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Iris Schubert 25.

März 2018

KULTUR NEWSLETTER
...diesmal aus dem Bildungshausausschuss

In dieser Ausgabe:

Wechsel im Vorsitz
des Bildungshaus-
ausschusses
Durch Mandatsniederlegung
von Hartwig Erb

(Seite 1)

Guten Tag liebe Leser,


Erarbeitung des Sie wundern sich vielleicht, dass ich heute nicht aus dem
Kulturausschuss berichte, sondern über das Bildungshaus. Das
neuen Bibliotheks-
hat unterschiedliche Gründe: Da mein Fraktionskollege
konzeptes Hartwig Erb sein Ratsmandat niedergelegt hat, hat meine
Die Arbeit am Konzept hat Fraktion mich gebeten, den Vorsitz des Bildungshaus-
inzwischen begonnen ausschusses zu übernehmen, was ich gern getan habe. Das
passt für mich auch thematisch, weil sich der Bildungshaus-
(Seite 1 + 2) ausschuss mit der Volkshochschule, dem Medienzentrum,
dem Bildungsbüro und der Bibliothek beschäftigt. Früher war
die Bibliothek dem Kulturausschuss zugeordnet, daher sehe
Besuch der Stadt- ich natürlich Überschneidungen mit dem Kulturbereich.
bibliothek in Köln Schließlich tagt der nächste Kulturausschuss erst im Mai und
ich kann aus persönlichen Gründen dann leider nicht
Wie machen es andere? Wir teilnehmen (und daher dann auch erst wieder später
besuchten die prämierte berichten) - solange wollte ich Sie/Euch aber nicht auf den
Bibliothek in der Domstadt nächsten Newsletter warten lassen.

(Seite 2 - 4) Erarbeitung des neuen Bibliothekskonzeptes


Ich hatte bereits im Dezember-Newsletter über die Notwen-
Fotos aus der Stadt- digkeit eines neuen Bibliothekskonzept berichtet und warum
bibliothek in Köln wir uns jetzt damit auf den Weg machen müssen.

Inzwischen hat das Bibliotheksteam mit der Erarbeitung des


(in der Anlage zum Newsletter)
Konzeptes begonnen, es hat auch bereits ein erster Workshop 


Iris Schubert Kulturpolitische Sprecherin der SPD Fraktion 1


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in der Stadtmitte mit Beteiligung von Bürgern, Wir traten ein in ein helles und großzügig
Ortsrat und anderen Interessenten stattge- gestaltetes Foyer mit fröhlichen Farben.
funden. Auch Interviews mit unterschiedlichen
Menschen wurden geführt. Weitere Workshops
starten demnächst unter anderem in Vorsfelde
und Fallersleben.

Besuch der Stadtbibliothek in Köln


Wie eine moderne Bibliothek aussehen kann,
haben sich die Mitglieder des Kulturausschusses
im April 2012 in verschiedenen Städten - zum
Beispiel in Almere – angeschaut. Das waren aber
alles ganz neue und hochmoderne Häuser. Da Nachdem wir uns bei einer netten Mitar-
wir auf unser neues Bildungshaus aber aufgrund beiterin am Infopoint angemeldet hatten,
der Finanzsituation der Stadt noch ein paar warteten wir auf Frau Bettina
Jahre warten müssen, wird sich die Bibliothek Scheurer, Projektmanagerin der
im Alvaro-Aalto-Kulturhaus neu konzipieren Stadtbibliothek Köln, die uns
müssen. durch die Räumlichkeiten führte.

Aus diesem Grund hatte unsere Bibliotheks- Die Bibliothek hat eine
leitung die Kölner Stadtbibliothek für eine Gesamtfläche von 14.500 qm, verteilt auf fünf
Exkursion ausgewählt, denn auch hier wurde in Ebenen.
einem bestehenden Gebäude eine neue Konzep-
tion verwirklicht, und genau das haben wir uns
am 22. März angeschaut.

Bei der Neukonzeptionier ung hatte die


Bibliothek ein Strategiekonzept entwickelt. Wer
sich das mal im Detail durchlesen möchte, kann
es sich hier runterladen:

Gebäude der Stadtbibliothek Köln http://www.stadt-koeln.de/mediaasset/content/


pdf43/stb_koeln_strategiekonzept_herbst_2014.pdf
Der erste Blick auf das Gebäude aus den 70er
Jahren vermittelte erstmal keinen spektakulären Dass Bibliothek heute nicht mehr nur das
Eindruck, aber beim Näherkommen vermittel- einfache Ausleihen von Büchern ist, das ist
ten die großen Fensterfronten Offenheit und schon lange bekannt. Die Kölner haben es sich
der Blick ins Innere machte uns schon neugie- zum Ziel gemacht, ein nicht kommerzieller Ort
riger. zu werden, an dem man sich aufhalten kann,
ohne etwas konsumieren oder Geld ausgeben zu

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müssen (im Gegensatz zu den vielen Cafés, die • „Vinyl-Bar“ (hier kann man ältere Medien
teuren Kaffee verkaufen, damit man dann das digitalisieren)
WLAN nutzen und mit seinem Laptop dort
• spezielle Angebote zu MINT-Themen
arbeiten kann - auf Nennung von bekannten
(Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft
Markennamen will ich hier verzichten...). Die
und Technik)
Bibliothek soll Aufenthaltsqualität haben und
auch als Plattform zum Austausch untereinander • O p e n Ro b e r t a ( f r e i v e r f ü g b a r e ,
dienen. Das haben die Kölner geschafft, in dem cloudbasierte grafische Programmierumge-
sie zunächst einmal die RFID-Verbuchung der bung)
Medien eingeführt haben - das ist die automa-
tische Verbuchung von Medien beim Ausleihen • Calliope (Einplatinencomputer für Bildungs-
und Rückgabe direkt durch den Nutzer. Durch zwecke)
diese Automatisierung der Standardabläufe wird • NAO (ein programmierbarer humanoider
das Bibliothekspersonal entlastet und hat so Roboter)
mehr Zeit für Service und Beratung der Nutzer.
Das Credo lautet hier: Es darf alles ausprobiert
werden und man darf auch ruhig mal scheitern.

Da die jungen Menschen oft von Natur aus viel


fitter sind mit den neuen digitalen Medien und
anderen neuen Themen, werden auch Work-
shops angeboten, die von Schülern oder Studen-
ten geleitet werden.

Rückgabeautomaten für Medien

Benutzerfreundlich hat die Bibliothek an sechs


Tagen in der Woche von Montag bis Samstag
geöffnet. Damit das auch mit dem Personal-
stamm möglich ist, findet am Montag die „Open
Library“ statt - hier ist nur der Wachdienst im
Haus, es finden aber keine Beratungen statt. Die
Nutzer können aber ausleihen und zurückgeben,
recherchieren, lesen, arbeiten und das Internet 3D-Drucker
nutzen.
Natürlich wird auch ein Kulturprogramm mit
Außerdem hat das Team viele innovative Veranstaltungen angeboten, dazu ist im Foyer
Angebote geschaffen als Türöffner in eine neue eine Bühne vorhanden. All das waren nur einige
Welt, die viele neue Nutzergruppen in die Beispiele aus dem großen Strauß von Angeboten
Bibliothek holt. Das findet statt im sogenannten dieser Stadtbibliothek.
Maker-Space und dazu gehören beispielsweise:
Neben den Bibliothekaren, die auch Beratung
• 3D-Druck und Service in den neuen Bereichen anbieten,
gehören auch Medienpädagogen und interkultu-
• VR (Virtual Reality)
relle Mitarbeiter zu Team der Bibliothek.

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Was die Ausstattung und Einrichtung einer neu „Azubi-Bibliothek“, das heißt, sie wird aus-
zu konzeptionierenden Bibliothek angeht, hat schließlich von Auszubildenden geleitet. Die
Frau Scheuer uns die Stadtteilbibliothek Kalk Stadtteilbibliotheken haben Flächen von 400
vorgestellt (Köln hat noch elf Stadtteilbiblio- bis 1.000 qm, die in Kalk hat etwa 650 qm.
theken, hat aber auch mit 1.080.000 Einwoh- Außerdem werden einige „minibibs“ betrieben,
nern fast zehnmal soviele wie Wolfsburg). Hier das sind sozusagen „ordentliche“ Bücherschrän-
hat man mit Aat Vos zusammengearbeitet - ke, die ausschließlich von Ehrenamtlichen
Bibliotheksplanung mit Design Thinking und betreut werden.
Design Planning. Wer mehr dazu lesen möchte,
Was wir in der Zentralbibliothek vermisst
kann das hier tun:
haben, war ein Bereich für Jugendliche. Es gab
http://b-u-b.de/design-thinking-koeln/ eine Kinder -/Familienbibliothek, aber kein
spezielles Angebot für Jugendliche. Das
Aat Vos ist Designer, Autor und Redner, und er
erachten wir für unsere Bibliothek in Wolfsburg
verfügt über mehr als 20 Jahre Erfahrung als
aber als besonders wichtig. Und wir sind der
Entwickler von Bibliothekskonzepten in ganz
Überzeugung, dass wir mit dem Alvar-Aalto-
Europa. Seine Webseite mit spannenden und
Kulturhaus eine besondere Perle haben, die es
sehr inspirierenden und außergewöhnlichen
jetzt gilt, auf die neuen Bedürfnisse der
Beispielen und Fotos findet man hier:
Bibliothek im Inneren räumlich und inhaltlich
https://aatvos.com/ umzugestalten.

Was gibt es sonst noch zur Stadtbibliothek Köln Was die Inhalte und Möglichkeiten angeht,
zu sagen? Die Stadtteilbibliotheken haben haben wir viele wertvolle Anregungen aus Köln
zwischen Montag und Samstag an fünf Tagen mitgenommen. Nun müssen wir weiter planen
geöffnet - gegenüber der Zentralbibliothek und am Ende sehen, was wir in welcher Form
haben sie an einem Tag geschlossen, aber jede an umsetzen können.
einem anderen Tag, damit die Nutzer in einen
anderen Stadtteil ausweichen können. Auch hier Für alle Interessierten habe ich noch ein paar
gibt es die RFID-Verbuchung, Open-Library- mehr Fotos von unserem Besuch in der Kölner
Tage und am Samstag wird mit Studenten Zentralbibliothek zusammengefasst und füge sie
gearbeitet. Eine dieser Bibliotheken ist eine in einer weiteren Anlage bei.


Jetzt möchte ich allen schon mal ein frohes und hoffentlich sonniges Osterfest wünschen und schließe
- wie immer - mit einem Zitat:

„Die größte Schwierigkeit der Welt besteht nicht darin, Leute zu bewegen,
neue Ideen anzunehmen, sondern alte zu vergessen.“

John Maynard Keynes


(Englischer Ökonom)

Tschüß, bis zum nächsten Mal,

Iris Schubert Kulturpolitische Sprecherin der SPD Fraktion 4