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UMLAUFSICHERUNG

„Heiße Kohle“
Zur Umlaufsicherung des Geldes
Teil 1

Von Dirk Löhr

1. Zum Gegenstand der Geldumlaufsicherung Die Auswirkungen des Fehlers in dieser zentralen Insti-
Die Leser dieser Zeitschrift sind mit dem Gedanken ver- tution zeigen sich in der gegenwärtigen Finanzkrise: Die
traut, dass mit dem Geldwesen etwas nicht stimmt. Einer- Geschäftsbanken misstrauen sich gegenseitig, da keine
seits befinden wir uns auf einem Stand der Technik, der Bank weiß, wie viele „toxische Wertpapiere“ sich in der
uns Expeditionen zum Mars durchführen lässt, andererseits Bilanz der anderen Banken befinden und ob eventuelle Ab-
schleppen wir im gesellschaftlichen Bereich jahrtausende bzw. Versicherungen von Risikogeschäften ihrer potenziellen
alte, ja barbarische Institutionen wie einen Mühlstein um Partner noch das Papier wert sind, auf dem sie geschrieben
den Hals mit uns herum. Dazu zählt auch das Geld. Unser sind (s. die Rekordverluste der AIG). Die Konsequenz: Der
Geld – da nehme ich ausdrücklich auch unser Papiergeld Interbankenmarkt trocknete in den letzten Monaten weitge-
mit ein – ist mit seinen Eigenschaften dem Gold „nach- hend aus, die Versorgung mit kurzfristigem Geld wurde (was
geäfft“ (wie sich Silvio Gesell in seiner unnachahmlichen ansonsten nur bei Finanzierungsspitzen üblich ist) zwischen-
Sprache ausdrückte) und vereint dieselben Widersprüche zeitig nahezu vollständig mit der Zentralbank abgewickelt.
wie das Gold in sich. Wenn Geld nicht mehr die geforderten Auch die Verbriefung (Securitisation) und der anschlie-
Mindesterträge bringt, wenn die Investition des Geldes mit ßende Verkauf von Krediten ist den Banken nur noch sehr
zu hohen Unsicherheiten verbunden ist, wird es nicht mehr eingeschränkt möglich – stattdessen müssen sie die Kre-
in den Verkehr gebracht, sondern gehortet. Ob und wann dite in den eigenen Büchern behalten und mit Eigenkapi-
das Geld in den Wirtschaftskreislauf zurückfließt, ist dem tal unterlegen.i Die Konsequenz: Zurückhaltung bei der Kre-
Belieben der Geldbesitzer überlassen. Was dem gesunden ditvergabe und Kreditvergabe nur noch zu entsprechend
technischen Sachverstand absurd erscheint, ist im Geld- harschen Konditionen. Kurz: Der Geldfluss stockt. Die Wir-
wesen Alltag: Wer würde einem Auto über den Weg trauen, kung ist wie bei einem Dominoeffekt, da auch die Zuliefer-
das Gas (Tauschmittelfunktion) und Bremse (Wertaufbe- industrien beeinträchtigt werden. Die Auswirkungen sind
wahrungsfunktion) in einem Pedal vereint? Der TÜV würde bekannt: Die Arbeitslosigkeit schnellt hoch, eine nach der
ein solches Gefährt augenblicklich und vollkommen zu anderen Firma geht „über die Wupper“. Auch altbekannte
Recht aus dem Verkehr ziehen. Nur beim wichtigsten Ver- Namen wie Märklin, Pfaff oder Rosenthal sind darunter.
kehrsmittel der Volkswirtschaft, dem Geld, halten wir dies Der Staat sieht sich in der Pflicht zu reagieren, insbe-
für selbstverständlich. sondere was „systemwichtige“ Industrien angeht. Dabei

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greift man auf „altbewährte Lösungen“ zurück: Der Staat die Autofahrer noch einmal zur Kasse bitten muss. Mögli-
soll Garantien übernehmen oder die geparkten Gelder über cherweise können sich die Autofahrer in der Schlange nach
eine immense Neuverschuldung zu sich nehmen und wie- mehreren Kollekten dieser Art jedoch noch nicht einmal
der in den volkswirtschaftlichen Kreislauf drücken. Das mehr den Sprit leisten, um sich ebenfalls fortzubewegen
„Deficit Spending“ von John Maynard Keynes ist wieder in – selbst wenn vorne die Bahn wieder freigegeben wird. Sie
aller Munde. Ob der Konjunkturmotor durch solche Anstren- halten diese Geschichte für absurd? Ich stimme Ihnen zu:
gungen allerdings wieder anspringt, ist allerhöchst unsi- Sie ist genauso absurd wie unser Geldwesen im Jahr 2009.
cher. Großbritannien hat auf diese Weise viele Milliarden Vielleicht ist Ihnen ja auch noch eine andere Möglichkeit
Pfund schon „verpulvert“ – mit dem einzigen Effekt, die in den Sinn gekommen, wie man das Problem lösen könnte
Handlungsfähigkeit seines öffentlichen Haushalts immens – dann zählen Sie jedoch zu einer kleinen Gruppe von „bun-
geschwächt zu haben. Doch gibt es keinen Grund, scha- ten Hunden“ und Sozialromantikern, die meint, der Poli-
denfroh mit dem Finger auf die Insel zu deuten: Die zentral- zist könne dem Blockierer ja möglicherweise auch mit einer
europäischen „Konjunkturpakete“ können ebenso als Tiger Verwarnung drohen, wenn er sich nicht sofort in Bewegung
losspringen und dann als – teurer – Bettvorleger landen. setzt. Die meisten eingesessenen Ökonomen würden Ihnen
Anders als das Anspringen des Konjunkturmotors ist näm- angesichts eines solchen Vorschlages weitreichenden Rea-
lich eines sicher: Die Verschuldung bleibt – für viele Länder litätsverlust bescheinigen, denn diese – mit dem marktwirt-
ist fraglich, ob sie jemals (außer durch die Ingangsetzung schaftlichen Verursacherprinzip kompatible – Vorgehens-
der Notenpresse und eine anschließende Währungsreform) weise liegt den Vorschlägen Silvio Gesells zugrunde.
wieder auf ein erträgliches Niveau abgebaut werden kann. Die Essenz ist eine Umlaufsicherungsgebühr, um das
Die Abstrusität der Keynes´schen Rezeptur des „Defi- Stocken des wichtigsten Verkehrsmittels der Wirtschaft,
cit Spending“ kann schön am Beispiel eines Autofahrers des Geldes, zu verhindern („Idle Money“).
illustriert werden, der in einer engen Einbahnstraße die Keynes, Gesell, Johannson, Proudhon u.a. sahen, dass
Geschwindigkeit reduziert und schließlich stehenbleibt, es nicht dasselbe ist, wenn man Ihnen für getane Arbeit
weil er sich unsicher ist. Auch alle nachfolgenden Verkehrs- einen 100-Euro-Schein oder einen Leib Käse im Wert von
teilnehmer werden dabei blockiert (dies entspricht dem 100 Euro anbietet. Wenn Sie Durst haben, können Sie den
Stau im volkswirtschaftlichen Verkehr bzw. Stilllegung des Leib Käse nicht in einen Automaten stecken, um sich eine
wichtigsten Verkehrsmittels – des Geldes). Wie löst man ein Cola zu ziehen. Wenn Sie gesättigt sind, können Sie den
solches Problem im Lande Absurdistan im 21. Jahrhundert? Leib Käse auch nicht unbegrenzt aufbewahren, ohne dass
Der neoklassische Ökonom würde vorschlagen, die Straße er sich irgendwann in seiner Konsistenz verändert und am
noch ein wenig mit Verkehrsleitsystemen auszubauen, Ende gar vor Ihnen wegläuft. Von der Maus nicht zu reden,
schön zu schmücken sowie die Kfz-Steuer zu senken; durch die sich inzwischen am Käse gesättigt und in diesem ihre
diese Angebote soll der Verursacher des Staus Lust bekom- Hinterlassenschaften zurückgelassen hat. Habe ich Aus-
men, vielleicht wieder weiterzufahren. Denn normaler- zahlungsverpflichtungen, nimmt jedermann den 100-Euro-
weise fährt man ja in einem Auto – eigentlich existiert das Schein an, aber keineswegs den Leib Käse. Kann ich meine
beschriebene Problem in der neoklassischen Angebotsöko- künftigen Ein- und Auszahlungen daher nicht genau voraus-
nomie deswegen ja gar nicht. sehen, ist es sinnvoll, Geld vorzuhalten, alles andere wäre
Der keynesianische Ökonom hingegen würde nach aus individueller Sicht Käse.
einem Polizisten (Vater Staat) rufen. Dessen Vorname ist Wenngleich es weder Marxisten noch ihre heimlichen
Peer. Er fordert die Verkehrsteilnehmer in der Autoschlange Glaubensbrüder, die Neoklassiker, glauben wollen: Geld
auf, ihm jeweils 10 Euro (pro Auto) zu geben. Anschließend hat gegenüber der Ware einen Vorteil, sie ist der „Joker“
posiert er mit der Kollekte freudestrahlend vor der nächsten im Wirtschaftsleben. Und den gibt man nicht ohne Not und
Kamera. Nachdem er hinreichend finanzpolitische Kompe- „for free“ aus der Hand. D.h., man fordert einen Vorteil für
tenz ausgestrahlt hat, macht sich Peer schleunigst zum Ver- den Verzicht auf die genannten Vorteile der Geldhaltung,
ursacher des Stillstandes an der Spitze des Staus auf. Peer wenn man das Geld herausgibt: Dies ist in der verquasten
ist ein Künstler des Verhandelns: Er bietet dem Störenfried Terminologie von Keynes die sog. „Liquiditätsprämie“ des
die gesamte Kollekte (fiskalischer Zins) an, wenn er sich Geldes, bei Gesell der „Urzins“. Keynes führte eine messer-
freundlicherweise bereit erklärt, die Blockade aufzugeben scharfe Analyse des Liquiditätsphänomens durch – m.E.
und weiter zu fahren. Unser Störenfried sackt das Geld dan- besser als diejenige von Gesell – um dann am Ende die sich
kend ein, fährt ein paar Meter weiter und bleibt dann wie- aufdrängenden Schlussfolgerungen nicht zu ziehen. Gesell
der stehen. Unser Problem-Peer runzelt die Stirn, da er wohl hingegen ging an die Wurzeln, er wollte die Liquiditäts- >

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prämie, den Urzins durch „künstliche Durchhaltekosten“ Absatz von Konsumgütern des gehobenen Bedarfs oder
(Keynes) neutralisieren. Mit der „Umlaufsicherungsgebühr“ von Investitionsgütern: Wenn der Familienvater nicht mehr
soll die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes verstetigt wer- weiß, ob er morgen noch seinen Job bei Opel (Konsum-
den. Es ist – auf unsere obige Metapher übertragen – das güter des gehobenen Bedarfs) hat, spart er eben nicht an
„Knöllchen“, das den Verkehrssünder zum Weiterfahren Konsumgütern des alltäglichen Bedarfs; vielmehr wird die
bewegt. Das Geld wird also über die „Umlaufsicherungsge- Urlaubsreise nach Mallorca aufgeschoben (Konsum des
bühr“ in den Wirtschaftskreislauf „gedrückt“. Wer Liquidi- gehobenen Bedarfs, der wieder normalerweise per Kredit-
tät hält, entzieht sie dem Wirtschaftskreislauf – er darf dies karte oder Banküberweisung beglichen wird).
tun, wird jedoch als Verursacher der Belastungen, die er der Wenn bei einem Automobilzulieferer die Absatzzahlen
Gemeinschaft hiermit zufügt, zur Kasse gebeten. Dies gibt einbrechen, wird z.B. die eigentlich vorgesehene Investition
jedem Wirtschaftsteilnehmer einen Anreiz, die individu- in eine neue Stanzmaschine in eine bessere Zukunft ver-
elle Liquidität so gering wie möglich zu halten. Selbst eine legt. Auch die Maschine wäre nicht mit Bargeld, sondern per
Person mit der psychischen Verfassung von Dagobert Duck Banküberweisung bezahlt worden. So aber parkt der Auto-
würde bei einer solchen Gebühr das Geld nur noch zum mobilzulieferer das Geld einstweilen auf Terminguthaben –
Zwecke von Transaktionen und in so geringen Mengen wie hier ist es schnell verfügbar (falls die Bank den Dispo-Kredit
möglich halten. Über die Umlaufsicherungsgebühr würden nicht mehr länger gewährt) und wird noch halbwegs zufrie-
Geldzirkulation wie Nachfrage auch und gerade dann gesi- denstellend verzinst.
chert, wenn Investitionen nach heutigen Maßstäben nicht Diese Beispiele sollen darstellen, dass die konjunktu-
mehr „rentabel“ durchzuführen sind. relle Problematik weniger in Störungen des Bargeldumlaufs
Das alles hört sich zunächst für ungewaschene Gehirne liegt – die unter der Matratze gehorteten Euro-Scheine der
gut an, wenngleich der Glaubensgemeinschaft der Öko- sprichwörtlichen Oma sind nicht der Auslöser der Krise –
nomen diese Logik normalerweise nicht zugänglich zu möge die alte Frau in Ruhe und von Gesell-Anhängern unbe-
machen ist. Dennoch sitzt der Teufel im Detail. So muss, helligt ihren Lebensabend verbringen. Entscheidend hinge-
wenn von „Geldreform“ geredet wird, zunächst überhaupt gen ist das Verhalten insbesondere der Unternehmen, die
definiert werden, was in die Regulierung einbezogen wer- ihre Investitionsnachfrage einschränken oder der Banken,
den bzw. was als „Geld“ definiert werden soll. Es geht um die keine Kredite mehr zu tragbaren Konditionen vergeben
die uralte Frage: „Was eigentlich ist Geld“? Und die Ant- – dies alles sind wesentlich Stockungen der „Buchgeldzir-
wort ist wesentlich komplizierter als die übliche studen- kulation“. Dabei handelt es sich um erkleckliche Summen.
tische: „das, was ich nicht habe“. Allerdings kann es nicht Die Herrscher über das „parkende Buchgeld“ sind nicht
um die Frage gehen, welches die „richtige“ Gelddefinition arm – zumeist handelt es sich um institutionelle Anleger
ist. Definitionen können per se nicht „richtig“ oder „falsch“ wie Banken, Versicherungen, Kapitalanlagegesellschaften
sein – es geht bei Definitionen vielmehr um die Zweck- etc. Die Konsequenzen ihres Verhaltens hinterlassen dann
mäßigkeit sprachlicher Konventionen. Um Anhaltspunkte auch deutliche Spuren in der Realwirtschaft.
dafür zu bekommen, welche Konvention zweckmäßig ist,
werfen wir noch einmal einen kurzen Blick auf typische
Krisenerscheinungen: 2. Buchgeld: Fünf Probleme
Jeder kennt es aus eigener Erfahrung: Am Supermarkt Nachfolgend wollen wir fünf Probleme darstellen, die mit dem
an der Kasse zahlen 80% der Leute bar. Ich mache nach- Buchgeld verbunden sind. Es wird nicht der Anspruch erho-
folgend aus Vereinfachungsgründen keinen Unterschied ben, dass es sich um eine vollständige Aufzählung der Pro-
zwischen Bargeld und Zentralbankgeld, wenngleich sol- bleme handelt. Der Leser möge sich erst einen Kaffee auf den
che Differenzierungen möglicherweise zu den wenigen Bei- Tisch stellen, denn nun wird´s leider ein wenig theoretisch.
trägen gehören, welche die akademische Wissenschaft
vom Geld zum Thema liefern könnte. Mit beiden Bezeich- Problem 1: Der Umlauf des Buchgeldes
nungen meine ich „physisches Geld“. Bei Konsumgütern Seit Keynes wird zwischen der Transaktions-, der Vorsichts-
des gehobenen Bedarfs und v.a. bei Investitionsgütern und der Spekulationskasse unterschieden. Die Transakti-
kommt jedoch zunehmend Giralgeld ins Spiel. Im Normal- onskasse wird für geplante Anschaffungen gehalten, die
fall wird die Couchgarnitur oder das neue Auto nicht Cash, Vorsichtskasse hingegen, weil ungeplante Auszahlungen
sondern über EC-Karte bezahlt. Es gibt nun gute Gründe für zu Liquiditätsengpässen führen können – zumal wenn
die Annahme, dass der Umsatz mit alltäglichen Konsumgü- (anders als in der neoklassischen Theorie) eben Bankkre-
tern – und damit auch die Umlaufgeschwindigkeit des Bar- dite eben nicht allzeit bereit stehen. Otto-Normalökonom
geldes – verhältnismäßig stabil ist – im Gegensatz zum geht für Otto-Normalphasen davon aus, dass das Trans-

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aktionsmotiv der Geldhaltung v.a. in der Geldmenge M1


(Bargeld und Sichtguthaben) zum Ausdruck kommt. Die
Vorsichts- und v.a. die Spekulationskasse sieht er zum
größeren Teil in weiter definierten Geldaggregaten. In Kri-
senzeiten kann es jedoch zu Umschichtungen kommen, so
dass M1 auch aus dem Vorsichts- und dem Spekulations-
motiv gehalten wird. Zum Ausdruck kommt dies in den Ver-
änderungen der Umlaufgeschwindigkeit des Geldmengen-
aggregats M1 (hier: bezogen auf das Bruttopinlandspro-
dukt). Um die Folgen für die Konjunktur darzustellen, haben
wir diese für einen 10-Jahreszeitraum der Arbeitslosen-
quote gegenübergestellt.
In den in Tabelle 1 dargestellten 10 Jahren ergibt sich
zwischen beiden Datenreihen ein Korrelationskoeffizient
i.H.v. - 0,78. Dies spricht für einen sehr engen statistischen Tabelle 1:
Zusammenhang: Nimmt die Umlaufgeschwindigkeit der Veränderungen der Geldumlaufgeschwindigkeit und der
Geldmenge M1 ab, bewegt sich die Arbeitslosenquote in Arbeitslosigkeit (Quelle: Monatsberichte der Deutschen
die entgegengesetzte Richtung und umgekehrt. Bundesbank, eigene Berechnungen)
Es ergibt Sinn, die erste und die zweite Spalte um ein
Jahr zu versetzen, weil die meisten Unternehmer ihre Beleg- gelassen: Wenn die Geschäftsbank 1 dem B einen Kredit
schaft erst dann reduzieren, wenn es wirklich nicht mehr gewährt, so bekommt dieser in einem ersten Schritt gleich-
anders geht. Umgekehrt stellt man als Unternehmer erst zeitig auch ein Guthaben eingeräumt. Dies ist der eigent-
dann wieder neue Leute ein, wenn man ein gewisses Ver- liche „Geldschöpfungsprozess“. Entscheidend ist jedoch,
trauen in die wirtschaftliche Entwicklung gefasst hat. D.h., dass die Einräumung dieses Guthabens nicht unabhängig
es gibt einen gewissen Abstand zwischen der Verände- von der vorherigen Einlage des A stattfinden kann. Bilanz-
rung der Geldumlaufgeschwindigkeit und der Veränderung technisch gesehen handelt es sich um eine Bilanzverlän-
der Arbeitslosenquote. Daher ist der statistische Zusam- gerung (Buchungssatz: Kredit an Guthaben B 90), die aber
menhang dann sogar noch enger. Für die Geldmenge M3, bei Verfügung über das Guthaben durch B (Buchungssatz:
die liquiditätsfernere Aggregate einschließt, gilt dies erwar- Guthaben B an Cash 90) wieder „zurückgedreht“ wird.
tungsgemäß nicht. Bezüglich der Bargeldmenge ließen sich Die mancherorts zu hörende Behauptung, Geldschöp-
zwar auch Aussagen treffen – diese wären aber einigerma- fung erfolge „aus dem Nichts“, ist Unfug. In der Abbil-
ßen sinnfrei: Zwar lässt sich der deutsche Beitrag zum Bar- dung 1 legt A einen Betrag von 100 Geldeinheiten (GE) bar
geldumlauf feststellen – hingegen ist es schwer zu sagen, in Bank 1 ein. Diese hält einen Erfahrungssatz von 10 %
wie viel von Deutschland ausgegebenes Bargeld in anderen der getätigten Einlagen vor (in der Realität ist dieser regel-
Ländern umläuft und umgekehrt. mäßig geringer), da immer ein bestimmter Prozentsatz an
Einlegern das Geld „Cash“ sehen will. Der Rest wird an B
Problem 2: Geldschöpfung und Kreditvergabe, verliehen (90 GE). B bezahlt mit dem Kredit einen Liefe-
Inflation und Deflation ranten C, indem er den Betrag von 90 GE auf dessen Giro-
Die Geldmenge M1 ändert sich fortlaufend. Sie ist alles konto auf Bank 2 überweist. Bank 2 muss von dieser Ein-
andere als stabil. Diese Instabilität der Sichtguthaben lage wiederum 10% Reserve zurückhalten und kann daher
beschäftigte u.a. schon den bekannten amerikanischen einen Kredit von 81 GE an D vergeben, der wiederum Lie-
Ökonomen Irving Fisher. In seinem Buch „100%-Money“ feranten E damit bezahlen kann etc. Auf der Basis von 100
(deutsche Übersetzung, Kiel 2007) schreibt er im Vor- GE Bargeld, die von A in das Bankensystem eingeführt wur-
wort, dass er als die Hauptursache sowohl für Booms als den, könnten so im Extremfall 100 / 0,1 = 1.000 GE „Buch-
auch für Depressionen die Instabilität der Sichtgutha- geld“, also Einlagen durch das Bankensystem im Zusam-
ben ansieht, die an die Vergabe von Bankkrediten gekop- menwirken mit den Privaten geschaffen werden (multi-
pelt sind. Was meinte Irving Fisher hiermit? Um dies zu plikative Geldschöpfung).
verstehen, führen wir uns am besten die Funktionsweise Solange die Wirtschaft läuft, ist dieses System unbe-
des Geldschöpfungsprozesses in vereinfachter Weise vor denklich. In wirtschaftlichen Schwächephasen, wenn die
Augen. In der Abbildung 1 wurde dabei aus didaktischen Einleger wegen ihrer höheren Liquiditätsneigung (oder
Gründen ein buchungstechnischer Zwischenschritt aus- eines Vertrauensverlusts in die Banken) „Cash“ sehen wol- >

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menge M1. Dies dürfte daran lie-


gen, dass in wirtschaftlichen Hoch-
phasen einerseits (über den Kredit-
vergabeprozess) verstärkt Buchgeld
„geschöpft“ wird (Ausweitung
der Buchgeldbestände), anderer-
seits die Liquiditätsneigung sinkt
(Umschichtung der Buchgeldbe-
stände auf längerfristige Anlagen).
Diese gegenläufigen Tendenzen
kommen bei M1 wesentlich stärker
zum Ausdruck als bei M2 und M3,
wo die Liquiditätsneigung nicht
mehr eine so große Rolle spielt.
Langer Rede kurzer Sinn: Im
Gegensatz zu der Perspektive von
Fisher sollte bezüglich der Inflationierung / Deflationierung
Abbildung 1: Geldschöpfungsprozess (eig. Darstellung)
nicht nur auf die Giroguthaben geachtet werden, sondern
len, wird die Kreditkaskade zum Problem: Im vorliegenden auch auf die weiter abgegrenzten Geldmengenaggregate.
Beispiel wären im Extremfall die 1.000 GE Buchgeld ledig-
lich durch die ursprünglich in das Banksystem eingeführten Problem 3: Verkürzung des Zeithorizonts
100 GE Bargeld gedeckt. Eine gleichzeitige Auszahlung aller Kennzeichnend für wirtschaftliche Schwächephasen, die
Ansprüche wäre nicht möglich; die gesamte Kreditkaskade augenscheinlich mit einer hohen Liquiditätsneigung und
müsste u.a. über Kreditkündigungen „zurückgebaut“ wer- einer Absenkung der Umlaufgeschwindigkeit speziell von
den. Fisher beschreibt in „100 %-Money“ die Situation zu M1 einhergehen, ist eine Verkürzung der Zeitperspektive:
Beginn der 30er Jahre: Ein Anstieg der Liquiditätsneigung Langfristige Kredite werden zunehmend zögerlich ausgege-
in den USA, der sich in einer erhöhten „Nachfrage“ nach ben, Kredite werden sogar gekündigt, und die Anleger stel-
Bargeld um 1 Mrd. US-$ äußerte, führte zu einer Kreditver- len auch den Banken keine langfristigen Einlagen mehr zur
nichtung von 8 Mrd. US-$ (S. 13). Diese Möglichkeit des Verfügung. Zu groß erscheint das Risiko, dass man selber
Geschäftsbankensystems, Kredite – und damit Giralgeld kurzfristig in Liquiditätsnöte geraten könnte. Je höher die
– schöpfen und vernichten zu können, sieht Fisher als die Liquiditätsneigung in der Wirtschaft, je kurzfristiger die Ori-
eigentliche Schwäche des heutigen Geldsystems an. Die entierung, umso mehr Zentralbankgeld – als „Rohstoff der
Ausweitung der Geldbestände durch das Geschäftsbanken- Kreditvergabe“ wird auch „absorbiert“:
system in „Hochphasen“ ist nach seinen Worten Inflation, • Manch ein Kreditnehmer ist zu einem nicht geringen
das Schrumpfen durch die Vernichtung von Krediten Defla- Ausmaß kurzfristig refinanziert; wenn er nicht (über seine
tion (S. 12). Diese Interpretation ist nachvollziehbar, wenn Finanzplanung) dafür sorgt, die für die Begleichung der
man „Inflation“ wortwörtlich zunächst als „Aufblähung“ der kurzfristigen Verpflichtungen notwendige Liquidität bereit-
Geldmenge versteht und Deflation als das Gegenteil. Inwie- stellen, kann ein böses Erwachen drohen – das Gespenst,
weit diese Volumenänderungen der Geldmenge zu Verän- das ihn unsanft weckt, trägt den Namen „Zahlungsunfähig-
derungen des Preisniveaus führen, hängt von verschie- keit“ und ist ein Insolvenzgrund. Also ist es insbesondere in
denen Faktoren wie eben der Umlaufgeschwindigkeit oder Zeiten, in denen die Banken mit der Anschlussfinanzierung
der Kapazitätsauslastung ab. möglicherweise zaudern vernünftig, Liquidität vorzuhalten.
Das von Fisher beschriebene System funktioniert bis • Zumal in Krisenzeiten die Kreditfinanzierung zu einer
heute im Prinzip unverändert. Allerdings unterstellt er impli- höchst unsicheren Veranstaltung werden kann, schich-
zit einen positiven statistischen Zusammenhang zwischen ten viele Einleger ihre Guthaben in den Banken verstärkt
der Entwicklung der Buchgeldmenge und derjenigen des auf kurzfristige, geldnahe Einlagen um oder wollen sogar
Sozialprodukts. Die aktuell verfügbaren statistischen Daten „Bares“ sehen. So können beispielsweise Sichteinlagen
unterstützen diese Aussage jedoch nicht uneingeschränkt: jederzeit gegen Geld eingetauscht werden. Weil die Ban-
So ist der statistische Zusammenhang zwischen der Ent- ken dann also verstärkt mit Abhebungen rechnen müssen,
wicklung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) und der Auswei- benötigen sie ebenfalls höhere Barreserven, um mit derar-
tung der Geldbestände nur bei den weiteren Abgrenzungen tigen Vorgängen fertig werden zu können.
relativ eng und positiv korreliert – nicht so bei der Geld- • Im Extremfall – bei einem Vertrauensverlust in ein-

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Tabelle 2: Veränderungen der Geldmengenbestände


(Quelle: Monatsberichte der Deutschen Bundesbank, eigene Berechnungen)

zelne Banken – kann es zu einem „Run“ kommen, das das Geschäftsbanken oft in Liquidität – ohne dass sie das Geld
gesamte Bankensystem in Gefahr bringt. Um es noch ein- in den Kreislauf geben könnten oder wollten. Die Reserve-
mal in Erinnerung zu rufen: In unserem Beispiel in Abb. haltung der Geschäftsbanken ist also – freiwillig – massiv
1 sind die maximal schöpfbaren 1.000 GE nur zu 10 % erhöht. Der Neoklassiker, der abgesehen von der Gleich-
durch Bargeld gedeckt. Eine gleichzeitige Auszahlung aller wertigkeit des Geldes mit der Ware auch noch annimmt,
Ansprüche ist also nicht möglich. Beispiele für „Runs“ sind dass das volkswirtschaftliche „Ganze“ nichts anderes als
die Krise 1929-1931, die Krise in Argentinien oder die Krise die Summe der Teile ist (Neoklassiker gefallen sich bei
der britischen Bank Northern Rock. volkswirtschaftlichen Betrachtungen daher bei der Anwen-
• Schichten immer mehr Einleger auf kurzfristige Ein- dung der Methode der „Aggregation“) staunt nicht schlecht,
lagen um, fällt es den Geschäftsbanken selbst bei gutem wenn die erhöhte individuelle Liquiditätshaltung dazu führt,
Willen und (den in solchen Situationen dann immer rarer dass die gesamte Wirtschaft an Liquidität verliert (er könnte
werdenden) guten Schuldnern immer schwerer, Kredite im das Problem über die ökonomische Spieltheorie auflösen –
Langfristbereich zu vergeben. Diese sind jedoch für eine vorausgesetzt, er erkennt das Problem, könnte er hier von
solide Finanzierung von Anlageinvestitionen unabdingbar. einem „Nash-Gleichgewicht“ sprechen).
Die Banken stoßen also an die Grenzen dessen, was ihnen
im Rahmen der Fristentransformation („aus kurz mach Problem 4: Die Steuerung der Geldmenge
lang“) möglich ist. Folgt man dem bislang Gesagten, so ist nicht nur die Steu-
erung der Umlaufgeschwindigkeit heutzutage ein Problem.
Die Abbildung 2 illustriert noch einmal das Gesagte: Die Umlaufgeschwindigkeit obliegt dem Belieben bzw. der
Mit kurzfristigen Einlagen ist eine höhere Liquiditätsposi- Willkür der Wirtschaftsteilnehmer. Ein weiteres Problem ist
tion verbunden, da u.a. weniger langfristige Kredite verge- auch die Steuerung insbesondere der nachfragewirksamen
ben werden können (begrenzte Fähigkeit zur Fristentrans- Buchgeldmenge: Da diese durch das Zusammenspiel der
formation) und die notwendigen Barreserven der Geschäfts- Nichtbanken mit den Geschäftsbanken zustande kommt,
banken höher sind. hat die Zentralbank diese allenfalls teilweise unter Kontrolle.
Die für Krisensituationen typische Verkürzung der Zeit- Nur beschränkten Einfluss hat sie auf das Ausmaß der Reser-
perspektive führt dabei zu einer erhöhten Bindung von Zen- vehaltung der Geschäftsbanken und deren Kreditvergabe,
tralbankgeld. Machen Sie es sich anhand von Abbildung 1 keinen Einfluss hat sie auf die Abzüge aus dem Bankensy-
klar: Würde die Barreserve der Banken von 10% auf 20% stem durch Abhebungen der Nichtbanken. Insbesondere die
erhöht, könnten nicht mehr 1.000 GE Einlagen (und das Möglichkeiten, über eine Ausweitung der Geldmenge auf die
entsprechende Kreditvolumen) „geschöpft“ werden, son- Wirtschaftstätigkeit einzuwirken, sind (wie zur Zeit sichtbar)
dern nur noch die Hälfte. Dies kann deflationäre Tendenzen beschränkt. Im Extremfall wird sie selbst bei einem Leitzins
begünstigen. von Null keine Kreditvergabe (und damit Geldschöpfung)
Typischerweise zeigt sich in der Krise ein widersprüch- anregen, wenn die Wirtschaftsaussichten entsprechend
liches Bild: Auf der einen Seite wird Bares in der Wirt- schlecht sind. Die Zentralbank kann „das Pferd eben nur zur
schaft zunehmend knapp, andererseits „schwimmen“ die Tränke führen, aber nicht zum Saufen zwingen“. Bei Geld- >

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Wir halten also fest: Die


Stockungen im Wirtschafts-
kreislauf hängen eng mit
Unterbrechungen des Buch-
geldkreislaufs zusammen
– allerdings ist das „Funda-
ment“ der Buchgeldzirkulation
der Bargeldumlauf. Dies führt
wieder zurück zur Frage nach
der Zweckmäßigkeit der Geld-
definition: Die apodiktische
Behauptung, nur „Bargeld“ sei
„wirkliches Geld“, wie man sie
manchmal in Kreisen der Frei-
wirtschaftbewegung hört, ver-
Abbildung 2: Belastung der Kreditinstitute bei Mobilisierung des Buchgeldes
kennt nicht nur das Wesen von
(Nach: D. Löhr / J. Jenetzky, Neutrale Liquidität, Frankfurt a.M. 1995, S. 113)
Definitionen, sondern auch
das Wesen des Problems. Um
mengenrestriktionen sind die Karten der Zentralbank hin- keinem Missverständnis Vorschub zu leisten: Ich behaupte
gegen ein wenig besser: Sie kann das Pferd von der Tränke keinesfalls, dass das Zentralbankgeld „unbedeutend“ sei
wegführen, wenn es aufhören soll, zu saufen. (und bestreite auch nicht die Notwendigkeit der Umlaufsi-
cherung des Bargeldes): Nicht nur der Umsatz von Konsum-
Problem 5: Steuerung des Preisniveaus gütern des täglichen Gebrauchs, sondern auch Überwei-
Die Fisher´sche Verkehrsgleichung ist dem Leser sicherlich sungen und Kreditvergaben sind letztlich von der Verfügbar-
ein Begriff: keit von Zentralbankgeld abhängig. Das Zentralbankgeld ist
Geldmenge X Umlaufgeschwindigkeit der „Rohstoff“ der Kreditvergabe, ohne den das Buchgeld
= Preisniveau X Handelsvolumen. gar nicht zustande kommen könnte. Dementsprechend liegt
Die Gleichung gilt entsprechend auch für Verände- es nahe, all diejenigen Vermögensgegenstände unter den
rungsraten (additive Verbindung der Variablen). Wir haben Geldbegriff subsumieren, die eine derartige Unterlegung mit
dargestellt, dass die Zentralbank die Geldmenge allen- Zentralbankgeld erfordern und Zentralbankgeld absorbie-
falls teilweise im Griff hat, die Umlaufgeschwindigkeit des ren. Eine Geschäftsbank ist beispielsweise verpflichtet, ein
Geldes hingegen gar nicht. Damit sind auch die Möglich- Sichtguthaben jederzeit gegen Bargeld verfügbar zu machen
keiten der Zentralbank, das Preisniveau zu steuern, ziem- und dafür Vorsorge zu betreiben. Andere Vermögensgegen-
lich beschränkt. Angesichts dieser beschränkten Möglich- stände wie Gold oder Kunstgegenstände verkörpern hinge-
keiten kann man zu den Ergebnissen, die die Deutsche gen keine derartige Option auf den Umtausch in Bargeld.
Bundesbank und auch das Europäische System der Zentral- Niemand ist insoweit zu einer höheren (Bar-) Reservehaltung
banken bislang erreicht hat, nur den Hut ziehen. gezwungen, die dann im „volkswirtschaftlichen Blutkreis-
Irving Fisher wollte einige der beschriebenen Probleme lauf“, also in der Zirkulation fehlt. Gleiches gilt z.B. auch für
durch eine „Wegadministration“ des Widerspruchs zwi- Bundesanleihen, die nach dieser Definition auch nicht dem
schen einzel- und gesamtwirtschaftlicher Liquidität lösen: Geld zuzuordnen wären.
Er wollte, dass die Geschäftsbanken für die empfangenen
Einlagen eine Mindestreserve von 100 % halten. Ein großer
Teil 2 zu den Zielen und der Technik der Umlaufsicherung
Teil der geschilderten Probleme (insbesondere Runs oder
lesen Sie in der nächsten Ausgabe (Juli/August) der
Kreditvernichtungen) könnte es dann nicht mehr geben. Die HUMANEN WIRTSCHAFT.
Problematik an Fishers Vorschlag ist u.a. (abgesehen von
der künstlichen Ineffizienz, die in das Bankensystem getra- Zum Autor: Prof. Dr. Dirk Löhr, Jg. 1964, facet-
gen wird): Der oben beschriebene Stop-and-Go-Charakter tenreiches Berufsleben. Stationen: Mitarbeiter in
des Geldes, also Gaspedal und zugleich Bremse, die Will- einem int. Hotelkonzern, Abteilungsleiter bei der
kür des Geldbesitzers bleibt grundsätzlich erhalten. Zudem Deutsche Bahn AG, Aufsichtsrat der DB Dialog
GmbH. Z.Zt. Professor für ABWL an der FH Trier,
ist der Übergang von Geldkapital (Wertaufbewahrungsfunk- Steuerberater in einer Kanzlei. Autor grundle-
tion dominiert) zum „Tauschgeld“ (Tauschmittelfunktion gender Bücher über Zusammenhänge zwischen
dominiert) gleitend; die Tauschmittelfunktion ist keines- Geldsystem und umweltpolitischen-, wirtschaft-
lichen und gesellschaftlichen Problemen.
wegs nur auf M1 beschränkt.

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