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Gesundheit: Heilende Bäume – heilende Orte

25. Februar 2015 aikos2309

Der Weißdorn, ein irischer Feenbaum: Knorrig, fest verwurzelt und vom Lauf der
Jahreszeiten gezeichnet, steht der Weißdorn als Solitärbaum in der Landschaft. Streift er im
Mai sein weißes Blütenkleid über, zeigt er sich selbst dem flüchtigen Betrachter als
Feenbaum, ein tanzendes Baumwesen. Dem müden Herz schenkt der Weißdorn Fröhlichkeit
und Verjüngung. Besonders eindrucksvolle Weißdornwesen gedeihen an heiligen Orten alter
Kulturen. In Irland, wo diese Orte, anders als in Mitteleuropa, weniger intensiv überbaut
wurden, sind auch traditionelle Weißdornplätze noch erhalten. Dort kann man die heilende
Kraft einer Weißdornlandschaft erfahren – an Orten, die Menschen und Bäume gemeinsam
gestaltet haben.

Der Weißdorn ist eine Heilpflanze mit einer großen Tradition in der abendländischen
Heilkunde. Der römische Gelehrte Plinius erwähnt ihn unter anderem als Heilmittel bei
Nackenkrämpfen, der englische Kräuterkundige Nicholas Culpeper hebt seine fiebersenkende
Wirkung hervor, und der französische Kräuterpapst Maurice Mességué lobt ihn als eines der
besten Heilmittel bei Beschwerden des gesamten Kreislaufs. Volksheilkundlich wird er vor
allem als langfristige Unterstützung bei Herzinsuffizienz aufgrund von Alter oder als Folge
von entzündlichen Erkrankungen in der Kindheit eingesetzt.

Als pharmakologische Wirkungen sind die Stärkung der Herzkraft durch die Vergrößerung
des Schlag- und Herzzeitvolumens sowie die Erweiterung von Herzkranzgefäßen
hervorzuheben, die jeweils mit einer Zunahme der Koronar- und Myokarddurchblutung des
Herzens verbunden sind. Gleichzeitig hilft Weißdorn bei Herzrhythmusstörungen. Der
unschätzbare Vorteil dieser Herzarznei ist ihre völlige Ungiftigkeit.

Das homöopathische Arzneimittelbild zu Crataegus beschreibt anschaulich den


Patiententypus. Es sind sehr müde und ermattet wirkende Menschen, häufig leiden sie unter
verschiedenen Ängsten und neigen zu großer Aufregung. Jede einzelne starke Gefühlsregung
ruft Symptome hervor, die von plötzlicher Herzschwäche über Herzrasen bis hin zu
Ohnmachtsanfällen reichen. Eigentlich möchten diese Menschen am liebsten ihre Ruhe. Meist
ist es ihnen äußerst unangenehm, über sich selbst und ihre Beschwerden zu sprechen, da sie
sich doch immer viel mehr um andere kümmern. Die aber nehmen das nicht wahr und
honorieren es auch nicht zum großen Verdruss der Crataegus-Patienten. Dies und Ähnliches
bricht häufig zusammen mit allem übrigen Lebenskummer aus ihnen hervor, wenn sie es
geschafft haben, die Schwelle der Redehemmung zu überwinden. Menschen, die auf
Weißdorn ansprechen, nehmen sich im wahrsten Wortsinn alles zu Herzen. Ihr Herz ist dann
nicht nur körperlich angeschlagen, sondern vor allem auch seelisch verwundet. Begleitende
Symptome sind oft Schlafstörungen unterschiedlicher Ausprägung.

Heilung mit dem Weißdorn

Interessanterweise reicht das Wirkprofil des Weißdorns über dasjenige der bekannten
naturheilkundlichen Herzmittel wie Fingerhut (Digitalis purpurea), Arnika (Arnica montana)
oder Gold in homöopathischer Zubereitung (Aurum metallicum) weit hinaus. Diese anderen
Heilmittel sind im Wesentlichen auf die organische Funktion des Herzens ausgerichtet, sie
unterstützen die Arbeitsleistung des Sonnenorgans Herz mit Herzglycosiden, Flavonoiden
oder feinstofflichem „Kraftstoff“. Das Herz ist ja nicht nur ein konkret-stoffliches Organ,
sondern vor allem ein emotionales Zentrum des Menschen. Eine Therapie des Herzens sollte
nicht nur auf die organische Funktionalität ausgerichtet sein, sondern seelisch-emotionale
Aspekte mitberücksichtigen. Als planetare Signatur entspricht diese Beidseitigkeit dem
Wesen des Mondes. Der Weißdorn hat als Herzarznei diese Mondqualität, denn da ist zum
einen seine organische und zum anderen seine seelische Wirkung. Die weißen Blüten und ihr
muffiger, ins Erotische gehender Geruch sprechen die Seele an – der Baum wirkt wie ein
Psychotherapeutikum. Dies macht den Weißdorn zu einer unschätzbar wertvollen Heilpflanze
für psychosomatische Erkrankungen des Herzens bis hin zur manifesten Herzneurose.

Sowohl organisch bedingte als auch funktionelle Herzbeschwerden lokalisieren sich im Herz-
Chakra. Als Schnittstelle zwischen der oberen und der unteren Hälfte des Körpers, zwischen
Verstand und Bauch, ist das Herz-Chakra Zentrum von Liebe, Lebensfreude und
Lebensenergie. Es ist die Kraftquelle des Körpers. Auffallend an Patienten, die eine
körperliche oder seelische Verletzung im Bereich des Herz-Chakras haben, ist, dass sie sich
nicht berühren lassen wollen. Das zeigt sich nicht nur in der Ablehnung von manuellen
Behandlungstechniken in der Praxis, sondern, vor allem bei jüngeren Patientinnen, häufig in
einer gestörten Sexualität.

Weißdorn in der Therapie

Weißdornzubereitungen sind ein bewährtes Langzeittherapeutikum bei Herzinsuffizienz im


Alter, kreislaufbedingten Erschöpfungszuständen und bei koronarer Herzkrankheit zur
Vermeidung von Anfällen von Brustenge, also Angina pectoris. Kurzfristig verabreicht, ist
die Urtinktur aus frischen Beeren geeignet, um während akuter Infektionskrankheiten den
Kreislauf zu stützen und einer Schädigung des Herzgewebes vorzubeugen.

Als Tiefwurzler mit extrem hartem Holz ist der Weißdorn mit seiner kräftig-gedrungenen
Gestalt in der Landschaft das, was im Meer der Fels in der Brandung ist. Diese Stärke zeigt
der Baum nicht nur gegenüber seiner Umwelt, er verleiht sie auch in seiner Verwendung als
Heilmittel.

Weißdorn vermittelt das Gefühl von Beschütztsein. Die Signatur seiner dornigen Gestalt zeigt
ihn als wehrhaften Baum, der seine Schützlinge behüten kann. Sein verschlungenes Astwerk
wirkt wie ein natürliches „Schradlgatterl“ – eine alpenländische Holzkonstruktion zum Schutz
vor Unholden. Als Heckenpflanze umfriedet er ein Gebiet und erzeugt dabei im Inneren eine
ruhige Atmosphäre, in der Menschen sich vor der Außenwelt beschützt fühlen. Selbst als
Wildpflanze siedelt der Weißdorn gerne in der Nähe menschlicher Behausungen, jedoch
immer an deren Rändern. Er markiert die Grenze zwischen Zivilisation und wilder Natur als
Baum der Übergänge, als Baum der Zwischenwelt, wie es in der keltischen Mythologie heißt,
deren Fragmente im Westen Europas überliefert worden sind, insbesondere in Irland.

Feenbaum zwischen den Welten

Viele Besucher Irlands empfinden eine besondere innere Ruhe in diesem Land. Das liegt zum
einen sicherlich an den ländlichen, teilweise wenig industrialisierten Gegenden, aber aus
geomantischer Sicht ist dies auch ein vom Weißdorn geschaffenes energetisches Phänomen.
Die herausragende Rolle, die der Weißdorn in irischen Legenden und im Brauchtum spielt,
zeigt, wie sehr seine Qualität das Land prägt. Der kleine Baum wirkt wie ein Symbol der
irischen Insel – knorrig und gedrungen im Wuchs, dabei stets zur Abwehr bereit. Irland wird
auch die „grüne Insel“ genannt, und grün ist die Farbe des Herz-Chakras, zu dessen
Hauptheilpflanzen der Weißdorn zählt. So möchte ich im Folgenden über Begegnungen mit
irischen Weißdorn-Bäumen berichten und vielleicht ein neues Verständnis dafür wecken, wie
dieser Baum auch in Mitteleuropa in Geomantie und Heilkunde intensiver wahrgenommen
werden kann und wie sich seine wohltuende Wirkung weiter verbreiten lässt.

Der Weißdorn gilt in Irland traditionell als Feenbaum und als Zugang zur Anderswelt.
Weißdornbüsche werden häufig als Wunschbäume verehrt, wie dann ihr reicher
Bänderschmuck verrät. Mit den Bändchen lassen die Hilfesuchenden etwas von sich selbst am
Baum zurück, so dass sich der „zuständige“ Genius Loci auch an sie und ihr Anliegen
erinnern möge. Das Bändchen soll besonders schön sein, schließlich ist es ja ein Geschenk.

In den Legenden gilt der Weißdorn als „Brautkleid der großen Mutter“, da der Beginn seiner
Blüte mit dem keltischen Beltane-Fest Anfang Mai zusammenfällt. Am Vollmondfest Beltane
wurde die Fruchtbarkeit von Mensch, Tier und Natur gefeiert. Wie der Geomant Stefan
Brönnle ausführt, entstand der Glaube an Feenwesen vermutlich erst aus diesem Mondkult um
Mutter Erde (Brönnle, 1994).

Das alte Königreich Midhe

Überall in Irland gedeihen die Weißdorne häufig und reichlich, meist als Hecken und
Gebüsch. Besonders entlang des Flusses Boyne sind eine Reihe eindrucksvoller, knorriger
Einzelexemplare zu beobachten. Das Gebiet des Boyne entspricht etwa dem historischen
irischen Königreich Midhe („die Mitte“) und beherbergt eine Fülle kulturhistorisch
bedeutsamer Orte.
Das Königreich von Midhe, scheinbar noch grüner als der Rest der grünen Insel, stellt
wiederum das Herz-Chakra des Landes dar – seine Kraftquelle, deren Energie sich aus einem
solaren und einem lunaren Zentrum speist: dem Hill of Tara und dem Hill of Uisneach.

Seit dem Beginn der Eisenzeit bis ins 12. Jahrhundert war Tara Königssitz und damit
Sonnenzentrum des Landes. Die Feste und Zeremonien am Hill of Uisneach, der als Nabel
und mythische Mitte des Landes gilt, scheinen weniger an das Königtum, sondern an die
Rhythmen der Jahreszeiten gebunden gewesen zu sein, und der Ort hat eher eine lunare
Qualität. Sowohl auf Tara als auch auf Uisneach gedeihen außerordentlich alte und kräftige
Weißdornbäume. Nach Stefan Brönnle ist ihre Wuchsform ein Hinweis auf eine hohe
Aktivität des Äthers in der Landschaft (Brönnle, 2009). Tara und Uisneach bilden mit den
Loughcrew Cairns, einer neolithische Ahnenkultstätte etwas weiter im Norden, ein nahezu
gleichseitiges Dreieck.

Unseren geomantischen Untersuchungen zufolge ist Loughcrew der abladende Punkt dieser
drei Zentren. Das verbindende Element dieser und weiterer kulturhistorisch relevanter Orte ist
das etwa 110 Kilometer lange, weitgehend naturbelassene Flüsschen Boyne, an dem auch die
bekannten neolithischen Sonnen- und Ahnentempel von Newgrange, Knowth und Dowth
liegen. Der Boyne liefert die Lebensenergie und sorgt für einen beständigen Strom der
Gefühle. Den Legenden zufolge soll die Mondgöttin Boann den Fluss durch verbotene Rituale
erschaffen haben.

Sonnenort Hill of Tara

Der Hill of Tara, Sitz der Könige von Midhe und vieler irischer Hochkönige, ist ein von
Sagen, Legenden und geomantischen Linien geradezu durchfluteter Ort. Mehrere kleinere
ringförmige Wallanlagen, (irisch: rath) zeugen vom Willen der Vorfahren, die Erde zu
gestalten. Um Tara in seiner Gesamtheit zu erfahren, hat sich ein spiralförmiger Rundgang
bewährt, beginnend bei der von Weißdornen bewachten, inzwischen aber versiegten Quelle
am Rath of the Synods. Im Verlauf des Rundgangs verstärkt sich die Sonnenqualität immer
mehr, so auch bei der nächsten Station im Rath Gráinne, dem Fort der Gráinne („die Sonne“).
Bei einer unserer geomantischen Übungen an diesem Ort fiel den Beteiligten besonders
dessen erwärmende Wirkung im gesamten Brustkorb auf. Freiheitswille, der Impuls,
loszustürmen, und das Gefühl von großem Rückhalt in der Ahnenreihe waren die
Schlüsselbegriffe.

Folgt man weiter der gedachten, sich nach innen eindrehenden Spirale, ist die nächste Station
der mit bunten Bändern überreich geschmückte Wishing Tree von Tara – selbstverständlich
ein Weißdorn. In der lokalen Überlieferung gilt dieser Wunschbaum als besonders hilfreich
bei Genesungswünschen.

Es ist ratsam, sich der Energie des zentralen Monuments von Tara, dem Lia Fáil („Stein des
Schicksals“), behutsam anzunähern. Steine sind Symbole der Ewigkeit. Stelensteine wie die
kalendarisch bedeutsamen einzelnen stehenden Steine vor Steinkreisen oder hohe Felsnadeln
(wie die natürliche Sonnenuhr von Neuner- bis Zwölfer in den Sextener Dolomiten) haben
darüber hinaus einen starken Bezug zur Sonne. Am Lia Fáil offenbart sich die auf die
Ewigkeit ausgerichtete Sonnenkraft. Wo im Rath Grainne noch der bloße Impuls zur Tat
bestand, manifestiert sich nun der Vorsatz. Allein durch den Aufenthalt an diesem Ort entsteht
ein Bewusstsein der eigenen Herzenskraft auf mentaler wie auf körperlicher Ebene. Lia Fáil
war einer der vier magischen Schätze des altirischen Göttergeschlechts und hatte die Macht,
den König zu verjüngen, um ihm eine lange Herrschaft zu sichern. Verjüngung betrifft
besonders die Herzkraft. Tara ist ein für das Herz heilender Ort, dessen Zentrum der Stein des
Schicksals ist.

Mondort Hill of Uisneach

Der zu Tara komplementäre Hill of Uisneach ist von ganz anderer Art. Hier handelt es sich
nicht um einen einzelnen Höhenrücken, sondern um eine richtiggehende Hügellandschaft. Der
gut sechs Meter hohe Findling „The Cat Stone“ (Katzenstein) an einem Südhang markiert den
Überlieferungen zufolge den Nabel, den Omphalos Irlands. Uisneach gilt als Wohnstatt der
altirischen Göttin Eriú, der Verkörperung der Lebenskraft.

Auf Uisneach wurden in der Nacht von Beltane die ersten Feuer entfacht. Es müssen mächtige
Feuer gewesen sein. Erst wenn ihr Schein auf dem Hill of Tara gesichtet wurde, wurden dort
die Feuer entzündet. Und danach in allen Teilen des Landes.
Weißdorn- und Stechginstergebüsche flankieren den Weg hinauf zum „alten Palast“, den man
durch ein zweispuriges Weidentor betritt. Wer sogleich weiterstrebt, verpasst die
wunderbarste Feenstätte, die ich bislang erleben durfte. Dutzende uralter Weißdornbäume
bilden einen Tunnelgang, der die alte Feuerstelle von Beltane umgürtet. Es ist der heiligste
Bezirk von Uisneach. Der Wuchs der einzelnen Bäume ist sehr seltsam. Ihre Stämme sind von
Efeu überwuchert, die Äste bilden zu beiden Seiten des Wegs ein Kreuzgitter. Es ist ein
Feengang, ein Tunnel in eine andere Welt – in Irland sagt man dazu Fairy Walkabout. Noch
immer – oder vielleicht wieder? – scheint der Schleier zwischen den Welten auf Uisneach
sehr, sehr dünn.
In einer Gruppenübung begehen wir den Feengang gegen den Sonnenlauf, die Herzseite dem
Zentrum zugewandt.

Spätestens beim Passieren des dritten Baums, so berichteten mir die Teilnehmer später, spürte
jeder überdeutlich die Präsenz der Feenwesen. Ich selbst bemerkte zudem, wie Baum für
Baum Ärgernisse des Lebens von mir abfielen. Die ständige Präsenz sphärisch klingender
Musik irgendwo in meinem Kopf bestärkte mich in meinem Eindruck, hier einen Ort
gefunden zu haben, an dem Menschen die Feenwelt als verbündete Heilerin gewinnen
können.

Wie auf Tara führt auch auf Uisneach eine spiralförmige Route über den Hügel und passiert
am Weg zum energetischen Zentrum einen uralten Wunschbaum, der aber nicht mit Bändern,
sondern mit einer Triskele geschmückt ist.

Das energetische Zentrum des Komplexes ist Lough Lugh, der See des Sonnengottes, der den
Legenden nach hier gestorben und im Tumulus neben dem See begraben ist. Nach einer
Meditation am Ufer des kleinen Sees fiel vor allem die Ruhe auf, die sich über unsere Gruppe
ausgebreitet hatte. Nur wenige hatten das Bedürfnis, ihre Gedanken auszusprechen, aber alle
waren sich einig, hier großen inneren Frieden gefunden zu haben.

Folgen wir dem mittelalterlichen englischen Historiker und Dichter Geoffrey of Monmouth,
der im 12. Jahrhundert die Artussage niederschrieb, war der Hill of Uisneach der originale
Standort der weltbekannten Steinkreisanlage von Stonehenge. Der große Magier Merlin ließ
hier die Steine für das Reich seines Königs Artus rauben, denn er wusste um ihre großen
Heilkräfte. Je nach Erkrankung soll im Steinkreis von Uisneach Wasser über einen
bestimmten Stein geleitet worden sein, um damit ein Heilbad zuzubereiten (Meehan, 2003).
Vielleicht war es die irische Rache, dass die Fee Nimue den großen Merlin ausgerechnet in
einen Weißdorn bannte …

Eine vom Weißdorn geleitete Heilreise

Tara und Uisneach, Energiezentren von Sonne und Mond im Herz-Chakra Irlands, bieten sich
als Ziele einer Heilreise für das eigene Herz an. Beide Orte sind den Legenden zufolge alte
Heilungsstätten. Die herzstärkende Kraft auf Tara zentriert sich im kraftspendenden
Sonnenstein Lia Fáil. Er ist ein regenerativer Heilort für das geschwächte Herz. Auf
Uisneach, dem Mondort, trägt das Wasser des Loch Lugh die heilenden Impulse. Es ist ein
Heilort für Herzbeschwerden mit stark seelischer Komponente.

Seelisch bedingte Herzerkrankungen gehen häufig mit dem Verlust der eigenen energetischen
Mitte einher. Um diese Mitte wiederzufinden, ist es wichtig, auf sein Herz zu hören und
dessen Stimme zu folgen. Genauso gilt es, die Messer, die dem eigenen Herzen Stiche
zugefügt haben, unschädlich zu machen, um danach seine Lebenskraft neu aufzubauen. Eine
Möglichkeit für einen derartigen Lernprozess ist eine Heilreise, die auch als Pilgerreise
verstanden werden kann.

Eine langsame Annäherung an den Genius Loci durch Meditation und bewussten Aufenthalt
an vorbereitenden Orten wie dem Rath Grainne in Tara bzw. im Feengang von Uisneach sind
eine gute Voraussetzung, um mit seinem Anliegen zum Wunschbaum des Orts zu gehen.
Danach erst begibt man sich in die heilende Kraft des Energiezentrums.

Nur langsam weicht in mir der Zauber der irischen Insel mit ihren wohlwollenden
Weißdornwesen. Wie immer sind es nicht primäre Eindrücke, die in mir verbleiben. Durch
die Sonnenkraft dieser Orte fühle ich mich für den Alltag an Herz und Seele gestärkt, durch
ihre Mondkraft den archaischen Urkräften der alten Kulturen noch tiefer verbunden.