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Iris Schubert 14.

Februar 2018

KULTUR NEWSLETTER
Aus dem Kulturausschuss

In dieser Ausgabe:

Abstimmung des
Kulturhaushaltes

Hauptthema in der heutigen


Kulturausschusssitzung war
die Diskussion und der
Beschluss des Kulturhaus-
haltes.

(Seite 1)
...das ist leider das Schlagwort in den diesjährigen
Antrag zur „City Haushaltsberatungen.
Gallery“ und den
Kunstvereinen
Guten Tag liebe Kulturinteressierte,
Einbringung eines neuen der politische Gestaltungsspielraum ist in den aktuellen
interfraktionellen Antrages. Sparzeiten sehr, sehr eng, was die Beratungen nicht einfach
macht. Manches, was man nicht erstreiten kann, tut auch sehr
(Seite 2)
weh. Danken möchte ich daher für die sachliche und
Gütesiegel für konstruktive Diskussion, die wir im Vorfeld mit fast allen
Hoffmann-Museum Fraktionen geführt haben. Natürlich sind wir nicht immer
einer Meinung, das ist klar, aber es war erkennbar, dass allen
Frau Dr. Greffrath berichtet die Wolfsburger Kulturlandschaft am Herzen liegt. Eine
von der Auszeichnung in Ausnahme macht nur die AfD, die große Teile der Kultur
Hannover. einfach austrocknen und abschaffen will, was die entsprechen-
den kulturfeindlichen Anträge gezeigt haben.
(Seite 3)

Kulturhaushalt 2018 - die Einzelheiten


Anfragen und
Anregungen... Zunächst wurde über die eingebrachten Anträge abgestimmt.
Über die beiden Anträge der AfD habe ich bereits im letzten
...zum Thema „Kulturloge“ Newsletter berichtet. Der erste war, die Zuschüsse für die
und Marketing (WMG) Agenzia Consolare d´Italia komplett zu streichen. Der Antrag
wurde von allen anderen Fraktionen komplett abgelehnt. Der
(Seite 3)
zweite Antrag der AfD war die Konzeptplanänderung zum


Iris Schubert Kulturpolitische Sprecherin der SPD Fraktion 1


Iris Schubert 14. Februar 2018

Hallenbad - Kultur am Schachtweg. Auch dieser etc.“ erzielt werden soll. Die entsprechend neue
Antrag wurde von allen anderen Fraktionen Entgeltverordnung muss dem Ausschuss zum
abgelehnt. Beschluss wieder vorgelegt werden.

Im Anschluss an die Detailberatung wurde der


Kulturhaushalt dann mehrheitlich beschlossen.

Antrag zur „City Gallery“ und den


Kunstvereinen im Allgemeinen
Es wurde ein weiterer interfraktioneller Antrag
von SPD, FDP und Grünen kurz vor der Sitzung
eingebracht mit folgendem Wortlaut:

1 . D i e Ve r w a l t u n g w i r d b e a u f t r a g t , d i e
Der dritte Antrag war ein interfraktioneller von
Räumlichkeiten in der Ladenzeile des Alvar-
der PUG, den Grünen, FDP und Linke/Piraten.
Aalto-Kulturhauses, die dem Kunstverein
Hier wurde beantragt, den Ankaufsetat der
Wolfsburg e.V. zum Betrieb der „City Gallery“
Städtische Galerie um weitere 50 % auf nur
miet- und betriebskostenfrei zur Verfügung
noch € 40.000 zu reduzieren, auf die Pachter-
gestellt wurden, ab Januar 2019 einer neuen
höhung für Theater, Planetarium und Hallenbad
Nutzungsform zuzuführen.
und auf die Entgelterhöhung der Musikschule
zu verzichten. 2. Der Zuschuss für den Kunstverein Wolfsburg
e.V. wird ab Januar 2019 um € 20.000 reduziert.

3. Die Verwaltung wird beauftragt, zusammen


mit Kunstverein e.V., Verein Junge Kunst e.V.
und creARTE e.V. Alternativen zu entwickeln,
wie eine Dependance der Kunstvereine in der
Innenstadt, aber an anderer Stelle als bisher,
erhalten werden kann.

Die Reduzierung des Ankaufsetats und der


Verzicht auf die Pachterhöhungen wurde
abgelehnt (die aktuellen Pachten gelten beim
Hallenbad schon seit 2011, beim Planetarium
seit 1983 und beim Theater seit 1974). Dem
Verzicht auf die Entgelterhöhung der Musik-
schule wurde zugestimmt, denn hier wurde erst
im September 2016 das letzte Mal erhöht.

Außerdem wurde von uns beantragt, dass es für


die Museen zwar Entgelte für Führungen geben Hintergrund dafür ist, dass die aktuelle Raum-
soll, aber keine Wiedereinführung von Eintritts- situation im Alvar-Aalto-Kulturhaus und die
geldern. Hier wurde noch keine endgültige Haushaltslage der Stadt eine gänzlich andere als
Entscheidung getroffen, sondern der Wortlaut vor sieben Jahren, als der Kunstverein gebeten
gewählt, dass der Konsolidierungsvorschlag der wurde, die Räume des ehemaligen Blumenladens
Verwaltung durch „Einnahmen für Führungen zu bespielen. Die Stadtbibliothek klagt seit

Iris Schubert Kulturpolitische Sprecherin der SPD Fraktion 2


Iris Schubert 14. Februar 2018

Jahren über Platzprobleme, die Jugend- wurde aufgrund der Haushaltslage abermals
bibliothek ist auf den Flur ausgelagert, und der verschoben.
Bau des Bildungshauses wurde aufgrund der
angespannten Haushaltslage ins Zukunftspro- Anfragen und Anregungen
gramm verschoben. Da auch der Verein Junge Die AfD hatte einen Antra g gestellt, in
Kunst e.V. nur noch in 2018 die Sicherheit der Wolfsburg eine Kulturtafel bzw. Kulturloge
eigenen Räumlichkeiten hat, creARTE e.V. in einzurichten. Diesen Antrag haben sie kurz vor
Off-Räumen beheimatet ist - von denen man der Sitzung zurückgezogen, weil sie den
auch nicht weiß, wie lange diese dem Verein Hinweise bekommen hatten, dass wir in
noch zur Verfügung stehen - und wir es als Wolfsburg bereits seit 5 Jahren eine Kulturloge
wichtig erachten, dass auch in der Innenstadt haben, die damals auf Initiative von Willi Dörr
und nicht nur im Schloss der Bereich Kunst und mir gegründet worden ist. Ich habe den
sichtbar vertreten ist, soll die Verwaltung Kollegen der AfD Infomaterial mitgegeben,
Gespräche mit allen drei Vereinen aufnehmen d a m i t s i e d i e Wo l f s b u r g e r Ku l t u r l o g e
und nach alternativen Lösungen suchen. Dieser kennenlernen und sich bei echtem Interesse mit
Antrag wird erst in der kommenden Sitzung Spenden beteiligen können. Außerdem habe ich
diskutiert und entschieden. angeregt, dass die Kulturloge sich und ihre
Arbeit in einer der nächsten Kulturausschuss-
Hoffmann-von-Fallersleben-Museum sitzungen einmal vorstellt.
erhält Gütesiegel
In einem offiziellen Festakt der Niedersäch-
sischen Sparkassenstiftung wurden neun
Museen in Hannover mit dem begehrten
Museumsgütesiegel Niedersachsen und Bremen
a u s g e z e i c h n e t . F ü r d a s Ho f f m a n n -v o n -
Fallersleben-Museum freute sich die Leiterin
Dr. Bettina Greffrath über die Auszeichnung,
d i e s i e e r n e u t e n t g e g e n n e h m e n d u r f te .

Eine weitere Anfrage gab es von mir zu zwei


Broschüren der WMG: „Wolfsburg - erleben
und genießen“ und „Wolfsburg - erlebe
Zukunft“, die ich letztens in die Hände
bekommen habe. In der ersten Broschüre ist
a u ß e r Ku n s t m u s e u m u n d P h æ n o ke i n e
städtische oder f reie Kultureinrichtung
erwähnt. Das liegt wohl daran, dass für einen
redaktionellen Beitrag gezahlt werden muss.
Besonders hervorgehoben wurde die „überzeu- Das ist bei knappen Budgets der anderen
gende historisch-politische Bildungsarbeit des Institutionen leider nicht drin. Das finde ich
Hauses“. Es wurde allerdings auch abermals auf nicht richtig. Die WMG sol lte für al le
das dringend benötigte Depot hingewiesen. Kulturinstitutionen werben, nicht nur für die,
Bereits seit 2012 wurde dies im Kulturausschuss die es sich finanziell leisten können. In der
beantragt, aber die Realisierung des Antrages z w e i t e n B r o s c h ü r e fi n d e t d a s S c h l o s s

Iris Schubert Kulturpolitische Sprecherin der SPD Fraktion 3


Iris Schubert 14. Februar 2018

Fallersleben mit dem Hoffmann-Museum gar Wolfsburger Kultur sich auch besser in den
keine Erwähnung, und bei der Darstellung des Broschüren und dem sonstigen Marketing
Schlosses Wolfsburg fehlt das Stadtmuseum wiederfindet.
völlig. Burg Neuhaus ist dort auch nicht
enthalten. Meine Frage und Bitte dazu war, ob
die Verwaltung sich bei der WMG dafür stärker
einsetzen kann, dass Werbung für alle Kultur-
institutionen gemacht wird, weil das im
Interesse aller Beteiligten ist, für die Stadt, die
Institutionen, aber natürlich besonders auch für
B ü r g e r, Ne u b ü r g e r u n d To u r i s te n . D e r
Derzernent Herr Weilmann trug dazu die
Antwort der WMG zu den beiden Broschüren Ich verabschiede mich heute mit folgendem,
vor. Er versprach, sich bei der WMG in Zukunft und diesmal längerem Zitat, was aber zur
stärker dafür einzusetzen, dass die Vielfalt der derzeitigen Haushaltsdiskussion passt:


Kultur kostet Geld. Sie kostet vor allem deshalb, weil der Zugang zu ihr nicht in
erster Linie durch einen privat gefüllten Geldbeutel bestimmt sein darf. (…)
Substantiell hat die Förder ung von Kulturellem nicht weniger eine
Pflichtaufgabe des öffentlichen Haushalts zu sein als zum Beispiel der
Straßenbau, die öffentliche Sicherheit oder die Finanzierung der Gehälter im
öffentlichen Dienst. Es ist grotesk, dass wir Ausgaben im kulturellen Bereich
„Subventionen“ nennen, während kein Mensch auf die Idee käme, die Ausgaben
für ein Bahnhofsgebäude oder einen Spielplatz als Subventionen zu bezeichnen.
Der Ausdruck lenkt uns in eine falsche Richtung. Denn Kultur ist kein Luxus,
den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern
der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert.

(Richard v. Weizsäcker)

Tschüß, bis zum nächsten Mal,

Iris Schubert Kulturpolitische Sprecherin der SPD Fraktion 4