Sie sind auf Seite 1von 23

Material

1

Eigenschaften

1.1 Definition

1.2 Mechanische Eigenschaften

- Festigkeit

- Druckfestigkeit

- Biegefestigkeit/Biegezugfestigkeit

- Scherfestigkeit

- Zugfestigkeit

- Reißlänge

- Elastizitätsmodul

- Härte, Verschleißwiderstand

- Dynamische Steifigkeit

- Rutschsicherheit

1.3 Physikalische Eigenschaften

- Rohdichte, Schüttdichte

- Porosität

- Quellen und Schwinden

1.4 Wärmeschutztechnische Eigenschaften

- Wärmeleitfähigkeit

- Wärmedurchlasswiderstand R

- Wärmedurchgangskoeffizient U

- Spezifische Wärmekapazität

- Wärmeeindringkoeffizient

- Temperaturleitfähigkeit

- Wärmedehnung

1.5 Durchlässigkeit

- Gesamtenergiedurchlassgrad

- Lichttransmissionsgrad

- b-Faktor

- Farbwiedergabeindex

- Beleuchtungsstärke

1.6 Feuchteschutztechnische

Eigenschaften

- Gleichgewichtsfeucht

- Wasseraufnahmekoeffizient

- Kapillare Leitfähigkeit

- Dampfdiffusionswiderstand

1.7

Beständigkeit

- UV-Beständigkeit

- Frost, Wasser, Tau

- Feuerbeständigkeit

- Korrosion

- pflanzliche und tierische Schädlinge

- Kristllisationsdruck von Salzen

1.8

Emissionen

- Holzschutzmittel

- Formaldeydemission

- Radioaktivität

1.9

Umweltindikatoren

- Primärenergieinhalt

- Säurebildungspotential

- Abiotischer Ressourcenverbrauch - Treibhauspotential

- Ozonabbaupotential

- Eutrophierungspotential

- Bodennahe Ozonbildung

1.10

Ökonomische Eigenschaften

- Baukosten

- Alterung und Unterhalt

- Nutzungsdauer von Bauteilen

Hochschule OWL Prof. Manfred Lux Baustoffkunde Material • Eigenschaften

Eigenschaften

Hinweis: Ein Teil der Texte ist aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie, entnommen.

1.1 Definition Für den Einsatz von Baustoffen im Bauwesen ist das Wissen um deren Eigenschaften für die Dauerhaftigkeit des Bauwerkes von maßgeblicher Bedeutung. Neben den technischen, physikalischen, chemischen und den ökono- mischen Eigenschaften gewinnen auch die ökologischen Eigenschaften zunehmend bei der Auswahl an Gewicht.

1.2 Mechanische Eigenschaften Festigkeit (N/mm 2 ) Die Festigkeit R m beschreibt den mechanischen Widerstand, den ein Werkstoff einer plastischen Verformung oder

Trennung entgegensetzt. Dabei kann sich sowohl die geo- metrische Form verändern (z.B. stauchen, verlängern, biegen, verdrehen) als auch seine Oberfläche (z.B. glätten, aufrauhen oder farblich verändern). Bei Versagen des Zusammenhaltens seiner Bestandteile wird der Körper zerstört. Je nach Werkstoff, Werkstoffzustand, Temperatur, Belastung und Belastungsgeschwindigkeit können unterschiedliche Festigkeiten erreicht werden. In Abhängigkeit der Beanspruchung sind verschiedene Festigkeitsarten zu unterscheiden:

- statische und dynamische Festigkeit: z.B. ruhende, ansteigende, Zeit- oder Dauerfestigkeit,

- nach der Richtung der Last: Zug- und Druckfestigkeit, aber auch Biege-, Knick- und Scherfestigkeit.

Aus Sicherheitsgründen setzt man bei der Berechnung von Belastungen die Mindeststreckgrenze (Re) ein. Dieser Wert beschreibt die Festigkeit eines Werkstoffs bis zur Grenze der elastischen Verformung.

Ein Beispiel: Die Mindestzugfestigkeit bei einem Stahl für den Stahlbau (S275JR), der im Hausbau Verwendung findet, liegt bei 370 N/mm 2 , seine Streckgrenze hingegen bei 275 N/mm 2 . Würde man nun im Zugversuch eine Pro- be dieses Stahls, welche einen Querschnitt von 1 mm 2 hat, mit einer Kraft belasten, müsste diese bei 370 N liegen, um die Probe zu zerreissen. 370 N entsprechen einer Masse von 37,717 kg. Daraus kann geschlossen werden, dass sich mit diesem Stahldraht zwar eine Masse von 37,717 kg heben lässt, aber der Werkstoff reissen wird. Das heisst bei einer Zugkraft Fz von 275 N auf eine Probe mit einem Querschnitt von 1 mm 2 , dass sich diese Probe zwar dehnt, aber ohne sich bleibend (plastisch) zu verformen in ihren Ursprungszustand zurück. Hier lässt sich eine Masse von 28,033 kg (mit 275 N/9,81 m/s 2 ) ermitteln, mit welcher dieser Werkstoff im Zugversuch belastet werden kann, sich aber elastisch verhält.

Druckfestigkeit (N/mm 2 ) Als Druckfestigkeit wird die Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffs bei der Einwirkung von Druckkräften bezeich- net. Ist die Druckkraft größer als die Druckfestigkeit eines Körpers, so wird dieser zerstört. Die meisten Materialien besitzen sowohl eine Zug- als auch eine Druckfestigkeit, wie zum Beispiel Stahl. Ein Beispiel für ein Material, das ausschließlich Druckkräfte aufnehmen kann, ist Sand.

Druckfestigkeitsprüfung Betonzylinder Baustoff (N/mm 2 ): Ziegel 2-60, Holz 40-62, Beton 8-100, Naturstein 20-400, Stahl 240-510, Glas 700-900 Biegezugfestigkeit (N/mm 2 ) Die Biegezugfestigkeit bezeichnet die maximale aufnehmbare Spannung eines Werkstoffs bei der Beanspruchung auf Biegung. Ist die aufgebrachte Biegespannung an einem Bauteil größer als seine Biegezugfestigkeit, so wird das Gefüge des Werkstoffs zerstört. Dies kann zum statischen Versagen der Konstruktion führen.

Biegezugfestigkeitsprüfung Beton - Scherfestigkeit (N/mm 2 ) Die Scherfestigkeit ist der Widerstand, den ein Festkörper tangentialen Scherkräften entgegensetzt. Sie gibt die maximale Schubspannung an, mit der ein Körper vor dem Abscheren belastet werden kann, d. h. die auf die Bruch- fläche bezogene Tangentialkraft.

Zugfestigkeit (N/mm 2 ) Als Zugfestigkeit wird die Widerstandsfähigkeit eines Werkstoffs bei der Einwirkung von Zugkräften bezeichnet. Ist die Zugkraft größer als die Zugfestigkeit eines Körpers, so wird er zerstört. Sie ist besonders bei den metallischen und einigen organischen Baustoffen von Bedeutung. Die meisten Materialien besitzen sowohl eine Zug- als auch eine Druckfestigkeit, wie zum Beispiel Stahl.

Baustoff

(N/mm 2 )

Glas

30-90

Holz

70-140

Aluminium

130

Kupfer

200-360

Stahl

330-610

GFK

750

CFK

1300

Die Reißlänge (Begriff erstmalig von Galilei geprägt), auch spezifische Reißfestigkeit, bezeichnet die gedachte Länge eines Stranges von einheitlicher Beschaffenheit und Querschnittform, der bei vertikaler Aufhängung an einer Einspannstelle durch sein Eigengewicht abreißt. Sie ist unabhängig von Größe und häufig wird der Elastizitätsmo- dul als Materialkonstante bezeichnet. Der Elastizitätsmodul ist aber nicht im wörtlichen Sinne konstant, sondern hängt von verschiedenen Umgebungsbedingungen wie z. B. dem Druck oder der Temperatur ab, die auf die Mate- rialeigenschaften Einfluss haben.

Baustoff

Faser (km)

Kompakt (km)

Aluminium

29

13,6

Baustahl

51

5,4

Edelstahl

6,8

Beton

0,16

Holz

15-30

2

Glas

160

Titan

15

Horn

31

Seide

50

Dyneema (Kunststoff) 300

Form der Querschnittsfläche, da nicht nur die Festigkeit linear mit der Querschnittsfläche wächst, sondern auch die Masse. Ein Rohr und ein Zylinder gleichen Materials und gleicher Querschnittsfläche haben die selbe Reißlänge. Dieses Abreißen wird jedoch nicht als eigener Versuch im Rahmen der Werkstoffprüfung realisiert; die Reißlänge kann aus der im Zugversuch gemessenen Festigkeit und der Dichte als abgeleitete Größe berechnet werden. Die Länge wird meist in Kilometer angegeben. In der Textil-Industrie hat sich dafür Reißkilometer (Rkm) eingebürgert.

Elastizitätsmodul (N/mm 2 ) Der Elastizitätsmodul (kurz E-Modul) ist ein Materialkennwert aus der Werkstofftechnik, der den Zusammenhang zwischen Spannung und Verformung (meist Dehnung) bei der mechanischen Beanspruchung eines festen Körpers beschreibt. Der Zahlenwert des Elastizitätsmoduls ist um so größer, je mehr Widerstand ein Material seiner Verformung entge- gensetzt. Ein Material mit hohem E-Modulist also steif, ein Material mit niedrigem E-Modul ist weich. Anschaulich kann man sich den Elastizitätsmodul als die Zugspannung vorstellen, die das Material auf seine doppelte Länge dehnen würde.

Material

N/mm 2

Silikonkautschuk

10-100

PVC-weich

20-40

Acrylglas

3000

Holz II

10000

GFK

25000

Beton

22000-39000

Glas

70000

Aluminium

70000

Stahl

210000

CFK

130000-300000

Härte ist der mechanische Widerstand, den ein Werkstoff dem mechanischen Eindringen eines härteren Prüfkör- pers entgegensetzt. Je nach Art der Einwirkung unterscheidet man verschiedene Arten von Härte. So ist Härte nicht nur der Widerstand gegen härtere Körper, sondern auch gegen weichere und gleich harte Körper. Härte wird von Festigkeit unterschieden, die die Widerstandsfähigkeit eines Materials gegenüber Verformung und Trennung beteichnet. In der Werkstoffkunde werden vor allem Prüfverfahren eingesetzt, welche die Eindringhärte messen. Dabei werden jeweils genormte Prüfkörper unter festgelegten Bedingungen in das Werkstück gedrückt; anschließend wird die Oberfläche oder Tiefe des bleibenden Eindruckes gemessen.

Härteprüfung nach Brinell Die Härteprüfung nach Brinell kommt bei weichen bis mittelharten Metallen wie z. B. unlegiertem Baustahl oder Aluminiumlegierungen, bei Holz und bei Werkstoffen mit ungleichmäßigem Gefüge (wie z. B. Gußeisen) zur Anwen- dung. Dabei wird eine Stahlkugel oder eine Hartmetallkugel mit einer festgelegten Prüfkraft in die Oberfläche des zu prüfenden Werkstückes gedrückt. Nach einer Belastungszeit von mindestens 10 Sekunden wird der Durchmesser des bleibenden Eindrucks im Werk- stück gemessen und daraus die Oberfläche des Eindrucks bestimmt. Das Verhältnis von Prüfkraft zur Eindruck- oberfläche, multipliziert mit dem Zahlenwert 0,102, bezeichnet man als die Brinellhärte. Bei Einsatz einer Hartme- tallkugel wird der Härtewert mit HBW, bei einer Stahlkugel mit HBS gekennzeichnet.

Baustoff

HB

Aluminium

35

Stahl

215-400

Härteprüfung nach Rockwell Es existieren mehrere Härteprüfverfahren nach Rockwell, die für bestimmte Einsatzbereiche spezialistert sind. Die unterschiedlichen Verfahren werden mit HR und einer anschließenden Kennung gekennzeichnet, z. B. HRB, HRC oder HR15N. Die Rockwellhärte HRC eines Werkstoffes ergibt sich aus der Eindringtiefe eines kegelförmigen Prüfkörpers aus Diamant: Mit einer festgelegten Prüfkraft wird dieser Kegel in die Oberfläche des zu prüfenden Werkstückes eingedrückt. Die Eindringtiefe des Diamantkegels, die durch eine mit dem Prüfgerät verbundene Messuhr festgestellt wird, ist ein Maß für die Härte des Werkstoffes. Auf der Skala der Uhr kann man die Härtewerte in Rockwelleinheiten (HRC) unmittelbar ablesen. Dieses Prüfverfahren kommt vor allem bei sehr harten Werkstof- fen zum Einsatz.

Härteprüfung nach Vickers Sehr ähnlich ist die Härteprüfung nach Vickers, die zur Prüfung harter und gleichmäßig aufgebauter Werkstoffe dient, aber auch zur Härteprüfung an dünnwandigen Werkstücken und Randzonen eingesetzt wird. Wie auch bei der Rockwellprüfung wird eine Diamantpyramide mit einer festgelegten Prüfkraft in das Werkstück eingedrückt. Aus dem diagonalen Durchmesser des bleibenden Eindrucks wird dann die Eindruckoberfläche errechnet. Das Verhält- nis von Prüfkraft zur Eindruckoberfläche ergibt mit dem Faktor 0,102 multipliziert die Vickershärte (VH). Eine Sonderform der Vickers-Härteprüfung ist die Knoop-Härteprüfung. Die in der Vickers-Prüfung gleichseitige Diamantspitze hat in der Knoop-Prüfung eine rhombische Form. Die Knoop-Prüfung wird bei spröden Materialien wie z. B. Keramik oder Sinterwerkstoffen eingesetzt.

Härteprüfung nach Shore Die Shore-Härte ist ein Werkstoffkennwert für Elastomere und Kunststoffe. Der Shore-Härte-Prüfer für Gummi und ähnliche Werkstoffe besteht aus einem federbelasteten Stift, dessen elastische Eindringtiefe ein Maß für die entsprechende Shore-Härte des Materials ist, die auf einer Skala von 0 Sh bis 100 Sh gemessen wird. Eine hohe Zahl bedeutet eine große Härte. Shore-A wird angegeben bei Weichelastomeren nach Messung mit einer Nadel mit kleinem Radius. Shore-D wird angegeben bei Zähelastomeren nach Messung mit einer Nadel mit größerem Radius.

Härteprüfung nach Mohs Harte Werkstoffe ritzen weiche Werkstoffe. Diese Einsicht ist Grundlage der Härteprüfung nach Friedrich Mohs. Mohs, ein Geologe, ritzte verschiedene Mineralien gegeneinander und ordnete sie so nach ihrer Härte an. Durch das exemplarische Zuordnen von Zahlenwerten für ausgewählte Minerale entstand eine relative Härteskala, die Mohs-Skala: die ausschließlich stationär im Prüflabor an Testbelägen ermittelt werden. Die Beurteilung der rutschhemmenden Eigenschaften erfolgt mit Hilfe einer in der Neigung verstellbaren schiefen Ebene. R 9 ist dabei diejenige mit dem niedrigsten, R 13 diejenige mit dem höchsten Grad der Rutschhemmung für ebene Innenflächen.

Härte Mineral

absolute Härte

Bemerkungen

1

Talk

0,03

mit Fingernagel schabbar

2 Halit

1,25

mit Fingernagel ritzbar

3 Kalzit

4,50

mit Kupfermünze ritzbar

4 Fluorit

5,00

mit Messer leicht ritzbar

5 Apatit

6,50

mit Messer noch ritzbar

6 Orthoklas

37,00

mit Stahlfeile ritzbar

7 Quarz

120,00

ritzt Fensterglas

8 Topas

175,00

9 Korund

1000,00

10 Diamant

140.000,00

härtestes natürlich vorkommendes Mineral;nur von sich selber ritzbar

Dynamische Steifigkeit (MN/m 3 ) Sie kennzeichnet das dynamisch-elastische Verhalten einer Dämmschicht als Zwischenschicht in mehrschichtigen Konstruktionen. Je kleiner die dynamische Steifigkeit s ́ist, desto besser sind die schalldämmenden Eigenschaften einer mehrschichtigen Konstruktion (z.B. höheres Trittschallverbesserungsmaß Lw eines auf dieser Dämmschicht schwimmend verlegten Estrichs).

Trittschalldämmung

MN/m 3

Mineralwolle

7-20

Polystyrol-Paritkelschaum EPS 10-30

Kokosfaser

10-30

Holzweichfaser

30-50

Rutschsicherheit Bei Fußböden außen wie innen spielen Unfallverhütung und Rutschsicherheit eine wichtige Rolle. Dies gilt beson- ders für alle öffentliche Bereiche, für Verkehrsflächen und gewerbliche Arbeitsflächen. Im privaten Bereich gibt es hingegen keine festgelegten Anforderungen hinsichtlich der rutschhemmenden Eigenschaften von Fußbodenbe- lägen.

Im Merkblatt für Fußböden in Arbeitsräumen und Arbeitsbereichen mit Rutschgefahr (BGR 181) der Berufsgenos- senschaftlichen Regeln werden Nutzungsbereiche in Innenräumen definiert, die bestimmte R - Werte (R 9 bis R 13) aufweisen müssen. Diese R-Werte charakterisieren die rutschhemmenden Eigenschaften, die ausschließlich stati- onär im Prüflabor an Testbelägen ermittelt werden.

R-Gruppe

Gebäudebereich

R9

Eingangsbereiche, Treppen, Verkaufsräume, Kundenräume, Schalterräume, Flure,

R10

Pausenhallen Toiletten, Umkleide- und Waschräume, Kaffee- und Teeküchen

R11

Laborräume, Gastronomische Küchen bis 100 Gedecke/Tag

R12

Fleischverarbeitungsraum, Gastronomische Küchen über 100 Gedecke/Tag

R13

Feinkostherstellung, Schlachthaus

Bewertungsgruppen nach BGR 181

3° bis 10°

R9

10° bis 19°

R 10

19° bis 27°

R 11

27° bis 35°

R 12

>35°

R13

Erzeugung der Rutschsicherheit Um die geforderte Rutschsicherheit R 9 eines Natursteinbodens im Innenbereich zu erreichen, muss die Oberfläche eine entsprechende Rauhigkeit aufweisen. Dies wird mittels Schleifen, chemischer Behandlung, Lasermikrostruk- turierung, sowie mit den traditionellen Verfahren wie Schuren, Sandstrahlen, Feinstocken und Beflammen erzeugt.

Die letztgenannten weisen aufgrund der rauheren Oberfläche eine deutlich höhere Schmutzanfälligkeit und einen höheren Reinigungsaufwand auf. Polierte bzw. feingeschliffene Oberflächen von Naturwerksteinen können die An- forderungen an die Rutschsicherheit nicht erfüllen. Die Mindestanforderung R 9 wird erst mit einem Schliff C 120 erreicht. Einzelne Natursteinsorten erreichen dies sogar mit einem feineren Schliff. Ist R 10 oder höher zu erfüllen, so muß der Schliff auf C 60 oder noch gröber eingestellt werden. C steht dabei für Carborundum, die ehemalige Entwicklerfirma von Schleifmitteln. Je höher die Schliffzahl, desto glatter die Oberfläche und desto geringer die Rutschhemmung.

1.3 Physikalische Eigenschaften

Rohdichte (g/cm 3 ) Die entscheidende physikalische Größe, um die Eigenschaften von Massivbaustoffen zu beschreiben, ist die Roh- dichte. Sie ist der Quotient zwischen der Masse eines Stoffes und dem von dieser Masse eingenommenen Volu- men einschließlich Poren und Hohlräume. Prinzipiell gilt: Je höher das Gewicht, also die Rohdichte eines Bauma- terials, desto schlechter ist seine Wärmedämmung. Umgekehrt ist es bei der Tragfähigkeit, beim Schallschutz und der Wärmespeicherfähigkeit: Je höher die Rohdichte, desto besser.

Material

g/cm 3

Mineralwolle

0,015

Holz (einheimisch)

0,45-0,8

Wasser

1

CFK Kohlenstoffverstärkter Kunstst.

1,5

GFK Glasfaserverstärkter Kunstst.

2

Beton, Naturstein

2,0-2,6

Glas

2,5

Aluminium

2,7

Stahl

7,85

Blei

11,3

Die Reindichte, auch Skelettdichte, absolute oder wahre Dichte genannt, bezeichnet die Dichte des stofflichen Teils eines Körpers beliebigen Aggregatzustandes. Reindichte und Rohdichte unporöser Körper sind gleich. Der Quoti- ent aus Roh- und Reindichte ist die Porosität (die relative Dichte).

Schüttdichte Als Schüttdichte, umgangssprachlich auch Schüttgewicht, bezeichnet man die Dichte eines Gemenge aus einem körnigen Feststoff und einem kontinuierlichen Fluid, welches die Hohlräume zwischen den Partikeln ausfüllt. Dabei dürfen sich die einzelnen Komponenten nicht ineinander lösen. Das Fluid kann auch Luft sein.

Porosität Die Porosität ist eine physikalische Größe und stellt das Verhältnis von Hohlraumvolumen zu Gesamtvolumen eines Stoffes oder Stoffgemisches dar. Sie dient als klassifizierendes Maß für die tatsächlich vorliegenden Hohl- räume. Die Porosität hat großen Einfluss auf die Dichte eines Materials.

In der Werkstofftechnik erfolgt die Klassifizierung poröser Materialien nach der Porengröße:

mikroporös:

Poren < 2 mm

mesoporös:

Poren > 2 - 50 mm

makroporös:

Poren > 50 mm

Gesteinstyp

Porosität %

Magmatite

1 - 2

Metamorphite

1 - 2

Schieferton

< 10

tektonisch beanspruchte, geklüftete Magmatite und Metamorphite bis 10

Kalkstein, Dolomit

5 - 25

Sandsteine

30

Lockere Sand- und Kiesschichten

bis 40

Quellen und Schwinden Gibt Holz unterhalb seines Fasersättigungsbereiches Feuchtigkeit an seine Umgebung ab, es schwindet. Umge-

kehrt quillt Holz, wenn es unterhalb seines Fasersättigungsbereiches Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnimmt. Feuchtigkeitsabgabe aus bzw. Feuchtigkeitsaufnahme in Holz kann nur erfolgen, wenn die Luftfeuchtigkeit von der dazu gehörenden Holzfeuchte abweicht. Es muss also ein Feuchtigkeitsgefälle zwischen dem Holz und der Umge- bung herrschen. Das axiale Schwinden/Quellen ist mit ca. 0,3% vom Fasersättigungsbereich bis Darrtrocken sehr gering, weshalb es idR. vernachlässigt wird, im Gegensatz zum radialen und tangentialen Schwinden und Quellen. Die Verhältnisse von Tangential-, Radial- und Longitunalschwund beträgt rund 20 : 10 : 1. Rechenwerte der Schwind- und Quellmaße für Änderungen der Holzfeuchte um 1 % unterhalb des Fasersätti- gungsbereiches:

Holzart

%

Teak, Afzelia, Merbau, Fichte, Kiefer, Tanne, Lärche, Douglasie, Southern Pine

0,20

Western Hemlock, BSH, Eiche

0,24

Buche, Keruing, Angelique, Greenheart

0,30

Azobé (Bongossi)

0,36

1.4 Wärmeschutztechnische Eigenschaften - Wärmeleitfähigkeit ג (W/mK) Sie gibt diejenige Wärmemenge in Joule an, die in einer Sekunde durch 1m 2 einer 1 m dicken Baustoffschicht hin- durchgeht, wenn der Temperaturunterschied zwischen den beiden Oberflächen 1 K beträgt. Sie hängt ab von der Art des Stoffes allgemein (Dichte) dem Gehalt an eingeschlossener Luft, der Verteilung und Größe der Luftporen und dem Gehalt an Feuchtigkeit. Je kleiner dieser Wert ist umso besser die Dämmeigenschaft des Stoffes.

Baustoffe

W/mK

Vakuumdämmplatte (VIP)

0,004 0,006

Aerogel

0,02

Kork

0,035 0,046

Perlit (Gestein)

0,04 0,07

Poroton (Lochziegel)

0,07 0,45

Porenbeton

0,08 0,25

Holz senkrecht zur Faser

0,13

PVC

0,16

Vollziegel

0,5 1,4

Glas

0,76

Kalkzement-Putz

1,0

Zementestrich

1,4

Beton

2,1

Granit

2,8

Stahl hochlegiert

15

Stahl unlegiert

48 58

Zink

121

Aluminium

200

Kupfer

385

Wärmedurchlasswiderstand R (m 2 K/W) Der Wärmedurchlasswiderstand R ist der Widerstand, den ein homogenes Bauteil oder bei mehrschichtigen Bau- teilen eine homogene Bauteilschicht dem Wärmestrom bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin auf einer Flä- che von 1 m 2 zwischen seinen Oberflächen entgegensetzt. Er ist der Kehrwert des Wärmedurchlasskoeffizienten. Je höher der Wärmedurchlasswiderstand, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft des Bauteils oder einer Schicht.

Wärmedurchgangskoeff. U (W/m 2 . K) Der Wärmedurchgangskoeffizient ist die wichtigste Größe zur Beschreibung und Beurteilung des energetischen Verhaltens eines Bauteils. Er gibt den Wärmestrom in Watt an, der 1 m 2 große Fläche bei einer Temperaturdifferenz von 1 Kelvin zwischen Innen- und Außenluft durchströmt. Schlecht gedämmte Bauteile weisen einen hohen, gut gedämmte Bauteile einen niedrigen U-Wert auf. Unter dem früher als k-Wert bekannten Wert versteht man den Umkehrwert aus Wärmedurchlaß- und Wärmeübergangswiderständen.

U= 1/(R+Rsi+Rse)

Rsi =

Rse = Wärmeübergangswiderstand Bauteil- außenseite (0,04 m 2 K/W)

Wärmeübergangswiderstand Bauteilinnenseite (0,13 m 2 K/W)

Je höher der Wärmedurchgangskoeffizient, desto schlechter ist die Wärmedämmeigenschaft des Baustoffs/Bau- teils Je höher der Wärmedurchgangswiderstand, desto besser ist die Wärmedämmeigenschaft.

Es handelt sich dabei um die Wärmemenge, die erforderlich ist, um die Temperatur der Masse von 1 kg eines Stof- fes um 1 Kelvin zu erhöhen. Das Wärmespeichervermögen der raumumschließenden Bauteile spielt insbesondere bei instationären Verhältnis- sen, z.B. bei nicht ständiger Beheizung im Winter oder bei Sonneneinstrahlung im Sommer eine Rolle, weil durch die Wärmespeicherung der Bauteile ein gewisser Ausgleich der Innentemperatur stattfindet. Kenngröße für das Speichervermögen ist die spezifische Wärmekapzität c eines Baustoffs. Durch Multiplikation mit der Stoffdichte kann das Speichervermögen je m 3 ermittelt werden. Wärmespeichernde Schichten auf der Raumseite könnnen die Speicher fähigkeit der dahinter liegenden Schichten verringern oder aufheben.

Wärmekapazität

J/kgK

Stahl

400

Aluminium, Glas

800

Luft, Beton, Leichtbeton, Zementestrich, Kalkputz, Mineralfasern, Kalksandstein, Mauerziegel, Porenbeton

1000

Schaumkunststoffe

1500

Kork

1700

Holz, Holzwerkstoffe

2100

Wasser

4200

Wärmeeindringkoeffizient b Der Wärmeeindringkoeffizient ergibt sich aus der Wurzel der Mutiplikation von Wärmeleitfähigkeit, der Dichte und der spezifischen Wärmekapazität. Berührt man eine Stahlplatte und einen Wärmedämmstoff (z.B. Styrodur) mit der bloßen Hand, dann ist die empfundende Temperatur der Stahlplatte viel niedriger als die des Wärmedämmstoffes, auch wenn beide Gegenstände die gleiche Temperatur aufweisen. Der Grund dafür liegt in den unterschiedlichen Wärmeeindringkoeffizienten b dieser Stoffe. Besonders Wärmedämmstoffe und andere Materialien mit einer klei- nen Wärmeleitfähigkeit zeichnen sich durch einen kleinen Wärmeeindringkoeffizienten aus. Ein Baustoff mit einem kleinen b-Wert der Wandoberfläche läßt diese Wand bei Berührung als warm empfinden. Es ist deshalb empfehlenswert, im Wohnbereich Betonwände z.B. mit Holzpaneelen zu verkeiden. Auf dem Effekt der Berührungswärme beruht auch die vermeintliche Wärmedämmwirkung von Untertapeten aus nur einigen Millimeter dicken Hartschaum.

Die Wärmedämmung einer Außenwand wird dadurch nur unwesentlich verbessert, jedoch empfindet man nach Anbringen dieser Untertapete die Wandoberfläche als warm.

Wärmeeindringkoeffizient b

J/m 2 Ks0,5

Luft

14

Mineralfasern

30

Aluminium

20785

Stahl

13735

Beton

2240

Leichtbeton

930

Zementestrich

1670

Kalkputz

1250

Kalksandstein

990

Mauerziegel

900

Leichthochlochziegel

510

Hohlblocksteine

380

Gasbeton

340

Kork

160

Schaumkunststoffe

35

Holz

400

Holzwerkstoffe

400

Wasser

1630

Temperaturleitfähigkeit a (m 2 /s) Sie ist eine Materialeigenschaft, die zur Beschreibung der zeitlichen Veränderung der räumlichen Verteilung der Temperatur durch Wärmeleitung als Folge eines Temperaturgefälles dient. Sie beschreibt das Verhalten der Tem- peratur an einem Punkt im Inneren des Materials bei einer Temperaturänderung an der Oberfläche. Die Tempera- turleitfähigkeit a steht in enger Beziehung zur Wärmeleitfähigkeit: (a = λ / (ρ· cp)) . Eine Temperaturänderung pflanzt sich um so rascher fort, je größer das Wärmeleitvermögen ist und je kleiner die spezifische Wärmekapazität und die Dichte sind. Sie ist die Basis zur Ermittlung der Phasenverschiebung.

Baustoff

Temperaturleitfähigkeit 10 -6 m 2 /s

Polytetrafluorethylen (Teflon®)

0,10

Plexiglas

0,108

PVC

0,11

Kork

0,115

Papier

0,14

Asphalt

0,36

Gips

0,47

Beton

0,54

Glaswolle

0,58

Granit

1,18

Marmor

1,35

Blei

23,9

Zink

44

Kupfer

117

Therm. Längenausdehnungkoeffizient a (mm/mK) Wärmeausdehnungskoeffizient ist ein Kennwert, der das Verhalten eines Stoffes bezüglich Veränderungen seiner Abmessungen bei Temperaturveränderungen beschreibt - deswegen oft auch thermischer Ausdehnungskoeffizient genannt. Der hierfür verantwortliche Effekt ist die Wärmeausdehnung. Da die Wärmeausdehnung bei vielen Stoffen nicht gleichmäßig über alle Temperaturbereiche erfolgt, ist auch der Wärmeausdehnungskoeffizient selbst tempe- raturabhängig und wird deshalb für eine Bezugstemperatur oder einen Temperaturbereich angegeben. Fast alle Materialien dehnen sich bei Erwärmung aus, allerdings unterschiedlich stark. Dies führt z. B. zu Knack- geräuschen in Heizungsanlagen, zum Fugenabriss an Fensterrahmen und metallischen Fensterbänken oder zu Rissbildungen an der Oberfläche eines Wärmedämmverbundsystems.

Baustoff

Längenausdehnungskoeffizient 10 -6 K -1 bei 20 o C

Diamant

1,3

Porzellan

3,0

Granit

3,0

Mauerwerk

5,0

Glas (Fensterglas)

7,6

Beton

12

Stahl

12

Stahl hochlegiert

16

Kupfer

16,5

Bronze

17,5

Acryl

90,0

Aluminium, rein

23,8

Zink

29

Blei

29,3

Polyvinylchlorid, steif (PVC)

50,0

Eis, 0 °C

51,0

Polycarbonat

70,0

Polystyrol

70,0

Polyester

80,0

Polymethylmethacrylat (PMMA)

85,0

Polyethylen

100,0 bis 250,0

Polyoxymethylen (POM)

110,0

Polytetrafluorethylen, (PTFE)

200,0

Polyvinylchlorid, biegsam (PVC)

240,0

Gesamtenergiedurchlaßgrad g (%) Der g-Wert gibt an, wie viel Energie von der auftreffenden Sonneneinstrahlung durch die Verglasung ins Raumin- nere gelangt. Er bezieht sich auf den Wellenlängenbereich von 300 nm bis 2500 nm. Er setzt sich aus zwei Teilen zusammen, aus der direkten Strahlungstransmission und der sekundären Wärmeabgabe. Die sekundäre Wärme- abgabe ergibt sich aus der Tatsache, das sich das Glas als Folge der Sonneneinstrahlung erwärmt und nun seiner- seits Wärme gegen innen und außen abgibt. Je höher der g-Wert liegt, desto mehr Sonneneinstrahlung wird über die Verglasung als Strahlungswärme nach innen abgegeben. Ein hoher g-Wert bedeutet hohen Wärmegewinn. Für ein ideal strahlungsdurchlässiges Fenster beträgt der g-Wert 1,00 oder 100%. Bei Nor- malglas liegen die Werte bei 0,7 bis 0,9. Ein hoher Gesamtenergiedurchlassgrad bedeutet einen hohen Strahlungsdurchgang durch das Glas und damit verbunden, eine hohe Wärmebelastung des Innenraumes. Hochwärmedämmende Fensterscheiben sind in der Lage, mehr Wärme zu produzieren, als durch sie verloren geht. Die einfallenden Sonnenstrahlen werden von den innenliegenden Bauteilen absorbiert und in Form von Wärmestrahlung an den Innenraum abgegeben, die dann auf- grund der Dämmeigenschaften des Fensters zurückgehalten wird. Sinnvoll und energetisch nutzbar bleibt dieser Wärmefallen-Effekt im Winter, extrem belastend kann er sich im Sommer auswirken.

Je besser der g-Wert und die Dämmeigenschaften der Fenster sind, desto eher kann es bei großen Fensterflächen zu einer Überhitzung des dahinterliegenden Raumes kommen. Bei großer Verglasung ist deshalb meist ein ent- sprechender Sonnenschutz (z.B.: Jalousie, Rollladen) erforderlich.

Bauteil

g-wert %

Sonnenschutzglas

27-45

Wärmeschutzverglasung beschichtet

42-65

Stegvierfachplatte

55

Isolierverglasung

75-80

Glasbausteine

75

Profilbauglas einschalig

83-85

Einfachscheibe

85

Polycarbonat PC

88

Acrylglas PMMA

90

Lichttransmissionsgrad tL Der Lichttransmissionsgrad einer Verglasung drückt den senkrecht direkt durchgelassenen, sichtbaren Strahlungs- anteil im Bereich der Wellenlänge des sichtbaren Lichts von 380 nm bis 780 nm, bezogen auf die Hellempfindlich- keit des menschlichen Auges, aus. Die Lichtdurchlässigkeit wird in Prozent angegeben und wird unter anderem von der Glasdicke beeinflusst. Bedingt durch den unterschiedlichen Eisenoxidgehalt des Glases sind geringfügige Schwankungen möglich. Vereinfacht ausgedrückt bedeutet dies, dass der tL-Wert umso höher ist, desto mehr Licht von außen nach innen dringt und nicht durch Glasdicken, Glasreflektion und Glasbeschichtungen verringert wird.

Baustoff

%

Wärmeschutzisolierglas

73-77

Isolierglas unbeschichtet

82

Floatglas

90

unverglaste Maueröffnung

100

b-Faktor Der b-Faktor (Shading Coeffizient) ist der Quotient aus dem Gesamtenergiedurchlassgrad einer Verglasung und dem Gesamtenergiedurchlassgrad eines unbeschichteten Isolierglases. Er ist ein Maß für die Sonnenschutzwir- kung. b = g (Verglasung ): 0,80. Der g-Wert der Isolierglasscheibe wird generell mit 80 % angesetzt. Der mittlere Durchlassfaktor b ist die entscheidende Grösse zur Berechnung der Kühllast. (g = 0,80) : SC = g: 0,80. Der Be- schattungskoeffizient ist also ein Mass der Sonnenschutzwirkung, verglichen mit derjenigen einer normalen unbe- schichteten Isolierglasscheibe Farbwiedergabeindex Ra Mit dem Farbwiedergabeindex werden Farbveränderungen von Gegenständen, die sich hinter einem beschich- teten Wärmeschutzglas befinden, verglichen. Die Skala für Ra reicht bis 100. Der maximal mit einer Verglasung erreichbare Ra-Wert ist 99. Fällt Licht auf eine farbige Oberfläche, so wird das reflektierte Licht, abhängig von der spektralen Zusammensetzung des Lichtes und den optischen Eigenschaften des Objekts, verändert. Der Farbwiedergabeindex ist ein Maß für die Veränderungen in der Lichtzusammensetzung. Er wird an genormten Oberflächen mit genau festgelegter Farbzusammensetzung durch Vergleich des zu untersuchenden Lichts mit der vorgegebenen idealen Lichtquelle ermittelt. Je weniger sich die Farbkomposition der Testfarben im reflektierten Licht verändert, umso besser sind die Farbwiedergabeeigenschaften der Prüflichtquelle. Jeder kennt aus dem täglichen Leben die Situation, daß sich ein Kleidungsstück unter freiem Himmel in einer etwas anderen Farbgebung wie unter dem künstlichen Licht im Kaufhaus präsentiert.

24

b-Faktor Der b-Faktor (Shading Coeffizient) ist der Quotient aus dem Gesamtenergiedurchlassgrad einer Verglasung und dem Gesamte- nergiedurchlassgrad eines unbeschichteten Isolierglases. Er ist ein Maß für die Sonnenschutzwir- kung. b = g (Verglasung ): 0,80. Der g-Wert der Isolierglasscheibe wird generell mit 80 % angesetzt. Der mittlere Durchlassfaktor b ist die entscheidende Grösse zur Berechnung der Kühllast. (g = 0,80) : SC = g: 0,80. Der Be- schattungskoeffizient ist also ein Mass der Sonnenschutzwirkung, verglichen mit derjenigen einer normalen unbe- schichteten Isolierglasscheibe.

Farbwiedergabeindex Ra Mit dem Farbwiedergabeindex werden Farbveränderungen von Gegenständen, die sich hinter einem beschichteten Wärmeschutzglas befinden, verglichen. Die Skala für Ra reicht bis 100. Der maximal mit einer Verglasung erreich- bare Ra-Wert ist 99. Fällt Licht auf eine farbige Oberfläche, so wird das reflektierte Licht, abhängig von der spektralen Zusammenset- zung des Lichtes und den optischen Eigenschaften des Objekts, verändert. Der Farbwiedergabeindex ist ein Maß für die Veränderungen in der Lichtzusammensetzung. Er wird an genormten Oberflächen mit genau festgelegter Farbzusammensetzung durch Vergleich des zu untersuchenden Lichts mit der vorgegebenen idealen Lichtquelle ermittelt. Je weniger sich die Farbkomposition der Testfarben im reflektierten Licht verändert, umso besser sind die Farbwiedergabeeigenschaften der Prüflichtquelle. Jeder kennt aus dem täglichen Leben die Situation, daß sich ein Kleidungsstück unter freiem Himmel in einer etwas anderen Farbgebung wie unter dem künstlichen Licht im Kaufhaus präsentiert.

Der Farbwiedergabeindex einer OP-Feldbeleuchtung soll mindestens 85 betragen. Auch hier gilt die Regel, daß ein weitgehend kontinuierliches Lichtspektrum, bestehend aus allen Farbanteilen, eine Voraussetzung für gute Far- beigenschaften darstellt. Der Farbwiedergabeindex hängt in keiner Weise von der jeweiligen Farbtemperatur des Lichtes ab. Hohe Farbtemperatur ist nicht automatisch mit guten Farbwiedergabeeigenschaften verknüpft.

Beleuchtungsstärke E (lx) Die Beleuchtungsstärke E ist definiert als der auf die Fläche A auftreffende Lichtstrom. Eine Beleuchtungsstärke von 1 lx entsteht, wenn ein Lichtstrom von 1 Lumen (lm) auf eine Fläche von 1m 2 auftrifft.

Bei der Beleuchtungsstärke handelt es sich also um eine empfängerseitige, photometrische Meßgröße. In dem von einer Leuchte erzeugten Lichtstrom ist bereits berücksichtigt, daß die spektrale Empfindlichkeit des menschlichen Auges nicht für jede Wellenlänge, also Farbe, gleich gut ist, sondern im grünen Bereich um 555 nm ein ausgepräg- tes Maximum aufweist. Dieser physiologische Tatbestand spiegelt sich in der spektralen Augenempfindlichkeits- kurve wieder. Blaues Licht von ca. 400 bis 500 nm oder rotes Licht größer 600 nm benötigen eine höhere Dosis gegenüber grünem Licht, um wahrgenommen zu werden.

Beispiel

lx

Heller Sonnentag

100.000

Bedeckter Sommertag

20.000

Im Schatten im Sommer

10.000

Operationssaal

10.000

Bedeckter Wintertag

3.500

Elite-Fußballstadion

1.400

Beleuchtung TV-Studio

1.000

Büro-/Zimmerbeleuchtung

800

Flurbeleuchtung

100

Straßenbeleuchtung

10

Kerze ca. 1 Meter entfernt

1

Vollmondnacht

0,25

26

1.6 Feuchteschutztechnische Eigenschaften Gleichgewichtsfeuchte In Abhängigkeit von der relativen Luftfeuchtigkeit, die ein Bauteil umgibt, stellt sich in jedem Baustoff eine stoffspe- zifische Materialfeuchte, die Gleichgewichtsfeuchte, ein. Die Vorgaben an Materialeinbaufeuchten in Bezug auf die zu erwartende Gleichgewichtsfeuchte in verschiedenen Einsatzbereichen regelt teilweise die DIN. Die Gleichge- wichtsfeuchten sind relevant für alle Baustoffe da sie Einfluss nehmen auf bestimmte Materialeigenschaften wie:

Wärmedämmwirkung, Pilzanfälligkeit, Formstabilität und Festigkeiten. Holz ist erst ab einer Gleichgewichtsfeuchte von über 20% (bei ca. 65% relativer Luftfeuchte) von Schädlingsbefall bedroht. Hygroskopische Materialien (wie z. B. Baustoffe, Holz, Papier) nehmen aufgrund ihres inneren Aufbaus (Art, Zahl, Größe und Verteilung der Hohlräume) abhängig von der relative Luftfeuchtigkeit und Temperatur der Umgebungs- luft einen ganz bestimmten Feuchtigkeitsgehalt an, der sich nach genügend langer Lagerung des Stoffes in der Luft einstellt. Die Bewegung der Feuchtigkeit zwischen dem Material und Umgebung besteht bis der Wasserdampfpartialdruck (im Material und in der Umgebung) ausgeglichen ist. Diese Sorption erfolgt hauptsächlich in den ersten ein bis zwei Zentimeter der Wandoberfläche.

Der Feuchtigkeitsaustausch zwischen einem Bauwerksteil und seiner Umgebung geht auf drei Arten vor sich:

- Durch Aufnahme und Abgabe von Wasser über makroskopische Hohlräume (Kapillare und Poren), die Transportmechanismen sind der Kapillarsog und die Sickerströmung.

- Durch Wasserdampfdiffusion, die durch eine unterschiedliche Wasserdampfkonzentration der durch das Bauteil getrennten Räume verursacht wird. - Durch Aufnahme und Abgabe von Wasserdampf aus der Umgebung des Bauteils (Hygroskopizität). Da durch ändert sich der Feuchtegehalt des Bauteils mit der relativen Feuchte der Luft, in der er sich befindet.

Übliche Baustoffe wie Ziegel, Kalksandstein, Sandstein, Mörtel, Putze usw. stellen kapillarporöse Stoffe dar, die auch im trockenen Zustand einen gewissen Feuchtegehalt aufweisen. Dabei handelt es sich zum einen um che- misch im Baustoff gebundenes Wasser (z.B. Hydrate) mit der höchsten Bindungsenergie, zum andern um mono- molekular an den Porenoberflächen adsorbiertes Wasser mit hoher Bindungsenergie (physikalischche- mische Bindung).

Stoff

Praktischer Feuchtegehalt [Vol %]

Schaumglas

0

Ziegel Hohlziegel Gips, Anhydrit Beton mit geschlossenem Gefüge mit dichten oder porigen Zuschlägen Kalksandstein

ca. 1 - 1,5 1,5 4 ca. 2,0 ca. 2 - 5,0 ca. 3-5,0

Porenbeton

3,5-6,5

Leichtbeton mit haufwerksporigem Gefüge mit porigen Zuschlägen

ca. 4,0

Leichtbeton mit haufwerksporigen Gefüge mit dichte n Zuschlägen

ca. 5,0

Blähperlit

5,0

Mineralische Faserdämmstoffe Schaumkunststoffe aus Polystyrol, Polyurethan (hart) (massenbezogen)

5,0

Außenputz Innenputz

1 - 7 1 - 10

Korkdämmstoffe (massenbezogen) Holz, Sperrholz, Spanplatten, Holzfaserplatten, Holzwolle-Leichtbauplatten, Schilfrohrplatten und -matten, organische Faserdämmstoffe

15

Pflanzliche Faserdämmstoffe aus Seegras, Holz-, Torf- und Kokosfasern und sonstigen Fasern (massenbezogen)

15

28

Wasseraufnahmekoeffizient Die Wasseraufnahme ist eine physikalische Kenngröße eines Stoffes, Stoffgemisches oder Materials. Sie ist ein wichtiges Merkmal für die Eignung und Dauerhaftigkeit der verwendeten Baustoffe. Deren Eigenschaft zur Wasseraufnahme ist abhängig von der Oberflächenbeschaffenheit und Porosität und ent- scheidend für ihre Frostsicherheit. So sind bestimmte Materialien mit hoher Wasseraufnahme nur für den Innenbe- reich geeignet. Ihre Wasseraufnahmefähigkeit kann hier sogar erwünscht sein, um die relative Feuchtigkeit der Raumluft zu puffern. Die Wasseraufnahme ist auch eine wichtige Kenngröße von Isolierstoffen; hier ist sie nicht erwünscht. Bei Trockenmitteln (z. B. Zeolithe oder Silicagel) ist sie wiederum erwünscht.

Baustoff

Wasseraufnahme Vol. %

Vollziegel

21

Hochlochziegel

24

Kalksandstein

25

Beton

22

Gasbeton

39

Granit

0,4-1,4

Quarzsandstein

0,5-24

Marmor

0,4-1,8

Kapillare Leitfähigkeit Diese hat ihren Ursprung im porigen Gefüge des Stoffes. Taucht man eine enge Röhre (Kapillare) in ein Wasser- gefäß, so steigt in der Röhre der Wasserspiegel an. Dieses Phänomen wird als Kapillarität bezeichnet. Kommt ein Baustoff mit einem anderen, feuchteren Baustoff in Berührung und nimmt dabei Wasser auf, so ist er kapillar leitfähig. Ein Kapillarsystem besteht aus einer Vielzahl von Kanälen oder Löchern, die mehr oder weniger miteinander ver- bunden sind. In wassergefüllten Kapillaren entsteht durch Druckunterschiede eine Bewegung des Wassers. In ei- nem gut ausgebildeten Kapillarsystem kann Wasser leicht in den Baustoff eindringen und ebenso schnell aus dem Baustoffinnern zur Oberfläche zurücktransportiert werden. Durch Kapillareinwirkung wird zehnmal so viel Feuchtig- keit aus einem Baustoff abtransportiert wie durch Wasserdampfdiffusion. Kapillarwasser wandert immer zur trocke- nen Seite des Bauteils, auch gegen den Diffusionsstrom, um an der Oberfläche zu verdunsten.

Diese Eigenschaft macht Dampfsperren so problematisch, weil bei ungünstigen Temperatur- und Feuchtigkeitssi- tuationen Wasser an der inneren Seite der Dampfsperre gestaut wird, in der Wand verbleibt und diese nachhaltig schädigen kann. Der kritische Feuchtigkeitsgehalt ist die Grenze des kapillaren Wassertransports, z.B. Ziegel 2,5 Vol. %, Porenbeton 18%.

Wasserdampf-Diffusionswiderstandszahl μ Besonders im Winter besteht zwischen beheitzten Innenräumen und der Außenluft ein Dampfdruckgefälle, d.h. der Wasserdampf diffundiert von innen nach außen. Der Widerstand, den ein Baustoff der Diffuson des Wasserdamp- fes entgegensetzt, wird durch die Wasserdampf-Diffusionwiderstandszahl μ ausgedrückt. Sie ist dimensionlos und gibt an, um wievielmal der Diffusionswiderstand einer Stoffschicht größer ist als der einer gleich dicken Luftschicht unter sonst gleichen Bedingungen und hängt im wesentlichen von der Dichte des Stoffes und der Art und Struktur der Poren bzw. Luftzwischenräume ab.

30

Baustoff

μ-Wert

Luft

1

Faserdämmstoffe

1

Ziegel, Porenbeton, Putz

5

Gipskartonplatte

10

Holz

50

Beton

70-150

Polystyrol EPS

200

Glas

10000

PE-Folie

100000

Metall

Diffusionsadäquivalente Luftschichtdicke s d Sie ist die Kenngröße für die Diffusionseigenschaft einer Stoffschicht bestimmter Dicke.

sd = μ . s in m Diffusionsoffen Diffusionshemmend Diffusionsdicht

sd<0,5 m 0,5 < sd < 1500 m sd > 1500 m

1.7 Beständigkeit - UV-Beständigkeit UV-Strahlung vermag organische Bindungen zu spalten, aber auch zu schaffen. Es kann die Vernetzung von Mo- nomeren initiieren oder organische Bindungen zerstören. Viele Kunststoffe werden durch Ultraviolettstrahlung ge- schädigt (Trübung, Versprödung, Zerfall). Ebenso werden ungeschüzte Bitumenbahnen von der UV-Strahlung an- gegriffen und mit der Dauer zersetzt. Gewöhnliches Fensterglas ist für einen großen Teil der ultravioletten Strahlen undurchlässig. Das gilt besonders für UV-Strahlen mit kurzen Wellenlängen (UV-B und UV-C), für UV-A ist Fensterglas jedoch durchlässig. Frost, Wasser, Tau Der Frost-Tau-Wechsel bezeichnet den klimatischen Wechsel von Temperaturen um den Gefrierpunkt von Wasser. Insbesondere bei mineralisch gebundenen Baustoffen wie Beton ist der Frost-Tau-Wechsel ein Schädigungsme- chanismus. Diese Werkstoffe besitzen eine poröse, kapillare Struktur und sind nicht wasserdicht. Wird eine solche mit Wasser getränkte Struktur Temperaturen unter 0°C ausgesetzt, so gefriert das Wasser in den Poren. Durch die Dichteanomalie des Wassers dehnt sich das Eis nun aus. Dadurch kommt es zu einer Schädigung des Baustoffs. Das Gefrieren von Wasser ist mit einer Volumenzunahme von etwa 9% verbunden. Bei –22°C übt H 2 O einen Druck von ~ 200 N/mm 2 aus. Damit die Frostsprengung wirken kann, muß der Poren- und Kapillarraum eines Baustoffes mindestens zu 91% mit Wasser gefüllt sein. In den sehr feinen Poren kommt es aufgrund von Oberflächeneffekten zu einer Erniedrigung des Gefrierpunktes. In Mikroporen gefriert Wasser erst unter -17°C. Da sich durch Frost-Tau-Wechsel auch der Werkstoff selbst ausdehnt und zusammenzieht, kommt es zusätzlich zu einem kapillaren Pumpeffekt, der die Wasseraufnahme, und damit indirekt die Schädigung weiter steigert. Für die Schädigung ist somit die Anzahl der Frost-Tau-Wechsel entscheidend. Der Frost- Tausalz-Schaden wird wesentlich durch die Randbedingungen wie Feuchtegehalt und Temperaturverlauf beeinflusst. Ein künstlich herbeigeführter Frost-Tau-Wechsel wird als Prüfverfahren für Natursteine oder Baustoffe eingesetzt und soll darü- ber Auskunft geben, welche Frostbeständigkeit ein Stoff besitzt. Die bei Atmosphärendruck wassergetränkten Proben werden mindestens zehn Frost-Tau-Wechseln ausgesetzt, wobei sie an der Luft oder in Wasser auf eine Temperatur von etwa -20°C abgekühlt und anschließend in einem Wasserbad (+20°C) aufgetaut werden. Nach Beendigung der festgelegten Anzahl von Frost-Tau-Wechseln werden die Veränderungen der Proben wie beispielsweise Rissbildung, Gewichtsverlust, Absplitterungen und gegebenen- falls Festigkeitsveränderungen festgestellt.

32

Feuerbeständigkeit

Der Feuerwiderstand eines Bauteils ist Teil des Brandverhaltens eines Stoffes. Er wird an der Dauer, für die ein Bauteil im Brandfall seine Funktion behält, bemessen. Die Baustoffe werden nach ihrer Brennbarkeit, dem Brand- verhalten in zwei Baustoffklassen unterteilt:

A

nicht brennbare Baustoffe

A1

ohne organische Bestandteile Nachweis nicht erforderlich (z. B. Sand, Kies, Naturbims, Zement, Kalk, Schaumglas, Mörtel, Stahl- Beton, Steine, Bauplatten aus mineralischen Bestandteilen, reine Mineralfasern, Ziegel, Glas, Eisen und Stahl, aber kein Metallstaub)

A2

mit organischen Bestandteilen Nachweis erforderlich (z. B. Gipskartonplatten mit geschlossener Oberfläche).

B

brennbare Baustoffe

B1 -

schwer entflammbar

(z. B. Holzwolle-Leichtbauplatten, Gipskartonplatten mit gelochter Oberfläche, Kunstharzputz, wenn er aus mineralischen Zuschlägen hergestellt wird und auf massivem und mineralischen Untergrund aufgebracht wird, verschiedene Bodenbeläge wie Eichenparkett, Guß- oder Walzasphalt-Estrich). B2 - normal entflammbar

(z. B. Holz ab bestimmten Abmessungen, Gipskarton-Verbundplatten, verschiedene Kunststoffe und daraus hergestellte Tafeln oder Formstücke, elektrische Leitungen und verschiedene Bitumenbahnen sowie Dach- und Dichtungsbahnen. Bei den letzten drei ist ggf. durch Versuche nachzuweisen, dass sie nicht brennend abfallen.)

B3 leicht entflammbar (alles, was nicht in B1 oder B2 eingruppiert werden kann) Ein leichtentflammbarer Bau- stoff darf in ein Ge bäude nur eingebaut werden, wenn er mit einem anderen Baustoff so verbunden wird, dass der Verbund werkstoff nicht mehr leichtentflammbar ist.

Bis hin zur Baustoffklasse B1 gelten die Baustoffe als selbstverlöschend. Ab Baustoffklasse B2 unterhält der Brand sich selbst, auch wenn die Brandursache entfällt.

Übliche Feuerwiderstandsklassen:

Feuerhemmend F30 Das Bauteil erfüllt im Brandfall mindestens 30 Minuten seine Funktion.

Hochfeuerhemmend F60:

Das Bauteil erfüllt im Brandfall mindestens 60 Minuten seine Funktion

Feuerbeständig F90 Das Bauteil erfüllt im Brandfall mindestens 90 Minuten seine Funktion

Hoch feuerbeständig F120 Das Bauteil erfüllt im Brandfall mindestens 120 Minuten seine Funktion

Höchstfeuerbeständig F180:

Das Bauteil erfüllt im Brandfall mindestens 180 Minuten seine Funktion

34

Bauteilspezifische Kennbuchstaben:

F

Wände, Decken, Gebäudestützen und -unterzüge, Treppen Brandschutzverglasung. Schutz vor Hitzestrahlung auf

der brandabgewandten Seite.

T

Türen und Klappen

G

Brandschutzverglasung oder Fensterele- ment. Jedoch kein Hitzestrahlungsschutz auf der brandabgewandten Sei- te. Ein Wattebausch wird entzündet.

L

Lüftungskanäle und -leitungen

E

Elektroinstallationskanal oder Installationsleitungen mit zugelassenem Normtragsystem z. B. Elektroleitung auf Ka-

belpritsche (Brandbeanspruchung von Außen nach Innen, mit zwingendem Funktionserhalt)

I

Elektroinstallationskanal für Installationsleitungen (Brandbeanspruchung von Innen nach Außen, kein zwingender Funktionserhalt)

K

Absperrvorrichtungen in Lüftungsleitungen

R

Rohrabschottung, Rohrdurchführungen

S

Schott, Kabelbrandschott

W

Nichttragende Außenwände

Durch Anhängen der Brennbarkeitsklasse kann ein Baustoff weiter spezifiziert werden. So bezeichnet zum Beispiel die Klasse F30-B einen Baustoff der Feuerwiderstandsklasse F30, der aus brennbaren Stoffen hergestellt ist.

Korrosion

Korrosion ist die Reaktion eines metallischen Werkstoffes mit seiner Umgebung, die eine messbare Veränderung des Werkstoffes bewirkt und zu einer Beeinträchtigung der Funktion eines metallischen Bauteils oder eines ganzen Systems führen kann. In den meisten Fällen ist die Reaktion elektrochemischer Natur, in einigen Fällen kann sie chemischer oder metallphysikalischer Natur sein. Die wohl bekannteste Art von Korrosion ist das Rosten, also die Oxidierung von Metallen. Als Sauerstoffkorrosion bezeichnet man einen Korrosionsvorgang, bei dem ein Metall in Gegenwart von Wasser (Luftfeuchtigkeit) durch Sauerstoff oxidiert wird.

Zusammbau von verschiedenen Metallen Durch den Einfluss von Wasser als Elektrolyten wird aus den zusammengebauten unterschiedlichen Metallen ein elektrisches Element: die von der Kathode ausgesandten Ionen lagern sich an der Anode an. Das unedlere Element wird zerstört. Für Bauteile im Freien ist zudem noch die Fließrichtung der Niederschläge zu beachten. In Fließrich- tung ist immer das unedlere vor dem edleren Metall oder der edleren Legierung einzubauen.

36

Das gilt unter anderem für den Zusammenbau von anderen, unedleren Metallen mit dem edlen Kupfer. In abflie- ßendem Wasser ent- haltene Kupferionen können die Flächenkor- rosion von Aluminium, Zink und verzinktem Stahl hervorrufen, insbesondere wenn es sich um größere Kupferflächen handelt. Deshalb sollten diese Metalle in Fließrichtung nicht unterhalb von Kupfer-Werkstoffen verwendet werden.

Pflanzliche und tierische Schädlinge Als Holzschädlinge werden Organismen bezeichnet, die aufgrund ihrer biologischen Eigenschaften in der Lage sind, Holz zu schädigen oder zu zerstören. In der Regel geschieht dieses im Rahmen der Nahrungsaufnahme oder der Anlage einer Wohn- oder Brutstätte. Die Bezeichnung als „Schädling“ erfolgt, wenn bei dieser Tätigkeit vom Menschen genutztes Holz betroffen ist, welches dadurch seine Funktionsfähigkeit oder seinen Wert verliert. Die größte Bedeutung als Holzschädlinge haben bestimmte Insekten- und Pilzarten. Zu den tierischen Holzschäd- lingen gehören in unseren Breiten einige Vertreter der Bock- käfer, wie der Hausbock, oder aber auch der gemeine Nagekäfer, besser bekannt unter der Bezeichnung „Holzwurm“. Es gibt Frisch- und Trockenholzinsekten. Erstere können sich nur im Frischholz, also lebenden Baum oder im frisch gefällten Holz entwickeln, während Trocken- holzinsekten in der Regel trockenes Holz befallen, z. B. Möbel oder verbautes Holz in Dachkonstruktionen und Fachwerkhäusern.

Zu den pilzlichen Holzschädlingen zählen unter anderem der Echte Hausschwamm, der Braune Kellerschwamm und der Weiße Porenschwamm. Der Befall durch einige Holzschädlinge ist in manchen Bundesländern melde- pflichtig und kann durchaus einen schweren Baumangel darstellen. Die jeweils gültige Landesbauordnung (LBO) regelt Näheres über den Umgang und die Meldepflicht beim Befall von Holz in und an Gebäuden. Neben Holzschädlingen können auch Nagetiere in ungenügend gesicherte Lüf- tungs- schlitze und Öffnungen in Fassaden, Dächer eindringen und dort an Dämmstoffen Schäden verursachen. Die Grün- bzw. Schwarzfärbung von Wärmedämmverbundsystemen kann durch Algen hervorgerufen werden. Da- bei sind Algen auf dem Putz nicht nur ein ästhetisches Problem: Die Organismen scheiden Säuren aus, die das Material auf Dauer zerfressen und schädigen können.

Kristallisationsdruck von Salzen Die Hauptschadenswirkung der Salze beruht darauf, dass beim Übergang von der gelösten Form in die kristalli- sierte Form eine Volumenvergrößerung stattfindet. Dabei entsteht der sogenannte Kristallisationsdruck. Dieser Kri- stallisationsdruck kann verglichen werden mit dem Druck, der entsteht, wenn Wasser gefriert. Wasser dehnt sein Volumen während des Gefriervorganges um ca. 10% aus. Sind die Poren im Mauerwerk oder im Mörtel zu mehr als 90% mit Wasser gefüllt, entwickelt sich beim Gefriervorgang des Wassers ein hoher Druck auf die Porenwandung. Salze verhalten sich beim Auskristallisieren wie gefrierendes Wasser. Befinden sich in den Kapillarräumen in Wasser gelöste Salze, so kommt es beim Verdunsten des Wassers zur Kristallisation. Die dabei entstehende Volumengröße kann Baustoffe zerstören. Üblicherweise kann ein Baustoff die Kristallisation von Salzen mehrmals überstehen. Der Baustoff wird allerdings nach und nach zermürbt und da- bei zerstört. Streusalz, das im Winter auf Straßen und Wegen ausgestreut wird, führt zu beachtlichem Zerfall des bodennahen Bereichs von Stein- und Betonbauten.

1.8 Emissionen Wasserlösliche Holzschutzmittel enthalten als Wirkstoffe biozid wirkende anorganische oder organische Salze. Bei Anorganische wasserlöslichen Holzschutzsalzen ist ein Problem die Auswaschung der Salze durch Feuchtigkeit z.B. Regen. Salze für die Gefährdungsklassen 1 und 2 bleiben stets auswaschbar und müssen auch auf der Bau- stelle gegen Nässe abgedeckt werden. Nichtauswaschbare Salze für die Gefährdungsklassen 3 und 4 enthalten Chromate (Chrom-VI-Verbindungen) und benötigen eine Fixierzeit von mehreren Wochen im Holz. Sie müssen während dieser Zeit vor Regen geschützt gelagert werden, um nicht ausgewaschen zu werden. Organische was- serlösliche Salze sind für die Gefährdungsklassen 3 und 4 zugelassen und fixieren ohne den Zusatz von Chroma- ten im Holz.

38

Lösemittelhaltige Holzschutzmittel bestehen aus organischen Lösungsmitteln und biozid wirkenden organischen Verbindungen. Einige der verwendeten Fungizide und Insektizide werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert (z.B. Pyrethroide). Besondere Probleme entstehen durch Pentachlorphenol (PCP) und lindanhaltige Mittel in Innen- räumen. PCP ist deshalb in Deutschland seit 1990 verboten.

Formaldehydemission Formaldehyd spielt bei Schadstoffbelastungen von Innenräumen eine wichtige Rolle, und hat schon oft zu gesund- heitlichen Problemen der Benutzerinnen und Benutzer, vor allem in neuen Büroräumen mit geringem Luftwechsel, geführt. Die Emission von Formaldehyd aus den Bindemitteln richtet sich nach der Art des Bindemittels und ist ein wichtiger Teilaspekt bei der ökologischen Bewertung von Holzwerkstoffen. Formaldehyd ist ein sog. Sensibilisator, der häufig zu Überempfindlichkeiten (allergische Reaktionen) führt. Bei Formaldehyd reagieren empfindliche Personen (MCS-kranke = Multiple chemische Sensibilität) bereits bei Konzen- trationen, die 10mal unter dem Innenraumgrenzwert von 0,1 ppm liegen, während andere auch bei Konzentrationen wesentlich über diesem Grenzwert noch keine Wirkungen verspüren. Aus diesen Gründen ist eine gewisse Vorsicht im Umgang mit formaldehydhaltigen Produkten im Innenausbau geboten. Nach der Chemikalienverbotsverordnung dürfen beschichtete und unbeschichtete Holzwerkstoffe nicht in den Ver- kehr gebracht werden, wenn sie durch den Holzwerkstoff verursachte Ausgleichskonzentrationen des Formalde- hyds in der Luft eines Prüfraums 0,1 ml/m 3 (=ppm) = 0,12 mg/m 3 überschreitet.

Holzwerkstoff Bindemittelgehalt Bauholz (natürlich getrocknet) Massivholz (techn. getrocknet)

Hartfaserplatten

Gehalt an freiem Formaldhyd 0% kein freies Formaldhyd 0% kein freies Formaldhyd

Brettschichtholz (3-Schicht), Stabsperrholz Furniersperrholz

2-4% < 0,05 ppm (E1) bis 12 % je nach Bindemittelart möglich, < 0,05 ppm 0% kein freies Formaldhyd

Weichfaserplatten

0% kein freies Formaldhyd

Spanplatten:

UF-Harz (nicht wasserfest) PF-Harz (wasserfest) Isocyanat-Harz (PMDI, wasserfest) Mischharze (z.B. MUPF, wasserfest) MDF

8-10 % vorhanden, < 0,05 ppm (E1) 8-10% praktisch ausgeschlossen 5 - 8 % 8 - 10 % 8 - 10 % vorhanden, < 0,05 ppm (E1)

Radioaktivität Zu einer Strahlenbelastung in Innenräumen kommtes auf zwei Arten: einmal durch die externe Bestrahlung, und zum anderen durch die interne Bestrahlung nach Einatmen radioaktiver Substanzen Mehr als die Hälfte der na- türlichen Strahlenbelastung wird durch Einatmen des radioaktiven Edelgases Radon verursacht, das beim Zerfall von Radium-226 entsteht und direkt auf das Lungengewebe einwirkt, wo es zur Krebsentstehung beiträgt. Von den Naturstoffen weisen die Granite die höchste Eigenradioaktivität auf, wobei große Schwankungen bei den unter- schiedlichen Gesteinsproben festzustellen sind.

1.9 Umweltindikatoren - Primärenergieinhalt (PEI) (MJ/kg o. m 3 ) Energie zur Gewinnung der Rohstoffe und Herstellung eines Produktes einschließlich des Wärmewertes (Heiz- bzw. Brennwertes) der Rohstoffe. Er wird aufgeschlüsselt nach erneuerbaren (PEI e) und nicht erneuerbaren (PEI ne) Energieträgern angegeben. Als nicht erneuerbare Energieträger gelten Erdöl, Erdgas, Braun- und Steinkohle sowie Uran. Als erneuerbar gelten Holz, Wasserkraft, Sonnenenergie und Windenergie. Der PEI ne berechnet sich aus dem oberen Heizwert all jener nicht erneuerbaren energetischen Ressourcen, der PEI e entsprechend aus erneuerbaren Ressourcen, die in der Herstellungskette des Produkts verwendet wurden.

40

Wichtig zur Abschätzung und zum Vergleich ist, daß die Systemgrenzen einheitlich definiert sind. Das System um-

fasst in der Regel alle wichtigen Prozesse vom Rohstoffabbau bis zum Ort der Bereitstellung des Produktes oder

der Leistung. 100 MJ entsprechen einem Heizwert von 2,8 l Öl.

Baustoff

PEI (MJ/kg)

Beton C 50/60

0,68

Fichte

0,78

Leichtziegel

2,18

Granit

3,63

Sperrholz

7,16

Floatglas

21,9

Stahl

24

Schaumglas

28,9

Aluminium

220

Treibhauspotential GWP (kg CO 2 /Gas) Das Treibhauspotenztial eines Gases gibt an, in welchem Umfang das Gas zur Absorption von Infrarotstrahlen in der Atmosphäre, d.h. zur Erwärmung der Erdatmosphäre beiträgt. Für die häufigsten treibhauswirksamen Sub- stanzen ist relativ zur Leitsubstanz Kohlendioxid (CO2) ein Parameter in der Form des Treibhauspotentials GWP (Global Warming Potential) definiert. Der GWP-Wert wird berechnet als die Absorption, die aus der Emission von 1kg eines Gases im Verhältnis zur Emission von 1 kg Kohlendioxid bezogen auf einen Zeitraum von 100 Jahren entstehen würde.

Treibhausgas

Treibhauspotential

Kohlendioxid

1

Methan

25

N 2 O

270

Tetrachlormethan

1400

HFKW R134a (PU-Schaum)

1300

HFKW R152a (XPS-Platten)

150

HFCKW R141b

630

HFCKW R142b

2000

Schwefelhexafluorid (SF6) (früher in Schallschutzfenstern)

25000

Säurebildungspotential AP Versäuerung wird hauptsächlich durch die Wechselwirkung von Stickoxid- (NOx) und Schwefeldioxidgasen (SO 2 ) mit anderen Bestandteilen der Luft wie dem Hydroxyl-Radikal verursacht. Das Maß für die Tendenz einer Kompo- nente, säurewirksam zu werden, ist das Säurebildungspotential AP (Acidification Potential). Es wird für jede säure- bildende Substanz relativ zum Säurebildungspotential von Schwefeldioxid angegeben.

Stoff

AP (kg SO 2 , qu.)

Schwefeldioxid SO 2

1,00

NO

1,07

N 2 O

0,70

Stickoxide NO X

0,70

Ammoniak NH 3

1,88

Salzsäure HCI

0,88

Fluorwasserstoff HF

1,60

Eutrophierungspotential EP Im Eutrophierungspotential EP wird der Beitrag einer Substanz, die Stickstoff oder Phosphor enthält, zur Produktion von Biomasse angegeben.

Photooxidantien (POCP) Reaktionsfreudige Gase können unter Einfluss von Sonnenstrahlung Photooxidantien bilden und so Sommersmog in Städten und ihrer näheren Umgebung verursachen. Stoffe, die durch diese Reaktion Ozon bilden, sind z.B. die flüchtigen organischen Verbindungen (VOC). Ozon ist das wichtigste Produkt dieser photochemischen Reaktion und auch die Hauptursache für smogbedingte Augenreizungen und Atemprobleme sowie für Schäden an Bäumen und Feldfrüchten.

42

Der POCP wird berechnet als die Veränderung, die durch die Emission von 1kg eines Gases im Verhältnis zur Emission von 1kg Ethen entstehen würde. Dabei wird der POCP-Wert von Ethen = 100 gesetzt. Je höher der POCP-Wert eines Stoffes, desto höher ist sein Beitrag zur Ozonbildung. POCP- Werte sind nicht kons- tant, sie variieren je nach Ort und Zeit aufgrund meteorologischen Bedingungen. Die photochemische Ozonbildung kann bestimmt werden durch photochemische Modellrechnungen oder durch Laborversuche. Gegenwärtig gibt es für ganz Europa keine einheitliche Methode und keine einheitlichen Informationen.

Abiotischer Ressourcenverbrauch (ADP) [kg Sb-Äqv.] Sie sind alle unmittelbar der Natur entnommenen, nicht nachwachsenden und noch nicht bearbeiteten Materialien, einschließlich nicht verwerteter Förderung (wie etwa Abräume, Bodenaushub für die Herstellung eines Kellers/ Hauses, Ausschachtungen etc.).

Ozonabbaupotenzial (ODP) Die ozonschichtschädigenden Stoffe besitzen jeweils ein bestimmtes Ozonabbaupotenzial (ODP, Ozon Depletion Potential), das die potenzielle Auswirkung eines jeden geregelten Stoffes auf die Ozonschicht angibt. Die Ausdün- nung der stratosphärischen Ozonschicht wird durch die Katalysatorwirkung von Halogenen unter speziellen klimati- schen Bedingungen verursacht. In erster Linie sind dafür Fluorchlorkohlenwasserstoffe (FCKW) verantwortlich. Da Katalysatoren chemische Reaktionen beschleunigen, selbst aber unverändert wieder daraus hervorgehen, kann ein einziges Chloratom schließlich viele tausend Ozonmoleküle zerstören.

Der ODP-Wert wird berechnet als die Veränderung, die durch die Emission von 1kg eines Stoffes im Verhältnis zur Emission von 1 kg FCKW R11 entstehen würde. Das Ozonabbaupotenzial von Stoffen wird bezüglich des Ozonab- baupotenzials des Stoffes R 11 (Tri- chlorfluormethan) angegeben, dessen ODP- Wert =1 gesetzt wird ODP(Stoff) = Ozonabbau (Stoff) / Ozonabbau (R11) Die ODP-Werte sind Ausdruck des aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstandes über den Beitrag der einzelnen Stoffe zum stratosphärischen Ozonabbau. Es ist kein feststehender Wert und kann durch neuere Forschungser- gebnisse geändert werden.

1.10 Ökonomische Eigenschaften - Baukosten Baukosten sind Aufwendungen für Güter, Leistungen und Abgaben, die für die Planung (Architektur und Statik) und die Ausführung von Baumaßnahmen erforderlich sind. Sie setzen sich zusammen aus den Kosten für das Bauwerk (reine Baukosten genannt) sowie den Kosten für Außenanlagen und den sonstigen Kosten (auch Bau- nebenkosten genannt). Die Baukosten teilen sich nach DIN 276 (Kostenermittlung im Hochbau) in verschiedene Kostengruppen. Bauwerkskosten sind die Herstellungskosten eines Gewerks, abzüglich der Kosten für Aufschlie- ßung, Außenanlagen und Einrichtung. Die Herstellungskosten setzen sich demnach aus den Kosten der allgemei- nen Bauarbeiten, der Rohbauarbeiten und Ausbauarbeiten zusammen. Zu den allgemeinen Bauarbeiten gehört die Baustelleneinrichtung, Abbrucharbeiten, Trümmer- und Schuttabfuhr, Außergewöhnliche Gründungen, Arbeiten außerhalb des Gebäudes, Außenanlagen, Aufschließungsarbeiten, sowie behördliche Gebühren. Rohbauarbeiten sind alle konstruktiven Arbeiten, wie z. B. die Erd-, Maurer-, Beton-, Zimmerer- und Isolierarbeiten, sowie die De- ckung, Blitzschutzanlagen und Innenkanalisation. Als Ausbauarbeiten bezeichnet man alle übrigen Arbeiten bis zur Fertigstellung, das sind Schalungen, Verputz, Verkleidungsarbeiten, Innenwände, Böden und Bodenaufbauten, sowie Haustechnik.

Bauteil

€/Einheit (m 2 )

Innenputz Maschinenputz

19,00

Perimeterdämmung XPS

23,00

Außenputz Zementputz 2-lagig

39,00

Fassadenbekleidung Wellblech

74,00

WDVS 80 mm Mineralfaser

75,00

Fassadenbekleidung Faserzement (Stand 2004)

130,00

46

Alterung und Unterhalt Jedes Material und und im besonderen der Witterung ausgesetzte Bauteile unterliegen einem Alterungsprozess. Außenbauteile sind in besonderem Maße der Witterung ausgesetzt. Chemische und biologische Umwelteinflüs- se, begünstigt durch Staub und Schmutzablagerungen, die wiederum Pflanzenbewuchs, Moosbildung und sons- tige schädliche Mikroorganismen fördern, beschleunigen die natürliche Alterung. Temperaturwechsel (Frost-Tau- Wechsel im Winter, Kälteschock in anderen Jahreszeiten) greifen Oberfläche und Material in der Substanz an, mit der mögli- chern Folge von Rissbildung und Absprengungen. Speziell Beschichtungen müssen gewartet und instandgesetzt werden, sonst wird das Eindringen von Wasser, Feuchtigkeit und eventuell Vereisung begünstigt. Bauphysikalische Beanspruchung aus der Gebäudenutzung belasten zusätzlich die Gebäudehülle. Pflege- und Wartungsintervalle müssen auf die verschiedensten Bauteile abgestimmt sein um so eine möglichst lange Lebens- dauer zu erreichen. Unterhalt:

Wahren bzw. Wiederherstellen der Substanz ohne wesentliche Veränderung der Nutzung und des ursprünglichen Wertes. Instandhaltung:

Wahren der Funktionstüchtigkeit durch einfache und regelmäßige Massnahmen. Instandsetzung:

Wiederherstellen der Funktions- und Gebrauchstauglichkeit mit ausreichender Sicherheit und vereinbarter Dauer- hauftigkeit. Restaurierung:

Wiederherstellen eines früherern Zustandes unter Wahrung vorhandener Bausubstanz. Nutzungsdauer von Bauteilen Die Lebens- bzw. besser Nutzungsdauer eines Baustoffs/Bauteils wird von vielen Faktoren beeinflusst. Bei der ökonomischen und ökologischen Bewertung von Konstruktionen und Materialien von Gebäuden über ihren Lebens- zyklus ist es erforderlich, die Lebensdauer der Bauteile zu berücksichtigen. Ein aussagefähiger Kostenvergleich ist nur möglich, wenn Baukosten und Lebensdauer in Bezug gesetzt werden.

Sie ist keine exakte Größe, sondern vielmehr abhängig von:

• Der Stoff- und Schichtqualität

• Den Bauteileigenschaften

• Der Ausführungsqualität

• Den Konkreten Beanspruchungen

• Der Komplexität des Bauteils

• Der Verarbeitung

• Den Umwelteinflüßen

• Der Nutzung

• Der Schadensanfälligkeit

• Der Wartung und Pflege sowie den regelmäßigen Instandsetzungen.

Wenn ein Bauteil stark schadhaft ist und nicht mehr instandgesetzt werden kann und so seine Funktion nicht mehr erfüllen kann, dann hat er gemäss Definition seine Lebens dauer erreicht. Die tatsächliche Lebenserwartung kann von den angegebenen Werten abweichen.

Bauteil

Mittlere Lebenserwartung (Jahre)

Kalkfarbe außen

7

Kunststoffdispersionsfarbe

20

Kunstharzputz außen

30

Zement/Kalkzementputz außen

40

Fassadenbekleidung Aluminium

45

Dachdeckung Ziegel/Beton

50

Stahl außen 60 Beton frei bewittert

70

Fassadenbekleidung Naturstein

80

Fassadenbekleidung Glas

100

48