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Das Urteil über Frauen, die Goldringe tragen

(Übersetzt von Umm Djumâna – Muslima.de.ms)

Frage:

Einige Frauen unter uns sind irritiert wegen der Fatwa des Gelehrten Muhammad Nâsir
al-Dîn al-Albâni, dem Muhaddith (Hadîth-Gelehrten) von Syrien, in seinem Buch Adâb al-
Zafâf (Die Etiketten der Heirat und Hochzeit) bzgl. des generellen Verbots des Tragens
von Goldringen. Es gibt Frauen, die aufgegeben haben, diese zu tragen, und sie
bezeichnen die Frauen, die sie tragen, als fehlgeleitet und andere in die Irre führend.
Was sagen Sie speziell über das Tragen von Goldringen? Wir brauchen dringend Ihren
Beleg und Fatwa, weil diese Sache außer Kontrolle geraten ist. Möge Allâh Ihnen
vergeben und Ihr Wissen um ein Vielfaches vermehren.

Antwort:

Alles Lob gebührt Allâh.

Es ist Frauen erlaubt, Gold zu tragen, in Form von Ringen und auf andere Weise, wegen
der allgemeinen Bedeutung der Âyah (ungefähre Bedeutung):

„(Ist es) etwa einer, der im Glanz (Seide und Gold tragend, d.h. Frauen)
aufgezogen wird und nicht beredt im Wortstreit ist?“ [al-Zukhruf 43:18],

wo Allah erwähnt, dass das Tragen von Schmuck eine Eigenschaft der Frauen ist; dies
umfasst Gold und andere Dinge. Und Ahmad, Abu Dawâd und al-Nasâ’i berichteten mit
einem jayyid Isnâd von Amir al-Mu’minîn ‘Ali ibn Abi Tâlib (Möge Allâh mit ihm zufrieden
sein): „Diese beiden [Gold und Seide] sind für die Männer meiner Ummah verboten.“ Ibn
Mâjah fügte in einer anderen Überlieferung hinzu: „und für Frauen erlaubt.“

Es wurde von Ahmad und al-Nasâ’i berichtet, und von al-Tirmidhi, der es als sahîh
eingestuft hat, und von Abu Dawûd, und von al-Hâkim, der es als sahîh eingestuft hat,
und bei al-Tabarâni, und bei Ibn Hazm als sahîh eingestuft, von Abu Musa al-Ash’ari
(Möge Allâh mit ihm zufrieden sein), dass der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien
auf ihm) sagte:

„Gold und Seide sind für die Frauen meiner Ummah erlaubt, und für die Männer
verboten.”

Es wurde kritisiert, dass es dort eine Lücke [im Isnâd] gibt zwischen Sa’îd ibn Abi Hind
and Abu Mûsa, aber es gibt keine zuverlässigen Beweise dafür. Wir haben oben
diejenigen erwähnt, die es als sahîh eingestuft haben. Selbst wenn wir annehmen, dass
die besagte Kritik gültig ist, wird es noch durch andere sahîh Ahadîth unterstützt, wie es
der wohlbekannte Grundsatz unter den Hadîth-Imâmen ist.

Dies war die Ansicht der Gelehrten der Salaf. Mehr als einer von ihnen berichteten, dass
es eine Übereinstimmung (Ijmâ’) gab, dass es für Frauen erlaubt ist, Gold zu tragen. Wir
werden die Ansichten von einigen von ihnen aufführen, um die Sache klarer zu machen.
Al-Jassâs sagte in seinem Tafsîr (Bd. 3, S. 388) in seiner Abhandlung über Gold: „Die
Überlieferungen, die vom Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) und von
den Sahâbah berichtet wurden, die angeben, dass es für Frauen erlaubt ist, sind klarer
und bekannter als die Berichte, die andeuten, dass es nicht erlaubt ist. Die Beweise der
Âyah [er bezieht sich auf die Âyah, die wir oben zitiert haben] zeigen ebenso an, dass es
für Frauen erlaubt ist.

Der Brauch von Frauen, Schmuck zu tragen, ist seit der Zeit des Propheten (Frieden und
Segen Allâhs seien auf ihm) und der Sahâbah bis zum heutigen Tag weit verbreitet, ohne
dass jemand dafür verurteilt wurde, der dies tat. Solch ein weit verbreiteter Brauch kann
nicht auf Grund einiger âhâd Überlieferungen abgelehnt werden.“

Ilkiya al-Harrâsi sagte in Tafsîr al-Qur’ân (Bd. 4, S. 391), in seinem Kommentar zur Âyah
„einer, der im Glanz aufgezogen wird“ [al-Zukhruf 43:18 – ungefähre Bedeutung]:

„Dies zeigt, dass Schmuck für Frauen erlaubt ist. In diesem Punkt ist die
Übereinstimmung (Ijmâ’) der Gelehrten bewiesen, und die Berichte diesbezüglich sind
unzählig.“

Al-Bayhaqi sagte in al-Sunan al-Kubrâ (Bd. 4, S. 142), als er einige der Ahadîth
erwähnte, die darauf hinweisen, dass Gold und Seide für Frauen erlaubt sind, ohne die
Texte im Detail zu besprechen:

„Diese und ähnliche Berichte zeigen, dass es für Frauen erlaubt ist, sich mit Gold zu
schmücken. Die Tatsache, dass es darin eine Übereinstimmung gibt, dass es für sie
erlaubt ist, geben zu erkennen, dass die Berichte, die besagen, dass es für Frauen harâm
ist, außer Kraft gesetzt wurden.“

Al-Nawawi sagte in al-Majmû’ (Bd. 6, S. 40):

„Die Muslime haben einstimmig entschieden, dass es für Frauen erlaubt ist, verschiedene
Arten von Schmuck aus Silber, Gold und Seide zu tragen, wegen der sahîh Ahadîth.“

Er sagte außerdem (Bd. 6, S. 40):

„Die Muslime sind sich darin einig, dass es für Frauen erlaubt ist, verschiedene Sorten
von Schmuck zu tragen, sowohl Silber als auch Gold, in allen Formen, wie Ketten, Ringe,
Armbänder, Armreifen, und alles, was am Hals und anderswo getragen wird, und alles,
was normalerweise getragen wird. Es gibt in dieser Angelegenheit überhaupt keine
Debatte.“

Er sagte in seiner Erläuterung zum Sahîh Muslim, im Kapitel über das Verbot von
Goldringen für Männer, und die Außerkraftsetzung dessen, dass sie erlaubt sind, was am
Anfang des Islams bestand:

„Die Muslime sind sich darin einig, dass Goldringe für Frauen erlaubt sind.“

Al-Hâfiz Ibn Hajar (Möge Allah barmherzig mit ihm sein) sagte in seinem Kommentar
zum Hadîth von al-Barâ’ – „Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) verbot
sieben Dinge, er verbot Goldringe...“ – (Bd. 10, S. 317):

„Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) verbot Goldringe oder das
Herstellen von Ringen aus Gold nur für Männer, nicht für Frauen. Es wurde berichtet,
dass es unter den Gelehrten eine Übereinstimmung bezüglich dessen, dass sie für Frauen
erlaubt sind, gibt.“

Die Tatsache, dass Gold im Allgemeinen für Frauen erlaubt ist, ob es zu Ringen geformt
ist oder nicht, wird durch die zwei Ahadîth, die oben zitiert wurden, und durch die
Ausführungen der Gelehrten, die oben aufgeführt sind, bestätigt, und durch die
Übereinstimmung der Gelehrten, dass die folgenden Ahadîth akzeptiert werden müssen:

1 – Der Hadîth, der von Abu Dawûd und al-Nasâ’i von ‘Amr ibn Shu’ayb von seinem Vater
von seinem Großvater berichtet wurde, dass eine Frau zum Propheten (Frieden und
Segen Allâhs seien auf ihm) kam mit einer ihrer Töchter, an deren Hand sich zwei
schwere Armreifen aus Gold befanden. Er sagte: „Bezahlst du Zakâh dafür?“ Sie sagte:
„Nein.“ Er sagte: „Wärest du glücklich, wenn Allâh dir dafür am Tag der
Wiederauferstehung zwei Armreife aus Feuer geben würde?“ Also nahm sie sie ab und
warf sie dem Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) zu, indem sie sagte:
„Sie sind für Allâh und Seinen Gesandten.“ Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien
auf ihm) erklärte ihr die Verpflichtung, für die zwei erwähnten Armreifen Zakâh zu
zahlen, aber er tadelte sie nicht dafür, dass sie sie ihrer Tochter angelegt hatte. Dies
weist darauf hin, dass es erlaubt ist, obwohl sie die Form von Kreisen hatten. Der Hadîth
ist sahîh und sein Isnâd ist jayyid, wie von al-Hâfiz in al-Bulûgh dargelegt wurde.

2 – Es wurde in Sunan Abi Dawûd mit einem sahîh Isnâd von ‘Â’ishah (möge Allâh mit ihr
zufrieden sein) berichtet, dass sie sagte: „Einige Schmucksachen kamen als Geschenk
vom Negus (dem Herrscher Abessiniens) zum Propheten (Frieden und Segen Allâhs seien
auf ihm), als ein Geschenk für ihn. Es enthielt einen Goldring, in den ein abessinischer
Stein eingesetzt war. Der Gesandte Allâhs (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm)
nahm ihn zögernd mit einem Stock oder mit seinen Fingern auf, dann rief er Umâmah,
die Tochter von Abu’l-‘Âs und seine Tochter Zaynab. Er sagte: ‚Schmücke dich damit, o
meine Tochter.’“ Der Prophet (Frieden und Segen Allâhs seien auf ihm) gab Umâmah
einen Ring, der aus einem Kreis aus Gold geformt war, und sagte: „Schmücke dich
damit.“ Dies weist darauf hin, dass Gold, das zu einem Kreis geformt ist, auf der Basis
dieser Überlieferung erlaubt ist.

Abu Dawûd und al-Darâqutni berichteten, und al-Hâkim stufte ihn als sahîh ein, wie in
Bulûgh al-Marâm aufgeführt, einen Bericht von Umm Salamah (möge Allâh mit ihr
zufrieden sein), dass sie gewöhnlich Fußkettchen aus Gold trug. Sie sagte: „O Gesandter
Allâhs, ist dies Kanz (gelagerter Reichtum)?“ Er sagte: „Wenn du die Zakâh dafür zahlst,
ist es kein Kanz.“

In Bezug auf die Ahadîth, die den Frauen das Tragen von Gold zu verbieten scheinen, so
sind diese shâdhdh (“sonderbar”), und widersprechen denjenigen, die sahîh und stärker
sind. Die Hadîth-Imâme haben festgelegt, dass, was in den Ahadîth mit jayyid Isnâds
gesagt wird, aber gegen Ahadîth, die mehr sahîh sind, geht, und damit nicht unter einen
Hut gebracht werden kann, und die Chronologie ist nicht bekannt, solche Berichte sind
als shâdhdh (“sonderbar”) und unzuverlässig zu betrachten, und ihnen sollte nicht gefolgt
werden. Al-Hâfiz al-‘Irâqi (Möge Allâh mit ihm zufrieden sein) sagte in al-Alfiyyah:

„Ein shâdhdh (“sonderbarer”) Bericht ist einer, in dem eine thiqah (vertrauenswürdige)
Person etwas sagt, was gegen die Mehrheit geht.

Al-Hâfiz Ibn Hajar sagte in al-Nukhbah:

„Wenn dem etwas widerspricht, was richtiger ist, sollte der richtige Bericht angenommen
werden und derjenige, der ihm widerspricht, ist shâdhdh (“sonderbar”).“

Sie legten außerdem fest, dass die Bedingung für einen sahîh Hadîth, um akzeptiert zu
werden, darin besteht, dass er nicht shâdhdh (“sonderbar”) sein darf. Es besteht kein
Zweifel darin, dass die Ahadîth, die aussagen, dass Gold für Frauen harâm ist, selbst
wenn wir akzeptierten, dass ihre Isnâds frei von Fehlern sind, mit den sahîh Ahadîth nicht
übereinstimmen, welche besagen, dass Gold für Frauen erlaubt ist, wenn wir nicht
wissen, welche Berichte zuerst kamen. So müssen sie nach dem shar’i Grundsatz, der
von den Gelehrten akzeptiert wird, als shâdhdh und nicht als sahîh betrachtet werden.
Was unser Bruder ‘Allâmah Sheikh Muhammad Nâsir al-Din al-Albâni in seinem Buch
Adâb al-Zafâf aufgeführt hat, als er diese Berichte mit den Ahadîth, die Gold für Frauen
erlauben, unter einen Hut brachte, indem er es so interpretierte, dass das Verbot sich auf
Gold bezieht, das in Form von Kreisen ist und sich die Erlaubnis auf andere Arten von
Schmuck bezieht, ist nicht richtig und stimmt nicht mit den Ahadîth überein, die besagen,
dass Gold erlaubt ist, weil die Ahadîth Ringe erlauben, die in Form eines Kreises sind, und
weil sie Armreifen erlauben, die in Form eines Kreises sind. Also wird das, was wir
erwähnt haben, klar. Außerdem sind die Ahadîth, die besagen, dass Gold erlaubt ist,
allgemein und in der Bedeutung nicht eingeschränkt. Daher müssen wir ihnen folgen,
weil ihre Bedeutung allgemein ist, und weil ihre Isnâds sahîh sind. Dies wird von den
Überlieferungen unterstützt, die von einer Gruppe Gelehrter berichtet wurden, dass es
eine Übereinstimmung darin gab, dass die Ahadîth, die andeuten, dass Gold verboten ist,
außer Kraft gesetzt wurden, wie wir oben aus ihnen zitiert haben. Dies ist zweifellos die
Wahrheit. Daher kann die Verwirrung beseitigt werden, und das Urteil der Sharî’ah wird
klar: Es gibt keinen Zweifel daran, dass Gold den Frauen dieser Ummah erlaubt und den
Männern verboten ist.

Und Allah ist die Quelle der Kraft. Alles Lob gebührt Allâh, dem Herrn der Welten, und
möge Allâh Segen und Frieden auf unseren Propheten Muhammad und seine Familie und
Gefährten senden.

Quelle: Islam-QA.com (Frage Nr. 11886)