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Aufbau des Kurses

Vorlesen

Willkommen im Kurs der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung!


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In diesem einführenden Teil wollen wir zuerst einmal die Lernziele festlegen und
damit auch in den Aufbau des Kurses einführen.

HINWEIS

Nach der Bearbeitung von Kapitel 2 sollten Sie in der Lage sein, die Geschichte und
Entwicklung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) im Groben
wiederzugeben.

Nach der Bearbeitung des 3. Kapitels sollten Sie zwischen der VGR im engeren und
weiteren Sinne differenzieren können und in der Lage sein, verschiedene Ansätze
zuzuordnen.

Nach dem 4. Kapitel sollten Sie erklären können, was es mit der Aggregation auf
sich hat und wie die verschiedenen Kreislaufmodelle in einer geschlossen
Volkswirtschaft funktionieren.

Im 5. Kapitel wird Ihnen dann erklärt, wie das Europäische System der
Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung im Speziellen aufgebaut ist und zwischen
welchen Konzepten hier unterschieden werden muss.

Im 6. Kapitel werden wir uns dann den verschiedenen Berechnungen widmen,


welche aus Kapitel 5 resultieren.

Nach dem 7. und letzten Kapitel sollten sie in der Lage sein, Kritik, welche an der
VGR ausgeübt wird, wiederzugeben und zu erklären.

Sinnvoll ist es durchaus, am Ende des Kurses noch einmal auf diese erste Seite
zurückzukehren um zu überprüfen, ob alle Lernziele erreicht wurden.

Viel Spaß mit diesem Kurs und viel Erfolg bei Ihren Prüfungen!
Lukas Linnig

Geschichte der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung


(VGR)
Vorlesen

Um die grundlegenden Aspekte der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu verstehen, ist es


wichtig, sich auch mit der Geschichte der VGR zu beschäftigen. Um dieser Anforderung gerecht zu
werden, werden wir im Folgenden die Geschichte der VGR grob umreißen.
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Die ersten Schritte der VGR


Die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ist heute ein wichtiges Konzept zur Analyse der
Wirtschaftsleistung von Volkswirtschaften. Bereits im 17. Jahrhundert wurden in England die ersten
Berechnungen zum Vermögens- und Volkseinkommen durchgeführt. Natürlich waren diese noch
sehr ungenau und verbesserungswürdig. Quesnay, Marx und Keynes sind wohl die bekanntesten
Weiterentwickler dieses Modells. Die Kreislaufmodelle wurden später ein weiterer Teil der Theorie,
die dadurch wesentlich verbessert wurde.

Entwicklung systematischer Modelle


Nach der Entwicklung verschiedener Modelle zur Erfassung und Auswertung der relevanten Daten
entstand ein weltweites System, das „System of National Accounts“ (SNA), welches 2008 das letzte
Mal neu aufgesetzt wurde. Das Europäisch gültige System mit dem langen Titel „Europäisches
System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen“ (ESVG) gilt zurzeit noch in der Fassung von 1995.
Im September 2014 wird aber rückwirkend das ESVG 2010 eingeführt, welches sich am aktuellen
System des SNA orientiert. Das ESVG wird heute von allen statistischen Ämtern in der Europäischen
Union genutzt und schafft somit vergleichbare Ergebnisse.
Die Systeme zur Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung wurden im Verlauf immer weiterentwickelt
um genauer zu werden und die statistischen Bedürfnisse der aktuellen Zeit zu befriedigen.

 1MC 1
 2MC 2
 3Lückentext 1
 4Lückentext 2
 5Lückentext 3

MC 1

Aufgabe 1 von 5

Wann wurden die ersten Berechnungen zur VGR durchgeführt?

 
1934

 
17 Jh.

 
14 Jh.

Lösen

 Grundlagen der Volkswirtschaftlichen


Gesamtrechnung
Was ist die VGR?
Vorlesen

Grundlegendes
Wie bereits im letzten Kapitel angedeutet, ist die Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung ein System
von makroökonomischen Rechnungen zur Erfassung der Wirtschaft eines Landes oder bestimmter
Teile eines Landes (z.B. Bundesländer, etc.). Die Daten, die die statistische Grundlage für alle
Berechnungen in der VGR darstellen, werden systematisch aufgenommen und registriert. So wird
z.B. der staatliche Konsum monatlich, quartalsmäßig oder jährlich festgestellt und fließt somit in die
Berechnung mit ein. Eine genaue und lückenlose statistische Erfassung aller relevanten Daten ist
zum aktuellen Zeitpunkt aber noch nicht genau möglich. Auf dieses und weitere Probleme werden
wir im letzten Kapitel dieses Kurses noch genauer eingehen.
Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung i. e. S.

MERKE

Die traditionelle Volkwirtschaftliche Gesamtrechnung oder auch VGR im engeren Sinne genannt, ist
das Rechensystem mit der wohl größten historischen und aktuellen Bedeutung. Die VGR i. e. S.
erfasst alle relevanten Transaktionen, die benötigt werden, um die Entstehung, Verteilung und
Verwendung des Inlandsproduktes abzubilden. Weitere Rechnungen beziehen sich in diesem
Zusammenhang auf das Nationaleinkommen und die Bildung von Vermögen.

Diese Art der Gesamtrechnung ist die bedeutendste und hat die größten Anwendungsbereiche.
Daher werden wir uns in diesem Kurs auch primär mit der VGR i. e. S. beschäftigen.

Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung i. w. S
Zur VGR im weiteren Sinne gehören Teilbereiche, die im traditionellen Teil keine Anwendung
gefunden haben. Zur VGR im weiteren Sinne gehören:

 Die Zahlungsbilanzrechnung
 Die Finanzierungsrechnung
 Input-Output Rechnung
 Satellitensysteme

Zahlungsbilanzrechnung:

Bei der Zahlungsbilanzrechnung werden alle wirtschaftlichen Transaktionen erfasst, die zwischen In-
und Ausländern stattfinden, um eine Bilanz zwischen dem In- und Ausland aufstellen zu können.
Das Ergebnis dieser Rechnung gibt dann die Zahlungsbilanz der vergangenen Periode an und ist
somit ein Indikator für den Außenhandel.

Finanzierungsrechnung:

Die Finanzierungsrechnung analysiert die Geldströme zwischen verschiedenen Sektoren einer


Volkswirtschaft und dem Ausland. Hierbei wird die Höhe des Finanzierungsvolumens der einzelnen
Sektoren festgestellt.
Input-Output Rechnung:

Die Input-Output-Rechnung stellt dar, wie die interindustriellen Leistungen verflochten sind.

Satellitensysteme:

Die Satellitensysteme sind ein weiteres Bündel an Systemen, welches z.B. die
Haushaltsproduktionsrechnung oder die umweltökonomische Gesamtrechnung umfasst. Auf diese
Systeme wollen wir hier aber nicht im Detail eingehen.

 1VGR im weiteren Sinne


 2Lückentext Nr. 1
 3Lückentext Nr. 2
 4Lückentext Nr. 3
 5Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung
 6Begriffe der VGR im weiteren Sinne

VGR im weiteren Sinne

Aufgabe 1 von 6

Was gehört nicht zur VGR i.w.S.?

 
Die Finanzierungsrechnung

 
Die Zahlungsbiilanzrechnung

 
die bankstatistische Gesamtrechnung

Lösen

Wozu wird die VGR verwendet?


Vorlesen

Wie lief die Wirtschaft im Jahr 2013?

War sie besser oder schlechter als zuvor?


Wo befinden wir uns im Konjunkturzyklus?

Wie haben wir uns im europäischen Vergleich entwickelt?

Wie groß war unser Außenbeitrag?

Wie groß ist unser Volkseinkommen?

All diese Fragen können durch die VGR beantwortet werden. Im Grunde ist die VGR ein statistisches
Mittel, das in all diesen Fragen Transparenz schaffen soll.

Die VGR hat den Anspruch, Vergleichbarkeit zwischen Volkswirtschaften zu schaffen. Darüber


hinaus können Unternehmen vergleichen, wie sie sich im Vergleich zur aggregierten Wirtschaft
entwickelt haben. Die VGR unterscheidet auch zwischen verschiedenen Branchen, was noch
genauere Vergleiche ermöglicht.

Viele Vereine oder Organisationen greifen auf die Daten aus der VGR zu, da hier Daten über die
Vermögens- und Einkommensverteilungen zu finden sind, was gleichermaßen auch für Politiker und
Lobbyisten interessant ist.

Genutzt werden die Daten auch für die empirische Überprüfung von Modellen oder Theorien, um
diese zu verifizieren oder zu falsifizieren.

Alles in allem gibt es viele Gruppierungen, Institutionen und Interessenvertreter, die an den
Ergebnissen der VGR interessiert sind. Daher ist das statistische Bundesamt per Auftrag dazu
verpflichtet, diese Daten zu erheben und der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

 1Daten der VGR


 2Verwendung der VGR
 3Vergleichbarkeit zwischen Volkswirtschaften
 4Fragestellungen der VGR

Daten der VGR

Aufgabe 1 von 4
Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die Daten der VGR werden u.a. dafür genutzt, Modelle und   zu
überprüfen.

Lösen

Sektorenbildung durch Aggregation


Vorlesen

Nachdem wir nun geklärt haben, wofür die VGR verwendet wird, müssen wir uns noch mit einem
anderen grundlegenden Aspekt beschäftigen, der für die Anwendbarkeit unverzichtbar ist, der
Aggregation.

Welchen Sinn hat die Aggregation?


Individualisten argumentieren, dass jeder Mensch anders ist und keiner dem Anderen gleicht. Recht
haben sie! In der Realität ist jedes Wirtschaftssubjekt individuell und frei in der Lage zu handeln. Die
Menschen verdienen unterschiedlich, arbeiten verschieden und konsumieren auch nach Belieben
(Budget-limitiert natürlich).

Wie aber sollte man die Wirtschaftsleistung der Volkswirtschaft bestimmen, wenn jede Person
einzeln aufgeführt wird?

Da das offensichtlich nicht möglich ist, hat man sich dazu entschieden gewisse Aggregate zu bilden.

Diese Aggregate werden auch Sektoren genannt.

Sektoren
Seit der Neuauflage des ESVG im Jahr 1995 gilt eine neue Einteilung der Sektoren. In der früheren
Aufteilung existierten faktisch nur die privaten Haushalte, die Unternehmen, der Staat und das
Ausland. In der neueren Einteilung wird stärker differenziert. Gerade aufgrund des starken
Wachstums der Finanzwirtschaft sind die finanziellen Kapitalgesellschaften hinzugekommen. Eine
genaue Aufteilung der neuen, bzw. alten Sektoren finden Sie in der folgenden Tabelle.
Neue Sektoren Wirtschaftseinheiten Bisherige Sektoren

Private Organisationen Gemeinnützige Organisationen, Private Haushalte inkl.


ohne Erwerbszweck Kirchen, Stiftungen, Vereine privater Organisationen ohne
Erwerbszweck
Private Haushalte Nichtselbstständige

Selbstständige Unternehmen

Einzelunternehmer

Finanzielle Banken, Versicherungen


Kapitalgesellschaften
Pensionskassen

Nichtfinanzielle (AG, GmbH, etc.)


Kapitalgesellschaften
(OHG, KG )

Öffentliche Krankenhäuser Staat

Staatliche Eigenbetriebe

Staat Bund, Länder und Gemeinden

Sozialversicherungsträger

Übrige Welt EU-Staaten, Drittländer Übrige Welt

Intern. Organisationen

Tabelle 1: Quelle: Huber, R.(2000) Systemwechsel im Volkswirtschaftlichen Rechnungswesen, WISU –


Das Wirtschaftsstudium, S. 640.

So sinnvoll die neue Einteilung in der Realität auch sein mag, gehen wir in unserem Kurs von der
eher modellhaften alten Einteilung aus und folgen damit dem, was an den meisten deutschen
Hochschulen gelehrt wird. Sollte der Fall eintreten, dass Sie die neue Einteilung beherrschen
müssen, müssen nur kleine Veränderungen am Modell vorgenommen werden, die Aussagen
bleiben dieselben. Wir unterstellen z.B., dass Haushalte keine eigene Produktion vornehmen, bis auf
jene natürlich, die für den eigenen Konsum bestimmt ist (Haus putzen, Marmelade machen, etc.).
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 1Einteilung der Sektoren


 2Einteilung der Sektoren
 3Einteilung der Sektoren
 4Neue Sektoreneinteilung
 5Neue Sektoreneinteilung Teil 2
 6Neue Sektoreneinteilung Teil 3

Einteilung der Sektoren

Aufgabe 1 von 6

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Seit der Neuauflage des ESVG im Jahr 1995 gilt eine neue Einteilung der Sektoren. In
der früheren Aufteilung existierten faktisch nur die Privaten Haushalte, die

Unternehmen, der   und das Ausland.

Lösen

Kreislaufanalyse
Vorlesen

Nachdem die Einteilung der Sektoren nun geschehen ist, kommt die Frage auf, inwieweit man
Ströme und Beziehungen zwischen den einzelnen Aggregaten definieren kann. Um sinnvolle
Beziehungen herleiten zu können, werden wir ein Grundmodell (einfacher Kreislauf) nehmen und
dieses Schritt für Schritt erweitern, bis wir am Ende im Kreislauf einer geschlossenen Volkswirtschaft
ankommen.

Um das Modell und die dazu gehörigen Ströme besser zu verstehen, werden wir zunächst die
Modell-Definitionen festlegen.

Daraus folgen diese Kapitelunterpunkte:


1. Modelldefinition
2. Einfacher Kreislauf
3. Erweiterter Kreislauf
4. Kreislauf mit Staat
5. Ströme in einer geschlossenen Volkswirtschaft

Modelldefinition
Vorlesen

Die folgende Kreislaufanalyse beinhaltet eine Vielzahl von Symbolen, welche zur Berechnung der
relevanten Größen notwendig sind. Uns ist bewusst, dass an verschiedenen Universitäten ggf.
abweichende Zeichen verwendet werden, die de facto aber dasselbe aussagen. Um Verwirrungen
vorzubeugend, definieren wir deshalb folgende Variablen:

Y: Produktion, Einkommen
C: Konsum
S: Ersparnis
I: Investition
T: Steuern
Tr: Transferzahlungen
Z: Subventionen
G: Staatsnachfrage
D: Abschreibungen

Um genauer differenzieren zu können, werden folgende Suffixe definiert:

H: Haushalte
U: Unternehmen
St: Staat
b: brutto
ind: indirekt

Sollten Sie für Ihre Prüfung andere Bezeichnungen können müssen, macht es u.U. Sinn, die o.g.
Symbole einmal auszudrucken und Ihre Bezeichnungen daneben zu schreiben. Die Bearbeitung des
Kurstextes sollte damit erleichtert werden.
 1Variablen des Modells
 2Variablen des Modells Teil 2

Variablen des Modells

Aufgabe 1 von 2

Bitte bilde Paare zwischen den Elementen auf der rechten und der linken Seite.

Y Investition

C Produktion, Einkommen

S Ersparnis

I Konsum

Lösen

Einfacher Kreislauf
Vorlesen

Grundlagen
Sinn aller Kreislaufanalysen ist es, die Verbindungen zwischen den einzelnen Sektoren darzustellen
und Stromgleichungen aufzustellen. Anhand von Kreislaufschemata können die Ströme dargestellt
werden.

Wichtig ist, dass eine ex Post Identität gilt oder anders ausgedrückt, dass von jedem der Pole genau
so viel rein- wie rausfließt. Wissenschaftlich formuliert bedeutet dies, dass die Wertsumme aller
herausfließenden Ströme betragsmäßig genau der Wertsumme aller hereinfließenden Ströme
entspricht. Diese Voraussetzung wird als Kreislaufaxiom bezeichnet. Bei Wirtschaftskreisläufen
unterstellen wir im Folgenden außerdem, dass das Preisniveau (P) auf den Wert 1 normiert ist,
sodass die nominelle Produktion auch der realen Produktion entspricht.
Die einfachste Form
Zunächst betrachten wir in diesem Kapitel isoliert die Beziehung zwischen den Haushalten und
den Unternehmen. Der Staat wird vorerst aus dieser Betrachtung ausgeschlossen.

Wir untersuchen die einzelnen Pole und versuchen, die Geldstromein-, bzw. Ausgänge festzustellen.

Beginnen wir mit den Haushalten.


Haushalte werden hier in idealisierter Form dargestellt. Es wird davon ausgegangen, dass die
Haushalte keine privaten Investitionen durchführen (Häuser kaufen, etc.). Es ist aber durchaus
möglich, dass ein Unternehmer in seinem Unternehmen Investitionen tätigt, aber am selben Tag als
"privater Haushalt" einkaufen geht. Somit ist es also üblich, dass Personen auch zu verschiedenen
Sektoren zugehörig sein können.

Die einfachste Form des Wirtschaftskreislaufs benötigt die zusätzliche Voraussetzung, dass keine
Kassenhaltung besteht!

Daraus ergeben sich folgende Ein- und Ausgänge:

Die Haushalte

HINWEIS

 erhalten von den Unternehmen ein Faktoreinkommen Y


 konsumieren Produkte, die von Unternehmen hergestellt werden in Höhe von C=Y

Die Unternehmen

HINWEIS

 erhalten Geld von den Haushalten für die produzierten Güter


 zahlen Faktoreinkommen

Daraus folgt folgender Kreislauf:


Einfacher Wirtschaftskreislauf

 1Kreislaufaxiom
 2Kreislaufaxiom
 3Kreislaufaxiom
 4Kreislaufaxiom
 5Kreislaufaxiom
 6Grundlagen
 7Einfacher Kreislauf
 8Einfacher Kreislauf
 9Einfacher Kreislauf

Kreislaufaxiom

Aufgabe 1 von 9

Was besagt das Kreislaufaxiom?

 
Jeder Pol muss mindestens einen Eingang und einen Ausgang haben.

 
Jeder Pol muss Ströme > 0 aufweisen.

 
Es gilt eine ex Post Identität der Wertsummen von Stromein- und Ausgängen.

Lösen

Erweiterter Kreislauf
Vorlesen

Gehen wir nun aber von der realistischeren Annahme aus, dass Unternehmen und private
Haushalte sparen können, ergeben sich einige Änderungen:

HINWEIS

Die Haushalte

 erhalten von den Unternehmen ein Faktoreinkommen Y


 konsumieren Produkte, die von Unternehmen hergestellt werden
 sparen den Teil des Faktoreinkommens, der nicht zum Konsumieren verwendet wird
S=Y−C

HINWEIS

Die Unternehmen

 erhalten Geld von den Haushalten für die produzierten Güter


 zahlen Faktoreinkommen
 erhalten Geld für Investitionen aus dem Vermögensänderungspool (wird im Folgenden noch
erläutert)
 sparen nicht verwendetes Geld, welches in den Vermögensänderungspool wandert

Der Vermögensänderungspool stellt einen Rechenposten dar, der die Spartätigkeiten von
Unternehmen und Haushalten auf die Investitionen der Unternehmen umlegen soll. So
unverständlich sich das anhört, gibt es auch eine einfache Erklärung. Die privaten Haushalte und
einige Unternehmen brauchen nicht alle ihre Geldmittel und sparen diese dann. Dieses Geld geht
dann, zumindest in diesem Modell, in den Vermögensänderungspool, den man gedanklich mit einer
Bank vergleichen kann. In diesem Pool wird (gedanklich!) das Geld gesammelt und die Unternehmen
bekommen dann dieses Geld für Investitionen, die Sie tätigen wollen.

Der Übersicht halber stellen wir auch diese Zusammenhänge in einer Grafik dar.
Erweiterter Wirtschaftskreislauf

Zusammenfassung
Auf der linken Seite der Gleichung finden sich immer die Zuflüsse, auf der rechten die Abflüsse.

MERKE
Stromgleichungen im erweiterten Wirtschaftskreislauf

 1MC 1
 2LK 1
 3LK 2
 4LK 3
 5LK 4
 6LK 5
 7LK 6
 8Erweiterter Kreislauf
 9Stromgleichungen

MC 1

Aufgabe 1 von 9

Welcher zusätzllicher Pol kommt bei der erweiterten Wirtschaftskreislaufdarstellung


hinzu?

 
Vermögensänderungspool

 
Inverstitionspool

 
Vermögenspool

Lösen
Kreislauf mit Staat
Vorlesen

Nimmt man nun an, dass auch der Staat aktiv in die Wirtschaft eingreift, was ja bekanntlich auch
durchaus der Realität entspricht, ergeben sich einige weitere Ströme.

HINWEIS

Der Staat:

 zahlt den Unternehmen für Produkte (Staatsnachfrage G)


 zahlt Subventionen Z an Unternehmen (Auch wenn in der Realität nur sehr wenige
Subventionen vorkommen, müssen diese dennoch in die Kreislaufanalyse mit einbezogen
werden.)
 erhält Steuerzahlungen TU von den Unternehmen
 zahlt Löhne an angestellte private Haushalte YHSt
 zahlt Transferleistungen an private Haushalte Tr
 erhält Steuerzahlungen TH von den privaten Haushalten
 spart (zumindest in der Theorie) Geld, welches in den Vermögensänderungspool fließt SSt
 erhält Geld aus dem Vermögensänderungspool für Investitionen ISt

Wie man sehen kann, ergeben sich durch die staatliche Aktivität eine Vielzahl von neuen Strömen.
Um hierbei den Überblick zu behalten, haben wir auch hier für Sie eine Grafik erstellt, um Ihnen die
Visualisierung der Ströme zu vereinfachen.
Erweiterter Wirtschaftskreislauf mit staatlicher Aktivität

Ausblick
Jetzt ist die Übersicht schon etwas größer geworden, als der einfache Wirtschafskreislauf in einem
der ersten Abschnitte. Eine gesamte Übersicht über die Stromgleichungen in einer geschlossenen
Volkswirtschaft finden Sie im nächsten Kapitel.

In einem nächsten Schritt könnte man jetzt von der geschlossenen in eine offene Volkswirtschaft
übergehen. An den meisten Universitäten in Deutschland wird das aber nicht gefordert, weshalb wir
hierauf auch nicht genau eingehen. Sollten Sie die Kreislaufanalyse in einer offenen Volkswirtschaft
vornehmen müssen, lassen sich mit wenigen simplen Schritten entsprechende Veränderungen
vornehmen.
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 1LK 1
 2LK 2
 3LK 3
 4Kreislauf mit Staat

LK 1

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Der Staat zahlt den   für Produkte (Staatsnachfrage G).

Lösen

Stromgleichungen in einer geschlossenen Volkswirtschaft


Vorlesen

Zur Übersicht und u.U. auch zum Ausdrucken, haben wir für Sie alle relevanten Stromgleichungen
in einer geschlossenen Volkswirtschafts noch einmal zusammengestellt.

METHODE

Es ist für Ihre Prüfung auf jeden Fall wichtig, dass Sie wissen, in welchen Positionen welche Ein- und
Ausgänge, bzw. Ströme relevant sind.
Auf der linken Seite finden sich die Zuflüsse, auf der rechten die Abflüsse.

Wirtschaftskreislauf mit staatlicher Aktivität

 Europäisches System der


Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung
(ESVG 1995)
Größen im ESVG
Vorlesen

Im ESVG gibt es einige verschiedene Volkswirtschaftliche Größen, auf die wir im Folgenden eingehen
wollen. Eine wichtige Unterscheidung besteht in der Klassifizierung der Größen. In diesem Kurs
werden wir im Besonderen zwischen den Haupt- und Nebenrechnungen differenzieren. Auf die
genauen Unterschiede wird im späteren Verlauf noch eingegangen, aber an dieser Stelle sei nur
folgende Aufteilung angemerkt:

Hauptrechnungen:
1. Entstehungsrechnung
2. Verwendungsrechnung
3. Verteilungsrechnung
Nebenrechnungen:
1. Input-Output Rechnung
2. Vermögensrechnung
3. Gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung
4. Außenwirtschaftsrechnung
5. Arbeitsvolumenrechnung
6. Einkommen für private Haushalte

 1LK1
 2LK2
 3Haupt- vs. Nebenrechnung

LK 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Im ESVG wird zwischen   und Nebenrechnungen unterschieden.

Lösen

Inlandskonzept vs. Inländerkonzept


Vorlesen

Bei allen Berechnungen und Größen, die in der VGR relevant sind, ergeben sich gewisse
Abweichungen zwischen zwei verschiedenen Berechnungskonzepten.

Die Berechnung der einzelnen VGR-Parameter können entweder nach dem Inländer-, oder nach
dem Inlandskonzept ermittelt und analysiert werden.
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Unterscheidung zwischen Inlandskonzept und


Inländerkonzept
Grundsätzlich ist eine Differenzierung zwischen den beiden Konzepten relativ simpel! Das
Inlandskonzept erfasst alle Daten, die sich innerhalb der Landes- oder Gebietskörperschaftsgrenzen
befinden. Bei diesem Konzept wird also analysiert, welcher Teil der Wirtschaft z. B. in Deutschland
von statten geht. Wenn Sie sich jetzt die Frage stellen, was genau damit gemeint ist, ist die Frage
berechtigt , da sich i.d.R. nur kleine Abweichungen zwischen den verschiedenen Konzepten ergeben.
Beim Inlandskonzept werden Grenzgänger, die z.B. in Frankreich wohnen, aber in Deutschland
arbeiten, hinzugezählt. Auf der anderen Seite zählen aber Deutsche, die in Frankreich oder anderen
Ländern arbeiten, nicht dazu. Das Gegenteil hierzu ist das Inländerkonzept, bei dem relevant ist, ob
Wirtschaftssubjekte, bzw. Produktionsfaktoren gebietsansässig sind.

MERKE

Beim Inlandskonzept zählen die Landesgrenzen, beim Inländerkonzept hingegen die Menschen!

 1LK1
 2LK2
 3MC 1
 4MC 2

LK 1

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die Berechnung der einzelnen VGR-Parameter können entweder nach dem Inländer-,

oder nach dem   ermittelt und analysiert werden.

Lösen

Berechnungen
Vorlesen
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Hauptrechnung BIP
Vorlesen

Der wohl wichtigste und größte Bestandteil der VGR dreht sich um die Berechnung des
Bruttoinlandsprodukts.

MERKE

Das Bruttoinlandsprodukt zeigt den Gesamtwert von Waren und Dienstleistungen innerhalb einer
Volkswirtschaft (abzüglich aller Vorleistungen aus dem In- und Ausland).

Wie bereits erwähnt, kann man die VGR auf drei verschiedene Weisen berechnen, die wir bereits in
einem vorigen Kapitel erwähnt haben. Um der Vollständigkeit Genüge zu tun, wollen wir diese hier
aber nochmal erwähnen:

1. Entstehungsrechnung
2. Verwendungsrechnung
3. Verteilungsrechnung

 1LK 1
 2LK 2
 3LK 3
 4LK 4

LK 1

Aufgabe 1 von 4

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Das    zeigt den Gesamtwert von Waren und Dienstleistungen innerhalb


einer Volkswirtschaft (abzüglich aller Vorleistungen aus dem In- und Ausland).

Lösen
Entstehungsrechnung
Vorlesen

Will man das BIP errechnen, bieten sich verschiedene Möglichkeiten. Da es darum geht, das
Produktionsvolumen zu berechnen, besteht die naheliegende Variante darin, die Summe aller
Produktionswerte zu bilden und davon die Vorleistungen (VL) abzuziehen. In Realität müsste dem
Produktionswert auch noch der Posten „Finanzserviceleistungen indirekte Messung“ (FISIM)
abgezogen werden, wir gehen hier aber von der vereinfachten Annahme aus, dass diese Leistungen
bereits abgezogen sind und somit nicht gesondert eingerechnet werden müssen. Weiterhin muss
bei dieser Rechnung der Saldo von Gütersteuern und Subventionen in die Rechnung eingebunden
werden.

Unter dem Produktionswert (PW) versteht man zum einen den Wert aller verkauften Güter aus
eigener Herstellung (alternativ auch gehandelte Ware), zum anderen aber auch
Bestandveränderung an Fertig-, oder Halbwaren.
Unter den Vorleistungen versteht man den Wert der verbrauchten Güter, die innerhalb einer
Periode von Inländern verbraucht wurden. Hierbei ist es egal, ob es sich im Importe oder um eine
Inlandsproduktion handelt.

Tind∗ und Z∗ stehen für Gütersteuern und Subventionen, also den Eingriff des Staats in die
Volkswirtschaft (zu Strömen vgl. voriges Kapitel „Kreislaufanalyse“).

MERKE

Aus diesen Überlegungen resultiert schließlich folgende Formel:

BIP(Entstehungsrechnung)=PW−VL+Tind∗−Z∗

HINWEIS

Aus der Entstehungsrechnung können Informationen bezüglich der Produktionsstruktur gewonnen


werden. Im Besonderen können hierbei z.B. Unterschiede zwischen Branchen aufgedeckt und
analysiert werden.
 1LK 1
 2MC 1
 3BIP - Entstehungsrechnung
 4Variablen BIP
 5Berechnung BIP

LK 1

Aufgabe 1 von 5

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Unter dem   (PW) versteht man zum einen den Wert aller verkauften Güter
aus eigener Herstellung (alternativ auch gehandelte Ware), zum anderen aber auch
Bestandveränderung an Fertig-, oder Halbwaren.

Lösen

Verwendungsrechnung
Vorlesen

Die Verwendungsrechnung ermittelt, für welche Zwecke das Bruttoinlandsprodukt ausgegeben


wurde.
Wichtige Positionen sind hier die Konsumausgaben der privaten Haushalt und des Staats. Wie Sie
bereits im Kapitel über die Kreislaufanalyse gelernt haben, spielen auch die Investitionen hier eine
große Rolle! In der Realität wird zwischen den Ausrüstungsinvestitionen, den Bauinvestitionen, den
sonstigen Anlagen und dem Nettozugang an Wertsachen unterschieden. In diesem Kurs wollen wir
aber der allgemeinen Lehre folgen und diese Investitionen unter dem Hauptpunkt
„Bruttoinvestitionen“ zusammenfassen. Anders als im Modell der Kreislaufanalysen macht es wenig
Sinn, das Ausland hier außen vor zu lassen, da die Änderungen gravierend wären! Daher ist es
notwendig, den Saldo von Exporten und Importen zu addieren. Wichtig ist, dass bei diesem Konzept
vom Inlandskonzept ausgegangen wird!

MERKE

Daraus ergibt sich dann folgende Gleichung:


BIP(Verwendungsseite)=C+G+Ib+EX−IM

HINWEIS

Besonders interessant an der Verwendungsrechnung ist, dass sie Aufschluss über die Nachfrage am
Inlandsprodukt geben kann. Man kann z.B. im Verlaufe der Zeit betrachten, wie sich der
Außenhandel oder das Konsumverhalten verändern.

 1LK 1
 2LK 2
 3LK 3

LK 1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

BIP(Verwendungsseite)=   +G+Ib+EX−IM
Lösen

Verteilungsrechnung
Vorlesen

Bei der Verteilungsrechnung geht es darum zu analysieren, wie das BIP des Landes verteilt ist.
Hierbei rechnet man sozusagen rückwärts. Man nimmt das BIP als Ausgangsgröße und errechnet,
wie es sich verteilt. Selbstverständlich kann man die Schritte auch andersherum vollziehen, um das
BIP zu errechnen. Da der Sinn dieser Analyse aber darin besteht, eine Verteilung zu bestimmen,
werden wir hier auch der allgemeinen Literatur folgen.

MERKE

Zunächst bestimmt man das Bruttonationaleinkommen, welches sich aus der Summe des BIP und
dem Saldo der Primäreinkommen mit der übrigen Welt (YEXIM) ergibt.
Yb=BIP+YEXIMBruttonationaleinkommen
Zieht man hiervon die Abschreibungen ab, kommt man auf das Nettonationaleinkommen:

Yn=Yb−DNettonationaleinkommen

Addiert man nun noch das Saldo von Steuern und Subventionen, kommt man zum
Volkseinkommen:

Y=Yn–Tind+ZVolkseinkommen

Darüber hinaus ist es auch möglich, das Volkseinkommen als Summe der Arbeitnehmerentgelder
(LE) und der Unternehmens- und Vermögenseinkommen (GE) zu betrachten.

Y=LE+GE

HINWEIS

Wie bereits erwähnt ist diese Rechnung gut dafür geeignet finanzielle Unterschiede in einer
Volkswirtschaft darzustellen und die Vermögensstruktur zu analysieren.

Im nächsten Abschnitt werden wir noch einmal eine kurze Zusammenfassung des letzten Kapitels
für Sie bereitstellen!

 1LK1
 2LK2
 3LK3

LK1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Yb=BIP+YEXIM    ( )
Lösen

Gesamtübersicht
Vorlesen

I. Entstehungsrechnung II. Verwendungsrechnung


Private Konsumausgaben
Produktionswert
+ Konsumausgaben des Staates
- Vorleistungen (einschließlich
FISIM) + Ausrüstungsinvestitionen

= Bruttowertschöpfung + Bauinvestitionen

+ Gütersteuern + Sonstige Anlage

- Gütersubventionen + Vorratsänderung und Nettozugang an Wertsachen

+ Exporte von Waren und Dienstleistungen

- Importe von Waren und Dienstleistungen

= Bruttoinlandsprodukt

+ Saldo der Primäreinkommen mit der übrigen Welt

= Bruttonationaleinkommen

- Abschreibungen

III. Verteilungsrechnung

= Nettonationaleinkommen (Primäreinkommen)

- Produktions- und Importabgaben an den Staat

+ Subventionen vom Staat

= Volkseinkommen

- Arbeitnehmerentgelt

= Unternehmens und Vermögenseinkommen

Tabelle 2: Quelle Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung


(2005):„Die Chancen nutzen – Reformen mutig voranbringen, Jahresgutachten 2005/06, Statistischer
Anhang“
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MERKE

Daraus resultieren folgende Gleichungen für die Hauptrechnungen:

BIP(Entstehungsrechnung)=PW−VL+Tind∗−Z∗

BIP(Verwendungsseite)=C+G+Ib+EX−IM

BIP(Verteilungsseite)=Y−Z+Tind+D−YEXIM

Unter Umständen ist es sinnvoll, diese Seite einmal auszudrucken, um sich das Schema zu
verinnerlichen.

 1LK1
 2LK 2
 3LK 3

LK1

Aufgabe 1 von 3

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

BIP( )=PW−VL+Tind∗−Z∗
Lösen

Beispielrechnung - Aufgabe
Vorlesen

Konsumausgaben des Staates 2000

Subventionen vom Staat 700

Exporte 1000

Importe 600

Vorleistungen (einschließlich FISIM) 1000


Abschreibungen 600

Private Konsumausgaben 3500

Produktions- und Importabgaben an den Staat 600

Bruttoinvestitionen 700

Gütersteuern 250

Gütersubventionen 120

Arbeitnehmerentgelt 4300

Saldo der Primäreinkommen mit dem Rest der Welt -80

a) Berechne das Bruttoinlandsprodukt

b) Berechne das Bruttonationaleinkommen

c) Berechne das Nettonationaleinkommen

d) Berechne das Volkseinkommen

Beispielrechnung - Lösung
Vorlesen

a) Hier muss zunächst das BIP berechnet werden.


BIP=C+I+G+EX−IM
BIP=3500+700+2000+1000–600=6600
b) Um das Bruttonationaleinkommen zu bestimmen, gehen wir von der bekannten Formel aus:
Yb=BIP+YEXIM
Yb=6600+(−80)=6520
c) Ausgehend vom Bruttonationaleinkommen können wir auch das Nettonationaleinkommen
bestimmen

Yn=Yb−D
Yn=6520–600=5920
d) Schließlich folgt noch das Volkseinkommen:

Y=Yn−Tind+Z
Y=5920−250+120=5790
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Nebenrechnungen
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Nachdem Sie nun die Hauptrechnung in der VGR kennengelernt haben, möchten wir auch kurz
einmal anreißen, welche weiteren Rechnungen in der VGR möglich sind. Auf keine der Rechnungen
werden wir quantitativ eingehen, da ein qualitatives Verständnis der Rechnungen ausreichen sollte.

Input-Output Rechnung

Die Input-Output Rechnung ist jene, die die größte Nähe zur BIP-Berechnung aufweist. Bei dieser
Rechnung werden die güter- und produktionsmäßigen Verflechtungen zwischen verschiedenen
Produktionsbereichen dargestellt und deren Anteile an der gesamten Produktion ermittelt.

Vermögensrechnung

Die Vermögensrechnung soll mithilfe der Daten des Statistischen Bundesamtes und der Deutschen
Bundesbank einen Einblick in die Aufteilung der Vermögensgegenstände ermöglichen. Sie
unterscheidet auch zwischen den Beständen an Sachgütern, Forderungen und Verbindlichkeiten,
um ein möglichst gutes Bild des Vermögens innerhalb einer Volkswirtschaft abzubilden.

Finanzierungsrechnung

Bei der Finanzierungsrechnung (auch gesamtwirtschaftliche Finanzierungsrechnung genannt)


handelt es sich um eine ex-post Analyse, die die Geldvermögensänderungen der einzelnen Sektoren
analysiert. Hierbei werden die Einzahlungsüberschüsse den Defiziten gegenübergestellt. Das
Ausland wird hierbei zwangsweise auch mit einbezogen, wobei natürlich auch Wechselkurse zu
beachten sind.

Privateinkommen

Die Ermittlung die Privateinkommen ist verhältnismäßig sehr einfach, da hierbei einfach nur die
privaten Haushalte aufgeteilt werden in Selbstständige, Arbeitnehmer und nichterwerbstätige
Haushalte und deren Einkommen angegeben wird.
Arbeitsvolumenrechnung

Die Arbeitsvolumenrechnung ermittelt die Anzahl von Arbeitnehmern und Selbstständigen und
somit indirekt auch die Arbeitslosigkeit.

Außenwirtschaftsrechnung

Die Außenwirtschaftsrechnung analysiert alle Ströme zwischen In- und Ausländern innerhalb einer
betrachteten Periode. Die Zahlungsbilanz zwischen In- und Ausland stellt hierbei die wichtigste
Größe dar, da sie die Kreditbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Ländern darstellt.

 1LK 2
 2LK 5
 3LK 6
 4LK 4
 5LK 1
 6LK 3
 7LK 7
 8LK 8

LK 2

Aufgabe 1 von 8

Bitte die Lücken im Text sinnvoll ausfüllen.

Die Input-Outputrechnung ist jene, die die größte Nähe zur BIP-Berechnung aufweist.
Bei dieser Rechnung werden die güter- und produktionsmäßigen Verflechtungen

zwischen verschiedenen   dargestellt und deren Anteile an der gesamten


Produktion ermittelt.
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 Kritik an der VGR
Nicht erfasste Arbeiten
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Ein großes Problem bei der Errechnung aller Kennzahlen, die aus der Volkswirtschaftlichen
Gesamtrechnung resultieren, besteht darin, dass einige Ungenauigkeiten entstehen. Ein großes
Problem besteht darin, dass dem Ziel (der Produktionsvolumenberechnung) nicht exakt Genüge
getan wird, da viele Arbeiten systematisch nicht erfasst werden.

BEISPIEL

Eine Frau (oder auch ein Mann - um der Gleichberechtigung Genüge zu tun), die das Haus pflegt, das
Essen kocht, die Wäsche wäscht, den Rasen mäht, die Kinder großzieht, etc. (diese Arbeiten sollten
unter keinen Umständen unterschätzt werden!) geht in die Rechnung nicht mit ein, da Produkte, die
für den eigenen Verbrauch hergestellt werden, in der Berechnung nicht berücksichtigt werden.

Darüber hinaus gibt es noch eine andere Arbeit, bei der kein offensichtlicher Zahlungsstrom zu
erkennen ist. In der sog. Schattenwirtschaft (zum größtem Teil Schwarzarbeit) werden Zahlungen
bzw. Produkte nicht mit einbezogen, da es sich nicht um offene, sondern schattenwirtschaftliche
Vorgänge handelt.

BEISPIEL

B. Trüger baut am schönen Rhein ein Haus und beschäftigt E. Langfinger und seinen Sohn B. Trüger
Junior. Die drei arbeiten fleißig und B. Trüger bezahlt seine Arbeiter in bar und ohne dies dem Fiskus
anzugeben. Diese Produktion wird in der Berechnung des BIP somit nicht erfasst, obwohl sie in der
tatsächliche Produktionsvolumen beeinflussen.

 1MC 1
 2LK 1
 3LK 2
MC 1

Aufgabe 1 von 3

Was ist KEIN Problem, das zur Erfassungsungenauigkeit führt?

Schwarzarbeit

Die unterschiedlichen Steuersätze in unterschiedlichen Regionen

Herstellung von Produkten für den eigenen Konsum

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Erfassungsungenauigkeit
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Das letzte große Problem, welches wir hier im Kurs behandeln wollen, handelt von den
Ungenauigkeiten, die bei der Erfassung der relevanten Daten bestehen. Will man die
entsprechenden Kennzahlen der VGR ermitteln, gelingt dies nur fehlerfrei, wenn auch das
ursprüngliche Datenmaterial nicht von Fehlern belastet ist. So ist es leider nicht möglich, alle Daten,
die notwendig sind, exakt zu erfassen und man ist i.d.R. dazu genötigt, Schätzungen vorzunehmen,
um möglichst realitätsgetreues Bild der Volkswirtschaft zu bekommen. Große Probleme entstehen
hierbei z.B., wenn Unternehmen aufgrund ihrer Größe nicht dazu verpflichtet sind, Auskunft über
bestimmte Daten zu geben (was de facto den größten Teil der Unternehmen in z.B. Deutschland
ausmacht!)

Darüber hinaus gibt es auch verschiedene statistische Erfassungsstellen, die unterschiedliche


Positionen verschieden aggregieren. Mit dem ESVG gibt es zwar relativ einheitliche Vorgaben, es ist
allerdings durchaus noch ein Spielraum für verschiedene Aggregationen vorhanden. Es ist leider
nicht möglich, die Ungenauigkeiten komplett zu vermeiden, da es sich um ein sehr komplexes
Rechensystem handelt.

MERKE

„Die Ungenauigkeit der Inlandsproduktzahlen werden oftmals auf eine Größenordnung von etwa drei
Prozent geschätzt.“

( Frenkel/John (2003), Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, S. 110)

Diese Ungenauigkeit muss leider hingenommen werden, obwohl regelmäßig versucht wird, diese zu
verringern.

 1MC 1
 2LK 1
 3LK 2

MC 1

Aufgabe 1 von 3

Auf wie viel Prozent wird die Ungenauigkeit bei der BIP-Berechnung häufig geschätzt?

4%

3%

5%

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