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Berliner Debatte

Initial

18. Jg. 2007


3
Erinnerungen an Gewalt

Darieva
Armenische
Erinnerungspraktiken
Guchinova
Deportation
der Kalmücken
Schäuble
Spiel mit
dem Terror
Heintze
Der Staat als
Arbeitgeber
Nachtwey
Markt-
sozialdemokratie
elektronische Sonderausgabe
ISBN 978-3-936382-52-5
© www.berlinerdebatte.de
Berliner Debatte Initial 18 (2007) 3
Sozial- und geisteswissenschaftliches Journal
© GSFP – Gesellschaft für sozialwissenschaft- Preise: Einzelheft 10 €, Doppelheft 20 €
liche Forschung und Publizistik mbH. Herausge- Einzelhefte werden per Post mit Rechnung
geben im Auftrag des Vereins Berliner Debatte verschickt.
INITIAL e.V., Präsident Peter Ruben. Berliner
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Thomas Müller, Ingrid Oswald, Udo Tietz, Das Abonnement gilt für ein Jahr und verlän-
Andreas Willisch, Rudolf Woderich gert sich um jeweils ein Jahr, wenn nicht sechs
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Autorenverzeichnis
Tsypylma Darieva, Dr. Oliver Nachtwey, Dipl.-Volkswirt
Ethnologin, Institut für Europäische Graduiertenkolleg „Die Zukunft des
Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin europäischen Sozialmodells“, Göttingen
Christiane Falge, Dr. Jörg Nicht, M.A.
Ethnologin, Zentrum für Europäische Erziehungswissenschaftler,
Rechtspolitik an der Universität Bremen Universität Potsdam
Stephan Feuchtwang, Prof. Dr. Ingrid Oswald, PD Dr. habil.
Ethnologe, Department of Anthropology, Soziologin, Humboldt-Universität zu Berlin/
London School of Economics and Political Centre for Independent Social Research,
Science St. Petersburg
Elza-Bair Guchinova, Dr. Thomas Rid, Dr.
Ethnologin, Institut für Ethnologie und Politikwissenschaftler, Sécurité et défense,
Anthropologie, Russische Akademie der Institut français des relations
Wissenschaften Moskau internationales, Paris
Cornelia Heintze, Dipl.-Pol. Steven Schäller, M.A.
StK a.D. und Coach, Leipzig Politologe, TU Dresden
Wolfgang Kaschuba, Prof. Dr. Michaela Schäuble, M.A.
Ethnologe, Institut für Europäische Ethnologin, Universität Tübingen & School
Ethnologie, Humboldt-Universität zu Berlin of Slavonic and East European Studies,
University College London
Berliner Debatte Initial 18 (2007) 3 1

Erinnerungen an Gewalt
– zusammengestellt von Tsypylma Darieva und Ingrid Oswald –

Editorial 2 ***
Schwerpunkt: Thomas Rid
Erinnerungen an Gewalt Der degradierte General.
Clausewitz und zivil-militärische
Wolfgang Kaschuba im Interview Beziehungen in den USA 69
mit Tsypylma Darieva und Ingrid Oswald.
Ethnologie und Gewalt:
Erinnern und Vergessen 3 Cornelia Heintze
Der Staat als Arbeitgeber
Tsypylma Darieva im skandinavisch-deutschen Vergleich.
Vom Lokalen zum Globalen. Empirische Befunde und
Zur postsozialistischen Transformation theoretische Anmerkungen 79
armenischer Erinnerungspraktiken 10

Michaela Schäuble Oliver Nachtwey


Spiel mit dem Terror? Gerechtigkeitsprobleme
Reflexionen über die Gewaltinszenierung der Marktsozialdemokratie.
eines ehemaligen kroatischen Zur Debatte um ein neues
Kampfsoldaten 24 Grundsatzprogramm der SPD 95

Stephan Feuchtwang
„Wohin gehören wir?“
Jüdisch-gemischte Verwandtschaft Rezensionen und Besprechungen
und die Brüche im Europa
des 20. Jahrhunderts 36 Robert Chr. van Ooyen:
Politik und Verfassung.
Elza-Bair Guchinova Beiträge zu einer politikwissen-
Die Deportation der schaftlichen Verfassungslehre
Kalmücken unter Stalin. Rezensiert von Steven Schäller 107
Vergessenes und Erinnertes
in Schüleraufsätzen 48 Rudolf Stichweh:
Inklusion und Exklusion.
Christiane Falge Studien zur Gesellschaftstheorie
Krieg, Vertreibung Rezensiert von Jörg Nicht 110
und Transnationalisierung.
Erinnerungen und Identitätskonstruk-
tionen bei den äthiopischen Nuer 58
2 Berliner Debatte Initial 18 (2007) 3

Editorial
Europa ist nicht arm an Erinnerungskulturen. Zentral für postsozialistische Erfahrung ist
Die postsozialistische Gesellschaftsentwicklung die Verschiebung einst privater Erinnerungen in
hat dieses Phänomen noch verstärkt, denn die die Öffentlichkeit. Wie Verluste und Traumata
Nationalstaatsbildung nach dem Zerfall der So- durch die öffentliche Darstellung verarbeitet
wjetunion und Jugoslawiens brachte enormen werden können, veranschaulicht der Beitrag
Schwung in die Re-Konstruktion nationaler von Elza-Bair Guchinova. Michaela Schäuble
Erzählungen. Die (Wieder-)Entdeckungen zeigt, wie Erinnerungen an Gewalt durch den
und (Gegen-)Erinnerungen an Gewalt und Körper zum Ausdruck gebracht werden, welche
Vertreibung produzieren dabei neue Trenn- Funktionen die dramatisierende Inszenierung
linien, Brüche und Verbindungen, schaffen von Kriegstraumata hat. Schließlich dienen
neue Gedenkpraxen und politische Ansprüche. gemeinsame Erinnerungen der Bildung sozialer
Oft wird erst ausgehandelt, welche Formen Netzwerke und der Stabilisierung von Identitä-
der Erinnerung überhaupt in Frage kommen, ten, wie bei Christiane Falge nachzulesen ist, die
je nachdem, ob große Bevölkerungsgruppen die Narrative der Nuer im postsozialistischen
integriert werden sollen oder ob eine lokale Äthiopien untersucht.
Rekonstruktion mit einem neuen Deutungs- Alle Beiträge des Schwerpunkts zeigen,
muster im Vordergrund steht. wie durch die Rekonstruktion von Erinnerung
Der in diesem Heft beginnende Themen- öffentliche Orte modifiziert werden, wie weit
schwerpunkt versammelt Aufsätze zu ver- Privates in diese hineinreicht, und welche
schiedenen Facetten der Vielfalt dieser neuen Spannungen zwischen dem offiziellen Kanon
Erinnerungsformen in postsozialistischen einer Gedächtniskultur und den informellen
Gesellschaften. Zwei weitere, für die Diskus- Praktiken des Erinnerns existieren. Dabei schei-
sion unverzichtbare Aufsätze werden in Heft nen sich die Aneignungsweisen der Erinnerung
4 erscheinen. Alle Beiträge sind „Nahaufnah- an die gewaltsamen Konflikte der jüngeren
men“ der ethnologischen Feldforschung, die Vergangenheit zu beschleunigen, was für die
Einsichten in die Technik, Inszenierung und Zukunft auf Veränderungen in Darstellung und
strategische Umsetzung des Erinnerns vermit- Vermittlung von Traumata schließen läßt.
teln. Den Autoren geht es primär darum, wie
eine traumatische Vergangenheit im Alltag Tsypylma Darieva und Ingrid Oswald
verankert werden kann und wie (nicht was)
erinnert bzw. vergessen wird.
Die ethnologische Perspektive ermöglicht Errata
es, die mnemotechnischen Praktiken „von
unten“ zu erfassen, die Mikropolitiken kol- Heft 1-07, S. 29: In Tabelle 5 muß der erste
lektiver Gedächtnisbildung aufzudecken, wie Wert für 1990 lauten: 46.194.
im Interview mit Wolfgang Kaschuba erörtert.
Wie eine schwierige Vergangenheit selektiv Heft 2-07: S. 53, 3. Zeile; es muß heißen:
zum Ausdruck gebracht und für die politische „Nämlich das vom Ministerpräsidenten des
Zukunft eines Staates eingesetzt wird, thema- Freistaates Thüringen, Dieter Althaus ...“
tisiert Tsypylma Darieva, während Stephan S. 5, 7. Zeile; richtig: Albrecht Müller;
Feuchtwang zeigt, wie selektive Erinnerung ebenso S. 15, 45. Zeile.
die vielfach durch den Holocaust gebrochenen S. 37, 1. Zeile; richtig: Garms, Hinrich.
jüdischen Familiengeschichten zu einem neuen
Kontinuum zusammenbindet. Wir bitten, die Fehler zu entschuldigen.
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Thomas Rid

Der degradierte General


Clausewitz und zivil-militärische Beziehungen in den USA

Ein preußischer Geist geht um in Amerika. können Entscheidungen über Sieg oder Nie-
Carl von Clausewitz’ Hauptwerk, Vom Kriege, derlage mit vergleichsweise geringen Kosten an
wurde 1832 posthum veröffentlicht. Das Buch menschlichem Opfern herbeigeführt werden.
ist wohl die bekannteste und einflußreichste Clausewitz kannte jedoch nur die erste dieser
Abhandlung über den Charakter des Krieges, Dimensionen und schrieb nur vom Kriege zu
die jemals geschrieben wurde. Nach Clausewitz Lande. Flugzeugträger, Lufttransport, Drohnen,
über Krieg zu schreiben, sei wie einen Faust nach Raketenabwehrsysteme, biologische Waf-
Goethe oder einen Hamlet nach Shakespeare zu fen, Gefechtsfeldaufklärung durch Satelliten,
versuchen, stellte der Generalfeldmarschall und Computerangriffe, nukleare Abschreckung
Militärhistoriker Colmar von der Goltz fünfzig – die Liste militärtechnischer Neuerungen
Jahre später fest (Goltz 1883). Zwei Weltkriege kann beliebig fortgesetzt werden. Clause-
später war das Zentrum globaler Machtpolitik witz jedoch verwendet lange Strecken seines
auf die andere Seite des Atlantiks gewandert. Die Buches auf „Märsche“, „Lager“, „Quartiere“,
Autorität des preußischen Gedankenguts stieg „Schlachtordnungen“, „Gegend und Boden“,
dort weiter an. 1957 merkte Samuel Huntington „Moräste“ und „Flußübergänge“. Technischer
an, Clausewitz’ Bedeutung für das militärische Fortschritt hat diese Passagen seines Werks zu
Denken sei mit der Bedeutung von Marx für die einem allenfalls militärhistorisch interessanten
sozialistische Theorie zu vergleichen, dessen Dokument herabgestuft, so eine weit verbreitete
Ideen jedoch nach Osten exportiert wurden Annahme. Die konzeptuell anspruchsvolleren
(Huntington 1957: 56). Weitere fünfzig Jahre und abstrakteren Abschnitte seines Buches
später, Marx war nach politischen Umwälzun- sind dagegen kurz und darüber hinaus dem
gen von seinem Sockel gestoßen worden, hat Vorwurf der sinkenden Relevanz ausgesetzt
sich jedoch der Charakter des Krieges ebenso – von politikwissenschaftlichen Kritikern,
drastisch revolutioniert. Was bedeutet das für Historikern, sowie Praktikern aus Politik und
Clausewitz? Militär.1
Clausewitz verfaßte sein Werk auf der Dennoch wurde kein Philosoph des Krieges,
Erfahrungsgrundlage der napoleonischen kein politischer Denker, kein strategischer Autor
Feldzüge. Er orientierte sich an den Denk- mit Blick auf das Schlachtfeld mehr gelesen,
und Waffensystemen des frühen neunzehnten mehr angewendet und mehr umgesetzt als Carl
Jahrhunderts. Heute hat sich die Kriegführung, von Clausewitz. Dies trifft auf den preußischen
in der Sprache der amerikanischen Armee, in Generalstab unter Helmuth von Moltke und
fünf Dimensionen ausdifferenziert: moderne Albrecht von Schlieffen genauso zu, wie auf den
Streitkräfte operieren zu Land, zu Wasser, in US-Generalstab unter Colin Powell oder unter
der Luft, im Weltraum, sowie im virtuellen Tommy Franks’ Befehl. Politiker, Soldaten sowie
Raum der Information. Dabei gewinnen der Wissenschaftler bedienen sich der Clausewitz-
Luftraum und die Informationskriegführung schen Terminologie: „Jeder kann in Vom Kriege
an Bedeutung. In diesen Gefechtsfeldern finden, was er sucht, wenn er nur seine Zitate
70 Thomas Rid

nach Belieben auswählt“, schrieb Raymond in der zeitgenössischen Rezeption ansteigt.


Aron in seinem Werk Penser la guerre, dem Genauer, und auf die Irakkriege bezogen: Im
wichtigsten Sekundärwerk. Doch die Generäle ersten Irakkrieg wurde Clausewitz höchst
Colin Powell, Norman Schwarzkopf, Tommy kontrovers auf strategisch-politischer Ebene
Franks, Wesley Clark, Anthony Zinni, oder die angewendet, besonders im Hinblick auf die
Strategietheoretiker Samuel Huntington, Peter zivil-militärischen Beziehungen, im zweiten
Paret, Eliot Cohen, Bernhard Brodie, Harry Irakkrieg wurde der Preuße wenig umstritten
Summers, Christopher Bassford und Antulio auf operativ-taktischer Ebene eingesetzt. Ein
Echevarria, um nur einige amerikanische Na- solches Argument stünde im Widerspruch zu
men zu nennen, haben mehr als nur Zitate von mehreren weit verbreiteten Annahmen: daß
Clausewitz verwendet. Seine Ideen waren mehr Clausewitz für die Praxis weniger relevant sei
als prosaische Garnierung. Clausewitz prägt als für die Ideengeschichte, daß die Zeitresi-
das zeitgenössische politische, strategische und stenz der Clausewitzschen Analyse im ersten
operative Denken in den Vereinigten Staaten.2 Buch seines Werkes an ihre Abstraktionshöhe
Vom Kriege bildet bis heute das intellektuelle geknüpft sei, und daß umfangreiche historische
und begriffliche Reißbrett, auf dem die ersten Passagen in Vom Kriege ein längst überschrit-
Entwürfe der Architektur bewaffneter Ausein- tenes Verfallsdatum trügen. In einem ersten
andersetzungen entworfen werden. Schritt wird auf den folgenden Seiten die
Es stellen sich daher zwei Fragen. Warum politisch-strategische Dimension der ameri-
ist Clausewitz’ Bedeutung gerade in den US- kanischen Clausewitzrezeption betrachtet,
Streitkräften scheinbar weiter angestiegen? in einem zweiten Schritt wird der analytische
Gerade dort, wo modernster technischer Fort- Blick auf die operativ-taktische Bedeutung der
schritt den Bedeutungsverlust der preußischen preußischen Kriegstheorie gesenkt.
Schrift hätte einläuten müssen; gerade dort, wo Pointiert formuliert, hat sich auf der stra-
nicht abstrakte Theorien gefragt sind, sondern tegischen Ebene folgendes zugetragen: Clau-
praxisorientierte Rezepte. Und zweitens, wie sewitz wurde als Berater angeheuert, um den
können Clausewitzsche Gedanken eine Vorlage Streitkräften gegen ihre zivilen Vorgesetzten den
für widersprüchliche Vorgehensweisen bilden? Rücken zu stärken. Nach der politischen und
Dies legt ein Vergleich der beiden US-geführten militärischen Niederlage in Vietnam wurde der
Kriege gegen den Irak nahe, die beide unter Kriegsphilosoph von der US-Armee herange-
Zuhilfenahme von Clausewitz begründet und zogen, um die zivil-militärischen Beziehungen
geplant wurden. neu zu definieren und eine Repolitisierung
Beide Fragen sollen zusammen beantwortet militärischer Oberbefehlshaber zu rechtferti-
werden. Hierfür sind drei abgestufte Ebenen gen. Clausewitz wurde also gegen sich selbst
des Krieges zu unterscheiden, entsprechend gewendet. Als Kontrastmittel, um das Politische
ihren zeitlichen und räumlichen Eigenschaften. in Clausewitz sichtbar zu machen, eignet sich
Die Ebene der Strategie bezieht sich zeitlich Helmuth von Moltke. Der neben Napoleon
auf den gesamten Krieg und räumlich auf das und Wellington wohl kompetenteste Feldherr
kriegführende Kollektiv, etwa einen Staat. Die des 19. Jahrhunderts hat die Kriegsgeschichte
operative Ebene umfaßt zeitlich die Schlacht zwar erst nach Clausewitz geprägt. Doch
und räumlich das Kriegstheater oder, zeitge- hätte Clausewitz die politische – oder besser:
mäß ausgedrückt, die Operationen und das unpolitische – Haltung des Generalstabchefs
Gefechtsfeld. Die Taktik ist die Lehre vom wahrscheinlich scharf kritisiert, wenn er den
Gefecht und von der Position. Strategie ist Deutsch-Dänischen Krieg oder Königgrätz mit
also abstrakt und von Dauer, Taktik konkret ihm erlebt hätte. „Nach der parlamentarischen
und jetzt. Schablone mußte der Kriegsminister die ent-
Die Relevanz Clausewitzscher Gedanken, scheidende Person sein“, schrieb Moltke, nicht
so läßt sich thesenhaft formulieren, sinkt mit ohne Verachtung im Ton. Und er führt aus:
steigendem Ordnungsniveau des Krieges, „Der Krieg läßt sich aber nicht vom grünen
während gleichzeitig ihre Widersprüchlichkeit Tisch aus führen, die oft augenblicklichen
Der degradierte General 71

Entschlüsse können nur an Ort und Stelle nach ist der Ausgangspunkt einer permanenten
den nur dort zu beurtheilenden Verhältnissen politikwissenschaftlichen Debatte skizziert:
gefaßt werden. Der der Nation verantwortliche der zivilen Kontrolle des Militärs. „Jede Dis-
Minister wird unter dem Druck der öffentli- kussion zivil-militärischer Beziehungen muß
chen Stimmung, schwungvoller Phrasen in mit Clausewitz beginnen“, ist in einem der
der National-Versammlung und dem Geschrei jüngsten umfassenden Werke zum Thema zu
der Parteien schwerlich aus rein militärischen lesen (Herspring 2005: 3).
Rücksichten verfahren (Förster 1992: 73; Her- In den Vereinigten Staaten begann diese
vorh. T.R.). Diskussion mit Samuel Huntington, der 1957
Aus dieser frustrierten Beobachtung des im Alter von 30 Jahren einen Klassiker der
jungen Parlamentarismus zog Moltke klare Politikwissenschaften vorlegte, The Soldier
Konsequenzen. Er war einer der ersten Feld- and the State. Im Zentrum seiner Analyse
herren, die Schlachten nicht mehr vom Rücken steht die Herausbildung von professionellen
eines Pferdes führten, sondern vom Schreibtisch Offizierskorps im Europa des 19. Jahrhunderts,
aus. Die Industrialisierung der Kriegführung so- vor allem in Preußen mit seiner besonders stark
wie das zahlenmäßige Anwachsen der Armeen ausgeprägten Spannung zwischen Aristokra-
stellten enorme logistische Anforderungen an tie und Bürgertum. Deren jeweilige Ideale,
die Planer. Nicht aristokratische Amateure, Abstammung einerseits und Repräsentation
sondern durch Leistung ausgezeichnete pro- andererseits, seien beide nicht kompatibel mit
fessionelle Spezialisten waren gefragt. Daher der Professionalisierung des Militärs. Scharn-
die große preußische Militärreform unter horst war nun in der Lage, diese Pattsituation
Scharnhorst und Gneisenau, und später der für sein Reformprojekt auszunutzen, und baute
Bedeutungsaufstieg des Generalstabs unter die preußische Streitmacht zu einer formidablen
Moltke. Der Generalfeldmarschall, immer und bis 1918 ungeschlagenen Kampfmaschi-
professionell, bestand auf einer klaren Arbeits- ne aus. Clausewitz bildete das intellektuelle
teilung zwischen politischem Entscheiden und Fundament für die Reformen, an denen er als
militärischem Durchführen: Mitarbeiter von Scharnhorsts beteiligt war.
„Ist einmal der Krieg erklärt, so muß dem Huntington bettet also Clausewitz in seinen
Oberfeldherrn die volle Freiheit gelassen zeitgenössischen Kontext ein, während er heute
werden, nach eigenem Ermessen zu handeln. meist davon isoliert im Rückblick interpretiert
Eine schwere Verantwortlichkeit lastet auf wird. Ausgehend von Clausewitz’ dualem
ihm, vor Gott und seinem Gewissen – die vor Charakter des Krieges – einerseits autonome
dem Staatsgerichtshof verschwindet daneben.“ Aktivität, andererseits politisches Instrument
(Ebd.: 3) – entwickelt Huntington die Theorie, nicht
Nun, sich von dieser Position avant la ohne Reminiszenzen an Moltke zu wecken,
lettre scharf abstoßend, Clausewitz: „Wir be- daß die Tätigkeitsbereiche professioneller
haupten dagegen, der Krieg ist nichts anderes Militärs und der Verantwortungsbereich von
als eine Fortsetzung des politischen Verkehrs deren zivilen Vorgesetzten scharf voneinander
mit Einmischung anderer Mittel“ (Clausewitz abgetrennt werden können und sollen. „Daß
1832b: 683). Es könne keinen Bereich des der Krieg seine eigene Grammatik hat“, führt
Krieges geben, weder in der Planung noch Huntington aus, „bedeutet, daß professionelle
der Durchführung, welcher von politischen Militärs die Möglichkeit haben müssen, ihre
Einflüssen befreit wäre. Die Politik habe den eigenen Kompetenzen in dieser Grammatik
Krieg erzeugt, argumentiert Clausewitz, sie sei ohne Einmischung zu entfalten“ (Huntington
die „Intelligenz“, der Krieg dagegen „bloß das 1957: 57). Die Anerkennung der Sphäre eines
Instrument“. Es bliebe also nur „das Unterord- reinen militärischen Professionalismus ist die
nen des militärischen Gesichtspunktes unter Essenz der sogenannten „normalen Theorie“
den politischen möglich“ (ebd.: 686). Es könne zivil-militärischer Beziehungen.
keinen Bereich kriegerischer Gewalt geben, Diese Interpretation des Kriegsphilosophen
der nicht vom Politischen berührt wird. Damit wird von einem der prominentesten zeitgenös-
72 Thomas Rid

sischen amerikanischen Strategietheoretiker Diese widersprüchliche Interpretation


scharf zurückgewiesen. „Für Clausewitz gibt es bleibt nicht auf die Politikwissenschaften
keinen Bereich militärischer Handlungen, der beschränkt. Sie setzt sich in der Praxis fort.
nicht von politischen Gesichtspunkten berührt Bernard Brodie, ein renommierter Zivilstratege
wird“, resümiert Eliot Cohen in seinem preis- und Clausewitz-Interpret, riet die Lektüre des
gekrönten Buch Supreme Command (Cohen Buchs Vom Kriege an, weil seine Weisheit „im
2002). Der einflußreiche Professor der School Grunde zeitlos“ sei. Weisheit ist ein Attribut, das
for Advanced International Studies untersucht Clausewitz oft zugesprochen wird. Colin Powell
darin Lincoln, Clemenceau, Churchill und Ben schrieb eine vielgelesene sowie ausgezeichnete
Gurion in ihrem Umgang mit den Streitkräften militärische Biographie, nachdem er seinen
während des Krieges. Allen vieren ist gemein, aktiven Dienst als Vorsitzender der Vereinigten
daß sie mit bohrenden, harten Fragen ihre Stabschefs niedergelegt hatte. Den „weisen
militärischen Oberbefehlshaber zu besserer Preußen zu lesen“, schreibt General Powell in
Leistung anspornten. Im konzeptionellen Teil seinen Memoiren, „war ein Erwachen für mich“.
seiner Untersuchung führt Cohen Clausewitz Amerikanische Offiziere lesen Clausewitz in
gegen Huntington an. Dieser widmet sich der Regel erst spät in ihrer Ausbildung, wenn
vor allem im achten Buch der Frage der zivil- sie bereits Oberstleutnant oder Oberst sind.
militärischen Beziehungen und dem Einfluß Powell hatte schon zwei Touren in Vietnam
der Politik auf die Kriegführung. „Ja, es ist ein hinter sich, als er den weisen Preußen las,
widersinniges Verfahren“, schimpft Clausewitz und kannte kriegerische Gewalt aus eigener,
dort, „bei Kriegsentwürfen Militäre zu Rate schmerzhafter Anschauung. Die unerwartete
zu ziehen, damit sie rein militärisch darüber Lektüre in der Kriegsakademie spannte die
urteilen sollen, wie die Kabinette wohl tun“ bitteren Erfahrungen einer ganzen Offiziers-
(Clausewitz 1832b: 686). Moltke vermißte generation in einen konzeptuellen Rahmen ein,
gerade diese „rein militärischen Rücksichten“. der geradezu maßgeschneidert zu sein schien.
Noch widersinniger jedoch, führt Clausewitz Nochmals Powell: „Sein Buch Vom Kriege,
weiter aus, sei „das Verlangen der Theoretiker“, geschrieben 106 Jahre vor meiner Geburt, war
die Kriegsmittel dem Feldherrn überweisen zu wie ein Licht aus der Vergangenheit, das die
wollen, um danach einen ebenso rein militäri- Dunkelheit heutiger militärische Probleme
schen Entwurf des Feldzugs anzufertigen. Zu ausleuchtete“ (Powell and Persico 1995).
Recht arbeitet daher Cohen heraus, daß gemäß Diese autobiographische Sentenz muß in
dieser Sicht die Planung und Kriegführung den Kontext des Vietnamkriegs eingebettet
nicht als alleinige Domäne uniformierter Pro- verstanden werden. Der ehemalige General-
fessioneller gelten kann. „Die Clausewitzsche stabs chef und damals zukünftige Außenmi-
Sicht ist inkompatibel mit der Doktrin des nister rekurriert so begeistert auf Clausewitz,
Professionalismus, welche sich in der ‚norma- um das gescheiterte amerikanische Engagement
len Theorie‘ zivil-militärischer Beziehungen in Indochina zu verstehen und zu kritisieren,
ausdrückt“ (Cohen 2002: 8). Cohens Buch jenen Krieg, der ein ganzes Land verwüstete,
ist ein anspruchsvolles Plädoyer für die zivile mehr als 60.000 Amerikaner und eine ungleich
Kontrolle der Arbeit der Streitkräfte bei der größere Zahl Vietnamesen tötete und zu Hause
Kriegsvorbereitung sowie der Durchführung. eine traumatisierte Nation zurückließ. Mit
Im Sommer 2002, während des Vorlaufs zum Clausewitz wird die Überlegenheit Nordviet-
Irakkrieg, haben sich Präsident George W. Bush nams und des Vietcong wieder sichtbar, eine
sowie einige seiner engsten zivilen Berater – und Überlegenheit, die etwa beim Vergleich von
dies ist höchst bemerkenswert – wie zufällig mit Waffensystemen, Mannschaftszahlen oder
Cohens Buch in den Händen ablichten lassen, finanziellen Ressourcen unsichtbar bleibt.
und damit eine unmißverständliche Geste Die US-Regierung habe den Willen sowie die
an das Offizierskorps gerichtet (Mann 2004: Mittel, die ihrem unkonventionellen Gegner im
192). Der Präsident wollte den Cohenschen Dschungel Vietnams zur Verfügung standen,
Clausewitz, nicht den Huntingtonschen. unterschätzt. Immer wieder wurde folgende
Der degradierte General 73

Passage aus dem ersten Kapitel des ersten Bu- eine just zum rechten Zeitpunkt erschienene
ches aus Vom Kriege herangezogen: „Wollen wir Clausewitz-Übersetzung stürzte. Das gleiche
den Gegner niederwerfen, so müssen wir unsere Zitat führt etwa General Wesley Clark ins
Anstrengungen nach seiner Widerstandskraft Feld, der Oberbefehlshaber im Kosovokrieg
abmessen; diese drückt sich durch ein Produkt 1999. Und er fügt hinzu, daß dieses Argument
aus, dessen Faktoren sich nicht trennen lassen, unter den Hauptleuten und Leutnanten in Fort
nämlich: die Größe der vorhandenen Mittel und Leavenworth eine der beliebtesten Kritiken am
die Stärke der Willenskraft.“ (Powell and Persico Vietnamkrieg war. Powell zitiert die Passage
1995: 120; Clausewitz 1832b: 30). ebenfalls, und führt „Clausewitz’ große Lehre
Amerika war tief beeindruckt von der Tet für meine Profession“ in eigenen Worten aus:
Offensive, die gleichzeitig als militärische Nie- Der Soldat forme nur ein Bein einer Triade.
derlage und psychologischer Sieg des Nordens Ohne jedoch alle drei Beine mit einzubeziehen,
in die Geschichte des Vietnamkriegs einging. die Streitkräfte, die Regierung und das Volk,
Beides ließ sich jedoch nicht trennen, und könne kein Einsatz durchgehalten werden.
Clausewitz half zu verstehen, daß die „mora- Weinbergers Rede tauchte auf Lehrplänen von
lischen Faktoren“, also der psychologische Sieg Offiziersschulen auf, wurde in Kriegsakademien
des Vietcong, mehr zählten. „Es war irrelevant“, verbreitet und verfestigte sich schließlich bei
schließt Powell, wie viele Gegner getötet wur- den Streitkräften zu „einer Art Dogma“ (Cohen
den. „Der Vietcong und Nordvietnam hatten die 2002: 188). Clausewitz wurde gewissermaßen
notwenigen Körper, um sie in diesen Konflikt als intellektueller Impfstoff verabreicht, um
zu treiben [also die Mittel], und sie hatten den die Streitkräfte gegen jene strategische Feh-
Willen, dies zu tun.“ leranfälligkeit zu immunisieren, welche die
Caspar Weinberger, Reagans Verteidigungs- Nation in Südostasien befallen hatte. Oberst
minister bis 1987, begründete in Verarbeitung Harry Summers schmales Buch On Strategy
der Vietnamerfahrung eine nach ihm benannte verkörpert wie kein anderes jene Diagnose, daß
einflußreiche Doktrin. Die drei wichtigsten das Versagen der zivilen Eliten zum Debakel in
Punkte seien kurz zusammengefaßt: Erstens, Vietnam geführt hätte. Darin zitiert Summers
die USA sollten nur in den Krieg ziehen, wenn mehr als 50mal Clausewitz (Summers 1982).
nationale Interessen auf dem Spiel stehen. Zwei- Die Nebenwirkungen waren bedenklich.
tens, dieser Einsatz sollte mit voller Anstren- Powells Verhalten verdeutlicht dies. Der
gung geschehen. Drittens, es muß ein klares Veteran war später, aufgrund seiner Viet-
politisches und militärisches Ziel geben. An namerfahrung, ein höchst ungewöhnlicher
dieser Stelle zitiert der Verteidigungsminister Generalstabschef. Als ranghöchster US-Soldat
Clausewitz: „Man fängt keinen Krieg an, oder gab er, etwa im September 1992, Interviews
man sollte vernünftigerweise keinen anfangen, gegenüber der New York Times, in denen er
ohne sich zu sagen, was man mit und was man sich öffentlich gegen ein Flugverbot in Bosnien
in demselben erreichen will, das erstere ist der aussprach, er veröffentlichte seine Positio-
Zweck, das andere das Ziel“ (Clausewitz 1832b: nen in Foreign Affairs, der einflußreichsten
651). Übrigens wird Zweck in Peter Parets politischen Zeitschrift der USA, und war
englischer Ausgabe als „political purpose“, ausschlaggebend an der Entscheidung betei-
Ziel als „operational objective“ übersetzt. Die ligt, den ersten Golfkrieg nach 100 Stunden
zitierte Passage gehört zu den bekanntesten Bodenoffensive zu beenden. Weinbergers
des ganzen Buches in den USA. Gedanken wurden von Powell weiterentwickelt
Bemerkenswert ist nun, daß Weinbergers und zur Grundlage der Planung des ersten
politische Doktrin – von einem Politiker Golfkriegs gemacht. Als Powell-Doktrin bzw.
entwickelt, im National Press Club an ein po- als „Doctrine of Overwhelming Force“ gingen
litisches Publikum gerichtet – in erster Linie sie in die Annalen des ersten amerikanischen
von Soldaten aufgenommen wurde. Nicht Krieges gegen Saddam Hussein ein. Präsident
nur von Powell, sondern von einer ganzen George H.W. Bush, unter dem die Generäle
Generation von Soldaten, die sich gierig auf Powell und Schwarzkopf den ersten Irakkrieg
74 Thomas Rid

führten, kommentiert diesen Entscheidungsstil gen einmischen, gibt es ein probates Mittel:
in seinen Memoiren: Degradierung. Clausewitz betätigt sich heute
„Colin Powell, immer professionell, wollte auf taktisch-operativer Ebene.
auf bedachte Weise sicherstellen, daß, wenn Die beiden weltweit größten Militäropera-
wir kämpfen mußten, wir es richtig tun und tionen nach Vietnam waren der Golfkrieg 1991
kein halbes Maß nehmen. Er wollte zweierlei und der Irakkrieg 2003. Im ersten Fall wurden
erreichen, daß einmal ausreichend Truppen mehr als 500.000 Soldaten stationiert, und mit
für meine bevorzugte Option zur Verfügung sehr begrenztem Zweck in einem konventio-
stünden, sowie schließlich die Handlungsfrei- nellen Manöverkrieg eingesetzt, im zweiten
heit, die Arbeit vernünftig zu erledigen, sobald Fall wurde eine „schlanke“ Operation mit etwa
die politische Entscheidung gefällt war. Ich 150.000 Soldaten konzipiert, die noch während
war entschlossen, unser Militär sollte beides der laufenden Stationierung mit weitreichender
haben. Ich wollte nicht die Probleme Vietnams Zielstellung durchgeführt wurde. Masse wurde
wiederholen, wo die politische Führung sich in durch Geschwindigkeit ersetzt.
die militärische Operationsführung einmischte“ Im Hinblick auf die strategische Zielsetzung
(Bush and Scowcroft 1998: 345). sowie auf die Operationsführung könnten der
Damit wird jedoch das hochpolitische erste und der zweite Irakkrieg nicht verschie-
Verhalten Powells und seines Mitarbeitersta- dener sein. Aus heutiger Sicht widerspricht
bes selbst Gegenstand einer Clausewitzschen die jüngste Invasion des Irak im März 2003
Betrachtung. Es stellt die zivile Kontrolle des der Weinberger-Doktrin in jeder möglichen
Militärs in Frage, will „Intelligenz“ sein, nicht Hinsicht: Nationale Interessen waren nicht
nur „Instrument“. Clausewitz, so läßt sich fest- unmittelbar tangiert, die politischen Ziele waren
halten, hat eine Politisierung der Generalität nicht klar definiert, und das Konzept eines
verstärkt. Uniformträger sollten bei der poli- „running start“ – also den Krieg noch während
tischen Zielformulierung militärischer Opera- der Stationierungsphase mit weniger Truppen
tionen, ja mehr noch, bei Entscheidungen über zu beginnen – war das genaue Gegenteil von
Anfang und Ende von Kriegen, als Korrektiv überwältigender militärischer Stärke. Aber wa-
von im Grunde nicht kompetenten Zivilisten rum konnte bei beiden Operationen, 1991 und
mit beteiligt sein. Und so ein zweites Vietnam 2003, auf Clausewitz zurückgegriffen werden?
verhindern. Clausewitz berühmtester Gedan- Der politisch-strategische Clausewitz in seiner
ke, der Krieg sei „nur ein Teil des politischen Weinberger-Powell-Inkarnation spielte offen-
Verkehrs, also durchaus nichts Selbständiges“, sichtlich keine Rolle in den Planungszellen des
gewinnt in dieser amerikanischen Lesart eine Central Command im Sommer 2002. Senkt man
völlig neue Dimension. Clausewitz hatte im jedoch das Ordnungs- und Abstraktionsniveau
Sinn, der Politik eine größere Rolle in der Kriegs- auf die taktische Ebene ab, so erscheint wieder
führung zu geben. Die verbitterte Generation Clausewitz; diesmal ein taktischer Clausewitz.
amerikanischer Vietnamveteranen hatte exakt Dieser sei nun etwas genauer betrachtet.
das Gegenteil im Sinn, dem Militär wieder eine Auf der taktischen und operativen Ebene
größere Rolle in der Politik zu geben. kommen technologische Neuerungen am
Fassen wir zusammen: Befürworter starker stärksten zum Tragen. Moderne Kommunika-
ziviler Kontrolle stützen sich auf Clausewitz, tionstechnologien – Radar, GPS-Transmitter,
gleichsam in ziviler Lesart. Gleichzeitig stützen Videobilder aus Flugdrohnen, Satellitenüberwa-
sich jedoch Befürworter autonomer, politi- chung und Blue-Force-Tracker, um nur einige
sierter Streitkräfte auf Clausewitz, in einer Stichworte zu nennen, haben die Komplexität
Vietnam-inspirierten militärischen Lesart. des Lagebildes sowie den Zeitdruck, unter
Clausewitz wird also gegen Clausewitz ins dem Entscheidungen gefällt werden müssen,
Feld geführt. Was aber bedeutet dies für die radikal erhöht. Moderne Waffentechnologien
operative Ebene? Zugespitzt formuliert, hat sich – von nicht-letalen Waffen in der Hand von
folgendes zugetragen: Gegen aufbegehrende Infanteristen bis hin zur enormen Feuer-
Generäle, die sich in politische Entscheidun- kraft von Langstreckenbombern – haben das
Der degradierte General 75

Spektrum der Möglichkeiten sowie jenes der werden. Dabei können Schwerpunkte mora-
Konsequenzen radikal erweitert. Von stra- lischer oder physischer Natur sein. Als sich
tegietheoretischer Abstraktionshöhe blickt das Central Command im Sommer 2002 auf
man gleichsam durch ein Mikroskop auf das die Invasion des Irak vorbereitete, zählten die
sich rasch verändernde taktische Chaos des Planer die wichtigsten Gravitationszentren des
Gefechtsfelds. Die Militärgeschichte mit ihren Regimes auf: die Führungsspitze, die interne
wiederkehrenden technischen Revolutionen Sicherheitslage, die Infrastruktur für Mas-
hat dabei die taktische Petrischale des Kriegs- senvernichtungswaffen, die Republikanische
geschehens immer wieder ausgeschüttet. Das Garde, die regulären Streitkräfte, Bagdad, die
Gewehr hat den Säbel sinnlos gemacht, die Zivilbevölkerung. Bemerkenswert ist, daß
Artillerie hat die Kavallerie obsolet werden irreguläre paramilitärische Einheiten, welche
lassen, der Funk den Telegraphen. Clausewitz den amerikanischen Vormarsch von Anfang an
jedoch, der ja gewissermaßen das Mikroskop erschwerten, etwa die Fedajin, nicht in Franks’
zur Verfügung stellt, bliebe davon unberührt. Matrix auftauchten (Franks 2004: 526f.). Der
So zumindest der erste Eindruck. erste US-Soldat wurde von einem in Zivil geklei-
Der moderne Feldherr steht nicht nur vor deten Paramilitär aus einem privaten Fahrzeug
einer gigantischen Videowand. Angesichts in einem drive-by-shooting getötet (Gordon
dieser ausufernden Komplexität, Geschwin- and Trainor 2006). Dies lenkt den Blick auf ein
digkeit, Möglichkeiten und Konsequenzen zweites Clausewitzsches Konzept.
steht er vor der enormen Herausforderung, Clausewitz widmet der „Friktion“ ein kur-
mit diesem Informationsüberfluß umzugehen. zes, aber prominentes Kapitel. Friktion ist das
Die Folge ist ein gesteigerter Bedarf an kon- nicht Planbare, sind die Unwägbarkeiten des
zeptueller Neuorientierung. Das preußische Krieges, etwa das Wetter, Nebel, Pannen, kör-
Gedankengut vom Kriege schafft mit theo- perliche Erschöpfung. All das, was das Einfache
retischer Strenge zwar keine Reduktion jenes schwer macht. Das Handeln im Kriege sei eine
Komplexitätsüberflusses. Zahlreiche der von „Bewegung im erschwerenden Mittel“. Und er
Clausewitz im 19. Jahrhundert gewonnenen vergleicht es mit dem Gehen im Wasser, das
Konzepte schaffen jedoch Ordnung auf dem vermeintlich einfache Schritte schwer macht.
operativen Wühltisch der Kriegführung im Ein Beispiel sind unerwartete Taktiken des
21. Jahrhundert. Vom Kriege ist in acht Bücher Gegners, wie etwa die irregulären Methoden
unterteilt. In den Büchern drei bis sieben, also der Fedajin. Ein anderes Beispiel sind neue
genau in jenen vermeintlich veralteten Passagen, Technologien, welche die moderne Kriegfüh-
die sich mit dem Wetter, mit Morästen und rung in eine komplexe erschwerende Umwelt
mit Flußübergängen auseinandersetzen, hat eintauchen. „Es ist paradox“, war bereits 1995
Clausewitz eine Reihe von taktisch-operativ in Joint Forces Quarterly zu lesen, einer der
hilfreichen Konzepten entwickelt. Es sind wichtigsten militärischen Zeitschriften, „neue
diese, welche dem heutigen Feldherrn vor Technologien erhöhen den Zufall, Unsicher-
dem Großbildschirm so hilfreich erscheinen. heit und Friktion in unvorhersehbarer Weise“
Einige Beispiele: (Echevarria 1995: 79). Neue Waffensysteme
Von den Amerikanern als „center of gravity“ ermöglichen beispielsweise, tiefer in den
übersetzt, ist der sogenannte Schwerpunkt gegnerischen Gefechtsraum vorzudringen.
„heute eines der bekanntesten militärischen Die Idee der Friktion, tief in der operativen
Konzepte“, meint Antulio Echevarria, ein Planung verwurzelt, immunisiert gegen die
Kommentator militärischer Angelegenheiten, Illusion, sichere, vom Zufall und von Unwäg-
der am Army War College in Carlisle lehrt barkeiten freie Zonen schaffen zu können. Das
(Echevarria 2002). Der Schwerpunkt gehört Konzept wird heute als „zeitlos“ betrachtet
zum Einmaleins operativer Planung gemäß (Watts 2004).
den NATO-Vorgaben. Der Gegner sowie die Ein weiteres Beispiel ist die bereits erwähnte
eigenen Streitkräfte besitzen Schwerpunkte, Überlegenheit „moralischer Faktoren“, oder
erstere müssen geschützt, letztere angegriffen etwa der militärische Genius, ein entfernt mit
76 Thomas Rid

Webers Charisma zu vergleichendes Konzept, und irreguläre Kriegführung (Ricks 2006: 184).
das jene Eigenschaft von Befehlshabern um- Mit jenem frühsommerlichen Gestaltwandel
schreibt, unter Streß und auf der Basis unzu- des Krieges muß jedoch auch Clausewitz’ ope-
reichender oder überwältigender Information rativer Nutzen neu bewertet werden. Dieser
intuitiv die richtige Entscheidung zu treffen; beschränkt sich bei genauerem Hinsehen auf
Coup d’œil bei Clausewitz. die konventionelle Phase des Krieges.
Es sind jene operativen Konzepte, die aus Zwar mögen einige seiner Ideen noch
Morästen und Nebelschwaden extrahierte dienlich sein und dies auch in Zukunft bleiben.
Abstraktion – nicht die politische Philoso- Meist auf taktischer Ebene, und vor allem in
phie – des Preußen, die alle „Revolutionen in konventionellen Kriegen. Doch im heutigen
militärischen Angelegenheiten“, sowie jene in globalen unkonventionellen Krieg führen sie in
zivil-militärischen Angelegenheiten, scheinbar eine konzeptuelle Sackgasse. Ein gemeinsames
unbeschadet überdauern. Clausewitz suchte Wesensmerkmal von Aufstandsbekämpfung,
den universellen und permanenten Charakter Nationenbildung, Stabilisierungsoperationen
des Krieges zu bestimmen (Clausewitz 1832a: und sogar der nachhaltigen Terrorismusbe-
5). Sein Werk, und vor allem seine Sprache, kämpfung ist, daß das militärische Instrument
oszilliert zwischen dem Deskriptiven und als eines unter mehreren begriffen wird. Ziel
dem Normativen, zwischen Beschreiben und solcher Operationen ist gerade nicht „die Nie-
Vorschreiben. Das Wechselbad der zivil-militä- derwerfung des Gegners“, sondern das Aufbau-
rischen Beziehungen in den USA seit Vietnam en und damit das Auflösen des Gegners in ein
bringt zwar Clausewitz’ deskriptive Ausführun- friedlich und stabil funktionierendes Kollektiv,
gen ins Schwanken. Und die widersprüchliche sei es eine Nation oder ein staatsähnliches Ge-
Interpretation in der politikwissenschaftlichen bilde. Nicht die eigene Friktion zu minimieren
Debatte berührt seine normativen Aspekte. oder jene des Gegners zu maximieren, sondern
Doch ist es ihm gelungen, so könnte der ge- die eigene militärische Präsenz zu minimieren
naue Leser nun annehmen, in der Mitte seines und die Fähigkeiten der ehemals gegnerischen
Buches den operativen Charakter des Krieges Streitkräfte zu maximieren. Nicht die eigenen
zu konservieren. Eine solche Behauptung wäre Schwerpunkte zu verteidigen und jene des
jedoch, mit Clausewitz gesagt, ein „bloßes Gegners zu vernichten, sondern vor allem eine
Büchergesetz“. neue politische Problemwahrnehmung beim
Der Irakkrieg hörte nicht auf an jenem Gegner zu erzeugen. Die zivil-militärischen
1. Mai 2003, an dem Präsident Bush auf der Beziehungen werden bei Clausewitz allein auf
Abraham Lincoln mediengerecht selbst in die strategische Ebene bezogen, Krieg sei ein
einem Jagdflugzeug landete und unter dem Instrument der Politik. Und selbst hier bleibt
Banner „mission accomplished“ das Ende Clausewitz vage; er äußert sich nicht mit aus-
der wichtigsten Kampfhandlungen erklärte. reichender Präzision dazu, was er mit „Politik“
Er hatte gerade erst angefangen. Angefangen denn genau meint. Doch was schwerer wiegt:
damit, von einem konventionellen Krieg in Auf operativer und taktischer Ebene gibt es für
einen irregulären Guerillakrieg umzuschla- Clausewitz keine Zivilisten, weder in den eige-
gen. Nicht die regulären Einheiten der Armee nen Reihen noch als Gegner. Zivil-militärische
waren der härteste Gegner der USA, sondern Kooperation, oder CIMIC, in heutigem Jargon,
die irregulären Aufständischen. Nicht freudi- ist das Herzstück von Stabilisierungsoperatio-
ge Befreiungsfeiern erwarteten die Armee in nen und jeder Aufstandsbekämpfung, deren
Bagdad, sondern Mißtrauen und Widerstand. Hauptmerkmal das Verschwimmen zwischen
Nicht Stabilität und Demokratie stellten sich ein, Kombattanten und Nicht-Kombattanten. Die
sondern Chaos und Bürgerkrieg. „Wir kämpften nach Vietnam neu gewonnene Erkenntnis, daß
den Krieg, den wir kämpfen wollten, nicht den, die „moralischen Faktoren“ in diesem Guerilla-
der es war“, wie Bruce Hoffman eingestand, krieg unterschätzt wurden, wirkt naiv gegen die
ein Berater der Übergangsadministration im heute in den USA heftig diskutierten Schriften
Irak und namhafter Experte für Terrorismus britischer und französischer Autoren. C.E.
Der degradierte General 77

Callwells Werk ist von seinen Erfahrungen im – das abschreckende Beispiel seines Gene-
zweiten Anglo-Afghanischen Krieg 1878 sowie ralstabschefs unmittelbar vor Augen – die
im ersten Burenkrieg geprägt (Callwell 1896), Berufung politisch schwacher Persönlichkeiten
T.E. Lawrences Schriften sind inspiriert von der in militärische Schlüsselpositionen gefördert
Arabischen Revolte von 1916 (Lawrence 1917; und unterstützt, etwa der Generäle Franks
1920; 1926). Einflußreich sind die Schriften von oder Myers, des Oberbefehlshabers und den
André Beaufre sowie Roger Trinquier, beide Generalstabschefs. Es waren Zivilisten wie
schreiben auf der Grundlage ihrer Teilnahme Donald Rumsfeld und Paul Wolfowitz, der
vor allem an den Aufstandsniederschlagungen damalige Verteidigungsminister und sein Stell-
in Indochina und Algerien (Beaufre 1963; vertreter, welche die Entscheidung, gegen den
1974; Trinquier 1961); David Galula erlebte Irak in den Krieg zu ziehen, gegen besseren Rat
die Besetzung Deutschlands 1945, danach aus dem Reihen ihrer ranghöchsten Soldaten
Maos chinesischen Bürgerkrieg, schließlich durchgesetzt haben. Anthony Zinni etwa, von
Indochina und Algerien (Galula 1963). 1962 1997 bis 2000 Oberbefehlshaber des Central
— das amerikanische Engagement in Vietnam Command und damit aller Truppen im Mitteren
nahm gerade zu — wurde Galula von der Rand Osten, hat sich vehement gegen die Invasion
Corporation eingeladen, ausführlich über seine und statt dessen für die Einhegung des Irak
zwei Jahre in Algerien zu reflektieren. Seine ausgesprochen. Die Generäle Eric Shinseki
Studie wurde mit einem lobenden Vorwort oder Gregory Newbold protestierten ebenfalls
von Bruce Hoffman 2006 neu aufgelegt. Bereits bei Kongreßanhörungen noch vor dem Krieg
1964 schrieb Galula ausführlich über asym- gegen eine in höchstem Maße unprofessionelle
metrische Kriegführung, ein Jahrzehnt später Planung der Stabilisierungsphase.4 Doch am
wurde das Konzept von dem Kanadier Andrew Grünen Tisch der Volkskammer fehlte es an
Mack aufgegriffen (Galula 1964; Mack 1975). militärischer Expertise und an Mut, und die
Die Konsequenzen dieser Neuausrichtung der Senatoren nahmen die ihnen von der Gene-
Debatte sind bereits greifbar. Heute heben ralität zugespielten Kritikpunkte nicht auf.
westliche Landstreitkräfte in ihrer taktischen Es waren auch und gerade „rein militärische“
Doktrin Stabilisierung auf eine Ebene mit zwei Gesichtspunkte, die von der Politik nicht
weiteren Konzepten, Angriff und Verteidigung. berücksichtigt wurden. Das Ergebnis im Irak
„Sieg“, also das Niederwerfen des Gegners, ist bekannt.
wird durch „Erfolg“ ersetzt.3 Ausgerechnet eine von neokonservativen
Ein mit einer rein Clausewitzschen Optik Intellektuellen beeinflußte Administration, die
ausgerüsteter Offizier, Politiker oder Theo- moralische mit militärischer Überlegenheit
retiker bleibt blind für die wichtigsten Her- verbinden wollte, hat die Streitkräfte so ihrer
ausforderungen moderner, asymmetrischer „Intelligenz“ beraubt und wieder zum reinen
Kriegführung. Was er allenfalls schemenhaft „Instrument“ gemacht – und damit Clausewitz
und verschwommen erkennt, sind die falschen vom Kopf auf die Füße gestellt. In Amerika
Lösungen. Die US-Streitkräfte sind dabei, dies wurde der Kriegsphilosoph von Generälen
im Irak auf sehr schmerzhafte Weise zu lernen. befördert, von Zivilisten wurden ihm die Sterne
Clausewitz wurde also nicht nur degradiert, wieder von der Schulter gerissen. Dabei muß
sondern er wurde in eine weitgehend obsolete es aber nicht bleiben, denn, um einen anderen,
Verwendung degradiert. ebenso prominenten und entthronten preußi-
Wie läßt sich also Clausewitz’ Relevanz schen Konflikttheoretiker zu paraphrasieren:
verstehen, wie seine zukünftige Bedeutung Es wäre wenig überraschend, wenn in Zukunft
abschätzen? Es ist eine Ironie des Schicksals, der Krieg im Irak, also das militärische Sein,
daß Powell mit seinem von Clausewitz inspi- das wieder erstarkte politische Bewußtsein
rierten Versuch, die Strategie nach Vietnam zu einer neuen Generalität bestimmt.
repolitisieren, zunächst genau das Gegenteil
erreicht hat. Dick Cheney, Powells ehemaliger
Verteidigungsminister, hat als Vizepräsident
78 Thomas Rid

Anmerkungen Förster, Stig, 1992: Moltke. Vom Kabinettskrieg zum


Volkskrieg. Eine Werkauswahl, Bonn
Franks, Tommy R., 2004: American Soldier, New York
1 Vgl. Keegan 1993; Creveld 1991; eine ausgefallene Galula, David, 1963 (2006): Pacification in Algeria
Kritik formuliert Corn 2006. 1956–1958, MG-478-1, Santa Monica
2 Auch in Deutschland ist Clausewitz präsent. Zwar Galula, David, 1964: Counterinsurgency Warfare: Theory
ist die Bundeswehr weniger versiert als die US- and Practice, New York
Streitkräfte; die neue Heeresdienstvorschrift 100/100 Goltz, Colmar von der, 1883: Das Volk in Waffen, Berlin
etwa entfremdet den Begriff des „Schwerpunkts“ Gordon, Michael, and Bernhard Trainor, 2006: Cobra II.
weitgehend von Clausewitz. In den deutschsprachigen The Inside Story of the Invasion and Occupation of
Politikwissenschaften jedoch hat Herfried Münkler Iraq, London
enorm kreative Auslegungen des Preußen vorgelegt; Herspring, Dale, 2005: The Pentagon and the Presidency,
vgl. Münkler 1992; 1999; 2003; 2006. Lawrence, KS
3 So der Konsens deutscher, französischer, britischer Huntington, Samuel, 1957: The Soldier and the State,
und amerikanischer Doktrinentwickler bei ihren Cambridge, MA
Konferenzbeiträgen: „Regards croisés sur les principes Keegan, John, 1993: A History of Warfare, London
tactiques dans les forces terrestres“, Tactique classique, Lawrence, Thomas E., 1917: The 27 Articles, in: Arab
opérations d’aujourd’hui, 8. November 2006, École Bulletin
militaire, Paris. Lawrence, Thomas E., 1920: The Evolution of a Revolt, in:
4 Vgl. Ricks 2006; zu Newbold siehe ebd.: 40; zu Shinseki Army Quarterly and Defence Journal
ebd.: 96-100; zu Zinni im Kongreß ebd.: 86f. Lawrence, Thomas E., 1926: Seven Pillars of Wisdom,
London
Mack, Andrew, 1975: Why Big Nations Lose Small Wars:
Literatur The Politics of Asymmetric Conflict, in: World
Politics 27 (2)
Beaufre, André, 1963: Introduction à la stratégie, Paris Mann, James, 2004: Rise of the Vulcans: The History of
Beaufre, André, 1974: La Guerre Revolutionnaire, Paris Bush’s War Cabinet, New York
Bush, George H.W., and Brent Scowcroft, 1998: A World Münkler, Herfried, 1992: Gewalt und Ordnung. Das Bild
Transformed, New York des Krieges im politischen Denken, Frankfurt a.M.
Callwell, C.E., 1896 (1996): Small Wars: Their Principles Münkler, Herfried, 1999: Den Krieg wieder denken. Clau-
and Practice, Lincoln, NE sewitz, Kosovo und die Kriege des 21. Jahrhunderts,
Clausewitz, Carl von, 1832a (1976): On War, translated by in: Blätter für deutsche und internationale Politik 44
Michael Howard and Peter Paret, Princeton, NJ (6), 678-688
Clausewitz, Carl von, 1832b (1980): Vom Kriege, Berlin Münkler, Herfried, 2003: Über den Krieg, Weilerswist
Cohen, Eliot A., 2002: Supreme Command. Soldiers, States- Münkler, Herfried, 2006: Der Wandel des Krieges. Von der
men, and Leadership in Wartime, New York Symmetrie zur Asymmetrie, Weilerswist
Corn, Tony, 2006: Clausewitz in Wonderland, in: Policy Powell, Colin L., and Joseph E. Persico, 1995: My American
Review (September) Journey, New York
Creveld, Martin van, 1991: The Transformation of War, Ricks, Thomas E., 2006: Fiasco. The American Military
New York Adventure in Iraq, New York
Echevarria, Antulio J., 1995: War, Politics, and RMA—The Summers, Harry G., 1982: On Strategy: A Critical Analysis
Legacy of Clausewitz, in: Joint Forces Quarterly of the Vietnam War, Novato
(Winter), 76-80 Trinquier, Roger, 1961: La Guerre moderne, Paris
Echevarria, Antulio J., 2002: Clausewitz’s Center of Grav- Watts, Barry D., 2004: Clausewitzian Friction and Future
ity: Changing our Warfighting Doctrine—Again! War, McNair Paper 68, Washington, DC
Carlisle
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