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1 Beruf: Bergbäuerin Im Südosten Österreichs liegt das Bundesland Steiermark. In seiner bergigen Landschaft ist

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1 Beruf: Bergbäuerin Im Südosten Österreichs liegt das Bundesland Steiermark. In seiner bergigen Landschaft ist es

Beruf: Bergbäuerin

Im Südosten Österreichs liegt das Bundesland Steiermark. In seiner bergigen Landschaft ist es nicht leicht, Bauer oder Bäuerin zu sein. Eine, die ihre Arbeit trotzdem liebt, ist Trude Fischbacher.

Jedes Jahr gegen Ende Juni, wenn der Wind nicht mehr beißend kalt durch das Palten-Liesingtal fährt und die Schneewolken bis auf den Schoberpass treibt, zieht sie mit ihren Kühen auf die Alm. Aus Freude an der Natur einerseits, aus wirtschaftlicher Notwendigkeit andererseits.

Denn in diesem rauen Teil der Steiermark bedeutet es nicht viel, Grund und Boden zu besitzen. Trude Fischbacher spürt das jedes Jahr. Die Landwirtschaft, die sie mit ihrem Mann betreibt, hat immerhin 37 Hektar Grund. 30 Hektar davon sind Wald, 7 Wiese. Überall sonst in der Steiermark wäre das genug Besitz, um vermögend zu werden. Nicht aber hier, wo die Hänge steil und die Wiesen abschüssig sind. Wo das Arbeiten lebensgefährlich ist, und wo jede Maschine zur Arbeitserleichterung ein Vermögen kostet. Wie vor 100 Jahren muss man hier eigentlich die ganze Arbeit mit der Hand machen.

Die beiden Söhne, 25 und 28 Jahre alt, wollten nicht auf dem Hof mit seinen extremen Bedingungen bleiben. Der jüngere Sohn ist Mechaniker geworden und arbeitet in Deutschland, der ältere ist Vertreter und verdient in der Stadt sehr gut. „Im Sommer kommen beide nach Hause. Dann helfen sie mir, solange sie Urlaub haben“, sagt die Mutter.

Das Heu, das sie von den steilen Hängen in die Scheune einfahren, reicht gerade, um das Vieh im Winter zu versorgen. Was bedeutet, dass die Rinder im Sommer anderswo weiden müssen. Vor 150 Jahren standen auf der 1500 Meter hoch gelegenen Feistritzalm noch 13 Hütten. Die Bauern aus der ganzen Umgebung trieben ihr Vieh den Sommer über hinauf auf die Alm. Heute wird nur noch eine einzige Hütte bewirtschaftet – die von Trude Fischbacher.

Der Arbeitstag der Bäuerin beginnt um fünf Uhr morgens. Der erste Weg führt in den Stall. Mist wegputzen, das Milchgeschirr herrichten. „Früher haben wir mit der Hand gemolken“, erzählt die Bäuerin. „Aber für eine Kuh braucht man zehn Minuten und unheimliche Kräfte.“

Auf der Alm ist das Wetter der größte Spannungsfaktore. Eine Regenwoche ist zwar noch keine Katastrophe – solange kein Nebel einfällt, kann das Vieh trotzdem auf die Weide. Schlimm wird es aber, wenn mitten im August Schnee fällt. Da kann es schon passieren, dass die Tiere tagelang nicht aus dem Stall kommen. Schlimmer ist noch ein Gewitter mit Hagelschlag. Da wollen die Kühe aus Angst zur Hütte flüchten, rennen aber in Panik oft in die falsche Richtung und gehen verloren.

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2 „Die Alm ist für mich eine große Belastung“, gibt die Bäuerin nach dem Sommer zu.

„Die Alm ist für mich eine große Belastung“, gibt die Bäuerin nach dem Sommer zu. „Aber ich liebe die Natur, ich könnte nie in der Stadt mit den vielen Häusern und dem ganzen Asphalt leben.“

Einmal hat Trude Fischbacher nachgerechnet, wie viel ihre Arbeitskraft wert ist und kam auf einen Stundenlohn von 1,60 € - und das bei einem 16-Stunden- Arbeitstag ohne Urlaubsanspruch. „Über so etwas darf man gar nicht nachdenken“, meint Frau Fischbacher. „Und in Wahrheit mache ich auch die schwere Arbeit gerne. Vielleicht ist das meine Bestimmung.“

[aus einer österreichischen Zeitschrift]

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Ergänzen Sie bitte die Präpositionen:

3 Ergänzen Sie bitte die Präpositionen: Beruf: Bergbäuerin seiner bergigen Landschaft ist es nicht leicht, Bauer

Beruf: Bergbäuerin

seiner

bergigen Landschaft ist es nicht leicht, Bauer oder Bäuerin zu sein. Eine, die ihre Arbeit trotzdem liebt, ist Trude Fischbacher.

Südosten Österreichs liegt das Bundesland

Jedes Jahr

Ende Juni, wenn der Wind nicht mehr beißend kalt

das Palten-Liesingtal fährt und die Schneewolken

 

den

Schoberpass treibt, zieht sie

ihren Kühen

die

Freude

der Natur einerseits,

wirtschaftlicher Notwendigkeit andererseits.

Denn

und Boden zu besitzen. Trude Fischbacher spürt das jedes Jahr. Die

Landwirtschaft, die sie

der

Steiermark wäre das genug Besitz, um vermögend zu werden. Nicht aber hier,

wo die Hänge steil und die Wiesen abschüssig sind. Wo das Arbeiten

lebensgefährlich ist, und wo jede Maschine

Vermögen kostet. Wie

der Hand machen.

Arbeit

100 Jahren muss man hier eigentlich die ganze

diesem rauen Teil der Steiermark bedeutet es nicht viel, Grund

ihrem Mann betreibt, hat immerhin 37 Hektar

Grund. 30 Hektar davon sind Wald, 7 Wiese. Überall sonst

Arbeitserleichterung ein

Die beiden Söhne, 25 und 28 Jahre alt, wollten nicht

seinen extremen Bedingungen bleiben. Der jüngere Sohn ist Mechaniker

geworden und arbeitet

verdient

Hause. Dann helfen sie mir, solange sie Urlaub haben“, sagt die Mutter.

dem Hof

Deutschland, der ältere ist Vertreter und

Sommer kommen beide

der Stadt sehr gut. „

Das Heu, das sie

reicht gerade, um das Vieh

den steilen Hängen

die Scheune einfahren,

Winter zu versorgen. Was bedeutet, dass

die Rinder

Sommer anderswo weiden

150 Jahren

standen

der 1500 Meter hoch gelegenen Feistritzalm noch 13 Hütten.

Die Bauern

der ganzen Umgebung trieben ihr Vieh den Sommer

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4 hinauf die Alm. Heute wird nur noch eine einzige Hütte bewirtschaftet – die Trude Fischbacher.

hinauf

die Alm. Heute wird nur noch eine einzige Hütte bewirtschaftet –

die

Trude Fischbacher.

Der Arbeitstag der Bäuerin beginnt

fünf Uhr morgens. Der erste Weg

führt

den Stall. Mist wegputzen, das Milchgeschirr herrichten. „Früher

haben wir

der Hand gemolken“, erzählt die Bäuerin. „Aber

eine

Kuh braucht man zehn Minuten und unheimliche Kräfte.“

der Alm ist das Wetter der größte Spannungsfaktore. Eine Regenwoche ist zwar noch keine Katastrophe – solange kein Nebel einfällt, kann das Vieh

trotzdem

August

Schnee fällt. Da kann es schon passieren, dass die Tiere tagelang nicht

Hagelschlag. Da

dem Stall kommen. Schlimmer ist noch ein Gewitter

die Weide. Schlimm wird es aber, wenn mitten

wollen die Kühe

Angst

Hütte flüchten, rennen aber

Panik

oft

die falsche Richtung und gehen verloren.

„Die Alm ist

mich eine große Belastung“, gibt die Bäuerin

dem

Sommer zu. „Aber ich liebe die Natur, ich könnte nie

den vielen Häusern und dem ganzen Asphalt leben.“

Einmal hat Trude Fischbacher nachgerechnet, wie viel ihre Arbeitskraft wert ist

einem 16-

Stunden-Arbeitstag

und kam

Urlaubsanspruch. „Über so etwas darf man gar

Wahrheit mache ich

nicht nachdenken“, meint Frau Fischbacher. „Und

auch die schwere Arbeit gerne. Vielleicht ist das meine Bestimmung.“

der Stadt

einen Stundenlohn

1,60 € - und das

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