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Das will die Fraktion BÜNDNIS 90/ DIE GRÜNEN

1. Die beiden Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt fusionieren unter dem Dach einer gemeinnützigen GmbH.

2. Für das Städtische Klinikum Dresden wird ein neues ärztliches und kaufmännisches Direktorium eingestellt.

3. Auf der Grundlage der jetzt begonnenen Erarbeitung eines Sanierungskonzeptes für beide Krankenhäuser erfolgt eine gemeinsame strategi- sche Neuorientierung der beiden Standorte, ver- bunden mit der schrittweisen Zusammenführung der Verwaltung.

4. Der Stadtrat beschließt eine Kapitalausstattung des neuen Klinikums, die es ihm ermöglicht, zeitlich befristet, sowohl den Investitionsbedarf abzudecken, als auch die noch vorhandenen Ver- luste auszugleichen.

5. Eine langfristige Tarifbindung an die Tarife des öf- fentlichen Dienstes wird dadurch sichergestellt, dass das Klinikum unbefristet im Arbeitgeberver- band des Öffentlichen Dienstes verbleibt.

6. Die Mitarbeiter erhalten eine Beschäftigungs- garantie, die betriebsbedingte Kündigungen aus- schließt.

7. Der Stadtrat bekundet, dass die 100-prozentige städtische Trägerschaft langfristig sichergestellt wird.

8. In den Aufsichtsgremien der gGmbH sind die Ar- beitnehmer paritätisch vertreten.

Auf diese Bedingungen einer Fusion der beiden Kranken- häuser haben sich die GRÜNEN mit den Fraktionen von CDU, FDP und Bürgerfraktion geeinigt. Auf dieser Grund- lage wird auch die Vorlage für den Stadtrat erstellt.

Wer am 29. Januar mit NEIN stimmt, sagt JA zu:

konkurrenzfähigen, modernen Krankenhäusern in Friedrichstadt und Neustadt, die gemeinsam ihr medizinisches Angebot verbessern können

100% in städtischem Eigentum verbleibenden Krankenhäusern

Krankenhäusern, die mittelfristig ohne Steuersub- ventionen auskommen können

Investitionen in die Gebäudestruktur und Medizin- technik nach den Erfordernissen der Klinik und nicht nach Haushaltslage der Stadt

eine Beschäftigungsgarantie für alle Mitarbeiter

Tarifbindung an die Tarife des Öffentlichen Dienstes

mehr Pflegepersonal statt wachsender Bürokratie

Paritätische Mitbestimmung für die Beschäftigten statt der bisherigen Anhörungsrechte

www.bürgerentscheid-krankenhäuser.de

Anhörungsrechte www.bürgerentscheid-krankenhäuser.de Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Dresdner Stadtrat Dr.

Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN im Dresdner Stadtrat Dr. Külz Ring 19 · 01067 Dresden Tel. 0351- 488 2699 E-mail: gruene-fraktion@dresden.de

Tel. 0351- 488 2699 E-mail: gruene-fraktion@dresden.de REFORM JETZT! Bevor es zu spät ist! Für eine Fusion

REFORM JETZT!

Bevor es zu spät ist!

Für eine Fusion der Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt

als eine 100% städtische GmbH

Bevor es zu spät ist! Für eine Fusion der Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt als eine 100%
Bevor es zu spät ist! Für eine Fusion der Krankenhäuser Friedrichstadt und Neustadt als eine 100%

Worum es bei dem Bürgerentscheid geht?

Die Dresdnerinnen und Dresdner werden am 29. Januar die Frage zu beantworten haben, ob die beiden Kranken- häuser Friedrichstadt und Dresden-Neustadt für min- destens drei weitere Jahre zwei selbstständige Eigen- betriebe der Landeshauptstadt bleiben sollen. Es geht nicht - wie uns die Initiatoren des Bürgerentscheids weis machen wollen - um die Privatisierung der Kliniken oder den Ausstieg aus den Tarifverträgen für die Beschäftigten. Schon gar nicht geht es darum, die Situation für die Patienten zu verschlechtern.

Mit dem im Bürgerbegehren vorgeschlagenen Beschluss wird der bisherige Wettbewerb unter den beiden Kranken- häusern festgeschrieben, anstatt die Chancen gemein- samen Handelns im Interesse von PatientInnen und Beschäftigten beim Schopf zu fassen. Das ist der falsche Weg!

Mit einer „Ja“-Mehrheit beim Bürgerentscheid würden dringend notwendige Reformen und eine neue Struktur der Krankenhäuser verhindert werden. Reformen und eine Fusion der Krankenhäuser sind aber dringend erforderlich, um

• die Verluste der Krankenhäuser einzudämmen,

• die Wettbewerbsfähigkeit der beiden Standorte zu erhöhen,

• die Einnahmesituation zu verbessern,

• dringend erforderliche Investitionen zu tätigen,

• und unsinnige Bürokratie durch zwei selbstständige Verwaltungen abzubauen

Warum brauchen wir eine Struktur-Reform der Dresdner Krankenhäuser?

Seit Mitte der 90er Jahre wird über die Kooperation und eine gemeinsame strategische Ausrichtung der Kranken- häuser Friedrichstadt und Neustadt diskutiert. Passiert ist so gut wie nichts. Zwischen den Mühlsteinen von Eigen- interessen der Krankenhäuser und einer überforderten Ver- waltung wurden notwendige Reformen pulverisiert. In Zeiten guter wirtschaftlicher Situation mussten die Krankenhäuser mehrere Millionen Überschüsse an den Stadthaushalt abführen, anstatt damit Rücklagen für ihre zukünftigen Investitionen zu bilden. Als sich die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser aufgrund bun- desgesetzlicher Änderungen verschlechterte, haben die

Verantwortlichen in den Krankenhäusern und der Stadtverwaltung weggesehen und abgewartet. Die Ver- luste beider Kliniken beliefen sich 2010 auf ca. 4 Mio. , 2011 werden es voraussichtlich 5 Mio. sein. Die Rück- lagen sind aufgebraucht, notwendige Investitionen bleiben auf der Strecke, Haushaltsmittel werden für Investitionen im Bildungs- und Kitabereich dringend benötigt.

Das 2008 einhellig vom Stadtrat geforderte Zukunfts- konzept wurde nicht erarbeitet, die gemeinsame Markter- schließung durch die Krankenhäuser nicht gefördert und selbst die aktuellen Führungs- und Abstimmungsprobleme der Krankenhausleitungen untereinander blieben ungelöst. Die haben z.B. auch dazu geführt, dass die Neurochirurgie in der Neustadt aus der Krankenkassenfinanzierung her- auszufallen droht, was einen erheblichen Einnahmeverlust bedeuten würde. Noch im Frühjahr des Jahres 2011 wurde die Beratung eines von Ärzten aus beiden Häusern vorgeschlagenen medizinischen Konzeptes nicht weiter verfolgt. Bürgermeister Sittel (CDU) hat seine Leitungsauf- gabe vernachlässigt. Auf Druck der GRÜNEN wird jetzt ein Zukunftskonzept erarbeitet, das aber eine Strukturreform der Krankenhäuser voraussetzt. Die offenkundige Blockade des Finanzbürgermeisters ver- schärft diese Situation weiter und zielt erkennbar darauf ab, die Verluste und den Investitionsstau anwachsen zu lassen, um einen Verkauf der Krankenhäuser an private In- vestoren mehrheitsfähig zu machen.

Eigenbetrieb oder Eigengesellschaft?

Eigenbetriebe sind Verwaltungsteile der Stadt ohne echte Entscheidungsbefugnis. Eigenbetriebe sind für die An- forderungen eines modernen, ständigen Veränderungen ausgesetzten Gesundheitssystems viel zu schwerfällig – das beweisen die letzten Jahre. Man mag die extreme marktwirtschaftliche Orientierung im Gesundheitswesens bedauern, wer sich der Konkurrenz allerdings nicht stellt, bleibt auf der Strecke. So sind auch

die Krankenhäuser in Friedrichstadt und Neustadt einem ständig steigenden Wettbewerb mit der Uni-Klinik, dem Krankenhaus St. Josef-Stift, dem Diakonissenkrankenhaus, dem St. Marien-Krankenhaus und den großen Privatk- liniken ausgesetzt. Um in diesem Wettbewerb bestehen zu können, müssen die Krankenhäuser wirtschaftlich werden und unter einem Dach zusammenarbeiten. Die Rechtsform des Eigenbetriebes eignet sich dafür nicht. Eine profes- sionell arbeitende neue Klinikleitung und eine gemein- nützige GmbH sind deshalb das Gebot der Stunde.

Damit würde Dresden dem Beispiel vieler anderer Kom- munen und Kreise in Sachsen und dem Rest der Republik folgen. Die meisten Eigenbetriebe wurden - auch um eine Privatisierung abzuwenden - bereits vor Jahren in GmbHs umgewandelt - in vielen Fällen übrigens mit den Stimmen von SPD und LINKEN - und arbeiten heute ohne Verluste. Die neue „Städtische Klinikum Dresden gGmbH“ wird vollständig im Eigentum der Stadt Dresden verbleiben:

Aus zwei Eigenbetrieben wird eine Eigengesellschaft. Wer die Umwandlung von Eigenbetrieben in eine gemein- nützige 100-prozentige städtische GmbH als Privatisierung bezeichnet, streut den Dresdnerinnen und Dresdnern Sand in die Augen.

Die neue Rechtsform hilft auch, zusätzliche Einnah- memöglichkeiten zu erschließen, z.B. mit einem Medi- zinischen Versorgungszentrum (MVZ) und der Möglichkeit, Schwerpunktklinik der Berufsgenossen- schaften zu werden. Nur so lässt sich langfristig ein leis- tungsfähiges medizinisches Angebot mit sicheren Arbeitsplätzen verwirklichen, zumal eine Verbesserung der Finanzierungsgrundlagen für die Krankenhäuser durch bundesgesetzliche Änderungen nicht zu erwarten ist.

Eine Reform zu Lasten der Mitarbeiter?

Die Mitarbeiter sind das wichtigste Kapital eines Kranken- hauses. Deshalb wird der Tarifvertrag des Öffentlichen Dienstes weiterhin gelten. Dieser sichert den Mitarbeitern eine höhere Bezahlung als in jedem anderen Dresdner Krankenhaus. Die Mitarbeiter erhalten außerdem eine Beschäftigungsgarantie. Durch die Zusammenlegung kann zukünftig die Verwaltung verschlankt und die Pflege gestärkt werden. Außerdem werden den Mitarbeitern über den Aufsichtsrat größere Mitbestimmungsrechte als bisher eingeräumt.