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Sommer 2009

DEUTSCH

Lifestyle Tradition Sport Kulinarik


Zu Fuß und Naturverbunden: Spezial: Alles Der Kochkurs
auf dem Bike Das Leben auf zur Zillertal Bike von Haubenkoch
von Alm zu Alm der Alm Challenge Sieghard Eder
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Ginzling &'

Hintertux

Madseit

Juns

Finkenberg
. TUX-
Lanersbach
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lanersbach
Brandberg E Mayrhofen
Mayrhofen
-

Ramsau / Bühel
Ramsau Schwendau
Hippach / Ramsau
, 9
Hainzenberg
) ( Hippach
Gerlosberg
8
Gerlos Zell
Rohrberg
* Zell
'
Erlach
Königsleiten Zellberg
+ Aschau
Aschau
Hochfügen

7 Kaltenbach
Stumm Kaltenbach
O^aaZgiVaWV]cjcY7jha^c^Z Ried
Stummerberg Ried

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Schlitters
Schlitters

1 He^Za_dX]WV]c 7 GVbhWZg\a^[i Jenbach


Bruck Rotholz
Strass
2 GdhZcVabWV]c 8 EZc`ZcWV]c Jenbach
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6 AVgbVX]`de[WV]c 12 =^ciZgijmZg<aZihX]Zg
Dual Trail Control ist die von CUBE weiterentwickelte
und verbesserte Federungstechnologie für Vierge-
lenker, die eine vollkommene Antriebsneutralität des
Hinterbaus und optimales Ansprechverhalten auf die
jeweilige Bodenbeschaffenheit garantiert.
5

TAUSCHE HITZE DER STADT


GEGEN FRISCHE ENERGIE
Sommer, das bedeutet auch Frische und Vitalität abseits von jeglichem Alltags-
frust der Großstädte. Ganz intensiv erlebt man diese Frische des Zillertales rund
um die vielen kleinen und großen Bäche, die sich von jedem Berg ins Tal ergießen
EDITORIAL

und von Quellen hoch oben gespeist werden. Aus jedem Bach kann man einen
Schluck frischen Quellwasser nehmen, denn 100 Prozent unserer Quellen hier im
Zillertal haben Trinkwasserqualität. Das ausgezeichnete Zillertaler Wasser ist auch
wichtig für die kulinarischen Spezialitäten des Tales, wie die frische Heumilch, die
vielen Käsesorten – oder das Bier. Als eines der wenigen Täler der Alpen kommen
die meisten kulinarischen Spezialitäten aus der direkten Umgebung, selbst Bier
wird im Zillertal gebraut. Mehr zum Wasser und dessen Bedeutung für das Zillerta-
ler Bier erfährst du auf Seite 80.

Wir Zillertaler sind nicht nur leidenschaftliche Gastgeber, sondern leben auch inten-
siv mit der Natur, mit ihren Bergen, dem saftig-grünen Tal und den vielen Flüssen.
Wenn man auf 2000 oder 3000 Meter auf einem der Gipfel steht und das Panorama
des Zillertales genießt, spürt man nicht nur tiefe Zufriedenheit, man möchte und
muss diese Landschaft auch für zukünftige Generationen bewahren. Wie intensiv
wir uns im Zillertal um die Einheit von hochwertigen touristischen Angeboten und
dem Bewahren der Natur kümmern, kannst du auf Seite 62 nachlesen. In einer
hochkarätigen und spannenden Diskussionsrunde haben wir Klimaforscher und
Touristiker über die Zukunft des naturnahen Tourismus diskutieren lassen. Heraus-
gekommen sind tiefe Einblicke, wohin der Weg in Zukunft geht. Wir wissen, dass
sich Natur und Tourismus nicht ausschließen dürfen, sondern harmonisch Hand in
Hand greifen müssen.

Weiters möchte ich dich auf die Zillertaler Hütten entführen und dir erklären, welche Funktionen sie im Alpenraum einnehmen. Wir
laden dich ein, Zillertaler Bäuerinnen bei der Herstellung regionaler Spezialitäten über die Schulter zu schauen und bringen dir das
„Tal der Musik“ ein wenig näher. Musizieren ist eine leidenschaftliche Tradition des Zillertales. In jeder Stube wird musiziert und
daraus entstehen international bekannte Volksmusikgruppen, welche
die Lieder des Tales in alle Welt tragen. Hier schließt sich der Reigen
der Geschichten dieser Ausgabe wieder. Bei einem gemütlichen Hüt-
tenabend mit echter Volksmusik nach einem spannenden und ereig-
nisreichen Tag in der Natur. Ich wünsche dir einen Sommer voller Na-
turerlebnisse und Leidenschaft im Zillertal.

Sollte dein Interesse geweckt worden sein, bin ich davon überzeugt,
dass die folgenden Geschichten deine Lust auf einen Besuch im wun-
derschönen Zillertal steigern werden, und ich würde mich sehr darüber
freuen, dich hier persönlich begrüßen zu dürfen.

Servus und bis dahin

Gernot Paesold
Herausgeber

SOMMER 2009
6

Erlebe Natur ALLES ZUR


ZILLERTAL
pur mit BIKE
dem Rad CHALLENGE

Ob Mountainbike oder Rennrad,


ob gemütliche Tour oder echte
Herausforderung – Radfahren im
Zillertal kennt keine Grenzen.

Seite 26
Die Heraus-
forderung des
„Wandern Sommers
und Biken Zillertal Bike Challenge – in Sa-

ist unsere chen Bike-Event werden von 3.


bis 5. Juli 2009 im Zillertal neue

Leidenschaft“
Maßstäbe gesetzt.

Simona und Alex lieben es


sportlich im Urlaub. Kein Wun-
Tipps Seite 38
der, dass sie von ihrem Aufent-
halt in den Zillertaler Bergen
vom Profi
begeistert sind.
Georg Totschnig hat in sei-
ner Karriere als Rennrad-Profi
Großes vollbracht. Der sympa-
Seite 8 thische Zillertaler gibt die wich-
tigsten Tipps für die optimale
Vorbereitung auf die Zillertal
Bike Challenge.

Seite 46

Einfach Fit in die


herzhaft Berge
Die Zillertaler Küche ist berühmt Wer sich richtig ernährt, kann
für ihre herzhafte Kost. Die Kö- bei Touren ins Gebirge die volle
chinnen Traudl und Anni verraten Leistung abrufen. Ernährungs-
ihre original Zillertaler Rezepte spezialist Dr. med. Rudolf Ziegler
für Graukassuppe, Krapfen und im Interview
Magschal’n mit Kübelmilch.

Seite 52
Seite 20
7

Kochkurs
mit dem
Haubenkoch
Bei Sieghard Eder kommen nur
regionale Produkte höchster
Qualität in den Kochtopf. Sein

Den Fels Wissen und seine Begeiste-


rung für Lebensmittel gibt der

hautnah Zillertaler Haubenkoch in Kursen


weiter.

erleben
Die Vielfalt der Zillertaler Berg-
Seite 70
welt zeigt sich auch im breiten
Spektrum an Kletterrouten. Auf
den verschiedenen Kletterstei- Der goldene
gen kommen Anfänger und
Profis auf ihre Rechnung. Mittelweg
Wie passen Natur und Tourismus
Seite 56 zusammen? Dieser Frage stellten
sich vier Experten aus Wirtschaft,
Wissenschaft, Naturschutz und
Bergsport. Ein Gespräch über
Lernbereitschaft und das Res-
pektieren von Grenzen

Seite 62

Die Top-Veranstaltungen
Auf vier Seiten zusammengefasst die spannendsten und
ereignisreichsten Veranstaltungen im Sommer 2009.
Da muss man dabei sein!

Seite 95

SOMMER 2009
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FOTOS: Zillertal Tourismus 9

Wandern und Biken


ist unsere Leidenschaft
Simona und Alex sind Urlauber, die Sport und
Natur verbind en möchten. Deshalb hat sich d as
junge Paar für d as Zillertal entschied en, d enn
hier geht beid es Hand in Hand.

SSO
SOM
OM
O M ME
MER
EER
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Tag 1: Bik en im G erl os

Sim ona und Alex lieb en die Nat


ur. Was gibt es da Sch öne res,
zu schw inge n? Auf mal eris che als sich an eine m Som mer tag
n Fors twe gen geh t es von Zell auf die Mou ntai nbik es
Spe iche rsee Dur lass bod en lädt hina uf nac h Ger los. Der auf 140
ein zu eine r klei nen Ras t vor stim 0 Met ern gele gen e
sich die beid en im Ger losb ach mun gsv olle r Kuli sse. Auf dem
die verd ient e Erfr isch ung . Weg zurü ck hole n

SOMMER
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Tag 2: Mit Sto lz trä gt sic h Sim ona in d as


G ipfe lbu ch am Pen ken ein: Das Wa nd ern her auf
war wun d ers chö n, d er Kle t ter ste ig d er id eal e
Ner ven kitz el. Und weit er unt en im Tal war tet
sch on die gut gek ühl te Bel ohn ung.
13

WWW.ZILLERTAL.AT
ZILLERTAL ACTIVCARD
Die Zillertal Activcard ist der ideale Begleiter für
alle, die das Tal von vorne bis hinten genießen
möchten. Zwischen 30. Mai und 18. Oktober 2009
ist die praktische Card Seilbahn-, Bahn- und Bus-
ticket sowie Eintritts- und Ermäßigungskarte
zugleich. Inkludiert sind unter anderem der freie
Eintritt in alle sechs Freischwimmbäder des Ziller-
tals, die freie Nutzung der öffentlichen Verkehrs-
mittel sowie täglich eine Berg- und Talfahrt mit
einer von zwölf Seilbahnen. Zudem bieten zahl-
reiche Vorteilspartner im Zillertal bei Vorlage der
Zillertal Activcard attraktive Ermäßigungen.

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Auf der Höhenstraße


fahren Alex und Simona
mit ihren Bikes auf die
Grünalm, wo sie eine Rast
einlegen. Von dort geht es
weiter zur Rastkogelhütte
auf 2124 Metern. Die bei-
den kehren ein und lassen
die Schönheit der Natur auf
sich wirken. Es wäre doch
viel zu schade, sich bei die-
sem Ausblick schon wieder
ins Tal aufzumachen, findet

Tag 3: Ra stk oge lh üt te


Alex. Und so verbringt das
Paar seine erste Nacht in
den Zillertaler Alpen.
ES LIEGT WAS
IN DER LUFT.
Der Sommer am Ahorn
wird Sie überraschen.
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Ta g 4 : W an d er n
im Tu xe rt al
17

Für die Küh e sche int der


Anb lick des Sch leie rwa s-
serf alls nich ts Bes ond eres
zu sein . Ums o beg eist erte r
sind Sim ona und Alex . Die
Wan dere r lege n eine kurz e
Pau se am Som mer berg ein,
bev or sie den Auf stie g zu
ihre m Ziel , dem Tuxe r Joch ,
in Ang riff neh men .

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Ein Ver spr ech en für die Zuk unf t: An vier


wun d erb are n Tag en hab en die beid en Url aub er
die Sc hön heit d er Zil ler tal er Bergwe lt
ken neng eler nt. Wir kom men bes tim mt wied er,
sag en Sim ona und Al ex mit eine m Lac hen,
d enn die Id een geh en uns im Zil ler tal sic her
nich t aus.
ZILLERTALARENA macht Spaß!
Wenn Kinderaugen strahlen, wenn sie gelben Elefanten begegnen oder Erwachsene zu Kindern
werden … Dann wissen Sie, Sie sind angekommen - in der Erlebnisregion ZILLERTALARENA!

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Court, in der Sportkegelbahn, am Fußballplatz, ... Hochseilgarten Gerlos
Für Nervenkitzel für Groß und Klein ist gesorgt, wenn Sie von
Wasserparadies Gerlosstausee einem Baum zum anderen »schwingen«! Von Wandern bis Rafting
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20

Einfach herzhaft
Die leidenschaftlichen Köchinnen Traudl und Anni verraten
drei köstliche Geheimnisse: ihre original Zillertaler Rezepte für
Graukassuppe, Krapfen und Magschal’n mit Kübelmilch.
T E X T: Julia Brugger
FOTOS: Gerhard Berger

Regionale Besonderheiten drücken sich nicht nur über die Sprache, son- nate und entwickelt so die charakteristisch glasige Konsistenz, wobei
dern auch über Speisen aus, die geschichtlich gewachsen sind. Bevor der der gut gereifte Graukas weißlich wird.
Tourismus ins Zillertal kam, war die Bevölkerung arm. Sie lebte in erster Es brutzelt und zischt am Holz befeuerten Herd, in den Traudl im-
Linie von dem, was das Vieh und das bisschen Landwirtschaft boten: mer wieder Scheite nachlegt. Während die Suppe mit all ihren köst-
Milch, Rahm, Käse, Topfen, Butter und Kartoffeln. Aus diesen Zutaten lichen Zutaten eine gute Viertel Stunde vor sich hinköchelt, macht
entstand die traditionell einfache und gleichzeitig köstlich-herzhafte Zil- sich Anni an die Mehlspeise, die Magschal’n. „Das wurde früher am
lertaler Hausmannskost, die Traudl und Anni ausgesucht haben. Heiligen Abend zubereitet. Zucker und Mohn waren ja Luxusartikel!”
„Graukas und Krapfen sind eine Einfache-Leute-Kost”, erzählt Schließlich richten die beiden Köchinnen Suppe, Krapfen und
Traudl, während sie den Krapfen-Teig kräftig mit den Händen knetet. Magschal’n am Tisch an. „Zum Trinken kannst a Küblmilch oder a gua-
Die traditionelle Küche kennt keine Maschine – braucht sie auch nicht. te Milch hab’n.” Küblmilch? „Ja, so heißt die Buttermilch bei uns. Die
Traudl arbeitet zu Hause immer noch mit der Hand und am Holzofen. Vollmilch wird im Holzkübel gedreht und dann entstehen Buttermilch
Auch die Zirbenholz-Schalen, in denen Anni und Traudl ihre Zutaten und Butter.“ Die Vollmilch nennt man im Zillertal demnach „gute
mischen, verwenden sie heute noch in der Küche. „Es ist Tradition, Milch”. Aber ein Almdudler tut’s auch.
den Teig in Holzschalen zu machen”, lässt Traudl in das altbewährte
Kochwissen einblicken. Die Rezepte der beiden leidenschaftlichen
Köchinnen sind über viele Generationen von der Groß- und Groß-
schwiegermutter über die Mutter überliefert worden. Der Geschmack
der Speisen ist Anni und Traudl besonders wichtig. „Manchmal fra-
gen mich Leute, ob ich gerne koche”, erzählt Anni, während sie den
Schnittlauch unter die Kartoffeln mischt. „Ich sag dann immer: ,Nein,
ich ess gerne und ich möchte, dass es gut schmeckt.’”

SYMBOL DER DANKBARKEIT


Traudl rollt inzwischen den Teig zu einer Wurst, die sie anschließend
in kleine Teile schneidet. Zuvor aber hält sie kurz inne und spricht
langsam in gesenkter Tonlage: „Meine Mutter und Großmutter ha-
ben immer Kreuzln in die Teigrolle geritzt, bevor sie sie zerschnitten
haben. Das ist ein Symbol mit großer Aussagekraft, um für das Essen
zu danken.” Glaube spielte gerade in der Zeit, als die Menschen nicht
viel hatten, eine große Rolle. Traudl und Anni halten sich heute noch
an das kleine Ritual beim Kochen. Dann geht’s aber gleich weiter und
die Krapfen werden ausgetrieben. Anni gibt die Kartoffelfülle hinein
und drückt die Krapfen zusammen. Damit sie nicht austrocknen, müs-
sen sie gleich in die Pfanne gelegt werden – und nicht in irgendeine:
„Für die Krapfen braucht es eine Eisenpfanne”, erklärt Traudl, wäh-
rend sie ganz dünn nur Butterschmalz hineingibt. Die Krapfen werden
herausgepresst und nicht herausgebraten, das heißt, es wird nur we-
nig Fett verwendet. Die Krapfen schwimmen also nicht im Fett.
Inzwischen macht sich Anni an die Graukassuppe. „Der Graukas
ist ein Magerkäse, der aus der heruntergetriebenen Milch gemacht
wird.” Sprich aus der Magermilch, die dann entsteht, wenn Vollmilch
in der Zentrifuge entrahmt wird. Der Käse lagert dann gut drei Mo-
21

Es brutzelt und zischt am Herd, wenn


Traudl und Anni richtig loslegen.

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Graukassuppe
Zutaten: Zubereitung:
1 Zwiebel Die klein geschnittene Zwiebel in Butter
50 g Butter anschwitzen, mit Mehl stauben und mit
750 ml Rindsuppe Rindsuppe aufgießen. Etwa 10 Minuten
100 bis 150 g Graukas köcheln lassen. Anschließend Graukas in
250 ml süßen kleinen Stücken beigeben und weitere
Rahm (Sahne) zehn Minuten köcheln lassen. Die Suppe
Röstbrotwürfel pürieren, mit süßem Rahm (Sahne) verfei-
Schnittlauch nern, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Mit Röstbrotwürfel und Schnittlauch


garnieren.
Magschal´n
Zutaten: Zubereitung:
1 Zeile Weißbrot Blättrig geschnittenes Weißbrot in
1 l Milch lauwarme, gezuckerte Milch tauchen.
Mohn und Zimt-Zucker Eine Porzellanschale am Boden mit
nach Belieben einer Schicht getunktem Weißbrot
auslegen, mit Mohn und Zimt-Zucker
bestreuen, wieder eine Schicht Weiß-
brot drauflegen, mit Mohn und Zimt-
Zucker bestreuen. So weiterverfah-
ren, bis das Brot aufgebraucht ist. Mit
Mohn und Zimt-Zucker abschließen.
24
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Zillertaler Krapfen
Zutaten: Zubereitung:
60 dag Roggenmehl Roggenmehl, Salz und Wasser zu einem
Wasser nach Gefühl geschmeidigen Teig verkneten. Den Teig
1 kg Kartoffeln zirka eine halbe Stunde rasten lassen. Und
2 mittlere Zwiebeln anschließend runde, dünne Teigblätter
Schnittlauch austreiben.
500 g Topfen
250 g Graukas Gekochte Kartoffeln, Graukas, klein ge-
Salz schnittene Zwiebeln, Schnittlauch, Topfen
und Salz vermengen. Die Teigblätter da-
mit füllen und in Butterschmalz heraus-
pressen (im Gegensatz zum Herausbraten
ist beim Herauspressen wenig Schmalz in
der Pfanne).

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Erlebe Natur pur


mit dem Rad
FOTOS: Ronny Kiaulehn
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Zillertal Arena Die Wege, die sich hervorragend mit dem Mountainbike erkunden lassen, führen über
weitläufige Almwiesen, vorbei an kleinen Seen, Bächen und natürlichen Feuchtgebieten.
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Mayrhofen Von der Bergstation in 2000 Meter Höhe eröffnet sich eine der vielseitigsten Bike-Regionen der
Alpen. Vor allem für diejenigen mit Sinn für das wunderbare Panorama wird das Biken zu einem unvergesslichen
Erlebnis hier oben in diesem hochalpinen Abenteuerspielplatz.

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Hintertux Donnernd stürzt das Wasser in die Tiefe – es
ist ein wahres Naturschauspiel, das sich da Tag für Tag am
Talschluss in Hintertux abspielt. Das Tuxer Wasser, das in
tiefen Felsenkesseln landet, hat Trinkwasserqualität.

ENDLOS BIKEN
IM ZILLERTAL
Am besten ist, man hat die kristallklare Luft,
das gewaltige Bergpanorama schon selber im
Sattel erlebt – einige Zahlen vermitteln aber
immerhin einen Eindruck von den unzähligen
Möglichkeiten im Zillertal. Mit über 800
Kilometern Routen für Mountainbiker, Renn-
radfahrer und Familien zählt das Zillertal zu
den abwechslungsreichsten und vielfältigsten
Bike-Regionen der Alpen.

Fast 30.000 Höhenmeter können auf bestens


gepflegten Wegen, Forststraßen und Pfaden
bezwungen werden. Rennradfahrer nehmen
die Zillertaler Höhenstraße oder die zahllosen
Wege in die Seitentäler des Zillertals in
Angriff. Mountainbiker stellen sich der
Herausforderung einer sportlich anspruchs-
vollen Tour in der Zillertaler Bergwelt mit
über 55 Dreitausender-Gipfeln oder lassen es
auf einer Fitnessroute etwas entspannter
angehen. Und Familien genießen die Fahrt
auf den Radwegen des sonnigen Talbodens.

Acht Bergbahnen und die Zillertalbahn bieten


einen komfortablen Radtransport an, womit
auch ausgedehnten Touren nichts im Wege
steht. Zum Komfort tragen außerdem auch
über 30 GPS-Touren mit insgesamt 700
Fahrkilometern bei. Dank Navigationsgerät
am Rad gehört falsches Abbiegen damit der
Vergangenheit an.

www.zillertal.at
32
Zillertaler Höhenstraße 70 Kilometer Länge und
ein Höhenunterschied von 1800 Metern mit zahlreichen An-
stiegen und Abfahrten machen die Zillertaler Höhenstraße zum
Highlight für Rennradfahrer. Die asphaltierten Bergstraßen
führen auf eine Seehöhe von bis zu 2020 Metern – allein der
herrliche Rundblick über die Zillertaler und Tuxer Alpen ist je-
den Schweißtropfen wert. Gestartet werden kann eine Tour auf
der Zillertaler Höhenstraße von Fügen, Uderns, Ried, Kalten-
bach, Aschau, Zell am Ziller sowie Hippach.

SCHNELLER NACH
GANZ OBEN.
Mit der Penkenbahn
zu vielen
MTB-Strecken.
34

Mayrhofen Radfahren im Zillertal ist Begegnung mit der Natur. 55 Dreitausender geben der Zillertaler Berg-
welt ihr unverwechselbares Gesicht. So vielfältig wie die Bike-Routen auf Forststraßen und Pfaden sind auch die
Blickwinkel, mit denen man das herrliche Bergpanorama immer wieder aufs Neue entdecken kann.
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SSOM
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1. Ferienregion im Zillertal Im Zillertal findet jeder Biker
genau die Herausforderung, die er in Angriff nehmen möchte. 336 Kilo-
meter schwarze Routen sorgen dafür, dass auch anspruchsvolle Fahrer
auf ihre Kosten kommen. Das Zillertal ist Testrevier für Cube, einem
der renommiertesten Radhersteller Europas. Bei intensiven Tests ver-
langen die Profis den neuen Cube-Modellen alles ab.

CAFÉ
AHORNBAHN
Immer bei
Schlechtwetter in
der größten Gondel
Österreichs.
38 ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE
39

Die Herausforderung
des Sommers
Von 3. bis 5. Juli 2009 werden im Zillertal neue Standards in Sachen
Bike-Event gesetzt. Die Zillertal Bike Challenge verlangt den Teilneh-
mern drei Tage lang ihr ganzes Können ab. Sie werden dafür reichlich
belohnt und verwöhnt.
T E X T: Daniel Naschberger

Die Variante eins hat es in sich: Über breite Berg- eleganten Vier-Sterne-Hotel. Zusätzlich erhalten Für King/Queen
straßen und verwinkelte Trails, über Stock und alle Familienmitglieder – Ehepartner sowie Kinder
Stein, Asphalt und Wiesen wird den Bikern auf – des antretenden Fahrers für die Rennzeit kosten- of the Mountain:
den täglich zu überwindenden 3200 bis 3600 Hö- los eine Vorteilskarte zur Verfügung gestellt.
henmetern auf etwa 70 Kilometern alles abver- Diese Karte öffnet so gut wie alle Türen und Tore
195,6 Kilometer,
langt – und nur einer wird am Ende zum „Zillertal im Zillertal. Während der Zillertal Bike Challenge 10.210 Höhenmeter
Mountain King“ gekrönt. Aber auch bei der zwei- ist sie der ideale Begleiter für die Familie. Die Vor-
ten Variante kann man sich beweisen. Die Teil- teilskarte ist gleichzeitig Ticket für Seilbahn, Bahn
nehmer bewegen sich auf den Spuren der besten, und Bus sowie Eintritts- und Ermäßigungskarte
bekommen allerdings einen „First Class Service“ bei vielen Ausflugszielen und Vorteilspartnern in
Für Prince/Princess
durch die Zillertal-Bergbahnen zur Verfügung ge- und ums Zillertal. Sie ermöglicht täglich eine Berg- of the Mountain:
stellt. Diese helfen bei den knallharten Aufstiegen und Talfahrt mit einer der zwölf Seilbahnen, freien
zu den Gipfeln der Zillertaler Bergwelt ein wenig Eintritt in alle sechs Freischwimmbäder, freie Be- 151,1 Kilometer,
nach und erleichtern den Bewerb um insgesamt nutzung der meisten öffentlichen Verkehrsmittel
4554 Höhenmeter. sowie freien Eintritt zur Sternwarte mit Planetari-
5656 Höhenmeter,
Nach der ersten Etappe wird die Zillertal Bike um in Königsleiten. Zudem bietet die Zillertalbahn 6 Bergbahnen
Challenge in der Gundersen-Methode fortgeführt: allen Teilnehmern der Mountain Challenge einen
Die Sportler gehen ihren Platzierungen gemäß mit besonderen Service. Diese bringt alle Biker in der
Zeitabständen ins Rennen. Weiters ist die Nutzung Früh zu den einzelnen Startorten der Etappen (Fü-
der Bergbahnen mittels Zeitlimit reguliert (Fahr- gen, Zell am Ziller und Mayrhofen) und am Abend
zeit Bergbahn plus zehn Minuten), damit es zu wieder zurück.
keinerlei Unsportlichkeiten bei Massenankünften
kommen kann. Die Streckenführung des Moun- KULINARISCHE HÖHENMETER
tainbike-Events verläuft quer durch das gesamte Das Zillertal ist für seine kulinarischen Köstlich-
Zillertal, von Fügen über Zell am Ziller, Gerlos keiten aus natürlichen, regionalen Rohstoffen be-
und Mayrhofen bis hinauf zur atemberaubenden kannt. Und genau die werden die Biker auf allen
Zielankunft am Hintertuxer Gletscher. Streckenabschnitten begleiten, ob vor dem Start in
der gemütlichen Unterkunft, während der Rennen
FÜR DIE FAMILIE MIT SPORTLERHERZ
Das wahre Highlight der Mountain Challenge liegt
an den Verpflegungsstationen oder bei den abend-
lichen Pastapartys. Offizielle Vertreter zahlreicher
KONTAKT
im Service, auf das die Athleten und deren Fami- Bike-Hersteller und Bike-Dienstleister sind wäh- www.zillertal-bikechallenge.com
lien zählen können. Alle Teilnehmer haben die rend der Mountain Challenge vor Ort. Dort können
Möglichkeit, in Kombination mit ihrer Anmeldung sich Interessierte über die neuesten Trends und Zillertal Tourismus GmbH
auch die gewünschte Unterkunft zu buchen. Dabei Technologien informieren und sich dabei gleich- Bundesstraße 27d, 6262 Schlitters
stehen drei Kategorien zur Auswahl: Die Unterbrin- zeitig mit notwendigen Ersatzteilen eindecken. +43/(0)5288/87187
gung in einer gemütlichen Privatpension, in einem Die Profis werden selbstverständlich auch bei an- info@zillertal.at
traditionsbewussten Drei-Sterne-Hotel → oder im fallenden Reparaturarbeiten behilflich sein. www.zillertal.at

SOMMER 2009
40 ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE

T
STAR

ZI EL
41

Für King/Queen
of the Mountain:
70,5 Kilometer,
Höhenprofil
3352 Höhenmeter
2500 Hüttenkogel

BB Zillertal
Shut tle Für Prince/Princess
2000
of the Mountain:
Mizunalm
Kapaunsalm
Kreuzjochhütte
Gründlalm
63,1 Kilometer,
1500 Hochfügen
Mautstelle Höhenstraße
2351 Höhenmeter,
START

1 Bergbahn
1000
Rohrberg

500 Wiesenblick

ZIEL
Kaltenbach
Fügen
Der Blick ins Tal begleitet die Teilnehmer
Zell am Ziller beim Aufstieg in Richtung Kapaunsalm.
0

Verpflegung

DER STRECKENVERLAUF

Fügen – Hochfügen – (BB Zillertal


Shuttle bis Mautstelle Zillertaler
Höhenstraße) – Riedberg – Mautstelle
Zillertaler Höhenstraße – Kaltenbach –
Stumm – Tannenalm – Kapaunsalm
– Rosenalm – Rohrberg – Zell am Ziller

SOM
MMER 2009
42 ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE

START

ZI EL
43

DER STRECKENVERLAUF
Zell am Ziller – (BB Zillertal Arena)
Rosenalm – Übergangsjoch –
Krimmlalm – Inerertensalm – Gmünd
– Gerlos – (BB Isskogelbahn) Bergres-
taurant Isskogel – Inerertensalm –
Kreuzwiesalm – Gerlosberg – Zell am
Ziller – Mayrhofen

Höhenprofil
2500
Übergangsjoch

BB Zillertal
2000 Arena
Krimmlalm
BB Isskogel Isskogel
Gerlostal
1500
START

Rosenalm Inerer tensalm


Kreuzwiesenalm
Gmünd
1000 Wiesenalm

ZIEL
Gerlosberg

500
Freizeitpark Zell am Ziller
Das Übergangsjoch ist eine der Her- Zell am Ziller
ausforderungen der zweiten Etappe. 0 Mayrhofen

Verpflegung

Für King/Queen
of the Mountain:
75,6 Kilometer,
3614 Höhenmeter

Für Prince/Princess
of the Mountain:
59,3 Kilometer,
1831 Höhenmeter,
3 Bergbahnen

SOMMER 2009
44 ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE

Höhenprofil

ZIEL
3000

BB Sommerberg
2500
Wanglalm
Penkenjoch

2000
BB Penken Hinter tux

ach
1500 Vorderlanersb
START

GH Astegg
1000
aus
Tuxer-Ferner-H

500
Mayrhofen
Verpflegung

DER STRECKEN-
VERLAUF

Mayrhofen – (BB Penken)


Astegg – Penkenjoch –
Wanglalm – Vorderlaners-
bach – Hintertux – (BB
Gletscherbus) Sommer-
berg – Tuxer-Ferner-Haus

Für King/Queen
of the Mountain:
49,5 Kilometer,
3244 Höhenmeter
ZI EL
Für Prince/Princess
of the Mountain:
28,7 Kilometer,
1474 Höhenmeter,
2 Bergbahnen
45

START

Was für eine Bergankunft: Das Ziel


wartet am Hintertuxer Gletscher.

SOMMER 2009
46 ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE

Tipps vom Profi


Ein Radrennen wie die Zillertal Bike Challenge ist
für jeden Sportler eine große Herausforderung.
Der ehemalige Radprofi Georg Totschnig erklärt,
wie man sich als Hobbyathlet optimal vorbereitet.
FOTOS: Gerhard Berger
T E X T: Daniel Naschberger
47

SOM
OM
M MER
M R 20
2009
009
48

GEORG TOTSCHNIG
ÜBER …

… die richtige Vorbereitung im Winter


„Regelmäßiges Training, das bedeutet mindestens drei- bis
viermal pro Woche, ist die Grundvoraussetzung. Wer den
ganzen Winter hindurch nicht trainiert, hat keine Chance, das
nur im Frühjahr aufzuholen. Man kann durchaus zuerst mit
kleineren Umfängen beginnen und das Training dann kontinu-
ierlich steigern, sei es in der Anzahl der Kilometer oder in den
Zeiten, die man sich selbst setzt. Zumindest ein Ruhetag pro
Woche ist Pflicht.
Hobbysportler sollten sich ebenso wie die Profis einer sport-
medizinischen Untersuchung unterziehen. Dabei wird die Leis-
tungsfähigkeit durch einen Laktatstufentest ermittelt und die
Pulsgrenze festgelegt. Dank dieser Diagnostik weiß der Sport-
ler, wo er im Moment steht. Die Erstellung des Trainingsplans
kann in Abstimmung mit einem Arzt erfolgen, ein Großteil der
Teilnehmer kann sich diesen aber auch durchaus selbst zurecht-
legen. Wichtig ist es, schon früh – also mindestens ein halbes
Jahr vor der Challenge – mit regelmäßigem Training zu begin-
nen. Dabei muss es sich nicht zwangsweise um Radfahren han-
deln, Abwechslung durch Laufen, Skifahren oder den Besuch
eines Fitnessstudios ist auf jeden Fall zu empfehlen. Sportarten
wie Hallenfußball sind aufgrund der hohen Verletzungsgefahr
nicht unbedingt ratsam, aber sicher nicht verboten. Krafttrai-
ning darf jedoch ebenso wenig fehlen – für Radfahrer ist neben
gut austrainierten Beinen auch ein kräftiger Oberkörper ent-
scheidend, um Rückenbeschwerden vorzubeugen.“

... die intensive Trainingsphase im Frühjahr


„Im Frühjahr regeneriert sich der Körper schneller und verkraf-
tet auf Dauer höhere Belastungen, wenn wir bereits im Winter
die Grundlagen dafür gelegt haben. Um den Puls stets im Auge
zu behalten, ist bei allen Trainingseinheiten eine Pulsuhr zu
empfehlen. Die letzten drei bis vier Monate vor dem Wettkampf
sind dann die intensivsten. Im Frühjahr sollte zumindest ein
Monat Grundlagenausdauer trainiert werden, erst dann sollte
man sich aufs Rad setzen. Eine zu lange intensive Phase ist je-
doch nicht günstig, da die Gefahr eines Übertrainings besteht.
Ein Wort zur Ernährung: In der Vorbereitungsphase muss man
sich nicht ausschließlich streng sportmedizinisch ernähren, son-
dern kann auch essen, was einem schmeckt. Zu fetthaltige oder
süße Speisen sollten aber in Maßen genossen werden.“
ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE 49

Gymnastikball: Die Übungen dienen der


Stärkung von Rumpf- und Bauchmuskulatur.

Ergometer: Mittels Laktatstufentest wird die


Leistungsfähigkeit diagnostiziert.

SOMMER 2009
50 ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE

GEORG TOTSCHNIG
ÜBER …
... die Woche vor der Zillertal Bike Challenge
„In der letzten Woche vor dem Bewerb ist vor allem eines angesagt:
Regeneration, etwa mit Massagen. Außerdem kann die Strecke noch-
mals analysiert und die Ausrüstung vorbereitet werden.“

… das Rennen selbst


„In der Früh vor dem Bewerb ist ein ‚normales‘ Frühstück sinnvoll, wenn Kurzhanteln:
Hier werden der
man sich zu viel gönnt, braucht der Magen eventuell zu lange, um sich obere Rücken sowie
zu erholen. Während des Rennens kann man etwa Bananen und Müsli- der Schulterbereich
trainiert.
riegel mit sich führen, auch Schokoriegel sind als moralische Unterstüt-
zung durchaus erlaubt.
Da die Zillertal Bike Challenge im Juli stattfindet, ist mit heißem und
trockenem Wetter zu rechnen – laufend Flüssigkeit aufzunehmen und an
den Verpflegungsstationen nachzufüllen, ist daher absolut notwendig.
Wasser als einziges Getränk mitzuführen wäre sicherlich nicht optimal,
Elektrolytsäfte oder Gemische aus Fruchtsaft und Wasser sind viel eher
geeignet, da man bei alleinigem Wasserkonsum zu viele Mineralstoffe
verliert. Die erste halbe bis volle Stunde nach Beginn oder dem ersten
geschafften Anstieg können sich die Athleten den ersten Bissen gönnen
– man darf keinesfalls auf die ersten Hungersymptome warten, denn da
ist es bereits zu spät. Die weiteren Essensetappen hängen von der Stre-
ckenführung ab. Der Fahrer muss wissen, wo es flache Passagen gibt, an
denen er etwas zu sich nehmen kann, ohne Zeit zu verlieren. Der Biker
kann auch durchaus einmal stehen bleiben und sich eine kurze Erholungs-
pause gönnen. Ansonsten kann es zu Kreislaufproblemen kommen und
diese können im weiteren Rennverlauf nicht mehr kompensiert werden.
Bei einem derartigen Rennen, das über drei Tage geht und den Athleten
dabei alles abverlangt, muss man stets auf seinen Körper hören und seine
Dehnen: Ist nach
Grenzen kennen. Man sollte aufgrund der Ergebnisse aus der Vorberei- der Belastung sehr
tung wissen, wann das Tempo erhöht oder verringert wird. Eine Überan- wichtig. 1. Hüftbeuger,
2. Oberschenkelmus-
strengung nach dem ersten oder zweiten Tag wäre fatal und die Chancen,
kulatur.
das Rennen noch beenden zu können, würden stark sinken – der Körper
gibt allerdings die passenden Signale, die der Teilnehmer aufgrund der
intensiven Vorbereitung auch richtig interpretieren kann und muss.“

… die Erholung nach dem Rennen


„Es ist ganz wichtig, innerhalb der ersten halben Stunde nach Beendi-
gung des Rennens zu essen und zu trinken. Weiters ist Ruhe entschei-
dend, wenn möglich natürlich eine kleine Massage. Die gesamte erste
Woche nach dem Rennen dient der Regeneration. Die Erfahrungen, die
man während eines solchen Rennens wie der Zillertal Bike Challenge
macht, sind unbezahlbar und bringen viele Vorteile für die nächste Ziller-
tal Bike Challenge!“
51

Beinpresse:
Sie leistet gute
Dienste zur
Kräftigung der
Beugermuskulatur
im Bein.

Krafttraining: ZUR PERSON


Die Stärkung der Georg Totschnig wurde 1971 in Innsbruck geboren. Zunächst besuchte er die Skihauptschule in Neustift im Stubaital,
Beine sowie des nach einem Schulwechsel stieg er aufs Fahrrad um. 1993 wurde Totschnig Profi und bereits ein Jahr darauf belegte er
Oberkörpers beugt den 13. Platz beim Giro d’Italia. Es folgten der zweimalige Gewinn der Österreich-Radrundfahrt sowie Platz 4 bei der Tour
Rückenbeschwerden de Suisse, Platz 5 beim Giro d’Italia und Platz 6 bei der Vuelta. 2005 gewann Georg Totschnig als erster Österreicher seit
vor. 1931 eine Etappe der Tour de France und wurde zum Sportler des Jahres gewählt. 2006 beendete er seine Karriere.

SOMMER 2009
52 ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE

Fit in die Berge


Ernährungsspezialist Dr. med. Rudolf Ziegler weiß, wie man als
Wanderer und Biker sommerliche Touren im Gebirge noch ein Stück
mehr genießen kann. Mit der richtigen Kost geht vieles leichter.

T E X T: Julia Brugger
FOTOS: Gerhard Berger

Herr Dr. Ziegler, welche Ratschläge haben Sie als Er-


nährungsspezialist für Bergwanderer oder Biker parat,
die sich optimal auf eine Tour im Sommer vorbereiten
wollen?
Rudolf Ziegler: Logisch, nicht alle Ernährungssünden der Ver-
gangenheit kann man in wenigen Stunden ungeschehen ma-
chen. Wichtig ist daher die Umstellung auf sportlergerechte
Ernährung bereits im Winter und Frühjahr, um so Ihren Körper
gezielt auf Vordermann zu bringen und eventuelle Fettpölster-
chen als unnötigen Ballast während der Tour rechtzeitig ver-
schwinden zu lassen.

Was verstehen Sie eigentlich unter richtiger beziehungs-


weise sportlergerechter Ernährung?
Dies ist keine Erfindung oder gar Willkür der modernen Medi-
DER EXPERTE zin. Sportlergerechte Ernährung fußt vielmehr auf nach wie
vor für uns gültigen genetischen Vorgaben aus der Stein-
zeit und besteht daher aus hochwertigem mageren Eiweiß
Dr. med. Rudolf Ziegler arbeitet seit vielen Jahren als in Bioqualität und komplexen Kohlenhydraten. Zusätzlich
erfolgreicher Sport- und Ernährungsmediziner in wichtig ist der Verzicht auf tierische Fette von Masttieren
und ihren Verarbeitungsprodukten, aus Legebatterien und
Heppenheim, Deutschland. Neben Hobbysportlern Zuchtfarmen wie beispielsweise Zuchtlachs, da das hier an-
betreut er auch Profi- und Spitzensportler wie Hanka zutreffende Fettsäuremuster die Regeneration nach sport-
Kupfernagel, die amtierende Radcross-Weltmeisterin. licher Belastung ungünstig verlängern würde. Die Zillertaler
Naturprodukte eignen sich hierfür optimal. In der letzten
Außerdem fungiert der leidenschaftliche Ausdauer- Woche vor dem Start heißt es dann, die Kohlenhydratspei-
sportler in Deutschland und im deutschsprachigen cher in der Muskulatur optimal zu füllen.
Ausland als Dozent, Referent, Berater und Redakteur
Was konkret bedeutet?
zu den Themen Gesundheitsprävention und Ernäh- Favorisierung der bekannten Kohlenhydratquellen wie Voll-
rungsmedizin. Nähere Informationen zu seiner kornprodukte, Kartoffeln, Reis, Soja-Nudeln, frisches Obst,
Person sowie weitere Tipps rund um den Themen- Gemüse, Pilze sowie Salate. Wertvoll sind auch Vertreter des
sogenannten Pseudo-Getreides wie Amaranth, Buchweizen
bereich Gesundheit, Fitness & Ausdauer finden Sie oder Quinoa und nicht zu vergessen Trockenfrüchte, Nüsse
unter: und Kerne.
www.sportdoktor-ziegler.de
Gibt es bei der Nahrungszubereitung etwas zu beachten?
www.pulsaktiv.de In der Tat. Verwenden Sie bitte sportlergerechte Öle, das
www.laufreport.de (Rubrik Sprechstunde) heißt hochwertiges Oliven- oder Rapsöl zum Braten und Ba-
cken und Walnuss- oder Leinöl für kalte Speisen, wie bei-
53

SOMMER 2009
54 ALLES ZUR ZILLERTAL BIKE CHALLENGE

Nüsse: sind
Nervennahrung
und gesunde
Energie-Lieferanten
am Berg.

Ei: Aus der Pfanne


mit Salz und Pfeffer
bringt es den nöti-
gen Eiweisschub am
Morgen.

Brot: Vollkorn- Trockenobst:


brot oder Pumper- Fruchtig, süßlich,
nickel halten den sättigend hält Tro-
Blutzuckerspiegel ckenobst das Ener-
lange stabil. gielevel konstant.

spielsweise Salate. Generell nicht geeignet sind gehärtete Pflan- Nacht abzubauen. Die logische Konsequenz: Die Leber ist weni-
zenfette wie Palmin oder Biskin, Sonnenblumen- und Distel-Öl ger gut in der Lage, die für die psycho-mentale Leistungsfähigkeit
sowie Sahne wegen ihres ungünstigen Fettsäuremusters bezie- unbedingt notwendigen Zuckerdepots (Glykogen) in ihren Zellen
hungsweise einem zu hohen Kaloriengehalt. anzulegen und damit unterwegs den Blutzucker stabil zu halten.
Damit werden Geschick und Konzentration zur Unfallverhütung
Wie sieht aus Sportmediziner-Sicht das ideale Wander-Früh- in Frage gestellt, vom Problem des eventuell noch vorhandenen
stück aus? Rest alkohols im Blut gar nicht zu reden. Auch unterwegs bei der
Das richtige Frühstück sollte den Verdauungstrakt nicht belasten, Tour hat Alkohol nichts verloren.
den Blutzucker als unersetzlichen Konzentrationsfaktor möglichst
lange stabil halten und dem Sportler natürlich schmecken. Daher Was esse und trinke ich während der Tour, damit ich fit bleibe?
empfehle ich hier: Spiegeleier oder Rühreier mit Jodsalz und frisch Im Gebirge ist die Luft nicht nur dünner, sondern auch trocke-
gemahlenem Pfeffer, ohne Speck, dazu Vollkornbrot oder Pumper- ner. Leistungsstabilisierend wirkt daher frühzeitiges Trinken – am
nickel und frisch gepressten Orangensaft oder Molke-Getränke. In besten, bevor Sie Durst bekommen. Optimal wäre beispielswei-
die vollwertige Müsli-Schüssel kommen Soja-Flocken, Weizenkeime, se ein Molke-Getränk. Es enthält Milchzucker, der den Blutzucker
Walnüsse oder Cashew-Kerne, Sonnenblumenkerne und Trink-Jo- stabilisiert und gleichzeitig auch der Muskulatur Energie zuführt,
ghurt oder Bio-Frischmilch. Jahreszeitlich passendes Frischobst run- hochwertiges Milch-Eiweiß, das sättigt und im Bedarfsfall vom
det das Sportler-Frühstück ab. Energiestoffwechsel auch in Zucker umgewandelt werden kann,
sowie wichtige Mineralstoffe, die bei der Tour über den Schweiß
Was sollte ich am Vorabend der Tour essen? verloren gehen.
Beispielsweise eine Portion Spaghetti mit Tomatensauce oder
Aglio-Olio ist ein bewährtes Hausrezept, auf das schon Stefan Und als Snack?
Eberharter vor seinen Rennen zurückgriff. Wesentlich für die Leis- Ideale Fitmacher für zwischendurch sind Trockenfrüchte, Studenten-
tungsoptimierung ist der generelle Verzicht auf Alkohol am Vor- futter, Kerne, Erdnüsse – natürlich ungesalzen und nicht geröstet –
abend der Tour. Ansonsten zwingen wir nämlich unsere Leber, und Früchteriegel, die aber tunlichst keine gehärteten Fette, künst-
das menschliche Entgiftungsorgan, den zugeführten Alkohol über lichen Zucker oder Farbstoffe enthalten sollten.
55

„Das richtige Frühstück sollte


Molkegetränk: Die nahezu fettfreie
Erfrischung liefert dem Körper Vitamine und
den Verdauungstrakt nicht
Mineralstoffe. belasten, den Blutzucker als
unersetzlichen Konzentra-
tionsfaktor möglichst lange
stabil halten und dem Sport-
ler natürlich schmecken.“

IDEALE
BEGLEITER
Energiereiche Trockenfrüchte, knackige Nussmi-
schungen oder fruchtige Energieriegel sind idealer
Begleiter von sportlichen Touren. Die Firma See-
berger mit Sitz in Ulm hat neben Kaffee- und
Getreideprodukten auch viele Langzeit-Energiespen-
Was esse ich dann idealer Weise nach der Tour? der für den Sport im Angebot. Da Sport und Natur
Zur beschleunigten Regeneration, zur schnelleren Wiederauffüllung der
Energiereserven in Leber und Muskulatur, zum Verlust-Ersatz von wich- ein unschlagbares Team bilden, kommen in die
tigen Eiweißbausteinen und Mineralstoffen genauso wie für effektiven reichhaltigen Sportler-Snacks auch keine künstlichen
Zell- und Infektschutz verlangt unser Körper nach gegrilltem Tiefsee- Zusatzstoffe, von Konservierungsstoffen bei wenigen
Fisch, gegrilltem Biofleisch oder Wild – jedoch kein Wildschwein, da zu
fett – kombiniert mit Wildreis und in Olivenöl geschwenktem al-dente- Produkten einmal abgesehen. So kann sich die
Gemüse mit gerösteten Pinienkernen und frischen Kräutern. stärkende Wirkung der vollreif geernteten und
schonend verarbeiteten Aprikosen, Bananenstücke
Und einen g’spritzten Apfelsaft!
Durchaus, weitere empfehlenswerte Alternativen zum Ausgleich oder Cashewkerne im Körper bestens entfalten.
des Flüssigkeitsdefizits neben naturtrübem Bio-Direkt-Apfelsaft wä- Weitere Informationen zu den sportlich-gesunden
ren alkoholfreies Hefeweizen-Bier, Malzbier, Molke oder hochwer- Snacks rund um das Studentenfutter unter:
tiges Mineralwasser, das dann mindestens 80 mg Magnesium pro
Liter aufweisen sollte. www.seeberger.de

Gelten eigentlich Ihre Ernährungstipps grundsätzlich oder nur


vor sportlicher Betätigung wie einer Bergwanderung?
Sie wissen ja: Man ist, was man isst! Mit der von mir vorgeschla-
genen naturnahen Ernährung ist Ihr Körper generell gut versorgt
und zusätzlich vermeiden Sie effektiv Übergewicht und Stoffwech-
selstörungen. Liegt allerdings bereits Übergewicht vor, gelten zu-
sätzliche Ernährungsregeln und Einschränkungen.

Vielen Dank für das Gespräch.

SOMMER 2009
56
57

Der Sommer ist die Zeit der Kletterer. In den Weiten der Zillertaler
Bergwelt finden sie ein breites Spektrum an verschiedensten
Routen vor, insbesondere ein vielfältiges Angebot an Klettersteigen
unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade.

Den Fels hautnah erleben


T E X T: Daniel Naschberger

SOM
SOMMER
OM MER
E 20
2009
58
Zehn Meter noch, dann ist das Ziel erreicht. Dank einer im Fels ver-
ankerten Leiter wird auch noch die letzte Passage gemeistert: Ge-
schafft, der Klettersteig ist bezwungen. Ein gutes Gefühl!
Während der Sportkletterer beim Free Climbing auf alle technischen
und künstlichen Tricks – nicht jedoch auf Seilsicherung – verzichtet,
darf bei Klettersteigen mit verschiedenen Hilfsmitteln nachgeholfen
werden. Meist handelt es sich dabei um Eisenleitern und -stifte, Tritt-
stufen und Stahlseile, die den Kletterweg sichern. Der ursprüngliche
Sinn lag schon vor Jahrhunderten in der Absicherung von Wander- und
Wirtschaftswegen, später sollten auch äußerst schwierige Routen für
ungeübte Kletterer begehbar gemacht werden. Daraus entwickelte
sich schließlich im Lauf der Jahre sogar eine eigene alpine Disziplin.
Das im Klettersteig angebrachte Eisen dient sowohl der Fortbewe-
gung als auch der Selbstsicherung, bei schwierigeren Passagen wird
dieses durch das Gehen im Seilschaftsverband ersetzt. Die Steige wer-
den in fünf Schwierigkeitsgrade eingeteilt, von der einfachsten Stufe
A bis hin zur extrem anspruchsvollen Kategorie E.

VIELFÄLTIGE KLETTERSTEIGE
Im Zillertal fordern mittlerweile sieben Klettersteige (Spieljoch, Gerlos-
stein, Huterlaner, Zimmereben, Penken, Spannagel, Ginzling) sowohl
den Anfänger wie auch den Kletterprofi heraus. Der erste in der Reihe
war jener in der Gerlossteinwand in der Region Zell-Gerlos. Hier hat
die Bergrettung Zell am Ziller einen attraktiven, steilen und anspruchs-
vollen Klettersteig durch die bis dahin eher weniger beachtete Nord-
wand gelegt, der im Juni 2007 eröffnet wurde. Über vier Stunden sind
nötig, um ihn zu bezwingen. Mit Unterstützung der Seilbahn verkürzen
sich jedoch die Zu- und Abstiegszeiten beträchtlich. Für Ungeübte ist
die Gerlossteinwand – immerhin Kategorie D – nicht geeignet.

TIPPS VON
PETER HABELER
Das Stahlseil ist der Leitfaden, auf den Fels baut man seine Schritte. Doch
nicht irgendwelche und nicht irgendwie. Peter Habeler erzählt aus seinem persönlichen
Erfahrungsschatz, worauf es bei den abenteuerlich-attraktiven Touren ankommt.

Peter, wie sieht die richtige Ausrüstung für einen Klettersteig aus?
Peter Habeler: Zunächst brauchst du einen Klettergurt, ein Klettersteigset mit zwei Bandschlingen
und Karabinern sowie einen Kletterhelm, der dich vor Steinschlag schützt. Außerdem sind Klet-
tersteig taugliche Schuhe und Handschuhe wichtig, die dich vor Verletzungen durch das Stahlseil
schützen. Das gilt für Profis genauso wie für Anfänger!

Dann kann ich losziehen … Es braucht natürlich ein entsprechendes Know-how. Ein ortskundiger
Bergführer kann dir die richtigen Handgriffe und den Umgang mit den Karabinern zeigen. Dann
kannst du losziehen.

Und was ist mit den Kindern?


Für die eignet sich der Kinderklettergarten am Spieljoch hervorragend.

Was zeichnet Klettersteige im Zillertal aus? Vor allem die Touren um Mayrhofen
und Zell am Ziller sind leicht erreichbar und dauern kaum länger als zwei Stunden.
Das schont Konzentration und Kräfte.

Deine Lieblingstour? Ich mag Zimmereben gerne. Ausgangspunkt


für die Tour ist das Gasthof Zillertal in Schwendau.

Was ist das Besondere dran? Die Tour kann man in einem halben Tag machen
und oben gleich eine Halbe trinken (lacht).
59

Das im Klettersteig angebrachte Eisen dient sowohl der Fortbewegung


als auch der Selbstsicherung, bei schwierigeren Passagen wird dieses
durch das Gehen im Seilschaftsverband ersetzt.

In der Ferienregion Mayrhofen-Hippach finden sich die Klettersteige werden am Spieljoch in der Ersten Ferienregion bestens versorgt, dort
Zimmereben und Huterlaner. Diese stellen nicht nur wegen ihrer exzel- errichtete die Spieljochbahn den „Ersten Zillertaler Kinderklettergar-
lenten Routenkonzeption und -ausführung ein Novum in diesem tren- ten“. Die Sicherheit hat bei den Kursen natürlich oberste Priorität, aus
digen Action- und Freizeitsport dar: Die Einstiegstellen beider Routen diesem Grund werden Kinder bei ihren Kletterkursen von Anfang an
liegen direkt am Ortsrand von Mayrhofen und damit beinahe am Tal- mit Helm und Sicherheitsausrüstung ausgestattet. Neben der tech-
boden. Im Herbst 2007 wurde mit den Baumaßnahmen für den Klet- nischen Herausforderung, die Klettern beinhaltet, steht hier vor allem
tersteig Zimmereben (D+) begonnen, gleich darauf wurde die zweite der Spaßfaktor im Vordergrund.
Route, der Klettersteig Huterlaner (C), in Angriff genommen.
FREE-CLIMB-PARADIES
KLETTERN FÜR DIE KLEINSTEN Das Paradies für Free Climber liegt in der Nähe des Bergsteigerdorfes
Der etwa 200 Meter lange Spannagel-Klettersteig (Schwierigkeit C) in von Ginzling. In den ewigen Jagdgründen wurden die ersten Sport-
Tux-Finkenberg führt durch bombenfestes Urgestein in abwechslungs- kletterrouten im Zillertal eingerichtet, die markanten Granitblöcke,
reicher Kletterei mäßig steil empor. Lediglich die letzten zehn Meter die bereits von der Straße aus sichtbar sind, bieten mehr als 70 Rou-
sind senkrecht und durch eine Leiter begehbar gemacht. In unmittel- ten in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden. Der passionierte
barer Nähe zum Klettersteig befindet sich ein neu eingerichteter Klet- Kletterer bekommt hier alles geboten, von geneigten Platten bis hin
tergarten – ein ideales Gelände für Bergführer mit Anfängern und auch zum riesigen Dach – die ewigen Jagdgründe gehören sicherlich zu den
für ambitionierte Sportkletterer. Die jüngsten unter den Alpinisten besten Zielen im Tiroler Unterland.

1/2 Alko-Kober
Sicherheitskupplung Rasenmäher
AKS 3004 SILVER 520 BR

AL-KO KOBER Ges.m.b.H.


Zellbergeben 38 I 6280 Zell am Ziller I www.al-ko.com
60

KINDERKLETTERGARTEN
SPIELJOCH

Schwierigkeit: A
Dauer: 0,5 Stunden
Kletterkurse für Kinder und
Erwachsene

Kontakt:
TVB Erste Ferienregion im Zillertal
Hauptstraße 54
6263 Fügen
Tel.: +43/(0)5288/62262
info@best-of-zillertal.at
www.best-of-zillertal.at

KATEGORIE A KATEGORIE B
SCHWIERIGKEIT: einfach SCHWIERIGKEIT: einfach bis mäßig schwierig,
GELÄNDE: flach bis steil, meist felsig teilweise ein wenig anstrengender
SICHERUNG: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern und eventuell GELÄNDE: steileres Felsgelände, vereinzelt kleine Tritte,
kurze Leitern – Begehung größtenteils ohne mit ausgesetzten Stellen muss gerechnet werden
Verwendung der Sicherungseinrichtungen möglich SICHERUNG: Drahtseile, Ketten, Eisenklammern,
VORAUSSETZUNG: Trittsicherheit und Trittstifte, längere Leitern (eventuell auch senkrecht);
Schwindelfreiheit, Grundkondition Begehung ist auch ohne Sicherung möglich
AUSRÜSTUNG: Klettersteigausrüstung, erfahrene VORAUSSETZUNG: Trittsicherheit und Schwindelfreiheit,
Kletterer auch ohne Sicherung Grundkondition, jedoch bessere Kondition
AUSRÜSTUNG: Klettersteigausrüstung, Begehung
im Seilschaftsverband möglich

KLETTERSTEIGE
IM ZILLERTAL
KATEGORIE C
SCHWIERIGKEIT: großteils schwierig und
anstrengend sowie Kräfte raubend
GELÄNDE: steiles bis sehr steiles Felsgelände,
meist kleine Tritte, längere oder sehr
häufig ausgesetzte Passagen
SICHERUNG: Drahtseile, Eisenklampfen,
SPANNAGEL Trittstifte, oft längere und sogar überhän-
gende Leitern, Klammern und Stifte können
auch weiter auseinander liegen; in senkrech-
Schwierigkeit: C
ten Abschnitten manchmal auch nur ein
Dauer: 4 Stunden
Drahtseil; Begehung ohne Benutzung der
fixen Sicherungseinrichtungen möglich
Kontakt: TVB Tux-Finkenberg
VORAUSSETZUNG: gute Kondition
Lanersbach 472, 6293 Tux
AUSRÜSTUNG: Klettersteigausrüstung wird
Tel.: +43/(0)5287/8506
empfohlen, Ungeübte und Kinder sind
info@tux.at, www.tux.at
eventuell ans Seil zu nehmen
61
GERLOSSTEINWAND
Schwierigkeit: C/D-, Dauer: 4,5 Stunden

Kontakt:
TVB Zell-Gerlos, Dorfplatz 3a, 6280 Zell am Ziller, Tel. +43/(0)5252/2281
info@zell.at oder info@gerlos.at, www.zillertalarena.com

ZIMMEREBEN

Schwierigkeit: C/D+, Dauer: 1,5 Stunden KATEGORIE D


SCHWIERIGKEIT: sehr schwierig, sehr anstrengend und sehr Kräfte raubend
Kontakt: GELÄNDE: senkrechtes, oft auch überhängendes Gelände; meist sehr ausgesetzt
TVB Mayrhofen-Hippach, Dursterstraße 225 SICHERUNG: Drahtseil, Eisenklammern und Trittstifte (liegen oft weit auseinander);
6290 Mayrhofen, Tel.: +43/(0)5285/6760 an ausgesetzten und steilen Stellen oftmals nur ein Drahtseil
info@mayrhofen.at oder info@hippach.at VORAUSSETZUNG: gute Kondition, Kraft in Armen und Händen
www.mayrhofen.at AUSRÜSTUNG: Klettersteigausrüstung ist Pflicht, für Anfänger
und Kinder nicht geeignet

DIE EWIGEN JAGDGRÜNDE –


KATEGORIE E ein Paradies für Free Climber
SCHWIERIGKEIT: extrem
schwierig, sehr anstrengend
und äußerst Kräfte raubend
GELÄNDE: senkrecht bis überhängend;
durchwegs ausgesetzt; sehr kleine Tritte
SICHERUNG: Drahtseil, Eisenklammern und Trittstifte
(liegen oft weit auseinander); an ausgesetzten
und steilen Stellen oftmals nur ein Drahtseil,
aber häufiger mit Kletterei kombiniert
VORAUSSETZUNG: viel Kraft in
Händen/Fingern, Armen und Beinen,
sehr gute Kondition, Beweglichkeit
AUSRÜSTUNG: Klettersteigausrüstung
ist Pflicht, Seilschaftsverband vor allem bei Touren
mit Stellen ohne Sicherungseinrichtungen zu
empfehlen; für Anfänger und Kinder nicht geeignet

SOMMER 2009
62

Seine Bergwelt macht das


Zillertal einzigartig. Es gilt, mit der
Natur sorgsam umzugehen.
63

„Die Kunst ist es, den


goldenen Mittelweg zu gehen“
Die Natur – ein immer rarer werdendes Gut, das durch den Klima-
wandel zusätzlich verändert wird. Sind Natur und Tourismus in diesem Kon-
text vereinbar? Vier Experten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Naturschutz und
Bergsport haben sich an einen Tisch gesetzt und diese Frage erörtert. Was
für sie zählt, ist Lernbereitschaft und das Respektieren von Grenzen.
T E X T: Julia Brugger, Stefan Kröll
FOTOS: Gerhard Berger

SOMMER 2009
64
Im Zillertal leben die Menschen in erster Linie vom Tourismus
und angeschlossenen Wirtschaftszweigen. Wie verträgt sich
Natur und Tourismus?
Kröll: Das Zillertal ist eine der stärksten Tourismusregionen in Öster-
reich. Wir sind weder Museum noch Disneyland, das zeigt auch schon
das Naturparkhaus. Der Erholungssuchende möchte Ruhe, wenn er
in die Natur geht. Und dafür haben wir die größte Wellnessanlage im
Freien. Gleichzeitig haben wir einen florierenden Wirtschaftskreislauf.
Denn der Bauer, der vom Tourismus profitiert, der investiert wiederum
in die eigene Region und somit in die Weiterentwicklung der Kultur-
landschaft. Wir bekommen mit, dass der Erlebniswert gerade für die
Großstadtbevölkerung gewaltig ist. Wenn wir sorgsam mit der Natur
umgehen, bleibt sie uns ebenso erhalten wie die gelebte Tradition.

Willi Seifert Heinz Kröll


Gäbe es keinen Tourismus, wäre die Erhaltung von Kulturland-
schaft in dieser Form also nicht möglich. Herr Habeler, Sie sind
ständig in der Natur unterwegs. Wie beurteilen Sie die Erhal-
tung der Kulturlandschaft durch den Tourismus?
Habeler: Im Zillertal ist es gelungen, Gegensätze zu vereinen. Wir haben
auf der einen Seite ein toll ausgebautes Wandernetz bei den Bergbahnen
und das für verschiedene Altersstufen und Konditionslagen. Zudem gibt
es herrliche Gebiete zum Wandern und Bergsteigen am Zillertaler Haupt-
kamm sowie spritzigere Freizeitangebote wie zum Beispiel Bungeejum-
ping, Drachenfliegen oder auch das Hinaufturnen über Klettersteige. Ein
Bonus ist dabei unsere traditionelle Bergführerkultur. Andererseits haben
wir im Zillertal auch natürliche Ruhegebiete in denen keine Liftanlagen
mehr gebaut werden dürfen. Das finde ich gut, denn das Erlebnis in der
Natur lebt auch davon, dass nicht immer Massen dorthin kommen. Der
Peter Habeler Georg Kaser
menschlichen Gier sollen ruhig einige Grenzen gesetzt werden.

ZU DEN PERSONEN
GEORG KASER ... Klimawandels auf das Wasser der schwierigste bekannte Klettertour
ist Gletscher- und Klimaforscher an Erde (erschienen im September der Welt galt.
der Universität Innsbruck mit 2008). Dr. Georg Kaser ist der
Forschungsschwerpunkten in derzeitige Präsident der Internatio- WILLI SEIFERT ...
nal Association of Cryospheric ist Betreuer des Naturparkhauses
den Peruanischen Anden, auf den
Sciences. und als Diplom-Geograph mit
Gletschern Ostafrikas und in der
Schwerpunkt Raumplanung seit
Südtiroler Ortlergruppe. Der außer-
PETER HABELER ... 2005 im Hochgebirgs-Naturpark-
ordentliche Universitätsprofessor
ist aktive Extrem-Bergsteiger- Zillertal tätig. Mit der Auswirkung
wurde im Mai 2004 in die Gruppe
legende aus dem Zillertal. Sein des Klimawandels auf den Touris-
von 150 Wissenschaftlern berufen,
größter Erfolg war 1978 die zum mus setzte er sich bereits wissen-
die in fast dreijähriger Arbeit Teil 1
ersten Mal ohne künstlichen schaftlich auseinander.
des 4. Weltklimaberichtes erstellt
Sauerstoff durchgeführte Besteigung
haben. Darin wurde 2007 der des Mount Everest, des höchsten HEINZ KRÖLL ...
neueste Wissensstand über die Bergs der Welt. Weiters gelangen ist Geschäftsführer und Besitzer
beobachteten Veränderungen im Habeler Erstbegehungen in den der Familien-Sennerei Zillertal. Sie
Klimasystem und über die entspre- amerikanischen Rocky Mountains, verarbeitet silofreie Heumilch von
chenden physikalischen Zusam- er war der erste Europäer an den Bergbauern aus der hinteren
menhänge veröffentlicht. Anschlie- Big Walls im Yosemite-Nationalpark Region im Zillertal. In der Erlebnis-
ßend arbeitete er im Auftrag des in Kalifornien (USA) und kletterte in sennerei Zillertal kann man die
Weltklimarates IPCC an einem kürzester Zeit durch die El-Capitan- Verarbeitung von Milch zu Käse
Bericht über die Auswirkungen des Südwestwand, die damals als die live miterleben.
65
Stichwort: Verkehr. Gibt es Alternativen zum Auto?
Habeler: Zermat in der Schweiz ist ein gutes Beispiel für einen auto-
freien Ort. Eine herrliche Geschichte – das ist ein Traum. Am Wochen-
ende ist die Fahrt durchs Zillertal häufig zeitraubend. Interessanter
Weise sind aber viele Touristen von zu Hause den Stau gewohnt – ih-
nen macht es gar nicht so viel aus.
Kaser: Da sprechen Sie einen zentralen Punkt im Hinblick auf die CO2-
Im Zillertal ist es gelungen,
Problematik an. Ich spreche gewissermaßen als Botschafter des Welt- Gegensätze zu vereinen.
klimarates und der sieht den Individualverkehr als einen großen Tä-
ter. Das Zillertal müsste den Individualverkehr loswerden. Man muss Neben Ski- und Wander-
natürlich eine brauchbare Alternative anbieten. Das könnte heißen,
dass ich in Düsseldorf mein Skigepäck aufgebe und es direkt ins Hotel
gebieten gibt es auch
geliefert wird, während ich entspannt und komfortabel per Zug und natürliche Ruhezonen, in
mit den öffentlichen Verkehrsmitteln im Tal das Hotel erreiche. Dazu
bräuchte es natürlich ein funktionierendes öffentliches Verkehrsnetz.
denen keine Lifte mehr ge-
Um das umzusetzen, muss allerdings der politische Wille da sein. baut werden dürfen.
Sie sprechen den Klimawandel an. Was stellen Sie als Klima- Dem steten Wachstums-
forscher an realen Veränderungen in den Alpen fest?
Kaser: Da die Vorgänge im Klimasystem oft verzögert stattfinden, ist
streben werden dabei
das Nährgebiet der Gletscher zum Beispiel schon seit mehr als zehn Grenzen gesetzt.
Jahren in Höhen über 4000 Metern verschwunden. Die Ostalpen-
gletscher sind also heute schon Relikte aus einem früheren Klima
und können unter heutigen Bedingungen nicht überleben. Wenn
die Gletscher bleiben sollen, bräuchten wir Wetterverhältnisse wie
in den 1920er oder den 1960er und 70er Jahren: Winter mit großen
Schneemengen und kühl-feuchte Sommer. Damit verbundene Lawi-
nenwinter und verregnete Sommer wären vermutlich fatal für die
Tourismuswirtschaft.

Auf der einen Seite schmelzen die Gletscher, auf der anderen
Seite befindet sich die Tourismusindustrie in einer Wachstums-
spirale. Wie begegnet man dieser Entwicklung?
NATURPARKHAUS
Kaser: Konstantes Wachstum führt zur Explosion. Das kann man durch
Wachstumsfunktionen mathematisch einfach beschreiben. Wir benö-
GINZLING
tigen eigentlich ein Wirtschaftssystem, das nicht von stetem Wachsen
abhängt. In Tirol schwächt man gerne ab: „Ach, das wird schon alles
nicht so schlimm sein.“ Allerdings sind wir alle vernetzt, das zeigte Das Naturparkhaus ist die Visitenkarte des Hochge-
auch die Finanzkrise wieder. Das Szenario ist natürlich bedrohlich. birgs-Naturparks. Das Besucherzentrum wurde im
Angst und Bedrohlichkeit sind jedoch etwas sehr Subjektives. Wenn
man objektiv damit umgeht, dann wird man Anpassungsmechanis- Juli 2008 neu eröffnet und hat zum Ziel, der
men finden. Wir leben in einer Zeit massiver Veränderungen – und Bevölkerung und den Touristen den Hochgebirgs-
wir können und müssen lernen, damit umzugehen.
Seifert: Es braucht ein Gesamtkonzept, um die Entwicklung von ganzen Naturpark-Zillertal näher zu bringen und für seine
Talschaften einzuläuten. Die Realität zeigt, dass der Hornkees bei der Besonderheiten zu sensibilisieren. Das Herzstück
Berlinerhütte beispielsweise in den letzten fünf Jahren um 250 Meter
verloren hat. des Naturparkhauses ist eine moderne, interaktive
Habeler: Als Bergsteiger habe ich in den letzten Jahren hautnah er- und familiengerechte Erlebnis-Ausstellung, in der
lebt, dass die Berge brüchiger werden, es mehr Felsstürze im alpinen
Gelände und Muren im Talbereich gibt. Bergsteigen und vor allem man sich auf die Spuren einer verschollenen
Gipfelbesteigungen werden somit ein besonders gefährliches Unter- Gletscher-Expedition macht und dabei die Beson-
fangen. Alte Führerliteratur stimmt zum Teil nicht mehr, weil sich das
Gelände durch ausapernde Gletscher stark verändert hat. Das bedeu- derheiten des Schutzgebiets spielerisch kennen
tet, dass Bergführer und Bergrettungsleute vor neue Herausforde- lernt. Als der Naturpark 1991 eingerichtet wurde,
rungen gestellt werden.
ging es nicht um den Schutz spezieller Tier- und
Die unberührte Natur verändert sich, wird immer knapper und Pflanzenarten, sondern um den Erhalt des Natur-
gleichzeitig suchen die Menschen sie wieder vermehrt auf. Wel-
che Rolle spielt die Natur für die Tourismuswirtschaft? und Kulturlandschaftsraumes, der knapp 400
Kröll: Der Tourismus braucht die Natur, das ist ganz klar. Die Natur Quadratkilometer umfasst.
ist rar und durch gezielte Verknappung können wir noch mehr Wert-
schöpfung für das Zillertal herausholen. Aktuell profitieren wir aber

SOMMER 2009
66

„Siehst du
das Nährgebiet vom
Gletscher?“ „Nein,
das ist schon in den
90er Jahren auf 4000
Meter zurückgegan-
gen.“ Georg Kaser, Wil-
li Seifert, Heinz Kröll
und Peter Habeler.
Auf den Spuren 67
einer verschollenen
Gletscherexpedition:
Im Naturparkhaus
Ginzling lernt man den
Hochgebirgs-Naturschutz-
park interaktiv kennen.

SOMMER 2009
68

„Im Zillertal steht die Kulturlandschaft gewiss im Vordergrund.


Es ist wichtig, dass das so bleibt. Das Ziel kann sicher
nicht eine Disneyland-Inszenierung sein.“

vor allem davon, dass unsere Landwirtschaft und der angeschlossene angelegten Meliorations-Projekt entlang der Zillertaler Höhenstraße.
Wirtschaftskreislauf noch tadellos funktionieren. Die Bergbauern, die Man ersetzt dabei Almflächen durch Waldflächen.
direkt an die Natur gebunden sind, sind für den Tourismus sehr wich- Kaser: Dabei sprechen wir immer noch von Kulturlandschaft. Grund-
tig. Ihre intensive Alm- und Heuwirtschaft, das heißt, dass die Kühe sätzlich muss man zwischen Kulturlandschaft und Naturlandschaft
auf über 1000 Metern grasen, sorgt beispielsweise für eine Artenviel- unterscheiden. Im Zillertal haben wir in erster Linie Kulturlandschaft.
falt bei Kräutern und Pflanzen, was sich wiederum auf den Geschmack Das Fantastische ist die Mischung aus beiden. In den USA gibt es bei-
der Zillertaler Bergmilch sowie diverse Käsesorten positiv auswirkt. spielsweise großartige Naturparks. Ich muss aber gestehen, dass mir
Gleichzeitig entwickelt der Bienenhonig aus Heuregionen ein starkes dort nach kurzer Zeit der Kirchturm, das Dorf, das Gasthaus abgeht –
Aroma – ich möchte damit ein bisschen den Kreislauf charakterisie- also schlichtweg die alpine Kulturlandschaft.
ren. Wird die Alm nun nicht mehr bewirtschaftet, geht einmal dieser Seifert: Man muss realistisch sein. Im Hochgebirgs-Naturpark im Zil-
Kreislauf verloren und zudem nimmt der Boden nicht mehr so viel lertal existiert maximal noch ein Viertel reine Natur oder Wildnis. Das
Wasser auf und wir haben beispielsweise Murenprobleme. gesamte Wegenetz, die Almwirtschaft, die Hütten und Steige sind
Seifert: Das ist jedoch von Fall zu Fall topographisch unterschiedlich. bereits Teil der Kulturlandschaft. Es ist wichtig, das Schindeldach oder
Zum Teil wird das Vieh bewusst von der Weide genommen und man die Bergmahd zu erhalten. Wenn sich aber eine Alm nicht mehr trägt,
lässt das Gelände wieder aufforsten, damit der Boden wieder mehr ist der natürliche Weg, dass sie wieder zuwächst. Dieser Trend ist
Wasser aufnehmen kann und den darunter liegenden Ortschaften Si- auch im Zillertal bei einigen Almen bereits zu beobachten. Kultur-
cherheit vor Überflutungen und Muren gibt. So etwa in dem groß landschaft ist ja auch etwas Dynamisches.

Die Expertenrunde
im Naturparkhaus. Bergsteiger-
legende Peter Habeler zählt mit
seinen Diskussionspartnern die
Ringe des Baumes und schätzt
so dessen Alter.
69

Eine interessante Möglichkeit für die Hinführung des Menschen Kröll: Im Zillertal steht die Kulturlandschaft gewiss im Vorder-
zur Natur ist auch die Inszenierung von Natur. Wenn der Mensch grund. Es ist wichtig, dass das so bleibt. Das Ziel kann sicher nicht
alleine vor dem grünen Wald steht, fehlt ihm häufig der Zugang eine Disneyland-Inszenierung sein. Die Leute, die hier leben, er-
dazu. fahren das Gegebene als selbstverständlich. Wenn ein engagier-
Habeler: Ich finde das nicht gut. Wenn wir nicht mehr wissen, was ter Mensch von außen kommt und einen Berg einfärben oder eine
noch toller wäre und wenn wir mit allen möglichen Attraktionen ver- elektrische Stiege auf 3000 Meter bauen möchte, dann besteht
suchen, Aufmerksamkeit zu gewinnen, dann ist die Grenze zum Perfi- die Gefahr, dass die Bevölkerung das faszinierend findet. Der
den sehr knapp. Im Grunde ist ein Klettersteig auch schon eine kleine Gast aber öffnet uns die Augen, indem er uns daran erinnert, wie
Inszenierung. Aber es kommt immer auf den goldenen Mittelweg an. schön wir es hier haben.
Es geht auch um die Wertschätzung dessen, was wir haben. Ich glau- Habeler: Das Problem, das sich dann ergibt, ist auch das Nicht-Ge-
be, dass das im Zillertal gut umgesetzt wurde. Selber finde ich die nug-Haben-Wollen, die Gier. Ich freue mich, wenn ich in ein abgele-
reine Natur in amerikanischen Nationalparks sehr faszinierend, auf genes Dorf in den Alpen komme. Die Welt scheint dort noch zu stim-
unsere Bereiche kann man das aber nicht umlegen. men. Aber für die Bevölkerung, die dort lebt, ist es fatal. Sie fühlt sich
Kaser: Denken Sie an die zahlreichen Ge- und Verbote, die in weit hinter uns. Das Zillertal hat hier einen guten Weg eingeschlagen.
einem amerikanischen Nationalpark existieren. Ich rate auch ab, Aber ich selber kenne den Drang, stets weitere Gipfel zu erklimmen.
das als Vorbild für Europa zu nehmen. Diese Einschränkungen Da sind wir wieder beim goldenen Mittelweg – auf dem sollten wir
wollen wir ja nicht. konstant wandern.

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70

„Essen und Trinken


gehören zu den schönsten
Dingen überhaupt“
Bei Haubenkoch Sieghard Eder in Hippach lernt man nicht nur Zillertaler
Küche auf höchstem kulinarischen Niveau kennen. Seine Gäste dürfen
auch selbst Hand anlegen und lernen in Kochkursen, wie man mit gesun-
den und naturbelassenen Lebensmitteln die feinsten Gerichte zubereitet.

T E X T: Daniel Naschberger
FOTOS: Gerhard Berger

„Sie sind kein Meister, sondern sogar ein Professor – auch fürs Kochen hohen Nachfrage entwickelte sich schließlich der erste Kurs“, erin-
sollte man einen akademischen Titel vergeben.“ Geschmeichelt von nert sich Sieghard zurück. In diesen nunmehr sechs Jahren hielt er
diesen Worten eines Gastes blickt Sieghard in die anwesende Runde, jeweils im Frühjahr und im Herbst Kurse ab, daher passten sich auch
die sich gerade mit dem vierten Gang des heutigen Menüs beschäf- die Menüs stets den Jahreszeiten an. Und so stehen dieses Mal Hirsch-
tigt. Zum bereits zwölften Mal findet an diesem Tag ein Kochkurs im fleisch, Äpfel oder auch Holunder auf dem reichhaltigen Menüplan,
Hotel Restaurant Sieghard in Hippach statt, sieben wissbegierige Teil- den Sieghard seinen interessierten Kochschülern serviert. Nicht nur
nehmer saugen jedes Wort des Haubenkochs auf und staunen ob der Hotelgäste wohnen dem „Unterricht“ bei, auch Einheimische ziehen
fantastischen Zubereitung der Gerichte. die Kurse regelmäßig an.
„Die Atmosphäre ist fantastisch und richtig gemütlich. Sieghard hat
IN DER RUHE LIEGT DIE KRAFT eine sehr sympathische Ausstrahlung und beantwortet auch während
Die Ruhe, die Sieghard ausstrahlt, ist bewundernswert. Umso mehr, der Zubereitung jede Frage sofort. Mit Hilfe der Profitricks werde ich
wenn man bedenkt, dass er in gerade einmal sechs Stunden ein die Rezepte zuhause auf jeden Fall auch ausprobieren“, schwärmt
sechsgängiges Menü zaubert und sich dabei die Zeit nimmt, selbst Hans Drischberger aus Bayern, der für vier Tage angereist ist, um dem
nach jedem Gang an der Verkostung teilzunehmen. Den Überblick Meister auf die Finger schauen zu können.
in einer vollen Küche auch im Stress zu bewahren, ist nur einer der
vielen Gründe für den Erfolg des Hippacher Stargastronomen. Der re- NOSTALGISCHER RÜCKBLICK
nommierte Gourmetguide Gault Millau zeichnete Sieghard zuletzt mit Schon der erste Gang, der sogenannte „Gruß aus der Küche“, lässt
14 Punkten aus, damit trennt ihn lediglich ein Punkt auf die zweite bei allen Kursteilnehmern die Zungen schnalzen. Diese Überraschung
Haube. wird bei allen Menüs serviert, diesmal startet man mit einem Kalbs-
Doch Bescheidenheit ist eine Tugend, die man im Hause Eder pflegt, tafelspitz. Für die Wahl des passenden Weins zeichnet Sohn Christian
daher erfreut es den Kochkünstler stets aufs Neue, wie groß der An- Eder verantwortlich, ein ausgebildeter Sommelier.
drang auf seine Kochkurse ist. „Die Idee für die Kurse wurde 2002 Während des Essens nützt Sieghard die Gelegenheit, ein wenig von
geboren. Einige unserer Hotelgäste fragten mich, ob sie mir beim Ko- den Anfängen zu erzählen: „Ich habe 1968 in einem gut bürgerlichen
chen über die Schultern schauen könnten, und aus der überraschend Hotel mit meiner Lehre begonnen. Damals war die Küche natürlich
71

HOTEL RESTAURANT
SIEGHARD

Das Haus gibt es seit 1973 als Frühstückspension.


1987 wurde es um das Restaurant erweitert, 2003
wurden nochmals Zimmer dazugebaut. Nach der
Renovierung und Vergrößerung bietet das Hotel
Restaurant Sieghard derzeit rund 40 Gästen Platz.

Hotel Restaurant Sieghard


Johann-Sponring-Straße 83
6283 Hippach
Tel.: +43/(0)5282/3309
urlaub@hotel-sieghard.com
www.hotel-sieghard.com

SOM
SOMMER
OM MER
M 20
ME 00
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„Die Idee für die Kurse wurde 2002 geboren. Einige unserer Hotelgäste fragten
mich, ob sie mir beim Kochen über die Schultern schauen könnten, und aus der
überraschend hohen Nachfrage entwickelte sich schließlich der erste Kurs“

sehr traditionell, und es waren hauptsächlich mittags sehr viele Gäs- Wachtel im Strudelblatt, das Apfel-Sellerie-Schaumsüppchen und die
te, die ins Gasthaus gingen oder mit Bussen Halt gemacht haben, um Räucherforellentascherl, ehe man am Hauptgang angelangt. Mit dem
etwas zu essen.“ In den Jahren darauf arbeitete Sieghard während Hirschkalbskotelett an Rotwein-Kardamom-Sauce beweist der Gast-
des Sommers im elterlichen Betrieb, in der Wintersaison sammelte geber, dass er die hohe Kunst der Sauceherstellung beherrscht. Bis
er Erfahrungen in anderen Hotels. Mitte der 80er Jahre wagte er mit zu 24 Stunden lassen Sieghard und sein Team diese ziehen, um den
seiner Frau Ilona den Schritt in die Selbstständigkeit und eröffnete ein gewünschten Geschmack zu erhalten.
kleines Restaurant, aus dem sich über die Jahre das Hotel Sieghard Das Kürbiskern-Krokant-Eisparfait rundet schließlich die sechsgän-
entwickelte. Immer wieder in all den Jahren nutzte Sieghard die Mög- gige Demonstration höchster Kochkunst ab und lässt eine höchst be-
lichkeit, bei anderen Spitzenköchen hineinzuschnuppern. „Man muss eindruckte Runde zurück. Für den Koch selbst ist dies jedoch eine
dann schon selbst kreativ werden, nur Zuschauen hilft auch nicht wei- Selbstverständlichkeit: „Wir versuchen stets, neue Bestleistungen zu
ter. Die Küche hat sich vor allem seit den Siebzigern enorm stark ge- vollbringen. Beim Einkauf der Produkte wird auf Topqualität geachtet,
wandelt, jungen Leuten bereitet Kochen heutzutage auch viel mehr denn nur diese soll auch später auf den Teller kommen“, gibt Sieghard
Freude als früher. Nach wie vor gehören Essen und Trinken sicherlich ein Stück seiner Philosophie weiter. Und genau diese Qualität findet
zu den schönsten Dingen überhaupt“, betont Sieghard und erntet zu- er im eigenen Garten und in der Region vor. Sieghard weiß, womit
stimmende Blicke. er bei seinen Gästen punkten kann: „Unser großes Plus ist unsere Kü-
che. Wir haben viele Stammgäste, die uns deshalb die Treue halten.
GARANTIERTE QUALITÄT Wir wollen uns die Größe mit derzeit rund 40 Hausgästen weiter be-
Doch dann kommt ihm schon wieder der nächste Gang in den Sinn wahren.“ Womit sich auch der hauseigene Slogan erklärt: „Das kleine
und er bittet die Anwesenden erneut in die Küche. Es folgen die Hotel mit der großen Küche.“
73

Gruß aus der Küche


Schlumberger Blanc de Noir

*** att an Steinpilzen


Wachtel im Strudelbl
und Wild kräut ersalat
2005 Weißburgunder Barrique, Weingut Johann Diem, Weinviertel

Apfel-Sellerie***
-Sc haumsüppchen
***
Räuc herforellentasc herl mit Dillgurken
2006 Grüner Veltliner Selection Elisabeth, Weingut Karl Lagler, Spitz, Wachau

***
Hirschkalbskot elett an
Rotwein-Kardamom-Sauc e
mit Herbstaromaten und Grießstrud el
1999 Montiano (100 % Merlot), Weingut Falesco, Montefiascone, Lazio

Kürbiskern-K***
rokant-Eisparfait
mit Zwetschkenkiachl und Hollerkoch
2004 Eiswein Cuvée (Grüner Veltliner, Welschriesling, Scheurebe)
Weingut Kracher, Illmitz, Burgenland

„Wir versuchen
AUSGEZEICHNET stets, neue Best-
Sieghard Eder wurde vom Gourmetführer Gault Millau mit der höchsten leistungen zu vollbrin-
Punktzahl für eine Haube (14 von 20 Punkten) ausgezeichnet, damit gen. Beim Einkauf
fehlt lediglich ein Punkt auf die zweite Haube. Weiters bekam er vom der Produkte wird auf
Michelin-Führer den Bib Gourmand verliehen: eine Vorstufe des ersten Topqualität geachtet,
von maximal drei Sternen. Gault Millau adelte Sieghard mit den
Worten: „Erfreulich, wenn sich durchaus positive Küchenleistungen das
denn nur diese soll
ganze Jahr über bestätigen lassen. Umso beachtlicher, wenn sich das auch später auf den
Niveau noch zu steigern vermag. Verantwortlich dafür ist der in Teller kommen.“
Bestform kochende Patron Sieghard Eder.“

SOMMER 2009
74

Wachtel im Strudelblatt an
Steinpilzen und Wildkräutersalat
Zutaten für 6 Personen im 6-Gang-Menü als Vorspeise

ZUTATEN
200 g Wildkräutersalat (Rucola, Schafgarbe, Sauerampfer …),
100 g Steinpilze, 1 Paket Strudelblätter, 1 Ei zum Bestreichen,
100 g Champignons und 100 g Kräutersaitlinge, beides fein gehackt,
50 g Schalottenzwiebeln fein gehackt, 1 EL gehackte Petersilie,
1 EL Butter, 6 Wachteln, 50 g Spinatblätter, 1,5 Liter Rapsöl,
100 ml Olivenöl, 200 ml Balsamico, 1 EL Zucker, 4 EL Portwein,
Salz, Pfeffer

ZUBEREITUNG
Balsamicomarinade
Balsamico, Zucker und Portwein aufkochen und auf ca. 50 ml
einreduzieren. Abkühlen lassen, und mit ca. 100 ml Olivenöl, Salz
und Pfeffer vermischen. Apfel-Sellerie-Schaumsüppchen
Wachtel
Wachtelbrüstchen auslösen (Haut und Knochen entfernen), mit Salz Zutaten für 6 Personen im 6-Gang-Menü
und Pfeffer würzen.
Duxelle ZUTATEN
Schalottenzwiebeln in etwas Butter anrösten, Champignons und 150 g Butter, 500 g Sellerie (ohne Schale) in Würfel geschnitten, 100 g
Kräutersaitlinge dazugeben und mitrösten. Die Petersilie dazuge- Schalottenzwiebeln, 150 g Äpfel geschält und entkernt, 1,5 Liter Was-
ben und mit Salz und Pfeffer würzen. Aus der Pfanne nehmen und ser, 2 EL Mehl glatt, 500 ml Sahne, Salz, Zucker, Pfeffer, 10 g Peter-
kaltstellen. silblätter frittiert

Strudelblätter in 10 x 15 cm große Stücke schneiden. Abwechselnd ZUBEREITUNG


etwas Duxelle, Wachtelbrüstchen, Spinat, Wachtelbrüstchen und Du- Schalotten in Butter anziehen, mit Mehl stauben, Selleriewürfel und
xelle darauf schichten. Alles im Strudelblatt einschlagen. Äpfel dazugeben und mit Wasser auffüllen. Eine halbe Stunde kö-
Ein zweites Strudelblatt mit Ei bestreichen und noch einmal ein- cheln lassen, die Sahne dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschme-
schlagen. In 160 Grad heißem Fett 7 Minuten backen und anschlie- cken. Die Suppe im Mixglas aufmixen und durch ein feines Sieb
ßend 5 Minuten ruhen lassen. passieren.

Steinpilze in Olivenöl und Butter anbraten und mit Salz und Pfeffer ANRICHTEN
würzen. Wildkräutersalat mit Balsamicodressing marinieren. Die Suppe vor dem Servieren noch einmal erhitzen und mit Peter-
Wachtel halbieren und mit Steinpilzen anrichten. silblättern dekorieren.
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Räucherforellentascherl mit Dillgurken


Zutaten für 6 Personen im 6-Gang-Menü als Zwischengericht

ZUTATEN 250 ml Sahne verfeinern, aufkochen und abseihen.


1 Ei, 2 Eigelb, EL Olivenöl, 1 Prise Salz, ca. 200 g Mehl, 25 g frische Mit Salz, Pfeffer, evtl. etwas Zitronensaft, abschmecken
Butter, 1 Fenchelknolle geschnitten, 2 Schalottenzwiebeln geschnitten, Fülle
125 ml trockener Vermouth, 250 ml Riesling, 250 ml Fischfond, 250 ml Schalotten in etwas Butter anrösten, Räucherforellenfilets in Stücke
Sahne, 2 cl Weißweinessig, Salz, Pfeffer weiß, 200 g Champignons, 2 schneiden und dazugeben, mit Sahne auffüllen, die Gewürze dazu-
Räucherforellenfilets, 50 g Semmelbrösel, 200 ml Sahne, 2 Wacholder- geben und 10 Minuten leicht köcheln lassen. Alles im Mixer aufmixen
beeren, 1 Lorbeerblatt, 1 Zweig Thymian, 3 Stück Schalottenzwiebeln, und durch ein Sieb passieren. Champignons fein hacken und in Butter
etwas Butter, Salz, Pfeffer, 1 Tomate Concasser, 1 Salatgurke geschält, anziehen, bis das Wasser verdampft ist. Die Forellensahne dazugeben,
entkernt und in ca. 2 Millimeter dünne Scheiben geschnitten, Dill aufkochen, die Brösel dazugeben und eindicken lassen. Die Masse in
einen Spritzbeutel mit Lochtülle einfüllen.
ZUBEREITUNG Tascherl
Nudelteig Nudelteig dünn ausrollen, 8 cm runde Formen ausstechen, mit Wasser
Ei, Eigelb, Öl und Salz mit dem Schneebesen in einer Schüssel verrüh- bestreichen, die Fülle aufspritzen und die Tascherln zuklappen. An den
ren. Das gesiebte Mehl zugeben und mit der Hand so lange kräftig Rändern andrücken bis keine Luft mehr in den Tascherln ist.
kneten, bis sich der Teig vom Schüsselrand und von den Fingern leicht
löst. Der Teig soll zäh und schön glatt sein. In Klarsichtfolie einschlagen FERTIGSTELLEN/ANRICHTEN
und 30 Minuten in einem kühlen Raum (15 °C) ruhen lassen. Tascherln 4 Minuten in Salzwasser leicht köcheln lassen. Tomatenwür-
Weißweinsauce fel und Gurkenscheiben in Butter anziehen, Tascherln, Dill und etwas
Eine Reduktion auf 100 ml aus Fenchelknolle, Schalottenzwiebeln, Weißweinsauce dazugeben. Evtl. mit frischem Fisch (Saiblingsfilets
Weißweinessig, Vermouth, Riesling und Fischfond machen. Mit oder Flusskrebse) und noch etwas Weißweinschaum servieren.
77

Hirschkalbskotelett an Rotwein-Cardamon-Sauce
mit Herbstaromaten und Grießstrudel
Zutaten für 6 Personen im 6-Gang-Menü

ZUTATEN Hirschsauce
1 kg Hirschrücken ausgelöst, 2 kg Hirschabschnitte und Knochen, Schalotten in Butter anrösten, mit Zucker karamellisieren, mit
500 g Wurzelgemüse geschnitten (Karotten, Lauch, Sellerie, Zwiebel), Rotwein ablöschen und einkochen lassen bis der Rotwein fast ver-
250 ml Öl, 2 EL Tomatenmark, 1 Liter kräftiger Rotwein, 15 Pfefferkör- dampft ist. Den Hirschfond und die Preiselbeeren dazugeben und
ner, 5 Wacholderbeeren, 2 Lorbeerblätter, 5 Pimentkörner, Speck- nochmals etwas einkochen lassen. Evtl. mit Maisstärke etwas binden.
abschnitte, 2 Zweige Thymian, 1 Zweig Rosmarin, 5 Liter Wasser, Herbstgemüse
100 g feingehackte Schalottenzwiebeln, 250 ml guter Rotwein, Das Gemüse kurz in Olivenöl und Butter anbraten, würzen und
1 Messerspitze Kardamom, 1 EL Preiselbeeren, 500 ml Hirschfond, beiseite stellen.
1 EL Zucker oder Ahornsirup Grießstrudel
100 g Mini-Maiskolben, 200 g Hokkaido Kürbis, 100 g rote Zwiebeln, Butter mit Eidotter und Salz schaumig rühren. Grieß und Sauerrahm
100 g Petersilwurzeln und 100 g Kohlsprossen vorgekocht, alles in dazugeben. Zuletzt den Eischnee unterheben. Die Masse ca. fingerdick
gleich große Stücke geschnitten. Etwas Olivenöl, Butter, Salz, Pfeffer, auf den ausgezogenen Teig streichen. Locker einrollen und mit einem
Zucker bemehlten Kochlöffel portionsgroße Stücke abdrücken. In Salzwasser
Restlicher Strudelteig von der Wachtel, 100 g Butter, 5 Eidotter, Salz, ca. 15 Minuten leicht köcheln lassen.
250 g Grieß, 250 ml Sauerrahm, Eischnee aus 5 Eiklar Hirschkalbsrücken
Rücken in 150 g große Stücke schneiden, würzen mit Salz und Pfeffer,
ZUBEREITUNG in Olivenöl kurz scharf anbraten und im vorgeheizten Ofen bei 80 °C
Hirschfond (am besten am Vortag herstellen) ca. 20 Minuten ziehen lassen, bis das Fleisch schön rosa ist.
Knochen kleinhacken und mit Abschnitten in Öl in einem Topf
anbraten, Wurzelwerk dazugeben und mitrösten, anschließend FERTIGSTELLEN/ANRICHTEN
Tomatenmark beigeben und bei niedriger Temperatur so lange rösten, Den Hirsch aus dem Ofen nehmen und noch einmal kurz in Butter
bis das Tomatenmark braun wird, mit Rotwein ablöschen, dann bis anbraten. Das Gemüse anwärmen. Den Strudel in Butter anwärmen,
über die Knochen mit Wasser auffüllen, Gewürze hineingeben und nachwürzen und mit gehacktem Rosmarin verfeinern. Alles anrichten
5 Stunden köcheln lassen, dann durch ein Tuch abseihen und ein- und mit Kardamomsauce servieren.
reduzieren lassen auf 500 ml.

SOMMER 2009
SO
78

Kürbiskern-Krokant-Eisparfait mit Zwetschkenkiachl und Hollerkoch


Zutaten für 6 Personen im 6-Gang Menü

ZUTATEN
1 Liter Sahne, 2 Eier, 200 g Zucker, 20 g Vanillezucker, 200 g Kürbis-
kerne gerieben, 50 g Staubzucker gesiebt, 2 cl Kürbiskernöl,
500 g Holunderbeeren, 100 g Zucker, etwas Maisstärke, 6 Zwetsch-
ken entkernt und halbiert, 125 ml Weißwein, 125 ml Mineralwasser,
1 EL Zucker, 1 EL Öl, Eischnee von 3 Eiklar, etwas Mehl, 2 Eidotter,
eine halbe Vanilleschote, 1/16 Liter Weißwein, 1 EL Zucker, frische
Johannisbeeren oder andere Beeren, Staubzucker, Minzblatt

ZUBEREITUNG
Parfaitsahne
Sahne, Zucker und Vanillezucker aufkochen lassen. Vom Herd ziehen,
kurz abkühlen lassen und die Eier 5 Minuten einmixen. Anschließen
abseihen und 24 Stunden kaltstellen.
Kürbiskernkrokant
Unter ständigem Rühren Kürbiskerne anrösten und mit Staubzucker
leicht karamellisieren lassen. Das Kernöl dazugeben und sofort aus
dem Topf nehmen und kalt werden lassen.
Kürbiskernkrokant-Parfait
Parfaitmasse wie Sahne aufschlagen, Krokant untermischen, in ge-
eignete Formen füllen und in den Tiefkühler für mind. 5 Stunden.
Hollerkoch
200 g Holunderbeeren mit Zucker zum Kochen bringen. Mit Mais-
stärke abbinden und die restlichen 300 g Holunderbeeren unter die
Masse heben, von der Hitze nehmen und nicht mehr kochen lassen.
Zwetschkenkiachl
Einen Backteig herstellen: Wein, Mineral, Zucker und Öl mischen. So
viel Mehl beimengen, bis die Masse dickcremig ist und anschließend
den Eischnee unterziehen. Zwetschken in Mehl wenden, in Backteig
tauchen und in 160 Grad heißem Fett goldgelb backen.
Vanillesabayone
Alle Zutaten über Dampf zu Sabayone schaumig aufschlagen.

ANRICHTEN
Parfait in Portionen schneiden. Zwetschkenkiachl mit etwas Staub-
zucker bestreuen und mit Sabayone und Hollerkoch anrichten.

WEITERE KOCHKURSE
Hotel Theresa Landgasthof Thomas Brugger’s Lanersbacherhof
Bahnhofstraße 15 Pankrazbergstraße 50 Lanersbach 388
6280 Zell am Ziller 6263 Fügen 6293 Tux
Tel.: +43/(0)5282/22860 Tel.: +43/(0)650/4033333 Tel.: +43/(0)5287/87256
www.theresa.at www.landgasthof-thomas.at www.lanersbacherhof.at

An mehreren Terminen führt das Hotel Welche Gerichte zaubere ich aus einem Maria Kraxner und Küchenchef Toni füh-
Theresa in Zell seine Hausgäste in die Topf Kartoffeln? Diese Frage beantwortet ren ihre Kochschüler in die Geheimnisse
Kunst des Kochens ein. Der spannende Kursleiterin Helga Heim im Landgasthof der vielfach ausgezeichneten „Laners-
und lehrreiche Kurs findet zweimal Thomas. Gezeigt wird, wie gut, schnell bacherhof-Küche“ ein. Verschiedene
im Frühjahr und einmal im und günstig man ohne Fertiggerichte Zubereitungsarten, Abläufe, Tricks und
September 2009 statt. kochen kann. Motto: Kochen wie früher. Rezepte stehen auf dem abwechslungs-
Die Teilnahme am dreistündigen Kurs ist reichen Lehrplan. Und am Ende wartet
kostenlos. Termin: Frühsommer 2009. das gemeinsame Essen.
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80

Quellwasser im Zillertal
Fein verästelt wie ein Netz aus Lebensadern spannt es sich durch das
ganze Tal: das Zillertaler Quellwasser. Hoch oben am Berg dringt es in das
Gestein ein und kommt nach zwei Monaten gefiltert und natürlich ange-
reichert zu 100 Prozent in Trinkwasserqualität wieder ans Tageslicht.

T E X T: Julia Brugger
81

Frisch und
unbehandelt: Das
Brunnenwasser im
Zillertal ist meist
Quellwasser.

Wenn sich der Himmel öffnet und zig Liter Regen pro Quadratmeter
niederprasseln, dann saugt die Erde das Wasser auf und die Quell-
bäche schwellen an. Über verschiedene Schichten wird das Wasser
im Erdinneren gereinigt und mit Mineralien wie Kalzium, Magne-
sium, Natrium und Kalium angereichert. Nach einer kürzeren oder
längeren Reise fließt das klare Nass ins Glas, in die Badewanne, den
Kochtopf oder in den Braukessel.
Mehr als 1500 Quellen entspringen im Zillertal. Gespeist werden
diese von Regen- und Schmelzwasser, das an der Oberfläche versi-
ckert und je nach Gestein unterschiedlich tief ins Erdreich und unter-
liegende Gestein der Schwerkraft folgt. Damit das Wasser in höchster
Qualität und keimfrei ist, muss es mindestens zwei Monate zwischen
Versickerung und Austritt im Berg bleiben. Das Wasser sucht sich sei-
nen Weg und wird dabei von der Durchlässigkeit der Gesteinsschichten
sowie von Erdbewegungen gelenkt und geleitet. Auf Grund der geolo-
gischen Bewegungen im Zillertal entstehen auch immer wieder neue
Quellen – gerade entlang von Bewegungsbahnen. Hier werden sie
dann gefasst und das kostbare Wasser fließt über Leitungen ins Tal.

EDLE VERBINDUNG MIT DEM HOPFEN


Dabei treten die Quellen auf unterschiedlicher Höhe ins Freie, von
knapp unterm Gipfel bis in unterste Hangbereiche. Für Einzelver-
sorgerhütten oder Skigebiete kann die Quellfassung auf über 2000
Metern liegen. Auf der Nordseite des Kellerjochs dringt das Wasser
sogar nur hundertfünfzig Meter unter dem Gipfel auf knapp 2200
Metern wieder aus dem Berg. Um die Trinkwasserqualität sicher-
zustellen, werden die Quellen regelmäßig von den Gemeinden und
Wassergenossenschaften geprüft. Betriebe, die auf das Wasser in

SOMMER 2009
82 Mehr als 1500
Quellen entspringen im
Zillertal. Gespeist wer-
den sie von Schmelz- und
Regenwasser, das über
tiefe Gesteinsschichten
in der Erde gereinigt und
angereichert wird.

Aus fünf Quellen


auf circa 1700 Metern
Höhe bezieht die Zillertal
Brauerei das quellfrische
Wasser.
diepraxis.cc
lebe die nacht

MUSIC & ENTERTAINMENT ZILLERTAL

der Produktion angewiesen sind, wie die Bierbrau- „Das weiche Wasser emotions for everybody
erei in Zell am Ziller, prüfen es ebenso mit sensi- geht mit dem Hopfen
belsten Messinstrumenten.
eine edle Verbindung ein“,
erklärt Braumeister
Im gesamten Zillertal besticht das Quellwasser Peter Kaufmann.
durch seine Weichheit, die sich nicht nur auf den
Trink- und Badegenuss positiv auswirkt. Es ist auch
ein zentraler Aspekt für die Bierbraukultur – schließ-
DISCOTHEK
lich besteht das Bier zu 95 Prozent aus Wasser. Es
war demnach nicht ohne Grund, dass sich die Zillertal
Brauerei vor über 500 Jahren im quellreichen Tal nie-
dergelassen hat. „Früher war nur die Geschmacks-
empfindung der Menschen ausschlaggebend für die
Bestimmung der Bierqualität. Heute gibt es etliche BAR · CLUB · EVENTS
chemische und physikalische Qualitätsparameter da- GAUDERFEST
für“, weiß Peter Kaufmann, Braumeister und Was-
serexperte der Traditionsbrauerei. „Das Wasser wird 2009 HARD & HEAVY BAR
auf 1700 Metern in fünf Quellen gefasst. Weil es so
weich ist, geht es mit dem Hopfen eine edle Verbin- Das traditionelle Früh-
dung ein.“ Es ist also die Qualität des Wassers, die lings- und Trachtenfest
bestimmt, wie sich der Geschmack des Bieres ent- von 30. April bis 3. Mai CHILLZONE

wickelt. Und diese wird durch das Gestein bestimmt 2009 in Zell am Ziller
– in der Gegend der Brauerei vor allem durch fein-
0%7:)+%7
blättrige Schiefergesteine. Somit hat die Natur das www.zell.at ARCADE HALL BAR & GRILL
Zillertal, seine Bevölkerung und Gäste mit einem www.gauderfest.at
großen Geschenk ausgestattet: Quellwasser, das
einfach erfrischt. WEINKELLER VIP AREA

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84

Leben auf der Alm


Wenn die Sonnenstrahlen die Nase kitzeln und der Wind die Haut sanft
streichelt, sind Senner und Hirte auf der Alm zu Hause. Wenn der Himmel
vom Blitz erleuchtet wird oder Schneefall mitten im Sommer das Vieh
T E X T: Julia Brugger
85

gefährdet, ebenso. Den Sommer über grasen Rinder, Pferde, Schafe und
Ziegen auf Bergkräuterwiesen, Milch und Käse werden gewonnen und
Wanderer mit einer Stärkung versorgt.

S MER
SOM E 20
2 09
86

Vor über 6000 Jahren bewirtschafteten Bauern in Tirol bereits Steil-


hänge und Hochplateaus und zähmten damit einen Teil der wilden
Natur. Die wertvolle Kulturlandschaft musste allerdings erst von Men-
schenhand errichtet werden, da das Gebirge bis auf 1800 Meter be-
waldet ist. Bergweiden, Hütten, Ställe und einfache Unterstände ge-
hören ebenso zur Alm wie Wege, Zäune und vor allem das Nutzvieh.
Eine Hütte ohne Vieh ist schlicht und einfach keine Alm. Auch heute
noch verbringt hier ein Großteil der Tiere die Sommerfrische – eine
willkommene Abwechslung zum Stall-Dasein im Tal.
Die ersten Tiroler Almen gab es schon Ende der Steinzeit. Almen
dienten damals wie heute als günstige Futterquelle für das Vieh.
Im Mittelalter erlebte die Almwirtschaft dann ihre Blütezeit. Milch,
Fleisch, Wolle sowie Leder von den Almen versorgten die stetig wach-
sende Bevölkerung. Pferde und Ochsen dienten als Zugtiere im Berg-
bau (Salz, Silber und Kupfer).

HOCHWERTIGE MILCH
Mit der Industrialisierung der Landwirtschaft im 19. Jahrhundert
standen die Bergbauern vor einer Existenzkrise. Almwirtschaft
verlangt einen enormen körperlichen Kräfteeinsatz und wollte mit
© H. Steger

modernem Fortschrittsdenken nicht zusammenpassen. Doch der


österreichische Staat griff der Landwirtschaft im Gebirge unter die
Arme und erließ Bestimmungen zum Schutz, der Pflege und Förde-
rung der Almwirtschaft.
Die Almwirtschaft war und ist sehr kosten- und arbeitsintensiv.
Nach den krisenhaften Jahren kam es in den 80ern langsam zu
einem Umdenken. Neben der Futterquelle für das Vieh erkannte
ALMABTRIEBE man weitere Vorteile bewirtschafteter Almen. Einmal ist die von
Mensch und Vieh gestaltete Landschaft Heimat für viele Bergkräu-
IM ZILLERTAL ter. Zudem pflegt der Almbesitzer die Natur, indem er beispiels-
weise zerstörte Bäche und Abstürze sichert, was wiederum vor
Muren und Erosion schützt. Für besiedelte Täler und Skigebiete ist
dies eine wertvolle Dienstleistung. Abgesehen davon schätzen die
12./19./26. September 2009
Menschen naturnahe Produkte. Die Almwiesen im Zillertal mit den
Almabtriebe in der Ersten Ferienregion zahlreichen Kräutern wie Ehrenpreis, Quendel, Frauenmantel und
www.best-of-zillertal.at Scharfgarbe sorgen für eine qualitativ hochwertige Milch und erge-
ben schmackhaften Käse oder Sennbutter.

12. September 2009 HARTE ARBEIT


Schaf- und Haflinger-Almabtrieb Im Winter verwandeln sich so manche Almhänge in Skipisten und
Almwege in Rodelbahnen. Beide sind auf eine funktionierende
in Finkenberg
Almwirtschaft angewiesen. Im Sommer beim Wandern und Moun-
www.tux.at tainbiken ist die Alm eine willkommene Pausenstation, auf der
man vom Sonnenbankl aus den Kühen beim Weiden zusieht und ein
Glas frische, selbstgemachte Buttermilch genießt. Im Winter beim
26. September 2009
Skifahren oder Rodeln verwandeln sich Almhütten in gemütliche
Großer Almabtrieb in Gerlos Gaststätten am Berg. Auch wenn man als Gast hier beschauliche
und Zell am Ziller oder amüsante Zeiten erlebt und die Zeit still zu stehen scheint, so
steckt hinter der Almwirtschaft harte Arbeit.
www.zillertalarena.at
Auf der Melkalm ist die Arbeit am schwersten. Um 5 Uhr morgens
läutet für den Senner der Wecker. Die Milchkühe warten schon da-
1. bis 4. Oktober 2009 rauf, gemolken zu werden. Die frische Milch wird sogleich zu Butter
und Käse verarbeitet, wobei so ein Käseleib 30 bis 40 kg schwer
HooRuck Fest zum
sein kann.
Almabtrieb in Mayrhofen Auf der Jungviehalm, auf der junge Stiere und Mutterkühe gehal-
www.mayrhofen.at ten werden, ist die Arbeit vor allem für den Hirten anstrengend. Die
Herde zieht über die Almen und bleibt im Gegensatz zur Melkalm die
ganze Zeit über im Freien. Bei großen Herden legt der Hirte gleich
87

Hirten aus Fügen


schmücken eine Kuh
für den bevorstehen-
den Almabtrieb.

SO
SSOM
OM
M ME
M E 20
MER 20 09
0
88

Die ersten Tiroler Almen gab es schon Ende der Steinzeit. Almen
dienten damals wie heute als günstige Futterquelle für das Vieh.

mehrere Stunden Marsch zurück, um das Vieh zu zählen und zu se- Zu Pfingsten beginnt für das Vieh die Saison auf der Alm. Milchkühe,
hen, ob alles in Ordnung ist. Auch muss regelmäßig ein „Almputz“ Jungtiere, Pferde, Schafe und Ziegen werden aus den Ställen der Bau-
betrieben werden, besonders auf den Almen, die sich unterhalb der ernhöfe auf die Alm getrieben und erhalten dort den Segen des Pfar-
Waldgrenze befinden. Wenn Sträucher und Bäume nicht entfernt rers. Erstreckt sich das Almgebiet über mehrere hundert Höhenmeter,
werden, holt sich der Wald sein Gebiet wieder zurück. so verbringt das Vieh die ersten Monate auf dem Niederleger. Wenn
Neben der harten Arbeit in und um die Almhütte, sind Senner und die Weiden abgegrast sind, führt der Hirte das Vieh auf die Wiesen
Hirte schonungslos den Wetterextremen ausgesetzt. Wenn es drau- des Hochlegers, der bis zu 2500 Meter hoch gelegen sein kann. Nach
ßen regnet und stürmt, die Wolken den Himmel verfinstern und die wenigen Wochen geht es dann wieder zurück auf den Niederleger,
Blitz ihn zeitweise erhellen, dann ist es für den Hirten höchste Zeit, wo das Gras inzwischen nachwachsen konnte. Im September, wenn
nach den Tieren zu sehen. der Almsommer unfallfrei verlaufen ist und alle Tiere gesund sind,
nur dann wird traditioneller Weise das Vieh mit Buschen, Blumen-
BUNTES TREIBEN kränzen und Spiegeln (gegen den bösen Blick) geschmückt ins Tal
Obwohl die Bergbauern vom Staat unterstützt werden, sind etliche getrieben. Das Vieh bleibt den Winter über im Stall, während der Ski-
Almen dennoch in ihrer Existenz bedroht. Hohe Hygienevorschriften fahrer seinen Jagatee in der Almhütte genießt.
erschweren die Arbeit auf der Alm und zwingen gerade kleinere Al-
men zum Auflassen. Alternative Nutzung oder auch die Entwicklung Mit freundlicher Unterstützung von DI Johann Jenewein, Amt der Tiroler
regionaler Milch- und Fleischspezialitäten – wie die Zillertalmilch – Landesregierung, Abteilung Agrarwirtschaft, sowie Mag. Thomas Bertagnolli,
wirkt diesem Trend entgegen. wissenschaftlicher Leiter Museum Tiroler Bauernhöfe.
90

Almhütten als
sommerlicher Lebensraum
Die Bauernhöfe im Tal sind der Hauptwohnsitz von Landwirt und Vieh. Während Kühe,
Pferde, Schafe und Ziegen den Winter über im Stall stehen, weiden sie im Herbst und
Frühling auf den Wiesen rund um die Höfe. Im Sommer geht‘s dann in die Berge des
Zillertals. Der Hirte führt das Vieh auf die Alm und der Senner verarbeitet die Milch dort
zu herzhaften Produkten.

GALTALM UND MELKALM FUTTERSTALL UND ASTE NIEDERLEGER


Grundsätzlich unterscheidet man zwei Futterställe sieht man im ganzen Zillertal Im Frühsommer, wenn der Schnee am
Almtypen. Auf der Galtalm werden auf den Hängen verstreut stehen. Sie Berg geschmolzen ist und die Almböden
Galtlinge, das sind Jungrinder, und die bieten Platz für Vieh und Heu den Winter grünen, werden die Tiere auf die Nieder-
Mutterkühe gehalten. Die Almhütten sind über. Man errichtete sie zur Arbeits- leger getrieben, die sich auf einer Höhe
relativ klein und einfach und die Tiere erleichterung, da man das Heu nicht auf von 1.200 bis 1.600 Metern befinden.
bleiben Tag und Nacht auf der Weide. Auf den Hof und den Mist als Dünger nicht Dort bleiben die Tiere auch mit kurzer
der Melkalm sind den Sommer über die vom Hof auf die Weiden transportieren Unterbrechung bis zum Herbst. Hirte und
Milchkühe daheim. Die Almgebäude sind muss. Die Aste gibt es speziell im Ziller- Senner begleiten die Tiere und richten
wesentlich größer, da Platz zum Melken tal. Sie liegt zwischen Hof und Alm und sich in der Alm ein. Der Niederleger
und eventuell auch zur Käseverarbeitung ist die erste Station, wenn das Vieh auf dient beiden als Schlaf- und Essplatz. Sie
vorhanden sein muss. Die Tiere werden die Alm getrieben wird. sind auf einem Steinfundament gebaute
abends im Stall gemolken und kommen Holzhütten, die traditionell nur mit dem
morgens nach dem Melken wieder auf Nötigsten eingerichtet sind. Heute sind
die Weide. Galt- und Melkalm können auf allerdings die meisten Almen ausgebaut,
verschiedene Höhenstufen verteilt sein. da es strengere Hygienevorschriften gibt.
Der Charme geht damit etwas verlo-
ren, aber die Weiterbewirtschaftung ist
gesichert. Fließendes Wasser, Toiletten,
geflieste Verarbeitungsräume zum Käsen
und gute Fahrwege sind heute Standard,
während früher der Senner noch einen
steinigen Fahrweg entlang wandern
musste.
Nachdem das Vieh den Sommer über
wenige Wochen auf den Hochleger wei-
© Naturpark Zillertaler Alpen

terzieht, kommt es im August wieder auf


den Niederleger zurück und weidet dort
weiter, bis es im September ins Tal oder
zur Aste hinabgetrieben wird.
91

Die Berliner Hütte ist die älteste, größte und bekannteste


Schutzhütte in den Zillertaler Alpen.

HOCHLEGER UNTERSTÄNDE FÜR HIRTEN SCHUTZHÜTTE


Wenn das Gras am Niederleger kurzge- Im Hochgebirge gibt es häufig keine Daneben gibt es noch Schutzhütten im
fressen ist und die Hochleger mit ihrer Almen mehr, sondern lediglich einen Gebirge, die speziell für Wanderer errich-
Kräutervielfalt in saftiger Blüte stehen kleinen Unterstand mit Ofen für den Hir- tet wurden. Sie haben mit der Bergland-
(ab 1900 Metern), dann wird das Vieh ten. Dies ist für den Fall, dass er länger in wirtschaft nichts mehr zu tun und
weiter auf den Hochleger getrieben. der Höhe bleiben muss. Meist sind es nur wurden speziell als Schutz vor Unwetter
Ende Juli geht es meistens los, der Auf- spärliche Holzverschläge, die den Hirten sowie als Übernachtungsmöglichkeit
enthalt dauert allerdings nur wenige Wo- aber vor Wind und Wetter schützen. und als Stützpunkt errichtet. Die meisten
chen, da das saftigere Gras am Nieder- Schutzhütten gehören alpinen Institu-
leger dann wieder nachgewachsen ist. tionen wie dem Österreichischen oder
Hinzu kommt, dass in der Höhe die Luft, Deutschen Alpenverein.
das Wasser und das Gras zwar gut sind,
es aber zu schnell kalt wird und sogar
früher Schnee das Vieh gefährden kann.
Der Hochleger ist noch spartanischer ein-
gerichtet als der Niederleger. Waren frü-
her lediglich einfachste Schlafstellen und
Kochnischen vorhanden, so sind auch die
Hochleger heute gefliest und ausgebaut.

© Naturpark Zillertale
r Alpen

SOMMER 2009
92

Musikalisch
durch das Tal
Die Jungen Zillertaler
en
Zillertaler Haderlump

Die Jungen Zillertaler Zillertaler Haderlumpen


„So a schöner Tag“, lautet der Titel der neuesten Produktion der Anfang April des Jahres 1987 trafen sich Peter Fankhauser und Vitus
Jungen Zillertaler. Die drei Vollblutmusiker Daniel Prantl, Michael Amor das erste Mal in geselliger Runde, musizierten zusammen und
Ringler und Markus Unterladstätter sorgen auch mit diesem Album beschlossen spontan, eine Musikgruppe zu gründen. Nach einiger Zeit
dafür, dass frischer Wind in der Volksmusikszene weht. Auf dem wurde es den beiden aber dann doch zu eintönig. Also stieß Reinhard
neuen Album findet der treue Fan natürlich wieder die typische Mu- Fankhauser, der Cousin von Peter, als Bassist zur Band, die nach nur
sik der drei seit über 14 Jahren erfolgreichen Naturburschen und wenigen Proben am 6. Juni 1987 ihren ersten Auftritt als die „Drei
insgesamt zwölf brandneue Songs sowie als Bonus vier der größten lustigen Zillertaler“ absolvierte. Kurze Zeit später entschlossen sich
volkstümlichen Hits. die drei Sechzehnjährigen zu einem Namenswechsel – die Zillertaler
Die Jungen Zillertaler, die bis dato allein zwölfmal im „Musikan- Haderlumpen waren geboren.
tenstadl“ aufgetreten sind, touren seit einigen Jahren als Vollprofis Heute zählen die Haderlumpen zu den erfolgreichsten Gruppen in
durch die Lande und begeistern mit über 170 Live-Auftritten pro Jahr der Musikbranche und sind gefragte Interpreten in TV-Shows. High-
die Fans im gesamten deutschsprachigen Raum. Live gehören sie light der Karriere: der Gewinn des Grandprix der Volksmusik im Jahr
schon lange zum Besten, was das Zillertal überhaupt zu bieten hat, 2007. Die Zillertaler Haderlumpen sind von Haus aus Frohnaturen,
und nicht umsonst stürmen jedes Jahr über 4000 Fans aus Deutsch- die ihr Publikum lieben. Frei nach dem Motto „Der Star ist das Publi-
land, Österreich, Schweiz und Benelux das große Open Air der Jungen kum“ sind die Jungs das geblieben, was sie immer waren – Musiker
Zillertaler. Durch Fleiß, Qualität, einer hervorragenden Bühnenshow mit Leib und Seele. Ein fixer Höhepunkt ist das bereits legendäre jähr-
und natürlich ihren Liedern wird jeder Live-Auftritt der Jungen Ziller- liche Haderlumpen-Open-Air in ihrer Heimatgemeinde Zell am Ziller
taler zum Erlebnis. mit über 10.000 begeisterten Besuchern.

FAN-TIPP: FAN-TIPP:
Das junge Open-Air von 15. bis 16. August 2009 in Strass Das große Open-Air von 7. bis 9. August 2009 in Zell am Ziller
93
Die Mayrhofner Hey Mann Band

Die Mayrhofner Hey Mann Band


Beim Spaziergang durch Mayrhofen kommt es einem vor, als wür- Nach dem Ende der Schürzenjäger war für Alfred Eberharter und sei-
de aus jedem Haus Musik erklingen. Wenn man beim Haus „Hoooo- nen Sohn Alfred jun. klar: „Ohne Musik geht nix“. Die beiden Vollblut-
Ruck“ vorbeikommt, tönt es etwas lauter – es ist das Haus der Familie musiker entschieden sich, eine neue Band zu gründen. Durch einen
Aschenwald. Erwin Aschenwald ist Erzmusikant, Poet und Kompo- Artikel über die Bandgründung in der „Tiroler Tageszeitung“ trafen
nist. Gemeinsam mit seinen Söhnen Erwin Aschenwald jun., Micha- Alfred sen. und Alfred jun. auf Stevy, einen jungen Berufsmusiker aus
el Aschenwald und den Freunden Thomas Partl und Thomas Rieser dem Bezirk Reutte. Schon bald folgte das erste Zusammentreffen und
prägen die Mayrhofner einen eigenen Sound in der volkstümlichen die Chemie zwischen den dreien stimmte von Beginn an. Stevy stand
Musikszene. mit seiner markanten Stimme sofort als Leadsänger und Gitarrist der
Die Mayrhofner machen eine Musik, die nur noch selten zu hören Band fest. Durch Stevy fanden auch Bassist Andi sowie der E-Gitarrist
ist. Ohne auf Radioformate zu schielen und eine billige Kopie anderer Georg ihren Platz in der neu formierten Band. Hannes Hintersteiner,
Interpreten abzugeben, gehen die Mayrhofner unbeirrt ihren eigenen ursprünglich aus Oberösterreich, aber schon seit vielen Jahren im Zil-
musikalischen Weg. Die Originalität im Sound und die geniale Ein- lertal beheimatet, hat ebenfalls den Bericht in der Zeitung gelesen
fachheit der Texte, die oftmals auch „das Kind beim Namen nennen“, und komplettiert nun die Hey Mann Band.
sind ihr Markenzeichen. „I bin a Zillertaler und schreib was i g‘spür. Am 22. November 2008 stellte sich die Band dem Publikum vor.
Warum soll i über das Meer singen, wenn i rundherum die schönsten Wie nicht anders zu erwarten war, wurde die Vorstellung der Hey
Berg hab?“ So einfach bringt es Erwin Aschenwald auf den Punkt. Mann Band ein voller Erfolg. Die beiden Alfreds sind Garanten für
Nichts ist aufgesetzt. Und das ist die langfristige Garantie, dass die Erfolg in der Musikszene, und dieser wird sich auch bei der Hey Mann
Mayrhofner weiterhin die Erfolgsleiter nach oben steigen. Band fortsetzen.

FAN-TIPP: FAN-TIPP:
Der Mayrhofner Sommerstart von 5. bis 7. Juni 2009 www.hey-mann.at

SOMMER 2009
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95
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Infos: Tel +43/(0)52 88/62 2 62 · www.best-of-zillertal.at

15.–16.8.2009, 4.7.2009, ab 16.00 Uhr


OPEN AIR „DIE JUNGEN ZILLERTALER“ FÜGENER DORFFEST
SA: Vorprogramm mit Topgruppen aus der Im Dorfzentrum von Fügen mit
volkstümlichen Szene und ab 21.00 Uhr Stim- großem Unterhaltungsprogramm,
mung total – die JUZI. SO: Frühschoppen mit ab 16.00 Uhr „Zillertaler Gipfel-
Radio U1 – mit 4 Volksmusikgruppen & Die wind“, ab 20.30 Uhr „Die Jungen
Jungen Zillertaler. Zillertaler“ und im Discobereich
sorgt DJ Mox für Partystimmung;
eigener Kinderbereich.
STRASS
9.8.2009 Strass

SEEFEST
Von 10–16 Uhr findet am Spieljoch in Fügen das Seefest beim
Fügenberg
Speichersee Arzjoch statt. Es unterhalten eine Zillertaler Musik-
gruppe sowie Einlagen der Fügener Weisenbläser. Für die klei-
FÜGEN 25.7.2009, Einlass & Beginn 17.00 Uhr
nen Gäste wird ein Kinderprogramm angeboten (Bootsfahrten,
Malwettbewerb). Infopoint der Wasserrettung Schwaz/Achensee STUMMER DORFFEST
Uderns
mit Showprogramm. Am Veranstaltungstag durchgehender Fahr- Einzug der Bundesmusikkapelle mit Bierfassan-
betrieb! www.spieljochbahn.at stich, großem Kinderfest, für die richtige Stim-
mung sorgen 5 Musikgruppen, geboten werden
Kaltenbach
STUMM Zillertaler Spezialitäten wie Kiachl, Zillertaler
Krapfen, Bratwurst etc., verschiedene Bars.
Hochfügen

Gerlos
Zell a. Ziller

Hippach
10.–12.7.2009
URSPRUNG-BUAM-FEST IN STUMM
Mayrhofen
Eine der beliebtesten volkstümlichen Gruppen Öster-
Finkenberg
reichs präsentiert ein tolles Programm aus Musik und
Natur. Drei Tage lang Party ohne Ende mit bekannten
Volksmusikgruppen u.a. Goldried Quintett, Hattin-
ger Buam, Meissnitzer Band, Zillertaler Gipfelwind,
12., 19. und 26.9.2009 URSPRUNG BUAM, Trio Alpin, Local Sound, Draufgänger,
Oesch’s due Dritten, Frühschoppen mit Die Hegl.
ALMABTRIEBSFESTE IN DER ERSTEN FERIENREGION IM ZILLERTAL Ginzling
Gi
www.ursprungbuam.at
Nach ca. 3 Monaten Sommerfrische auf der Alm, kommt der
Bauer mit seinem Almvieh an diesen Tagen in den heimatlichen
Stall zurück. Als Dank dafür, dass das Vieh gesund heimkommt,
wird es geschmückt. Dies wird dann im Ort mit Musik- & Brauch-
tumsgruppen sowie Handwerkern und Zillertaler Spezialitäten
gefeiert. www.best-of-zillertal.at

Zellberg Buam Alpenparty 09


31. Juli–2. August 2009
Das Fest des Jahres im Zillertal beim Parkplatz der Spiel-
jochbahn in Fügen. Mit dabei sind unter anderem die
Zellberg Buam, Ingo Rotter, Zillertaler Gipfelwind,
Oswald Sattler, Der Musikantenwirt und sein Ensemble,
Die Grubertaler, Calimeros, Sarah Jane und viele mehr.
www.zellbergbuam.at
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96

Zillertal Arena · Zell/Gerlos INNSBRUCK

Infos: Tel. +43/(0)52 82/22 81-0 · www.zillertalarena.com

19.7.2009, ab 8.30 Uhr


TT-WANDERCUP IN DER ZILLERTAL ARENA
Die Tiroler Tageszeitung und AlpEvents präsentieren auch 2009
wieder den beliebten TT-Wandercup, der Station in der Zillertal
Arena macht. Familienroute: Bergstation Rosenalm – Gründlalm
– Kreuzwiesenhütte – Mittelstation Wiesenalm. Gehzeit: ca. 3
Stunden. Expertenroute: Bergstation Rosenalm – Kreuzjochhüt- 16.8.2009, 10 Uhr
te – Kreuzjochalm – Karspitze – Kreuzwiesenhütte – Mittelstation 20. GERLOSER SEELAUF
Wiesenalm. Gehzeit: ca. 4,5 Stunden. www.zillertalarena.com Die 12,6 km lange und
ansprechende Strecke
führt entlang des süd-
lichen Ufers des Durlaß-
bodenspeichers an der
7.-9.8.2009 Strass i. Z.
Bärschlagalm vorbei,
GROSSES OPEN AIR DER ZILLERTALER HADERLUMPEN weiter rund um den
Freitag: Fanwanderung auf die Rösslalm mit den Haderlumpen. Finkausee und wieder
Am Abend Warm-Up Party im Haderlumpen-Treff. Eintritt frei! zurück über die Bär-
Samstag: Beginn: ab 16.00 Uhr. Mit bekannten internationalen Fügen schlagalm in Richtung
und Zillertaler Musikgruppen u.a. mit Francine Jordi. Dammkrone. Anmeldung
Ab 20.30 Uhr Großes Open-Air mit den Zillertaler Haderlumpen und Ausschreibung unter
beim Parkplatz neben dem Musikpavillon. Sonntag: Frühschop- www.gerlos.at
pen ab 10.30 Uhr mit bekannten Musikgruppen. Auch die Ha-
derlumpen werden noch einmal richtig Gas geben! Eintritt frei!
Kaltenbach
www.haderlumpen.com

Rohrberg GERLOS
4.7.2009, ab 17 Uhr
NACHT DER 1.000 BIERE ZELL AM ZILLER
Die Zeller Gastronomie Hainzenberg

lädt zu einer musika- Hippach

lischen und kulinarischen


Reise. Ein bunter Reigen
an Bierspezialitäten, Finkenberg Mayrhofen
Fingerfood, sowie eine
Bier-Cocktailbar und mu-
Gemeinde Tux
sikalische Köstlichkeiten
sorgen für eine unvergess-
liche Nacht im Zentrum 5.9.2009, ab 10.30 Uhr
von Zell. www.zell.at
SCHAFLSCHOADE IN GERLOS
Großes Dorffest rund um den Abtrieb 26.9.2009, Beginn: Gerlos – 9 Uhr, Zell – 10 Uhr
von ca. 300 Bergschafen von der GROSSER ALMABTRIEB IN GERLOS UND ZELL AM ZILLER
Hochalm. Eintritt frei! www.gerlos.at Das ganze Dorf feiert mit, wenn die geschmückten Kühe
ihren Weg „zurück in den Stall“ antreten! Es erwartet Sie
ein tolles Rahmenprogramm mit Live-Musik, Bauernmarkt,
alter Zillertaler Handwerkskunst, traditionellen Speisen
und vieles mehr – Eintritt frei! www.zillertalarena.com

Gauder Fest in Zell am Ziller – Österreichs


größtes Frühlings- und Trachtenfest!
30. April–3. Mai 2009
Donnerstag: „Gauder Fest – Gala für Licht ins Dunkel“; Freitag: Offizieller
Bieranstich durch den Landeshauptmann, „Gambrinus Stammtisch Rede“;
Samstag: Tierzuchtausstellung, Tag der Trachtler Jugend, Handwerks-
und Bauernmarkt, Ranggeln; Sonntag: Feldmesse, Großer Gauder Fest-
Umzug – Österreichs größter Trachtenumzug, Handwerks- u. Bauernmarkt,
Hufeisen- u. Plattenwerfen, Fingerhakeln, Handumlegen, Kegelscheiben
(Programmänderungen vorbehalten!). www.gauderfest.at
KUFSTEIN

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Mayrhofen – Hippach INNSBRUCK

Infos: Tel. +43/(0)52 85/67 600 · www.mayrhofen.at

19.–21.6.2009, ab 20 Uhr
6.–12.6.2009 MARC PIRCHER FEST 2009 IN MAYRHOFEN
SCHMANKERLWOCHE IN HIPPACH Ein exklusives musikalisches Wochenende für alle
Spezialitäten werden in Marc-Pircher-Fans in der Veranstaltungshalle Hotel
verschiedenen Hotels serviert. Berghof direkt neben dem Europahaus.

Strass i. Z. 19.–20.7.2009
TRANSALP CHALLENGE
Die zwölfte Auflage der JEANTEX BIKE
TRANSALP powered by Nissan, dem
Fügen härtesten Mountainbike-Etappenrennen
der Welt, Start/Ziel in Mayrhofen.

Kaltenbach
2.8.2009
HARAKIRI BERGLAUF 2009
Berglauf Weltcup mit prominenter
Besetzung in Mayrhofen.
Start: Musik/Pavillon – Prolog Zell a. Ziller
durch Mayrhofen – Schrofenblick –
Harakiri – Astegg HIPPACH
Ziel: Gschösswand Penken
Laufstrecke: 10 km, Schwendau
Ramsau
u
Höhenmeter: 1200 m
Tux/Lanersbach Brandberg
Finkenberg
MAYRHOFEN
22.8.2009
1.–4.10.2009 MARC PIRCHER OPEN AIR
Hintertux
HOO RUCK FEST ZUM ALMABTRIEB Marc Pircher lädt ein zum großen Open
BEI DER ERLEBNISSENNEREI ZILLERTAL Air in Mayrhofen. Neben dem sympa-
Ginzling
Musikalische Unterhaltung mit Die Mayrhof- thischen Zillertaler werden auch die
ner, Nordwand, Marc Pircher, Tiroler Echo, Paldauer und DJ Mox für Stimmung am
Marlena Martinelli, Zellberg Buam und viele Open-Air-Platz im Zentrum von Mayrho-
weiteren Gruppen … fen sorgen. www.marcpircher.at

Mayrhofner Sommer Start


5.–7. Juni 2009
Der Sommerstart der Superlative eröffnet
die Saison in Mayrhofen. Ein Mix aus Sport,
Musik und Action für die ganze Familie in
der Naturarena Stoanerhof.
Für die musikalischen Highlights sorgen
die Mayrhofner rund um Erwin Aschen-
wald und viele bekannte Musikgruppen.
KUFSTEIN

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Tux – Finkenberg INNSBRUCK

Infos: Tel. +43/(0)52 87/85 06 · www.tux.at

2.8.2009, 11 Uhr
ALMERISCH G’SUNGEN UND G’SPIELT
AUF DER BRANDALM
Volksmusik mit Almidylle! Bereits
Sommer 2009
zum 15. Mal treffen sich Volks-
FINKENBERGER SCHMANKERLFEST
musikanten auf der Brandalm auf
Im Sommer 2008 das erste Mal durchgeführt, war es bereits
1600 m Seehöhe zum gemütlichen
ein Hit! Nun wird dieses schöne Fest am idyllischen Finken-
Beisammensein und Musizieren.
berger Dorfplatz bei traditioneller Musik „ohne Krawall“ mit
Echte und unverfälschte Volksmusik
Schmankerln aus der Region an vier Tagen über den Som-
erwartet alle Besucher und Musikbe-
mer aufgeteilt, abgehalten. Eintritt frei.
geisterten. Begonnen wird mit einer
Hl. Messe, anschließend sind alle ein-
Strass i. Z.
geladen, gemeinsam zu singen und
zu musizieren. Eintritt frei. 12.9.2009, 10 Uhr
SCHAF- UND HAFLINGER-ALMABTRIEB IN FINKENBERG
Seit 1985 veranstalten der Schafzuchtverein und der Fußball-
club Sporer Finkenberg das traditionelle Schaf- und Haflinger-
26.7.2009
Fügen Almabtriebsfest. Das Wiedersehen wird nach alter Tradition mit
TORSEEMARSCH UND TUXER WANDERTAG
einem großen Fest gefeiert. Für musikalische und kulinarische
Ein Bergmarsch in herrlicher Naturkulisse! Gut kondi-
Vielfalt wird bestens gesorgt! Eintritt frei. www.finkenberg.at
tionierte Wanderer passieren auf dem 20 km langen
Marsch mit 1300 m Höhenunterschied die Torseen,
die von bizarren Bergen umgeben sind. Ein Marsch für Kaltenbach
gemütliche Wanderer ist der Tuxer Wandertag, dieser
führt über eine Strecke mit einer Länge von 8 km und
überwindet einen Höhenunterschied von 460 m.

Zell a. Ziller

25./26.9.2009 Hippach
HINTERTUXER OKTOBERFEST
Das Hintertuxer Oktoberfest 22.8.2009, 18 Uhr
TUX/VORDERLANERSBACH Mayrhofen
findet jedes Jahr am letzten DIE NACHT DER HADERLUMPEN
Wochenende im September Zur Einstimmung auf die 4. Zillertaler Holzhackmeis-
FINKENBERG
statt und ist ein echtes Stück TUX/LANERSBACH terschaft findet am Vorabend die Nacht der Ziller-
Tuxer Tradition. Grandiose taler Haderlumpen statt. Mit ihrer fetzigen Musik
Stimmung und gute Unter- überzeugen die Haderlumpen nicht nur ihre Fans, sie
haltung bei Top-Musikgrup- HINTERTUX garantieren für eine unvergessliche Stimmung. Nicht
pen sind der Garant für ein umsonst sind die Haderlumpen Sieger des Grand Prix
Ginzling der Volksmusik 2007.
einmaliges Fest in pracht-
voller Herbstkulisse. Der
Höhepunkt ist der Almab-
trieb von der Bichlalm, der
zu einem der schönsten in
ganz Tirol zählt. 4. Zillertaler Holzhackmeisterschaft
23. August 2009, 11 Uhr
Bei der 4. Holzhackmeisterschaft messen sich wieder die
besten Holzhacker aus dem Zillertal und der Umgebung. Neben
der richtigen Technik und dem entsprechenden Tempo ist
natürlich auch ein großes Bündel an Kraftreserven von Nöten,
um den Champion des Vorjahres zu schlagen. www.tux.at

IMPRE SSUM Das Magazin des Zillertales; Edition 03 – Sommer 2009 · Erscheint zweimal jährlich (Sommer und Winter)

Herausgeber: Zillertal Tourismus GmbH, A-6262 Schlitters; Geschäftsführung: Gernot Paesold;


Projektleitung Zillertal, für den Inhalt verantwortlich: Gernot Paesold, Reinhard Eberl; Anschrift: Bundesstraße 27d, A-6262 Schlitters, E-Mail: info@zillertal.at
Verleger: target group publishing gmbh – Zielgruppen Verlag, Innsbruck; Geschäftsführung: Michael Steinlechner, Andreas Eisendle; Artdirektion & Grafik: Zielgruppen Verlag;
Konzeptionelle Begleitung: pro.media kommunikation, Stefan Kröll, Ernst Spreng; Foto Titelseite: Ronny Kiaulehn; Chefredaktion: Matthias Krapf;
Redaktion: Julia Brugger, Daniel Naschberger Druck: Niederösterreichisches Pressehaus. Anschrift für alle: Karl-Kapferer-Str. 5, A-6020 Innsbruck.
Kontakt für Inserenten: Zielgruppen Verlag; Karl-Kapferer-Str. 5. A-6020 Innsbruck. Tel. +43/(0)512/58 60 20-0, Fax +43/(0)512/58 60 20-20; E-Mail: office@zielgruppenverlag.at
Alle nicht explizit gekennzeichneten Fotos befinden sich im Besitz der Zillertal Tourimus GmbH bzw. im Besitz der Tourismusregionen des Zillertales.
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