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Nikolai Belozwetow

Das Buch vom Russischen Gral

Vorwort zur Ausgabe 1929

Das Buch vom Russischen Gral ist ein Buch für Wenige. Wertvoll und verständlich

kann es nur dem

russischen Anthroposophen sein der die Jahre der russischen Revolution durchgemacht

hat und

diese Erfahrung nun anthroposophisch durchdringen will.

Das Buch vom Russischen Gral ist entstanden aus Vorträgen, die der Autor in dem Moskauer anthroposophischen Zweig im Herbst des Jahres 1918 gehalten hat, in jenem Jahr des endgültigen Sieges des Bolschewismus, der völligen geistigen Einsamkeit und dem völligen Abgeschnittensein von Rudolf Steiner. Denn damals tobte in Europa noch der erste W eltkrieg und man hatte keinerlei Verbindung mit Deutschland.

Vieles in diesem Buch ist durch die subjektiven Stimmungen jener schweren Jahre entstanden; doch die zugrundeliegenden Gedanken haben auch heute ihre Bedeutung nicht verloren. Und noch heute kann ein russischer Anthroposoph daraus Trost und höchste Hoffnung schöpfen.

Mehr als zehn Jahre war dieses Buch nun ohne Leser. Doch die Zeit ist gekommen,

diejenigen, in denen die Frage nach dem

Ereignisse lebendig ist, mit dem Inhalt bekannt zu machen.

geistigen Sinn der in Russland ablaufenden

Der Autor möchte niemanden belehren. Er möchte, dass man sich zu seinem Buch, verhält als zu einem menschlichen Dokument, zu den Memoiren eines russischen Anthroposophen der seine Erlebnisse in den Jahren der grossen russischen Katastrophe beschreibt, jenen Jahren der Niederlage, der Zerfalle, der Auflösung, der Erschiessungen und des endgültigen Triumphes der finsteren Mächte.

Nur wer das Buch unter diesen Voraussetzungen in die Hand nimmt wird

in der

Lage sein, das Subjektive und Vergängliche, darin vom Objektiven und Ewigen zu unterscheiden. Und nur dann wird der Leser sich bereichert fühlen und gestärkt im Angesicht des schicksalhaften Geschehens.