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Kapitel 2

Gibt es eine Seele in einem Körper ?

Nachdem erkannt wurde, dass Wahrnehmung, Bewusstsein nicht vom Gehirn erzeugt
werden kann, entsteht meistens die Vorstellung dass Bewusstsein ein nicht
materieller Geist oder eine Seele ist, welche sich in einem materiellen Körper befindet
und diesen kontrolliert.

Das kann jedoch auch nicht wahr sein, da, wie schon im Kapitel 6 erwähnt, die
Gehirnforschung bewiesen hat, dass das Bewusstsein keinen Einfluss auf die Aktionen
des Körpers hat.

Der Neurophysiologe Benjamin Libet hat bereits 1979 mit Experimenten, welche von
andern wiederholt und bestätigt wurden, festgestellt, dass das Gehirn, bereits eine
halbe Sekunde bevor im Bewusstsein die Entscheidung fällt etwas zu tun, die
entsprechende Aktion in die Wege geleitet und durchgeführt hat.

Die Wahrnehmung ist ebenfalls um eine halbe Sekunde verzögert. Somit scheint
bewusste Entscheidung und Handlung beinahe gleichzeitig zu geschehen. Tatsächlich
geschah die Handlung bereits eine halbe Sekunde bevor die Idee dazu im
Bewusstsein erschien.

Das beweist zweifelsfrei, dass Bewusstsein, Geist, Seele, nicht den Körper
kontrolliert, sondern im besten Falle im nachhinein mitkriegt, was bereits geschehen
ist.

Somit ist die Theorie einer individuellen Seele, welche einen Körper kontrolliert und
für dessen Handlungen verantwortlich ist widerlegt. Das trifft auch auf die Idee des
freien Willens, des Karma, der Sünde, der Beeinflussung der äußeren Realität mittels
Gedanken, der ständigen Entwicklung der Seele durch lernen und ähnliche religiöse
und esoterische Theorien zu.

Tatsache ist, es gibt keine Möglichkeit in das Geschehen einzugreifen. Alles geschieht
ohne das Zutun einer persönlichen, individuellen Seele, Geist, Bewusstsein!

Ist das Bewusstsein nur ein Beobachter, der gezwungen ist die Handlungen des
materiellen Körpers mitzuerleben? Oder liegen die Dinge doch völlig anders?

Untersuchen wir einmal woraus dieser angeblich materielle Körper besteht. Die
Wissenschaft ist auf diesem Bereich auch schon weit vorgedrungen. Die derzeit
kleinsten bekannten Elementarteilchen, aus denen alles besteht, haben einige sehr
interessante Eigenschaften. Die interessanteste von ihnen ist, dass sie nur existieren,
wenn man sie wahrnimmt!

Vor dieser Entdeckung ging man davon aus, dass es eine objektive vom Beobachter
unabhängige Realität gibt. Ein Tisch ist ein Tisch, ob ich ihn gerade sehe und berühre,
oder nicht.

Die Quantenphysik beweist jedoch, dass dem nicht so ist. Tatsächlich gibt es nur ein

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Wahrscheinlichkeitsfeld welches nur im Augenblick der Wahrnehmung eine


bestimmte Form annimmt. Das ist wohl nicht ganz das, was wir uns bisher unter
fester Materie vorgestellt haben, dass die Dinge nur dann auftauchen, wenn sie
wahrgenommen werden und sonst wieder verschwinden.

Ein materieller Körper besteht natürlich auch aus diesen Elementarteilchen und
unterliegt denselben Gesetzmäßigkeiten. Das bedeutet der Körper existiert nur,
wenn er wahrgenommen wird.

Dann können aber nicht die Sinne eines Körpers für die Wahrnehmung verantwortlich
sein. Das bedeutet, dass Wahrnehmung ein völlig anderes Phänomen ist und nichts
mit einem Körper zu tun hat.

Die Welt existiert nur weil sie wahrgenommen wird! Der Akt der Wahrnehmung
erschafft die Welt jeden Augenblick neu. Was also ist dieser geheimnisvolle Prozess
der Wahrnehmung? Alles was wahrgenommen wird inklusive des Körper wird durch
diesen Prozess erschaffen und kann nicht seine Ursache sein.

Das bedeutet die Ursache muss im nicht wahrnehmbaren Bereich liegen. Gibt es so
etwas überhaupt? Forschungsergebnisse auf den Gebieten der Quantenphysik und
der Kosmologie sagen ja.

Es gibt den sogenannten Quantenflux. Das bedeutet die Elementarteilchen


erscheinen aus dem Nichts, dem nicht wahrnehmbaren Bereich, und verschwinden
wieder und das geschieht jeden Augenblick. Die Welt wird andauernd aus dem
Nichts erschaffen, wieder aufgelöst und neu erschaffen.

In der Kosmologie gibt es Parallelen. Stephen Hawkins hat bewiesen, dass der
Urknall aus einem schwarzen Loch, einer sogenannten Singularität, dem nicht
wahrnehmbaren Bereich, erfolgte. Alles was nach dem Urknall passiert ist, musste
genau so ablaufen, wie es geschehen ist. Die einzige Ursache ist jene, welche den
Urknall verursacht hat, alles weitere war nur eine Auswirkung dieser einen Ursache.

Was weiß die Wissenschaft über den nicht wahrnehmbaren Bereich? Hier sind fast
nur mehr Negativaussagen möglich. Man weiß, was es nicht ist. In diesem Bereich
gelten keine der bekannten Naturgesetzte. Es gibt dort weder Raum, Zeit, Energie,
noch Materie.

Daher gibt es dort auch keine Trennung. Da ist nur Eines. Und dieses Eine ist die
einzige Ursache, für alles was ist! Jede Wahrnehmung, jedes Erleben wird von dem
Einen erschaffen. Das Eine selbst ist nicht erforschbar. Es ist nur durch seine Wirkung
erkennbar.

Wie erschafft also das Eine das Erleben? Lässt es tatsächlich aus dem Nichts
Elementarteilchen erscheinen und wieder verschwinden um damit Welten und Körper
aufzubauen? Das kann auch nicht wahr sein. Dann gäbe es kein Erleben. Teilchen
können nicht wahrnehmen. Körper können auch keine Wahrnehmung erzeugen.

Das Eine muss Bewusstsein erschaffen. Sonst wäre Wahrnehmung nicht möglich.
Was also ist Bewusstsein? Es existiert nur, wenn etwas wahrgenommen wird. Im
Tiefschlaf gibt es kein Bewusstsein. Umgekehrt wie vorher laut Quantenphysik
bewiesen, existiert etwas nur wenn es wahrgenommen wird.

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Daher ist es unmöglich Wahrnehmung in einen Wahrnehmenden und etwas


Wahrgenommenes zu trennen. Das eine kann ohne das andere nicht existieren. Was
du in diesem Augenblick als „ich“ erlebst, ist die Summe deiner augenblicklichen
Wahrnehmungen. Ohne sie würdest du nicht existieren. Und da gibt es nichts außer
deiner Wahrnehmung. Du bist die Wahrnehmung. Es gibt nichts außerhalb von dir.
Die Wahrnehmung ändert sich ständig, denn nur Veränderung ist wahrnehmbar.

Es kann also keinen Wahrnehmenden geben. Daher scheidet die Theorie mit der Seele
aus. Ebenso kann es nichts Wahrgenommenes geben. Daher scheidet die Theorie
einer materiellen Welt mit Körpern aus.

Kapitel 3

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