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Koordinatensysteme

Um die Berechnung physikalischer Probleme zu vereinfachen wählt man ein der Problemstellung angepaßtes Koordinatensystem, in dem die Koordinaten von Punkten oder Richtungen festgelegt sind. Die gebräuchlichsten Koordinaten sind:

1.1 Kartesische Koordinaten

Kartesische Koordinaten sind die Koordinaten des Kartesischen System, in dem die Hauptrichtungen (Koordinatenachsen) senkrecht auf einander stehen. Die positive Richtung der Achsen, die man mit x, y, z bezeichnet, ist folgendermaßen gewählt: Man denkt sich eine Rechtsschraube, die sich durch Rechtsdrehung von unten nach oben bewegt. Ihre Fortschreitrichtung ist die positive z-Richtung. Die x- und y-Achse bilden dann eine Ebene zur z-Achse. Die x-Achse kann durch eine Rechtsdrehung der Schraube in die y-Achse übergeführt werden. Der Schnittpunkt der Achsen heißt Ursprung des Koordinatensystems. Die Lage eines Punktes P(x,y,z) im 3-dimensionalen Raum ist durch die senkrechten Projektionen auf die Achsen festgelegt.

1.2 Kugelkoordinaten

Projektionen auf die Achsen festgelegt. 1.2 Kugelkoordinaten Ein Punkt P ist in Kugelkoordinaten (sphärischen

Ein Punkt P ist in Kugelkoordinaten (sphärischen Koordinaten) durch die Angabe von r, ϑ, ϕ festgelegt. r ist der Abstand des Punktes vom Ursprung, die Definitionen vonϑ und ϕ sind aus den Abbildungen zu entnehmen:

von ϑ und ϕ sind aus den Abbildungen zu entnehmen: x r = ⋅ sin ϑ
von ϑ und ϕ sind aus den Abbildungen zu entnehmen: x r = ⋅ sin ϑ

x r

= ⋅

sin

ϑ

cos

ϕ

y r

= ⋅

sin

ϑ

sin

ϕ

z r

= ⋅

cos

ϑ

2 2 2 x + y + z z 2 2 2 x + y
2
2
2
x
+
y
+
z
z
2
2
2
x
+
y
+
z

r =

ϑ = arccos

ϕ = arctan

y

x

1.3

Zylinderkoordinaten

Als

Zylinderkoordinaten nimmt man die Polarkoordinaten für die (x,y)-Ebene und die

z-Komponente für die dritte Richtung. Der Radius in der Ebene wird mit ρ bezeichnet, um Verwechslungen mit dem Radius bei Kugelkoordinaten zu vermeiden.

mit dem Radius bei Kugelkoordinaten zu vermeiden. x ρ⋅ = cos ϕ y ρ⋅ = sin

x ρ⋅

=

cos

ϕ

y ρ⋅

=

sin

ϕ

z z

=

2 2 ρ = x + y y ϕ = arctan
2
2
ρ =
x
+
y
y
ϕ = arctan

x

zu vermeiden. x ρ⋅ = cos ϕ y ρ⋅ = sin ϕ z z = 2

2 Komplexe Zahlen – Komplexe Ebene – Polardarstellung

stößt man auf Zahlen x = ± 1 , die nicht

Bei der Lösung der Gleichung x

zum Bereich der reellen Zahlen, für die das Quadrat >0 sein muß, gehören. Man nennt Zahlen, deren Quadrat <0 ist, imaginäre Zahlen und definiert als ihr Einselement die imaginäre Einheit i: i = + 1 . Eine imaginäre Zahl ist ein Produkt aus einer reellen Zahl und der imaginären Einheit, z.B. 16 = 4i . Genau wie man die reellen Zahlen eindeutig den Punkten einer Geraden, der reellen Zahlengeraden, zuordnen kann, lassen sich die imaginären Zahlen abbilden auf die Punkte der imaginären Zahlengeraden. Man wählt gewöhnlich die x-Achse eines Koordinatensystems als reelle Achse und die y-Achse als imaginäre Achse. Die beiden Achsen spannen eine Ebene auf, die komplexe Ebene, und man kann nun jedem P(x,y) ein geordnetes Zahlenpaar z = (x,y) zuordnen, das man eine komplexe Zahl z = x + iy nennt. Komplexe Zahlen sind Summen von reellen und imaginären Zahlen.

2 +

1

=

0

sind Summen von reellen und imaginären Zahlen. 2 + 1 = 0 x heißt Realteil, y
sind Summen von reellen und imaginären Zahlen. 2 + 1 = 0 x heißt Realteil, y
sind Summen von reellen und imaginären Zahlen. 2 + 1 = 0 x heißt Realteil, y
sind Summen von reellen und imaginären Zahlen. 2 + 1 = 0 x heißt Realteil, y
x heißt Realteil, y Imaginärteil der komplexen Zahl. 2 2 Ihr Betrag ist z =
x heißt Realteil, y Imaginärteil
der komplexen Zahl.
2
2
Ihr Betrag ist z
=
x
+
y
=
r
z
* =
x
iy
heißt konjugiert

komplex zu z = x + iy

Häufig ist die Darstellung einer komplexen Zahl in Polardarstellung, d.h. in ebenen Polarkoordinaten (r, ϕ) zweckmäßiger. Mit

x r

y r

= ⋅

= ⋅

cos

sin

ϕ 

ϕ

z

=

x

+

iy

=

r(cos

ϕ +

i sin

ϕ

)

=

r

e

i

z

*

=

x

iy

=

r(cos

ϕ −

i sin

ϕ

)

=

r

e

ϕ

und

− ϕ

i

*

z z

= r

2

Die Polardarstellung ist nicht eindeutig, weil alle Winkel

ϕ

n

= ϕ

0

+ n 2π

(n

=

0,

1,

2

)

Darstellung mit n = 0 den Hauptwert.

dieselbe Zahl z darstellen. Man nennt die

In der Polardarstellung werden Multiplikation, Division und Potenzen komplexer Zahlen einfacher:

z

1

z

1

z

2

=

r

r e

1

=

i ϕ

1

r

2

e

1

e

i(

ϕ −ϕ

1

2

z

2

r

2

i ϕ

)

2

=

r r

1

2

e

i(

ϕ +ϕ

1

2

)

( i ϕ ) n n z n = r ⋅ e = r 1/
(
i ϕ
)
n n
z n
=
r
e
=
r
1/ n
i
n z
=
z
=
n r
e

M-3

e

in

ϕ

ϕ / n

3 Vektoranalysis

3.1 Skalare und Vektoren

Physikalische Größen, die durcheine einfache Zahl beschrieben werden können, wie z.b. Masse, Zeit, Temperatur, heißen Skalare, zum Unterschied zu den gerichteten Vektoren. In der Physik ist ein Vektor eine gerichtete Größe mit einem bestimmten

Betrag. So hat z.B. die Geschwindigkeit Richtung und Betrag und ist daher ein Vektor. Dasselbe gilt für die Beschleunigung, für Kräfte oder auch für eine Größe,

die eine Verschiebung um eine bestimmte Distanz in eine bestimmte Richtung

beschreibt. Ein Orts- oder Radiusvektor beschreibt die Richtung vom Ursprung eines Koordinatensystems zu einem Punkt im Raum.

Kennzeichnung:

Skalare:

einfache Buchstaben

a

Vektoren:

Pfeil über Buchstaben

a r

=

a

a r

e

r

a

r

e Einheitsvektor von a r : Vektor vom Betrag 1 in Richtung von a

In einem 3-dimensionalen kartesischen Koordinatensystem:

r r r e , e , e z Einheitsvektoren in Richtung der Koordinatenachsen x,
r
r
r
e
, e
, e
z Einheitsvektoren in Richtung der Koordinatenachsen x, y, z
x
y
 a
 1 
 0 
 0 
x
r
 = (a
r
r
r
a
=  a
,a
,a
)
, e x
=
0
= (1,0,0) ,
=
1
=
(0,1,0) ,
=
e y
e z
0
y
x
y
z
0
0
1
a z
r
a =
a
e r
+
a
e r
+
a
e r
,
x
x
y
y
z
z
r
r
2
a = a =
a
2 + a
2 + a
Betrag (Länge) des Vektors a
x
y
z

3.2 Skalarfelder und Vektorfelder

=

(0,0,1) ,

Skalarfeld: Ist jedem Punkt (x,y,z) eines Gebietes R im Raum eine Zahl oder ein Skalar φ (x,y,z) zugeordnet, dann heißt φ eine skalare Funktion. φ definiert in R ein Skalarfeld. Beispiel: Die Temperatur zu einer bestimmten Zeit in jedem Punkt der Erdoberfläche ist ein Skalarfeld.

r

Vektorfeld: Ist jedem Punkt (x,y,z) eines Gebietes R im Raum ein Vektor V(x, y, z)

r

zugeordnet, so heißt V eine Vektorfunktion, in R ist somit ein

r

Vektorfeld V

Beispiel: Ist die Geschwindigkeit in jedem Punkt (x, y, z) einer strömenden Flüssigkeit zu einer bestimmten Zeit bekannt, so ist dadurch ein Vektorfeld definiert.

definiert.

M-4

3.3 Addition und Subtraktion von Vektoren

3.3 Addition und Subtraktion von Vektoren Zwei Vektoren werden addiert, indem die entsprechenden Komponenten der beiden
3.3 Addition und Subtraktion von Vektoren Zwei Vektoren werden addiert, indem die entsprechenden Komponenten der beiden
3.3 Addition und Subtraktion von Vektoren Zwei Vektoren werden addiert, indem die entsprechenden Komponenten der beiden

Zwei Vektoren

werden addiert, indem die entsprechenden Komponenten der beiden Vektoren addiert werden.

r

a

=

(a

x

, a

y

, a

z

) ,

r

b

=

(b

x

,b

y

,b

z

)

r

a

+

r

b

a

=  a

a

x

y

z

+

+

+

b

b

b

Für die Vektoraddition gelten die Grundgesetze der gewöhnlichen Addition:

das kommutative Gesetz:

r +

a

r

r

b

 

r

b

 

r

=

+

a

 

r

+

c r

=

a r

+

(b

+

c) r

=

(a r

 

r

+

r

c)

und

b

r

wird

.

+

r

b

das assoziative Gesetz: (a

r

a

r

b

=

r

a

+

(

r

b)

= −

r

b

+

r

a

r + b)

Die Subtraktion zweier Vektoren a r

definiert als die Addition der Vektoren a r und ( b)

a

=  a

a

x

y

z

b

b

b

r

a

r

b

x

y

z

x

y

z

3.5 Vektorprodukte

3.5.1 Das Produkt aus einem Vektor und einem Skalar

Ein Vektor a r wird mit einem skalaren Faktor λ multipliziert, indem jede Komponente des Vektors mit dem Skalar multipliziert wird.

λ

r

a

 λ a

=  λ a

a

λ

x

y

z

Daraus folgt auch, dass jeder Vektor a r als Produkt aus dem Absolutbetrag

dem Einheitsvektor

das kommutave Gesetz

r a
r
a

und

r

a

e

in Richtung von a r darstellbar ist. das assoziative Gesetz

r

a =

r a
r
a

r

a

e Es gelten:

das distributive Gesetz

a r

λ = λ

a r

λ µ

(

a) r

= µ λ

(

a) r

λ + µ

(

λ

r

(a

+

)a r

r

b)

= λ

= λ

a r

r

a

+ µ

+ λ

a r

r

b

3.5.2 Das innere oder skalare Produkt

r

Als Skalarprodukt zweier Vektoren a r und b

man den Skalar

c ist die Länge der Projektion von b

r

von a r , d.h. c entspricht einer Fläche F siehe Abb.

bezeichnet

r

r

r r a ⋅ b
r
r
a
b

c =

r

r

cos(a, b)

=

a

auf

b cos(a, b)

.

a r mal der Länge

a, b) = a ⋅ auf b cos( a, b) ⋅ . a r mal der

M-5

Stehen zwei Vektoren auf einander normal, d.h.

Skalarprodukt gleich Null. Insbesondere gilt für die Basisvektoren

rechtwinkeligen kartesischen Koordinatensystems:

α = 90

o

,

cosα=0, r

e

x

r

e

r

e

r

e

x

y

z

e r

e r

e r

x

y

z

=

=

=

1

1

1

r

e

r

e

r

e

x

x

y

e r

e r

e r

y

z

z

=

=

=

0

0

0

so

ist

,e r

y

, e r

z

ihr

eines

Beim skalaren Produkt gelten auch das kommutative und das distibutive Gesetz der

Multiplikation:

r

a

r

b

=

r

b

r

a

r

(a

λ

+

r

(a

r

b)

r

b)

c r

=

=

(

λ

a r c r

r

a)

+

r

b

=

r

a

r

b

r

c

⋅ λ

(

r

b)

=

r

(a

r

b)

λ

3.5.3 Das äußere oder vektorielle Produkt

r

Das Vektorprodukt zweier Vektoren a r und b

ein Vektor c r

und in Richtung der Bewegung einer Rechtsschraube

steht

ist

=

a r

×

r

b

r

, der senkrecht auf a r und b

r

weist, wenn a r auf dem kürzesten Weg in Richtung b

gedreht wird. Der Absolutbetrag des Produktvektors ist gleich dem Flächeninhalt des von den beiden

Vektoren

Parallelogramms

aufgespannten

des von den beiden Vektoren Parallelogramms aufgesp annten = r r ab sin(a, b) . Allgemein

=

r

r

ab sin(a, b)

.

Parallelogramms aufgesp annten = r r ab sin(a, b) . Allgemein läßt sich eine Fläche A

Allgemein läßt sich eine Fläche A und ihre räumliche

r

Lage durch einen Flächenvektor A beschreiben.

SeinBetrag ist gleich dem Flächeninhalt der Fläche,

= A A

. Sein Richtungssinn hängt mit dem

Umlaufsinn der Randkurve C der Fläche nach der

Rechtsschraubenregel zusammen.

C der Fläche nach der Rechtsschraubenregel zusammen. wird als der Flächen- normalen-Einheitsvektor bezeichnet,

wird als der Flächen-

normalen-Einheitsvektor bezeichnet, er kennzeichnet die Lage der Fläche im Raum.

Das Vektorprodukt läßt sich mit Hilfe der Determinantenschreibweise berechnen.

r

r

r A
r
A
 

A

kann auch durch

A =

n r

=

An r

r

angegeben werden. n

r

a

×

r

b

r

e x

(a

=

r e e r x e r y z a a x a y z
r
e
e r
x e r
y
z
a
a
x a
y
z
b
b
x b
y
z

y

b

z

a

z

b

y

)

+

e r

=

e r

y

(a

x

z

a

b

y

x

b

z

+

a

x

e r

b

y

z

a

)

z

b

x

+

e r

z

+

e r

z

a

x

(a

x

b

y

b

y

a

e r

x

y

b

x

a

)

z

b

y

a

=  a

a

e r

y

y

z

x

b

b

b

z

x

y

a

x

b

z

a

a

a

z

x

y

b

b

b

y

z

x

e r

z

a

y

b

x

=

M-6

r

(a

λ

r

(a

+

×

r

(a

×

×

r

b)

r

b)

=

λ =

r

b)

c r

×

=

λ

(

r

a

×

× λ

(

a r

r

a)

r

b

r

b

r

b)

+

=

r

b

×

r

c

e r

r

e

e r

x

y

z

×

× e r

e r

e r

×

x

y

z

=

=

=

0

0

0

e r

r

e

e r

x

y

z

e r

×

× =

=

=

y

e r

z

×

e r

x

e r

e r

e r

z

x

y

r

a

r

a

r

×

× =

a r

b

= −

0

r

(b

×

r

a)

3.5.4 Mehrfache Produkte

a) Das Spatprodukt

Drei Vektoren, die nicht in einer Ebene liegen,

ein

Kreuzprodukt

das

wiederum einen Vektor darstellt,

kann dieser mit einem dritten Vektor skalar

multipliziert werden.

spannen

Volumen

r ×

a

r

b

(Spat)

auf.

Da

werden. spannen Volumen r × a r b (Spat) auf. Da r ist ein Skalar, sein

r

ist ein Skalar, sein Wert ist identisch mit dem von den drei Vektoren

aufgespannten Spatvolumen. Das Produkt ist positiv, falls die Vektoren ein Rechts- system, negativ, falls sie ein Linkssystem bilden.

V

r

(a

= ×

b)

r

c

r

r

(a r × b) c

= (a

y

b

z

a

z

b

y

)c

x

+ (a

z

b

x

a

x

b

z

)c

y

+ (a

x

b

y

a

y

b

x

)c

z

=

c c c x y z a a a x y z b b b
c
c
c
x
y
z
a
a
a
x
y
z
b
b
b
x
y
z

Da nach den Rechenregeln der Determinantenrechnung Zeilen oder Spalten einer Determinante zyklisch vertauscht werden dürfen, ohne dass sich der Wert der

r ×

Determinante ändert, so gilt auch:

Bei nicht zyklischer Vertauschung ändert sich das Vorzeichen des Produktes:

×

r

(a

b)

c

=

r

b)

r

a

r

r

(b

×

c) r

a r

=

(c r

×

a) r

r

b

r ×

(a

r

b)

r

r

r

c

= −

(a r

×

c) r

b

= −

(b

×

a) r

c r

= −

(c r

b) Das doppelte Kreuzprodukt

r

d

=

r

a

×

r

(b

×

c) r

r

bildet einen Vektor, der in der von b

und c r aufgespannten Ebene liegt.

r ×

a

r

(b

×

r

c)

=

r r c)

(a

r

b

r

(a

r

b)

r

c

Wird die Reihenfolge der Multiplikation verändert, so gilt:

(a r ×

r

b)

×

r

c

=

r c) r

(a

r

b

r

(b

c) r

a r

Die Reihenfolge der Faktoren im doppelten Kreuzprodukt ist nicht beliebig, die Klammer muß immer angegeben werden.

M-7

3.5 Beschreibung der Drehung eines Vektors

Die Drehung eines Vektors um einen infinitesimalen

Winkel dα kann durch einen Vektor

den Drehwinkel und dessen Richtung die Drehachse

angibt,

Drehung bewirkte Änderung von a r , deren Betrag ist:

r

von aufgespannten Ebene und wird daher beschrieben durch

d

a

dieser

, dessen Betrag

r

d

α

ist

beschrieben

werden.

da r

die

d

r

α

bei

r r da = a sin senkrecht auf
r
r
da
=
a
sin
senkrecht
auf

ϑ⋅

die

da r

=

α× r

a r

d

α

da r

steht

und

3.6 Differentiation von Vektoren

r a r d α da r steht und 3.6 Differentiation von Vektoren Ein Vektor a

Ein Vektor a r sei eine stetige Funktion einer skalaren Größe t, z.B. der Zeit, d.h. auch die Komponenten des Vektors seien stetige Funktionen von t:

a r

=

a(t) r

=

a



a

a

(t)


x

y (t)

z (t)

Existieren die Grenzwerte

lim

t

0

lim

t

0

lim

t

0

a (t + ∆ t) − a (t) da x x x = ∆ t
a
(t
+
t)
a
(t)
da
x
x
x
=
t
dt
a (t
+
t)
(t)
da
y a
y
y
=
t
dt
a (t
+
t)
a
(t)
da
z z
z
=
∆ t
dt

so wird der Vektor

differenzierbar genannt und es, d.h. es existiert auch der Grenzwert

lim

∆ →

t

0

a(t r

+ ∆

t)

a(t) r

da r

=

t

dt

lim ∆ → t 0 a(t r + ∆ t) − a(t) r da r =

Ein Vektor wird

nach einer skalaren Größe differenziert, indem die einzelnen

Komponenten differenziert werden:

Der Differentialquotient ist ein Vektor.

r

da

=

da

x

r

e

+

da

y

r

e

+

da

z

dt

dt

x

dt

y

dt

r

e

z

M-8

Für die Differentiation von Vektoren gelten die folgenden Rechenregeln:

3.7

Gradient, Divergenz, Rotation

r

d(a

±

r

b)

r

da

r

db

=

+

dt

dt

dt

,

d(

ϕ

a) r

da r

r d ϕ

+ a

dt

dt

dt

= ϕ

für ϕ(t) eine skalare Funktion

Angewandt auf

Einheitsvektorfunktion

a(t) r

als Produkt der skalaren Funktion

r

e

t

(t)

in

Richtung

von

a(t) r

r a(t) = a(t) und der - Tangentialvektor,
r
a(t) =
a(t)
und
der
-
Tangentialvektor,

a(t) r

=

a(t)

e r

t

(t)

:

r

da

r

de

t

+

da

=

a

dt

dt

dt

r

e

t

Dies ist die Summe

aus einem

Normalvektor und einem Tangentialvektor zu

r

e

t

:

Lege

r

e

t

in die x-y-Ebene:

e r

e r

t

n

e r

x

+

sin

=

cos

ϕ⋅

= −

sin

ϕ⋅

e r

x

+

ϕ⋅

cos

e r

ϕ⋅

y

e r

r

e

n

Normaleinheitsvektor

y

r

de

t

d ϕ r

d

ϕ

r

d

ϕ

 

= −

=

dt

 

sin

ϕ

dt

e

x

+

cos

ϕ

dt

e

y

dt

r

e n

dt e x + cos ϕ dt e y dt r e n Ändert der Vektor

Ändert der Vektor a(t) da r

Differentialquotient

r

dt

nur die Richtung, nicht den Betrag a=const., so steht der

r :

normal auf a

r

da

d ϕ r

e

= a

dt

dt

n

Für die Differentiation von Vektorprodukten gelten die folgenden Regeln:

d

 

r

r

db

 

r

da

r

d

r

r

db

r

da

 
 

r

b

 

r

 

=

+

 

=

×

+

×

dt

(a r

b)

a

dt

dt

,

dt

(a r ×

b)

a

dt

dt

d

r

r

×

r

=

a r

r

b

×

r

dc

 +

r

r

db

×

r

c  +

r

da

r

×

c) r

dt

d

[a

r

×

(b

r

c)]

×

c)] r

=

a r

×

r

b

dt

×

r

dc

a

+

r

dt

×

r

db

dt

× c  +

r

(b

r

da

×

r

,

×

r c)

dt

[a

(b

 

dt

a

dt

dt

(b

M-9

r

b

Der Nabla Operator

ist im kartesischen Koordinatensystem definiert durch

∇ =

 ∂    ∂ x   ∂ r ∂ r ∂ r
 ∂ 
∂ x
∂ r
∂ r
∂ r
+
+
= 
e x
e y
e z
∂ x
∂ y
∂ z
∂ y
 ∂ z 

Dieser Operator hat gleichzeitig die Eigenschaften eines formalen mathematischen Differentialoperators und eines Vektors. Es lassen sich somit die Rechenregeln der

Vektorrechnung auf den

Funktion vorangestellt, bedeutet er die Differentiation dieser Größe. Der erweist sich als sehr nützlich bei der Definition der folgenden drei Größen:

1) Der

-Operator

-Operator anwenden. Einer skalaren oder vektoriellen

formale Multiplikation

von

mit einer skalaren

Gradient

ist

die

Funktion des Ortes φ(x, y,z) (d.h. φ(x, y,z) sei ein differenzierbares Skalarfeld).

∇ φ

ergibt ein Vektorfeld:

 ∂   ∂φ   →  ∂ x    
 ∂ 
 ∂φ 
→ 
∂ x
∂ x
∂φ
∇ φ =
 φ =
∂ y
∂ y
∂φ
 ∂ z 
 ∂ z 

grad

φ

Den Verlauf skalarer Felder kann man durch Niveauflächen veranschaulichen. Das sind die Flächen im Raum, auf denen φ konstante Werte besitzt. Ihre Gleichung lautet φ(x, y,z) = const . (z.B. in einem zentralsymmetrischen Feld alle Oberflächen von Kugeln um den Koordinatenursprung Niveauflächen). Der Gradient gradφ steht immer senkrecht auf die Niveauflächen und gibt in jedem Punkt die Steigung der Fläche φ(x, y,z) in Richtung der Koordinatenachsen an.

Zu beachten:

∇φ ≠ φ∇ , φ ∇ bleibt ein Vektoroperator.

r r Die Komponente von ∇ φ in Richtung eines Einheitsvektors Diese Änderung von φ
r
r
Die Komponente von ∇ φ in Richtung eines Einheitsvektors
Diese Änderung von φ in Bezug auf den Weg ds in Richtung
Richtungsableitung von φ in Richtung
a
ist
∇ φ⋅ a
.
e
e
r
a
e heißt
r
a
.
e
d φ
r
= ∇ φ⋅
a r
=
grad
φ⋅
a r
=
grad φ
cos(
<
grad
φ
, a
)
e
e
e
ds

M - 10

Das bedeutet, daß in tangentialer , in Richtung an die Niveaufläche d φ = 0

Das bedeutet, daß in tangentialer

, in

Richtung an die Niveaufläche

d

φ

= 0

ds

= max

d φ = grad φ ds
d
φ
=
grad φ
ds

normaler Richtung

ist.

Wendet man den Nabla-Operator

auf eine differenzierbare vektorielle Funktion

 

r

r

U(x,y,z)

an , so ist zwischen dem skalaren Produkt

∇⋅

U

und dem vektoriellen

r

Produkt

2) Das skalare Produkt heißt Divergenz von U

∇× U

zu unterscheiden:

r

r

(divU ):

∇⋅

r

V

=

∂ x   x   ∂    U  ∂ U
∂ x 
x
  ∂
  U
U
∂ U
U
r
y
x
z
y
U
=
+ ≡ divU
+
y
x
y
z
∂ z
U
 
z

Die geometrische Bedeutung der Divergenz ergibt sich aus dem Integralsatz von

Gauß:

A

r

(U

r

n

e

)dA

=

V

(

∇⋅

r

U)dV

Demnach ist das Skalarprodukt von

Fläche, integriert über die gesamte Oberfläche A eines Volumens V, gleich der

einer

r

U

mit dem Einheitsnormalvektor

r

n

e

 

r

Summe von

∇⋅ U

in diesem Volumen.

  r Summe von ∇⋅ U in diesem Volumen. Die Divergenz ist ein Maß für die

Die Divergenz ist ein Maß für die Quelldichte eines Vektorfeldes.

r

Leitet sich das Vektorfeld U

selbst aus einem skalaren Feld φ nach

ist

∇⋅

r

U

2

≡ ∇⋅∇φ ≡ ∇

φ ≡ ∆φ ≡

2

φ

+

2

φ

+

2

φ

x

2

y

2

z

2

2

≡ ∆ ≡

2

2

2

x

2

y

2

z

2

+

+

heißt Laplace`scher Operator

M - 11

r

U = ∇ φ

ab, dann

3)

r r Das vektorielle Produkt wird Rotation von U r ( rotU ) genannt: ∂
r r
Das vektorielle Produkt wird Rotation von U
r
( rotU ) genannt:
∂ x 
 U
e
e r
e r
 ∂
U
y
− ∂
U
z 
x
x
y
z
z
y
r
  ∂
∇×
U
=
y
×
U
= ∂ ∂
r
 x
∂ ∂
y
∂ ∂
z
=  ∂
U
z
− ∂
U
x
 ≡ rotU
y
x
z
z
U
U
U
U
x
− ∂
U
y
z
  U
x
y
z
y
x

Die geometrische Bedeutung dieses Vektors folgt aus dem Integralsatz von Stokes:

S

r

U

r

ds

=

Demnach ist das Skalarprodukt von

r

(

r

U

A

∇×

r

U)

r

n

e dA

mit einem Linienvektor

ds r , gleich der

Normalkomponente von rotU , integriert über die von S umschlossene Fläche A.

t U , integriert über die von S umschlossene Fläche A. Der Betrag der Rotation r

Der Betrag der Rotation

r rotU ist ein Maß für die „Wirbelstärke “ des Feldes.
r
rotU
ist ein Maß für die
„Wirbelstärke “ des
Feldes.

Nach den Regeln der Vektor- und Differentialrechnung gilt nun auch für die Anwendung des Nabla-Operators auf Summen und Produkte:

(

)

r

B

∇ φ + ψ

∇⋅

∇×

= ∇ φ + ∇ ψ

(

r

A

+

(

r

A

+

)

r

B

= ∇⋅

r

A

+ ∇⋅

r

B

)

= ∇×

r

A

+ ∇×

r

B

(φψ) = φ ∇ ψ + ψ ∇ φ

(

r

A

r

B

(

(

∇⋅ φ

∇⋅

r

A

×

r

A

)

)

=

r

A

×

= φ∇⋅

r

B

r

B

)

=

∇×

r

B

+

r

B

×

r

A

r

+

∇×

⋅ ∇ φ

A

r

A

r

A

∇×

∇×

∇× φ

∇×

r

×

(

(A

r

A

)

= ∇ φ×

r

r

B)

=

A

r

A

∇⋅

+ φ∇×

r

A

r

B

r

B

∇⋅

r

A

∇×

∇ φ

= 0

∇⋅

r

∇× A

= 0

r

∇× ∇× A

= ∇

Die Rotation des Gradienten von φ ist Null.

r

Die Divergenz der Rotation von A

∇⋅

r

A

− ∇

2

r

A

ist Null.

M - 12

r

A

+

r

B

+

r

B

r

A

⋅ ∇

⋅ ∇

r

B

r

A

+

r

A

r

B

⋅ ∇

⋅ ∇

r

B

r

A

3.8 Linienintegral

Für ein gegebenes Vektorfeld A(r betrachtet man in jedem Punkt

)

das Skalarprodukt aus dem Feldvektor

A

(

r

i

)

r

r

i

eines Wegs C

und dem Weg- oder Linienelement

nennt

i

zum Nachbarpunkt. Den Grenzwert der Summe dieser Skalarprodukte

man Linienintegral von A(r

)

längs des Wegs

C .

r

B

r

A

,

C

A

()

r

dr

=

lim

N

→∞

N

i = 1

(

Ar

i

)

r

i

Beispiel: Berechnung des Wegintegrals längs verschiedener Wege zwischen zwei

Punkten A(0|0) und B(2|4) für das zweidimensionale Vektorfeld 4  y  A ( r
Punkten A(0|0) und B(2|4) für das zweidimensionale Vektorfeld
4
y
A
(
r
)
2
x
=   
  
3
2
x 
dx
r
,
dr
= 
= 
dy
y 
1
0.5
1
1.5
2
Wir
berechnen
das
Linienintegral
I =
A ⋅dr
für
drei
verschiedene

C

Integrationswege: 1. Geradenstück

C

1

:

y = 2 x

2.

3. zwei gerade Stücke

Parabelstück

C :

2

y = x

C

3

:

2

(0|0) (2|0) (2|4)

M - 13

y ad 1) Für den Weg C y = 2 x oder x ( y
y
ad 1) Für den Weg
C
y = 2 x oder
x
(
y
)
=
erhalten wir:
1
2
r
B
y
2
4
dx
2
I
=
()
dx
( ())
=+
∫∫
y
x
x
y
dy
=
1
2
x
dy
r
 
 
0
0
A
4
24
2
2
3
y
2
y
64
28
=
2 xdx
+
dy
=
x
+
=+
4
=
4
12
3
0
12
0
0
0
2
ad 2)
Für den Weg
C
yx = x
()
, xy
()
=
y
:
2
r B
y 
2 4
dx
I
=
=+
∫∫
y
()
x
dx
( ())
x
y
2 dy
=
2
x
dy
2 
 
 
0 0
r A
2
4
3
2 4
2
x y
32
=
x
2 dx
+
ydy
=
+
=+= 3
8
8
3
3 2
0
0
0
0
dx
0 
ad 3) Für den Weg
C
I:
y
=
0
,
dr
,
II:
x
= 2
,
dr
3
= 
= 
0
dy
(2,0)
0
(2,4)
4
dx 