Sie sind auf Seite 1von 18

KfW Research

°KfW-Mittelstandspanel 2014

KfW Research °KfW-Mittelstandspanel 201 4 Mittelstand spürt Wachstumsschwäche in Europa und rüstet sich für

Mittelstand spürt Wachstumsschwäche in Europa und rüstet sich für schwierigere Zeiten

°KfW-Mittelstandspanel 201 4 Mittelstand spürt Wachstumsschwäche in Europa und rüstet sich für schwierigere Zeiten

Jährliche Analyse zur Struktur und Entwicklung des Mittelstands in Deutschland

Impressum

Herausgeber KfW Bankengruppe Palmengartenstraße 5-9 60325 Frankfurt am Main Telefon 069 7431-0 Telefax 069 7431-2944 www.kfw.de

Redaktion KfW Bankengruppe Abteilung Volkswirtschaft research@kfw.de

Dr. Michael Schwartz Telefon 069 7431-8695

Copyright Titelbild KfW Bildarchiv, Fotograf Thomas Klewar

ISSN 1867-1470

Frankfurt am Main, Oktober 2014

KFW ECONOMIC RESEARCH

KFW ECONOMIC RESEARCH KfW-Mittelstandspanel 2014 Mittelstand spürt Wachstumsschwäche in Europa und rüstet sich für

KfW-Mittelstandspanel 2014

Mittelstand spürt Wachstumsschwäche in Europa und rüstet sich für schwierigere Zeiten

Autor: Dr. Michael Schwartz, Telefon 069 7431-8695, research@kfw.de

Der Mittelstand bestätigt im Jahr 2013 seine Schlüsselrolle für die deutsche Volkswirtschaft, konnte sich aber dem Nullwachstum in Deutschland und Eu- ropa nicht entziehen: Ein Wachstums- vorsprung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) gegenüber dem BIP blieb aus. Eine tragfähige Erho- lung der leicht angespannten Vorjah- ressituation ist damit außer Sicht. Der Mittelstand bleibt in Wartestellung.

Umsätze und Beschäftigung nehmen zwar zu. Die Wachstumsraten sinken jedoch zum zweiten Mal in Folge und bleiben unter dem BIP-Wachstum. Kein Segment findet zu seiner frühe- ren Wachstumsstärke zurück. Die Auslandsaktivitäten erfahren einen sichtbaren Dämpfer – vor allem Euro- pa verliert an Zugkraft: die Zahl der Auslandsaktiven und der Auslands- umsatz sinken, besonders im Verar- beitenden Gewerbe.

Die Profitabilität zeigt sich insgesamt dennoch robust und steigt sogar. Die Gewinne verbleiben zumeist als Geld- vermögen in den Unternehmen. Re- serven werden weiter ausgebaut. Die Eigenkapitalausstattung steigt wie- derholt.

Die Kreditnachfrage zieht sichtbar an. Zunehmend sind größere Volumen von den Unternehmen gefragt. Die Kreditangebotslücke liegt nahe Null. Die Investitionen profitieren dennoch nicht – das Volumen gibt leicht nach und verharrt in etwa auf dem Vorjah- resniveau. Es wird weniger in Erweite- rungen investiert.

Ausblick: Die Geschäftserwartungen werden aktuell nochmals leicht nach unten korrigiert. Höheres Wachstum

Grafik 1: Jährliches Umsatz- (links) und Beschäftigungswachstum (rechts) 2011 bis 2013 nach Größenklassen im
Grafik 1:
Jährliches Umsatz- (links) und Beschäftigungswachstum (rechts)
2011 bis 2013 nach Größenklassen im Mittelstand
2013
1,9 %
2,0 %
Gesamter Mittelstand
2,4 %
2,1 %
2012
8,1 %
2,6 %
2011
2,3 %
2,1 %
Unter 5 Beschäftigte
2,0 %
1,2 %
7,0 %
3,2 %
-0,3 %
0,8 %
5–9 Beschäftigte
2,2 %
2,2 %
7,6 %
2,0 %
1,9 %
2,0 %
10–49 Beschäftigte
3,0 %
2,2 %
9,0 %
2,0 %
2,1 %
2,2 %
ab 50 Beschäftigte
2,2 %
2,0 %
7,6 %
3,0 %

Anmerkungen: Mit Anzahl der Beschäftigten hochgerechnete Werte. Hochrechnungen inklusive der sonsti- gen Branchen. Fehlende Beschäftigtenangaben wurden imputiert.

ist wenig wahrscheinlich: Eine Bele- bung der Investitionen ist 2014 nicht abzusehen. Sorgen um sinkende Ab- satzpreise und Nachfrageentwicklung beschäftigen den Mittelstand. Die Fol- gen des Konfliktes in der Ukraine sind dagegen derzeit überschaubar.

Dynamik der Umsätze bleibt 2013 wei- ter schwach

Die Wachstumsraten der Umsätze mit- telständischer Unternehmen knüpfen im Jahr 2013 über fast alle Größenklassen und Branchen an die schwächeren Vor- jahreswerte an und geben noch einmal nach: Die Wachstumsrate der Umsätze beträgt im Mittel 1,9 %. Im Vergleich zum Vorjahr schrumpft sie um ein Fünftel.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2012–2014.

Krisenjahr 2009. Keinem der Segmente gelingt es zur Wachstumsstärke von 2011 zurückzufinden (Grafik 1–2). Klei- nere KMU mit 5–9 Beschäftigten müssen im Durchschnitt sogar einen leichten Rückgang ihrer Umsätze hinnehmen.

Positiv hervorzuheben ist angesichts der Stagnation in Deutschland die Konstanz der mittelständischen Wachstumsraten, wenn auch auf geringem Niveau (siehe die ausführliche Dokumentation im Ta- bellenband zum KfW-Mittelstandspa- nel 2014 1 ). In Anbetracht des steigenden Wettbewerbsdrucks aus dem Ausland 2 , der konjunkturellen Schwäche auf vielen zentralen Absatzmärkten und der noch immer hohen Unsicherheit ist das insge- samt ein gutes Ergebnis.

Die Umsatzentwicklung fällt damit hinter das nominale BIP-Wachstum zurück (2013: 2,2 %). Das war in den vergange- nen zehn Jahren erst einmal der Fall – im

KFW ECONOMIC RESEARCH

Umsatzrückgang vor allem im Aus- land – Mittelstand weniger interna- tional aktiv

Deutschlands Mittelstand fühlt sich für den globalen Wettbewerb gerüstet, wie der KfW-Wettbewerbsindikator belegt. 3 Die Auslandsaktivitäten der mittelständi- schen Unternehmen haben dennoch im Jahr 2013 einen spürbaren Dämpfer er- fahren.

Nach zwei Zuwächsen in Folge gibt die Anzahl auslandsaktiver KMU (Grafik 3) deutlich um drei Prozentpunkte nach:

19,9 % der Unternehmen waren auf aus- ländischen Märkten aktiv (2012: 22,8 %). Insgesamt haben 720.000 Mittelständler Auslandsumsätze erzielt. Parallel neh- men die Auslandsumsätze wiederholt ab, und das spürbar mit einem Minus von knapp 7 %. 2012 konnten noch 584 Mrd. EUR Außenhandelsvolumen realisiert werden – 2013 wurden nur noch 545 Mrd. EUR im Ausland erzielt (2011:

597 Mrd. EUR). Die auslandsaktiven Mit- telständler erzielen 28,3 % ihrer Gesamt- umsätze im Ausland (2012: 29,2 %). Niedriger lag dieser Anteil zuletzt 2008.

Zum Vergleich: Die Gesamtexporte Deutschlands sind im Jahr 2013 nur um 0,2 % gesunken. Der Mittelstand hat demnach besonders stark an Boden ver- loren. Insbesondere das traditionell stark internationalisierte FuE-intensive Verar- beitende Gewerbe 4 (beispielsweise Ma- schinenbau) ist betroffen. In den vergan- genen zwei Jahren hat der Anteil aus- landsaktiver Unternehmen in diesem Segment um 5 % nachgegeben. Nach einem Minus im Außenhandelsvolumen

Grafik 2:

Jährliches Umsatz- (links) und Beschäftigungswachstum (rechts) 2011 bis 2013 nach Branchen

FuE-intensives Verarbeitendes Gewerbe

Sonstiges Verarbeitendes Gewerbe

Bau

Wissensintensive Dienstleistungen

Sonstige Dienstleistungen

3,3 % 2,0 % 3,2 % 3,3 % 12,3 % 6,3 % 1,4 % 1,6
3,3 %
2,0 %
3,2 %
3,3 %
12,3 %
6,3 %
1,4 %
1,6 %
1,7 %
1,6 %
12,6 %
3,5 %
2,8 %
1,0 %
1,8 %
1,4 %
8,2 %
1,7 %
2,5 %
2,9 %
2,5 %
2,6 %
4,7 %
2,0 %
1,2 %
1,8 %
2,4 %
2,1 %
6,8 %
2,1 %

2013

2012

2011

Anmerkungen: Mit Anzahl der Beschäftigten hochgerechnete Werte. Hochrechnungen inklusive der sonsti- gen Branchen. Fehlende Beschäftigtenangaben wurden imputiert.

von 18 % im Jahr 2012, steht für das Jahr 2013 ein weiterer Rückgang von 14 % zu Buche.

Speziell diese KMU sind für die Wettbe- werbsfähigkeit Deutschlands aber von herausragender Bedeutung. 5

Vor allem Europa schwächelt …

Im Vorjahr sanken die gesamten Aus- landsumsätze noch moderat um 2 %. Ein stärkerer Rückgang zeigt sich nun für das Jahr 2013: Die ohnehin im interna- tionalen Vergleich eher schwächer aus- geprägte Auslandsneigung deutscher KMU 6 zollt im Jahr 2013 der konjunktu- rellen Schwäche des Euroraums merk- lich Tribut:

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2012–2014.

Die Umsätze im europäischen Aus- land schrumpfen um 27 Mrd. EUR auf 357 Mrd. EUR (Grafik 4).

Grafik 4:

Auslandsumsatz 2013

Angaben in Mrd. EUR

Rest der Welt 188,5 356,8 Europa
Rest
der
Welt
188,5
356,8
Europa

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2014.

Grafik 3: Anteil auslandsaktiver Unternehmen Grafik 5: Mittelstand in Europa Größenklassen nach
Grafik 3:
Anteil auslandsaktiver Unternehmen
Grafik 5:
Mittelstand in Europa
Größenklassen nach Vollzeitäquivalent-Beschäftigten
Angaben in Prozent
59
%
75
60
%
55
%
51
%
59 %
59 %
58 %
58 %
69
67
66
65
50
%
41 %
50
40 %
39 %
37
%
38 %
40
%
34
%
33
%
30 %
30
%
27
%
26 %
27 %
26 %
26 %
26 %
25
24
%
22
%
23 %
27
%
21 %
19
%
20 %
21
20
%
20
22
%
18
19
20
%
20 %
19 %
17 %
17 %
10
%
0
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
2010
2011
2012
2013
Weniger als 5
5–9
10–49
50 und mehr
Gesamter Mittelstand
Anteil Europa am gesamten
Auslandsumsatz der KMU

Anmerkung: Mit der Anzahl der Unternehmen hochgerechnet.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2005–2014.

Anteil auslandsaktiver KMU in Europader Unternehmen hochgerechnet. Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2005–2014. Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2011–2014. 2

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2011–2014.

KfW-Mittelstandspanel 2014

Im Jahresvergleich sind 2 % weniger KMU in Europa aktiv (Grafik 5).

Der Anteil Europas am Auslandsum-

satz der KMU sinkt zum dritten Mal in Folge auf 65 % (Grafik 5).

Beschäftigungszuwachs in Deutsch- land wiederholt allein vom Mittelstand getragen

Der Arbeitsmarkt in Deutschland ist stabil. Die Zahl der Erwerbstätigen hat

2013 mit 41,8 Mio. Personen einen

Höchststand erreicht. 7 Davon waren 28,6 Mio. Personen in mittelständischen Unternehmen beschäftigt (+1,9 % ge-

genüber 2012). Die Erwerbstätigkeit hat im Mittelstand damit stärker zugelegt als in der Gesamtwirtschaft (+0,6 %). Der Anteil an allen Erwerbstätigen nimmt entsprechend leicht auf 68,3 % zu. Wäh- rend in Großunternehmen und im öffent- lichen Sektor rund 1,7 % Arbeitskräfte weniger beschäftigt waren (-226.000 Personen), waren in mittelständischen Unternehmen rund 522.000 Arbeitskräfte mehr beschäftigt als im Jahr 2012. Nach einer leichten Schwächephase im Vor- jahr, haben die KMU folglich den ge- samtwirtschaftlichen Zuwachs im Jahr

2013 von 296.000 Arbeitskräften voll-

ständig getragen.

Auch weiterhin sind die KMU ein Garant für den Erfolg des dualen Ausbildungs- systems in Deutschland. Im Jahr 2013 begannen 87 % aller Auszubildenden ih- re Ausbildung in mittelständischen Unter- nehmen 8 – nie zuvor war dieser Wert so

Grafik 6:

Jährliche Wachstumsraten der Beschäftigung und des Umsatzes

Angaben in Prozent 10 10,0 9,4 8 8,1 7,6 6 6,7 4 5,2 4,4 4,3
Angaben in Prozent
10
10,0
9,4
8
8,1
7,6
6
6,7
4
5,2
4,4
4,3
2
0,8
2,8
2,5
2,6
0,4
2,4
2,1
2,0
1,9
0
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
-2
-4
-6,2
-6
-8
Beschäftigungswachstum
Umsatzwachstum

Anmerkungen: Mit Anzahl der Beschäftigten hochgerechnete Werte. Hochrechnungen inklusive der sonsti- gen Branchen. Fehlende Beschäftigtenangaben wurden imputiert.

hoch (+10 Prozentpunkte ggü. 2005).

Die durchschnittliche Wachstumsrate der Vollzeitäquivalent-Beschäftigten 9 im Jahr 2013 beträgt 2,0 % und liegt damit in et- wa auf Vorjahresniveau (2012: 2,1 %). Differenziert nach Segmenten sind die Ergebnisse durchwachsen. Das stärkste Wachstum weisen die Wissensintensi- ven Dienstleistungen 10 mit +2,9 % auf. Dies kann einerseits als Spiegelbild der Wissensgesellschaft sowie einer zuneh- menden Tertiärisierung des ökonomi- schen Geschehens verstanden werden (beispielsweise auch durch Outsourcing vormals unternehmensinterner Berei- che). Andererseits kommt hier eine hohe Binnenmarktorientierung dieses Seg- ments zum Ausdruck. Die geringe euro-

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2006–2014.

päische

weniger relevant.

Die Produktivität steigt insgesamt, Verlust bei kleinen KMU

Ebenso wie Umsatz und Beschäftigung entwickelt sich die Produktivität im Mit- telstand im Jahr 2013 noch immer posi- tiv. 11 Gegenüber dem Basisjahr (2003=100 Indexpunkte) erreichen mit- telständische Unternehmen im Durch- schnitt 95 Indexpunkte (+2 gegenüber 2012), was einem Umsatz von rund 124.000 EUR je Vollzeitäquivalent- Beschäftigten entspricht (+3.000 EUR). Das ist der dritte Anstieg in Folge, die Tendenz für den Mittelstand insgesamt ist positiv (Grafik 7).

damit

Wachstumsdynamik

ist

Grafik 7:

Produktivität im Mittelstand nach Größenklassen (links) und Branchen (rechts)

Größenklassen nach Vollzeitäquivalent-Beschäftigten

127

112 95 95 86 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013
112
95
95
86
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013

160

140

120

100

80

60

155 138 108 94 86
155
138
108
94
86

2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

Weniger als 5

5–9

10–49

50 und mehr

Gesamter Mittelstand

FuE-intensives Verarbeitendes Gewerbe Bau Sonstige Dienstleistungen

Sonstiges Verarbeitendes Gewerbe

 

Wissensintensive Dienstleistungen

Anmerkung: Dargestellt sind indexierte Werte (2003=100) der Arbeitsproduktivität (Umsatz je Vollzeitäquivalent-Beschäftigten. Fehlende Umsatz- und Beschäftigtenan- gaben wurden imputiert. Mit der Anzahl der Beschäftigten hochgerechnet.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2004–2014.

KFW ECONOMIC RESEARCH

Dabei lässt sich allerdings ein erneutes Ausweiten der Produktivitätslücke zwi- schen großen und kleinen Mittelständ- lern feststellen. Eine gewisse Größen- abhängigkeit ist normal und strukturell bedingt. Größere KMU profitieren von Fixkosten-, Effizienz- und Spezialisie- rungsvorteilen, die kleine KMU nur in begrenztem Umfang realisieren können. Dennoch ist die Produktivität eine ent- scheidende Stellgröße zukünftiger Wett- bewerbsfähigkeit.

Insofern bereitet der auf 39 % ange- wachsene Produktivitätsunterschied 12 zwischen kleinen (weniger als fünf Be- schäftigte) und großen KMU (50 und mehr Beschäftigte) Sorgen (2012: 37 % – zum Vergleich, 2003: 18 %). In Index- punkten ausgedrückt erreichen kleine Mittelständler einen Wert von 95 (+4), große KMU einen Wert von 127 (+8).

Vor allem die großen Mittelständler und das FuE-intensive Verarbeitende Ge- werbe (oftmals identisch) erweisen sich langfristig als Träger des Produktivitäts- wachstums im Mittelstand. Besonders diese Segmente sind auch zukünftig auf eine gute Produktivitätsentwicklung an- gewiesen – denn sie stehen im starken internationalen Wettbewerb und prägen die internationale Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands. Produktivitätsfortschrit- te werden aber auch in der Breite benö- tigt, denn nur 1,7 % aller KMU zählen beispielsweise zum FuE-intensiven Ver- arbeitenden Gewerbe, insbesondere die kleinen Unternehmen müssen aufholen.

Die Ursachen der insgesamt angewach- senen Arbeitsproduktivität können vielfäl- tig sein. Eine Erhöhung der Arbeitspro- duktivität zulasten der Beschäftigten hat zumindest nicht stattgefunden, da sich Umsatz und Beschäftigung annähernd gleich entwickelt haben. Daher kommen Prozessoptimierungen, der Einsatz ver- besserter Technologien, eine Verbesse- rung der Arbeitnehmerqualifikation oder eine Erhöhung der Produktqualität zur Durchsetzung höherer Endkundenpreise als Ursachen in Betracht.

Umsatzrenditen trotz Wachstums- dämpfer mit Hoch

Die durchschnittliche Umsatzrendite 13 im Mittelstand erweist sich auch im Jahr 2013 als robust gegenüber Wachstums- schwankungen (Grafik 8). 14 Sie nimmt

Grafik 8:

Umsatzrenditen im Mittelstand

Größenklassen nach Vollzeitäquivalent-Beschäftigten

14 % 13,3 % 12 % 11,4 % 10,3 % 9,9 % 9,7 % 9,8
14
%
13,3 %
12
%
11,4 %
10,3 %
9,9 %
9,7 %
9,8 %
10
%
8
%
6,7 %
6,0 %
5,6 %
5,7 %
6
%
5,4 %
5,1 %
4,9 %
4,7 %
4,3 %
3,9 %
3,6 %
4
%
3,5 %
4,4 %
4,2 %
3,9 %
3,3 %
3,1
%
3,7 %
2
%
0
%
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Weniger als 10
10–49
50 und mehr
Gesamter Mittelstand

Anmerkung: Mit der Anzahl der Beschäftigten hochgerechnet. Mittelwerte mit dem Umsatz gewichtet.

2013 im Vorjahresvergleich um bemer- kenswerte 0,7 Prozentpunkte auf 6,7 % zu (2012: 6,0 %). Der Anteil von Unter- nehmen mit negativen Umsatzrenditen (Verlusten) liegt 2013 konstant bei 11 %. Zwar ist erstmals seit vier Jahren keine weitere Verbesserung festzustellen, in historischer Perspektive ist dieser Anteil jedoch positiv zu bewerten. Im Jahr 2009 lag der entsprechende Wert noch bei 16 %. Zugleich wächst der Unterneh- mensanteil mit hohen Renditen (über 10 %) auf nunmehr 60 % (2012: 56 % – seit 2009: +6 Prozentpunkte). In der Gesamtsicht gilt hiernach: Die KMU in Deutschland agieren profitabel wie nie seit der Erhebung dieser Kennziffer im KfW-Mittelstandspanel.

Kleine Mittelständler können ihre Verlus- te aus dem Vorjahr (Renditerückgang um 1,1 Prozentpunkte) im Jahr 2013, etwas überraschend, mehr als ausglei- chen. Die Profitabilität dieses Segments liegt nun bei 13,3 % (+3 Prozentpunkte). Große KMU bleiben tendenziell stabil (-0,2 Prozentpunkte).

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2006–2014.

Auch bei den Mittelständlern mit negati- ver Entwicklung der Profitabilität sieht das Bild stabil aus. Gegenüber dem Jahr 2012 haben 38 % der Mittelständler eine gesunkene Umsatzrendite zu vermelden (langjähriges Mittel zwischen 2001–2013:

41 %). Bei diesen Mittelständlern hat die Umsatzrendite um durchschnittlich 2,5 Prozentpunkte nachgegeben. Dieser Wert liegt deutlich unter den Erfah- rungswerten aus den Krisenjahren mit rund 4 Prozentpunkten.

Gefährdungspotenzial steigt bereits bei Stagnation

In aggregierter Sicht ist das Gesamtbild stabil. Auch der Blick auf die erstmals im vergangenen Jahr im KfW-Mittelstands- panel ausgewiesenen Krisenindikatoren kann den Eindruck nur geringfügig trü- ben (Grafik 9). 15

Beide Umsatzrenditeindikatoren deuten auf ein im Jahr 2013 lediglich leicht er- höhtes „Gefährdungspotenzial“ im Mittel- stand hin. Sie steigen moderat um je- weils einen Prozentpunkt. 16 Der Anteil

Grafik 9:

Unternehmen mit Gefährdungspotenzial

25 % 23 % 20 % 20 % 21 % 19 % 20 % 18
25
%
23 %
20 %
20 %
21 %
19 %
20
%
18 %
18
%
17 %
15 %
15 %
15 %
19 %
16 %
15
%
16 %
16 %
12
%
13 %
10
%
9 %
9 %
8 %
8 %
9 %
7 %
7 %
6 %
7 %
5 %
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Umsatzrendite seit 2 Jahren fallend
Umsatzrendite seit 3 Jahren fallend
Eigenkapitalquote seit 2 Jahren fallend

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2006–2014.

KfW-Mittelstandspanel 2014

KMU, deren Rendite zum zweiten Mal in

Folge gefallen ist nimmt auf 21 % zu, der KMU-Anteil mit bereits 3-mal in Folge gefallener Rendite auf 9 % (langjähriges Mittel: 7 %). Die letztjährig ausgemachte Tendenz einer geringen Zunahme des Gefährdungspotenzials findet damit auch

2013 ihren Fortgang.

Eigenkapitalquoten weiter stark

Das Allzeithoch der Umsatzrenditen ent- faltet eine große Wirkung auf die Eigen- kapitalausstattung der mittelständischen Unternehmen. Die durchschnittliche Ei- genkapitalquote 17 im Mittelstand legt im Jahr 2013 auf 28,6 % zu. Dies entspricht einem Zuwachs von 1,2 Prozentpunkten (2012: 27,4 %) und damit dem stärksten Zugewinn seit fast einem Jahrzehnt.

Diese Entwicklung findet sich in der ge- samten Breite des Mittelstands, d. h. in sämtlichen Größenklassen und Bran- chen. Das deutliche Plus der Profitabilität bei den kleinen KMU (unter fünf Be- schäftigte) zeigt sich in einer Erholung der Eigenkapitaldecke: Die Eigenkapital- quote macht einen Sprung von 18,5 auf 22,8 % im Jahr 2013 (+4,3 Prozentpunk- te). Große Mittelständler (50 und mehr Beschäftigte) konnten ihre Eigenkapital- ausstattung im zweiten Jahr in Folge er- höhen (2013: 31,6 %; 2012: 30,4 %). Auch diese KMU erreichen damit einen historischen Höchstwert.

Grafik 10:

Eigenkapitalquoten im Mittelstand

Größenklassen nach Vollzeitäquivalent-Beschäftigten

35 % 30,4 % 31,6 % 29,4 % 30 % 28,1 % 28,1 % 27,2
35
%
30,4 %
31,6 %
29,4 %
30
%
28,1 %
28,1 %
27,2 %
27,9 %
28,9 %
26,3 %
26,9 %
24,0 %
24,6 %
28,6 %
27,4 %
25
%
26,6 %
22,5 %
24,8 %
20,0 %
23,5 %
22,5 %
22,8 %
20
%
18,0 %
20,6 %
16,6 %
18,5 %
17,9 %
15
%
16,1 %
15,3 %
10
%
2002
2003
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Weniger als 10
10–49
50 und mehr
Gesamter Mittelstand

Anmerkung: Mit der Anzahl der Beschäftigten hochgerechnet. Mittelwerte mit dem Umsatz gewichtet.

stand“ zurückgekehrt (Werte zwischen 6 und 9 %). Zum anderen entspannt sich der Anteil an Unternehmen mit relativ ge- ringer Eigenkapitalquote (unter 10 %) auf aktuell 34 % (2012: 36 %). Auch der Ei- genkapitalindikator im Rahmen der Ana- lyse des Gefährdungspotenzials im Mit- telstand (Grafik 9) entspannt sich und gibt um drei Prozentpunkte zum Vorjahr nach (2013: 16 %; 2012: 19 %).

Gewinne werden einbehalten

Die Entwicklung sämtlicher Indikatoren zur Eigenkapitalausstattung mittelständi- scher Unternehmen deutet darauf hin, dass die Anreize zum Eigenkapitalauf- bau im Jahr 2013 zugenommen haben. Die im Vorjahr gestiegenen Gewinne der KMU verbleiben zunehmend in den Un- ternehmen (siehe auch den Abschnitt zum Investitionsverhalten). Zu vermuten ist, dass die Mittelständler anziehende Kreditrestriktionen und konjunkturelle

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2003–2014.

Schwächephasen antizipieren, um im Bedarfsfall durch einen stärkeren Ei- genmitteleinsatz und vorhandene Reser- ven reagieren zu können. Eine Rolle dürfte zudem auch die generelle kon- junkturelle Verunsicherung spielen, die in verhaltenen Geschäftserwartungen zum Ausdruck kommt. Schließlich wird der administrative Aufwand für einen Kredit immer höher. Mit anderen Worten: Der Mittelstand befindet sich in Wartestel- lung, schätzt seine finanzielle Unabhän- gigkeit und wappnet sich gut gepolstert gegen möglicherweise anstehende Ab- wärtsrisiken.

Investitionen auch 2013 verhalten

Die Investitionsaktivität der mittelständi- schen Unternehmen zeigt sich im Jahr 2013 nahezu unverändert – und damit weiterhin zu verhalten. Der lockere Kre- ditzugang hat die eher zurückhaltende Position der KMU nicht ändern können.

Zwei weitere Indikatoren zeigen eine po- sitive Entwicklung: Zum einen sinkt der Anteil KMU mit einer negativen Eigenka- pitalquote um zwei Prozentpunkte auf 10 %. Nach einer Verdopplung im Jahr

2012 wird damit in Richtung „Normalzu-

Grafik 11: Investitionsvolumen im Unternehmenssektor nach Größenklassen

Angaben in Mrd. EUR; Größenklassen nach Vollzeitäquivalent-Beschäftigten

Die Investitionsausgaben in neue Anla- gen und Bauten (Bruttoanlageinvestitio- nen) sinken um 1 Mrd. EUR bzw. 0,7 % auf 144 Mrd. EUR (2012: 145 Mrd. EUR).

Die gesamten Investitionsausgaben in neue und gebrauchte Anlagen und Bau-

ten sinken parallel um 1 Mrd. EUR auf

190 Mrd. EUR (2012: 191 Mrd. EUR). Nach Berechnungen der KfW lagen die gesamten Unternehmensinvestitionen im Jahr 2013 bei 271 Mrd. EUR (-1,5 % ge- genüber 2012). Die mittelständischen In- vestitionen schrumpfen folglich etwas weniger stark als das Investitionsvolu- men der Großunternehmen in Deutsch- land; der KMU-Anteil an den Unterneh- mensinvestitionen verbleibt auf Vorjah-

300

250

200

150

100

50

 

48

55

 

37

37

42

43

39

52

31

37

35

45

35

38

35

21

27

29

60

65

33

29

75

67

59

53

57

47

64

62

           

107

112

127

137

130

104

118

124

130

127

Kleine KMU (unter 10 Beschäftigte)112 127 137 130 104 118 124 130 127 Mittelgroße KMU (10–49 Beschäftigte) Große KMU (50

Mittelgroße KMU (10–49 Beschäftigte)118 124 130 127 Kleine KMU (unter 10 Beschäftigte) Große KMU (50 und mehr Beschäftigte) Großunternehmen

Große KMU (50 und mehr Beschäftigte)10 Beschäftigte) Mittelgroße KMU (10–49 Beschäftigte) Großunternehmen 0 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011

Großunternehmen

0

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

Anmerkung: Die Hochrechnungen nach Beschäftigtengrößenklassen erfolgen ohne die Unternehmen der sonstigen Branchen. Die Einzelangaben der mittelständischen Größenklassen addieren sich folg- lich nicht zur im Text ausgewiesenen Gesamtsumme der Bruttoanlageinvestitionen.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2005–2014.

KFW ECONOMIC RESEARCH

resniveau von 53 %. Etwas gesunken ist der Beitrag des Mittelstands zu den ge-

samtwirtschaftlichen Bruttoanlageinvesti- tionen; er liegt im Jahr 2013 bei 30,5 %

(2012: 31 %). 18

Grafik 12:

Nettoinvestitionen, Abschreibungen und Investitionsdeckung

Angaben in den Balken in Mrd. EUR

250

200

150

100

50

0

158 % 156 % 152 % 149 % 142 % 137 % 134 % 129
158 %
156 %
152 %
149 %
142 %
137 %
134 %
129 %
119 %
116 %

165

147

156

139

143

145

144

125

128

134

120

116

125

112

88

97

106

99

86

86

2004

2005

2006

Investitionen128 134 120 116 125 112 88 97 106 99 86 86 2004 2005 2006 2007

2007

125 112 88 97 106 99 86 86 2004 2005 2006 Investitionen 2007 2008 2009 Abschreibungen

2008

2009

Abschreibungen

2010

2011

2012

2013

Investitionsdeckung

160

140 %

%

100

%

%

120

80

60

40

20

0 %

%

%

%

%

[Hinweis: Noch unberücksichtigt sind die Folgen der jüngsten Generalrevisionen der VGR sowie der damit verbundenen Änderungen des Investitionsbegriffes.]

Auch 2013 positive Nettoinvestitionen

Trotz Stagnation der Neuinvestitionen:

Das Volumen übersteigt noch immer den zeitgleichen Wertverlust des Kapital- stocks der Unternehmen (Abschreibun- gen). Die Nettoinvestitionen mittelständi- scher Unternehmen sind wie in den ver- gangenen Jahren auch 2013 positiv (+32 Mrd. EUR – Grafik 12). 19 Ein Sub- stanzverlust ist hiernach nicht gegeben. So nimmt auch die Investitionsdeckung, als Verhältnis zwischen Neuinvestitionen und Abschreibungen 20 , wieder zu, auf 129 % (2012: 116 %).

Anmerkung: Investitionsdeckung bezeichnet das Verhältnis aus Investitionsvolumen zu Abschreibungen. Berechnungsdetails sind in Endnote 20 aufgeführt.

beobachten.

… aber Kapazitätserweiterungen werden zurückgefahren

Zu beachten ist zudem, dass die Unter- nehmen im Jahr 2013 wieder weniger in Kapazitätserweiterungen investierten:

52 % des gesamten Investitionsvolu- mens wurden dafür aufgewendet (-4 Pro- zentpunkte ggü. 2012). Im Gegenzug sind steigende Volumina für Ersatzinves- titionen zu konstatieren (+5 Prozent- punkte ggü. 2012 auf 41 %). 23 Dies wirkt bremsend auf die gesamten Neuinvesti- tionen, wie aktuelle KfW-Analysen 24 zei- gen: Nimmt ein Investor Erweiterungsin- vestitionen vor, fallen seine Gesamtin- vestitionen rund 4-mal höher aus als bei reinen Ersatzinvestitionen. Auch weisen mit 61 % wiederholt mehr KMU negative

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2005–2014.

Nettoinvestitionen auf als im Vorjahr (56 %). Diese Mittelständler investieren zwar, aber nicht in ausreichendem Maß, um die Alterung ihres Kapitalstocks aus- zugleichen. Alle Mittelstandssegmente sind betroffen, kleine KMU (weniger als fünf Beschäftigte) mit 63 % mehr als große KMU (50 und mehr Beschäftigte) mit 50 %.

Investitionsneigung: Mehr KMU in- vestieren – dafür weniger im Durch- schnitt

Erstmals seit 2007 haben wieder mehr KMU Investitionen vorgenommen (Gra- fik 13): Der Anteil mittelständischer Un- ternehmen mit Investitionsprojekten legt im Jahr 2013 um 1,7 % auf 43 % zu (2012: 41,3 %). Ausschlaggebend dafür sind in erster Linie die kleinen Mittel- ständler mit weniger als fünf Beschäftig- ten. Sie geben ihre seit 2007/2008 an- dauernde Zurückhaltung auf. Ihre Bereit- schaft Investitionen zu tätigen, nimmt im Jahr 2013 um 2,9 % zu. Da große Mittel- ständler leicht reduzieren (-2 % auf

83 %), verringert sich die Investorenlü- cke zwischen großen und kleinen KMU – als Maß für strukturell mit der Unterneh-

mensgröße wachsender Investitionsbe-

reitschaft – auf rund 45 Prozentpunkte (-4 Prozentpunkte).

Mehr Investoren bei vergleichbarem Vo- lumen: Die Kehrseite der Medaille ist der parallele Rückgang der durchschnitt- lichen Investitionssumme je Beschäftig- tem um 13 % im Jahresvergleich (Inves- titionsintensität; für Detailwerte der Seg-

Solide Performance, hohe Wettbewerbs- fähigkeit und positive Nettoinvestitionen – trotz relativ zurückhaltender Neuinves- titionen? Einiges spricht dafür, dass KMU in Deutschland effizient in ihrem Investitionsverhalten agieren. 21 Es könn- te zudem ein Indiz für einen Wandel hin zu einem insgesamt weniger kapitalin- tensiven Wachstum sein. In diesem Fall wäre „weniger“ nicht gleich „zu wenig“. Im KfW-Wettbewerbsindikator bewerten die auslandsaktiven KMU ihr zukünftiges Wettbewerbspotenzial jedoch deutlich negativer als die meisten internationalen Konkurrenten. 22 Dies gilt es weiter zu

Grafik 13:

Anteil Mittelständler mit Investitionen

Größenklassen nach Vollzeitäquivalent-Beschäftigten

100 %

80

60

40

20

%

%

%

%

91 %

81

85 % 85 % 82 % 83 % %
85 %
85 %
82 %
83 %
%

83 %

73 %

70 %

62

49

46

42

70 % 70 % 68 % 66 % 65 % 63 % % 53 %
70 %
70 %
68 %
66 %
65 %
63 %
%
53 %
52 %
52 %
51 %
50 %
50 %
%
% 44 % 43 % 43 % 41 % 47 % 48 % % 40
%
44
%
43 %
43 %
41 %
47 %
48 %
%
40 %
39 %
38 %

36 %

2011

2012

2013

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Weniger als 5

 

5–9

10–49

50

und mehr

Gesamter Mittelstand

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2005–2014.

mente, siehe Tabellenband zum KfW- Mittelstandspanel 2104). Es tätigen zwar mehr Mittelständler Investitionen, dafür im Durchschnitt mit geringeren Volumi- na. Damit wird nochmals deutlich, dass ein Großteil der KMU sein Umsatz- und Gewinnplus nicht zu Investitionszwecken einsetzt.

Etwas beunruhigend stellt sich die Inves- torenentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe dar. Insbesondere im FuE- intensiven Verarbeitenden Gewerbe (-7,2 %), aber auch im Sonstigen Verar- beitenden Gewerbe (-2,1 %) gibt es ei- nen Rückgang in der Investitionsnei- gung. Zuletzt war die Investitionsbereit- schaft vor acht Jahren auf einem solch niedrigen Niveau. Zum Vergleich: Seit dem Höchststand im Jahr 2006 hat der Investitionswille bis 2013 um 20 Pro- zentpunkte (FuE-intensives Verarbeiten- des Gewerbe) bzw. um 10 Prozentpunk- te (Sonstiges Verarbeitendes Gewerbe) nachgegeben. Ähnliche Veränderungsra- ten ergeben sich für die Investitionsin- tensität – als Maß für die durchschnittli- che Größe von Investitionsprojekten je Beschäftigtem (-20 % bzw. -7 %). Letzte- res ist vor allem auf starkes Beschäfti- gungswachstum zurückzuführen (bis auf 2009 stets positiv), bei gleichzeitig fast unveränderten Gesamtinvestitionen. Das heißt die Investitionen haben nicht mit dem Beschäftigungsaufbau Schritt ge- halten.

Grafik 15:

Unternehmen mit Kredit- verhandlungen

Angaben in Prozent 50 50 40 36 30 31 32 32 26 20 20 14
Angaben in Prozent
50
50
40
36
30
31 32
32
26
20
20
14
13
10
13
0

2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

… am gesamten Mittelstand

… an investierenden Unternehmen

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2007–2014.

KfW-Mittelstandspanel 2014

Grafik 14: Ursprünglich geplanter Kreditbedarf und realisiertes Finanzierungsvolumen in Mrd. EUR 160 156,0 134,9
Grafik 14:
Ursprünglich geplanter Kreditbedarf
und realisiertes Finanzierungsvolumen in Mrd. EUR
160
156,0
134,9
140
124,8
122,8
118,7
120
106,3
103,8
102,3
99,2
100,5
97,6
100
98,7
88,5
88,7
100,2
100,5
93,0
91,8
83,1
88,9
80
83,3
79,8
80,7
79,8
77,1
78,1
70,2
60
40
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Realisierte Eigenmittel
Realisierte Fremdmittel
Ursprünglich geplanter Kreditbedarf

Anmerkung: Volumina über die Anzahl der Beschäftigten hochgerechnet. Hochrechnungen inklusive sonsti- ger Branchen. Zu beachten ist, dass der ursprünglich geplante Kreditbedarf nahezu nie vollständig realisiert wird. Planrevisionen aufgrund veränderter Unternehmensstrategien sind vor allem zu berücksichtigen. Die tatsächliche Kreditnachfrage der KMU liegt daher niedriger. Detaillierte Ausführungen zur analytischen Be- rücksichtigung im Rahmen des KfW- Mittelstandspanels finden sich in Reize (2011).

Flaute der Kreditnachfrage vorüber – größere Kreditvolumen gefragt

Die Kreditnachfrage des Mittelstands zu Investitionszwecken hat im Jahr 2013 spürbar angezogen. Die bereits 2012 sichtbare Tendenz setzt sich mit einem Zuwachs des ursprünglichen Bedarfs an Krediten um 16 Mrd. EUR (+16 %) auf ca. 119 Mrd. EUR fort (Grafik 14). Mit diesem Nachfrageschwung war zu rech- nen, wenn auch nicht in dem Ausmaß. Die im vergangenen Jahr außergewöhn- lich niedrigen Fremdfinanzierungskosten – ausgelöst durch geldpolitische Maß- nahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) – setzen für die KMU vermehrt Anreize, eine Kreditfinanzierung ihrer In- vestitionsvorhaben anzugehen.

Grafik 16:

Kreditbedarf im Mittelstand

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2006–2014.

Der Anstieg des Kreditnachfragevolu- mens 2013 ist allerdings nicht auf eine stärkere allgemeine Hinwendung der KMU zur Fremdfinanzierung zurückzu- führen. Der Anteil an Unternehmen, die

Investitionskredite bei Banken und Spar- kassen beantragen, stagniert im Jahr 2013 bei 32 % (an investierenden Unter- nehmen) bzw. bei 13 % (am gesamten Mittelstand). Damit haben rund 473.000 Unternehmen Kreditverhandlungen ge- führt. Zum Vergleich: Der langjährige Durchschnitt von 2006–2013 liegt bei

622.000 KMU (Grafik 15). 25

Vielmehr hat der Anteil an großen Kre- ditnachfragevolumen ab 50.000 EUR er- heblich zugelegt (Grafik 16). Entgegen der zuletzt beobachtbaren Tendenz einer

Anteil KMU mit jeweiligem Kreditbedarf in Prozent

6

5

6

9

5

4

4

5

8

3

4

 

6

5

5

5

 

15

17

8

12

6

12

17

9

12

7

12

10

8

13

17

 

12

15

14

 

15

26

   

16

22

23

22

31

25

21

20

     

24

     

23

27

24

37

37

39

53

50

42

26

2005

2006

2007

Bis zu 20.00024 37 37 39 53 50 42 26 2005 2006 2007 Über 100.000 bis 250.000 2008

Über 100.000 bis 250.00039 53 50 42 26 2005 2006 2007 Bis zu 20.000 2008 2009 2010 Über 20.000

2008

2009

2010

Über 20.000 bis 50.0002007 Bis zu 20.000 Über 100.000 bis 250.000 2008 2009 2010 Über 250.000 bis 500.000 2011

Über 250.000 bis 500.000100.000 bis 250.000 2008 2009 2010 Über 20.000 bis 50.000 2011 2012 2013 Über 50.000 bis

2011

2012

2013

Über 50.000 bis 100.00020.000 bis 50.000 Über 250.000 bis 500.000 2011 2012 2013 Über 500.000 Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2006–2014. 7

Über 500.000bis 50.000 Über 250.000 bis 500.000 2011 2012 2013 Über 50.000 bis 100.000 Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2006–2014.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2006–2014.

KFW ECONOMIC RESEARCH

Grafik 17:

Investitionsfinanzierung im Mittelstand

Finanzierungsquellen nach Vollzeitäquivalent-Beschäftigten (Anteile am Investitionsvolumen in Prozent)

Gesamter Mittelstand

 

10

11

8

8

6

8

6

6

6

15

11

11

15

12

12

13

13

11

14

12

44

51

43

44

48

50

48

54

53

52

31

27

31

36

32

30

31

29

28

30

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

Weniger als fünf Beschäftigte

   

6

5

6

7

6

8

5

15

14

13

 

8

5

 

5

 

6

7

 

8

   

9

 

12

 

13

 

17

 

50

51

43

44

55

57

47

59

47

61

23

28

26

42

33

32

38

30

33

28

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

33 28 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bankkredite Eigenmittel Fördermittel 50

Bankkredite

2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bankkredite Eigenmittel Fördermittel 50 und mehr Beschäftigte

Eigenmittel

2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Bankkredite Eigenmittel Fördermittel 50 und mehr Beschäftigte 13 7

Fördermittel

50 und mehr Beschäftigte

13

7

10

8

10

6

9

7

6

8

                 

10

12

11

13

11

16

14

13

12

15

42

59

49

47

51

52

55

56

61

53

35

22

30

31

28

26

22

24

21

24

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013

21 24 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 Sonstiges Anmerkung: Mit der

Sonstiges

Anmerkung: Mit der Anzahl der Beschäftigten auf das Investitionsvolumen hochgerechnet. Sonstiges umfasst u. a. Beteiligungskapital und Mezzanine-Kapital.

Bedeutungszunahme der kleinvolumigen Bedarfe bis 20.000 EUR, wurden diese nur von 26 % der KMU nachgefragt (-16 Prozentpunkte).

Kleine Mittelständler zurückhaltend

Nicht am Kreditnachfrageaufschwung beteiligt sind dementsprechend sehr kleine KMU (unter fünf Beschäftigte) – sie halten sich zurück und stärken vermehrt ihre Eigenkapitalbasis. Dazu kommt eine deutlich pessimistischere Erwartungshaltung: Der Saldo aus opti- mistisch und pessimistisch gestimmten kleinen KMU (weniger als fünf Beschäf- tigte) liegt gerade einmal bei +13 Sal- denpunkten – bei großen KMU (50 und mehr Beschäftigte) bei +44 Saldenpunk- ten.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Investi- tionssummen und damit der Kreditbedarf der kleinen Unternehmen sind meist re- lativ niedrig. Vielen Kreditgebern sind die Kosten und der Aufwand bei kleineren Nachfragevolumina zu hoch – die Repor- tingpflichten für KMU entsprechend streng (z. B. Anforderung an die Doku- mentation und die Offenlegung von Ge- schäftszahlen). Die Folge ist: Kreditver- handlungen von kleinen KMU scheitern mit 17 % mehr als 5-mal so häufig als Verhandlungen der großen Mittelständler (3 %).

Das führt insgesamt zu einer Zurückhal- tung der kleinen KMU. Sie lassen eher Vorsicht walten und reduzieren in der Folge ihr Gesamtvolumen im Jahresver- gleich von 32 Mrd. EUR auf 29 Mrd. EUR. Große und vor allem mittelgroße KMU (11–49 Beschäftigte) weiten ihre

Nachfragevolumen

dagegen

erheblich

aus. 26

Bankkredite für große KMU wieder in- teressant – kleine setzen auf Eigen- finanzierung

Im gesamten Mittelstand zeigt die Inves- titionsfinanzierung im Jahr 2013 nur ge- ringe Veränderungen. Eigenmittel – nach wie vor die für KMU wichtigste Finanzie- rungsquelle – verlieren zwar wie im Vor- jahr einen Prozentpunkt. Aber noch im- mer wird mehr als die Hälfte des mittel- ständischen Investitionsvolumens über Eigenmittel finanziert (52 %). Dies ent- spricht rund 99 Mrd. EUR. Der Anteil der Bankkredite nimmt um 2 Prozentpunkte auf 30 % zu (ca. 57 Mrd. EUR). Auf För- dermittel entfällt ein Anteil von 12 % am Investitionsvolumen (ca. 23 Mrd. EUR), weitere 6 % wurden über sonstige Quel- len (beispielsweise Mezzanine-Kapital oder Wagniskapital) finanziert.

Grafik 17 spiegelt ferner den Anstieg der Eigenkapitalquoten der kleinen KMU wi- der. Die Wirkung auf die Eigenfinanzie- rungskraft ist sichtbar: 61 % der Investi- tionsausgaben im Jahr 2013 wurden über Eigenmittel realisiert (+14 Prozent- punkte). Nach dem Einbruch im Jahr 2012 (-12 Prozentpunkte), der abschmel- zenden Renditen und Eigenkapitalquo- ten geschuldet war 27 , erhöhen die klei- nen KMU ihren Eigenmittelanteil wieder deutlich. Im Gegenzug reduzieren kleine Mittelständler die Bankkredite – entspre- chend hat sich ihr Nachfragevolumen re- duziert.

Große Mittelständler wenden sich hinge- gen vermehrt dem Bankkredit zur Inves- titionsfinanzierung zu (+3 Prozentpunk-

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2005–2014.

te). Auch Fördermittel werden häufiger genutzt (ebenfalls +3 Prozentpunkte). Der Eigenmitteleinsatz wird hingegen re- duziert (-8 Prozentpunkte auf 53 %). Der historisch gute Kreditzugang wird von ihnen stärker genutzt, dies wirkt sich je- doch nicht auf ihr Investitionsvolumen aus.

Der ursprünglich von den Unternehmen anvisierte Bedarf zur Kreditfinanzierung von 119 Mrd. EUR unterlag auch im ak- tuellen Berichtsjahr einer Planrevision (Veränderung in den Finanzierungsab- sichten oder Investitionsplänen). Ver- gleichbar zum Niveau der Vorjahre ergibt sich eine Planrevisionsquote von 22 % bzw. wurden 26 Mrd. EUR nicht mehr benötigt.

Weniger Kreditverhandlungen verlaufen erfolgreich

Die Kreditnachfrage des Mittelstands ist 2013 mit +16 % deutlich gestiegen – die letztlich zur Investitionsfinanzierung ein- gesetzten Fremdmittel blieben jedoch konstant (Grafik 14). Wie erklärt sich diese Lücke trotz historisch guter Bedin- gungen beim Kreditzugang? Die Ursa- che findet sich, neben der genannten Planrevision, in einer leichten Verschie- bung des Ausgangs von Kreditverhand- lungen.

Einerseits verharrt der Anteil an Mittel- ständlern, bei denen sämtliche Verhand- lungen aufgrund eines fehlenden Kre- ditangebots der Bank scheitern bei histo- risch niedrigen 14 % (Grafik 18). Diese Konstanz findet sich in sämtlichen Grö- ßenklassen (vgl. Tabelle 18 im zugehöri- gen Tabellenband). Dabei scheitern

KfW-Mittelstandspanel 2014

nach wie vor Kreditverhandlungen bei kleinen KMU (weniger als fünf Beschäf- tigte) noch immer deutlich häufiger als bei größeren Mittelständlern (50 und mehr Beschäftigte): 17 % im Vergleich zu 3 % im Jahr 2013.

Andererseits aber reduziert sich der An- teil erfolgreicher Verhandlungen von ei- nem Höchststand im Jahr 2012 von 67 % um 10 Prozentpunkte auf 57 % im Jahr 2013. Parallel dazu melden die KMU häufiger, dass mindestens eine Verhandlung gescheitert ist; entweder aufgrund eines fehlenden Bankangebots (+6 Prozentpunkte auf 23 %) oder durch eigene Ablehnung eines Kreditangebots (+3 Prozentpunkte auf 20 %). 28 Dies be- trifft KMU sämtlicher Größenklassen.

Geschmolzene Kreditangebotslücke, hohe Investitionsfähigkeit

Nichtsdestotrotz liegt die Kreditangebots- lücke des Mittelstands insgesamt im Jahr 2013 nahe Null. Es konnten lediglich Kreditnachfragen der KMU in Höhe von 500 Mio. EUR aufgrund fehlender Ange- bote der Banken nicht befriedigt werden (ca. 0,8 % der tatsächlichen Kreditnach- frage – berechnet als Differenz zwischen ursprünglicher Kreditnachfrage und Plan- revision). Dies ist der fünfte Rückgang in Folge. Seit 2008 hat sich die Kreditver- fügbarkeit sowohl für kleinere als auch für größere Mittelständler kontinuierlich verbessert.

Die KMU weisen auch bei gescheiterten Kreditverhandlungen eine hohe und im Jahr 2013 weiter gestiegene Investitions-

Grafik 19:

Grafik 18:

Ausgang von Kreditverhandlungen

70 % 67 % 61 % 56 % 60 % 57 % 51 % 47
70
%
67 %
61 %
56 %
60
%
57 %
51
%
47
%
47
%
50
%
37
%
40
%
35
%
32
%
35
%
25 %
30
%
27
%
24
%
24
%
23 %
20 %
17 %
20
%
16 %
22
%
20 %
17 %
17
%
10
%
14 %
14 %
12 %
14 %
0 %
2004
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Alle Verhandlungen erfolgreich
Min. eine Verhandlung scheitert, Unternehmen lehnt Kreditangebot ab
Min. eine Verhandlung scheitert, Bank macht kein Kreditangebot
Alle Verhandlungen scheitern, Bank macht kein Kreditangebot

Anmerkung: Mit der Anzahl der Unternehmen hochgerechnet.

fähigkeit auf (Grafik 19). Vor allem inte- ressant: Weiter leicht gestiegen ist der Anteil tatsächlich realisierter Investitio- nen in dem Fall, dass die KMU Kreditan- gebote der Bank ablehnen (81 %). Die noch immer starke Eigenkapitalausstat- tung erlaubt den KMU Kreditangebote abzulehnen, wenn die Konditionen nicht ihren Erwartungen entsprechen.

Mittelstand in Wartestellung

Diese Investitionsfähigkeit wird jedoch 2013 vermehrt für die Pflege des beste- henden Kapitalstocks eingesetzt. Es ist zu vermuten, dass stärker risikobehafte- te, aber wettbewerbsstärkende Vorha- ben aktuell eher zurückgestellt werden. Ein Indiz dafür ist beispielsweise der

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2005–2014.

Rückgang der Auslandsaktivitäten der Unternehmen. Gerade diese Investitio- nen sind aber nötig, um auch langfristig die momentan noch gute internationale Wettbewerbsfähigkeit halten zu kön- nen. 29

Ob im laufenden Jahr mit einem deutli- chen Plus der KMU an Investitionen ge- rechnet werden kann, ist im Hinblick auf eher eingetrübte Geschäftserwartungen zumindest fraglich.

Geschäftserwartungen bis 2016 geben wenig Hoffnung auf Belebung

Die Umsatz- und Ertragserwartungen für die Jahre 2014–2016 bleiben verhalten, auf einem zum Vorjahr nahezu konstan- ten Niveau (Grafik 20).

Sowohl bei der Umsatz- als auch Er- tragsentwicklung sind die Aussichten im Saldo (traditionell) im positiven Bereich:

bei Umsätzen um 14 Prozentpunkte (-2 ggü. Vorjahr), im Hinblick auf die Er- träge um 11 Prozentpunkte (+2 ggü. Vor- jahr). Auch die Zusammenfassung bei- der Teilindikatoren zu einem Gesamtin- dikator „Geschäftserwartungen“ 30 zeigt kaum eine Veränderung zum Vorjahr. Der Saldo aus optimistisch und pessi- mistisch gestimmten Unternehmen liegt im Jahr 2013 bei +15 Prozentpunkten (2012: +14).

Trotz weit gehender Stabilität der Erwar- tungen, die Stimmungsverschlechterung in den zurückliegenden Jahren ist offen- sichtlich. Der Anteil der Optimisten hat

Anteil des realisierten am geplanten Investitionsvolumen bei Scheitern von Kreditverhandlungen

100 % 90,7 % 93,8 % 93,7 % 93,2 % 93,2 % 93,5 % 90,5
100 %
90,7 %
93,8 %
93,7 %
93,2 % 93,2 %
93,5 %
90,5 %
73,2 %
69,2 %
75
%
81,1 %
75,9 %
71,6 %
50,3 %
52,0 %
50
%
43,5 %
40,9 %
36,1 %
48,8 %
45,1 %
44,1 %
25
%
0 %
2005
2006
2007
2008
2009
2010
2011
2012
2013
Alle Verhandlungen erfolgreich
Min. eine Verhandlung scheitert, Bank macht aber Angebot
Min. eine Verhandlung scheitert, Bank macht kein Angebot

Anmerkung: Den Anteilen zugrunde liegen Volumina über die Anzahl der Beschäftigten hochgerechnet. Für Berechnungsdetails siehe Reize (2011).

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2006–2014.

KFW ECONOMIC RESEARCH

abgenommen, es dominiert eine neutrale Sicht in die Zukunft. Dies ist problema- tisch, denn sind KMU neutral gestimmt, agieren sie fast identisch zu KMU mit pessimistischem Blick in die Zukunft. Nur bei positiven Erwartungen werden die Unternehmen mit anziehender Investiti- onsbereitschaft (Faktor 1,5), einem hö- heren Investitionsvolumen (Faktor 1,3) und mehr Kapazitätserweiterungen (Fak- tor 1,6) aktiv.

Ausblick 2014: Abwartende Haltung aktuell noch verstärkt

Für das aktuelle Jahr 2014 ist kaum mit einer Belebung der Performance im Mit- telstand zu rechnen. Dies deuten neben den Geschäftserwartungen der KMU ei- ne Reihe weiterer Stimmungsindikatoren an. 31 Zwar ist die deutsche Wirtschaft mit einem BIP-Zuwachs um 0,7 % ver- gleichsweise kräftig in das laufende Jahr gestartet, im zweiten Quartal jedoch überraschend um 0,2 % gegenüber dem Vorquartal geschrumpft. 32

Grafik 20:

Geschäftserwartungen im Mittelstand bis 2016

Umsatzentwicklung 2014–2016 Umsatzentwicklung 2013–2015 Umsatzentwicklung 2012–2014 Umsatzentwicklung 2011–2013 Umsatzentwicklung 2010–2012

17

%

 

52

%

 

31

%

 

17

%

50

%

 

33

%

20

%

 

45

%

 

35

%

 

17

%

41

%

 

42

%

 

17

%

 

40

%

 

44

%

 

Ertragsentwicklung 2014–2016 Ertragsentwicklung 2013–2015 Ertragsentwicklung 2012–2014 Ertragsentwicklung 2011–2013 Ertragsentwicklung 2010–2012

17

%

 

55

%

28 %

20

%

   

51

%

29 %

23

%

   

48

%

29 %

19

%

 

44

%

 

37

%

20 %

40

%

 

39 %

 
 
  Sinken Gleich bleiben Steigen  

Sinken

Gleich bleiben

Gleich bleiben

Gleich bleiben

Steigen

 

Geschäftserwartungen 2014–2016

20

%

 

45

%

35

%

Geschäftserwartungen 2013–2015

23

%

 

40

%

 

37

%

Geschäftserwartungen 2012–2014

25

%

 

38

%

 

37

%

Geschäftserwartungen 2011–2013

21 %

 

33 %

   

46

%

Geschäftserwartungen 2010–2012

   

19 %

 

30

%

 

51 %

 
 
  Pessimistisch Neutral Optimistisch

Pessimistisch

  Pessimistisch Neutral Optimistisch

Neutral

  Pessimistisch Neutral Optimistisch

Optimistisch

Anmerkung: Mit der Anzahl der Unternehmen hochgerechnet.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2010–2014.

Von einer Erholung der leicht ange- spannten Vorjahressituation kann zum aktuellen Zeitpunkt kaum ausgegangen werden. Vielmehr sind die mittelständi- schen Unternehmen in einer abwarten- den Haltung; die Sicherung der Stabilität dominiert. Zudem hat sich das mittel- ständische Geschäftsklima jüngst noch- mals eingetrübt. 33 Vor allem das Wachs- tum in Europa entwickelt sich noch im- mer schwächer als erwartet.

Konflikte erhöhen Unsicherheit, aber Deutschland und Europa beschäf- tigen mehr

Der Mittelstand spürt die Krisen in Ost- europa und im Nahen Osten eher indi- rekt. Die Stimmung der Unternehmen hat zuletzt deutlich nachgegeben. Die Un- sicherheit in Europa ist sehr hoch. Aber

nur 20 % der Mittelständler melden indi- rekte negative Auswirkungen auf ihr Ge- schäft infolge der zusätzlichen Verunsi- cherung durch den Ukraine-Konflikt im Frühjahr. (Grafik 21 – zur ergänzenden Befragung zum KfW-Mittelstandspanel siehe Kasten auf Seite 12). Getrieben wird diese Einschätzung in erster Linie von größeren KMU aus dem Verarbei- tenden Gewerbe: Über die Hälfte der KMU dieses Segments (51 %) – damit 2,5-mal häufiger als der Gesamtmittel- stand – nennt diese Folge. Das ist wenig überraschend, denn diese KMU sind in- ternational deutlich stärker eingebunden.

Direkte Folgen des Ukraine-Konflikts sind noch geringer. Rund 13 % der KMU sehen aktuell mögliche direkte Folgen des Ukraine-Konflikts für die eigenen

Grafik 21:

Ukraine-Konflikt im September 2014 und seine Auswirkungen auf den Mittelstand

Gar nicht betroffen

 

69 %

Drückt generell auf die Stimmung

 

20 %

 

Eigene Wertschöpfungskette negativ betroffen

13 %

 

Könnte Energiepreise steigen lassen

9 %

 

Anmerkung: Mit der Anzahl der Unternehmen hochgerechnet. Mehrfachnennungen bei den möglichen Auswirkungen des Ukraine-Konflikts möglich.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2014 (Zusatzbefragung September 2014).

Vertriebs- und Bezugsstrukturen (Gra- fik 21). Auch diese Einschätzung ist wie- derum bei größeren KMU aus dem Ver- arbeitenden Gewerbe (jedes dritte Un- ternehmen) wesentlich ausgeprägter. Befürchtungen, die Energiepreise könn- ten steigen, äußern 9 %.

Da die großen KMU des Verarbeitenden Gewerbes sich stark betroffen sehen, ist nicht auszuschließen, dass die Umsatz- einbrüche im Osteuropageschäft am En- de höher ausfallen als die Stimmungsin- dikatoren für den gesamten Mittelstand derzeit vermuten lassen

Zögerlichkeit bei Investitionen nimmt 2014 zu

Für das Jahr 2014 zeichnet sich eine zö- gerliche Investitionshaltung der Mittel- ständler ab. Bis zum September wurde bei 45 % der KMU mindestens ein ge- plantes Investitionsvorhaben verscho- ben, vermindert oder aufgegeben (Gra- fik 22). Bei gleich bleibendem Trend ergäbe sich ein Volumen von rund 41 Mrd. EUR an ursprünglich geplanten, letztlich aber nicht realisierten Investitio- nen. Dies ist mehr als in den vergan- genen beiden Jahren (jeweils 31 Mrd. EUR), aber noch deutlich unter dem Re- visionsvolumen der Krisenjahre 2008/2009 mit jeweils über 60 Mrd. EUR.

Hauptursache ist die Sorge um die Konjunktur

Als Ursache für zurückgehaltene Investi- tionen im Mittelstand dominiert die schlechte Konjunktur. Jeder dritte Mittel- ständler, der seine Investitionen 2014 nicht umsetzt, nennt unsichere Absatz- preiserwartungen als Grund (35 %). Hin- zu kommt eine starke Unsicherheit über die Entwicklung der Inlandsnachfrage (32 %). Der jüngste GfK-Konsumklima- index gibt den KMU Recht: Eine aber- mals gesunkene Verbraucherstimmung bremst den privaten Konsum. Das deutet auf eine schwächere Inlandsnachfrage hin. Damit ist ein weiterer Rückgang der Umsatzwachstumsraten für das Gesamt- jahr zu erwarten.

Die Erwartung sinkender Absatzpreise weist auch auf zunehmenden Wettbe- werbsdruck aus Europa hin, wo an vielen Orten die Wettbewerbsfähigkeit erhöht wird. Zudem können die Ergebnisse als Indiz für Unsicherheit in der Bildung von Preiserwartungen interpretiert werden. Aktuelle Daten untermauern diese Sicht- weise: Gemäß Eurostat fiel die jährliche Inflationsrate im Euroraum im September 2014 auf ein Fünfjahrestief von 0,3 %. 34

Beachtlich oft wird Finanzierungsschwie- rigkeiten eine Bedeutung als Investi- tionshemmnis eingeräumt (33 %). Hier ist zu beachten, dass dies ausschließlich auf Bewertungen derjenigen KMU ba- siert, die im Jahr 2014 Investitionspläne revidiert haben. Zum Vergleich: Wurden im Gesamtjahr 2013 Investitionen ver- schoben, vermindert oder aufgegeben, gab es bei 77 % der zugehörigen Kredit- verhandlungen Probleme. Insofern kann das Ergebnis eher als Beleg für den der- zeit sehr guten Kreditzugang für KMU gewertet werden.

Einfluss des Ukraine-Konflikts auf In- vestitionen derzeit noch nicht ab- sehbar

Die Unsicherheit der Mittelständler ist ak- tuell hoch, und schlägt sich in anhalten- der Zurückhaltung bei den Investitionen nieder. Bisher scheint der Konflikt in der

Grafik 22:

KfW-Mittelstandspanel 2014

Investitionsverhalten im Jahr 2014

Veränderung ursprünglich für 2014 geplanter Investitionen im Verlauf des Jahres …

Gesamter Mittelstand

Unternehmen von Ukraine-Konflikt direkt oder / und indirekt betroffen

von Ukraine-Konflikt direkt oder / und indirekt betroffen   12 % 26 % 7 %  
 

12 %

26 %

7

%

 

57 %

 

11 %

 

34 %

9

%

 

52 %

 

Aufgabe

Aufgabe Verschiebung Verminderung Umsetzung wie Plan

Verschiebung

Verschiebung

Verminderung

Verminderung

Umsetzung wie Plan

Ursachen der Aufgabe, Verschiebung oder Verminderung von Investitionen?

Erwartung sinkender Absatzpreise

 

35 %

Finanzierungsschwierigkeiten

 

33 %

 

Unsicherheit über Entwicklung der Nachfrage im Inland

 

32 %

 

Bürokratische Hindernisse

 

26 %

 

Erwartung steigender Personalkosten

 

24

%

 

Präferenz, Mittel nicht langfristig zu binden

 

24

%

Erwartung steigender Energiekosten

 

21 %

 

Mangel an geeigneten Fachkräften

 

19 %

 

Erwartung steigender Sachkosten (ohne Energie)

 

14 %

 

Unsicherheit über Entwicklung Nachfrage im Ausland

 

13 %

Unsicherheit über Entwicklung des Ukraine-Konflikts

8 %

 

Anmerkung: Antworten zu den Ursachen der Aufgabe, Verschiebung oder Verminderung auf einer 5 Punkte-Skala von 1 „Hat starke Rolle gespielt“ bis 5 „Hat keine Rolle gespielt“. Dargestellt sind die zusammengefassten Angaben für die ersten beiden Kategorien.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2014 (Zusatzbefragung September 2014).

Ukraine die Investitionen weniger stark zusätzlich zu bremsen als bislang ver- mutet. Dieser führt aktuell noch nicht da- zu, dass Investitionen vollständig aufge- geben werden. Allerdings erhöht sich der Anteil der Mittelständler, die Projekte in die Zukunft verschieben (Grafik 22).

Mehr auch an öffentlichen Investitionen als Impulsgeber sowie Zuversicht in der Energiewende sind wünschenswerte Zu- taten künftiger Wirtschaftspolitik.

Wie hoch tatsächlich der „Verlust“ an In- vestitionsvolumen infolge dieses geopoli- tischen Konflikts sein wird, ist gegenwär- tig nicht seriös abschätzbar. Möglich ist durchaus ein deutlich höheres Revi- sionsvolumen als aktuell ermittelt. Das wird stark von der weiteren Betroffenheit großer KMU abhängen, vor allem aus dem Verarbeitenden Gewerbe.

Grundsätzlich gilt: Nur Sicherheit und Zuversicht bringen mittelständische In- vestitionen. Ein konsequenter, wachs- tumsorientierter Kurs für Europa, ein

KFW ECONOMIC RESEARCH

Das KfW-Mittelstandspanel wird seit dem Jahr 2003 als schriftliche Wiederholungsbefragung der kleinen und mittleren Unter- nehmen in Deutschland mit einem Umsatz von bis zu 500 Mio. EUR im Jahr durchgeführt.

Mit einer Datenbasis von bis zu 15.000 Unternehmen pro Jahr stellt das KfW-Mittelstandspanel die einzige repräsentative Er- hebung im deutschen Mittelstand und damit die wichtigste Datenquelle für mittelstandsrelevante Fragestellungen dar. Durch die Repräsentativität für sämtliche mittelständische Unternehmen aller Größenklassen und Branchen in Deutschland bietet das KfW-Mittelstandspanel die Möglichkeit, Hochrechnungen auch für Kleinstunternehmen mit weniger als fünf Beschäftig- ten durchzuführen. In der aktuellen Welle haben sich 10.515 mittelständische Unternehmen beteiligt.

Auf Basis des KfW-Mittelstandspanels werden Analysen zur langfristigen strukturellen Entwicklung des Mittelstands durchge- führt. Das KfW-Mittelstandspanel liefert ein repräsentatives Abbild der gegenwärtigen Situation, der Bedürfnisse und der Plä- ne mittelständischer Unternehmen in Deutschland. Den Schwerpunkt bilden jährlich wiederkehrende Informationen zum Unter- nehmenserfolg, zur Investitionstätigkeit und zur Finanzierungsstruktur. Dieses Instrument bietet die einzigartige Möglichkeit, quantitative Kennziffern mittelständischer Unternehmen, wie Investitionsausgaben, Kreditnachfrage oder Eigenkapitalquoten zu bestimmen.

Zur Grundgesamtheit des KfW-Mittelstandspanels gehören alle mittelständischen Unternehmen in Deutschland. Hierzu zählen private Unternehmen sämtlicher Wirtschaftszweige, deren jährlicher Umsatz die Grenze von 500 Mio. EUR nicht übersteigt. Ausgeschlossen sind der öffentliche Sektor, Banken sowie Non-Profit Organisationen. Derzeit existiert keine amtliche Statistik, die die Anzahl mittelständischer Unternehmen und die Zahl ihrer Beschäftigten adäquat abbildet. Zur Bestimmung der Grund- gesamtheit mittelständischer Unternehmen für das Jahr 2013 wie auch für die Grundgesamtheit der Beschäftigten in mittel- ständischen Unternehmen im Jahr 2013 wurde im Erhebungsjahr 2014 das Unternehmensregister sowie die Erwerbstätigen- rechnung verwendet.

Die Stichprobe des KfW-Mittelstandspanels ist so konzipiert, dass repräsentative, verlässliche und möglichst genaue Aussagen generiert werden. Die Stichprobe wird dazu in vier Schichtgruppen unterteilt: Fördertyp, Branchenzugehörigkeit, Beschäftigten- größenklasse, Region. Um von der Stichprobe auf die Grundgesamt schließen zu können, werden die Befragungsergebnisse gewichtet bzw. hochgerechnet. Für die Bestimmung der Hochrechnungsfaktoren werden die vier zentralen Schichtungsmerk- male verwendet: Die Hochrechnungsfaktoren setzen dabei die Verteilung der Nettostichprobe (entsprechend den vier Schich- tungsmerkmalen) ins Verhältnis zur Verteilung in der Grundgesamtheit. Insgesamt werden zwei Hochrechungsfaktoren ermit- telt: Ein ungebundener Faktor zur Hochrechnung qualitativer Größen auf die Anzahl mittelständischer Unternehmen in Deutschland und ein gebundener Faktor zur Hochrechnung quantitativer Größen auf die Anzahl der Beschäftigten in mittel- ständischen Unternehmen in Deutschland.

Durchgeführt wird die Befragung von der GfK SE, Division Marktforschung, im Auftrag der KfW Bankengruppe. Wissenschaft- lich beraten wurde das Projekt vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim. Der Befragungszeit- raum der Hauptbefragung der 12. Welle des KfW-Mittelstandspanels lief vom 01.02.2014 bis 30.05.2014.

Eine ergänzende Befragung zum KfW-Mittelstandspanel im Herbst 2014 zu den Auswirkungen der aktuellen Spannungen in Osteuropa sowie zum Investitionsverhalten im Jahr 2014 wurde im Zeitraum vom 08.09.2014 bis 17.09.2014 ebenfalls durch die GfK SE im Rahmen einer Online-Erhebung durchgeführt. Befragt wurden sämtliche Unternehmen, die bereits zur Hauptun- tersuchung der diesjährigen Welle des KfW-Mittelstandspanels teilnahmen und zu denen eine valide E-Mail Adresse bekannt war. Insgesamt konnten Antworten von 2.285 Unternehmen berücksichtigt werden. Aufgrund der Anbindung an den Hauptda- tensatz des KfW-Mittelstandspanels geben auch diese Ergebnisse ein repräsentatives Abbild.

Die Struktur des Mittelstands im Jahr

2013

Zum Mittelstand zählen sämtliche Unter- nehmen in Deutschland, deren Jahres- umsatz 500 Mio. EUR nicht überschrei- tet. Gemäß dieser Definition gibt es 2013 3,61 Mio. mittelständische Unternehmen in Deutschland. Der Mittelstand stellt damit 99,95 % aller Unternehmen in Deutschland.

Der Mittelstand ist klein …

Die überwiegende Zahl der Mittelständler in Deutschland ist klein (Grafik 23). 86 % der Unternehmen (oder knapp 3,1 Mio.) weisen einen Jahresumsatz von unter 1 Mio. EUR auf. Weniger als 0,5 % (oder knapp 14.000) der Mittelständler erzielen über 50 Mio. EUR Jahresumsatz.

Die Kleinteiligkeit des Mittelstands kommt auch in den Beschäftigtenzahlen zum Ausdruck (Grafik 24). 82 % Prozent der KMU haben weniger als fünf Be- schäftigte (3,0 Mio.). 1,8 % der Mittel- ständler haben 50 und mehr Beschäfti- ge. In den vergangenen Jahren hat sich dabei die Kleinteiligkeit des Mittelstands verstärkt. Gründe für diese Entwicklung sind die zunehmende Tertiärisierung und ein Gründungsüberschuss.

… und dienstleistungsorientiert

Der Großteil der mittelständischen Un- ternehmen sind Dienstleistungsunter- nehmen (Grafik 25): 2,73 Mio. – oder 75 % aller Mittelständler – sind in Dienst- leistungsbranchen aktiv, davon 1,31 Mio. als wissensintensive Dienstleister, Ten- denz steigend. Zum FuE-intensiven Ver- arbeitenden Gewerbe zählen 1,7 % aller KMU etwa 61.000 Unternehmen).

Rund 2,95 Mio. Mittelständler haben ih- ren Unternehmenssitz in den westdeut- schen Bundesländern (82 %). 18 % (o- der 664.000) haben ihren Sitz in den ostdeutschen Bundesländern.

KfW-Mittelstandspanel 2014

Grafik 23:

Mittelstand nach Jahresumsatz 2013

Bis zu 1 Mio. EUR2014 Grafik 23: Mittelstand nach Jahresumsatz 2013 Über 10 bis zu 50 Mio. EUR 1 %

Über 10 bis zu 50 Mio. EUR23: Mittelstand nach Jahresumsatz 2013 Bis zu 1 Mio. EUR 1 % 1 % 6 %

1 % 1 % 6 % 7 % 86 %
1 %
1 %
6 %
7 %
86 %

Über 1 bis zu 2 Mio. EUREUR Über 10 bis zu 50 Mio. EUR 1 % 1 % 6 % 7 %

Über 50 Mio. EURMio. EUR 1 % 1 % 6 % 7 % 86 % Über 1 bis zu

6 % 7 % 86 % Über 1 bis zu 2 Mio. EUR Über 50 Mio.

Über 2 bis zu 10 Mio. EUR

Anmerkung: Mit Anzahl der Unternehmen hochgerechnete Werte.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2014.

Grafik 24:

Mittelstand nach Beschäftigten 2013

Unter 5 Beschäftigte2014. Grafik 24: Mittelstand nach Beschäftigten 2013 2 % 7 % 9 % 82 % 5–9

2 % 7 % 9 % 82 % 5–9 Beschäftigte 10–49 Beschäftigte
2 %
7 %
9 %
82 %
5–9 Beschäftigte
10–49 Beschäftigte

50 und mehr Beschäftigte

Anmerkung: Mit Anzahl der Unternehmen hochgerechnete Werte.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2014.

Grafik 25:

Branchenaufteilung im Mittelstand 2013

39 %

2 % 2 % 5 % 6 % 10 % 36 %
2 %
2 %
5 %
6 %
10 %
36 %

FuE-intensives Verarbeitendes Gewerbeim Mittelstand 2013 39 % 2 % 2 % 5 % 6 % 10 % 36

Bau5 % 6 % 10 % 36 % FuE-intensives Verarbeitendes Gewerbe Sonstige Dienstleistungen keine Angabe Sonstiges

Sonstige Dienstleistungen% 6 % 10 % 36 % FuE-intensives Verarbeitendes Gewerbe Bau keine Angabe Sonstiges Verarbeitendes Gewerbe

keine AngabeVerarbeitendes Gewerbe Bau Sonstige Dienstleistungen Sonstiges Verarbeitendes Gewerbe Wissensintensive

Sonstiges Verarbeitendes Gewerbe Wissensintensive DienstleistungenGewerbe Bau Sonstige Dienstleistungen keine Angabe Sonstige Anmerkung: Mit Anzahl der Unternehmen

SonstigeVerarbeitendes Gewerbe Wissensintensive Dienstleistungen Anmerkung: Mit Anzahl der Unternehmen hochgerechnete Werte.

Anmerkung: Mit Anzahl der Unternehmen hochgerechnete Werte.

Quelle: KfW-Mittelstandspanel 2014.

KFW ECONOMIC RESEARCH

1 Der Tabellenband zum KfW-Mittelstandspanel ist abrufbar unter: https://www.kfw.de/KfW-Konzern/KfW-Research/KfW-Mittelstandspanel.html

2 Vgl. Schwartz, M. (2013), Mittelstand im rauen Wind: Wettbewerb wird intensiver, die drei „I“ versprechen Erfolg, Fokus Volkswirtschaft Nr. 27, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

3 Abel-Koch, J. und J. Gerstenberger (2014), KfW-Wettbewerbsindikator: Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes im internationalen Vergleich – noch liegt Deutschland in der Spitzengruppe, KfW Economic Research, Frankfurt am Main. Dabei wird die internationale Wettbewerbsfähigkeit von KMU in zehn wichtigen In- dustrie- und Schwellenländern entlang verschiedener Dimensionen erfasst und verglichen.

4 Als Forschungs- und Entwicklungsintensives Verarbeitendes Gewerbe werden diejenigen Branchen der Verarbeitenden Gewerbes verstanden, deren durch- schnittliche Forschungs- und Entwicklungsintensität (FuE-Intensität: Quotient aus FuE-Aufwendungen und Umsatz) bei über 3,5 % liegt.

5 Vgl. Tchouvakhina, M. und M. Schwartz (2013), Auf die Vielfalt kommt es an: Deutscher Mittelstand im europäischen Vergleich, Fokus Volkswirtschaft Nr. 24, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

6 Vgl. Tchouvakhina, M. und M. Schwartz (2013), Auf die Vielfalt kommt es an: Deutscher Mittelstand im europäischen Vergleich, Fokus Volkswirtschaft Nr. 24, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

7 Daten zur Erwerbstätigenzahl der Gesamtwirtschaft aus Erwerbstätigenrechnung des Statistischen Bundesamtes.

8 Insgesamt nahm die Zahl der Auszubildenden im Mitttelstand um rund 20.000 ab (-1,7 %). Allerdings war parallel die Gesamtzahl an Ausbildungsverträgen in Deutschland stärker rückläufig (-2,7 %); Vorläufige Zahlen gemäß Statistisches Bundesamt (2014), Pressemitteilung Nr. 176 vom 21.05.2014.

9 Die Wachstumsrate der Beschäftigten wird auf Grundlage der Vollzeitäquivalenten (Full-Time-Equivalent (FTE)) berechnet. Hierdurch wird – im Gegensatz zum Erwerbstätigenkonzept – die tatsächliche Arbeitsnachfrage abgebildet. Die Vollzeitäquivalent-Beschäftigten errechnen sich aus der Zahl der Vollzeitbeschäftigten (inklusive Inhaber) zuzüglich der Zahl der Teilzeitbeschäftigten multipliziert mit dem Faktor 0,5. Auszubildende werden nicht berücksichtigt.

10 Wissensintensive Dienstleistungen umfassen Dienstleistungsbranchen mit einem überdurchschnittlich hohen Akademikeranteil oder Dienstleistungen mit einer starken Technologieorientierung. Hierzu zählen bspw. Architektur- und Ingenieurbüros, Rechts-, Steuer- und Unternehmensberatungen oder das Grundstücks- und Wohnungswesen.

11 Gemessen als indexierte Werte (2003=100) der Arbeitsproduktivität (Umsatz je Vollzeitäquivalent-Beschäftigten). Fehlende Umsatz- und Beschäftigtenangaben wurden imputiert. Bereinigte und hochgerechnete Werte.

12 Gemessen als Differenz der absoluten Arbeitsproduktivität zwischen großen KMU und kleinen KMU, im Verhältnis zum Wert der großen KMU.

13 Die Umsatzrendite ist definiert als Quotient aus Vorsteuerertrag und Umsatz. Ausgewiesen werden jeweils mit dem Umsatz gewichtete Mittelwerte der Umsatz- rendite.

14 Siehe zu ähnlichen Befunden Zimmermann, V. (2014), Unternehmensbefragung 2014: Finanzstark, energiebewusst, standortsensibel, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

15 Zum Thema der Krisenerkennung, Krisenprävention und Überwindung siehe Tchouvakhina, M. und P. Stöver (2013), Wie Unternehmer Krisen rechtzeitig erken- nen, nutzen und überwinden, Fokus Volkswirtschaft Nr. 29, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

16 Die Datenbasis sind alle Unternehmen, zu denen in jedem Jahr des Analysezeitraums die entsprechenden Daten vorliegen. Eine Ausreißerbereinigung wurde für jede Welle separat durchgeführt. Aufgrund der längerfristigen Analysezeiträume bei der Ermittlung der Krisenindikatoren, d. h. Einbeziehung mehrerer Wellen des KfW-Mittelstandspanels, sind die Ergebnisse nicht repräsentativ. Hierzu wären Längsschnitthochrechnungsfaktoren nötig, die nicht vorliegen.

17 Die Eigenkapitalquote ist definiert als Quotient aus Eigenkapital und Bilanzsumme. Ausgewiesen werden jeweils mit der Bilanzsumme gewichtete Mittelwerte der Eigenkapitalquote. Zur Berechnungen werden nur bilanzierungspflichtige Unternehmen herangezogen.

18 Bruttoanlageinvestitionen des Unternehmenssektors umfassen Ausrüstungsinvestitionen zuzüglich der Bauinvestitionen (ohne Wohnungsbau) des privaten Sek- tors. Die Unternehmensinvestitionen werden im Rahmen des KfW-Investbarometers ermittelt. Vgl. hierzu Hornberg, C. (2013), KfW-Investbarometer Deutschland, Februar 2013. Unternehmensinvestitionen: Allmähliche Erholung. KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

19 Auch die Großunternehmen folgen der (negativen) Tendenz aus den Vorjahren: Ihr Kapitalstock verliert an Wert, die Abschreibungen (147 Mrd. EUR) überstei- gen wiederum die Neuinvestitionen (127 Mrd. EUR). Die Investitionsdeckung liegt einmal mehr unter der 100 %-Schwelle (86 %; 2012: 99 %). Für eine detaillierte Gegenüberstellung der Nettoinvestitionen nach Unternehmensgrößenklassen siehe Schwartz, M. und J. Gerstenberger (2014), Investitionen: Mittelstand noch im Plus, Großunternehmen schon lange im Minus, Fokus Volkswirtschaft Nr. 61, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

20 Zur Ermittlung der absoluten Volumina der Nettoinvestitionen im Mittelstand und im Unternehmenssektor in Deutschland insgesamt, wurden Daten des KfW- Mittelstandspanels mit Investitionsdaten des gesamten Unternehmenssektors, bereitgestellt vom Statistischen Bundesamt, gekoppelt. Das Investitions- sowie das Abschreibungsvolumen im Mittelstand werden im Rahmen des KfW-Mittelstandspanels erhoben. Die gesamten Unternehmensinvestitionen werden berechnet, in- dem die Bruttoanlageinvestitionen um staatliche Investitionen und Wohnbauinvestitionen bereinigt werden. Die Abschreibungen des Unternehmenssektors werden analog berechnet. Die zu Grunde liegenden Daten sind der Fachserie 18, Reihe 1.4 (Stand: März 2014), des Statistischen Bundesamtes entnommen. Das Investi- tions- sowie das Abschreibungsvolumen der Großunternehmen (Unternehmen mit einem Umsatz von über 500 Mio. EUR im Jahr) ergeben sich durch den Abzug der für den Mittelstand errechneten Volumina von den entsprechenden Werten für den gesamten Unternehmenssektor.

21 Siehe hierzu vor allem Deutsche Bank Research (2014), Focus Germany: Ice bucket challenge and strcutural investment gap, 2. September 2014.

22 Abel-Koch, J. und J. Gerstenberger (2014), KfW-Wettbewerbsindikator: Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes im internationalen Vergleich – noch liegt Deutschland in der Spitzengruppe, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

23 Die zu 100 % fehlenden Angaben entfallen auf die Kategorie „Sonstiges“, die unter anderem Innovation, Rationalisierung, Renovierung, Sanierung und Repara- turen umfasst.

24 Gerstenberger, J. und M. Schwartz (2014), Unsicherheit kostet mittelständische Investitionen: Sichere Rahmenbedingungen nötig, Fokus Volkswirtschaft Nr. 66, KfW Economic, Frankfurt am Main.

25 Im Durchschnitt verhandelt ein Mittelständler dabei mit 1,8 unterschiedlichen Banken oder Sparkassen. Fast die Hälfte der KMU verhandelt ausschließlich mit einem Kreditinstitut (46 %). Das unterstreicht die hohe Bedeutung der Hausbank für die KMU.

26 Eine Detailauswertung zur Kreditnachfrage im Mittelstand im Zeitverlauf findet sich bei Schwartz, M. (2014), Wie viel Kredit darf’s sein? Kreditnachfrage für In- vestitionen im Mittelstand vor – nach – in der Krise, Fokus Volkswirtschaft Nr. 55, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

27 Siehe hierzu ausführlicher Schwartz, M. (2013), KfW-Mittelstandspanel 2013. Solider Gesamteindruck trotz Sand im Getriebe, KfW Economic Research, Frank- furt am Main.

28 Die gestiegene Ablehnungshäufigkeit seitens der Banken geht hauptsächlich auf den Ablehnungsgrund einer veränderten Geschäftspolitik zurück (+14 Prozent- punkte ggü. 2012). Die Unternehmen lehnen Kreditangebote häufiger ab, weil der von der Bank geforderte Zinssatz zu hoch ist (+7 Prozentpunkte ggü. 2012).

29 Abel-Koch, J. und J. Gerstenberger (2014), KfW-Wettbewerbsindikator: Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstandes im internationalen Vergleich – noch liegt Deutschland in der Spitzengruppe, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

KfW-Mittelstandspanel 2014

30 Zur Beurteilung der Erwartungen der Unternehmer können auf Basis des Mittelstandspanels zwei Indikatoren gebildet werden: Umsatz- und Ertragserwartungen. Diese werden für die jeweils kommenden drei Jahre erfragt und können folgende drei Ausprägungen annehmen: im Vergleich zum Befragungsjahr sinkende Um- sätze / Erträge (-1 = negative Erwartungen), gleich bleibende Erträge / Umsätze (0 = neutrale Erwartungen), steigende Erträge / Umsätze (1 = positive Erwartun- gen). Die beiden Indikatoren wurden anschließend in einen Indikator für Geschäftserwartungen zusammengefasst. Folgende drei Kategorien werden hierfür defi- niert: „Pessimisten“: -2 ≤ (Umsatzerwartungen + Ertragserwartungen) ≤ -1 / „Neutrale“: (Umsatzerwartungen + Ertragserwartungen) = 0 / „Optimisten“: 1 ≤ (Umsat- zerwartungen + Ertragserwartungen) ≤ 2

31

So

weisen

insbesondere

der

ifo-Geschäftsklimaindex (Stand

August

2014),

die

ZEW-Konjunkturerwartungen

(Stand

August

2014)

sowie

das

KfW-

ifo-Mittelstandsbarometer (Stand Juli 2014) auf eine Stimmungseintrübung hin. Siehe ebenso EY (2014), Mittelstandsbarometer August 2014, Ernst & Young

GmbH.

 

32 Statistisches Bundesamt (2014), Pressemitteilung Nr. 287 vom 14.08.2014.

33 KfW-ifo-Mittelstandsbarometer (2014), August 2014: Mittelstand korrigiert Geschäftserwartungen deutlich nach unten, KfW Economic Research, Frankfurt am Main.

34 Vgl. Eurostat (2014), Schnellschätzung - September 2014: Jährliche Inflation im Euroraum auf 0,3% gesunken, Pressemitteilung 145/2014 vom 30. September 2014, http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_PUBLIC/2-30092014-AP/DE/2-30092014-AP-DE.PDF

KFW ECONOMIC RESEARCH

Tabelle:

Der Mittelstand auf einen Blick – wichtige Kennziffern

– Soweit nicht anders angegeben, Angaben in Prozent –

 

2007

2008

2009

2010

2011

2012

2013

Investitionen Investorenanteil gesamt

53

52

44

47

43

41

43

Investorenanteil < fünf FTE-Beschäftigte

48

49

40

43

39

36

39

Investorenanteil ≥ 50 FTE-Beschäftigte

91

86

82

85

83

85

83

Investitionsvolumen gesamt (Mrd. EUR)

204

2100

176

177

195

191

190

Investitionsvolumen < fünf FTE-Beschäftigte (Mrd. EUR)

59

57

43

55

48

50

44

Investitionsvolumen ≥ 50 FTE-Beschäftigte (Mrd. EUR)

75

78

72

67

80

75

69

Investitionsvolumen in neue Anlagen und Bauten (Mrd. EUR)

147

1650

139

143

156

145

144

Investitionsfinanzierung Ursprünglich geplanter Kreditfinanzierungsbedarf (Mrd. EUR)

128

151

118

106

100

102

119

Realisiertes Fremdkapitalvolumen gesamt (Mrd. EUR)

98

192

177

178

81

80

80

Kreditangebotslücke (Mrd. EUR)

5

113

18

17

4

2

1

Umsatzrentabilität Durchschnittliche Umsatzrendite

5,6

5,6

5,1

5,6

5,7

6,0

6,7

Durchschnittliche Umsatzrendite < 10 FTE-Beschäftigte

9,7

9,4

9,8

10,6

11,4

10,3

13,3

Durchschnittliche Umsatzrendite ≥ 50 FTE-Beschäftigte

3,9

4,1

3,1

4,0

3,7

4,4

4,2

Anteil KMU mit Verlusten

18

15

16

13

2

11

11

Eigenkapitalausstattung Durchschnittliche Eigenkapitalquote

24,6

25,4

26,3

26,6

26,9

27,4

28,6

Durchschnittliche Eigenkapitalquote < 10 FTE-Beschäftigte

17,9

19,8

20,6

21,6

23,5

18,5

22,8

Durchschnittliche Eigenkapitalquote ≥ 50 FTE-Beschäftigte

28,1

29,0

29,4

28,6

28,1

30,4

31,6

Anteil KMU mit negativer Eigenkapitalquote

10

10

9

6

6

12

10

Beschäftigungsentwicklung Beschäftigungswachstumsrate gesamt

1,7

2,1

1,5

2,5

2,6

2,1

2,0

FTE-Wachstumsrate < fünf FTE-Beschäftigte

5,0

3,1

2,5

2,5

3,2

1,2

2,1

Umsatzentwicklung Umsatzwachstumsrate gesamt

9,4

7,6

-6,2

6,7

8,1

2,4

1,9

Umsatzwachstumsrate < fünf FTE-Beschäftigte

11,7

10,0

-4,5

6,0

7,0

2,0

2,3