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Zur Berechnung der Interaktion

Unter Verwendung der asymptotischen Interaktionstheorie soll die Strömung entlang einer mit der x-Achse
zusammenfallenden Wand mit einer kleiner Erhebung in 2 Dimensionen berechnet werden. Die Kontur
der Erhebung verläuft entlang einer Gausskurve yk . Der für die Berechnung betrachtete Bereich (x, y) ∈
[0, X] × [0, Y ] wird so gewählt, dass yK (0) = yK (X) = 0 und Y groÿ ist im Vergleich zu yK = h am Ort
der höchsten Erhebung. Aus der Kontur yK wird die Vorlauänge L ermittelt, so dass für 0 ≤ x ≤ L gilt
yK (x) ≤ 10−2 h. Mit dieser Vorlauänge, der ungestörten Aussenströmung U∞ und der Viskosität ν wird die
Reynoldszahl Re = U∞ν L bestimmt.
Diese Ähnlichkeitsvariable dient nun zur Skalierung der Länge des Interaktionsbereichs LU , der Dicke der
Unterschicht δU , des Referenz-Stördrucks und der Referenzgeschwindigkeit uref .
LU = λL Re−nL L
δU = λ∆ Re−n∆ L
(p − p∞ )ref
2
= λp Re−np
ρU∞
δU
uref = cU∞ Re1/2
L
Die Referenzgeschwindigkeit ist dabei die Geschwindigkeit die am oberen Rand des Unterdecks herrscht.
Dabei liegt das Unterdeck komplett in der viskosen Wandschicht, so dass die Geschwindigkeit durch die
Tangente an der Wand beschrieben werden kann. (bei x = 0 geht ein Blasiusprol ein, c = 0, 332). Die
Koezienten und Exponenten ergeben sich aus der asymptotischen Untersuchung des Unterdecks zu
3 2
nL = , n∆ = 58 , np = ,
8 8
λL = c−5/4 , λ∆ = c−3/4 , λp = c1/2 .

Damit können jetzt LU ,δU und somit uref bestimmt werden.


Für die Grenzschichtrechnung im Interaktionsbereich werden folgende Variablentransformationen durchge-
führt
x−L
xD = ,
LU
y − yK
yD = .
δU
Damit kann bei der Grenzschichtrechnung die Wandbedingung uD = 0, vD = 0 benutzt werden. Durch
Transformation der Geschwindigkeiten
u
uD = ,
uref
v LU
vD =
uref δU

bleiben die Terme der Kontinuitätsgleichung von der selben Gröÿenordnung. Es gilt
∂uD Ren∆ −1/2
∼ O( ) = O(Ren∆ −nL −1/2 ) = O(Re−1/4 )
∂xD RenL
∂vD Re2n∆ −nL −1/2
∼ O( ) = O(Ren∆ −nL −1/2 ).
∂yD Ren∆
Auÿerdem gilt damit die Randbedingungen
xD → −∞ : uD = yD .

1
Die Verdrängungkontur ∆(x) = yK (x) + D1 (x) induziert eine Druckverteilung die mit dem Hilbert-Integral
ˆ
+∞
1 d∆D dξ
pD =− (CP V )
π dξ xD − ξ
−∞

berechnet werden muss.

Berechnung des Hilbert-Integrals

Dieses Integral ist diskretisiert auf einem Gitter mit der Maschenweite h. Die Verdrängungskontur wird
nun in fast allen Gitterzellen linear interpoliert. Lediglich die beiden an xD anliegenden Gitterzellen werden
zusammen mittels quadratischer Interpolation berechnet.
ˆ
+∞ ˆi+1
x xˆj+1
d∆D dξ d∆D dξ X d∆D dξ
= +
dξ xD − ξ dξ xi − ξ dξ xi − ξ
−∞ xi−1 j6=i−1,i x
j

d2 ∆D
  X  d∆D 
i−j
≈ −2h +h ln
dξ 2 i dξ j+1/2 i − j − 1
j6=i−1,i

∆D,i+1 − 2∆D,i + ∆D,i−1 X i−j
≈ −2 + ∆D,j+1 − ∆D,j ln
h i − j − 1
j6=i−1,i

Zur Umsetzung in MatLab wird eine (N × N )-Matrix E konstruiert mit Einträgen auf der Diagonalen 4/πh.
Die Nebendiagonalen haben die Einträge − πh2
+ lnπ2 und daran anliegende Diagonalen haben die Einträge
π (ln k − ln k+1 ) = π ln k2 , wobei k mit der Entfernung zur Diagonalen zunimmt. Diese Matrix wird
2
1 k−1 k 1 k −1

dann mit dem Vektor der Verdrängungsdicken multipliziert und der resultierende Vektor entspricht dann
−pD an allen Stellen xD des Gitters. (Bei den Berechnungen treten für Verdrängungsdicken 6= 0 am Rand
groÿe Abweichungen auf die mit kleiner werdenden h zunehmen, also vermutlich von der Nebendiagonalen
der letzten und ersten Zeile herrühren in denen der Term πh 2
nicht aufgehoben wird. Deshalb habe ich mich
entschlossen die erste und letzte Zeile zu streichen und die Werte pD am Rand durch die Nachbarwerte zu
approximieren.)
Für den ersten Durchlauf der Grenzschichtrechnung wird eine Schätzung für pD benötigt. Die Ab-
schätzung erfolgt nach der beschriebenen Methode. Es wird allerdings ∆(x) = yK (x) gewählt da noch
keine Daten über die Verdrängung vorliegen.
Durch einfaches vorwärtsgerichtetes Dierenzenschema wird aus dem Vektor der pD an den Gitterstellen
xD,i die Ableitungen dx
dpD
D
an den Stellen xD,i+1/2 berechnet.

Berechnung der Interaktion

Das Gleichungssystem der Interaktionsrechnung


∂uD ∂vD
+ = 0,
∂xD ∂yD
∂uD ∂uD dpD ∂ 2 uD
uD + vD = − + 2 ,
∂xD ∂yD dxD ∂yD
ˆ
+∞
1 d∆D dξ
pd = − (CP V )
π dξ xD − ξ
−∞

kann auf die gleiche Weise gelöst werden wie im Fall laminarer Platengrenzschichten. Zunächst werden
die partiellen Ableitungen der Impulsgleichung durch Dierenzenausdrücke für die Punkte zwischen zwei x-
Gitterknoten Pi+1/2,j approximiert. Die resultierenden Dierenzengleichungen werden dann zu einer Matrix
angeordnet die dann mit dem Thomasalgorithmus gelöst wird. Aus dem Ergebnis uD wird die Kontinu-
itätsgleichung für die Stellen vD,i+1/2 gelöst. Auÿerdem werden durch einfache Mittelwertbildung die Werte

2
uD,i+1/2 bestimmt. Mit den neuen Werten für uD , vD an halben Gitterstellen muss die Impulsgleichung
noch mindestens einmal durch gerechnet werden, da sie im ersten Durchgang nur für Geschwindigkeiten an
Gitterknoten gelöst wurde. Für die Interaktionsrechnung wird allerdings eine Schranke benutzt, die von der
Dierenz zweier aufeinanderfolgender Iterationen von vD,i+1/2 unterschritten werden muss (< h2 ).
Für den Anfangsstreifen von uD gilt wie schon beschrieben uD = yD . Für yD = 0 gilt die Wandbedingung.
Am oberen Rand des Integrationsgebiets gilt die Bedingung uD = yD − D1D . Für den ersten Durchgang der
Rechnung wird analog zum Vorgehen bei der Druckverteilung die Abschätzung D1D = 0 benutzt.

Berechnung der VerdrängungsdickeD1D

Das Ergebnis des ersten Durchgangs der Interaktionsrechnung sind Prole der Geschwindigkeit uD an ganzen
und halben Gitterstellen und Prole vD an halben Gitterstellen. Aus letzteren läÿt sich nun über die Ver-
drängungsgeschwindigkeit auch die Verdrängungsdicke der Unterschicht ermitteln. Dafür werden die Werte
am oberen Rand betrachtet. Für diese gilt nach dem Matching des Oberdeck und Hauptdecks
dD1D
vE =
dxD
wobei vE die Geschwindigkeitsverteilung an der oberen Kante des Rechengebiets ist. Da die Geschwindigkeiten
normal zur Platte an halben Gitterstellen berechnet wurden, wird die Ableitung der Verdrängungsdicke durch
ein Vorwärtsdierenzenschema diskretisiert.
D1D,i+1 = vE,i+1/2 h − D1D,i

Die Verdrängungsdicke im Anfangsstreifen der Rechnung wird dabei gleich Null gesetzt.
Mit diesen Werten kann dann dann der nächste Iterationsschritt beginnen mit einer neuen Schätzung der
Verdrängungskontur
yK
∆D = + D1D .
δU
Aus dieser kann dann wieder eine Druckverteilung gewonnen werden. Nachdem die Geschwindigkeiten uD am
oberen Rand an die Verdrängungskontur angepasst worden sind, wird die Berechnung der Iteration erneut
durchgeführt werden.
Wie besprochen weiÿt die Druckverteilung bereits nach dem ersten Durchlauf starke Schwankungen (Störun-
gen) an den Rändern vom x-Intervall auf. Gerade in diesem Bereich sollte nach meinem Verständnis über-
haupt keine Druckschwankung auftreten. Diese Schwankungen werden noch weiter verstärkt in der Berech-
nung von dxdpD
und natürlich noch weiter verstärkt in darauf folgenden Durchläufen. Die Methode mit
der die Druckverteilung berechnet wird ist daher vermutlich ungeeignet oder bei der Bestimmung der Ver-
D

drängungskontur wurde eine falsche Wahl getroen (die Schwankungen in der Druckverteilung würden nicht
auftreten mit einem ∆D , dass in der Nähe des Randes des x-Intervalls verschwindet).