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09/2008 FOOD NONFOOD DROGERIE
09/2008
FOOD
NONFOOD
DROGERIE

Markantes Rohstoffe und Preisanstiege

Tegut Naturkosmetik neu inszeniert

Internet-Portale Einkaufsstätten im Kunden-Visier

Intermopro & Co. Frische Trends im Fokus

Heißgetränke

Erfolg mit Bio und Fair Trade Seite 25-28
Erfolg mit Bio
und Fair Trade
Seite 25-28

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

Editorial

CASH UND CARRY

Preisleistung im Fokus

Die Diskussionen rund um die höheren Rohstoffpreise haben sich in den vergan- genen Monaten zugespitzt. Fakt ist, dass sich die temporären Angebotsschwan- kungen in einigen Agrarsektoren auf die Beschaffungspreise ausgewirkt haben. Fakt ist aber auch, dass sich die Lage auf den Erzeugermärkten inzwischen ent- spannt hat. Einzig die zuletzt kontinuierlich gestiegenen Energie- und Benzinpreise schlagen weiterhin in allen Betrieben auf – und natürlich auch bei den Verbrauchern.

Betrieben auf – und natürlich auch bei den Verbrauchern. Die Preiserhöhungen, die in nahezu allen

Die Preiserhöhungen, die in nahezu allen Wirtschaftsbereichen in den vergangenen Monaten vollzogen wurden, haben die Verbraucher ver- unsichert und misstrauisch gestimmt. Denn vielfach konnten sie die Preiserhöhungen nicht nachvollziehen. Die Tatsache, dass die Preise zudem stärker gestiegen sind als die Löhne, hat dazu geführt, dass das Real-Einkommen der Deutschen gesunken ist. Zudem spa- ren die Verbraucher wieder mehr. Die Sparquote liegt inzwischen bei elf Prozent – so hoch war sie zuletzt im Jahr 1994.

bei elf Prozent – so hoch war sie zuletzt im Jahr 1994. Gerade jetzt sind die

Gerade jetzt sind die Stärken privatwirtschaftlich organi- sierter Unternehmen gefragt, die unsere Gruppe seit Jahr- zehnten auszeichnen. Orientierung geben und Vertrauen schaffen lautet die Herausforderung, die sich nicht zentral fixieren lässt. Sie muss vielmehr gelebt werden – auf Handelsseite, aber auch auf Industrieseite.

Die Verbraucher wollen wissen, warum sie für einige Produkte mehr Geld ausgeben müssen als bislang. Sie erwarten faire, nachvollzieh- bare Preise. Bei allen Rohstoff-, Energie- und Benzinpreis-Diskussi- onen muss allen Beteiligten im Markt – vor allem auch der Industrie – bewusst sein, dass es letztlich einzig um die Interessen der Konsumenten geht. Denn nur diejenigen, die ihr Handeln und Entscheiden konsequent am Verbraucher ausrichten, werden sich langfristig im Markt erfolgreich behaupten. Diesen Grund- satz leben wir in unserer Gruppe mit aller Konsequenz. Und mit Erfolg.

Franz-Friedrich Müller
Franz-Friedrich Müller
Markus Tkotz
Markus Tkotz

Inhaltsverzeichnis

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

10 | Rohstoffpreise

Preisentwicklung: Dank sinkender Rohstoffpreise hat die Teuerungs- welle ihren Höhepunkt überschritten.

14 | MARKANT Tegut

Zurück zur Natur: Wie Tegut das Segment Naturkosmetik auf großer Fläche erfolgreich in Szene setzt.

36 | Kaffee

Filter, Pads und Kapseln: Mit neuen Konzepten wollen die Hersteller bei Verbrauchern Kaufimpulse wecken.

wollen die Hersteller bei Verbrauchern Kaufimpulse wecken. STRATEGIE & MANAGEMENT MARKANTES: Rohstoffpreise
wollen die Hersteller bei Verbrauchern Kaufimpulse wecken. STRATEGIE & MANAGEMENT MARKANTES: Rohstoffpreise
wollen die Hersteller bei Verbrauchern Kaufimpulse wecken. STRATEGIE & MANAGEMENT MARKANTES: Rohstoffpreise

STRATEGIE & MANAGEMENT

MARKANTES: Rohstoffpreise Auswirkungen auf Wirtschaft und Handel. MARKANT-Mitglied: Tegut Qualitätskonzept Naturkosmetik. STRATEGIE: Kundenbewertungsportale Kundenbewertungen im Netz. SERIE: Handelsmarken Erfolgsfaktor Regionalität. REACH Das neue EU-Chemikalienrecht. SERIE: Herausforderung Zukunft Prof. Bofinger zur Marktentwicklung.

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SORTIMENTE

Intermessen Trends, Märkte und Innovationen. Heißgetränke/Kaffee Warum Fair-Trade-Produkte Erfolg haben. Heißgetränke/Tee Welche Sorten gefragt sind. Brainfood Welche Produkte Hochkonjunktur haben. Tiernahrung Wie sich das Segment entwickelt.

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RUBRIKEN

Editorial Brachennachrichten Nonfood Barometer Aktionstimer Marktforschung Industrie Neue Produkte mit „Produkt des Monats“ Aktionen mit „Aktion des Monats“ Interview des Monats

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Impressum

MARKANT HandelsMagazin

53. Jahrgang

Titelbild: Jupiterimages

Erscheint einmal im Monat für Mitglieder und Partner der MARKANT Deutschland

HERAUSGEBER MARKANT Handels und Service GmbH

GRAFIK Alexandra Zimmer

VERTRIEB item GmbH, Brunckstraße 20

Für unverlangt eingesandte Manuskripte wird keine Haftung übernommen. Die

Marketing und Consulting

Stefanie Brückner (Fotoredaktion)

67346

Speyer

Zeitschrift wird zum Monatsanfang

Internet: www.Markant.com KONZEPTION UND INHALT Bernhard Delakowitz, Tel. 0781 616-183

ANZEIGEN medialog GmbH & Co. KG GESAMT-ANZEIGENLEITUNG

Tel. 06232 643255, Fax 06232 643260, E-Mail: medialog@item.net

ausgeliefert. Reklamationen über nicht erhaltene Hefte können beim Verlag nur innerhalb von drei

Mario D’Aquila, Tel. 0781 616-182 REDAKTIONSBEIRAT Michael Gerling, Geschäftsführer des

Alexandra Koch, Tel. 07225 916-270 ANZEIGENVERKAUF Alexander Reitz (Ltg.),

DRUCK pva GmbH, Landau/Pfalz REPRO

Monaten nach der zuletzt fälligen Zustellung gestellt werden. Bei Nichtbelieferung ohne Verschulden des Verlages oder im Falle

EuroHandelsinstituts (EHI), Köln REDAKTION Klaus Mehler (Chefredakteur), Tel. 07225 916-250

Tel. 07225 916-272 Sebastian Multhaupt, Tel. 07225 916-278 ANZEIGENDISPOSITION

W&Co Media Services München VERLAG medialog GmbH & Co. KG Medienplatz 1

höherer Gewalt (z. B. Streik etc.) besteht kein Entschädigungsanspruch. Gedruckt auf chlorfrei gebleichtem Papier. ©medialog GmbH & Co. KG, Gaggenau,

Stefanie Hagen, Tel. 07225 916-257

Tel. 07225 916-131

76571

Gaggenau

Germany.

Bernd Liening (frei) MITARBEITER DIESER AUSGABE Mario D’Aquila, Bernhard Delakowitz, Daniel Grieshaber, Rainer Heck, Axel Stefan Sonntag, Inka Stonjek, Linda Schuppan

ANZEIGENSCHLUSS Vier Wochen vor Erscheinen. Es gilt Anzeigenpreisliste Nr. 8, gültig ab 1.1.2008 Einzelverkaufspreis 5,40

Tel. 07225 916-230 Fax 07225 916-290 Internet: www.medialog.de E-Mail: medialog@medialog.de ISSN 0948-0463

€ 5,40 Tel. 07225 916-230 Fax 07225 916-290 Internet: www.medialog.de E-Mail: medialog@medialog.de ISSN 0948-0463

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Branchennachrichten

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

Deutsche Post geht in den Handel Die Deutsche Post erweitert ihr Angebot an Verkaufsstellen für Brief- und Paketmarken. Bis Jahresende sollen nach Mitteilung des Unterneh- mens rund 1.500 Verkaufsstellen in Handelgeschäften (u.a. bei Aldi) ge- schaffen werden. Bisher gibt es be- reits 300 solcher Verkaufsstellen, an denen allerdings keine weiteren Post- dienstleistungen angeboten werden.

Lidl testet Convenience-Format Discounter Lidl testet nach Berichten der Internetplattform Planet Retail ein Convenience-Format in einer Filiale im englischen Edmonton. Das neue For- mat hat eine Gesamtfläche von 550 Quadratmetern. Zum Angebot gehö- ren unter anderem eine Kaffee-Bar, an der Getränke zum direkten Verzehr an- geboten werden, und ein Backofen zum frischen Aufbacken von Brot und Brötchen. Der Sortimentsschwerpunkt liegt auf „Ready-to-go“-Snacks und dem Segment Getränke.

LHG eröffnet Nahversorger Die Lebensmittelhandelsgesellschaft Eibelstadt (LHG) hat gemeinsam mit dem selbstständigen Kaufmann Franz Josef Mindl einen Nah & Frisch Markt im Zentrum von Frankenthal (Pfalz) er- öffnet. Der Markt mit einer Verkaufs- fläche von 600 Quadratmetern bie- tet alles für den täglichen Bedarf. Das Basis-Sortiment wird ergänzt durch regionale Produkte.

Edeka hebt Wurst-Preise an Auch die Edeka Gruppe muss laut Berichten die Preise für Fleisch- und Wurstwaren anheben. Grund ist anscheinend der Druck aus den Regionen, die keine Lieferengpässe riskieren wollten. Wettbewerber und auch die Discounter haben den Liefe- ranten bereits Preiserhöhungen von bis zu 40 Cent pro Kilo zugestanden.

ECE prüft Kauf von Hertie-Filialen Der Shoppingcenter-Betreiber ECE prüft laut Financial Times Deutsch- land derzeit die Übernahme von bis zu 20 Hertie-Filialen. Interesse bestünde dabei laut ECE-Geschäftsführer Jan Röttgers vor allem an Standorten, die durch den Zukauf benachbarter Immo- bilien und Grundstücke erweitert wer- den könnten. Am operativen Geschäft sei man allerdings nicht interessiert.

operativen Geschäft sei man allerdings nicht interessiert. BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY KAUFLAND Spitzenklasse

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

KAUFLAND

Spitzenklasse bei Getränken

CASH UND CARRY KAUFLAND Spitzenklasse bei Getränken Das MARKANT-Mitglied Kauf- land wurde in gleich zwei

Das MARKANT-Mitglied Kauf- land wurde in gleich zwei Katego- rien beim „Wettbewerb Deutsch- lands Beste Getränkehändler

2008“ prämiert. Kaufland Stein- heim/Murr errang eine Nominie- rung in der Kategorie „Beste Wein- Abteilung im Lebensmittelhandel“ unter anderem für sein breites Wein-, Sekt- und Champagner- Sortiment. Kaufland Regensburg erreichte die Top-Platzierung in der Sparte „Beste Getränkeabtei- lung im Lebensmittelhandel“ für sein breites und serviceorientiertes Angebot. Die Auszeichnung wird jährlich von den Fachmagazinen RUNDSCHAU für den Lebensmit- telhandel, Wein + Markt sowie Getränkemarkt vergeben.

MARKANT

Neue Kooperation

Die MARKANT AG und die Syn- trade AG wollen zukünftig eine strategische Kooperation einge- hen und ihre Leistungen für den Schweizer Markt bündeln. In die- sem Zusammenhang übernimmt die MARKANT AG 60 Prozent des Aktienkapitals von Syntrade.

WASGAU

Stabile Entwicklung

Positiv in die Zukunft blickt Alois Kettern, Vorstand der Wasgau AG. Sollten negative Überraschungen ausbleiben, rechnet der Konzern- chef damit, das Ergebnis des Vor- jahres zu übertreffen. Im ersten Halbjahr 2008 konnte das Unter- nehmen seine Rohertragsmarge auf 31,6 Prozent verbessern.

VIDEOÜBERWACHUNG

Strikte Kriterien

Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) hat gemein- sam mit Handelsunternehmen Kri- terien für die Videoüberwachung von Verkaufsräumen entwickelt. „Oberstes Gebot ist, dass Video- überwachung nur dann in Betracht kommt, wenn in dem Geschäft ent- weder wiederholt Straftaten ver- übt wurden oder geschäftstypische Straftaten drohen“, skizziert Ste- fan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE, die Kernpunkte.

geschäftstypische Straftaten drohen“, skizziert Ste- fan Genth, Hauptgeschäftsführer des HDE, die Kernpunkte. 6

Branchennachrichten

LEBENSMITTELHANDEL IMPULS DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY
LEBENSMITTELHANDEL
IMPULS
DROGERIEMARKT
BAU /GARTEN /TECHNIK
CASH UND CARRY

VERBRAUCHERVERHALTEN

Mehr Beratung gewünscht

Die Deutschen warten bei leichten Beschwerden erst einmal ab, be- vor sie selbst zu rezeptfreien Me- dikamenten greifen. Fast ein Drit- tel probiert es zunächst einmal mit Hausmitteln. Dies geht aus einer Studie des Marktforschungsun- ternehmens ACNielsen in Zusam- menarbeit mit der Association of the European Self Medication In- dustry hervor. Außerdem wün- schen sich die Verbraucher detail- liertere Informationen, um besser auf die eigene Gesundheit achten und kleinere Beschwerden leichter selbst behandeln zu können. Bei der Auswahl von rezeptfreien Medikamenten setzen die Deut- schen vor allem auf ihre eigenen Erfahrungen: Für 48 Prozent ist es wichtig zu wissen, dass das Präpa- rat wirklich wirkt. Am zweitwich- tigsten ist das Wissen, dass das Pro- dukt sicher ist (38%). Auch das

das Wissen, dass das Pro- dukt sicher ist (38%). Auch das Vertrauen in das Produkt ist

Vertrauen in das Produkt ist ein wichtiger Aspekt (34%). Danach folgen die schnelle Wirkung und das Preis-Leistungs-Verhältnis. We- niger wichtig sind den Deutschen eine einfache Anwendung (10%) und die Gewohnheit (8%).

Douglas setzt auf Weihnachtsgeschäft Der Douglas-Konzern hat erstmals im Auslandsgeschäft mehr umgesetzt als auf dem deutschen Markt. Dies geht aus den gerade veröffentlichten Zah- len für das dritte Quartal 2008 hervor. Während die Umsatzerlöse insgesamt um 0,7 Prozent auf 667 Millionen Euro stiegen, verlor das Inlandsgeschäft um 4,4 Prozent. Vorstandschef Henning Kreke setzt jetzt für den deutschen Markt große Hoffnungen auf das Weihnachtsgeschäft 2008.

OTC schwächelt weiterhin Rezeptfreie, apothekenpflichtige und freiverkäufliche Arzneimittel setzten ihre schwache Performance aus den ersten Monaten des Jahres auch im zweiten Quartal fort. Verantwortlich für das Umsatzminus von 2,4 Prozent waren Rückgänge bei der Selbstme- dikamentation (- 3,0 %) und bei den Privatrezepten (- 2,3 %). Von der po- sitiven Entwicklung im Gesamtmarkt Pharma & Helthcare kann OTC also auch weiterhin nicht profitieren.

DocMorris baut Apotheken aus Die Versandapotheke DocMorris, eine Tochter der Celesio AG, hat im Au- gust auch in München eine Apotheke eröffnet. Diese wird im Franchisesys- tem von einem selbstständigen Apo- theker geführt. Damit setzt DocMorris seine Strategie fort, den Versandhan- del bundesweit mit stationären Apo- theken zu ergänzen.

ROSSMANN

Zweistelliges Plus

Die Rossmann- Gruppe steigerte im ersten Halb- jahr 2008 die Umsätze um 24,8 Prozent auf 1,822 Milliarden Euro. In Deutschland stieg der Umsatz um 20,3 Prozent auf 1,381 Milliarden Euro. Flä- chenbereinigt lag das Wachstum hier bei 5,1 Prozent. Rossmann be- treibt in Deutschland 1.446 und im Ausland 586 Drogeriemärkte. 200 neue Märkte sind in Planung.

586 Drogeriemärkte. 200 neue Märkte sind in Planung. KÖRPERPFLEGE Eigenes Portal Die Welt der Kosmetik und

KÖRPERPFLEGE

Eigenes Portal

Die Welt der Kosmetik und der Körperpflege hat ein eigenes Portal im Internet: www.pinkmelon.de. Anbieter und Konsumenten kön- nen darin online über Produkte und Dienstleistungen der Beauty- branche informieren. Themen sind Trends und Fakten aus der Welt der Schönheit und der Körperpflege. Vorgestellt werden in einem täg- lich aktualisierten Online-Magazin auch neue Produkte. Zudem gibt es Fachinformationen in einem spe- ziellen Beautylexikon und aktuelle Testberichte zu Produkten.

Schlecker verteilt Medikamente Nach dem Drogeriemarktunternehmen DM ist auch Schlecker in das Abhol- Geschäft mit rezeptpflichtigen Arznei- mitteln eingestiegen. In den teilneh- menden Filialen können die Kunden Vorbestellungen abholen, die sie zuvor in der Versandapotheke Vitalsana auf- gegeben haben. Die Kunden müssen bei der Abholung ihren Ausweis und den Bestellschein vorlegen.

DM eröffnet 2000. Filiale Der Drogeriemarktfilialist DM hat im August 2008 auf dem Kurfürsten- damm den 1.000. Markt in Deutsch- land eröffnet und damit sein selbst ge- stecktes Expansionsziel erreicht. Auch in neun weiteren europäischen Län- dern geht die Expansion voran. So wurde kürzlich in Salzburg der europa- weit 2.000. DM-Markt eröffnet.

Fotos: Waldhaeusl/E.Reiner, medialog

Branchennachrichten

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

Kompetenz in der Region Die Partnerunternehmer des Baustoff- rings, einer Kooperation mit bundes- weit 73 Baustoff-Fachhändlern an ins- gesamt 143 Standorten, haben von Januar bis Juli 2008 ein Umsatzplus von 4,3 Prozent erwirtschaftet. Gün- ther Muck, Mitglied der Baustoffring- Geschäftsführung, sieht durch dieses Umsatz-Plus die strategische Aus- richtung der Gruppe bestätigt. Muck:

„Der Erfolg ist das Ergebnis systemati- scher Marktbearbeitung durch boden- ständige Familienbetriebe mit klarem Blick für die regionalen Standorte.“

Zurück in die Cities Strategisch wichtig für langfristige Standortentscheidungen: Die Neu- bau-Tätigkeit in Westdeutschland ver- lagert sich immer stärker in die Groß- städte und ihr direktes Umfeld. Nach Angaben von LBS Research entfal- len mittlerweile 47,9 Prozent des Woh- nungsneubaus auf die Ballungsräume Hamburg, Bremen, Hannover, Stutt- gart, Nürnberg, München und die Ge- biete Rhein-Ruhr, Rhein-Main und Rhein-Neckar. Das sind neun Prozent- punkte mehr als 2003. Außerhalb der Zentren wurden 2007 dagegen 48,3 Prozent weniger neue Wohneinheiten gebaut als noch vor vier Jahren.

Inventurdifferenzen im Anstieg In der Baumarkt-Branche sind die In- venturverluste leicht gestiegen. Nach einer Untersuchung des EHI Re- tail Institute betrug die durchschnitt- liche Inventurdifferenz im vergangenen Jahr 0,91 Prozent vom Nettoumsatz. Im Jahr zuvor waren es 0,79 Prozent. Nach Einschätzung von Experten sind rund 70 Prozent der Differenzen auf Kundendiebstähle zurückzuführen.

Umsatzeinbruch in Großbritanien Im Vergleich mit Großbritannien ste- hen deutsche Bau- und Heimwerker- märkte noch relativ gut da. Auf der Insel sind die Bruttoumsätze der Bran- che in den ersten vier Monaten des Jahres um 20,6 Prozent eingebro- chen, in Deutschland verzeichnet die Branche ein Minus von 7,5 Prozent, in Österreich von 2,3 Prozent. In Italien dagegen ist der Umsatz um 11,8 Pro- zent gewachsen. Die Zahlen entstam- men dem internationalen GfK-DIY-Re- port, der in diesem Jahr erstmals von GfK Marketing Services erstellt wird.

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

UMSATZENTWICKLUNG

Hoffnungsvoller Aufschwung

CASH UND CARRY UMSATZENTWICKLUNG Hoffnungsvoller Aufschwung Die Tristesse im Bau-, Heimwerker- und Gartenhandel ist

Die Tristesse im Bau-, Heimwerker- und Gartenhandel ist verflogen:

Nach den verregneten und daher umsatzschwachen Monaten März und April spülte der Mai den Un- ternehmen der Branche insgesamt mehr als zwei Milliarden Euro in die Kassen. Davon profitierte auch

das zweite Quartal insgesamt: Im Zeitraum April bis einschließlich Juni steigerten die Bau-, Heimwer- ker- und Gartenmärkte ihren Brut- toumsatz um 0,5 Prozent. Insge- samt allerdings wird die Branche von den Verbrauchern alles an- dere als verwöhnt. Denn im ers- ten Halbjahr 2008 sanken die Um- satzerlöse (im Vergleich zum 1. Halbjahr 2007) um 2,2 Prozent, flächenbereinigt sogar um 3,7 Pro- zent. Dennoch zeigen sich die Mit- gliedsunternehmen des Bundes- verbands Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB) zuversichtlich, dieses Umsatzmi- nus im Verlaufe des Jahres 2008 zumindest weiter abbauen zu kön- nen. „Die Vorgaben aus dem Vor- jahr sind sehr niedrig, diese sollten wir in jedem Fall übertreffen kön- nen“, sagte BHB-Geschäftsführer John W. Herbert.

BAYWA

Agrar-Sektor boomt

Mit einem Plus von 37 Prozent im ersten Halb- jahr 2008 liegt das Agrar-Seg- ment innerhalb des Baywa-Kon- zerns klar an der Spitze. Der Umsatz im Baustoffhan- del stieg im selben Zeitraum um 5,3 Prozent, dagegen verzeichneten die Bau- und Gartenmärkte ein Minus von 2,2 Prozent. Insgesamt stieg der Umsatz des Baywa-Konzerns bis Juni 2008 um 28,3 Prozent.

Umsatz des Baywa-Konzerns bis Juni 2008 um 28,3 Prozent. GARTENMARKT Gartenbedarf boomt 9,2 Milliarden Euro haben

GARTENMARKT

Gartenbedarf boomt

9,2 Milliarden Euro haben die Handelsunternehmen des Garten- marktes im vergangenen Jahr um- gesetzt. Der Löwenanteil entfällt nach Berechnungen der BBE nach wie vor auf Lebendes Grün (5,7 Milliarden Euro 2006 und 2007). Das Volumen im Segment Gar- tenbedarf dage- gen ist von 3,25 (2006) auf rund 3,5 Milliarden Euro im Jahr 2007 gestiegen.

Das Volumen im Segment Gar- tenbedarf dage- gen ist von 3,25 (2006) auf rund 3,5 Milliarden

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

Branchennachrichten

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

KIOSK-GESCHÄFT

Neue Wachstumsimpulse

Die Chancen von Kiosken im Wett- bewerb haben die Experten des Be- ratungsinstitutes Bain & Company untersucht. Ihr Fazit: Kioske haben eine Zukunft, sofern sie sich zum Mini-Markt wandeln, dessen An- gebot die Produkte des täglichen Lebens genauso vorrätig hält wie Snacks und Getränke zum Mit- nehmen. „Die Betreiber, die auf den Convenience-Zug aufspringen, die mehr kleine Mahlzeiten und frische Produkte anbieten, haben eine gute Überlebenschance“, sagt Rudolf Pritzl, Partner bei der Un- ternehmensberatung. Schließlich

Pritzl, Partner bei der Un- ternehmensberatung. Schließlich seien Kioske und Trinkhallen Teil des wachsenden und 22

seien Kioske und Trinkhallen Teil des wachsenden und 22 Milliarden Euro schweren deutschen Marktes für Convenience-Produkte.

VERZEHRGEWOHNHEITEN

Am liebsten Schnitzel

VERZEHRGEWOHNHEITEN Am liebsten Schnitzel Schnitzel, Steaks vom Schwein so- wie Hackfleisch sind die

Schnitzel, Steaks vom Schwein so- wie Hackfleisch

sind die Topseller in Metzgereien und dem Le-

bensmittelhan-

del in Deutsch- land. Diese Verbrauchervorlieben liefern auch den GV-Betrieben An- haltspunkte für die Wünsche ih- rer Gäste. Pro Haushalt wurden im Jahr 2007 durchschnittlich 3,4 Ki- logramm Schweineschnitzel ver- zehrt. Danach folgten laut einer ZMP-Analyse 2,7 Kilogramm ge- mischtes Hackfleisch und 2,6 Kilo- gramm Schweinehackfleisch. Auch Geflügelfleisch ist sehr beliebt: 1,7 Kilogramm Hähnchenschenkel, 1,6 Kilogramm Puten- und 1,5 Kilo- gramm Hähnchenschnitzel konsu- mierte ein Durchschnittshaushalt.

HERBSTMESSE I

Utz in Maselheim

Am 13. und 14. September 2008 findet die traditionelle Herbstmesse des MCS-Regionalpartners Utz im schwäbischen Maselheim statt. Wie das Unternehmen ankündigte, werden zahlreiche Lieferanten den Messebesuchern ein Feuerwerk an Neuheiten und Angeboten bieten.

HERBSTMESSE II

LHG in Eibelstadt

Am 20. und 21. September 2008 ist wieder Messezeit beim MCS-Regio- nalpartner LHG im fränkischen Ei- belstadt. Eine Vielzahl ausgesuchter Lieferanten bietet den LHG-Kun- den eine breite Auswahl bekann- ter und erfolgreicher Artikel, aber auch zahlreiche Neuheiten zu Top- Messe-Konditionen.

Lekkerland bietet faire Produkte MARKANT-Mitglied Lekkerland hat sein Sortiment um Weine aus fairem Anbau und Handel erweitert. Die angebotenen Produkte stammen aus Argentinien, dem größten Weinan- bauland Südamerikas. „Für die End- verbraucher wird es immer wichtiger, Produkte guten Gewissens kaufen zu können, und an diesem Punkt setzt das Fairtrade-Konzept an“, sagt Hel- mut Meyer, Vice President Purchasing bei Lekkerland. Für die Zukunft plant das Unternehmen, das Fairtrade-Sorti- ment weiter auszubauen.

Restaurants starten Steak-Versand Einen neuen Vertriebskanal versuchen drei Frankfurter Steakhäuser zu er- schließen. Kunden der Restaurants M, Surf‘n‘Turf und The Ivory Club kön- nen sich ihre Steaks per Online-Ver- sand deutschlandweit nach Hause schicken lassen. Alle Produkte wer- den als Frischware ausgeliefert und entsprechen der amerikanischen Richtlinie NHTC für Beef-Qualität.

Metro C+C schwächelt bei Nonfood Die Metro Group hat im ersten Halb- jahr 2008 ihren Konzernumsatz im Ver- gleich zum Vorjahreszeitraum um 7,1 Prozent auf 31,7 Milliarden Euro ge- steigert. Der internationale Umsatzan- teil erreichte erstmals 60 Prozent. Der Umsatz mit Cash & Carry stieg um 6,1 Prozent auf 15,7 Milliarden Euro. In Deutschland war der Umsatz im ersten Halbjahr leicht rückläufig. Dabei habe der Zuwachs im Food-Geschäft ein rückläufiges Nonfood-Geschäft nur teilweise kompensieren können.

Shell führt neues Bargeld-System ein Ab Mitte 2009 sollen Kunden der Postbank mit ihrer Girocard an zu- nächst bis zu 1.300 teilnehmenden Shell Tankstellen bundesweit nicht nur ihre Tankrechnung begleichen können, sondern auch Bargeld erhalten. Dazu werden sogenannte „Cash Recycling Stationen“ installiert. Die Kunden ge- ben ihre PIN über ein separates Kar- tenlesegerät ein und erhalten ihr Geld anschließend aus den Händen der Kassierer. Nach dem Bezahlen wird das Geld automatisch in einem Tresor eingelagert. Mit dieser Tresorfunktion will Shell auch die Sicherheit an den Tankstellen erhöhen und den Aufwand für das Bargeldhandling senken.

Markantes

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

ROHSTOFFPREISE

Entspannung in Sicht

Trotz der Entspannung auf den Rohstoffmärkten erwarten Experten keinen schnellen Rückgang der Verbraucherpreise. Fakten, Hintergründe und Meinungen.

der Verbraucherpreise. Fakten, Hintergründe und Meinungen. N achdem die Verbraucher in den vergangenen zwei Jah- ren

N achdem die Verbraucher in den vergangenen zwei Jah- ren praktisch Monat für

Monat immer tiefer in die Tasche greifen mussten, erlebten sie im August erstmals wieder eine leichte Entspannung bei den Lebenshal- tungskosten. Vor allem wegen der gesunkenen Kraftstoffpreise ging die Teuerungswelle zurück. Bei Lebensmitteln und Konsumgütern zeichnet sich allerdings eine gegen- sätzliche Entwicklung ab. Während die Preise von Grundnahrungsmit- teln relativ kurzfristig den sinken- den Weltmarktnotierungen vieler Agrarprodukte folgen dürften, ver- sucht die Industrie bei technischen und chemischen Produkten sowie

bei hochveredelten Lebensmitteln jetzt noch weitere Preiserhöhungen durchzusetzen. Die in der Vergan- genheit extrem gestiegenen Ener- gie- und Rohstoffpreise schlagen hier zeitverzögert zu Buche. Ins- gesamt aber, so die Prognose von Wirtschaftsforschern, dürfte die Inflationsrate 2009 weiter in Rich- tung zwei Prozent sinken.

Preise drücken Konsum

Eine Beruhigung an der Preis- front wäre für Handel und Verbrau- cher die derzeit beste Botschaft. Denn das zuletzt inflationsbedingt stark gesunkene verfügbare Ein- kommen hat die Konsumbereit- schaft im August auf den Stand

von 2003 zurück geworfen, wie die jüngste Konsumklima-Studie der Nürnberger GfK ausweist.

Experten sind überrascht

Aus den vorläufigen Erhebungen des Statistischen Bundesamtes geht hervor, dass sich der Verbraucher- preisindex in Deutschland im Au- gust 2008 gegenüber August 2007 voraussichtlich um 3,1 Prozent er- höht hat. Im Vergleich zum Vor- monat ist das eine Entlastung um 0,3 Prozentpunkte. Die rückläufige Monatsrate ist vor allem auf Preis- rückgänge bei Heizöl um bis zu elf Prozent und Kraftstoffen zurück- zuführen. Auch bei den Nahrungs- mitteln sind die Preise gegenüber Juli 2008 gesunken – allerdings in erster Linie saisonbedingt bei Obst und Gemüse. Unter dem Strich waren Nahrungsmittel im August 2008 trotzdem immer noch rund sieben Prozent teurer als im Ver- gleichsmonat August 2007. Zwar ist die Abflachung der Inflationsrate um 0,3 Punkte auf den ersten Blick keine Sensation. Sie wird auch beim Verbraucher keinen spontanen Kaufrausch aus- lösen. Allerdings kam der Preis- rückgang selbst für Experten in den Banken und Wirtschaftsfor- schungsinstituten überraschend. Im Juli hatten sie nämlich allesamt vor einer neuen Rekord-Inflationsrate gewarnt und im selben Zuge eine plötzliche Abkühlung der Welt- wirtschaft signalisiert.

MEINUNGEN

Preise und Inflation

 
Dr. Peter Wüst, Geschäftsführer Olaf Roik, Prof. Dr. Kai Carsten- sen, Bereichsleiter Konjunktur ifo Institut

Dr. Peter Wüst, Geschäftsführer

Dr. Peter Wüst, Geschäftsführer Olaf Roik, Prof. Dr. Kai Carsten- sen, Bereichsleiter Konjunktur ifo Institut für

Olaf Roik,

Dr. Peter Wüst, Geschäftsführer Olaf Roik, Prof. Dr. Kai Carsten- sen, Bereichsleiter Konjunktur ifo Institut für

Prof. Dr. Kai Carsten- sen, Bereichsleiter Konjunktur ifo Institut für Wirtschafts- forschung

Hauptverband

 

des Deutschen

Herstellervereinigung Bau + DIY e. V.

Einzelhandels e.V.

Wir sehen keine wesentlichen Anzeichen für eine Entspannung bei den Rohstoffprei- sen innerhalb des kommenden Jahres. Die meisten Erhöhungen bei Vormaterialien sind noch nicht einmal eingepreist. Die partiellen Nachlässe werden nicht von Dauer und nicht tiefgreifend sein.

Aussagen zur mittelfristigen Entwickung der Rohstoffpreise treffen wir nicht. Bezogen auf den weiteren Verlauf des Jahres 2008 deutet jedoch einiges darauf hin, dass die Preise für einige Grundnahrungsmittel wie Weizen, Reis, Sojabohnen oder Ölsaaten tendenziell sinken werden.

Die Tendenz zur weltwirtschaftlichen Ab- kühlung bleibt nicht ohne Folgen für die Rohstoffpreise. Insofern erwarten wir bis Ende 2009, dass diese eher sinken als steigen. Das dürfte dazu führen, dass die Inflation 2009 unter drei Prozent fällt und sich in Richtung zwei Prozent zurückbildet.

Fast zeitgleich zum Rückgang der Rohölpreise ist auch die jah- relange Rohstoffhausse Mitte Juli plötzlich eingebrochen. Der CRB- Index von Reuters, der 16 wichtige Rohstoffe abbildet, ist von seinem Allzeithoch mit 473 Punkten im Juli schlagartig um 20 Prozent zu- rück gefallen und seitdem (Stand:

29.8.08) nur leicht wieder gestie- gen. Marktbeobachter führen die Rückgänge auf zwei wesentliche Ursachen zurück: Zum einen sei die Nachfrage aufgrund der exor- bitanten Preissteigerungen einge- brochen, zum anderen wegen der Abkühlung der Weltwirtschaft ins- gesamt zurück gegangen.

Ernte übersteigt Nachfrage

Die bisherigen Ergebnisse ver- sprechen in diesem Jahr auf den internationalen Agrarmärkten bei Getreide eine erheblich größere Ernte als 2007. Fallende Notie- rungen auf dem Weltmarkt führen am schnellsten bei Grundnah- rungsmitteln mit geringem Verede- lungsgrad zu entsprechenden Preis- senkungen. Nach Einschätzung des deutschen Bauernverbandes (DBV) bringt die Getreideernte 2008 knapp 47,2 Millionen Tonnen und damit deutlich mehr als in den ver-

gangenen Jahren. Ursache sind die starke Flächenausdehnung und hö- here Hektarerträgen. Bedingt durch den Wegfall der EU-Flächenstillle- gung und die hohen Getreidepreise des Vorjahres wurden in Deutsch- land gegenüber 2007 auf zusätz- lich 477.500 Hektar Getreide an- gebaut. Diese Ausweitung um 7,3 Prozent zeigt, wie schnell die Land- wirtschaft auf Preisentwicklungen reagiert. Auch EU- und weltweit fallen die Ernteprognosen erheb- lich höher aus. So wird mit einer Weltweizenernte von 670 Millio- nen Tonnen gerechnet, die damit fast zehn Prozent über der letztjäh-

rigen Menge liegt. Selbst die Ukra- ine und Australien können wieder exportieren, womit dem Welt- markt fast 24 Millionen Tonnen zusätzlich zur Verfügung stehen. Weltweit gibt es damit seit Jahren erstmals wieder mehr Weizen als verbraucht wird.

Fleisch ist knapp

Der gute Ertrag schlägt sich schon jetzt direkt in gesunkenen Getreidepreisen nieder. „Für die Milchvieh- und Veredelungsbe- triebe müssten sich durch die sin- kenden Getreidepreise auch die Beschaffungskosten von Zukaufs-

AUF EINEN BLICK

Schweine knapp und teuer

Welche Marktverwerfungen die Energiepreise hervorrufen können, zeigt derzeit besonders deutlich die rückläufige Versorgung mit Schweinefleisch.

Ölpreis: Der Anstieg der Energiepreise ist direkt auf die landwirtschaftlichen Produktionskosten durchgeschlagen. Beim Ackerbau sind die Kosten für Düngemittel und Maschineneinsatz enorm gestiegen und damit die Getreide- und Futtermittelpreise.

Schweinebestand: In nahezu allen EU-Ländern geht der Schweinebestand zurück. In Deutschland hat sich der Bestand nach vorläufigen Ergebnissen der ZMP um 1,3 Prozent auf 26,76 Millionen Tiere verringert. Grund ist der starke Abbau des Sauenbestandes.

Getreidepreis: Der Anstieg der Fut- termittel- und Energiepreise hat europa- weit zu erheblich höheren Kosten in der Schweineproduktion geführt. Viele Sauenhalter sind aus der Produktion ausgestiegen, weil sie nicht mehr kostendeckend arbeiten konnten.

Fleischpreise: Das künftige Schweine- angebot wird laut ZMP erstmals seit Jahren wieder kleiner ausfallen. Die Vorboten einer knapper Versorgung sind bereits zu spüren: Der Schlacht- schweinepreis ist seit Jahresanfang um über ein Drittel gestiegen.

Fotos: medialog, privat

Markantes

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futter wieder verringern“, sagt ein Sprecher des DBV. Demzufolge ist auch für die bäuerlichen Verede- lungsbetriebe eine Entspannung in Sicht. In der Vergangenheit hat dies regelmäßig zu einer Erhöhung der Aufstallungen geführt. Zurzeit ist das Angebot von Schweine- und Rindfleisch (Importe) allerdings knapp. Und dies führt zu deut- lichen Preisanstiegen, die bis in die Frischetheken des Lebensmit- telhandels durchschlagen.

Nonfood wird teurer

Dafür ist der Buttermarkt nach wie vor von einer ruhigen Nach- frage gekennzeichnet. Das schwie- rige Exportgeschäft bietet laut Bau- ernverband kaum Möglichkeiten, den Markt zu entlasten. Am Markt für Käse hielten die schwächeren Tendenzen bei schleppendem Inlandsabsatz und Export im August ebenfalls an und haben die Bestände weiter steigen lassen. Dafür klettern die Preise an- derer Konsumgüter, bei denen die gestiegenen Energiepreise erst jetzt weitergegeben werden. Mar- kenhersteller wie etwa Beiersdorf

ZAHLEN UND TRENDS

Import-Produkte

Importpreise

➜ ➜ ➜ ➜ Jahresvergl.* Monatsvergl.** Veränderung Veränderung + 9,3 % + 0,6 % ➜
➜ ➜
Jahresvergl.*
Monatsvergl.**
Veränderung
Veränderung
+ 9,3 %
+ 0,6 %
+ 48,8 %
+ 2,4 %
+ 15,4 %
– 8,5 %
+ 1,8 %
– 1,8 %
– 35,0 %
– 7,2 %
+ 29,4 %
– 2,1 %
+ 21,8 %
– 4,9 %
+ 19,2 %
– 4,6 %
+ 8,7 %
– 6,5 %
+ 5,5 %
+ 0,3 %
+ 24,8 %
– 0,1 %
+ 15,7 %
+ 3,1 %
+ 5,7 %
+ 2,2 %
Quelle: Statistisches Bundesamt
➜ ➜
➜➜➜➜➜➜
➜➜➜

Wichtige Importprodukte waren im Juli 2008 erheblich teurer als vor einem Jahr, haben sich aber im Vergleich zum Vormonat stabilisiert oder sogar verbilligt.

Index Einfuhrpreise Energieträger Roheisen, Stahl, Ferrolegierungen Nicht-Eisen-Metalle Blei, Zink, Zinn in Rohform Zitrusfrüchte Rohkakao Getreide Rohkaffee Milch und -erzeugnisse Rindfleisch Schweinefleisch Geflügelfleisch

*Zeitraum: Juli 2008 : Juli 2007, ** Juli 2008 : Juni 2008

des kommenden Jahres.“ Die meis- ten Preiserhöhungen bei Vormate- rialien seien nämlich noch nicht einmal eingepreist, und beim Stahl gebe es noch immer keine Entspan- nung an der Preisfront.

Inflationsrate sinkt wieder

Bei der Gesamtbetrachtung be- tonen Wirtschaftswissenschaftler, dass sich auch die Rohstoffpreise nicht gänzlich vom Markt abkop- peln können. Professor Dr. Kai Carstensen, Bereichsleiter Kon- junktur beim ifo Institut, verweist in diesem Zusammenhang auf die aktuelle „Tendenz zur weltwirt- schaftlichen Abkühlung“. Diese bleibe nicht ohne Folgen für die Rohstoffpreise, so Prof. Carsten- sen gegenüber dem MARKANT Handelsmagazin. Insofern erwarte das ifo-Institut bis Ende des Jahres 2009 tendenziell sinkende Roh- stoffpreise. Dies wiederum führe laut Prof. Carstensen dazu, dass die Inflation im Jahr 2009 wieder unter die Drei-Prozent-Marke falle und die Inflationsrate sich in Rich- tung zwei Prozent zurückbildet.

(Nivea) und Henkel (Persil) haben Preiserhöhungen von bis zu zehn Prozent angekündigt. In den Bau- und Heimwerkermärkten ist wegen der stark gestiegenen Stahlpreise ebenfalls so schnell keine preis- liche Entlastung in Sicht. So erwar- tet Dr. Peter Wüst, Geschäftsfüh- rer der Herstellervereinigung Bau + DIY e.V., „keine wesentlichen Anzeichen für eine Entspannung bei den Rohstoffpreisen innerhalb

für eine Entspannung bei den Rohstoffpreisen innerhalb Die Weltmarktpreise für Milch und Milcherzeugnisse sind zur

Die Weltmarktpreise für Milch und Milcherzeugnisse sind zur Zeit stabil, das Angebot ist groß.

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VERKAUFSKONZEPT

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Natürlichkeit ist Programm

Wie der Lebensmittelhandel Naturkosmetik verkaufen kann, zeigt das Konzept des neuen tegut-Marktes in Weiterstadt. Die Abteilung lädt auf 120 Quadratmetern zum Shoppen ein.

N aturkosmetik zählt mo- mentan im Kosmetik- und Körperpflege-Segment zu

den absoluten Wachstumsmärkten. Kein Wunder, schließlich bestehen Produkte dieser Kategorie aus rein pflanzlichen Inhaltsstoffen, kom- men ohne Farb- und Konservie- rungsmittel aus und werden ohne Tierversuche getestet. Mit diesen Eigenschaften entsprechen sie per- fekt dem Wunsch vieler Verbrau- cher nach mehr Natürlichkeit.

Chancenreiches Sortiment

Nach wie vor wird der Markt zwar vom Drogeriefachhandel, von Kauf- und Warenhäusern sowie von Bio-Supermärkten dominiert, so eine Erhebung des Marktfor-

schungsunternehmens Informa- tion Resources (IRI). In Zukunft könnten aber auch die Super- und Verbrauchermärkte Marktanteile hinzugewinnen. Wie dies funktio- niert, zeigt das Fuldaer MARKANT- Mitglied tegut am neuen Standort in Weiterstadt bei Darmstadt. Auf 120 Quadratmetern präsentiert das Handelshaus mehr als 500 ver- schiedene Artikel in einer eigen- ständigen Abteilung, die sich vom Gesamtkonzept des Kosmetik- und Körperpflegebereiches deutlich un- terscheidet. „Naturkosmetik ist et- was Eigenes und verdient einen ei- genen Platz und Raum. Schließlich reden wir hier nicht von Artikeln, die man einfach so mitnimmt“, er- klärt Thomas Gutberlet, Vorstand

so mitnimmt“, er- klärt Thomas Gutberlet, Vorstand Sortiment und Marketing von te- gut. Den Anspruch,

Sortiment und Marketing von te- gut. Den Anspruch, hochwertige und exklusive Artikel zu vertrei- ben, spiegelt auch die ladenbau- liche Gestaltung der gesamten Naturkosmetik-Abteilung wider.

Hochwertiges Ambiente

Sie sorgt als Shop im Markt gut sichtbar für Aufmerksamkeit, gibt den Kunden Orientierung und lädt zum Stöbern und Verweilen ein. Der Boden ist, anders als der nor- male Marktboden, mit Holzparkett belegt. Die Regale sind weiß und mit Holz gestaltet. Das Licht ver- stärkt den Shop-Charakter. Spots heben Marken und Produkte her- vor, die Glasböden in den Gon- delköpfen sind beleuchtet. Für die

Glasböden in den Gon- delköpfen sind beleuchtet. Für die Auf 120 Quadratmetern bietet die neu gestaltete
Glasböden in den Gon- delköpfen sind beleuchtet. Für die Auf 120 Quadratmetern bietet die neu gestaltete
Glasböden in den Gon- delköpfen sind beleuchtet. Für die Auf 120 Quadratmetern bietet die neu gestaltete

Auf 120 Quadratmetern bietet die neu gestaltete Abteilung ein komplettes Naturkosmetik-Sorti- ment, das von Sonnenpflege-Produkten bis hin zu natürlichen Haarfärbemitteln und Seifen reicht.

Fotos: D.Bechtel, W.Rammler

Fotos: D.Bechtel, W.Rammler Fachkompetenz sorgt die Waren- fachverantwortliche Susanne Raiss. Sie hat zuvor 30 Jahre in

Fachkompetenz sorgt die Waren- fachverantwortliche Susanne Raiss. Sie hat zuvor 30 Jahre in einem Re- formhaus gearbeitet, kennt sich da- her mit den angebotenen Marken aus und kann die Kunden kom- petent beraten. Das Besondere am Sortiment: Viele der Lieferanten wie zum Beispiel Logona und La- verana waren bislang mit ihren Produkten nicht im traditionellen Lebensmittelhandel vertreten.

Umfangreiches Angebot

„Es ist ein Experiment für die Hersteller, die sonst nur über Re- formhäuser und Bio-Supermärkte verkaufen“, erklärt Susanne Raiss. Im Sortiment der Abteilung fin- den Kunden neben Kosmetik- und

der Abteilung fin- den Kunden neben Kosmetik- und Der neue tegut-Pilotmarkt in Weiterstadt bietet auf 2.700

Der neue tegut-Pilotmarkt in Weiterstadt bietet auf 2.700 Quadratmetern rund 24.000 Artikel.

BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY
BAU /GARTEN /TECHNIK
CASH UND CARRY
INTERVIEW Naturkosmetik „Keine Frage des Geldes“ Thomas Gutberlet, Vorstand Sortiment und Marketing von tegut, zum
INTERVIEW
Naturkosmetik
„Keine Frage des Geldes“
Thomas Gutberlet, Vorstand Sortiment und Marketing von tegut,
zum neuen Naturkosmetik-Konzept des Handelshauses.
Wie wichtig ist das Sortiment
Naturkosmetik für tegut?
Wir hoffen, dass die Naturkosmetik noch
wichtiger wird. Ob dies gelingt, wird sich
zeigen. Aus der Ernährung heraus besteht
das Interesse, nicht nur Lebensmittel,
sondern auch Hautpflege zu verkaufen.
Schließlich fragen die Kunden bei uns nach
ökologischen Varianten. Wir testen nun aus,
ob Naturkosmetik ein Baustein sein könnte.
men. Wir wissen bei Naturkosmetik einfach
noch nicht, nach welchen Kriterien die Kun-
den suchen. Das müssen wir testen.
Weshalb haben Sie eine eigenständige
Naturkosmetik-Abteilung konzipiert?
Die Naturkosmetik ist ein eigenständi-
ges Sortiment und verdient einen eigenen
Raum. Diesem Anspruch wollen wir Rech-
nung tragen. Schließlich rede ich hier nicht
von Artikeln, die ich einfach so mitnehme.
Wir brauchen diesen Platz auch deshalb,
weil wir testen müssen, welche Produkte
für unsere Märkte überhaupt in Frage kom-
Welche Kriterien müssen tegut-Märkte
erfüllen, die diese Abteilung erhalten?
Natürlich müssen sie eine gewisse Größe
haben und eine kritische Masse an Kun-
den besitzen. Damit meine ich die Kunden,
die sich biologisch ernähren. Sie achten
auch bei der Kosmetik auf die Inhaltsstoffe.
Naturkosmetik ist keine Frage des Geldes,
sondern des Bewusstseins. Die ursprüng-
liche Bio-Bewegung ging nicht von vermö-
genden, sondern bewussten Kunden aus.
Wie viele Märkte werden auf das neue
Konzept umgerüstet?
Sofern es sich rechnet, werden alle Märkte
das Sortiment erhalten. Allerdings werden
wir dies zunächst zwei Jahre lang testen.

Körperpflegeartikeln aus kontrol- liert ökologischer Produktion auch Sonnenpflege und -schutzprodukte sowie Seifen. Haarfärbe- und Pfle- gemittel sind ebenfalls vorhanden. Das Highlight besonders zur Reise- zeit: Viele der angebotenen Artikel gibt es auch in kleinen Packungen zum Ausprobieren. Das Angebot wird durch Frottee-Handtücher in Bio-Qualität ergänzt. Der Erfolg

Frottee-Handtücher in Bio-Qualität ergänzt. Der Erfolg Ein weiteres Highlight des neuen Marktes ist die

Ein weiteres Highlight des neuen Marktes ist die Feinkost-Theke mit vielen Spezialitäten.

bestätigt das MARKANT-Mitglied in seiner Sortimentspolitik. „Mitt- lerweile kommen viele Kunden so- gar aus Darmstadt zu uns, die vor- her im Reformhaus gekauft haben“, so die Abteilungsleiterin. Das Kon- zept soll nun auf weitere Märkte ausgedehnt werden. Noch im Ok- tober eröffnet der neue tegut-Markt in Lorsch ebenfalls mit einer Na- turkosmetik-Abteilung.

IN KÜRZE

tegut Weiterstadt

Marktfläche: 2.700 qm Verkaufsfläche, davon 120 qm Naturkosmetik Personal: 32 in Voll- und Teilzeit Artikel: 24.000 Artikel gesamt, davon 513 Artikel in der Naturkosmetikabteilung Service-Leistungen: Kundenkarte, Farbberatung, Verkostungen, Bestell- und Partyservice Öffnungszeiten: Montag bis Samstag von 8.00 Uhr bis 22.00 Uhr Ersteröffnung: 28.05.2008 Marktleitung: Ronny Böhlitz Adresse: Max-Planck-Straße 5, 64331 Weiterstadt Internet: www.tegut.com

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BEWERTUNGSPORTALE

Zensierte Märkte

Begutachten, kommentieren, benoten: Kunden lassen im Internet ihrer Meinung über Einkaufs- stätten und Produkte freien Lauf. Händler sollten diese Communities nicht ignorieren.

Daumen oben:

Gute Note für den Markt.

E in gewisser Tom-h schreibt auf dooyoo.de über einen Norma-Markt: „Der sehr

unhöfliche Marktleiter, dem an- scheinend auch das Waschmittel für seinen Verkaufskittel ausgegan- gen oder zu teuer ist, hat uns nun

schon zum zweiten Mal mit einer Ausrede abblitzen lassen.“ Und ein gewisser Klanol meint über ein Globus-Warenhaus: „Dieses Un- ternehmen spiegelt die moderne Dienstleistungsgesellschaft wieder. Einfach genial, hier ist der Kunde wirklich noch König!“

Kunden vertrauen Kunden Von unsäglich bis überragend: In diesem Spektrum bewegen sich die Kundenurteile über Märkte oder Produkte, kommuniziert auf Ver- kaufsportalen wie Ebay und Ama- zon, aber auch auf reinen Bewer- tungsportalen wie Dooyoo, Ciao, Yopi, Idealo und anderen. Dort spie- len die Kunden selbst „Stiftung Wa- rentest“ und nehmen so ziemlich alles unter die Lupe – vom Gummi- bärchen über das Waschmittel bis zum gesamten Supermarkt. „Nichts wirkt auf Kunden so überzeugend wie die Urteile anderer Kunden“, sagt Dr. Kai Hudetz, Leiter des E- Commerce-Centers des Handels in Köln (siehe Interview). Denn im-

mer mehr Verbraucher misstrauen traditionellen Werbemedien und Werbeinhalten – sie verlassen sich lieber auf die subjektiven, aber im Praxistest erworbenen Erfah- rungen ihrer Mitstreiter. Auf dieses Phänomen bauen die Bewertungs- portale auf: Sie wollen eine breite Meinungs-Datenbank schaffen, mit deren Hilfe man sich vor dem Kauf über die Stärken und Schwächen eines Produkts klar werden kann. Und natürlich auch über diejenigen einer Einkaufsstätte.

Nutzer-Zahlen überschaubar Noch stecken die Portale tief in den Kinderschuhen. Auf Dooyoo zum Beispiel, eine der am höchsten fre- quentierten Adressen, finden sich (Zahlen per Ende August) zum Beispiel rund 280 Kundenkom- mentare zu jeweils verschiedenen Märkten von Aldi Süd, rund 200 zu Aldi Nord, 140 zu Kaufland, 90 zu Edeka, 50 zu Minimal und 40 zu Globus. Das sind sehr überschau- bare Zahlen. Ebenso überschaubar

MEINUNGEN Wie relevant sind Kundenbewertungen im Internet? MARKANT-Mitglieder lassen die Informationen nicht ungenutzt,
MEINUNGEN
Wie relevant sind Kundenbewertungen im Internet?
MARKANT-Mitglieder lassen die Informationen nicht ungenutzt, die ihnen die Portale „frei Haus“ liefern. Das Spektrum reicht vom
aktiven Kundenbeschwerde-Management über Optimierungs-Maßnahmen im Markt bis hin zur Früherkennung von Trends.
„Wir haben ein Kun-
„Die Kundenbe-
wertungen in den
Portalen können
auch der Früher-
kennung neuer Trends dienen.“
Dr. Markus Schweizer, Leiter Kunden-
management und Marktforschung,
tegut, Fulda
Natürlich
denbeschwerdema-
würden wir
nagement einge-
richtet, das auch die Äußerungen auf den
Bewertungsportalen verfolgt.“
Bärbel Hammer, Leiterin Marketing,
famila-Handelsmarkt
Kiel GmbH & Co. KG
Kundenbe-
wertungen auch einsetzen, um bestimmte
interne Dinge zu optimieren.“
Isolde Woll, Marketingleitung,
Wasgau Produktions und Handels AG,
Pirmasens
Fotos: Fotolia/P.Breijer, Hersteller, medialog
INTERVIEW Kundenbewertungen „Aktionismus ist fehl am Platz“ Dr. Kai Hudetz, Leiter E-Commerce Center des Handels
INTERVIEW
Kundenbewertungen
„Aktionismus ist fehl am Platz“
Dr. Kai Hudetz, Leiter E-Commerce Center des Handels in Köln,
über die Entwicklung der Bewertungsportale im Internet.
Wie relevant sind Bewertungsportale
für den Handel?
Bewertungssysteme spielen in vielen Be-
reichen bereits heute eine große Rolle –
seien es Produktbewertungen bei eBay
oder Hotelbuchungen bei HRS. Nahezu
alle Preissuchmaschinen weisen inzwischen
Bewertungen aus. Auch die reinen Be-
wertungsportale werden immer wichtiger,
da die Zahl der aktiven und passiven User
steigt und daher zumeist viele Bewertungen
gebündelt werden, was Ausreißer-Effekte
reduziert und die Aussagekraft erhöht.
delle zu etablieren, werden erheblich an Be-
deutung gewinnen, insbesondere im Hin-
blick auf die Einkaufsstättenwahl. Aber
auch Portale, die sich auf Produktbewer-
tungen konzentrieren, haben aus unserer
Sicht eine große Zukunft.
Wie sieht die künftige Entwicklung der
Portale aus?
Jene Bewertungsportale, denen es gelingt,
transparente und gerechte Bewertungsmo-
Sollen Händler schon heute regel-
mäßig die Bewertungen verfolgen?
Das kommt auf die Branche an. Zum Bei-
spiel bei Consumer Electronics ist es heute
schon ratsam. Dies wird sich auf weitere
Segmente und Sortimente ausdehnen.
Hektischer Aktionismus ist hier jedoch fehl
am Platz. Vielmehr gilt es für alle Händler,
den Einsatz von Bewertungssystemen sorg-
sam zu prüfen und dabei die Bewertungs-
portale mit einzubeziehen.

rin bei famila in Kiel: „Da die Re- levanz des Internet steigt, werden auch Bewertungsportale wichtiger. Hier gilt es, Kritik genau zu prüfen und Schwachstellen abzustellen“.

Trends früh erkennen Das Kunden-Management bei fa- mila bearbeitet schon heute nicht nur telefonisch und online einge- hende Beschwerden, sondern ver- folgt auch die Äußerungen auf den Bewertungsportalen. Bei Wasgau, Bünting und tegut werden die Por- tale ebenfalls im Rahmen eines Früherkennungssystems beobach- tet. Dabei finden sich immer wie- der Ansatzpunkte zur Fehlerver- meidung. Bärbel Hammer von famila sagt: „Immer dann, wenn die Bewertungen einigermaßen detailliert verfasst sind, können sie durchaus Optimierungspotenzial aufdecken.“ Dr. Markus Schweizer von tegut fügt noch einen anderen Aspekt hinzu: „Die Bewertungen können auch zur Früherkennung neuer Trends dienen.“

ist bislang wohl auch die Gemeinde der Kommentar-Leser, die sich auf den Portalen Rat für ihre Kaufent- scheidung einholen.

Den Ball flach halten Allerdings: Das Web 2.0 mit sei- nen Kommentar- und Rezensions- foren, seinen Online-Tagebüchern und Tauschplattformen steht ver- mutlich erst am Anfang einer wohl rasanten Entwicklung. Immerhin 20 Prozent der Internet-Nutzer be- wegen sich schon heute regelmä- ßig im Web 2.0 (siehe Chart) – wie viele allerdings die Bewertungspor- tale nutzen, ist nicht belegt. Daher halten Händler den Ball flach. Dr. Markus Schweizer, Lei- ter des Kundenmanagements bei tegut: „Aktuell dienen Bewertungs- portale insbesondere der Entschei- dungsfindung bei Produktkäufen. Hinsichtlich der Einkaufsstätten- wahl sind sie – noch – zu vernach- lässigen.“ „Andere Faktoren wie die Nähe zur Einkaufsstätte und persönliche Erfahrungen sind sehr viel ausschlaggebender“, ergänzt Peter Kappenberg von der J. Bün- ting Beteiligungs AG.

Generell wird dies zwar auch künftig so bleiben, doch werden sich die Gewichte verschieben: „Die Nutzung des Internets als Platz für Meinungsäußerungen wird künf- tig steigen, da immer mehr Men- schen ihre sozialen Kontakte per Chat pflegen“, so Isolde Woll, Mar- ketingleiterin bei Wasgau. Ähnlich Bärbel Hammer, Marketing-Leite-

ZAHLEN UND TRENDS

Web 2.0-Nutzer

 

Immerhin 20 Prozent der regelmäßigen Internet-Nutzer bewegen sich schon heute häufig im Web 2.0. Mehr als die Hälfte von ihnen partizipiert aktiv daran.

Nutzung vom Web 2.0-Funktionalität

Nutzung vom Web 2.0-Funktionalität

Web 2.0

wöchentliche

Nutzung 11%

Aktiv partizipie- rende Nutzer 57%

Web 2.0 tägliche Nutzung 9%

Web 2.0

tägliche

Nutzung 9%

 
Web 2.0 tägliche Nutzung 9%  

Passiv

partizipierende

keine Web 2.0 Nutzung 80%

Nutzer 43%

Quelle: ARD/ZDF-Online-Studie 2006

Quelle: 501 Nutzer vom Web 2.0-Angebot

Fotos: Hersteller

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SERIE: HANDELSMARKEN

Das Gute liegt so nah…

Bodenständig, verlässlich und natürlich – Regionalität hat Hochkonjunktur. Gerade die starken regionalen Eigenmarken der MARKANT-Partner sind eine echte Erfolgsgeschichte.

der MARKANT-Partner sind eine echte Erfolgsgeschichte. D er Bio-Boom hat es be- wiesen: Für viele Verbrau-

D er Bio-Boom hat es be- wiesen: Für viele Verbrau- cher zählt nicht allein der

Preis. Das erklärt auch die stei- gende Nachfrage nach regionalen Produkten. Denn die Verbraucher schreiben Produkten aus der eige- nen Region eine Reihe von Vor- teilen zu: aufgrund der kürzeren Transportwege eine bessere Um- weltbilanz, mehr Frische und Ge- schmack. Und schließlich sehen die Verbraucher in den Produkten ei- nen Gegenpol zur fortschreitenden Globalisierung, der Werte wie Bo- denständigkeit und Natürlichkeit entgegensetzt werden.

Dieser Trend wird auch von der Marktforschung bestätigt. Im Rah- men einer Studie der CMA und ZMP sprachen sich 60 Prozent der Befragten für ein größeres Angebot an Lebensmitteln aus der Region aus. Speziell in Super- und Ver- brauchermärkten wünschen sich mehr als 50 Prozent der Befragten mehr regionale Produkte.

Wertschöpfung steigern Produkte mit regionaler Herkunft bieten den Händlern somit sehr gute Chancen, sich im Wettbewerb zu profilieren und die Wertschöp- fung zu steigern. „Bei regionalen

Produkten zählt für die Kunden vor allem die Herkunfts- und Produkt- sicherheit, die Unterstützung der Region im Sinne der Nachhaltigkeit und, insbesondere bei Fleisch, der positive Einfluss auf die Produkt- qualität“, bestätigt Giannina Feu- erstein, Junior-Produktmanage- rin bei tegut. Der Fuldaer Filialist hat mit „LandPrimus“ bereits seit 1996 eine starke Eigenmarke mit regionalem Bezug in seinen Märk- ten. Unter dem Slogan „Gute Qua- lität dauerhaft preiswert“ umfasst die Range insgesamt 35 Schweine- eisch-Produkte. Seit 2000 hat te- gut zudem die Eigenmarke „Rhön- gut“ im Programm, die für bislang 20 Bio-Produkte aus regionaler Er- zeugung reserviert ist. LandPrimus und Rhöngut sind dabei nicht als Preiseinstiegsmar- ken positioniert: Für LandPri- mus-Produkte bezahlen die Kun- den rund zehn Prozent mehr als für vergleichbare QS-Fleisch-Arti- kel; Rhöngut liegt preislich sogar ein Viertel über konventionellen Artikeln. Für LandPrimus werben die Fuldaer in verschiedenen Wer- bemedien mit einer Qualitätsga- rantie: hergestellt ohne Farbstoffe, Geschmacksverstärker und Gen- technik. Für Rhöngut stehen regel- mäßig Verkostungen und Aktions- platzierungen auf dem Programm, ankiert von Werbung in Flugblät- tern, Flyern und Fachzeitschriften. „Wir entwickeln kontinuierlich weitere Produkte“, resümiert Gian-

SERIE

Handelsmarken

Das MARKANT HandelsMagazin schließt hiermit die Serie über die neue Ära der Handelsmarken ab. Hier eine Übersicht der Themen in den letzten Ausgaben:

07/08: Tesco/Sainsbury

08/08:

Système U Regionale Eigenmarken

09/08:

nina Feuerstein. Denn: „Aus un- serer Sicht ist das Marktpotenzial regionaler Produkte noch nicht ausgeschöpft, auch wenn sich das zurzeit erhebliche Marktwachstum etwas abschwächen wird.“

Sortimente erweitern Auch bei Bünting haben Eigenmar- ken mit regionalem Bezug einen festen Platz. Die größte Marke die- ser Art ist „Küstengold“. Sie umfasst derzeit knapp 150 Produkte aus den unterschiedlichsten Warengrup- pen. „Positioniert wird die Marke – nicht zuletzt über den Namen – als Produkt mit Regionale-Touch, die aufgrund der Gestaltungsele- mente an die Heimatverbunden- heit der Kunden appelliert“, er- klärt Joosten Brüggemann, Leiter Marketing bei Bünting. „Da in sol- cher Sortimentsbreite nicht alle Produkte aus der Region kommen können, legen wir zumindest Wert auf die deutsche Herkunft, die den Kunden eine ähnliche Qualitätssi- cherheit geben kann.“ Beworben werden die Küsten- gold-Produkte durch Verkostun- gen, Gewinnspiele, Anzeigen im Kundenmagazin und im Internet sowie über diverse Werbemateri- alien. Als Anreiz für die Mitarbei- ter lobt Bünting regelmäßig Um-

ZAHLEN UND TRENDS

Bayern Baden-Württemberg Rheinland-Pfalz/Saarland Niedersachsen Schleswig-Holstein Hamburg/Bremen Hessen
Bayern
Baden-Württemberg
Rheinland-Pfalz/Saarland
Niedersachsen
Schleswig-Holstein
Hamburg/Bremen
Hessen
Nordrhein-Westfalen
Thüringen
Sachsen-Anhalt
Berlin
Sachsen
Mecklenburg-Vorpommern
Brandenburg

Regionale Produkte

69,5% 68,8% 68,6% 66,2% 64,7% 63,6% 62,3% 61,2% 59,6% 59,3% 54,0% 53,2% 52,6% 50,3% Quelle:
69,5%
68,8%
68,6%
66,2%
64,7%
63,6%
62,3%
61,2%
59,6%
59,3%
54,0%
53,2%
52,6%
50,3%
Quelle: CMA/ZMP

Kurze Wege, mehr Genuss – für regionale Produkte zahlen Verbraucher oft mehr, da sie einen erkennbaren Mehrwert bieten. Die wichtigsten Kaufargumente.

So beurteilen Verbraucher das Angebot an Produkten aus der eigenen Region Anteil der Befragten, die das Angebot mit „sehr gut“ und „gut“ bewertet haben.

Produkten aus der eigenen Region Anteil der Befragten, die das Angebot mit „sehr gut“ und „gut“

satz- und Dekorationswettbewerbe aus. Mit „Gut Weidenhof“ haben die Ostfriesen zudem noch eine re- gionale Fleisch- und Wurstwaren- Eigenmarke im Programm, die den Kunden hohe Qualität von der Auf- zucht bis zur Zubereitung garan- tiert. Komplettiert wird das Spek- trum durch die Marke „NaturWert“, die unter dem Claim „Kontrollierte Qualität aus regionaler Landwirt- schaft“ Fleisch, Wurst, Milch, Eier, Kartoffeln und Nudeln bietet. Ver- trieben wird die Marke ausschließ- lich in den Combi-Märkten, wo

sie in einem eigenen Regalsystem beziehungsweise in der Fleischt- heke platziert ist. Insgesamt bestä- tigt auch Brüggemann den Trend zu regionalen Produkten. So plant Bünting zwar keine zusätzlichen Marken, wird aber innerhalb der bestehenden Marken das Sortiment kontinuierlich erweitern. Brüggemanns Fazit lautet: „Der Regionalitätsanspruch vermittelt ein stärkeres Vertrauen beim Kun- den, da bei zunehmenden Ernäh- rungsunsicherheiten die Herkunft an Bedeutung gewinnt.“

AUF EINEN BLICK

Regionale Eigenmarken

 

Profilierung und Wertschöpfung durch regionale Eigenmarken – zahlreiche MARKANT-Partner haben damit gute Erfahrungen gemacht. Das MARKANT HandelsMagazin hat eine Auswahl an Marken und ihre Steckbriefe zusammengestellt.

KÜSTENGOLD Zwischen Preiseinstieg und Marke ist die Bün- ting-Eigenmarke „mit re- gionalem Touch“ positio- niert. Derzeit umfasst die Marke 145 Artikel aus den unterschiedlichsten Food-Waren- gruppen, langfristig geplant ist eine Erwei- terung auf 300 Produkte. Komplettiert wer- den die Bünting-Regionalmarken durch „Gut Weidenhof“ und „NaturWert“.

durch „Gut Weidenhof“ und „NaturWert“. RHÖNGUT Als regionale Bio-Pre- miummarke von tegut

RHÖNGUT Als regionale Bio-Pre- miummarke von tegut umfasst Rhöngut zur- zeit rund 20 Produkte, die preislich 25 Prozent über den entspre- chenden konventionellen Artikeln liegen. LandPrimus ist die regionale tegut-Eigen- marke für Schweinefleischerzeugnisse, die in ihrem Segment rund 70 Prozent des Absatzes und Umsatzes erwirtschaftet.

rund 70 Prozent des Absatzes und Umsatzes erwirtschaftet. HOFGUT Unter der Marke „Hof- gut – gutes
rund 70 Prozent des Absatzes und Umsatzes erwirtschaftet. HOFGUT Unter der Marke „Hof- gut – gutes

HOFGUT Unter der Marke „Hof- gut – gutes Essen“ bie- tet Bartels-Langness mehr als 300 Produkte aus nahezu allen Food-Warengruppen – vom Erdbeer-Drink bis hin zur Grünkohlkon- serve. Die verbindenden Elemente dieser Eigenmarke sind die traditionellen Rezepte für Fertigprodukte sowie die Konzentration auf regionale Lieferanten.

Foto: privat

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REACH

Handel unter Zugzwang

Die Neuordnung des EU-Chemikalienrechts hat direkte Folgen für den Handel. Wolfgang Luckemeier, Spezialist für Umwelt- und Qualitätsmanagement, erklärt, worauf es nun ankommt.

Herr Luckemeier, was heißt REACh?

REACh stellt eine grundlegende Neuordnung des europäischen Chemikalienrechts dar. In Zu- kunft unterliegen alle chemischen Stoffe der Registrierung, Evaluie- rung und Autorisierung der Che- mikalien-Agentur in Helsinki. Ziel ist ein System zur Bewertung und Zulassung chemischer Stoffe. Der Handel ist davon ebenfalls betrof- fen, da in allen Produkten und Ver- packungen auch chemische Stoffe verwendet werden.

Was will der Gesetzgeber erreichen?

Der EU-Gesetzgeber will über die REACh-Verordnung erreichen, dass rund 100.000 Alt-Chemika- lien (Phase-in-Stoffe) erstmals er- fasst und auf ihre mögliche Rele- vanz für Umwelt und Gesundheit untersucht werden. Diese soge- nannten Altstoffe müssen ab einer bestimmten Mengengrenze regis- triert und bewertet werden. Ent- sprechende Übergangsfristen sind vorgesehen, wenn eine Vorregis- trierung bis zum 1. Dezember 2008 durchgeführt wird.

Warum diese Vorregistrierung?

Prinzipiell müssen alle Altstoffe registriert werden. Damit die Wirt- schaft aber Übergangsfristen nut- zen kann, gibt es je nach herge- stellten oder importierten Mengen pro Jahr Übergangsfristen bis 2018. Allerdings nur unter der Vorausset- zung, dass eine Vorregistrierung er-

PERSONALIEN Wolfgang Luckemeier ist Geschäfts- führer der AGU GmbH & Co. Beratungs- gesellschaft für Umwelt-
PERSONALIEN
Wolfgang Luckemeier ist Geschäfts-
führer der AGU GmbH & Co. Beratungs-
gesellschaft für Umwelt- und Qualitäts-
management mit Sitz in Eppertshausen.
Zum Thema REACh ist Luckemeier für
MARKANT in beratender Funktion tätig.

folgt ist. Diese verursacht nur einen geringen Aufwand und keine Kos- ten. Sie ist für Hersteller und Im- porteure aber sehr wichtig, denn ohne Vorregistrierung müssen die Stoffe – auch in Produkten – mit hohem Aufwand direkt registriert werden. Das heißt, wer von einem Altstoff mehr als eine Tonne im- portiert und ihn nicht bis zum 1. Dezember 2008 anmeldet, darf ihn nicht verkaufen.

Was bedeutet die Verbraucher-Infor- mationspflicht für den Handel?

In der Verordnung ist festgelegt, dass für Produkte und Verpackun- gen mit Substanzen, die als beson-

ders besorgniserregend eingestuft werden, für Hersteller und Han- del eine Verbraucherinformations- pflicht besteht. Der Händler muss auf Anfrage eines Kunden binnen 45 Tagen Auskunft geben, ob eine solche Substanz im fraglichen Pro- dukt enthalten ist. Dies setzt aller- dings eine von der EU erlassene so- genannte Kandidatenliste voraus. Möglicherweise wird diese bereits zum Oktober 2008 veröffentlicht.

Was muss der Handel jetzt tun?

Die Problematik ist die kurze Frist von 45 Tagen. Die langen Wege von der Filiale, wo der Kunde gefragt hat, über die Zentrale bis zum Her- steller und zurück zum Kunden erfordert eine systematische, gere- gelte Vorgehensweise. Wichtig ist es, dass der Handel in seinen AGB Informationspflichten des Liefe- ranten über bedenkliche Stoffe ob- ligatorisch verankert. Diese sollten möglichst ganz aus Produkten ver- bannt werden, allein schon wegen der zu erwartenden Berichte von Verbraucherschutzorganisationen.

INFO

REACH

MARKANT informiert

Die MARKANT wird ihre Mitgliedsunter- nehmen zeitnah über die Entwicklung und praktische Umsetzung von REACh infor- mieren. Im November 2008 ist ein REACh- Forum exklusiv für MARKANT-Mitglieder mit aktuellen Informationen, Praxis-Tipps rund um REACh und Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch geplant.

Fotos: Keystone, privat

Strategie & Management

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY Zwingend nötig im Zeitalter der Globalisierung: höhere

Zwingend nötig im Zeitalter der Globalisierung:

höhere Investitionen in die Bildung.

A uf dem Berliner Kongress

„20 Jahre MARKANT AG“

im Juni 2008 fand Prof. Dr.

Peter Bofinger, Mitglied des Sach- verständigenrates deutliche Worte an die Adresse der Politik. Die Bin- nennachfrage trete in Deutschland auf der Stelle, weil das Einkommen vom Wachstum abgekoppelt sei:

„Der Export ist in den letzten Jah-

ren um 70 Prozent gestiegen, der Konsum aber nur um zwei Prozent, weil die Kaufkraft fehlt.“

Leitplanken für das System

Das sei auch ein Grund, warum die Menschen das Gefühl hätten, die Verlierer der Globalisierung zu sein. Dabei sei in Deutschland das Gegenteil der Fall. „Wir be-

SERIE

20 Jahre MARKANT

Die Referenten des Berliner Kongresses „20 Jahre MARKANT AG“ – ihre Themen und Thesen in einer Zusammenfassung.

08/08:

Matthias Horx Prof. Dr. Peter Bofinger Dr. Jacques Santer

09/08:

10/08:

TRENDS UND PERSPEKTIVEN

Best Practice für den Staat

Die Globalisierung bringt den Deutschen mehr Chancen als Risiken, ist Professor Peter Bofinger überzeugt. Allerdings muss die Kaufkraft steigen, um den Konsum anzukurbeln.

fürchten uns in Deutschland gerne selbst“, meint Bofinger. „Das ist unser grundlegendes Manko.“ Da- bei müssten wir uns nicht vor uns selbst und auch nicht vor einer Glo-

balisierung fürchten. Es sei nachge- wiesen, dass die zuneh-

mende Globalisierung der Märkte den Wohl- stand in allen beteiligten Ländern erhöhte. „Glo- balisierung führt näm- lich zu einem höheren Wissenstransfer, erhöht

ihn regelrecht.“ Globa- lisierung vergrößert laut Bofinger den zu verteilenden Ku- chen und bringt alle Beteiligten in eine Win-win-Situation. Zwingend nötig seien aber höhere Investiti- onen in die Bildung. Deutschland hat im OECD-Vergleich die dritt- niedrigsten Bildungsausgaben in Relation zur Bevölkerung. Gefragt sind also möglichst viele qualifizierte und möglichst wenige unqualifizierte Menschen. Bofin- ger spricht sich dafür aus, für Men- schen mit zu wenig Qualifikation „Leitplanken in unserem System“ einzuführen. Statt endlose theore- tische Debatten zu führen, müsse sich auch der Staat – wie die Wirt- schaft – an Best Practices orien- tieren, die er in anderen Ländern

findet. „So können wir viel über Mindestlöhne diskutieren, hilf- reich ist ein Blick in unsere Nach- barländer mit Mindestlohnmodel- len“, sagt Bofinger. Für ihn ist es Fakt, dass höhere Mindestlöhne in

Für ihn ist es Fakt, dass höhere Mindestlöhne in „Wir befürchten uns in Deutschland gerne selbst.

„Wir befürchten uns in Deutschland gerne selbst. Das ist unser grundlegendes Manko.“

Prof. Dr. Peter Bofinger, Professor für Volkswirtschaftslehre, Mitglied des Sachverständigenrates

Volkswirtschaftslehre, Mitglied des Sachverständigenrates einem Land den Qualifikationsgrad der Gesellschaft und
Volkswirtschaftslehre, Mitglied des Sachverständigenrates einem Land den Qualifikationsgrad der Gesellschaft und

einem Land den Qualifikationsgrad der Gesellschaft und eben nicht die Arbeitslosigkeit erhöhen. Die zen- trale Herausforderung für alle liege darin, den Staat als Interessenge- meinschaft zu begreifen, als Koo- peration, mit der wir unsere per- sönlichen Ziele erreichen können – und eben nicht als Feind. Die- ser Perspektiven-Wechsel sei nicht leicht zu vollziehen, räumt der Wirtschaftsweise ein, es lohne sich aber. Denn: „Wohlstand für alle ist realisierbar, wenn die gesellschaft- lichen Gruppen ihre Egoismen auf- geben.“ Mit dem Staat sei es übri- gens so wie mit der MARKANT:

„Wenn es ihn nicht gäbe, dann müsste man ihn wohl erfinden.“

Nonfood-Barometer

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

UNTERHALTUNGSELEKTRONIK UND MULTIMEDIA

Mobilität als Megatrend

In vielen Teilmärkten der Unterhaltungselektronik, Telekommunikation und Multimedia fahren die SB-Vertriebsschienen auf Wachstumskurs. Hier die wichtigsten Trends im Überblick.

W enn vom 17. bis 26. Sep- tember 2008 in Worms die Musterung „UE und

Multimedia“ stattfindet, kommen die aktuellen Trends in diesem innovativen Markt nicht zu kurz. Neben den Schwerpunkt-Themen LCD, Autoradio, SAT-Anlagen und Mobile Entertainment werden auch SB-gerechte Warenpräsenta- tionen vorgestellt. Der Megatrend im Markt heißt „Mobilität“ und umfasst unterschiedliche Produkte und Systeme: von tragbaren MP4- Playern über Handys und Navigati- onsgeräte bis hin zu Laptops.

Markt der nächsten Jahre Bei den LCD-Bildschirmen geht der Trend klar zu den Größen von 37 Zoll aufwärts, die im Zuge des Preisverfalls für große Konsumen- tenkreise erschwinglich geworden sind und deren Umsatzanteil in- zwischen bei 60 Prozent liegt. Der zweite große Trend im TV-Bereich ist Full HD, der bei den aktuellen großen Bildschirmen bereits Stan- dard ist. Weiter auf Wachstumskurs befinden sich die Sat/Kabel-Recei- ver, wobei der Trend allerdings zu

SERIE

Nonfood

Das MARKANT HandelsMagazin fasst in jeder Ausgabe die Trends eines Nonfood- Segments zusammen. Hier die Themen:

09/08: UE/Multimedia

10/08:

Papier-, Büro-, Schreibwaren Textil und Weihnachtsmarkt

11/08:

hochwertigen Receivern mit Fest- platte und diversen Anschlüssen (u.a. HDMI) geht. Nicht zu ver- nachlässigen sind in der SB-Ver- triebsschiene die Umsätze mit den CRT-Fernsehern. Hier sind Geräte mit einer Bilddiagonalen von 55 Zentimetern bereits für weniger als 99 Euro im Handel erhältlich. In der Unterhaltungselektronik profitieren die SB-Kanäle überdies von einer großen Nachfrage nach MP4-Playern, die den Markt der nächsten Jahre bestimmen werden. Der Markt für MP3-Player hinge- gen ist stark rückläufig. Bei den Car-Audio-Systemen verschieben sich die Marktanteile hin zu Gerä- ten mit Displaygrößen bis zu sieben Zoll, in denen unter anderem Navi- gationssoftware integriert wird. Auch die Nachfrage nach mobilen Navigationsgeräten bewegt sich un- verändert auf hohem Niveau.

Große Vermarktung-Erfolge Eine sehr interessante Sonderkon- junktur ist auf den SB-Flächen der- zeit auch im Telekommunikations- Markt zu beobachten. Während das gesamte Umsatzvolumen im ers- ten Halbjahr 2008 um fast 13 Pro- zent rückläufig war, steigerten Ver- brauchermärkte und Cash & Carry ihren Umsatz mit Telekommuni- kations-Systemen um knapp 21 Prozent. Diese Entwicklung wird vor allem von der starken Nach- frage zu vertragsfreien Handys ge- trieben. Gut ausgestattete Geräte

ZAHLEN

–12,7%

–27,5%

* und C&C

Telekommunikation

–3% Telecom Specialists Mobile Specialists 5,4% 20,9% Quelle: GfK

–3%

Telecom Specialists

Mobile Specialists

5,4%

20,9%

Quelle: GfK

Im rückläufigen Telekommunikations- Markt erzielt der SB-Handel mit ver- tragsfreien Handys hohe Zuwächse.

Gesamtmarkt Telekommunikation Januar – Juni 08 : Januar – Juni 07

Umsatzentwicklung in den Vertriebskanälen Januar – Juni 08 : Januar – Juni 07

Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail

Electro-/Photo-Retail

Verbrauchermärkte*

Verbrauchermärkte*

Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*
Electro-/Photo-Retail Verbrauchermärkte*

ohne Vertrag sind bereits für weni- ger als 99 Euro erhältlich. Die SB- Schienen haben sich erfolgreich mit der Vermarktung vertragsfreier Handys auseinander gesetzt. Dieser Trend wird sich aufgrund der im- mer mehr nachgefragten Prepaid- Angebote der Mobilfunk-Provider weiter fortsetzen. Bei den IT-Syste- men zeigen Notebooks und ultra- kompakte Sub-Notebooks unverän- dert Zuwächse. Auch sie profitieren vom Trend zur Mobilität und treten zunehmend an die Stelle von PCs, deren Absatz zuletzt stagnierte. Insgesamt zeigt sich in allen Warengruppen eine Verschiebung der Nachfrage in Richtung Qualität und Marke, wobei das Design der Geräte ebenfalls immer wichtiger wird – auch auf den SB-Flächen.

AKTIONS-TIMER

AKTIONS-TIMER Marketing-Ideen für den POS November 2008 1. CONVENIENCE-AKTION Fix und Fertig Die Deutschen nehmen sich
AKTIONS-TIMER Marketing-Ideen für den POS November 2008 1. CONVENIENCE-AKTION Fix und Fertig Die Deutschen nehmen sich

Marketing-Ideen für den POS

November 2008

AKTIONS-TIMER Marketing-Ideen für den POS November 2008 1. CONVENIENCE-AKTION Fix und Fertig Die Deutschen nehmen sich

1. CONVENIENCE-AKTION

Fix und Fertig

Die Deutschen nehmen sich immer mehr Zeit für Familie und Hobby. Die Lust auf stundenlanges Schnippeln und Kochen sinkt dagegen drastisch. Bieten Sie ein breites Angebot schnell zubereitbarer Kost!

Bieten Sie ein breites Angebot schnell zubereitbarer Kost! 2. SAISON-AKTION Alles zum Backen Mit 500 Millionen

2. SAISON-AKTION

Alles zum Backen

Mit 500 Millionen Stück selbst gebackener Kuchen pro Jahr sind die Deutschen Back-Weltmeister. Diesen weihnachtlichen Backspaß lässt sich keiner nehmen. Bieten Sie ein umfassendes Saison-Sortiment!

keiner nehmen. Bieten Sie ein umfassendes Saison-Sortiment! 3. NONFOOD-AKTION Tapetenwechsel Fernseh-Shows zeigen, wie

3. NONFOOD-AKTION

Tapetenwechsel

Fernseh-Shows zeigen, wie einfach es ist, sich mit wenig Einsatz ein neues „Wohlfühl-Zuhause“ einzurichten. Wecken Sie mit einem entsprechenden Nonfood-Angebot die kreative Seite Ihrer Kunden!

Nonfood-Angebot die kreative Seite Ihrer Kunden! Termine MESSEN MARKANT 07. – 09. November Plaza Culinaria

Termine

MESSEN

MARKANT

07. – 09. November

Plaza Culinaria Kulinarische Erlebnis- und Verkaufsmesse (Freiburg)

Handelsforum Food

19. – 20. November

Karlsruhe

07. – 09. November

Forum Vini Internationale Weinmesse (München)

ZHG-Importbörsen in Worms

27. November – 19. Dezember

Papier-/ Büro-/ Schreibwaren

09. – 12. November

GastRo Fachausstellung für Gastronomie und Einzelhandel (Rostock)

Zentralmusterungen in Worms

27. November – 19. Dezember

Papier-/ Büro-/ Schreibwaren

November 2008

1

Sa

Allerheiligen

2

So

3

Mo

KW 45

4

Di

5

Mi

6

Do

7

Fr

8

Sa

9

So

10

Mo

KW 46

11

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Sa

16

So

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Mo

KW 47

18

Di

19

Mi

Buß- und Bettag

20

Do

21

Fr

22

Sa

23

So

Totensonntag

24

Mo

KW 48

25

Di

26

Mi

27

Do

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Fr

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Sa

30

So

1. Advent

CONVENIENCE-AKTION Fix und Fertig Geld für hochwertige Produkte geben Kunden bereitwillig dann aus, wenn diese
CONVENIENCE-AKTION
Fix und Fertig
Geld für hochwertige Produkte geben Kunden bereitwillig dann aus, wenn
diese einen spürbaren Mehrwert bieten – wie etwa bei fertig zubereiteten
Lebensmitteln. Als Händler profitieren Sie von einer höheren Wertschöpfung!
Sortimente
Obst und Gemüse
Fleisch/Käse/Fisch (Theke)
fertig zubereitete Obstsalate (mit
Plastikgabel und Papierserviette)
schokoladisierte Obstteile (z. B.
Ananas, Erdbeere, Banane)
Melonen (verschiedene Sorten,
halbiert, geviertelt, in Stücken)
verpackte Snack-Äpfel (Südtirol)
Gemüse-Rohkost-Salate aus der
Schnippelküche
diverse Salate (fertig zubereitet,
mit Ei/Käse/Schinken/Thunfisch)
Tomate-Mozzarella-Snacks (fertig
gewürzt)
fertig marinierte Steaks (z. B.
Kräutersteaks, Cordon bleu etc.)
Würstchen (verschiedene Sorten)
fertige Schnitzel, Hähnchenteile,
Frikadellen, Backschinken,
Kasseler (in der Metzgerei
gebraten/“Heiße Theke“)
Fleisch-/Käsesalate
Käse-Trauben-Spieße
fertig geschnittene Käsewürfel
Fischfrikadellen (fertig gebraten)
Fischstäbchen (fertig gebraten)
2. Disposition überdenken.
Beachten Sie die kurzen Restlauf-
zeiten bei Chilled Food! Passen
Sie Ihre Disporhythmen entspre-
chend an. Vereinbaren Sie –
soweit möglich – mit Ihren
Industrievertretern MHD-Ersatz!
3. Sortimente kennzeichnen.
Da viele Artikel ständiger Kühlung
bedürfen, ist ein Aktionsaufbau
im klassischen Sinne nicht mög-
lich. Kennzeichnen Sie daher die
in Frage kommenden Produkte
am Regal, etwa mit einem Hinweis
„Schnelle Küche“.
4.
Nonfood-Verbundartikel
Feinkost
Baguettes mit Kräuterbutter und
anderen Varianten
Fischfeinkost in SB (marinierte
Garnelen, Flusskrebse etc.)
Feinkostsalate (Kartoffelsalat,
Nudelsalat, Eiersalat etc.)
gekühlte Fertigsaucen
Aktion umsetzen.
Wenn die Aktion startet, sorgen
Sie in den Frische-Abteilungen für
permanente Warenpräsenz und
Top-Frische! Prüfen Sie regel-
mäßig die MHD-Daten!
Einweggeschirr und -becher
Servietten
mikrowellengeeignetes Kunst-
stoffgeschirr (auch Abdeckhaube)
Dressing-Shaker (für Salatsoßen)
MARKANT-Tipps
Step-by-Step
1.
Convenience
fertig zubereitete Mahlzeiten und
Suppen (in mikrowellengeeigneten
Schalen abpacken)
fertige Currywurst (gekühlt)
Sandwiches (mehrere Sorten)
Maultaschen/Schupfnudeln etc.
TK-Fertiggerichte (sortiert)
Pizza (TK/gekühlt)
TK-Snacks (mikrowellengeeignet)
Sortimente zusammenstellen.
Prüfen Sie, ob Sie die genannten
Artikel im Sortiment führen.
Kontrollieren Sie Ihr Convenience-
Angebot auf Sortimentstiefe,
Kreativität und Innovation.
Erweitern Sie Ihr Angebot zum
Beispiel um im Markt selbst her-
gestellte Nudelsalate. Wichtig:
„Ich empfehle den
uns angeschlos-
senen Kaufleuten,
den Verbrauchern
auch einmal etwas
Ausgefallenes
anzubieten. Beispielsweise gefüllte
Paprika oder Fleischbällchen mit
Zaziki. Der Händler kann, sofern
er diese Produkte selbst herstellt,
hervorragende Spannen erzielen.
Je nach Standort bis 70 Prozent.“
Gebhard Voltenauer,
Vertriebsleiter LEH, Utz GmbH & Co. KG
Molkereiprodukte
Molkedrinks
Smoothies
Schokoladen-Milch-Riegel
Bieten Sie bei allen Convenience-
Produkten Plastikbesteck und
Serviette mit an. Packen Sie
diese in oder auf der Schale gleich
hinzu. Kunden ärgern sich, wenn
das Angebot nicht vorhanden ist
oder dann auch noch mit zehn
Cent extra berechnet wird!
geplanter Termin:
KW
SAISON-AKTION Alles zum Backen Ob Kokosmakronen, Spritzgebäck oder die breite Vielfalt an Christstollen: Die Deutschen
SAISON-AKTION
Alles zum Backen
Ob Kokosmakronen, Spritzgebäck oder die breite Vielfalt an Christstollen:
Die Deutschen sind Weltmeister im Backen. Bieten Sie eine breite Vielfalt an
Backzutaten. Denken Sie aber auch an die Verbraucher, die nicht backen.
Sortimente
Saisonales Gebäck
Backmischungen
Brownies
Butter- (Spritz-)Gebäck
Florentiner
Kokosmakronen
Spekulatius
Vanillekipferl
Kuchen-, Torten-, Brot- und
Teigmischungen
Saisonale Backmischungen
(zum Beispiel Muffins, Gebäck)
2. Aktionsfläche planen.
Bewerben Sie die Artikel auf einer
separaten Aktionsfläche. Nutzen
Sie dafür Displays der führenden
Backzutaten- und Süßwarenher-
steller! Vereinbaren Sie WKZ!
Dekorationen
Saisonale Süßwaren
Dominosteine
gebrannte Mandeln
Pfeffernüsse
Printen
Rumkugeln
Zimtsterne und -waffeln
Belegkirschen
Schokoladen-Raspel
spezielle Dekorationen
(z. B. Tannenbäume, Herzen)
Marzipan-Rohmasse
3. Sortimente zusammenstellen.
Bestellen Sie die aufgeführ-
ten Produkte. Nutzen Sie für das
Preiseinstiegssegment der Back-
zutaten die Leistungsstärke der
MARKANT-Eigenmarken!
Nonfood-Verbundartikel
Saisonale Backwaren
Ausstechformen
Backpinsel, Backpapier
Eitrenner
Mehlsieb
Rührschüssel
Spritzbeutel
Kuchenformen
Schneebesen
Back-Bücher (Rezeptbücher)
Backofenreiniger
Teig-Knetmaschine
4. Weihnachtsambiente erzeugen.
Schaffen Sie eine weihnachtliche
Atmosphäre in Ihrem Markt.
Dekorieren Sie mit Girlanden,
Nikoläusen und Sternen. Setzen
Sie Window-Colours ein, die
Ihrem Markteingang ein stim-
mungsvolles Äußeres geben.
Früchtebrot
Mandelbrot
Oblaten
Stollen (verschiedene Sorten)
Lebkuchen (verschiedene
Ausformungen)
MARKANT-Tipps
➜ Verkosten Sie Christstollen,
Spritzgebäck und Co. Sorgen Sie
dafür, dass stets ausreichende
Verkostungsmengen vorrätig sind.
Backzutaten
Haselnüsse (gemahlen, ganz)
Krokant, Kokosraspel
Mandeln (gemahlen, ganz,
gehobelt, gestiftelt, gestückelt)
Walnüsse
Sultaninen
Backpulver
Vanillezucker
Brauner Zucker
Trockenhefe
Tortenguss (versch. Sorten)
Back-Aromen
Kuvertüre (versch. Sorten)
Orangeat, Zitronat
Step-by-Step
1.
Werbung starten.
Planen Sie Beginn und Dauer der
Aktion. Sobald Sie diese Daten
festgelegt haben, entwerfen Sie
einen originellen Handzettel.
Verzieren Sie diesen mit Tannen-
bäumen, Nikoläusen und Schnee-
flocken-Symbolen. Drucken oder
kopieren Sie die Faltzettel dann
auf grünem Papier. Verteilen Sie
diese in Ihrem Einzugsgebiet.
➜ Listen Sie eine breite Vielfalt an
hochwertigen Markenprodukten
ein. Vor den Festtagen wird viel
Gebäck verschenkt – dies aber nur
dann, wenn es sich um entspre-
chend hochwertige Ware handelt.
Abgesehen davon gönnen sich die
Verbraucher zu Weihnachten auch
selbst teurere Artikel, die sie dann
aber mit Genuss verzehren. Ein
Tipp: Schweizer Spezialitäten.
geplanter Termin:
KW
NONFOOD-AKTION  

NONFOOD-AKTION

 

Tapetenwechsel

 

Wenn es um den Kauf von Heimwerker-Artikeln geht, vertrauen nach einer Studie der FH Köln nur 20 von 100 Deutschen auf Testurteile. Die Hälfte aller Befragten schätzt dagegen die Beratung. Eine Chance für Vollsortimenter.

   

Sortimente

   

Step-by-Step

   

4.

Aufmerksamkeit erzeugen. Machen Sie Ihre Kunden auf die Aktion aufmerksam. Dies kann über klassische Werbemittel wie Handzettel oder die direkte Ansprache erfolgen. Sollte in Ihrem Umkreis ein regionaler Fernsehsender aktiv sein, fragen Sie nach Werbemöglichkeiten. Die gleiche Anfrage sollten Sie auch an Ihre regionalen Hörfunk- sender richten.

     

Tapezieren

1. Aktionsfläche dekorieren. Setzen Sie bei der Gestaltung Ihrer Fläche Elemente ein, die bereits mit bloßer Wahrnehmung das Thema der Aktion symbolisie- ren (aufgerollte Tapeten, aufge- hängte Werkzeuge, Eimer-Aufbau mit Wandfarben).

 
 

Pinsel (verschiedene Größen) Abroller Anrühreimer Wandfarbe (diverse Gebinde) Vollton- und Abtönfarbe Pastell-Color-Farbe Multifunktionstisch (Tapeziertisch) Klebebandrollen

 

Arbeitskleidung

2. Sortimente bestellen. Bestellen Sie die jeweiligen Aktionsartikel. Nutzen Sie dabei die Kompetenz der MARKANT, die Sie schnell und gerne berät. Setzen Sie sich dazu mit Ihren Ansprechpartnern in Worms in Verbindung.

   

MARKANT-Tipps

 

Karo-Hemden (Postenware) Handschuhe Arbeitssocken (knielang)

   

Retouren-Recht: Sofern Sie die genannten Artikel nicht regulär in Ihrem Sortiment gelistet haben, erkundigen Sie sich bei Ihren Liefe- ranten nach der Möglichkeit eines Rückgaberechtes.

Werkzeug

Werkzeug

 

Hammer Bohrmaschine Nägel, Dübel, Schrauben Schraubendreher

 

3. Preise kalkulieren. Kalkulieren Sie die Preise für Ihre Artikel. Orientieren Sie sich dabei an Ihren Wettbewerbern.

geplanter Termin:

KW

Technik- und Praxis-Tipps

Zielvorgabe Dezember:

Das Umsatz-Highlight des Jahres steht bevor! Errechnen Sie gemein- sam mit Ihren Abteilungsverantwort- lichen die eventuell noch fehlende Planabweichung und beschließen Sie notwendige Maßnahmen!

Checkout: Überprüfen Sie, ob an allen Kassen ausreichend Plastik-, Papier- und Baumwolltaschen vorhanden sind. Die Preisauszeich- nung sollte für den Kunden jeweils gut erkennbar sein.

Salz/Split bestellen: Nicht nur Ihre Kunden benötigen Streusalz, auch Sie selbst (Parkplatz, Rampe, Mitarbeiter-Eingang). Bestellen Sie Großgebinde, so dass bei Schnee und Eis für Sicherheit gesorgt ist.

Außenbeleuchtung: Die Tage werden immer kürzer. Haben Sie dies bei der Schaltung Ihrer Außen- beleuchtung beachtet? Ansonsten finden sich Ihre Kunden beim frühen Einbruch der Dunkelheit auf Ihrem Parkplatz nicht mehr zurecht.

Sicherheit: Überprüfen Sie, ob die Sicherheit von Müllpresse, Stap- ler und anderen Geräten noch ge- währleistet ist. Sind die TÜV-Sie- gel noch alle aktuell? Wenn nicht, setzen Sie sich mit dem jeweiligen Wartungsdienst in Verbindung.

Türen prüfen: Sorgen Sie da- für, dass alle Türen in Ihrem Markt funktionieren. Ölen Sie quiet- schende Türen und überprüfen Sie die problemlosen Zugänge aller Notausgang-Türen!

Marktforschung

LEBENSMITTELHANDEL

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DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

WURSTWAREN

Innovationen bringen Umsatz

Neue Brüh- und Rohwurst-Sorten sorgen für eine dynamische Umsatzentwicklung. Ein weiterer Wachstumsmotor im Markt sind derzeit die Light-Varianten. Der Markt auf einen Blick.

derzeit die Light-Varianten. Der Markt auf einen Blick. D ie Deutschen sind große Wurstfans. Allein in

D ie Deutschen sind große Wurstfans. Allein in den vergangenen zwölf Mona-

ten haben sie im Handel SB-Wurst im Wert von mehr als 6,6 Milli- arden Euro gekauft. Nach wie vor nehmen die Discounter zwar den größten Anteil am Gesamtmarkt ein. Sie können aber bei Absatz und Umsatz nur leicht zulegen. Dagegen

erzielten die Verbrauchermärkte bei abgepackter Wurst weit überdurch-

schnittliche Wachstumsraten von acht Prozent. Kleinen Verbraucher- märkten gelangen sogar Zuwächse im zweistelligen Bereich.

Handel profitiert von SB

Top Player bei abgepackter Wurst ist der Handel, der mit sei- nem Handelsmarkenwachstum aber hinter den Markenherstel- lern zurück blieb. Derzeit wächst der Markt speziell mit den absatz-

ZAHLEN UND TRENDS

Abgepackte Wurst

➜ Der Gesamtmarkt* SB-Wurst wächst vor allem durch die beiden absatz- und umsatzstarken Warengruppen Brüh-
Der Gesamtmarkt* SB-Wurst wächst vor allem durch die beiden absatz- und
umsatzstarken Warengruppen Brüh- und Rohwürste überdurchschnittlich.
Absatzverteilung Abgepackte Wurst
Anteile in %
Umsatzverteilung Abgepackte Wurst
Anteile in %
29%
23%
32%
22%
7%
9%
32%
6% 7%
33%
Die Sortimente
Absatz**
Umsatz**
Tsd. Pckg.
Veränderung
Tsd. Euro
Veränderung
■ Brühwurst
1.511.277
+7,9%
2.197.405
+6,2%
■ Kochwurst
435,125
+6,3%
462.084
+7,2%
■ Rohwurst
1.086.511
+5,3%
1.488.057
+6,3%
Sonstige Wurst
346.497
–7,9%
371.611
–6,2%
■ Pökelware
1.366.291
+2,3%
2.125.463
+3,3%
Gesamt
4.745.701
+4,2%
6.644.621
+4,6%
* inkl. LEH, DM, C&C, Aldi, Lidl, Norma; **Juli 2007 bis Juni 2008
Quelle: ACNielsen
➜ ➜
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und umsatzstarken Warengruppen Brühwurst und Rohwurst (Umsatz- plus jeweils sechs Prozent). Auch Kochwurst zeigt mit einem Plus von sieben Prozent eine überdurch- schnittlich gute Entwicklung. Für die entsprechenden Wachstumsim- pulse sorgten Neueinführungen. So waren neue Brühwurst-Produkte im Beobachtungszeitraum mit je- weils neun Prozent am Absatz und Umsatz der Warengruppe beteiligt. Bei Rohwurst-Innovationen lag der Umsatzanteil noch einen Prozent- punkt höher. Nach wie vor eine steigende Nachfrage verzeichnen streichfähige Produkte in wieder- verschließbaren Verpackungen. Ein wichtiger Wachstumsmo- tor im SB-Wurst-Markt sind zu- dem Light-Produkte. Sie erreichen zwar noch vergleichsweise nied- rige Absatzanteile von 4,1 Pro- zent, doch die zum Teil zweistelli- gen Wachstumsraten vor allem bei Brühwurst und Pökelware signali- sieren, dass hier noch weiteres Po- tenzial vorhanden ist.

Die Autorin: Eva Kasprowski, Betreuerin der MARKANT Handels- gruppe bei ACNielsen Fotos: Stockfood, privat
Die Autorin:
Eva Kasprowski, Betreuerin
der MARKANT Handels-
gruppe bei ACNielsen
Fotos: Stockfood, privat

Fotos: Masterfile, Informationszentrale Deutsches Mineralwasser

Industrienachrichten

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

Mehrweg-Quote sinkt weiter Der rasante Verfall der Mehrwegquote in Deutschland hat sich auch im ersten Halbjahr 2008 fortgesetzt. Nach einer aktuellen Erhebung der GfK Nürnberg sank der Anteil der Mehrwegflaschen bei alkoholfreien Getränken von Januar bis Juni auf nur noch 27,2 Prozent. Die Quote liegt damit um 2,6 Pro- zentpunkte niedriger als im Gesamt- jahr 2007 und sogar fast 25 Prozent- punkte niedriger als vor Einführung des Pflichtpfandes zum Jahreswech- sel 2003. „Die Politik hat ein funktio- nierendes System kaputt gemacht und damit ein Desaster angerichtet“, sagt Werner Wittig, Hauptgeschäftsfüh- rer der Wirtschaftsvereinigung Alko- holfreie Getränke (WAFG).

Hersteller drehen Preise hoch Der Konsumgüterkonzern Henkel will seine Preise für Waschmittel und Klebstoffe (Persil, Pritt, Pattex) um bis zu zehn Prozent erhöhen. Henkel- Chef Kasper Rorsted begründet die- sen Schritt mit gestiegenen Rohstoff- preisen und dem schwachen Dollar. Auch der Hamburger Kosmetikherstel- ler Beiersdorf (Niveau, Tesa, Hansa- plast) hat mit derselben Begründung angekündigt, im kommenden Jahr die Verkaufspreise zu erhöhen.

Heimische Weine gewinnen Die Bundesbürger trinken wieder we- niger Wein: Nach mehrjährigen konti- nuierlichen Zuwächsen sank der Ab- satz im ersten Halbjahr 2008 um 4,5 Prozent. Gegen diesen Trend aller- dings legten von Januar bis Juni 2008 die Rebensäfte aus deutschen An- baugebieten um 2,2 Prozent zu. Be- zogen auf die gesamte eingekaufte Weinmenge ist damit der Marktan- teil deutscher Weine von 46,3 Prozent im ersten Halbjahr 2007 auf jetzt 49,1 Prozent gestiegen.

Nestlé setzt neue Schwerpunkte Der weltgrößte Nahrungsmittelkonzern Nestlé will die reine Verarbeitung von Rohstoffen zu Nahrungsmitteln zurück- fahren und vornehmlich in Bereichen wie gesunder und mit Zusatznutzen versehener Nahrung expandieren. Das Unternehmen hatte frühzeitig seine Verkaufspreise an die teureren Roh- stoffe angepasst und konnte seinen Nettogewinn im ersten Halbjahr 2008 um sechs Prozent erhöhen.

ARTIKELKENNZEICHNUNG

EAN bekommt Verstärkung

erhöhen. ARTIKELKENNZEICHNUNG EAN bekommt Verstärkung Nahezu alle Produkte werden am Checkout des Einzelhandels

Nahezu alle Produkte werden am Checkout des Einzelhandels per EAN-Code erfasst – mit Ausnahme extrem kleiner oder gewichtsvari- abler Artikel wie Obst, Gemüse, Käse oder Frischwurst. Damit auch

diese Waren künftig per Scanner eingelesen werden können, führt GS1 zum 1. Januar 2010 mit dem GS1 DataBar einen weiteren li- nearen Strichcode ein. Das neue Symbol ist sehr kompakt, benötigt wenig Platz und erlaubt das rich- tungs- und lageunabhängige Scan- nen. Außerdem codiert er zusätz- liche Informationen, die an der Kasse gebraucht werden, beispiels- weise ein Nettogewicht oder ein Mindesthaltbarkeitsdatum. Nach Angaben von GS1 sind bereits heute viele Scanner in der Lage, den neuen Code zu verarbeiten.

PREISE

Weiterer Schub

Laut Information Resources (IRI) in Düsseldorf sind die Preise für Güter des täglichen Bedarfs im zweiten Quartal 2008 gegenüber dem Vorjahresquartal im Schnitt um 5,4 Prozent gestiegen. Als Re- aktion darauf, so IRI, sparen die Verbraucher, wo immer möglich.

BERENTZEN

Erfolgreiche Strategie

Markteinführung der Sahneliköre „Milch Kaffee“ und „Karamell“, Werbekampagne für „Puschkin“ Markteinführung von „Puschkin white“: Diese strategischen Maß- nahmen haben der Berentzen- Gruppe im ersten Halbjahr 2008 ein Umsatzplus von neun Prozent im Spirituosengeschäft beschert.

MARKEN

Wachsende Skepsis

Kunden bevorzugen zwar weiter- hin Markenware – nach einer re- präsentativen Umfrage des Mar- kenverbandes konnten 2007 rund 60 Prozent seiner Mitgliedsun- ternehmen ihren Markenumsatz deutlich steigern, und auch im ers- ten Quartal 2008 haben sich die Umsätze positiv entwickelt. Inzwi- schen allerdings macht sich Skep- sis breit: Aufgrund des schwächeln- den Konsums glauben nur noch 40 Prozent der Befragten an weiterhin gute Umsatzaussichten.

Aufgrund des schwächeln- den Konsums glauben nur noch 40 Prozent der Befragten an weiterhin gute Umsatzaussichten.

Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

IMPULS DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY Ob Fleisch- und Wurstwaren, weiße und gelbe Linie,
IMPULS DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY Ob Fleisch- und Wurstwaren, weiße und gelbe Linie,
IMPULS DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY Ob Fleisch- und Wurstwaren, weiße und gelbe Linie,
IMPULS DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY Ob Fleisch- und Wurstwaren, weiße und gelbe Linie,

Ob Fleisch- und Wurstwaren, weiße und gelbe Linie, Kühl- und Tiefkühlprodukte oder Chilled Food: In allen Warengruppen spielen Bio, Convenience und auch die regionale Herkunft eine wichtige Rolle in der Innovationspolitik. Jeder zehnte der 950 Aussteller stellt eine eigene Bio-Linie vor.

INTERMOPRO/INTERCOOL/INTERMEAT

Frische im Fokus

Die Rohstoffpreisdiskussionen und die Trendthemen Bio und Nachhaltigkeit prägen die diesjährigen Frischemessen in Düsseldorf. Fakten und Hintergründe.

W enn die Fachmessen In- termeat, Intermopro und Intercool am 28. Sep-

tember für die erwarteten 30.000 Fachbesucher ihre Pforten öff- nen, werden grundlegend neue

Teilbare Verpackungen Was bei der streichbaren Wurst aus dem Hotel bekannt ist, hält mehr und mehr Einzug auf den Früh- stückstischen der Verbraucher: die Portionspackung. Ob Mini-Leber- wurst im Kunstdarm oder Becher: Wenn sich der In- halt restlos auf eine oder zwei Brötchenhälften ver- teilen läßt, erhöhen sich Verbraucherakzeptanz und Konsumfreude. Da aber auch Vielfalt ge- wünscht wird, präsentieren Her- steller wie Rügenwalder oder Zimbo teilbare Kombi-Packungen mit zwei oder mehr Wurstsorten. Zusammengefasst werden in diesen neuen Packungen die jeweiligen Bestseller-Produkte: beispielsweise Teewurst grob und fein, Zwiebel- wurst und Leberwurst. Auf diese Weise bleibt die verkaufte Gesamt-

und Leberwurst. Auf diese Weise bleibt die verkaufte Gesamt- Produkte für Kühltruhe und Fri- scheregal eher
und Leberwurst. Auf diese Weise bleibt die verkaufte Gesamt- Produkte für Kühltruhe und Fri- scheregal eher

Produkte für Kühltruhe und Fri- scheregal eher die Ausnahme sein. Dafür kommen bewährte Marken- artikel in neuem Gewand auf den Markt. Vor allem der Biotrend und die Tendenz, regionale Herkunft in den Mittelpunkt zu rücken, spie- len dabei eine Rolle. Mehr als zehn Prozent der 950 Aussteller stellen eine eigene Bio-Linie vor.

der 950 Aussteller stellen eine eigene Bio-Linie vor. menge der Wurstwaren annähernd gleich, auch wenn die

menge der Wurstwaren annähernd gleich, auch wenn die Größe der Komponenten reduziert wird.

Praktischer Zusatznutzen Gerade im Bereich der frischen Milchprodukte und Wurstwaren legt der Verbraucher Wert auf Ver- packungen, die sich leicht hand- haben lassen und die das Attri- but „praktisch“ verdienen. Dies gilt für Joghurts ebenso wie für Wurst und Schinken. Wiederverschließ- bare Packungen ersparen nicht nur das Umpacken in Alu- oder Frischhaltefolien, sie können auch im Kühlschrank einfach gestapelt und damit Platz sparend gelagert werden. Die Familienpackungen einiger Wurstproduzenten erfül- len diesen Anspruch, andere Her- steller wollen ihr Sortiment ent- sprechend anpassen. Auch bei den Molkereiprodukten haben die Ver-

Fotos: Messe Düsseldorf, privat

packungsdesigner den praktischen Nutzen als kaufimpulsrelevant ent- deckt. Stapelbare Milchdrinks und Frischkäsezubereitungen spiegeln diesen Trend beispielhaft wider. Bei Milchmischgetränken sind immer mehr Packungen so gestylt, dass sie auch ohne Strohhalm als Trinkge- fäß dienen können und damit für den „To-go-Verzehr“ geeignet sind. Joghurts mit integriertem Löffel, Obst- oder Feinkostsalate mit bei- gepacktem Besteck und Serviette bedienen den Convenience-An- spruch des weiterhin boomenden Außer-Haus-Verzehrs.

Regionale Impulse Während die Wurstwarenhersteller sich auf die Nachfrage nach regio- nalen Spezialitäten einstellen und hier die Herkunftsangabe eine im- mer größere Rolle spielt, setzen die Anbieter von Molkereiprodukten vor allem auf fitnessorientierte Verbraucher/innen. Unter der Be- zeichnung „Beautycase“ kommt beispielsweise ein neuer Joghurt von Emmi auf den Markt, der durch eine besondere Kombina- tion von Nährstoffen geprägt wird. Aloe Vera, ein spezieller Grüntee-

INFO

Frischemessen

Termin: 28.09. bis 1.10.2008 Öffnungszeiten: 10 bis 18 Uhr Ort: Messe Düsseldorf Messen: InterMopro (Hallen 4 und 5) InterCool (Halle 6) InterMeat (Hallen 3, 4 und 7a) Fläche: 40.000 m² Zahl der Aussteller: 950 Hersteller Davon mit Bio-Produkten: über 100 Sonderschauen: Wissensparcours Bio, Marktplatz der Frische-Ideen Foren: European Food Talk, Deutsch-Türkisches Food-Forum, zusätzliche Vortrags-Programme Weitere Informationen:

www.Intermeat.de, www.Intermopro.de, www.intercool.de

INTERVIEW Highlights der Messen „Mehr als nur Neuheiten“ Michael Degen, Bereichsleiter der Messe Düsseldorf, zu
INTERVIEW
Highlights der Messen
„Mehr als nur Neuheiten“
Michael Degen, Bereichsleiter der Messe Düsseldorf, zu den
Themen auf der Intermopro, Intermeat, Intercool und Hogatec.
Herr Degen, Sie versprechen dem
Handel ein Menü der Extraklasse.
Was erwartet die Besucher?
Es wird erstmals eine Sonderschau für Bio-
Produkte unter dem Titel „Bio – natürlich
frisch!“ geben. Sie umfasst eine Fläche für
Produktpräsentation, Vortragsprogramm,
Wissensparcours und Frontcooking. Pas-
send zur Sonderschau Bio feiert die Aus-
zeichnung „Biomarke des Jahres“ ihr De-
but. Unser Marktplatz der Frische-Ideen
wird Kommunikationstreffpunkt für Ein-
kaufs- und Vertriebsmanager sowie Fach-
berater aus dem internationalen Lebens-
mittelhandel sein. Ein besonderes Highlight
ist das Finale des Grips & Co-Nachwuchs-
wettbewerbes am 29. September. Im Rah-
men des Wettbewerbs stellen die zehn
besten Nachwuchskräfte aus dem Lebens-
mittelhandel ihr Wissen unter Beweis
die Entscheider im Lebensmittelhandel an.
Wir werden diese Synergieeffekte noch
deutlicher herausstellen.
Wie werden Sie den Rohstoffpreis-
Diskussionen auf der Messe gerecht?
Unsere Fachmessen bieten die Plattform,
sich eben nicht nur mit den Neuheiten, den
aktuellen Nachfragetrends, sondern ganz
speziell auch mit den Konditionen zu befas-
sen. Diese Möglichkeit nutzen Handel und
Industrie dort auch in aller Regel kräftig.
Inwieweit passt eine Hogatec zu
den drei Frischemessen?
Die Hogatec als internationale Fachmesse
Hotellerie, Gastronomie und Gemein-
schaftsverpflegung spricht zunehmend auch
In Handel und Industrie wird viel über
Nachhaltigkeit und Bio geredet. Wie
stehen Sie zu diesen Themen?
Nachhaltigkeit besitzt in allen Wirtschafts-
zweigen oberste Priorität, und in der Ernäh-
rung sehe ich in Bio nicht nur einen aktu-
ellen, sondern auch einen Zukunftstrend.
Schließlich wird uns immer mehr bewusst,
wie wichtig eine gesunde Ernährung ist.
Innerhalb der Frischwaren-Sortimente sind
beide genannten Themen derzeit der Motor
für Wachstum und werden die Branche si-
cher noch einige Jahre beschäftigen.

Extrakt, Molkeproteine sowie ein Vitaminkomplex versprechen dem Kunden einen Wellness-Effekt.

Gekühlter Frische-Boom Frische und Convenience sind längst keine Gegensätze mehr. Die hierzulande noch recht junge Wa- rengruppe Chilled Food verzeich- net einen Boom, der sich auch bei den Präsentationen auf der Inter- cool widerspiegelt. Die Bandbreite ist mit frischer Pasta und anderen Nudel-Kombinationen noch lange nicht erschöpft. Gefragt sind prak- tische Verpackungen mit schnell zuzubereitenden Produkten aus frischen Zutaten, die möglichst na- turbelassen und damit im Sinne ei- ner gesunden Ernährung sein sol- len. Die Faktoren Genuss, Frische,

einfache Zubereitung und schnelle Bedarfsdeckung lassen weiterhin Wachstumsimpulse erwarten. Bei allen positiven Aussichten: Auf der Messe dürften diesmal auch die Preise für Gesprächsstoff sorgen. Quer durch alle Warengruppen schlagen sich gestiegene Öl- und Energiepreise auf die Produktions- und Logistikkosten ebenso wie auf die Verpackungspreise nieder.

Moderate Preiserhöhungen Zudem sind auch die Beschaffungs- kosten für Fleisch und Milch erheb- lich gestiegen. Diese Belastungen sollen nun an den Handel weiter gegeben werden. Mit moderaten Preissteigerungen sei mindestens zu rechnen, heißt es übereinstim- mend bei den Herstellern.

Fotos: F1online, Hersteller

Sortimente

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IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

IMPULS DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY K affee ist das am meisten konsumierte Getränk

K affee ist das am meisten konsumierte Getränk in Deutschland – sogar noch

vor Bier und Wasser. Nach An- gaben des Deutschen Kaffeever- bandes (DKV) hat jeder Deutsche im Jahr 2007 im Schnitt 146 Liter Kaffee getrunken. Damit liegt der Pro-Kopf-Verbrauch auf Vorjah- resniveau. Den größten Anteil hat weiterhin der Filterkaffee.

Kaffee: Liebling der Deutschen

51 Prozent der deutschen Haus- halte haben nämlich noch immer die klassische Filter-Kaffeema- schine im Gebrauch. Das ergab eine Erhebung des Marktforschungs- institutes Dialego im Auftrag des DKV. Auch löslicher Kaffee bleibt beliebt und hat im Vergleich zu 2006 um etwa ein Prozent zuge- legt. Das größte Wachstum zeigen allerdings erneut die Einportionen- Systeme. Im vergangenen Jahr ha- ben die Deutschen noch stärker als bislang auf diese Convenience- Formen gesetzt. „Pad- und Kapsel- systeme konnten im vergangenen Jahr ein fantastisches Wachstum von 50 Prozent auf 21.000 Tonnen verzeichnen“, sagt Holger Preibisch, Hauptgeschäftsführer des DKV.

KAFFEE

Lifestyle, Bio und Fair Trade

Pünktlich zur kühleren Jahreszeit starten die Kaffeeverarbeiter ihre Neuheiten-Offensive. Wenn ein Premium-Produkt fair gehandelt wird und zudem das Bio-Siegel trägt, stehen die Weichen auf Erfolg. Eine Marktübersicht.

Treiber: Single-Portionen

Treiber dieser Entwicklung sind nach Einschätzung von Preibisch unter anderem die Single-Haus- halte sowie die schnelllebigere Ge- sellschaft, die zunehmend Kaffee auf Knopfdruck erwartet. Jeder fünfte Haushalt nutzt schon jetzt Einportionen-Systeme wie Tassimo von Kraft Foods, Senseo von Sara Lee oder Dolce Gusto von Nestlé – Tendenz steigend. Jüngst hat auch Lavazza diesen Markt für sich entdeckt und steigt mit den bei- den Geschmacksvarianten Caffè

Crema sowie Caffè Crema Dolce ein. Auch Pad-Pionier Senseo hat neue Produkte am Start: Wäh- rend des Sommers gab es die limi- tierte Sorte Senseo Typ Ice Cap- puccino als cremige Erfrischung. Senseo Guten Morgen versorgt die Verbraucher von nun an dauerhaft mit einer starken Tasse Kaffee am Morgen. Die italienische Art Kaf- fee zu trinken hat sich zum Dauert- rend entwickelt. Im Segment ganze Bohne erzielt der Handel mit Es- presso und Caffè Crema dreistellige Wachstumsraten: 2006 wurde ein Plus von 179 Prozent und 2007 von 146 Prozent erreicht. Aktuell steht in 21 Prozent der deutschen Haus- halte eine Einzelportionsmaschine. Klarer Marktführer ist Senseo.

Trend: herkunftsreine Sorten

Bei den Filterkaffees schwappt ein neuer Trend aus Gastronomie und Coffee-Shops in den Handel:

herkunftsreine Kaffees, die aus be- stimmten Ländern oder Regionen stammen. Verbraucher schätzen ne- ben dem individuellen Geschmack dieser Sorten auch die Geschichte, die solch ein Produkt erzählen kann. So hat das renommierte

ZAHLEN UND TRENDS

Heissgetränke

Heissgetränke
➜ Der Heissgetränke-Markt zeigte sich im 1. Halbjahr 2008 mengenmäßig stabil und wies wertmäßig ein
Der Heissgetränke-Markt zeigte sich im 1. Halbjahr 2008 mengenmäßig stabil und
wies wertmäßig ein Wachstum von rund drei Prozent auf. Der Trend zu ganzen
Bohnen und Single Portions setzt sich fort. Gemahlener Kaffee ist rückläufig.
Die Sortimente
Umsatz 2008:2007*
Absatz 2008:2007*
Mio. €
Veränderung
Tsd.Tonnen
Veränderung
Gesamt
1.582,8
+3,1%
199,3
–0,1%
Röstkaffee
1.185,9
+3,2%
151,4
+0,7%
Extrakaffee
323,6
+2,2%
29,0
–4,2%
Traditionell
141,0
+4,3%
5,7
+3,8%
Mixes
182,6
+0,7%
23,3
–6,0%
Instantkakao
59,4
+4,3%
17,8
–0,3%
Kaffeemittel
14,0
+5,1%
1,2
+0,9%
TRENDS
Absatzwege Röstkaffee
Bei Röstkaffee
setzt sich weiterhin
der Trend zu Single
Portions fort.
Der positive Trend bei
den Discountern hält an:
Drogerie-
Trad. LEH
märkte 4%
8%
Marken-
Harddiscounter verzeich-
nen ein Umsatzwachstum
von 16 Prozent, die
Markendiscounter von
1,6 Prozent.
Disc.
43%
12%
33%
Verbraucher-
Hard-Disc.
märkte >800qm
incl. Aldi
* Zeitraum: Januar bis Juni
Quelle: Information Resources (IRI)
➜ ➜ ➜ ➜

Kaffeehaus Dallmayr sein Portfo- lio um die Komposition Ethiopia erweitert. Dessen Bohnen stam- men ausschließlich aus den Hoch- ebenen des gleichnamigen afrika- nischen Landes. Solch hochwertige Kaffees sind vor allem in Kombina- tion mit den beiden Mehrwert-As- pekten Bio und Fairtrade gefragt. Immer mehr Verbraucher ach-

ten darauf, unter welchen Bedin- gungen ihr Produkt hergestellt und gehandelt wird. Exakt darauf setzt Tchibo. Im Oktober wird ein Fair- trade-gesiegelter Espresso im Fili- alsortiment und im Ausschank an- geboten. Und seit Ende Juni ist der biozertifizierte Kaffee Bio-Genuss erhältlich, zunächst allerdings nur in den Tchibo-Shops.

NEUHEITEN

Gemahlener Kaffee, ganze Bohnen, Löskaffee und Pads

 

Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen – sogar noch vor Wasser und Bier. Damit das so bleibt, verhalten sich die Hersteller und Röstereien in dieser Warengruppe besonders dynamisch und bringen viele neue Produkte auf den Markt.

 
 

das Sortiment des bayerischen Traditions-

NESTLÉ Nestlé hat die löslichen Kaf- fees Nescafé Gold, Gold Mild und Gold Entkoffeiniert weiter

NESTLÉ Nestlé hat die löslichen Kaf- fees Nescafé Gold, Gold Mild und Gold Entkoffeiniert weiter verbessert. Die Range hat damit ein noch inten- siveres Aroma.

SEEBERGER Nerobianco von Seeberger ist ausschließlich als Bohnenware im Kilo-Beutel erhältlich und speziell auf Vollautomaten wie Saeco oder Jura ausgerichtet.

ausschließlich als Bohnenware im Kilo-Beutel erhältlich und speziell auf Vollautomaten wie Saeco oder Jura ausgerichtet.
LAVAZZA Im August hat Lavazza seine Produktlinie um die kräftige Variante Caffè Crema Gustoso erweitert.

LAVAZZA Im August hat Lavazza seine

Produktlinie um die kräftige Variante Caffè Crema Gustoso erweitert. Mit einem Verhältnis von 40 Prozent Arabica- und 60 Prozent

Robusta-Boh-

von 40 Prozent Arabica- und 60 Prozent Robusta-Boh- nen verspricht er Genuss mit samtiger Crema. DALLMAYR

nen verspricht er Genuss mit samtiger Crema.

DALLMAYR Seit Ende April ergänzt die Kaffeekomposition Ethiopia

hauses Dallmayr. Die Sorte aus gemahle- nen Bohnen gibt es in der 500-g-Packung.

SARA LEE Mit der Variante Senseo Guten Morgen kommt Sara Lee dem Wunsch nach einem besonders starken Kaffee am Morgen entgegen. Mit der Bechervariante kann mit nur einem Pad eine doppelte Portion Senseo-Kaffee mit kräftigem Geschmack zubereitet werden.

der Bechervariante kann mit nur einem Pad eine doppelte Portion Senseo-Kaffee mit kräftigem Geschmack zubereitet werden.

Fotos: medialog, Hersteller

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IMPULS

DROGERIEMARKT

TEE

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

Harmonie im Beutel

Exotik, Genuss und Wohlbefinden sind Trends, mit denen die Hersteller in diesem Herbst und Winter die Verbraucher begeistern wollen. Ein Überblick über die aktuellen Entwicklungen.

I m internationalen Vergleich lie- gen die deutschen Teetrinker zurzeit auf Platz 37. „Der deut- sche Verbraucher trinkt zwar rela- tiv wenig Tee, genießt aber weltweit den Ruf, die vergleichsweise höchs- ten Ansprüche zu haben“, sagt Jo- chen Spethmann, Vorsitzender des Deutschen Teeverbandes (DTV) in Hamburg. Im Jahr 2007 wur- den nach Erhebungen des DTV in Deutschland mit rund 17.600 Ton- nen etwas mehr an grünem und schwarzem Tee verbraucht als im

Vorjahr. „Das liegt vor allem an der unendlichen Tee-Vielfalt von schwarzem und grünem Tee und seinem hohen Stellenwert im täg- lichen Leben“, erklärt Spethmann.

Schwarztee bleibt Favorit

Im Durchschnitt trinkt jeder Bundesbürger rund 25 Liter Tee im Jahr, wobei der Verbrauch re- gional stark schwankt. So wird seit jeher im Norden mehr Tee getrun- ken als im Süden. Spitzenreiter un- ter den Deutschen sind die Ostfrie-

sen mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 288 Litern im Jahr. Im welt- weiten Vergleich liegen sie damit nach den Iren und den Libyern auf Platz drei. In Ostfriesland sind vor allem die aus bis zu zehn ver- schiedenen Schwarztees bestehen- den Ostfriesenmischungen beliebt. Auch in ganz Deutschland bleibt schwarzer Tee wegen seiner großen Geschmacksvielfalt der klare Favo- rit. Er macht mehr als Dreiviertel der konsumierten Menge aus. Der Rest entfällt auf grünen Tee. Der Absatz von Kräuter- und Früchtetee ist mit einem Minus von rund drei Prozent leicht rück- läufig. Das belegen die Markt- zahlen der Wirtschaftsvereinigung Kräuter- und Früchtetee. In diesem Segment haben Monosorten wie Pfefferminze, Kamille oder Rot- busch zwar weiterhin den größ- ten Anteil. Die Nachfrage danach ist allerdings zuletzt um rund sechs Prozent zurückgegangen.

Hauptabsatzschiene LEH

Wichtigste Einkaufsquelle für Tee bleibt der Lebensmitteleinzel- handel. 60 Prozent des Marktvo- lumens kaufen die Deutschen bei Vollsortimentern und Discountern, so der Deutsche Teeverband. Stark im Kommen allerdings sind die Teefachgeschäfte. Sie gewinnen seit Jahren in der Gunst der Verbrau- cher. Rund 20 Prozent des Markt- volumens werden hier inzwischen verkauft. Eine starke Rolle spielt in

diesem Segment der Gesundheits- und Wohlfühl-Aspekt. „Die Nach- frage nach Lebensmitteln, die na- türlich und gesund sind, zugleich Genuss bieten, ist nach wie vor hoch“, sagt Jesper Petersen, Mar- ketingleiter im Hause Teekanne.

Wellness als Kaufgrund

„Die Menschen wollen sich ver- wöhnen und ihrer Gesundheit und ihrem Wohlbefinden etwas Gutes tun“, fügt er hinzu. Dafür sei das Heißgetränk wie geschaffen. „Der Verbraucher verbindet Tee mit Ge- nuss und Wellness gleichermaßen – aufgrund seiner wertvollen In- haltsstoffe, die sich positiv auf das Wohlbefinden auswirken“, sagt Jochen Spethmann. Die meisten Markenhersteller setzen mit ihren Produkten ge- nau an dieser Stelle an. Bei Tee- kanne zum Beispiel heißt die ent- sprechende Range „Harmonie für Körper und Seele“. Jüngste Neuheit sind die drei Kräutertee-Komposi- tionen „Gesunde Abwehr“, „Nach dem Essen“ und „Klarer Kopf“, die seit August die Range erweitern. Unter der Marke Meßmer hat die Ostfriesische Teegesellschaft das Kräutertee-Trio Quelle der Ener-

NEUHEITEN

Neuheiten aus der Industrie

 

Zum Herbst bringen die Teegesellschaften viele neue Kompositionen auf den Markt. Das MARKANT HandelsMagazin stellt ausgewählte Produkte vor.

TEEKANNE Teekanne hat jüngst sein Sortiment um zwei neue Schwarz- tee-Kompositionen erweitert. Die Sorte Himbeer & Schokolade ist fruchtig-süß im Geschmack, Ingwer & Limone erfrischend würzig.

im Geschmack, Ingwer & Limone erfrischend würzig. TEEHAUS Das Unternehmen hat seit August zwei neue
im Geschmack, Ingwer & Limone erfrischend würzig. TEEHAUS Das Unternehmen hat seit August zwei neue

TEEHAUS Das Unternehmen hat seit August zwei neue Früchtetees im Sorti- ment: die Sorte Apfel mit dem fruchtigen Geschmack sonnenge- reifter Äpfel sowie die Sorte Kirsch-Banane als beliebte Geschmacksrichtung nicht nur für die Früchtetee-Fans.

Geschmacksrichtung nicht nur für die Früchtetee-Fans. GENUPORT Genuport vertreibt die lo- sen Tees Earl Grey,

GENUPORT Genuport vertreibt die lo- sen Tees Earl Grey, Lady Grey, English Breakfast, Darjeeling und Ceylon Orange Pekoe der Marke

Twinings von nun an in einer neuen Größe. Die fünf Schwarztee-Sorten gibt es ab so- fort zu 100 Gramm in der Metalldose, die 1.000-Gramm-Dose läuft damit aus.

in der Metalldose, die 1.000-Gramm-Dose läuft damit aus. OTG Bassari heißt die neueste Tee- komposition der

OTG Bassari heißt die neueste Tee- komposition der Ostfriesischen Teegesellschaft unter der Marke Meßmer. Die Früchtetee-Mischung kombiniert weißen Hibiskus mit dem Aroma von Orange und Vanille.

weißen Hibiskus mit dem Aroma von Orange und Vanille. NATREEN Tee-Genuss, das neue Erfrischungsgetränk auf Tee-

NATREEN Tee-Genuss, das neue Erfrischungsgetränk auf Tee- basis mit weniger als zwei Kilo- kalorien pro 100 Milliliter, gibt es in den drei Geschmacks- richtungen Grüntee-Granatapfel, Rooibos-Hibiskus-Lotus und Darjeeling-Kaktusfeige. Ab sofort in der Ein-Liter-PET-Flasche.

mitteln. „Der Verbraucher interes- siert sich für andere Kulturen und Länder und möchte sich die frem- den, exotischen Welten und deren Geschmacksrichtungen auch nach Hause holen“, begründet Jesper Petersen von Teekanne den Trend.

Fernweh als Motor

Deshalb hat das Unternehmen kürzlich zwei weitere limitierte Sommertees auf den Markt ge- bracht: Teekanne Mango de Kiwi und Teekanne Pitaya de Limone. Wie weit die Welt der Teespezia- litäten reicht, zeigt auch die ost- friesische Teegesellschaft, die ihre Marke Meßmer um eine westafri- kanische Spezialität ergänzt hat. Sie trägt den Namen eines der äl- testen Völker im Senegal: Bassari. Dort wächst weißer Hibiskus, der im Tee mit dem Aroma von Orange und Vanille kombiniert wird.

gie, der Erfrischung und der Ent- spannung am Start. Dauerhaft bei den Verbrauchern gefragt sind zu- dem Sorten mit exotischem Cha- rakter oder ayurvedischer Note. Generell greifen die Kunden gerne zu Geschmacksrichtungen, die den Duft der großen weiten Welt ver-

AUF EINEN BLICK

Buchtipps zum Thema Tee

 

Tees sind ein erklärungsbedürftiges Produkt. Vermitteln Sie Ihrem Verkaufsteam deshalb warenkundliche Kenntnisse sowie Hintergrund-Informationen.

Cornelia Haller-Zinger- ling und Thomas Holz haben im Buch „Die Welt des Tees“ viele Hintergrund-Infos über Tee zusammengestellt. Begleiten Sie das Autorenteam auf ihrer Reise durch die Teeplantagen und erfahren Sie dabei vieles über Anbau und Produktion in den Herkunftsländern.

Die ganze Welt des Tees kompakt und kompetent:

Die ganze Welt des Tees kompakt und kompetent: Ob Grüner Tee, Pu-Erh, Kombucha, Lapacho, Mate, Kamille,
Die ganze Welt des Tees kompakt und kompetent: Ob Grüner Tee, Pu-Erh, Kombucha, Lapacho, Mate, Kamille,

Ob Grüner Tee, Pu-Erh, Kombucha, Lapacho, Mate, Kamille, Melisse oder Salbei – in der „Tee- fibel“ finden Sie die wich- tigsten Anwendungsge- biete und besten Rezepte für zahlreiche Heiltees und Kräutertees.

Verlag: Neuer Umschau Buchverlag ISBN-10: 3-865-28277-6 ISBN-13: 978-3-865-28277-4

Verlag: Naumann & Göbel ISBN-10: 3-625-10820-8 ISBN-13: 978-3-625-10820-7

Fotos: medialog, Hersteller

Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

IMPULS DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY kommen nun Birnen, Pfl aumen, Zwetschgen und Quitten
IMPULS DROGERIEMARKT BAU /GARTEN /TECHNIK CASH UND CARRY kommen nun Birnen, Pfl aumen, Zwetschgen und Quitten

kommen nun Birnen, Pflaumen, Zwetschgen und Quitten aus hei- mischem Anbau in den Handel. Auch exotisches Obst macht fit für den Winter. „Ananas hilft zu entschlacken. Melonen enthalten das als Schönheitsvitamin geltende Provitamin A, und Bananen sind ein perfekter Energielieferant, der Müdigkeit gar nicht erst aufkom- men lässt“, sagt Michaela Schneider vom Fruchtimporteur Fyffes. Beim Gemüse können Händler dem Ver- braucher jetzt ein sehr breites An- gebot aus den heimischen Anbau- gebieten präsentieren, das vom eisen- und vitaminreichen Blatt- spinat bis hin zu Kohlrabi, Man- gold und Möhren reicht, um nur eine kleine Auswahl zu nennen.

Nüsse und Trockenobst Als wahre Muntermacher gel- ten auch Trockenobst und Nüsse. „Nüsse machen fit, weil sie ne- ben den ungesättigten Fettsäuren auch Trytophan, eine Vorstufe des Glückshormons Serotonin, enthal- ten“, erklärt Joachim Mann, Leiter des Produktmanagements bei See- berger. Er empfiehlt, Nüsse nicht

FIT IN DEN WINTER

Die Muntermacher für den Herbst

Sobald im Spätsommer die Tage wieder kürzer und kälter werden, ist es auch für den Handel Zeit, seine Kunden auf die kalte Jahreszeit vorzubereiten. Tipps für eine Aktion.

W enn Ende September

der Herbst beginnt, ist

die richtige Zeit für eine

nicht alltägliche Aktion rund um Lebensmittel, die fit für den Win- ter machen. Das Interesse der Kun- den an neuen Ideen für eine aus- gewogene Ernährung ist auf jeden Fall vorhanden, wie Marktforscher immer wieder bestätigen. Laut AC Nielsen achten rund 53 Prozent al- ler Haushalte auf entsprechende Produkte. Jeder dritte Verbrau- cher bevorzugt beim Einkauf sogar

Lebensmittel mit gesundheitsför- derndem Zusatznutzen. Welche Le- bensmittel und OTC-Produkte für eine Aktion geeignet sind, hat das MARKANT HandelsMagazin kom- pakt zusammengestellt.

Obst und Gemüse Beim Thema gesunde Ernährung führt kein Weg an der Obst- und Gemüse-Abteilung vorbei. Schließ- lich haben viele Sorten im Herbst Hochsaison. Neben dem Lieblings- obst der Deutschen, dem Apfel,

ZAHLEN UND TRENDS

(in Prozent) = 2004

Ich achte sehr auf gesunde Ernährung.

30% 33%
30%
33%

Ich kaufe bewusst wenig Produkte mit Konservierungsstoffen.

36% 36%
36%
36%

Top 5 Lieblings-Obst

2.068 kg Äpfel je 100 Haushalte

1.688 kg Bananen je 100 Haushalte

998 kg Orangen je 100 Haushalte

Gesunde Ernährung

Welchen Aussagen zum Thema Gesundheit können die Haushalte zustimmen? Ich nehme vorbeugend Produkte ein, um fit und gesund zu bleiben.

keine Aussage

stimmt überhaupt

3%

nicht 37 %

keine Aussage stimmt überhaupt 3% nicht 37 % stimmt voll und ganz 12% stimmt etwas stimmt

stimmt voll

und ganz

12%

stimmt etwas

stimmt eher

26%

nicht 22%

Quelle: ACNielsen/ZMP

Eine gesunde und ausgewogene Ernährung ist für die deutschen Verbraucher besonders wichtig, wie Marktforschungsinstitute immer wieder bestätigen.

Verbraucher in Deutschland achten auf gesunde Ernährung.

= 2007

47%

53%

Ich achte auf einen gesundheitsfördernden Zusatznutzen.

558 kg Clementinen je 100 Haushalte

482 kg Tafeltrauben je 100 Haushalte

nur verpackt, sondern auch als lose Ware in der Obst- und Gemüse-Ab- teilung zu präsentieren.

nur verpackt, sondern auch als lose Ware in der Obst- und Gemüse-Ab- teilung zu präsentieren. Sein Tipp:

„Nüsse müssen rechtzeitig platziert werden. Ein Woche vor Nikolaus ist definitiv zu spät.“ Auch Trocken- obst bietet Vorteile: Die getrock- neten Früchte sind reich an Vita- minen und an Mineralstoffen wie Kalzium, Eisen und Magnesium.

NEUHEITEN Aktuelle Fitmacher für die kalte Jahreszeit Zum Start in die kalte Jahreszeit sind jetzt
NEUHEITEN
Aktuelle Fitmacher für die kalte Jahreszeit
Zum Start in die kalte Jahreszeit sind jetzt Lebensmittel und OTC-Produkte
gefragt, die die körpereigenen Abwehrkräfte stärken und unterstützen.
RAUCH
Der neue Happy Day Bananen-
saft von Rauch eignet sich laut
Hersteller bestens zum Mixen.
Den Saft gibt es ab sofort neu
in der 1-Liter-Giebelpackung
im Handel. Außerdem empfiehlt
der Hersteller den Saft für die
Zubereitung exotischer Speisen.
KNEIPP
Kneipp Regeneration soll
Muskeln und Gelenke
stärken und so für ein
entspanntes Aufwachen
am nächsten Tag sorgen.
Das Produkt enthält unter
anderem Glucosamin, Magnesium, Hopfen,
Melisse, B-Vitamine und Folsäure.
KLOSTERFRAU
Broncholind Isländisch Moos
Hustensaft gibt es ab sofort
für unterwegs in Ein-Porti-
ons-Beuteln. Der Hustensaft
ist alkohol- und zuckerfrei und
für Kinder ab zwei Jahren ge-
eignet. Außerdem neu ist das Broncholind
Schnupfen-Spray Isländisch Moos.
KLUTH
Snack-Spezialist Kluth hat
seine Sunny-Fruits-Range
um eine Beerenmischung
erweitert. Diese enthält
getrocknete und unge-
schwefelte Cranberries,
Blaubeeren und Montmorency-Kirschen.
Der Beutel ist wiederverschließbar.
MERZ
Merz erweitert zu Beginn
der kalten Jahreszeit die
Tetesept-Range unter ande-
rem um einen Erkältungs-
balsam. Der Bronchial-activ-
Balsam soll das Druckgefühl
im Kopf mildern, nicht fetten und schnell
einziehen. Außerdem wird ab sofort ein Na-
sen-Spülsalz an den Handel ausgeliefert.
DANONE
Hersteller Danone hat
seine Activia-Range um
einen Joghurt-Drink er-
weitert. Die Neuheit
gibt es vorerst in den
beiden Geschmacks-
richtungen Erdbeer-Kiwi und Pfirsich-
Cerealien. Der Joghurt-Drink ist in einer
330-Gramm-Flasche erhältlich.

Molkereiprodukte Zu einer rundherum gesunden und ausgewogenen Ernährung in den Herbst- und Wintermonaten gehören neben Obst und Gemüse natürlich auch Molkereiprodukte. Schließlich bietet bereits reine Milch wertvolle Vitamine (A, B1, B2, C, D und E) sowie Mineralstoffe (Kalzium, Kalium und Phosphor). Joghurt und hier die funktionellen

Kalium und Phosphor). Joghurt und hier die funktionellen Deckt ein breites Nachfrage-Spektrum im OTC- Regal ab:

Deckt ein breites Nachfrage-Spektrum im OTC- Regal ab: die ZHG-Marke „Vital gesund“.

Varianten mit besonderen Joghurt- kulturen sollen, so die Hersteller, die Gesundheit besonders wirk- sam stärken. Zu den Klassikern in diesem Segment zählen zum Bei- spiel Danone Actimel mit L-Ca- sei-Defensis-Kulturen, Nestlé LC1 und Yakult. In diesem Jahr hat Dr. Oetker seine Range um den funk- tionellen Joghurt-Drink Yofibra er- gänzt. Hersteller Danone erweitert die Activia-Range um einen Drink und um einen Big-Pot.

OTC Gerne greifen Verbraucher auf frei- verkäufliche Arzneimittel zurück, um sich zu stärken und vor Er- kältungen zu schützen. Zwar ge- ben nach wie vor die Apotheken

den Ton beim Verkauf von OTC- Produkten an, immer öfter grei- fen die Kunden aber auch im Su- per- und Verbrauchermarkt zu freiverkäuflichen Arzneien. Eines der wichtigsten Themen ist jetzt der Schutz vor Erkältungen. „Un- sere Abwehrkräfte werden in der nasskalten Jahreszeit besonders beansprucht. Der Körper benötigt dann eine erhöhte Zufuhr an es- sentiellen Nährstoffen, um gesund zu bleiben“, erklärt Markus Nau- mann, Leiter Trade Marketing bei Merz Consumer Care. Beate Reine- mann von Klosterfrau, rät zu einer Platzierung nach Indikation: „Eine differenzierte Anordnung nach Erkältungs-, Vitamin- und Beru- higungsprodukten bietet sich an.

Sortimente

LEBENSMITTELHANDEL

TIERNAHRUNG

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

Natur für Katz und Maus

Im Markt der Heimtiernahrung setzen sich zunehmend Konzepte durch, die dem Handel mehr Wertschöpfung versprechen. Wellness und Gesundheit sind auch hier wichtige Argumente.

Wellness und Gesundheit sind auch hier wichtige Argumente. D ie deutschen Verbraucher sind tierlieb und lassen

D ie deutschen Verbraucher sind tierlieb und lassen sich das etwas kosten. In mehr

als einem Drittel der Haushalte lebt ein Haustier. Ohne Zierfische und Terrarientiere sind das mehr als 23 Millionen Hunde, Katzen, Na- ger und Ziervögel. Das beliebteste Haustier ist nach wie vor die Katze, gefolgt vom Hund. Vor allem Men-

schen der Generation 60-plus ha- ben ein Herz für Tiere. Diese kauf- kraftstarken Konsumenten bilden die weitaus größte Gruppe der Tierhalter, so der Industrieverband Heimtierbedarf. Das Verhältnis vom Menschen zum Tier ist sehr emotional und geht bis zur „Vermenschlichung“ des Haustieres, so das Ergebnis ei-

NEUHEITEN
NEUHEITEN

Tierfutter mit Zusatznutzen

AFFINITY PETCARE Brekkies Excel Original sorgt für eine natürliche Er- nährung ohne Konservie- rungsstoffe und künstliche Farbstoffe mit zwei natür- lichen Proteinquellen je Geschmacksvariante. Das Produkt ist in den Varianten Ente und Trut- hahn sowie Lachs und Thunfisch erhältlich.

GIMPET Die Kombi-Packung von Gimpet ist als Ergänzungsfut- ter für die Katze gedacht. Die Vitamin-Paste für morgens enthält zwölf lebenswichtige Vitamine. Die Malt-Soft-Ex- tra-Paste hilft abends, die verschluckten Katzenhaare auf natürliche Weise einfacher abzuführen.

Katzenhaare auf natürliche Weise einfacher abzuführen. ner Studie der Cambridge Group. Eine für das Category

ner Studie der Cambridge Group. Eine für das Category Management wichtige Erkenntnis, „denn damit nimmt die Qualität der Haustier- Ernährung einen immer höheren Stellenwert ein“, beschreibt Nora Lanser, Produktmanagerin bei Af- finity Petcare, die Marktsituation.

Produkt für spezielle Probleme

„Wir können immer mehr Pro- dukte mit spezieller Auslobung für Hunde und Katzen mit besonderen Bedürfnissen erkennen – zum Bei- spiel für Tiere in unterschiedlichen Lebensphasen, für übergewich- tige Tiere oder für kastrierte oder empfindliche Tiere“, sagt Philippe Gallard, Customer Marketing Di- rector bei Nestlé Purina. Die Mar- kenhersteller von Tiernahrung le- gen ihren Fokus auf funktionale Ergänzungsmittel für die Haustiere. Wichtige Themen sind Zahnhygi- ene, Allergien, Gelenkschwäche bei älteren Tieren oder auch Gewichts- probleme. Der Trend „von Natur aus besser“ werde die Produktent- wicklung der großen Tierfutter-

werde die Produktent- wicklung der großen Tierfutter- MARS Mars ergänzt die Linie Perfect Fit um Perfect

MARS Mars ergänzt die Linie Perfect Fit um Perfect Fit In-Form. Diese speziell auf Katzen, die zu Über- gewicht neigen, abge- stimmte Nahrung enthält weniger Fett und hilft, Fettreserven zu mo- bilisieren. Es ist leicht verdaulich und fördert die optimale Herzfunktion.

Fotos: F1online, Hersteller, MARKANT

Marken noch stärker prägen. Und zwar „mit der deutlichen Ausrich- tung auf Vertrauen in die Qualität und auf sichtbare, authentische Zu- taten“, sagt Rolf Zepp, Sprecher von Mars Petcare, und richtet sich auf einen längerfristigen Trend ein.

Vom Nass- zum Trockenfutter

Auf die „Natürlichkeit“ des Fut- ters zu achten, wird den Kunden mit dem Argument ans Herz ge- legt, dass immer mehr Hunde und Katzen an Allergien und Unver- träglichkeiten leiden. Auch Bio- Produkte und funktionale Ergän- zungsmittel stehen analog zum eigenen Ernährungsverhalten bei vielen Tierhaltern hoch im Kurs. Ebenso setzt sich der Trend weg von der Nass- und hin zur Tro- ckennahrung weiter fort. Durchgesetzt hat sich auch die Single-Serve-Verpackung: Ein Beu- tel oder eine Dose enthält eine Ta- gesration. Das erleichtert die Füt- terung und ist darüber hinaus

Das erleichtert die Füt- terung und ist darüber hinaus Ausgerichtet auf die Wünsche der Tierhalter: die

Ausgerichtet auf die Wünsche der Tierhalter:

die erfolgreiche MARKANT-Eigenmarke Juwel.

NESTLÉ PURINA Nestlé Purina bietet unter der Marke Beneful zwei Snack-Varianten für den Hund an. Die Gesund- Linie betont einen zusätz- lichen gesundheitlichen Nutzen, während die Glücklich-Linie den Geschmack und den praktischen Nutzen wie Kaudauer in den Fokus stellen.

den praktischen Nutzen wie Kaudauer in den Fokus stellen. ZAHLEN UND TRENDS Tiernahrung ➜ Der Markt

ZAHLEN UND TRENDS

Tiernahrung

Tiernahrung
➜ Der Markt der Tiernahrung verzeichnete im Jahr 2007 ein Umsatzplus von rund 4,6 Prozent.
Der Markt der Tiernahrung verzeichnete im Jahr 2007 ein Umsatzplus von rund
4,6 Prozent. Katzenfutter (inkl. Streu) konnte dabei überdurchschnittlich um
6,3 Prozent zulegen. Hundefutter und Kleintierfutter dagegen wuchsen moderat.
Die Sortimente
Umsatz 2007*
Absatz 2007*
Mio. €
Veränderung
Mio.Tonnen
Veränderung
Gesamt
1.349,2
+4,6%
813,5
+0,8%
Katze
730,2
+6,3%
484,8
+1,3%
Hundefutter Gesamt
509,2
+2,8%
259,0
+0,7%
Hundefutter trocken
195,9
+5,1%
111,9
+0,7%
Hundensnacks
138,6
–0,4%
20,5
–4,2%
Hundefutter Nass
174,7
+2,9%
126,6
+1,4%
Vogelfutter
32,6
0,0%
18,4
–7,8%
Kleintierfutter
77,3
+2,9%
51,3
+0,2%
TRENDS
Absatzwege Tiernahrung
Der Trend zu Pre-
mium- und Conve-
nience-Produkten
verstärkt sich.
Der Fachhandel ge-
winnt Marktanteile und
hält 32,4 Prozent des
Marktvolumens (2006:
Trad. LEH 4,4%
Restl. LEH
Verbraucher-
märkte
21,5%
23,1%
Drogerie-
märkte
30,6´%). Discounter
(exkl. Aldi) bleiben stabil
mit 8,4 Prozent Anteil.
32,4%
10,1%
Fachhandel
Discounter
exkl. Aldi 8,4%
* Zeitraum: Januar bis Juni
Quelle: Information Resources

zeitsparend und hygienisch. Auch wieder verschließbare Verpackun- gen mit Zip-System sind mittler- weile ein Standard, den die Ver- braucher schätzen oder sogar als kaufentscheidend voraussetzen.

Transparenter Zusatznutzen

Für den Lebensmittelhandel be- steht die Herausforderung darin, den jeweiligen Zusatznutzen der komplexen Produkte zu kommu- nizieren. Viele Produkte sind er- klärungsbedürftig, und schließlich möchte der Verbraucher darüber

und schließlich möchte der Verbraucher darüber JOSERA Auch Hunde haben ein sensibles Verdauungssys- tem

JOSERA Auch Hunde haben ein sensibles Verdauungssys- tem oder leiden an Unver- träglichkeiten: Das Tro- ckenfutter SensiPlus von Josera mit Ente und Reis ist als Schonkost sowohl für empfindliche Welpen als auch für erwachsene Tiere gut geeignet.

informiert werden, wie er seinem Liebling viel Gutes tun kann. Op- timal sind also Mitarbeiter, die in der Abteilung eine kompetente Be- ratung bieten können. Auch die emotionale Bindung zwischen Mensch und Tier muss sich in einer entsprechend an- spruchsvollen Präsentation wider- spiegeln. Das heißt zum Beispiel, dass sich eine Regal-Nachbarschaft mit vergleichsweise profanen Putz- und Reinigungsmitteln wenig ver- kaufsfördernd auf ein lebensmittel- nahes Sortiment auswirkt.

auf ein lebensmittel- nahes Sortiment auswirkt. IPH GROUP Für Hunde und Katzen gibt es von der

IPH GROUP Für Hunde und Katzen gibt es von der IPH Group ein Se- nioren-Tonicum. Ältere Tiere haben einen weniger effek- tiven Stoffwechsel als Jung- tiere. Das Tonicum gleicht dieses Defizit durch Beigabe von bestimmten Spurenelementen und speziellen Vitaminen aus.

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Neue Produkte

LEBENSMITTELHANDEL

IMPULS

DROGERIEMARKT

BAU /GARTEN /TECHNIK

CASH UND CARRY

Neue Ertragsbringer für Ihr Sortiment

Mit neuen Bioprodukten, herbstlichen Verpackungsdesigns und winterlichen Genussvarianten sorgen die Markenhersteller jetzt für erhöhte Kaufanreize. Die Redaktion stellt Ihnen aus- gewählte Produktneuheiten vor, mit denen Sie in den kommen- den Wochen Ihre Sortimentsleistung erhöhen können.

Produkt des Monats Crispy Cringles. Heiß geliebt und warm gesnackt – der neue Kartoffel-Knusper-Spaß DAS
Produkt des Monats
Crispy Cringles. Heiß geliebt und warm
gesnackt – der neue Kartoffel-Knusper-Spaß
DAS BESONDERE: Der Tiefkühlspezialist McCain
erweitert sein Sortiment um Crispy Cringles, ein knusp-
riger Kartoffelsnack. Die Ringe bestehen aus fein cremigem
Kartoffelpüree und sind umhüllt von einem Knusper-Mantel,
der laut Hersteller ein extra-crosses Geschmacksvergnügen
verspricht. Basilikumstückchen im Püree geben der Pro-
duktneuheit eine mediterrane Note. McCain Crispy Cring-
les lassen sich nach Angaben des Herstellers einfach
und schnell im Backofen zubereiten. Die Rezeptur ist so
angelegt, dass der Inhalt soft und die Hülle cross ist.
Das Produkt soll zunächst für kurze Zeit im Handel ein-
geführt werden. Der Hersteller setzt bewusst auf ei-
nen begrenzten Aktionszeitraum und erhofft sich dadurch
Mehrumsätze durch hohe Impulskäufe. Das internatio-
nal aufgestellte kanadische Familienunternehmen McCain
setzt bei dieser Innovation bewusst auf Snacks. Bei den
Verbrauchern sei ein kontinuierlich wachsender Snack-Kon-
sum zu beobachten. Qualität und Geschmack stehen bei
den Produktentwicklungen für McCain an erster Stelle. Der
Hersteller arbeitet dabei seit Jahrzehnten mit ausgewählten
Kartoffelanbauern zusammen.
WERBUNG: aufmerksamkeitsstarke Dekomaterialien für
den POS und eine gezielte PR- und Internet-Kampagne
VERPACKUNGSEINHEIT: Ein sortenreiner Karton
enthält 12 Packungen à 336 g
IM HANDEL AB: sofort
INTERNET: www.mccain.de

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Molkereiprodukte

Biologischer Käse

Das Besondere: Die Molkerei Zott bringt nun einen bayerischen Emmenta- ler in Bio-Qualität in den Lebensmittel- handel. Der neue Käse kommt ohne Zu- satz- und Konservierungsstoffe sowie Gentechnik aus. Er soll laut Hersteller angenehm herzhaft schmecken und wird als SB- und Thekenware angeboten. Werbung: Regal-Wobbler, Verkostungen Verpackungseinheit: Karton mit 10 mal 125 g, 15 mal 200 g oder 4 mal 2,5 kg Im Handel ab: sofort Internet: www.zott.de

Karton mit 10 mal 125 g, 15 mal 200 g oder 4 mal 2,5 kg Im

Feinkost

Süßer Senf

Das Besondere: Bio ist nach wie vor ein Wachstumsmarkt, und so erweitert Händlmaier sein Bio-Senf-Sortiment. Der neue süße Senf in Bio-Qualität ist ab sofort im Lebensmittelhandel verfügbar und wird mit Verbraucher-Informationen auf der Homepage des Herstellers und auffälligen Crosspromotions beworben. Werbung: Internet, Crosspromotions Verpackungseinheit: Karton mit jeweils 8 Gläsern à 200 ml Im Handel ab: sofort Internet: www.haendlmaier.de

Verpackungseinheit: Karton mit jeweils 8 Gläsern à 200 ml Im Handel ab: sofort Internet: www.haendlmaier.de

Molkereiprodukte

Neue Verwendung

Das Besondere: Eine neue Verwendung für Joghurt hat Unilever für die Marke Du Darfst entwickelt. „Joghurt Saucen Idee“ ist eine Saucenbasis, die in der kalten und warmen Küche verwendet werden kann. Dank neuer Technologie gerinnt sie nicht und enthält nur 7 Prozent Fett. Werbung: PR-Unterstützung, Verkaufs- förderungs-Kampagne, Internet Verpackungseinheit: Karton mit jeweils 12 Flaschen à 250 ml Im Handel ab: Oktober 2008 Internet: www.du-darfst.de

Verpackungseinheit: Karton mit jeweils 12 Flaschen à 250 ml Im Handel ab: Oktober 2008 Internet: www.du-darfst.de

Backmischungen

Winterliche Genüsse

Das Besondere: Zwei winterliche Kuchenbackmischungen erweitern das Sortiment von Aurora. Die Zubereitung der Orangen-Mandel-Schnitten und des Gewürzkuchens soll laut Herstel- ler gelingsicher sein. Die beiden Kuchen- glasuren sind mikrowellentauglich. Werbung: Zweitplatzierungen, Salesfol- der, Backrezepte, Internet Verpackungseinheit: Sortenreiner Karton mit jeweils 8 Packungen Im Handel ab: sofort Internet: www.aurora-mehl.de