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Wege in die Zukunft – Herausforderungen für

Fachverlage 2010/2013
(Studie von Steinröder Publishing Consulting)

Zur Methode:
20 Fachverleger wurden in Telefoninterviews befragt; Fachverlag aller
Größenordnungen; in Wissenschaftsverlage, Fachzeitschriftenverlage und
Fachverlage mit gemischtem Portfolio unterteilt

1) Zusammenfassung
• 2009 als leicht positives Jahr für Wissenschaftsverlage
• Erwartung eines Umsatzrückganges für 2010 (Grund:
Wirtschaftskrise wirkt sich erst jetzt auf Bibliotheksbudgets aus)
• Anteil digitaler Produkte bei meisten Verlagen 5%; bei
Wissenschaftsverlagen deutlich höher; Erwartung von
Wissenschaftsverlagen: Umsatzanteil digitaler Produkte von 30-40%
in 2013
• Mittel- und langfristig: sehr hohe Bedeutung der
Personalentwicklung
• Digitalisierung der Treiber fast aller Marktveränderungen
• Steigende Bedeutung hochwertiger Printwerbung (Unterstützung
von Imagekampagnen)
• Online-Werbung wird immer wichtiger (über eigene Kanäle)
• Neue Geschäftsfelder bringen nur geringe Deckungsbeiträge,
erfordern aber hohe Investitionen
 Profitabilität immer schwieriger
 Gewinnsteigerung nur über zunehmende Effizienz
• Schwächen der Fachverlage: zu konservativ, nicht für Neues offen,
zu geringe Veränderungsgeschwindigkeit, zu geringe
Innovationsfähigkeit, fehlendes digitales Know-how, mangelnde
Kooperationsbereitschaft

2) Strategische Handlungsfelder
• Produktentwicklung und Personalentwicklung (v.a. elektronisches
Publizieren und Führungskräfteentwicklung)
• Kooperationen

3) Geschäftsentwicklung 2009
• Leicht positives Printgeschäft
• Gute Entwicklung bei wissenschaftl. Zeitschriften
• Teilweise deutliche Zugewinne bei digitalen Angeboten
• Teilweise deutliche Umsatzrückgänge beim Lehrbuchmarkt
• Zunehmende Verschiebung der Anzeigenbudgets von Print zu Online
• Weitere Konsequenzen der Verlage: Sparmaßnahmen (kurzfristig)

4) Erwartete Marktveränderungen
• Abnahme der Bedeutung der Printmedien
• Gefährdung der bisherigen Geschäftsmodelle
• Bedeutungszuwachs der elektronischen Angebote
• Existenzbedrohung für kleinere Verlage: hohe technologische
Herausforderungen, zunehmende Komplexität der Produkte, neue
„verlagsfremde“ Wettbewerber
• Stärkung des Direktvertriebs, standardisierte Contenterstellung,
automatisierte Workflows nötig
• Bedeutungsgewinn von Interaktivität, Multimedialität und
Bewegtbildern („wer will denn schon ein PDF?“)
• Ungewissheit der politischen Entwicklung (Bsp: Urheberrecht,
Buchpreisbindung)

5) Strategien
• Ausweitung des Leistungsspektrums
• Zunehmende Dienstleistungsorientierung
• Gewinne aus dem Kerngeschäft für Entwicklung neuer
Geschäftsfelder
• Produktentwicklung (Innovationsmanagement) und
Personalentwicklung („War for Talents“)
• Kooperationen im IT-Bereich
• Höhere Standardisierung