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VITOSOL 

Große Solaranlagen zur


Trinkwassererwärmung

Planungsanleitung

Vitosol100
Flachkollektor
für Flach und Schrägdachmontage sowie Dachintegration
und zur freistehenden Montage

Vitosol200
Direkt durchströmter VakuumRöhrenkollektor zur Montage
auf Schräg und Flachdächern und an Fassaden

Vitosol250
Direkt durchströmter VakuumRöhrenkollektor zur Montage
auf Schräg und Flachdächern und an Fassaden

Vitosol300
VakuumRöhrenkollektor nach dem HeatpipePrinzip für Flach
und Schrägdachmontage sowie zur freistehenden Montage

58113149/2004
Inhalt

Inhalt Seite

1 Grundlagen 1.1 Übersicht zur Planung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3


1.2 Allgemeine Informationen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4
1.3 Systembeschreibung . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

2 Planungshinweise 2.1 Solare Deckungsrate . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5


2.2 Ermittlung des Warmwasserverbrauchs . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 5
2.3 Dimensionierung des Kollektorfeldes . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6
2.4 Dimensionierung der Rohrleitungen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 9
2.5 Dimensionierung des Beladekreises . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10
2.6 Dimensionierung des Entladekreises . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13
2.7 Zusammenstellung der Komponenten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

3 Anlage 3.1 Anlagensimulation . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15


3.2 Hinweise zur Regelung der Solaranlage . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19
3.3 Hinweise zur Inbetriebnahme . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24

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2 Große Solaranlagen
1.1Übersicht zur Planung

1.1 Übersicht zur Planung

Gebäudebezogene Planung Planung Solaranlage Planung Trinkwassererwärmung

Tatsächlichen Warmwasserverbrauch ermitteln


Seite 5
Aufstell− bzw. Befestigungs
fläche der Kollektoranlage:
Dachstatik prüfen, Auslegungsverbrauch (60 ºC) fest Volumen des konventionel
Neigungswinkel festlegen, legen (nach DIN 4708) len Speicher−Wassererwär
Kollektorfeld aufteilen mers ermitteln
Seite 7

Optimale Kollektorfläche
ermitteln
Seite 6

Tatsächliche Kollektorfläche
und Feldhydraulik festlegen
Seite 6

Plattenwärmetauscher
(Beladekreis) auslegen
Seite 10

Optimales Volumen
Heizwasser−Pufferspeicher
ermitteln
Seite 12

Aufstellfläche, Kipp− und Tatsächliches Volumen


Einbringmaße für die Spei Heizwasser−Pufferspeicher
cheranlage ermitteln festlegen, Behälter aufteilen
Seite12 Seite 12

Volumen des Vorwärmspei Stundenspitze der Trinkwas


chers festlegen sererwärmung nach
Seite 13 DIN4708 ermitteln

Plattenwärmetauscher
(Entladekreis) auslegen
Seite 13

Auslegung Anlagenperipherie:
H Ausdehnungsgefäß
H Pumpen
H Entlüftung
H Sicherheitstechnische Ausrüstung
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Große Solaranlagen 3
1.2Allgemeine Informationen
1.3Systembeschreibung

1.2 Allgemeine Informationen


Thermische Großanlagen sind Anlagen Im Vergleich zu Solaranlagen eines Einfa Wie bei anderen haustechnischen Anla
mit einer Kollektorfläche größer als 30m2 milienhauses erfordern große SolarSys gen ergibt die Einhaltung der Planungs
und Speichervolumen größer als 3000l. teme einen höheren Planungsaufwand. schritte ein effizientes Gesamtsystem.
Sie bieten hinsichtlich der Gebäudestruk Diese Planungsanleitung ist eine anwen Weiterführende Fachartikel, Bildmaterial
tur in Deutschland (60% Geschosswoh dungsbezogene Ergänzung zur Planungs bereits realisierter Anlagen und entspre
nungsbau) ein enormes Potenzial zur Nut anleitung Vitosol. Sie deckt den häu chende Betriebsergebnisse finden Sie im
zung regenerativ erzeugter Wärme und figsten Anwendungsfall Trinkwasser− Internet unter www.viessmann.com.
tragen damit zum Klimaschutz bei. erwärmung im Wohnungsbau ab.

1.3 Systembeschreibung
Solaranlagen mit Heizwasser−Pufferspei bedarfe bezeichnet werden. Untersuchun Vergleich zu anderen Anlagenkonfigura
cher und Vorwärmspeicher können als gen im Forschungsprogramm Solarther tionen als den zuverlässigsten herausge
Standardlösung für große Warmwasser mie 2000 haben diesen Anlagentyp im stellt (siehe www.Solarthermie2000.de).

Prinzipskizze

WW

D B

F E KW C
Entladekreis Beladekreis
Temperaturdifferenz Dtm Temperaturdifferenz Dtm
am Wärmetauscher 5K am Wärmetauscher 5K

A Kollektoranlage D Plattenwärmetauscher (Entladekreis) F SpeicherWassererwärmer


B Plattenwärmetauscher (Beladekreis) E Vorwärmspeicher G Zum Heizkessel
C HeizwasserPufferspeicher

Beladekreis Entladekreis anlage werden durch möglichst kleine


Die von der KollektoranlageA in Wärme Vor den SpeicherWassererwärmerF ist Temperaturdifferenzen zwischen
umgewandelte Sonnenenergie wird über ein VorwärmspeicherE geschaltet, der H Vorwärmspeicher und Heizwasser
den PlattenwärmetauscherB an den im Zwangsdurchlauf mit kaltem Trinkwas Pufferspeicher bzw.
HeizwasserPufferspeicherC (auch meh ser durchströmt wird. Über eine weitere H HeizwasserPufferspeicher und
rere in Reihe geschaltete, die geschichtet Temperaturdifferenzmessung wird das Kollektor
beladen werden können) abgegeben. Wasser in diesem Speicher über den Plat gewährleistet.
Auch Systeme mit nur einem Heizwasser tenwärmetauscherD erwärmt. Mit dieser Auslegungshilfe und den
Pufferspeicher lassen sich geschichtet in Eine energetisch gute Auslastung des Viessmann Systemkomponenten für
verschiedenen Zonen beladen. Heizwasser−PufferspeicherVolumens und große Solaranlagen können optimale
Die Regelung erfolgt durch Temperatur ein hoher Wirkungsgrad der Kollektor Ergebnisse erzielt werden.
differenzmessung über die Solarregelung.
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4 Große Solaranlagen
2.1Solare Deckungsrate
2.2Ermittlung des Warmwasserverbrauchs

2.1 Solare Deckungsrate


70 Die solare Deckungsrate gibt an, wieviel
Solare Deckungsrate in %

Prozent der jährlich für die Trinkwasser


60 A erwärmung erforderlichen Energie durch
50 die Solaranlage gedeckt werden kann.
Die Apertur− bzw. Absorberfläche, im Fol
40 B genden Kollektorfläche genannt, sollte so
30 bemessen sein, dass im Sommer mög
lichst kein Wärmeüberschuss produ
20 ziert wird.
Je größer die solare Deckungsrate
10
gewählt wird, desto mehr konventionelle
300 350 400 450 500 550 550
Energie wird eingespart.
Wärmemenge (Ertrag) in kWh/(m 2 · a)
Damit sind jedoch im Sommer Wärme
überschüsse und ein im Mittel niedrigerer
A Kleine Solaranlage Kollektorwirkungsgrad verbunden.
B Große Solaranlage Außerdem steigen die Kollektorstillstand
zeiten und der Ertrag (Energiemenge in
kWh) pro m2 Kollektorfläche sinkt.
Um ein Ertragsoptimum zu erzielen und
damit das beste Preis−Leistungsverhält
nis, empfehlen wir eine solare Deckungs
rate von ca. 35 %.

2.2 Ermittlung des Warmwasserverbrauchs


A Bei der Dimensionierung der Solaranlage Erfolgt die Errichtung einer Solaranlage
wird unterschieden zwischen im Zusammenhang mit größeren Sanie
H Verbrauch, der für die Auslegung des rungen oder dem Einbau von Wasseruh
Durchschnittlicher Monatsverbrauch

Speicher−Wassererwärmers F (siehe ren, müssen auch die wahrscheinlichen


Seite4) und die Berechnung der Nach Nutzungs− oder Belegungsänderungen
heizleistung des Heizkessels (nach berücksichtigt werden.
DIN4708) herangezogen wird, um den Sind Messungen nicht möglich, ist der zu
höchsten zu erwartenden Verbrauch erwartende tatsächliche Verbrauch unter
abzudecken und Berücksichtigung der Gebäude− und
H Auslegungsverbrauch als Grundlage Bewohnerstruktur eher niedrig anzuneh
der optimalen Auslastung der Solaran men.
lage. Dieser optimiert sich an den Zeiten Können für das Objekt keine genauen
mit dem niedrigsten zu erwartenden Daten ermittelt werden, sollte für die
Bedarf bei maximaler Sonnenstrahlung Dimensionierung in der Schwachlastpe
(Schwachlastperiode, z. B. Urlaubszeit riode mit 25l/(Person · d) bezogen auf
im Sommer). 60ºC Warmwasser−Solltemperatur
0 gerechnet werden.
Mai
April
März

August

Oktober
November
Januar
Februar

Dezember
September
Juni
Juli

Der nach DIN 4708 ermittelte Verbrauch


für Geschosswohnungsbau ist in der
Regel höher als der tatsächliche. Deshalb
empfehlen wir, vor der Planung der
A Auslegungsverbrauch Anlage den Verbrauch über einen länge
ren Zeitraum zu messen.
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Große Solaranlagen 5
2.3Dimensionierung des Kollektorfeldes

2.3 Dimensionierung des Kollektorfeldes


Ermittlung der optimalen Kollektorfläche

Die optimale Kollektorfläche ist die Flä Für den ermittelten Auslegungsbedarf Die erforderliche Energiemenge lässt sich
che, mit der in Zeiten des niedrigsten (25l/(Person · d)) wird die Energiemenge aus folgendem Diagramm ermitteln.
Bedarfs die Energie für die Trinkwasserer berechnet, die erforderlich ist, um das (Werte ohne Berücksichtigung von Verlus
wärmung ohne solare Überschüsse Trinkwasser von 10 auf 60 ºC zu erwär ten.)
bereitgestellt wird. men.

Energiemenge in kWh
500
B

400
A

300

200

100

100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 1000 2000 3000 4000 5000 6000 7000


Kollektorfläche in m Warmwasserverbrauch in l/d

A Flachkollektor
B Röhrenkollektor

Beispiel
Anlage mit Vitosol100, 240Personen
240 · 25l/(Person · d) = 6000 l/d

Für einen durchschnittlichen, nicht Mit dieser Energie können mit Vitosol100
bewölkten Sommertag kann auf Grund bei 45º Neigungswinkel und Südausrich
lage des Kollektorwirkungsgrades die tung ca.60 bis 70 l Wasser auf 60 ºC
max. solare Nutzenergie pro m2 Kollektor erwärmt werden. (Bei Röhrenkollektoren
fläche ermittelt werden. ca. 25% mehr).
Das sind bei Daraus ergeben sich 100m2 Kollektorflä
H Vitosol 100 ca. 3,5 kWh/(m2·d) che für die Erwärmung von 6000l Wasser.
H Vitosol 200, 250 und 300
ca.4,5kWh/(m2·d).

Ermittlung der tatsächlichen Kollektorfläche

Die errechnete optimale Kollektorfläche Beispiel für die Ermittlung einer Bei Röhrenkollektoren ebenso vorgehen,
muss den baulichen Gegebenheiten Feldaufteilung dabei die größte seriell zusammenfüg
angepasst werden. bare Kollektorfläche beachten.
Eine wesentliche Rolle spielt die Auftei Errechnete optimale Kollektorfläche H Vitosol 200: 2 x 6 m2, d.h. 4 Kollektoren,
lung des Kollektorfeldes, dabei muss auf 100m2. TypD30
möglichst gleich große Teilfelder geachtet H Vitosol 250: 6 m2, d.h. 6 Kollektoren
werden. 100m 2 + 40, also H Vitosol 300: 6 m2, d.h. 2 Kollektoren,
Bei Vitosol 100 können max. 10 Kollekto 2, 5m 2 TypH30
ren, d.h. 25m2 Kollektorfläche, wechsel
seitig zu einem Feld zusammengefügt 40 Kollektoren Vitosol100, d.h. geplant Siehe dazu auch Planungsanleitung
werden. werden sollte ein Kollektorfeld mit 4 Vitosol".
parallel angeschlossenen Reihen mit
jeweils 10 Kollektoren (siehe Seite8).
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6 Große Solaranlagen
2.3Dimensionierung des Kollektorfeldes

Montagehinweise Schrägdach

Die Entscheidung für Indach− oder Auf


dachmontage erfolgt unter architektoni
schen Gesichtspunkten und ist anlagen
technisch nicht relevant. Ist die zur
Verfügung stehende Dachfläche ausrei
chend für die errechnete Feldaufteilung,
sollte sie so gebaut werden. Bei evtl.
erforderlichen Veränderungen beachten,
dass gleich große Teilfelder entstehen.

Montagehinweise Flachdach

Wenn es die Tragfähigkeit des Daches Ermittlung des Kollektorreihenabstands z


zulässt, werden die Kollektorreihen mit
einem Neigungswinkel von 35 bis 45º auf Bei Montage von mehreren Kollektorrei Beispiel
gestellt. Dabei müssen die Mindestab hen hintereinander müssen bestimmte Berlin liegt am 53. Breitengrad.
stände zum Dachrand nach DIN 1055 ein Abstände (Maß z) eingehalten werden, Winkel des Sonnenstands =
gehalten werden. um unerwünschte Verschattungen zu ver 90º  23,5º  Breitengrad
Außerhalb des Bereichs kann es zu deut meiden. (23,5º ist als Konstante anzunehmen)
lich erhöhten Windturbulenzen kommen. 90º  23,5º  53º = 13,5º [ 14º
Außerdem wird die Anlage für Revisions Winkelb des Sonnenstands ermitteln.
arbeiten schwer zugänglich. Erfordern die Dieser soll so gewählt werden, dass die
Dachmaße eine Änderung der Feldauftei Mittagssonne am 21.12. verschattungsfrei
lung, beachten, dass gleich große Teilfel auf die Kollektoren treffen kann.
der entstehen. In Deutschland liegt dieser Winkel je nach
Breitengrad zwischen 12º (Flensburg) und
20º (Freiburg).

Für die Berechnung gilt:

z + sin(180° * (a ) b))
l sin b

Vitosol 100, Typ w 2,5


l = 1105 mm
l l a = 45º
b = 14º

l @ sin(180° * (a ) b))
z+
a b a sin b

1105mm @ sin(180° * 59°)


z z+
sin 14°

z = 3915 mm
z = Kollektorreihenabstand
l = Kollektorhöhe
a = Kollektorneigungswinkel
b = Winkel des Sonnenstands

Kollektorreihenabstand
Kollektortyp
yp Vitosol 100 Vitosol 300
Typ s Typ w
Neigungswinkel a 35º 45º 55º 35º 45º 55º 35º 45º 55º
Winkel des Sonnen Kollektorreihenabstand z
stands b mm
15,0º 7070 8000 8680 3370 3810 4140 6010 6790 7370
17,5º 6310 7050 7580 3010 3360 3620 5360 5990 6440
20,0º 5720 6330 6750 2730 3020 3220 4860 5380 5730
22,5º 5270 5770 6100 2510 2750 2910 4470 4900 5180
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25,0º 4900 5310 5570 2340 2530 2660 4160 4510 4730
27,5º 4590 4940 5130 2190 2350 2450 3900 4190 4360

Große Solaranlagen 7
2.3Dimensionierung des Kollektorfeldes

Durchströmung des Kollektorfeldes

Der Volumenstrom im Kollektorkreis Da große Solaranlagen in der Regel aus Jeder der im Feld installierten Kollektoren
bestimmt wesentlich das Betriebsverhal mehreren parallel verschalteten Kollektor muss den gleichen spezifischen Volumen
ten der Solaranlage. Bei gleicher Einstrah feldern aufgebaut werden, muss auch der strom (l/h·m2) aufweisen.
lung, also gleicher Kollektorleistung, Aspekt der Betriebssicherheit beachtet Eine gleichmäßige Durchströmung des
bedeutet ein hoher Volumenstrom eine werden. Je höher der Volumenstrom, Kollektorfeldes wird durch die Verrohrung
geringe Temperaturspreizung im Kollek desto sicherer werden Teilfelder ange nach Tichelmann erreicht. Wenn der
torkreis. Ein niedriger Volumenstrom strömt. Als Richtwert empfehlen wir des Durchflusswiderstand der Teilfelder nicht
erzeugt eine große Temperaturspreizung. halb folgende Volumenströme: mindestens doppelt so hoch ist wie der
Bei großer Temperaturspreizung steigt H Vitosol 100: 25l/(h·m2) der Sammel− und Verteilleitungen, müs
die mittlere Kollektortemperatur, d.h. der H Vitosol 200, 250, 300: 40l/(h·m2) sen Strangregulierventile eingebaut wer
Wirkungsgrad der Kollektoren sinkt ent den (siehe VDI 6002). Den Durchflusswi
sprechend. Dafür wird bei geringen Volu Die folgenden Planungsbeispiele und derstand der Teilfelder bei einem emp−
menströmen der Einsatz von fossiler Komponentengruppen sind für diese fohlenen spezifischen Volumenstrom von
Energie reduziert. Eine Betriebsweise Volumenströme ermittelt. 25l/(h·m2) bei Vitosol100 bei Einsatz von
unter 15l/(h·m2) ist mit den Kollektoren Viessmann Wärmeträgermedium Tyfo
Vitosol nicht möglich, weil dann die Strö cor G−LS" zeigt die Tabelle.
mung im Absorber nicht mehr turbulent
ist.

Kollektoranzahl Vitosol 100 2 3 4 5 6 7 8 9 10


Volumenstrom l/h 125,0 187,5 250,0 312,5 375,0 437,5 500,0 562,5 625,0
Durchflusswiderstand mbar 90 93 95 98 103 109 118 128 140

Installationsbeispiel

40 Vitosol 100, spezifischer Volumenstrom 25 l/(h · m2)


Andere Feldaufteilung möglich.

DN20

DN20
DN20

DN25
DN20

DN32
DN20

DN40 DN40
A B
.
V = 625 l/h für jedes Teilfeld

A Rücklauf (vom Wärmetauscher zum Kollektor)


B Vorlauf (vom Kollektor zum Wärmetauscher)

Entlüftung

Für ordnungsgemäßes Entlüften der schwindigkeiten unter 0,4 m/s werden Hinweis!
Solaranlage ist eine Strömungsgeschwin Luftblasen nicht mehr mittransportiert. Entlüfter auf dem Dach sind eine Hilfe bei
digkeit von min. 0,4 m/s erforderlich. Wir empfehlen, einen Luftabscheider an der Inbetriebnahme, müssen aber im
Dabei beachten, dass das Wärmeträger zugänglicher Stelle in die Vorlaufleitung Regelbetrieb abgesperrt sein.
medium deutlich länger zum Entlüften einzubauen.
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braucht als Wasser. Bei Strömungsge

8 Große Solaranlagen
2.4Dimensionierung der Rohrleitungen

2.4 Dimensionierung der Rohrleitungen


Liegen Volumenstrom und Kollektorfläche gende Kollektoranzahl, bezogen auf eine die Dimensionen von Anschlussleitungen
fest, ergibt sich für den Dimensionswech Strömungsgeschwindigkeit von min. an Teilfelder entnommen werden.
sel der Vor− und Rücklaufleitungen fol 0,4m/s. Aus den Tabellen können auch

Vitosol 100 mit 25 l/(h·m2)

Kollektorfläche m2 Volumenstrom l/h Kollektoranzahl bis Rohrleitung DN


30 750 12 20
50 1250 20 25
80 2000 32 32
125 3125 50 40
200 5000 80 50

Vitosol 200 und 300 (Typ D30 bzw. H30) mit 40 l/(h·m2)

Kollektorfläche m2 Volumenstrom l/h Kollektoranzahl bis Rohrleitung DN


24 960 8 20
36 1440 12 25
60 2400 20 32
84 3360 28 40
156 6240 52 50
192 7680 64 65

Vitosol 250 mit 40 l/(h·m2)

Kollektorfläche m2 Volumenstrom l/h Kollektoranzahl bis Rohrleitung DN


25 1000 25 20
36 1440 35 25
62 2400 60 32
84 3360 82 40
160 6400 156 50
195 7800 190 65
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Große Solaranlagen 9
2.5Dimensionierung Beladekreis

2.5 Dimensionierung des Beladekreises


Komponenten des Beladekreises (siehe auch Installationsschema auf Seite22)
2 1

A
3

9 qP
6 A qT qO
AB
M
B 8 8
M qZ qU qI
5 qQ

7 8 B 8 qW qE qR wP
C
wQ wQ

A Kollektoranlage 5 Speichertemperatursensor qW Solarkreispumpe (Primärpumpe Wär


B Plattenwärmetauscher*1 Heizwasser−Pufferspeicherunten metauscher) (bauseits)
C Heizwasser−Pufferspeicher 6 3Wege−Ventil qE Rückschlagklappe*1
7 Ladepumpe Heizwasser−Pufferspei qR Strangregulierventil*1
1 Kollektortemperatursensor an S1 cher (Sekundärpumpe Wärmetau qT Luftabscheider/Schlammfänger
2 Sicherheitstemperaturbegrenzer scher) (bauseits) qZ Manometer*1
(optional) 8 Entleerung/Spülen Wärmetauscher*1 qU Befüllpumpe (optional)
3 Speichertemperatursensor 9 Frostschutzwächter qI Auffangbehälter
HeizwasserPufferspeicheroben qP Temperatursensor Wärmetauscher qO Sicherheitsventil*1
4 Speichertemperatursensor qQ 3−Wege−Ventil (Frostschutz Wärmetau wP Vorschaltgefäß (bauseits)
Heizwasser−Pufferspeichermitte scher) wQ Ausdehnungsgefäß (bauseits)
*1Sind im Beladeset (siehe Seite14) enthalten.

Hinweise zum Frostschutz Hinweise zum Vorschaltgefäß Hinweise zur Stagnation


Bei außenliegenden Rohrleitungen kann Vorschaltgefäße oder Temperaturschicht Solaranlagen, die nach dieser Planungs
es im Winter zu Frostschäden am Wärme behälter haben in thermischen Solaranla anleitung mit vergleichsweise niedriger
tauscher kommen, wenn bei sehr niedri gen die Funktion, im Stagnationsfall das Deckungsrate konzipiert werden, werden
gen Außentemperaturen und trotzdem Membranausdehnungsgefäß vor Überhit für den Auslegungsfall in der Regel nicht
ausreichender Strahlung zunächst sehr zung zu schützen. Nach VDI 6002 wird der in Stagnation (Stillstand) gehen, weil die
kaltes Wärmeträgermedium durch den Einbau empfohlen, wenn der Inhalt der solar erzeugte Energie vom System
Plattenwärmetauscher strömt. Rohrleitungen zwischen Kollektorfeld und immer aufgenommen werden kann. Den
Regelungsdefekte oder Fehlbedienung Ausdehnungsgefäß geringer als 50% der noch sind Anlagenstillstände nie auszu
können dieses Problem ebenfalls verursa Aufnahmefähigkeit des richtig bemesse schließen, z.B. durch Defekte oder Fehlbe
chen. Aus diesem Grund empfehlen wir nen Ausdehnungsgefäßes ist. Bezugs dienung. Aus diesem Grund müssen
den Einbau eines thermostatisch geregel größe ist das gesamte Volumen, welches Solaranlagen entsprechend den einschlä
ten Ventils qQ. im Stillstandfall in Verdampfung geht. gigen Regeln stillstandsicher ausgeführt
Am Frostschutzwächter9 eine Tempera Dimensionierung: werden, d.h. sie dürfen in diesem
tur von 4ºC einstellen. Aufnahmefähigkeit des richtig bemesse Betriebsfall keinen Schaden nehmen oder
nen Ausdehnungsgefäßes abzüglich eine Gefährdung darstellen. Kollektoren
Inhalt der Rücklaufleitung zwischen Kol und Anschlussleitungen sind für die im
lektorfeld und Ausdehnungsgefäß. Stagnationsfall maximal zu erwartenden
Temperaturen ausgelegt. Allerdings wer
den bei Temperaturen über 170 ºC die
Eigenschaften des Wärmeträgermediums
negativ beeinflusst. Bei der Planung des
Kollektorfeldes beachten, dass die Anlage
problemlos ausdampfen kann (z.B. keine
Solarleitungen über dem Kollektorfeld
verlegen).
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10 Große Solaranlagen
2.5Dimensionierung Beladekreis

Wärmeübertragung Kollektorfeld − Heizwasser−Pufferspeicher

Die Berechnungsabfolge in einem han Daraus ergibt sich die Temperatursprei In den komplett konfektionierten Viess
delsüblichen Auslegungsprogramm für zung, als Austrittstemperatur aus dem mann Beladesets ist ein nach diesen
Plattenwärmetauscher ergibt sich aus den Wärmetauscher können 20 ºC, als Ein Regeln ausgelegter Plattenwärmetauscher
bisherigen Planungsschritten. Der spezifi trittstemperatur in den Wärmetauscher enthalten. Um alle Leistungsbereiche und
sche Volumenstrom liegt fest und damit 15ºC eingegeben werden (siehe Abb. auf Installationsbedingungen abdecken zu
auch der Volumenstrom im Primärkreis. Seite4). können, bietet Viessmann die Komponen
Die durchschnittliche Kollektorleistung Der Volumenstrom im Sekundärkreis ist ten als Set ohne Vormontage an.
wird mit 600 W/m2 Absorberfläche ange um den Faktor 1,15 kleiner als der des Pri Die Pumpen sind für einen Gesamtdurch
nommen (entspricht nicht der Maximal märkreises, bedingt durch die unter flusswiderstand kleiner als 600 mbar aus
leistung nach EN 12975). schiedliche spezifische Wärmekapazität zuwählen. Sie sind nicht im Lieferumfang
von Wärmeträgermedium und Wasser. der Beladesets enthalten.
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Große Solaranlagen 11
2.5Dimensionierung Beladekreis

Ermittlung des Heizwasser−Pufferspeichervolumens

Räumliche Rahmenbedingungen Dimensionierung


Einbringmaß und Raumhöhe müssen Da der Heizwasser−Pufferspeicher nicht
pro Kollektor Pufferspeicher−
festgestellt werden, da bei solar erwärm mit Trinkwasser in Berührung kommt,
Volumen
ten Heizwasser−Pufferspeichern schnell werden an das Behältermaterial keine
l
relativ große Volumina benötigt werden. hohen Anforderungen gestellt, was zu
Besonders dessen Kippmaße müssen geringeren Gesamtanlagenkosten führt. Vitosol 100 125
berücksichtigt werden. Heizwasser−Pufferspeicher überbrücken Vitosol 200, 100
Die Speicher aufrecht stehend einplanen. den zeitlichen Unterschied zwischen dem Typ D20 liegend
Bei der Aufstellung der Speicher darauf Angebot an Sonnenenergie und dem
achten, dass der Vorwärmspeicher, auf Bedarf des Verbrauchers. Vitosol 200, 150
den die Energie vom Heizwasser−Puffer Der Heizwasser−Pufferspeicher soll so Typ D30 liegend
speicher übertragen wird, möglichst dicht, ausgelegt werden, dass die Temperatur Vitosol 250 65
am besten direkt neben dem Heizwasser− des Speichermediums max. 70 ºC beträgt,
Pufferspeicher steht. da bei höheren Temperaturen der Kollek Vitosol 200/300, 130
Der Heizwasser−Pufferspeicher−Entlade torwirkungsgrad sinken würde. Typ D20/H20
kreis ist einer der sensibelsten Punkte in Untenstehende Grafik zeigt eine typische Vitosol 200/300, 195
der Gesamtanlage. Seine Ausführung ist Erzeugungskurve (Jahresmittelwerte). Typ D30/H30
deutlich leichter, wenn sehr kurze Rohr
strecken eingehalten werden können. Bei 50 K Temperaturdifferenz zwischen Für das Beispiel auf Seite6 ergibt das
beladenem und entladenem Heizwasser− 40·125l = 5000l, d.h. es ist ein Puffer
Pufferspeicher ergibt sich bei durch speichervolumen von 5000l erforderlich.
schnittlichen Zapfprofilen im Wohnbe Liegt das ermittelte Volumen zwischen
reich ein festes Verhältnis zwischen zwei lieferbaren Speichergrößen, so sollte
Kollektorfläche und Speichervolumen: die größere gewählt werden.

7
Volumenstrom (bei 45 ºC) in l/min

5
B A
4

0
0

2.00

4.00

6.00

8.00

20.00

22.00

24.00
12.00

16.00

18.00
14.00
10.00

Uhrzeit

A Speicherbedarf
B Tageszapfprofil

Beschaffenheit des HeizwasserPuffer


speichers
Die Verluste von Speichern sind neben Werden mehrere Heizwasser−Pufferspei der Speicher geplant werden. Auch bei
der Qualität und Dicke der Wärmedäm cher zu einem System kombiniert, sollten Anschluss nach Tichelmann ist der
mung auch von ihrer Größe abhängig. diese seriell geschaltet werden. Durch Be− und Entladevorgang so kaum
Je größer der Speicher, desto besser das Ventile sind die einzelnen Speicher beherrschbar.
Verhältnis von Inhalt zu Oberfläche. getrennt zu laden. Da der Durchflusswi
Wenn es die räumlichen Verhältnisse derstand in Speichern bei den vergleichs
zulassen, sollte ein Speicher mit mög weise geringen Volumenströmen der
lichst großem Volumen ausgewählt wer Be− und Entladekreise sehr klein ist, sollte
den. Viessmann Heizwasser−Pufferspei keine ungeregelte parallele Verschaltung
cher sind in den Größen 600, 900, 3000
und 5000 l lieferbar.
5811314

12 Große Solaranlagen
2.6Dimensionierung Entladekreis

2.6 Dimensionierung des Entladekreises


Komponenten des Entladekreises

wU

WW

wT wT

wW wE wR wT wT wZ wR
D

KW
E C

C Heizwasser−Pufferspeicher wW Temperatursensor Vorwärmspeicher wT Entleeren/Spülen Wärmetauscher


D Plattenwärmetauscher*1 an S6 wZ Entladepumpe Heizwasser−Pufferspei
E Vorwärmspeicher wE Ladepumpe Vorwärmspeicher (Sekun cher (Primärpumpe Wärmetauscher)
därpumpe Wärmetauscher) wU Thermostatisches Mischventil zum
wR Strangregulierventil*1 Verkalkungsschutz (siehe Seite19)
*1Sind in Bauteile Entladekreis" enthalten (siehe Tabelle auf Seite 14).

Zur optimalen Nutzung des Heizwasser− Funktion sollte der Vorwärmspeicher male Kombination aus Vorwärmspeicher
Pufferspeichervolumens sollte eine mög möglichst groß sein. Da er aber einmal volumen, Wärmetauscher und Pumpen zu
lichst niedrige Temperaturdifferenz von 5 täglich auf 60º gebracht werden muss bestimmen. Bei einer solaren Deckungs
bis 6K eingeplant werden. Dadurch wird (thermische Desinfektion), sollte er zur rate von ca. 35% ist die Stundenspitze
mit einem gut ausgelegten Beladekreis Vermeidung von Verlusten fossiler Ener der Anlage eine ausreichend genaue
ein niedriger Kollektorrücklauf erzielt und gie nicht größer als für die Realisierung Berechnungsgrundlage. Liegt das Volu
dadurch der Kollektorwirkungsgrad ver dieser Funktion erforderlich, sein. Von der men des Vorwärmspeichers bei 15%
bessert. Größe des Vorwärmspeichers sind außer (+/5%) des Auslegungsverbrauchs, ist
dem die Wärmetauscherleistung und die als Entladeleistung die Hälfte der Stun
Das Wasser zum Speicher−Wassererwär Volumenströme des Entladekreises denspitze ausreichend. Die Volumen
mer (konventionell auf Versorgungssi abhängig. Je kleiner der Vorwärmspei ströme werden für eine Temperatursprei
cherheit ausgelegt) wird durch den Vor cher ist, desto geringer ist das Zeitfenster, zung von 50K mit ausreichend großer
wärmspeicher geführt, an den der in dem das Kaltwasser für den Entlade Reserve ausgelegt.
Sekundärkreis des Plattenwärmetau vorgang im Vorwärmspeicher verfügbar
schers (Entladekreis) angeschlossen ist. ist, desto größer also Wärmetauscher− Die Bauteile von Viessmann für den Entla
Der Vorwärmspeicher hat die Aufgabe, und Pumpenleistung. dekreis sind unter den oben genannten
Verbrauchsspitzen zu puffern, um die Für ein durchschnittliches Zapfprofil im Planungsgrundsätzen optimiert (siehe
Volumen− und Wärmeströme im Entlade Geschosswohnungsbau liegen ausrei Tabelle auf Seite14).
kreis sicher planen zu können. Für diese chend Messergebnisse vor, um die opti
5811314

Große Solaranlagen 13
2.7Zusammenstellung der Komponenten

2.7 Zusammenstellung der Komponenten

Auslegungs
g g Vitosol 100 Vitosol 200/300 Vitosol 250 Volumen Bauteile
verbrauch bei Kollektor Beladeset Kollektor Beladeset Kollektor Beladeset Heizwasser− Vorwärm Entlade
60ºC anzahl DN anzahl DN anzahl DN Pufferspeicher speicher kreis
l/d l l Kenn−Nr.
1250 8 20 6 20 18 20 900 350 1
1375 9 20 8 20 24 20 900 350
1500 10 20 8 20 24 20 1200 350
1625 12 20 9 25 27 25 1500 350
1750 12 20 10 25 30 25 1500 350
1875 12 20 10 25 30 25 1500 350
2000 14 25 10 25 30 25 1800 350 2
2125 14 25 12 25 36 25 1800 350
2250 15 25 12 25 36 25 1800 350
2375 15 25 12 25 36 25 1800 350
2500 15 25 15 32 45 32 1800 350
2750 18 25 15 32 45 32 2400 350
3000 20 25 16 32 48 32 3000 350
3250 22 32 18 32 54 32 3000 350
3500 22 32 18 32 54 32 3000 350
3750 25 32 20 32 60 32 3000 500 3
4000 28 32 20 32 60 32 3900 500
4250 28 32 20 32 60 32 3900 500
4500 30 32 24 40 72 40 3900 500
4750 32 32 24 40 72 40 3900 500
5000 32 32 24 40 72 40 3900 500
5625 36 40 28 40 84 40 5000 750 4
6250 40 40 32 50 96 50 5000 750
6875 45 40 36 50 108 50 6000 750
7500 50 40 40 50 120 50 6000 750
8125 52 50 40 50 120 50 6000 1000
8750 60 50 44 50 132 50 8000 1000 5
9375 63 50 48 50 144 50 8000 1000
10000 70 50 52 50 156 50 9000 1000
10625 70 50 56 65*1 168 65*1 9000 1000 6
11250 72 50 56 65*1 168 65*1 9000 1500
11875 80 50 60 65*1 180 65*1 11000 1500
12500 80 50 64 65*1 192 65*1 11000 1500
*1Errechnete Rohrdimension. Dafür keine konfektionierten Beladesets lieferbar.

Bestellnummern und Preise finden Sie im Internet unter www.viessmann.de −> login_marktpartner −> dokumentation −> preislisten.
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14 Große Solaranlagen
3.1Anlagensimulation

3.1 Anlagensimulation
Das zu erwartende Betriebsverhalten und CD−ROM Vitoplan 100" enthalten oder load ESOP) simuliert werden.
die Erträge können mit dem Viessmann im Internet unter www.viessmann.de −>
Berechnungsprogramm ESOP 2" (auf login_marktpartner −> software −> down

1 Programm starten, einen Projektna


men und Standort eingeben.

2 Unter System wählen" das Großan


lagenschema auswählen.
5811314

Große Solaranlagen 15
3.1Anlagensimulation

3 Unteren linken Button wählen:


Dialogfeld Warmwasserverbraucher"
erscheint.
4 Den Auslegungsbedarf pro Tag (siehe
Seite5) eingeben.
5 Die Temperatur (60º) eingeben.
6 Verbrauchs− (Zapf−) profil Mehrfamili
enhaus" wählen.

7 Auf dem Bildschirm in einen Bereich


zwischen den abgebildeten Kompo
nenten klicken: Dialogfeld Biv.
Warmwasserbereitung mit zwei WW−
Speichern" erscheint.

5811314

16 Große Solaranlagen
3.1Anlagensimulation

8 Daten in den Dialog Regelung" ein


tragen.
9 Unbedingt die Funktion Legionellen
schutz" (Zusatzfunktion für die Trink
wassererwärmung) aktivieren, damit
die Anlage richtig simuliert werden
kann. Die Darstellung des Anlagen
schemas ändert sich entsprechend.

qP Nacheinander die Einzelkomponenten


wählen und die nach dieser Planungs
anleitung ermittelten Werte eingeben.
Wärmeübertrager und Pumpen brau
chen Sie nicht einzugeben, hier wer
den die optimalen Bauteile berechnet.
qQ Simulieren Sie nun die Anlage.
5811314

Große Solaranlagen 17
3.1Anlagensimulation

qW Kontrollieren Sie solare Deckungsrate


und den Ertrag. Für eine Flachkollek
toranlage sollte er über 500 kWh /
(m2·a) liegen, bei einer Vakuumröh
renanlage über 650kWh / (m2·a).
Ungünstige Neigungswinkel oder
Ausrichtungen können diese Ergeb
nisse verschlechtern.

Weitere Hinweise entnehmen Sie bitte der


Hilfefunktion, die im Programm hinterlegt
ist.
5811314

18 Große Solaranlagen
3.2Hinweise zur Regelung der Solaranlage

3.2 Hinweise zur Regelung der Solaranlage


Funktionsbeschreibung

Beladekreis Entladekreis
Sobald der HeizwasserPufferspeicher Zur Entladung in den Vorwärmspeicher Hinweis zur Bilanzierung
solar beheizt werden kann (Temperatur werden bei Überschreiten der Tempera Eine Wärmebilanzierung des Beladekrei
differenz DT zwischen Kollektortempera turdifferenzDT6ein zwischen Temperatur ses ist nur mit einem Volumenmessteil
tursensor an S1 und Sensor Heizwasser sensor Pufferspeicher−oben an S4 und möglich.
Pufferspeicherunten an S2 ist über Temperatursensor Vorwärmspeicher an
schritten), wird die Solarkreispumpe (Pri S6 die Entladepumpe HeizwasserPuffer
märpumpe Wärmetauscher) an R1 einge speicher (Primärkreispumpe Wärmetau
schaltet. scher) an R6 und Ladepumpe Vorwärm
Bei Überschreiten der Temperaturdiffe speicher (Sekundärkreispumpe
renz WTDTein zwischen Sensor Wärme Wärmetauscher) an R6 eingeschaltet.
tauscher an S3 und Sensor Heizwasser Unabhängig von der erreichten Differenz
Pufferspeicheroben an S4 bzw. Sensor werden die Pumpen ausgeschaltet, wenn
HeizwasserPufferspeicherunten an S2 der Vorwärmspeicher die eingestellte
(je nach Belademöglichkeit), wird die Temperatur Th4aus erreicht hat.
Ladepumpe HeizwasserPufferspeicher
(Sekundärpumpe Wärmetauscher) an R2 Um einer vorzeitigen Verkalkung des Wär
eingeschaltet. metauschers vorzubeugen, sollte ein ther
Bei Unterschreiten dieser Differenz bzw. mostatisches MischventilwU eingebaut
der Temperaturdifferenz DT5aus zwischen werden, durch das die Wärmetauscher−
Sensor Wärmetauscher an S3 und Sensor Vorlauftemperatur auf 70ºC begrenzt
HeizwasserPufferspeichermitte an S8 wird.
wird die Sekundärpumpe über Relais R3
ausgeschaltet (siehe Verdrahtungsschema
auf Seite23).
Besteht eine Belademöglichkeit für den
oberen Bereich des HeizwasserPuffer
speichers, wird das 3WegeVentil an R4
in Stellung ABA geschaltet und der
obere Bereich des Speichers wird bela
den.
Kann der obere Bereich nicht mehr bela
den werden, wird das Ventil in Stellung
ABB geschaltet und der untere Bereich
wird beheizt.
Die Laufzeit der Umwälzpumpen 7 und
qW wird ca. alle 15 min für ca. 2 min
(Werte an der Vitosolic 200 veränderbar)
unterbrochen, um zu prüfen, ob die Tem
peratur am Kollektortemperatursensor
hoch genug wird, um auf die Beheizung
des oberen Bereichs umzuschalten.

Regelungseinstellungen

Solar Experte
> Optionen > Relais
> System > Min−Drehz 3
> 3 einstellen > 100 % einstellen
> Hyd.−Typ
> 1 einstellen
> Ext.WT
> Ja einstellen
5811314

Große Solaranlagen 19
3.2Hinweise zur Regelung der Solaranlage

Die hier angegebenen Werte sind Empfehlungen bei der Inbetriebnahme. Bauseitige Gegebenheiten können abweichende Einstellun
gen erforderlich machen.

Hauptmenü
> Solar
> Einstellwerte

Einstellwerte Anlieferungszustand Ändern auf


Tspmax 60ºC 80ºC
Maximaltemperatur Heizwasser−Pufferspeicher−mitte
Tsp2max 60ºC 80ºC
Maximaltemperatur Heizwasser−Pufferspeicher−oben
DTein (S1S2) 5,0K 10,0K
Einschalt−Temperaturdifferenz SolarkreispumpeqW an R1
DTaus (S1S2) 3,0K 6,0K
Ausschalt−Temperaturdifferenz SolarkreispumpeqW an R1
DT2ein (S1S4) 5,0K DTein
Einschalt−Temperaturdifferenz SolarkreispumpeqW an R1
DT2aus (S1S4) 3,0K DTaus
Ausschalt−Temperaturdifferenz SolarkreispumpeqW an R1
Vorrang Speicher1 1 2
Vorrang Speicher2 2 1
WTDTein (S3S2) 5,0K 10,0K
Einschalt−Temperaturdifferenz Ladepumpe HeizwasserPufferspeicher7 an R2
WTDTaus (S3S2) 3,0K 6,0K
Ausschalt−Temperaturdifferenz Ladepumpe HeizwasserPufferspeicher7 an R2

Hauptmenü
> Anlage
> Optionen

Optionen Anlieferungszustand Ändern auf


DTFkt5 Nein Ja
DTFunktion zur Ansteuerung von RelaisR3
Thermost. 4 Nein Ja
Thermostatfunktion zur Speichermaximaltemperaturabschaltung (Vorwärm
speicher)
DTFkt6 Nein Ja
DTFunktion zur Ansteuerung der Ladepumpe Vorwärmspeicher und Entlade
pumpe HeizwasserPufferspeicher an R6
5811314

20 Große Solaranlagen
3.2Hinweise zur Regelung der Solaranlage

Hauptmenü
> Anlage
> Einstellwerte

Einstellwerte Anlieferungszustand Ändern auf


DT5ein (S3S8) 5,0K 10,0K
Einschalt−Temperaturdifferenz RelaisR3
DT5aus (S8S3) 3,0K 6,0K
Ausschalt−Temperaturdifferenz RelaisR3
Th4ein 40ºC Wert, der am thermosta
Einschalttemperatur für Pumpen an R6 tischen MischventilwU
(Temperaturbegrenzung Vorwärmspeicher) eingestellt ist, abzüglich
10K
Th4aus 45ºC Wert, der am thermosta
Ausschalttemperatur für Pumpen an R6 tischen MischventilwU
(Temperaturbegrenzung Vorwärmspeicher) eingestellt ist, abzüglich
7K
DT6ein (S4S6) 5,0K 10,0K
Einschalt−Temperaturdifferenz Ladepumpe Vorwärmspeicher und Entlade
pumpe HeizwasserPufferspeicher an R6
DT6aus (S4S6) 3,0K 6,0K
Ausschalt−Temperaturdifferenz Ladepumpe Vorwärmspeicher und Entlade
pumpe HeizwasserPufferspeicher an R6

Hauptmenü
> Anlage
> Experte

Experte Anlieferungszustand Ändern auf


Sen2−DT5Fkt 4 8
Zuordnung des Sensors2 zu DT−Funktion5
Sen1−DT6Fkt 5 4
Zuordnung des Sensors1 zu DT−Funktion6
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Große Solaranlagen 21
3.2Hinweise zur Regelung der Solaranlage

Installationsschema

N
L N

R7−M
Imp1
Imp2
CS10
GND

R7−A

R6−A

R5−A
R7−R

R6−R

R5−R
S12
S10
S11

145
145
−−−−
S1
S2
S3
S4
S5
S6
S7
S8
S9

R4
R3
R2
R1
1 S1

*1
M L R1
qW

WW VL RL

2
D

wU 3 A R4 S3
wR S4 AB

R6 wZ 6 B qP
S84
R6 9
wE wR
G wW S25 AB
B A
S6 7 R2 qQ
F E C B
KW

*1Verdrahtungsschema siehe Seite 23.

A Kollektoranlage 1 Kollektortemperatursensor an S1 qQ 3−Wege−Ventil (Frostschutz Wärmetau


B Plattenwärmetauscher (Beladekreis) 2 Sicherheitstemperaturbegrenzer scher), Verdrahtung siehe Seite 23
C HeizwasserPufferspeicher (optional) qW Solarkreispumpe (Primärpumpe Wär
D Plattenwärmetauscher (Entladekreis) 3 Speichertemperatursensor metauscher) an R1 (bauseits)
E Vorwärmspeicher Heizwasser−Pufferspeicheroben an S4 wW Temperatursensor Vorwärmspeicher
F SpeicherWassererwärmer 4 Speichertemperatursensor an S6
G zum Öl/GasHeizkessel Heizwasser−Pufferspeichermitte an S8 wE Ladepumpe Vorwärmspeicher (Sekun
H Umwälzpumpe für Zusatzfunktion 5 Speichertemperatursensor därpumpe Wärmetauscher) an R6
(Thermische Desinfektion) Heizwasser−Pufferspeicherunten an S2 (bauseits)
L Abzweigdose (bauseits) 6 3Wege−Ventil an R4 wR Strangregulierventil
M Hilfsschütz (bauseits), Verdrahtung 7 Ladepumpe Heizwasser−Pufferspei wZ Entladepumpe Heizwasser−Pufferspei
siehe Seite23 cher (Sekundärpumpe Wärmetau cher (Primärpumpe Wärmetauscher)
N Vitosolic200 scher) an R2 (bauseits) an R6 (bauseits)
9 Frostschutzwächter wU Thermostatisches Mischventil zum
qP Temperatursensor Wärmetauscher an Verkalkungsschutz (siehe Seite19)
S3
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22 Große Solaranlagen
3.2Hinweise zur Regelung der Solaranlage

Verdrahtungsschema
R7−M
R7−A

R6−A

R5−A
R7−R

R6−R

R5−R
R4
R3
R2
R1
L N
N

PE

N
PE
M

qQ wZ wE 7
5811314

Große Solaranlagen 23
3.3Hinweise zur Inbetriebnahme

3.3 Hinweise zur Inbetriebnahme


H Die Anlage ausreichend spülen und auf H Regelungsparameter entsprechend der
Undichtigkeiten prüfen. Planung einstellen und die Sensorwerte
H Position der Sensoren prüfen. auf Plausibilität prüfen.
H Funktion aller Anlagenkomponenten H Alle Pumpen und Strangregulierventile
und Sicherheitseinrichtungen prüfen. auf den geplanten Durchsatz einstellen.
H Vordruck des Membran−Ausdehnungs
gefäßes prüfen; den Anlagendruck auf
1,5bar + 0,1 bar/m·statische Höhe in
m. einstellen (kalt befüllt).
Der Vordruck des Membran−Ausdeh
nungsgefäßes muss 0,3 bis 0,5 bar nie
driger sein als der Anlagebefülldruck.

Zusätzlich bei der Inbetriebnahme einer größeren Solaranlage folgende Hinweise beachten:

H Zur vollständigen Entlüftung den Pri H Das Regelverhalten der Anlage beim
märkreis nach der Befüllung mindes Entladen des Pufferspeichers auf den
tens 48 h im Zwangsumlauf betreiben. Ladespeicher muss im Betrieb beobach
Anschließend auf Automatik− Betrieb tet und ggf. korrigiert werden, da dies
umstellen. Dabei beachten, dass das wesentlich die ordnungsgemäße Funk
Wärmeträgermedium (Wasser−Glykol− tion und damit den Ertrag der Solaran
Gemisch) deutlich länger für die Entlüf lage beeinflusst. Die geplante Tempera

Gedruckt auf umweltfreundlichem,


tung braucht als Wasser. turdifferenz von 5 K einhalten.
H Vor Aufnahme des Automatik−Betriebs Wir empfehlen, über einen Zeitraum
den Druck der Anlage prüfen und even von mindestens zwei Tagen die Tempe

chlorfrei gebleichtem Papier


tuell Medium nachfüllen (Druckverlust ratur des Rücklaufs des Wärmeträger
durch Entgasung). mediums zum Pufferspeicher in mög
H Im Kollektorfeld die Durchströmung lichst kurzen Abständen (< 5 min) zu
aller Teilfelder prüfen( nur sinnvoll bei messen. Zeigt der Temperaturverlauf
Betrieb der Anlage). Hierzu an allen Kol signifikante Abweichungen nach oben
lektorgruppen jeweils die Kollektorrück (> 20º), muss die Anlage nachgeregelt
lauf− und Kollektorvorlauftemperatur werden. Vereinzelte Spitzen können
mit einem geeigneten Thermometer toleriert werden.
messen und die Temperaturdifferenz H Nach etwa 4 Wochen die Anlage erneut
ermitteln. Abweichungen von 10% kön überprüfen und die Ergebnisse doku
nen toleriert werden. Steigen Vor− und mentieren.
Rücklauftemperatur während dieser
Kontrollmessung merklich an, die Ein
messung einzelner Felder wiederholen,
da das Gesamttemperaturniveau einen
starken Einfluss auf die Viskosität des
Mediums und auf den Wirkungsgrad
der Kollektoren hat. Nur Temperatur
paare auf vergleichbarem Niveau bieten
aussagekräftige Ergebnisse. Ergebnisse
dokumentieren.

Wir empfehlen, diese Überprüfung in die Ausschreibung und den Werkvertrag zu integrieren.

Technische Änderungen vorbehalten.

Viessmann Werke GmbH & Co KG


D35107 Allendorf
5811314

Telefon: (0 64 52) 700


 

Telefax: (0 64 52) 7027 80


  

www.viessmann.de

24 Große Solaranlagen