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Definition Medienwissenschaft:

Medienwissenschaft untersucht
Die Medien Fernsehen, Film und Hörfunk neuen Medien
(partiell auch Buch/Presse) daraus synthetisiert

Hinsichtlich - Produktions-, Produkt-, Rezeptionsästhetik


- ihrer Dramaturgien
- ihrer Darstellungsformen
- ihrer Programme
- ihrer strukturellen und organisatorischen Ausprägungen
- ihrer Produktions- und Wirkungsbedingungen
- ihrer historischen Genese
- teilweise auch ihrer ökonomischen, technischen, rechtlichen
Grundlagen und Ausprägungen

Medienwissenschaft bedient sich folgender Methoden:


- interpretierend(hermeneutisch) als auch messend
- quantitativ und qualitativ
- ist immer historisch-quellenkritisch orientiert

MW: - orientiert auf Feld der medialen Kultur(re-)produktion


- grenzt sich von journalistisch-aktuellen Gegenstandsbreichen ab

Gegenstand: - Produktions-, Produkt-, Rezeptions-, Wirkungs-


Ästhetik und Geschichte

MW geht es in Forschung, Analyse und Lehre um:


- technische und soziale Determiniertheit/ Bestimmtheit der Medien
- ihre ästhetischen Formen und Gestaltungen
- ihre Kulturgeschichtlichen Entstehungsursachen
- die Formen ihrer individuellen und gesellschaftlichen Nutzung und Wirkung
- ihre politischen, rechtlichen, ökonomischen und pädagogischen Rahmenaspekte
- ihre Vernetzung in regionalen, nationalen und globalen Mediensystemen

KW geht es in Forschung, Analyse und Lehre um:


- öffentliche Kommunikation und die sie prägenden Kommunikationsprozesse
bezogen auf Struktur und Organisation der Massenmedien
verschiedenen Typen von Kommunikatoren
Bedingungen der kommunikatorischen Aussagengestaltung
Nutzungs- und Rezeptionsmuster
 sowie Wirkung der Medien
- Methoden: vor allem Inhaltsanalyse, Befragung, Experiment

Aufgabe der Medien: die klassische Triade


Information:
- Rezipient wird über politisches Geschehen in Nahwelt auf nationaler und
internationaler Ebene über Institutionen unterrichtet um sich ein Bild über
Vorgänge im Staat und der Gesellschaft machen und sich an ihnen beteiligen zu
Können
- steht für die Aufgabe der MM in Dtl.
 Tatsachen zu vermitteln (INFORMATIONSFKT.)
 in der Gesellschaft existierende Meinungen zu formulieren
(ARTIKULATIONSFKT.)
 Kritik und Kontrolle gegenüber gesellschaftlich relevanten
Entscheidungen und Entscheidungsträgern auszuüben (KRITIK- und
KONTROLLFKT.)
Bildung:
- Rezipient erhält Kontextwissen, das ihn befähigt, die durch Infos gewonnen
Kenntnisse/ Meinungen und durch unterhaltende Programmangebote erlangten
Eindrücke/Erfahrungen einzuordnen zu werten und dadurch mittel- und
längerfristig an Gestaltung des öffentlichen Lebens mitzuwirken
Unterhaltung:
- Rezipient erhält Programmangebote, die in Inhalt und Form der Zerstreuung,
Entspannung und Rekreation dienen
Klassische Triade heute ergänzt durch:
Beratung(Service/Lebenshilfe):
- Rezipient erhält Infos, die für seine unmittelbare tagesaktuelle Lebensplanung
von Bedeutung sind (Wetterbericht, Verkehrsmeldungen,
Veranstaltungsinfos..), aber auch Wort zum Tag(Kirchensendung),
Gewinnspiele..

Qualitätsprogramme
- basieren auf der Formel des BVerfG:
- Rundfunk sei Medium und Faktor, habe die Vorgänge in der Gesellschaft „in
möglichster Breite”, „ausgewogen” und in „gleichgewichtiger Vielfalt” darzustellen;
- zielt auf kompetente, gleichberechtigte Teilnahme am Zeitgespräch der Gesellschaft;
- ist gekennzeichnet durch: Vielfalt, Relevanz, Akzeptanz, Professionalität und
Rechtmäßigkeit (nach Schatz/Schulz 1992).
 Strukturelle Vielfalt
* des Programms: Stundenuhr, Tages- und Wochenprogrammstruktur
* Bandbreite medialer Darstellungsformen: Nachricht, Bericht, Reportage...
 Inhaltliche Vielfalt
* Zahl der Themen und thematische Bandbreite, d.h. Themen aus den Ressorts
Politik Wirtschaft Soziales, Kultur, Nachrichten, Sport, Lokales
 Informations- und Meinungsvielfalt
* Programm ist insgesamt politisch und kulturell ausgewogen, d.h. alle
gesellschaftlich relevanten Gruppen haben die Chance im Programm
vorzukommen
 Tiefe der journalistischen Aufarbeitung
* besteht aus: einfacher Mitteilung- wer, wann, wo, was
vertiefter Mitteilung- wie
komplexer Mitteilung- zusätzlich warum
 Aktualität
* Tagesaktuell(heut Abend, gestern), Wochenaktuell, Latent/mittelfristig aktuell
 Moderationen
* sind vorbereitet, thematisch an vorhergehende/nachfolgende Beiträge
Programmelemente gebunden; transportieren Fakten und journalistisch fassbare
Stoffe
* Ansprechhaltung ist Zielgruppengerecht/-adäquat oder distanziert
Gesellschaftlicher Kontext: Mikro-, Meso-, Makroebene
- Mikroebene: das Individuum in der Medienproduktion und –rezeption
- Mesoebene: die Institutionen
- Makroebene: das (Gesellschafts-) System
 Verbindung der Ebenen
- Fernsehrezeption: singulärer individueller Rezeptionsprozess(Mikroebene)
- Gegenstand dieses Rezeptionsprozesses: das Programm, dieses wird von
Institutionen hergestellt und verbreitet(Mesoebene)
- Institution ihrerseits = Element des jeweiligen politischen Prozess(MakroE)
- Programm gleichzeitig Sozialisationsfaktor Verbindung zw. Individualebene
und dem System(Gesellschaft)
 Medienrezeption und Medienproduktion stehen also über das Medien-
und Gesellschaftssystem in einem Rückkopplungsprozess

Rahmenbedingungen: Informationszeitalter
- Ausgangsthese: Wir befinden uns in der vierten Welle der Informatisierung. Spezifisch
hierfür ist die Durchdringung des nächsten und weitesten Lebensraums
durch Medien: das Spannungsverhältnis zwischen Lokalität und Globalität.
- Veränderungen: ° der Medienökonomie
° der Medienstrukturen
° der kommunikativen Eigenschaften der Medien
° ihrer Inhalte und Formen
° ihres Gebrauchs
Kontext Gesellschaft
- Wertewandel
 Privatisierung des Öffentlichen, Veröffentlichung des Privaten, Individualisierung,
Kommerzialisierung
- Technologischer Wandel
 der Produktion, der Verbreitung, der Re-Produktion
- Internationalisierung vs. Regionalisierung
und Globalisierung d. Kommunikation Bedürfnis nach regionaler Identität und
Orientierung in der Vielfalt
Strukturwandel der Öffentlichkeit
- mehr Öffentlichkeit und mehrere Öffentlichkeiten
Öffentlichkeit als Paradoxon aus zunehmender Sichtbarkeit und gleichzeitiger Isolation
Massenkommunikation
- traditionell: One-to-many , Einwegkommunikation, kaum Rückkopplung möglich
- heute: Zusammenspiel von One-to-many, Many-to-many, One-to-one Kommunikation
 Konvergenz der Kommunikationsformen, der Hard- und Software: Personalisierung/
Individualisierung der Kommunikation
 vom Broadcasting zum Personal Casting

Digitale Innovationen beziehen sich auf:


- die Produktion: Ablösung analoger durch digitale Technik
- das Software-Produkt
- das Hardware-Produkt
- die Übertragung
- die Rezeption: Interaktivität, Individuelle Nutzungsformen, -zeiten
Programm bisher:
- kontinuierliche, in abgegrenzten, weitgehend wiederkehrenden Strukturen von Sender
einem massenhaften, dispersen Publikum synchron angebotene, von professionellen
Kommunikatoren gestaltete Abfolge akustisch-visueller Informationen, die über
terrestrische Sender, per Kabel oder über Satellit vermittelt wird.
Programm wird künftig auch:
- ein diskontinuierliches, asynchrones Angebot sein mit der Mglk. der p2p und On-Demand-
Kommunikation
- von professionellen und professionalisierten Amateur-Kommunikatoren gestaltet sein
- akustische, Text-, (Bewegte) Bild- und Dateninformationen enthalten
- auch über Telekommunikations-, IP-Netzwerke und das Internet zu empfangen sein

Medienbegriffe
- alltäglicher Medienbegriff anders als wissenschaftlicher Begriff
- Alltag: (Neues) Medium Internet, (Neues) Medium Podcasting...
- Wissenschaft: breiter angelegt, historisch, gegenwärtige und künftige Formen der
Kommunikation mit integriert
 Sinn des wissenschaftlichen Medienbegriffs:
- Beschreibung und Untersuchung der sozialen und technischen Organisation der
Kommunikation und ihrer Prozesse
- Einordnung, Analyse, Kritik einzelner Medien(-angebote) in den Gesamtkontext der
medialen Organisation der Gesellschaft
- frühere Medienbegriffe und –theorien:
- Einzelmedientheorien für jedes einzelne Medium
(Bsp.: Radio- Bertolt Brecht - Der RF als Kommunikationsapparat)
- Theorien der Massenkommunikation
(Bsp.: Kritische Theorie der Frankfurter Schule, Adorno, Horkheimer )
- spätere Medienbegriffe und -theorien
- Luhmann, Maletzke, triadisches Zeichenmodell nach Morris etc.

• Definition Medien nach Posner


- Biologischer Medienbegriff: bezieht sich auf Sinnesmodalitäten
(visuell, auditive, taktile Medien)
- Physikalischer Medienbegriff: bezieht sich auf physische Kontaktmaterie
(optische, akustische Medien)
- technologischer Medienbegriff: bezieht sich auf die technischen Apparaturen
(Print, Bildschirm)
- soziologischer Medienbegriff: Institutionen zur Organisation von
Zeichenvermittlungsprozessen (Presseverlage, Kulturbetriebe...)
• Definition Medien nach Harry Pross
- Primäre Medien: menschlicher Elementarkontakt ohne technische Geräte zwischen
Sender und Empfänger; Sprache und Nonverbale Ausdrucksmittel(Mimik, Gestik,
Bewegung der Extremitäten, Körperhaltung)
- Sekundäre Medien: erfordern auf der Produktionsseite ein technisches
Gerät(Rauchzeichen, Flaggensignale, Brief, Flugblatt, Plakat, Buch, Zeitung)
- Tertiäre Medien: Technik bei Sender und Empfänger nötig(Telefon, Funkanlagen,
Hörfunk, Fernsehen, Film, PC)
• andere Einteilung
- kultureller Medienbegriff: Gattung, Textsorte, Dialogsorte(Kommentar, Kritik,
Spielfilm, Talk, Show, Musik)
- systemischer Medienbegriff: bezieht sich auf den Code und damit auf die Regeln der
Zuordnung von Botschaften und Zeichenträgern(sprachlich, bildlich, musikalisch..)
- struktureller Medienbegriff: bezieht sich auf den semiotischen Modus der
Zeichenvermittlung (ikonische, indexikalische, symbolische Zeichen)

• Niklas Luhmanns Begriff von Massenmedien


- Massenmedien umfassen alle Einrichtungen der Gesellschaft die sich zur
Verbreitung von Komm. technischer Vervielfältigungsmittel bedienen
- Unterscheidung personaler/interpersonaler Komm.:
- allg. Komm: Information (Sachverhalt)
- Mitteilung (Absicht)
- Verstehen (Annahme/Ablehnung der Komm.)
- Medienkommunikation
- als soziales System (wie Wirtschaft, Politik etc.)
- Abgrenzung von anderen soz. Systemen durch Autopoesie
(Selbstkonstitution des Systems) und spez. binäre Codes (Information
vs. Nicht-Information), jeweils in Form von Nachricht/Bericht,
Unterhaltung, Werbung
- MM wichtigste Quelle der gesellschaftlichen Selbst- &
Fremderfahrung
- Co-Evolution von Medien und Gesellschaft (Medienkultur)

• Emergenz (Aufkommen, Entstehen)


- Hintergrund:
o Massenmedien als aktiv handelnder und selbstorganisierter Teilbereich der
Gesellschaft
o Co-Evolution von Massenmedien und Gesellschaft
- Emergenz heißt: Entstehung gesellschaftlicher und in Wechselwirkung
massenmedialer Strukturen
o Emergenz von unterhaltender Komm.
o Emergenz (ver-)öffentlich(-t-)er Meinung
o Emergenz von p2p-Komm. Und deren Rückwirkung auf die MM

• Triadisches Zeichensystem nach C.W. Morris


• Feldschema der Massenkommunikation nach Maletzke
• Erfahrungskegel nach Edgar Dale
- Fundamental: Direkte Erfahrungen
> direkte, zielgerichtete Erfahrungen, dann Erfahrungen durch Modelle,
Nachbildungen, schließlich gespielte, dramatisierte Erfahrungen
- Zweite Schicht: Ikonische Erfahrungen
> Vorführungen, Exkursionen, Ausstellungen, Bildungsfernsehn, Filme, Dias,
Radio
- Spitze des Kegels: Symbolische Erfahrungen
> visuelle/ verbale Symbole
• Das Dispositiv
- Struktur der Anordnung des technischen Mediums und des Medien-Nutzers in Raum
und Zeit(strukturelle Anordnung), die die Wahrnehmungsstruktur beeinflusst
- Apparatus-Theorie:
- weist Gerät eine durch Habitualisierung erworbene eigenständige Rolle bei der
Beeinflussung der medialen Wahrnehmung zu

Stars, Prominenz, Personalisierung

Stars: Kommunikator wird zum Idol


Starkult: Kommunikatoren werden von einer Menge von Fans total und unkritisch als Vor-
und Leitbild übernommen; hinzu kommen intensive Gefühlsbindungen und
Identifikationen (&Imitation)

• Stars
- Einst: archaische Mensch-Medien, Helden, charismatische Führer mit
außeralltäglichen Erscheinungen und Fähigkeiten --> Erzählung/Hörensagen zur
Steigerung des Ruhms
- Wandel: massenhafte Mediatisierung(Aufkommen v. Fotografie- Plakate..), Film,
croos-mediale und cross-soziale Verknüpfungen fördern Bekanntheit
- Ermöglichen Integration und bieten Projektionsflächen für Identifikation -> soziale
Ungleichheiten, Konflikte sind unbedeutend
- bieten moderne Leitbilder(nicht Vorbilder), ergänzt um persönliche Leitbilder
- Doppelfunktion der Medien:
- vermitteln Nähe zu den Stars
- zugleich tragen sie zu Starinflation bei → lassen Scheinwirklichkeit
entstehen und damit scheinbares Startum
• Prominenz
- von lat. prominere - herausragen (auf verschiedenen Feldern)
- Prominenz ist eine medial produzierte Zuschreibung
- nicht unbedingt mit Vorbildfunktion verbunden
- Elite ≠ Prominenz; Experte ≠ Prominenter
- Leistung besteht darin, Aufmerksamkeit zu bündeln
- v.a. Fernsehen erzeugt Prominenz(häufige Wiederkehr, Inszenierung)
- Prominenz ist relativ zu medialen Grundgesamtheiten(Lokalprominenz) und
sozialen Gruppen

VORLESUNG 2

Gattungen und Genres von Film und Fernsehen


• Filmische Gattungen
Fiktion: Spielfilm; Experimentalfilm; Animationsfilm; Dokumentarfilm (Doku,
Feature, Reportage, Essayfilm); Werbefilm, Werbespot; Industriefilm, PR-Film;
Lehrfilm, Unterrichtsfilm
• Filmische Genres
- nicht wiss. trennscharf, Genre-Einteilung ändert sich ständig
- erste Gruppe von ähnlichen Filmen konstituiert ein Genre
- Abgrenzungen beziehen sich auf unterschiedl. Ebenen: Narration/Handlung, Plot, Art
der Präsentation, thematische, bildliche Motive....
- Funktion: Kategorisierung
- Genre-Regeln(Konventionen) geben bestimmte Wiedererkennungswerte, Steuerung
und Befriedigung der Erwartungen
- Genre-Regeln sind Konstruktionen zur Einordnung und Beschreibung eines Films
- ihre Bildung unterliegt ästhetischen, ökonomischen und psychologischen Interessen
und ist teilweise kulturgebunden
- Genre ist abhängig von seinen Regeln/Konventionen
- Beispiele für Genre-Konventionen/Regeln
• Krimi/Detektivfilm: Untersuchung, Ermittler vs. Verdächtiger/Täter
• Heimatfilm: Drama in heiler Natur vs. Technisierte Großstädte, Moderne vs.
Tradition
• Horrorfilm: unfassbare Bedrohung in Normalität des Alltags, Infragestellen des
Alltags, der Ordnungsmacht v. Institutionen, Defizite d. Gesellschaft werden
aufgezeigt

Genres der Gattung Dokumentarfilm


- Filmdokument
• historische Ereignisse, bzw. welche mit historischer Dimension,
naturwissenschaftliche und wissenschatfs-kinomatographische
Aufzeichnungen bekommen Begriff - Dokument
• können bewusst zum Zweck des Dokumentierens angefertigt worden sein aber
auch ohne diese Intention  Ereignis wird erst im Laufe der Zeit bedeutend
und die Aufzeichnung dessen zum Dokument
• Filmische Dokumente haben oft Qualität einer historischen Quelle
- Dokumentation, dokumentarische Kompilation
• hält Ablauf von Ereignissen meist in chronologischer Reihenfolge fest
• ohne Wertung
• meist im Kontext einer didaktischen und/oder diskursiven Aufarbeitung
• Elemente der Dokumentation: filmische und andere visuelle/akustische
Dokumente, als Graphiken aufbreitete Fakten/Daten, Erinnerungen/Aussagen
von Zeitzeugen/-genossen
• Auch Verwendung von Teilen anderer Dokumentationen zeugen sich
gegenseitig fort, filmischer Dialog durch Raum, Zeit und Ideologie
- Feature
• verwendet alle dokumentarischen und journalistischen Grundformen um
Sachverhalte umfassend und mediengerecht darzustellen
• am breitesten angelegt  polymorph
• typisch fürs Feature: allwissender, berichtender, erklärender OFF-Kommentar
• deduktiv angelegt: Einzelheiten tragen als Belege zu einem großen
Zusammenhang bei  ständiger Wechsel zwischen Anschauung und
Abstraktion, Schilderung und Schlussfolgerung
- Reportage
• Augenzeugen-, Erlebnis-/Erfahrungsbericht
• Induktiv angelegt  von Erfahrung des Einzelnen wird auf allgemeinen
Zusammenhang geschlossen
• Autor gibt sich in-/direkt als wertende Erzählinstanz zu erkennen
- Essayfilm/Filmessay
• poetische Form, zwischen dokumentarischer und fiktionaler Form
• große Bandbreite medialer Darstellungsformen möglich
• typisch: starke, gestaltete akustische/visuelle Komponenten
• zentrale Figur des Autors als Erzähler durch performative Mittel deutlich

 Kein Ende des Genrefilms möglich trotz Genreaufbruchs und Überspitzungen etc.:
- Genres entwickeln sich weiter
- Gibt lange Genreerfahrungen
- Bedürfnis nach Einordnung bei Produzenten und Rezipienten
Mediengeschichte des frühen Films
- Fakten
 1840 photographische Papierpositivbilder
 1856 Farbphotographie
 1887 Aufnahme und Wiedergabe von Phasenbildern in schneller Abfolge
 1889 Filmkamera – Kinetoscope (Edison)
- Cinematographe
bringt gegenüber dem Schnellseher und dem Kinetoscope den Durchbruch für die
Bewegtbild-Darstellung(gemessen an Zuschauerzahlen und Einnahmen)
- Früher Film, frühes Kino
1895-1906/07 – Kino der Attraktionen: exhibitionistischer Film, Schauwert durch
Neuigkeit, Exotik, Gag
Fiktion: theatralische Guckkasten-Ästhetik
auf schnelle, äußere Wirkung auf den Zuschauer bedacht
Ästhetik der Ansicht Beschreibung statt Narration
Seit ca. 1907 – Erzählkino
- Entwicklung der Kinematographie
- These: von 1895-1907 technologischer Umbruch, aber noch kein neues Medium Film
- Entwicklung der Montage: zunächst keine, dann mechanischer Zusammenschnitt
einzelner Bilder, ab 1903 langsam narrative Montage
- Frühes Kino: Zweidimensionales Varieté
- erst ab Entstehung ortsfester Filmtheater(1910) und langer narrativer Spielfilme
(1911-16) kann man von neuem Medium FILM sprechen

- Die Moderne und der Film


 Wurzeln des Kinos waren: sozial-, technik-, geistesgeschichtlicher Art
 Voraussetzung: Mechanisierung, Automatisierung
 Film/Kino ist bedingt durch und begleitet grundlegende soziale Veränderungen –
 Filme nach 1.WK.: Schnittstelle zwischen modernem Erkenntnisdrang und moderner
Massenkultur
 Film etabliert sich als Wirtschaftsgut und als neue Spielart von Kunst
 Entstehen von Kulturfilm als Genre
 USA: grenzenlos privatkapitalistische Freiheit, Film als Ware
 UdSSR: strikte staatliche Kontrolle
 Gründung UFA 1917: Staat – Förderung des Filmschaffens als genuine Aufgabe,
unternimmt Anstrengungen, das neue Medium in den gesellschaftlichen Prozess zu
integrieren; Offenheit für Film aus anderen Ländern – geistige Verständigung der
Kulturnationen, aber auch Propaganda durch Film und Zensur
 1920: Reichslichtspielgesetz – Zensur die obrigkeits-staatlich ausgerichtet ist
Vorlesung 3
Film und ästhetische Formen

Ästhetische Form
- Ästhetische Form und Struktur geben dem Inhalt eine Fassung, machen ihn erst
kommunizierbar, verständlich
- Wahrnehmung, Aufmerksamkeit werden dadurch angeregt, gesteuert, gelenkt,
aufrechterhalten
- ist eine Art Vermittlungsinstanz, 2tes Medium, das jeweils dem technischen Medium
adäquat sein muss
- jede Kunst hat eigene spez. Ausdrucksformen, die nur bedingt mit Formen anderer
Künste - austauschbar sind
- von diesen adaptiert
- oder imitiert werden können
- Film: von der Theatralik der Guckkastenbühne, zur Filmmontage, zum Umgang mit
Zeit und Raum

Lessing – Lakoon oder über die Grenzen der Poesie und Malerei (bei Bedarf nachlesen)

Spezifika filmischer Formen

- Filmische Form hat bestimmte Konstanzen, Variablen, die sich weiterentwickeln


 Linearität des Films (anders als Theater): Zeitgleiches kann nur nacheinander
dargestellt werden (Cross Cutting, Parallelmontage)
 Entwicklung der Film-/Kopiertechnik (Mitte 30er Jahre): Schiebeblenden, Bild-
Teilung/Split Screen für parallele Handlungen
 Heute (Software-Montage): Mehrfach-Split-Screen, um zeitgleiche Handlungen
abzubilden. (Auch ein Bsp. für die Veränderung der Wahrnehmung und des
Kontrakts zwischen Autor und Publikum.

- ist meist sehr genau geplant, antizipiert Wirkungen  Wirkungsästhetik


 Ästhetische Form beinhaltet narrative (dramaturgische: Aufbau) und stilistische
Elemente (z.B. Kamerabewegungen, Montage, Ton, Musik etc.).
 Narratives und stilistisches System der ästhetischen Film-Form ergänzen
einander (meist), um den Inhalt zu vermitteln.
 Ästhetische Form erweckt (und befriedigt oder frustriert) Erwartungen des
Zuschauers. Z.B.: Genre-Erwartungen; Ablauf der Narration; Suspense, Rettung
in letzter Sekunde; Happy/Unhappy End.
 Spiel mit Erwartungen und Neugier der Zuschauer, mit filmischen
Konventionen: Psychologie, Emotion; Regisseur, Autor: „directing the
audience“, „Mechaniker der Seele“

- Bedeutung: permanente Versuche des Zuschauers, Bedeutung zu finden und zu


interpretieren
 verschiedene Ebenen der Abstraktion nach Bordwell/Thompson
• referentielle Bedeutung: konkreter bezug zu nachvollziehbaren Dingen und
Handlungen/Elementen des Films
• Explizite Bedeutung: Erkennbare Bedeutung des Films als Ganzem
1. Ebene der Interpretation
• Implizite Bedeutung: Interpretation des Sinn
2. Ebene der Interpretation
• Symptomatische Bedeutung: Sinn über den konkreten Film hinaus
3. Ebene der Interpretation
 Bedeutung, Interpretation und Sinn eines Films sind nie konstant, hängen vom
Zeitkontext der Rezeption ab

- ästhetische Gestaltungsprinzipien
- Motiv ( jedes signifikant wiederholte Element im Film)
- Motivation der Handelnden
- Ähnlichkeit (Parallelismus) und Wiederholung
- Differenz
- Variation
- Entwicklung

- Evaluation/ Analyse des Films


- Kriterien: Realismus, Moral, Ethik, Originalität, Kohärenz, Komplexität
- viele Elemente des formalen Systems lassen sich objektivieren, erfassen,
protokollieren
- wichtiges Mittel Filmprotokoll, Segmentierung

Höhlengleichnis – in Verbindung zum Film (bei Bedarf ansehen ;-) )

Gliederung der Filmtheorie – Geschichte nach Peter Wuss


- Frühgeschichte des filmtheoretischen Denkens (1895-1920)
- Kunsttheorie des Stummfilms (1921-1930)
- Beginn der Tonfilmära (1931-1945)
Systematische Darstellung des Films als Kunst und seine Einbeziehung in
umfassendere gesellschaftliche Zusammenhänge
- Differenzierung und Abschluss der klassischen Filmästhetik (1946-1965)
Vor dem Hintergrund einer aufkommenden Massenkommunikationsforschung
- Filmtheorie der Gegenwart (1966-1988)
Über Methodenpluralismus zur Systemforschung; Filmsemiotik und Zeichentheorie

Walter Benjamin – Das Kunstwerk im Zeitalter seiner techn. Reproduzierbarkeit (1936)


- Beschreibt das Ende der alten auratischen Kunst und den Film als Alternative
zwischen Ästhetisierung von Politik (NS) und Fundierung der Kunst auf Politik
(Kommunismus).
- Kunstwerke waren immer reproduzierbar: Guß, Prägung, Druck, Litho, Photogr.
- technische Reproduzierbarkeit ist etwas völlig Neues, Kunstwerk wird aus seinem
„Hier und Jetzt“ befreit  Echtheit: Altes ist nicht reproduzierbar, Aura:
Einzigartigkeit des Kunstwerks
- Kunstwerke sind fundiert im Kult und im Ritual, eingebettet in Traditionen; Rezeption
des KW geschieht auf 2 Weise:
- als Kultwert: wichtiger, daß KW vorhanden ist, als daß es gesehen wird
- als Ausstellungswert: erwächst aus dem Ritual-Zusammenhang
- Durch techn. Reproduzierbarkeit erlischt die Autonomie der Kunst/des Kunstwerks
für immer, Film-Kunst erschafft neuen Kult: Schauspieler verliert Aura; wird durch
Star-Kult ersetzt
- Demokratisierung durch Reproduzierbarkeit u.a.: Jeder kann Filmschauspieler werden,
jeder kann das film. Kunstwerk überall wahrnehmen. Reprod. verändert Verhältnis der
Masse zur Kunst, Künstler. u. wiss. Verwertung des Films
- Die Quantität der Verbreitung schlägt in eine (neue) Qualität um
- Im Film: Wirklichkeit zweiten Grades

Absoluter Film, Filmische Avantgarde, Film im „Dritten Reich“


Teil 4

− Der Absolute Film (in Frankreich Cinéma Pur):

− Ideal-/Extremfall des syn-ästhetischen Zusammenspiels von Bild und


Musik und Malerei
− völlige Konzentration auf den Film als eigenständige Kunst, ohne
Beziehung zur Realität
− Wechselwirkung kosmischer und spitirueller Art soll für weltweites
Verstehen beim Rezipient sorgen
− Kennzeichnend sind viele Wiederholungen und die frühe Benutzung von
Farbe
− Wichtiger Vertreter: Walter Ruttmann (ab 1922)

− Filmprogramm seit Mitte der 20er Jahre bestand aus Werbung, Kurzen
Kulturfilmen, Wochenshau und Spielfilm

− Filme im „Dritten Reich“:

− 40-50% ausländische Spielfilme (Verbot ab 1939)


− 15% Propagandafilme (1942 25%)
− von 1933 bis 1942 Abnahme von Komödien, nach Kriegswende starke
Zunahme, ebenso von Melodramen
− Durchhaltefilme und Ablenkungsfilme
− bei Kulturfilmen
− oft verwischte Grenzen zu Werbung
− Nur sehr wenige Regisseure emigrierten, die meisten
arrangiertens ich mit dem System
− Zugeständnisse an offizielle Filmpolitik, Übernahme von NS-
Phrasen (Leni Riefenstahl)
− Avantgarde setzte Arbeit fort, von Propagandaministerium und
Filmkritik weitgehend gefördert
− Tradition des Kulturfilms der 20er Jahre reichte bis in die 50er
und 60er Jahre hinein
− bei Spielfilmen
− Große Emigrationswellen 1933 und 1938/39
− NS- Film
− Ziel: Ondoktrination und Rekreation. Kunst.
− Ökonomie: Beginn staatlicher Filmförderung, Verstaatlichung der
gesamten Filmindustrie 1942
− ab 1936 nur noch Filmbetrachtungen, keine Kritiken mehr
− Thesen: Jeder Unterhaltungsfilm im „Dritten Reich“ vertrat immer auf
irgendeine Weise die Nazi-Ideologie“
− Antithese: Nicht jeder im NS gedrehte Film ist automatisch ein
Nazifilm. Es gab faschistische Filme und es gab Filme im Faschismus.
− Im Ausland Filme wie „The Great Dictator“ von Charles Chaplin 1940

− Stil- und Genreentwicklung:

− Film Noir ( Black Series) : Genre des Gangsterfilms, Rolle der Frau
wurden fragwürdig (Femme Fatale)
− Italienischer Neo- Realismus: Grundlegender erneuerungsanspruch,
Humanismus (Roberto Rosselinis „Germana Anno Zero“)

Filme in der frühen Nachkriegszeit


Teil 5

− Stunde Null:
− Existiert nicht, da es immer Kontinuitäten gibt
− Die Filmemacher und auch das Publikum müssen sich zu einem neuen
System entwickeln, daher:
− Überläuferfilme:
− Filme, die noch innerhalb des altesn Systems
entstanden, aber erst im neuen System (oder in
der Übergangsphase) uraufgeführt werden
− Sind wichtig und interessant wegen der Endzeit-
stimmung, die sie konservieren
− Weiterarbeit: von Künstlern, Technikern und Verantwortlichen
des Films im dritten Reich
− Übergänge:
− ökonomisch:
− Zerstörung der großen studios unter dem Dach der Ufi-Holding
− Privatisierung und Neuaufbau z.B. der Bavaria-Filmkunst AG
− Alliierte regelten das gesamte Filmwesen neu durch Gesetze,
Verordnungen und Vorschriften, jeweils verschieden in den
Besatzungszonen
− Ostzone: DEFA-Lizenzierung und -Gründung 1946
− Westzonen: Lizenzpflicht bis 1949, Gründung ca 40 neuer
kleiner Studios

Filme aus Hollywood, SU, UK und Frankreich machten 90% der


Nachkriegsfilme aus
und dienten der Reeducation/ Umerziehung und Erschließung neuer
Absatzmärkte

− Vor allem ab Ende der Lizenzpflicht im Westen starke Zunahme


der Produktion bis Ende der 50er Jahre
− Neuaufbau der Kinos bis Mitter der 50er Jahre
− Zeit der „Trümmerfilme“:
− Die Mörder sind unter uns (1946):Individuell
moralische Argumentation, nicht politisch, erster
Zensurfall nach dem Krieg
− Innere und äußere Trümmer, psychische
Traumatisierung
− Abwendung von jeglicher Ideologie
− Durch Bewältigung der inneren Trümmer entsteht
das neue
− unkreative Phase, Ausdruck eines geistigen Vakuums

− Direkte Reeducation durch Dokumentarfilme wie die US-Doku


„Todesmühlen“
− Filmproduktion:
− In Berlin und in der SBZ: Die meisten der im Ufi-Konzern
zusammengefassten ehemals selbstständigen
Filmproduktionsgesellschaften:
− UFA, Terra, Tobis wird zu Johannistal
− Kodak-Kopierwerke/Althoff-Ateliers wird zu
Babelsberg-Nowawes
− Kinosituation in der SBZ

− 1945 nur noch 300 von 1420 Kinos funktionstüchtig (Im Westen
4000)
− Illegale Transporte von Filmgeräten in die Westzonen
− Inhaltlich/ stilistisch

− Fortsetzung des UFA-Filmstils (bis Ende 50er) und des Kulturfilm-


Stils (bis Mitte 50er)
− Aber auch: Erschließen von Themen und Literatur, die im 3.
Reich verboten bzw. nicht zugänglich waren (Buddenbrooks)
− Reeducation, Aufarbeitung der Vergangenheit wird
überlagert/abgelöst vom neuen Ost-West-Gegensatz (kalter
Krieg): neue Gegner und Feindbilder (Anti-boschewismus, Anti-
Kapitalismus)
− Verbot von Filmen in der brit. Besatzungszone mit NS-Tendenz
− Alle anderen Filme erlaubt mit Schnittauflagen (NS Symbole,
direkter Bezug auf NS-Partei- und Staatshierarchie) oder ohne
Veränderung

− DEFA = Deutsche Film AG (Gründung 1946)

− deutsch.-russische Film-Aktiengesellschaft
− bestehend aus Kommunisten, die aus dem Widerstand kamen
− Antifaschistische Linie. Bruch mit der Vergangenheit, Reflexion der NS-
Verbrechen
− Phasen:
− 1946-1949:
− progressiv-humanistische Stoffe
− Kreative Arbeit auf breiter sozial-bürgerlicher
Plattform
− Fast grenzenloses ausprobieren
− Ab 1949:
− unmittelbare Gegenwart, Förderung des
sozialistischen Wandlungsprozesses
− Störfaktoren aus westdeutschland
− Ab 1952
− Sozialistischer Realismus: Übertypisierung, Schwarz-
weiß-Malerei, pos./neg. Helden, West-Klischees
− starke Parteilichkeit, keine Differenzierung, nicht
bürgerlich/realistisch
− Bis zum Mauerbau 1961 auch künstlerischer
Austausch mit Filmschaffenden aus Westdeutschland
− Exkurs: Wolfgang Staudte „Der Untertan“ (DDR 1951) wegen
„Wiederbewaffnung“ und völliger Perspektivlosigkeit in Ost und
Westdeutschland verboten
− Fazit:
− Bis 1949 eine filmkünstlerische Einheit
− Westdeutschland: Filme setzen....
− individuelles Versagen, Verdrängung, Vergessen
durch unpolitische und Heimatfilme gegen die Zeit
des 3.Reichs
− Ostdeutschland:
− Klare Trennungslinie zur Zeit vor 1945
− neues, positives gegen das komplett negative
System zuvor
− Aubau einer neuen, besseren Gesellschaft
− Film als Transmissionsmittel und didaktisches Mittel
auf dem Weg dahin

Die „alten neuen Medien“/ Radio


Die ersten 20 Jahre und: Künstlerische radiophone Formen
Teil 6
- Vorläufer des Radios: Telegraf, Telefon und Funk
− Zunächst Entwicklung von Sende- und Empfangsanlagen durch Industrie und
Militär
− Materielle Überwindung des Raums
− Hauptmotive nach dem Krieg:
− Absatzchancen für die Industrie; Ablenkung/Unterhaltung in schwerer
Zeit („Unterhaltungsrundfunk“)
− Rundfunk dann aufgebaut durch Reichspostministerium unter Hans Bredow:
− Einfluss des Staates durch Lizenzvergabe und
technisch/programmliche Kontrolle
− Früher Rundfunk ist gekennzeichnet von privatwirtschaftlicher
Fassade bei weitgehender staatlicher Kontrolle und Staatlichem
Einfluss
=> Erstaustrahlung am 29.Oktober 1923 aus dem Vox-Haus
− Rundfunkordnung erst 1926 etabliert und bereits 1932 durch von Papen
abgesetzt (Vorbereitung der Machtübernahme)
− Radioprogramm:
− Kein Vollprogramm, Primetime gegen 20h
− Vorträge, Kultur/Bildung, Unterhaltung (Musik, Hörspiele)

Medialer Neubeginn in Deutschland nach 1945: Fernsehen und


Hörfunk
Teil 6b
Politische Rundfunksysteme:

− Rundfunksysteme in Ost und West verschieden und entsprechend
der entstehenden politischen und ideologischen Systeme
− Rundfunk hatte zentrale Funktionen:
− Kommunikation (Fehlen anderer Medien)
− Einbindung der mensch in die jeweils neuen
politischen Systeme
− Rundfunk im Osten:
− Staatlich verfaßte Finanzierung: Staatshaushalt,
Rundfunkgebühr
− Aufgaben: Verbreitung der sozialen Lehren (Propagandist und
Parteiinstrument)
− agitatorische und politische Aufgaben: Transmissionsriemen
zwischen (Partei-) Politik und Bürgern
− Fernsehstart 21.12.1952 DFF
− Rundfunk im Westen:
− Dezentral, föderal organisiert: Rundfunk ist Ländersache
(Landesrundfunkgesetze, Staatsverträge
− Öffentlich-rechlich verfasst, also ncht in der Hand des Staates,
einer Partei oder Interessengruppe (Staatsfern)
− Kontrolle durch gewählte Rundfunkräte
− Noch vor Gürndung der BRD Gründung von Zonensendern
(z.B. Briten mit NWDR nach BBC-Modell)
− 25.12.1952 Gründung der ARD aus NWDR
− Ziel: Freie und öffentliche Meinungsbildung. Rundfunk als
demokratisches Medium
− Vergleich:
− Sowjets: Einfluß der SMDAD(sowjetische Militäradministation in
Deutschland) =>Entwicklung des Berliner Rundfunks
− Gruppe Ulbricht: sucht Widerstandskämpfer, „unbelastete Spezialisten“,
aber auch Spezialisten aus dem Kriegs- und Vorkriegsrundfunk
− Seit 1947 Wettlauf der unterschiedlichen Systeme
− Westen: Kapitalismus, liberale Demokratie, Sozialstaat auf
zivilgesellschaftlicher Basis
− Osten: Stalinistische Einpartein-Herrschaft, zentral verwaltete
Versorgungswirtschaft
− In beiden Blöcken: aktive Medienpolitik der Siegermächte, später der
deutschen Institutionen

− Radio-Feature
− Mit Hilfe der akustischen Montage fügt das Feature journalistische
Elemente (Interview, Statement, Reportage, atmosphörische Töne) und
andere funische ausdrucksmittel (Dialog, innere Monolog, Zitat,
Mitschrift, Kommentar-/Erzähltext, Musik) zu einem künstlerischen
Ganzen zusammengefassten
− Beim Feature überwiegt der dokumentarische Charakter
− Vertreter: Max Rehbein
− Hörspiel
− der fiktional, künstlerische Charakter überwiegt
− Induktiv: einzelne Personen, die wir näher kennenlernen, handeln verbal
und tragen in dramaturgischer verdichtung zu einem allgemeinen
Thema bei
− Vertreter: z.B. Dürrenmatt, Max Frisch
− Hörspiel nach 1945:
− Entwicklung zu eigener Kunstform des Radios
− Aneignung der bisher verbotenen Weltliteratur und des Experiments

Film seit/ in den 60er Jahren


(Teil 7)

Die 60er Jahre:


Nouvelle Vague: Frankreich, Polen, GB, CSSR
Junger Deutscher Film: Neuer (West-)Deutscher Film
Kahlschlag des Aufbruchs im Film: DDR

• Polit. Konflikte verschärfen sich (Mauerbau, 13.08.61)


• Generationswechsel v.Kriegs zur Nachkriegsgeneration
• Internat: polit.Aufbruch d. Studenten
• TV zum MM u. Konkurrenz zum Film

Gemeinsame Rahmenbedingungen d. Nouvelle Vague in EU.u.USA

• Dominanz Hollywoodfilms
• Nach 2.WK machten die alte Generation (außer Teilweise DTL.) d. Produzenten,
Regisseure, Kameramänner, Schauspieler, Ausstatter weiter
• Zunächst Dominant:
1. Fra: Kostümfilme, Komödien, Policiers
2. BRD: Heimatfilme (Antifaschismus, Wiederaufbau u. Heldentum,
Neorealismus, Psycholog. Realismus)
• Generationenablösung: zentrale Rolle d. Filmkritik v.a. in Fra. Aber auch West DTL
• Nach 2.WK. zunächst aufblühen der Filmindustrie (unterschiedl. Lang u. intensiv in
den einzelnen Ländern)
• Entstehung u. schnelle Verbreitung des Fernsehens
• Neue Filmtechnologien. Leichtere Kameras, Direktton, leichte Tonausrüstungen
• Internationalisierung
• Meister- Schüler- Verhältnis (Orientierung z. B von F.Truffaut an Jean Renoir/ A.
Kluge an Fritz Lang)
• Aufnahme u. Auseinandersetzung mit Neorealist. Film der 40er u. 50er
• Ökonom. u.künsterl. Stagnation d. nat. Filmindustrien u. Kritik eben daran
• Erste Absolventen v. Filmhochschulen zunächst aus Osteuropa u. Fra, ab Ende 60er
auch DTL
• Revival des Dokumentarfilms- neue Techniken
• Hohe Zuschauerzahlen in Fra. u. Italien- sonst eher spezieles Pub.u.nur mit Förderung
• Ab ca. 1958/59 Nouvelle Vague in Fra/ New Cinema in GB/ Direct Cinema in USA/
Junger Dt. Film ab 61 in BRD

Jean- Luc Godard: À Bout de Souffle ( Außer Atem) 1960 Fra.

Aufbau:
• 4 Tage chronolog. Abfolge
• Ohne Rückblenden vom Mittag des Ersten Tages bis zum Morgen des Vierten Tages
• Klass. Dramaturg. Aufbau trotz Montage
• (Inhalt bei Bedarf siehe Teil 7 Folie 22-24)
1. Exposition
2. Entw. Des Konflikts
3. Zuspitzung des Konflikts
4. Steigerung der Spannung/ Retardierendes Moment
5. Konfliktlösung/ Katastrophe
Junger/ Neuer dt. Film

Alexander Kluge, Edgar Reitz, Volker Schlöndorff, Ullrich und Peter Schamoni...

• Was der neue dt. Film wollte:


• Oberhausener Gruppe hatte dreifaches Programm (Oberhausener Manifeste 1962)
1. Nachwuchsbildung: Einrichtung v. Bildungsstätten, Filmakademien- theoret.
Zentrum für Film
2. Förderung von Erstlingsfilmen daraus entstand „Kuratorium junger dt. Film“
3. dauerhafte Förderung des Kurzfilms

Charakteristika:

• Bruch mit Hollywood- Erzählkonventionen: Montage, außerfilmische Wirklichkeit,


offene Formen, Laiendarsteller
• Authenzität statt Illusionskino
• Junge Themen, junge Hauptfiguren, unterschlagene Themen
• Eigenständigkeit des Zuschauers
• Filmförderung

11. Plenum des ZK der SED Dezember 1965: Kultureller Kahlschlag

Entscheidung zw. Fortschritt und Dogmatismus: Formalismus, Skeptizismus, verzerrtes Bild


des Sozialismus

Beispiele:
Kurt Maetzig: Das Kaninchen bin Ich(!)
Günter Stahnke: Der Frühling braucht Zeit
Frank Vogel: Denk bloß nicht, ich heule

Digitalisierung der Filmproduktion

• Elektronik statt Mechanik (Videoband, DVD bzw. Festplatte statt 35mm Film)
• In Post Prod.: Schnitt, Montage, Visual Effects
• Beschleunigung der Prod.

Schnitt/ Montage

• Schneller Zugriff aufs Material


• Änderung beliebig: Auswahl u. (Re) Kombi non linear
• Kionofilme: Schnitt des 35 mm Materials nch elek. Schnittfassung
• Nicht Resultat gespeichert sondern Liste der Schnitt Entscheidungen (Batch List)
• Prob: Hoher Materialverbrauch, Unübersichtlichkeit, hohe Schnittfrequenz

„Neue Medien“:
Digitalisierung, Interaktivität, Virtualität, Partizipation
(Teil 8)
Digitalisierung des Kinos: Übergangszeit/ Veränderunge

• Vom fotochem.-mechan. Zum voll- digitalen Zeitalter


• Veränderung :
der Programmierungs- u. Distributionsabläufe,
der Werbetrailer-Pakete,
der Berufs- Profile,
der Rolle des Kinos

Digitalisierung des Kinos: Systeme und Standards

• Digital Cinemas Initiative (DCI) legt Juli 2005 fest:


• Tech. Standards
• Sicherheitsstandards: z. B: Zertifizierung, digitale Rechte
• Mitglieder DCI: Disney, Fox, MGM, Paramount, Sony Pictures, Universal, Warner
Bros

Digitales Kino in Deutschland


----ein paar fakten-------
• 107 digitale Leinwände
• 11% der Kinos woollen zukünftig umrüsten
• In Dtl. Beteiligte Firmen/Institute:Frauenhofer. Institut, ARRI, Telekom/ T- Systems

Digitalisierung des Kinos: Verteilnetze

• T-Systems über ASTRA: Übertragen, Speichern, Verwalten d. Filme


• Synchrone Übertragung
• Server: „Vorführer“ stellt Werbung, Trailer u. Film am Rechner zusammen
• Kabelnetze
• Transport von festplatten

Digitalisierung des Kinos: DCDM

• DCDM0Digital Cinema Distrubution Master


• Ein Codestream nach dem JPEG-200-Standard

Digitalisierung des Kinos


Vorteile Probleme
Kein Verschleiß der Kopien Piraterie
Konstante Vorfühqualität Verlust des 35mm Looks
Billiger Vertrieb Hohe Anlaufkosten für kleine Kinobetreiber
Neue Arbeitsplätze: soft/Hardware Digitale Kameras heute noch nicht besser als
Entwickler u.- hersteller (Auflösung) als 35mm Kameras
Weniger Roh_Auflösung, aber potentiell Aus-/Weiterbildung für neue
bessere Bilder Arbeitsplatzprofile nötig
Was ist neu an den „Neuen Medien“
• Graphische darsetllungen, statische u. bewegte Bilder, Töne Formen..werden in mit
dem PC berechenbare Datensätze überführt
• Verknüpfung v. Digitalen Rechenoperationen, wachsende Speicher, drahtlose
Datenübermittlung
• PC als Produktionsmaschine und als Bediengerät
• Veränderung der Daten führt zur manipulation der analogen Repräsentationen

Einordnung des PC in den Kontext traditioneller Medien

Interfaces- Schnittstellen- Dispositive


(nach Lev Manovich)
1. Die gedruckte Welt
2. Film/Kino
3. HCI= Human- Computer Interface= Mensch Computer Schnittstelle

HCI:
• Art u. Weise wie Nutzer mit PC interagiert
• Allg. Zweckinstrument-um jede Art von daten zu bearbeiten, zu manipulieren
• Ist ein System aus Bedienelementen, mit Hilfe derer eine Maschine bedient
werden kann
• Wendet Sprachen an die z. B Datenbanken verstehn u. miteinander verbinden
• Am HCI finden die vermittlun, der übergang statt zw (Medien-) Kultur und
Computer (-Medien)-beeinflussen einander

Prinzipien der „Neuen Medien“

1. Nummerische Repräsentation: analoge Daten werden in diskrete(Mathemat,digitale)


Daten überführt (Sampling), diese machen die neuen Medien personalisiserbar
2. Modularität: Ein Teil hat die gleiche Struktur wie das Ganze, können verändert
werden passen immernoch ins Ganze, sind unabhängig voneinander
3. Automatisierung: menschl. Intentionalität teilweise automatisiert durch Software-
gesteuerte Prozesse ersetzt
4. Variabilität: Ein „Neue Medien“- Objekt kann nicht ein für allemal fixiert werden,
kann von einem Augenblick auf den anderen nicht mehr existieren
5. Transcodieren: trad. Logiken in PC-Logiken transcodiert und umgekehrt. PC-
Logiken dringen in gesamten Medien- Bereich ein

Eigenschaften des Internets

1. Virtualität
2. Räumlichkeit
3. Entwurzelung
4. Körperlosigkeit

Politische Partizipation via Internet

• Demokrat. Potentiale des Internet und deren Grenzen


• Politiker im Netz- Elek. Demokratie?
• Politische Partizipation und elek. Ziviler Ungehorsam
Was ist polit. Partizipation?
• Partizipation: Teilhabe Hier: am polit. Entscheidungsprozess
• Formen: Wahlen, Streik, Bürgerinitiative

Demokratische Potentiale

• Per se demokrat. Charakter des Internets


1. elek. Demokratie: verstärkte Teilnahme der Öff. am demokrat. Prozess/ direkte
Kom. Zw. Bürger u. Regierung
2. Virtuellesn Regieren: Kom. Zw Bürgern/ Entstehen engagierter
Bürgergemeinschaften/ Prob.lös. vor allem auf lokaler Ebene
• Interaktivität: Bürger= Sender und Empfänger/ Kontrolle und Druck/Abbau der
Politikverdrossenheit
• Vertikale und horizontale Kom.
• Geograf. Unabhängigkeit

Die Grenzen des Internets

• Stark ungleiche Zugangschancen ( Digital Divide)


• Pos. Potentiale könne ins Negative umschlagen: Info.überfluss/ Quali.u. Validität der
Info.
• Reinforcement- These: „Wer schon polit. Motiviert ist, schöpft auch die neune Mögl.
Des Internets aus; wer es aber nicht ist, wird es auch durch das Internet nicht.“

Das Internet im polit. Willensbildungsprozess

• Agenda- Setting
• Theoret. : freie Artikulation im Netz
• Gegenöff. Für bisher unterrepräsentierte Interessen
• Bürgernetzwerke auf lokaler Ebene
• Unabhängige Info.dienste
• Glaubwürdigkeit: Wer wählt die Info aus?
• Mögl. Der Online Wahl
• Hoffnung : Wählermobiliesierung

(Sub-) Politische Partizipation und elek. Ziviler Ungehorsam

• soz. Bewegung im Netz:


• Umformung d. polit. Partizipation in sub-poliz. Partizipation
• Entstehung neuer Kollektive auch innerhalb existierender Rechtsprechung
• Internet ist attraktiv für soz. Bewegungen weil: kostengünstiges, effektives Instrument
zur internen u. externe Kom./ zur Mobilisierung von Mitgliedern/ Netz als offene
Plattform für Initiativen jenseits staatl Kontrolle

• Elektron. Ziviler Ungehorsam: virtuelle Sit Ins/ polit. Hacking


Fazit

• Kein völlig neues Medium, kein losgelöster Raum, bleibt in jeweillige Gesell.
Eingebettet
• Anknüpfen u. Weiterentw. etablierter polit. Partizipation
• Integration in normales Leben
• Politik wird im Netz nicht neuer erfunden aber zunehmend im und übers internet
gemacht
• Internet= mehr als zusätzl. Kom.kanal
• Potentziale bisher nicht genutzt- mittel-u. langfristige Auswirkungen auf Politik noch
nicht abschätzbar

Digitaler Hörfunk, Digitales Fernsehen, Handy TV, Digitaler Film, Digitales Kino

• Radio: Veränderung in Programm, Übertragungsquali.,Nutzung durch: magnet.


Aufzeichnungstechnik, UKW (ca.1950), Kofferradio (Mitte 50er), Servicewellen
(Anfang der 70er), CD (Anfang der 80er), die EBU- Entscheidung 1996 für DAB als
europ. Digitalradio- Standard, das duale Rf.- System (seit 84), Live Straming und
Download (Ende der 90er), Handy Tv (31.0506)
• Digitale Inovation beziehen sich auf: Produktion (analog-digital)/ Software-Produkt(/
Hardware-Produkt/ Übertragung/ Rezeption (Individualität der Nutzungsformen

Künftige Anforderungs- und Macher- Profile

• Neue Arbeitsteilung zw. Journalist und Techniker


• Mehr mediales Arbeiten: Ton, Text, Bewegtbild
• Dieselben Inhalte für vers. Zielgruppen aufbereiten
• Software- Expertenschaft

Pod-/ Vodcasting

• Ist das Erstellen und- per individuellen, automatisierten Abonnement- Verteilen von
Audio und Videodatein, die von Amateuren o. Profis gestalteten Radio bzw.
Videobeiträge enthalten u. von den Nutzern zu persönlich gestalteten Programmen
aggregiert und zu beliebiger Zeit, also nicht zeitgleich mit der Ausstrahlung auf einem
persönlichen Rechner o. persönlichen portablen Endgerät rezipiert werden. (ätz^^)
• Kreiert quasi naturwüchsig neue Zielgruppen
• Neue Teilnehmer- Segmente werden aktiv erschlossen
• Große soz. Relevanz

Radio wird sich selbst neu erfinden

• Jouranlist. Künsterlerisch-radiophon geprögte Programme werden zu Leuchttürmen in


der Masse
• Platz schaffen für aktive Formen der zwei- und mehrseitigen Kom., die aus den alten
Paradigmen erwachsen