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Basketball

Zwei Trainingsmethoden zur Verbesserung der Treffsicherheit im Vergleich

zur Verbesserung der Treffsicherheit im Vergleich Projektarbeit Alte Kantonsschule Aarau Von Aileen Oskam,

Projektarbeit Alte Kantonsschule Aarau

Von Aileen Oskam, Anna Lüber, Annick Roth und Dijana Milenkovic Eingereicht bei Simon Scholl und Michael Kappeler Januar 2016

Inhaltsverzeichnis

 

1. Vorwort

3

2. Motivation

3

3. Dank

3

4. Problemstellung

4

5. Ziele und Fragestellungen

5

6. Theoretische Grundlagen

7

6.1 Bewegungspräzision

7

6.2 Koordination

7

6.3 Trainingsmethoden

10

6.4 SPD-Grundstellung

11

6.5 Sprungwurf

11

 

7. Methode

13

7.1 Vorgehen

13

7.2 Wurftest

14

 

7.2.1 Material

14

7.2.2 Methode

14

7.3

Das Training

15

7.3.1 Material

15

7.3.2 Methode

15

7.4

Die Auswertung

19

8. Resultate

20

8.1 Die Gruppen im Vergleich

20

8.2 Die Gruppen im Vergleich ohne Ausreisserwert

22

8.3 Verhältnisse innerhalb der einzelnen Gruppen

23

9. Diskussion

24

9.1 Fragestellung 1

24

9.2 Fragestellungen 2 und 3

25

9.3 Fragestellung 4

26

10.

Fazit und Schlusswort

28

11.

Zusammenfassung

30

12.

Quellenverzeichnis

31

14.

Anhang

I

14.1.1

Testergebnisse der Technikgruppe

I

14.1.2 Testergebnisse

der

Wurfgruppe

I

14.1.3 Testergebnisse

der

Kontrollgruppe

II

14.1.4 Veränderungen der Technikgruppe

 

II

14.1.5 Veränderungen

der

Wurfgruppe

II

14.1.6 Veränderungen der Kontrollgruppe

 

III

14.1.7 Durchschnittliche Veränderungen der

drei

Gruppen

III

14.1.8 Verhältnis zwischen Verbesserungen und Verschlechterungen der Treffsicherheit

III

14.2

Anti-Plagiat-Erklärung

 

IV

1.

Vorwort

In vielen Sportarten wie Fussball, Handball und Basketball spielt die Treffsicherheit eine sehr grosse Rolle. Treffen die Spieler das Goal oder den Korb nicht, können sie auch keine Spiele gewinnen. Es ist bekannt, dass die Schweiz in keiner dieser Sportarten zur Weltspitze gehört. Doch was machen sie denn in anderen Ländern besser?

Talent reicht für eine bessere Leistung meist nicht aus, auch die Technik und harte Arbeit sind enorm wichtig. Für Trainer sowie Athleten ist ein optimales Training zur Verbesserung der Technik und somit auch der Treffsicherheit immer sehr zentral. Wir haben uns die Frage gestellt, welche Trainingsmethode für den Korbwurf im Basketball optimal ist, um in kurzer Zeit eine klare Verbesserung erkennen zu können und vielleicht auch einmal an eine Wurfquote eines Spielers aus der NBA, der besten Liga der Welt, heranzukommen.

2. Motivation

Als Leistungssportler und Sportschüler der Alten Kantonsschule Aarau haben wir das Privileg, jeden Tag genügend Zeit zu haben, um an unserer Technik in der jeweiligen Sportart zu feilen. Trotzdem mussten wir alle feststellen, dass wir International noch nicht mithalten können. Bei den Techniktrainings gibt es somit noch grosses Verbesserungspotential. Zwei aus unserer Gruppe spielen Basketball und sind selber auch als Trainerinnen tätig. Sie mussten feststellen, dass im Nachwuchsbereich nicht ausreichend an der Wurftechnik gearbeitet wird und somit später als erwachsene Spieler dort einige Defizite zu erkennen sind. Wir haben es uns in dieser Arbeit zur Aufgabe gemacht, im Basketball die effektivste Trainingsmethode für die Wurftechnik zu finden.

3. Dank

Unser grösster Dank gilt den Basketballspielern der U14 Junioren Dragons des Basketballclubs Alte Kanti Aarau, welche mit grossem Tatendrang an die ihnen gestellten Aufgaben gegangen sind und uns die Arbeit damit enorm erleichtert haben. Ebenfalls möchten wir uns bei den Eltern der Kinder bedanken, die uns während der gesamten Zeit ihr vollstes Verständnis und Vertrauen entgegen gebracht haben. Zu guter Letzt bedanken wir uns auch ganz herzlich bei Herrn Kappeler und Herrn Scholl, welche uns bei dieser Arbeit mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen tatkräftig unterstützt haben.

4. Problemstellung

Die Schweiz ist im Basketball international gesehen ein Aussenseiter. Doch woran das liegt, konnte bisher noch niemand genau ergründen. Es gibt natürlich viele verschiedene Gründe für unsere Unterlegenheit, einer davon ist sicherlich die Wurfquote der einzelnen Spieler, welche meist deutlich schlechter ist als diejenige der Gegner. Was die Wurftechnik anbelangt, gibt es somit noch sehr viel Verbesserungspotential in der Schweiz. In vielen Vereinen wird dem Wurftraining viel zu wenig Zeit gewidmet. Im Basketball kann man aber nur erfolgreich spielen, wenn man auch mehr Körbe als der Gegner trifft. Es ist nun offensichtlich, dass es sinnvoll ist, ins Wurftraining viel Zeit zu investieren, da dadurch das Körbewerfen erleichtert werden kann. Die Frage ist nun, wieso dies nur sehr wenige Vereine der Schweiz umsetzen? Wahrscheinlich ist der Grund einer, den niemand gerne zugeben möchte: das nötige Know-how ist nicht vorhanden. Vielleicht wissen die Trainer Bescheid, wie ein Wurf ausgeführt werden muss, aber nicht, in welcher Form dieser trainiert werden sollte und worauf man genau achten muss. Zum anderen könnte auch die fehlende Zeit ein Grund sein, denn um eine Bewegung erlernen zu können, braucht es sehr viele Wiederholungen. Wir werden in der Folge den Wurf genauer unter die Lupe nehmen und zwei verschiedene Trainingsmethoden auf deren Wirkung testen und miteinander vergleichen. Worum genau es sich dabei handelt, wird später in der Arbeit erläutert. Zuerst wird ein Auge auf die Ziele und Fragestellungen geworfen.

5. Ziele und Fragestellungen

Ziel dieser Projektarbeit ist es, herauszufinden, welche Trainingsmethode für die Verbesserung der Treffsicherheit im Basketball am Effektivsten ist. Dazu werden zwei verschiedene Methoden untersucht. Zum einen wird das spezifische Techniktraining betrachtet, bei welchem die Kinder den Wurf in einzelnen Teilschritten erlernen sollen. Zum anderen wird die Wirkung einer hohen Wiederholungszahl untersucht. Hierbei sollen sich die Kinder selbständig die richtige Technik aneignen. Die Trainings werden während vier Wochen durchgeführt und mit Hilfe eines Wurftests ausgewertet. Die Unterschiede zwischen der Technikgruppe, der Wurfgruppe und der Kontrollgruppe werden anschliessend analysiert.

Aus der Problemstellung und dem Projektziel können folgende Fragestellungen formuliert werden:

Fragestellung 1: Kann man die Treffsicherheit beim Basketballwurf von Kindern zwischen 10 und 14 Jahren durch zielorientiertes Training in vier Wochen verbessern?

Hypothese 0: Es kann keine Verbesserung der Treffsicherheit nachgewiesen werden.

Hypothese 1: Es kann eine Verbesserung der Treffsicherheit nachgewiesen werden.

Fragestellung 2: Erzielt die Trainingsgruppe mit den spezifischen Übungen (Technikgruppe) die höhere Treffsicherheit, wie die Kontrollgruppe?

Hypothese 2: Die Treffsicherheit der Technikgruppe ist gleich oder schlechter als die der Kontrollgruppe.

Hypothese 3: Die Treffsicherheit der Technikgruppe ist besser, wie die der Kontrollgruppe.

Fragestellung 3: Erzielt die Trainingsgruppe mit dem Wurftraining (Wurfgruppe) die höhere Treffsicherheit, wie die Kontrollgruppe?

Hypothese 4:

Die Treffsicherheit

der Wurfgruppe ist

gleich oder

schlechter,

wie

die

der

Kontrollgruppe.

Hypothese 5: Die Treffsicherheit der Wurfgruppe ist besser, wie die der Kontrollgruppe.

Fragestellung 4: Besteht ein Unterschied zwischen den Probanden, welche die spezifischen Übungen gemacht haben und jenen, die währenddessen rein quantitativ Körbe geworfen haben?

Hypothese 6: Es kann kein Unterschied zwischen der Technikgruppe und der Wurfgruppe nachgewiesen werden.

Hypothese 7: Die Technikgruppe weist eine grössere Verbesserung der Treffsicherheit auf.

Hypothese 8: Die Wurfgruppe weist eine grössere Verbesserung der Treffsicherheit auf.

Damit schlussendlich alle Fragestellungen beantwortet werden können, wird ein gewisses Grundwissen benötigt, welches im nächsten Kapitel erarbeitet wird.

6. Theoretische Grundlagen

In diesem Kapitel werden alle zentralen Begriffe, die zum Verständnis dieser Arbeit beitragen erläutert.

6.1 Bewegungspräzision

Unter der Bewegungspräzision versteht man alle sportlichen Bewegungen, bei denen es darum

geht, ein bestimmtes Ziel zu treffen. Im Basketball ist das Ziel der Korb, welcher mit dem Ball

getroffen werden soll. Die Bewegungspräzision hängt stark von der Kopplungsfähigkeit, der

Orientierungsfähigkeit und der Differenzierungsfähigkeit der Person ab. Dabei handelt es sich um

koordinative Fähigkeiten, die im nächsten Unterkapitel kurz erläutert werden. 1

6.2 Koordination

„Die

Koordination

im

Sport

bezeichnet

die

fein

abgestimmten

Wechselbeziehungen

der

Rezeptoren (Sinnesorgane), des Nervensystems (ZNS) und der Muskulatur eines Menschen.“ 2

Die Koordination wird benötigt, um Situationen zu meistern, die ein schnelles und zielgerichtetes

Handeln erfordern. Während sie im Alltag lebensnotwendig ist, ist die Koordination auch bei der

sportlichen Leistungsfähigkeit von grosser Bedeutung. 3

Durch ein hohes Niveau der koordinativen Fähigkeiten im Zusammenwirken mit einem breit

angelegten Bewegungsrepertoire lassen sich neue, respektive schwierigere Bewegungen,

schneller und effektiver erlernen. Sie ermöglichen einem Sportler, dass die bereits angelegten

technischen Fertigkeiten wirksamer genutzt werden, indem sie auf verschiedene Situationen

angepasst angewendet werden können. Auch ermöglicht eine gute Grundlage der Koordination

eine hohe Effizienz beim Erlernen von Bewegungsabläufen, welche gerade bei Kindern sehr

häufig vorkommt. Das frühe Schulkindalter bis hin zum Beginn der Pubertät ist die optimale

Lernphase der Koordination. In dieser Zeit ist die geistige Entwicklung sehr vorangeschritten und

dadurch haben sie eine hohe Konzentrationsfähigkeit. Dies ermöglicht ein präzises

Bewegungslernen. Neue und komplexere Formen können eingebaut werden, um die koordinativen

Fähigkeiten zu verbessern. 4

1 BAUMANN / REIM 1994, S. 151

2 DR. MED. NONNENMACHER 2014

3 HIRTZ 1981, S.348

4 WEINECK 2014, S. 793-794

Im Wesentlichen unterscheidet man zwischen fünf grundlegenden koordinativen Fähigkeiten:

Differenzierungs-, Gleichgewichts-, Orientierungs-, Reaktions- und Rhythmisierungsfähigkeit. 5 Daneben gibt es zwei weitere Fähigkeiten, die ebenfalls als sehr wichtig angesehen werden:

Die Kopplungsfähigkeit und die Umstellungsfähigkeit. 6

Die Differenzierungsfähigkeit zeigt sich sehr gut im Ballgefühl eines Athleten, da die muskuläre Feinabstimmung und Dosierung von Bewegungen die Differenzierung charakterisieren. Der Korbwurf stellt sehr hohe Anforderungen an die Differenzierungsfähigkeit. Es kommt auf den richtigen Krafteinsatz beim Absprung, das kontrollierte Hochführen des Balles, einem angemessenen Fingerdruck am Ball und auf die Muskelentspannung bei der Wurfbewegung an. Allfällige Mängel dieser Fähigkeit lassen sich sehr schnell im Ermüdungszustand erkennen, wenn die Genauigkeit der Pässe abnimmt oder Körbe in einem Basketballspiel nicht mehr getroffen werden. 7

Das Gleichgewicht ermöglicht einer Person, den Körper in Ruhe oder während einer Bewegung so zu kontrollieren, dass eine stabile Körperposition bewahrt oder wiederhergestellt werden kann. Körperverlagerungen und die Gleichgewichtskontrolle im Absprung durch Behinderung des Gegners kommen im Basketball beim Korbwurf sehr häufig vor und sollten deshalb regelmässig trainiert werden. 8

Die Orientierungsfähigkeit ermöglicht es dem Athleten, sich im Raum besser zu bewegen respektive die Veränderungen in Raum und Zeit richtig einschätzen zu können. Ein Basketballspieler muss beispielsweise wissen, wo seine Mitspieler und wo seine Gegner stehen. Dabei ist auch eine aktive Wahrnehmung der Bedingungen im Raum, also beispielsweise die Richtung und Entfernung zum Korb, für den Wurf sehr entscheidend. 9

Die Reaktionsfähigkeit ist die Fähigkeit einer schnellen Einleitung und Ausführung von Bewegungen auf ein Signal hin. Dieses Signal kann akustisch, visuell oder durch Berührungen auftreten. Die schnelle Reaktion auf visuelle Signale und Berührungen ist entscheidend für den Korbwurf während eines Spiels. Der Werfer muss auf die Abwehr der Gegner reagieren können, um erfolgreich punkten zu können. 10

5 BIRRER u.a. 2009, S. 12

6 DR. MED. NONNENMACHER 2014

7 GLASAUER 2003, S. 62

8 WEINECK 2014, S. 795

9 GLASAUER 2003, S. 62

10 RIEDER / LEHNERTZ 1991, S. 899

Eine weitere Fähigkeit ist die Rhythmisierung. Sie befähigt einen Athleten einerseits zum schnellen erfassen und realisieren von Bewegungen. Andererseits ermöglicht sie eine korrekte zeitliche Abfolge sowie das Speichern und Wiedergeben einer Bewegung. Der Athlet kann sich durch eine gute Rhythmisierungsfähigkeit einen inneren Rhythmus vorgeben, um eine neue Bewegung erlernen zu können oder diese anschliessend zu optimieren.

Bei der Kopplungsfähigkeit geht es darum, Teilkörperbewegungen aufeinander abzustimmen in Bezug auf eine Gesamtkörperbewegung. Bezogen auf die Wurfbewegung im Basketball stellt auch diese Fähigkeit hohe Anforderungen. Die gleichzeitigen und kombinierten Bewegungen aus Springen, Armheben, Werfen und Landen sind dabei die wichtigsten Teilelemente zur Realisierung eines Korbwurfes. 11

Die Umstellungsfähigkeit ist die Fähigkeit, aufgrund von veränderten Umgebungsbedingungen

während einem Handlungsablauf das Handlungsprogramm den neuen Bedingungen anzupassen oder gegebenenfalls eine komplett neue Bewegung zu starten 12 . Diese Fähigkeit ist für eine

variable Wurfausführung eines Spielers von grosser

Bedeutung 13 .

Um eine gute Koordination zu besitzen, reicht es jedoch nicht, nur eine dieser Fähigkeiten zu besitzen. Jede Fähigkeit hat einen grossen Einfluss auf das Leistungsniveau eines Athleten und sollte daher nicht vernachlässigt werden. Dieser breite Einfluss lässt sich exemplarisch im Basketballspiel zeigen: Die hohen Anforderungen ergeben sich aus den Beziehungen zwischen dem Spieler mit dem Ball, dem Gegner und den Mitspielern. Nicht zu vergessen sind auch die Technik, Taktik und die Spielregeln. Die koordinativen Fähigkeiten sind daher entscheidend für die Eigenleistung eines Athleten sowie auch für die gesamte Spielleistung des Teams. 14

11 GLASAUER 2003, S. 62

12 DR. MED. NONNENMACHER 2014

13 GLASAUER 2003, S. 62

14 GLASAUER 2003, S. 62

6.3 Trainingsmethoden

Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Vorgehensweisen, um eine Bewegung zu erlernen. Man unterscheidet den offenen und den strukturierten Lernweg. Beim offenen Lernweg versuchen die Jugendlichen die Bewegung selbständig zu erlernen. Dabei kann es verschiedene Lösungen geben.

Beim strukturierten Lernweg geht es darum, die Bewegung in einzelne Teile zu unterteilen. Hierbei wird zwischen zwei Methoden unterschieden: der Ganzheitsmethode und der Teilmethode.

Bei der Ganzheitsmethode geht es darum, die Zielbewegung von Anfang an ganz zu üben, jedoch unter erleichterten Bedingungen. Je besser die Lernenden die Bewegung ausführen, desto mehr Lernhilfen können abgebaut werden.

Die Zielbewegung wird bei der Teilmethode in einzelne Teilschritte unterteilt. Die einzelnen Elemente können zuerst erlernt und am Ende zusammengeführt oder schrittweise kombiniert werden.

Die beiden Lernmethoden können auch miteinander kombiniert werden. 15

In der folgenden Abbildung werden die einzelnen Methoden zusammengefasst.

Abbildung werden die einzelnen Methoden zusammengefasst. Abb. 1: Zusammenfassung der einzelnen Lernwege (B IRRER

Abb. 1: Zusammenfassung der einzelnen Lernwege (BIRRER u.a. 2009, S. 38)

15 BIRRER u.a. 2009, S. 37

6.4 SPD-Grundstellung

SPD steht für shoot, pass, dribble oder auf Deutsch werfen, passen, dribbeln. Sobald ein Spieler den Ball erhält, nimmt er diese Grundstellung ein. Aus dieser Position kann er werfen, passen und dribbeln und hält sich somit alle Optionen offen. Wie auf der Abbildung 2 zu sehen ist, sind bei der Grundstellung die Füsse parallel, ungefähr hüftbreit und die Knie sind leicht gebeugt. Der Ball wird mit beiden Händen etwa auf Brusthöhe gehalten. Der Oberkörper ist aufrecht. 16

6.5 Sprungwurf

gehalten. Der Oberkörper ist aufrecht. 1 6 6.5 Sprungwurf Abb. 2 : korrekte Grundposition Grundsätzlich ist

Abb. 2: korrekte Grundposition

Grundsätzlich ist der Sprungwurf sehr individuell, es gibt jedoch gewisse sehr wichtige Grundelemente, die beachtet werden sollten.

Die Ausgangslage jedes Wurfes ist die Grundposition. Dies lässt sich in der 3. Abbildung erkennen.

Die schwache Hand liegt an der Seite des Balls und dient nur zum Stützen. Die Wurfhand ist hinter dem Ball und alle Finger sind gespreizt. Der Ball liegt nicht auf der ganzen Hand, sondern hauptsächlich auf den Fingerspitzen, sodass sich ein kleines Loch bildet. Das Handgelenk ist nach hinten geklappt.

Bei der Ausführung ist die richtige Koordination zwischen den Beinen und den Armen sehr wichtig, da die Beine für die nötige Kraft und die Arme für die Präzision zuständig sind. Beim Hochspringen wird zunächst die Hand unter den Ball gebracht und schliesslich der Arm gestreckt und das Handgelenk explosiv nach unten geklappt. Diese Punkte lassen sich gut an den Abbildungen 4 und 5 erkennen. Der Zeige- und Mittelfinger sind die letzten am Ball und bewirken die rasche Rückwärtsbewegung des Balles.

Wie die Abbildung 6 zeigt bleibt nach dem Wurf der Wurfarm gestreckt und das Handgelenk geklappt, bis der Ball den Ring berührt. Die Landung sollte möglichst an der Absprungstelle erfolgen. 17

16 STEPPICH 2012

17 HAGEDORN / NIEDLICH / SCHMIDT 1996, S. 152

Die folgenden Abbildungen zeigen den Ablauf eines korrekten Sprungwurfes.

Abbildungen zeigen den Ablauf eines korrekten Sprungwurfes. Abb. 3 : Grundposition vor dem Wurf Abb. 5:

Abb. 3: Grundposition vor dem Wurf

korrekten Sprungwurfes. Abb. 3 : Grundposition vor dem Wurf Abb. 5: Ausführung des Wurfes Abb. 4

Abb. 5: Ausführung des Wurfes

: Grundposition vor dem Wurf Abb. 5: Ausführung des Wurfes Abb. 4 : Wurfarm unter den

Abb. 4: Wurfarm unter den Ball führen

des Wurfes Abb. 4 : Wurfarm unter den Ball führen Abb. 6 : korrekte Landung Im

Abb. 6: korrekte Landung

Im folgenden Kapitel wird genau erläutert wie wir die Gruppen unterteilt haben und welche Übungen sie durchführen mussten.

7. Methode

Im folgenden Kapitel wird die Methode, die für diese Arbeit angewendet wurde, beschrieben. Dabei sollte die Untersuchungsmethode in erster Linie der Beantwortung der Fragestellungen dienen.

7.1 Vorgehen

Anhand von Recherchen wurde herausgefunden, dass es verschiedene Methoden für das Erlernen einer neuen Bewegung gibt. Wie im theoretischen Teil beschrieben, wird zwischen dem offenen und dem strukturierten Lernweg unterschieden. In dieser Arbeit werden diese zwei Methoden auf ihre Wirkung getestet und miteinander verglichen. Beim strukturierten Lernweg wird die Teilmethode gebraucht, da sich der Wurf sehr leicht in einzelne Elemente zerlegen lässt.

Dazu mussten zuerst etwa zwanzig geeignete Probanden gefunden werden, die bereit waren, während vier Wochen unser spezifisches Trainingsprogramm durchzuführen. Die Probanden durften nicht zu jung sein, da bereits die Fähigkeit, einen Sprungwurf selbständig durchzuführen, vorhanden sein musste. Sie durften aber auch nicht zu alt sein, da das Verbesserungspotential des Wurfes mit zunehmendem Alter und zunehmender Erfahrung sinkt. Somit wurden männliche Probanden zwischen zehn und vierzehn Jahren gesucht. Es fand sich gleich eine passende Testgruppe, nämlich das Basketball Team HU14 vom BC Alte Kanti Aarau, welches aus 21 Spielern besteht.

Die Testgruppe wurde in drei gleich grosse Gruppen à sieben Spieler unterteilt. Die Unterteilung der Probanden wurde zufällig getroffen.

Die Treffsicherheit der Probanden wurde an zwei Testtagen im Abstand von exakt vier Wochen untersucht. Dieser Abstand von vier Wochen wurde bewusst gewählt, da ein Basketballspieler nach der Sommerpause nur genau acht Wochen für die gesamte Vorbereitung zur Verfügung hat, bevor dann die neue Saison beginnt. Von diesen acht Wochen werden vier der Taktik gewidmet. In den anderen vier Wochen stehen individuelle, technische Schwerpunkte im Vordergrund, wie beispielsweise der Wurf.

Zwischen den beiden Wurftests haben die Probanden in ihrem Training an ihrer Treffsicherheit gearbeitet. Das Training fand jeweils zwei Mal pro Woche am Dienstag- und Freitagabend statt. Unter der Leitung ihrer Trainerinnen haben die drei Gruppen in jedem Training jeweils während 15 Minuten unterschiedliche Aufträge durchgeführt. Diese 15 Minuten wurden gewählt, da die durchschnittliche Konzentrationsdauer eines Kindes im Alter von zehn bis vierzehn Jahren bei maximal dreissig Minuten liegt, dies aber für die Gruppe, welche nur wirft, zu lange dauern

würde. 18 15 Minuten hingegen ist für jede der drei Gruppen machbar und bietet dabei genügend Zeit für die spezifischen Übungen der Technikgruppe.

Die erste Gruppe, welche Technikgruppe genannt wurde, hat die Teilmethode getestet. Sie mussten somit vorgegebene Übungen zur Verbesserung der Treffsicherheit durchführen. Der Wurf wurde dazu auseinander genommen und für jedes Element haben sie eine Übung durchgeführt. Die zweite Gruppe, die Wurfgruppe, hat durch wiederholtes Werfen auf den Korb an ihrer Treffsicherheit gearbeitet. Sie haben somit den offenen Lernweg ausprobiert. Die dritte Gruppe, die Kontrollgruppe, hat nicht auf die Körbe geworfen. Sie durfte ein alternatives Programm ohne Wurftraining absolvieren.

Das Ziel war es, bei der ersten und zweiten Gruppe eine Verbesserung der Treffsicherheit zu erzielen und somit eine höhere Anzahl an getroffenen Würfen am zweiten Testtag messbar zu machen.

Die Kontrollgruppe hat keine der Trainingsmethoden ausprobiert, damit ein Vergleich mit Probanden, die an ihrer Treffsicherheit gearbeitet haben, möglich ist.

In den nächsten Unterkapiteln wird der Test- und Trainingsablauf genauer erläutert.

7.2 Wurftest

7.2.1

Material

Turnhalle

Basketballkorb

Basketbälle

Stoppuhr

Markierungen

Eine Turnhalle mit Basketballkörben wurde uns von der Sportanlage Telli Aarau zur Verfügung gestellt, das übrige Material vom BC Alte Kanti Aarau.

7.2.2

Methode

An zwei Testtagen im Abstand von vier Wochen wurden die Wurftests durchgeführt. Beim Wurftest wurde aus einer Distanz von etwa drei bis vier Metern zum Korb, von fünf Positionen je fünf Mal auf den Korb geworfen. Der Proband stand an die erste markierte Position und bekam dort von einem Partner nacheinander fünf Bälle zugeworfen, welche er mit einem Sprungwurf auf den Korb

18 SOMMER-STUMPENHORST 2015

werfen musste. Danach wurde zur Position zwei gewechselt. Nach diesem Verfahren warfen sie von allen fünf Positionen. Das ergibt 25 Würfe pro Proband. Für diese 25 Würfe gab es für jeden Probanden eine Zeitbegrenzung von neunzig Sekunden. Die Anzahl getroffener Würfe wurden gezählt und notiert.

Das Ziel dabei war es, unter Zeitdruck möglichst viele Würfe zu treffen.

Da das Ganze möglichst ähnlich wie in einem Spiel durchgeführt werden sollte, wurden die Positionen, welche in der Abbildung 7 blau markiert sind, gewählt. Kinder in diesem Alter werfen während einem Spiel am häufigsten von dort und bei einer weiteren Distanz zum Korb wären einzelne Probanden mit dem Wurf nicht einmal bis zum Korb gekommen. Auch der Zeitdruck sollte die Situation während des Spiels simulieren. Die Zeitbegrenzung von neunzig Sekunden wurde in einem Pretest ermittelt und dient dazu, dass die Probanden zwar unter Zeitdruck stehen, jedoch genug Zeit haben, sich vor jedem Wurf kurz zu konzentrieren. Abb. 7: Wurfpositionen

b b . 7 : W u r f p o s i t i o

7.3 Das Training

7.3.1 Material

Turnhalle

Basketballkörbe

Basketbälle

Markierungen

7.3.2

Methode

 

Während

der

vierwöchigen

Trainingsphase

hatten

die

drei

Gruppen

ein

unterschiedliches

Trainingsprogramm.

Die Technikübungsgruppe musste die vorgegebenen Übungen durchführen. Während der Durchführung wurden sie beobachtet und korrigiert. Der Sprungwurf wurde in seine einzelnen Elemente unterteilt und für jedes Element wurde eine spezifische Übung erarbeitet. Somit bestand das Trainingsprogramm aus den folgenden vier Technikübungen:

Ballannahme: Bei der ersten Übung ging es darum, die Grundposition richtig zu erlernen. Dazu mussten sich zwei Probanden, wie in der Abbildung 8, gegenüber stehen und sich gegenseitig den Ball zupassen. Sobald der Ball in ihren Händen landete mussten sie die richtige Grundposition einnehmen und in dieser Position einige Sekunden verharren, bis sie von uns korrigiert wurden. Wichtig bei dieser Übung ist, dass die Hände bereit sind und der Ball nach der Annahme nicht mehr bewegt wird, denn dafür bleibt im Spiel keine Zeit. Zudem werden die korrekte Fussstellung und die Position der Hände überprüft. In der Abbildung 9 ist zu sehen, wie auch der Spieler ohne Ball immer bereit ist, den Ball zu fangen und die richtige Grundposition einzunehmen.

Ball zu fangen und die richtige Grundposition einzunehmen. Abb. 8: Übung 1, Ballannahme Abb. 9 :

Abb. 8: Übung 1, Ballannahme

die richtige Grundposition einzunehmen. Abb. 8: Übung 1, Ballannahme Abb. 9 : Übung 1, korrekte Grundposition

Abb. 9: Übung 1, korrekte Grundposition

Wurfhand: Im Zentrum bei dieser Übung stand die Wurfhand. Als erstes mussten die Probanden den Ball locker auf die starke Hand legen, wie in Abbildung 10. Meist liegt so der Ball automatisch richtig in der Hand. Ansonsten wurden die Probanden korrigiert. Wie in der Abbildung 11 mussten sie anschliessend die Hand nach hinten drehen, so dass sich die Wurfhand unter dem Ball befindet. Die schwache Hand wurde locker neben den Ball gehalten, ohne diesen zu berühren. Dies lässt sich gut an der Abbildung 12 erkennen. Schlussendlich ging es darum, den Wurfarm explosiv zu strecken und das Handgelenk nach unten zu klappen, wie dies der Proband auf der Abbildung 13 getan hat. Bei dieser Übung wurde darauf geachtet, dass sie den Ball richtig auf der Hand haben und ein kleines Loch zu erkennen ist. Zudem war es wichtig, dass der Ball in der Luft eine Rückwärtsrotation aufweist.

dass der Ball in der Luft eine Rückwärtsrotation aufweist. Abb. 10 : Übung 2, Ball auf

Abb. 10: Übung 2, Ball auf ausgestreckter Hand

aufweist. Abb. 10 : Übung 2, Ball auf ausgestreckter Hand Abb. 12 : Übung 2, Hand

Abb. 12: Übung 2, Hand unter den Ball drehen

Hand Abb. 12 : Übung 2, Hand unter den Ball drehen Abb. 11 : Übung 2,

Abb. 11: Übung 2, Hand unter den Ball drehen

2, Hand unter den Ball drehen Abb. 11 : Übung 2, Hand unter den Ball drehen

Abb. 13: Übung 2, Arm explosiv strecken

Wurfsimulation: Bevor es daran ging, den gesamten Wurf korrekt durchzuführen, mussten die Probanden den Wurf ohne Ball simulieren. Als erstes positionierten sie die Füsse korrekt nebeneinander, wie in den Abbildungen 14 und 15. Anschliessend sprangen sie ab und streckten den Wurfarm zum richtigen Zeitpunkt. Hierbei standen vor allem die Beine im Zentrum. Zudem ging es vor allem um die richtige Koordination zwischen Armen und Beinen und darum, das Handgelenk richtig nach unten zu klappen, wie auf dem Bild Nr. 16 zu sehen ist. Vergleicht man die Abbildungen 14 und 17 miteinander, kann man erkennen, dass der Proband ungefähr an der Absprungstelle wieder gelandet ist, was bei dieser Übung auch sehr wichtig war. Ebenfalls ein entscheidender Punkt bei dieser Übung war das Gleichgewicht, welches sie möglichst nicht verlieren sollten.

welches sie möglichst nicht verlieren sollten. Abb. 14 : Übung 3, Füsse positionieren Abb. 16 :

Abb. 14: Übung 3, Füsse positionieren

verlieren sollten. Abb. 14 : Übung 3, Füsse positionieren Abb. 16 : Richtige Koordination Abb. 15

Abb. 16: Richtige Koordination

3, Füsse positionieren Abb. 16 : Richtige Koordination Abb. 15 : Übung 3, Bereit zum abspringen

Abb. 15: Übung 3, Bereit zum abspringen

Abb. 16 : Richtige Koordination Abb. 15 : Übung 3, Bereit zum abspringen Abb. 17: Handgelenk

Abb. 17: Handgelenk nach unten klappen

Ganzer Wurf: Bei der vierten und letzten Übung durften die Probanden den Wurf vollständig ausführen und auf den Korb werfen. Dabei wurden alle im Theorieteil erwähnten Punkte gleichermassen beachtet und verbessert.

Das Unterteilen in die einzelnen Elemente hat sich bereits im Schwimmen als eine sehr effektive Trainingsmethode erwiesen, weshalb sie in dieser Arbeit auch im Basketball auf ihre Wirksamkeit getestet wurde.

Die Wurfgruppe hat während 15 Minuten so viele Würfe genommen wie nur möglich. Aus den fünf Positionen des Wurftests haben die Probanden mit Fremdzuspiel auf den Korb geworfen. Dabei wurden sie nicht korrigiert. Es ging dabei um das quantitative Werfen auf den Korb und darum, das Endziel, nämlich möglichst viele Würfe zu treffen, ohne Fremdeinwirkung zu erlernen. Damit alle Probanden der Wurfgruppe fleissig Körbe warfen und nicht nur herumstanden, wurde eine Mindestanzahl von 50 Würfen festgelegt. Diese Zahl war jedoch nur eine untere Grenze. Es durften auch mehr Würfe genommen werden. Die Zahl 50 wurde gewählt, da diese Anzahl für Junioren gut erreichbar ist, sie sich aber trotzdem anstrengen und konzentrieren müssen.

Die Kontrollgruppe hat während den 15 Minuten ein alternatives Kraftprogramm durchgeführt, denn sie durften nicht auf die Körbe werfen.

7.4 Die Auswertung

Die Resultate des Wurftests wurden von Hand notiert und anschliessend in eine Excel-Tabelle übertragen. Zusätzlich wurden die Veränderung der Anzahl getroffener Würfe und die prozentuale Veränderung der einzelnen Probanden aufgelistet. Am Schluss wurde die durchschnittliche Veränderung der gesamten Gruppen berechnet.

Die genauen Resultate werden im nächsten Kapitel genauer aufgezeigt und erläutert.

8. Resultate

In diesem Kapitel werden die einzelnen Ergebnisse in Form von Diagrammen dargestellt. Zuerst wird ein Blick auf die durchschnittliche Änderung der jeweiligen Gruppen geworfen. Anschliessend wird das Verhältnis zwischen der Anzahl Probanden mit einer verschlechterten, gleichbleibenden oder verbesserten Treffsicherheit der jeweiligen Gruppen näher betrachtet.

8.1 Die Gruppen im Vergleich

Im Folgenden werden die Veränderungen der Gruppen unter die Lupe genommen.

Durchschnittliche Änderung der Treffer

8

6 4 3 2,9 2 0 Technikgruppe Wurfgruppe Kontrollgruppe -2 -1,9 -4 Anzahl Treffer
6
4
3
2,9
2
0
Technikgruppe
Wurfgruppe
Kontrollgruppe
-2
-1,9
-4
Anzahl Treffer

-6

Abb. 18: Durchschnittliche Änderung der Anzahl getroffener Würfe im Vergleich; rot markiert die Standartabweichung

Die in der obenstehenden Abbildung aufgeführten Werte zeigen die durchschnittliche Änderung der Anzahl getroffenen Würfen der drei Gruppen. Auffällig ist sicherlich, dass sich die Kontrollgruppe um durchschnittlich 1,9 Treffer verschlechtert hat. Zudem wird ersichtlich, dass sich die Technikgruppe und die Wurfgruppe beinahe gleich stark verbessert haben. Die Technikgruppe konnte sich durchschnittlich um 3,0 Treffer steigern und die Wurfgruppe um 2,9 Treffer. Die Standartabweichung gibt einen ersten Eindruck über die Streuung der Treffer innerhalb der Gruppen.

Durchschnittliche prozentuale Änderung

250%

200% 150% 100% 76% 52% -9,50% 50% 0% Technikgruppe Wurfgruppe Kontrollgruppe -50% -100% Abb. 19:
200%
150%
100%
76%
52%
-9,50%
50%
0%
Technikgruppe
Wurfgruppe
Kontrollgruppe
-50%
-100%
Abb. 19: Durchschnittliche prozentuale Änderung der Gruppen im Vergleich; rot markiert die Standartabweichung

In Abbildung 19 ist die durchschnittliche prozentuale Änderung der drei Gruppen aufgeführt. Wichtig hierbei ist, dass wir alle Probanden in diese Auswertung einbezogen haben, auch allfällige Ausreisser. Hier kann man sehen, dass sich die Technikgruppe um durchschnittlich 52% verbessert hat. Die Wurfgruppe konnte sich um 76% steigern und die Kontrollgruppe weist eine Verschlechterung von 9,5% auf. Zu erkennen ist auch, dass die Wurfgruppe eine Standartabweichung zwischen rund -50% und 200% besitzt.

Ein Proband bei der Wurfgruppe konnte sich um ganze 350% steigern. Dieser Proband kann als Ausreisser betrachtet werden und wird daher in der nächsten Graphik weggelassen, da Ausreisserwerte die Resultate erheblich manipulieren können.

8.2 Die Gruppen im Vergleich ohne Ausreisserwert

In der folgenden Abbildung wird ersichtlich, dass sich die Wurfgruppe ohne den Ausreisserwert um durchschnittlich 2,2 Treffer steigern konnte und die Standartabweichung nicht mehr so extrem ist.

Durchschnittliche Änderung nach Wegnahme der Ausreisserwerte

6

4 3 2,2 2 0 Technikgruppe Wurfgruppe Kontrollgruppe -2 -1,9 -4 Anzahl Treffer
4
3
2,2
2
0
Technikgruppe
Wurfgruppe
Kontrollgruppe
-2
-1,9
-4
Anzahl Treffer

-6

Abb. 20: Durchschnittliche Änderung nach Wegnahme der Ausreisserwerte; rot markiert die Standartabweichung
Abb. 20: Durchschnittliche Änderung nach Wegnahme der Ausreisserwerte; rot markiert die Standartabweichung
Durchschnittliche prozentualer Änderung nach Wegnahme der
Ausreisserwerte
120%
100%
80%
52%
60%
40%
30,50%
20%
0%
Technikgruppe
Wurfgruppe
Kontrollgruppe
-20%
-9,50%
-40%
-60%
Abb.
21:
Durchschnittliche
prozentuale
Änderung
nach
Wegnahme
des
Ausreissers;
rot
markiert
die

Standartabweichung

In der obigen Abbildung wird einen Blick auf die prozentuale Veränderung ohne Ausreisser geworfen. Dabei kann man sehen, dass die Wurfgruppe nun eine Verbesserung von 30.5% aufweist.

8.3 Verhältnisse innerhalb der einzelnen Gruppen

Die nächste Abbildung zeigt das Verhältnis zwischen der Anzahl Probanden, die sich im zweiten Wurftest verbessern konnten, der Anzahl Probanden mit gleich viel getroffener Würfe im ersten und zweiten Wurftest und der Anzahl Probanden mit einem schlechteren Ergebnis beim zweiten Wurftest. Bei der Technikgruppe resultiert ein Verhältnis von 1:0:6. Sechs von sieben Probanden konnten somit eine Verbesserung der Treffsicherheit vorweisen und nur ein Proband hat sich verschlechtert. Im Verhältnis von 0:3:4 der Wurfgruppe ist ersichtlich, dass sich kein einziger Proband verschlechtert hat. Drei Probanden weisen eine gleichbleibende Treffsicherheit, sowie vier eine Verbesserung der Treffsicherheit auf. In der Kontrollgruppe konnten sich lediglich zwei Probanden verbessern. Das Verhältnis von 4:1:2 wird durch ein Proband mit der gleichen Treffsicherheit und vier Probanden mit einer Verschlechterung der Treffsicherheit ergänzt.

Verhältnis zwischen der Verbesserung und der Verschlechterung der Treffsicherheit

8 7 6 2 5 4 1 4 6 3 2 4 3 1 0
8
7
6
2
5
4
1
4
6
3
2
4
3
1
0
1
0
0
Technikgruppe
Wurfgruppe
Kontrollgruppe

Anzahl Probanden mit einer3 1 0 1 0 0 Technikgruppe Wurfgruppe Kontrollgruppe Verbesserung der Treffsicherheit Anzahl Probanden mit

Verbesserung der Treffsicherheit

Anzahl Probanden mit gleichbleibender TreffsicherheitAnzahl Probanden mit einer Verbesserung der Treffsicherheit Anzahl Probanden mit einer Verschlechterung der

Anzahl Probanden mit einer Verschlechterung der TreffsicherheitAnzahl Probanden mit einer Verbesserung der Treffsicherheit Anzahl Probanden mit gleichbleibender Treffsicherheit

Abb. 22:Verhältnis zwischen der Verbesserung und der Verschlechterung der Treffsicherheit im Vergleich

9. Diskussion

9.1 Fragestellung 1

Bei der Fragestellung 1 geht es darum, ob man mit Hilfe eines zielorientierten Trainings während vier Wochen die Treffsicherheit beim Basketballwurf von Kindern zwischen 10 und 14 Jahren verbessern kann oder nicht. Um diese Fragestellung beantworten zu können muss zuerst ein genauer Blick auf die Abbildung 18 geworfen werden. Diese Abbildung zeigt die durchschnittliche Änderung der getroffenen Würfe von Testtag eins zu Testtag zwei der Gruppen im Vergleich. Man kann klar beobachten, dass sich nur die beiden Gruppen, die ein Training zur Verbesserung der Treffsicherheit durchgeführt haben, verbessern konnten. Diese Steigerung der Treffsicherheit fiel bei beiden Gruppen sehr deutlich aus. Die Technikgruppe konnte sich um durchschnittlich 3,0 Treffer und die Wurfgruppe um durchschnittlich 2,9 Treffer verbessern. Die Kontrollgruppe hat sich hingegen im Durchschnitt um 1,9 Treffer verschlechtert.

Dasselbe Bild zeigt sich bei Betrachtung der Abbildung 19, welche die durchschnittliche prozentuale Veränderung der drei Gruppen aufzeigt. Im Gegensatz zur Abbildung 18 konnte in dieser Abbildung die Wurfgruppe das beste Resultat erzielen. Sie verbesserte sich durchschnittlich um 76%. Die Technikgruppe konnte sich hingegen nur um 52% steigern und die Kontrollgruppe hat sich um 9,5% verschlechtert.

Bei der prozentualen Veränderung ist zu beachten, dass die Prozentwerte teilweise sehr gross ausgefallen sind. Dies liegt daran, dass eine tiefe Anzahl Würfe für den Test ausgewählt wurde. So wird die prozentuale Abweichung relativ schnell sehr gross, wenn ein Proband beim ersten Test beispielsweise nur zwei Treffer erzielen konnte. Bereits bei einer Steigerung von zwei auf vier Treffer ergibt sich dadurch eine prozentuale Veränderung von 100%.

Beachtet man nun, dass Ausreisser solche Durchschnittswerte wesentlich manipulieren können, werden in einem nächsten Schritt auch die Durchschnittwerte betrachtet, die ohne Ausreisserwerte entstanden sind. Dazu werden alle Werte, die im Kapitel 6 als solche entlarvt wurden, weggelassen.

Wirft man nun also einen Blick auf die Abbildung 21 sieht das Bild wieder deutlich anders aus. Die Werte der Technikgruppe bleiben gleich und sind somit weiterhin bei durchschnittlich 52%. Die Wurfgruppe verringert ihre prozentuale Treffsicherheit ohne den Ausreisser jedoch stark von 76% auf 30.5%. Die Kontrollgruppe bleibt bei einer Verschlechterung von 1.9%.

An diesen Werten ist sehr gut zu erkennen, dass sich trotz Wegnahme der Ausreisserwerte nur die zwei Gruppen, die ein spezifisches Techniktraining absolviert haben, verbessern konnten.

Dieses Bild wird bestätigt, wenn man zum Schluss die Abbildung 22 betrachtet. Hier wird ersichtlich, dass sich bei der Kontrollgruppe ganze vier Probanden verschlechtert haben und nur zwei konnten sich vom ersten zum zweiten Test verbessern. Die anderen zwei Gruppen haben zusammen nur einen Probanden, der sich verschlechtert hat und ganze 10 von 14 konnten sich steigern.

All diese Erkenntnisse sind ein Beweis dafür, dass durch zielorientiertes Training, die Treffsicherheit von Jugendlichen zwischen 10 und 14 Jahren in vier Wochen verbessert werden kann und somit die erste Hypothese bestätigt wurde.

9.2 Fragestellungen 2 und 3

Da die Fragestellungen 2 und 3 sehr ähnlich sind, werden diese nun gemeinsam im gleichen Unterkapitel behandelt. Bei Fragestellung 2 geht es darum, ob die Trainingsgruppe mit den spezifischen Übungen die höhere Treffsicherheit als die Kontrollgruppe erzielt hat oder nicht. Fragestellung 3 betrachtet anschliessend den Unterschied der erzielten Treffsicherheiten zwischen der Wurf- und der Kontrollgruppe.

Um diese beiden Fragestellungen beantworten zu können, muss zuerst die Abbildung 18 genauer betrachtet werden. Laut dieser Abbildung, welche die durchschnittliche Änderung der Anzahl getroffenen Würfe der drei Gruppen aufzeigt, konnten sich sowohl die Technikgruppe als auch die Wurfgruppe deutlich verbessern. Während sich diese um 3,0 und 2,9 Würfe steigerten, verschlechterte sich die Kontrollgruppe um ganze 1,9 Würfe. Dieses Bild, das sich nur die zwei Gruppen, welche ein spezifisches Training absolviert haben, verbessern konnten, zeigt sich auch bei der Betrachtung der Abbildung 20, trotz Wegnahme des Aussreisserwertes.

Dass sich die Kontrollgruppe als einzige Testgruppe nicht steigern konnte respektive sogar verschlechterte, liegt wahrscheinlich daran, dass sie als einzige Gruppe an keinem spezifischen Training teilnehmen durfte, sondern lediglich ein alternatives Training durchführen musste. Ein weiterer Aspekt könnte sein, dass diese Gruppe weniger motiviert die Trainingseinheiten und den darauffolgenden Test 2 absolvierten, da ihnen bewusst war, dass sie als Kontrollgruppe als Einzige nicht am Korbwurf arbeiten durften, obwohl genau dieser die Grundlage für ein gutes Resultat beim Test 2 bildet.

Erschreckend ist aber, dass sich laut Abbildung 22 ganze vier von sieben Probanden der Kontrollgruppe in den vier Wochen verschlechtert haben. Hier liegt das Verhältnis von gesteigerter und verschlechterter Treffsicherheit bei 2:4. Ein Proband konnte seine Leistung bestätigen.

Im Gegensatz zur Kontrollgruppe sieht das Verhältnis bei der Technikgruppe ganz anders aus:

sechs von sieben Probanden steigerten sich von Test 1 zu Test 2. Das Verhältnis von gesteigerten und verschlechterten Treffsicherheiten liegt somit bei 6:1.

Folglich ist ein markanter Unterschied zwischen der Technikübungsgruppe und der Kontrollgruppe zu erkennen. Die Treffsicherheit der Technikgruppe ist deutlich besser, als die der Kontrollgruppe und damit wurde die Hypothese 3 bestätigt.

Wie in Abbildung 22, welche das Verhältnis zwischen den Verbesserungen und den Verschlechterungen der Treffsicherheit der Wurfgruppe zeigt, ersichtlich wird, konnten sich vier Probanden der Gruppe verbessern und drei konnten ihre Leistung vom ersten Test bestätigen. Eine Auffälligkeit in der Wurfgruppe ist, dass sich kein Proband verschlechtert hat. Auch wenn man Proband 5, welcher sich in Abbildung 21 mit einer positiven Veränderung von 350% klar als Ausreisser einstufen lässt, nicht ins Verhältnis miteinbezieht, liegt dieses noch immer bei 3:3:0.

Mit dieser Erkenntnis lässt sich auch Fragestellung 3 beantworten. Es ist ein klarer Unterschied zwischen der Trainingsgruppe mit dem Wurftraining und der Kontrollgruppe zu erkennen. Die Treffsicherheit der Wurfgruppe ist deutlich besser, als die der Kontrollgruppe und damit wurde die Hypothese 5 bestätigt.

9.3 Fragestellung 4

Bei der vierten und letzten Fragestellung geht es darum, ob ein Unterschied zwischen der Technikgruppe und der Wurfgruppe festgestellt werden kann. Wie bereits erwähnt wurde, konnten sich sowohl die Technikgruppe wie auch die Wurfgruppe klar steigern. Dabei konnten sich die Probanden der Technikgruppe laut Abbildung 18 um durchschnittlich 3,0 Treffer verbessern. Die Wurfgruppe weist mit durchschnittlich 2,9 zusätzlichen Treffern beinahe die gleiche Steigerung auf. Hier kann somit noch kein grosser Unterschied festgestellt werden.

Betrachtet man nun weiter die Abbildung 19 sieht es ganz so aus, als ob sich die Wurfgruppe mit einer Änderung von 76% klar stärker verbessern konnte als die Technikgruppe mit ihren 52%. Zieht man den oben erwähnten Ausreisserwert jedoch ab, da er das Bild verzerren könnte, lohnt es sich in einem zweiten Schritt einen Blick auf die Abbildung 21 zu werfen, welche ohne den Ausreisser erstellt wurde. Hier zeigt sich auf einmal ein komplett anderes Bild. Die Wurfgruppe liegt mit einer Steigerung von 30,5% wieder klar hinter der Technikgruppe, welche noch immer eine prozentuale Verbesserung von 52% aufweist. Die Technikgruppe konnte sich also prozentual um ganze 21,5% mehr steigern als die Wurfgruppe. Anhand der Standardabweichung wird diese Ansicht verdeutlicht: Die Technikgruppe konnte sich nicht nur prozentual am meisten steigern, sondern auch die Standartabweichung innerhalb der Gruppe zeigt die deutliche Verbesserung.

Aufgrund dieser Erkenntnisse lässt sich behaupten, dass die Technikgruppe nicht aufgrund einzelner Spitzenleistungen am besten abschneidet, sondern weil die Mehrheit der Probanden sich verbessern konnte. Es sieht also ganz danach aus, als ob die Technikübungen die bessere Methode, als die hohe Wiederholungszahl darstellt. Um ganz klar zu einem Schluss zu kommen, müssen jedoch noch andere Aspekte betrachtet werden.

Ein weiterer erwähnenswerter Punkt ist die Tatsache, dass ganze drei von sieben Probanden der Wurfgruppe ihre Leistung bloss bestätigen konnten.

Betrachtet man nun also das Verhältnis zwischen denjenigen, die sich verschlechtert haben, den Probanden, die ihre Leistung bestätigen konnten und schliesslich noch den Probanden, die eine Steigerung ihrer Treffsicherheit vorweisen können, liegt dieses Verhältnis bei der Technikgruppe bei 1:0:6. Bei der Wurfgruppe liegt dieses jedoch bei 0:3:4. Da es hierbei darum ging, eine Trainingsmethode zu finden, die eine Verbesserung mit sich bringt und nicht nur eine Bestätigung der Leistung, kommt man hier wiederum zum Ergebnis, dass die Technikübungen trotz des einen Probanden, der sich verschlechtert hat, die effektivere Methode ist. Die Hypothese 7 wurde somit bestätigt.

Folglich muss man sich jedoch die Frage stellen, was passiert wäre, wenn eine Kombination dieser beiden Methoden angewandt worden wäre, da die Resultate der beiden Gruppen trotz allem sehr nahe beieinander liegen. Wahrscheinlich wäre es am besten, in einem ersten Schritt die Grundtechnik mit der Teilmethode anzuwenden und als zweites, wenn die Grundelemente sitzen, darauf zu achten, dass die Wiederholungszahl hoch gehalten wird. Eine Bewegung kann bekanntlich nur dann vollständig erlernt werden, wenn sie auch genügend wiederholt wird. Jedoch reicht das reine Wiederholen nicht aus, wenn die Grundidee der Bewegung noch nicht vorhanden ist. Aus diesem Grund konnten wahrscheinlich so viele der Wurfgruppe ihre Leistung nur bestätigen und nicht verbessern.

Es muss hier noch erwähnt werden, dass Ausreisserwerte womöglich damit zu begründen sind, dass die Probanden bei einem Test mit einer anderen Einstellung oder einem veränderten Konzentrationsvermögen an die Aufgabe gegangen sind. Deshalb ist es auch so wichtig diese Werte aussen vor zu lassen, da nicht die unterschiedlichen Herangehensweisen im Mittelpunkt stehen sollten, sondern die Wirkung der verschiedenen Trainingsmethoden.

10. Fazit und Schlusswort

Aus den Resultaten und den Ergebnissen aus der Diskussion kann eine klare Aussage gemacht werden. Diejenigen Gruppen, die ein spezifisches Training während vier Wochen absolviert haben, konnten sich klar verbessern. Die Kontrollgruppe weist hingegen eine Verschlechterung der Treffsicherheit auf. Damit wurde die erste Fragestellung beantwortet. Die Treffsicherheit von zehn bis vierzehn jährigen Jungen kann in vier Wochen mit einem spezifischen Training verbessert werden und die erste Hypothese kann somit als bestätigt betrachtet werden. Die Hypothese 0 wurde dagegen klar widerlegt.

Auch die Fragestellungen 2 und 3 können anhand der Resultate behandelt werden. Dabei ging es jeweils um den Vergleich zwischen der Wurf- bzw. Technikgruppe und der Kontrollgruppe. Hier konnten die Hypothesen 3 und 5 bestätigt werden. Die Technikgruppe wie auch die Wurfgruppe konnten am zweiten Testtag eine Steigerung ihrer Treffsicherheit aufweisen, wohingegen sich die Kontrollgruppe verschlechtert hat.

Der Vergleich zwischen den beiden Gruppen mit den spezifischen Übungen war jedoch nicht ganz so leicht. Die Veränderung der Anzahl getroffener Würfe war bei den Gruppen praktisch identisch. Also mussten noch andere Auswertungen hinzugezogen werden, um zu dem Schluss zu kommen, dass sich die Technikgruppe stärker verbessern und die Hypothese 7 bestätigt werden konnte. Der strukturierte Lernweg hat sich in dieser Arbeit somit als effektiver erwiesen, als der offene Lernweg. Hierbei war das Beachten von Ausreisserwerten enorm wichtig, da diese die Resultate stark manipuliert haben.

Des Weiteren kann die Aussage gemacht werden, dass eine Kombination der beiden Methoden womöglich die besten Ergebnisse bringen würde. Dies kann damit begründet werden, dass sich bei unseren Tests beide Methoden bewährt haben und sowohl die Technik, wie auch die hohe Wiederholungszahl wichtig sind für das Erlernen einer neuen Bewegung. Um dies jedoch beweisen zu können, müsste in einer nächsten Arbeit diese Trainingsmethode auf die Wirkung getestet und mit den anderen verglichen werden.

Darin wäre also eine mögliche Themenerweiterung zu finden. Die Wirkung der Technikgruppe und der Wurfgruppe könnte mit einer Kombination dieser Methoden verglichen werden. Es würde also eine Gruppe entstehen, die auf die Technik achtet, aber gleichzeitig auch eine hohe Anzahl an Würfen nimmt. Es wären noch weitere Themen sehr spannend, wie zum Beispiel den Unterschied zwischen Mädchen und Jungen und den verschiedenen Altersgruppen zu testen.

Unserer Meinung nach stellen die Technikübungen in dieser Arbeit die effektivere Methode dar, da wir mit eigenen Augen sehen konnten, wie sich die einzelnen Spieler von Training zu Training verbessern konnten und wie sogar scheinbar nicht sehr talentierte Spieler ihre Treffsicherheit enorm verbessern konnten. Trotzdem würden wir sagen, dass eine Kombination der beiden Methoden wahrscheinlich noch effektiver wäre, da auch die Wurfgruppe eine enorme Steigerung aufweisen kann. Hier war jedoch teilweise das Problem, dass einzelne Probanden noch praktisch keine Vorstellung eines korrekten Wurfes hatten und somit nutzte das viele Wiederholen auch nur sehr wenig. Dies kann man daran erkennen, dass ganze 3 Probanden ihre Leistung nur bestätigen konnten.

Was uns an dieser Arbeit am meisten Freude bereitet hat, war der praktische Teil mit den jeweiligen Trainingsgruppen, da sogar die Probanden der Kontrollgruppe mit einem riesigen Elan an die ihnen gestellten Aufgaben herangegangen sind. Des Weiteren hat uns diese Arbeit auch persönlich sehr interessiert, da wir uns jeden Tag die Frage nach der richtigen Trainingsmethode stellen und vor allem, da wir, Dijana und Annick, selber als Trainerinnen im Basketball tätig sind und für uns die richtige Trainingsmethode enorm wichtig ist, damit wir mit unserem Team auch richtig arbeiten können. Wir werden diese beiden Trainingsmethoden in Zukunft wahrscheinlich kombinieren und uns in jedem Training mindestens eine Viertelstunde damit befassen. Für uns, Aileen und Anna, war die Arbeit mit den Probanden ebenfalls eine sehr wertvolle Zeit. Wir konnten viele Erfahrungen als Trainerinnen sammeln und zudem einen Einblick in den Trainingsablauf eines Basketballtrainings gewinnen. Auch durften wir als Einzelsportlerinnen für einmal den Teamspirit miterleben, welcher im HU14 Team des BC Alte Kanti Aarau schon stark zu spüren ist.

Die grösste Schwierigkeit bei dieser Arbeit lag darin, passende Quellen zu finden, da Basketball in der Schweiz doch eher eine Randsportart ist. Wir sind trotzdem mit grossem Einsatz auf die Suche gegangen und konnten daher einige passende Quellen finden. Ebenfalls sehr schwierig war die Gliederung der theoretischen Grundlage, da es teilweise nicht ganz klar war, wie wichtig denn nun welcher Teil wirklich ist.

Diese Arbeit hat uns grossen Spass bereitet, vor allem weil wir einen persönlichen Bezug zum Thema und auch zu den Probanden haben. Uns lag es extrem am Herzen ein möglichst repräsentatives und aussagekräftiges Resultat zu erhalten, damit wir dies in Zukunft auf unsere Teams, die wir trainieren und auf uns selber anwenden können. Aus diesem Grund hat es uns umso mehr erfreut, dass wir viele klare Aussagen machen konnten. Wir hoffen, dass einige Aussagen und Erkenntnisse dieser Arbeit den Basketballsport in der Schweiz in Zukunft weiter vorantreiben werden.

11. Zusammenfassung

Im Basketball spielt- wie in vielen Sportarten auch- die Treffsicherheit eine sehr grosse Rolle. Treffen die Spieler den Korb nicht, können sie auch keine Spiele gewinnen. Heutzutage reicht Talent für eine bessere Leistung meist nicht mehr aus, weshalb der Verbesserung der Technik immer mehr Zeit gewidmet werden muss. Für Trainer sowie Athleten ist ein optimales Training zur Verbesserung der Technik und somit auch der Treffsicherheit immer sehr zentral. Wir mussten aber feststellen, dass im Nachwuchsbereich der Schweiz nicht ausreichend an der Wurftechnik gearbeitet wird und somit später als erwachsene Spieler dort einige Defizite zu erkennen sind. Aus diesem Grund haben wir uns die Frage gestellt, welche Trainingsmethode für den Sprungwurf im Basketball denn optimal ist, um in kurzer Zeit eine klare Verbesserung erkennen zu können. Dazu nahmen wir den Wurf genauer unter die Lupe und testeten zwei verschiedene Trainingsmethoden auf deren Wirkung.

Einerseits betrachteten wir das spezifische Techniktraining, bei welchem die Probanden den Wurf in einzelnen Teilschritten erlernen sollten. Andererseits wurde die Wirkung einer hohen Wiederholungszahl untersucht. Hierbei sollten sich die Kinder selbständig die richtige Technik aneignen. Zu diesem Zweck mussten zuerst etwa zwanzig geeignete Probanden gefunden werden, die bereit waren, während vier Wochen unser spezifisches Trainingsprogramm durchzuführen. Es fand sich gleich eine passende Testgruppe, nämlich das Basketball Team HU14 vom BC Alte Kanti Aarau, welches aus 21 Spielern besteht. Die Testgruppe wurde anschliessend in drei gleich grosse Gruppen à sieben Spieler unterteilt, wobei die Unterteilung der Probanden zufällig getroffen wurde. Mit Hilfe eines Wurftests vor und nach der Trainingsphase wurde die Wirkung der verschiedenen Trainingsmethoden auf die Verbesserung der Treffsicherheit betrachtet. Die Unterschiede zwischen der Technikgruppe, der Wurfgruppe und der Kontrollgruppe wurden anschliessend in einem nächsten Schritt analysiert.

Aus den Resultaten und der darauffolgenden Diskussion konnte festgestellt werden, dass sich diejenigen, die ein spezifisches Training durchgeführt haben, deutlich verbessern konnten. Die Kontrollgruppe wies hingegen sogar eine Verschlechterung auf. Die Technikgruppe, bei welcher der strukturierte Lernweg angewendet wurde, erwies sich in unserer Arbeit als effektivste Gruppe. Entscheidend dabei war die genaue Analyse der Testwerte, da es einen Ausreisser gab, welcher das Ergebnis anfangs erheblich verfälschte. Weiter konnte die Aussage gemacht werden, dass wahrscheinlich eine Kombination von spezifischem Techniktraining und anschliessender hoher Wiederholungszahl noch effektiver wäre. Somit konnte das Ziel unserer Arbeit, die effektivste Trainingsmethode zur Verbesserung der Treffsicherheit im Basketball zu finden, nicht ganz erreicht werden und eine Kombination der Methoden müsste in einer nächsten Arbeit getestet werden.

12. Quellenverzeichnis

BAUMANN, Hartmut, REIM, Herbert, 1994, Studienbücher: Bewegungslehre, 3.Aufl., Aarau, Sauerländer.

BIRRER u.a, 2009, Kernlehrmittel Jugend+Sport, Magglingen, Bundesamt für Sport BASPO.

Dr. med. NONNENMACHER, 2014, Koordination - Koordinative Fähigkeiten, http://gesundpedia.de/Koordination_-_Koordinative_F%C3%A4higkeiten, besucht: 22.12.2015.

GLASAUER, Günter J.,2003, Schriften zur Sportwissenschaft: Koordinationstraining im Basketball:

Von Ressourcen über Anforderungen zu Kompetenzen, Bd. 43, Hamburg, Verlag Dr. Kovac.

HAGEDORN, Günter, NIEDLICH, Dieter J., SCHMIDT, Gerhard, 1996, Das Basketball Handbuch, Originalausgabe, Reinbeck bei Hamburg, Rowohlt Taschenbuch Verlag GmbH.

RIEDER, Hermann, LEHNERTZ, Klaus, 1991, Studienbrief der Trainerakademie Köln des Deutschen Sportbundes: Bewegungslernen und Techniktraining, Bd.21, Schorndorf, Hofmann-Verlag.

SOMMER-STUMPENHORST, Norbert, sich konzentrieren können- Konzentration lernen,

https://www.schulpsychologie.de/wws/bin/1302602-1303114-1-konzentration_ges.pdf,

besucht: 9.10.2015.

STEPPICH, Günter, 2012, SPD-POSITION / READY POSITION / GRUNDSTELLUNG, http://www.bbcoach.de/wp/glossary-term/spd-position-ready-position-grundstellung/, besucht: 23.12.2015.

WEINECK, Jürgen, 2014, Optimales Training: Leistungsphysiologische Trainingslehre unter besonderer Berücksichtigung des Kinder- und Jugendtrainings, 16. Durchgesehene Aufl., Balingen, Spitta Verlag.

14. Anhang

14.1 Rohdaten

14.1.1 Testergebnisse der Technikgruppe

 

Test 1

Test 2

Proband 1

5

8

Proband 2

8

12

Proband 3

8

6

Proband 4

7

11

Proband 5

5

6

Proband 6

5

11

Proband 7

6

11

14.1.2 Testergebnisse der Wurfgruppe

 

Test 1

Test 2

Proband 1

8

15

Proband 2

6

10

Proband 3

5

5

Proband 4

9

9

Proband 5

2

9

Proband 6

7

9

Proband 7

6

6

14.1.3

Testergebnisse der Kontrollgruppe

 

Test 1

Test 2

Proband 1

5

8

Proband 2

6

7

Proband 3

12

7

Proband 4

14

7

Proband 5

11

9

Proband 6

3

3

Proband 7

9

6

14.1.4 Veränderungen der Technikgruppe

 

Differenz

Prozentuale Veränderung

Proband 1

3

60%

Proband 2

4

50%

Proband 3

-2

-25%

Proband 4

4

57%

Proband 5

1

20%

Proband 6

6

120%

Proband 7

5

83%

14.1.5 Veränderungen der Wurfgruppe

 

Differenz

Prozentuale Veränderung

Proband 1

7

87.5%

Proband 2

4

66.7%

Proband 3

0

0%

Proband 4

0

0%

Proband 5

7

350%

Proband 6

2

28.6%

Proband 7

0

0%

14.1.6

Veränderungen der Kontrollgruppe

 

Differenz

Prozentuale Veränderung

Proband 1

3

60%

Proband 2

1

16.6%

Proband 3

-5

-41.67%

Proband 4

-7

-50%

Proband 5

-2

-18.19%

Proband 6

0

0%

Proband 7

-3

-33.3%

14.1.7 Durchschnittliche Veränderungen der drei Gruppen

Unter Berücksichtigung aller Werte erstellt:

 

Durchschnitt Test 1

Durchschnitt Test 2

Differenz

Durchschnittliche Veränderung

Gruppe 1

6.3

9.3

3.0

52%

Gruppe 2

6.1

9.0

2.9

76%

Gruppe 3

8.6

6.7

-1.9

-9.5%

Unter Wegnahme des Ausreissers erstellt, Proband Nr. 5 der Wurfgruppe wurde somit

weggelassen:

 

Durchschnitt Test 1

Durchschnitt Test 2

Differenz

Durchschnittliche Veränderung

Gruppe 1

6.3

9.3

3.0

52%

Gruppe 2

6.8

9.0

2.2

30.5%

Gruppe 3

8.6

6.7

-1.9

-9.5%

14.1.8 Verhältnis zwischen Verbesserungen und Verschlechterungen der Treffsicherheit

 

Verschlechterte

Gleichbleibende

Verbesserte

Treffsicherheit

Treffsicherheit

Treffsicherheit

Gruppe 1

1

0

6

Gruppe 2

0

3

4

Gruppe 3

4

1

2

14.2 Anti-Plagiat-Erklärung

Wir erklären hiermit, dass

diese Arbeit weder abgeschrieben noch kopiert oder aus dem Internet übernommen wurde,

der Quellennachweis korrekt und vollständig ist,

die dargestellten Daten und Resultate selber und korrekt erhoben und verarbeitet wurden.

Namen:

Vornamen:

Ort:

Datum:

Unterschrift:

Lüber

Anna

Milenkovic

Dijana

Oskam

Aileen

Roth

Annick