigen Personen:


– Grds. Anrechnungsmethode (Art. 23 Abs. 2 DBA Litauen)
– Sonderregelung bei Dividenden

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5. GRUNDPRINZIPIEN
DBA Litauen
• Art. 15 DBA Litauen: Unselbständige Arbeit
– Grundsatz: Besteuerung nur in dem Staat, in dem die Person ansässig ist, es sei denn, die Arbeit wird in
einem anderen Staat ausgeübt. In diesem Fall können die dafür bezogenen Vergütungen im anderen Staat
besteuert werden.

– Ausnahme: Ungeachtet dessen können Vergütungen, die eine in einem Vertragsstaat ansässige Person für
eine im anderen Vertragsstaat ausgeübte unselbständige Arbeit bezieht, nur im erstgenannten Staat
besteuert werden, wenn

− der Empfänger sich im anderen Staat insgesamt nicht länger als 183 Tage während des betreffenden
Steuerjahres aufhält und

− die Vergütungen von einem Arbeitgeber oder für einen Arbeitgeber gezahlt werden, der nicht im
anderen Staat ansässig ist, und

− die Vergütungen nicht von einer Betriebsstätte oder einer festen Einrichtung getragen werden, die der
Arbeitgeber im anderen Staat hat.

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5. GRUNDPRINZIPIEN
DBA Litauen – Exkurs unselbständge Arbeit
EU-Freizügigkeit:
• Jeder Unionsbürger hat das Recht,
ungeachtet seines Wohnortes in jedem
Mitgliedstaat, dessen
Staatsangehörigkeit er nicht besitzt,
unter den gleichen Voraussetzungen
eine Beschäftigung aufzunehmen und
auszuüben wie ein Angehöriger dieses
Staates.

• Ab dem 1. Mai gilt dies auch für


Litauen: osteuropäische Arbeitskräfte
benötigen keine Erlaubnis mehr, wenn
sie in Deutschland tätig werden
wollen.

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5. GRUNDPRINZIPIEN
Gewerbesteuer
Hintergrund:
• Die GewSt wird auf die objektive Ertragskraft eines Gewerbebetriebes erhoben.
• Die GewSt trägt maßgeblich zur Finanzierung der Gemeinden bei und ist ihre
wichtigste originäre Einnahmequelle. Sie ist umstritten. Belastung: ca. 15%.
Berechnung:
Gewinn aus Gewerbebetrieb gem. EStG bzw. KStG
+ Hinzurechnungen
./. Kürzungen
= Gewerbeertrag vor Verlustabzug
./. Gewerbeverlust Vorjahr
= Gewerbeertrag (abzurunden auf volle 100 €)
./. Freibetrag (nur bei Einzelunternehmer und PHG)
= Gewerbeertrag x Steuermesszahl
= Steuermessbetrag x Hebesatz der Gemeinde
= festzusetzende Gewerbesteuer

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5. GRUNDPRINZIPIEN
Grunderwerbsteuer
• Grunderwerbsteuer entsteht nicht nur bei Erwerb eines inländischen Grundstücks sondern auch bei dem Erwerb
von min. 95% der Anteile an einer Kapitalgesellschaft mit inländischen Grundstück.

• Grunderwerbsteuer ist auch bei Übertragung von Anteilen an eine Personengesellschaft zu beachten.

• Bemessungsgrundlage ist grds. der Kaufpreis.

• Im Zuge der Förderalismusreform 2006 wurde den Bundesländern das Recht eingeräumt, den Steuersatz für die
Grunderwerbsteuer eigenständig und individuell zu bestimmen. Einige Bundesländer haben hiervon Gebrauch
gemacht bzw. planen dies: Steuersatz in % seit / ab
beschlossen Berlin 4,5 2007
Hamburg 4,5 2009
Sachsen-Anhalt 4,5 01.03.2010
Brandenburg 5,0 2011
Bremen 4,5 2011
Niedersachsen 4,5 2011
Saarland 4,0 2011
Thüringen 5,0 07.04.2011
geplante Änderung Schleswig-Holstein 5,0 01.01.2012
Baden-Württemberg 5,0 -
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6. UMWANDLUNGSSTEUERGESETZ
Überblick
• Das Umwandlungssteuergesetz regelt, aufbauend auf dem Umwandlungsgesetz, die
steuerlichen Folgen der Umwandlung.
• Betroffenen Umwandlungen:
• die Verschmelzung, Aufspaltung und Abspaltung im Sinne der §§ 2, 123 Abs. 1 und 2 des
Umwandlungsgesetzes von Körperschaften oder vergleichbare ausländische Vorgänge;

• den Formwechsel einer Kapitalgesellschaft in eine Personengesellschaft im Sinne des § 190 Abs. 1 des
Umwandlungsgesetzes oder vergleichbare ausländische Vorgänge;

• die Umwandlung im Sinne des § 1 Abs. 2 des Umwandlungsgesetzes, soweit sie einer Umwandlung im Sinne
des § 1 Abs. 1 des Umwandlungsgesetzes entspricht sowie

• die Vermögensübertragung im Sinne des § 174 des Umwandlungsgesetzes.

• Mit Inkrafttreten des SEStEG wurden erhebliche Änderungen zur Anpassung des
Umwandlungssteuerrechts an die Fusionsrichtlinie vorgenommen.
• Steuerneutrale Umwandlungen grundsätzlich mögl. – auch grenzüberschreitend!

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7. GRUNDSTEUER
Überblick
• Die Grundsteuer entfällt auf alle Arten von Grund- und Immobilienbesitz, also auch
auf Teileigentum und Erbbaurechte.
• Schuldner der Grundsteuer ist grundsätzlich der Eigentümer des Grundbesitzes.
• Hebeberechtigt ist die Gemeinde. Ähnlich wie bei der Gewerbesteuer bedienen sich
die Kommunen bei der Festlegung der Grundsteuer unterschiedlicher Hebesätze.
• Ausgangspunkt für die Berechnung der Grundsteuer ist der Einheitswert des Objekts
(dieser liegt deutlich unter dem Verkehrswert).
• Nach Urteilen des BFH sind die Vorschriften über die Einheitsbewertung des
Grundvermögens trotz der verfassungsrechtlichen Zweifel, die sich aus den lange
zurückliegenden Hauptfeststellungszeitpunkten des 01.01.1964 bzw. - im
Beitrittsgebiet - des 01.01.1935 und darauf beruhender Wertverzerrungen ergeben,
jedenfalls für Stichtage bis zum 01.01.2007 noch verfassungsgemäß. Schon seit einem
halben Jahr suchen die Länderfinanzminister nach einem Kompromiss für eine
Neuregelung.
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AGENDA

1. Überblick
2. Besteuerung Einzelpersonen / Personenhandelsgesellschaften (PHG)
3. Besteuerung Kapitalgesellschaften
4. Sonderthemen: Verluste, Zinsen und SolZ
5. Grundprinzipien: DBA, GewSt, GrESt
6. UmwSt
7. GrSt
8. USt
9. AO

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8. UMSATZSTEUER
Grundprinzipien
EU/ Deutschland
• Mehrwertsteuer-Systemrichtlinie

Gegenstand/ Ort/ Steuersatz


• Lieferungen und sonstige Leistungen eines Unternehmers im Rahmen seines
Unternehmens im Inland
(Lieferungen gegen Entgelt werden u.a. gleichgestellt: - Entnahmen für private Zwecke
- unentgeltliche Zuwendungen)
• Einfuhr von Gegenständen im Inland
• innergemeinschaftlicher Erwerb im Inland gegen Entgelt
• Steuersätze: Grundsatz: 19%
ermäßigt: 7%
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8. UMSATZSTEUER
Grundprinzipien
Besonderheiten:
• Umsatzsteuer-Identifikationsnummer
• ordnungsgemäße Rechnung - § 14c UStG
• Vorsteuerabzug und Vorsteuervergütungsverfahren
• Umsatzsteuerliche Organschaft
• Reverse-Charge-Verfahren
• Korrekturvorschriften
• Steuerzeitraum ist das Kalenderjahr, es sind aber regelmäßig Voranmeldungen zu
übermitteln

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8. UMSATZSTEUER
Grundprinzipien
Die Option in der Umsatzsteuer

• Unter bestimmten Voraussetzungen kann ein steuerbefreiter Umsatz als steuerbar


behandelt werden (Optierung zur Umsatzsteuer).
Bsp.: Der Erwerb eines Grundstücks ist grds. von der USt befreit. Erwirbt ein
Unternehmer von einem Unternehmer ein Grundstück, kann zur USt optiert werden.
• Folge: Der Erwerber kann die USt als Vorsteuer geltend machen.
• Die weitergehende Nutzung z.B. des erworbenen Grundstücks ist zu überprüfen.

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AGENDA

1. Überblick
2. Besteuerung Einzelpersonen / Personenhandelsgesellschaften (PHG)
3. Besteuerung Kapitalgesellschaften
4. Sonderthemen: Verluste, Zinsen und SolZ
5. Grundprinzipien: DBA, GewSt, GrESt
6. UmwSt
7. GrSt
8. USt
9. AO

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9. ABGABENORDNUNG (AO)
Ausgewählte Einzelthemen I
Verbindliche Auskunft gem. § 89 AO
• Die Finanzämter und das Bundeszentralamt für Steuern können auf Antrag
verbindliche Auskünfte erteilen. Sie sind an diese Auskünfte gebunden.
• Der zu beurteilende Sachverhalt muss genau bestimmt sein und darf noch nicht
verwirklicht sein (<-> verbindliche Zusage über einen bereits verwirklichten
Sachverhalt im Rahmen einer Außenprüfung).
• Die verbindliche Auskunft ist gebührenpflichtig, wobei sich die Gebühr grds. nach dem
Gegenstandswert richtet. Eine Bagatellgrenze soll eingeführt werden.
Missbrauch von rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten - § 42 AO
• Voraussetzung: Umgehung der Steuergesetze durch Missbrauch von
Gestaltungsmöglichkeiten.
• Folge: Der Steueranspruch entsteht so, wie er bei einer den wirtschaftlichen
Vorgängen angemessenen rechtlichen Gestaltung entsteht. Die vom Stpfl. angestrebte
Anwendung des ihm günstigen Gesetzes wird verweigert.
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9. ABGABENORDNUNG (AO)
Ausgewählte Einzelthemen II
Steuerhinterziehung gem. § 370 AO
• Grundtatbestand: Steuerverkürzung oder Erlangung nicht gerechtfertigter
Steuervorteile durch unrichtige oder unvollständige Angaben steuerl. erheblicher
Tatsachen, pflichtwidriges in Unkenntnis lassen der Behörden über steuerl. erhebliche
Tatsachen oder pflichtwidriges Unterlassen der Verwendung von Steuerzeichen.
• Freiheitsstrafe bis zu 10 Jahren oder Geldstrafe.
• Strafbefreiende Selbstanzeige unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin möglich.
Dokumentations- und Mitwirkungspflichten gem. § 90 Abs. 3 AO - Verrechnungspreise
• StPfl. hat bei Vorgängen mit Auslandsbezug über Art und Inhalt seiner
Geschäftsbeziehungen mit nahe stehenden Personen iSd § 1 Abs. 2 AStG
Aufzeichnungen zu erstellen.
• Werden bei Warenlieferungen oder anderen Leistungen gewisse Betragsgrenzen
überschritten, so ist bei Betriebsprüfungen auf Anforderung eine
Verrechnungspreisdokumentation vorzulegen. Bei verspäteter Vorlage beträgt der
Strafzuschlag min. € 100/Tag und kann bis zu € 1.000.000 festgesetzt werden.
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