Zeit 428 v.Chr.

1378

15. Jhd.

1657

Vertreter/Positionen Platon: erste Medienkritik - das Medium ist eine Lüge, da es die Wirklichkeit kopiert und die Wirklichkeit selbst nur eine Kopie der göttlichen Idee ist Bilderstreit und Kirchenschisma - Bilder in Kirchen als Lehrmittel der biblischen Geschichte für Arme - gleichzeitig sind Bilder schlechte Götzenstatuten mit gefährlicher und hypnotischer Wirkung -> lenken den Gläubigen vom reinen Glauben an Gott ab, verwirren den Geist, das Bild als Sünde = innerkirchlicher Streit führte zum ersten Schisma - Zeitung als Vermittler zunehmend auch für breitere Bevölkerungsschichten - Hetze gegen Lesekultur durch Kirche (führt junge Männer zu krankhafter Onanie) Die Wurzeln: Mediendidaktik Comenius - entwickelte Lesefibeln 1632 Didacta magna - Medien als Anschauungsmaterial - Natur funktioniert in Gleichförmigkeit und Ordnung wie eine Uhr - Medien helfen, über Sinnlichkeit Naturgesetze zu begreifen (Beherrschung der Natur, Aufklärung) - Kinder sollen Vergnügen am Lernen haben = Gründung der Mediendidaktik - Primärerfahrung durch Sekundärerfahrung ersetzt - 1774 Goethes Werther und die anschließende
1

Gesellschaftliche Entwicklungen - griechische Lehre: Ganzheitlichkeit und Beobachtung - Teilung der Kirche in lateinische und russischorthodoxe Kirche, verschiedene Päpste

- zunehmende Alphabetisierung - technische Entwicklung (Gutenberg 1456) ermöglichte die massenhafte Herstellung von Druckerzeugnissen - laterna magica - camera obscura

18. Jhd.

- Produktion und Distribution von Print vereinfachten sich

Jhd. 1870.1924 Gründung des Arbeiter-Radio-Bundes Berlin („Der Sender sei die Kanzel des Volkes“) . Die Anfänge: Kinoreformer . gegen Bildungsfunktionalisierung und Kulturverfall 20er . Persönlichkeitsverformung .Reformpädagogik ab Ende 19.Etablierung eines Schulsystems .Kinoreformbewegung existierte weiter ohne Einfluss auf Öffentlichkeit Belstler: brachte Filme zum Unterricht mit.Schnellpresse . bereisten Italien und Frankreich) . wenn Inhalte nicht schädigen und dem Normenkanon entsprechen -> Film als Ergänzung der Erziehung und Belehrung . Orientierung am produktiven Denken.Niederlage im 1. Frontalunterricht. das Subjekt entfaltet Filmwirkung.Schutz der Jugend vor der medialen Gefährdung .Entstehung der Fotografie (Niepce.Selbstmordwelle löste Diskussion um Lesewirkung aus Ende 19.Nutzung der Medien zu unterrichtlichen Zwecken .Weimarer Republik .1932 „Radiotheorie“ von B.es entstehen erste Hypothesen zu Wirkmechanismen: 1.und Verkehrswesens .der Film zeigt eine falsche Wirklichkeit -> Befürchtung. es ist gestalterisch fähig zu Kritik und Handeln 2 .Entstehung des Bürgertums .Jhd. preußische Lösung.Pressezensur .Filmerziehung: Film kann wertvoll sein. Reizüberflutung führt zu Hypermotorik 3. Weltkrieg.Erfindung des Telegraphen . Jugend hält es für Realität . Adolf Sellmann . Besiegte streben Revision der Ordnung an .Hollywood Studios (Laemmle 1912) . gegen Vermassung. Karl Brunner.1929-1933 Weltwirtschaftskrise .Ruf nach schulischer Prävention und staatlicher Zensur Hermann Lemke. Brecht .Leseerziehung: bis heute im Schulsystem verankert Reformpädagogik und Adaption: 20er Jahre .Ausbau des Handels. Talbot 1827) . Kolonien in Afrika .Vereinigung Dtl. Wirtschaft blüht. Lumiere 1893) . geistige Überforderung des Kindes durch Schnitt 2.Entstehung des Films (Edison.Annahme prägender Wirkung der Massenmedien . Daguerre.Entstehung einer intellektuellen Schicht (Adlige lernten Sprachen.ein Kinobesuch kann körperlich schädigend sein .

Ausbau des Hörfunks -> „Volksempfänger“ .der Lernende ist bloßer Empfänger (Homogenisierung) = Medienpädagogik als Instrument des Staates Adolf Reichwein: . Medium sollte Lehrstoff herantragen .Film im Dienst der Ideologie und Propaganda („Jud Süß“ von Veit Harlan) .ab 1.Instrumentalisierung aller Medien unter einer Hand zum Zwecke der Manipulation . 1933 wird Hitler von Hindenburg zum Reichskanzler ernannt. Ausstellung zur „entarteten Kunst“. 1939 Angriff auf Polen .Deutschland von den Siegermächten besetzt und aufgeteilt .9.Gründung der Reichsanstalt für Film und Bild in Wissenschaft und Unterricht .kein reflexives.Emanzipation des Subjektes -> autonomes Individuum.Nationalsozialisten haben die Macht ergriffen.technologisch orientiert.flächendeckende Ausstattung der Schulen mit Medien .Grundlage für NS-Schulfilmbewegung Schulfilme und Propaganda: Die NS-Zeit .gesellschaftliche Gebundenheit des Mediums erkennen = Idee des Kompetenzerwerbs Nach 1945 Prophylaxe und Bewahren: Nachkriegszeit . Ausbau Deutschlands zum totalen Führerstaat . welches sich sein Wissen selbst erwirbt .Bücherverbrennung. eigenständiges Denken .Medienpädagogik unabhängig von administrativen Vorgaben .Otto: forderte Unterrichtsfilme. soll veranschaulichen und Interessen der Kinder entgegenkommen. Berufsverbot für Künstler .weiterhin Bedenken gegen Bilderflut 3 Ab 1933 .größte Phase des Unterrichtsfilms (Filme von Leni Riefenstahl) . Film kann zu einer Ganzheitlichkeit der Betrachtung führen Schulfilmbewegung: .vom Sehen der Oberfläche zum Schauen als reflektierende und hinterfragende Betrachtung .Fähigkeit zum Sehen schulen -> Praxis der Seherziehung .

Wahren und Guten -> Film kann hemmen Neuhäusler: Zusammenhang von Gewaltdarstellung und Gewalthandeln.Konservative Vorstellung von Familie und Moral . Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften 1954 gegründet Bewahrpädagogik in 50ern und 60ern: . da Manipulationsangst . „Gesetz über Verbreitung jugendgefährdender Schriften“ 1953.V.Themenbereiche der Kinoreformer: Schutz labiler Kinder.Westdeutschland erlebt Wirtschaftswunder .schlechte Filme sind moralisch zersetzend . da das Realitätsbewusstsein der Jugendlichen schwindet Wasem: Bildungsideal des Schönen.DDR gründete DEFA .Untersuchungen von Gewalttätigkeit von Jugendlichen und Tötungen im Film .Gründung der FSK 1949 und Erlassung des „Gesetzes zum Schutz der Jugend“ 1951.Gründung der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten .Aufbau des bolschewistischen Feindbildes . Katharsishypothese) = MP an System angepasst: Entwicklung des Jugendmedienschutzes Martin Keilhacker .. Zuschauer verroht = behavioristische Grundannahmen: Medieninhalte bewirken monokausal Einstellungen und Verhaltensweisen beim Rezipienten (Imitation der Handlung.kriminelle Inhalte führen zum Antrieb (Verstärkung).USA beliefert Europa mit Filmen aus Hollywood (gewalthaltig trotz angeblich pazifistischer Einstellung) .Diskussion um Film „Die Sünderin“ mit Hilde Knef . der Film dient quasi als unbewusste Vorbereitung der bösen Tat. Immunisierung gegen Gewaltdarstellung. Konservierung der pädagogischen Idylle.die Vereinten Nationen entstehen .der Westen etablierte Demokratie und neues Ökonomiesystem (ohne Bewältigung der Vergangenheit) .Misstrauen gegen Film als Unterrichtsmittel. Manifestierung des Moralkodexes .Wehrmachtspsychologe (Eignungstests) . (heute 4 .gründete 1947 den Arbeitskreis Jugend und Film e.

gegen Sexualmoral und ungestraften Faschismus der Vatergeneration. Diskussion des Marxismus . Kleinkinder behalten Einzelbilder.vorgeführt wurde der erzieherisch wertvolle Film unter Berücksichtigung entwicklungspsychologischer Erkenntnisse .wissenschaftliches Interesse: Aufklärung der filmischen Wirkmechanismen.Ergebnisse: Verstehen optischer Eindrücke wächst mit dem Alter. um sie nutzbar zu machen .Mauerbau . bis 12 Jahren sehen Kinder ichbezogen. Jugendliche distanzieren sich von Filmrealität .Suche nach Maß für Belastung der Kinder bei erregenden Szenen (Wiggle-Test.initiierte Jugendfilmvorführungen -> führte ausdruckspsychologische Beobachtungen durch -> Reaktionen auf Filmdarstellungen sind entäußerbar .Schulfernsehen und programmiertes Lernen wurden gestützt und finanziert .gründete 1956 Zeitschrift „Jugend und Film“ (heute „merz“) . ihn kritisch zu beurteilen.Fernseher wurde zum Massenmedium.Verknüpfung von Forschung und Praxis .Medien als funktionale Wissensvermittler (Ersatz von Lehrkräften) -> Möglichkeit. Studentenrevolte gegen überkommene Bildungsanstalt. ab 8 Jahren ist Verstehen von Szenen möglich. Pulsfrequenz) .Medien haben eigenständige Bildungsfunktion -> Eigengesetzlichkeit -> Mensch muss sich an Technik anpassen (neue seelische Grundhaltung) = Keilhacker forcierte die aktive Rezeptivität = Erziehung zur Kritikfähigkeit Aufbruch und Krise: Paradigmenwechsel in den 60ern .Legitimationskrise der BRD.Filmgespräch: anhand von Reflexion sollten Kinder befähigt werden. seine Machart zu durchschauen und eine bewusste Wahl des Films treffen zu können . Bildungschancen gleich zu verteilen 5 60er/70er . den Film zu verarbeiten. .JFF München) .

Bildungsprogramme im Fernsehen . allgemeiner Bildungsrückstand) . verarbeiten und in handeln umsetzen . sondern Öffentlichkeit schaffen beschlagnahmte Freizeit ..Sputnik-Schock -> Bildungskrise (soziale Herkunft bedingt Bildungsabschluss. er kann Wissen aufnehmen.Computer trat in die Arbeitswelt ein .das gesellschaftlich handelnde Subjekt steht im Zentrum .das Radio soll von einem Distributions.Orientierung auf Emanzipation und Partizipation = politisch-emanzipatorische MP Brechts Radiotheorie .Mensch als black box. trotz Import der Gewaltforschung aus den USA (Bandura: Modell des aggressiven Handelns und Frustrations-AggressionsAuslösereiz-Modelle) Paradigmenwechsel .jeder ist potenzieller Medienproduzent -> aktives und selbsttätiges Individuum im gesellschaftlichen Kontext -> neues Subjektverständnis -> Medien sind „nur“ Bestandteil des sozialen Kontextes (Mediensozialisation) und Mittel zur Auseinandersetzung mit der Lebenswelt -> dienen der Artikulation eigener Positionen .Konjunktur der bildungstechnologischen Medienpädagogik Skinner: .vermehrte Bildungs-Investitionen 6 .zu einem Kommunikationsapparat avancieren. nicht mehr nur Meinungen verteilen.Lernprogramme für gesteuertes und optimiertes Lernen .Rückgang der Bewahrpädagogik.Medien als Mittel der Demokratisierung und des kulturellen Austausches .

Entwicklung von Modellen und Forschungsdesigns 7 . Jürgen Habermas. Handelndes Lernen: Methode der k. Selbstorganisation = emanzipatorischer Mediengebrauch Adorno/Horkheimer: Kritische Theorie der Frankfurter Schule .Rezipient als manipuliertes Opfer (Begriff Mündigkeit wird aktuell) = Kritik an Kulturindustrie = Grundstein der handlungsorientierten Medienpädagogik 1. Sender ist Empfänger.Analyse der Massenmedien entschlüsselt den Ideologiegehalt -> Methode zur Untersuchung der Bildsprache . Erfahrungsbewältigung und – darstellung = Selbstbestimmung 3. Dieter Baacke): gemeinsamer Kommunikationsprozess. Mitgestaltung = reflexiv-praktische Medienaneignung . Authentische Erfahrung: Überwindung des vorgefertigten Bewusstseins. sie sind industriell erzeugte Ware (Marx) .Medien schaffen falsches Bewusstsein. Herstellung einer Gegenöffentlichkeit 2.K. politische Lernprozesse. Veränderung. Mobilisierung der Massen.fordert dezentralisierte Programme. kommunikative Kompetenz (Noam Chomsky..Aufkommen der kritischen Medientheorie: Medienkritik war Kritik am Herrschaftssystem .Enzensbergers Bausteine . geschieht mit und an Gegenstandsbereichen sozialer Realität: Aneignung.

Handlungsorientierte Medienpädagogik mit Blick auf das autonome gestaltende Individuum . Technologische Medienpädagogik als Verstärkung von Lehren und Lernen .Forderungen nach entwicklungsangemessenen und wertkonformen Inhalten . Normative Medienpädagogik als Weiterführung der Bewahrpädagogik .Optimierung und Forcierung von Lehr.als intervenierende Variable zwischen Rezipient und Kommunikat . Helga Theunert = Ende der 60er entstand Begriff Medienpädagogik = 70er fruchtbarste Zeit für Medienpädagogik Ausdifferenzierung der Medienpädagogik in 3 Hauptrichtungen 1.einfaches Stimulus-Response-Wirkmodell: Rezipient empfängt.verweigerter Zugang zu bestimmten Inhalten 2.von ökonomischen Bedingungen abhängig 3.Verantwortung der Produzenten (Jugendmedienschutz) . speichert und reproduziert Wissen (Traum von der verlustfreien Übertragung und Bildungsgleichheit) .abhängig von ökonomischen Notwendigkeiten und von den Vorgaben der Bildungsadministration .Ziel ist kritische-reflexive Mitgestaltung von Gesellschaft 8 Ab 70er . verarbeitet.= Idee der aktiven Medienarbeit Fred Schell.und Lernvorgängen .

Medien als Artikulationsmittel der Mehrheit . Einbezug der Politik .kritische Reflexion der Funktion .Bundesprüfstelle kann Videofilme indizieren . sich zu organisieren .Technikkrise -> Atompolitik 9 .1973 erscheint sein Grundlagenwerk „Kommunikation und Kompetenz“ .Misstrauen der Medienpädagogik gegen Neue Medien und Angst vor Instrumentalisierung .Computerisierung. Verkabelung.1984 Gründung der „Gesellschaft für Medienpädagogik und Kommunikationskultur) Dieter Baacke .handelnd Alternativen anstreben Ab 80er Die Informationsgesellschaft .Beitrag zur wissenschaftlichen Fundierung (Professionalisierung) des Faches sowie zur Bildungspraxis..FSK bewerte Kinofilme .stimulierte Diskussion um Medienkompetenz seit den 60ern.Videogewalt und Videotheken .duales System: kommerzielles Rundfunkwesen zugelassen .Versuch.Befähigung zur Artikulation von (kollektiven) Interessen .Misstrauen gegen digitale Technik (Verwendung der Daten unkontrollierbar) .Zeit der poltischen Konsolidierung .Schwerpunkt handlungsorientierte MP . Kommerzialisierung .Gründung von offenen Kanälen (Bürgerradio als große Hoffnung auf Meinungsdemokratie) .Einführung einer informationstechnischen Grundbildung in Schulen .Medien und Inhalte als Produkt und Teil eines sozialpolitischen Kontextes betrachten . ausgehend von der kommunikativen Kompetenz . Programmvermehrung.