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Kölner Inschriften Katalog

von Prof. Dr. Hartmut Galsterer

Erstellt am: 07-08-2007

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Inschriften ID: 73 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uintus) * Pompei/us * Q(uinti filius) * Anien/sis * Foro * Iuli / Burrus * mil(es) * ex /5 leg(ione) * XV * ann(orum) *

L / stip(endiorum) * XX * h(ic) * s(itus) * e(st). * H(eres) * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Stele. Über der einfach gerahmten Inschrift Giebelrosette, in den Ecken Wellenbänder. Rechts
unten abgestoßen, sonst gut erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1897
Fundumstände:
Gefunden auf einer Strecke des Gräberfeldes von etwa 250 m Länge und 6 m durchschnittlicher
Breite. Es enthielt ca. 350 Grabstätten vom 1.- 4. Jhdt., Brand- und Skelettgräber in den
verschiedensten Formen der Bestattung, einige mit Resten grösserer architektonischer Anlagen.
Übersetzung:
Quintus Pompeius Burrus, Sohn des Quintus, aus dem Bürgerbezirk Aniensis, gebürtig aus
Fréjus, Soldat der 15. Legion, (verstorben im Alter von) 50 Jahren nach 20 Dienstjahren, liegt
hier begraben. Sein Erbe ließ (den Grabstein) setzen.
Kommentar:
Die "legio XV Primigenia" wurde von Caligula 39 n.Chr. für die geplanten Feldzüge in Germanien und Britannien aufgestellt, ging
jedoch schon im Bataveraufstand 69-70 n.Chr. zugrunde. So ergibt sich die relativ enge Datierung der Inschrift. Die Legion wurde
zuerst nach Mainz, spätestens aber 43/44 nach Xanten verlegt. Der Soldat stammt aus Forum Iuli, womit - aufgrund der Tribus - das
narbonensische Fréjus gemeint sein muss. Sein Cognomen Burrus ist auch das des gleichzeitigen Afranius Burrus aus dem
benachbarten Vasio Vocontiorum, der alleiniger Prätorianerpräfekt unter Nero war. Pompeius Burrus wurde mit 30 Jahren relativ
spät Soldat.
Literatur:
CIL XIII 8284; Klinkenberg 1906, 304; Fremersdorf, Urkunden², 55 und Taf. 85; Walser Nr. 86; Y. Le Bohec, Legio XV
Primigenia, in: Légions 69ff.

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Inschriften ID: 74 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / leg(ionis) XVI ann(orum) / XLV, stip(endiorum) XXI [..] / h(ic) s(itus) e(st). H(eres) ex t(estamento) f(aciendum)

[c(uravit)]

Beschreibung:
Linke untere Ecke einer Stele, oben abgebrochen, rechts als romanisches Kapitell umgearbeitet.
Fundort / Jahr: Köln1871
Fundumstände:
Gefunden "in dem gotischen Haus neben der protestantischen Kirche [Trinitatiskirche]; [...] der
unten rechts und oben links abgebrochene Theil des Grabsteines war zu einem Korinthischen
Kapitäl verarbeitet worden" (Düntzer 104 a).
Übersetzung:
- - - Soldat der 16. Legion mit 45 Jahren und 21 (?) Dienstjahren. Hier liegt er begraben. Sein
Erbe ließ aufgrund des Testaments (das Grabmal) errichten.
Kommentar:
Die "legio XVI" lag seit ihrem Abzug aus Mainz 43 n.Chr. und bis zu ihrer Auflösung (wegen ihres Versagens im Bataveraufstand)
durch Vespasian 70 n.Chr. in Neuss (vgl. den Kommentar zu einer Bauinschrift Neros ID 245). Aus dieser Zeit dürfte der Stein des
in Köln begrabenen Legionärs stammen. Möglicherweise ist er mit dem unter ID 728 aufgeführten Grabstein eines Soldaten der 16.
Legion aus Marienburg identisch.
Literatur:
CIL XIII 8285; Düntzer 104 a; Klinkenberg 1906, 326; Ritterling 1925, Sp. 1763. In Légions ist die Legion nicht behandelt.

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Inschriften ID: 75 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Deccius L(uci) f(ilius) / Papiria Ticini / miles leg(ionis) XX / pequarius annor(um) /5 XXXV stipendioru(m) /

XVI hic s(itus) est.

Beschreibung:
Stele. Inschrift in einfach gerahmter Tabula Ansata. Darüber in Muschelnische Brustbild des
Verstorbenen. Im Giebel Blattrosette mit Wellenbändern in den Zwickeln. Leicht abgestoßen,
sonst gut erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1632
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 269 (vgl. dort auch über das Schicksal der Inschrift) in unmittelbarer
Nähe des Pobliciusgrabes.
Übersetzung:
Caius Deccius, Sohn des Lucius, aus der Tribus Papiria, gebürtig aus Pavia, Soldat und Tierarzt
in der 20. Legion, (verstarb) im Alter von 35 Jahren und nach 16 Dienstjahren. Hier liegt er
begraben.
Kommentar:
Die Grabstele war für C. Deccius, einen Soldaten und Tierarzt ("pequarius") der 20. Legion errichtet worden (zu den "pequarii" vgl.
Domaszewski-Dobson 45; ein "eques p[equa]rius" aus Mainz: AE 1940, 116). Das Nomen des Verstorbenen, Deccius, ist wohl
oberitalischen Ursprungs (vgl. Schulze 423; Weisgerber 175: 4 Belege, die in CIL VI für Rom nachgewiesen sind, verweisen auf
oberitalische Abstammung).
Die "legio XX Valeria Victrix" stand zur Zeit der Varusniederlage im dalmatischen Burnum. Von 9 n.Chr. bis in tiberische Zeit ist
sie in oder bei Köln belegt, anschließend in Neuss. Im Jahr 43 n.Chr. nahm sie an der Eroberung Britanniens teil (vgl. Perea
Yébenes in: Légions II 581ff.).
Die Grabstele zeigt hinsichtlich Material, Dekoration, ihrer stilistischen Merkmale und Datierung große Übereinstimmungen zu der
des C. Vetienius (ID 269) und wurde offensichtlich vom gleichen Bildhauer angefertigt (Gabelmann 1972, 134).
Literatur:
CIL XIII 8287; Klinkenberg 1906, 321; Espérandieu VIII 6452; Ritterling 1925, 1780; Gabelmann 1972, 134 Nr. 17 u. 224;
Klinkenberg 1902, 81 Nr. 2.

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Inschriften ID: 76 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] Iul[- - -] / [- - -] eq(ues) e[x ala ? - - -] / [- - -] mil(itavit) [- - -]

Beschreibung:
Fragment, allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1845
Fundumstände:
Gefunden in einer Tiefe von 12 Fuß (Düntzer).
Übersetzung:
- - - Iul- - - Reiter der "ala" - - - mit - - - Dienstjahren - - -.
Kommentar:
Der stark fragmentierte Stein gehörte zur Grabinschrift eines Militärangehörigen, der - wenn die Ergänzungen richtig sind - als
Alenreiter in einer nicht mehr zu identifizierenden militärischen Einheit gedient hatte. Die Buchstabenreste IUL könnten zum
Namen des Verstorbenen gehört haben.
Literatur:
CIL XIII 8399; Klinkenberg 1906, 276.

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Inschriften ID: 77 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]io Cla[- - -] / [- - -] ex equ[ite - - -] / [- - - I]ulianu[s - - -] / [- - -] curant[e - - -]

Beschreibung:
Allseitig abgebrochene Platte.
Fundort / Jahr: Köln1906
Fundumstände:
"...das leider nur verschwindend kleine Fragment einer großen Ehreninschrift (?) . . .gefunden
beim Ausschachten zum Stollwerckhaus, Ecke Hochstraße, Wallrafplatz" (Klein, BJb. 117, 1908,
404).
Übersetzung:

Kommentar:
Das Fragment gehörte zu einer Grabinschrift, die vermutlich für einen Hilfstruppensoldaten errichtet worden war, der in einer "ala"
oder "cohors equitata" gedient hatte. Denkbar wäre jedoch auch, daß es sich bei dem unbekannten Verstorbenen um einen
Legionsreiter handelte (vgl. Alföldy, Hilfstruppen, 219 Nr. 178). Die Buchstabenreste "[- - -]io Cla[- - -]" gehörten vermutlich zum
Namensformular des Soldaten, dessen Cognomen z.B. Clarus oder Classicus bzw. die entsprechenden Ableitungen gewesen sein
könnte. Am heute verlorenen Ende der Inschrift war vermerkt, wer für die Errichtung des Grabmals Sorge getragen hatte ("curante
---").
Literatur:
CIL XIII 12060; Alföldy, Hilfstruppen, 219 Nr. 178.

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Inschriften ID: 78 Inschriften Typ: Grabinschrift

Iovincatus / Velageni * f(ilius) * / mil(es) * ex * coh(orte) / Alpina * II * ann(orum) * LV /5 stip(endiorum) * XXX *

h(ic) * s(itus) * e(st). / H(eres) * ex * t(estamento) * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Giebel mit Rosette, in den Zwickeln Blattornamente und
Wellenbänder. Unter der Inschrift Eichenkranz. Am Unterteil des Kranzes schräg abgebrochen,
Fehlendes restauriert. Stark verwittert.
Fundort / Jahr: Köln1971
Fundumstände:
Zusammen gefunden mit ID 286 (vgl. zu den Fundumständen) und ID 352.
Übersetzung:
Iovincatus, Sohn des Velagenus, Soldat aus der 2. "cohors Alpina", (verstorben im Alter von) 55
Jahren nach 30 Dienstjahren, liegt hier begraben. Sein Erbe ließ aufgrund des Testamentes (das
Grabmal) errichten.
Kommentar:
Die hohe Zahl der Dienstjahre des Iovincatus weist in relativ frühe Zeit. Die "cohors II Alpina" ist seit Claudius in Pannonien belegt.
Der Name Velagenus ist im Bereich der Meeresalpen heimisch (vgl. CIL V 6903: "Velagenus Atili f."). Ein Iovincus ist auch durch
CIL XIII 4427 belegt. Ein weiterer "Velagenus Manti f(ilius)" vom Stamm der Ulattier in den Seealpen diente in der 1. Hälfte des 1.
Jhdts. als "eques" in der "cohors II Alpina" (AE 1913, 135). Nach Kraft (Rekrutierung, 166) stand die Kohorte von Claudius bis ins
3. Jhdt. in Pannonien. Bei welcher Gelegenheit Iovincatus nach Köln kam, ist unbekannt (vielleicht im Zusammenhang mit
Caligulas ausgefallenem Eroberungszug nach Britannien oder dem Bataveraufstand).
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 12 = AE 1974, 454; Ritterling, Klio 21, 1927, 82ff.; G. Alföldy, Historia 17, 1968, 215ff.; Spaul, Cohors²,
264f.

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Inschriften ID: 79 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) / T(ito) Flavio * Tulli/oni * mil(iti) * coh(ortis) * II / Astorum * sing(ulari) /5 [co(n)s(ularis) - - - ] / -

--

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der Inschrift Totenmahl, von dem die obere Hälfte fehlt. Rechts neben der
Bildnische nach unten weisende Lanze. Inschrift unterhalb von Z. 4 ebenfalls abgebrochen,
darunter noch Spuren von Z. 5. An den Schmalseiten Bäume. Inschrift in Z. 2 restauriert.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Titus Flavius Tullio, Reiter der 2. asturischen Kohorte, Gardist (beim
niedergermanischen Statthalter in Köln) - - - -.
Kommentar:
Die "cohors II Asturum equitata pia fidelis" war im 1. Jhdt. in Niedergermanien stationiert, wo sie in den Steinbrüchen bei Brohl
arbeitete. Am Ende des 1. Jhdts. wurde sie nach Britannien versetzt, wo sie am Hadrianswall mitbaute. Um 127 kehrte sie nach
Niedergermanien zurück, um unter Septimius Severus erneut nach Britannien abzuziehen. Die Inschrift wird aufgrund der
Totenmahlszene stilistisch zwischen 80 und 100 n.Chr. datiert, aber das scheint sehr früh für einen Grabstein, der ein Formular des
2. Jhdts. benutzt.
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 13 = AE 1974, 455; Speidel, Guards, 74 Nr. 5a; Faust 134 Nr. 139; Spaul, Cohors², 75f.; P. Holder, The
Roman Army in Britain, 1982, 112; M.G. Jarrett, Non-legionary troops in Roman Britain, Britannia 25, 1994, 53.

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Inschriften ID: 80 Inschriften Typ: Grabinschrift

Sassaius Liccai / f(ilius) miles ex coh(orte) / VIII Breucorum / ann(orum) XXXII stip(endiorum) XII /5 h(ic) s(itus) e(st).

H(eres) t(estamento) f(ecit)

Beschreibung:
Oben reich verzierte Stele.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Sassaius, Sohn des Liccaius, der in der 8. Breukerkohorte diente, 32 Jahre alt, mit 12
Dienstjahren, liegt hier begraben. Die Erben haben (das Grabmal) aufgrund des Testamentes
errichten lassen.
Kommentar:
Die "cohors VIII Breucorum" bestand nur bis zum Bataveraufstand (siehe Alföldy, Hilfstruppen, 49; vgl. jedoch Spaul, Cohors²,
327: "nur spärliche Belege, die aber nicht vernachlässigt werden dürfen; evtl. erst im späten 2. Jhdt. ausgehoben").
Literatur:
CIL XIII 8313; Klinkenberg 1906, 329; Alföldy, Hilfstruppen, 194 Nr. 93; Mócsy, Bevölkerung, 263 Nr. 234/4; Spaul, Cohors²,
327.

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Inschriften ID: 81 Inschriften Typ: Grabinschrift

Constantia[- - -] / Constantian[i - - -] / [- - -]ti dec(urionis) c(oloniae) C(laudiae) [A(rae) A(grippinensium) - - -]

Beschreibung:
Fragment einer Platte, eventuell linke obere Ecke. Heute nur noch Bruchstücke aus Z. 2 und 3
erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1893
Fundumstände:
Bei den Fortifikationsarbeiten, da von der kgl. Fortifikation dem Museum überwiesen (CIL). In
diesem Jahr kamen mehrere Inschriften vom Bau der neuen Stadtbefestigung im Bereich von
Luxemburger / Zülpicher Straße ins Museum. Vielleicht gehört auch diese Inschrift dazu.
Übersetzung:
Constantia - - - des Constantianus - - - "decurio" der CCAA.
Kommentar:
Das Fragment gehört zu einer der wenigen Inschriften, in denen in der Stadt Beamte und Stadträte der Kolonie genannt werden.
Literatur:
CIL XIII 8333; Klinkenberg 1906, 334.

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Inschriften ID: 82 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -] * dec(urio) * c(oloniae) * C(laudiae) * A(rae) * A(grippinensium) [- - -] / sibi * fec[it - - -]

Beschreibung:
Großer Block, oben abgearbeitet. Links, rechts und unten abgebrochen. Stark verwittert und
ausgewaschen.
Fundort / Jahr: Köln1964
Fundumstände:
Gefunden in römischen Mauerresten, zusammen mit "zahlreichen Kalksteinwerkstücken in
Zweitverwendung [...]; in der Flucht der Mauerreste ca. 62 m vom Ufer entfernt fanden sich [...]
Holzpfähle" (FB ). Teil eines Brückenpfeilers?
Übersetzung:
- - - Ratsherr der Kolonie Claudia Ara Agrippinensum - - - errichtete (das Grabmal) für sich (und
seine - - -).
Kommentar:
Die stark fragmentierte Inschrift, die ursprünglich mindestens 2,90 m breit war, ist eines der wenigen Zeugnisse der städtischen
Führungsschicht, die in Köln selbst gefunden wurden (vgl. ID 338).
Literatur:
Galsterer, KJ 13, 1973 Nr. 17; Römerillustrierte 243 Nr. 4; AE 1974, 459; Galsterer bei Neu 1989, 294f.

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Inschriften ID: 83 Inschriften Typ: Grabinschrift

Veranie Su/perine que v/ixit an(nos) XV di/ebus X Verani/us Victorin/us d(ecurio) c(oloniae) A(grippinensis) fili/ae obite

f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Köln?


Fundumstände:
Gefunden als Fußbodenplatte in der Kirche, mit der Schriftseite nach unten; der Stein ist
wahrscheinlich Mitte des 18. Jhdts. durch einen Kölner Schiffer nach Spellen gebracht und hier
verbaut worden.
Übersetzung:
Für seine Tochter Verania Superina, die 15 Jahre und 10 Tage lebte, ließ Veranius Victorinus,
"decurio" der "colonia Agrippinensis", (das Grab) errichten.
Kommentar:
Veranius, Victorinus und Superina passen gut in das rheinische Namensschema.
Literatur:
CIL XIII 8602; Klinkenberg 1906, 333; Fiedler, BJb. 36, 1864, 51ff.

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Inschriften ID: 117 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / C(aio) * Severinio * Vit{e}ali * veterano / honeste * missionis * ex * b(ene)*f(iciario) * co(n)s(ularis)

/ leg(ionis) * XXX * U(lpiae) * v(ictricis) * Severinia Severina /5 filia * patri * karissimo * adseren/te * Vitalinio *

Hilarione * liberto / faciundum * curavit

Beschreibung:
Sarkophag mit Darstellungen von Herakles und Hesione. Auf den Nebenseiten Kampf um den
delphischen Dreifuß und nackte Tänzerinnen. Brüche geklebt, sonst vollständig.
Fundort / Jahr: Köln1671
Fundumstände:
Da die allein von Lersch vertretene Funddatierung 1589 (unter Hinweis auf eine entsprechende
Nachricht in einer Urkunde, abgedruckt in Mich. Eyzingers historischen Relationen, Cöln 1590)
sehr wahrscheinlich falsch ist, lassen sich auch die von ihm angegebenen Fundumstände
(gefunden zusammen mit Münzen Konstantins ...) nicht auf diesen Sarkophag beziehen.
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Gaius Severinius Vitalis, ehrenvoll entlassen (aus dem Dienst als) Soldat
der 30. Legion Ulpia Victrix. (Sein letzter Dienstrang war) Benefiziarier des Statthalters. Seine
Tochter Severinia Severina ließ (diesen Sarkophag) für ihren lieben Vater mit Hilfe des
Freigelassenen Vitalinius Hilario anfertigen.
Kommentar:
Die zu einem Sarkophag gehörende Grabinschrift hatte Severinia Severina für ihren verstorbenen Vater anfertigen lassen. Dabei war
sie von dem „libertus“ (= Freigelassenen) Vitalinius Hilario unterstützt worden (vgl. ID 384: „per Valerium Agathinum libert(um)“;
die Grabinschrift war ebenfalls von einer Frau errichtet worden). „Asserente“ ist der weniger gebräuchliche Ausdruck für den
rechtlichen Vertreter von Frauen, die nicht „sui iuris“ waren, und entspricht dem üblicheren „adsertor“. Die Einsetzung eines
Freigelassenen in diese Position war für die betroffenen Frauen vorteilhaft, denn sie ermöglichte ihnen eine relativ unabhängige
Stellung. Der „libertus“ schuldete Severinia Severina, der Tochter seines Freilassers, Loyalität. Hilario übernahm seinen
Gentilnamen übrigens nicht einfach von seinem Patron, sondern bildete ihn aus dessen Cognomen - ein Hinweis darauf, daß die
bekannte gallische Namensbildung auch auf die Freigelassenen übergegriffen hatte.
Literatur:
CIL XIII 8293; Klinkenberg 1906, 310; Lehner Nr. 632; Fremersdorf, Urkunden², 44 und Taf. 33f.; Noelke, Lust und Verlust, 512
Nr. 11; Spieß 1988 Nr. 32; Tod am Rhein 8.

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Inschriften ID: 118 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [Ca]mpani<o> / [Mer ?]catori / [v]eterano / [leg(ionis)] XXX U(lpiae) V(ictricis)

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Stele. Links und unten abgeschlagen, links oben geklebt. Auf der
rechten Schmalseite Rest eines Baumes.
Fundort / Jahr: Köln1889
Fundumstände:
Gefunden bei Erdarbeiten für Neubauten in unmittelbarer Nähe von ID 391 in beträchtlicher
Tiefe (Klein 1889a, 123f.).
Übersetzung:
(Den Totengöttern) des - - - Campanius Mercator, Veteran der 30. Legion Ulpia Victrix - - - .
Kommentar:
Bei dem Fragment aus Sandstein könnte es sich um den Rest eines Sarkophags handeln – wofür das Steinmaterial spräche.
Literatur:
CIL XIII 8294; Klinkenberg 1906, 291; Lehner Nr. 633; Klinkenberg 1902, 137 Nr. 93; Faust 1998 Nr. 130.

Seite 14/682
Inschriften ID: 119 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]orio A[- - -] / [- - - leg(ionis) X]XX Ulp(iae) sc[- - -] / [- - -] Nervio h(eres) f(aciendum) [c(uravit)]

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Fragment einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1902
Fundumstände:
Einzelfund
Übersetzung:
(Den Totengöttern). Dem - - -orius A- - -, der in der 30. Legion Ulpia (als - - - diente). - - -
Nervio (?), sein Erbe, hat (das Grabmal) anfertigen lassen.
Kommentar:
Als Cognomen ist Nervio in Noms nicht verzeichnet. Sowohl Nervius wie Minervius existieren als Nomen. Möglich ist auch, daß an
dieser etwas ungewöhnlichen Stelle „[civi] Nervio“ stand und der „heres“ nicht benannt war. Nomina auf "-orius" sind etwa
Honorius und Victorius, wovon letzteres auch im Rheinland gut belegt ist.
Literatur:
Erwähnt bei Klinkenberg 1906, 296.

Seite 15/682
Inschriften ID: 120 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / nae [- - -] / ENEPO[- - -] / > (centurionis) leg(ionis) fil(- - -) [- - -] / ann(orum) XVII M[- - -]/termius F[- - -] /

[.]ISA[.]CTI

Beschreibung:
Altar (?). Oben und rechts abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
War im Besitz von D. Johannes Helmann.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8295; Klinkenberg 1902, 165 Nr.172; Klinkenberg 1906, 334.

Seite 16/682
Inschriften ID: 121 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Lupulo / > (centurioni) leg(ionis) h(eres) / f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Unterteil einer Stele. Linker, rechter und unterer Rand erhalten, oben abgebrochen. Inschrift
einfach gerahmt.
Fundort / Jahr: Köln1891
Fundumstände:
Vom BPM erworben zusammen mit Inv. Bonn 7514 (= kleine doppeltgehenkelte Amphore ) und
7516 (= Fragment einer großen runden Scheibe aus dünnem Bronzeblech), ebenfalls Bonner
Straße.
Übersetzung:
- - - für - - Lupulus, Zenturio der (? ) Legion, ließ sein Erbe das Grabmal errichten.
Kommentar:
Es ist ungewöhnlich, dass Lupulus nicht die Legion angibt, in der er diente. Man könnte vermuten, dass das H in Z. 2 eine
Verschreibung für II ist und der Steinmetz durch Haplographie das H in Z. 3 ausließ. Lupulus wäre also vielleicht „centurio“ in der
„legio II Augusta“ gewesen. Diese Legion gehörte zwar bis zur Eroberung Britanniens zum obergermanischen Heer, machte aber die
Feldzüge des Germanicus von den niedergermanischen Lagern aus mit (vgl. Ritterling 1925, Sp. 1458f. und CIL XIII 12075). Weder
der Fundort noch die Form der Stele sprechen gegen eine Datierung in die 1. Hälfte des 1. Jhdts.
Literatur:
CIL XIII 8296; Klinkenberg 1906, 326; Lehner Nr. 644.

Seite 17/682
Inschriften ID: 122 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Com[- - -] / > (centurio) leg(ionis) [- - -] / [..]t XX[- - -]

Beschreibung:
Fragment, vermutlich einer Grabinschrift. Linker Rand bei Z. 2 erhalten, rechts glatt
abgearbeitet, sonst abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1969
Fundumstände:
Domgrabung
Übersetzung:

Kommentar:
Vermutlich gehörte das Fragment zu einer Grabinschrift. Sollte dies der Fall sein, so wurde der Stein vielleicht aus dem Gräberfeld
Nord zum Fundort verschleppt.
Literatur:
Galsterer alt Nr. 236; nicht bei Liesen 2001.

Seite 18/682
Inschriften ID: 123 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]o[- - -]v[- - -] / [- - b(ene)f(iciario) c]o(n)s(ularis) * Cassia [- - -] / [- - s]ocerioni *o[- - -]

Beschreibung:
Bruchstück vom Unterrand einer Stele. Oben und rechts abgebrochen, links glatt abgearbeitet,
Unterrand erhalten.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:

Übersetzung:
- - - dem verstorbenen (?) Benefiziarier des Statthalters, ihrem Schwager, (hat) Cassia - - -.
Kommentar:
„Socerio“ ist literarisch gar nicht und epigraphisch selten belegt. Aus den von Wuilleumier gesammelten Parallelen (u.a. CIL XIII
2577 und CIL V 8273) ergibt sich eine Bedeutung als Schwager.
Literatur:
CIL XIII 8297; Klinkenberg 1902, 168 Nr. 192; P. Wuilleumier, Socerio, REL 20, 1942, 47-49 = AE 1945, 101; Faust 1998, 132 Nr.
131.

Seite 19/682
Inschriften ID: 124 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]ori [- - -] / [- - - b(ene)f(iciario)] co(n)s(ularis) coniugi / [incompar]abili / - - -

Beschreibung:
Fragment einer Platte (eventuell von einem Sarkophag). Rechter Rand erhalten, sonst
abgebrochen. Am Oberrand Buchstabenreste.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
- - - dem - - -or- - -, Benefiziarier des Statthalters, ihrem unvergleichlichen Gatten, hat - - - das
Grabmal errichten lassen (weitere, allerdings weniger wahrscheinliche
Übersetzungsmöglichkeit: - - - der Benefiziarier - - - seiner unvergleichlichen Gattin).
Kommentar:
Die Floskel "incomparabilis" als Beiwort für den Ehepartner findet seit dem Ende des 1. Jhdts. in Italien und bald darauf in den
westlichen Provinzen weite Verbreitung.
Literatur:
Galsterer alt Nr. 238.

Seite 20/682
Inschriften ID: 125 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]titi mil(iti) leg(ionis) / [- - - b(ene)f(iciario)] co(n)s(ularis) obito / - - -

Beschreibung:
Fragment von der Vorderseite eines Sandsteinsarkophages.
Fundort / Jahr: Köln1903
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 366.
Übersetzung:
- - - für - -tes, Soldat der . . Legion, Benefiziarier des Statthalters, verstorben - - -.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8298; Klinkenberg 1906, 314.

Seite 21/682
Inschriften ID: 126 Inschriften Typ: Grabinschrift

Flor[e]ntin(io ?) Fl(avius ?) Rip/ - - -

Beschreibung:
Fragment einer Grabstele. Über der Inschrift Reste einer Büste in halbrunder Nische. Auf dem
Mercator-Plan oben noch als vollständig erhalten dargestellt; es fehlt allerdings schon der untere
Teil der Inschrift. Heute nur noch linker Rand erhalten, sonst allseitig abgebrochen. Aus drei
Bruchstücken geklebt. Relieffragment jetzt angefügt (Noelke, Komm. Weyer, 302f. Nr. 1).
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Unbekannt; der Stein gelangte später in die Sammlung Blankenheim und in den Besitz Wallrafs
(Inv.-Nr. 140).
Übersetzung:
- - - für Florentinius hat Flavius (?) - - -.
Kommentar:
Zu Ripanus als Nomen siehe Solin-Salomies 156. Zu Ripanus, Riparius und Ripasius als Cognomen siehe Solin-Salomies 392.
Literatur:
CIL XIII 8382; Klinkenberg 1906, 329; Noelke, Komm. Weyer, 302f. Nr. 1.

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Inschriften ID: 127 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / et Iuliae Fre/ianiae coiiugi / eiiusdem Serani / fili vivae fac(iendum) /5 curaverunt

Beschreibung:
Unverzierte Platte.
Fundort / Jahr: Köln1887
Fundumstände:
Gefunden auf einem römischen Gräberfeld, zugleich mit Galsterer alt Nr. 132 und Inv.-Nr. 395
(Aufsatz eines Grabmals).
Übersetzung:
- - - und für Iulia Freiania, Gattin ebendieses Seranus, ließen noch zu ihren Lebzeiten ihre Kinder
(den Grabstein) errichten.
Kommentar:
Vermutlich war die Tafel unter oder neben einer weiteren angebracht, die die Grabinschrift des Seranus trug.
Literatur:
CIL XIII 8396; Klinkenberg 1906, 290.

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Inschriften ID: 128 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] VB [- - -]R[- - -] / [- - -]nia Gavesa / [- - - mat]er infelix / [filio ?] pientissimo /5 [s(it)] t(ibi) t(erra) l(evis) (?)

Beschreibung:
Bruchstück eines Blockes von einem Grabmonument. Vier weitere Fragmente zur Zeit nicht
auffindbar. Beiderseits der Inschrift Figurenreste, die Fremersdorf beschreibt. Willer 173 Nr.
145: „In den Bildfeldern zu beiden Seiten des Inschriftenfeldes ist jeweils eine nackte, männliche
Figur dargestellt, der im rechten Feld mindestens eine weitere Figur hinzugefügt ist; die linke
Figur ist frontal dargestellt, es könnte sich um einen die Inschrifttafel haltenden Eroten handeln,
die rechte ist nach links schreitend wiedergegeben.“
Fundort / Jahr: Köln1941
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit vier weiteren Bruchstücken sowie einer Reibschale aus weißem Ton,
einem Wandstück einer TS-Bilderschüssel, Bruchstücken von Tongefäßen und einer
Silbermünze des Valerianus I (Inv.-Nr. 40,50-53) bei römischen Siedlungsresten (F.B. 40.5).
Übersetzung:
- - - Iunia (?) Gavesa, die unglückliche Mutter, (errichtete das Grab) ihrem treuen Sohn. Sei Dir
die Erde leicht!
Kommentar:
Die Formel „sit tibi terra levis“ begegnet in Köln ein weiteres Mal auf einer Inschrift des 2. Jhdts. (Galsterer alt Nr. 215). Auch sonst
tritt sie im Rheinland nur auf frühen Inschriften auf (CIL XIII 6877, 6954, 7011, 8736, 12086 u.ä.). Da die obige Inschrift aufgrund
des Adjektivs „pientissimo“ später anzusetzen sein wird, muss die Lesung der letzten Zeile durch NL 231 unsicher bleiben. Die
Inschrift stammt aus einer Villa Rustica.
Der Name der Mutter, Gavesa, könnte mit den in der Umgebung belegten Matronae Gavasiae (CIL XIII 12076) im Zusammenhang
stehen.
Literatur:
NL 231; Fremersdorf 1955, 29 Nr. 19 und Taf. 13,3; Willer 173 Nr. 145.

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Inschriften ID: 129 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) / Messor(ius) / Gemellin(us) / Ursae * fil(iae) /5 obitae * fec(it). / Vix(it) * an(num unum) * m(enses)

* VI / et Olugniae * Poppae coi(ugi)

Beschreibung:
Stele mit Schaft. Im flachen Giebel Akanthusornament und Blüte. Einlaßzone unten grob
abgespritzt.
Fundort / Jahr: Köln1901
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit dem Bruchstück eines sog. Totenmahls (Inv. 434), dem Bruchstück
eines Grabsteins mit Porträtmedaillon (Inv. 439) und einer kleinen Aschenkiste (Zug.-Inv.6583;
"vernichtet!" 10.5.1901).
Übersetzung:
Den Totengöttern. Messorius Gemellinus errichtete (diesen Grabstein) für seine verstorbene
Tochter Ursa, die ein Jahr und sechs Monate lebte, und für seine Frau Olugnia Poppa.
Kommentar:
Messorius, abgeleitet von "messor" (= Schnitter), ist verständlicherweise ein im ganzen westlichen Reichsteil verbreiteter Name,
wohingegen die Ableitungen von "ursus" besonders häufig im gallisch-germanischen Bereich auftauchen. Olugnia wäre nach
Schmidt, ZCP 26, 251 zu gallisch Ollo-gnatus, "von einem Mächtigen gezeugt", zu stellen. Poppa (vgl. Weisgerber 250) ist in
verschiedenen Formen oft belegt, aber seine Einordnung wohl eher unklar.
Literatur:
CIL XIII 8406; Klinkenberg 1906, 294; Römerillustrierte 238 Nr. 7; Faust 125 Nr. 108; Klinkenberg 1902, 139 Nr. 105.

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Inschriften ID: 130 Inschriften Typ: Grabinschrift

Genialiniae / Iuliae * coniugi / et * Valerie * V[er(a)e] / filiae * ob[itae]

Beschreibung:
Platte mit einfachem Rahmen. Rechte untere Ecke abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1955
Fundumstände:
Kanalschacht westlich und südlich des Domes, in Mauerecke 12 zusammen mit ID 068 als
Eckstein vermauert; nach Doppelfeld stammen beide Steine wohl nicht von einem der Friedhöfe,
sondern vom Abfall einer Steinmetzhütte, "die vielleicht nicht weit entfernt vom FO gelegen
war" (Doppelfeld, KJ 6, 1962/63, 160).
Übersetzung:
Seiner Frau Genialinia Iulia und seiner verstorbenen Tochter Valeria Vera - - -.
Kommentar:

Literatur:
NL 219; Doppelfeld, KJ 6, 1962/63, 160 und Taf. 29,3.

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Inschriften ID: 131 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [Vent?]idio / [infan]ti dul/[cissim]o qui vixit /5 [ann(os) ?] m(enses) VIII. Gorgo/[niu]s et Tigris

patr/[es] filio kariss(imo) f(aciendum) c(uraverunt)

Beschreibung:
Platte. Aus zwei Stücken zusammengeklebt. Links und unten abgebrochen. Zwischen D und M
Medaillon mit Büste des Verstorbenen.
Fundort / Jahr: Köln1890
Fundumstände:
Gefunden in zwei ungleiche Teile zerbrochen.
Übersetzung:
Den Totengöttern für - - -idius, ihr liebes Kind, das - - - Jahre und 8 Monate lebte. Gorgonius
und Tigris, die Eltern, ließen (das Grab) für ihren lieben Sohn errichten.
Kommentar:
Tigris als weiblicher Name im Sklavenmilieu ist auch durch ID 256 bekannt. Das Nomen könnte auch Tigridius gelautet haben, das
in Gallien belegt ist, und wäre dann vom Namen der Mutter abgeleitet.
Literatur:
CIL XIII 8383; Klinkenberg 1902, 126 Nr. 72; Klinkenberg 1906, 283; Espérandieu VIII 6493; Lehner Nr. 869; Binsfeld, BJb.
1960, 165 Nr. 9; Noelke 1996, 324 Nr. 5 und Abb. 5.

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Inschriften ID: 133 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]niae / Haldaniae / pupille / eius

Beschreibung:
Platte. Oben abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1889
Fundumstände:
Stein glatt behauen zur späteren Verwendung (Inv.).
Zusammen gefunden mit den Fragmenten ID 597 und 604.
Übersetzung:
- - - und der - - nia Haldania, ihrem Mündel.
Kommentar:
Der Begriff "pupilla" bezeichnet das unmündige, vor allem das Waisenkind. Der Name Haldania, der Form nach ein Gentiliz,
scheint in der Inschrift als Cognomen verwendet zu sein (wie häufig ab dem 3. Jhdt.).
Literatur:
CIL XIII 8387; Klinkenberg 1906, 287; Klinkenberg 1902, 136 Nr. 88.

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Inschriften ID: 134 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Iulia Haus[- - -] / heres [- - -]

Beschreibung:
Bruchstück vom Unterrand eines Blockes mit Schuppenband als Randverzierung.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Zusammengehörig mit Zug.-Inv. 2019, dem Bruchstück eines Inschriftsteins aus Kalkstein mit
der Inschrift "F C" (Zug.-Inv. 2020).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8397; Klinkenberg 1902, 162 Nr. 153; Klinkenberg 1906, 334.

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Inschriften ID: 135 Inschriften Typ: Grabinschrift

a: [- - -]HAI[- - -]. b: [- - -]O[- - -]

Beschreibung:
Sieben wohl zusammengehörige Fragmente vom Unterrand einer Platte, davon zwei mit
Inschriftenresten.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Gefunden als Streufund (Inv.-Nr. 65,167) bei der Anlage von mehreren Suchschnitten (130 m
lang und 1,50 m breit) sowie von 2 Flächen (8 x 8 und 11 x 6 m ) bei der insgesamt 80 Brand-
und 69 Körpergräber aufgedeckt wurden (F.B.).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 514.

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Inschriften ID: 255 Inschriften Typ: Grabinschrift

[ - - -Ti. Caesaris Aug. et Augus]tae * l(iberti) * Vedian[i - - -] / [- - -] pii * fili * parens [- - -]

Beschreibung:
Gesimsblock, rechts, links und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1890
Fundumstände:
Gefunden im Boden des Kellers eines Neubaus (Hausbesitzer: Maurermeister Willems ); "zu
diesem Stein gehört der Torso eines Triton, dem Kopf und Hals, der rechte Arm, die linke Hand
und der Schwanz fehlen; er misst mit der Platte ca. 40 cm" (Cüppers 1890).
Übersetzung:
- - - Freigelassener des Tiberius und der Augusta, Vedianus, - - - des treuen Sohnes, (hat) der
Vater (das Grabmal errichten lassen).
Kommentar:
Das Fragment gehörte zu einer sehr qualitätvollen Grabinschrift für einen kaiserlichen Freigelassenen. Seine Freiheit hatte der
Verstorbene in diesem Fall einer weiblichen Angehörigen des Kaiserhauses zu verdanken, wie die Bezeichnung "Augustae libertus"
bezeugt. Der Name des "libertus" hat sich nicht vollständig erhalten. Als terminus post quem der Inschrift ist der Tod des Augustus
im Jahr 14 n.Chr. anzusetzen, denn wie schon Zangemeister sah, dürften Vedianus und sein Vater Freigelassene der Livia gewesen
sein, und Kaiser Augustus hatte seiner Witwe erst testamentarisch den Ehrentitel Iulia Augusta verliehen. Livia hatte Vedianus und
seinen Vater als Sklaven aus der Erbmasse des Vedius Pollio übernommen. Dieser ehemalige Helfer des Augustus, der als
rücksichtsloser Bürgerkriegsgewinnler beschrieben wird und angeblich seine Muränen mit Sklaven fütterte, hatte bei seinem Tod 15
v.Chr. zahlreiche Besitzungen, darunter auch eine luxuriöse Villa auf dem Oppius in Rom, nebst lebendem Inventar der Kaiserin
vermacht. Aufgrund des attraktiven Baugrunds und des wenig erhaltenswerten Namens ihres ehemaligen Besitzers musste die Villa
nahezu umgehend der "porticus Liviae" weichen. Die Bediensteten - darunter der Verstorbene und sein Vater - wurden folgerichtig
auf andere Besitztümer verteilt. Innerhalb der "familia" dürften Vedianus und sein Vater zu den Bedeutenderen gehört haben, wie
die Größe der Grabinschrift (mit annähernd 14 cm großen Buchstaben in Z. 1), ihre qualitätvolle Ausführung sowie der im
Fundbericht erwähnte reiche Figurenschmuck des Grabmals nahelegen. Die Anwesenheit eines ursprünglich in Rom beheimateten
Sklaven und seines Sohnes zu diesem frühen Zeitpunkt in Köln kann als ein weiterer Hinweis auf die Existenz kaiserlicher Domänen
in der Rheingegend bereits zur Zeitenwende gedeutet werden, die für die Zeit vor 9 n.Chr. selbst jenseits des Rheins nachgewiesen
sind; vgl. Rothenhöfer.
Literatur:
CIL XIII 8266; Klinkenberg 1906, 324; Eck-Hesberg 195f.; bei Eck, Köln, 94 Abb. 38. In dem von P. Weaver zusammengestellten
Repertorium von kaiserlichen Sklaven und Freigelassenen (jetzt zu konsultieren unter http://www.
uni-koeln.de/phil-fak/ifa/altg/eck/weaver.htm) wird weder diese noch die folgende Inschrift ID 256 zitiert.

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Inschriften ID: 256 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Tigridi(s?) / Secundu[s] / Aug(ustorum) n(ostrorum servus) dis[p(ensator)] / leg(ionis) I M(inerviae)

[piae fidelis] / - - -

Beschreibung:
Altarstele, unten abgebrochen. Schriftfeld beschädigt. Oberkante mit Pulvini links und rechts,
dazwischen flacher Giebel. Linkes Drittel der Inschrift stark beschädigt. Beide Seitenflächen
schräg nach hinten abgearbeitet, d.h. vielleicht als Sarkophagdeckel zweitverwendet.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Unbekannt. Der Stein ist vermutlich ohne Kenntnis der Fundumstände 1974 nachinventarisiert
worden (Altbestand?).
Übersetzung:
Den Manen. Für Tigris hat (das Grabmal errichten lassen) Secundus, Sklave unserer Kaiser,
"dispensator" im Dienste der "legio I Minervia Pia Fidelis" - - -.
Kommentar:
Die Kalksteinstele war als Grabstein für die Gefährtin eines kaiserlichen Sklaven errichtet worden, der bei der Bonner Legion in der
Verwaltung tätig war. Der Einsatz von kaiserlichen Sklaven insbesondere in der Buchhaltung und im Finanzwesen einer
militärischen Einheit war gängige Praxis (vgl. CIL VIII 3288f. und CIL VIII 3291 sowie AE 1969/70, 664: Ein Sklave als "ex
disp(ensatore) leg(ionis) III Aug(ustae)"; dazu M. Christol, Africa Romana 7, xxxx, 893-905). France 2000 kehrt gegen Versuche,
Secundus als "dispensator" eines "leg(atus)" anzusehen, zu der Interpretation zurück, dieser sei Legionsdispensator gewesen.
Aufgrund der Nennung mehrerer Kaiser kann die Inschrift entweder in die Zeit von 162-169 n.Chr. (gemeinsame Herrschaft von L.
Verus und M. Aurelius) oder in den kurzen Zeitraum nach dem Tod des Septimius Severus von 211 bis zur Ermordung Getas durch
seinen Bruder und Mitkaiser Caracalla 212 datiert werden.
Bemerkenswert ist der Unterschied in Monument- und Buchstabengrösse zu der Inschrift des tiberischen Dispensators ID 255,
wenngleich bei unserer Unkenntnis aller näheren Umstände ein Vergleich nicht möglich ist.
Literatur:
Galsterer, 1972/73 Nr. 7 = AE 1974, 449; Faust 127 Nr. 115; Haensch, KJ 32, 1999, 647f.; J. France, Cahiers Glotz 11, 2000, 207.

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Inschriften ID: 259 Inschriften Typ: Grabinschrift

"a: D(is) * M(anibus). * C(aius) * Iul(ius) Maternus / vet(eranus) * ex * leg(ione) * I * M(inervia) * vi(v)us * sibi / et *

Marie * Marcellinae / coiiugi * dulcissime /5 (et) castissime * obitae * f(ecit)

b: D(is) Liberalinio M(anibus) / Probino tribuno / Q praetoriano et / Liberaliniae Q Pro/binae filiae eiius. Bar/barinia

Accepta m/arito et filiae obitis."

Beschreibung:
Wiederverwendeter Grabstein. Ungegliederte Rechteckstele, bis auf den Sockel (ergänzt) gut
erhalten. Auf Seite a über der Inschrift Mahlszene (mit Bestoßungen an Gesichtern), auf Seite b
über der Inschrift drei Protome in einer Nische.
Fundort / Jahr: Köln1854
Fundumstände:
Gefunden beim Neubau des Hauses Anno Etzweiler (Schmitz 1857, 156).
Übersetzung:
a: Den Manen. C. Iulius Maternus, Veteran der "legio I Minervia", hat (das Grabmal) zu
Lebzeiten für sich und für die verstorbene Maria Marcellina, seine sehr liebe und ehrenhafte
Ehefrau, errichten lassen.

b: Den Manen. Für Liberalinius Probinus, Praetorianertribun und Liberalinia Probina, seine
Tochter. Barbarinia Accepta (hat das Grabmal errichten lassen) für den verstorbenen Gatten und
die ebenfalls verstorbene Tochter.
Kommentar:
a: Unter dem Relief einer für die Kölner Region typischen Totenmahlszene befindet sich die Inschrift mit einem nahezu perfekten
Schriftbild. Der Text läßt allerdings einige der Umgangssprache gehorchende Verschleifungen erkennen (Wegfall des A bei
AE-Laut; nicht gesprochenes N und V vor I/J bzw. U). Der Verstorbene hatte bis zu seinem Dienstende der seit 83 n.Chr. in Bonn
stationierten "legio I Minervia" angehört. Maternus stammte wohl aus einer jener Familien, die zwar ihre Wurzeln vor Ort hatten,
aber schon früh romanisiert wurden, das Bürgerrecht erhielten und über Generationen hinweg als Berufssoldaten Dienst in der
Legion leisteten. Das Gentilnomen deutet auf eine Bürgerrechtsverleihung unter den ersten Kaisern hin und die Gestaltung sowie
Sprache des Grabsteins entsprechen typisch römischen Gepflogenheiten. Das Einfließen umgangssprachlicher Elemente in den
Inschriftentext zeigt zudem, dass es sich bei diesem Latein um die gesprochene Sprache des Auftraggebers gehandelt und er den
Text der Inschrift selbst entworfen hat.

b: Den Verfall römischer Inschriftenfertigkeit dokumentiert eindrucksvoll die in Zweitverwendung mindestens 100 Jahre später
beschriftete Rückseite des Maternus-Steines. Die Buchstaben sind ungleichmäßiger. In Z. 3 und 4 findet sich je ein
durchgestrichenes Q, offenbar ein vom Steinmetz unverstandenes Theta Nigrum, das als Todessymbol im Rheinland nicht
gebräuchlich war (vgl. Kahrstedt, Trierer Zs., 211ff. [JRS 1977, 54]). Der Vestorbene stammt folgerichtig ursprünglich nicht aus der
Gegend. Es handelt sich um den Grabstein für den Praetorianertribunen Liberalinius Probinus und seine Tochter, aufgestellt durch
die Ehefrau. Er zeigt, dass Liberalinius in oder zumindest nahe der Stadt Köln lebte. Da er bei seinem Tode noch im Dienst war und
die kaiserlichen Elitetruppen, von denen er als Tribun eine Kohorte befehligte, sich stets im direkten Umfeld des Imperators

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aufhielten, ist diese Inschrift in die Zeit des gallischen Sonderreiches (260-274 n.Chr.) zu datieren (vgl. Ritterling, Fasti, 142 sowie
Walser 174f.).
Literatur:
CIL XIII 8267 a und b; Espérandieu VIII 6449; Klinkenberg 1906, 271; Fremersdorf, Urkunden², 42 sowie Taf. 26, 44 und Taf. 32;
U. Kahrstedt, Defunctus - obitus. Beobachtungen an lateinischen Grabinschriften, Trierer Zs. 22, 1953, 211ff.; Noelke, KJ 29, 1996,
301 zu Seite b (Datierung: späte 260er oder Anfang der 270er Jahre), 302 zu Seite a (Datierung antoninisch), 327 Nr. 24;
Friggeri-Pelli, Tituli 2, 1980, 95-172 (zum Theta Nigrum); Walser 174 Nr. 75; Faust 120 Nr. 89.

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Inschriften ID: 260 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arco) Gavio Primo a militis Arsulana Germanil/la cum quinque filis coniugi incompa/rabili cum quo vixit an(n)is

XXV sarcofag(um) ponendum curavit

Beschreibung:
Frontseite eines Sarkophages. In der Mitte senkrecht gebrochen. Ränder ringsum abgestoßen.
Linke obere Ecke fehlt.
Fundort / Jahr: Köln1650
Fundumstände:
Gefunden "in einer Gartenmauer des Carmeliterklosters zum Dau" (Inv.).
Übersetzung:
Für Marcus Gavius Primus, "a militis". Arsulana Germanilla hat mit ihren fünf Kindern dem
unvergleichlichen Ehemann, mit dem sie 25 Jahre lebte, diesen Sarkophag aufstellen lassen.
Kommentar:
Das gleichmäßige Schriftbild, das korrekte Latein sowie die Verwendung der Floskel "incomparabilis" können für eine Datierung
der Inschrift in die Zeit vor dem 3. Jhdt. sprechen, wahrscheinlich in die Mitte des 2. Jhdts. Damit würde es sich freilich um einen
recht frühen Beleg für eine römische Körperbestattung im Rheinland handeln.
Allerdings stammt der erste Beleg für einen "a militis" aus der Zeit des Septimius Severus. Sicher handelt es sich bei dieser
Rangangabe um eine Kurzbezeichnung, die besagt, dass der Betreffende alle drei bzw. vier Rangstufen der ritterlichen
Militärkarriere durchlaufen hat, wie bereits Domaszewski annahm.
Auch die Bestattung in einem relativ kostspieligen Sarkophag bezeugt, daß Gavius Primus einen vergleichsweise hohen Rang
bekleidet haben muß.
Literatur:
CIL XIII 8268; Klinkenberg 1906, 312; Ritterling, Fasti, 140.; PME G 11; Düntzer³ II 203.

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Inschriften ID: 261 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [C]arthaginens(is) / pref(ectus) * leg(ionis) * III * Aug(ustae) / militavit * an(nos) * XLV / Fl(avius) * Rufinus

filius /5 et * h(eres) * f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Fragment einer Grabinschrift. Oben abgebrochen, rundherum glatt abgearbeitet. Die linke obere
Ecke ergänzt.
Fundort / Jahr: Köln1643
Fundumstände:
Nach dem ersten Auffinden verschollen, 1900 bei Wiederherstellung des Altarpodiums in der
Goldenen Kammer wiedergefunden (Klinkenberg 1902, 140).
Übersetzung:
- - - aus Karthago, Lagerpräfekt der 3. Legion Augusta; er hat 25 Jahre gedient. Flavius Rufinus,
der Sohn und Erbe, hat für die Errichtung (des Grabmals) gesorgt.
Kommentar:
Das Fragment gehörte zu einer Grabinschrift für einen Lagerpräfekten der 3. Legion Augusta, dessen Name aufgrund der fehlenden
ersten Inschriftenzeile nicht mehr zu identifizieren ist. Die Lagerpräfektur war der Höhepunkt einer nicht-senatorischen
Militärkarriere. In der römischen Militärhierarchie stand der "praefectus legionis" noch über dem ranghöchsten "centurio", dem
"primus pilus" einer Legion. Warum der Tote aus Lambaesis (Afrika), wo die Legion stationiert war, an den Rhein gekommen war,
ist unklar. Möglicherweise wurde nach der offiziellen Auflösung der Legion 238 n.Chr. eine Abteilung unter dem Kommando des
"praefectus castrorum" nach Niedergermanien versetzt (Eck, Köln, 770, Anm. 25).

Literatur:
CIL XIII 8269; Eck, Köln, 770, Anm. 25; Klinkenberg 1902, 140 Nr. 109; Klinkenberg 1906, 275; Fremersdorf, Urkunden², 58 und
Taf. 94; Faust 132 Nr. 129.

Seite 36/682
Inschriften ID: 262 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucius) Nasidie/nus Agripp(a) / tribun(us) leg(ionis) XIIII Gem(inae)

Beschreibung:
Stele, vollständig erhalten. Die Inschrift in reich verzierter Aedicula. Oben in der Mitte
Lorbeerkranz, links und rechts des Giebels Blüten und Pflanzenornamente. Unter der Aedicula
Waffenfries, darunter in gerahmtem Feld Kantharos mit zwei Vögeln.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Der Stein wurde 1796 "von den Franzosen ausgebrochen" (Zangemeister 1892, 267) und befindet
sich heute im Cabinet des Medailles des Louvre, Paris.
Übersetzung:
Lucius Nasidienus Agrippa, Tribun der 14. Legion Gemina.
Kommentar:
Die reich dekorierte Grabstele war für L. Nasidienus errichtet worden. Das Cognomen ist wohl zu "Agrippa" zu ergänzen; eine
Ableitung von diesem Namen (Agrippinus etc.) ist zwar nicht auszuschließen, jedoch angesichts des reichlich vorhandenen Platzes
und des bereits im Gentilnamen praktizierten Zeilensprungs eher unwahrscheinlich. Das sehr seltene Nomen Nasidienus (sonst nur
noch Hor. sat. 2,8) ist, wie die anderen Namen auf "-ienus", wohl im mittelitalischen Berggebiet (Umbrer, Sabiner, Picener,
Vestiner) heimisch (vgl. Schulze 275f.).
Der Stein, der wohl noch zu Lebzeiten des Augustus errichtet wurde, gilt als der früheste inschriftliche Beleg der 14. Legion Gemina
am Rhein. Sie war - abgesehen von einem Aufenthalt in Britannien (43-70 n.Chr.) - bis 92 n.Chr. in Mainz stationiert (vgl. Ritterling
1925, 1729).
Nasidienus war als "tribunus legionis" Inhaber des typischen Einstiegsamtes für die gehobene politische/militärische Laufbahn und
stand dementsprechend noch am Anfang seiner Karriere. Aus welchem Grund er in Köln bestattet wurde, obgleich seine Legion
doch in Mainz stand, bleibt ungeklärt.
Literatur:
CIL XIII 8270; Klinkenberg 1906, 232, Abb. 87; Ritterling 1925, 1727-1747; Fremersdorf, Urkunden², 43 und Taf. 29; Devijver,
PME N Nr. 7; Demougin, Prosopographie, 157 Nr. 170; T. Franke, Legio XIV Gemina, in: Légions I, 191-202.

Seite 37/682
Inschriften ID: 263 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Q(uinti) * Didi * Lemoni[a] / Euhodian[i] / [p]raef(ecti) * eq(uitum) al(ae) I Trhac(um) (sic !) / - - -

Beschreibung:
Altarstele. Oben, links und rechts bestoßen, unten abgebrochen. Über der Inschrift flacher Giebel
mit Akanthusornament, seitlich Pulvini.
Fundort / Jahr: Köln1907
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Totengöttern des Quintus Didius Euhodianus aus dem Bürgerbezirk Lemonia, Befehlshaber
der 1. thrakischen Ala - - -.
Kommentar:
Die Grabinschrift war für Q. Didius Euhodianus, Befehlshaber einer Reitereinheit, der 1. thrakischen Ala, errichtet worden. Das
schwach lesbare I am Ende der zweiten Zeile bestätigt, dass es sich bei der Angabe "Lemoni[a]" um die Tribus handeln muß, nicht
etwa den Heimatort des Toten (beispielsweise Lemonum im keltischen Gallien). Zu diesem Bürger-/Stimmbezirk gehörten
ausschließlich Städte in Mittel- oder Oberitalien. Alföldys Vermutung, Didius stamme aus einer griechischen Stadt, ist also trotz des
für einen römischen Ritter ungewöhnlichen griechischen Cognomens abzulehnen. Die "ala I Thracum" war vor Claudius in
Germania Inferior stationiert, anschließend in Britannien und wurde unter Hadrian wieder an den Niederrhein verlegt, wo sie bleiben
sollte. Genaueres zum Lagerstandort und zur Zusammensetzung ist nicht bekannt (vgl. Spaul, Ala², 221f. Nr. 78 mit umfassender
Literatur).
Die Inschrift wird von Bogaers in das 2. Jhdt. datiert, von Faust an das Ende des 2. bis ins 3. Jhdt.
Literatur:
CIL XIII 12058; Fremersdorf, Urkunden², 43 und Taf. 30; Alföldy, Hilfstruppen, 187 Nr. 65; Faust 128 Nr. 116; Spaul, Ala², 221f.;
J. Bogaers, Akten 9. Limeskongress Mamaia 1972 (1974), 456f.

Seite 38/682
Inschriften ID: 264 Inschriften Typ: Grabinschrift

Ti(berio) * Claudio / Haloto; * vixi[t] / annis * XVIII. / Claudius * Iustus /5 patr(onus) * praef(ectus) * coh(ortis) * III /

Dalmat(arum)

Beschreibung:
Hohe, stark restaurierte Stele. Oben in der Aedicula Darstellung des Verstorbenen, darunter
gerahmtes Schriftfeld. Seitlich neben der Nische Bäume.
Fundort / Jahr: Köln80er
Fundumstände:
Gefunden zusammen "mit zwei Aschenurnen aus Jurakalk" (Ihm, 1896, 129).
Übersetzung:
Für Tiberius Claudius Halotus, der 18 Jahre lebte, (ließ) Claudius Iustus, sein Patron,
Kommandant der 3. dalmatischen Kohorte (diesen Grabstein errichten).
Kommentar:
Die Grabstele war für den mit 18 Jahren verstorbenen Ti. Claudius Halotus errichtet worden. Ihre Anfertigung hatte Claudius Iustus
veranlaßt, wobei nicht mehr eindeutig zu klären ist, in welchem Verhältnis dieser zum Verstorbenen stand. In Z. 5 sind die
Buchstaben heute nachgezeichnet, so daß nicht mehr zu erkennen ist, ob hier ursprünglich tatsächlich "patr(onus)" stand oder
vielleicht "pater" mit TE-Ligatur. Sollte letzteres der Fall gewesen sein, so wäre Claudius Iustus nicht der Freilasser ("patronus") des
Verstorbenen gewesen, sondern sein Vater (so auch Spaul, Cohors², 305f). Für diese Deutung spräche in jedem Fall die bildliche
Darstellung des Verstorbenen als Togatus. Die Toga war die Bekleidung eines römischen Bürgers und weist eher auf freie Geburt
als auf libertinen Status hin.
Die "cohors III Dalmatarum" ist für 80 n.Chr. in Niedergermanien belegt (CIL XVI 158). Ihre Entstehung vor dem Jahr 89 n.Chr.
ergibt sich auch daraus, daß die Einheit ab diesem Zeitpunkt den Ehrentitel "pia fidelis" führte, weil sie während des
Saturninus-Aufstandes Domitian treu geblieben war. Die "cohors" blieb wohl gleich nach dessen Niederschlagung in
Obergermanien, ähnlich wie die 22. Legion Primigenia, die zum Kampf gegen den Usurpator aus Xanten herbeigerufen worden war
und anschließend anstelle der strafversetzten aufständischen Legionen ("XXI Rapax" und "XIV Gemina") in Mainz Quartier nahm.
Stationiert war die Hilfstruppeneinheit wahrscheinlich in Wiesbaden. Sie spielte eine wichtige Rolle bei der Errichtung des
domitianischen Limes im Maintal (Spaul, Cohors², 306).
Unklar ist, ob sie - sowie die erste, zweite und vierte Kohorte - zuerst in Britannien diente, oder, was wahrscheinlicher ist, ob alle
fünf Dalmaterkohorten erst in Germanien stationiert waren und von dort nach Britannien und wieder zurückverlegt wurden.
Literatur:
CIL XIII 8271 = AE 1896, 101; M. Ihm, Westdeutsch. Korr.-Blatt 15, 1896, 128ff. Nr. 41; Klinkenberg 1906, 288, Abb. 123; Stein -
Ritterling 185f.; Fremersdorf, Urkunden², 43 f. und Taf. 31; Alföldy, Hilfstruppen, 201 Nr. 116; Gabelmann 1972, 135 Nr. 24; Tod
am Rhein 46; Spaul, Cohors², 305f.

Seite 39/682
Inschriften ID: 265 Inschriften Typ: Grabinschrift

Ha[ve] Taurici. Salus sis, homo bon[e], quoniam me salutasti. / Perlege et dicam tibi: C(aio) Tauricio Vero vet(erano)

ex b(ene)f(iciario) co(n)s(ularis) eques/tris militiae petitori Tauriciu[s Ver]ulus filius et heres / et Iulia Ingenua coniux

ex vo[lunta]te testamenti /5 faciundum curaverunt. Heredes et amici, hic / ego vos specto. [Bene valete? - - - ] NET

Beschreibung:
Sarkophag. Vorderseite aus sechs Bruchstücken geklebt und restauriert, dabei einige Buchstaben
verloren gegangen. Rechte untere Ecke ergänzt. Dazu nicht zugehöriger Deckel (Inv. Nr.
35,967a).
Fundort / Jahr: Köln1934
Fundumstände:
Aus Grab 145 zusammen mit Inv.-Nr. 35,957-970; wohl zweitverwendet, da statt des
ursprünglichen Deckels zwei Gesimsbruchstücke aus Kalkstein mit Kassettenfries verwendet
worden [waren] (Fremersdorf 1955, 30).
Übersetzung:
Sei gegrüßt, Tauricius. Heil sei dir, guter Mensch, der du mir Gutes wünschtest. Lies und ich
werde dir sagen: für Caius Tauricius Verus, Veteran und ehemaliger "beneficiarius consularis",
Anwärter auf die ritterlichen Militärränge, haben Tauricius Verulus, der Sohn und Erbe, und Iulia
Ingenua, die Ehefrau, gemäß dem Willen des Testamentes, die Errichtung (des Grabmals)
besorgt. Erben und Freunde, ich erwarte euch hier! (Lebt wohl?)
Kommentar:
Der Sarkophag war für C. Tauricius Verus, Veteran der "beneficiarii consulares" errichtet worden. Bei den konsularischen
Benefiziariern handelte es sich nach Ott um "besonders qualifizierte Verwaltungs- und Untersuchungsbeamte", die zu den
"duplicarii" gehörten, den Empfängern doppelter Rationen bzw. doppelten Soldes. Die Anwartschaft auf eine Beförderung zu
ritterlichen Offiziersstellen wurde durch den Titel "petitor equestris militiae" angezeigt (vgl. ILS 8847: "equestris militiae petitor").
Allerdings wäre zu überlegen, ob der Titel auch im 3. Jhdt., als der Sarkophag für Tauricius Verus angefertigt wurde, noch die
gleiche Bedeutung hatte, oder ob zu dieser Zeit der Grad zu einer reinen Ehrenbezeichnung geworden war. Letzteres wäre sicher
besser mit der Tatsache in Einklang zu bringen, dass sich Tauricius als Veteran schon im Ruhestand befand, also realiter keine
Beförderung mehr zu erwarten hatte.
Wohl derselbe C. Tauricius Verus, "beneficiarius consularis", ließ zu seinen Lebzeiten an unbekanntem Ort ("incerto loco", Gruter)
eine Weihinschrift für das Kaiserhaus, alle Götter und Göttinnen, die Matres Vapthiae (?) und den Genius Loci (CIL XIII 8841)
anfertigen, ebenso in Bonn die Matronenweihung N 159 (CBI 72, 95 und 53).
Literatur:
NL 221 = AE 1956, 252; Fremersdorf 1955, 30f. Nr. 21 und Abb. 6; G. Alföldy, Les equites romains, 1977, 17 Nr. 18; R. Haensch,
Veteranus ex beneficiario consularis, equestris militiae petitor. Mögliche Gründe für einen außergewöhnlichen Aufstieg, KJ 34,
2001, 135-139 = AE 2001, 1421; J. Ott, Die Beneficiarier. Untersuchungen zu ihrer Stellung innerhalb der Rangordnung des
Römischen Heeres und zu ihrer Funktion, Stuttgart 1995, 30ff; vgl. Domaszewski-Dobson 34 und E. Birley, Roman Britain and the
Roman Army, Kendal 1961, 91f.; Devijver, Zetesis. Album amicorum E. de Strycker, Antwerpen-Utrecht 1973, 564f.

Seite 40/682
Inschriften ID: 266 Inschriften Typ: Grabinschrift

Accept[io ? - - -] / Fausti[no ? - - - perf(ectissimo)] / viro p(rimi) p(ilari) duc[i leg(ionis) ? - - -] / ex varis vi[ctoriis ? - -

-]

Beschreibung:
Sandsteinplatte. Aufgrund der Maße wohl eher Stele als Vorderseite eines Sarkophags. Linker
und oberer Rand erhalten, sonst abgebrochen. Rechte untere Ecke wieder angeklebt. Rückseite
sekundär bearbeitet. Rechts oben einige Buchstaben verloren.
Fundort / Jahr: Köln1849
Fundumstände:
?
Übersetzung:
(Für) Accept(i)us Faustinus, Ritter, "primus pilus" (bzw. "praeses provinciae"), "dux legionis"
(oder "provinciae") - - - aufgrund zahlreicher Siege - - -.
Kommentar:
Die Grabinschrift war für einen römischen Ritter ("vir perfectissimus") angefertigt worden, dessen Name bei der Auffindung noch
als "Accept[io] Fausti[no]" zu erkennen war und auf eine Herkunft aus dem Rheinland hinweist. Aufgrund der verlorenen Teile der
fragmentierten Inschrift ist nicht eindeutig zu entscheiden, welche Position bzw. Positionen der Verstorbene bekleidet hatte.
Abweichend von der hier vorgeschlagenen Ergänzung zu "primus pilus" (= ranghöchster "centurio", in der Regel aus den
Mannschaftsgraden aufgestiegen), "dux legionis" bzw. "dux provinciae" (so schon CIL) sah Klinkenberg in dem Offizier einen
"protector ducenarius" (Lesung später übernommen durch AE 1956, 251). Theoretisch wäre auch denkbar, dass der Verstorbene ein
"primus pilus ducenarius" war - unter Gallienus (253-268) traten die "primi pili ducenarii" an die Stelle der "praepositi" und "duces"
als praetorische Kommandanten. Beiden Varianten ist aber die erste Möglichkeit, die auch andernorts belegt ist (CIL III 1919 u.
4855; CIL VI 1645) vorzuziehen. Die "duces legionis" waren ursprünglich Zenturionen, die aufgrund besonderer Umstände eine
Legion befehligten. Während der Tetrarchie bezeichnete man mit diesem Titel höhere Offiziere aus dem Ritterstand
(Rangbezeichnung "vir perfectissimus"), denen das militärische Kommando über eine bestimmte Krisenregion, auch über
Provinzgrenzen hinweg, erteilt worden war (statt der früheren "legati Augusti pro praetore"). Mit der Zeit wurden sie unabhängig
von aktuellen Gefahren zur festen Institution und übernahmen vollständig den militärischen Aufgabenbereich der
Provinzverwaltung, während die "praesides" Verantwortung für zivile Angelegenheiten trugen. Dobson datiert die Inschrift unter
Vorbehalt in die Zeit Galliens.
Welche die "verschiedenen Siege" waren, auf die Faustinus am Ende der Inschrift hinweist und welche Belohnung er dafür erhielt,
bleibt leider ungewiss. Devijver nahm Acceptius nicht in die PME auf.
Literatur:
CIL XIII 8272; Klinkenberg 1906, 333; AE 1956, 251; Düntzer Nr. 126; B. Dobson, Die Primipilares. Entwicklung und Bedeutung,
Laufbahnen und Persönlichkeiten eines römischen Offiziersranges, Beihefte BJb. 37, Köln 1978, 318 Nr. 225; R. Smith, Dux,
Praepositus, ZPE 36, 1979, 263-278.

Seite 41/682
Inschriften ID: 267 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is) M(anibus) ?] / Superini Roma/ni > (centurionis) protect(oris) d(omini) n(ostri) /5 Florentinia Aeta coniugi

ka/rissimo qui / - - -

Beschreibung:
Rechteckige Platte. Linke untere Ecke fehlt. Linke obere Ecke angeklebt.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Unbekannt; "die Platte war vermutlich in ein grösseres Denkmal eingelassen, auf dem oben DM
gestanden hat" (Lehner Nr. 676). Allerdings spricht hiergegen der oben glatte Rand.
Übersetzung:
(Den Totengöttern des) Superinius Romanus, "centurio" und "protector" unseres Kaisers, (setzte
diesen Grabstein) Florentinia Aeta, ihrem lieben Mann, der - - -.
Kommentar:
Die Grabinschrift war für Superinius Romanus auf Veranlassung seiner Ehefrau, Florentinia Aeta, angefertigt worden. Die
Gentilnamen des Verstorbenen und seiner Frau - beides abgeleitete Neubildungen - sind im Rheinland häufig anzutreffen. Aeta ist
nach Weisgerber (365) ubischen Ursprungs. Der Name des Verstorbenen im Genitiv verlangt ein Bezugswort, das in der Regel in
der Formel "Dis Manibus" zu finden ist. Nur in den frühesten Grabinschriften wird der Tote ohne explizites Bezugswort im Genitiv
genannt, d.h. die Ergänzung "ossa" (= die Gebeine des - - -) war gedanklich vorzunehmen. Bei der vorliegenden Inschrift ist
allerdings die Ergänzung der Weiheformel "Bonae Memoriae" (= dem guten Gedenken der/des - - -) naheliegend. Sie tritt in der
zweiten Hälfte des 3. Jhdts. in Ostgallien häufig und im germanischen Raum zumindest gelegentlich auf. Zu dieser Zeit war die
Weihung an die Manen ("Dis Manibus") zur Floskel erstarrt und wurde nicht mehr mit einem nachfolgenden Genitiv konstruiert.
Der Titel "protector domini nostri" ist ab severischer Zeit nachzuweisen (SHA Car. 7). In seiner frühen Form (Mitte/Ende 3. Jhdt.)
bezeichnete er einen Beförderungsgrad hoher Offiziere, seit 290 n.Chr. auch von Zenturionen (vgl. Jones, Later Roman Empire 2,
636ff.). Die geistige Nähe zum germanischen Gefolgschaftswesen machte ihn besonders attraktiv für Usurpatoren, die sich mit
dieser Auszeichnung meist aus dem germanischen Raum stammende Berufsoffiziere persönlich verpflichteten (vgl. Diesner, RE
Suppl. 11, 1968, 1115f.).
Domaszewski-Dobson (188, Anm. 4) vermuten, dass der hier genannte "protector" im Hauptquartier eines in Köln residierenden
Kaisers Dienst tat. Demnach stammt die Inschrift entweder aus der Zeit des gallischen Sonderreiches (260-274) oder aber Superinius
diente einem der späteren Kölner Gegenkaiser, Bonosus (280) oder Proculus (280-281; der 350 n.Chr. in Köln sich erhebende
Silvanus ist dagegen zu spät).

Literatur:
CIL XIII 8273; Klinkenberg 1906, 271; Lehner Nr. 676; H.-J. Diesner, RE Suppl. 11, 1968, 1115f., s.v. protector; Jones, Later
Roman Empire 2, 636ff.

Seite 42/682
Inschriften ID: 268 Inschriften Typ: Grabinschrift

Viatorinus prot/ector mi(li)tavit an/nos triginta o/ccissus in bar/barico iuxta D/ivitia a Franco. / Vicarius Divitesi(u)m

Beschreibung:
Tafel; am Unterrand und teilweise auf dem Schriftfeld abgeschlagen. Sehr nachlässige Schrift.
Fundort / Jahr: Köln1888
Fundumstände:
Nach Zangemeister wurde der Stein bei Kanalisationsarbeiten gefunden, etwa "7 Schritte von der
SO-Ecke des Hauses Nr. 2 in der Verlängerung der W-Seite der Probsteingasse [...] etwa
anderthalb Meter tief im Schutt neben einer Mauer [...], dabei zwei römische Töpfe voll
Knochen, ein Fläschchen von grauem Thon und ein Lämpchen".
Übersetzung:
Der "protector" Viatorinus diente 30 Jahre. Er wurde im Barbarenland in der Nähe von Deutz
von einem Franken getötet. Der "vicarius" der Deutzer (ließ den Stein setzen).
Kommentar:
Bei der Inschrift für den "protector" Viatorinus handelt es sich - wie bereits Schmitz (688) betonte - um einen regelrechten
"Dienstgrabstein", der keinerlei Zeichen persönlicher Verbundenheit aufweist, keine Familie, ja nicht einmal Kameraden nennt. Er
wurde pflichtgemäß vom zuständigen Militärbefehlshaber gesetzt, der nur als Funktionsträger, nicht aber als dem Verstorbenen
persönlich Verbundener erscheint. Dementsprechend werden auch nur die formal notwendigen Angaben (Rang, Dienstjahre, Tod in
Ausübung der Pflicht) gemacht.
Die Inschrift gehört insbesondere aufgrund der überaus nachlässigen Meißelung in das späte 4., vielleicht sogar in das frühe 5. Jhdt.
Der Titel "protector" des Verstorbenen hatte zu dieser Zeit offensichtlich eine andere Bedeutung als im 3. Jhdt., wie die Inschrift ID
267 nahelegt, die den "protector domini nostri" Superinus Romanus nennt.
Der Aufsteller trägt den Titel "vicarius", der sowohl den tatsächlichen Stellvertreter eines Kommandierenden bezeichnen kann, aber
auch als eigenständiges, zumeist militärisches Amt belegt ist. Möglich ist sicherlich, dass im vorliegenden Fall der Kommandeur des
Deutzer Kastells im Verlauf der Kämpfe, die Viatorinus das Leben kosteten, ebenfalls gefallen ist. Wichtige Amtsgeschäfte, zu
denen ein Militärbegräbnis sicher gehörte, wurden vorübergehend von einem Stellvertreter wahrgenommen.
Literatur:
CIL XIII 8274 = ILS 2784; Klinkenberg 1902, 143 Nr. 119; Klinkenberg 1906, 282; J.Carcopino, Notes d'épigraphie latine, in:
Mémorial d`un voyage ... en Rhénanie 1951 (Paris 1953), 183-196 = AE 1953, 273; Fremersdorf, Urkunden², 43 und Taf. 28;
Hoffmann, Bewegungsheer, 178 u. Anm. 492; Schmitz 1995, 687-690 (ausführlicher Kommentar); Verstegen 269 Nr. 5.

Seite 43/682
Inschriften ID: 269 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Vetieni(us) C(ai) f(ilius) / Pupinia Urbiqus / tubicem exs / legeoni (sic !) I exs /5 testamento / f(aciendum)

c(uravit)

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der gerahmten Aedicula mit halbrunder Nische, in der der Verstorbene als
Togatus dargestellt ist, rechts und links des Giebels Pflanzen- und Blattornamente. Inschrift
stellenweise flach abgestoßen, am Unterrand eine Zeile verloren.
Fundort / Jahr: Köln1632
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 75 - in unmittelbarer Nähe des Poblicius-Grabmals (ID 279) - bei
der Herstellung neuer Befestigungswerke. Beide Steine waren zunächst in die Mauer des
Festungswerkes am Bayenturm und später im Zeughaus eingemauert und wurden 1794 von
französischen Commissaires d'Art ausgebrochen, nach Paris und von dort später in das Musée
Gallo-Romain in St. Germain-en-Laye verbracht, wo sie noch heute stehen.
Übersetzung:
Caius Vetienius Urbicus, Sohn des Caius, aus dem Wahlbezirk Pupinia, Signalgeber der 1.
Legion. Er hat testamentarisch für die Errichtung (der Grabstele) gesorgt.
Kommentar:
Einige Buchstaben sind in früheren Abzeichnungen noch erhalten. Die Bezeichnung "Urbiqus" wird meist als Beleg dafür
angesehen, dass Vetienius aus Rom stammte. Er hätte dann zu den im Jahr 9 n.Chr. in größter Eile aus der hauptstädtischen
Bevölkerung zusammengestellten Truppen gehört, die nach der Niederlage des Varus an den Rhein versetzte wurden (Ritterling
1925, Sp. 1377). Tribus wie die Pupinia sind jedoch bei Soldaten mit Rom als Heimat sehr selten. Es ist folglich wahrscheinlicher,
in "Urbiqus" ein Cognomen zu sehen und die Herkunft des Vetienius aus einer der Städte Mittel- oder Norditaliens anzunehmen,
von denen viele in die Pupinia eingeschrieben waren (dafür spräche auch der Name "Vetienius", dessen Stamm etruskische Wurzeln
vermuten läßt; vgl. Schulze 101).
Die 1. Legion (Germanica) kam 10 n.Chr. nach Köln und wurde ungefähr 20 Jahre später nach Bonn verlegt, soweit man bei den
Legionen dieser Zeit von festen Garnisonen sprechen kann. Sie wurde 70 n.Chr., nachdem sie im Verlauf des Bataver-Aufstandes
angeblich mit dem feindlichen Heerführer Civilis kollaboriert hatte, von Vespasian aufgelöst. Der Grabstein stammt also sicher aus
tiberischer Zeit.
An Signalgebern ("tubicines") besaß die Legion im Normalfall 35. Ihnen stand ein "optio" vor; außerdem wurde aus ihren Reihen
ein "tubicen princeps" (= Stabstrompeter) ernannt (vgl. Domaszewski-Dobson 44).
Bemerkenswert ist auch, dass die Grabstele des Vetienius Urbicus aus derselben Grabstein-Serie stammt, wie der Stein des C.
Deccius (ID 75) und die Inschrift sogar von derselben Hand gefertigt wurde.
Literatur:
CIL XIII 8275 = ILS 2351; Espérandieu VII 6446; Fremersdorf, Urkunden², 54 und Taf. 81; P. La Baume, Bulletin Kölner Museen
1969, 786f.; Gabelmann 1972, 133 Nr. 16; Noelke, Lust und Verlust, 433; Klinkenberg 1906, 82 Nr. 4, 161 Abb. 53, 321; Lehner
Nr. 604.

Seite 44/682
Inschriften ID: 270 Inschriften Typ: Grabinschrift

[. Au]relius * A(uli) * f(ilius) / [Le]m(onia) * Bon(onia) * eques / [na]tus * anno(s) * XLV / [mis]sus * ex * leg(ione) * I

/5 [vex]ssillo C(ai) * Lucretei / [...]onis * mili(tavit) * anno(s) / [X]XV. * H(ic) * s(itus) * e(st)

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Reste einer Darstellung (wohl einer Blüte im Giebel, wie bei
ID 269). Heute nur noch fragmentarisch erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1886
Fundumstände:
In den Fundamenten des Oppenheimischen Hauses.
Übersetzung:
(Aulus) Aurelius, Sohn des Aulus, aus dem Wahlbezirk Lemonia, gebürtig aus Bologna,
Legionsreiter, 45 Jahre alt. Er wurde aus der Legio I unter dem Feldzeichen des Gaius Lucretius -
- - (zur Ansiedlung) entlassen. Er diente 25 Jahre. Hier ruht er.
Kommentar:
Das Fragment gehörte zu einer Grabstele für Aulus Aurelius, der bis zu seiner "honesta missio", der Entlassung aus dem aktiven
Militärdienst, in der "legio I" gedient hatte. Diese Legion kam 10 n.Chr. nach Köln und wurde ungefähr 20 Jahre später nach Bonn
verlegt (vgl. zur weiteren Geschichte der Legion ID 269). Die Inschrift kann somit sicher in tiberische Zeit datiert werden (vgl.
Wesch-Klein 179ff; Domaszewski-Dobson 78f.).
Nach dem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst wurde Aurelius von der Legion zu einem in Z. 5 erwähnten "vexillum" geschickt.
Dies war mit großer Wahrscheinlichkeit ein "vexillum veteranorum", also eine Einheit, in der Soldaten nach ihrer Entlassung noch 5
Jahre gewissermaßen "in Reserve" zusammengehalten wurden, um im Ernstfall schnell reaktiviert werden zu können. Augustus
hatte die Dienstzeit für Legionäre zunächst auf 16 Jahre plus 4 Jahre Bereitschaft (= "sub vexillis") und später auf 20 Jahre plus 5
Jahre Bereitschaft festgelegt.
Gelegentlich lässt sich nachweisen, dass diese Reserveeinheiten bei ehemaligen Legionären, die keine eigene Familie besaßen, auch
über das Ende des Bereitschaftsdienstes hinaus als sozialer Verbund erhalten blieben – oftmals empfand man eben die Armee als
Familie und suchte als Veteran die Nähe der Kameraden, statt in die ehemalige Heimat zurückzukehren. Dies scheint auch bei dem
aus Bologna stammenden Aurelius der Fall gewesen zu sein, schließlich war die volle Dienstzeit von 25 Jahren abgeleistet.
Allerdings mag der noch intakte Kameradschaftsverbund in diesem Falle nicht sonderlich verwundern: bei einem üblichen
Rekrutierungsalter von 18-20 Jahren und seinem Tod mit 45 überlebte er seine Entlassung offenbar nur knapp.
Literatur:
CIL XIII 8276 = ILS 2324 add.; Klinkenberg 1906, 232; Domaszewski-Dobson 276; J.K. Haalebos, Römische Truppen in
Nijmegen, in: Légions II 465f.; G. Wesch-Klein, Soziale Aspekte des römischen Heerwesens in der Kaiserzeit, Stuttgart 1998,
179ff.

Seite 45/682
Inschriften ID: 271 Inschriften Typ: Grabinschrift

B(onae) m(emoriae) / (griech.) eupsychai (?) oudeis athanatos / Aurel(iae) * Gaian(ae) /5 domo * Sidon(e) / Ael(ius) *

Paulus * > (centurio) / [l]eg(ionis) * I * M(inerviae) * coniug(i) / carissime

Beschreibung:
Großer Grabaltar. Unter der Inschrift Sockel, über der Inschrift Medaillon mit Bildnis der
Verstorbenen zwischen B und M, darunter in einer Tabula Ansata die griechische Inschrift. Auf
den Schmalseiten Lorbeerbäume. Der Stein ist über der Tabula Ansata quer gebrochen. Giebel
und Voluten stark abgeschlagen, ebenso die Seitenkanten. Die Inschrift ist bis auf den Beginn
von Z. 7 vollständig. In der Mitte des Giebels oben Podest mit zwei Dübellöchern.
Fundort / Jahr: Köln1966
Fundumstände:
Gefunden bei einer nachträglichen Ausschachtung an der Severinsmühlengasse in 1,50 m Tiefe
in gestörtem Boden als Streufund; vom selben Fundplatz auch die Inschrift der Severina nutrix,
wohingegen "anderes in private Hand gelangte und verschwand" laut Fundbericht.
Übersetzung:
"Sei frohen Geistes. Niemand ist unsterblich" (griech. Text). Der guten Erinnerung an Aurelia
Gaiana, die aus Sidon stammte. Aelius Paulus, "centurio" der 1. Legion Minervia, (hat den
Grabstein) für die liebste Gattin (errichten lassen).
Kommentar:
Aelius Paulus brachte seine Frau, Aurelia Gaiana, aus Syrien wohl von einem der Partherfeldzüge mit nach Germanien. Die seit 83
n.Chr. bis zum Ende der Römerherrschaft in Bonn stationierte "legio I Minervia" nahm sowohl am Parther-Feldzug des L. Verus
(162-166 n.Chr.), als auch - zumindest in Detachements – am Perserkrieg des Severus Alexander (231-233 n.Chr.) teil. Auf beide
Kaiser passt der Gentilname der Aurelia Gaiana. Die Verstorbene stammte ursprünglich aus Sidon, der bedeutendsten Stadt des alten
Phönizien, doch ist der Name nicht auf diese Region beschränkt (vgl. z.B. einen Aurelius Gaianus aus Intercisa: Intercisa I Nr. 29).
Angesichts des in Syrien verbreiteten Namens Paulus als Cognomen ist anzunehmen, dass auch die Heimat des Grabstifters in dieser
Gegend liegt. Seine Verbundenheit mit der Heimatkultur drückt zudem der griechische Sinnspruch aus, den er - zusätzlich zur für
die Zeit und die Region typischen Weihung an die Erinnerung der Verstorbenen - in die Kopfzeile der Inschrift meißeln ließ. Nicht
zuletzt aufgrund dieses Formulars ist die spätere Datierung (1. Hälfte 3. Jhdt.) wahrscheinlich.
Literatur:
Galsterer I Nr. 8; Päffgen, Severin I, 54 u. 105; Päffgen, Severin III, 653, Abb. 302; Noelke, Grabaltäre, 99 Nr. 10; Faust 129 Nr.
121.

Seite 46/682
Inschriften ID: 272 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Ge]rmanus sig(nifer) / [l]eg(ionis) I M(inerviae) coniug(i) / [o]bsequentis/simae

Beschreibung:
Untere Hälfte einer Platte. In Z. 1 und 2 sehr verwittert, am linken Rand stark abgerieben.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Vermutlich zur Bauverwendung oben und links abgesägt; 1839 "in der Vorhalle der
Gereonskirche befindlich" (Lersch).
Übersetzung:
- - - Germanus, Feldzeichenträger der 1. Legion Minervia (hat den Stein gesetzt) seiner
gehorsamsten Ehefrau.
Kommentar:
Es läßt sich nicht mehr nachvollziehen, wieviele Informationen dieser stark abgeriebene und kaum noch lesbare Stein ursprünglich
enthielt - er wurde im Zuge der Wiederverwendung als Baumaterial großzügig zugeschnitten.
Es handelt sich um einen Grabstein, den der Feldzeichenträger ("signifer") der Bonner Legion seiner Ehefrau aufstellte. Das
"signum" des Feldzeichenträgers bezog sich individuell auf die jeweilige Legion, anders als der Adler, der allen gemeinsam war. Es
bestand im Grunde aus einer Lanze, die u. A. mit dem Wappentier der Legion (im Falle der 1. Minervia ein Widder), ihrem Namen,
sowie den errungenen Ehrenabzeichen versehen war.
Das Elogium "obsequentissima" findet hauptsächlich Verwendung in Oberitalien bzw. der Gallia Cisalpina. Die Herkunft des
Germanus aus einer der oberitalischen Städte, die ohnehin häufiger Rekrutierungsort römischer Soldaten am Rhein waren, ist daher
anzunehmen.
Es fehlen in dem Fragment der Gentilname des Germanus sowie der Name der Ehefrau.
Literatur:
CIL XIII 8281.

Seite 47/682
Inschriften ID: 273 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / Aurel(io) / Aristaene/to vet(erano) leg(ionis) /5 I M(inerviae) [A]urelius / A[ris]tide[s] / [m]i[l(es)]

leg(ionis / I M(inerviae) b(ene)f(iciarius) [c]o(n)s(ularis) patr[i]

Beschreibung:
Aus zehn Bruchstücken zusammengeklebte Altarstele. Oben über dem Ansatz der Protome
abgebrochen, darüber Spuren eines anscheinend verzierten Giebels. Stark restauriert.
Fundort / Jahr: Köln1894
Fundumstände:

Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Aurelius Aristaenetus, Veteran der 1. Legion Minervia. Aurelius
Aristides, Soldat der 1. Legion Minervia, Benefiziarier des Statthalters, (hat den Stein) dem Vater
(gesetzt).
Kommentar:
Die in zahlreiche Teile zerbrochene Grabinschrift weist große Parallelen zu ID 271 auf. Viele Buchstaben, die im CIL noch
angegeben werden, sind heute nicht mehr lesbar. Die genannten Angehörigen der "legio I Minervia" stammen nach Ausweis ihrer
griechischen Cognomina Aristaenetus und Aristides - wie bei ID 271 - ursprünglich aus dem Osten des Imperiums. Aufgrund der
Übereinstimmungen zu ID 271 hinsichtlich Gestaltung und Schriftbild ist anzunehmen, dass beide Inschriften vom gleichen
Steinmetz angefertigt wurden und in die gleiche Zeit, die erste Hälfte des 3. Jhdts., datieren. Für diese zeitliche Einordnung sprechen
auch die in beiden Inschriften auftretenden Gentilnamen. "Aurelius" wurde mit der "constitutio Antoniniana" von 212/213 n.Chr.,
durch die Caracalla sämtlichen Einwohnern des römischen Reiches das Bürgerrecht verlieh, zum Familiennamen eines Großteils
aller Menschen innerhalb des Imperiums.
Literatur:
CIL XIII 8278; Klinkenberg 1902, 125 Nr. 67; Klinkenberg 1906, 294; Lehner Nr. 617; Noelke, Grabaltäre, 99 Nr. 9; Faust 1998,
129f. Nr. 122.

Seite 48/682
Inschriften ID: 274 Inschriften Typ: Grabinschrift

T(ito) * Aurelio / Rufino / veterano / le * (!) g(ionis) * I * M(inerviae) /5 coniugi * pien/tis(simo) * Quadratia /

Primitiva * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Rechteckige Platte.
Fundort / Jahr: ?
Fundumstände:

Übersetzung:
Für Titus Aurelius Rufinus, Veteran der 1. Legion Minervia, den treuesten Ehemann, hat
Quadratia Primitiva die Errichtung (des Grabsteins) besorgt.
Kommentar:
Die Grabinschrift hatte Quadratia Primitiva für ihren verstorbenen Ehemann T. Aurelius Rufus anfertigen lassen. Der Verstorbene
war Veteran der "legio I Minervia" und hatte sich nach dem Ende seiner aktiven Dienstzeit - wie es häufig zu beobachten ist - mit
seiner Ehefrau in der Nähe des Stationierungsortes seiner Legion niedergelassen. Die "legio I Minervia" wird hier noch ohne den
Ehrentitel "pia fidelis" angegeben, der ihr nach 89 n.Chr. verliehen wurde, d.h. die Grabinschrift müßte vor diesem Zeitpunkt
angefertigt worden sein. Andererseits ist die Verwendung eines den Ehepartner ehrenden Adjektivs im Superlativ, in diesem Falle
„pientissimus“, typisch für das ausgehende 1. Jhdt. Auch das Fehlen einer Manen-Weihung ist im 1. Jhdt. häufiger zu beobachten als
im 2. (vgl. Pietri, Grabinschrift, 526f.). Diese Kriterien sprechen für eine Datierung der Inschrift in die 80er Jahre des 1. Jhdts. Die
dann notwendigerweise fehlenden Dienstjahre (mindestens 14), die der Soldat bis zur "Pensionierung" vorweisen musste, hat er
vielleicht bei einer anderen Einheit verbracht: Auch eine neu aufgestellte Legion brauchte eine gewisse Zahl erfahrener Soldaten, die
aus anderen Einheiten abkommandiert wurden. Seine Frau trägt allerdings ein "rheinisches" Pseudogentiliz, wie sie im 2./3. Jhdt.
häufiger werden.
Literatur:
CIL XIII 8277; Klinkenberg 1906, 333; Lehner Nr. 618; C.Pietri, Grabinschrift II (lateinisch), in: RAC 12, 1983, 514-590 auf S.
526f.

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Inschriften ID: 275 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus). * Pompeiia / Dagania * vivi (sic !) / sibi * et * M(arco) * Aur(elio) / Victori * vet(erano) leg(ionis)

P(rimae?) /5 co(n)iugi * fecit

Beschreibung:
Einfach gerahmte Tafel, aus drei Teilen zusammengeklebt. Linke untere Ecke ergänzt, aber im
Magazin vorhanden.
Fundort / Jahr: Köln1903
Fundumstände:
Neben Inv.-Nr. 649 bzw. Zug.-Inv. 8316 (= männlicher Kopf aus Jurakalk).
Übersetzung:
Den Manen. Pompeia Dagania ließ (den Grabstein) zu ihren Lebzeiten für sich selbst und ihren
Ehemann Marcus Aurelius Victor, Veteran der 1. Legion, (anfertigen).
Kommentar:
Die Aussage der Inschrift ist klar und alltäglich: eine Ehefrau stellt ihrem verstorbenen Partner einen Grabstein auf. Ungewöhnlich
ist dagegen die Bezeichnung der militärischen Einheit, der der Verstorbene angehörte, als "leg(io) P". Aber auch an anderen Stellen
des Textes lässt sich eine gewisse Unbeholfenheit mit den inschriftlichen Gepflogenheiten der Römer erkennen. So wird die Formel
"Dis Manibus" ohne Worttrenner angegeben und statt des korrekten "viva" findet sich in Z. 2 "vivi". Möglicherweise war dem
Steinmetzen oder der Aufstellerin, deren Cognomen auf eine nicht allzu ferne keltische Vergangenheit verweist (vgl. Weisgerber
367) die korrekte Kurzform der militärischen Einheit - "leg(io) I" - nicht bekannt und man behalf sich mit der abgekürzten
Ordinalzahl (die Erste = "Prima"; vgl. ID 276: "leg(io) I PR"). Die Legion ist zwar ohne ihren Beinamen genannt, doch handelt es
sich sicher um die Bonner "legio I Minervia".
Gegen die Theorie fehlerhafter Lateinkenntnisse der Aufstellerin spricht freilich der Befund von ID 406. Auch diesen Grabstein für
die Tochter des Aurelius Victor hatte Pompeia Dagania in Auftrag gegeben - er stammt offensichtlich aus derselben Werkstatt wie
ID 275, denn Schriftbild, Textaufteilung und Form der Tafel sind identisch. Allerdings sind die in der vorliegenden Inschrift
mangelhaften Textpassagen in ID 406 korrekt geschrieben ("Dis Manibus" mit Worttrenner, "viva fecit").
Literatur:
CIL XIII 8279; Klinkenberg 1906, 324.

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Inschriften ID: 276 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / [Cl]aud<l>io * Saturnino / [ve]t(erano) * leg(ionis) * I * Primini/[us ? - - -]

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Platte. Der rechte Teil ging erst in jüngerer Zeit verloren und ist auf der
Zeichnung Mercators von 1571 noch komplett erhalten. Am linken Unterrand Beschädigungen;
dadurch Verlust von je zwei Buchstaben in Z. 2 und 3. In der Mitte in einem Medaillon
Darstellung des Verstorbenen.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Auf der Burgmauer, wie im Egmontplan angegeben, kann die Inschrift in Erstverwendung kaum
gestanden haben, da dies der innerstädtische Bereich unmittelbar hinter der Mauer war. Doch ist
eine Verschleppung aus dem nordwestlichen Gräberfeld durchaus wahrscheinlich.
Übersetzung:
Den Manen. Für Claudius Saturninus, Veteran der 1. Legion, - - - .
Kommentar:
Die stark beschädigte Grabinschrift war für einen Veteranen der "legio I", Claudius Saturninus, angefertigt worden. Die
Bezeichnung der Legion ist hier noch ungewöhnlicher als bei ID 275. Der obligatorische Namenszusatz "M(inervia)" fehlt. Dennoch
ist auszuschließen, daß es sich bei der genannten Legion um die "legio I (Germanica)" handeln kann, eine (Vor-)Vorgängerlegion
der "legio I Minervia" in Bonn, die häufig ohne Beinamen genannt, jedoch bereits 69 n.Chr. aufgelöst wurde. Das Relief im Giebel
des Grabsteines verweist auf eine Entstehung nicht vor dem 2. Jhdt.n.Chr., Noelke datiert den Grabstein sogar in das 2. Viertel des
3. Jhdts. Die Möglichkeit einer Verschreibung ist angesichts der folgenden, zusammenhängenden Buchstaben "Primini/[- - -]"
auszuschließen. Vielleicht handelt es sich dabei um den Rest des Namens eines "centurio", in dessen Abteilung der Verstorbene
gedient hatte (so die bisherige Interpretation). Angesichts der Tatsache, dass es sich bei dem Verstorbenen um einen Veteranen
handelt, könnte hier jedoch auch mit größerer Wahrscheinlichkeit der Name seiner Frau gestanden haben, die dann für die
Aufstellung des Grabsteines gesorgt hätte. Ein Versehen des Steinmetzen in Form einer für römische Inschriften ungewöhnlichen
Anordnung (d.h. das "M(inervia)" später, im abgebrochenen Teil des Steines) ist aber ebenfalls vorstellbar - liegt ein Fehler doch
bereits beim Gentilnamen vor, welcher sicherlich nicht "Claudlius" sondern "Claudius" lautete.
Literatur:
CIL XIII 8280; Klinkenberg 1906, 282; Klinkenberg 1902, 123 Nr. 55; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 1, Taf. 28,2; Noelke 1994, 303
Nr. 5; Noelke 1996, 324 Nr. 4; Faust 134f. Nr. 141.

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Inschriften ID: 277 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]o / [- - -]nto / [. . . leg(ionis)] I M(inerviae) / [- - -]at / - - -

Beschreibung:
Fragment einer Grabinschrift. Bruchstück einer unverzierten Platte. Oberer und rechter Rand
erhalten, links und unten glatter Bruch. Flache Schrift.
Fundort / Jahr: Köln1956
Fundumstände:
Vermutlich Streufund bei nicht gemeldeten Baggerarbeiten (Päffgen 1988, Katalog 1292); vgl.
Galsterer alt Nr. 335 = ID 376.
Übersetzung:

Kommentar:
Das Fragment gehörte zu einer Grabinschrift. Ergänzungen sind aufgrund des schlechten Erhaltungszustandes kaum möglich.
Literatur:
Päffgen, Severin II, 588 i; Schmitz 1995 Nr. 50.

Seite 52/682
Inschriften ID: 278 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucio) * Bruttio / Acuto * Iusti / > (centurionis) * leg(ionis) * V * l(iberto) * Maura / contubernali /5 et * Nepeleni *

filiae / f(aciendum) * c(uravit). S(it) * t(ibi) * t(erra) * l(evis)

Beschreibung:
Stele, oben vollständig erhalten, unten abgebrochen; seitlich Sägespuren, linke obere Ecke
ergänzt. Über der gerahmten Inschrift Giebel mit Rosette, in den Zwickeln Blattranken.
Fundort / Jahr: Köln1905
Fundumstände:
Der Stein scheint "als Baustein zu einem Grabmal verwandt worden zu sein, das an der aus dem
nördlichen Nebentor gegen Nordwesten führenden Gräberstrasse (Gereonstrasse,
Subbelratherstrasse) stand. Da sich an den beiden Strassen gegen Norden nur Grabdenkmäler
etwa seit der flavischen Zeit nachweisen lassen, die vorflavischen aber der Bonner und Aachener
Straße angehören, so werden wir hier auch den ursprünglichen Standort unseres Denkmals
anzunehmen haben" (Klinkenberg 1905, 108).
Übersetzung:
Für Lucius Bruttius Acutus, Freigelassenen des (Lucius Bruttius) Iustus, "centurio" der 5.
Legion, und für die Tochter Nepele, hat Maura, seine Lebensgefährtin, die Errichtung (des
Grabsteins) besorgt. Die Erde sei Dir leicht.
Kommentar:
Die Aufstellerin des Steins, Maura, war Sklavin, wie aus der Benennung ihres Verhältnisses zu Acutus als "contubernium"
hervorgeht. Sklaven konnten keine legitime Ehe ("matrimonium") eingehen, demnach war auch die gemeinsame Tochter Nepele
kein legitimes Kind des Acutus. Erlangten beide Partner einer solchen Verbindung die Freiheit, wurde sie zum rechtmäßigen
"matrimonium" aufgewertet (vgl. P. Weaver, Children of Freedmen (and Freedwomen), in: B. Rawson (Hrsg.), Marriage, Divorce
and Children in Ancient Rome, Oxford 1991, 166-190).
Die 5. Legion trägt normalerweise den Beinamen "Alauda" (= Haubenlerche; vgl. ID 279). Unklar ist, ob dieser aufgrund ihres
individuellen Helmschmucks entstand oder ein latinisiertes gallisches Wort ist. Die Legion war nämlich von Caesar im Verlauf des
Gallischen Krieges aus Einheimischen der Gallia Transalpina ausgehoben worden. Die Tatsache, daß sich "alauda" nicht deklinieren
läßt, spricht für letztere These.
Nach dem Bürgerkrieg war die Legion zunächst in Spanien stationiert. Zu Beginn des 1. Jhdts. n.Chr. wurde sie, wahrscheinlich in
der Folge der Varusniederlage, nach Germanien verlegt und nahm die vornehme (rechte) Hälfte des Doppellegionslagers in Xanten
ein. In den Wirren des Vierkaiserjahres gehörte sie zu den treuesten Unterstützern des Vitellius und ging entweder bereits in der
Entscheidungsschlacht bei Cremona oder bald danach in Moesien unter (vgl. das Vorgehen Domitians gegen die "legio XXI Rapax",
die im Jahre 89 n.Chr. Saturninus unterstützt hatte und nach dem Sieg des Kaisers auf ein Himmelfahrtskommando in das
Krisengebiet im Donauraum geschickt wurde, von dem sie nicht zurückkehrte).
Die Inschrift wird in die 1. Hälfte des 1. Jhdts. datiert. Für eine Datierung in vor-neronische oder claudische Zeit (so Ritterling, Sp.
1570 u. Walser 184f.) spricht die Formel „sit tibi terra levis“, die im Rheinland sehr selten, in Spanien dagegen ausgesprochen
verbreitet ist. Demnach ist davon auszugehen, dass man bei der Abfassung des Textes das "spanische Inschriftenformular" vor
Augen hatte. Es konnte also noch nicht allzu viel Zeit vergangen sein, seit Acutus und Maura ihren Herrn bei der Verlegung
begleitet hatten. Vgl. zur Datierung aber auch die Fundumstände!
Nepele hat wie viele Sklaven und Sklavinnen einen griechischen Namen: "das Wölkchen".
Literatur:

Seite 53/682
CIL XIII 12059; Klinkenberg 1906, 282; Ritterling 1925, Sp. 1570; Schillinger-Häfele, Inschriften, 36; Walser² 184f. Nr. 80.

Seite 54/682
Inschriften ID: 279 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucio) * Poblicio * L(uci) * f(ilio) * Tere(tina tribu) / vetera(no) * leg(ionis) * V * Alauda (sic !) * ex * testamento / et

* P[a]ullae * f(iliae) et vivis / [- - - coniugi] 5/ [et L(ucio)? Poblicio - - - f(ilio)] / [et libertis] / [L(ucio) Poblici]o *

Modesto * L(ucio) * P[oblicio - - -]. / [H(oc)] * m(onumentum) * h(eredem) [n(on) s(equetur)]

Beschreibung:
Grabmonument, ursprünglich farbig gefasst (Beschreibung bei Gabelmann 1972, 230ff.). Von
der Inschrift sind vier Blöcke in zwei Steinlagen in der Sockelzone erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1884
Fundumstände:
Bei der Bebauung des Geländes stieß man 1884 auf eine Reihe von Steinquadern und
Bildwerken. "Leider gibt es aus jener Zeit keine genaue Fundbeobachtung. Vielmehr scheint man
1884 die Funde schnell aus der Baugrube gezogen zu haben, so dass die zeitgenössischen
Forscher diese nicht mehr beobachten und mitteilen konnten. Der Fundplatz der 1884
gefundenen Stücke war wohl unter dem heutigen Eckhaus Nr. 28, unter Nr. 26 sind weitere
Blöcke geortet.
Übersetzung:
Für Lucius Poblicius, Sohn des Lucius, aus dem Wahlbezirk Teretina, Veteran der 5. Legion
Alauda, nach seinem Testament errichtet, und für seine Tochter Paulla und für die noch lebenden
[Ehefrau und Sohn und die Freigelassenen - - -] Modestus und Lucius Poblicius - - -. Dieses Grab
geht nicht an den Erben über.
Kommentar:
Die obige Ergänzung, die von der auf der Abb. erkennbaren Rekonstruktion abweicht, geht davon aus, dass eine weitere Blocklage
mit 3 Zeilen zwischen die beiden vorhandenen Blocklagen einzufügen ist. Dies erscheint aus den oben dargelegten Gründen
erforderlich.
Die Formel "h(oc) m(onumentum) h(eredem) n(on) s(equitur)", die insbesondere auf italischen Grabsteinen des 1. Jhdts. v. und
n.Chr. regelmäßig zu finden ist, hat juristische Bedeutung. Sie löst einen Grabbezirk aus der Erbmasse heraus, das Grab geht
demnach nicht in den vollständigen Besitz des Erben über. Auf diese Weise versuchten Begründer eines Gemeinschaftsgrabes die
Öffnung des Monumentes für fremde Personen oder gar die immer wieder zu beobachtende Veräußerung einzelner Ruheplätze auf
dem freien Markt zu verhindern.
Der Name Poblicius, eine Variante des ungleich häufigeren „Publicius“, ist nach Ausweis der Inschriften vor allem aus dem
nördlichen Etrurien und den angrenzenden Gebieten bekannt, außerhalb Italiens ist er bislang nicht bezeugt (vgl. Schulze 216 u.
Alföldy, Die Personennamen der röm. Provinz Dalmatia, 1969, 112f.; der Name Poblicius auch NS 1920, 99-100 / CIL XI 696 aus
Bononia). Der nur wenig verbreitete Wahlbezirk Teretina verweist wiederum auf eine Herkunft aus dem südlichen Latium. Die
einzige in diese Tribus eingeschriebene Stadt außerhalb Mittelitaliens ist das südgallische Arelate (= Arles), woher ein claudischer
Veteran natürlich ebenso gekommen sein kann. Das Pobliciusmonument ist aufgrund stilistischer Kriterien in die Zeit um 40 n.Chr.
zu datieren.
Literatur:
Bechert, KJ 12, 1971, 77ff.; Kähler, Antike Welt 1, 1970, 15ff.; La Baume, Gymnasium 78, 1971, 374ff.; La Baume, BJb. 172,
1972, 280ff.; SH Nr. 172. Weitere Lit. nach Quellen zur Geschichte der Stadt Köln: G. Precht, Das Grabmal des Lucius Poblicius.
Rekonstruktion und Aufbau, Köln 1975; B. und H. Galsterer, Zur Inschrift des Poblicius-Denkmals in Köln, BJb. 179, 1979,

Seite 55/682
201-208; H. von Hesberg, Römische Grabbauten, Darmstadt 1992, 142f.; G. Wolff, Das römisch-germanische Köln, Köln 2005,
20-25; H. Gabelmann, Römische Grabmonumente mit Reiterkampfszenen im Rheingebiet, BJb. 173, 1973, 132-200. Vgl. auch AE
1979, 412; Korzeniewski, Die Inschrift auf dem Grabmal des Poblicius in Köln, KJ 17, 1980, 76-78; J. Ortalli, La ricostruzione del
mausoleo di Rufus. Nuovi interventi sul museo archeologico sarsinate a un secolo dalla fondazione, RSA 21, 1991, 97-136; Eck,
Köln, 143ff.; Dietmar-Trier 211ff; Brigitte Hintzen-Bohlen, Römische Selbstdarstellung: Das Grabmal des Poblicius, Mitte des 1.
Jahrhunderts n.Ch., in: Quellen I, 17-22 Nr. 6, D; Andrikopoulou-Strack 9-19.

Seite 56/682
Inschriften ID: 280 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(emoriae) * aetern[ae Clau]/dio * Victo[ri mil(iti)] / leg(ionis) * VII * Ge[m(inae) p(iae) f(idelis) in] / Hispania

[citer(iore)] /5 fact(o) * fru[m(entario), benef(iciario)] / trib(uni) * leg(ionis) * I * [Min(erviae) p(iae) f(idelis)]. /

Sepulchr[um po]/suit Mod[ius Max]/imus av(u)nc[ulo in]/compara[bili et] / Nice [lib(ertae)].

Beschreibung:
Linke Seite einer sich nach oben verjüngenden Stele. Oben kleiner Giebel. Unterhalb von Z. 7
geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1883
Fundumstände:
Gefunden beim Ausschachten zum Kanalbau (Düntzer 1883, 36) etwa 2 m tief in der Nähe eines
zerbrochenen, mit Flachziegeln bedeckten Bleisarges, "welcher jedoch nicht zugehörig ist"
(Inv.).
Übersetzung:
Der ewigen Erinnerung. Für Claudius Victor, Soldat der 7. Legion Gemina (Pia Fidelis) in
Hispania Citerior, befördert zum "frumentarius" und "beneficiarius" des Tribunen der 1. Legion
Minervia Pia Fidelis. Das Grabmal hat Modius Maximus errichtet, dem unvergleichlichen Onkel
und (der Freigelassenen?) Nice.
Kommentar:
Die Zeilen 3, 7 und 9 lassen sich sicher ergänzen, die Zeilenbreite beträgt jeweils 12-13 Buchstaben. Da die Inschrift senkrecht
abgebrochen ist, ist diese Buchstabenzahl auch für die übrigen Zeilen vorauszusetzen. Aus diesem Grund ist zwischen dem
fragmentarischen "fru(mentarius)" und der nächsten Zeile ein Raum von 5-6 Buchstaben zu füllen. Mit größter Wahrscheinlichkeit
stand hier die abgekürzte Rangesbezeichnung "benef(iciarius)". Dieser Dienstrang folgte im Beförderungsschema der römischen
Armee direkt auf den "frumentarius".
Ähnlich wie beim Benefiziarier ist auch der genaue Aufgabenbereich des "frumentarius" nicht klar, erst für die spätere Zeit gelten
"frumentarii" als der Geheimdienst des römischen Reiches. Da der Stein aber relativ sicher in die zweite Hälfte des 2. Jhdts. gehört,
muss Claudius Victor diese Tätigkeit noch nicht zwangsläufig ausgeübt haben.
Die 7. Legion Gemina, von Galba 68/69 n.Chr. ausgehoben, war die meiste Zeit in Spanien stationiert. Wegen des
Saturninus-Aufstandes 89 wurde sie mit ihrem Befehlshaber, dem späteren Kaiser Trajan an der Spitze, in Richtung Germanien in
Marsch gesetzt, musste aber aufgrund der schnellen Niederschlagung nicht mehr in Kämpfen aktiv werden.
Literatur:
CIL XIII 8282; Klinkenberg 1906, 284; Klinkenberg 1902, 142 Nr. 113; M. Clauss, Untersuchungen zu den principales des
römischen Heeres von Augustus bis Diokletian. Cornicularii, speculatores, frumentarii, Diss. Bochum 1973, 192, Anm. 182; Faust
123 Nr. 100; Stauner 255 Nr. 51 (ohne Kommentar).

Seite 57/682
Inschriften ID: 281 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) Vibius Maurinus / M(arci) f(ilius) domo Pa/piria Augusta / mil(es) leg(ionis) X Gem(inae) /5 ann(orum) XXXII

stip(endiorum) XIII. / H(eres) ex t(estamento) f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Stele mit flach eingearbeitetem Rosettengiebel. Aus vier Teilen geklebt, sonst unbeschädigt.
Fundort / Jahr: Köln1971
Fundumstände:
Gefunden im Hof des Grundstücks. "Hier stak der untere Teil mit OKH 1,50 unter OK Gelände
im Boden. Nach den Fundumständen steht nichts im Wege, hier den ursprünglichen Standort des
Steins anzunehmen, jedoch konnte die Frage wegen Baumaßnahmen nicht geklärt werden.
Östlich von Severinstr. 112 (im Garten der ehemaligen Deutschordenskomtei Jungen Biesen)
wurde nach Dietmar-Trier² 161ff. anscheinend ein weiterer Grabstein des 2./3.Jhdts. gefunden.
Übersetzung:
Marcus Vibius Maurinus, Sohn des Marcus, aus dem Wahlbezirk Papiria, geboren in (...)
Augusta, Soldat der 10. Legion Gemina. 32 Jahre alt, 13 Dienstjahre. Der Erbe hat gemäß der
Anweisungen des Testamentes für die Errichtung gesorgt.
Kommentar:
Die Heimatstadt des Maurinus, die nur mit ihrem Beinamen „Augusta“ genannt wird, muss aufgrund der Tribus Papiria entweder
Astigi in der Baetica (= Ecija) oder Emerita Augusta in Lusitania (= Mérida) gewesen sein, beides wäre wegen des ursprünglichen
Stationierungsortes der militärischen Einheit möglich.
Die 10. Legion Gemina, die aus der legendären „Zehnten“ des Iulius Caesar hervorging, war lange Jahre in Spanien stationiert (der
Ort ihres Lagers ist nicht bekannt). Um 63 n.Chr. wurde sie zunächst nach Carnuntum, nahe des heutigen Wien, verlegt, kehrte 69
kurz nach Spanien zurück und nahm dann Quartier im Lager Nijmegen, um im Bataveraufstand gegen Iulius Civilis zu kämpfen.
Dort blieb sie bis 103 n.Chr. Wegen seiner spanischen Herkunft muss Maurinus also entweder noch vor 63 rekrutiert worden sein,
oder aber während des kurzen Intervalles zwischen der Rückkehr aus Pannonien und dem Aufbruch nach Niedergermanien.
Maurinus muß angesichts von 13 Dienstjahren zwischen 75 und 82 n.Chr. gestorben sein.
Wahrscheinlicher ist dabei die spätere Variante, weil systematische Rekrutierungen im Vorfeld des Kriegseinsatzes gegen die
Bataver zweifellos stattgefunden haben, wovon bei einer einfachen Verlegung nach Pannonien nicht zwangsläufig auszugehen ist.
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 9 = AE 1974, 451.

Seite 58/682
Inschriften ID: 282 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) * Val(erius) * Celerinus / Papiria * Astigi (natu) / cives * Agrippine(nsis) / veter(anus) * leg(ionis) * X *

G(eminae) * p(iae) * f(idelis) /5 vivos * fecit * sibi / et * Marciae * Pro/cul[a]e * uxori

Beschreibung:
Stele. Über der einfach gerahmten Inschrift Totenmahlszene in Muschelnische. An den beiden
Seitenflächen Bäume. An den Ecken bestoßen, sonst gut erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1895
Fundumstände:
Gegenüber der neuen städtischen Schule auf dem Grundstück des Val. Wohlfahrter.
Übersetzung:
Marcus Valerius Celerinus, aus dem Wahlbezirk Papiria, geboren in Astigi, Bürger der Stadt
Köln, Veteran der 10. Legion Gemina Pia Fidelis, stellte (diesen Stein) zu Lebzeiten für sich und
seine Frau Marcia Procula auf.
Kommentar:
Nach dem Ende seiner militärischen Dienstzeit ließ sich Celerinus nahe des Stationierungsortes seiner Legion (Nijmegen) in Köln
nieder und wurde offiziell als Bürger der Stadt anerkannt – wie er stolz zu berichten weiß. Köln war in die Tribus Claudia
eingeschrieben, als Wahlbezirk (Papiria) gibt er demnach den seines Geburtsortes an. Celerinus stammte nämlich, wie wohl auch
Vibius Maurinus (ID 281 = Galsterer alt Nr. 218), aus dem spanischen Astigi.
Demzufolge läßt sich der Stein in spätdomitianische Zeit (90-96 n.Chr.) datieren, und zwar aus denselben Gründen wie bei
Maurinus: die Rekrutierung war noch in Spanien, also vor 63 n.Chr. oder im Jahre 69 n.Chr., erfolgt. Allerdings hatte Celerinus
seine vollen 25 Jahre abgeleistet, weshalb die Inschrift mindestens 12 Jahre später anzusiedeln ist als ID 281 (13 Dienstjahre).
Wieviele genau, läßt sich allerdings nicht feststellen, da M. Valerius Celerinus den Grabstein bereits zu Lebzeiten errichtete ("vivos
fecit"), mit der Konsequenz, dass das Lebensalter fehlt. Auf jeden Fall aber muss dies nach 89 n.Chr. erfolgt sein, denn den
Ehrentitel "pia fidelis" hatte Domitian der Legion aus Dank für ihre Treue bei der Niederschlagung der Usurpation des Saturninus
verliehen, der sich in eben diesem Jahr zum Kaiser ausrufen ließ.
Die Namen von Valerius Celerinus und vor allem von Marcia Procula haben einen deutlich "iberischen" Klang.
Literatur:
CIL XIII 8283; Klinkenberg 1906, 294; Faust 131f. Nr. 128; Fremersdorf, Urkunden², 57 und Taf. 93; Gabelmann 1972, 65ff.;
Quellen 23f. Nr. 7.

Seite 59/682
Inschriften ID: 283 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucius) Baebius L(uci) f(ilius) Gal(eria) / Veleias (natu) vet(eranus) leg(ionis) [XX] / [sibi] e[t] Sabinus Baebiae Sex

l[- - -] / [ann(orum) ? - - -] et vivis Baebiae /5 [- - -] coniugi L[- - -] / [- - -]R M[.] Baebia [- - -]

Beschreibung:
Fragment einer hohen Stele. Über der Inschrift in zwei Registern übereinander je drei Büsten.
Stark verwittert und abgeblättert.
Oben rechts Togatus mit Schriftrolle in der linken Hand (vgl. Poblicius: ID 279), wohl der
Veteran selbst; links Stolata, vermutlich seine Frau; zwischen beiden im Hintergrund Mann,
vielleicht der Sohn Sabinus. Im unteren Register, etwas kleiner, rechts Togatus, links zwei
Stolatae, also vielleicht Tochter Severa und weitere Verwandte, die im unteren, verlorenen Teil
der Inschrift genannt waren (so auch Gregarek Nr. 93; Typus des Grabsteines wohl aus
Oberitalien übernommen).
Fundort / Jahr: Köln1881
Fundumstände:
Gefunden bei Ausschachtungsarbeiten für einen Neubau, in 1,4 m Tiefe. Nach Düntzer, BJb. 70,
1881, 69, wurde nordwestlich gegenüber dem Fundort der Inschrift eine Anzahl von Altertümern
gefunden. Da westlich der Bonner Strasse auf der Höhe von Marienburg keine Funde belegt sind,
kann unter dem sehr breiten Begriff Arnoldshöhe wohl auch das nordwestliche Marienburg
gemeint sein.
Übersetzung:
Lucius Baebius, Sohn des Lucius, aus dem Wahlbezirk Galeria, geboren in Veleia, Veteran der
20. Legion (Valeria Victrix), (hat den Grabstein für sich) und Sabinus, für Baebia (die Tochter),
Sex(tus …?) und zu Lebzeiten für die Ehefrau (- - - ) Baebia (und - - -).
Kommentar:
Als man Ende des 19. Jhdts. den stark abgeriebenen und nur schwer lesbaren Stein in der Nähe der Alteburg fand, war die Nummer
der Legion („XX“) noch zu erkennen. Ansonsten lassen sich der Inschrift nur wenige gesicherte Informationen entnehmen. Klar ist,
daß der Verstorbene aus Veleia (Gallia Cisalpina) stammte und das Grab seiner Ehefrau sowie der (mutmaßlichen) Tochter Baebia
ebenfalls zur Verfügung stellte. Auffällig ist bei der Nennung der Namen der Wechsel von Nominativen und Genitiv/Dativen, also
von Grabstiftern und Bestattungsberechtigten. Unklar ist zudem, wieviele Zeilen unten abgebrochen sind.
Sollte es sich bei der militärischen Einheit um die 20. Legion Valeria Victrix handeln (was am Stein nicht mehr nachprüfbar ist),
dürfte der Epitaph vom Beginn des 1. Jhdts. n.Chr. stammen – die Legion stand zwischen 9 n.Chr. und 43 n.Chr. zunächst in Köln
und dann in Neuss. Diese Annahme wird durch das Schriftbild und stilistische Merkmale der figürlichen Darstellung, die deutlich in
die erste Hälfte des 1. Jhdts. n.Chr. verweisen, bestätigt (vgl. die Grabstele des Aiacius Mango: ID 362; Dat. nach Gabelmann in die
Jahre 20-30 n.Chr.).
Auch der Heimatort Veleia spricht für diese Datierung, denn die 20. Legion war vor 9 n.Chr. im Illyricum stationiert, dessen
Einzugsgebiet für Rekrutierungen sicherlich auch in Oberitalien zu suchen war. Insofern ist die Lesung Alföldys (BJb. 165, 1965,
181-187), mit der Konsequenz, den Stein bald nach 100 n.Chr. zu datieren, abzulehnen (vgl. auch Düntzer, BJb. 72, 1882, 59ff;
Ritterling 1925, Sp. 1780; Gregarek Nr. 93; Bauchhenß, CSIR D III,1 24).

Literatur:
CIL XIII 8286 = AE 1966, 265; Klinkenberg 1906, 325; Klinkenberg 1902, 80ff.; Lehner Nr. 624; G. Alföldy, Zu einer

Seite 60/682
Veteraneninschrift aus Köln (CIL XIII 8286), BJb. 165, 1965, 181-187; Düntzer, BJb. 72, 1882, 59ff., Taf. 2; Faust 35f.;
Gabelmann, 106; Gabelmann, BJb. 1979, 228; Gregarek Nr. 93; P. Noelke, KJ 29, 1996, 299, Anm. 14; Päffgen/Zanier, KJ 31,
1998, 306, Abb.1; S. Perea Yébenes, legio XX, in: Légions II, 81-87; Wolf 1889, 54.

Seite 61/682
Inschriften ID: 284 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucio) Metilio / P(ubli) f(ilio) Fab(ia tribu) veter(ano) / leg(ionis) XX Sex(tus) / Marcianus /5 T(iti) f(ilius) Lem(onia

tribu) heres / faciendum / curavit

Beschreibung:
Hohe Stele. Oben Giebel mit Blattrosette, in den Zwickeln Wellenbänder. Darunter einfach
gerahmte Inschrift. Mit Ausnahme einer Beschädigung in Z. 7 gut erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1892
Fundumstände:
Auf dem Grundstück Schenk, neben Bauunternehmer Olberts (Lehner Nr. 623), "auf der linken
Straßenseite von der Stadt aus" (Inv. Bonn). Bei Erdarbeiten ausgegraben, in der Nähe der von
Ihm (Westd.Correspond.Bl. 10, 1891, 109ff.) publizierten Grabdenkmäler des RGM, d.h. der
Nervierfamilie des Gato (ID 353 usw. und des Ancharius).
Übersetzung:
Für Lucius Metilius, Sohn des Publius, aus dem Wahlbezirk Fabia, Veteran der 20. Legion.
Sextus Marcianus, Sohn des Titus, aus dem Wahlbezirk Lemonia, hat als Erbe für die Errichtung
(des Grabsteins) gesorgt.
Kommentar:
Metilius hatte offenbar keine Familie, sondern hielt sich auch nach der Pensionierung im Kreise seiner ehemaligen Kampfgefährten
auf. Zwar gibt sein Erbe Marcianus keinen militärischen Rang an, doch angesichts seiner Tribus (Lemonia), die auf Bologna als
Heimatort verweist, war er mit hoher Wahrscheinlichkeit ebenfalls ein Legionär, denn Veteranen ohne eigene Verwandten setzten
häufig Kameraden als Erben ein, verbunden mit der Verpflichtung, sich um eine anständige Bestattung zu kümmern.
Der Verstorbene selbst stammte ebenfalls aus Oberitalien, wie sein Name vermuten läßt. Als Geburtsort kämen die in die Tribus
Fabia eingeschriebenen Städte Luca, Brixia und Patavium in Frage (Schulze 290: Parallelen für den Namen aus Monte Feletri,
Placentia und Florenz).
Das Schriftbild, die fehlenden Cognomina, das Ausschreiben der später meist nur noch „H F C“ abgekürzten Errichtungs-Formel
sowie die ehemalige Zugehörigkeit zur 20. Legion, die ab 43 n.Chr. nach Britannien verlegt wurde, datieren die Inschrift in das erste
Drittel des 1. Jhdts. n.Chr., in die Zeit also, in der die 20. Legion zumindest gelegentlich in Köln stationiert war.
Literatur:
CIL XIII 8288; Eck, Köln, 143, 275f.; Fremersdorf, Urkunden², 42 und Taf. 24; Klinkenberg 1906, 289; Lehner Nr. 623; Malone
2006, 168 Nr. 65; S. Perea Yébenes, Legio XX, in: Légions II, 81-87.

Seite 62/682
Inschriften ID: 285 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Ani(ensi) Verecun[d(us)] / domo Vercel[l(is)] / [s]ig(nifer) et veter(anus) le[g(ionis)] / XXI Rap(acis). H(eres)

f(aciendum) p(onendumve) c(uravit) / O(ssa) h(ic) s(i)t(a sunt?)

Beschreibung:
Bruchstück einer Stele. An der linken Schmalseite Spuren einer stehenden weiblichen Figur
(nach Düntzers Beschreibung vielleicht einer siegenden Roma). Heute vom Inschriftfeld links
und oben noch wesentlich mehr abgeschlagen als im CIL angegeben.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Unbekannt; "war schon in der Blankenheimer Sammlung" (Düntzer 1869, 73 Nr. 174); spätestens
seit 1857 im Kölner Museum (Klein 1857, 91).
Übersetzung:
- - - Verecundus, aus dem Wahlbezirk Aniensis, geboren in Vercellae, Feldzeichenträger und
Veteran der 21. Legion Rapax. Der Erbe hat für die Herstellung und Errichtung (des Grabsteins)
gesorgt. Hier ruhen die Gebeine (des Verstorbenen).
Kommentar:
Der obere Teil des Steines ist abgebrochen, doch scheint lediglich eine Zeile zu fehlen. Hier müssen, da der erhaltene Text mit einer
Tribusangabe und einem Cognomen beginnt, Praenomen, Gentilname und Filiation des Verstorbenen angegeben worden sein. Die
erhaltenen Schriftzeilen bieten wenig Außergewöhnliches: Es handelt sich um den Grabstein des Veteranen Verecundus, gebürtig
aus Vercellae, der als Feldzeichenträger in der 21. Legion Rapax gedient hatte, welche zwischen 70 und 83 n.Chr. in Bonn
stationiert war.
Bemerkenswert ist allerdings ein Ornament aus ineinander verschriebenen Buchstaben unterhalb des Textes. Wenngleich bereits die
Schlußformel („H F P C“) ungewöhnlich, aber trotzdem mit einiger Sicherheit zu „heres faciendum ponendum(ve) curavit“
aufzulösen ist, gibt die genannte Verzierung Rätsel auf. Das CIL schlägt „s(it) t(ibi) t(erra) l(evis)“ vor. Sinnvoller ist es allerdings,
bereits die Einkreisung als Buchstaben zu werten, und die beiden „T“s als ein „H“ zu lesen, wodurch sich die Buchstaben „O H S“
ergeben. Sie lassen sich plausibel zu „ossa hic sita (sunt)“ auflösen (eine Doppellesung „H“ und „T, T“ ist durchaus möglich, „siti“
findet sich gelegentlich auch als „ST“ abgekürzt“).
Literatur:
CIL XIII 8849; Düntzer³ Nr. 174.; F. Bérard, La légion XXI Rapax, in: Légions I, 49-68.

Seite 63/682
Inschriften ID: 286 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uintus) * Licinius / Q(uinti) * f(ilius) * Sergia (tribu) * / Rusticus * Cord(uba natu) * / eq(ues) * leg(ionis) * XXI *

Rap(acis) * /5 ann(orum) * XXXIIII / stip(endiorum) * XIV * hic / situs * est. * H(eres) * ex * t(estamento) *

f(aciendum) * [c(uravit]

Beschreibung:
Stele, unterhalb der Inschrift abgebrochen. Oben Giebel mit Blattrosette und Rosetten in den
Zwickeln. Auf den beiden Schmalseiten Bäume. Inschrift in der letzten Zeile rechts abgeblättert.
Fundort / Jahr: Köln1971
Fundumstände:
Gefunden bei Kanalarbeiten vor der Ausfahrt des Hauses in der Fahrbahn, ca. 2,60 - 5,20 m vom
Bordstein entfernt in 2 m Tiefe; "die Fundumstände konnten in dem Kanalschacht nicht
beobachtet werden." (F.B.); gefunden zusammen mit Galsterer alt Nr. 259 und 311.
Übersetzung:
Quintus Licinius Rusticus, Sohn des Quintus, aus dem Bürgerbezirk Sergia, gebürtig aus
Cordoba, Reiter der 21. Legion Rapax, (verstorben im Alter von) 34 Jahren, nach 14
Dienstjahren, liegt hier begraben. Sein Erbe ließ auf Grund des Testaments (den Grabstein )
errichten.
Kommentar:
Die 21. Legion Rapax lag seit ihrer Aushebung unter Augustus abwechselnd in Nieder- und Obergermanien, bis sie nach ihrer
Beteiligung am Saturninus-Aufstand 89 n.Chr. an die Donaufront verlegt wurde und dort unterging. Die Rekrutierung der Soldaten
erfolgte, abgesehen vom ursprünglichen Aushebungsgebiet Oberitalien, zu erheblichen Teilen in Spanien, obwohl die Geschichte
der Legion selbst keinen näheren Bezug zur Baetica oder Tarraconensis erkennen lässt. Jedenfalls stammt Licinius Rusticus
zweifelsfrei aus Cordoba, sein Kamerad M. Porcius Nigrinus, dessen Stein wahrscheinlich ebenfalls in die zweite Hälfte des 1.
Jhdts. n.Chr. zu datieren ist, aus der Nähe von Sagunt (CIL II 3899). Dass es sich bei beiden nicht um zufällige
Ausnahmeerscheinungen handelt, sondern die Rekrutierung in Spanien für die 21. Legion Rapax eine gewisse Tradition besaß,
beweist Tacitus (hist. 3,25,3). Der Historiker berichtet von einer traurigen Begebenheit aus dem Bürgerkrieg des Vierkaiserjahres 69
n.Chr.: Ein Legionär der 7. Legion Claudia, welche sich letztlich für Vespasian entschieden hatte, erschlug im Kampf gegen die
vitellianische 21. Rapax im Verlauf der Schlacht von Cremona (bzw. der „zweiten Schlacht von Bedriacum“) unwissend seinen
eigenen Vater. Beide stammten ursprünglich aus Spanien (vgl. Tac. hist. 3, 25, 3: "(...) eo notabilior caedes fuit, quia filius patrem
interfecit. (...) Iulius Mansuetus ex Hispania, Rapaci legioni additus, impubem filium domi liquerat. Is mox adultus, inter septimanos
a Galba conscriptus (...)". Allgemeiner zur Rekrutierung: Le Bohec, Die römische Armee, 74ff).
Die „equites legionis“ waren keine kämpfenden Kavallerieeinheit – auf solche Einsätze waren die zu den Hilfstruppen zählenden
und aus erfahrenen Reitervölkern rekrutierten Alen spezialisiert. Ihr Aufgabenbereich wird als „Stabskavallerie“ umschrieben, also
berittene Soldaten von durchaus herausgehobenem Rang, die in erster Linie als Meldereiter des Führungsstabs der Legion tätig
waren (vgl. Domaszewski/Dobson, 47ff).
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 10 = AE 1974, 452.

Seite 64/682
Inschriften ID: 287 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Potentina Senni/ano coniugi cen/turioni * leg(ionis) XXII * et /5 Servando filio / et Maximin[a]e

fili[a]e / f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteckstele. Linker Rand bestoßen, sonst vollständig erhalten. Über der
Inschrift, zwischen D und M, rechteckige Nische mit Darstellung der drei Verstorbenen. Die
Kinder tragen über einem Untergewand die Paenula (gallische Tunika). Unter dem linken Arm
des Zenturio ist ein Objekt sichtbar, das das Oberende einer "vitis" sein könnte.
Fundort / Jahr: Köln1650
Fundumstände:
Westlich der Trasse der Römerstraße.
Übersetzung:
Den Manen. Potentina hat für Sennianus, ihren Ehemann, Zenturio in der 22. Legion
(Primigenia), ihren Sohn Servandus und ihre Tochter Maximina (den Grabstein) errichten lassen.
Kommentar:
Ungewöhnlich an diesem Grabstein ist die Nennung der Ehefrau und Aufstellerin in der Kopfzeile, während der Verstorbene, als
Zenturio ein Mann von nicht geringer Autorität, erst im Anschluss aufgeführt wird.
Die 22. Legion Primigenia war seit ihrer Aushebung unter Caligula in Mainz stationiert - abgesehen von einem kurzen Intermezzo in
Xanten (70 bis bald nach 92 n.Chr.), wo sie für die Errichtung des neuen Legionslagers Vetera II verantwortlich zeichnete.
Eine ihrer Abteilungen hielt sich im frühen 4. Jhdt. - wiederum aus bautechnischen Gründen - für einen längeren Zeitraum in Köln
auf: sie errichtete um 315 n.Chr. das Kastell in Köln-Deutz. Dies lässt sich nicht nur anhand zahlreicher mit dem Zeichen der Legion
gestempelter Ziegel in den Resten des Baumaterials nachweisen, sondern auch durch die überlieferte Bauinschrift (CIL XIII 8502;
vgl. Grünewald 171ff.). Die vorliegende Inschrift bestätigt diese Darstellung. Schließlich befand sich der verstorbene Zenturio zum
Zeitpunkt seines Todes noch im aktiven Dienst. In Kombination mit der Tatsache, dass auch seine Familie, d.h. seine Ehefrau mit
drei Kindern, in Köln lebte, spricht dies für eine längerfristige Stationierung, sicherlich im Zuge der Errichtung des Deutzer Kastells
(Eck, Köln, 608ff; allgemeiner zum Kastell Deutz und seiner Errichtung M. Carroll-Spillecke, Das römische Militärlager Divitia in
Köln-Deutz, KJ 26, 1993, 321ff.).
Demnach dürfte die Inschrift auf bald nach 315 n.Chr. zu datieren sein. Die archäologische Datierung, die sich u.a. auf die Frisur des
Sennianus stützt, ordnet die Stele freilich ein halbes Jhdt. früher ein (Faust 122 Nr. 97)
Literatur:
Düntzer³ 208 = CIL XIII 8290; Th. Grünewald, Ein epigraphisches Zeugnis zur Germanenpolitik Konstantins des Großen. Die
Bauinschrift des Deutzer Kastells (CIL XIII, 8502), in: FS Walser, 171ff.; Klinkenberg 1906, 313; Ritterling 1925, Sp. 1819;
Römerillustrierte 209 Nr. 5. Klinkenberg 1902, 124 Nr. 61 u. 127-130; Binsfeld, BJb. 1960, 166f. Nr. 23; Noelke, Studien zu den
Militärgrenzen Roms III, Stuttgart 1986, 218f., Abb. 9; Noelke 1996, 327 Nr. 23; Tod am Rhein 49, Abb. 28; Faust 122 Nr. 97.

Seite 65/682
Inschriften ID: 288 Inschriften Typ: Grabinschrift

T(ito) * Iulio * Tuttio * T(iti) * f(ilio) * / Claudia (tribu)* Viruno (natu) * / mil(iti) * leg(ionis) * XXII * Primig(eniae) /

ann(orum) XXXXIII * stip(endiorum) XIIX h(eres) p(osuit) / - - -

Beschreibung:
Stele. Über der Inschrift Totenmahl in runder Nische, auf den Schmalseiten Bäume mit Blüten.
Untere Hälfte mit Rest der Inschrift abgebrochen, Unterkante stark bestoßen. Links und rechts an
den Ecken Löwenköpfe.
Fundort / Jahr: Köln1862
Fundumstände:
Im Keller des Hauses, etwa 17 Fuß unter der Straße, zusammen mit den oben genannten vier
Inschriften (alle Militärgrabsteine).
Übersetzung:
Für Titus Iulius Tuttius, Sohn des Titus, aus dem Wahlbezirk Claudia, geboren in Virunum,
Soldat der 22. Legion Primigenia, der 43 Jahre lebte, davon 18 Dienstjahre, (hat der Erbe den
Grabstein aufgestellt).
Kommentar:
Der Stein zeigt eine der für die Region so typischen Totenmahlszenen. Aufteilung und Inhalt der Inschrift entsprechen dem gängigen
Formular und weisen keine individuellen Besonderheiten auf. Bemerkenswert ist allenfalls die Tatsache, dass der nahe beim
heutigen Klagenfurt geborene Titus Iulius Tuttius offenbar in sehr jungen Jahren zur Legion stieß – vorausgesetzt die Lesung der
Zahlzeichen mit 43 Lebens- und 18 Dienstjahren trifft zu, was sich heute allerdings nicht mehr verifizieren lässt. Die rechte untere
Ecke, die auch die Nennung des Erben als Aufsteller enthielt, ist mittlerweile unleserlich.
Literatur:
CIL XIII 8289; Klinkenberg 1906, 276; Fremersdorf, Urkunden², 56 f. und Taf. 90; Noelke 1998, 400 (mit Vorkriegsfoto); Noelke,
Zur Chronologie der Grabreliefs 2000, 64 (Datierung des ganzen "Stelenkomplexes"); Walser Nr. 70.

Seite 66/682
Inschriften ID: 289 Inschriften Typ: Grabinschrift

T(ito) Fl(avio) Supero > (centurioni) leg(ionis) XXX / T(itus) Fl(avius) Constans > (centurio) protec(tor) / fratri

f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Sarkophag, außerordentlich zerstört. In der Mitte des Deckels Rest einer Büste in runder Nische.
Inschrift zwischen Genien.
Fundort / Jahr: Köln1875
Fundumstände:

Übersetzung:
Für T. Flavius Superus, Zenturio der 30. Legion (Ulpia Victrix); T. Flavius Constans, Zenturio
und "protector" hat sich für den Bruder um die Errichtung des Grabes gekümmert.
Kommentar:
Der Text wurde in die Außenwand eines sparsam verzierten Sarkophags gemeißelt. Auffallend ist, dass die Brüder T. Flavius
Superus und T. Flavius Constans auch dasselbe Praenomen besitzen, sich also nur im Cognomen unterscheiden. Dies widerspricht
den Gepflogenheiten der klassisch-römischen Namensgebung. Auch die Abkürzung des Familiennamens ist bemerkenswert und
typisch für das späte 3. Jhdt. Die Inschrift lässt sich insofern als gutes Beispiel für die Zeit der Abkehr von der römischen „Tria
Nomina“ hin zum Einnamensystem begreifen.

Für die Verwendung des Adjektivs „superus“ (= der Obere) als Cognomen gibt es bisher keine Parallele, was allerdings nicht zu
Zweifeln an der Lesung berechtigt. Zur militärischen Rangbezeichnung des „protector“ siehe ID 267 und 268.
Literatur:
CIL XIII 8291; Klinkenberg 1906, 271; Ritterling 1925, Sp. 1824.; Spieß 1988, 297ff. Nr. 15.

Seite 67/682
Inschriften ID: 290 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aio) Iulio Firmino / victimario / mil(iti) leg(ionis) XXX U(lpiae) v(ictricis) / Agrip(pinensi) stip(endiorum) XXVIIII /5

et / M(arco) Aurelio / Antiocho mil(iti) / leg(ionis) XXX U(lpiae) v(ictricis). H(eres) f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Köln-


Fundumstände:
Unbekannt.
Übersetzung:
Für C. Iulius Firminus, Opferdiener, Soldat der 30. Legion Ulpia Victrix, geboren in Köln, 19
Dienstjahre, und für M. Aurelius Antiochus, Soldat der 30. Legion Ulpia Victrix. Der Erbe hat
für die Errichtung (des Grabes) gesorgt.
Kommentar:
Bei den Personen, die auf dem mittlerweile verlorenen Stein genannt werden, handelt es sich um Soldaten der in Xanten
stationierten Legion. Die Namen der Verstorbenen weisen auf ihre Heimat hin. C. Iulius Firminus stammte aus Köln und seine
Familie hatte - wie viele in dieser Region - das Bürgerrecht offensichtlich von Augustus erhalten.
Die Herkunft des M. Aurelius Antiochus liegt möglicherweise im Nahen Osten, wie das Cognomen vermuten lässt. Das Nomen
Gentile weist - was ebenfalls für eine Herkunft aus diesem geographischen Raum spricht - auf eine Bürgerrechtsverleihung vielleicht
durch M. Aurelius, wahrscheinlicher aber durch seinen Mitkaiser L. Verus hin. L. Verus hatte während seines Partherfeldzuges
162-166 n.Chr., bei dem ihn eine Abteilung der 30. Legion begleitete, ausreichend Gelegenheit, loyale Einheimische zu römischen
Bürgern zu machen. Nur aus den Reihen der Personen, die das Bürgerrecht besaßen, konnte er Legionäre rekrutieren, d.h. sich vor
Ort Ersatz für eventuell erlittene Verluste verschaffen.
Die "victimarii" waren ursprünglich staatliche Sklaven, die den Priestern bei Opferhandlungen behilflich waren. Innerhalb der
Armee erfüllten sie offenbar eine ehrenvolle Tätigkeit mehr oder weniger symbolischen Charakters im Zusammenhang mit dem
Kult der Legion und genossen bestimmte Privilegien, z.B. die Immunität (= Befreiung von den unangenehmen Arbeiten des
einfachen Legionärs). Sie gehörten wie die "beneficiarii", "frumentarii" etc. zum "officium" des Legionskommandeurs oder des
Statthalters (vgl. Domaszewski/Dobson 37).
Literatur:
CIL XIII 8292; Klinkenberg 1906, 327.

Seite 68/682
Inschriften ID: 292 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Q(uinto) An]ch(a)rio Q(uinti) f(ilio) / [Rom(ilia) (tribu) A]t(este) veter(ano) leg(ionis) / [- - -] Q. Anchar<i>ae / [- - -

su]o patrono pie /5 [et Anchar]iae Q(uinti) l(ibertae) Ma(n)suetae / [et Q(uinto) Anch]ario Q(uinti) l(iberto) Secu/[ndo

et Anchariae Venustae]

Beschreibung:
Bruchstück einer Stele, heute allseitig abgebrochen. Früher war über der Inschrift ein
Widderkopf zwischen zwei Löwen erhalten (wie bei ID 353 und ID 354 vom gleichen Fundort,
d.h. wohl aus derselben Werkstatt).
Fundort / Jahr: Köln1891
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 353, 354, 387 und einem weiteren unbeschriebenen Stein (Ihm
1891b, 136f.). In welchem Verhältnis der Veteran Ancharius zu der Nervierfamilie der obigen
IDs stand, ist unklar, doch wurde er nicht nur in ihrem Grab bestattet, sondern ließ seinen
Grabstein nach demselben Muster anfertigen.
Übersetzung:
Für Q. Ancharius, Sohn des Quintus (aus dem Bürgerbezirk Romilia, Heimatstadt Este ?),
Veteran der (...) Legion. Q. Ancha(rius, Freigelassener des Quintus ?,) hat das Grab für den
besten Patron erbaut, sowie für Ancharia Mansueta, Freigelassene des Quintus, und Q. Ancharius
Secundus, Freigelassenen des Quintus, und Ancharia Venusta, Freigelassene des Quintus.
Kommentar:
Die Ergänzungen der Inschrift basieren auf logischen Erwägungen und dem Vergleich mit den Formularen ähnlicher Tituli. Die
erste Lesung des CIL wirft heute einige Fragen auf und kann daher nicht die allein maßgebliche für die Interpretation sein, obwohl
seit der Erstpublikation weitere Beschädigungen des Steines aufgetreten sind und sich die frühe Lesung und Ergänzung nicht mehr
überprüfen lassen.
Die Widmung an einen "patronus" (Z. 4) macht jedenfalls die Aufstellung durch einen Freigelassenen sehr wahrscheinlich, zumal
auch die weiteren Bestattungsberechtigten "liberti" dieses Patrons sind (vgl. auch in Z. 5 das Cognomen des demnach zweiten (!)
männlichen "libertus", Secundus). Gebräuchlich ist in diesem Falle das Elogium „patronus optimus“, welches in Z. 4 zu erkennen
ist, wenngleich der Steinmetz offenbar ein „o“ vergaß und daher das O von „patrono“ zum Anfang von „optimo“ umfunktionierte –
gut am nachträglichen Worttrenner innerhalb des O zu erkennen.
Schwieriger ist die Deutung von Z. 2: Die übrigen Namen legen nahe, dass der "patronus" Q. Ancharius (...) hieß - die Ancharii
waren eine der wichtigsten Familien der im Veneto gelegenen Stadt Este (in der Tribus Romilia). Demnach muss auch der Aufsteller
des Steins ein Q. Ancharius, Q. l(ibertus) gewesen sein. Sichtbar ist allerdings ein „ANCHARTA[- - - ]“.
Abgesehen von den angesprochenen Schwierigkeiten weist die Inschrift Parallelen zu anderen epigraphischen Zeugnissen auf. So
war es etwa allgemein üblich, dass Freigelassene, wenn sie ein Grabmal errichteten, auch dem ehemaligen "dominus", der ihnen als
"patronus" verbunden blieb, ein Bestattungsrecht einräumten. Dafür gibt es verschiedene Beispiele: CIL VI 37200, CIL V 922
(Aquileia), CIL V 7157 (Taurinum), CIL IX 3922 (Alba Fucens), CIL XI 707 (Bononia), CIL VIII 2841 u. CIL 3001 (Lambaesis),
AE 1986, 0396. Vieles spricht dafür, dass es sich hierbei um eine symbolische Geste der dauerhaften Dankbarkeit handelte, während
es die meisten Patrone sicher vorzogen, im eigenen, repräsentativeren Familienmausoleum beigesetzt zu werden.
Literatur:
CIL XIII 8301; Klinkenberg 1906, 289.

Seite 69/682
Inschriften ID: 293 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]gil[- - -] / [- - ve]t(erano) leg(ionis) [- - -] / [- - - a]nn(orum) * LX [- - -] / [- - -] Peregr[- - -] /5 [- - -]vini [- - -] /

[- - -] per [- - -]

Beschreibung:
Stele, allseitig abgebrochen und stark abgeschliffen.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
- - - gil - - - , Veteran der - - - Legion, 60 Jahre. Peregrin(i)us - - - (hat das Grabmal errichtet?) - -
-.
Kommentar:
Das Inschriftenfragment gehörte zum Grabstein eines 60jährigen Legionärs im Ruhestand, den ein gewisser Peregrinus oder
Peregrinius errichtet hatte. Letzterer könnte ein Verwandter, aber auch ein Freigelassener gewesen sein. Das erhaltene Nomen oder
Cognomen allein ist nicht aussagekräftig genug, dafür ist es zu wenig spezifisch und zu verbreitet. Die weiteren Buchstabenreste
sind nicht stichhaltig aufzulösen.
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 11 = AE 1974, 453.

Seite 70/682
Inschriften ID: 294 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - q]ui / [- - - quae] vixit / [- - - annis - - -] diebus / [- - -]tinius Nepo/[s - - -] leg(- - - ?) * con/[iugi

obseq]uentiss/[imae - - -]

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte. Oben, links und unten abgebrochen. Rechter Rand mit
Rankenverzierung auf der Schmalseite erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1925
Fundumstände:
Gefunden wie ID 185 hinter Grab 7 (Inv.-Nr. 25,814) bzw. hinter dem Doppelgrab I,82-83
(Päffgen, Severin II, 12 e; Katalog 9), nahe der Oberfläche im jüngeren Schutt des
Kreuzgangsüdflügels.
Übersetzung:
- - - lebte - - - Jahre, - - - Monate und - - - Tage. - - - tinius Nepos, Soldat der - - - Legion, hat der
folgsamen Gattin (das Grabmal errichtet).
Kommentar:
Das Fragment gehörte zu einem Grabstein, den ein Legionär oder Veteran einer unbekannten Legion für seine Ehefrau (Z. 5-6:
"con/[iugi obseq]uentiss/[imae - - -]") errichtet hatte. Seine genaue Position war in Z. 5 angegeben. Denkbar wäre die Ergänzung zu
"miles leg(ionis)", "benef(iciarius) leg(ati)" oder "benef(iciarius) leg(ionis)", die der aus Z. 6 zu rekonstruierenden Zeilenbreite
entspräche (vgl. Päffgen). Die Angabe der Lebensdauer bis auf den Tag genau (Z. 3) ist nicht ungewöhnlich, gelegentlich wird dies
sogar bis zu den gelebten Stunden fortgeführt (dazu Pietri, Grabinschrift, Sp. 528). Familiennamen, die auf -tinius enden, gibt es
mehrere Dutzend - eine Auswahl ist nicht möglich.
Literatur:
F 292; Fremersdorf 1925, 283; Päffgen, Severin II, 12 e; Faust 132f. Nr. 133.

Seite 71/682
Inschriften ID: 295 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] * leg(ionis) [- - -]

Beschreibung:
Fragment, allseitig abgebrochen. Roter Sandstein, vermutlich von einem Sarkophag.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 244.

Seite 72/682
Inschriften ID: 296 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucius) * Crispi * f(ilius) * cives / Marsacus * eq(ues) * alae / Affro(rum) * turma * Flavi / ann(orum) * XXVIII *

stip(endiorum) * VIIII. /5 H(eres) * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der Inschrift Szene eines Totenmahls, unter der Inschrift Pferdevorführung. An
der linken oberen Ecke restauriert und mehrfach geklebt, sonst gut erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1885
Fundumstände:
Gefunden in nächster Nähe der Grabsteine von sechs anderen Kavalleristen: Galsterer alt Nr. 255
(Klein 1886a, 91). Zu dem Inschriftennest vgl. - - -
Übersetzung:
Lucius, Sohn des Crispus, aus dem Stamm der Marsaker, Reiter in der "ala Afrorum", in der
Schwadron des Flavus, 28 Jahre alt, 9 Dienstjahre. Sein Erbe hat die Errichtung (des Grabmals)
besorgt.
Kommentar:
Die Form des Namens (abgekürzter Vorname und Filiation, kein Gentilname, kein Cognomen) ist ungewöhnlich, zumal bei Lucius
eine gewisse Orientierung am Römertum anhand der Namen selbst (Lucius, Crispus), wie auch der Wahl der Bildmotive (die
obligatorische Totenmahlszene) offensichtlich ist. Dennoch beließ man es beim traditionellen „barbarischen“ Ein-Namen-System
und ging nicht zur „Tria Nomina“ über (M. Damae F. Surus Garasenus in CIL XVI 15 kann nicht als Vergleich dienen, weil Gentil-
und Cognomen zwar ungewöhnlich nach der Filiation genannt sind, aber immerhin existieren).
Über die Marsaker ist nur wenig bekannt. Strittig ist unter anderem, ob es sich bei ihnen um ein Tochtervolk der germanischen
Marser handelt oder um einen eigenständigen Keltenstamm, wie das Suffix –icus/-ici nahelegt (R. Günnewig, s.v. Marsaci, RGA²
19, 2001, 345). Angesichts ihres ursprünglichen Siedlungsgebietes, den Inseln an den Mündungen von Schelde und Maas, ist wohl
von einer Mischbevölkerung aus beiden Kulturen auszugehen. Seit augusteischer Zeit gehörten sie zum römischen Reich, ihre
Beteiligung am Bataveraufstand hatte offenbar keinerlei Konsequenzen.
Die "ala Afrorum" stammt ursprünglich wohl aus Nordafrika und wurde um 70 n.Chr., wahrscheinlich im Zusammenhang mit dem
Bataveraufstand, an den Rhein verlegt. Ab 78 n.Chr. war sie sicher in Niedergermanien stationiert (Spaul, Ala², 22f; Alföldy,
Hilfstruppen, 170). Demnach erfolgte die Eingliederung einheimischer Reiter frühestens nach dem Ende der Unruhen. Daraus
wiederum ergibt sich eine Datierung des Grabsteines in die Zeit zwischen 80 und 100 n.Chr., die durch stilistische Merkmale des
Schriftbildes und der Reliefs sowie die Motivik bestätigt wird: Die Darstellung der Totenmahlszene ist geradezu charakteristisch für
Kölner Steinmetzwerkstätten am Ende des 1. Jhdts.
Literatur:
CIL XIII 8303 = ILS 2508 und add. Klein 1886, 91ff.; Alföldy, Hilfstruppen, 170 Nr. 17; Binsfeld, Bulletin 2, 1963/64, 310f.;
Klinkenberg 1906, 275 und Abb. 111; Klinkenberg, BJb. 108/109, 1902, 96; Spaul, Ala², 22f.; Tod am Rhein 115f. Nr. 52;
Weynand, BJb. 108/109, 1902, 217.

Seite 73/682
Inschriften ID: 297 Inschriften Typ: Grabinschrift

Oluper * Cergaepuri / f(ilius) * eq(ues) * alae * Afrorum / tur(mae) * Preci * Capitonis / ann(orum) * XXXX *

stip(endiorum) * XX /5 h(eres) * ex * t(estamento) * f(aciendum) * c(uravit) *

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der Inschrift Totenmahlszene, unter der Inschrift Pferdevorführung. An den
Schmalseiten Bäume mit Früchten. Am Oberrand etwas abgeschlagen, sonst gut erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1898
Fundumstände:
Gefunden mit ID 307.
Übersetzung:
Oluper, Sohn des Cergaepurus, Reiter in der "ala Afrorum", in der Schwadron des Precius
Capito, 40 Jahre alt, 20 Dienstjahre. Der Erbe besorgte auf Grund des Testamentes die Errichtung
(des Grabmals).
Kommentar:
Die Grabinschrift war für einen römischen Hilfstruppensoldaten errichtet worden, der in einer Kavallerieeinheit diente (zur "ala
Afrorum" vgl. ID 296). Das Formular weist keine Besonderheiten auf. Der Name des Verstorbenen, wie auch der seines Vaters,
lassen eine nichtrömische Herkunft vermuten; Oluper verweist in den thrakischen Raum.
Der direkte Vorgesetzte des Verstorbenen, Precius Capito, stammte hingegen aus Italien - nur dort gibt es weitere Belege dieses
Namens.
Die Dekoration des Steines - mit der Totenmahlszene über und der Reiterszene unter der Inschrift - weist einige Parallelen zu ID 296
auf. Hierbei scheint es sich um ein Standardmotive für Angehörige von berittenen Hilftstruppeneinheiten zu handeln, wie es
besonders, aber nicht allein, in der Reiterbestattung Gereonstr. 17/23 vorkommt (vgl. Nr. ID 298, 301, 304, 306, 307).
Literatur:
CIL XIII 8304; Klinkenberg 1906, 279; Alföldy, Hilfstruppen, 172 Nr. 18; Spaul, Ala², 22f.

Seite 74/682
Inschriften ID: 298 Inschriften Typ: Grabinschrift

Romanus * Atti f(ilius) Dar[danus] / eq(ues) * al(ae) * Afr(orum) * tur(ma) Firmani an(norum) XXX st[ip(endiorum)

X?] / h(eres) * t(estamento) * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Großer Block. Unter der Inschrift Pferdevorführung (ein weiterer Block mit der
Totenmahldarstellung war früher vermutlich aufgesetzt). Auf der linken Schmalseite
Baumstamm. Rechte obere Ecke des Blockes flach herausgebrochen, jedoch restauriert (vgl. ID
757).
Fundort / Jahr: Köln1898
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 297.
Übersetzung:
Romanus, Sohn des Attus, vom Stamm der Dardaner, Reiter in der "ala Afrorum", in der
Schwadron des Firmanus. 30 Jahre alt, - - - Dienstjahre. Der Erbe besorgte auf Grund des
Testamentes die Errichtung (des Grabmals).
Kommentar:
Angesichts eines Lebensalters von 30 Jahren und einer Rekrutierung zu den Hilfstruppen um die 20, wie sie für Auxiliarsoldaten
üblich war, ist auch bei Romanus eine Dienstzeit von ungefähr 10 Jahren anzunehmen.
Das Volk der Dardaner gehörte zu den Illyrern und lebte im Gebiet der römischen Provinz Moesia Superior (heutiges
Serbien/Nordbulgarien). Die Wiedergabe des Namens und die Wahl des Grabsteins entsprechen römischen Gepflogenheiten.
Angehörige der "ala Afrorum" sind auch durch ID 296 und 297 bezeugt. Vergleicht man die Herkunft der Soldaten, so ergibt sich
ein ethnisch sehr uneinheitliches Bild. Bezeichnend ist, daß keiner der Hilfstruppensoldaten aus Afrika stammt, obgleich die "ala"
diese Region im Namen trägt. Die Bezeichnung einer Einheit, die ursprünglich auf das Herkunfts-/Aushebungsgebiet Bezug nahm,
läßt offensichtlich kaum Aussagen darüber zu, welchen Ethnien die Truppenangehörigen entstammten.
Literatur:
CIL XIII 8305; Klinkenberg 1906, 279; Fremersdorf, Urkunden², 56 und Taf. 69; Alföldy, Hilfstruppen, 172 Nr. 19; Klinkenberg
1902, 96; Spaul, Ala², 22f.

Seite 75/682
Inschriften ID: 299 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) Marius Valen[s] Galata / veter(anus) [ex] dec(urione) alae Classianae / sib[i et Petr ?]oniae Severae uxo/[ri

obit]ae fecit

Beschreibung:
Großer Quader. Oben Dübellöcher, seitlich auf Anschluß gearbeitet. Linke untere Ecke
ausgemeißelt. Inschrift von verziertem Rahmen umgeben. Willer, Grabbauten: "linke Seite
Anathyrose; Wolfsloch auf Oberseite; Rückseite auf Anschluß gearbeitet".
Fundort / Jahr: Köln1886
Fundumstände:
In Pfeiler VI in einer Tiefe von + 4,35 K.P. in einer wohl mittelalterlichen (???) Tuffsteinmauer
verbaut; nach Klinkenberg 1902, 104 höchstwahrscheinlich "von der benachbarten
Begräbnisstätte der Auxiliaren aus flavischer Zeit (am Eigelstein) dorthin geschafft".
Übersetzung:
Marcus Marius Valens, Galater, Veteran, ehemaliger "decurio" der "ala Classiana", hat für sich
und Petronia Severa, seine verstorbene Gattin, (das Grabmal) errichtet.
Kommentar:
Die Einheit, der der Verstorbene als Hauptmann (= "decurio") angehörte, war zwischen 105 und 122 in England stationiert. Ob sie
sich vor oder nach dieser Zeit (oder beides oder sogar mehrfach wechselnd) in Germanien aufhielt, ist hoch umstritten. Klar ist
allerdings, dass sie in augusteischer Zeit ausgehoben wurde und den Namen nach ihrem ersten Praefekten Classius erhielt. Zunächst
bestand sie überwiegend aus Galliern, erhielt später aber hauptsächlich Thraker als Rekruten. In Britannien konnte sie sich
offensichtlich auszeichnen, jedenfalls führen sie zwei Militärdiplome von 122 und 178 n.Chr. unter dem klangvollen Namen „ala
Gallorum et Thracum Classiana invicta bis torquata civium Romanorum“ (= Kavallerieeinheit der Gallier und Thraker Classiana, die
unbesiegte, zweimal bekränzte, aus römischen Bürgern). Spaul, Ala², 87, bestreitet einen späteren Dienst in Germanien, im Osten
oder anderswo; die "ala" kann sich nach seiner Interpretation nur vor der Versetzung nach Britannien in Germania Inferior befunden
haben. Auch Willer (Grabbauten) kann die Frage nicht beantworten, wann die "ala" in Niedergermanien stationiert war. Die
überlieferten Inschriften verweisen jedoch eher auf spätere Zeit, zumeist das 3. Jhdt. (vgl. Alföldy, Hilfstruppen, 17-19, 175; Birley,
1978, 266). Abweichend von der oben vorgeschlagenen zeitlichen Einordnung der Inschrift datiert Kraft den Stein in neronische
Zeit.
Der Soldat ist Galater, d.h. Gallier aus Kleinasien in der Umgebung von Ankara. Es kam selten vor, dass Kleinasiaten in westlichen
Heereseinheiten dienten (anders in der Flotte).
Literatur:
CIL XIII 8306 = ILS 2534; Klinkenberg 1906, 278; Lehner Nr. 648; Alföldy, Hilfstruppen, 175 Nr. 30; Klinkenberg, BJb. 108/109,
1902, 104; Willer, Grabbauten, 287 Nr. 117; Kraft, Rekrutierung, 148 Nr. 301; Spaul, Ala², 87.

Seite 76/682
Inschriften ID: 300 Inschriften Typ: Grabinschrift

Apolloniae * Victorinae * Bessula[e] / Valgas * Maieri * dec(urio) * alae * fid(a)e * vindicis / coniugi * carissimae *

memoriam quem (!) / rogavit fecit

Beschreibung:
Sarkophag, dessen Kiste mit Ausnahme geringer Beschädigungen und geklebter Brüche gut
erhalten ist. Die Tabula Ansata wird von je einem puttenartigen Eros gehalten (Noelke, KJ 26,
1993, 139; Düntzer 1885, 91f. Nr. 189). Auf dem Deckel Protome der Verstorbenen. Siehe
jedoch Noelke, Komm. Weyer, 305 Nr. 13: "Deckel im 2. Weltkrieg weitgehend zerstört: die
Zeichnung bei Weyer überliefert zudem noch die abgebrochene Ecke des Deckels mit dem
Eckakroter in Gestalt eines Kopfes, vielleicht des Attis, der auf der Vorkriegsphotographie (RBA
Nr. 34040) bereits fehlt."
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Mit Kalk überzogen, auf welchem mit Ölfarbe eine Madonna gemalt war. Düntzer 1885, 91: "Er
stand früher in der Ursulakirche: Wallraf erhielt ihn von dort zum Dank für seine Bemühung um
die Herstellung der Kirche."
Übersetzung:
Für Apollonia Victorina aus dem Stamm der Besser, die liebste Gattin, hat Valgas, Sohn des
Maier, "decurio" der "ala fida vindex", diesen Erinnerungsstein gesetzt, den sie sich gewünscht
hatte.
Kommentar:
Die Inschrift weist zahlreiche Eigentümlichkeiten auf: Eine "ala fida vindex" ist sonst unbekannt. Ihre Identifikation mit der in CIL
V 538 genannten "ala I Flavia fid(elis?)" (Cichorius 1893; Alföldy, Hilfstruppen, 174) ist sehr fraglich. Ungewöhnlich ist auch der
Name des Auftraggebers: Valgas, Sohn des Maier. Zwar sind die Namen Valgus und Valgius in Mittelitalien belegt (CIL X 844; X
5582; XI 6163; XIV 3858; vgl. P.B. Harvey, in: Classics and the Classical Tradition, Philadelphia 1973, 79ff.; Fouilles de
Conimbriga Nr. 29: Valgiae c.f. Flaccillae), nicht aber in Gebieten, aus denen Alenreiter rekrutiert wurden. Zu Maierus sind
vielleicht entfernte Parallelen aus Ägypten beizubringen, doch wäre ein Ägypter als Kavallerist in Niedergermanien ungewöhnlich
(die Belege bei Alföldy, Hilfstruppen, 174). Auch die Formel „memoriam quem (!) rogavit fecit“ steht zumindest in Köln ohne
Parallelen da.
Man wird die Inschrift mit Stein-Ritterling für "sehr verdächtig" halten müssen (Spaul, Ala², 135f.). Vieles spricht dafür, dass die
heutige Inschrift auf dem Sarkophag nachträglich angebracht wurde. Die Abarbeitung der Vorderfront, durch die auch die Arme der
puttenartigen Eroten abgeflacht wurden, beseitigte vielleicht eine frühere Inschrift.
Literatur:
CIL XIII 8307; Klinkenberg 1906, 276; Stein-Ritterling 128; Alföldy, Hilfstruppen, 174 Nr. 25; Spieß 1988, 299 Nr. 16; Noelke,
Lust und Verlust, 639 Nr. 314; Spaul, Ala², 135f.

Seite 77/682
Inschriften ID: 301 Inschriften Typ: Grabinschrift

Albanio Vitali / eq(uiti) * alae * Indianae / tur(ma) * Barbi * civi / Trevero * an(norum) XXX stip(endiorum) * X /5

h(eres) ex t(estamento) * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der Inschrift Totenmahl, unter der Inschrift Pferdevorführung. An den
Schmalseiten hochstämmige Bäume. Verschiedene Brüche geklebt, restauriert. Oben und unten
links an den Seiten Löwen als Grabwächter. Eine Zeichnung des unrestaurierten Zustandes bei
Noelke, Komm. Weyer.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Unbekannt; der Stein befand sich früher in der Blankenheimer Sammlung (Düntzer 1869a, 96 Nr.
224). Klinkenberg 1902, 95 hält die Angaben von Gelenius für unzuverlässig. Lersch 1839, 45
Nr. 37 verweist auf eine Kölner Handschrift, die nicht nur den FO Deutz angibt, sondern auch die
Überführung nach Blankenheim erwähnt.
Übersetzung:
Für Albanius Vitalis, Reiter der "ala Indiana", aus der Schwadron des Barbius, Treverer, 30
Jahre alt, 10 Dienstjahre. Der Erbe hat aufgrund des Testaments die Errichtung (des Grabmals)
besorgt.
Kommentar:
Bezugnehmend auf eine Angabe bei Tacitus (ann. 3,42ff.) vermutet man, dass die "ala Indiana" ihren Namen vom Treverer Iulius
Indus herleitet, der sie ausgehoben und sich darüber hinaus in besonderer Weise um das römische Heer verdient gemacht hatte
(Cichorius, s.v. ala, RE 1, 1893, Sp. 1243f; vgl. E. Birley, Alae named after their commanders, Ancient Society 9, 1978, 257 u. 267).
So soll er mit seinem persönlichen Einsatz verhindert haben, dass die Reitereinheit im Krisenjahr 21 n.Chr. von den Römern abfiel
(Alföldy, Hilfstruppen, 17-19 bezweifelt, dass Indus' Truppe bereits eine reguläre Einheit war; wenn nicht, war sie aber sicherlich
der Grundstock für die spätere reguläre Formation). Daraufhin brach der Aufstand der Treverer unter der Führung des Iulius Florus,
für den sein Landsmann Indus ohnehin eine tiefe persönliche Abneigung empfand, endgültig zusammen. Unklar ist, ob die
Verleihung des Ehrentitels „pia fidelis“ in diesem Zusammenhang erfolgte, oder erst Jahrzehnte später, als die "ala" beim
Saturninus-Aufstand (89 n.Chr.) Kaiser Domitian die Treue hielt (Spaul, Ala², 152; Kraft vermutet eine Verleihung des Titels
aufgrund von Verdiensten im Bataveraufstand).
43 n.Chr. war die "ala" Bestandteil des Invasionsheeres, mit dem Claudius in Britannien einfiel und kehrte um 70 n.Chr. nach
Germania Inferior zurück. Aus dieser Zeit stammt auch der Stein des Albanius Vitalis. Zwischen 116 und 134 n.Chr. wurde die "ala
Indiana" in die Provinz Germania Superior verlegt.
Der Hauptmann der Untereinheit gehörte zur Familie der Barbii, die hauptsächlich in der Gegend von Aquileia beheimatet war, aber
auch Angehörige im Noricum und Westpannonien besaß (eine ausführliche Untersuchung der "gens Barbia" bietet J. Sasel, Barbii,
Eirene 5, 1966, 117ff.). Es ist anzunehmen, dass der Verstorbene identisch ist mit C. Albanius Vitalis, der im Heiligtum der
Matronae Alaferhviae und Amfratninae in Eschweiler einen Weihestein für ungenannte Matronen errichtete (vgl. W. Gaitzsch - J.
Hermanns, Das Matronenheiligtum von Eschweiler-Weisweiler, in: Ausgrabungen im Rheinland 79/80, 120-128).
Zu den Bildmotiven des Steins und der Aufteilung der Inschrift vgl. ID 297.

Literatur:

Seite 78/682
CIL XIII 8519; Alföldy, Hilfstruppen, 176 Nr. 31; Noelke, Lust und Verlust, 508 Nr. 3; Noelke, BJb. 174, 1974, 556; Spaul, Ala²,
152f.

Seite 79/682
Inschriften ID: 302 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - i]o Rufino / [veteran]o ex dec(urione) [- - -] / [alae felici ?]s Moesi<c>ae / [- - -]nsus > (centurio) leg(ionis) /5 [-

- - a]micus et he[res f(aciendum c(uravit)]

Beschreibung:
Stele. Links, oben und unten abgebrochen. Über der Inschrift Rest eines Schildes. Rechts
Pflanzenornament, unten Torques und Phalerae.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Aus den Trümmern des 1583 zerstörten Klosters (Deycks); später in der Sammlung
Blankenheim, wo der Stein verlorenging (Oxé 1898, 129). Vgl. unter der Abbildung "in
Abbatia".
Übersetzung:
Für - - - Rufinus, Veteran, ehemaliger "decurio" der Einheit - - - aus Moesien, hat (- - -)nsus,
Zenturio der - - - Legion, als Freund und Erbe die Errichtung (des Grabsteins) besorgt.
Kommentar:
Der Stein ist nur noch in Abschrift erhalten, was die Deutung des ohnehin problematischen Textes weiter erschwert. Sollte er
nämlich korrekt wiedergegeben worden sein, so kann der Bezug zur "ala Moesica" ("Felix Pia Fidelis Torquata") keineswegs als
gesichert gelten, da Z. 3 "Moesiae" statt des für die Alenbezeichnung notwendigen Adjektivs "Moesicae" aufweist. Man müsste
demnach eher von einem Locativ ausgehen, der in diesem Falle die Herkunft des Verstorbenen angeben würde.
Allerdings verweist Z. 2 „ex dec(urione)“ wiederum deutlich auf die Zugehörigkeit zu einer Hilfstruppeneinheit: Dekurionen im
militärischen Sinne sind nur als Befehlshaber in berittenen Kohorten oder Alen zu finden. Aufgrund der fehlenden Truppennamen
sowie der stark stilisierten Abschrift, die keine Rückschlüsse auf die ursprüngliche Buchstabenform zulässt, sind keine Aussagen zur
Datierung des Steins möglich.
Freilich ist nicht auszuschließen, dass die genannte "ala" tatsächlich die "ala Moesica" war, die für die Zeit des 2. und 3. Jhdts.
n.Chr. für die Gegend belegt ist: in flavischer Zeit befand sie sich in der Germania Inferior mit wahrscheinlichem Stationierungsort
Asciburgium (= Asberg), ab der Mitte des 2. Jhdts. ging sie nach Kaiseraugst in die Provinz Germania Superior (vgl. Spaul, Ala,
163f.; Kraft 155).
Literatur:
CIL XIII 8503; Klinkenberg 1906, 359; Alföldy, Hilfstruppen, 180 Nr. 43.

Seite 80/682
Inschriften ID: 303 Inschriften Typ: Grabinschrift

T(itus) * Flavius * Bassus * Mucalae / f(ilius) * Dansala * eq(ues) * alae * Nori/coru(m) * tur(ma) * Fabi * Pudentis /

an(norum) * XXXXVI * stip(endiorum) * XXVI * h(eres) * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Hohe Stele aus zwei Blöcken. Über der Inschrift ein den Gegner niederreitender Alenreiter in
abgerundeter Nische. In den Ecken Blattornamente, an den Seiten Olivenbäume mit Früchten.
Einige Brüche geklebt, sonst gut erhalten. Oben auf dem Monument Sphinx zwischen zwei
Löwen.
Fundort / Jahr: Köln1886
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 434 (Klein 1886a, 102) am gleichen Ort wie ID 296, 304, 306 und
424.
Übersetzung:
Titus Flavius Bassus, Sohn des Mucala (vom Stamm der) Dansaler, Reiter in der "ala
Noricorum", in der Schwadron des Fabius Pudens; 46 Jahre, 26 Dienstjahre. Sein Erbe hat die
Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Die Stammeszugehörigkeit des Verstorbenen („Dansala“) ist in dieser Form andernorts nicht belegt; es handelt sich aber wohl um
die thrakischen Danthaletai (Plin. nat. hist. 4,40: „Denseletae“; Liv.: „Dentheletae“). Ihr Verhältnis zu den Römern war wechselhaft:
mal kämpfte man gemeinsam als Verbündete und Freunde, mal kreuzte man die Waffen im Ringen um die Vorherrschaft der
Provinz Makedonien. Strabon bezeichnet sie kurz als „Räubervolk“ (7,5,12). Trotzdem sind sogar Legionäre aus ihren Reihen
bekannt (CIRhen 980; 1290).
Normalerweise wurde ein Hilfstruppensoldat nach 25 Jahren für seine Dienste am Reich mit dem römischen Bürgerrecht entlohnt
und ging ehrenvoll in den Ruhestand. Er konnte sich allerdings auch darüber hinaus freiwillig dienstverpflichten. Flavius Bassus
hatte dies offenbar getan, denn er war bereits Bürger und mehr als 26 Dienstjahre aktiv.
Die "ala Noricorum" wurde zu Beginn der Kaiserzeit im heutigen Österreich ausgehoben, wie der Name aussagt. Sie lässt sich ab
Mitte des 1. Jhdts. n.Chr. in Germania Superior nachweisen und wurde gegen Ende des Jhdts. nach Niedergermanien verlegt, wo sie
zunächst in Alt-Kalkar (Burginatium) und schließlich bei Dormagen Quartier nahm (Spaul, Ala², 165f.; Alföldy, Hilfstruppen,
25-28).
Andere Hilfstruppensoldaten aus dem Stamm der Dansaler, von denen einer bereits das Bürgerrecht erlangt hatte, in CIRhen 980
und 1290 = CIL XIII 7049f.
Literatur:
CIL XIII 8308 = ILS 2512 und add.; Klinkenberg 1906, 277; Fremersdorf, Urkunden², 55f. und Taf. 86; Römer am Rhein 1890,
Anm. 149; Alföldy, Hilfstruppen, 181 Nr. 47; Tod am Rhein 46; Spaul, Ala², 165f.

Seite 81/682
Inschriften ID: 304 Inschriften Typ: Grabinschrift

Marcus * Sacrius / Securi * f(ilius) * Primigenius * / eques * alae * Noricor(um) * tur(ma) / Patercli * cives * Remus *

ann(orum) /5 XXVI * [s]tip(endiorum) * XI. * H(eres) * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der Inschrift Totenmahlszene, davon der obere Teil abgebrochen. Unter der
Inschrift Pferdevorführung. Schriftfeld unten beschädigt.
Fundort / Jahr: Köln1886
Fundumstände:
Gefunden in einer Tiefe von ca. 3,5 m unter dem Niveau, schräg gebettet mit der Vorderseite
nach oben und z.T. "den zerstörenden Einflüssen eines Abortes ausgesetzt" (Schwörbel 1886,
21f.); gefunden am selben Ort wie ID 296.
Übersetzung:
Marcus Sacrius Primigenius, Sohn des Securus, Reiter in der "ala Noricorum", aus der
Schwadron des Paterclus, aus dem Stamm der Remer. 26 Jahre, 11 Dienstjahre. Sein Erbe hat die
Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Bemerkenswert ist sicherlich der frühe Zeitpunkt der Rekrutierung: wenn die überlieferten Zahlen stimmen, war Sacrius Primigenius
bei seinem Eintritt ins Heer gerade einmal 15 Jahre alt - ein Alter, in dem Jugendliche in Rom vielfach noch auf die „toga virilis“ als
Ausweis der Volljährigkeit warteten, die sie üblicherweise zwischen 14 und 17 erhielten.
Die Remer, von denen sich der Name der heutigen Stadt Reims herleitet, gehörten seit Caesar zu den treuesten gallischen
Verbündeten Roms und erhielten spätestens 12 v.Chr. den Status einer „civitas foederata“. Dementsprechend häufig findet man ihre
Stammesangehörigen in römischen Diensten.
Die Motivik des Steins entspricht wiederum dem gängigen Standard für Kölner Grabreliefs von Hilfstruppenreitern (oben
Totenmahlszene, unten Reiter mit Pferd am Zügel, dazwischen ein formelhafter Epitaph; vgl. ID 296, 297, 298, 301, 304, 306, 307).
Interessanterweise sind zahlreiche Grabsteine dieser Art auch am selben Ort gefunden worden, nämlich bei Grabungen im Gebiet
Gereonstraße 17-23 (ID 296, 303, 306, 424, 434), also einer der zweitrangigen Ausfallstraßen des antiken Köln. Unklar bleibt
freilich, ob es sich dabei um die bevorzugten Bestattungsplätze von Hilfstruppenreitern handelte, sie vielleicht sogar über ein
gemeinsames Grabgrundstück verfügten (wie es beispielsweise für die germanischen Leibwächter der frühen Kaiser oder bestimmte
Prätorianerkohorten in Rom belegt ist), oder ob lediglich der Steinmetzbetrieb, aus dessen Werkstatt die populäre Motivik stammte,
ebendort angesiedelt war.
Literatur:
CIL XIII 8309; Klinkenberg 1906, 279; Klinkenberg 1902, 96; Schwörbel, BJb. 1886; Alföldy, Hilfstruppen, 181 Nr. 48; Kraft 155
Nr. 64; Spaul, Ala², 165f.

Seite 82/682
Inschriften ID: 305 Inschriften Typ: Grabinschrift

a: [- - -] Lepidi f(ilius) / [- - -]as duplica(rius) / [- - - ala p]raetoria / [ann(orum) - - -] stipe(ndiorum) XX / - - -

b: L(ucius ?) Domi[- - -] / Verecun[dus? - - -]

Beschreibung:
Fragment eines zweifach verwendeten Grabsteines. Bruchstück einer Tafel aus Kalkstein.
Rechter Rand erhalten, sonst rundherum abgebrochen. Bereits im CIL nur noch Teile gelesen.
Heute nur noch ein kleiner Rest vorhanden.
Fundort / Jahr: Köln1643
Fundumstände:
Vermauert; der zweifach verwendete Grabstein ist wohl vom nahen Eigelstein hierher geschafft
worden (Klinkenberg).
Übersetzung:
a: Für - - - , Sohn des Lepidus, aus dem Stamm der Canninefaten (?), "duplicarius" in der "ala
Praetoria", verstorben mit - - - Jahren und 20 Dienstjahren - - -.
b: L(ucius) Domi[tius?] Verecundus - - -.
Kommentar:
Die zum Zeitpunkt des Fundes bereits fragmentarische Inschrift hat sich mittlerweile auf ein beidseitig beschriebenes Bruchstück
reduziert, auf dem lediglich fünf bzw. zwei Buchstaben zu identifizieren sind. Man ist daher auf die frühen Lesungen angewiesen.
Auch ist nicht klar, ob beide Seiten zur gleichen Inschrift gehören oder ob eine Zweitverwendung anzunehmen ist. Die
Buchstabenform lässt jedenfalls keinen allzu großen Intervall zwischen den Beschriftungen vermuten.

Bei dem Verstorbenen handelte es sich um einen Angehörigen der "ala Praetoria", Elitereiter zum persönlichen Schutz des
Heerführers, im Rang eines "duplicarius", der zumindest ursprünglich als Lohn für seine persönliche Tapferkeit die doppelten
Lebensmittelrationen, später einen höheren Sold erhielt. Da das "-as" am Beginn von Z. 2 offensichtlich das Ende seines Ethnicon
darstellt, gehörte er eventuell zum Stamm der Canninefaten (Klinkenberg, BJb. 110, 1903, 360; Alföldy, Hilfstruppen, 30f; Spaul,
Ala², 187f). Die "ala Praetoria" gehörte anscheinend nur bis zum Jahr 69 n.Chr. zu den niedergermanischen Truppen und ging
anschließend nach Pannonien, wo sich die meisten Belege finden (vgl. Alföldy, Hilfstruppen, 30f; Spaul, Ala², 187f.) Alföldy datiert
die Inschrift in vorflavische Zeit.
Literatur:
CIL XIII 8310; Klinkenberg 1906, 275; Alföldy, Hilfstruppen, 183 Nr. 56; Spaul, Ala², 187f.

Seite 83/682
Inschriften ID: 306 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) Aemilius Durises eq(ues) al(ae) / Sulp(iciae) tur(ma) Nepotis an(norum) XXXVI / stip(endiorum) XVI, heredes

ex t(estamento) f(aciendum) c(uraverunt)

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der Inschrift Mahlszene, darunter Pferdevorführung.
Fundort / Jahr: Köln1885
Fundumstände:
Gefunden am selben Ort wie ID 303, 304, 424 sowie 434.
Übersetzung:
Marcus Aemilius Durises, Reiter der "ala Sulpicia", in der Schwadron des Nepos, 36 Jahre alt, 16
Dienstjahre. Die Erben haben die Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Die Grabinschrift war für M. Aemilius Durises errichtet worden. Das Cognomen des Verstorbenen lässt auf thrakische Herkunft
schließen. Vor- und Familienname verweisen zudem auf die Bürgerrechtsverleihung durch einen Vertreter der berühmten Familie
der Aemilii Lepidi. Einige Angehörige dieser "gens" waren im Verlauf des 1. Jhdts. n.Chr. als Feldherrn und Prokonsuln im Gebiet
der Thraker aktiv. Besonders bekannt ist M. Aemilius Lepidus, "consul ordinarius" im Jahr 6 n.Chr., der Tiberius 8-9 n.Chr. nach
Pannonien begleitete und mit den "ornamenta triumphalia" ausgezeichnet wurde (PIR² A 369; 26-28 n.Chr. Prokonsul in Asia).
Die Kavallerieeinheit, der der Verstorbene angehört hatte (mit vollem Titel "ala Sulpicia civium Romanorum"), wurde sehr
wahrscheinlich 69 n.Chr. von Sulpicius Galba in Spanien gebildet, gemeinsam mit der 7. Legion Gemina. Fraglich ist allerdings, ob
der Kaiser sie neu aushob oder ob er lediglich eine bereits vorhandene "ala" neu strukturierte. Angesichts zahlreicher Angehöriger
dieser Militäreinheit, die wie M. Aemilius Durises thrakische Namensbestandteile führen (vgl. ID 307), könnte man durchaus an
einen Reiterverband von Thrakern bzw. eine ursprünglich thrakische Kerntruppe denken (Birley 1978, 269; Spaul, Ala², 209f.).
Die Datierung des Steins in die zweite Hälfte des 1. Jhdts. lässt diese Interpretation ohne weiteres zu (siehe jedoch Klein 1886, 90,
der in die Mitte des 2. Jhdts. datiert).
Literatur:
CIL XIII 8311 = ILS 2502 und add.; Alföldy, Hilfstruppen, 186 Nr. 61; Birley 1978, 269 (zur "ala"); Klinkenberg 1906, 279; Kraft
159 Nr. 592; Lehner Nr. 656; Petrikovits, Auswahlkatalog, 44f. Nr. 8; Spaul, Ala², 209.

Seite 84/682
Inschriften ID: 307 Inschriften Typ: Grabinschrift

Longinus * Biarta * Bisae * f(ilius) * / Bessus * eq(ues) * alae * Sulp(iciae) * an(norum) XXXXVI / d[e suo]

f(aciendum) * c(uravit) *

Beschreibung:
Zwei große Blöcke, der untere in der Mitte gebrochen. Über der Inschrift Totenmahl, unter der
Inschrift Pferdevorführung. An den Schmalseiten Bäume. Rechte untere Ecke des oberen
Blockes sowie Oberrand in der Mitte des unteren Blockes ergänzt.
Fundort / Jahr: Köln1846
Fundumstände:
Die beiden Blöcke wurden am selben Ort zu verschiedenen Zeiten gefunden. Beide Teile bilden
zusammen einen Grabstein der üblichen Art mit Totenmahldarstellung; der 1846 gefundene
Block war zunächst in die Gartenmauer des Hauses Nr. 25 eingefügt worden.
Übersetzung:
Longinus Biarta, Sohn des Bisa, vom Stamm der Besser, Reiter in der "ala Sulpicia", 46 Jahre alt,
ließ (dieses Grabmal) aus seinem eigenen Vermögen errichten.
Kommentar:
Das Grabmal war für Longinus Biarta vom Stamm der Besser („Bessus“) errichtet worden. Der Terminus "Bessi" diente als
Oberbegriff für verschiedene Thrakerstämme. Der Verstorbene besaß insofern denselben ethnischen Hintergrund wie Durises (ID
306) und gehörte - wie dieser - zur "ala Sulpicia" (vgl. zu dieser Reitereinheit unter ID 306).
Die Dekoration des Grabsteines orientiert sich deutlich an Motiven, die für Kölner Hilfstruppenreiter typisch sind (vgl. ID 304): die
Totenmahlszene (oben) und das Relief des abgesessenen Reiters mit Pferd (unten) gleichen weiteren Kölner Stelen bis ins Detail.
Die Form des Grabmals und das Formular der Inschrift weisen jedoch deutliche Unterscheide auf. Der Stein ist wesentlich breiter
und massiver als die eher schmalen, aber dafür höheren Stelen der anderen Alenreiter (ID 306: Höhe 231 cm/Breite 88 cm; ID 307
hingegen: Höhe 172 cm/Breite 142 cm). Im Text sind die persönlichen Daten unvollständig, wenngleich das Fehlen der Dienstjahre
("stipendia") damit erklärt werden kann, dass der Verstorbene seine vollen 25 Jahre abgeleistet hatte und sich - was für einen
46-Jährigen anzunehmen ist - bereits im Ruhestand befand. Auf jeden Fall aber verwandte der Steinmetz nicht die übliche Floskel
"h(eres) ex t(estamento) f(aciendum) c(uravit)", sondern eine Variante, die das Privatvermögen betont.
Von dem Fundort in der Gereonstraße stammen zahlreiche Grabstelen von Alenreitern, die sich durch einen gewissen Hang zur
Monumentalisierung auszeichnen. Es ist durchaus möglich, dass der Grabplatz Eigentum eines militärischen "collegium" war.
Literatur:
CIL XIII 8312; Alföldy, Hilfstruppen, 186 Nr. 62; Andrikopoulou-Strack 47, 182; Espérandieu VIII 6483; Fremersdorf, Urkunden²,
56 und Taf. 88; Gerster 119 (Datierung 80-100, 90-92); Hahl 19 (Datierung in flav.-spätflav. Zeit); Klinkenberg 1906, 279; Kraft
159 Nr. 591 (Datierung flav., wohl nach 90, wenn "ala" von Galba gegründet); Römer am Rhein 180, Anm. 149; Römerillustrierte
202 Nr. 2; Spaul, Ala², 209f.; Weynand Nr. 189.

Seite 85/682
Inschriften ID: 308 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucio) * Val(erio) * Verec/undo * Rut(eno) / mil(iti) * coh(ortis) * I * Class/icae * >(centuria) * Ingenu(i) /5

ann(orum) * XXV * stip(endiorum) * IIII [h(eres) e]x * t(estamento) * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Stele, aus mehreren Bruchstücken geklebt. Über der gerahmten Inschrift Stierkopf zwischen
zwei Löwen. An den Schmalseiten Ranken mit Herzblättern. Von der Verzierung der Stele
unterhalb der Inschrift nur rechts kleiner Rest erhalten. Linke untere Ecke restauriert.
Fundort / Jahr: Köln1906
Fundumstände:
Gregarek: gefunden zusammen mit ID 237.
Übersetzung:
Für Lucius Valerius Verecundus, vom Stamm der Rutener, Soldat in der 1. "cohors Classica", in
der Zenturie des Ingenuus, 25 Jahre, 4 Dienstjahre. Sein Erbe hat gemäß Testament die
Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Das Siedlungsgebiet der Rutener, zu denen Valerius Verecundus gehörte, befand sich größtenteils in Aquitanien. Von dort stammen
auch die ersten Nachrichten der genannten Einheit: sie tat sich im Feldzug des M. Valerius Messalla Corvinus 28 v.Chr. offenbar so
sehr hervor, dass ihre Soldaten kollektiv das Bürgerrecht erhielten. Über den Feldzug ist wenig mehr als sein Faktum (App. bell. civ.
5,161) und die grobe zeitliche Einordnung (zwischen Actium und 27 v.Chr.) bekannt (vgl. Hanslik, s.v. Valerius Messalla Corvinus,
Nr. 161, RE 8 A, 1, Sp. 147f.). Im Verlauf der Umstrukturierung nach dem Bataveraufstand tat sie ab 69 n.Chr. Dienst in
Germanien. Anscheinend gelangte sie zu Beginn des 2. Jhdts. nach Britannien, kehrte aber bald schon zurück. Für das Jahr 158
n.Chr. ist sie auf einem Militärdiplom (Alföldy, Hilfstruppen, Nr. 5) wieder für Germanien belegt, bis sie unter Septimius Severus
dauerhaft in Britannien stationiert wurde.
Die "cohors I Classica" war eine Abteilung von Marinesoldaten und diente während ihres Aufenthaltes in Germanien auch im
Kölner Kastell Alteburg, wo auch der vorliegende Grabstein gefunden wurde. Es handelte sich aber wohl nicht um ihren dauerhaften
bzw. einzigen Stationierungsort, denn Ziegelstempel beweisen, dass sie sich zudem (oder anschließend?) im holländischen De
Meern aufhielt.
Literatur:
CIL XIII 12061 = ILS 9159; AE 1906, 153; Alföldy, Hilfstruppen, 200 Nr. 113; Espérandieu VIII 6464; Fremersdorf, Urkunden², 55
und Taf. 84; Gregarek Nr. 65; Holder, P., Auxiliary units titled Aelia, ZPE 122, 1998, 253; Holder, P., The Roman Army in Britain,
1982, 114f.; Jarrett, M. G., Non-legionary troops in Britain, 57; Klinkenberg 1906, 373; Kraft 194 Nr. 3025; Pferdehirt, B., Das
Museum für Antike Schiffahrt, Mainz 1995, 54; Römer am Rhein 177, Anm. 139; Römerillustrierte 202 Nr. 4; Spaul, Cohors²,
477f.; Wolff, G., Das röm.-germ. Köln 1981, 30; Walser 222f. Nr. 99.

Seite 86/682
Inschriften ID: 309 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [mil(es) coh]ortis / [pri]m(ae) class/[ic(ae)] p(iae) f(idelis) f(ecit ?)

Beschreibung:
Platte, allseitig abgebrochen oder abgearbeitet. Rechts eventuell Originalrand.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
?
Übersetzung:
- - - Soldat der "cohors I classica pia fidelis", setzte (den Grabstein).
Kommentar:
Die "cohors I classica" wurde mit dem Bataveraufstand an den Niederrhein verlegt (Alföldy, Hilfstruppen, 56). Vermutlich lag sie
vorübergehend in Köln Alteburg (vgl. ID 308; Stein-Hirschfeld, Beamte von Truppenkörpern, 183f.) Dies war aber wohl nicht ihr
dauerhafter bzw. einziger Stationierungsort, denn Ziegelstempel beweisen, dass sie sich zudem (oder anschließend ?) im
holländischen De Meern aufhielt. Alföldy datiert die Inschrift in die Zeit nach 89 n.Chr.
Literatur:
CIL XIII 8325; Alföldy, Hilfstruppen, 200 Nr. 114.; Spaul, Cohors², 477.

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Inschriften ID: 310 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / et memor[iae] / Secundini Ama[bi]/lis mil(itis) coh(ortis) I F[l(aviae)] /5 qu[i v]ixit annis XVIIII /

mensib(us) X dieb(us) XXV. / Patres ei f(aciendum) c(uraverunt)

Beschreibung:
Stark beschädigte Stele, aus drei Bruchstücken geklebt. Rand links und unten erhalten. Rechter
Rand nur in Höhe von Z. 5 und 6 erhalten. Obere rechte Ecke schräg abgebrochen. Quer über die
Inschrift tiefer, abgesplitterter Bruch; dort zahlreiche Buchstaben beschädigt. Über der Inschrift
Rest eines Porträtmedaillons, unter der Inschrift Ascia.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Manen und der Erinnerung des Secundinius Amabilis, Soldat der 1. "cohors Flavia", der 19
Jahre, 10 Monate und 25 Tage lebte. Seine Eltern haben ihm die Errichtung (des Grabmals)
besorgt.
Kommentar:
Dem Namen nach stammte Amabilis aus dem Rheinland, vielleicht sogar aus Köln selbst. Bei der Einheit handelt es sich vermutlich
um die "cohors I Flavia Hispanorum equitata pia fidelis", die nach 70 n.Chr. in Niedergermanien stationiert war und sich ab 158
n.Chr. in Remagen lokalisieren lässt. Spaul nimmt an, dass die Einheit nach Germanien gesandt worden war, um die in den Wirren
des Bataveraufstands zerstörten Lager am Niederrhein neu zu bauen. Den Ehrennamen "pia fidelis" erhielt sie unter Domitian.
Errichtet wurde das Grabmal des jungen Soldaten von seinen Eltern ("patres" in diesem Sinn) - auch dies spricht für seine rheinische
Herkunft.
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 14 = AE 1974, 456; Binsfeld, BJb. 1960, 166 Nr. 21; Noelke 1996, 324 Nr. 3; Faust 123f. Nr. 102; Spaul,
Cohors², 116f.

Seite 88/682
Inschriften ID: 311 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(ecimo) * Sen[i]o Vital[i] / mil(iti) * [coh(ortis) VI in]genu(orum) / c(ivium) R[o]m(anorum) civi Brit[o(ni)] /

ann(orum) LV stip(endiorum) * XVIIII. /5 Heredes / f(aciendum) c(uraverunt)

Beschreibung:
Stele. Über der Inschrift Totenmahl, darunter Reste einer Pferdevorführung. An den
Schmalseiten Lorbeerbäume. Oben Bruch quer durch das Totenmahl. Schriftfeld stark
beschädigt.
Fundort / Jahr: Köln1866
Fundumstände:
Im Keller des Hauses, ca. 17 Fuß tief; gefunden zusammen mit ID 312 (Düntzer), an derselben
Stelle wie ID 288, 312, 314 und 316.
Übersetzung:
Für Decimus Senius Vitalis, Soldat der 6. "cohors ingenuorum civium Romanorum", Bürger aus
dem Stamm der Britonen, 55 Jahre, 18 Dienstjahre. Die Erben haben die Errichtung (des
Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Die Grabstele war für Decimus Senius Vitalis errichtet worden, einen Hilfstruppensoldaten, der in der "cohors VI ingenuorum
civium Romanorum" gedient hatte. Das Fehlen jeglicher Belege der Einheit für das 2. Jhdt. n.Chr. lässt vermuten, dass sie spätestens
unter Domitian, vielleicht sogar schon bald nach 69 n.Chr. aufgelöst worden ist.
Der Stein ermöglicht trotz seiner Kürze einen (zumindest hypothetischen) Einblick in den Lebensweg des Verstorbenen. Er stammte
aus Britannien. Da ansonsten keinerlei Beziehungen der Militäreinheit über den Ärmelkanal festzustellen sind (stationiert war sie in
Germanien beziehungsweise im Osten des Reiches), hat sich Vitalis also offenbar bewusst dieser Kohorte angeschlossen. Sie
bestand ohnehin nur aus Freiwilligen mit römischem Bürgerrecht, worauf der Name stolz hinweist ("cohors ingenuorum civium
Romanorum"). Allerdings erfolgte diese Entscheidung erst im Alter von 37 Jahren, also verhältnismäßig spät – der Weg zum
Berufssoldaten war demnach sicher nicht von Anfang an geplant gewesen.
Da der Soldat sich ein typisches Reitermotiv für den Grabstein auswählte (oder es von den "heredes" ausgewählt wurde), wäre zu
überlegen, ob er in der Infanteriekohorte einen Dienst zu Pferd absolvierte.
Literatur:
CIL XIII 8314 = ILS 2572 add.; Klinkenberg 1906, 276; Espérandieu VIII 6467; Alföldy, Hilfstruppen, 207 Nr. 135; Spaul,
Cohors², 34.

Seite 89/682
Inschriften ID: 312 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]adus * dom[o - - -] / [- - - mil(es) ?] coh(ortis) * VI ing[enuor(um)] / [- - - an]n(orum) * XXII * s[tip(endiorum) - -

-] / - - -

Beschreibung:
Allseitig abgebrochener Rest einer Stele. Nach Fundort und Formular vielleicht von einem
Totenmahlstein.
Fundort / Jahr: Köln1866
Fundumstände:
Im Keller des Hauses, ca. 17 Fuß tief; gefunden an derselben Stelle wie ID 288, 311, 314 und
316. Nach Urlichs 1864, 94 sind 1862 nur die Steine ID 288, 314 und 316 zusammen gefunden
worden. Nach Düntzer (s.o.) wurden ID 311 und 312 an derselben Stelle wenige Jahre später
geborgen.
Übersetzung:
- - - adus, stammte aus - - -, Soldat der 6. "cohors ingenuorum (civium Romanorum)", - - - Jahre,
22 Dienstjahre - - -.
Kommentar:
Der Verstorbene dürfte Anfang 40 gewesen sein. Allerdings gehörte er zur gleichen Einheit wie Senius Vitalis (ID 311), dessen
Beispiel unterstreicht, wie problematisch es gerade bei den Freiwilligenkohorten ist, von der Anzahl der Dienstjahre auf das
Lebensalter zu schließen. Die Zusammensetzung dieser Einheiten dürfte noch um einiges heterogener gewesen sein, als die der
übrigen Hilfstruppen.
Aus der Zugehörigkeit zu dieser Kohorte lässt sich aber sicher ableiten, dass der Verstorbene, dessen Name nur fragmentarisch
erhalten ist, das römische Bürgerecht besessen haben muss. Als einzige Möglichkeit eines Cognomen auf "-adus" geben
Solin-Salomies das selten belegte Fadus.
Am Fundort dieser Inschrift (Eigelstein 123) entdeckte man auch Grabsteine anderer Hilfstruppenangehöriger (vgl. ID 311, 314,
316). Ähnliches ließ sich bereits für das Grundstück Gereonstraße 17-23 feststellen (vgl. Kommentar zu ID 306).
Literatur:
CIL XIII 8315; Alföldy, Hilfstruppen, 207 Nr. 136; Klinkenberg 1902, 95 Nr. 30; Faust 133 Nr. 134; Spaul, Cohors², 34.

Seite 90/682
Inschriften ID: 313 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hemilius Lasci/vus ci(vis) Cannan(efas) / mil(es) cho(rtis) I Latabi(corum) / an(norum) VL sti(pendiorum) XXII. H(eres)

f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Unterteil einer Stele. Über der Inschrift Reste der Darstellung des Verstorbenen in einer Nische.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Gefunden unweit von ID 294; der Stein war nach seiner Auffindung zunächst wegen seiner
verstümmelten Form wieder vergraben und zur Auffüllung einer Senkgrube verwendet worden;
Anfang Juni wurde er wieder ausgegraben (Schwörbel 1886, 23f.).
Übersetzung:
Aemilius Lascivus, vom Stamm der Cannanefaten, Soldat der 1. "cohors Latabicorum", 45 Jahre,
22 Dienstjahre. Der Erbe hat die Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Der volle Name der militärischen Einheit lautet "cohors Latabicorum et Varcianorum". Die Kohorte ist benannt nach zwei Stämmen,
deren Heimatgebiet im südlichen Pannonien lag. Umstritten ist nach wie vor, ob man sie sofort aus beiden Stämmen zugleich aushob
- beispielsweise, weil jeder einzeln nicht genug Soldaten für eine Kohorte aufzubringen vermochte - oder man zwei unabhängig
ausgehobene Truppenteile zu einer Einheit vereinigte. Für die erste Variante spricht die unmittelbare Nachbarschaft der
Stammesgebiete, für die zweite der Umstand, dass "cohortes Latabicorum" und "Varcianorum" auch einzeln belegt sind (vgl. ID 52
u. 317; so Andreas Alföldi, 1948; Spaul, Cohors², 328 versucht beide Theorien zu verbinden; vgl. auch Galsterer III Nr. 1).
Zur Zeit der Rekrutierung des Hemilius (= Aemilius) Lascivus jedenfalls waren derlei Stammesunterscheidungen bereits hinfällig
geworden. Er gehörte keinem der beiden an, sondern war Cannanefate. Der Stamm der Cannanefaten war benachbart und nach
Aussage des Tacitus (hist. 4,15,1) eng verwandt mit den Batavern. Hemilius Lascivus stammte also gebürtig aus Germania Inferior,
in der die Kohorte wohl erst ab 69/70 n.Chr. lag.
Der Stein selbst weist ein paar Ungenauigkeiten auf. So ist die Schreibweise des Namens, mit dem im Grunde nur "Aemilius"
gemeint sein kann, ungewöhnlich, ebenso die Abkürzung "ci", dessen einzige plausible Auflösung "cives" ist. Zudem vergaß der
Steinmetz in der ersten Fassung das Alter und die Dienstjahre und füllte die letzte Zeile mit einem weit gesperrten „h(eres)
f(aciendum) c(uravit)“. Nachdem der Irrtum bemerkt worden war, meißelte man die Zeile aus und trug das Fehlende nach (das „C“
ist noch gut, das „H“ einigermaßen zu erkennen).
Aufgrund einiger Gemeinsamkeiten mit dem Bonner Grabstein des Petilius Secundus (CIL XIII 8079 = ILS 2275), der sicher
zwischen 40 und 70 zu datieren ist, darf man von derselben Werkstatt und demzufolge auch von einer nicht allzu weit entfernten
zeitlichen Einordnung ausgehen. Allerdings dürfte die Grabstele des Hemilius, wie auch die übrigen Steine von
Hilfstruppenangehörigen des Fundortes Gereonstraße, eher an das Ende des 1. Jhdts. gehören.
Die Anzahl der Dienstjahre hilft hier nur bedingt weiter, da der Tote nicht die vollen 22 Jahre in dieser Einheit verbracht haben
muss. Vielmehr könnte er zuvor einer nach dem Bataveraufstand aufgelösten Cannanefaten-Truppe angehört haben, die er
folgerichtig in seinem Epitaph verschweigt.
Literatur:
CIL XIII 8316 und add. p. 139 = ILS 9163; Klinkenberg 1906, 279; Lehner Nr. 663; Stein-Ritterling 200; Alföldy, Hilfstruppen, 207
Nr. 137; Spaul, Cohors², 328f.

Seite 91/682
Inschriften ID: 314 Inschriften Typ: Grabinschrift

Mansuetus * Arraceni * f(ilius) mil(es) * cho(rtis) * III * Lusitano/[rum civ]es * Marsa[cus] / - - -

Beschreibung:
Stele, oben und unten abgebrochen. Über der Inschrift Totenmahlszene. An den Schmalseiten
kunstlose Bäume. Senkrechter Bruch geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1866
Fundumstände:
Im Keller des Hauses, ca. 17 Fuß tief; gefunden zusammen mit ID 288 und 316 an derselben
Stelle wie ID 311 und 312.
Übersetzung:
Mansuetus, Sohn des Arracenus, Soldat in der 3. "cohors Lusitanorum", vom Stamm der
Marsaker - - -.
Kommentar:
Die "cohors Lusitanorum" wurde bereits zu Beginn der Kaiserzeit ausgehoben und stand schon in iulisch-claudischer Zeit an der
Rheinfront. Sie überstand den Bataveraufstand und zog wahrscheinlich im Bürgerkrieg an der Seite der "ala Siliana" mit Caecina
Alienus nach Oberitalien (Tac. hist. 1,70,2). Nach der Rückkehr an den Rhein (um 110 n.Chr.) wurde sie gegen 140 n.Chr.
zusammen mit der 10. Legion Gemina nach Pannonien abkommandiert (vgl. Spaul, Cohors², 64f.; J.M. Roldan Hervas, Hispania y el
ejército romano, Salamanca 1974, 78-80).
Auch wenn die Inschrift selbst die Einordnung in die Kategorie der Grabinschriften nicht zweifelsfrei zulässt, ist diese Zuweisung
dennoch aufgrund des Fundortes (Eigelstein entspricht der Ausfallstraße nach Norden), des Fundzusammenhangs und der
dargestellten Totenmahlszene zwingend. Einige Lesungen bleiben freilich umstrittener, als es die nachträgliche Ausmalung der
Buchstaben suggerieren mag. So liest in Z. 1 Alföldy (Hilfstruppen, 209) "Arrageni", Kraft (180 Nr. 1601) hingegen "[Arraceni]". In
Z. 2 liest Spaul nicht "[civ]es", sondern nennt Acces, Ares, Beles oder Manes als vier mögliche Cognomina.
Literatur:
CIL XIII 8317; Klinkenberg 1906, 276; Alföldy, Hilfstruppen, 209 Nr. 142; Römerillustrierte 251 Nr. 5; Weynand Nr. 195; Spaul,
Cohors², 64f.; Günnewig, s.v. Marsaci, Hoops² 19, 2001, 345.

Seite 92/682
Inschriften ID: 315 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / milit[i coh(ortis)] / I Raetorum anno[rum] / XXXIV stipendiorum / XIV h(ic) s(itus) e(st)

Beschreibung:
Stele, oben abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln-
Fundumstände:
-
Übersetzung:
- - - , Soldat in der 1. "cohors Raetorum", 34 Jahre, 14 Dienstjahre, liegt hier begraben.
Kommentar:
Der Stein ist mittlerweile verloren, die Inschrift nur in einer recht unpräzisen Abzeichnung, sowie einer Abschrift überliefert. Die
Deutung, dass der Soldat zu einer Raeterkohorte gehörte, kann aber als wahrscheinlich gelten. Da Broelman bei seiner Skizze den
Text am Stein vor Augen hatte, sein "Praefeorum" so aber keinen Sinn macht, ist die oben angegebene Lesung sicherlich der Gruters
vorzuziehen. Das „Praefeorum“ lässt sich ohne größere Eingriffe zu „Raetorum“ verbessern. Gruters „Traecorum“ ist wohl mit
Recht als interpretierende Aufzeichnung des ihm erst in zweiter oder dritter Übermittlung zugänglichen Textes zu deuten (Spaul,
Cohors², 364f. bevorzugt jedoch Gruters Variante und subsumiert den Stein unter die "cohors I Thracum Germanica").
Historisch sind beide Theorien möglich: sowohl die "cohors I Thracorum" (bis Mitte des 2. Jhdts.) als auch die "cohors I Raetorum"
haben ihre Spuren am Rhein hinterlassen.
Literatur:
CIL XIII 8319; Alfödy Hilfstruppen, 213 Nr. 153; Spaul, Cohors², 364.

Seite 93/682
Inschriften ID: 316 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) * Iulius * C(ai filius) * Gale/ria * Baccus * Lugu/duni * mil(es) * coh(ortis) * I * Th/racum * ann(orum) *

XXXIIX /5 stip(endiorum) * XV. * Antistius / Atticus * et * Bassius / Communis * h(eredes) * f(aciendum) * c(uraverunt)

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der Inschrift Totenmahl, an der linken oberen Ecke beschädigt. Mehrfach
geklebt, Inschrift rechts unten restauriert.
Fundort / Jahr: Köln1862
Fundumstände:
Im Keller des Hauses, ca. 17 Fuß tief; gefunden zusammen mit ID 288 und 314 an derselben
Stelle wie ID 311 und 312. "Der Stein war ursprünglich "5` 21/4" hoch (zwei Fuß unterhalb der
Inschrift sind zur bequemeren [!] Aufstellung abgesägt worden" (Düntzer³ II 206).
Übersetzung:
Gaius Iulius Baccus, Sohn des Gaius, aus der Tribus Galeria, gebürtig aus Lyon, Soldat in der 1.
"cohors Thracum", 38 Jahre, 15 Dienstjahre. Antistius Atticus und Bassius Communis, seine
Erben, haben die Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Bei der militärischen Einheit muss es sich um die "cohors I Thracum Germanica Civium Romanorum" gehandelt haben, die seit
iulisch-claudischer Zeit in Remagen stationiert war. Mitte des 2. Jhdts. wurde sie nach Pannonien verlegt, ihr weiteres Schicksal ist
ungewiss. Die auch vorgeschlagene Identifizierung mit einer in Britannien stationierten "cohors I Thracum" wird neuerdings durch
ein Militärdiplom widerlegt, das diese Ende des 2. Jhdts. immer noch in Britannien weiß.
Wie schon häufiger bei anderen Einheiten zu beobachten war, rekrutierte man mit der Zeit seinen Nachschub im Umkreis des
Stationierungsortes, unabhängig von der ursprünglich ethnisch eingegrenzten Aushebung, die sich in der Benennung widerspiegelte.
Auf diese Weise gelangte C. Iulius Baccus, der offenbar einer bereits seit mehreren Generationen erfolgreich romanisierten
gallischen Familie entstammte und das römische Bürgerrecht besaß, in eine Hilfstruppeneinheit, deren Mitglieder einstmals aus
Nordgriechenland kamen (vgl. ID 298).
Literatur:
CIL XIII 8318 = ILS 2569; Alföldy, Hilfstruppen, 213 Nr. 154; Bogaers, J. E., Troupes auxiliaires Thraces dans la partie
Néerlandaise de la Germania Inferior, IX. Limeskongreß, Bukarest 1974, 445-448; Düntzer³ II 206; Espérandieu VIII 6447;
Fremersdorf, Urkunden², 57 und Taf. 91; Hahl 19 (Datierung: frühestens spätneronisch); Klinkenberg 1906, 276; Kraft 186 Nr.
1853; Römerillustrierte 240 Nr. 2; Spaul, Cohors², 364f.; Walser 230 Nr. 103; Weynand, BJb. 108/109, 1902, 218 (Datierung:
flavisch).

Seite 94/682
Inschriften ID: 317 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]mi filiae / [- - -] Domitius / [mil(es) coh(ortis)] II Varc(ianorum) / (- - - f)aciendum /5 [curavit]

Beschreibung:
Bruchstücke einer Platte, vielleicht der Vorderseite eines Sarkophages; seit seiner Auffindung
noch weiter zerbrochen, wobei einige Fragmente verloren gingen. Heute aus drei Teilen geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1927
Fundumstände:
Teil des Deckelbelages eines aus Altmaterial zusammengesetzten Steinsarges, der keinerlei
Beigaben in der eingeschwemmten Erde enthielt (Inv.-Nr. 26,354).
Übersetzung:
- - -, der Tochter, (- - -) (- - -) Domitius, Soldat der 2. "cohors Varcianorum" hat die Errichtung
(des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Den Stein setzte Domitius, Angehöriger einer Hilfstruppeneinheit von Infanteristen, seiner offenbar früh verstorbenen Tochter,
deren Name nicht erhalten ist. Die "cohors II Varcianorum Equitata" ist mit ihrer Bautätigkeit in Gellep belegt, sowie in der
Bewirtschaftung des Steinbruchs bei Brohl (vgl. Alföldy, Hilfstruppen, 74f.).
Die Grabplatte wurde in Wiederverwendung gefunden - sie diente als Teil des Deckelbelages eines aus Altmaterial
zusammengesetzten Steinsarges (Friedhoff, Friedhof an der Jakobstraße, 207f.).
Literatur:
F 365 = AE 1929, 109; Fremersdorf 1929, 134 Nr. 10; Alföldy, Hilfstruppen, 215 Nr. 162; Spaul, Cohors², 329.

Seite 95/682
Inschriften ID: 318 Inschriften Typ: Grabinschrift

Cassius * Gesatu[s] / Borissi * f(ilius) * mil(es) * cho(rtis) * I * / Vindelicoru(m) * ann(orum) * L * / [s]tip(endiorum) *

XIIX. * H(eres) *ex * t(estamento) * f(aciendum) * c(uravit) /5 [- - -] frater [- - -]

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der Inschrift Totenmahlszene in Muschelnische. Am unteren Rand der Inschrift
abgebrochen. Schräger Bruch quer durch die Inschrift geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1902
Fundumstände:
Gefunden neben ID 125, 366, 428.
Übersetzung:
Cassius Gesatus, Sohn des Borissus, Soldat in der 1. "cohors Vindelicorum". 50 Jahre, 18
Dienstjahre. Der Erbe hat gemäß Testament die Errichtung (des Grabmals) besorgt. (...) Bruder
(...).
Kommentar:
Das Stammesgebiet der keltischen Vindelicer befand sich im bayerisch-schwäbischen Raum, im Umkreis des Hauptortes, dessen
römischer Name Augusta Vindelicum (Augsburg) war. Den Namensformen nach zu urteilen, gehörte Gesatus, Sohn des Borissus,
zweifellos zum vindelicischen Volksverband. Da er 18 Jahre in der Armee gedient hatte und die Einheit spätestens 89 n.Chr. nach
Moesia Superior verlegt wurde, zählte der Verstorbene wohl zu den "Gründungsmitgliedern" der Kohorte, deren Aushebung bald
nach 69 n.Chr. vermutet wird.
Die relativ kurzzeitige Anwesenheit in Köln findet Bestätigung darin, dass die "cohors I Vindelicorum milliaria equitata civium
Romanorum" insgesamt in der Gegend nur spärlich belegt ist, während ein reicher Fundus von Inschriften ihren Aufenthalt in
Moesien und später Dakien dokumentiert (ausführlich Benen, Die Cohors I Vindelicorum Milliaria C R P F in Dakien, in: FS Artur
Betz, 47-58).
Literatur:
CIL XIII 8320 = ILS 9162; Klinkenberg 1906, 313; Alföldy, Hilfstruppen, 216 Nr. 164; Gabelmann 1972, 138 Nr. 49; Spaul,
Cohors², 288f.; Päffgen I 41.

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Inschriften ID: 319 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - -]nius Lenti/[nian ?]us mil(es) c(ohortis) / [- - -] fra[t]er /5 [ex test(amento)? f]ecit

Beschreibung:
Platte, aus zwei Teilen zusammengeklebt. Rand oben und rechts teilweise erhalten, links und
unten abgebrochen, überall angestoßen.
Fundort / Jahr: Köln1971
Fundumstände:
Vermauert im spätantiken Kastell.
Übersetzung:
Den Manen. - - -nius Lenti[nian]us, Soldat der - - - "cohors" - - -. Der Bruder/Kamerad hat (das
Grabmal gemäß dem Testament) errichtet.
Kommentar:
Es lässt sich nicht entscheiden, ob es sich bei dem genannten „frater“ um den leiblichen Bruder des Verstorbenen oder einen
Truppenkameraden handelt, da sich Letztere untereinander in der Regel ebenfalls als Brüder anredeten (vgl. ID 310).
Ebenso unklar muss das Cognomen bleiben: Lentius, Lentinius, Lentinianus, Lentidius, Lentilius sowie Lentina sind allesamt belegt
und keiner davon ist sicher auszuschließen. Lentinius mag dabei eine etwas größere Wahrscheinlichkeit besitzen, da die Endung auf
„-inius“ im Rheinland recht gebräuchlich ist. Vom Platz her wäre vielleicht Lentinianus vorzuziehen.
Die Abkürzung "c" für "cohors" in Z. 3 ist ungewöhnlich, kommt jedoch bisweilen vor (z.B. ILS 2577; 9165). Vielleicht folgte das
"[oh]" aber auch in Z. 4, der Platz würde ausreichen: Angesichts der mittigen Plazierung des „M“ von „D(is) M(anibus)“ ist von
einer Halbierung der Tafel auszugehen. Demnach sind pro Zeile ungefähr genauso viele Buchstaben auf der fehlenden linken Seite
zu ergänzen, wie sie auf der rechten erhalten sind (was auch die Annahme der für Köln sehr gebräuchlichen Formel „ex testamento“
wahrscheinlich macht).
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 15 = AE 1974, 457.

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Inschriften ID: 323 Inschriften Typ: Grabinschrift

Horus * Pabec/i * f(ilius) * proreta * Al/exandrin/us * ex classe /5 ann(orum) * LX * milit/avit * ann(os) [2 - 3] / - - -

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Giebel mit Rosette. Unten abgebrochen und restauriert,
wobei auch in der letzten Zeile Buchstaben ergänzt wurden. Schlechte, ungleichmäßige Schrift.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Gefunden am nach Osten gelegenen Kopfende eines Sarges (Düntzer 1869, 75 Nr. 177).
Gregarek Nr. 105: im 4. Jhdt. als Deckel eines Sarkophages zweitverwendet.
Übersetzung:
Horus, Sohn des Pabecus, aus Alexandria, Untersteuermann bei der Flotte. Er lebte 60 Jahre,
davon - - - Dienstjahre.
Kommentar:
Die Grabstele war für Horus, Sohn des Paecus, errichtet worden. Der Verstorbene war Ägypter, geboren in Alexandria. Von dort
wurden immer wieder erfahrene Seeleute rekrutiert, insbesondere dann, wenn es galt, eine neue Provinzialflotte zu organisieren.
Dies war in zwei großen Kampagnen zwischen 12 v.Chr. (Drusus) und 16 n.Chr. (Germanicus) auch in Germanien geschehen.
Angesichts seines Alters, das seinen Diensteintritt auf ungefähr 40 Jahre vor der Errichtung des Steines terminiert, und des Grabmals
selbst, das sicherlich in das frühe 1. Jhdt. n.Chr. gehört, dürfte Horus mit zur ersten Besatzung des Flottenkastells in Köln-Alteburg
gehört haben.
Der Dienstrang des "proreta" wird in der Regel mit Untersteuermann beziehungsweise Oberbootsmann übersetzt. Seine Aufgabe
bestand darin, am Bug stehend den Kurs zu kontrollieren und den Steuermann vor Treibgut, Untiefen u.Ä. zu warnen.
Literatur:
CIL XIII 8322 = ILS 2827; Fremersdorf, Urkunden², 54 und Taf. 82; Gregarek Nr. 105; Höckmann, O., KJ 31, 322 u. 329;
Pferdehirt 52 MR; Klinkenberg 1906, 272; Konen, Classis Germanica, 475f. Nr. 26; D.B. Saddington, The origin and nature of the
German and British Fleets, Britannia 21, 1990, 223-232.

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Inschriften ID: 324 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucius) * Octavius * / L(uci) * f(ilius) * Elaites * gub/ernator * ann(orum) * / LVIII * stip(endiorum) * XXXIIII * /5

h(ic) * s(itus) * e(st). * Dionysius * / Plestharchi * f(ilius) * Tra/llianus * scriba */ pro * merit(is)

Beschreibung:
Hohe Stele. Über der einfach gerahmten Inschrift Giebel mit Rosette. In den Zwickeln
Blattornamente und Wellenbänder. Im Sockel mehrere Brüche geklebt, sonst gut erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1879
Fundumstände:
Der Stein diente in Zweitverwendung als Deckel des Sarkophages ID 361 (vgl. dort).
Übersetzung:
Lucius Octavius, Sohn des Lucius, gebürtig aus Elaious, Steuermann, 58 Jahre, 34 Dienstjahre,
ist hier begraben. Dionysius, Sohn des Plestharchos, gebürtig aus Tralles, Schreiber, (hat ihm den
Grabstein) für seine Verdienste (gesetzt).
Kommentar:
Ein weiteres beliebtes Rekrutierungsgebiet für römische Flottenangehörige waren neben dem ägyptischen Raum (vgl. ID 323) die
griechischen Städte, deren Seefahrertradition geradezu sprichwörtlich war. Bezeichnenderweise entstammten zahlreiche nautische
Fachbegriffe der Römer der griechischen Sprache (z.B. „pleroma“, „Nauarch“ vgl. ID 325). Trotz seines lateinischen Namens
stammte auch Lucius Octavius aus dem griechischen Kulturkreis - Elaious liegt an der Südspitze der thrakischen Chersones, zudem
wird die Herkunftsbezeichnung mit einem griechischen Suffix adjektiviert. Dagegen verwendet Dionysius, Sohn des Plestharchos
(typischere griechische Namen sind kaum möglich), die lateinische Endung „-anus“ zur Adjektivierung seines lydischen
Heimatortes Tralles.
Es ist bemerkenswert, dass griechische Spezialisten offenbar nicht nur in der Praxis der Schiffsführung eingesetzt wurden, sondern
auch in der Verwaltung – vorausgesetzt Dionysius, der Aufsteller der Inschrift, dessen Beruf mit „scriba“ angegeben wird (womit
sich seine Tätigkeit auf fast alle Bereiche der Verwaltungsarbeit erstrecken konnte), war ebenfalls bei der Flotte angestellt. Dies lässt
sich allein anhand des Steins nicht belegen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit dafür aufgrund des Fundortes in unmittelbarer
Nähe des Flottenstützpunktes und seines intensiven persönlichen Kontaktes zu einem "gubernator" recht hoch einzuschätzen.
Wie die Grabinschrift des Ägypters Horus (ID 323: "proreta") wird auch der vorliegende Stein früh datiert (vgl. Fremersdorf a.a.O.:
"Es handelt sich wohl um die älteste Inschrift des römischen Köln"; Gregarek Nr. 64 vermutet tiberische Zeit). Beide Inschriften
verdichten das Bild einer neuen Rheinflotte, die durch die Rekrutierung erfahrener Seefahrer aus den dafür typischen
Herkunftsgebieten Ägypten und Griechenland eingerichtet wurde.
Auffallend ist sicherlich die lange Dienstzeit des Octavius. Er wurde mit Mitte 20 rekrutiert und war im hohen Alter von 58 immer
noch als Steuermann tätig. Allerdings ist dies bei der Flotte kein allzu seltenes Phänomen (vgl. ID 326: 29 Dienstjahre; ID 328: 30
Dienstjahre).
Literatur:
CIL XIIII 8323 = ILS 2828; Breuer 86 Nr. 278; Fremersdorf, Urkunden², 55 und Taf. 83; Gregarek Nr. 64; Höckmann, O., KJ 31,
1998, 329f.; Klinkenberg 1906, 373; Konen, Classis Germanica, 475f. Nr. 25; Pferdehirt 50ff.; Römer am Rhein 174, Anm. 133;
Stauner 254f. Nr. 50.

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Inschriften ID: 325 Inschriften Typ: Grabinschrift

Aemilio * Sae/ni f(ilio) * mil(iti) * ex classe / G(ermanica) * p(ia) * f(ideli), * pl(eromatis) * Euhodi * n(auarchi), * ci/vi

* Dumnonio, * an(norum) / - - -

Beschreibung:
Obere Hälfte einer zersägten Stele. Über der einfach gerahmten Inschrift Giebel mit drei
Rosetten. Untere Hälfte der Inschrift verloren, Rest zum Teil stark ausgewaschen.
Fundort / Jahr: Köln1950
Fundumstände:
Spolie, als Deckelplatte des merowingischen Steinplattengrabes V, 63 (W-O, UK 47,80 OK
48,32 m NN) im nordöstlichen Bereich der Kreuzganginnenfläche zweitverwendet (Päffgen
1992b, 509f.).
Übersetzung:
Für Aemilius, Sohn des Saenus, Soldat aus der "classis Germanica Pia Fidelis", aus der
Mannschaft des Nauarchen Euhodius, vom Stamm der Dumnonii, der - - - Jahre - - - (lebte).
Kommentar:
Die immense Bedeutung der Griechen im Bereich der (militärischen) Seefahrt wird dadurch bestätigt, dass die Römer von ihnen
vielfach nicht nur nautische Erfahrung und technische Kenntnisse übernommen haben, sondern häufig auch die Fachbegriffe - in
lateinische Buchstaben umgeschrieben - weiter verwendeten. Bezeichnungen wie „pleroma“ für die Besatzung eines Schiffes oder
"Nauarch" für den Kapitän wurden so gebräuchlich, dass man ein Verständnis auch dann erwarten konnte, wenn sie abgekürzt
wiedergegeben wurden.
Die germanische Flotte erwarb aufgrund ihrer Treue zu Domitian während des Saturninusaufstandes 89 n.Chr. den Ehrentitel „pia
fidelis“. Da die gleichzeitig verliehene kaiserliche Benennung „Domitiana“ hier fehlt, ist der Grabstein in die Zeit nach dem Sturz
Domitians im Jahre 96 n.Chr. zu datieren.
Angesichts der Datierung fällt auf, dass die römische Flotte zu Beginn des 2. Jhdts. wieder auf „fremde“ Spezialisten vertrauen
musste: der Kapitän Euhodius besitzt zumindest griechische Wurzeln und Aemilius entstammte dem Volk der Dumnones, die in
Südwestengland beheimatet waren (die britannische Flotte blickte bereits auf eine deutlich längere Tradition zurück als die
germanische). Die "Fremdrekrutierung" ist wahrscheinlich eine Konsequenz aus der schlechten Erfahrung, die man mit
einheimischen Schiffsbesatzungen im Verlauf des 1. Jhdts. gemacht hatte. Diese hatte 69 n.Chr. mit dem Abfall von Rom und der
Beteiligung am Bataveraufstand ihren Höhe- und Endpunkt erreicht (Gregarek Nr. 104; Fiebiger, s.v. classis, RE 3, 2, 1899, Sp.
2645f).
Das Kommando über die "classis Germanica" führte ein "procurator centenarius", der mit seinem Jahressold von HS 100.000 zur
dritthöchsten Rangstufe der ritterlichen Beamtenlaufbahn in der Kaiserzeit zählte, die bei den Marinekommandos nur noch von den
Kommandeuren der großen Mittelmeergeschwader in Misenum und Ravenna übertroffen wurde.
Literatur:
NL 216 = AE 1956, 249; O. Doppelfeld, Ausgewählte Quellen zur Kölner Stadtgeschichte I. Röm. u. fränk. Zeit, 1958, 57 Nr. 80;
Fremersdorf 1955, 26 Nr. 11 und Taf. 12,3, Abb. 2; Fremersdorf, Urkunden², 42 und Taf. 27; Fremersdorf, Germania 29, 1951, 161;
Gregarek Nr. 104; Päffgen, Severin II, 509f.; Konen, Classis Germanica, 333f. u. 476 Nr. 30; Pferdehirt 53; Römerillustrierte 219
Nr. 10.

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Inschriften ID: 326 Inschriften Typ: Grabinschrift

Cassius / velarius / [classi]s Ger(manicae) p(iae) / f(idelis) an(norum) L [s]ti(pendiorum) XXVIIII /5 Comita (?)

co(n)iux / ex t(estamento) f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Gerahmte Platte, bereits im 16. Jhdt. zersägt und bei Mercator teilweise falsch (d.h. unter Verlust
des linken Teils der 3. Zeile) zusammengesetzt.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:
Unbekannt, nach der Zeichnung Mercators schon im 16. Jhdt. zersägt (Klinkenberg 1906, 330).
Übersetzung:
Cassius, "velarius" der "Classis Germanica Pia Fidelis", 50 Jahre, 29 Dienstjahre. Comita, die
Ehefrau, hat gemäß dem Testament die Errichtung (des Grabsteins) besorgt.
Kommentar:
Die Grabinschrift war für den "velarius" Cassius angefertigt worden. Fragen wirft die Bezeichnung dieses Tätigkeitsfeldes auf, da
der Begriff „velarius“ vieldeutig ist. Eine Interpretationslinie sieht in ihm einen Segelmacher, doch ergeben sich dabei Probleme.
Zweifellos war der Verstorbene im aktiven militärischen Dienst. Eine Zählung der Dienstzeit in „stipendia“ wäre nämlich für einen
reinen Handwerker, wie es ein wirklicher Segelmacher sicherlich war, zumindest ungewöhnlich, selbst wenn er im Heeresdienst
stand. Wohl aber sind Matrosen, die sich auf das Aufziehen, Einholen und sicher auch das Instandhalten der Segel besonders
verstanden, als "velarii" durchaus bekannt (z.B. aus Misenum: ILS 2878f). Eine größere Abteilung von "velarii" war sogar nach
Rom abkommandiert, um die großen Sonnensegel (= "vela") über dem Colosseum fachmännisch zu bedienen.
Für Binnenflotten wie die "Classis Germanica", bei der längst nicht alle Schiffe mit Segeln ausgestattet waren und ein reiner
Segelmacher nicht ständig benötigt wurde, macht diese Deutung des Begriffs "velarius" keinen Sinn mehr. Sicher war der
Stelleninhaber hier vielseitiger eingesetzt.
Literatur:
CIL XIII 8321; Gregarek Nr. 106; Klinkenberg 1906, 68 Nr. 280 u. 330; Konen 477 Nr. 33; Pferdehirt 58.

Seite 101/682
Inschriften ID: 327 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - /sulius N[- - -] / m(iles) n(umeri) Ger[m(anicianorum) Secu]/ndinia Fru[enda ? et] / Audacta [heredes] /5 aeor(um)

(sic) pro [pietate]

Beschreibung:
Bruchstück, oben rechts und unten abgebrochen. Aus zwei Fragmenten geklebt, rechte untere
Ecke fehlt heute.
Fundort / Jahr: Köln1856
Fundumstände:

Übersetzung:
(- - -)sulius N(- - -), Soldat im "numerus Germanicianorum". Secundinia Fruenda (?) und
Audacta (?), ihre Erben (haben das Grabmal errichtet) aufgrund seiner Zuneigung.
Kommentar:
Die Lesbarkeit des schon zum Zeitpunkt des Fundes fragmentarischen Steins hat mittlerweile noch weiter abgenommen, so dass die
im CIL vorgenommene Lesung heute nicht mehr zu überprüfen ist. Dementsprechend schwierig fällt die Bewertung der Lesung der
Namen aus. Fehler in der Umschrift sind nicht auszuschließen, zumal Sulius und Audacta als Einzelnamen nirgends belegt sind.
Zumindest im ersten Falle ist demnach lediglich von einer Namensendung auszugehen. Solin-Salomies bieten sechs
Namensvarianten, die auf „-sulius“ enden. Lässt man zudem das nicht mehr verifizierbare (und bereits bei der ersten Lesung
unsichere) „s“ beiseite, so ergibt sich mit „-ulius“ ein überaus gebräuchlicher Ausgang für lateinische Namen und die Anzahl der
Erklärungsvarianten erhöht sich um ein Vielfaches (Kajanto 242f.). Fruenda und Audacta sind zumindest als weibliche Formen von
Fruendus und Audax plausibel.
Bei der genannten Einheit handelte es sich dagegen sicher um den „numerus exploratorum Germanicianorum Divitensium“, eine
Truppe berittener Späher germanischer Herkunft. Umstritten bleibt freilich, ob es sich dabei um die Besatzung eines
vorkonstantinischen Stützpunktes in Deutz handelte (so Stein-Ritterling 260ff; Hoffmann, Bewegungsheer, 178 und Anm. 491) oder
ob die dauerhafte römische Präsenz auf der rechten Rheinseite doch erst nach Errichtung dieses Lagers anzunehmen ist (diese
Meinung vertritt Eck, Köln, 608). Demnach könnten vorkonstantinische Zeugnisse von Truppenteilen, die als „Divitienses“
bezeichnet werden, nicht als Beleg fungieren, da es sich - so Eck - nicht um Toponyme handele, sondern vielmehr das spätere Deutz
seinen Namen von einer dort stationierten Einheit erhalten habe, die eben diese Bezeichnung führte (deren Herkunft sich nicht mehr
rekonstruieren lässt).
Literatur:
CIl XIII 8329; Alföldy, Hilfstruppen, 223 Nr. 189.

Seite 102/682
Inschriften ID: 328 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]o / [- - -]luso / [- - -]ano / [ann(orum) - - - s]tip(endiorum) XXX /5 [h(ic) s(itus)] e(st)

Beschreibung:
Rechte Seite einer Platte. Einfach gerahmt (Gregarek).
Fundort / Jahr: Köln1901
Fundumstände:
Bei der Gerlachschen Grabung gefunden: aus der ersten Kaiserzeit (Klinkenberg). Gregarek Nr.
68: bei den Untersuchungen durch F. Gerlach anläßlich der Anlage des Bayenthalgürtels und der
Ulmenallee.
Übersetzung:
- - - , - - - Jahre alt mit 30 Dienstjahren. Hier liegt er begraben.
Kommentar:
Der Fundort der Grabinschrift in direkter Nachbarschaft zum Lager der Rheinflotte sowie die hohe Anzahl der Dienstjahre lassen
darauf schließen, dass er für einen Marineangehörigen errichtet worden war. 30 Jahre aktiver Dienst bei den Angehörigen der Flotte
waren - wie auch ID 325 und 326 zeigen - keine Seltenheit. Der Erhaltungszustand des Steins lässt freilich keine Aussage zum
genauen Tätigkeitsbereich des Verstorbenen zu, von dem nicht einmal der Name zu rekonstruieren ist.
Literatur:
CIL XIII 8326; Klinkenberg 1906, 373; Gregarek Nr. 68; Breuer 86 Nr. 282.

Seite 103/682
Inschriften ID: 329 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - et m[emoriae aeternae - - - L?]iviae / Faustin[ae - - - coniugi opti]mae / et castissima[e quae vixit ann]os XXIIII /

menses VIII dies X[- - - in con]ubio /5 annis VIIII menses V[- - -]atr[...] / Gallicanus spec[ulator coniugi - - -] /

dulcissimae et [- - -] / mater infe[licissima - - -].

Beschreibung:
Fragmente der Vorderseite eines Sarkophages. Fragment a aus 6 Teilen, Fragment b aus 2 Teilen
zusammengeklebt. Von den Genien, die rechts und links die Inschrifttafel hielten, nur noch Reste
vorhanden. Die Abb. zeigt den älteren Zustand.
Fundort / Jahr: Köln1839
Fundumstände:
"Das eine kleine Stück [...] führt De Noel schon im Kataloge von 1839 ohne Angabe des
Fundortes an; erst in der Aufnahme vom April 1843 werden alle Stücke voneinander getrennt
aufgeführt und von dem Bruchstück links angegeben, es stamme aus der Kirche St. Maria im
Kapitol."
Übersetzung:
- - - und dem ewigen Angedenken an - - - Livia Faustina, der besten und keuschesten Gattin, die
24 Jahre, 8 Monate und 10 Tage lebte - - und verheiratet war 9 Jahre, 5 Monate und - - - Tage - -
-. Gallicanus, "speculator", für seine liebe - - - Frau und - - - die unglückliche Mutter.
Kommentar:
Das Alter der Verstorbenen und die Dauer ihrer Ehe (= "conubium") gab die fragmentierte Grabinschrift auf den Tag genau an.
Demnach war Livia Faustina 24 Jahre alt geworden und bereits im Alter von 15 Jahren eine Ehe eingegangen. Das "conubium" war
die rechtmäßige Ehe römischer Bürger untereinander, während eine illegitime Eheverbindung - etwa zwischen einem römischen
Legionär und einer Einheimischen oder eine Verbindung unter Sklaven - als "contubernium" bezeichnet wurde (G. Schiermann, s.v.
conubium, DNP3, 158f.). Die Inschrift veranschaulicht exemplarisch das bisweilen sehr frühe Heiratsalter römischer Frauen.
Während das durchschnittliche Heiratsalter bei Männern zwischen dem 27. und 30. Lebensjahr lag, wurden Frauen zwischen dem
16. und 20. Lebensjahr verheiratet (Blank, H., Einführung in das Privatleben der Griechen und Römer, Darmstadt 1996, 121). Die
Anfertigung des Sarkophages hatte der Ehemann der Verstorbenen, Gallicanus, in Auftrag gegeben, der als "speculator" im Dienst
des römischen Militärs stand. Die seine Frau qualifizierenden Bezeichnungen "coniux optima" und "castissima" gehören zum
üblichen Formelrepertoire der Grabdenkmäler für weibliche Angehörige der römischen Gesellschaft. Dennoch gewähren sie einen
Blick auf die Wertvorstellungen, die für Frauen in der römischen Kaiserzeit verbindlich waren.
Literatur:
CIL XIII 8299; Klinkenberg 1906, 245; Spieß 1988, 301 Nr. 18; M. Clauss, Untersuchungen zu den principales des römischen
Heeres von Augustus bis Diokletian: Cornicularii, speculatores, frumentarii, Diss. Bochum 1973, 46ff.

Seite 104/682
Inschriften ID: 334 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Hic iac]et Donatus ex pro/[tectorib]us civis Afer qui / [vixit a]nnos XLV me/[nses ...] dies VII demi/[sit (?) here]des

f[ilios/] III

Beschreibung:
Tafel. Oben und rechts alter Abschluss, links und unten abgebrochen. Die erste Zeile vorgerissen.
In der Mitte geklebter Bruch.
Fundort / Jahr: Köln1949
Fundumstände:
Gefunden bei Untersuchungen in der Kirche; die einzige römische Bestattung im Bereich der
Kirche ist durch die spätrömische Grabinschrift im Atrium gleich südlich der Vorhalle bezeugt
(v. Gerkan, Germania 29, 1951, 215). Die Inschrift ist nicht in situ gefunden worden.
Übersetzung:
Hier ruht Donatus, von den "protectores", aus Afrika, der 45 Jahre, (- - - Monate) und 7 Tage
lebte - - -.
Kommentar:
Die Formel „hic iacet“, die mit großer Wahrscheinlichkeit zu ergänzen ist, lässt darauf schließen, dass der Verstorbene Christ war.
Bemerkenswert ist seine Herkunft: Donatus wird als "civis Afer" bezeichnet, d.h. als afrikanischer Bürger.
Ob "demi" am Ende von Z. 4 zu einem Namen, vielleicht dem des Dedikanten, gehörte, ist ungewiss. Denkbar wären die Varianten
Demincavus oder Demioncus, aber auch gänzlich andere Deutungen sind möglich. Schmitz (KJ 28, 1995, 663-666) ergänzt Z. 4-5
folgendermaßen: "demi/[sit here]des f[ili]os III". Die für Kölner Grabinschriften sonst typische Formel "[here]des f(aciendum)
[c(uraverunt)]" ist in der Abfassungszeit des Textes nicht mehr gebräuchlich. Zum „protector“ vgl. ID 267 und 268.
Literatur:
NL 226 = AE 1956, 251; v. Gerkan, Germania 29, 1951, 215; Fremersdorf 30 Nr. 20 und Abb. 5; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 60
Nr. 5; Schmitz 1995, 658-663 Nr. 3 (= AE 1995, 1115); Verstegen 267 Nr. 1.

Seite 105/682
Inschriften ID: 335 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - - q]ui vixit ann[- - -] / [- - -]quinque fidel[is - - -]. / Huic titulu[m posuit] / scola armat[ur(arum) sen]/[ior]um

ubi ibse (sic !) de[cessit ?]

Beschreibung:
Fragment einer Grabinschrift aus Marmor. Unterhalb von Z. 2 Darstellung einer Taube.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:
Unbekannt; nach Gruter früher in der Sammlung Freher (Heidelberg); (Klinkenberg 1891, 16 Nr.
9).
Übersetzung:
- - -, der (? + 5) Jahre fromm lebte. Diesem hat die "schola armaturarum seniorum" den Stein
dort gesetzt, wo er verstarb.
Kommentar:
Das Fragment einer marmornen Grabinschrift stammt vom Ende des 4. Jhdts. Dafür sprechen Besonderheiten der Schreibweise
(„ibse“), des Formulars („huic titulum posuit“) sowie die Darstellung einer Taube als Symbol des christlichen Glaubens (unterhalb
von Z. 2).
Durch die Nennung der „scola armaturarum“ lässt sich der Zeitpunkt der Anfertigung noch genauer eingrenzen. Bei der „scola
armaturarum“ handelt es sich um eine Gardeeinheit des römischen Westheeres, die nur im letzten Drittel des 4. Jhdts. im
gallisch-germanischen Raum stationiert war. Sie hielt sich zumeist in unmittelbarer Nähe des Kaisers auf. Der Standort der
Elitetruppe dürfte daher Trier gewesen sein, was durch das Formular „titulum posuit“ (typisch für Trier, seltener in Köln) und die
Betonung, den Stein dort aufgestellt zu haben, wo der Kamerad verstarb (was impliziert, dass dieser nicht mit dem Stationierungsort
identisch war), bekräftigt wird. Zur Inschrift und zur "schola armaturarum" siehe auch ausführlich Schmitz 1995, 742f. Nr. 46.
Literatur:
CIL XIII 8330 = ILCV 561; Klinkenberg 1891, 15 Nr. 9; Klinkenberg 1906, 334; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 63 Nr. 18;
Hoffmann, Bewegungsheer, 311 und Anm. 11; Schmitz 1995 Nr. 46; Verstegen 268 Nr. 4.

Seite 106/682
Inschriften ID: 336 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic iacit Emeterius c(e)n/t(enarius) ex numer(o) Gentil(ium) qu/i vixit ann(os) quinquagi/nta, militavit p(lus) m(inus) /5

XXV d(eo) d(omino) (Chrismon, i. e. Christo) d(evotus)

Beschreibung:
Platte, stark abgestoßen. Unterhalb der Inschrift befindet sich ein Christogramm.
Fundort / Jahr: Köln1821
Fundumstände:
Man fand da auch verschiedene Sarkophagen[!], und Denkmäler, wovon [....] die Inschriften
folgen (Anonymus). "Ein seltsamer Irrtum ist Le Blant [1856, S. 359] unterlaufen, der die
Materialangabe Lerschs Drachenfelser Trachyt als Bestimmungsort des Fundortes fasste"
(Klinkenberg, Die römisch-christlichen Grabinschriften Kölns. Programm Marzellengymnasium
Köln 427, 1881, 2f. Nr.1).
Übersetzung:
Hier liegt Emeterius, "centenarius" aus dem "numerus Gentilium", der 50 Jahre lebte und
ungefähr 25 Jahre Dienst abgeleistet hat, Gott, dem Herrn, ergeben.
Kommentar:
Der Verstorbene gehörte zu den Subalternoffizieren eines "numerus". Dieser Begriff bezeichnet eine Militäreinheit des spätantiken
Heeres. Der „numerus Gentilium“ bestand aus Angehörigen von reichsunabhängigen Stämmen, die sich in ein Vertragsverhältnis
mit dem Römischen Reich begeben hatten.
Die Abkürzung „CNT“ ist zwar ungewöhnlich, doch bleibt „centenarius“ die einzige plausible Auflösung.
Zwei Striche in Z. 5 wurden früher als Reste eines „A“ gedeutet, woraus sich die Lesung „deo domino Christo dedit animam“ ergab.
Doch scheint es sich entweder um eine Steinverletzung zu handeln oder gar einen nachvollziehbaren Fehler des Steinmetzes –
nachvollziehbar, weil die Symmetrie eigentlich einen zusätzlichen Buchstaben nach dem Chrismon und dem dritten „D“ der Zeile
verlangen würde. Die emendierte Schlussformel „D D D“ muss mit einiger Wahrscheinlichkeit auf „deo domino Christo devotus“
aufgelöst werden (vgl. Schmitz 1995, 663ff. Nr. 4).
Literatur:
CIL XIII 8331 = ILCV 505 = AE 1953, 272; Klinkenberg 1901, 2 Nr. 1; Klinkenberg 1906, 281 u. 283; Fremersdorf, Urkunden², 71
und Taf. 156; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 60 Nr. 4; Hoffmann, Bewegungsheer, 326 und Anm. 149; Carcopino, Mémorial d` un
voyage..., 183ff.; Schmitz 1995, 663-666 Nr. 4 = AE 1995, 1116; Verstegen 268 Nr. 2.

Seite 107/682
Inschriften ID: 337 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]ri[- - -]o[---] / de nomero prom[ot]/orum an[no]rum [tr]/igint[a - - -] XII[..] /5 f[e]cit [- - -]

d: [- - -]rip[- - -]

e: [- - -]up[- - -]

Beschreibung:
Fragmente einer sehr qualitätvollen Grabinschrift. Ehemals fünf (Klinkenberg 1902) oder vier
(CIL) Bruchstücke einer großen Platte, davon zwei bereits 1902 verloren. Heute nur noch
Bruchstücke des größeren Fragments (a) erhalten. Fragmente a und b passten aneinander, ebenso
anscheinend c an den Unterrand von b. Unklar ist die Lage von d und e.
Fundort / Jahr: Köln1821
Fundumstände:
In den Fundamenten der östlichen Mauer des Stiftsgebäudes verbaut.
Übersetzung:
- - - aus dem "numerus promotorum", 30 Jahre alt, (12 Dienstjahre?). - - - hat errichtet. - - - .
Kommentar:
Aufgrund der genannten militärischen Einheit kann der Stein relativ sicher in das letzte Drittel des 4. Jhdts. datiert werden (vgl. ID
335), weil nur zu dieser Zeit die mobile Feldeinheit der "equites promoti" im gallisch-germanischen Raum anwesend war. Die
"equites promoti" waren ursprünglich Legionsreiter, die aber infolge ihrer fortschreitenden Spezialisierung eigenständige
Truppenteile des Feldheeres bildeten.
Literatur:
CIL XIII 8332 = ILCV 534 a; Klinkenberg 1902, 156 Nr. 138; Klinkenberg 1906, 282; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 60 Nr. 6;
Hoffmann, Bewegungsheer, 326 und Anm. 154; Schmitz 1995, 694-696 Nr. 15; Verstegen 268 Nr. 291.

Seite 108/682
Inschriften ID: 339 Inschriften Typ: Grabinschrift

Deccie (!) Materne (!) Decci / Fruendi * quondam * decurionis / c(oloniae) * C(laudiae) * A(rae) * A(grippinensium) *

filiae * Deccius * Certilian/us * frater et Iulia Vera neptia /5 eius h(e)r(edes) secundo (!) volumtatem (!) * t(estamenti)

f(aciendum) c(uraverunt)

Beschreibung:
Eroten-Sarkophag. Eine der Langseiten ist mit zwei Eroten dekoriert, die eine peltaförmige Ansa
mit Inschrift halten. Schräger Bruch geklebt, dabei zahlreiche Buchstaben restauriert.
Fundort / Jahr: Köln1929
Fundumstände:
Aus Grab 116, zusammen mit Inv.-Nr. 29,1702 (Glasspiegelchen, Glasscherben, beinerne
Haarnadeln, Schwarzfirnißbecher, TS Teller, Henkelkrüge). "Der Sarg wurde bei seiner
Auffindung schon ausgeraubt und in zweiter Verwendung angetroffen" (Fremersdorf 1935, 134
Nr. 8).
Übersetzung:
Für Deccia Materna, Tochter des Deccius Fruendus, der einst "decurio" in Köln war. Der Bruder
Deccius Certilianus und die Enkelin Iulia Vera, ihre Erben, sorgten für die Errichtung (des
Steins) gemäß dem Willen ihres Testamentes.
Kommentar:
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass der Vater der Verstorbenen als „quondam decurio CCAA" (= ehemaliger Stadtrat der Stadt
Köln) bezeichnet wird. Möglicherweise war er bereits längere Zeit tot und man hielt es für nötig, den Betrachtern des Sarkophages
seinen Status ins Gedächtnis zu rufen (wenngleich in ähnlichen Fällen das Hinzufügen eines „quondam“ ausbleibt). Möglich ist
auch, dass man in Analogie zu den beliebten Amtsbezeichnungen wie "aedilicius" usw. (vgl. ID 338) sinnlos, denn decurio war man
auf Lebenszeit, ihn als quondam decurio bezeichnete. Auszuschließen ist wohl, dass der ehemalige "decurio" vorzeitig aus dem
Dekurionenrat ausgeschieden war, denn eine solche Tatsache hätte man sicher nicht derart betont der Nachwelt überliefert.
Auch in Z. 5 versucht der Steinmetz, ein gängiges Formular zu variieren (statt des üblichen "ex testamento" hier „secundum
voluntatem testamenti“). Vielleicht handelt es sich bei den beiden Abweichungen vom üblichen Sprachgebrauch um dezente
Ansätze eines poetischen Epitaphs.
Der Sarkophag wurde in Zweitverwendung aufgefunden. Diese muss schon im späten 3. oder frühen 4. Jhdt. erfolgt sein. Demnach
wollte oder (wahrscheinlicher) konnte sich die Familie der Deccia Materna bereits wenige Generationen nach ihrem Tod nicht mehr
in ausreichendem Maße um die Ruhestätte kümmern. Es gibt freilich zahlreiche Belege für die in der Spätantike gängige Praxis,
Sarkophage von Verstorbenen erneut zu verkaufen, sobald keine Angehörigen mehr existierten, die sich dagegen wehren konnten
(vgl. CIL VI 7543: "Fossor parce, hic iam cubat"). Dass solche Zweitverwendungen sehr häufig waren, wird auch durch die
zunehmende Härte der Sanktionierungen bezeugt, mit denen der Gesetzgeber auf diese Praxis reagierte, sowie die ausgesprochen
einfallsreichen Verfluchungen potentieller Grabschänder (vgl. Friedhoff 1991, 205f.).
Literatur:
N 234; Fremersdorf 1935, 134 Nr. 8 und Taf. 11,1; Fremersdorf, Urkunden², 50 und Taf. 65; Spieß 1988, 299 Nr. 17; Dietmar-Trier
192ff. (zur Grabung im "Klösterchen"); Friedhoff 1987, 41.

Seite 109/682
Inschriften ID: 340 Inschriften Typ: Grabinschrift

a: [- - -]rinus [- - -] / [- - -] IIIIII[vir Aug(ustalis) - - -] / [- - -]ta [- - -]

b: - - - / dulc[issim - - -] / fac[iundum curavit]

Beschreibung:
Bruchstück einer zweiseitig beschriebenen Inschrift. Auf Seite a rundherum abgebrochen. Auf
Seite b links und unten alter Abschluss.
Fundort / Jahr: Köln1941
Fundumstände:
Gefunden in Zweitverwendung unter dem Estrich 198 (Periode IV) des Horreum Y; Estrich OK
47,69; unter dem Estrich fanden sich außerdem Scherben von der Art der Spruchbecher (Inv.
41,187), augusteische Scherben, verkohltes Getreide und Holz.
Übersetzung:

Kommentar:
Diese Fragmente einer beidseitig beschrifteten Inschrift lassen kaum Aussagen zu. Seite (a) könnte einen "sevir Augustalis" (vgl.
Galsterer alt Nr. 298) nennen, während Seite (b) sicher einer Grabinschrift zuzuweisen ist.
Der Stein wurde in Zweitverwendung unter dem Estrichboden von Horreum Y des „Hauses mit dem Dionysosmosaik“ gefunden. In
der gleichen Schicht ließen sich datierbare Keramikreste sichern (z.B. Trierer Schwarzfirnisgefäße), so dass der Grabstein vor ca.
260 n.Chr. vom ursprünglichen Monument entfernt worden sein muss.
Literatur:
NL 229 (a); 224 (b); Fremersdorf 1955, 28 Nr. 14.

Seite 110/682
Inschriften ID: 341 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Senecioni / limocincto / Geron filio /5 piissimo

Beschreibung:
Stele mit Giebel und Schaft. Unten zapfenförmiger Ansatz. Oben langrechteckiges Feld mit
Giebel mit Akanthusornament sowie Blüte. Über der Inschrift Blumengirlande und Vase mit
Trauben, unter der Inschrift Hund in einer Nische. Auf den Schmalseiten links Blattranke, rechts
Weinranke mit Trauben.
Fundort / Jahr: Köln1884
Fundumstände:
Gefunden beim Ausheben der Fundamente für einen Neubau, zusammen mit ID 468 (Inv. Bonn
9292).
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Senecio, "limocinctus". Geron (hat das Grabmal errichtet) für seinen
treuen Sohn.
Kommentar:
Der "limocinctus" (wörtlich Schurzträger) gehörte zu den Opferdienern, von denen jedem städtischen Beamten eine gewisse Anzahl
zustand. Das Stadtrecht der spanischen Kolonie Urso bestimmte beispielsweise, dass jedem Ädilen vier solcher „publici cum cincto
limo“ zur Verfügung stehen mussten (FIRA I² 179 c. 62; vgl. auch das Fragment aus Lauriacum AE 1953, 124; allgemein: A. Weiss,
Sklave der Stadt, Historia Einzelschriften 173, 2004, 29ff.).
Diese Opferdiener wurden normalerweise aus den Gemeindesklaven rekrutiert. Die Einnamigkeit von Senecio und Geron lässt
tatsächlich auf unfreien Status schließen. Der schön gemeißelte und sorgfältig mit verschiedenen Darstellungen versehene Stein
deutet gleichwohl auf einen gewissen Wohlstand hin.
Senecio ist ein gut römisches Cognomen, das von verschiedenen Familien verwendet wurde (z.B. den Herennii, den Alfenii) und
soviel wie „Greis“ bedeutet. Der Vater des Senecio nennt sich Geron, was nichts anderes ist als die griechische Übersetzung von
Senecio und ebenfalls mit "alter Mann“ zu übersetzen wäre.
Literatur:
CIL XIII 8334 = ILS 7070; Klinkenberg 1906, 293f.; Espérandieu VIII 6478; Lehner Nr. 866; Fremersdorf, Urkunden², 50 und Taf.
64; Faust 126 Nr. 111; Klinkenberg 1902, 134 Nr. 73, Taf. 3,5; Lehner, Skulpturen I, Taf. 10,3; A. Weiss, Sklave der Stadt, Historia
Einzelschriften 173, 2004, 29ff.

Seite 111/682
Inschriften ID: 343 Inschriften Typ: Grabinschrift

Anno / Imilconis f(ilius) / Afer an(norum) LX / h(ic) s(itus) e(st). H(eres) f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Giebel. Rechte obere Ecke abgebrochen.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:
Unbekannt; im 16. Jhdt. im Haus des Bürgermeisters Constantin Lyskirchen aufbewahrt.
Übersetzung:
Anno, Sohn des Imilco, Afrikaner, 60 Jahre, ist hier begraben. Der Erbe hat die Errichtung
besorgt.
Kommentar:
Angesichts des Formulars der Grabinschrift spricht einiges dafür, dass es sich bei Anno, Sohn des Imilco, um einen ehemaligen
Hilfstruppensoldaten handelt. In Kombination mit der Herkunftsangabe könnte man dann in dem Verstorbenen einen Angehörigen
der "ala Afrorum" sehen, die in flavischer Zeit aus Afrika an den Rhein verlegt worden war (Alföldy, Hilfstruppen, 169 Nr. 15;
Spaul, Ala², 22f). In diesem Falle dürfte der Stein an das Ende des 1. oder den Beginn des 2. Jhdts. n.Chr. zu datieren sein, weil
Annos Rekrutierung, ca. 40 Jahre zuvor, noch in Afrika erfolgt sein wird. Dafür sprechen vor allem die Namen, sein eigener
(eigentlich "Hanno"), wie auch der seines Vaters Imilco (bzw. "Himilco"), die beide typisch punisch sind (vgl. Weisgerber 224f.).
Allerdings ist die Inschrift nur in Form einer Zeichnung überliefert, deren Genauigkeit nicht mehr zu überprüfen ist. Aus diesem
Grund sind auch gänzlich andere Lesungen - wenngleich auch unwahrscheinlicher - nicht auszuschließen. In Frage käme etwa „(...)
anno(rum) [...] / mil(es) co<h>(orti)s <.> / Af<.>r(um)".
Literatur:
CIL XIII 8335; Klinkenberg 1906, 329; Binsfeld, Bulletin 2, 1963/64, 310f.; Spaul, Ala², 22f.

Seite 112/682
Inschriften ID: 344 Inschriften Typ: Grabinschrift

Memoriae / Ruphi * natione * Greco / Mylasei * choraulae / qui vixit annos /5 XVI * Dionysius / Asclepiades * nati/one

* Alexandri/nus * parens * item / Atheneus * benem[e]/renti * de su[o]

Beschreibung:
Altarstele. Oben Giebel, Voluten und Früchte. Rechts unten abgeschlagen. Auf den Schmalseiten
rechts Steuerruder und Füllhorn mit Früchten, links Lorbeerbaum.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
angekauft 1904
Übersetzung:
Zur Erinnerung an Ruphus, einen gebürtigen Griechen aus Mylasa, Chorflötist, der 16 Jahre
lebte. Dionysius Asclepiades, der Vater, gebürtig aus Alexandria, ebenso mit athenischem
Bürgerrecht, (hat das Grab) dem wohlverdienten Sohn aus eigenen Mitteln (errichtet).
Kommentar:
Die Inschrift lässt auf ein abwechslungsreiches Leben des Verstorbenen und seines Vaters schließen. Da Dionysius (Gentilname!)
logischerweise das Bürgerrecht von Geburt nur aus einem Ort besitzen konnte, muss es sich bei der zusätzlichen Nennung um eine
Stadt handeln, die ihm das Bürgerrecht ehrenhalber verlieh. In diesem Zusammenhang besaß das athenische insbesondere für
künstlerisch tätige Menschen nach wie vor einen besonderen Glanz, weshalb in Alexandria eher die Geburtsstadt zu sehen ist (vgl.
J.H. Oliver, The Civilizing Power, Philadelphia 1968 = TAPhS 58,1, 101).
Dionysius war offensichtlich in irgendeiner Form mit der Theaterbranche verbunden - vermutlich sogar in einer bedeutenderen
Funktion, die ihn mehrfach die Stadt wechseln ließ: geboren in Alexandria, in Athen ausgezeichnet und im kleinasiatischen Mylasa
Vater eines Sohnes geworden, der als Chorflötist dem Theater treu blieb, aber schon früh in Köln starb und dort bestattet wurde.
Nicht nur die Anwesenheit in Köln zeigt, dass recht intensive Verbindungen zu den Römern bestanden, jedenfalls gab Dionysius
seinem Sohn den typischen Römernamen „Rufus“, wenn auch in gräzisierter Form mit „ph“ (die Lesung gilt vielfach als unsicher,
ohne dass dafür stichhaltige Beweise erbracht werden; vgl. bes. Dunst, ZPE 20, 1976, 125ff.). Das Formular der Inschrift entspricht
allerdings zu sehr den in der Gegend gebräuchlichen Sprachkonventionen, um Rückschlüsse auf eventuelle Lateinkenntnisse des
Griechen zuzulassen.
Literatur:
CIL XIII 8343 = ILS 9344; Klinkenberg 1906, 285; Espérandieu VIII 6514; Fremersdorf, Urkunden², 58 und Taf. 96; Römer am
Rhein 182, Anm. 154; Römerillustrierte 128 und 223f. Nr. 6; Dunst, ZPE 20, 1976, 125f.; Kneissl, Chiron 5, 1975, 411-418; Solin,
Arctos 10, 1976, 88f. (Ruphus); Noelke, Grabaltäre, 99 Nr. 2; Faust 128 Nr. 117; AE 1974, 442.

Seite 113/682
Inschriften ID: 345 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) / C(aio) * Frontinio / Candido / Agripinen(si) (sic !) /5 C(aius) * Candidi/[nius Cel?]er / - - -

Beschreibung:
Stele, unten schräg abgebrochen und ergänzt. Über der Inschrift flacher Giebel mit
Akanthusornament, Inschrift seitlich von Schuppenbändern gerahmt. Auf den Schmalseiten
Bäume. Mehrfach geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1897
Fundumstände:
Gefunden auf einer Strecke des "Gräberfelds von etwa 250 m Länge und 6 m durchschnittlicher
Breite. Es enthielt ca. 350 Grabstätten vom 1.- 4. Jhdt., Brand- und Skelettgräber in den
verschiedensten Formen der Bestattung, einige mit Resten größerer architektonischer Anlagen,
andere mit Steinsetzungen, welche eine fortlaufende Reihe von Kammern bildeten" (Berichte
1898, 260).
Übersetzung:
Den Manen. Für Caius Frontinius Candidus, aus Köln. C. Candidinius Celer (hat das Grabmal
errichtet?).
Kommentar:
Der Grabstein wurde in der großen Nekropole an der Luxemburger Straße außerhalb der Stadtmauer gefunden. Er weist wenige
Besonderheiten auf. Bemerkenswert ist allenfalls, dass der Aufsteller Candidinius respektive der Steinmetz den lateinischen Namen
Kölns fehlerhaft wiedergegeben haben, was aber keineswegs einmalig ist.
Die Namen sind für Köln und seine Umgebung typisch. Die Namensbestandteile Frontinus und Candidus sind ebenso verbreitet wie
deren Weiterentwicklungen auf –inus und –inius. In vielen Fällen fanden diese Namensbildungen in patronymischem Sinne statt,
d.h. der Sohn des Candidus hieß Candidius, dessen Sohn wiederum Candidinius. Demnach wäre der Verstorbene der Großvater des
Aufstellers (dazu ausführlich Weisgerber 134f.).
Literatur:
CIL XIII 8336; Klinkenberg 1906, 304; Fremersdorf, Urkunden², 46 und Taf. 38; Römerillustrierte 206 Nr. 3; Klinkenberg 1902, 93
Nr. 23; Faust 126f. Nr. 113; Colonia antiqua, 1977, 98 Nr. 21.

Seite 114/682
Inschriften ID: 346 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uintus) Severius / Vitali[s] / Agripp[in(ensis)] / - - -

Beschreibung:
Obere Hälfte einer rechteckigen Platte, unten und rechts abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1879
Fundumstände:
Gefunden "am Marienbildchen" (Lehner); gefunden unmittelbar vor der Nordfront des Kastells
zusammen mit einem steinernen Löwen (Schwörbel); Inv. Bonn CLIX-CLXV nennt an
zusätzlichen Funden: eine römische Bronzegruppe, das Fragment eines Reliefs sowie die
Inschriften ID 54, ID 105 und Galsterer alt Nr. 588.
Übersetzung:
Quintus Severius Vitalis, aus Köln - - -.
Kommentar:
Es lässt sich nicht mit letzter Sicherheit klären, ob die Inschriftenplatte zu einem Grabmal gehörte, zumal sie gemeinsam mit den
Weihaltären ID 054 und 105 gefunden wurde. Allerdings wäre die Angabe eines Namens im Nominativ, noch dazu im Zentrum der
Tafel, für eine Götterweihung höchst ungewöhnlich. Insofern ist die Deutung als Grabstein die wahrscheinlichere. Warum Vitalis als
Kölner in Köln seine Herkunft angab, ist unklar. Nicht auszuschließen ist allerdings, dass beim Bau des Deutzer Kastells vereinzelt
auch Steinmaterial aus südlicher gelegenen Gemeinden und Lagern, wie z.B. Bonn, antransportiert wurde.
Literatur:
CIL XIII 8504; Klinkenberg 1906, 360; Lehner Nr. 904.

Seite 115/682
Inschriften ID: 347 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) Petronius M(arci) / l(ibertus) Albanus ann(orum) * / XXX h(ic) s(itus) e(st). / M(arco) Petronio L(uci) f(ilio) /5

Flosclo Arn(iensi tribu) d(omo) / Brixelli et M(arco) Petro/nio Corumbo M(arci) l(iberto) / et Paullae Petroniae /

Corumbus /10 d(e) s(uo f(ecit) / in f(ronte) p(edes) XIIX in r(etro) p(edes) XIIX

Beschreibung:
Hohe Stele mit halbkreisförmigem Aufsatz, darin ein Medusenhaupt. Links und rechts davon
Löwen. Inschrift gerahmt. Die letzte Zeile unterhalb des Rahmens. Zwei Brüche geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1884
Fundumstände:
Gefunden bei Ausschachtungen zu einem Neubau zusammen mit ID 389; die untere Hälfte des
Steines fand sich auf dem Nachbargrundstück.
Übersetzung:
Marcus Petronius Albanus, Freigelassener des Marcus, 30 Jahre, ist hier begraben. Für Marcus
Petronius Flosclus, Sohn des Lucius, aus dem Wahlbezirk Arniensis, gebürtig aus Brixellum
(Brescello), und für Marcus Petronius Corumbus, Freigelassener des Marcus, und für Paulla
Petronia hat Corumbus (das Grabmal) aus eigenen Mitteln errichtet. 18 Fuß breit, 18 Fuß tief.
Kommentar:
Der Stein kennzeichnete die letzte Ruhestätte einer "familia". Der Freigelassene Petronius Albanus dürfte als erster in diesem Grab
bestattet worden sein. Das erklärt die Nennung an der Spitze, sowie die eigenständige Konstruktion mit „hic situs est“. Die im
Anschluss Genannten waren gleichfalls bestattungsberechtigt, aber zum Zeitpunkt der Errichtung des Grabmals noch am Leben (die
Inschrift ist sicher in einem Stück von derselben Hand gemeißelt worden, ein nachträgliches Hinzufügen von Namen ist
auszuschließen). Der Aufsteller war ein Marcus Petronius (?) Corumbus. Beim Tode seines Freigelassenen Albanus kaufte er ein
Familiengrab und erkannte einem weiteren "libertus", aber wohl auch eigenen Angehörigen (M. Petronius Flosclus ist
möglicherweise sein Bruder oder sein Neffe; Paulla Petronia ist seine Schwester?) zu Lebzeiten ein Bestattungsrecht zu – ein
Vorgang, der im ganzen Reich gängige Praxis war. Ob die Genannten dort auch tatsächlich beigesetzt wurden, ist unklar. Allerdings
hätte das Grundstück mit einer Größe von gut 35 m² ausgereicht, um noch wesentlich mehr Personen aufzunehmen, beispielsweise
Sklaven, die selten eigens namentlich erwähnt wurden.
Die Nennung der Abmessungen eines Grabgrundstücks ist in den rheinischen Provinzen eher selten (vgl. CIL XIII 8108), anders als
in Rom und manchen Gegenden Italiens. Zum einen bestand natürlich in Städten wie Rom eine ganz andere Notwendigkeit, das
kostbare Grabgebiet zu kennzeichnen und Besitzrechte darzulegen, als etwa in Köln. Aus Hispellum ist beispielsweise ein
Rechtsstreit überliefert: Die Grenzsteine eines Grabgrundstücks waren entfernt worden und die wegen der jetzt unklaren
Abmessungen uneinigen Nachbarn hatten einen Prozess angestrengt (AE 1992, 560; dazu ausführlich Massi Secondari, Agnese -
Sensi, Luigi, Amicis meis. Considerazioni intorno ad un monumento sepolcrale di Hispellum, Epigraphica 54, 1992, 63-88).
Zum zweiten ist diese Angabe, wie fast alle Elemente des Formulars römischer Grabinschriften, regionalen Gepflogenheiten
unterworfen. Der Errichter des Grabes, Corumbus, hatte auf jeden Fall Beziehungen nach Norditalien, denn einer der
Bestattungsbegünstigten, M. Petronius Flosclus, mit großer Wahrscheinlichkeit ein naher Verwandter, war dort beheimatet. Es ist
also naheliegender, die Übernahme des in der Gegend von Brixellum (Brescello) gebräuchlichen Inschriftenformulars anzunehmen
(dort werden Abmessungen sehr häufig genannt), als eine plötzlich auftretende und vor allem singuläre Notwendigkeit, sei es aus
Gründen des Besitzrechts oder anderen Überlegungen heraus.
Literatur:

Seite 116/682
CIL XIII 8337; Klinkenberg 1906, 325; Lehner Nr. 856; Fremersdorf, Urkunden², 58 und Taf. 95; Gregarek Nr. 94; Breuer 88 Nr.
306.

Seite 117/682
Inschriften ID: 348 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Terti]nius Secund(us) / [ci]ves Nervius / [n]egot(iator) pistor/[ic]i(us) vivos sibi et /5 [Pr]iminiae Sabinae / [c]oiiugi

obitae / et Tertiniae / [.]fuae libertae / [s]uae fecit

Beschreibung:
Platte. Linker Rand glatt abgearbeitet, die beiden oberen und die linke untere Ecke fehlen. Aus
vier Teilen geklebt.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Unbekannt; seinerzeit im Besitz des Malers Meinerzhagen (Köln).
Übersetzung:
Tertinius Secundus, Nervier, Backwarenhändler (?), hat (dieses Grabmal) zu Lebzeiten für sich
und seine verstorbene Ehefrau Priminia Sabina sowie seine Freigelassene Tertinia Atua (?)
errichtet.
Kommentar:
Der gebürtige Nervier war ein Händler. Der Begriff „negotiator“ impliziert normalerweise Geschäfte größeren Stils, vor allem
überregionaler Art, im Gegensatz zu den Transaktionen des kleinen Kaufmanns („mercator“). Ob die Bezeichnung "negotiator" hier
bewußt gewählt worden ist, oder aber in Köln und Umgebung „negotiator“ und „mercator“ bedeutungsgleich verwendet wurden,
lässt sich schwer einschätzen. Für Letzteres spricht die eher neutrale Verwendung des Begriffs in ID 364 - 369.
Das Gut, mit dem der Verstorbene handelte, wirft gleichfalls Fragen auf: „pistoricius“ (wenn denn der Ergänzung zuzustimmen ist;
zu dieser maskulinen Adjektivform fehlen jegliche Vergleichsbelege, ThLL 10, 1, Sp. 2219f.) ist ein vom „pistor“, dem Müller, aber
auch dem Bäcker, abgeleitetes Adjektiv. Demzufolge muss der Verstorbene mit einem Produkt aus oder für diesen Berufszweig
gehandelt haben. Möglich sind sicher Mehl oder der Vertrieb fertiger Backwaren, wenn auch Müller- oder Bäckerbedarf
wahrscheinlicher sind. Denn das Mahlen von Getreide, die Brotherstellung und der Verkauf erfolgten normalerweise innerhalb der
Stadt mittels einiger, mehr oder weniger großer Bäckereien; über einen eventuellen Zwischenhandel ist nichts bekannt.
Anders liegen die Dinge beim Müller- oder Bäckerbedarf. Insbesondere ist hier an die Produktion, den Transport und den Verkauf
von Mühlsteinen zu denken. Qualitativ hochwertige Mühlsteine wurden in erster Linie in der Eifel und den Ardennen geschlagen
(vgl. Die Römer zwischen Alpen und Nordmeer; vgl. Blümner, Technikgeschichte, Bd. 1, 20ff.), nicht weit vom Stammesgebiet der
Nervier, denen Tertinius Secundus angehörte: der Verstorbene dürfte also lohnenswerte Steinbrüche gekannt haben. Der Vertrieb
solcher Mühlsteine setzte einen überregionalen Handel in größerem Maßstab regelrecht voraus. Insofern könnte der Begriff
"negotiator" hier durchaus in seiner ursprünglichen Konnotation (Großhändler) zu verstehen sein - trotz der oben dargelegten
begrifflichen Unsicherheit gerade für Kölner Inschriften.
Literatur:
CIL XIII 8338 = ILS 7465; Klinkenberg 1906, 333; Lehner Nr. 898.

Seite 118/682
Inschriften ID: 349 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - Su]lpicius / [Vi]ttio Nervi/[us] vivus sibi et / Aviae Batave /5 coniugi pien/tissim[ae - - -] / f(aciendum) [c(uravit)]

Beschreibung:
Aus sechs (ehemals acht) Bruchstücken zusammengeklebte Tafel. Links, oben und rechts
abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1643
Fundumstände:
Verbaut in der Goldenen Kammer (nach 1643), wiedergefunden beim Abbruch des dortigen
Altars.
Übersetzung:
Sulpicius - - -ttio, Nervier, hat zu Lebzeiten für sich und Avia, Bataverin, die treueste Ehefrau, - -
- die Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Die stark fragmentierte Tafel lässt Raum für verschiedene Interpretationsansätze hinsichtlich der angegebenen Namen. Der
Aufsteller des Steins besaß das typisch römische Nomen Gentile Sulpicius. Demnach könnte auch als Cognomen ein gebräuchlicher
römischer Name zu erwarten sein (z.B. Attio, Mettio, Vettio, Vittio etc.; vgl. Kajanto 163ff.). Andererseits ist angesichts der
ethnischen Herkunft ein Cognomen, das bei den Nerviern gebräuchlich war, nicht auszuschließen.

Unklar ist auch, ob die Ehefrau des Sulpicius eine gebürtige Bataverin war, oder ob sie Avia bzw. Gavia Batava hieß, wenngleich
vielleicht die erste Variante vorzuziehen ist (vgl. Weisgerber 144).
Literatur:
CIL XIII 8339; Klinkenberg 1906, 275.

Seite 119/682
Inschriften ID: 350 Inschriften Typ: Grabinschrift

Vellango / Haldavvon[i]s (filius) / cives [Ne]rvius / vivos [s]ibi /5 et Fro[nt]in[i]ae / [- - -]iae / [coniu]gi / [et

Front?]in/[io - - -] / - - -

Beschreibung:

Fundort / Jahr: KölnUnbe


Fundumstände:
"Eine sonst unbekannte Grabinschrift von Köln ist uns durch den Leidener Codex Burm. Q 6
erhalten. Nach Mommsen`s Auszug steht in dieser Hs. [... die] Fundangabe Colonia Agripp. [...]"
(Zangemeister 1892, 273).
Übersetzung:
Vellango, Sohn des Haldavvo, Nervier, hat zu Lebzeiten für sich und Frontinia - - -ia, seine
Ehefrau, sowie (Front)inius (das Grab errichtet).
Kommentar:
Die heute verlorene Inschrift gehörte zu einem Grabstein. Sie veranschaulicht, wie bereitwillig im Bereich des Totenkults römische
Konventionen von der einheimischen Bevölkerung übernommen wurden. Der Verstorbene ist Nervier und besitzt, wie auch sein
Vater, einen Namen mit deutlich germanischen Wurzeln (was allerdings insofern verwundert, als die Nervier ein keltischer Stamm
sind; zu dieser Problematik Weisgerber 379ff. und jetzt M.-T. Raepsaet-Charlier, Onomastique et romanisation. Éléments d'une
comparaison entre les provinces de Gaule Belgique et de Germanie inférieure, in: Noms 399-470). Gleichwohl folgt er bei der Sorge
um die eigene Bestattung der römischen Sitte und läßt sich noch zu Lebzeiten einen Grabstein mit lateinischem Text nach
römischem Formular errichten.
Die Ehefrau besitzt einen in Köln und Umgebung häufig bezeugten Namen (öfter ist allerdings die maskuline Form Frontinius,
Frontinus etc. belegt). Vellango besaß nicht das römische Bürgerrecht, wie sein Name zeigt. Der Sohn aus seiner Verbindung, nicht
Ehe, mit der römischen Bürgerin Frontinia erbte deshalb das Recht und den Namen seiner Mutter und heißt insofern Frontinius.
Literatur:
CIL XIII 8340; Klinkenberg 1906, 333; L. Weisgerber, Zum Namengut der Germani Cisrhenani, Ann. des hist. Vereins für den
Niederrhein 155/6, 1954, 35ff.

Seite 120/682
Inschriften ID: 351 Inschriften Typ: Grabinschrift

Bellae * Von/uci * f(iliae) * Remae / Longinus / vir * illaeius /5 fecit * pie

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Nische mit Aedicula. Darin Büste der Verstorbenen mit
kleinem Kind im Arm.
Fundort / Jahr: Köln1962
Fundumstände:
Gefunden nördlich der Gräber 27 und 33 mit der Rückseite nach oben in einer Tiefe von 1,28 m;
der Stein lag 0,82 m über Körpergrab 35 und "könnte zu diesem Grabzusammenhang gehören"
(F.B.).
Übersetzung:
Für Bella, Tochter des Vonucus, Remerin, hat Longinus, ihr Mann, (das Grabmal) treu errichtet.
Kommentar:
Diese frühe Nischenstele wurde bereits zu Beginn des 1. Jhdts. n.Chr. - wohl in spätaugusteischer Zeit - angefertigt (Gabelmann
datiert allerdings in das Jahr 20 n.Chr.), nach Vorbildern aus der oberital. Heimat der frühen Legionäre (vgl. NSc 1935,16 aus Baone
bei Este). Der Aufsteller Longinus gehörte zur einheimischen Bevölkerung. Darauf verweisen sein Name, der besonders unter
romanisierten Ubiern Verbreitung fand, vor allem aber sein mangelhaftes Latein („vir“ statt „coniunx“; „illaeius“ statt „eius“).
Longinus bemühte sich jedoch, römische Konventionen im Bereich des Totenkults zu übernehmen.
Seine verstorbene Ehefrau, die auf dem Stein als Mutter mit einem Säugling im Arm abgebildet ist, gehörte jedenfalls zum Stamm
der Remer. Diese hatten sich als eines der ersten gallisch-keltischen Völker mit den Römern arrangiert. Caesar konnte seit Beginn
seiner Eroberung Galliens auf sie als treue Verbündete zählen, obwohl sie dafür im Jahre 57 v.Chr. sogar die Belagerung ihrer
Hauptstadt durch andere Kelten in Kauf nehmen mussten. Vielleicht spielt die Darstellung der Bella als junge Frau mit einem Kind
im Arm darauf an, dass sie bei oder nach der Geburt verstorben war. Jedenfalls war die Sterblichkeitsrate von Frauen durch die mit
Geburten verbundenen Risiken im römischer Zeit sehr hoch (vgl. H. Blank, Einführung in das Privatleben der Griechen und Römer,
Darmstadt 1996, 117).
Literatur:
P. La Baume, Bulletin 2, 1963/64, 210f.; P. La Baume, Gymnasium 80, 1973, 341 und Taf. 8; Römer am Rhein 43f.; Gabelmann
1972, 133 Nr. 15; Gabelmann, BJb. 179, 224; Römerillustrierte 201 Nr. 4; SH Nr. 183; Kunst, Kultur, Köln, 1979, Bd. 2, 150f. (mit
Abb.).

Seite 121/682
Inschriften ID: 352 Inschriften Typ: Grabinschrift

[. .]villiovo / Glannionis / f(ilio) * Trevero Lexten/niae Q(uinti) l(ibertae) Illetiae /5 coniugi * et * filis / Vrabucio

Dona/tae * Germano / et * nepotibus * Iucun/do Ciclae * Anniae /10 Felix * et * Palin[...] / pare[ntes - - -] e[- - -] / - - -

Beschreibung:
Stele. Linke obere Ecke fehlt. Unten schräg abgebrochen. Zwei Inschriftenfelder mit
Blütenranken gerahmt.
Fundort / Jahr: Köln1891
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit einer Reihe von Bestattungen vorwiegend von Reitersoldaten. Die
Treverer waren berühmte Reiter.
Übersetzung:
Für (...)villiovus, Sohn des Glannio, Treverer, und Lextennia Illetia, Freigelassene des Gaius,
seine Ehefrau, und die Kinder Vrabucius, Donata, Germanus, sowie die Enkel Iucundus, Cicla
und Annia. Felix und Palin(...), ihre Verwandten/Eltern (haben die Errichtung des Grabmals
besorgt).
Kommentar:
Die Grabinschrift war für zahlreiche Angehörige einer treverischen Einwandererfamilie errichtet worden, die vier Generationen
angehörten. Dies bezeugen die (bislang unbelegten) gallischen bzw. treverischen Namen, die in einem Beitrag zur treverischen
Onomastik von M.-Th. Raepsaet-Charlier (Noms 343-398) - abgesehen von Glannio - nicht aufgenommen sind. Nach dem
Bestattungsort in der Gereonstraße kann man vermuten, dass einer der Männer der Familie in einem römischen Kavallerieregiment
gedient hatte (wie viele Treverer).
Bemerkenswert ist die Tatsache, dass ab der dritten hier genannten Generation die Kinder des (...)villiovus und seiner Gattin
Lextennia Illetia sowohl römische (Donata, Germanus), als auch keltische (Vrabucius) Namen erhalten haben. Dies setzt sich im
übrigen bei den Enkeln der beiden fort: Iucundus und Annia auf der einen, Cicla auf der anderen Seite. Zumindest in diesem Fall
scheinen demnach persönliche Vorlieben maßgeblich bei der Namensgebung gewesen zu sein, denn weder die Angleichung an
römische Sprache, noch das Festhalten an alten Traditionen werden konsequent durchgeführt. Der Freilasser der Ehefrau, C.
Lextennius, scheint mit seinem gallisch-römischen Namen ebenfalls dieser Sitte zu folgen.
Fraglich ist allerdings, in welchem Verhältnis die Aufsteller des Steins, Felix und Palin(-ia?), zur Familie stehen. Sollte die
Ergänzung „parentes“ zutreffen, so müssten sie die Eltern von Personen sein, die auf dem Stein genannt werden, normalerweise die
des Erstgenannten. Dessen Patronymikon ist aber mit „Glannio“ angegeben. Die Eltern seiner Gattin Lextenia können sie ebenfalls
nicht sein: abgesehen davon, dass man diesen Umstand inschriftlich genannt und sie nicht nur als Ehefrau des Verstorbenen erwähnt
hätte, würde ihr Status als Freigelassene Probleme aufwerfen.

Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 21 = AE 1974, 463.

Seite 122/682
Inschriften ID: 353 Inschriften Typ: Grabinschrift

Bieno * Gati * f(ilio) / civi * Viroman/duo * Ingenuae / Ocellionis * fil(iae) /5 coniugi * eius

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Mischkrug zwischen zwei Greifen.
Fundort / Jahr: Köln1891
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit den oben erwähnten Stücken, sichtlich im Familiengrab, sowie dem
Grabstein des Metilius (ID 284).
Übersetzung:
Für Bienus, Sohn des Gatus, vom Stamm der Viromanduer, (und für) Ingenua, Tochter des
Ocellio, seine Gattin.
Kommentar:
Die Stelen ID 353, 354, 387 und eine weitere, unbeschriebene, die aber aufgrund des Fundzusammenhangs und der Ornamentik
hinzuzuzählen ist, wurden aus demselben Block gesägt (vgl. Röder, KJ 5, 1960/61, 38-50). Gemeinsam ist ihnen, dass sie sich alle
auf die Familie des Viromanduers Bienus beziehen. Dieser hatte mit der Stele ID 354 seinem Vater Gatus, seiner Mutter Demionca
sowie seinen Brüdern Athamas und Atrectus, und mit ID 387 seinen Schwiegereltern Ocellio und Exomna, wie auch seiner
Schwägerin Optata und deren Tochter Anna die letzte Ehre erwiesen. Den vorliegenden Stein hat er offenbar noch zu Lebzeiten für
sich und seine Ehefrau Ingenua aufstellen lassen.
Man kann also davon ausgehen, dass dieses Ensemble auf dem der Familie gehörenden Grabgrundstück an der heutigen Aachener
Straße stand (vgl. ausführlich Weisgerber 186ff. u. 223f.).
Diese zusammengehörenden Steine ermöglichen einen Einblick in vier Generationen einer Kölner Familie gallischen Ursprungs von
Beginn bis Mitte des 1. Jhdts. Interessant ist dabei, dass Gatus und Demionca ihren Söhnen noch keltische Namen gaben, während
Ocellio und Exomna römische wählten.
Bei den Viromanduern handelt es sich um die südlichen Nachbarn der Nervier, von denen auch die heutige Bezeichnung der
Landschaft Vermandois (Gegend von St. Quentin) herrührt. Sie gehörten mit den Nerviern zu den erbitterten Gegnern auf Caesars
Vormarsch in Gallien, konnten sich aber später wie die übrigen Stämme auch mit den neuen Machthabern arrangieren.
Literatur:
CIL XIII 8341; Klinkenberg 1906, 289; Klinkenberg, BJb. 108/109, 1902, 86f.; Eck, Köln, S. ; Espérandieu VIIII 6501;
Fremersdorf, Urkunden², 46 und Taf. 39; Römer am Rhein 179f., A. 146 Nr. 3; Römerillustrierte 209 Nr. 10; SH 36; Walser Nr. 115.

Seite 123/682
Inschriften ID: 354 Inschriften Typ: Grabinschrift

Gato * Cabiri * / f(ilio) * civi * Viroman/duo * Demioncae / coniugi * eius /5 Athamae * et * Atrecto / Gati * filis * /

Bienus * Gati * f(ilius) * pie / de * suo * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Widderkopf zwischen zwei Löwen.
Fundort / Jahr: Köln1891
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 353 u. 387.
Übersetzung:
Für Gatus, Sohn des Cabirus, vom Stamm der Viromanduer, dessen Gattin Demionca und die
Söhne Athamas und Atrectus, hat Bienus, Sohn des Gatus, die Errichtung (des Grabsteins) auf
eigene Kosten treu besorgt.
Kommentar:
Der Stein gehört zu dem unter ID 353 eingehend erläuterten Familiengrab des Bienus. Mit dieser Inschrift erinnert der Aufsteller an
seine Eltern Gatus und Demionca und seine Brüder Athamas und Atrectus.
Die Kombination der auf den verschiedenen Familiengrabsteinen enthaltenen Angaben ergibt klare Familienverhältnisse:
Familie des Bienus: Stammvater Cabirius (Ehefrau unbekannt) = Großvater des Bienus; sein Sohn Gatus ehelicht Demionca; aus
deren Verbindung gehen die Söhne Athamas, Atrectus und Bienus hervor.
Familie der Ingenua, Gattin des Bienus: Stammvater Illanuo (Ehefrau unbekannt) = Großvater der Ingenua; sein Sohn Ocellio
heiratet Exomna; beide haben die Töchter Ingenua und Optata; letztere hat mit einem nicht namentlich genannten Mann die Tochter
Anna.
Parallelen zum Namen Demionca finden sich in CIL XIII 1409, bei Wuilleumier Nr. 175 sowie in CIL XIII 11105 (und seit
neuestem vielleicht Gallia 30, 1972, 317, wenn aus DEMIOND verschrieben; aus Chillens-aux-Bois, Loiret).
Literatur:
CIL XIII 8342; Espérandieu VIII 6521; Fremersdorf, Urkunden², 57 und Taf. 92; Römer am Rhein 179, A. 146 Nr. 1;
Römerillustrierte 210 Nr. 12; Doppelfeld, Ausgewählte Quellen Nr. 57-59; Walser 258 Nr. 116.

Seite 124/682
Inschriften ID: 355 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uinto) Vetinio * Ver[o] / mater * Quintinia / Materna filio dul/cissimo * ex * col(legio) * fa(brum) * ti(gnuariorum)

/5 cen(turia) * III * ann(orum) * XXXI * / m(ensium) * VII * d(ierum) * XXVI * fe(cit)

Beschreibung:
Unterer Teil einer Stele. Über der Inschrift Reste der Büste des Verstorbenen. Rechte obere Ecke
der Inschrift fehlt.
Fundort / Jahr: Köln1897
Fundumstände:
Gefunden auf einer Strecke des "Gräberfeldes von etwa 250 m Länge und 6 m durchschnittlicher
Breite. Es enthielt ca. 350 Grabstätten vom 1. - 4. Jhdt., Brand- und Skelettgräber in den
verschiedensten Formen der Bestattung, einige mit Resten grösserer architektonischer Anlagen".
Übersetzung:
Für Quintus Vetinius Verus, den liebsten Sohn, Mitglied der dritten Zenturie des Collegiums der
Bauhandwerker, 31 Jahre, 7 Monate, 26 Tage alt, hat die Mutter Quintinia Materna (das
Grabmal) errichtet.
Kommentar:
Wie jede römische Stadt hatte auch Köln ein reiches Vereinsleben. Zu den "collegia", für die es nahezu in jeder größeren Siedlung
Belege gibt, zählen die Bauhandwerker, die "fabri tignuarii". Die Bautätigkeit im Allgemeinen gehörte zweifellos zu den wichtigsten
„Arbeitgebern“ einer antiken Stadt, weshalb diese Vereinigungen, in erster Linie aus Zimmerleuten bestehend, stets über recht hohe
Mitgliederzahlen verfügten. Das war in Köln nicht anders, schließlich sah man sich gezwungen, aus Gründen der besseren
Organisation, den Verein nochmals in Zenturien zu unterteilen (vgl. Nr. 356). Mutmaßungen über die Gesamtgröße lassen sich
freilich nicht daran festmachen, da unklar ist, ob man tatsächlich „Hundertschaften“ bildete, oder lediglich die Benennung
übernahm. Vereine von "fabri" mit einigen hundert Mitgliedern sind aber in Städten der Größe Kölns durchaus üblich.

Vetinius Verus war aber nicht zwangsläufig Zimmermann. Auch bei den so genannten „Berufsvereinen“ handelte es sich
keineswegs um starre Handwerksgilden mittelalterlicher Prägung. Die Mitgliedschaft machte eine Zugehörigkeit zum im
Vereinsnamen genannten Beruf zwar wahrscheinlich, setzte diese aber nicht voraus. Vielmehr war der Übergang zum
„Nachbarschaftsverein“ aufgrund der räumlichen Nähe der Handwerker eines Berufes untereinander, die sich meist in ein und
demselben Stadtviertel niederließen, fließend – wie der zum „Kultverein“ ohnehin: schließlich kam im römischen Selbstverständnis
keine Vereinigung von Menschen ohne kultische Handlungen aus (zu Bauhandwerkern in Köln vgl. Eck, Köln, 462; zur Größe von
Vereinen Ausbüttel, Vereinswesen, 34ff.)
Literatur:
CIL XIII 8344; Klinkenberg 1906, 304; Binsfeld, BJb. 1960, 166 Nr. 29; Noelke 1996, 328 Nr. 30; Faust 135f. Nr. 146; Klinkenberg
1902, 93 Nr. 22.

Seite 125/682
Inschriften ID: 356 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / [- - -] Feldunio Pla[cido ?] / [ex ?] > (centuria) * V * coll(egi) fa[brum] / [- - -]n * Pater[- - -] /5 [- -

-] Eptac[entus ? - - -] / [- - - collegi ?] s(upra) s(cripti) [- - -]

Beschreibung:
Bruchstück eines Grabsteines. Anscheinend seitlich und unten abgeschlagen.
Fundort / Jahr: Köln1914
Fundumstände:

Übersetzung:
Den Manen. Für Feldunius Placidus, aus der fünften Zenturie des Kollegiums der Zimmerleute,
(hat das Grabmal errichtet) (...)n, sein (?) Vater (...) Eptacentus (?), der (...) des oben genannten
Vereins.
Kommentar:
Ein Charakteristikum des römischen Vereins war, dass er in den Städten vielfach die Funktion der nicht mehr in dem Maße aktiven
familiären Großverbände übernahm. Zu den wichtigsten dieser Funktionen gehörte der soziale Zusammenhalt auch über den Tod des
Einzelnen hinaus. Sichtbares Beispiel dafür sind gemeinsame Grabgrundstücke, günstigstenfalls sogar ein gemeinschaftliches
Monument mit Versammlungsräumen für die Bestattungsfeiern der Kameraden sowie die ebenfalls im Verein durchzuführenden
Handlungen des Totenkults. Wenn ein solches Gemeinschaftsgrab nicht vorhanden war, oder sich der Gemeinschaftssinn anders
äußerte, wofür sich durchaus regionale Unterschiede feststellen lassen, kam es dennoch immer wieder vor, dass verdienten, oder
aber ohne Angehörige verstorbenen Mitgliedern auf Kosten und im Auftrag des Kollegiums ein Grabstein gesetzt wurde. Als
Dedikanten treten einfache Mitglieder auf, oder aber, besonders wenn es sich um ein Ehrengrab handelt, der Vorstand respektive
seine bedeutendsten Personen.

Literatur:
F 293.

Seite 126/682
Inschriften ID: 357 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -] NN [- - -]instantibus / [coll]egis suis bene mer(entibus)

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Platte. Oben und links abgebrochen, Schriftfeld schlecht gerahmt.
Schrift nachlässig.
Fundort / Jahr: Köln1887
Fundumstände:

Übersetzung:
(...) den wohlverdienten Vereinskameraden.
Kommentar:
Während ID 356 (vielleicht) als Beispiel für ein offiziell von einem Verein zugedachtes Ehrengrab dienen kann, zeugt diese Tafel
offenbar von der „nicht-offiziellen“ Graberrichtung unter einfachen Vereinsmitgliedern als Ausdruck persönlicher Zuneigung. Dies
lässt sich der einzigen halbwegs erhaltenen Zeile am Ende der Tafel entnehmen, die freilich ebenfalls großzügig ergänzt ist.
Literatur:
CIL XIII 8347; Klinkenberg 1906, 299; Lehner Nr. 894.

Seite 127/682
Inschriften ID: 358 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Ger(manio ?) * Victo/ri doct(ori) * gl/[adiat(orum)] Pater/[nia] L[..]lu[a ?] / coiuux (sic !)

Beschreibung:
Altärchen. Über der Inschrift im Giebel Porträtmedaillon des Verstorbenen. Auf dem Giebel
Früchte zwischen Voluten. Schriftfeld besonders links unten stark restauriert. Medaillon
zwischen D und M
Fundort / Jahr: Köln1958
Fundumstände:
Gefunden unter der östlichen Fahrbahnhälfte vor Haus Nr. 212 in rund 1,70 m Tiefe unter der
Straßenoberkante in gestörtem, erdigem Boden (F.B., dort auch Lageplan).
Übersetzung:
Den Manen. Für Germanius Victor, Gladiatorentrainer hat Paternia Lellua die Ehefrau (das
Grabmal errichtet).
Kommentar:
Das römische Köln besass angesichts seiner Größe und seiner Bedeutung innerhalb der Provinz sicherlich ein entsprechendes
Amphitheater. Die vorliegende Inschrift sowie weitere Belege von Personen, die in irgendeiner Form mit dem Betrieb der Arena
verbunden sind, unterstreichen diese Annahme (vgl. ID 015, 359, 395). Gleichwohl fehlt bisher jeglicher Hinweis auf Lage oder
Gestalt eines solchen Bauwerks. (Vgl. Eck, Köln, 374)
Der Verstorbene war in einer örtlichen Gladiatorenkaserne als Ausbilder tätig. Im Normalfall handelt es sich bei diesen Trainern
selbst um ehemalige Gladiatoren, die nach dem Ende ihrer Karriere dem "ludus" treu geblieben waren. Vermutlich war dies bei
Germanius ähnlich, denn sein Beiname „Victor“ war ein beliebter, weil glückverheißender Kampfname unter Gladiatoren.
Größere "ludi" beschäftigten spezialisierte Ausbilder für die einzelnen "armaturae", die Gladiatorentypen, die dementsprechend den
Titel „doctor thraecum“ oder „doctor secutorum“ etc. führten. Germanius wird lediglich „doctor gladiatorum“ genannt. Demnach
dürfte ihm die Ausbildung aller Klassen anvertraut gewesen sein. Wahrscheinlich war die Gladiatorenschule nicht so groß, dass sich
spezialisierte Fachkräfte hätten rentieren können.
Literatur:
AE 1962, 108; W. Binsfeld 1960, 164 [cf. 27,3/4 sic]; Strunk-Binsfeld, KJ 10, 1969, 115 und Taf. 22,2; SH Nr. 180; Noelke,
Grabaltäre, 94 (zur Datierung) u. 100 Nr. 11; Faust 130 Nr. 123.

Seite 128/682
Inschriften ID: 359 Inschriften Typ: Grabinschrift

Have. / Cimber es(sedarius) et / Pietas Exsocho / essed(ario) sodali /5 [be]ne merent[i] / [pos]uit (sic !). Vale

Beschreibung:
Platte, links und unten abgebrochen. Aus drei Bruchstücken geklebt und restauriert. Schrift in der
oberen Hälfte zeigt Spuren von roter Ausmalung.
Fundort / Jahr: Köln1927
Fundumstände:
Gefunden beim Neubau des Kaufhauses, zusammen mit Inv.-Nr. 27,592 - 628c, bei den Resten
eines Mithrastempels (Fremersdorf 1929, 134f.).
Übersetzung:
Sei gegrüßt. Der "essedarius" Cimber und (seine Frau) Pietas haben dem "essedarius" Exsochus,
dem wohl verdienten Kameraden, (den Grabstein) gesetzt. Lebe wohl!
Kommentar:
Als „essedarii“ werden Gladiatoren bezeichnet, die auf Streitwagen gegeneinander kämpften. Wenig Genaues ist bisher über diese
Kategorie bekannt, da es sich um eine relativ extravagante (und kostspielige) Kampfart handelte – was wiederum Rückschlüsse auf
eine recht ausgefeilte Spektakel-Landschaft in Köln zulässt.
Die Inschrift bestätigt zudem vieles, was bisher über das Leben der Gladiatoren außerhalb der Arena bekannt ist. Abgesehen davon,
dass dieser Beruf kein Hindernis für eine eheliche (bzw. eheähnliche) Verbindung darstellt, fällt besonders die
Kameradschaftlichkeit unter einander auf. Der Wagenkämpfer Cimber errichtet einen Grabstein für Exsochus, seinen
Waffengefährten, aber auch potentiellen Gegner in der Arena.
Oberhalb der Inschrift findet sich ein Graffito mit dem Wort "cor(a)x" (= Rabe). Dies dürfte aus der Zeit der Zweitverwendung des
Steines in einem Mithräum stammen - handelt es sich doch beim „Raben“ um den untersten der sieben Weihegrade des
Mithraskultes. Der Stein ist dorthin verbracht worden, da der Fundort (Richmodisstraße) innerhalb der antiken Stadtgrenze liegt. Die
Bestattung muss folgerichtig andernorts stattgefunden haben.
Literatur:
F 366 = AE 1929, 110; Fremersdorf 1929, 134f. Nr. 11 und Abb 1; Schwertheim, Denkmäler, 16 Nr. 10 c.

Seite 129/682
Inschriften ID: 360 Inschriften Typ: Grabinschrift

Iulio Verino / fulloniae artis magistro / Alexander frater / p(osuit)

Beschreibung:
Sarkophag.
Fundort / Jahr: Köln1671
Fundumstände:
Gefunden bei den großen Fortifikationsarbeiten vor dem Severinstor, bei denen auch ID 222 und
269 ans Licht kamen.
Übersetzung:
Für Iulius Verinus, Meister im Handwerk der Walkerei, hat sein Bruder Alexander (den
Sarkophag) aufgestellt.
Kommentar:
Die heute verlorene Inschrift befand sich auf einem Sarkophag, der für Iulius Verinus, einen Walker oder Färber, angefertigt worden
war. Bemerkenswert an der Berufsbezeichnung ist die für einen Handwerker eher ungewöhnliche Umschreibung als (Lehr-)Meister
einer gewissen Kunstfertigkeit. Derartiges ist häufiger bei reinen Lehrtätigkeiten zu finden (z. B. „magister artis grammaticae“ (ILS
7765) oder „doctor artis calculaturae“ (ILS 7754)), während die Tatsache, dass ein Handwerker sein Können an Lehrlinge weitergab
als Selbstverständlichkeit nicht eigens erwähnt wurde.
Der Sarkophag stammt trotz der verschiedenen Fundorte offensichtlich aus demselben Familiengrab wie ID 361, in dem die Gattin
des Iulius Verinus ruhte. Beide dürften folglich in dieselbe Zeit, das frühe (?) 3. Jhdt. n.Chr. zu datieren sein. Aufgrund der
Ähnlichkeit der Inschriften vermutete man noch bei der Aufnahme ins CIL zu Unrecht, es handele sich bei ID 360 lediglich um eine
Interpolation des Textes von ID 361 (s. dort).
Literatur:
CIL XIII 8345; Klinkenberg 1906, 324.

Seite 130/682
Inschriften ID: 361 Inschriften Typ: Grabinschrift

Au[r(eliae) - - - co]niugi / [- - - Iul(ius) ?] Verinus / [mag(ister) artis ?] fullonie / [- - - Alex]ander f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Sarkophag aus Sandstein. Inschrift auf der linken Seite unleserlich.
Fundort / Jahr: Köln-Marienburg1879
Fundumstände:
Auf dem Sarkophag lag als Deckel der frühe Grabstein ID 324.
Grabung Gerlach; 0,40 m unter der Erdoberfläche gefunden. Nach J. Asbach fanden sich in dem
Sarkophag neben dem Skelett als Beigaben ein Armring, Reste von Beschlägen eines Kästchens,
sowie 36 Münzen von Augustus bis Constantius Chlorus (FMRD 1.1 S.607).
Übersetzung:
(Für) die Ehefrau Aurelia (- - -), (des? Iulius) Verinus, Meister im Handwerk der Walkerei, hat
(dessen Bruder) Alexander die Errichtung besorgt.
Kommentar:
Die letzte Bestattung lässt sich aufgrund von Münzbeigaben auf das frühe 4. Jhdt. datieren; das neueste Geldstück stammt aus der
Zeit Diokletians. Es handelt sich aber offensichtlich um einen parallel zu ID 360 gemeißelten Inschriftentext, weshalb davon
auszugehen ist, dass der Aufsteller Alexander, Bruder des Verinus, auch dieselbe Schlussformel verwendete. Entsprechend des
„frater p(osuit)“ in ID 360 könnte das „f(aciendum c(uravit)“ zu „f(rater) p(osuit)“ emendiert werden. Eine nachträgliche
Überprüfung ist freilich nicht mehr möglich, beide Steine sind mittlerweile verloren.
Problematisch bleibt der Nominativ bei Verinus. Aufsteller der Grabinschrift ist sicher Alexander, der Bruder des Verinus.
Gewidmet wird der Sarg der Aurelia, Ehefrau des Verinus, folglich hätte man einen Genitiv erwarten müssen.
Die im CIL vorgebrachte Vermutung, es handele sich bei ID 360 nicht um eine eigenständige Inschrift, sondern um eine fehlerhafte
Abschrift des Textes von ID 361 ist unzutreffend: während der Text von ID 360 bereits im 16. Jhdt. bekannt war, wurde der
Sarkophag (ID 361) erst 1899 im Verlauf der Gerlachschen Alteburggrabung entdeckt. Da der Sarkophag mit einem älteren
Grabstein (ID 324) abgedeckt war, darf man annehmen, dass er am Anfang des 4. Jhdts. aus dem Grabplatz am Chlodwigplatz, in
dem er zusammen mit ID 360 gestanden hatte, zu einer Zweitbestattung nach Marienburg verbracht wurde.
Literatur:
CIL XIIII 8372; Klinkenberg 1906, 372f.; Gregarek Nr. 76; J. Asbach, BJb. 66, 1879, 77ff.; Klinkenberg 1902, 150 Nr. 129; Breuer
89 Nr. 320.

Seite 131/682
Inschriften ID: 362 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) * Aiacius * P(ubli) * f(ilius) / Stel(latina) * mango / hic situs est. / Vale * Aiaci

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Büste des Verstorbenen in der Nische der Aedicula. Rechts
Rand restauriert, dabei in Z. 1 der letzte Buchstabe zugeschmiert.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Unbekannt; vom selben Fundort stammen auch ID 464 und 528.
Übersetzung:
Gaius Aiacius, Sohn des Publius, Sklavenhändler aus dem Stimmbezirk Stellatina, liegt hier
begraben. Lebe wohl, Aiacius!
Kommentar:
Die Grabstele war für Gaius Aiacius errichtet worden. Der Name verweist auf etruskische Wurzeln, was mit dem Umstand
harmoniert, dass einige Städte Etruriens in die Tribus Stellatina eingeschrieben waren. Schriftbild und Bearbeitung datieren den
Stein in vorclaudische Zeit.
Das große Fragezeichen dieser Inschrift steht hinter der Bezeichnung „mango“, die sowohl als simples Cognomen, aber auch als
berufliche Tätigkeit („Sklavenhändler“) gedeutet werden kann, wenn auch die Mehrzahl der Indizien letzteres wahrscheinlich macht.
Dazu gehört zunächst einmal die frühe Datierung. Das beginnende 1. Jhdt. n.Chr. ist geprägt von zahlreichen kriegerischen
Auseinandersetzungen mit den rechtsrheinischen Germanen. Jeder Feldzug, selbst die regelmäßigen „Polizeiaktionen“ in
Feindesland, verursachten zwangsläufig Kriegsgefangene. Die Anwesenheit von Sklavenhändlern vor Ort ist also sicher
anzunehmen. Ebenso finden sich in dieser Zeit noch viele Menschen mit lediglich zwei Namen, die römischen „tria nomina“, sind
bei weitem noch nicht so verbreitet.
Besonders aber die Abschiedsworte deuten in diese Richtung. Beim „Letzten Gruß“ wird der Verstorbene normalerweise mit seinem
Rufnamen im Vokativ persönlich angesprochen. Als Rufname gebräuchlich ist in der Regel das Cognomen, wenn es vorhanden ist,
seltener Gentil- oder Praenomen (zum "mango" vgl. CIL V 4600, Nave; CIL V 4879, Tremosine; bes. häufig im Brescianer Gebiet;
Vaternamen BzN 10, 1959, 139).
Literatur:
CIL XIII 8348; Klinkenberg 1906, 325; Fremersdorf, Urkunden², 45 und Taf. 35; Römer am Rhein 173 Anm. 129; Gabelmann
1972, 134 Nr. 18; Schuler 2002, 470; Schumacher, L., Sklaverei in der Antike, München 2001, 61f.; Walser 162 Nr. 69. Zu "mango"
auch Hug, RE 14, 1928, 1107.

Seite 132/682
Inschriften ID: 363 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) Rub<r>ius M(arci) l(ibertus) / Leonta ann(orum) XXX / medicus / h(ic) s(itus) e(st)

Beschreibung:
Auf dem Grabmal war ein Tempel dargestellt mit drei Säulen in der Front.
Fundort / Jahr: Köln1632
Fundumstände:
Gefunden bei der Anlage der Lünette; der Stein zerbrach kurz nach seiner Auffindung und die
Brocken wurden weggekarrt.
Übersetzung:
Marcus Rubrius Leonta, Freigelassener des Marcus, 30 Jahre alt, Arzt, liegt hier begraben.
Kommentar:
Der Verstorbene war Freigelassener ("libertus") eines Marcus Rubrius. Nach seiner "manumissio" (= Freilassung) hatte er
Praenomen und Nomen Gentile seines Freilassers übernommen - sein (griechischer) Sklavenname Leonta wurde Cognomen.
Interessant ist die Berufsangabe "medicus" (= Arzt). Der Status von Ärzten im römischen Reich, die vielfach Sklaven oder
Freigelassene waren, variierte von Ort zu Ort und hing weitgehend von ihren Patienten ab. Oft übten sie ihre Kunst im Umfeld
vornehmer Privathaushalte - in Rom auch der kaiserlichen Familie - aus (siehe Schumacher, L., Sklaverei in der Antike, München
2001, 215ff.).
Literatur:
CIL XIII 8349; Klinkenberg 1906, 321f.

Seite 133/682
Inschriften ID: 364 Inschriften Typ: Grabinschrift

[.] Secun/dinio / Severo * negot(iatori) / cret(ario) * C(aius) * Secundin(ius) /5 Adventus * frat[ri] / pientiss(imo) et

Nun/din(ia) * Severina co[n]/[iugi - - -]

Beschreibung:
Stele. Unten abgebrochen. Ränder mit Putz verschmiert. Rechts antiker Rand erhalten. Oben
Medaillon des Verstorbenen.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
An dem Nordeingang von St. Gereon eingemauert (Lersch); heute in der Nikolauskapelle.
Übersetzung:
Für Secundinius Severus, Kreidehändler. Secundinius Adventus und Nundinia Severina haben
dem treuesten Bruder und Ehemann (den Grabstein gesetzt).
Kommentar:
Die größten Kreidevorkommen fanden sich in Britannien und Gallien. Secundinius Severus lieferte den Rohstoff, der besonders zur
Herstellung von Farben, im Bauhandwerk und bei der Tuchverarbeitung benötigt wurde, nach Köln.
Der Name Secundus und seine zahlreichen Ableitungen (Secundius, Secundinius) gehört zu den häufigeren Namen in Köln und
Umgebung, wenngleich er nicht die Prominenz besitzt, die er im Großraum Trier besaß. Die dort ansässige, überaus wohlhabende
Handelsfamilie der Secundinii errichtete beispielsweise die „Igeler Säule“ als Familiengrabmal. Es lassen sich freilich keinerlei
Verbindungen zu den Kölner Secundinii nachweisen.
Schlippschuh 61, dem sich Noelke KJ 29, 1996, 325 Nr. 11 anschließt, hält den Verstorbenen - weniger überzeugend - für einen
Händler mit Importkeramik.
Literatur:
CIL XIII 8350; Klinkenberg 1906, 283; Klinkenberg 1902, 123 Nr. 57; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 17; Noelke, KJ 29, 1996, 325
Nr. 11; Faust 134 Nr. 142.

Seite 134/682
Inschriften ID: 365 Inschriften Typ: Grabinschrift

Tib(erius) * Mainonius / Victor * negot(iator) / lanio * et * Iulia / Marina * coiiux /5 vivi * sibi * fec(erunt) * et /

Surillae * fil(iae) * obite

Beschreibung:
Tafel. Ein senkrechter Bruch geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1643
Fundumstände:
Vermauert in der Goldnen Kammer; 1900 bei Wiederherstellung des Podiums des Altars
wiedergefunden (Klinkenberg 1902, 135).
Übersetzung:
Tiberius Mainonius Victor, Metzger, und Iulia Marina, sein Frau, haben (das Grabmal) zu ihren
Lebzeiten für sich und die verstorbene Tochter Surilla errichtet.
Kommentar:
Die Grabinschrift war für die Familie des Tiberius Mainonius Victor angefertigt worden, der seinen Beruf mit der Bezeichnung
"negotiator lanio" angibt. „Lanii“ oder „laniones“ (= Metzger, Fleischer; die ebenfalls bekannte Bedeutung „Henker“ dürfte hier
nicht gemeint sein) sind epigraphisch gut belegt (vgl. ILS 7473ff), schließlich handelt es sich auch um einen der grundlegenden
Berufe im Zusammenhang mit der städtischen Lebensmittelversorgung. Aber ähnlich wie beim „negotiator pistoricius“ (ID 348)
ergibt sich das Problem, dass für das Metzgerhandwerk keine zusätzlichen Händler, „negotiatores“, benötigt wurden, weil der
Erzeuger Fleisch und andere Waren direkt verkaufte.
Es zeigt sich zudem eine grammatikalische Schwierigkeit. Die Berufsbezeichnung des Händlers verlangt normalerweise eine
Erläuterung des genauen Tätigkeitsfeldes, welches als genitivisches Substantiv (vgl. ID 366: „neg(otiator) artis lapidariae“), oder als
erläuterndes Adjektiv (vgl. eben den „negotiator pistoricius“ von ID 348; bei Fernhandel oft auch eine geographische Angabe, vgl.
ID 004 „negotiator / Britannicianus“) angefügt wird. Im vorliegenden Fall werden also zwei Begriffe neben einander gestellt, die
inhaltlich schwer, und grammatikalisch überhaupt nicht zusammenpassen.
Eine mögliche Erklärung wäre, die für Köln bereits ohnehin festgestellte „offene“ Verwendung des eigentlich klar definierten
Begriffs „negotiator“ für diesen konkreten Fall noch zu verbreitern und als Synonym für „Beruf“ im Allgemeinen zu sehen. Es ist
keineswegs auszuschließen, dass Mainonius sich die zahlreichen Inschriften von Händlern zum Vorbild nahm, und das stets der
eigentlichen Tätigkeit vorangestellte „negotiator“ im Sinne „negotium“, also „von Beruf“, missverstand (vgl. auch ID 367). Auf
diese Weise wäre auch die grammatikalische Konstruktion „NEGOT | LANIO“ verständlich.
Aus diesem Grund ist die Annahme des alltäglichen Metzgerberufes der zweifellos problematischeren Deutung als „Fleischhändler“
vorzuziehen.
Der Name Mainonius wird von Weisgerber unter die "undurchsichtigen ubischen Zivilnamen" gerechnet (211).
Literatur:
CIL XIII 8351; Klinkenberg 1906, 275; Fremersdorf, Urkunden², 51 und Taf. 71; Römerillustrierte 211 Nr. 10.

Seite 135/682
Inschriften ID: 366 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Verecundiniae Placide / sive Soiioni coniugi / dulcissimae quae vixit /5 ann(os) XXVIII et * Verecundi

* neoi (sic !) De/siderio fil(io) eiius * Desideratus / Curmilli (servus) * neg(otiator) * artis lapidariae / vivus sibi et iis *

obitis fecit.

Beschreibung:
Sarkophag. Inschrift in Form einer Tabula Ansata, von Genien gehalten. Neben den Porträts am
Deckel D M. Vom Deckel nur noch die beiden Eckblöcke erhalten; Abb. von Sarkophag und
Deckel in Tod am Rhein Abb. 16.
Fundort / Jahr: Köln1903
Fundumstände:
Gefunden bei Ausschachtungsarbeiten für einen Neubau (Klinkenberg 1903, 171).
Übersetzung:
Den Manen. Für Verecundinia Placida, genannt Soio, seine liebste Gattin, die 28 Jahre lebte, und
Verecundinius Desiderius, ihren Sohn, hat Desideratus, Sklave des Curmillus,
Steinmetzunternehmer, (das Grabmal) zu Lebzeiten für sich und die genannten, die bereits
gestorben sind, errichtet.
Kommentar:
Die Grabinschrift hatte der Sklave Desideratus für seine Lebensgefährtin und den gemeinsamen Sohn anfertigen lassen. Sein
"dominus" (= Sklavenbesitzer) trug den Namen Curmillus (vgl. CIL XIII 4393: Curmilla). Seinen Beruf gibt Desideratus mit der
Bezeichnung "negotiator artis lapidariae" an, d.h. er handelte - für seinen Herrn - mit Steinmetzerzeugnissen und war wohl selbst
Steinmetz.
Wie bereits bei ID 365 lässt auch dieser "negotiator" Raum für verschiedene Überlegungen. Möglich wäre einmal ein Händler von
Steinmetzarbeiten, beispielsweise verzierter Architekturteile, Grabsteine, Sarkophage etc., der die fertigen Produkte bei einem
solchen Handwerksbetrieb kauft und woanders veräußert. Nicht auszuschließen ist aber auch, dass es sich um den Leiter eines
größeren Steinmetzbetriebes handelt, der selbst nicht mehr Hammer und Meißel in die Hand nehmen musste, sondern als Chef die
Arbeit an seine Angestellten/Sklaven delegierte, die Organisation übernahm sowie den Verkauf der Produkte leitete. Es ist
nachvollziehbar, dass sich ein solcher Betriebsleiter nicht mehr als „lapidarius“ begriff, sondern als „negotiator artis lapidariae“, also
als „Unternehmer in der Branche des Steinmetzhandwerks“.
Dazu passt, dass Desideratus den Status eines Sklaven besitzt. Häufig setzten vermögende Römer Sklaven oder Freigelassene ihres
Vertrauens als Leiter („actores“) eines von ihnen finanzierten Unternehmens ein, wie es auch bei den „vilici“ der Landgüter gängige
Praxis war.
Obwohl Desideratus selbst Sklave war, besaßen die mit 28 Jahren verstorbene Lebensgefährtin Verecundinia Placida und der Sohn
Verecundinius Desiderius das römische Bürgerrecht. Der Sohn war - da ein Sklave keine rechtmäßige Ehe ("matrimonium iustum")
eingehen konnte - unehelich geboren und erbte deshalb das römische Bürgerrecht seiner Mutter. Insofern ist auch die Bezeichnung
"coniunx" (= Ehefrau) für die Lebensgefährtin Verecundinia Pacida rechtlich inkorrekt. Von seinem Vater Desideratus "erbte" der
Sohn das ähnlich klingende Cognomen Desiderius.
Verecundinia Placida besaß den Rufnamen (Agnomen) Soiio, der nach Weisgerber typisch keltisch, nach Kajanto jedoch
thrakischen Ursprungs ist (Weisgerber 238; Kajanto 28). Der Anschluß von Agnomina mit "sive" begegnet besonders häufig im
gallisch-germanischen Raum, während sonst die Anknüpfung mit "quae et" o.ä. bevorzugt wurde (vgl. Kajanto 8). Obwohl
Desideratus selbst ein Experte für Steinmetzarbeiten gewesen sein muß, unterlief ihm in Z. 2 ein Lapsus. Hier hatte er zunächst

Seite 136/682
"Verecundi" geschrieben und bemerkte einige Buchstaben weiter, dass es korrekt hätte "Verecundini" lauten müssen. Er war
gezwungen, den Fehler zu korrigieren, was in der rot ausgemalten Inschrift vermutlich nicht sonderlich aufgefallen sein dürfte.
Stilistische Merkmale des Sarkophages legen eine Datierung ins 3. Jhdt. nahe. Für diese zeitliche Einordnung sprechen auch die
Angabe des Namens Verecundinius Desiderius ohne Praenomen und die Formel "D(is) M(anibus)" mit nachfolgender
Dativkonstruktion.
Literatur:
CIL XIII 8352 = ILS 7538; Klinkenberg 1906, 313; Rodenwaldt, BJb. 147, 1942, 217-227; Fremersdorf, Urkunden², 52 und Taf.
73; Kajanto, I., Supernomina. A Study in Latin Epigraphy, Helsinki 1966, 28 (zum Agnomen der Verstorbenen); Spieß 1988, 296f.
Nr. 14; Päffgen I 41.

Seite 137/682
Inschriften ID: 367 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]no nego/tiato(ri) / lign(ario) / - - -

Beschreibung:
Bruchstück der linken unteren Ecke einer Platte mit Spuren roter Ausmalung.
Fundort / Jahr: Köln1925
Fundumstände:
Als Stütze eines 27 x 33 cm großen Dachziegels (Tegula) über dem Kopfende des
mittelalterlichen Skelettgrabes 25 (Fremersdorf 1926 b, 309) bzw. Holzsarg I, 104 SWW-NOO,
UK 48,18 m NN zwischen Kreuzgangswestflügel und ehemaliger Eingangshalle . . .Datierung
des Grabes: spätrömisch-frühmittelalterlich.
Übersetzung:
- - - für - - -nus, Holzhändler.
Kommentar:
Die stark fragmentierte Inschrift ist insofern interessant, als sie einen weiteren "negotiator", in diesem Fall einen "negotiator
lignarius" (= Holzhändler) in Köln nachweist. Es ist unklar, ob zwischen einem "negotiator lignarius" und einem "negotiator
materiarius" (siehe CIL III 12924 und CIL XI 1670) Unterschiede hinsichtlich der Produkte bestanden, mit denen sie Handel trieben.
Ebenfalls auffällig ist die eigenwillige Form des Buchstabens „G“ in Z. 2, für die es in ID 420 einen Parallelbeleg gibt.
Obgleich die Inschrift lediglich eine Berufsbezeichnung enthält, demnach theoretisch auch als Weihinschrift zu deuten wäre (für
eine Bauinschrift ist die Tafel zu klein), ist aufgrund des Fundortes sicher von einer Grabstele auszugehen. Die Kirche St. Severin,
in deren Kreuzgang die Tafel verbaut war, befindet sich direkt an der wichtigen Ausfallstraße nach Süden in Richtung Bonn und
Mainz, und demzufolge mitten in einem der größten Bestattungsareale des römischen Köln. Das beim Kirchenbau verwendete
Material dürfte folglich zu großen Teilen von benachbarten römischen Gräbern stammen.
Literatur:
F 294; Fremersdorf 1926, 119 Nr. 8; Päffgen, Severin II, 74f.

Seite 138/682
Inschriften ID: 368 Inschriften Typ: Grabinschrift

Memoriae * aete[rnae] / Acceptiae * Accepta[e] / femine * innocentiss(imae) / T(itus) Aelius * Viperinus /5 negotiat(or)

* nummul(arius) / coniugi * dulciss(imae) / fac(iendum) * cur(avit)

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteckstele. Rechts oben abgeschlagen. Bestoßungen an den Ecken und Kanten.
Fundort / Jahr: Köln1866
Fundumstände:
Gefunden über einer Körperbestattung, dem Rest eines Steinplattengrabes (?) SWW-NOO UK
46,33 m NN, 266,9 cm unter der Geländeoberkante mit der Schriftseite nach unten (Päffgen
1988, 151); gefunden zusammen mit einer größeren Anzahl von Särgen.
Übersetzung:
Zur ewigen Erinnerung an Acceptia Accepta, eine höchst rechtschaffene Frau und seine liebe
Gattin, ließ Titus Aelius Viperinus, Geldwechsler, (diesen Stein) errichten.
Kommentar:
Die Grabinschrift hatte Titus Aelius Viperinus zum Gedenken an seine verstorbene Ehefrau Acceptia Accepta anfertigen lassen.
Seinen Beruf gibt Aelius Viperinus mit der Bezeichnung "negotiator nummularius" wieder.
Wie bereits für den Fall des Metzgers Mainonius Victor (ID 365) eingehend erläutert, muss wohl auch hier die ursprünglich
eigenständige Berufsbezeichnung des „negotiator“ nicht im wörtlichen Sinne als Händler, sondern in Kombination mit dem
nachfolgenden „nummularius“ als „von Beruf Geldwechsler“ verstanden werden. Bestärkt wird diese Vermutung durch ID 371, wo
sich der Aufsteller des Steins lediglich als „nummularius“ bezeichnet. Aufgabe der "nummularii" war neben dem Geldwechsel auch
die Kontrolle ein- und ausgehender Münzen, etwa eines Bankiers oder Kaufmanns, auf Gültigkeit durch Sehen, Tasten, Riechen und
Hören (vgl. Stumpf, G., s.v. Nummularius, DNP 8, 1062f.; Andreau, J., Banking and Business in the Roman World, Cambridge
1999).
Die Weihung eines Steines an die „Ewige Erinnerung“ der/des Verstorbenen ist für das 2. Jhdt. n.Chr. in Lyon und Umgebung
ausgesprochen verbreitet, geschäftliche oder private Kontakte mit dieser Region sind demnach zumindest wahrscheinlich.
Literatur:
CIL XIII 8353; Klinkenberg 1906, 317; Fremersdorf, Urkunden², 51 und Taf. 70; Römerillustrierte 212 Nr. 16; Faust 118f. Nr. 83;
Klinkenberg 1902, 138 Nr. 101; AE 1927, 67; Päffgen, Severin III, 642 Nr. VIII 19.

Seite 139/682
Inschriften ID: 369 Inschriften Typ: Grabinschrift

Sex(to) * Haparo/nio * Iustino / negot(i)ato/ri * seplasia/rio * fratres / fac(iendum) * cur(averunt)

Beschreibung:
Tafel. In der Mitte senkrechte tiefe Schramme. Oben und unten Dübellöcher.
Fundort / Jahr: Kölnvor
Fundumstände:
-
Übersetzung:
Für Sextus Haparonius Iustinus, Parfümhändler, ließen seine "Brüder" (das Grabmal) errichten.
Kommentar:
Die Grabinschrift war für Sextus Haparonius Iustinus angefertigt worden, der als "negotiator seplasiarius" (= Parfum- und
Salbenhändler) in Köln tätig gewesen war. "Negotiatores seplasiarii" sind mehrfach inschriftlich belegt (siehe etwa CIL Vl 7454,
CIL XI 1621). Aus Mainz ist sogar ein "seplasiarius legionis" bekannt (CIL XIIII 6778), der sicher eher für medizinisch gebrauchte
Salben zuständig war.
Die Berufsbezeichnung basiert auf einem Straßennamen: die Seplasia war ursprünglich lediglich eine Straße im kampanischen
Capua, in der sich zahlreiche Parfümerien angesiedelt hatten. Nicht zuletzt aufgrund der ausgesprochen hohen Qualität der Produkte
(die Gegend war berühmt für ihre Rosenzuchten und Rosenöl, die schon immer ein wichtiger Grundstoff für Parfums waren)
verselbstständigte sich der Name, so dass man die Bezeichnung Seplasia für vergleichbare, aber nicht aus Capua stammende
Duftstoffe verwendete – eine Entwicklung, ähnlich der des Eau de Cologne in heutiger Zeit.
"Fratres" mag wirkliche Brüder bezeichnen; häufig sind damit aber auch "Genossen" gemeint, im Militär oder in einem
Berufsverband. Vielleicht war Haparonius Gesellschafter in einer Parfüm- und Salben-Importgesellschaft.
Literatur:
CIl XIII 8354 = ILS 7606; Klinkenberg 1906, 271; Fremersdorf, Urkunden², 51 und Taf. 69; Römer am Rhein 181, Anm. 153;
Römerillustrierte 212 Nr. 12.

Seite 140/682
Inschriften ID: 371 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Mascliniae * Aquinae / coiiugi * pientissime / M(arcus) * Varenius * Hermes /5 nummularius

Beschreibung:
Altarstele. Über der Inschrift Medaillon mit Porträt. Tabula Ansata als Sockel; darüber Gesims
und Giebel mit Voluten. An den beiden Schmalseiten Lorbeerbäume. Standfläche und rechte
untere Ecke ergänzt. Über der Stele gesondert gearbeitete Bekrönung mit volutenförmigen
Pulvini auf den Seiten; dazwischen flacher Giebel mit Akanthusornament. Die Stele ist fast ein
Duplikat von ID 271, nur dass hier die Tabula Ansata unter der Büste keine Inschrift trägt.
Fundort / Jahr: Kölnvor
Fundumstände:
Im Katalog Niessen Nr. 8433 ist "o. F." [Ohne Fundort] angegeben. Das RGM-Exemplar enthält
den handschriftlichen Zusatz "Sev. Str. Kaufhof" [Severinstraße Kaufhof].
Übersetzung:
Den Manen. Für Masclinia Aquina, seine treue Frau, (errichtete diesen Grabstein) Marcus
Varenius Hermes, Geldwechsler.
Kommentar:
Die Grabstele mit der Inschrift ist heute verloren. M. Varenius Hermes (nach dem Namen Freigelassener), der den Beruf eines
"nummularius" (= Geldwechsler, Münzprüfer) ausübte, hatte sie für seine Frau Masclinia Aquina errichten lassen. Siehe zu den
"nummularii" auch ID 368 mit Literaturhinweisen. Faust datiert die Inschrift aufgrund der bildlichen Ausstattung des Steins sowie
der Buchstabenform in antoninische oder frühseverische Zeit.
Literatur:
F 295 = AE 1927, 67; Fremersdorf 1926, 121f. Nr. 13 und Abb. 6; Fremersdorf, Urkunden², 52 und Taf. 75; Römerillustrierte 212
Nr. 14; Friedhoff 204 Anm. 2 (FO Severinstraße 89 a); Noelke, Grabaltäre, 99 Nr. 7; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 6; Faust 130 Nr.
124.

Seite 141/682
Inschriften ID: 372 Inschriften Typ: Grabinschrift

Frontseite: MEMORIAE; beide Seitenflächen: SEVERINA NUTRIX

Beschreibung:
Giebelstele. Auf der Vorderseite linker Pilaster weggebrochen. Stark bestoßen. Im Giebel unter
dem Medaillon mit dem Porträt des Verstorbenen: "Memoriae". Darunter Lammträger. Auf der
linken Schmalseite Amme mit einem Kind in der Wiege. Darüber: "Severina nutrix". Auf der
rechten Schmalseite sitzende Amme, ein Kind stillend. Darüber: "Severina nutrix".
Fundort / Jahr: Köln1966
Fundumstände:
Gefunden bei nicht überwachten Baggerarbeiten, zusammen mit römischen Gräbern und 2
Sarkophagen (Päffgen, Severin III, 655).
Übersetzung:
Zum Andenken - die Amme Severina.
Kommentar:
Es ist anzunehmen, dass sich an den unteren Teil der Stele ein weiterer Block anschloss. Darauf befand sich wohl die eigentliche
Inschrift, die vermutlich den Namen und das Alter des im Porträtmedaillon dargestellten Verstorbenen wiedergab, dem vielleicht
seine Amme diesen Stein gesetzt hatte.
Der Grabstein ist auf drei Seiten aufwendig mit großen Reliefs versehen, von denen die Seitenflächen sich direkt auf die Tätigkeit
der Amme beziehen (Stillen, sowie fürsorgliches Betten des Kindes), während die Frontseite zusätzlich zum Portraitmedaillon einen
Hirten zeigt, der ein Lamm auf den Schultern trägt, als Sinnbild der Fürsorglichkeit. Einen religiösen Sinn in den Bildern des Steines
zu suchen, wie dies früher gelegentlich geschah, wird man heute wohl eher vermeiden.
Ein Aufsteller ist nicht genannt, es ist aber durchaus möglich, dass es sich dabei um jemanden handelt, der einstmals der
Verstorbenen anvertraut war. Ähnliche Dokumente innigen Verhältnisses zwischen Amme und Zögling sind nicht selten (vgl. CIL
III 2012; 2160; 2450 etc.). Die hohe Wertschätzung, die solche Frauen ungeachtet ihres Sklavenstandes innerhalb der meisten
Familien besaßen, ist fast schon ein literarischer Topos. Die Quellen verweisen auf die umfassenden Aufgaben der „nutrix“, deren
Obsorge über die reine Stillzeit hinaus gelegentlich bis zum 18. Lebensjahr weiterging und die folglich auch als Kindermädchen und
Erzieherin zu sehen ist. Nicht wenigen römischen Kindern dürfte demnach die "nutrix" näher gestanden haben, als die leibliche
Mutter (zu den "nutrices" vgl. H. v. Petrikovits, RE 17, 1937, Sp. 149ff.).
Literatur:
Bracker, J., ANRW II.4, 1975, 780f., Taf. 6,2-4; Corbier, M., La petite enfance à Rome, AnnESC 1999, 1275f.; Kat. Colonia
Antiqua 1977, 94 Nr. 9; Faust 127 Nr. 144; Mühlberg, F., Ein spätantiker Grabstein, Kunst in Köln 1, 1966, 6; Noelke, in: H. Keller
(Hrsg.), Kunst - Kultur - Köln II. Neuerwerbungen der Kölner Museen aus dreißig Jahren, Köln 1979, 170f.; Päffgen, Severin I,
104-106; Päffgen, Severin III, 654f., Abb. 303; Römer am Rhein 184, A. 160; Römerillustrierte 226 Nr. 1; Schumacher, W.N., Hirt
und `guter Hirt`, Röm. Quartalschr. Christl. Altertumskunde Suppl.-H. 34, Rom / Freiburg / Wien 1977, 169f.

Seite 142/682
Inschriften ID: 373 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / et perpetuae secu/ritati Iuliae Q(uinti filiae) Lu/pulae et C(aio) Ruti/lio Primo filio ei/iusdem

scolas[ti]/tico sanct[o pro] / [me]ritis c[- - -] / - - -

Beschreibung:
Grabaltar. Unten abgebrochen. Über der Inschrift Protome einer Frau und eines Mannes. Oben
Giebel mit Voluten und Früchten (Birne und Apfel).
Fundort / Jahr: Köln1884
Fundumstände:
Gefunden bei Fundamentierungsarbeiten zusammen mit einer Anzahl von Steinsärgen, in denen
sich viele Bronzegegenstände, Tongefäße und Gläser nebst Münzen befanden; der Stein lag an
dem nach Osten zugekehrten Kopfende eines dieser Särge.
Übersetzung:
Den Totengöttern und dem ewigen Frieden für Iulia Lupula, Tochter des Quintus, und Gaius
Rutilius Primus, ihren Sohn, einen Scholasticus, für ihre Verdienste - - -.
Kommentar:
Die Inschrift wird eingeleitet mit einer der typischen Formeln, die nach allgemeinem Empfinden wohl an den Anfang des Textes auf
einem Grabstein gehörten. Weihungen an die „perpetua securitas“ fanden reichsweite Verbreitung, traten jedoch vor allem in
Raetien und Noricum häufiger auf. In Köln finden sich noch zwei weitere Belege (vgl. ID 390 u. ID 409).
Ungewöhnlicher ist dagegen die Berufsbezeichnung des Rutilius Primus. Als „sc(h)olasticus“ bezeichnete man in der Spätantike
einen Redner bzw. Rhetoriklehrer, vergleichbar dem Rhetor der klassischen Zeit. Die Wandlung des Begriffs zum Rechtsanwalt ist
eine logische Weiterentwicklung, da Redner in erster Linie bei Gerichtsverfahren zum Einsatz kamen. Allerdings handelt es sich
dabei um Begrifflichkeiten, wie sie erst am byzantinischen Hof zu Konstantinopel üblich wurden. Die vorliegende Inschrift gehört
aber aus stilistischen Gründen in die Mitte des 3. Jhdts. n.Chr., was eine Deutung im letztgenannten Sinne unwahrscheinlich macht.
Demnach müsste der Terminus "scholasticus" hier im Sinne des „Rhetors“ zu verstehen sein.

Das aber führt zu Schwierigkeiten mit dem nachfolgenden Adjektiv „sanctus“, wenn es denn als nähere Erläuterung zu
"scholasticus" zu sehen wäre (vgl. den späteren Titel des „scholastikos ekdikos / sxolastikoj ekdikoj“ für den Rechtsbeistand). Da es
aber keinerlei Anhaltspunkte für die Existenz und erst recht für die Funktion eines „scholasticus sanctus“ gibt, ist eher von einem
Elogium für den Verstorbenen auszugehen, d. h. man bediente sich des (im übrigen gut belegten) „sanctissimus“ als Variante zum
fast bedeutungsgleichen „pientissimus“.
Literatur:
CIL XIII 8356; Binsfeld 1960, 165 Nr. 4; Faust 130 Nr. 125; Klinkenberg 1906, 317; Klinkenberg 1902, 125 Nr. 63; Lehner Nr.
893; Noelke, Grabaltäre, 100 Nr. 12; Päffgen, Severin I, 34.

Seite 143/682
Inschriften ID: 374 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) / T*i*tus (sic !) / Gesatius / ticnarius /5 h(ic) s(itus) e(st)

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteckstele. Unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1898
Fundumstände:
Foto der Fundsituation in Tod am Rhein, Abb. 15.
Übersetzung:
Titus Gesatius, Zimmermann, liegt hier.
Kommentar:
Die Formel "hic situs est" ist in Köln sonst typisch für Inschriften der 1. Hälfte des 1. Jhdts. (ID 270, 347, 395, 470), während die
Formel "D(is) M(anibus)" im Allgemeinen nicht vor dem Ende des 1. Jhdts. begegnet. Falls "ticnarius" ein Cognomen ist, könnte die
Inschrift in das 2. Drittel des 1. Jhdts. datiert werden. Wenn das Wort jedoch den Beruf des Verstorbenen bezeichnet, dann führte
Gesatius kein Cognomen; die Inschrift wäre demnach in die 1. Hälfte des 1. Jhdts. zu datieren. In diesem Fall wäre sie ein
aussergewöhnlich früher Beleg für die Formel "D(is) M(anibus)". Dennoch deuten aber auch Buchstabenform sowie die
Unsicherheit des Steinmetzes beim Setzen der Worttrenner (Z. 2) in die frühere Zeit.
Literatur:
CIL XIII 8346; Klinkenberg 1906, 306; Fremersdorf, Urkunden², 51 und Taf. 72; Römer am Rhein 181, Abb. 152 Nr. 68;
Römerillustrierte 211 Nr. 9; Faust 119 Nr. 84.

Seite 144/682
Inschriften ID: 375 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hoc hoc sepulcrum respice / qui carmen et musas amas / et nostra communi lege / lacrimanda titulo nomina. /5 Nam

nobis pueris simul / ars varia, par aetas erat. / Ego consonanti fistula / Sidonius acris perstrepens. / Hoc carmen, haec

ara, hic cini[s] /10 pueri sepulcrum est Xantiae / qui morte acerba raptus est. / Iam doctus in compendia tot literarum et

nominum / notare currenti stilo /15 quot lingua currens diceret./ Iam nemo superaret legen[s] / iam voce erili coeperat /

ad omne dictatum volans / aurem vocari at proximam. /20 Heu morte propera concidit, / arcana qui solus sui / sciturus

domini fuit.

Beschreibung:
Platte, mehrfach gebrochen und geklebt. Verlorene Buchstaben heute ergänzt.
Fundort / Jahr: Köln1643
Fundumstände:
Vermauert in der Goldenen Kammer; 1900 bei Wiederherstellung des Podiums des Altars
wiedergefunden.
Übersetzung:
Dieses, dieses Grab schau an, der Du das Lied und die Musen liebst, und lies unsere zu
beweinenden Namen auf dem gemeinsamen Stein. Denn wir beiden jungen Sklaven übten
verschiedene Künste aus und waren dabei gleich alt. Ich, Sidonius, blies laut und in schrillen
Tönen die Doppelflöte. Dieses Grabgedicht, dieser Grabaltar, diese Asche ist (auch) das Grab des
Sklaven Xantias, der durch jähen Tod hinweggerafft wurde. Er war bereits geschult, so viele
Kürzel von Buchstaben und Worten mit eilendem Schreibstift aufzuschreiben, wie viele auch
eilige Sprache hervorbringen konnte. Auch übertraf ihn niemand im Vorlesen. Schon begann er
von herrschaftlicher Stimme als vertrautes Ohr gerufen zu werden, herbeieilend, um alles diktiert
zu bekommen – ach weh, ein eiliger Tod holte ihn weg, der allein die Geheimnisse seines Herrn
gewusst haben wird.
Kommentar:
Das umfangreiche Grabgedicht, welches im Versmaß des iambischen Tetrameters geschrieben wurde, enthält einen Nachruf auf
zwei früh verstorbene Sklaven, nämlich den Flötenspieler Sidonius und den Schreiber Xantias. Der Autor ist nicht genannt, aber es
ist nicht auszuschließen, dass es sich dabei um den Besitzer der Sklaven handelte: sein musisches Interesse ist durch den Besitz eines
eigenen Flötenspielers eindrucksvoll belegt. Außerdem handelte es sich um eine willkommene Gelegenheit, der eigenen Dichtkunst
ein Forum zu verschaffen und damit der Eitelkeit zu schmeicheln, da die Klage um den frühen Tod geliebter Knaben ein überaus
beliebtes Sujet von Freizeitpoeten war, die normalerweise unter den Reichen und Mächtigen einer Stadt zu finden waren.
Die Betonung der Vertrautheit lässt ebenfalls darauf schließen, dass der Epitaph aus der Feder des Herrn stammt, schließlich konnte
nur er wirklich wissen, in welche Vertraulichkeiten Xantias eingeweiht worden war, bevor er starb – die Vermutung, eben dieses
Wissen um etwaige Geheimnisse könnte möglicherweise mit seinem frühen Ableben zusammenhängen, vielleicht sogar auf Geheiß
des Dominus, der Indiskretionen befürchtete, würde aber wohl zu weit gehen (denn dann hätte Xantias vermutlich überhaupt keine
Grabinschrift bekommen).
Die Vermutung von Daniel und Hammerstaedt, auf dem Stein wäre zunächst die Inschrift für den Stenographen Xantias eingetragen
worden und erst später die vorangehende für den Flötisten Sidonius, erklärt nicht, warum der Steinmetz die erste Inschrift mitten auf

Seite 145/682
der Platte begonnen haben soll.
Literatur:
CIL XIII 8355 = ILS 7756; Buecheler 219; Faust 133 Nr. 137; Koster, S., Der Stenograph des Ausonius, WdF Ausonius, 1991,
402-420 ; Klinkenberg 1906, 275; Klinkenberg 1902, 140f. Nr. 110; Römerillustrierte 129 und 224 Nr. 11; Straus, Historia 26, 1977,
78 (Parallelen aus Ägypten); Van der Blom, N., in: Hermeneus, Jg. 48 Nr. 1, 1976, 54-57; Archiv für Stenographie 55, 1903, 104ff.;
Walser 240 Nr. 107; R.Daniel - J.Hammerstaedt, Kosmos der Zeichen - Aufgaben der papyrologischen Forschung, in: Kosmos der
Zeichen. Schriftbild und Bildformel in Antike und Mittelalter, Zakmira-Schriften 5, Wiesbaden 2007, 119-140 auf S. 136 ff.

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Inschriften ID: 376 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [Aconia]e Valen/[tinae] liber(tae) et / [coniugi] incom[p]/[arabili] M(arcus) Aco[nius] / [- - -]us [-

- -] / [- - -]V[- - -] / - - -

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Platte, aus acht Bruchstücken geklebt. Oberseite auf der linken Hälfte
abgeschlagen.
Fundort / Jahr: Köln1956
Fundumstände:
Vermutlich als Streufund bei den unüberwachten Baggerarbeiten zusammen mit neun weiteren
Steinfragmenten geborgen; jedoch nicht inventarisiert. Päffgen beruft sich auf 10 Notizen mit
Beschreibung der Funde aus dem Nachlass Fremersdorf.
Übersetzung:
Den Manen. Für Aconia Valentina (?), seine Freigelassene und unvergleichliche Gattin, hat
Marcus Aconius (die Errichtung besorgt).
Kommentar:
Die Formel "liberta et coniux" war vor allem in Lyon geläufig (CIL XIII 1858; 1871; 1880 u.a.). Sie verweist auf das recht häufige
Phänomen, dass ein Herr seine Sklavin frei lässt, um sie so als rechtmäßige und legitime Gattin anzuerkennen. Andernfalls würde
die Verbindung lediglich als Konkubinat gewertet. Das Nomen Gentile Aconius/Acconius begegnet auch in CIL XIII 6101, 6425,
8226, 11007, wenn man nicht den von dem Produzenten augusteischer Trinkbecher bekannten Namen Aco wählen will, der
allerdings später nicht mehr belegt ist. Bei dem Gentile der Frau sind ca. 6 - 7 Buchstaben zu ergänzen. Mit aller Wahrscheinlichkeit
trug sie den Familiennamen ihres Freilassers und Mannes.
Literatur:
Päffgen, Severin II, 587 c.

Seite 147/682
Inschriften ID: 377 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / C(aio) Acutio / Sperato et / Petroniae /5 Iustinae

Beschreibung:
Großer Block, mehrfach gebrochen. Heute nur noch zwei große Stücke von der rechten Hälfte
und zwei kleine von der linken Ecke vorhanden. Linke obere Ecke fehlt.
Fundort / Jahr: Köln - Stommeln1853
Fundumstände:
Gefunden im Wald, auf einer Unterlage von Kalkmörtel mit der Schrift nach unten; unter der
Platte wurde schwarze Asche bemerkt und in der Nähe ein Aschenkrug aus weißem Ton
ausgegraben... Auf den Äckern in der Nähe wurden zahlreiche Spuren römischer Ansiedlung
gefunden (Braun 1854,166).
Übersetzung:
Den Manen. Für Caius Acutius Speratus und Petronia Iustina.
Kommentar:
Der Name des Verstorbenen, der auf etruskische Wurzeln zurückgeht, ist vor allem in Rom und Praeneste gebräuchlich. Es lässt sich
aber nicht entscheiden, ob Acutius auch von dort stammte.
Literatur:
CIL XIII 8514.

Seite 148/682
Inschriften ID: 378 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) * P(ublio) * Elio / Germanioni / Adiutorinia / Marcella /5 coiiugi * obito / * fecit *

Beschreibung:
Altarstele. Oben Giebel und volutenförmige Pulvini. An den Schmalseiten jeweils ein
Lorbeerbaum.
Fundort / Jahr: Köln1891
Fundumstände:
In Gräbern an der Moltkestraße fanden sich u.a. eine Bronzeschale in Muschelform, ein
Kugelglas mit Zacken verziert, ein Spiegel von Weissmetall, Haarnadeln und Halsband von
Gagat. [...] Nicht weit davon entfernt lag der Stein mit der Inschrift (Aldenhoven 1891, 406).
Übersetzung:
Den Manen. Für Publius Aelius Germanio. Adiutorinia Marcella hat (dieses Grabmal) dem
verstorbenen Ehemann errichtet.
Kommentar:
Der Name Publius Aelius Germanio macht die Verleihung des Bürgerrechts an die Familie durch Hadrian wahrscheinlich. Der Tod
Hadrians 138 n.Chr. eignet sich freilich lediglich als terminus post quem für die Datierung, da aus der Inschrift nicht hervorgeht, in
welcher Generation der Neubürger dies geschah. Die Gattin verfügt dagegen über einen für Ubier sehr häufigen Namenstypus,
bestehend aus einem lateinischen Cognomen mit dem Suffix –inus bzw. –inius.
Literatur:
CIL XIII 8359; Klinkenberg 1906, 286; Espérandieu VIIII 6515; Römerillustrierte 241 Nr. 5; Noelke, Grabaltäre, 99 Nr. 1; Faust
128 Nr. 118.

Seite 149/682
Inschriften ID: 379 Inschriften Typ: Grabinschrift

Adnamatius Ga/licanus (sic!) soro/ri carissime et / Adnamatius Sper/atus coniugi co/niug(i) (sic!) dulcissime / adque

incom[para(ili)] / titu[l]um po[suit]

Beschreibung:
Platte, aus sechs Teilen geklebt. Über der Inschrift Rest eines Medaillons. Rechte untere Ecke
fehlt.
Fundort / Jahr: Köln1848
Fundumstände:
Gefunden in fränkischen Fundamenten (Inv.); in mehrere Stücke zerbrochen, innerhalb der
Trümmer römischer Gebäude, die in einer Tiefe von 8 bis 9 Fuß lagen, in der Nähe eines
vermauerten Bogens, "dessen Bestimmung schwer zu erraten sein dürfte" (Lersch 1849, 97 ff.).
Übersetzung:
Die Inschrift gesetzt haben Adnamatius Gallicanus der liebsten Schwester (= Schwägerin) und
Adnamatius Speratus der liebreizendsten und ganz unvergleichlichen Ehefrau.
Kommentar:
Die Inschrift weist deutliche sprachliche Defizite auf. Mag auch der Name der Verstorbenen, der im erhaltenen Titulus fehlt, im
abgebrochenen oberen Teil gestanden haben, so lässt das doppelte Schreiben von „coniugi“ (Z. 5f.) auf einen unaufmerksamen
Steinmetz, aber auch einen ebensolchen Kunden schließen. Dagegen ist die Verschreibung von „atque“ (Z. 7) häufig. Trotzdem
findet sich hier das kunstvoll geschwungene „G“, welches in Köln mehrfach, aber in ungleich qualitätvolleren Arbeiten Verwendung
fand (vgl. ID 367, 420, 539).
Der Name Adnamatius stammt ohne Zweifel aus dem gallisch-keltischen Sprachraum. Da sowohl Gallicanus als auch Speratus
diesen als Familiennamen führen, wird es sich um Brüder gehandelt haben. Deshalb muss Gallicanus mit „soror“ seine Schwägerin
angesprochen haben, obwohl die lateinische Sprache mit „fratria“ (= „Brudersfrau“) eine eigene Bezeichnung besitzt.
Literatur:
CIL XIII 8357; Klinkenberg 1902, 126 Nr. 70; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 19; Noelke, KJ 29, 1996, 325 Nr. 12; Untermann, BzN
11, 1960, 301; Faust 135 Nr. 143.

Seite 150/682
Inschriften ID: 380 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) * Iulius * Adv[enti * f(ilius) * Cla(udia tribu)?] / Verecundu[s * C(aio) * Iulio * C(ai) * F(ilio)] / Lardario * et

* I[uliae * - - - (3-5)] / f(iliae) * Tattae * uxor[i * eius * f(aciendum) c(uravit)/posuit].

Beschreibung:
Fragment einer großen Stele. Über der Inschrift Rest einer Figurennische, die links von
schmalem Pilaster oder Säule begrenzt wird. Neben den fragmentierten Figuren Rest eines
polygonalen Gegenstandes, eventuell Altar. Inschrift links von einem Genius/Eroten gehalten,
rechts abgebrochen, unten abgearbeitet (nach Willer wohl bei Wiederverwendung des Steins).
Unter der Inschrift eine Axt.
Fundort / Jahr: Köln1844
Fundumstände:
Beim Abbruch des sog. Annoturmes (Propstei von St. Georg), wo der Stein am Eingang als
Schwelle gedient hatte; vgl. ID 138.
Übersetzung:
Caius Iulius Verecundus, Sohn des Adventus, aus dem Wahlbezirk (Claudia?), hat die Errichtung
(des Steins) besorgt für (Caius Iulius) Lardarius, Sohn des (Caius?) und dessen Ehefrau Iulia
Tatta, Tochter des/der (- - -).
Kommentar:
Angesichts der Position des Ornaments mit verschlungenen Buchstaben unterhalb des Textes (wohl „ossa hic siti sunt“), welches
sich am rechten Rand des erhaltenen Fragments befindet, ist eine deutlich größere verlorene Textmenge zu vermuten, als die bisher
angenommenen 5-6 Buchstaben. Man kann davon ausgehen, dass dieses Symbol mittig unterhalb der Inschrift eingemeißelt worden
war, der ursprüngliche Titulus also nahezu halbiert wurde, weshalb sicherlich 8-9 Buchstaben pro Zeile fehlen. Dies bestätigt zudem
das über dieser demnach linken Hälfte des Steines befindliche Figurenrelief, dessen Lage eine weitere Personendarstellung oberhalb
der rechten Hälfte aus Gründen der Symmetrie notwendig macht, zumal es sich ausdrücklich um den Grabstein eines Ehepaares
handelt.
Diese Beobachtung bleibt für die Lesung nicht ohne Konsequenzen: so ist zwischen Filiation und Cognomen des Aufstellers Patz für
die Tribusangabe: der für Köln größten Wahrscheinlichkeit halber wurde hier die Tribus Claudia ergänzt. Die Zeilen 2 und 3 sind
mit Fragezeichen zu versehen. Es ist anzunehmen, dass eine familiäre Bindung eines der Verstorbenen zu Verecundus bestand,
welche im Einzelnen nicht zu klären sein wird. Am wahrscheinlichsten ist wohl, dass es sich bei Lardarius um den Sohn des
Verecundus handelt, Gentilnomen und Filiation würden exakt den verbliebenen Platz ausfüllen. Die Namensgleichheit mit der
Ehefrau ist angesichts der Häufigkeit des Namens „Iulia“ zu vernachlässigen, wenngleich nicht auszuschließen ist, dass Iulia Tatta
die Tochter oder die Schwester („Adventi / f(iliae)“ würde Sinn machen) des Verecundus war.
Lardarius ist hier nicht Berufsbezeichnung, sondern - wie bei den beiden anderen Personen - ein Cognomen.
Literatur:
CIL XIII 8390; Klinkenberg 1906, 312; Willer 282 Nr. 114; Lersch, BJb. 8, 1846, 165f.; Klinkenberg 1902, 104f. Nr. 48; P. Noelke,
in: Köln I,1. Führer zu vor- und frühgesch. Denkmälern 37, Mainz 1980, 129 Abb. 3.

Seite 151/682
Inschriften ID: 381 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]a [- - -] / kar[issimo ? - - -] / et Aebutia[- - -] / fil(ia) eiius [- - -]

Beschreibung:
Fragment vom Unterrand einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Unbekannt; "nunc Deutz apud Schwörbel" (CIL). Sichtlich nicht mit dem Rest der Sammlung
Schwörbel in das RGM gelangt.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8358.

Seite 152/682
Inschriften ID: 382 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] Aemil[io ? - - -] / [- - - co]niu[gi - - -]

Beschreibung:
Fragment, allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:
Unbekannt.
Übersetzung:

Kommentar:
Nach einer handschriftlichen Bemerkung im Inventarbuch gehört ID 382 zu ID 475. Von beiden war kein Fundort bekannt und
beide sind verloren. Auf den ersten Blick sieht es nicht so aus, als ob die Fragmente zusammengehören könnten. Vor allem die
zweimalige Nennung von "coniugi" wäre merkwürdig.
Literatur:
CIL XIII 8360.

Seite 153/682
Inschriften ID: 384 Inschriften Typ: Grabinschrift

XXX * V * COR * S[- - -]/or qui vixit annos LVIII menses VIII / dies II Valeria Prepis coniugi incom/parabili

f(aciendum) c(uravit) per Val[eri]um Aga/thinum lib[er]t(um)

Beschreibung:
Inschrift auf einem Sarkophag; im Mittelalter zur Aufnahme von Heiligengebeinen verwandt.
Fundort / Jahr: Kölnseit
Fundumstände:
Der Sarkophag ist im Mittelalter zur Aufnahme von Heiligengebeinen verwandt worden und
stand im Kreuzgang der Kirche. Nach Brambach (CIR 366) soll er sich dann im Museum
Wallraf-Richartz befunden haben, doch fehlt er bereits im Katalog Düntzer.
Übersetzung:
- - - -or, der 58 Jahre, 8 Monate und 2 Tage lebte. Valeria Prepis ließ das Grab ihrem
unvergleichlichen Gatten durch ihren Freigelassenen Valerius Agathinus errichten.
Kommentar:
Die Inschrift ist mittlerweile verloren, weshalb sich keine Aussage zur unklaren ersten Zeile machen lässt. Klinkenberg deutete sie
beispielsweise als mittelalterlichen Eingriff. Allerdings ist die Auflösung zu „leg(io) XXX U(lpia victrix)“ reizvoll, zumal der zu
Beginn der zweiten Zeile sicher belegten Endung „-or“ ein militärischer Dienstrang (z. B. „protector“ oder „speculator“)
vorangegangen sein kann. Angesichts des Alters von 58 Jahren ist davon auszugehen, dass sich der Tote bereits im Ruhestand
befand.
Setzt man nun voraus, dass auch die Gattin des Verstorbenen zu dessen Freigelassenen gehörte, was eine gewisse
Wahrscheinlichkeit besitzt, so lautete sein Familienname Valerius.
Zu den möglichen juristischen Gründen, warum die Witwe Valeria Prepis das Monument mittels eines Freigelassenen errichten ließ,
vgl. den Kommentar zu ID 117.
Literatur:
CIL XIII 8427; Klinkenberg 1902, 150 Nr. 130; Klinkenberg 1906, 245.

Seite 154/682
Inschriften ID: 385 Inschriften Typ: Grabinschrift

Albaniae Avita[e coniugi] / incomparabili * et Valeris / Avitiano * et * Gratinae * fi/lis * dulcissimis * obitis

Beschreibung:
Block, sekundär als Architekturstück bearbeitet. Oben Klammerlöcher. An den Schmalseiten
Ornament. Block in Höhe von Z. 1 glatt abgesägt. Schriftfeld oben rechts beschädigt. Z. 1 nicht
nachgemalt.
Fundort / Jahr: Köln1866
Fundumstände:
Gefunden "350 Fuß von der Schulbaustelle" (Raschdorff/Ennen); vgl. dazu ID 368.
Übersetzung:
- - - für Albania Avita, seine unvergleichliche Gattin, sowie für Valerius Avitianus und Valeria
Gratina, seine lieben verstorbenen Kinder.
Kommentar:
Die in den sauberen und gleichmäßigen Lettern des späten 2. Jhdts. n. Chr. gehaltene Inschrift hat ein Ehemann und Vater mit
Namen Valerius (wahrscheinlich ein Valerius Gratus, aufgrund des Tochternamens) seiner Gattin und den verstorbenen Kindern
errichtet. Die Datierung findet Bestätigung durch den Fundzusammenhang mit ID 368, die ebenfalls in dieser Periode anzusiedeln
ist.
Literatur:
CIL XIII 8361; Klinkenberg 1906, 317; Römerillustrierte 238 Nr. 2.

Seite 155/682
Inschriften ID: 386 Inschriften Typ: Grabinschrift

Aniceto / P(ubli) * Graecini / Albani * ser(vo) / - - -

Beschreibung:
Oberteil einer Stele. Über der gerahmten Inschrift flacher Giebel mit Rosette und Wellenbändern.
Fundort / Jahr: Köln1930
Fundumstände:
Gefunden in der Nähe der Gräber 12 und 18 aus dem 3. - 4. Jhdt.
Übersetzung:
Für Anicetus, den Sklaven des Publius Graecinius Albanus - - -.
Kommentar:
Einzelgräber von Sklaven sind nicht der Regelfall, aber keineswegs so selten, wie es Rechtsstatus und die damit verbundenen
materiellen Verhältnisse de iure eigentlich vermuten lassen. Insbesondere wenn es sich um besonders qualifizierte Personen oder
dezidierte Lieblingssklaven des Herrn handelte, sparte dieser nicht mit Kosten oder Mühen: erinnert sei an das aufwendige
Grabgedicht für den Flötenspieler Sidonius und den Privatsekretär Xantias in ID 375. Angesichts dessen, dass das Textfeld des
Steines mindestens zur Hälfte abgebrochen ist, kann man von einer ausdrücklichen Nennung solcher außergewöhnlicher Fertigkeiten
im verlorenen Teil ausgehen, die Anicetus das Privileg dieses durchaus ansehnlichen Grabsteins einbrachten.
Der Name Anicetus ist für einen Freigelassenen des Nero bezeugt (Cass. Dio. 61,13,2). Siehe ferner: I.L.N. 39 (Gascou - Janon):
Aniceto, Ca[- - -] / l. conlibert[i] / et familia Aniceto (Pape p. 92).
Literatur:
N 226; Fremersdorf 1935, 133 Nr. 6 und Taf. 11,4; Fremersdorf, Urkunden², 45 und Taf. 36.

Seite 156/682
Inschriften ID: 387 Inschriften Typ: Grabinschrift

Ocellioni * / Illanuonis * f(ilio) / Exomnae * coniugi / eius /5 Optatae * f(iliae) * / Annae * neptiae * / Bienus * Gati *

f(ilius) * pie * / de * suo * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Stele. Über der gerahmten Inschrift Mischkrug zwischen zwei Greifen.
Fundort / Jahr: Köln1891
Fundumstände:
Zusammen mit ID 353 und 354.
Übersetzung:
Für Ocellio, Sohn des Illanuo, seine Gattin Exomna, seine Tochter Optata und seine Enkelin
Anna hat Bienus, Sohn des Gatus, pflichtgemäß auf eigene Kosten die Errichtung (des Steins)
besorgt.
Kommentar:
Dies ist der dritte Stein aus dem vier Inschriftentafeln umfassenden Familiengrabbezirk des Viromanduers Bienus, der unter ID 353
f. ausführlich kommentiert wurde. Diesmal wird die Familie seiner Gattin Ingenua geehrt, also die Schwiegereltern Ocellio und
Exomna, die Schwägerin Optata und die Nichte Anna.
Der vierte Stein blieb, wie bereits angesprochen, unbeschriftet. Einer der Gründe dafür kann sein, dass die Familie ausgestorben ist,
auch wenn dies nicht eben wahrscheinlich ist - Bienus und Ingenua blieben zwar offensichtlich kinderlos, aber zumindest Ingenuas
Schwester Optata hatte eine Tochter, von Bienus’ Geschwistern wissen wir es nicht. Dagegen vermutet Weisgerber (S. 193), der
Familienverband habe sich aus Köln entfernt, sofern er überhaupt dort ansässig war und es sich bei den Grabsteinen nahe der
Provinzhauptstadt nicht eher um reine Prestigeobjekte handelte.
Eine Ocellia ist auch bezeugt durch CIL II 375. Das männliche Pendant zum Namen Exomnia - Exomnius - ist belegt durch eine
Inschrift aus Lyon (CIL XIII 4470). Neben diesen gallischen Namen tritt der römische Name Optata auf. Siehe zu den Nomina
dieser Inschrift: Untermann, BzN 11, 1960, 285; Holder I 1489f.; I.L.N. 121; vgl. CIL V 6101, CIL V 7445, CIL XII 2604.
Literatur:
CIL XIII 8409; Römer am Rhein 179, A 146 Nr. 2; Klinkenberg 1906, 289; Schillinger Häfele, U., Lateinische Inschriften. Quellen
für die Geschichte des römischen Reiches, Stuttgart/Aalen 1982, 36; Walser 256 Nr. 115; weitere Literaturhinweise siehe unter ID
353.

Seite 157/682
Inschriften ID: 388 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Iul(io) Antonino et / Antonino infant[i] / dulciss(imo) Sperantia /5 Domnula coniu[gi] / et filio obit[is]

/ et sibi viva f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Stele. Über der Inschrift spitzer Giebel. Neben den Zwickeln die Buchstaben D und M für D(is)
M(anibus). Im Giebelfeld figürliche Darstellung dreier Personen im Brustbild.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:

Übersetzung:
Den Manen. Dem Iulius Antoninus und dem liebsten Kind Antoninus. Sperantia Domnula hat die
Errichtung (des Steins) besorgt, für die Verstorbenen, Ehemann und Sohn, und für sich zu
Lebzeiten.
Kommentar:
Der Grabstein ist nicht mehr erhalten, der Text der Inschrift aber in einer recht exakten Abzeichnung bei Broelman überliefert.
„Antoninus“, spätestens seit der Regentschaft des Kaisers Antoninus Pius ein reichsweit sehr verbreiteter Name, findet sich in Köln
und Umgebung erstaunlich selten.
Der Begriff „infans“ geht auf die Grundbedeutung „nicht reden können“ zurück, und entwickelte sich mit der Zeit zur Bezeichnung
sehr kleiner Kinder, in der Regel von Säuglingen. Das Schicksal des Sohnes der Sperantia verweist auf die immens hohe
Kindersterblichkeit in der Antike. Aus genau diesem Gründe finden sich auch recht selten Einzelgräber für tote Kleinstkinder (aber
es gab sie durchaus auch: vgl. ID 414; 129; 467). Wenn Babys inschriftlich genannt werden, dann in Konstellationen, wie hier, wenn
sie beispielsweise gemeinsam mit einem zeitgleich verstorbenen Elternteil bestattet wurden (häufig der Mutter; die Sterblichkeitsrate
von Müttern war aufgrund des überaus häufigen Kindbettfiebers ebenfalls sehr hoch). So ist anzunehmen, dass der kleine Antoninus
nur deshalb inschriftliche Erwähnung fand, weil er gemeinsam mit seinem Vater beigesetzt wurde.
Literatur:
CIL XIII 8391; Klinkenberg 1906, 313; Klinkenberg 1902, 125 Nr. 66, 133; Noelke 1996, 328 Nr. 27.

Seite 158/682
Inschriften ID: 389 Inschriften Typ: Grabinschrift

Antoniae / Daenidi * Dio/genes * fil(ius) * / d(e) * s(uo) * p(osuit) *

Beschreibung:
Oberteil einer Stele. Unten abgeschnitten. Aus drei Bruchstücken zusammengeklebt. Über der
gerahmten Inschrift Giebelfeld mit doppelter Rosette und Akanthusornament, in den
Eckzwickeln eine dreiteilige, eingerollte Palmette als Akroter sichtbar.
Fundort / Jahr: Köln1884
Fundumstände:
Zunächst nur rechtes Bruchstück gefunden; fehlende Stücke später auf dem Nachbargrundstück
entdeckt; gleicher Fundort wie ID 347.
Übersetzung:
Für Antonia Daenis hat der Sohn Diogenes aus eigenen Mitteln (den Grabstein) gesetzt.
Kommentar:
Die Grabinschrift für Antonia Daenis scheint aus derselben Werkstatt zu stammen wie der Grabstein des Marcinus aus Xanten, der
in Bonn aufbewahrt wird. Dafür spricht nach Gregarek Nr. 95 vor allem der Zahnschnitt unter der Giebelschräge. Der Stein stammt
von der Nekropole an der 'Arnoldshöhe', anscheinend einem der frühesten Friedhöfe Kölns, auf dem Inschriften gesetzt wurden (vgl.
den Grabstein des Aiacius Mango, ID 362). Das vorliegende Exemplar gehört wohl in das zweite Drittel des 1. Jhdts. n. Chr.
Es spricht einiges dafür, bei Diogenes und seiner Mutter den Sklavenstatus anzunehmen, vor allem die Einnamigkeit des Sohnes in
Kombination mit der Herkunft der Namen aus der griechischen Sprache. Bei Antonia ist sicher von einem Fehler des Steinmetzes
auszugehen: der Name „Daenis“ existiert nicht, dagegen besitzt der griechische Frauenname „Daphnis“ (lautmalerisch, d. h. ohne
Griechischkenntnisse latinisiert zu „Dafnis“) fast dieselbe Verbreitung wie die Allerweltsbezeichnung „Diogenes“, besonders bei
Sklaven griechischer Herkunft.
Wenn dem so ist, verwundert die Betonung des Diogenes, er habe den Grabstein aus eigenen Mitteln errichtet, da er diese als Sklave
eigentlich nicht haben durfte. Allerdings stand jedem Sklaven in Form des "peculium" ein Minimum an verfügbarem materiellen
Besitz zu, wenngleich dieser juristisch dem "dominus" gehörte. Es oblag der Toleranz des Herrn, welche Freiheiten er gewährte und
welches Ausmaß dieses "peculium" annehmen konnte. Im besten Falle konnte der Betreffende sich im Lauf der Jahre eine Summe
zusammensparen, mit der er sich selbst freikaufen konnte.
Literatur:
CIL XIII 8363; Klinkenberg 1906, 325; Lehner Nr. 857; Gregarek Nr. 95; Breuer 91 Nr. 348.

Seite 159/682
Inschriften ID: 390 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) bone memoriae M(anibus) / perpetue securitati / Antonie Galeneti Alba/[ni]us Leontius et Eubsychi/[us] fili

pientissimi

Beschreibung:
Frontplatte eines Sarkophages. Links und rechts von der Inschrift Genien, die schon von
Espérandieu als unvollständig beschrieben wurden; heute nur noch der linke teilweise erhalten.
War vollständig zerstört, 43 Fragmente konnten wieder zusammengesetzt werden, zahlreiche
fehlen.
Fundort / Jahr: Köln1891
Fundumstände:
Gefunden in Zweitverwendung als Deckplatte eines Tuffsteinsarkophages, der ungefähr 2,5 m
unter der Oberfläche lag (Keune 1891, 262f.).
Übersetzung:
Den Manen, der guten Erinnerung und der ewigen Sicherheit. Für Antonia Galenis (haben den
Stein gesetzt) ihre treuen Söhne Albanius Leontius und Eubsychius.
Kommentar:
Die große Inschriftentafel, die in Zweitverwendung als Deckel eines Sarkophages aus Tuffstein diente, weist nahezu alle der für das
späte 2. und frühe 3. Jhdt. geläufigen Einleitungsformeln von Grabinschriften auf: Neben dem fast schon obligatorischen „Dis
Manibus“ findet sich die vor allem in Lyon und Umgebung gebräuchliche Weihung an die „Bona Memoria“ sowie die in Köln noch
zwei weitere Male belegte (vgl. ID 373, ID 409) Hoffnung auf „perpetua securitas“ der Verstorbenen.
Auffallend ist die Kombination von Namensteilen griechischer Herkunft (freilich mehr oder weniger latinisiert, vgl. Leontius;
Galene; Eubsychius, Verschreibung von „Eupsychius“) mit typisch römischen Personenamen (Antonia, Albanius). Dies lässt auch
hier auf eine nicht allzu ferne Sklavenvergangenheit schließen.
Literatur:
CIL XIII 8364; Klinkenberg 1906, 293; Kisa, BJb. 93, 1892, 31-34; Spieß 1988, 295 Nr. 10.

Seite 160/682
Inschriften ID: 391 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) I(nferis) M(anibus) / M(arcus) Antoni(us) Primulus / vivus sibi fecit et / Faustiniae Burspr(ae) /5 coiiugi

caris[simae] / - - -

Beschreibung:
Rechteckige Platte, unten abgebrochen. Ein senkrechter Bruch geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1889
Fundumstände:
Gefunden unmittelbar neben einem Ziegelplattengrab, "ja zum Teil noch auf den zerdrückten
Ziegelplatten" (Klein); Stein in zwei ungleiche Hälften zerbrochen; das fehlende Stück konnte
nicht gefunden werden.
Übersetzung:
Den Manen in der Unterwelt. Marcus Antonius Primulus hat (das Grab) zu Lebzeiten sich und
seiner liebsten Ehefrau Faustinia Burspra errichtet.
Kommentar:
Es ist völlig unklar, woher das ungewöhnliche Cognomen Burspra stammt. Ein Steinmetzfehler ist jedenfalls auszuschließen,
schließlich ist derselbe Name auf einem weiteren Kölner Grabstein nochmals belegt (ID 409). Auch gibt es keine Entsprechungen in
gallischer oder germanischer Sprache, die logischerweise den Großteil nicht-römischen Namensgutes im Rheinland ausmachen. Der
Wortstamm „Bur-“ oder „Burd-“ ist im thrakischen Sprachraum verbreitet, doch bieten dortige Namen keine Parallelen zum
rätselhaften Suffix „-spra“.
Ansonsten entspricht der Stein den gängigen Gepflogenheiten. Für Köln etwas ungewöhnlich ist allenfalls die Benennung der
Manen als „Di Inferi Manes“, die aber auch im übrigen Reich bei weitem nicht die Häufigkeit der einfachen Manen-Weihung
besitzt.
Die an der Aachener Straße in Köln gefundene Inschrift wird heute im RLM in Bonn aufbewahrt.
Literatur:
CIL XIII 8362; Klinkenberg 1906, 291; Lehner Nr. 846.

Seite 161/682
Inschriften ID: 393 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) et b(onae) m(emoriae) Appie / Verine. Appius / Severus et / Verecundinia /5 Quieta patres / filie

dulcis/sime

Beschreibung:
Rechteckige Tafel, mehrfach geklebt. Unten beschädigt.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Unbekannt; mit der Sammlung Hüpsch nach Mannheim gebracht (F. Haug).
Übersetzung:
Den Manen und der guten Erinnerung an Appia Verina. Appius Severus und Verecundinia
Quieta, die Eltern, (haben den Stein gesetzt) für die liebste Tochter.
Kommentar:
Die Verfasser der Inschrift besaßen offenbar nur oberflächliche Lateinkenntnisse. Anders ist schwerlich zu erklären, dass ihnen die
gängige Formulierung, mit der Eltern einen Grabstein ihrem frühzeitig verstorbenen Nachwuchs weihten, bekannt war, nicht aber
der Unterschied zwischen „pater/patres“ und „parens/parentes“. Während „pater“ eindeutig den Vater benennt, ist „parens“
geschlechtsneutral, im Sinne „Elternteil“. Es kann also je nach Kontext „Vater“ oder „Mutter“ bedeuten und findet dergestalt auch
auf Inschriften Verwendung. Im Plural können „die Eltern“ mit einem Wort nur als „parentes“ bezeichnet werden, nicht aber als
„patres“, als Väter. Ähnliches ist für ID 131 anzunehmen, wo sich zumindest „PATR“ hinter den Elternnamen befand.
Ohnehin findet sich die Plural-Form „patres“ inschriftlich eigentlich nur als Rangesbezeichnung höhergestellter Personen,
insbesondere Senatoren (vgl. s. v. pater II (appellatio honorifica), in: ThLL 10 (1990), Sp. 676ff).
Literatur:
CIL XIII 8366; Klinkenberg 1906, 334; F. Haug, Die römischen Denksteine des großherzoglichen Antiquariums in Mannheim,
Konstanz 1877, 49 Nr. 70.

Seite 162/682
Inschriften ID: 394 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dignio / Quarto / Apronius / Bubalus /5 fratri p(osuit)

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Köln?


Fundumstände:
?
Übersetzung:
Für Dignius Quartus. Apronius Bubalus hat (die Grabinschrift) für seinen Bruder aufgestellt.
Kommentar:
Die Namen der Personen, die in der - mittlerweile verlorenen - Inschrift genannt werden, lassen die Vermutung zu, dass es sich trotz
der Bezeichnung „frater“ nicht um leibliche Brüder handelt. Allerdings ist eine solche „nicht-familiäre“ Verwendung des Begriffs
„frater“ nicht ungewöhnlich (vgl. s. v. frater, Diz. Epigr. 3, Sp. 215f.). Als Brüder redeten sich beispielsweise Militärkameraden an,
Angehörige desselben Vereins oder eines Berufes, Anhänger eines bestimmten Kultes (insbesondere des Mithras CIL III 3384; 3415
etc.) und selten sogar die Bürger einer Stadt (CIL VIII 12285). Aus diesem Grund ist auch Weisgerbers (S. 209) Vermutung
anzuzweifeln, dass es sich bei beiden Genannten um Einheimische handelt, da „Apronius Bubalus“ lateinischen Ursprungs ist und
die germanische Herkunft nur aus dem Verwandtschaftsverhältnis mit Dignius Quartus erschlossen wurde.
Literatur:
CIL XIII 8378; Klinkenberg 1906, 316.

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Inschriften ID: 395 Inschriften Typ: Grabinschrift

Aquilo * C(ai) et / M(arci) * Versulati/um * l(ibertus) * / h(ic) * s(itus) * e(st). * P(atroni) * f(aciendum) * c(uraverunt)

* /5 et * Murano * l(iberto)

Beschreibung:
Stele. Über der mit Blütenornament gerahmten Inschrift Sphinx zwischen zwei Löwen und
Widderköpfen. Unter der Inschrift zwei kämpfende Gladiatoren; der linke - nach Gregarek Nr. 69
- ein "oplomachus" (= Schwerbewaffneter), der rechte ein "thraex" (= Leichtbewaffneter). Auf
der linken Schmalseite Greif, auf der rechten Hund. Mehrfach geklebt und stark restauriert. Die
nachlässigen Buchstaben in der letzten Zeile der Inschrift könnten nachträglich eingemeißelt
worden sein (Gregarek).
Fundort / Jahr: Köln1939
Fundumstände:
Nach einem Nachtrag zum F.B. (Doppelfeld) wurde der Stein zunächst auf der Straße bei Anlage
des Zuleitungsschachtes zum Grundstück Ulmenalle 130 gefunden und dann offenbar in die
Baugrube geschafft, wo ihn der Verfasser des F.B. (Eiden) zusammen mit dem Giebel eines
anderen Grabaltares - Inv.-Nr. 39,7 - gesehen hat. Der Fundort ist nicht der ursprüngliche
Aufstellungsort.
Übersetzung:
Aquilo, der Freigelassene des Gaius und Marcus Versulatius/Versulas, liegt hier begraben. Seine
früheren Herren ließen ihm den Grabstein errichten - und für den Freigelassenen Muranus.
Kommentar:
Das Relief unterhalb der Inschrift zeigt zwei kämpfende Gladiatoren: links einen Murmillo, zu erkennen am großen rechteckigen
Schild, rechts einen Thraex mit dem etwas kleineren rechteckigen Schild und hohen Beinschienen – die charakteristischen Waffen,
die jeden Zweifel über den Gladiatorentyp beseitigen würden (geknickte „sica“ beim Thraex, einfacher „gladius“ beim Murmillo)
waren offenbar nur aufgemalt und fehlen daher heute.
Demzufolge ist davon auszugehen, dass auch der verstorbene Aquilo innerhalb einer Gladiatorenfamilie tätig war, deren Besitzer
bzw. „lanistae“ Marcus und Gaius Versulas/Versulatius waren. Diese hatten ihrem ehemaligen Sklaven den Grabstein gesetzt. In
welcher Funktion Aquilo dem „ludus Versulatianus“ diente, lässt sich nicht zweifelsfrei klären. Der reich verzierte und demnach
kostspielige Stein setzt aber voraus, dass es sich um einen bedeutenden Angestellten, also einen erfolgreichen Gladiator handelte,
wenngleich das Fehlen obligatorischer Angaben wie Kampfstatistik oder „armatura“ erstaunlich ist. Zumindest Letzteres lässt sich
erklären, wenn man das Relief der kämpfenden Gladiatoren auf den Verstorbenen bezieht: zwar nicht als personalisiertes Abbild,
wohl aber als Hinweis, dass er als Murmillo und/oder Thraex (die Kampfesweise der beiden Gattungen war so ähnlich, dass
Doppelfunktionen häufig belegt sind) kämpfte.
Opulente Grabmäler, von Besitzern solcher Gladiatorenfamilien für ihre verdientesten Kämpfer errichtet, sind keine Seltenheit.
Vielmehr verstand man vielfach die Aussicht auf einen prächtigen Erinnerungsstein als eine Art Zusatzprämie für besonders tapfere
und damit das Publikum bestens unterhaltende Akteure.
Keine Aussage lässt sich dagegen zum ebenfalls genannten Freigelassenen Muranus machen: da der Titulus ursprünglich nur für
Aquilo beabsichtigt war („hic situs est“ im Singular + „Murano L“ als deutlich sichtbarer, wenig sorgfältig gemeißelter Nachtrag),
muss es sich nicht zwangsläufig auch um einen Gladiator handeln. Eine Betätigung im Zusammenhang mit Berufsfechtern ist aber
angesichts derselben Patrone und Freilasser wie Aquilo in jedem Falle anzunehmen.
Zweifellos handelt es sich also um weitere Belege für die Existenz von „spectacula“ (vgl. ID 12, 13, 14), die allerdings für eine Stadt

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wie das römische Köln, trotz des noch nicht erfolgten archäologischen Nachweises eines Amphitheaters, selbstverständlich
anzunehmen ist.
Unklar bleibt, in welchem Verhältnis zur Flotte die Patrone der beiden "liberti" standen. Reusch schließt die Möglichkeit, dass die
römische Flottenstation auf der Alteburg die Gladiatoren gemietet hatte, nicht aus (vgl. jedoch zum Umstand, dass Truppenteile, und
hier insbes. die Legionen, eigene Fechtlehrer unterhielten, L. Friedländer, Darstellungen zur Sittengeschichte Roms II, Leipzig, 9.
Aufl., 1920, 57f. mit Anm. 1). Mit ihrer hochrechteckigen Form, bei der der obere Teil vom Schriftfeld, der untere durch ein
Reliefbild eingenommen wird, schließt sich die Grabstele einer im 1. Jhdt. häufig belegten Gruppe von Grabdenkmälern an
(Gregarek Nr. 69; vgl. J. Scharf, Studien zur Bevölkerungsgeschichte der Rheinlande auf epigraphischer Grundlage, 1938, 23).
Der Name der Patrone lässt sich nicht zweifelsfrei erschließen. Möglich sind "Versulatius" und „Versulas“, wobei die zweite
Variante aufgrund eines Vergleichsbeleges (Solin, S. 203 = Schulze, S. 40) wahrscheinlicher ist. Der Name weist auf eine Herkunft
aus Italien.
Literatur:
NL 222; AE 1941, 87; Reusch, Germania 25, 1941, 98-104, Taf. 11-12; Fremersdorf, Jahresbericht 1939/40, BJb. 146, 1941, 429f.;
Gregarek Nr. 69; Breuer 92 Nr. 354; Konen, Classis Germanica, 362, Anm. 52.

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Inschriften ID: 396 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] Crispine Calve/[nti]us Atilianus / [viv]us coniiugi inco(m)/[par]abili fac(iendum) cur(avit)

Beschreibung:
Rechter Teil der Langseite eines Sarkophages mit anschließender Schmalseite. Inschrift von
einem Genius gehalten. Links fehlt nur wenig (Gregarek Nr. 75). Inschrift in gerahmtem Feld.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Der Sarkophag, "den ein Aussätziger, der ihn infolge der Abspülung des Ufers durch eine
Überschwemmung entdeckte, mit Axthieben zerstörte, um sich der in ihm vermuteten Schätze zu
bemächtigen" (Klinkenberg 1906), ist nur durch die Abbildung bei Broelmann bekannt.
Übersetzung:
Für - - - Crispina, seine unvergleichliche Frau, ließ Calventius Atilianus (den Sarkophag) zu
seinen Lebzeiten herstellen.
Kommentar:
Der Sarkophag mit Inschrift wurde in Germanien hergestellt, weist jedoch die in Oberitalien übliche Einteilung mit einer Tabula in
der Mitte und zwei Eroten auf. Typologisch vergleichbar sind zwei fast vollständig erhaltene Sarkophage in Köln (Gregarek Nr. 75).
Die Inschrift hält den Namen des Auftraggebers, Calventius Atilianus, fest. Vom Namen seiner Ehefrau ("coniunx"), für die der
Sarkophag angefertigt worden war, hat sich nur das Cognomen erhalten. Der Sarkophag kann aus stilistischen Gründen an das Ende
des 2. oder in das 3. Jhdt. datiert werden.
Bereits bei der Auffindung des Sarkophags war die Inschrift linksseitig abgebrochen und ist mittlerweile ganz verloren. Über die
Exaktheit der Zeichnung Broelmanns lässt sich streiten: zumindest der Längsstrich in Z. 3 über dem „o“ von „inco(m)/[par]abili“
entspricht neuzeitlicher Schreibweise zur Ergänzung eines ausgefallenen „m“ und kann nicht auf dem ursprünglichen Stein
gestanden haben. Daher lässt sich über die Anzahl der in Z. 1-3 auf der linken Seite zu ergänzenden Buchstaben nur spekulieren.
Lediglich in Z. 4 sind 4 Buchstaben sicher anzunehmen.
Vermutlich befand sich vor „Crispina“ in Z. 1 das Gentilnomen in abgekürzter Form (etwa „Ael“ für „Aelia“; „Aur“ für „Aurelia“;
„Val“ für „Valeria“), was wiederum genügend Platz ließe für eine Manenweihung o. Ä.
Literatur:
CIL XIII 8377; Klinkenberg 1906, 373; Klinkenberg 1902, 149 Nr. 124; Spieß 1988, 302f. Nr. 20; Gregarek Nr. 75; Von Veith, C.,
Das römische Köln, 1885, 59; Breuer 92 Nr. 355.

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Inschriften ID: 397 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / T(iti) Simpliciani Attara/chi et Val(eriae) Massulae / vivae C(aius) Val(erius) Alphius /5 vivus sibi et

paren/tibus suis fecit

Beschreibung:
Fast quadratische Inschriftenplatte.
Fundort / Jahr: In der Nähe von Köln
Fundumstände:
-
Übersetzung:
Den Manen des Titus Simplicianus Attarachus und der Valeria Massula zu ihren Lebzeiten.
Caius Valerius Alphius hat (das Grabmal) zu Lebzeiten sich und seinen Eltern errichtet.
Kommentar:
Die Grabinschrift führt in der ersten Zeile die typische Formel D(is) M(anibus) und in Z. 2 und 3 die Namen derjenigen an, für die
sie angefertigt worden war: Titus Simplicianus Attarachus und Valeria Massula. Auftraggeber war der Sohn dieser beiden Personen,
Caius Valerius Alphius. Angesichts dessen, dass Valerius Alphius das Nomen seiner Mutter trug, scheinen Attarachus und Massula
zum Zeitpunkt der Geburt ihres Sohnes nicht in rechtsgültiger Ehe gelebt zu haben. Das Cognomen Attarachus entstammt (wie auch
„Alphius“) griechischem Sprachgut, weshalb der Grund für die fehlende Rechtsgültigkeit der Ehe der Rechtsstatus des Simplicianus
gewesen sein mag: Er dürfte zur fraglichen Zeit noch ein Sklave gewesen sein. Der Name Alphius ist entweder eine graezisierende
Umschrift oder die "Übersetzung" von Primus, als dem ersten einer Reihe von Personen (vgl. M. Dondin-Payre, Noms, 558).
Attarachus scheint zumindest im Westen des Reiches singulär zu sein.
Literatur:
CIL XIII 8423; Klinkenberg 1906, 333; Lehner Nr. 903.

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Inschriften ID: 398 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / - - - / [- - -]i / [- - - I]ul/[ius ? A?]tto / [fac(iendum) cu?]r(avit)

Beschreibung:
Rechte Hälfte eines Grabaltars. Oben rechts Volute erhalten. Links glatt abgearbeitet. Das
Schriftfeld ist völlig verwittert. Am Unterrand Zementreste.
Fundort / Jahr: Kölnunbe
Fundumstände:
-
Übersetzung:
Den Manen). (...) Iulius (?) Atto hat die Errichtung (des Grabsteins) besorgt.
Kommentar:
Der stark abgeriebene Stein war wohl Träger einer Grabinschrift, die von einem Atto, möglicherweise Iulius Atto, gesetzt worden
war. Der Name, der in Köln und Umgebung recht häufig zu finden ist (vgl. ID 85 und 683; Attus in 298), verweist auf germanische
Wurzeln.
Literatur:
F 299

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Inschriften ID: 399 Inschriften Typ: Grabinschrift

Priminiae / Augurinae / vive Priminius / Famulus /5 patronus f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Platte. Links und rechts an den Seiten nach hinten abgeschrägt. In Z. 2 eine bewusst ausgesparte
Lücke innerhalb der Inschrift wegen Steinverletzung.
Fundort / Jahr: Köln1925
Fundumstände:
Gefunden mit der Schrift nach unten in sekundärer Verwendung als Deckel der Aschenkiste I,27
UK 47,23 m NN westlich des Kreuzganges in der ehemaligen Eingangshalle 2,45 m unter dem
Kreuzgangboden, Zeile T. darüber liegend das Brandgrab I,29 (Päffgen 1988, 35).
Übersetzung:
Für Priminia Augurina zu ihren Lebzeiten. Priminius Famulus, ihr Patron, hat die Errichtung (des
Grabsteins) besorgt.
Kommentar:
Es ist recht häufig zu beobachten, dass freigelassene Sklaven von ihren ehemaligen Herren einen Grabstein gesetzt bekommen -
allerdings auch wiederum seltener, als es angesichts der moralischen Verpflichtung aufgrund des Patronatsverhältnisses eigentlich
anzunehmen wäre. Folglich ist ein solches Vorgehen dann doch wieder als Ausweis einer persönlichen Beziehung zu werten. Daran
ändert auch die Erkenntnis nichts, dass der Patron möglicherweise ein etwas günstigeres Grabsteinmodell wählte, wie es beim
vorliegenden Exemplar aufgrund der Beschädigung in Z. 2, die schon vor dem Meißeln der Inschrift vorhanden gewesen sein muss,
anzunehmen ist.
Literatur:
F 299; Fremersdorf 1926, 119 Nr. 7; Päffgen, Severin II, 35; Fremersdorf, BJb. 131, 1926, 313.

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Inschriften ID: 400 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) / L(ucio) * Vicarinio / Augusto / Vicarinius /5 Lupus * et * Vica/rinia Augus/tina * patri / pientissimo

/ rosuerunt (sic !)

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteckstele. Auf der Vorderseite ungerahmte Inschrift. Zwischen D und M
Efeublatt. Auf der linken Schmalseite Füllhorn. Alter Längsbruch geklebt. Unter der letzten Zeile
Inschrift waagerecht weggebrochen oder abgearbeitet. Beschädigungen besonders an den Ecken.
Fundort / Jahr: Köln1819
Fundumstände:
-
Übersetzung:
Den Manen. Für Lucius Vicarinius Augustus. Vicarinius Lupus und Vicarinia Augustina haben
(den Grabstein) dem pflichtbewusstesten Vater aufgestellt.
Kommentar:
Ungewöhnlich ist sicherlich die Verwendung von „Augustus“ als Cognomen eines Durchschnittsmenschen, immerhin handelt es
sich um das entscheidende Element der Kaisertitulatur. Offensichtlich besaß man diesbezüglich eine gewisse Scheu, die der Römer
bei der Auswahl des Cognomens normalerweise nicht kannten: so fanden beispielsweise „Rex“ oder „Princeps“ durchaus
Verwendung, wenngleich die meisten Beinamen das genaue Gegenteil von Erhabenheit ausdrückten und vielmehr
Unzulänglichkeiten beschrieben („Crassus“ = der Dicke; „Brutus“ = der Dummkopf etc.). "Augustus" wird in der Inschrift durch
den Namen der Tochter "Augustina" gestützt.
Literatur:
CIL XIII 8430; Klinkenberg 1906, 282; Klinkenberg 1902, 140 Nr. 108; Faust 1998, 119 Nr. 85.

Seite 170/682
Inschriften ID: 401 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Avillius C(ai) l(ibertus) Epaphra / C(aius) Avillius Epaphrae l(ibertus) / Secundus / [Bo?]nitas Avillia C(ai)

l(iberta) /5 [tes]tamento fe[cerunt] / [sibi] et suis

Beschreibung:
Stele. Über der einfach gerahmten Inschrift drei Büsten in einer Nische. Linke und rechte Ecke
abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
[Egmont: eingemauert in der Westmauer der Kirche "St. Revilien" (vulgo dicto!)]. Der Stein
befand sich bei seiner Auffindung "in occidentali latere S. Revilii" (Gruter). Nach Klinkenberg
1902, 123 ist Sintrevilien die volkstümliche Bezeichnung für St. Ursula. Der Stein befand sich
also in der westlichen - wohl nicht der südlichen, wie Düntzer 1869, 127 meinte - Mauer der
Kirche. Kurz vor 1607 kam der Stein in die Sammlung der Blankenburger, mit deren größtem
Teil er unterging.
Übersetzung:
Caius Avillius Epaphra, Freigelassener des Caius. Caius Avillius Secundus, Freigelassener des
Epaphra. (...)vitas Avillia, Freigelassene des Caius, hat gemäß Testament für sich und die Ihren
(das Grabmal) errichtet.
Kommentar:
Der Stein, der nur in einer Abzeichnung überliefert ist, zeigte über dem Titulus offenbar noch die Büsten der drei Verstorbenen. Der
Name der Aufstellerin bleibt unklar, möglich sind „Civitas“ bzw. „Dignitas“ oder „Bonitas“, je nachdem, ob man den ersten
sichtbaren Buchstaben von Z. 4 als „V“ oder „N“ deutet.
Die Grabinschrift zeigt exemplarisch, dass soziale Bindungen von ehemaligen Sklaven eines Herrn auch nach der Freilassung
Bestand hatten. Ferner veranschaulicht sie, dass "liberti" selbst wiederum Freilasser werden konnten (Avillius Secundus war
offensichtlich vormals ein Sklave des Avillius Epaphra).
Literatur:
CIL XIII 8368; Klinkenberg 1906, 276; Klinkenberg 1902, 123f., 129f. Nr. 58; Binsfeld, BJb. 1906, 166 Nr. 26; Noelke, KJ 29,
1996, 327 Nr. 25.

Seite 171/682
Inschriften ID: 402 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Aurel(ius) * Se.[- - -] / Aurel(ius) * V[- - -] / Aurel(ius) * A[- - -]

Beschreibung:
Block. Oben abgeschlagen, links und rechts für Zweitverwendung abgearbeitet, unten glatt.
Fundort / Jahr: Köln1817
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Wenige Informationen lassen sich dem rechts und links abgearbeiteten Stein entnehmen. Mangels einer plausiblen Alternative wird
es sich wohl um einen Grabtitulus handeln, der aufgrund der drei „Aurelii“ wahrscheinlich in die Zeit nach 212 n.Chr. (Constitutio
Antoniniana) gehört (vgl. ID 273).
Literatur:
CIL XIII 8369; Düntzer 210.

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Inschriften ID: 403 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Aur(elio) Sentio / [F]requent[i] / - - -

Beschreibung:
Obere Hälfte einer ungegliederten Rechteckstele. Unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1888
Fundumstände:
Gefunden nicht weit von den römischen Töpfereien.
Übersetzung:
Den Manen. Für Aurelius Sentius Frequens - - -.
Kommentar:
Der Grabstein ist wohl in das 3. Jhdt. zu datieren. Dafür sprechen zum einen das Schriftbild, zum anderen, wie in ID 273 und 402,
die Auswirkungen der Constitutio Antoniniana: offensichtlich war zur Zeit der Anfertigung der Inschrift der Gentilname „Aurelius“
bereits so häufig, dass man ihn abkürzen konnte.
Der Name Sentius ist nicht selten im römischen Reich. Zu den bekanntesten Vertretern zählen die weitläufig mit Augustus
verwandten Sentii Saturnini, die seit dem 1. Jhdt. in der Stadt Rom politisch tätig waren, bis sie im Verlauf des 1. Jhdts n. Chr.
einige Konsuln stellten (ausführlich Syme, Ronald, The Stemma of the Sentii Saturnini, RP 2, 606-616).
Literatur:
CIL XIII 8370; Klinkenberg 1906, 291; Lehner Nr. 847; Klinkenberg 1902, 137 Nr. 94; Faust 120 Nr. 88.

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Inschriften ID: 404 Inschriften Typ: Grabinschrift

a: D(is) * M(anibus) / Aurelio Timavio / alumno dulcissim/o et * san[ctissi]mo q/ui vixi[t annos] XVII / Aurel[ius

Maxi]mus / patron[us. D]ardan/ia genitus istic, mi/hi care Timavi, post /10 varios cassus, post / tot discrimina re/rum,

deseris heu pul/chram primaevo / flore iuventam.

b: D(is) Aurelio Ti- M(anibus) / mavio liberto alu/mno Aureli Maximi. / Tu, Timav[i, d]ulcem no/men, du[lcib]us votis

ad/es. Spiritum, [que]m tu ferebas, / corpore elabi sacrum, co/rpus ut terram mane/re, spiritum celum sequi, /10

spiritum movere cunc/ta, spiritum esse quod deu/m. Cum mihi extremis ca/nebas vocibus solamin[a] / floris absidens

iuben[tae] /15 gratias tristi dia[e].

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteckstele. Im oberen Drittel viereckiges Loch in runder Aushöhlung; um
dieses, besonders auf Stein b, restauriert. Unten glatt abgesägt. Auf Seite b obere Kante mit
Teilen der ersten Zeile weggesägt.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Gefunden in einem alten Altar. "In den Stein ist zu seiner Verwendung als Abguss auf der
Vorderseite eine kreisrunde Höhlung von 0,25 Durchmesser eingehauen; die Rückseite hat oben
eine Hohlkehle erhalten" (Klinkenberg 1902, 141).
Übersetzung:
a: Den Manen. Für Aurelius Timavius, das liebste und frommste Mündel, der 17 Jahre lebte, hat
Aurelius Maximus, sein Patron, (diesen Grabstein errichtet). In Dardania/Dardanien geboren,
mein lieber Timavius, lässt Du hier, nach so vielen Schicksalswendungen, nach so vielen Krisen
- ach! - die schöne Jugend hinter Dir, in ihrer eben erst aufgehenden Blüte.
b: Den Manen. Für Aurelius Timavius, Freigelassener und Mündel des Aurelius Maximus. Du,
Timavius, Du süßer Name, bist mit Deinen süßen Gebeten anwesend. Dass der göttliche Geist,
den Du in Dir trugst, dem Körper entschwindet; dass der Körper auf der Erde zurückbleibt, dass
der Geist in den Himmel aufsteigt, dass der Geist alles bewegt, weil der Geist göttlich ist: Mit
diesen letzten Worten spendetest Du mir Trost, an jenem traurigen Tag, als die Blüte Deiner
Jugend jäh endete.
Kommentar:
Mit dem fast schon schwülstig zu nennenden, wenig gelungenen Pathos, den verwirrenden Wortstellungen als Ergebnis missratener
Hyperbata und Sperrungen, sowie zumindest einer gewissen Unsicherheit in der lateinischen Grammatik (bes. Col. b, Z. 4)
vervollständigt sich der Gesamteindruck, dass es sich bei Aurelius Maximus um einen wenig begabten Freizeitlyriker handelt, der
jedem Klischeebild des Möchtegerndichters, wie es eine römische Satire darstellen würde, zu entsprechen versucht. Sämtliche Topoi
sind vertreten: der dichtende Schöngeist, der sich mit einem griechischen Knaben umgibt (wenn „Dardania“ die Stadt in der Troas
meint und nicht die gleichnamige Landschaft in Obermoesien); dieser Knabe stirbt zu Beginn (realiter angesichts des Alters von 17
Jahren eher zum Ende) seiner Jugend nach wechselhaftem Leben, weise Trostworte hauchend, während sein ehemaliger Herr ihn

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vermittelst eines seiner Gedichte beweint. Unklar bleibt freilich, wie viele der genannten Umstände die Realität widerspiegelten, und
wie viele der Selbststilisierung entstammten.
Bemerkenswert ist freilich das verwendete Bild des unsterblichen, in den Himmel auffahrenden „spiritus“, das Wesensmerkmale
christlichen Gedankengutes aufweist, wenngleich bei Aurelius Maximus sicher von einem paganen Hintergrund auszugehen ist:
abgesehen von der diesbezüglich wenig aussagekräftigen Manenweihung, die sich durchaus auch auf eindeutig christlichen
Grabsteinen finden lässt, ließe sich die zumindest latent angedeutete Knabenliebe damit nur schwerlich vereinbaren. Es verweist
aber auf die Popularität der Theorie einer den Körper verlassenden unsterblichen Seele auch in anderen Glaubensrichtungen des
ausgehenden 4. Jhdts.
Timavius wurde - da er bei seinem Tod mit 17 Jahren bereits ein "libertus" war - ungewöhnlich früh freigelassen. Gesetzlich war
durch die "lex Aelia Sentia" aus dem Jahr 4 n.Chr. geregelt, dass bei der prätorischen Freilassung das Mindestalter des Herrn bei 20
und das des Sklaven bei 30 Jahren liegen musste. Doch konnte unter besonderen Umständen die Freilassung ("manumissio") vom
Statthalter auch früher erlangt werden, etwa wenn der Freizulassende das eigene Kind war. Darüber hinaus bestätigen verschiedene
inschriftliche Zeugnisse, dass die augusteische Regelung des Mindestalters von 30 Jahren für den Sklaven bei seiner Freilassung
nicht generell eingehalten wurde (CIL XIII 7106; CIL XIII 7119; CIL XIII 8271; siehe dazu L. Schumacher, Sklaverei in der
Antike, München 2001, 296).
Literatur:
CIL XIII 8371; Römerillustrierte 232f. Nr. 6; Faust 119f. Nr. 87; Schmitz, CCAA, 115 (mit Übersetzung).

Seite 175/682
Inschriften ID: 405 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Traianiae Herodianae / coniugi incomparabli (sic !) / Aur(elius) Turius Seneca /5 bene de se meritae

Beschreibung:
Sarkophag. Auf dem Deckel Porträtbüsten einer Frau und eines Mannes. Vorderseite mehrfach
geklebt. Links und rechts von der Inschrift, zum Rand hin, rahmenförmiger Abschluss, je von
einem stehenden Amor gehalten. Auf der Rückseite Abbozzierungen, die darauf deuten, dass erst
diese Seite zur Verzierung und Anbringung der Inschrift verwendet werden sollte. Die
Buchstaben D und M für D(is) M(anibus) befinden sich auf dem Sarkophagdeckel. Die Inschrift
zeigte bei der Auffindung Spuren der roten Ausmalung.
Fundort / Jahr: Köln1902
Fundumstände:
Mit dem Sarkophag sollen Vindexterrakotten gefunden worden sein (Klinkenberg), was die
Datierung in das 2. Jhdt. stützen würde.
Übersetzung:
Den Manen. Für Traiania Herodiana, die unvergleichliche Gattin. Aurelius Turius Seneca (hat
den Sarkophag aufgestellt) für die Wohlverdiente aus eigenen Mitteln (?).
Kommentar:
Die Inschrift des Sarkophages von ansprechender Qualität lässt sprachliche Unsicherheiten des Verfassers erkennen. Daher ist die
Deutung von Z. 5 unsicher. Für die hier gewählte Variante hätte man eigentlich ein „de suo“ (= aus eigenen Mitteln) erwarten
müssen. Allerdings wäre die Alternative (im Sinne, sie habe sich „um ihn“ verdient gemacht) in dieser Formulierung ohne
Vergleichsbeleg.
Ob es sich angesichts der seltsam anmutenden Namenskombinationen um ehemalige Sklaven handelt, muss Vermutung bleiben. Auf
jeden Fall verfügte Turius Seneca über bedeutende Geldmittel, welche die individuelle Fertigung eines Sarkophages mit
Portraitreliefs auf dem Deckel ermöglichten – was wiederum den stolzen Verweis auf die „eigenen Mittel“ erklären würde.
Zum Namen des Seneca vgl. ID 403.
Literatur:
CIL XIII 8426; Klinkenberg 1902, 148 Nr. 121 a; Klinkenberg 1906, 307; Rodenwaldt, BJb. 147, 1942, 217-227; Fremersdorf,
Urkunden², 48 und Taf. 52; Römerillustrierte 240 Nr. 4; Katalog Niessen 5698; Spieß 1988, 296 Nr. 13.

Seite 176/682
Inschriften ID: 406 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) Pompeiia / Dagania viva / sibi fecit et / Aureliae Urse /5 fil[iae - - -]

Beschreibung:
Gerahmte Tafel, aus drei Bruchstücken geklebt. Unten abgebrochen. Schrift beschädigt.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
-
Übersetzung:
Den Manen. Pompeia Dagania hat zu Lebzeiten sich und der Tochter Aurelia Ursa (das Grabmal)
errichtet.
Kommentar:
Der Stein gehört zu einem Familiengrab, von dem in ID 275 eine weitere Tafel erhalten ist. In beiden Fällen ist Pompeia Dagania
die Aufstellerin. Allerdings setzte sie in ID 275 die Inschrift für ihren Mann Marcus Aurelius Victor, einen Veteranen der 1. Legion,
und sich selbst, und hier für ihre Tochter Aurelia Ursa sowie ebenfalls für sich.
Der Vergleich beider Inschriften unterstreicht nochmals die Formelhaftigkeit vieler Aussagen von Grabinschriften. In Anbetracht
des Umstandes, dass Pompeia Dagania nur einmal bestattet werden kann, ist die auf beiden Steinen zu findende Nennung der
eigenen Person als gleichfalls Bestattungsberechtigte als Zeichen der Verbundenheit mit dem Toten zu werten (vgl. ausführlich den
Kommentar zu ID 275).
Der Name Dagania ist wohl keltisch (Weisgerber 157). Aurelia Ursa trägt das Nomen Gentile ihres Vaters.
Literatur:
CIL XIII 8414; Klinkenberg 1906, 333.

Seite 177/682
Inschriften ID: 407 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Senuatio / Tertio Bas/siania Feli/cula coniu/gi karissim(o)

Beschreibung:
Sehr schlanke, ungegliederte Stele. Oben giebelartig abgeschrägt. Zwischen D und M in Z. 1
gerahmtes Medaillon mit dem Bild des Verstorbenen.
Fundort / Jahr: Köln1897
Fundumstände:
Gefunden beim Ausheben von Fundamenten für einen Neubau (Klein 1898, 188).
Übersetzung:
Den Manen. Für Senuatius Tertius. Bassiana Felicula (hat das Grabmal) dem liebsten Gatten
(errichtet).
Kommentar:
Der Name Senuatius entstammt sicher dem gallisch-keltischen Sprachraum. Unsicher bleibt, ob er sich von „sen-“ (= alt) oder aber
„Senua“ ableitet. Bei letzterem handelt es sich um eine gallische Münze (vgl. Weisgerber 179).
Die Ehefrau des Senuatius trägt dagegen einen eindeutig römischen Namen.

Literatur:
CIL XIII 8419; Klinkenberg 1906, 291; Espérandieu VIIII 6496; Lehner Nr. 850; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 8; Noelke 1996, 324
Nr. 2; Klinkenberg 1902, 125 Nr. 65; Schmitz, KJ 28, 1995, 745; Faust 1998, 124 Nr. 103.

Seite 178/682
Inschriften ID: 408 Inschriften Typ: Grabinschrift

Prim[- - -] / L(uci) Rubri[ - - -] / H[- - -] / et Bassa* n[- - -]

Beschreibung:
Bruchstück von der linken Seite einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1889
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Klinkenberg datiert die heute verlorene Inschrift in christliche Zeit - vielleicht aufgrund ihres Fundortes. Schmitz schlägt folgende
Ergänzungen vor: "Prim(a) / L(uci) Rubri [filia?] / h(ic) [(s(ita) e(st)] / et Bassa n[eptis]". Sollte dies korrekt sein, so spräche die
Formel "h(ic) s(ita) e(st)" für eine frühe Datierung der Grabinschrift.
Literatur:
CIL XIII 8415; Klinkenberg 1906, 282; Schmitz 1995 Nr.47.

Seite 179/682
Inschriften ID: 409 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / et perpetue / securitati / Iul(iae) Burspre /5 Iul(ius) Kalvisius / sorori * f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteckstele. Rechte untere Ecke ergänzt. Porträt der Verstorbenen zwischen D
und M.
Fundort / Jahr: Köln1897
Fundumstände:
Gefunden neben einer quadratischen Grabkammer von 1,40 m Höhe, sowie zwei anderen
Brandgräbern von der Wende 1./2. Jhdt. (Berichte 1898, 261); nach Kisa steckte der Stein in
schräger Richtung über den zwei Gräbern, die neben der Grabkammer lagen.
Übersetzung:
Den Manen und der ewigen Sicherheit der Iulia Burspra. Iulius Kalvisius hat für die Schwester
die Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Die Inschrift ist bereits der dritte in Köln bekannte Beleg für die eigentümliche Eingangsformel mit der Weihung an die Manen
einerseits sowie die „ewige Sicherheit“ der Verstorbenen andererseits (vgl. ID 373 und 390 sowie die dortigen Kommentare).
Zum seltsamen Cognomen „Burspra“, dessen Herkunft nach wie vor unbekannt ist vgl. den Kommentar zu Faustinia Burspra (ID
391).
Ein T. Iulius Calvisius ist von einer Matronenweihung aus Morken-Harff (NL 23) bekannt, doch gibt es keine weitergehenden
Anhaltspunkte für eine Identifizierung mit dem hier genannten Kalvisius.
Literatur:
CIL XIII 8392; Klinkenberg 1906, 295; Klinkenberg 1902, 124 Nr. 62; Tod am Rhein 118 Nr. 55; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 12;
Noelke, KJ 29, 1996, 324 Nr. 6; Faust 1998, 121 Nr. 92; Spiegel, KJ 27, 1994, 604 Anm. 49.

Seite 180/682
Inschriften ID: 410 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Candidinio / Secundo / heres heredis /5 f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Platte. Bis auf die linke untere Ecke verloren.
Fundort / Jahr: Köln1888
Fundumstände:
Gefunden bei Ausschachtungsarbeiten für Neubauten, also innerhalb der Bahnlinie.
Übersetzung:
Den Manen. Für Candidinius Secundus. Der Nacherbe hat die Errichtung besorgt.
Kommentar:
Ein Großteil des bereits beim Fund fragmentarischen Steines ist mittlerweile verloren, so dass die Abschrift nicht mehr am Original
kontrolliert werden kann. Wenn aber die Inschrift korrekt wiedergegeben wurde und der Zusatz „heredis“ in Z. 4 zu „h(eres)
f(aciendum) c(uravit)“, der im Rheinland häufigsten Formel bei Grabinschriften, auch kein simpler Fehler des Steinmetzes ist, dann
wurde der Grabstein aufgestellt „vom Erben des Erben“. Das heißt: der Erbe des Candidinius Secundus hatte dessen Nachfolge
angetreten unter der Bedingung für seine Bestattung zu sorgen (ein üblicher Vorgang, insbesondere wenn keine Verwandtschaft
vorhanden ist), war aber selbst vor Erledigung dieser Pflicht gestorben. Daher ging die Verpflichtung zur Bestattung des Candidinius
Secundus zugleich mit dem Nachlass auf den Testamentsbegünstigten seines Erben über.
Literatur:
CIL XIII 8373; Klinkenberg 1906, 303; Lehner Nr. 871.

Seite 181/682
Inschriften ID: 411 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Candidinio Veri/no Ulpia Verucua / coniugi et Her/culiana neptia / f(aciendum) c(uraverunt)

Beschreibung:
Platte. Senkrechter Bruch geklebt. Schrift verwaschen, fast unleserlich.
Fundort / Jahr: Kölnkurz
Fundumstände:
Zuerst im Besitz des Sammlers Franz Merckens, dann verschwunden; wiedergefunden beim
Abbruch des Merckensschen Hauses, Am Hof Nr. 20; eingelassen in die Gartenwand (Inv.-Nr.
25,749). In Neue Funde 1885, 169 wird von einem Grab gesprochen: Unter der Inschriftplatte
soll u.a. eine Goldmünze des Postumus gelegen haben. Aber das kann wohl kaum den Moment
der ersten Aufdeckung betreffen.
Übersetzung:
Den Manen. Für Candidinius Verinus. Ulpia Verucua für den Gatten und die Enkelin Herculiana
haben die Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Der Stein weist eine sprachliche Ungenauigkeit auf. Offenbar sollte in Z. 4-5 ein Parallelismus zum "Verucua coniugi" erreicht
werden, man verabsäumte aber den Perspektivwechsel (statt „die Enkelin Herculania“ hätte nur „Herculiana dem Großvater“ der
vorherigen Angabe „Verucua dem Ehemann“ entsprochen).
Der Name Verucua verweist auf eine ubische Herkunft.
(vgl. Weisgerber, 153)
Literatur:
CIL XIII 8374 = F 296; Klinkenberg 1906, 311; Fremersdorf 1926, 114.

Seite 182/682
Inschriften ID: 412 Inschriften Typ: Grabinschrift

Candido / Procul(us) / Marci [f(ilius)] / perfic[iend(um)] /5 [cu]rav[it]

Beschreibung:
Platte. Unten und rechts abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1950
Fundumstände:
Gefunden als Streufund südlich neben Sarkophag V,44 im Nordosten der Kreuzganginnenfläche
(Päffgen 1992b, 498).
Übersetzung:
Für Candidus. Proculus, Sohn des Marcus, hat die Fertigstellung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Auffällig ist die Verwendung einer Form von „perficere“ statt des üblichen „faciendum curavit“. Möglich ist natürlich, dass dem
Verfasser der Bedeutungsunterschied der Verben („perficere“ = etwas vollenden, fertig stellen; „facere“ = der Gesamtvorgang des
Betätigens) nicht geläufig war. Ein bewusstes Vorgehen wäre aber auch zu erklären. In diesem Falle hätte Proculus einen bereits
begonnenen Grabbau lediglich fertig gestellt. Dies würde den nüchternen Tonfall der Inschrift sowie die Kurzform des Namens
(Proculus war immerhin römischer Bürger) erklären, da es sich nicht um den Haupt-Titulus handelt, sondern lediglich einen Zusatz.
Im Grunde könnte man dies also auch als Bauinschrift werten.
Literatur:
NL 217; Fremersdorf 1955, 29 Nr. 17 und Abb. 3; Päffgen II 499.

Seite 183/682
Inschriften ID: 413 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Paternius / Cantabr(us) / Caiae / - - -

Beschreibung:
Block. Inschrift von Blattrahmen umgeben (derselbe Rahmen bei XIII 8306). Links und unten
abgebrochen. Links fehlt der erste Buchstabe.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:
Z. 3 ist bereits zur Hälfte abgebrochen. Die Lösungsmöglichkeit „Caia“ als Praenomen einer Frau wäre höchst ungewöhnlich.
Angesichts der nicht ganz auf einer Linie befindlichen Buchstaben ist aber statt des „I“ auch ein etwas weiter heruntergezogenes „L“
möglich.
Möglicherweise hieß der Verstorbene auch „Paternius“, zumindest ist eine NI-Ligatur in Z. 1 aufgrund des tiefer ansetzenden V
nicht auszuschließen.
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 18 = AE 1974, 460.

Seite 184/682
Inschriften ID: 414 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] * M(anibus) / L(ucius) Cassius / Tacitus / Vernaclo /5 f(ilio). Vixit / diebus VIIII

Beschreibung:
Giebel-Schaft-Stele. Auf der linke Schmalseite Baum. Oben flacher Giebel mit
Akanthusornament zwischen D und M. Einmal schräg gebrochen und geklebt. Linke obere Ecke
ergänzt.
Fundort / Jahr: Köln1888
Fundumstände:
Gefunden bei Kanalarbeiten.
Übersetzung:
Den Manen. Lucius Cassius Tacitus (hat den Grabstein gesetzt) für seinen Sohn Vernaclus, der 9
Tage lebte.
Kommentar:
Die Auflösung des „F“ in Z. 5 auf „filio“ ist aufgrund der Position dem theoretisch ebenfalls möglichen „fecit“ vorzuziehen.
Abgesehen davon, dass in der Regel eine Erläuterung vorgenommen wird, in welchem Verhältnis der Aufsteller des Steins zum dort
Bestatteten stand (insbesondere, wenn es sich um den eigenen Sohn handelt, was angesichts des Alters sicher ist), finden sich
Formeln wie „fecit“, „faciendum curavit“ etc. stets am Ende der Inschrift.
Nicht auszuschließen ist freilich auch die Möglichkeit, es habe sich um einen im Hause geborenen Sklaven gehandelt, der aufgrund
des geringen Alters noch keinen Namen trug und deshalb nur in Verkleinerungsform "vernaculus" o. ä. benannt wurde - wenngleich
sich dann die Frage stellt, warum man sich die Mühe eines Grabsteins machte, wenn man es nicht einmal für nötig befunden hatte,
dem Neugeborenen einen Eigennamen zu geben.
Literatur:
CIL XIII 8375; Klinkenberg 1906, 278; Römerillustrierte, 238 Nr. 8; Faust 1998, 126 Nr. 110.

Seite 185/682
Inschriften ID: 416 Inschriften Typ: Grabinschrift

Claudi[- - -]

Beschreibung:
Bruchstücke der Bekrönung eines Grabmals mit der Darstellung eines Rundschildes und zweier
Lanzen. Inschrift in kräftig profiliertem Rahmen. Neben dem Giebel zwei große Akanthusblätter,
daneben zwei liegende Löwen.
Fundort / Jahr: KölnVerm
Fundumstände:
Gefunden beim Ausheben einer Senke im Hof des Hauses.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
F 297; Fremersdorf 1926, 120f. Nr. 11.

Seite 186/682
Inschriften ID: 417 Inschriften Typ: Grabinschrift

"a: [- - - Cla]udiae [- - -] / [- - - C]laud[ius? - - -] / [- - -]C [- - -]

b: [- - - vi?]vu[s - - -] / [- - - cari?]ssimo [- - -] / [- - -] VEC [- - -]"

Beschreibung:
Zwei nicht aneinanderpassende Bruchstücke einer gerahmten Platte. Fragment a: Oberrand
erhalten. Fragment b: Allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1905
Fundumstände:
Gregarek Nr. 70: Grabung des Provinzialmuseums Bonn unter Leitung von H. Lehner.
Übersetzung:

Kommentar:
Mehr als die Erkenntnis, es habe sich um die Grabinschrift einer Familie von Claudii gehandelt, die angesichts der Buchstabenform
wohl Ende 1./ Anfang 2. Jhdt entstanden ist, lässt sich den beiden erhaltenen Fragmenten nicht entnehmen.
Literatur:
Gregarek Nr. 70; Breuer, Fundortindex, 94 Nr. 376.

Seite 187/682
Inschriften ID: 418 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - Clau?]dio [- - --] / [- - - Ele]uthero [- - -] / - - -

Beschreibung:
Bruchstück eines Blockes mit ungewöhnlich großen Buchstaben. Oberrand mit Rahmen erhalten,
links, unten und rechts abgebrochen, hinten abgeschlagen.
Fundort / Jahr: Köln1902
Fundumstände:
Gefunden bei Kanalarbeiten; der Stein stammt von "einem imposanten Monument [..], dessen
Teile später anderen Bauwerken haben dienen müssen" (Klinkenberg).
Übersetzung:

Kommentar:
Eck (in Eck-von Hesberg 196 f.) macht darauf aufmerksam, daß die Buchstaben dieser Inschrift zu den größten gehören, die in Köln
erhalten sind (zusammen mit Fragmenten aus der Marienburg: ID 254 und 577). Die Buchstabengröße und die erhaltenen
Namensreste sprechen dafür, daß das Fragment zu einer monumentalen Grabinschrift für ein weiteres Mitglied aus der Gruppe der
kaiserlichen Freigelassenen gehörte, das in Köln starb (vgl. auch ID 192 und 653). Die Inschrift war mindestens 3 m breit und das
Grabmal dürfte entsprechend hoch gewesen sein (15 m?).
Literatur:
CIL XIII 8376; Klinkenberg 1906, 241.

Seite 188/682
Inschriften ID: 419 Inschriften Typ: Grabinschrift

Mannu/no I[n]gen/[uo I]ng[e]nua / [- - -]ei [- - - ?] N /5 [- - -] f(ilia ?) Cosco/[nius ?] vix[it annos] / - - -

Beschreibung:
Fragment einer fast ganz verwitterten Platte. Links, unten und rechts abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1862
Fundumstände:
Die Inschrift soll der Antiquitätenhändler Scheibner absichtlich zerstört haben (Düntzer 1869a,
74 Nr. 175). Allerdings vermerkt CIL ad loc., daß der Stein im Museum sei (wofür auch die
Inv.-Nr. spricht).
Übersetzung:
Für Mannunus Ingenuus (hat den Grabstein errichtet?) Ingenua (...?) die Tochter, und für
Cosco(nius?), der (...) Jahre lebte.
Kommentar:
Angesichts der keineswegs gesicherten Lesung und der noch weniger gesicherten Ergänzungen kann auch die Interpretation wenig
Zuverlässiges bieten. Die Namen verweisen aber auf eine Herkunft außerhalb des Kölner Raumes. In den vorliegenden Formen gibt
es keinerlei Vergleichsbelege in der Gegend. Lediglich aus dem Sprachraum der Treverer findet sich mit „Cossacionius“ eine
Namensform aus ähnlich klingenden Elementen (vgl. Weisgerber, S. 371).

Literatur:
CIL XIII 8365; Klinkenberg 1906, 277.

Seite 189/682
Inschriften ID: 420 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Mercurialis / Marcianus / et Crysago/ne parentes / fecerunt

Beschreibung:
Giebel-Schaft-Stele. Über der Inschrift flacher Giebel mit Pflanzenornamenten. An den
Schmalseiten Bäume. Unterhalb der Inschrift abgebrochen. Ein schräger Bruch geklebt.
Standfläche ergänzt.
Fundort / Jahr: Köln1941
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit zahlreichen architektonischen Werkstücken in der Nähe karolingischer
Kalköfen, wo sie zu Kalk gebrannt werden sollten. "Die Fundstelle besagt also gar nichts über
den einstigen Bestimmungsort der Inschrift" (Nesselhauf/Lieb 1960 Nr. 220).
Übersetzung:
Den Manen des Mercurialis. Marcianus und C(h)rysagone, die Eltern, haben (das Grabmal)
errichtet.
Kommentar:
Der Stein stammt offenbar aus derselben Steinmetzwerkstatt wie ID 367, was sich am charakteristisch geschwungenen „G“, aber
auch dem breiten „N“ und anderen Details basierend auf der Meißeltechnik feststellen lässt. Beim Verstorbenen und seiner Familie
kann man annehmen, dass es sich um Sklaven handelte. Abgesehen von der Einnamigkeit deuten die Namen selbst ebenfalls auf
diesen Status: griechische Namen sind im Westen ein häufiges Indiz, „Mercurialis“ ist ein recht verbreiteter Sklavenname (Solin I
28).
Literatur:
NL 220; Fremersdorf 1955, 27 Nr. 12; Fremersdorf, Urkunden², 45 und Taf. 37; Fremersdorf, Das römische Haus mit dem
Dionysos-Mosaik vor dem Südportal des Kölner Doms, Kölner Ausgrabungen 1, Berlin 1956, 111, Taf. 16; Faust, 1998, 125 Nr.
107.

Seite 190/682
Inschriften ID: 421 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]ra[- - -] / [- - -] coniugi / dulcissimae * et * Egnatia / Libera sorori piissime /5 f(aciendum) * c(uraverunt)

Beschreibung:
Unterteil einer Stele. Oben rechts kleines Bruchstück mit Unterrand von Z. 1 und Oberrand von
Z. 2 angeklebt.
Fundort / Jahr: Köln1950
Fundumstände:
Gefunden als Spolie in dem fränkischem Plattengrab V 59, als westliche Abschlußplatte, mit der
Inschriftseite nach innen; ein zweites Inschriftfragment mit zwei Zeilen paßt sowohl vom Text
wie von der Buchstabenhöhe und der Plattenstärke zu diesem Stück.
Übersetzung:
(Für ...) haben die Errichtung (des Grabmals) besorgt (... (Name des Ehemanns)) für die liebste
Gattin und Egnatia Libera für die treueste Schwester
Kommentar:
Superlativische Elogia wie die hier verwendeten „dulcissima“ und „piissima“ sind charakteristisch für Grabinschriften des
ausgehenden 1. Jhdt n. Dies befindet sich im Einklang mit der Buchstabenform, die ebenfalls auf diesen Zeitraum verweist.
Literatur:
NL 223; Fremersdorf 1955, 29 Nr. 18 und Abb. 4; Päffgen, Severin II, 505; Faust 1998, 133f. Nr. 138; Tod am Rhein104 Nr. 32.

Seite 191/682
Inschriften ID: 422 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Mellonio / Eraclio / et * Fanniae /5 S[e]cundae / P(ublius) Mellonius / Super / filius / [p]arentibus /10

[c]arissimis / D(?) f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteck-Stele, unten abgebrochen in Höhe von Z. 10. Auf den Schmalseiten
Bäume. Schriftfeld stark verwittert und abgestoßen. Auf der Vorderseite ungerahmte Inschrift,
die kaum noch zu lesen ist.
Fundort / Jahr: Köln1869
Fundumstände:
Gefunden beim Bau zur neuen Wasserleitung am Kirchplatz (Verwechslung mit Gegend
Heumarkt schon bei Düntzer 1869b, 120f.).
Übersetzung:
Den Manen. Für Mellonius Eraclius und Fannia Secunda. Publius Mellonius Super, der Sohn, hat
den liebsten Eltern die Errichtung (des Grabmals) besorgt.
Kommentar:
Den stark verwitterten, nur noch schwer lesbaren Stein hatte einst Mellonius Super für seine verstorbenen Eltern aufstellen lassen.
Der Name „Mellonius“ ist fast nur im germanisch-keltischen Raum belegt, abgesehen von der vorliegenden Inschrift stammen die
Beispiele aus Mainz (CIL 13, 06682, in der Variante „Gemellonius“), Dijon (ILTG 00576), Neuss (Nesselhauf-Lieb 00243) und La
Noue bei Lyon (ILingons-M, 00003). Abgesehen von Caius Mellonius Severus aus Rom (CIL 06, 03351) findet sich ansonsten ein
gewisser Lucius Mellonius Blandus als „praefectus castrorum“ der 3. Legion Augusta im nordafrikanischen Lambaesis (CIL 08,
02769), der allerdings wiederum Köln als seine Heimatstadt angibt (L(ucio) Mellonio L(uci) F(ilio) Cl(audia tribu) Blando Ara
(Agrippinensium natu), praef(ecto) cast(rorum); dazu Eck, Köln, S. 350). Ob es irgendwelche familiären Bindungen,
Freigelassenenverhältnisse oder sonstige Beziehungen zwischen diesen Personen gibt, lässt sich freilich nicht mehr rekonstruieren.
Nach Düntzer befand sich unterhalb von D(is) M(anibus) zunächst Blätterschmuck, darunter zwei horizontale Parallelstriche. Die
heute über Z. 2 sichtbaren Reste scheinen zu dieser Dekoration zu gehören. Nach den Angaben im CIL scheint in Z. 2 "Mellonio"
mit II gestanden zu haben. Da sonst in der Inschrift alle E normal geschrieben sind, dürfte diese Lesung jedoch eher
unwahrscheinlich sein (E auch schon bei Düntzer). In Z. 11 ist das D zu Beginn der Zeile unklar. CIL schlägt "d(andum)
f(aciendum) c(uravit)" vor (p. 165, Index).
Da Mellonius der jüngere noch ein Praenomen trägt, wird die Inschrift kaum später als zu Beginn des 3. Jhdts. entstanden sein.
Literatur:
CIL XIII 8405; Düntzer, Cat. 2 Nr. 180 a; Klinkenberg 1906, 327; Römerillustrierte 246 Nr. 4; Faust 1998, 119 Nr. 86; Klinkenberg,
Grabdenkmäler 1902 Nr. 112; Päffgen I 33.

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Inschriften ID: 423 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Severinio / Evali filio / et (sibi) Secun/dinia Urs/ula mater / viva posuit

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteck-Stele. Über der Inschrift in rechteckiger Nische zwei Büsten. Zeilen zum
Teil vorgerissen.
Fundort / Jahr: Köln1888
Fundumstände:
-
Übersetzung:
Den Manen. Für Severinius Eualis, ihren Sohn , und (sich selbst) hat Secundinia Ursula, die
Mutter, zu Lebzeiten (den Stein) gesetzt.
Kommentar:
Fraglich an dieser ansonsten wenig ungewöhnlichen Grabinschrift, die eine Mutter für ihren Sohn und sich selbst anfertigen ließ, ist
allenfalls die Interpretation von Z. 3. Abgesehen davon, dass nicht zu klären sein wird, ob der zweite Buchstabe der Zeile als „U“
oder als „V“ zu werten ist (wenngleich die häufige griechische Vorsilbe „eu-“ dem unverständlichen „ev-“ vorzuziehen ist),
bestehen zwei Möglichkeiten der Deutung. Ist der Nominativ des Namens „Eualus“, so ist die vorhandene Form ein Genitiv und
infolgedessen eine Filiation („für Severinius, Sohn des Eualus“). Ist die ursprüngliche Namensform „Eualis“, dann handelt es sich
um einen Dativ („für Secundinius Eualis, den Sohn“). Ein zweites Mal belegt ist keiner der Namen, dennoch ist die zweite
Möglichkeit aufgrund des dann parallelen Aufbaus des Inschriftentextes (Secundinia Ursula, Mutter – Severinius Eualis, Sohn) die
wahrscheinlichere (Das CIL (13, 08422) will sich nicht festlegen; Lehner Nr. 851 geht sogar von „Evales“ als Nominativ aus;
Weisgerber entscheidet sich aufgrund des wahrscheinlichen griechischen Ursprungs für „Eualis“, S. 133).

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Literatur:
CIL XIII 8422; Klinkenberg 1906, 291; Klinkenberg 1902, 126 Nr. 69 u. 128f., Taf. 3,4; Espérandieu VIII 6495; Lehner Nr. 851;
Binsfeld, BJb. 1960, 166 Nr. 25; Noelke, KJ 29, 1996, 328 Nr. 28; Noelke, Grabaltäre, 95 und Anm. 110; Faust 1998, 122f. Nr. 98.

Seite 224/682
Inschriften ID: 424 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aio) Fabri/cio C(ai) l(iberto) / Laeto L(ucius) Na/evius Naso / - - -

Beschreibung:
Oberteil einer Stele. Über der gerahmten Inschrift in halbkreisförmiger Bekrönung Rosette und
Blätterschmuck. Oben abgeschlagen, Unterrand von Z. 4 ergänzt.
Fundort / Jahr: Köln1885
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 296 und ID 306 sowie vielen anderen Inschriften, die meist von
Militärs stammen.
Übersetzung:
Für Gaius Fabricius Laetus, Freigelassener des Gaius. Lucius Naevius Naso (hat die Errichtung
des Grabmals besorgt).
Kommentar:
Der untere Teil der Inschrift fehlt. Es ist davon auszugehen, dass in den verlorenen Zeilen eine knappe Erläuterung stand, in
welchem Verhältnis der Aufsteller des Steins zum Verstorbenen stand. Von den Namen her sind nämlich die üblichen Verbindungen
(Patron/Freigelassener; Familienmitglieder) auszuschließen. Möglich bleiben freilich Militär-/ Vereins-/ Berufskollegen oder der
simple Freundschaftsdienst.
Der Fundkontext (die Inschrift wurde gemeinsam mit den Grabsteinen vieler Hilfstruppenreiter gefunden (vgl. Einleitung))
gefunden), hilft wenig weiter, da der Verstorbene selbst als Freigelassener kein Militärangehöriger gewesen sein kann.
Möglicherweise gehörte aber sein Freilasser einer solchen Einheit als Offizier oder Soldat an.
Literatur:
CIL XIII 8379; Klein 1886, 100f. Nr.10; Klinkenberg 1906, 279; Lehner Nr. 868.

Seite 225/682
Inschriften ID: 426 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - -] Leonis / [- - -]a Firmini/[lla coni]ugi cari/[ssimo - - -]

Beschreibung:
Teil einer Platte, rechter Rand teilweise erhalten, sonst gebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1882
Fundumstände:
Gefunden bei Aushebung der Stadtumwallung. Seit 1937 in Köln, vorher BPM CCXXXIVb.
Übersetzung:
Den Manen des (...) Leo. (...)a Firmini(lla?) (hat das Grabmal errichtet) dem liebsten Gatten.
Kommentar:
Zuerst wird im Genetiv der verstorbene Mann, Leo, genannt, dann im Nominativ seine Frau, die den Grabstein für ihn aufstellen
ließ. Von ihrem Namen blieb das -a des Gentilnamens erhalten; es folgte das Cognomen, das mit einiger Wahrscheinlichkeit
Firminilla lautete - ein Genetiv gibt an dieser Stelle keinen Sinn. Folglich muss die Korrektheit der Abschrift von Z. 3 angezweifelt
werden, Da der Stein allerdings inzwischen verloren ist, wird man auf Vermutungen angewiesen bleiben.
Literatur:
CIL XIII 8401; Klinkenberg 1906, 303; Lehner Nr. 896.

Seite 226/682
Inschriften ID: 427 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]II [- - -] / [- - -]a Firm[- - -] / [- - -] Lupula p(osuit ?)

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Bruchstück einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1886
Fundumstände:
Seit 1937 in Köln, vorher Bonn, BPM 4529.
Übersetzung:
- - - Lupula setzte (den Grabstein ?).
Kommentar:
Der Zustand der Kalksteintafel ist zu fragmentarisch, als dass man sie sinnvoll ergänzen könnte. Lediglich eine hohe
Wahrscheinlichkeit, dass es sich um eine Grabinschrift handelt, lässt sich festhalten.
Literatur:
CIL XIII 8380; Klinkenberg 1906, 324; Lehner Nr. 877.

Seite 227/682
Inschriften ID: 428 Inschriften Typ: Grabinschrift

Florentiae Crispinae coniugi / dulciss(imae) in hortulo suo pos(u)it

Beschreibung:
Frontseite eines Sarkophages. Heute aus drei Bruchstücken geklebt. Seitlich Reste von Genien.
Fundort / Jahr: Köln1902
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 125, 336 und 366.
Übersetzung:
Für Florentina Crispina, die liebste Ehefrau, hat (der Ehemann den Sarkophag) in seinem
Grabgarten aufgestellt.
Kommentar:
Prinzipiell kann „hortulus“ auch als einfache Diminutivform von Garten („Gärtchen“) interpretiert werden, im Zusammenhang mit
der Bestattung ist freilich die spezielle Bedeutung „Grabgarten“ anzunehmen. Dabei handelt es sich um ein Landstück im direkten
Umkreis des familiären Bestattungsplatzes, welches je nach Geschmack und Geldbeutel der Hinterbliebenen mit Zierpflanzen und
Blumen die Umgebung des Grabes verschönerte und zugleich als Treffpunkt der Familie für die zahlreichen Totenfeste des Jahres
dienen konnte. In Einzelfällen konnten diese „Gärtchen“ die Dimensionen eines landwirtschaftlichen Betriebes annehmen, dessen
Erträge unter anderem für die Instandhaltung des Monuments verwendet wurden (Vgl. Toynbee, Jocelyn M. C., Death and Burial in
the Roman World, London 1971, 94ff; Brandenburg, Hugo, Coemeterium. Der Wandel des Bestattungswesens als Zeichen des
Kulturumbruchs der Spätantike, Laverna 5, 1994, 206-232).
Der Stolz des Besitzers auf solch ein Statussymbol spricht auch aus der vorliegenden Inschrift: schließlich war die inschriftliche
Betonung, dass er den Sarkophag im eigenen Grabgarten aufstellen ließ, wenig notwendig, da der Leser sich zwangsläufig in diesem
befinden musste.
Literatur:
CIL XIII 8381; Klinkenberg 1906, 314; Spieß 1988, 294f. Nr. 9 und Abb. 27-29; Fless, F., Die frühkaiserzeitlichen
Sarkophagbestattungen, in: Bestattungssitte und kulturelle Identität = Xantener Berichte 7, Köln 1998, 325; Koch-Sichtermann 301;
Päffgen I 41.

Seite 228/682
Inschriften ID: 429 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Pacatiae Flor/entiae Urbania / Lellua mater fil(iae) /5 f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Stele. Über der Inschrift in einer Nische eine stehende Frau mit einem Kästchen in der Hand.
Fundort / Jahr: Köln1887
Fundumstände:

Übersetzung:
Den Manen. Für Pacatia Florentia hat Urbania Lellua, ihre Mutter, für die Tochter die Errichtung
besorgt.
Kommentar:
Die sparsamen Informationen der Inschrift wurden wohl durch das oberhalb befindliche Relief ergänzt, doch lässt es sich heute nicht
mehr zufrieden stellend deuten. Insbesondere der Gegenstand, den die stehende Frau in der linken Hand hält und aufgrund der
Darstellung auf die Tätigkeit der Verstorbenen hinweisen sollte, ist nicht klar zu identifizieren.
Das Cognomen der Mutter ist wohl die ubische Fortentwicklung eines ursprünglich germanischen Wortkerns unbekannter
Bedeutung. Es ist noch auf einem Matronenweihestein aus Benzelrath belegt (N 241 = ID 811), ferner in ID 358 und - als Lella - ID
178.
Literatur:
CIL XIII 8411; Klinkenberg 1906, 291; Espérandieu VII 6453; Lehner Nr. 849; Faust 1998, 123 Nr. 99; Klinkenberg,
Grabdenkmäler 1902, 133 Nr. 56; Binsfeld, BJb. 160, 166 Nr. 32; Noelke, Studien zu den Militärgrenzen 1983, 218f.

Seite 229/682
Inschriften ID: 430 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) / Tertinio / Herculiano / Natalinia /5 Sancta / coiiugi pio / obito * f(aciendum) * c(uravit) *

Beschreibung:
Grabstein mit ursprünglich altarförmiger Bekrönung. Oben beschädigt, rechte obere Ecke fehlt.
Efeublatt zwischen D und M; hinten abgeschlagen.
Fundort / Jahr: Köln1919
Fundumstände:
Gefunden bei Errichtung eines Anbaus.
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Tertinius Herculianus, ihren teuren verstorbenen Gatten, ließ Natalinia
Sancta (diesen Stein) errichten.
Kommentar:
Alle Namen entsprechen bester rheinischer Namenstradition.
Literatur:
F 300; Lückger, BJb. 132, 1927, 188f. Nr. 9 und Taf. 5,2; Katalog Sammlung Lückger 1964 Nr. 758.

Seite 230/682
Inschriften ID: 431 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - -]onius / - - -

Beschreibung:
Oberteil einer Stele. Über der Inschrift Totenmahlszene. Schräg abgebrochen.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:
-
Übersetzung:

Kommentar:
Als Ergänzung kommen zahlreiche Namen wie Petronius, Sempronius o.ä. in Frage.
Literatur:
CIL XIII 8462; Klinkenberg 1906, 276.

Seite 231/682
Inschriften ID: 432 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(anibus ?) S(acrum ?)

Beschreibung:
Sarkophag
Fundort / Jahr: Köln1897
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
D(is) M(anibus) s(acrum) ist wohlbelegt. Die Auflösung zu M(anibus) S(acrum) bleibt jedoch spekulativ.
Literatur:
CIL XIII 8472; Klinkenberg 1906, 329.

Seite 232/682
Inschriften ID: 433 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) P[- - -]/rius [heres] / ex par[te - - -]

Beschreibung:
Linke untere Ecke einer Platte. Inschriftenfeld gerahmt.
Fundort / Jahr: Köln1889
Fundumstände:
Unbekannt; wohl zusammen gefunden mit Galsterer alt Nr. 396 und 568; von Klinkenberg 1902,
167 im Museum Wallraf-Richartz schon 1902 nicht mehr aufgefunden.
Übersetzung:

Kommentar:
Plarius, Pomarius oder Pinarius wären nur einige der Namen, auf die sich das in der Inschrift genannte "P[- - -]rius" ergänzen ließe.
Literatur:
CIL XIII 8449.

Seite 233/682
Inschriften ID: 434 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / h(eres) e(x) t(estamento) f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Bruchstück vom Unterrand einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1886
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit zahlreichen Bruchstücken von Figuren am selben Ort wie ID 296 und
424 (Klein).
Übersetzung:
Der Erbe ließ (das Grab) aufgrund des Testamentes errichten.
Kommentar:
Aufgrund von Fundort und Schlußformular gehörte das Fragment vermutlich zu einer Grabinschrift für einen Angehörigen des
Militärs. Der Grabstein war wohl mit einer Totenmahlszene dekoriert (vgl. ID 296, 303, 304, 306, 424 vom gleichen Fundort).
Literatur:
CIL XIII 8465; Klinkenberg 1906, 279; Klein 1886, 101f. Nr. 11.

Seite 234/682
Inschriften ID: 435 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]VL[.] / coniug[i] / piissim[o] / obito /5 f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Fragment einer Platte, oben und rechts abgebrochen. Heute nur noch ein winziges Bruchstück
erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1894
Fundumstände:
Unbekannt; zusammen mit Inv.-Nr. 37,45-100 vom Rheinischen Landesmuseum Bonn im
Tausch gegen Inv.-Nr. 611 erworben.
Seit 1937 in Köln, vorher BPM 9145.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8437; Klinkenberg 1906, 334; Lehner Nr. 900.

Seite 235/682
Inschriften ID: 436 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] Regi[nio? - - -] / [- - - I]ngenuae [- - -] / [- - -] eiius f(aciendum) c(u)r(averunt)

Beschreibung:
Bruchstück einer Stele. Über der Inschrift einst Reste einer Nische, vermutlich mit Darstellung
der Verstorbenen. Untere Hälfte der Inschrift heute verloren.
Fundort / Jahr: Kölnvor
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Reginius ist ebenso wie Ingenuus/a ein weit verbreiteter Name im gallisch-germanischen Raum.
Literatur:
CIL XIII 8389; Klinkenberg 1906, 332; Klinkenberg 1902, 124 u. 131 Nr. 60; Binsfeld, BJb. 1960, 166 Nr. 22; Noelke 1996, 328
Nr. 29.

Seite 236/682
Inschriften ID: 437 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]IORC / f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Fragment. Rechter Rand in Form eines Schuppenbandes wie bei ID 345.
Fundort / Jahr: KölnVerm
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 134
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8464; Klinkenberg 1902, 162 Nr.154 und 1906, 334.

Seite 237/682
Inschriften ID: 441 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Orna[- - -] / XXV H[- - -] / t(ibi) t(erra) l(evis) s(it) [- - -] / [h(eres) f(aciendum)] c(uravit)

Beschreibung:
Bruchstück vom linken Rand einer Platte. Heute noch zwei aneinanderpassende, allseitig
abgebrochene Fragmente erhalten.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:
Unbekannt.
Übersetzung:

Kommentar:
Die vorgeschlagene Datierung ergibt sich aus der Formel TTLS in Z. 3.
Literatur:
Galsterer alt Nr. 524.

Seite 238/682
Inschriften ID: 449 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) s(acrum) / Herculini/us Nicasius / ovandam (sic !) /5 Primitivia / Siaei (sic !) eius co/iuci meo

ova/ndam (sic !) <t>i<t>ulum / posui

Beschreibung:
Altarstele. Oben flacher Giebel mit Akanthusornament und Focus mit daraufliegenden Früchten.
Seitlich Pulvini. Auf den Schmalseiten links Akanthus, rechts Palmblatt. Schlechte Schrift.
Fundort / Jahr: Köln1885
Fundumstände:
Gefunden "n. v. vom Bauplatz 41", zugleich mit zwei Eckgesimsen (Inv.-Nr. 124 und 125) und
drei Teilen der Dachbekrönung eines Grabmals (Inv.-Nr. 39). In "Neue Funde" wird von einer
größeren Zahl römischer und mittelalterlicher Reste gesprochen, die "neben dem Chlodwigplatz
auf der nordwestl. Seite des Bauplatzes Nr. 41 zutage" kamen. Nach der Karte 11 bei H. Kier,
Die Kölner Neustadt, umfaßte der Bauplatz 41 das Karree Chlodwigplatz/Ubierring /Alteburger
Strasse/Severinswall.
Übersetzung:
Den Totengöttern geweiht. Herculinius Nicasius (verstorben). Ich, Primitivia Siae, seine (Frau),
habe meinem Gatten (dem Verstorbenen) die Inschrift gesetzt.
Kommentar:
Die Formel "D(is) M(anibus) s(acrum)" ist in Niedergermanien recht selten und sonst nur noch in CIL XIII 8591 und CIL XIII 8696
bezeugt. Ihr Hauptverbreitungsgebiet lag in Rom und Nordafrika. "Quondam" im Sinne von "obito" ist besonders in Pannonien
(Aquincum, Brigetio) verbreitet (vgl. Kahrstedt, TZ 22, 1953, 215). Siae, der Beiname der Frau, ist singulär. Möglicherweise
handelt es sich um eine Verschreibung.
Literatur:
CIL XIII 8384; Klinkenberg 1906, 324; Düntzer³ 155a mit 28a; Römerillustrierte 241 Nr. 1; Noelke, Grabaltäre, 99 Nr. 3; Faust
1998, 128f. Nr. 119; Klinkenberg, Grabdenkmäler, 138 Nr. 102; H. Kier.

Seite 239/682
Inschriften ID: 450 Inschriften Typ: Grabinschrift

[. H]oratinio * No[niano ?] / et Paterniae[- - -] / [con]iugi * eius * he[redes] / [faci]undum * curav[erunt]

Beschreibung:
Block. Links abgebrochen, rechts auf Anathyrose gearbeitet, in zwei Teile gebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1901
Fundumstände:
Zusammen mit zehn Gräbern der späten Kaiserzeit (Klinkenberg 1906, 308).
Übersetzung:
Für Horatinius Nonianus (?) und seine Frau Paternia ließen die Erben (diesen Stein) aufstellen.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8385; Klinkenberg 1906, 308; Römerillustrierte 255 Nr. 8.

Seite 240/682
Inschriften ID: 451 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]tae [- - -] / [- - - H]oratin[iae ?] / [- - -]e con[iugi] / [eius I]ulius R[- - -] /5 [pare]ntibu[s - - -] / [- - -]us[- -

-]

Beschreibung:
Allseitig abgebrochene Platte.
Fundort / Jahr: Kölnunbe
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8386.

Seite 241/682
Inschriften ID: 452 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]s Ianuariu[s] / [- - - fra]tribus / - - -

Beschreibung:
Block, links, rechts und unten abgeschlagen.
Fundort / Jahr: Köln1879
Fundumstände:
Von der Ostseite des Lagers; entweder lose im Boden oder aus mittelalterlichem Mauerwerk
(Wolf 1880, 22) gefunden zusammen mit ID 071 (Bone 1880, 8).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8505; Klinkenberg 1906, 359; Lehner Nr. 1288.

Seite 242/682
Inschriften ID: 453 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Ianuari[- - -] / Primitiv[- - -] / f(aciendum) [c(uravit)]

Beschreibung:
Platte, oben, rechts und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln (?)vor
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8388.

Seite 243/682
Inschriften ID: 454 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Superinio * Rustico / et Superiniae Supe/rbae * Ingenuinia /5 Iunia mater filiis dul/cissimis OO

(obitis) et sibi / viva * f(aciendum) * c(uravit) *

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteck-Stele. Über der Inschrift drei Medaillons mit Büsten der Verstorbenen.
Unter der Inschrift Ascia. Linke und rechte untere Ecke abgeschlagen. Oberkante stark
beschädigt.
Fundort / Jahr: Kölnunbe
Fundumstände:
Unbekannt; im 16. Jahrhundert im Besitz des Bürgermeisters Constantin von Lyskirchen
(Düntzer 1869a, 94 Nr. 222 nach Schannat, Eiflia I Tafel VI, 23).
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Superinius Rusticus und Superinia Superba, ihre lieben verstorbenen
Kinder, und sich selbst ließ Ingenuinia Iunia, ihre Mutter, zu ihren Lebzeiten (diesen Stein)
errichten.
Kommentar:
Die Bedeutung der unter der Inschrift dargestellten Ascia ist nicht sicher geklärt. Möglicherweise sollte dadurch das Grab als nicht
vollendet gekennzeichnet und somit die Verfügbarkeit über dasselbe erleichtert werden (vgl. zu der Problematik ausführlich F. de
Visscher, Le droit des tombeaux romains, Mailand 1963, 277 - 294). Nach Bürgin-Kreis, 33ff., scheidet durch die Weihung "sub
ascia" das Grab aus dem Vermögen des Grabherrn aus; dies sei also ein besonders wirksamer Schutz.
Literatur:
CIL XIII 8424; Klinkenberg 1906, 332; Tod am Rhein 15; Klinkenberg 1902, 125 Nr. 68; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 7; Noelke,
1996, 326 Nr. 17; Faust 1998, 121f. Nr. 93; Bürgin-Kreis, H., Auf den Spuren des römischen Grabrechts, in: Provincialia, Festschrift
Laur-Belart, 1968, 25ff.

Seite 244/682
Inschriften ID: 455 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) Nove/llie Solin/ae obitae / [Iu]cundu[s] / - - -

Beschreibung:
Platte, unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1895
Fundumstände:

Übersetzung:
Den Totengöttern der verstorbenen Novellia Solina (weihte) Iucundus - - -.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8408; Klinkenberg 1906, 333; Lehner Nr. 899.

Seite 245/682
Inschriften ID: 457 Inschriften Typ: Grabinschrift

Iuliae Pri[migeniae ?] / - - -

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Stele. Über der gerahmten Inschrift Teil der Giebelrosette und
Blattornament. Stein hinten rund abgearbeitet.
Fundort / Jahr: KölnWohl
Fundumstände:
Nach dem Inventar gefunden bei Tuffmauer 1112. Der Fundbericht (Eintragung bzw. neue
Bearbeitung vom 04.05.1982) erwähnt bei "1112 kleine Tuffmauer" jedoch leider keine Inschrift.

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 407.

Seite 246/682
Inschriften ID: 458 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Iul(ia) Pris/[c]a viva / [s]ibi /5 [f]ecit

Beschreibung:
Gerahmte Tafel, in neun Stücke zerbrochen und geklebt. Linke untere Ecke fehlt.
Fundort / Jahr: Köln1894
Fundumstände:
Gefunden bei Fundamentierungsarbeiten in etwa 2 m Tiefe; die Tafel war in mehrere Stücke
zerbrochen (Klein).
Übersetzung:
Den Totengöttern. Iulia Prisca errichtete das Grab zu ihren Lebzeiten für sich selbst.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8398; Klinkenberg 1906, 288; Lehner Nr. 848.

Seite 247/682
Inschriften ID: 460 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / viv(u)s * sibi * e[t] / C(aio) * Iul(io) * Spera[to] / fratri * obi[to] / fecit

Beschreibung:
Unterer Teil eines knapp 2 m breiten, aber wenig tiefen Monumentes, der zu einer Aschenkiste
umgearbeitet wurde. Rechts abgearbeitet. Alle anderen Seiten geglättet. Oben rechts zwei
Klammerlöcher. Im oberen Bereich unterer Teil eines Bildfeldes erhalten: links Unterschenkel
einer stehenden Figur in Tunica, rechts Beine eines Tisches oder Stuhles; eher Alltags- als
Opferszene. Inschrift links von Schuppenband eingefasst.
Fundort / Jahr: Köln1814
Fundumstände:
Unbekannt; in späterer Zeit - etwa Ende 2. Anfang 3. Jhdt. - zu einer Aschenkiste umgearbeitet,
indem man "rechts ein Stück von ca. 0,34 m Breite herunterschlug und in dem Rest die
erforderliche Höhlung für die Urne und eine Bank für die Beigaben anbrachte" (Klinkenberg
1902, 105).
Übersetzung:
- - - ließ bei Lebzeiten sich und seinem verstorbenen Bruder Gaius Iulius Speratus (das Grabmal)
errichten.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8394; Klinkenberg 1906, 299; Römerillustrierte 255 Nr. 2; Tod am Rhein 116 Nr. 53; Düntzer 1885, 61f. Nr. 106; Willer,
Grabbauten, 174f. Nr. 149; Klinkenberg, Grabdenkmäler, 105 Nr. 50. Zu ähnlichen kleinen Grabmälern Neu 1989, 270ff.

Seite 248/682
Inschriften ID: 461 Inschriften Typ: Grabinschrift

Iuli[o - - -] / * Pa[- - -] / Q(uintus) * Iul(ius) * T[- - -] / fra[tri - - -]

Beschreibung:
Bruchstück vom linken Rand einer Platte. Oben, rechts und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: KölnVor
Fundumstände:
Unbekannt; stammt aus der Sammlung Schwörbel, Köln-Deutz (Inv.-Nr. 778).
Übersetzung:
Dem Iulius Pa- - -, seinem Bruder, errichtete Quintus Iulius T- - -.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8395.

Seite 249/682
Inschriften ID: 462 Inschriften Typ: Grabinschrift

T(itus) Sentius Ursio et / [I]ustiniae Villanae / [c]oniugi optimae / [et - - -]

Beschreibung:
Obere Hälfte einer gerahmten Platte, vielleicht Vorderseite eines Sarkophags. Senkrechter Bruch
geklebt. Links und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:
Der Stein war als Deckstein in der südlichen Schallöffnung des Turmes von St. Peter
eingemauert.
Übersetzung:
Titus Sentius Urso (errichtete das Grab) sowohl für seine gute Frau Iustinia Villana wie auch für
- - -.
Kommentar:
Der Name Villanus/a ist bei Kajanto relativ selten belegt (7 mal).
Literatur:
CIL XIII 8418 = N 229. Klinkenberg 1906, 241; Fremersdorf 1929, 135f. Nr. 13.

Seite 250/682
Inschriften ID: 463 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]me o[- - -] / [- - -]oris Ser[- - -] / [- - -]tti Iusti [- - -] / [- - - qui] vixi[t - - -]

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Fragment einer Tafel.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8400; Klinkenberg, BJb. 108, 1902, 163 Nr. 161a.

Seite 251/682
Inschriften ID: 464 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aio) * Messuleno * C(ai) * l(iberto) / Iuveni / - - -

Beschreibung:
Oberteil einer Stele. Über der Inschrift Büste des Verstorbenen in einer Nische, links und rechts
davon Pflanzenornamente. Hinten als Architekturstück zugeschlagen.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Gefunden angeblich in einer Lehmgrube (Inv.); der Stein hat später "offenbar als Teil eines noch
grösseren Monumentes dienen müssen: ein kannelierter Pfeiler ist seitwärts aus demselben
herausgehauen. Von demselben FO stammen Galsterer alt Nr. 321 (= ID 362) und 485 (= ID
528).
Übersetzung:
Für Gaius Messulenus Iuvenis, Freigelassenen des Gaius (Messulenus).
Kommentar:
Iuvenis (= der Jüngling) muss hier Cognomen und kann nicht Altersangabe sein. Die Datierung in das 1. Jhdt. ist wesentlich
einleuchtender als die in das 2./3. Jhdt. (Galsterer alt Nr. 414).
Literatur:
CIL XIII 8407; Klinkenberg 1906, 325; Schuler 470; Noelke, Kommentar Weyer 301 Nr. 10.

Seite 252/682
Inschriften ID: 465 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucio) * La[berio o. ä. - - -]/isia [- - -]/o * du[lcissimo ? - - -] / L(ucius) * Lab[erius o. ä. - - -]/ris * p[- - -]/er * fo[- - -

vixit annos - - -] / m(enses) * II[- - -]

Beschreibung:
Rest einer Sarkophagplatte, rechts abgebrochen. Links neben der Inschrift Eros, der die Tafel
hält.
Fundort / Jahr: Köln1970
Fundumstände:
Gefunden im Brunnen 800, Sektor G im Hof 984, OK (max) im Osten 48,82 m NN, im Westen
48,62 m NN, UK etwa 38,32 m NN, Durchmesser 1,10 m. "In dem Brunnen wurden einige
Werksteinstücke, Kapitelle, Basen, Sockel und der Teil eines Eroten-Sarkophages (diese
Inschrift) gefunden".
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
alt 415; Liesen 2001, 413 Nr. I/92.

Seite 253/682
Inschriften ID: 466 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Sex(to) [Laevinio ? - - -] / La[ - - -] / Sex(tus) Lae[vi]nius ?] / Lautinius /5 fratri.

Beschreibung:
Bruchstück vom linken Rand einer Platte, aus fünf Bruchstücken geklebt. An der linken
Schmalseite Schuppenband. Oben und rechts unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Kölnunbe
Fundumstände:
Gefunden als Streufund bei Grabkammer IV,45, nordöstlich des Chorpolygons der Kirche; die
Kammer reichte mit ihrer Südwestecke unter das Kirchengelände und setzte sich unter dem
Bürgersteig sowie etwas unter dem Straßenkörper "Im Ferculum" fort.
Übersetzung:
Für Sextus Laevinius (?) La- - -, seinen Bruder, (errichtete) Sextus Laevinius (?) Lautinius
(dieses Grab).
Kommentar:
Der zweitgenannte Laevinius setzte seinem erstgenannten Bruder diese Inschrift. Beide sollten also denselben Familiennamen
besessen haben, der nach Z. 3 Lae[..]nius lautete. Neben Namen wie Laecanius und Laetinius ist Laevinius eine Möglichkeit der
Ergänzung. Da die Brüder auch identische Vornamen besaßen, müssen sie sich zumindest im Cognomen unterschieden haben, auch
wenn diese einander sehr ähnlich waren. Das durch die Zeichnung belegte Cognomen Lautinius ist, im Gegensatz zu Lautinus, durch
weitere Inschriften nicht bezeugt (vgl. Solin-Salomies 350).
Literatur:
Päffgen, Severin II 418; Faust 1998, 133 Nr. 135.

Seite 254/682
Inschriften ID: 467 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Leontio / infanti / dulcissimo /5 u(nico?) f(ilio ?) anni I / mensium VI / Regula ma/ter posuit/ innocuo

Beschreibung:
Stele. Über der Inschrift Rosette in einem giebelförmigen Abschluß. In Höhe von Z. 5 Unterteil
abgebrochen und heute verloren. Erhaltener Rest aus zwei Teilen geklebt. Von der letzten Zeile
und vom Unterrand Bruchstück erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1931
Fundumstände:
Gefunden bei Ausschachtungen; der Stein gelangte zuerst an das Kaiser-Wilhelm-Gymnasium
und dann - im September 1932 - in das Museum.
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Leontius, ihr liebes Kind und ihren einzigen Sohn, verstorben im Alter
von 1 Jahr und 6 Monaten, setzte (seine) Mutter Regula (diesen Stein), dem Unschuldigen.
Kommentar:
Der Name Leontius ist in Köln noch dreimal bezeugt. Ob in Z. 5 wirklich das höchst seltene "u(nico) f(ilio)" gemeint ist oder ob es
sich um ein fehlplaziertes "v(iva) f(ecit)" handelt, was durch das "posuit" eigentlich ausgeschlossen ist, bleibt unklar.
Literatur:
N 227: Fremersdorf 1935, 134 Nr. 9 und Taf. 12,1; Faust 1998, 123 Nr. 101; nicht erwähnt bei Schmitz 1995.

Seite 255/682
Inschriften ID: 468 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Libere Liberalis / fil(iae) pientissime / obite pater /5 fecit

Beschreibung:
Ungegliederte Rechteck-Stele. Über der Inschrift Totenmahlszene. Linke obere Ecke fehlt.
Fundort / Jahr: Köln1894
Fundumstände:
Gefunden beim Ausheben der Fundamente für einen Neubau, zusammen mit ID 341 (= Galsterer
alt Nr. 300).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8402; Klinkenberg 1906, 293f.; Espérandieu VIII 6489; Lehner Nr. 867; Faust 1998, 121 Nr. 90; Klinkenberg,
Grabdenkmäler 1902, 97 Nr. 42.

Seite 256/682
Inschriften ID: 469 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aio) Lollio H[- - -] / is C C P [- - -]

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:

Übersetzung:
Für die zweite Zeile wurde bislang keine Erklärung gegeben.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8403.

Seite 257/682
Inschriften ID: 470 Inschriften Typ: Grabinschrift

[..]ecetus / [.] Lucili * (servus) anno/[rum] XVII * h(ic) * s(itus) * e(st)

Beschreibung:
Platte, links und oben abgebrochen. Rechter und unterer Rand erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1958
Fundumstände:
Streufund 10 m östlich der römischen Stadtmauer in bewegtem braunem Lehm, unmittelbar über
dem gewachsenen Boden; auf dem Gelände wurden zusätzlich einige Scherben als Streufunde
eingesammelt (F.B.58.6).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Binsfeld, KJ 7, 1964, 93; Binsfeld, KJ 10, 1969, 89 und Taf. 22,1; Schillinger-Häfele, Nachtrag Nr. 177; E.M. Spiegel, Im Schutz
der römischen Stadtmauer (s.o. ID 96), 21 f.

Seite 258/682
Inschriften ID: 471 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]o Lum/[ina]to Mam/[ili ?]us Vege/[...]mine[...] / [- 3 - 4 -]ni[- ca. 5 - 6 -] / - - -

Beschreibung:
Rechtes Oberteil einer oben halbrunden Stele, aus vier Bruchstücken geklebt. Beschädigungen
und Brandspuren.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:

Übersetzung:
. . .für -us Luminatus (?) hat Mamilius (?)Vege- . . .
Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 421.

Seite 259/682
Inschriften ID: 472 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Victor[iae] / Lupul[ae] / conii[ugi] / - - -

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: Kölnunbe
Fundumstände:
Unbekannt; "auffallend ist die geringe Dicke des Steines, die es wohl ausschließt, dass er im
Freien aufrecht stand. Ich möchte vielmehr daran denken, daß solche Platten ehedem vielleicht
an Wänden von Grabkammern befestigt gewesen sind" (Fremersdorf).
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Victoria Lupula, seine Gattin, - - -.
Kommentar:
Lupulus und Lupula sind in Köln recht häufige Namen. Vielleicht ist hierin eine Reminiszenz an germanische Namen mit "Wolf-"
zu sehen.
Literatur:
N 230; Fremersdorf 1935, 134 Nr. 11 und Taf. 12,3,1.

Seite 260/682
Inschriften ID: 473 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) / P(ublio) * Ver(anio oder -inio) * Mascellioni / P(ublius) * Ver(inius oder -anius) * Vitalis / frater /5

f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Giebel-Schaft-Stele. Oben flacher Giebel mit Akanthusornament, auf den Schmalseiten links und
rechts jeweils stilisierter Baum.
Fundort / Jahr: Köln1970
Fundumstände:
Gefunden bei "Punkt L bei S 1954 W 1782, H 50" (F.B. 67.2).
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Publius Veranius Mascellio ließ sein Bruder, Publius Veranius Vitalis,
(diesen Stein) setzen.
Kommentar:
Eine Verbreitungskarte der mit "Ver-" beginnenden Gentilnamen in Germanien findet sich bei Alföldy (Epigraphische Studien 4,
1967, 15). Zum Cognomen des Verstorbenen, Mascellio, siehe Untermann, BzN 11, 1960, 278. Ein weiterer Mascellio wird
zusammen mit einem Veranius Verinus bei N 201 (Bonn) genannt. Die Inschrift wird ungefähr in das Jahr 260 n.Chr. datiert.
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 20 = AE 1974, 462; Faust 1998, 125f. Nr. 109.

Seite 261/682
Inschriften ID: 474 Inschriften Typ: Grabinschrift

Paterniae / Probae filiae / Pater[n]ianus / - - -

Beschreibung:
Drei aneinanderpassende Bruchstücke einer Platte. Das hier reproduzierte Vorkriegsfoto (aus
Noelke 1996, 310 Abb. 7) zeigt noch den mit Ausnahme der Protome fast kompletten Stein.
Fundort / Jahr: Köln (?)Unbe
Fundumstände:
Unbekannt.
Übersetzung:
Für Paternia, Tochter der Proba, (setzte) Paternianus (diesen Grabstein).
Kommentar:
Eine zweite mögliche Übersetzung würde lauten: "Seiner Tochter Paternia Proba setzte Paternianus (diesen Grabstein)". .Die
unterschiedlichen Übersetzungen ergeben sich aus der Unmöglichkeit zu entscheiden, ob "Probae" und "filiae" Genitive oder Dative
sind. Die obige Übersetzung setzt voraus, daß Paternianus nicht der Vater der Paternia aus einer rechtmäßigen Ehe mit Proba war, da
sonst die Bezeichnung als Tochter der Mutter statt des Vaters sehr merkwürdig wäre.
Literatur:
CIL XIII 8412. Klinkenberg 1906, S. 332; Faust 1998, 122 nr. 94. Klinkenberg 1902, S. 126, Nr. 71; Binsfeld, in: BJ 1960, S. 165,
Nr. 13; Noelke 1996, S. 325, Nr. 7;

Seite 262/682
Inschriften ID: 476 Inschriften Typ: Grabinschrift

Usia Prim(a) / Pieris an(norum) VX. / [C]oiugi et frat(ri) / suo fec(erunt) l(iberti).

Beschreibung:
Stele. Über der Inschrift Büste der Verstorbenen in einer Muschelnische; stark beschädigt und
verbrannt. Unregelmäßige Schrift, schlecht erhalten.
Fundort / Jahr: Köln19.
Fundumstände:
Unbekannt; der Stein gelangte nach seiner Auffindung in den Besitz des Dompropstes F. Berlage
(1835-1917), der seine Altertumssammlung seinem alten Gymnasium in Osnabrück vermachte.
Von dort gelangte der Stein 1904 ins örtliche Museum und 1974 zurück nach Köln.
Übersetzung:

Kommentar:
Der Sinn der letzen beiden Zeilen ist unklar. Vielleicht war der Stein auch für den Gatten und den Bruder der Usia bestimmt. Eine
Usia Prima, "sac. Isidi", ist in einer Inschrift aus Rom, Via Appia Antica, bezeugt (CIL VI 2246).
Literatur:
CIL XIII 12064; Klinkenberg 1906, 330.

Seite 263/682
Inschriften ID: 477 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - - Sa]turnin/[- - - Pl]acida / [- - -] eius / [f(aciendum)] c(uravit)

Beschreibung:
Fragment vom rechten Rand einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln (?)Unbe
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8416; Klinkenberg 1906, 334.

Seite 264/682
Inschriften ID: 478 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [Proc]uleiae / [Pro]culae et / [P]roculei[ae] / - - -

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1929
Fundumstände:
Einzelfund von der Baustelle.
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Proculeia Procula und Proculei(us/a) - - -.
Kommentar:
Der Name Proculeius scheint nur in dieser Inschrift belegt, doch kommen Procula/us häufig und Proculeianus gelegentlich vor. So
ist auch hier die komplette Entwicklungsreihe von Namen nachvollziehbar, die aus Proculus abgeleitet sind.
Literatur:
N 228; Fremersdorf 1935, 134 Nr. 10 und Taf. 12,3,3; Friedhoff, Friedhof an der Jakobstraße, 206 u. 331.

Seite 265/682
Inschriften ID: 479 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - - Se]cundus / [- - - si]bi et / [- - -]atae /5 [- - - fil?]iae / - - -

Beschreibung:
Bruchstück vom rechten Rand einer Stele. Oben, links und unten abgebrochen. Ein zweites, links
anpassendes Stück heute verloren.
Fundort / Jahr: KölnUnbe
Fundumstände:
Kam zwischen 1844 und 1863 in das Museum.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8417.

Seite 266/682
Inschriften ID: 480 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dis Man(ibus) / [.] Sept[imius] / [- - -] TS [- - -] / - - -

Beschreibung:
Bruchstück einer Altarstele. Über der Inschrift Reste des Giebels erhalten. Sonst allseitig
abgebrochen.
Fundort / Jahr: KölnVor
Fundumstände:

Übersetzung:
Den Totengöttern. - - - Sept - - -.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8420; Klinkenberg 1906, 333; Faust 1998, 129 Nr. 120; Klinkenberg, Grabdenkmäler 1902, 139 Nr. 104.

Seite 267/682
Inschriften ID: 481 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]A[- - -] / [Vict]orina / mater Severino / filio incom/parabili / [q]ui vixit anno[s] / VIIII et sibi viv[a] / fecit

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Köln?


Fundumstände:

Übersetzung:
- - - die Mutter Victorina errichtete das Grab ihrem unvergleichlichen Sohn Severinus, der 9
Jahre lebte, und sich selbst zu Lebzeiten.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8431.

Seite 268/682
Inschriften ID: 484 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]nia [- - -] / [- - -]ae eiius / [infel]icissime / [- - -] Verec[u]ndus /5 [- - -] eorum

Beschreibung:
Fragment einer Platte, allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln (?)unbe
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:
Genannt waren anscheinend zwei Frauen und ein Mann, letzterer vielleicht "patronus eorum".
Literatur:
CIL XIII 8429; Klinkenberg 1906, 334.

Seite 269/682
Inschriften ID: 487 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]done et T[- - -] / [- - - Vic?]tórius [- - -] / - - -

Beschreibung:
Fragment einer Platte, allseitig abgebrochen. Links unten abgesplittert. Inschrift auf Putz. In Z. 2
Linien oben vorgerissen.
Fundort / Jahr: Köln (?)Unbe
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Bei dem in der ersten Zeile erhaltenen Namen handelt es sich vermutlich um die Weiterbildung eines griechischen Namens (etwa
Chelidon) zu Chelidone: Chelido und Chelidonius sind bei Solin, Griech. PN 1069 ff. mehrere Male bezeugt.
Literatur:
CIL XIII 8433; Klinkenberg 1906, 334.

Seite 270/682
Inschriften ID: 489 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - -] !!! hier fehlt noch griechischer Text !!! (KOLEI)

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Altarstele. Über dem Gesims mit der griechischen Inschrift der
Buchstabe M und eine Volute.
Fundort / Jahr: KölnWohl
Fundumstände:
Streufund; gefunden südlich des Westturmes der Kirche, in der Verfüllung der Baugrube
(Päffgen 1992b, 437); als Spolie in der spätantiken Mauer IV 60.
Übersetzung:

Kommentar:
Eine andere griechische Inschrift aus St. Severin ist publiziert in BJb. 130, 1925, 283.
Literatur:
Binsfeld, KJ 6, 1962/63, 155 u. Taf. 28,9; Päffgen II 437f., Abb. 202; Noelke, Grabaltäre, 100 Nr. 14; Faust 1998, 131 Nr. 127; SH
Nr. 179; Strunk, KJ 6, 1962/63, 145.

Seite 271/682
Inschriften ID: 490 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / - - -

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Platte. In der Ecke neben dem Rahmen des Porträtmedaillons Rest der
Inschrift. Laut Eintragung im Inv.-Buch war ein Rest von zwei Porträtmedaillons erhalten,
jedoch heute rechts und unten weiter abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Klinkenberg 1902, 132; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 3; Spiegel, KJ 1994, 604 Anm. 46c; Noelke, KJ 29, 1996, 326 Nr. 20; Faust
1998, 135 Nr. 144.

Seite 272/682
Inschriften ID: 491 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Di]s Mani/[bus - - -]

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer gerahmten Tafel.
Fundort / Jahr: Köln1941
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit Inv.-Nr. 41,338-364 in dem karolingischen Kalkofen 47.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 441.

Seite 273/682
Inschriften ID: 492 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - - c]oniugi / [- - -]i et Ruso/[nia? - - -] Dag[an?]ia /5 [- - -]ov[.]rsa / - - -

Beschreibung:
Rechte Hälfte eines Blockes. Über der sehr verstümmelten Inschrift Reste eines Totenmahls. Auf
der rechten Schmalseite stehender Jüngling. Stein links und oben abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln - Rodenkirchen1937
Fundumstände:
Gefunden als Oberflächenfund in einem Garten (Inv.-Nr. 37,1); der Stein hatte zur Hälfte in der
Erde gesteckt und sollte zum Bau verwendet werden, wurde aber rechtzeitig erkannt.
Übersetzung:
Den Totengöttern - - - für - - - seine/ihre Gattin - - -.
Kommentar:
Der Name Rusonius ist in der Gegend von Lyon belegt (zum Grundnamen Ruso siehe Holder, Alt-celtischer Sprachschatz II 1251
und Noms, Index 747). Dagania ist weder bei Noms noch bei Solin-Salomies verzeichnet.
Literatur:
Galsterer I Nr. 19 = AE 1974, 461; Faust 1998, 134 Nr. 140.

Seite 274/682
Inschriften ID: 493 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Dis Ma]nibus / [- - -]vina / [- - -]na / [- - -]io filio

Beschreibung:
Bruchstück eines postamentähnlichen Quaders.
Fundort / Jahr: Köln1887
Fundumstände:
Gefunden "unter anderen Resten des römischen Alterthums" (Klein), Vgl. dazu Galsterer alt Nr.
339. Klinkenberg 1906, 164: "zusammen mit 2 Inschriftresten" (evtl. 8440 o. 8454).
Übersetzung:

Kommentar:
Das Cognomen in Z. 2 kann Equina, Navina, Sauvina, Fulvina u.a. gelautet haben.
Literatur:
CIL XII 8440; Klinkenberg 1906, 264; Lehner Nr. 878.

Seite 275/682
Inschriften ID: 494 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - -]niae / [- - -]nuae / - - -

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1890
Fundumstände:
Gefunden bei Fundamentierungsarbeiten für einen Neubau. Seit 1937 in Köln, vorher BPM 6583.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8452; Lehner Nr. 872.

Seite 276/682
Inschriften ID: 495 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - pientiss?]/imo faciun/[d]um curavit

Beschreibung:
Unterteil einer Platte, aus zwei Teilen geklebt. An der rechten Schmalseite Reste der Darstellung
eines Baumes.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 495; Faust 1998, 133 Nr. 136.

Seite 277/682
Inschriften ID: 496 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]nen / [- -an]n(orum) XXIX / [h(eres)] f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Köln?


Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8327

Seite 278/682
Inschriften ID: 498 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]ABANV / [- - -]IGAVSIE / [- - -]ISPACOL / [- - -] f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Rechte Seite einer schlichten Grabstele. Oben flacher Giebel mit Rosette und Wellenbändern.
Links und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8443.

Seite 279/682
Inschriften ID: 499 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] fecit

Beschreibung:
Fragment wohl einer Grabinschrift.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8508.

Seite 280/682
Inschriften ID: 500 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]sius / [h(eres) ?] f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Fragment.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 457.

Seite 281/682
Inschriften ID: 501 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -] / [fier]i * iussit

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Fragment.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
- - - ließ das Grab errichten.
Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 458.

Seite 282/682
Inschriften ID: 503 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]inus / [- - - si]bi fecit / [et - - -]iniae / [- - -]ae obitae /5 [coniugi ?] carissimae

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1888
Fundumstände:
Bei Erdarbeiten für einen Neubau stieß man auf mehrere römische Grabstätten; der Stein lag
neben einem solchen Grab und steht nach Klein "in enger Beziehung" zu diesem Grabfund, zu
dem eine Münze des Antoninus Pius von 145 gehörte. 1937 kam der Stein nach Köln, wo er
verloren ging; vorher war er unter BPM 55293 in Bonn inventarisiert.
Übersetzung:

Kommentar:
Die "coniux carissima" [- - -]inia [- - -]a trug einen der vielen Gentilnamen auf -inius, die besonders am Rhein sehr verbreitet
waren.
Literatur:
CIL XIII 8438; Klinkenberg 1906, 300; Lehner Nr. 874.

Seite 283/682
Inschriften ID: 504 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [. . .]nio * ob/ito * fecit

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte. Oben abgebrochen, links bestoßen.
Fundort / Jahr: Köln1930
Fundumstände:
Streufund (Päffgen 1992, 91).
Übersetzung:
- - - setzte den Grabstein (ihrem) verstorbenen - - -.
Kommentar:

Literatur:
N 232; Fremersdorf 1935, 135 Nr. 15; Päffgen, Severin II 91 g.

Seite 284/682
Inschriften ID: 505 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]IIL[- - -] / [- - -] fe * c[it]

Beschreibung:
Bruchstück vom Unterrand einer Platte. Unter dem Inschriftrest Pflanzenornament.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 462.

Seite 285/682
Inschriften ID: 506 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]licus / [- - - ami?]cis* suis

Beschreibung:
Fragment einer Protomenstele. Über der Inschrift Reste der Darstellung von zwei (?)
Verstorbenen. Die rechte, weibliche Gestalt (?), trägt eine Blüte in der Hand. Oben und links
abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1934
Fundumstände:
Gefunden bei den Überresten eines Brandgrabes, die "zum Teil von Findern verwahrt, teilweise
von uns aus dem Aushub zusammengesucht" (Inv.) wurden; gefunden zusammen mit Inv.-Nr.
34,256-259 (TS-Tassenbodenscherbe, Amphorenhenkelbruchstück, Bruchstück einer flachen
Glasschüssel).
Übersetzung:
- - -licus seinen Freunden (?)
Kommentar:
Nach Kajanto, 37, sind Cognomina auf "-icus" charakteristisch für die afrikanische Namensgebung; allerdings ist der
Zusammenhang hier höchst unklar. Zu denken wäre auch an einen kurzen Namen mit einem darauf folgenden Titel "vilicus".
Nesselhauf hatte die Stele in das 1. Jhdt. datiert. Spiegel datiert sie in das frühe 3. Jhdt. Unklar ist auch die Dedikation "seinen
Freunden". Nach römischem Grabrecht mußten Personen, die nicht der Familie angehörten, auf einer Grabinschrift namentlich
genannt sein.
Literatur:
N 233; Fremersdorf 1935, 135 Nr. 12 und Taf. 11,3; Spiegel 1994, 600f.

Seite 286/682
Inschriften ID: 507 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - - fili]o obito

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1888
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 410.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8467; Klinkenberg 1906, 303.

Seite 287/682
Inschriften ID: 508 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - [hic situs] est

Beschreibung:
Fragment einer Stele. Über dem Inschriftrest von einem Band mehrfach umschlungene und an
den Enden mit herabhängenden Bändern geschmückte Fruchtgirlande (Klinkenberg 1902, 167
Nr. 182).
Fundort / Jahr: Köln (?)?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
- - - liegt hier begraben.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8468; Klinkenberg 1906, 334.

Seite 288/682
Inschriften ID: 509 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - - pientis?]simo

Beschreibung:
Bruchstück vom rechten Rand eines Sarkophages. Allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1956
Fundumstände:
Vgl. zu ID 757. Vielleicht identisch mit dem nach Aufzeichnungen Fremersdorfs nach
unüberwachten Baggerarbeiten im Kreuzgang von St. Severin als Streufund geborgenen
Sarkophagbruchstück, dessen Verbleib unbekannt war (Päffgen, Severin II 588 d). Damit ist der
bei Galsterer alt Nr. 466 gegebene FO St. Ursula vermutlich falsch.
Übersetzung:

Kommentar:
Es scheint sich bei dem Sarkophagbruchstück im Katalog Galsterer alt Nr. 466 mit der Fundortangabe St. Ursula und dem bei
Päffgen, Severin II 588 d verzeichneten Fragment mit der Fundortangabe St. Severin um dieselbe Inschrift zu handeln, denn auch
die berichteten Maße stimmen weitgehend überein.
Literatur:
Päffgen, Severin II 588 d.

Seite 289/682
Inschriften ID: 510 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] piissime

Beschreibung:
Zwei aneinanderpassende Fragmente von der Vorderseite eines Sarkophages.
Fundort / Jahr: Köln1955
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 69 und 130, vermutlich von dem Abfall einer Steinmetzhütte aus der
Nähe des Fundortes herstammend (Doppelfeld).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Doppelfeld, KJ 6, 1962/63, 160, Abb. 19,8 u. 29,4; SH Nr. 178.

Seite 290/682
Inschriften ID: 511 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / La[- - -] / benem[erenti - - -]

Beschreibung:
Linke untere Ecke einer Platte, aus zwei Teilen geklebt.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Unbekannt
Übersetzung:

Kommentar:
Möglicherweise handelt es sich um den Rest des bei Klinkenberg 1906, 374 erwähnten Fragmentes aus Köln-Alteburg, auf dem
dieser noch "benemerenti f c" las.
Literatur:

Seite 291/682
Inschriften ID: 512 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / Q(uinti) f(ilius) [- - -] / Sca[- - -]/ri m[- - - benemeren?]/ti

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte. Linker Rand erhalten, sonst abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 469.

Seite 292/682
Inschriften ID: 513 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -fil]ius et h[eres - - -]

Beschreibung:
Fragment vom Unterrand einer Platte. Links, oben und rechts abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1869
Fundumstände:
Gefunden mit architektonischen Resten, die auf ein größeres römisches Gebäude deuten; zur
bequemeren Aufstellung im Museum wurde der obere und hintere Teil des Steines abgesägt
(Düntzer). "Die Düntzerische Ergänzung als Grabinschrift ist zweifelhaft, da man am Fundort
kein Grabmal annehmen kann".
Übersetzung:
- - - sein Sohn und Erbe - - -.
Kommentar:
Die Ergänzung der Inschrift weist auf die Zugehörigkeit zu einem Grabbau hin. Dies steht allerdings im Widerspruch zum Fundort
an der Caecilienstraße, mitten in der Stadt, wo es keine Gräber geben durfte. Zudem war die Inschrift mit römischen
Architekturresten vergesellschaftet; vermutlich wurde sie, wie andere Inschriften, zur Zweitverwendung in die Stadt gebracht.
Literatur:
CIL XIII 8466; Klinkenberg 1906, 235.

Seite 293/682
Inschriften ID: 514 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]ul[- - -] / [co]niug[i - - -]

Beschreibung:
Fragment, allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Unbekannt
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 471.

Seite 294/682
Inschriften ID: 515 Inschriften Typ: Grabinschrift

"1.: gr. Text !!!!!!!!

2.:

3.:

4.:

5.:

6.:

7.:"

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte. Oberrand erhalten, sonst abgebrochen. Seit der Auffindung 1925 unten
ein weiteres Stück abgebrochen und verloren. Buchstaben rot nachgemalt.
Fundort / Jahr: Köln1925
Fundumstände:
Sekundär verwendet als Seitenstütze einer Schieferplatte von Brandgrab I,5 NOO-SWW UK
47,28 OK 47,78 m NN im Westteil des Kreuzgangsüdflügels, mit der UK 2,40 m unter dem
Kreuzgangboden am Fundament der Kreuzganginnenmauer; im Grab fanden sich 3
Henkelkännchen und ein Sesterz des Antoninus Pius.
Übersetzung:

Kommentar:
Die Lesung der Inschrift folgt dem Vorschlag von Hiller v. Gärtringen, der das Stück in das 1. Jhdt. datiert. Die wenigen Reste
machen den Eindruck, als ob sie zu einem Grabgedicht gehört haben könnten.
Literatur:
Fremersdorf 1925, 282f. D; Fremersdorf 1926, 118 Nr. 6. Päffgen, Severin II 19; BJb. 130, 283.

Seite 295/682
Inschriften ID: 517 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - a]nni[- - -] / [- - -]is et L[- - -] / [- - -]nte T[- - -] / [- - -] dulc[issimo/ae - - -]

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Fragment.
Fundort / Jahr: Köln1888
Fundumstände:
Möglicherweise bei Kanalisationsarbeiten, wie andere in diesen Jahren bei Gereon gefundene
Inschriften (ID 544, 268, 337).
Übersetzung:

Kommentar:
Es ist nicht mit Sicherheit zu entscheiden, ob es sich um eine christliche Inschrift handelt.
Literatur:
CIL XIII 8446; Klinkenberg 1906, 282; Schmitz 1995, 702f. Nr. 19; Verstegen 270 nr.9.

Seite 296/682
Inschriften ID: 519 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] vivo [- - -] / [- - - con]iugi [- - -]

Beschreibung:
Fragment links abgearbeitet, sonst abgebrochen, rechts seit der Auffindung um mehrere
Buchstaben
Fundort / Jahr: Köln1925
Fundumstände:
Gefunden oberflächlich im mittelalterlichen Schutt (Inv.-Nr. 25,815) im Kreuzgangsüdflügel
(Päffgen).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Fremersdorf 1925, 283 F = Bonner Jbb. 130,1930, 283; Päffgen, Severin II 12f.

Seite 297/682
Inschriften ID: 520 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]ie / [- - - vixit annos?] VII / [- - -]ius / - - -

Beschreibung:
Fragment vom rechten Rand eines Sarkophages. Inschrifttafel von Eros gehalten. Allseitig
abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1962
Fundumstände:
Wohl aus der Südmauer der Grabkammer IV,45, gefunden bei der späteren Verlegung einer
Abwasserrohrleitung; gefunden zusammen mit ID 570 und 466.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 477; Spieß 1988, 295 Nr. 11; Päffgen, Severin II 420 Nr. 6.

Seite 298/682
Inschriften ID: 521 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]V[- - -] / [- - -]NVTIci ruit vi[- - -] / [- - -]stui et III e domo s[- - -] / [- - -]mias est plangere[- - -]

Beschreibung:
Bruchstück vom Unterrand einer Platte. Links, oben und rechts abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1950
Fundumstände:
Gefunden als Spolie im Steinplattengrab V,59; nach einer Zeichnung stand die Platte am Fuß-
bzw. Ostende des Grabes (Päffgen 1992 II 505).
Übersetzung:

Kommentar:
Bei dem Inschrifttext handelte es sich möglicherweise um ein Grabgedicht, doch ist die Lesung und Auflösung völlig unklar.
Literatur:
Schmitz 1995 727f., Nr. 34; Tod am Rhein 104 Nr. 32; Päffgen, Severin II 505, V.59 c.

Seite 299/682
Inschriften ID: 522 Inschriften Typ: Grabinschrift

Scen[obarbo ? - - -] / Licc[onis f(ilio) - - -] [.]uc[- - -]

Beschreibung:
Fragment vom linken Rand einer Stele. Im Giebel Blattornament.
Fundort / Jahr: Köln1913
Fundumstände:
Gefunden beim Abbruch des Oppenheimschen Palais und Neubau Frank und Lehmann
(Zug.-Inv.).
Übersetzung:

Kommentar:
Eine andere - vielleicht ebenfalls in Köln gefundene Inschrift (Galsterer alt Nr. 261) - nennt einen Soldaten der Breukerkohorte
namens "Sassaius Liccai f(ilius)". Aufgrund der Namensreste der vorliegenden, heute verlorenen Inschrift, die den bekannten
Namen von Angehörigen der Breukerkohorte ähneln, v.a. wohl der Buchstabenreste zu Beginn von Z. 2 (Licc[---]), die Bestandteil
einer Filiation gewesen sein könnten, vermutet Alföldy, der Verstorbene stamme aus derselben Kohorte wie der Verstorbene in
Galsterer alt Nr. 261. Die "cohors VIII Breucorum" wurde nach der Niederwerfung des pannonisch-dalmatischen Aufstandes 6-9
n.Chr. aufgestellt. Der Standort der Truppe ist unbekannt, ein Lager existierte in Remagen. Auch Spaul verzeichnet die Inschrift
unter der "cohors VIII Breucorum". Sie nennt nach seiner Deutung den Toten Scenobarbus Liccais f. oder Licconis f.
Nach Weisgerber 228 sind sowohl Scenobarbus wie Licco illyrische Namen, was zu dem Rekrutierungsfeld der Breukerkohorten
passen würde.
Literatur:
CIL XIII 12062; Alföldy, Hilfstruppen, 195 Nr. 94; Poppelreuter, Röm.-Germ. Korr.bl. 7, 51f.; Spaul, Cohors², 327.

Seite 300/682
Inschriften ID: 524 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]vino et / [- - -]OLAVIR / [vixit] annos / [- - -] dies VII/- - -

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1942
Fundumstände:
Gefunden bei Notgrabungen in der durch Bomben zerstörten Kirche, Mauerplatte 22.
Übersetzung:

Kommentar:
In der Nachzeichnung im Inv.-Buch findet sich das A mit gebrochener Querhaste, das V in Z. 1 halbunzial. Dies deutet auf eine sehr
späte Datierung hin, wofür auch die Nennung der Lebenstage spricht.
Literatur:
Schmitz 1995 Nr. 26 = AE 1995, 1120.

Seite 301/682
Inschriften ID: 526 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]* L[- - -] / [- - -]atua * si[ve ? - - -] / [- - -] mater [- - -] / [- - -]a f(- - -) Aur[elius ? - - -] /5 [- - -]ilis* C(ai)

*l(ibertus) (?)

Beschreibung:
Platte. Links (für Zweitverwendung ?) glatt abgesägt, sonst allseitig gebrochen. Zwei Brüche
geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1956
Fundumstände:
Streufund; gefunden beim Aushub eines Schachtes für einen Kanalanschluß in rund 1,70 m Tiefe
in schon einmal bewegtem Lehm, keine weiteren Funde (F.B. 56,1, dort auch Lageplan.).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Binsfeld, KJ 7, 1964/65, 51 und Taf. 16,3; Päffgen, Severin III 616; SH Nr. 176.

Seite 302/682
Inschriften ID: 527 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]us Am[- - -] / [- - -]roniae [- - -] / - - -

Beschreibung:
Fragment, allseitig abgebrochen. Eventuell rechter Rand erhalten. Stark verwittert.
Fundort / Jahr: Köln1955
Fundumstände:
Streufund, gefunden westlich von Steinsarg IV,90 SWW-NOO UK 47,96 OK 48,75 m NN
südlich des Chorpolygons der Kirche (Päffgen Severin, Katalog IV 90).
Übersetzung:

Kommentar:
Wahrscheinlich stand in Z. 2 der Name der Verstorbenen, in Z. 1 der Name desjenigen, der die Inschrift setzte. Die erhaltenen
Buchstabenreste legen den Namen Amabilis, Amandus o.ä. nahe. Der Name der Verstorbenen ließe sich etwa zu Sempronia,
Acerronia, Soceronia o.ä. ergänzen.
Literatur:
Binsfeld, KJ 6, 1962/63, 155 und Taf. 28,10.

Seite 303/682
Inschriften ID: 528 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [Halda?]vonis f(ilius) / [Secundu?]s here(s) / [- - - fa]ciendum c(uravit)

Beschreibung:
Block aus 3 Fragmenten geklebt. Oben, rechts und unterer Rand erhalten. Links abgeschlagen.
Fundort / Jahr: Köln1913
Fundumstände:
Gefunden beim Bau des Güterbahnhofs Bonntor. Vom selben Fundort stammen auch ID 362 und
ID 464.
Übersetzung:
- - - Secundus (?), Sohn des Haldavo (?), ließ (das Grab) errichten.
Kommentar:
Diese Namensgruppe ist nach Weisgerber 379ff. als protogermanisch zu bezeichnen.
Literatur:
F 298.

Seite 304/682
Inschriften ID: 529 Inschriften Typ: Grabinschrift

[ - - -]I V[ - - -] / [ - -ei]USQ(ue) * MRE[ - - -] / [ - - -]BANNOS DEAC[ - - -] / [ - - -]ATORATA MIMT - - -

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte, bei Auffindung bereits allseitig abgebrochen. Später noch weitere Teile
verloren. Zeilen vorgerissen (auf der Abb. nicht zu sehen). Hinten kleines Profil, eventuell
sekundär verwendet. Erhalten von der Inschrift das rechte untere Stück.
Fundort / Jahr: Köln1940
Fundumstände:
Gefunden in der Füllung der Grabkammer IV,45, zusammen mit ID 569 und 599.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Schmitz 1995, 735 Nr. 41 d und e (ohne eigenen Datierungsvorschlag); Päffgen, Severin II 420f. Nr.11.

Seite 305/682
Inschriften ID: 530 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]isi[- - -] / Seren[us? - - -] / Tigr[- - -] / filia [- - -]

Beschreibung:
Linke untere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1882
Fundumstände:
Gefunden bei Aushebung der neuen Stadtumwallung.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8439; Klinkenberg 1906, 303; Lehner Nr. 897.

Seite 306/682
Inschriften ID: 531 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]SO[- - -] / [- - - mat?]er ei[us ? - - -] / [- - -]tici [- - -] / [- - -] filia [- - -]

Beschreibung:
Fragment einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1882
Fundumstände:
Luxemburger Straße/Kreuzung Eifelwall. Gefunden bei Aushebung der Stadtumwallung.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Klein, BJb. 87, 1889, 209 Nr. 24; Klinkenberg 1906, 303.

Seite 307/682
Inschriften ID: 532 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic iacit Artemia / dulcis aptissimus inf/ans et visu grata et / verbis dulcissima /5 cunctis quattuor / in quinto ad XPM

(Christum) / detulit annos / innocens subi/to ad caelesti[a] /10 [reg]na transivi[t]

Beschreibung:
Platte. Linke und rechte untere Ecke fehlen, rechte Seitenkante abgestoßen.
Fundort / Jahr: Köln1821
Fundumstände:

Übersetzung:
Hier liegt Artemia, (ein) liebes und begabtes Kind, angenehm anzusehen und in ihrer Sprache
allen ein Vergnügen. Vier Jahre, und während des fünften, brachte sie zu Christus, und als
Unschuldige ging sie sofort in das himmlische Reich ein.
Kommentar:
Der Text der Inschrift (in respektablem Latein) ergibt vier Hexameter. Bis auf "iacit" in Z. 1 sind keine vulgärlateinischen Formen
zu erkennen.
Literatur:
CIL XIII 8478 = ILCV 2919; Klinkenberg 1891, 7ff. Nr. 3; Klinkenberg 1906, 283; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 61 Inschrift
nr.8 und Tafel 3 nr.1; Schmitz 1995, 650-655 Nr. 1; Schmitz 271 nr.10.

Seite 308/682
Inschriften ID: 533 Inschriften Typ: Grabinschrift

Concordia hic iac[et] / pia paren<t>ib(us). * Vixi[t] / annum (unum) semis(sem). Inno/cens in caelis habetur.

Beschreibung:
Platte zur Abdeckung des Sarkophags (Päffgen I 100). Rechte untere Ecke abgebrochen. Über
der Inschrift Christogramm zwischen Palmzweigen.
Fundort / Jahr: Köln1925
Fundumstände:
Wiederverwendet als Teil der Abdeckung von Tuffsarkophag I,100 - mit der Schrift nach unten
(Fremersdorf 1926b, 309) - zusammen mit einer einfachen Sandsteinplatte und einem sog.
Memorienstein aus ottonischer Zeit.
Übersetzung:
Concordia ruht hier. (Sie war) lieb zu ihren Eltern. Sie lebte 1 1/2 Jahre. Unschuldig weilt sie im
Himmel.
Kommentar:
Concordia ist relativ häufig bezeugt. Rund die Hälfte der inschriftlichen Belege stammen aus Rom. Die Inschrift ist ein weiteres
Beispiel für die hohe Kindersterblichkeit in römischer Zeit; man hat allerdings den Eindruck, daß gerade bei relativ jungen Kindern -
wegen der Unbilligkeit des Geschicks - häufiger auf ihr Alter hingewiesen wurde als bei älteren Menschen, was die
Kindersterblichkeit vielleicht etwas relativieren würde.
Literatur:
F 301; Fremersdorf 1926, 119 Nr. 9; Fremersdorf, BJb. 131, 1926, 314 Nr. 4; Fremersdorf, Urkunden², 72 und Taf. 157; Römer am
Rhein 185, A 165; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 62 Nr. 15; Schmitz 1995 Nr. 28; Ristow 1980, 70, Abb. 71; Päffgen, Severin II
72f.

Seite 309/682
Inschriften ID: 534 Inschriften Typ: Grabinschrift

Desiderius / et Mustela filie caris(simae) / sue Poppiae titulum / posuit /5 qui vixit annus XX

Beschreibung:
Platte. Senkrechter Bruch geklebt.
Fundort / Jahr: Köln1972
Fundumstände:
In zwei Hälften zerbrochen, Rücken an Rücken als Abdeckung auf dem Fußende des
Tuffsteinsarkophages G 11, der im 12./13. Jhdt. in die Erde gekommen war, "im Abstand von 84
cm zu M3 in Höhe des ehemaligen Türdurchganges, ca. 20 cm unter dem Laufniveau.
Übersetzung:
Desiderius und Mustela errichteten den Grabstein ihrer lieben Tochter Poppia, die 20 Jahre lebte.
Kommentar:
Namen, die mit "Must-" beginnen, sind für Nordafrika (doch vgl. CIL XIII 11065) und hier besonders für Christen kennzeichnend
(dazu Kajanto 17f. u. A. Chastagnol - N. Duval, Fin du culte monarchique en Afrique, in: Mélanges W. Seston, Paris 1974, 99). Ein
weiterer Beleg für Desiderius in Köln findet sich in ID 366 = Galsterer alt Nr. 325. Mustela ist auch bezeugt in Saintes (CIL XIII
11065). Die Inschrift wird in das Jahr 374 n.Chr. datiert.
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 23 = AE 1974, 465; AE 1976, 510; Schmitz 1995, 678-681 Nr. 9; Binding u.a., Archäol. Korr.bl. 3, 1973,
101-105; Verstegen 270 nr.7.

Seite 310/682
Inschriften ID: 535 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic iacet in terris / Etherius qui vixit / annis XXV. Fidelis in / pace recessit.

Beschreibung:
Unter der Inschrift Christogramm der älteren Art.
Fundort / Jahr: Köln1156
Fundumstände:
-
Übersetzung:
Hier liegt auf Erden Aetherius, der 25 Jahre lebte. Er schied gläubig in Frieden.
Kommentar:
Aetherius war wohl der Namengeber für den englischen Prinzen Aetherius (sein christlicher Name), der die hl. Ursula heiraten sollte
und stattdessen mit ihr und den 11.000 Jungfrauen den Märtyrertod starb, ebenso wie die Figur der Ursula aus der Inschrift ID 502
herausgesponnen wurde. Über die Entstehung dieser für Köln so wichtigen Heiligenlegende vgl. Schmitz 761 ff.
Literatur:
CIL XIII 8477 = ILCV 1375 A; Klinkenberg 1891, 15 Nr. 8; Klinkenberg 1906, 270; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 59 Nr. 2;
Schmitz 1995 Nr. 24; Binsfeld, Zu den frühchristlichen Grabinschriften Kölns, Germania 45, 1967, 105-109; Kremer 153-200.

Seite 311/682
Inschriften ID: 536 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Hi]c iacet Fugilo quae / vixit annos XL. Fide/lis in pace rec<e>ssit.

Beschreibung:
Platte, rechts und links abgebrochen. Zeilen vorgerissen. Unter der Inschrift Christogramm.
Diente wohl als Fußbodenplatte.
Fundort / Jahr: Köln1868
Fundumstände:
Gefunden in einer Tiefe von etwa 7 Fuß zusammen mit mehreren Töpfchen, Lämpchen, Krügen,
Aschentöpfen und Bechern aus Ton (Düntzer 1869b, 119f.).
Übersetzung:
Hier ruht Fugilo, die 40 Jahre lebte. Sie schied gläubig in Frieden.
Kommentar:
Bemerkenswert ist die kursive Form des E in Z. 3. Fugilo ist bereits ein germanischer, nicht mehr römischer Name. Die
Schlußformel hat nach Binsfeld 1967 in Italien, Afrika und besonders in Spanien ihre Parallelen, nicht aber in Gallien und
Germanien.
Literatur:
CIL XIII 8479 = ILCV 1375 B; Klinkenberg 1891, 13 Nr. 6; Klinkenberg 1906, 282; Fremersdorf, Urkunden², 73 und Taf. 163;
Binsfeld, Frühchristliches Köln, 62 Nr. 14; Binsfeld, Zu den frühchristlichen Grabinschriften Kölns, Germania 45, 1967, 105-109;
Schmitz 1995, 666-670 Nr. 5.

Seite 312/682
Inschriften ID: 537 Inschriften Typ: Grabinschrift

In oh tumolo / reqiescet / in pace bone / memorie /5 Leo. Vixet an/nus XXXXXII. Tr/ansiet no/no Id(u)s Ohtub/eres.

Beschreibung:
Platte. Schriftfeld in der Mitte von Z. 1 ergänzt. Zeile teilweise schwach vorgerissen. Unten
Dübelloch.
Fundort / Jahr: Köln1901
Fundumstände:

Übersetzung:
In diesem Grab ruht in Frieden guten Angedenkens Leo. Er lebte 52 Jahre. Er verschied am 9.
Tag vor den Iden des Oktober (= 7. Oktober).
Kommentar:
Die Inschrift paßt - so Binsfeld 1967 - in allen Einzelheiten zu den merowingischen Grabsteinen der mittelrheinischen Städte. Dies
gilt auch für die Sprache. Typisch ist der Ausfall der Aspiration am Wortbeginn, dafür jedoch die Aspiration von C (oh statt hoc).
Literatur:
CIL XIII 8481 = ILCV 2918; Klinkenberg 1906, 282; Fremersdorf, Urkunden², 73 und Taf. 164; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 62
Nr. 13; Römerillustrierte 233 Nr. 10; Schmitz 1995, 670-673 Nr. 6; Binsfeld, Zu den frühchristlichen Grabinschriften Kölns,
Germania 45, 1967, 105-109.

Seite 313/682
Inschriften ID: 538 Inschriften Typ: Grabinschrift

Leontius hic iacit fedelis / puer dulcissimus patri pientis/simus matri qui vixit annus / VII et mensis III et dies VI.

In/nocens funere raptus, / beatus mente, felix / et in pace reces/sit

Beschreibung:
Platte, allseitig abgebrochen, vorne geglättet. Unter der Inschrift Christogramm zwischen
Tauben.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Unbekannt; früher in der Sammlung Aldenkirchen, später von dem Kunsthändler Lempertz dem
Museum geschenkt; bei Kraus Nr. 284 ist die Inschrift "wohl durch ein Versehen des Setzers"
unter Bonn statt unter Köln aufgeführt (vgl. Klinkenberg 1891, 9 Anm. 1)
Übersetzung:
Hier ruht Leontius, ein gläubiger Knabe, sehr lieb seinem Vater und gehorsam seiner Mutter. Er
lebte 7 Jahre, 3 Monate und 4 Tage. Unschuldig vom Tod dahingerafft, selig und glücklichen
Sinnes, schied er in Frieden.
Kommentar:
Die Formel "funere raptus" begegnet mehrfach auf christlichen Grabinschriften (vgl. ILCV 3309; 4749; 4793; 4815). Nach Binsfeld
1967 hat die Schlußformel "in pace recessit" in Italien, Afrika und besonders in Spanien ihre Parallelen, nicht aber in Gallien und
Germanien; auch "in funere raptus" ist außerhalb Kölns an Rhein und Mosel nicht so geläufig.
Literatur:
CIL XIL XIII 8482 = ILCV 4829; Klinkenberg 1891, 9f. Nr. 4; Klinkenberg 1906, 283; Fremersdorf, Urkunden², 72 und Taf. 160;
Binsfeld, Frühchristliches Köln, 63 Nr. 19; Frühchristliche Zeugnisse, Trier 1965, 114 Nr. 100 (mit Lit. ILCV 4828 statt 4829);
Binsfeld, Zu den frühchristlichen Grabinschriften Kölns, Germania 45, 1967, 105-109; Schmitz 1995 Nr. 44.

Seite 314/682
Inschriften ID: 539 Inschriften Typ: Grabinschrift

Blandam te pietas / mors inpia funere / tristi * abstulit et d/ulcis rupit nova gau/dia vite. * Non licuit c/upidos longum

gaud/ere parentes. Lupassiu(s) / puer vix(it) an(num) * I * s(emissem) III (menses)

Beschreibung:
Wiederverwendete Platte. Zeilen vorgerissen, unten Dübellöcher.
Fundort / Jahr: Köln1845
Fundumstände:
Eingemeuert in der Kapelle der Heiligen Christoph, Erasmus und Sebastian.
Übersetzung:
Dich, oh schöne Elternliebe, hat der schnöde Tod mit diesem traurigen Begräbnis hinweggerafft
und beendete die noch kaum gespürten Freuden des süßen Lebens. Den Eltern, die sich so darauf
gefreut hatten, war es nicht vergönnt, länger (an ihrem Sohn) Freude zu haben. Der Knabe
Lupassius lebte 1 1/2 Jahre und drei Monate.
Kommentar:
Grabgedicht in drei Hexametern, die durch Worttrenner markiert sind.
Literatur:
CIL XII 8404; Klinkenberg 1906, 312; Schmitz 1995 Nr. 29.

Seite 315/682
Inschriften ID: 540 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic iacet Marti/nianus qui laeta / iuventae perdidiit (sic !) / patribus lacrimas /5 dimisit. * In aevo hic vix/it annos XXVI

dies / XVI m(inus). In d(eo) ivit

Beschreibung:
Platte. Linke untere Ecke gebrochen und geklebt. Z. 1-3 zwischen vorgerissenen Linien. Unter
der Inschrift Christogramm.
Fundort / Jahr: Köln1942
Fundumstände:
Gefunden bei Anlage eines Löschwasserbeckens, in Zweitverwendung als Abdeckung auf
Tuffsteinsarg 3 - Sohle H 49,22 - 49,16 - mit der Schrift nach unten, im Nordflügel des Atriums.
Übersetzung:
Hier ruht Martinianus, der um die Freuden der Jugend kam und seinen Eltern Tränen hinterließ.
Hiernieden lebte er 26 Jahre weniger 16 Tage. Er ging in Gott dahin.
Kommentar:
Die zweite Hälfte der Inschrift umfaßt fast 1 1/2 komplette Hexameter, in die - nach einer Vermutung von W. Lebek - vielleicht
Teile früherer Grabgedichte eingegangen sind.
Literatur:
NL 227 = AE 1956, 253; Fremersdorf 1955, 31 Nr. 22 und Taf. 12, 4; Fremersdorf, Urkunden², 72 und Taf. 159; Binsfeld,
Frühchristliches Köln, 60f. Nr. 7; Schmitz 1995, 673- 676 Nr. 7; Lebek 1976, 167-170; Frisch, ZPE 42, 1981, 152 ("in deo
<v>ivit"); AE 1995, 1117; Verstegen 269 nr.6.

Seite 316/682
Inschriften ID: 541 Inschriften Typ: Grabinschrift

Optate ic nomen signa/tum carmine tristi / nomen dulce suis et lam/entabile semper. Optatus /5 gentiur (sic !) et mater

Nemesia / deflet. Iniqua o mise/ri fatorum sorte pa/rentes parvula quis rapta / est a<t>q(ue) unica. H(e)u male /10

mensis post decimum nonu(s) / clausit prop(e)rantia fata.

Beschreibung:
Platte, unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1821
Fundumstände:
Man fand da auch verschiedene Sarkophagen[!], und Denkmäler, wovon [...] die Inschriften
folgen (Anonymus).
Übersetzung:
Optata, dieser Name sei hier in traurigem Gesang verewigt, ein Name für die Angehörigen lieb
und in Ewigkeit betrauert. Optatus, ihr Vater, und ihre Mutter Nemesia beweinen sie. Ach, ihr
armen Eltern, durch den ungerechten Beschluß des Schicksals wurde sie euch, klein und das
einzige Kind, hinweggerafft, ach je, nach zehn Monaten.
Kommentar:
Sechs - nach Klinkenberg - vulgäre Hexameter.
Literatur:
CIL XIII 8410; Klinkenberg 1906, 283; Schmitz 1995, 676ff. Nr. 8; Verstegen 270 nr.8.

Seite 317/682
Inschriften ID: 542 Inschriften Typ: Grabinschrift

Si qis dignatu[r] / rescire meo no[mine] / Rusu[.]ula dicor [q]/ui vix(it) annis /5 IIII et me(nsibus) XI / Sociata

m(artyribu)s oder m(artyrum) s(epulchro)

Beschreibung:
Platte. Linke obere Ecke abgebrochen. Schriftfeld in Z. 3 beschädigt, modern übermalt. Unter der
Inschrift Christogramm zwischen zwei Tauben.
Fundort / Jahr: Kölnseit
Fundumstände:
Unbekannt; die Schlußfolgerung Klinkenbergs bzgl. des Fundortes ist nicht zwingend. (vgl. dazu
auch Deckers 1982, 123, Anm. 73 sowie Deckers 1988, 42).
Übersetzung:
Wenn jemand mich wert erachtet, meinen Namen zu erfahren: Rusufula werde ich genannt, die
ich vier Jahre und elf Monate gelebt habe. Ich bin den Märtyrern beigesellt (Ü nach Tod am
Rhein 120 Nr. 60).
Kommentar:
Der Text besteht aus drei nicht sehr geschickten Hexametern. Der Name Rusufula ist sonst nicht belegt; Rudufula könnte zu dem in
Südgallien belegten Rodulfus gestellt werden (CIL XII 5407). Die Bestattung in der Nähe von Heiligengräbern wurde im ganzen
christlichen Raum gepflegt.
Literatur:
CIL XIII 8486 = ILCV 2178; Klinkenberg 1891, 10ff. Nr. 5; Klinkenberg, 1906, 283; Fremersdorf, Urkunden², 72 und Taf. 158;
Binsfeld, Frühchristliches Köln, 63 Nr. 20; Tod am Rhein 120; Schmitz 1995 Nr. 45; Petrikovits, BJb. 151, 1951, 142; Petrikovits,
RAC 10, 1977, 582f. s.v. Germania; Fremersdorf, Denkmäler des römischen Köln II, Köln 1950, Taf 98; Düntzer 231; Deckers,
Kult und Kirchen der Märtyrer in Köln, RQA 83, 1988, 25-43 = AE 1995, 1125.

Seite 318/682
Inschriften ID: 543 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic iacet puer nomen/e Valentiniano qui / vixit anno(s) III et me(n)/ses et dies XVI et / in albis cum pace{r} / recessit

Beschreibung:
Architekturstück, sekundär als Grabstein zurechtgeschlagen. Zwischen den unteren drei Zeilen
Christogramm. Nach Klinkenberg, Grabdenkmäler, 160 Nr. 5 ergab sich bei der Abnahme der
Inschrift von ihrem früheren Ort um 1900, "daß der Text auf der Rückseite in rot ausgemalten
Buchstaben wiederholt ist". Eine solche Kopie wäre sehr ungewöhnlich. So ist mit Schmitz 1995,
682 die Frage zu stellen, ob die "Wiederholung " nicht eher eine andere Grabinschrift sein
könnte. Das Problem ist nicht lösbar, solange die Inschrift in der Nikolauskapelle eingemauert
ist.
Fundort / Jahr: Köln1821
Fundumstände:

Übersetzung:
Hier liegt der Knabe mit Namen Valentinianus. Er lebte 3 Jahre, 3 (?) Monate und 26 Tage und
ging in den Taufgewändern in den Frieden ein.
Kommentar:
Die Tatsache, dass der Verstorbene erst kurz vor seinem Tod getauft worden war ("in albis recessit"), wird auch in CIL XII 2156
hervorgehoben (vgl. CIL XIII 2432, ILCV 1543, ILS 1286 u.a.). Die Schlußformel hat - nach Binsfeld 1967 - in Italien, Afrika und
besonders in Spanien ihre Parallelen, nicht aber in Gallien und Germanien. Auch der Name ist im Mittelmeergebiet verbreiteter als
am Rhein. Der Knabe hiess wohl Valentinianus. Valentiniano ist eine Angleichung an das vorangehende "nomine".
Literatur:
CIL XIII 8483 = ILCV 1542; Klinkenberg 1891, 4ff. Nr. 2; Klinkenberg 1906, 283; Fremersdorf, Urkunden², 72 f. und Taf. 161;
Binsfeld, Frühchristliches Köln, 61 Nr. 10; Tod am Rhein 120; Schmitz 1995, 681-684 Nr. 10; Binsfeld, Zu den frühchristlichen
Grabinschriften Kölns, Germania 45, 1967, 105-109.

Seite 319/682
Inschriften ID: 544 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic iacet / Verese/mus in/noce(n)s fu/nere cap/tus qui v/ixit an/nos XX/IIII

Beschreibung:
Kalksteinplatte.
Fundort / Jahr: Kölnkurz
Fundumstände:
Gefunden wahrscheinlich bei Kanalisationsarbeiten im Jahr 1888 (Schmitz 1995, 685).
Übersetzung:
Hier liegt Veresemus, unschuldig durch den Tod hinweggerafft. Er lebte 24 Jahre.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8484 = ILCV 8429; Klinkenberg 1891, 14 Nr. 7; Klinkenberg 1906, 282; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 61f. Nr. 11;
Schmitz 1995, 684 - 687 Nr. 11.

Seite 320/682
Inschriften ID: 545 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - in hoc tu]/[m]ulo innocis virgo iacet / [no]mine Ursula vixit / [a]nnibus octo / mensibus duobus */ [d]iens quattor

Beschreibung:
Platte, hinten als Architekturstück bearbeitet. Oben, links und unten glatt abgearbeitet. Von der
Inschrift fehlen auf der linken Seite nur wenige Buchstaben. Bei der Freilegung 1893 waren noch
Reste der roten Farbe in den Buchstaben zu sehen.
Fundort / Jahr: Köln1893
Fundumstände:
Gefunden beim Ablösen des Verputzes über dem dritten Pfeiler des rechten Seitenschiffes der
Kirche, neben dem sog. Marienschiff.
Übersetzung:
In diesem Grab ruht eine unschuldige Jungfrau namens Ursula. Sie lebte 8 Jahre, 2 Monate, 4
Tage.
Kommentar:
Auf diese Inschrift und damit die "innocens virgo Ursula" geht sicher die Benennung der Kirche und der im Mittelalter aufblühende
Kult um die heilige Ursula zurück. Zu der Geschichte der Kirche und der damit eng verbundenen Inschrift des Clematius vgl. ID 720
und jetzt K. Künstler-Brandstätter, St. Ursula, in: Colonia Romanica 11,1996, 208 ff.
Literatur:
CIL XIII 8485 = ILCV 4659; Klinkenberg 1906, 276; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 60 Nr. 3; Fremersdorf, Urkunden², 73 und
Taf. 163; Schmitz 1995 Nr. 25 (besprochen in J. Deckers, Kult und Kirchen der Märtyrer in Köln, RQA 83, 1988, 25-43); Binsfeld,
Germania 45, 1967, 105.

Seite 321/682
Inschriften ID: 546 Inschriften Typ: Grabinschrift

Christe, [a] / tua man[u] / annus XX

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Kölnvor


Fundumstände:
Noch in den 50er Jahren des 19. Jhdts. in der Vorhalle von St. Gereon eingemauert, jetzt verloren
(Klinkenberg), möglicherweise irgendwo eingemauert und verputzt.
Übersetzung:
Christus, aus Deiner Hand (erhielt der Bestattete) 20 Jahre.
Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8487; Klinkenberg 1891, 16f. Nr. 12; Klinkenberg 1906, 283; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 61 Nr. 9. Schmitz, KJ 28,
1995, 693f.

Seite 322/682
Inschriften ID: 547 Inschriften Typ: Grabinschrift

Per(- - -) / nob(ili?) / pue(ro ? oder -llae?)

Beschreibung:
Platte. Linker Rand erhalten, oben rechts und unten abgearbeitet. Zeilen vorgerissen. Unter der
Inschrift Christogramm.
Fundort / Jahr: Köln1972
Fundumstände:
Gefunden in Zweitverwendung als Steinsetzung des Grabes G16, das etwa im 7./8. Jhdt. in den
Boden gekommen ist (Lageplan bei Binding/Schutzius/Wiedenau 1972/73, 166).
Übersetzung:

Kommentar:
Der oben angeführte Text geht davon aus, dass das Christogramm in der Mitte stand und die Inschrift demnach vollständig erhalten
ist. Die Abkürzungen wären jedoch sehr ungewöhnlich, vor allem die des Namens in Z. 1. Es wäre zu überlegen, ob nicht - wie
bisweilen auf den christlichen Inschriften (z.B. in Tarragona) - auf einer verlorenen rechten Seite ein zweites Christogramm
gestanden hat. In diesem Fall wäre der oben aufgelöste Text ausgeschrieben zu denken. Doch ist die Wahrscheinlichkeit hierfür
nicht groß.
Literatur:
Galsterer 1972/73 Nr. 24; Binding u.a., Archäol. Korrespondenzblatt 3, 1973, 101 - 105; Schmitz 1995, 690-693 Nr. 13.

Seite 323/682
Inschriften ID: 548 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - - an]nos II / [- - - lacrima?]ndo fu/[nere ra]pta pig/[nus ? - - -] iustis /5 [- - - i]nple/[re - - - parent?]es

Beschreibung:
Platte, die von ornamentiertem Rahmen eingefaßt wird. Oberfläche mit Inschrift flach
abgesplittert. Von der Inschrift noch zwei aneinanderpassende Bruchstücke vom rechten Rand
erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1893
Fundumstände:
Gefunden südlich neben dem Chor von St. Gereon bei der Tieferlegung des Geländes zur
Entwässerung, zusammen mit Inv.-Nr. 29,319-324b (Kalksteinblock, Kalksteinplatte, Bruchstück
eines Grab- oder Memoriensteines, Fundstücke von Fußbodenbelag). 321 und 324 a+b tragen
keine Inschriften!
Übersetzung:
- - - (lebte) zwei Jahre, durch beklagenswerten Tod entrissen. - - - (ihr Tod) hat ihre Eltern mit
gebührender (Trauer) erfüllt.
Kommentar:
Schmitz ergänzt zwei Hexameter: "quae vixit an]nos duo / [misera]ndo fu[nere ra]pta / pig[noris - - -] iustis / [lacrimis i]nple[vit
parent]es."
Literatur:
CIL XIII 8489 = ILCV 4830; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 62 Nr. 12; Schmitz 1995, 696-699 Nr. 16; Binsfeld, Germania 45,
1967, 105; Klinkenberg, BJb. 108, 157 Nr. 139.

Seite 324/682
Inschriften ID: 549 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] a parentum / [- - -]ibus aevi / [- - -c]ursu / [- - - cons]olamur hono/[re ? - - -] hoc spi<ri>tus ille / [- - -] quem

sibi / [- - -] mortali labe / [- - - sa]nctorum in / [- - -]ter anima[- - -] / - - -

Beschreibung:
Platte, links und unten abgebrochen. Zeilen vorgerissen.
Fundort / Jahr: Köln1952
Fundumstände:
Streufund
Übersetzung:
- - - Der Eltern - - - des Lebens - - - Lauf (des Lebens)- - - werden wir getröstet durch die Ehre - -
- jene Seele - - - der menschlichen Hinfälligkeit - - - der Heiligen in - - - Seele (Ü nach Schmitz).
Kommentar:
Die Inschrift ergibt nach Schmitz 2 1/2 Hexameter.
Literatur:
Binsfeld, Frühchristliches Köln, 63 Nr. 17; Binsfeld, Germania 45, 1967, 106 Nr. 17; Schmitz 1995 Nr.32; Schillinger-Häfele,
Nachtrag Nr. 190; AE 1995, 1122; Päffgen I 332 und II 557 Abb. 261.

Seite 325/682
Inschriften ID: 550 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]rpo et Rata[- - -] / rec[essit ? - - -]

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte, allseitig abgebrochen. Zeile vorgerissen.
Fundort / Jahr: Köln1956
Fundumstände:
Vermutlich als Streufund bei den unüberwachten Baggerarbeiten zusammen mit neun weiteren
Steinfragmenten geborgen, jedoch nicht inventarisiert worden; Päffgen beruft sich auf zehn
Notizen mit Beschreibung der Funde aus dem Nachlaß Fremersdorf.
Übersetzung:

Kommentar:
In der ersten Zeile sind vielleicht die Namen Cirpo, Turpo, Arta, Artanus gemeint (alle nach Nomenclator), die allerdings höchst
selten bezeugt sind. Wenn die Ligatur anders aufzulösen ist, ergäbe das einen Namen, der mit "Rata-" beginnt, was ebenso selten
wäre.
Literatur:
Schmitz 1995 Nr. 37; Päffgen, Severin II 588 h.

Seite 326/682
Inschriften ID: 558 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / CANT- - - / ANI - - - / IA- - - / DVS- - -

Beschreibung:
Zwei Fragmente aus rotem Sandstein, anscheinend aneinanderpassend, Linke und rechts
`Arabesken`.

Fundort / Jahr: Köln1889


Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8442; Klein BJbb. 88, 1889, 123 f. Anm.1; Klinkenberg 1906, 291.

Seite 327/682
Inschriften ID: 581 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] frate[ r- - -]

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Fragment.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 552.

Seite 328/682
Inschriften ID: 583 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]nus / [- - -]uctor / [- - -]DADV / [- - -]DR / - - -

Beschreibung:
Bruchstück vom rechten Rand einer Platte. Schlechte Buchstaben. Am Ende von Z. 1
griechisches Kreuz.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:
Spätantike Inschriften pflegen keine Berufe mehr anzugeben; also wird es sich in Z. 2 nicht um einen "structor", sondern um ein
Cognomen wie "Auctor" oder "Conductor" handeln, obwohl diese nicht sehr verbreitet sind. Die Inschrift wird auch bei Klinkenberg
1902 erwähnt und dort unter Inv.-Nr. 4 geführt; dies ist jedoch CIL XIII 8353 = Galsterer alt Nr. 327 = ID 368.
Literatur:
CIL XIII 8488; Klinkenberg 1906, 334; Schmitz 1995 Nr. 52.

Seite 329/682
Inschriften ID: 585 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]us / - - -

Beschreibung:
Fragment. Über dem Inschriftrest Tatze eines Löwen.
Fundort / Jahr: Köln (?)?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 556.

Seite 330/682
Inschriften ID: 600 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]AIGEI[- - -] / [- - -] f(ilius) * an(norum) * XX[- - -] / - - -

Beschreibung:
Fragment, vermutlich allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1889
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
CIL XIII 8455.

Seite 331/682
Inschriften ID: 601 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]vius / [- - -]thabe/[- - - Au]reliae / - - -

Beschreibung:
Bruchstück vom rechten Rand einer Platte. Links, oben und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1930
Fundumstände:
Gefunden in der Füllung des östlichen, d.h. des römischen Wallgrabens; "der noch anhaftende
Mörtel spricht dafür, dass der Stein ursprünglich in der Kastellmauer verbaut war."
(Fremersdorf).
Übersetzung:

Kommentar:
Dass in Z. 2 wirklich der Name der numidischen Stadt Thabena gemeint ist (Fremersdorf), muß wohl bezweifelt werden.
Literatur:
N 240; Fremersdorf 1935, 135 Nr. 13 und Taf. 12,2,2.

Seite 332/682
Inschriften ID: 603 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]chr[- - -] / [- - - ca]rissi[m - - -]

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Fragment, vermutlich von einem Sarkophag.
Fundort / Jahr: Köln1929
Fundumstände:
Aus der Füllung der Friedhofsmauer 104 (Inv.). bzw. Mauerausbruch 87/104 (Friedhoff 1984 Nr.
104; bei Friedhoff 1987, 16 versehentlich als Mauer 105 bezeichnet). Im Westen des Friedhofs
verlief parallel zur Severinstraße eine Mauer aus Grauwackesteinen.
Aus derselben Grabung stammen ID 317 und ID 554 (vgl. Friedhoff).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
N 235; Fremersdorf 1935, 133 Nr. 7 und Taf. 12,2,1; Friedhoff, Jakobstraße, 206 und 331.

Seite 333/682
Inschriften ID: 611 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / IIRLAVGODI- - - (?)

Beschreibung:
Bruchstück, angeblich unterer und linker Rand erhalten, oben abgebrochen, rechts abgearbeitet,
Inschrift roh eingehauen.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 582.

Seite 334/682
Inschriften ID: 613 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]oniae / [- - -]e / - - -

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln1887
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:
Als Ergänzung käme in Z. 1 eine Genitivform der Namen Cosconia, Sempronia, Petronia o.ä. in Frage, danach wohl "[filia]e".
Literatur:
CIL XIII 8461; Klinkenberg 1906, 299; Lehner Nr. 895.

Seite 335/682
Inschriften ID: 614 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] Aure[lius ?] / [- - -] M(arcus) Gav[ius oder -illius?] / - - -

Beschreibung:
Bruchstück. Allseitig glatt abgearbeitet, hinten glattes Loch.
Fundort / Jahr: Köln1927
Fundumstände:
Gregarek Nr. 82: Grabung des Wallraf-Richartz-Museums unter Leitung von F. Fremersdorf
(F.B. 27.2)
Übersetzung:

Kommentar:
Die beiden zur Ergänzung vorgeschlagenen Namen sind für Köln belegt (CIL XIII 8268; CIL III 14214 ???). Gaudentius gewinnt
erst zu einer Zeit Bedeutung, als Praenomina quasi ausgestorben waren.
Literatur:
F 369; Fremersdorf 1929, 134 Nr. 9; Gregarek Nr. 82; Breuer, Fundortindex, 108 Nr. 585.

Seite 336/682
Inschriften ID: 619 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) * M(anibus) / T(ito) * Manilio * Geniali / Agrippin(ensi) * stip(endiorum) XII / T(itus) * Manilius * Iucundus / - -

Beschreibung:
Stele. Über der Inschrift Totenmahl. Auf den Schmalseiten Bäume.
Fundort / Jahr: Bonn
Fundumstände:
[...] vom Missionar Bodewig dem Museum Wallraf-Richartz als Geschenk überwiesen. Nähere
Fundnotizen fehlen (Ihm 1896, 128).
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Titus Manilius Genialis aus Köln, (verstorben nach) 12 Dienstjahren,
(setzte diesen Stein) Titus Manilius Iucundus.
Kommentar:
Manilius war vermutlich Soldat in der Bonner Legion, obwohl seine Einheit nicht genannt wird. Römische Bürger dienten - von
Ausnahmen abgesehen - nicht in Hilfstruppeneinheiten.
Literatur:
CIL XIII 8091; Römerillustrierte 206 Nr. 1.

Seite 337/682
Inschriften ID: 621 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]niae [- - -] / [- - - d]efun[ctae ? ---]

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Köln-Efferen1935


Fundumstände:
Einzelfund: F.B. 35.36
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 592.

Seite 338/682
Inschriften ID: 622 Inschriften Typ: Grabinschrift

B...io Victori ad[iut(ori) ta]bu[l(ari) prin]cipis leg(ionis) II [Par]thic(ae) / [- - - S]everus b(ene)f(iciarius) pr(a)ef(ecti)

pr(a)et(orio)

Beschreibung:
Tafel, in der Mitte geklebt. Links, rechts und oben abgebrochen, rechts unten Rest des Randes
erhalten. Inschrift vor allem auf der rechten Seite (Z. 1) stark abgeblättert. Ein vor 70 Jahren
noch vorhandenes Fragment mit dem Beginn von Z. 1 und 2 fehlt heute. Der Zwischenraum
zwischen ihm und dem Rest der Inschrift scheint 4 - 5 Buchstaben betragen zu haben.
Fundort / Jahr: Köln-Rheinkassel20er
Fundumstände:
Ein kleineres Bruchstück mit zwei Buchstaben, das zu diesem Stein gehörte, wird bei Düntzer zu
Nr. 122 noch genannt. Inv.-Buch: Geschenk des Pfarrers von Rheinkassel.
Übersetzung:
Für B...ius Victor, Hilfskraft im Tabularium des Princeps der 2. Legion Parthica, gesetzt von
Severus, "beneficiarius" des Kommandanten der Garde.
Kommentar:
Die auf dem Albanerberg bei Rom stationierte "legio II Parthica" wurde wie die Prätorianergarde zur persönlichen Begleitung des
Kaisers verwendet, wenn dieser ins Feld zog. Sie war während des Alemannenfeldzuges des Caracalla und dem des Severus
Alexander in Germanien (Ritterling 1925, Sp. 1479f.). Die engen Beziehungen zwischen den Angehörigen der Legion und der
Garde zeigen sich auch darin, dass der verstorbene Legionär von einem Prätorianer bestattet wurde und daß er während eines
Feldzuges starb, bei dem der Kaiser anwesend war. Zur Dienststellung des "adiutor tabularii principis legionis" vgl.
Domaszewski-Dobson XIII, 50. Der "princeps prior" war nach Vegetius mil. 2,8 für den Routinedienst im Lager zuständig. Der
Familienname des Legionärs könnte Bellicius gelautet haben, doch sind auch eine Reihe anderer Ergänzungen möglich.
Literatur:
CIL XIIII 8516; Stauner 255f. Nr.52; C. Ricci, Legio II Parthica. Una messa a punto, Légions I 397-406.

Seite 339/682
Inschriften ID: 624 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dis * Manibus / Cocceiae * Aug(usti) * l(ibertae) * Restitutae / vixit * ann(os) * XXV * m(enses) * VIII * d(ies) * IIII /

M(arcus) * Ulpius * Aug(usti) * l(ibertus) * Fortunatu(s) /5 a comm(entariis) * rat(ionis) * patrim(onii) / coniugi *

optimae beneq(ue) / de se meritae et sibi li(bertis) / libertab(us)q(ue) suis posterisq(ue) eor(um)

Beschreibung:
Gerahmte Tafel, mehrfach geklebt, oben Dübellöcher.
Fundort / Jahr: Rom (?)vor
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Cocceia Restituta, Freigelassene des Kaisers Nerva, (verstorben im Alter
von ) 25 Jahren, 8 Monaten und 4 Tagen. Marcus Ulpius Fortunatus, Freigelassener des Kaisers
Trajan, Buchhalter bei der kaiserlichen Vermögensverwaltung setzte (diesen Stein) seiner
hervorragenden und um ihn wohlverdienten Ehefrau, sich selbst, seinen und ihren Freigelassenen
sowie deren Nachkommen.
Kommentar:
Einen gleichnamigen kaiserlichen Freigelassenen, der in der Verwaltung - vielleicht des "tabularium provinciae" - tätig war, erwähnt
CIL XIII 1826. Jedoch sind beide Namen so verbreitet, daß dies wohl Zufall ist. Zur Laufbahn kaiserlicher Freigelassener in der
Finanzverwaltung vgl. P.R.C. Weaver, Familia Caesaris, Cambridge 1972, 24ff. Vgl. ferner den Kommentar bei L. Schumacher,
Röm. Inschriften, 277.
Literatur:
CIL VI 8502; Römerillustrierte 250 Nr. 8.

Seite 340/682
Inschriften ID: 625 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Iulius Nymphodotus / accens(us) Caesaris patroni / procurat(or)

Beschreibung:
Podest einer unterlebensgroßen Statue. Von der Figur nur noch die Füße erhalten.
Fundort / Jahr: Rom ??
Fundumstände:
Unbekannt; früher Sammlung Wollmann (Inv.-Nr. Wo 3118).
Übersetzung:
Gaius Iulius Nymphodotus, Amtsdiener des Kaisers und (nach seiner Freilassung) in der
Verwaltung von dessen Vermögen tätig.
Kommentar:
Außer Nymphodotus sind noch mehrere kaiserliche Freigelassene der iulisch-claudischen Zeit bekannt, die vom Amtsdiener
("accensus", "apparitor") zu einer Prokuratur in der kaiserlichen Vermögensverwaltung aufgestiegen sind (vgl. dazu P.R.C. Weaver,
Familia Caesaris, Cambridge 1972, 274f.).
Literatur:
AE 1945, 113. Oxé, Röm. Mitt. 57, 1942, 27f. Nr. 10.

Seite 341/682
Inschriften ID: 626 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - [- - -fili?]o pie[ntissimo ? - - -] [- - - e]orum [- - -] / [- - -] et V[- - -]

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte, allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Rom?
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer alt Nr. 597.

Seite 342/682
Inschriften ID: 828 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) Avonius / Prahates / sibi et Phrygiae / conlibert(ae)

Beschreibung:
Kolumbarieninschrift aus Marmor, typisch für Rom in der frühen Kaiserzeit.
Fundort / Jahr: Rom?
Fundumstände:

Übersetzung:
Marcus Avonius Prahates stiftete diesen Begräbnisplatz für sich und seine Mitfreigelassene
Phrygia.
Kommentar:
Der frühere Herr von Prahates und Phrygia hatte offensichtlich ein Faible für Kleinasien und den Orient, woher er die Inspiration für
die Namen bezog. Prahates ist - in römischer Schreibung - von dem Partherkönig Phraates abgeleitet (vgl. Oxé 1942, 20).
Literatur:
Oxé 1942, 18f.

Seite 343/682
Inschriften ID: 627 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - -]mio Euhe/[me ?]ro b(ene) m(erenti)

Beschreibung:
Fragment, vermutlich einer Aschenkiste. Allseitig abgebrochen. Rechts neben der gerahmten
Inschrift Genius.
Fundort / Jahr: Rom?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Totengöttern geweiht. Für - - -mio Euhe- - -, weil er es verdient hat.
Kommentar:
Kurze Nomina auf -mius sind nach Solin-Salomies Camius, Damius, Pamius und viele andere. Das verbreitetere Postumius wird zu
lang sein.
Literatur:
Ni Nr. 5699.

Seite 344/682
Inschriften ID: 628 Inschriften Typ: Grabinschrift

Diis Manibus / Cn(aei) Cossuti Epityn/chani f(ili) Ianuari / duorum Cossuti/orum Bassi et Asteris / lib(erti). Vixit annis

VIIII

Beschreibung:
Aschenkästchen. Auf der Vorderseite über der Inschrift Kopf des Iupiter Ammon. Unter der
vierfach gerahmten Inschrift Genien, eine Rosette haltend. An den Ecken der Frontseite ist
jeweils eine Ammonsmaske angebracht. Unterhalb der profilierten Inschrifttabula fliegt ein
Erotenpaar, das ein mit einer Rosette gefülltes Medaillon hält. Der dachförmige Deckel besitzt
seitlich Palmettenakrotere. Das Tympanon wird durch ein Füllhorn gefüllt (Noelke, Kommentar
Weyer, 307 Nr. 2). Die - einzigen vorhandenen - Abbildungen bei Weyer XXX, 13 und bei
Wiethase, Köln und seine Bauten, Köln 1888 (ND 1984) 25 Abb. 12 rechts unten sind
unbrauchbar.
Fundort / Jahr: Italien?
Fundumstände:
Unbekannt; "der Deckel einer anderen, gleichfalls antiken Cista entnommen" (Inv.).
Übersetzung:
Den Totengöttern des Gnaeus Cossutius Ianuarius, Sohn des Epitynchanus, der Freigelassener
des Cossutius Bassus und des Cossutius Aster ist. Er lebte 9 Jahre.
Kommentar:
Es ist ungewöhnlich, daß auf der Inschrift für einen Freigelassenen, wie hier Ianuarius, neben den beiden Freilassern auch noch der
leibliche Vater Epitynchanus genannt wird. Möglicherweise war Epitynchanus schon freigelassen, also Vater auch im Rechtssinne,
während seine restliche Familie auf die Freilassung (oder den Freikauf durch den Vater) noch einige Zeit warten mußte.
Literatur:
CIL VI 35054; Düntzer, Cat. 2 Nr. 128; Weyer XXX 13; Noelke, KJ 26, 1993, 149, Abb. 22; Noelke, Die archäologischen
Sammlungen des Wallrafianums, zu Bl. 13.2; Sinn 278.

Seite 345/682
Inschriften ID: 629 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dis Manibus / T(iti) Rusti C(aiae) l(iberti) / Alypi

Beschreibung:
Aschenkästchen. Auf der Vorderseite Gefäß mit Blumen, die die Inschrift umschlingen. Deckel
in Form eines Daches. Spuren von Färbung (rot bei Inschrift, sonst dunkelblau).
Fundort / Jahr: Rom?
Fundumstände:
Unbekannt; von Wallraf mit den Giorginischen Marmoren erworben (Inv.).
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für Titus Rustius Alypus, den Freigelassenen einer Frau.
Kommentar:

Literatur:
CIL VI 36273; Düntzer 69 Nr. 135.

Seite 346/682
Inschriften ID: 630 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) Caesiae / Libadi fec(it) / b(onae) m(emoriae) M(arcus) Ulpius / Ianuarius uxor(i) /5 karissimae et si(bi)

Beschreibung:
Aschenkästchen. Auf der Vorderseite unter der mehrfach gerahmten Inschrift Gefäß mit Blumen,
darüber zwei Tauben. Rechts und links davon Fackeln. Deckel in Form eines Daches. Inschrift
am Ende der beiden letzten Zeilen aus Platzmangel abgekürzt.
Dach des Deckels mit Blumen als Ziegel. Beschreibung von Noelke: aus gerieftem Krater
entwickelt sich je ein seitlich aufsteigender Zweig mit Efeu-, Oliven- und Weinblättern, Beeren
und Pinienzapfen, Nebenseiten mit großen Blattrosetten; Dach schließt mit pulvini ab, im
Giebelfeld Akanthusranke.
Fundort / Jahr: Rom?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Totengöttern der Caesia Libas. Zur guten Erinnerung (an sie), seine geliebte Frau, und für
sich selbst ließ Marcus Ulpius Ianuarius (die Urne) anfertigen.
Kommentar:
Folgender Eintrag findet sich bei Noelke, Kommentar Weyer, 306 Nr. 1: "Ehemals Giorgini, Rom; unrestauriert, nur geringe
Beschädigungen am Deckel; datiert Mitte 1. Jhdt. n.Chr.; die Inschrift wohl von Zweitverwendung im 2. Jhdt. n.Chr." In CIL VI
29209 findet sich die Grabinschrift für den Sohn des Paares, Ulpius Geminus.
Literatur:
CIL VI 14008; Düntzer, Cat. 2 Nr. 134; Weyer XXX 13; H. Wiethase, in: Köln und seine Bauten. Festschrift zur VIII.
Wanderversammlung des Verbandes deutscher Architekten-und Ingenieur-Vereine, Köln 1888, 25, Abb.12 (links unten); Noelke,
Die archäologischen Sammlungen des Wallrafianums zu Bl. 13.1, KJ 26, 1993, 149, Abb. 22-24. F. Sinn, Stadtrömische
Marmorurnen, Mainz 1987, 125 f. nr. 132.

Seite 347/682
Inschriften ID: 631 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / li[- - -] amantis[- - -] / - - -

Beschreibung:
Zwei aneinanderpassende Bruchstücke einer Platte. Linker Rand erhalten, sonst überall
abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln, TK 5007 Köln Koordinaten ca. 66820/41420.1974
Fundumstände:
Gefunden in der Verfüllung von Brunnen 2 im ehemaligen römischen Gutshof Köln-Radertahl.
Das Füllmaterial des Brunnens bestand von der ausgegrabenen Oberkante des ersten
Brunnenringes in H[öhe] 45,10 [NN] bis zur Sohle aus dunkelbraunem, erdigem, sandigem
Schutt", in dem drei Inschriften lagen: diese, alt 144 und III 29.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Noelke, Lust und Verlust, 439.

Seite 348/682
Inschriften ID: 331 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [- - -]ri [vet]erano / [- - -] et / [- - - fil]io in/[comparabili ?] mili/[tavit ? - - -] / - - -

Beschreibung:
Oberteil einer Grabstele, aus sechs Bruchstücken zusammengeklebt. Über der Inschrift Reste von
drei Büsten in Medaillons.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Manen. Für - - -er, Veteran - - -, und seinen unvergleichlichen Sohn, Soldat - - -.
Kommentar:
Der Grabstein wurde zu Ehren (mindestens) dreier Verstorbener errichtet, jedenfalls sind drei Personen in Reliefmedaillons oberhalb
der Schrift dargestellt. Der nur noch sehr fragmentarische Inschriftentext nennt zwei von ihnen als Vater und Sohn, beide
Militärangehörige, von denen sich der Vater bereits im Ruhestand befand. Darüber, ob die dritte Figur die Mutter bzw. Ehefrau war,
lässt sich nur spekulieren. Zwei der drei Medaillons sind so stark beschädigt, dass sich keine Aussage treffen lässt, ob hier Männer
oder Frauen dargestellt waren.
Literatur:
CIL XIII 8302; Düntzer³ II 209; Klinkenberg 1906, 324; Klinkenberg 1902, 124 Nr. 59, 133; Binsfeld, BJb. 1960, 165 Nr. 18;
Noelke, KJ 29, 1996, 326 Nr. 16; Faust 121 Nr. 91.

Seite 349/682
Inschriften ID: 85 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arco) Fabio Ceria/lis lib(erto) Attoni / IIIIIIvir(o) Augusta/li. T(estamento) p(oni) i(ussit). H(eres) f(aciendum)

c(uravit)

Beschreibung:
Gerahmte Inschrift auf der Rückseite der rechten Figur im Tympanon des Nordportals der
Caecilienkirche.
Fundort / Jahr: Köln1939
Fundumstände:
Die Platte bildete den rechten Teil der Tympanongruppe über dem Portal auf der Nordseite der
Kirche (Fremersdorf a.O., 429).
Übersetzung:
Für Marcus Fabius Atto, den Freigelassenen des Cerialis, "sevir Augustalis". Er ließ (das Grab)
testamentarisch errichten und sein Erbe sorgte für die Durchführung.
Kommentar:
Die sechs "seviri Augustales" wurden, im Gegensatz zu den Beamten und den höheren Priestern (etwa den "pontifices"), aus den
Freigelassenen gewählt und konnten durch besondere Spendenfreudigkeit versuchen, den Makel der unfreien Geburt vergessen zu
machen. Fabius Atto war Freigelassener eines Fabius Cerialis.
Literatur:
NL 218 = AE 1945, 13 = AE 1956, 250; Fremersdorf, BJb. 146, 1941, 429; Fremersdorf 1955, 27f. Nr. 13 und Taf. 11,4, a und b;
Fremersdorf, Urkunden², 50f. und Taf. l68; Römer am Rhein 180f., A 150.

Seite 350/682
Inschriften ID: 330 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Aprilioni * qui vixit * m(enses) * XI / et * dies * VII * et Inno/centiae * qui vixit an/nos * VII * et *

dies * XXXXVIII. / Verinius * Friattius * / * miles * et * Apra / filis * dulcissi/mis * curavit * faciun/dum *

Beschreibung:
Einfach gerahmte Platte, aus fünf Teilen zusammengesetzt und stark restauriert. Zeilen
vorgezogen.
Fundort / Jahr: Köln1884
Fundumstände:
1,30 m unter Straßenhöhe, als Deckel eines beraubten merowingischen Sarges (Inv. 408);
Zug.-Inv.1664-1669.
Übersetzung:
Den Totengöttern des Aprilio, der 11 Monate und 7 Tage lebte, und der Innocentia, die 7 Jahre
und 48 Tage lebte. Verinius Friattius, Soldat, und Apra liessen (das Grab) ihren lieben Kindern
errichten.
Kommentar:
Die Grabinschrift war von den Eltern für zwei früh verstorbene Kinder errichtet worden. Der Sohn war bei seinem Tod 11 Monate,
die Tochter 7 Jahre alt. Hier wird die hohe Rate der Säuglings- und Kindersterblichkeit in römischer Zeit an einem konkreten
Beispiel fassbar. Das Cognomen des Verstorbenen Aprilio ist singulär (Kajanto 325), während die Varianten Aprilis und Aprilius
häufiger vorkommen. Möglicherweise ist der Name hier von dem der Mutter, Apra, abgeleitet. Das Cognomen des Vaters ist als
Friatto auch bei den Tungri und den Frisiavones bekannt (vgl. Noms 450, 457).
Literatur:
CIL XIII 8324; Faust 1998, 126 Nr. 112; Klinkenberg, Grabdenkmäler 1902, 138 Nr. 99; Klinkenberg 1906, 316; Lehner 893;
Päffgen, Severin I, 36f.; Tod am Rhein 118 Nr. 56.

Seite 351/682
Inschriften ID: 475 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]r con[i]ug[i - - -] / [- - -]nia Patern[a - - -] / - C - -

Beschreibung:
Zwei aneinanderpassende Bruchstücke einer Platte.
Fundort / Jahr: Köln (?)Unbe
Fundumstände:
Unbekannt
Übersetzung:

Kommentar:
Laut des Eintrags im Inventarbuch gehört Inv. Nr. 278 mit 287 (ID 382) zusammen anstatt mit 267. Hierfür ist jedoch kein
Argument gegeben.
Literatur:
CIL XIII 8413; Klinkenberg 1906, 334.

Seite 352/682
Inschriften ID: 497 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [secu]ndu[m volun]/[tat]em test[amenti] / [ei]us faciu[ndum] curav[it]

Beschreibung:
Fragment einer Platte,von der der untere Abschluß erhalten war. Heute nur noch ein kleines
Bruchstück aus Zeile 1 und 2 erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1929
Fundumstände:
Gefunden bei Anlage des äußeren Grüngürtels Los III (Inv.) als Einzelfund bei Siedlungsresten
und Gräbern eines römischen Gutshofes (F.B.).
Übersetzung:
- - - ließ nach Maßgabe des Testamentes des Verstorbenen (das Grab) errichten.
Kommentar:

Literatur:
N 231. Fremersdorf 1935, S. 135, Nr. 14 und Taf. 12,3,4.

Seite 353/682
Inschriften ID: 18 Inschriften Typ: Grabinschrift

D [M]

FUSC [- - -]

GRI[- - - ]

OSU[- - -]

---

Beschreibung:
Linke obere Ecke eines Grabsteines. Die rote Ausmalung der Buchstaben ist noch teilweise gut
erhalten.
Fundort / Jahr: Köln2003
Fundumstände:
Leitungsbau GEW
Übersetzung:
Den Totengöttern der/des Fusc- - - Gr- - -.
Kommentar:
Ein möglicher Name in Z. 2 wäre Fuscinius (CIL XIII 7921 in Bonn, sonst bekannt in Zentralgallien) oder Fuscianius (Noms 410);
jedenfalls handelt es sich um eine Ableitung von "fuscus". "GRI" in Z. 3 könnte zu Grittius (Solin-Salomies 90) ergänzt werden.
Obwohl als Name anscheinend nicht belegt, könnte man vielleicht auch an Grillus denken. "Posuit", wozu sich OSU in Z. 4 am
einfachsten ergänzen läßt, gibt an dieser Stelle keinen Sinn.
Literatur:
Bislang unpubliziert.

Seite 354/682
Inschriften ID: 20 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / ben[emerenti] / pos[uerunt]

Beschreibung:
Linkes unteres Teil einer 5,5 cm dicken Platte aus Tuff mit 2 cm dicker Gipsschicht. Links und
unten glatt, rechts und oben gebrochen. Oberfläche leicht hellbraun verfärbt. Inschrift in den
Gips eingeritzt, Zeilen vorgezogen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:
- - - haben dem (um die Errichter des Grabes) wohlverdienten gesetzt.
Kommentar:
Man kann vermuten, dass eine Familie diesen Grabstein setzte. Eine Inschrift in Gips erweckt zuerst den Verdacht der Fälschung,
doch ist es nicht auszuschließen, dass man in der Zeit nach der Mitte des 3. Jhdts., als guter Inschriftenstein rar wurde, auf diesen
Ersatz zurückgriff. Vergleichbar sind der Überzug mit Kalk eines Sandsteinsarkophags (ID 300), auf den später eine Madonna
gemalt wurde, oder die Reste eines Sarkophags von der Alteburg.
Literatur:

Seite 355/682
Inschriften ID: 21 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Stein aus der Grabung FB 64,20 "unter Fettenhennen". Dort kam neben der Weihung für die
Boudunneischen Matronen ID 165 "ein anderer Grabstein aus Sandstein" an die Oberfläche, der
anscheinend verschwand, ohne daß sein Text in FB oder Inventar verifiziert worden wäre.
Fundort / Jahr: Köln1964
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 356/682
Inschriften ID: 22 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -eco / - - -llinis / - - - [ma]rito et s(ibi)

Beschreibung:
Oben und links gebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1959
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Bei dem Fragment handelt es sich um den Rest einer Grabinschrift, wie die Formel in Z. 3 deutlich macht. In Z. 1 könnten die Reste
"---eco" zu einem Namen auf "-ecus" gehört haben (vgl. Lesung). Das Cognomen auf "-llo" im Genitiv befand sich in Z. 2.
Literatur:
SH Nr. 198; Kolbe bei Haberey, BJb. 161, 1961, 340, Abb. 7.

Seite 357/682
Inschriften ID: 23 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [F]laviae / - - -ni filiae / - - -

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Köln1959


Fundumstände:

Übersetzung:
- - - für Flavia, - - - Tochter des - - -nus.
Kommentar:

Literatur:
SH Nr. 199; Kolbe bei Haberey, BJb. 161, 1961, 340f. mit Zeichnung 8.

Seite 358/682
Inschriften ID: 25 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - OB - - - / - - - HA - - - / - - - O - - -

Beschreibung:
Bruchstück einer frühchristlichen Grabinschrift. Länglich rechteckig (Inv.-Buch). Auf drei Seiten
alter Abschluß. Umrahmung Flechtband.
Fundort / Jahr: Köln1929
Fundumstände:
Ohne Angabe des FO, doch wenn die Angabe stimmt, daß die Inschrift zusammen mit ID 548
gefunden wurde, ergibt sich St. Gereon als FO und 1929 als FD.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Schmitz 1995, 697 Anm. 4.

Seite 359/682
Inschriften ID: 27 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - NA - - - / - - - L - - - / - - - M - - -

Beschreibung:
Platte mit Resten von drei Zeilen.
Fundort / Jahr: Köln1969
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das Marmormaterial des Fragments lässt vermuten, dass es zu einer spätantiken Grabinschrift gehörte.
Literatur:
Liesen 2001, 415 Nr. I/104.

Seite 360/682
Inschriften ID: 30 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Pe]regrin[io Pl]/[ac]ido fr[atri ?] / - - -

Beschreibung:
Allseitig abgebrochen. Oben die Protome mit Darstellung wohl eines Mannes soweit erhalten,
dass die Mitte des Steines über dem R der ersten Textzeile festgelegt werden kann. Buchstaben
modern ausgemalt.
Fundort / Jahr: Köln2005
Fundumstände:

Übersetzung:
(Den Totengöttern). Für Peregrinius Placidus - - -.
Kommentar:
Die Inschrift folgt einem in Köln im 3. Jhdt. bei Angehörigen des Militärs und Zivilisten beiderlei Geschlechts weit verbreiteten Typ
von Grabinschriften, die zumindest teilweise einer bestimmten Werkstatt zugeordnet werden können (vgl. ID 271 und ID 276). Sie
beginnen jeweils, soweit erhalten, mit "D(is) M(anibus)" in der ersten Zeile und geben nur noch selten bei Männern das Praenomen
an. Peregrinius ist bislang inschriftlich noch nicht belegt, hingegen gibt es zahlreiche Zeugnisse für Peregrinus und einige für
Peregrinianus. Weitere Beispiele dieses Stelentyps sind ID 271, 276, 331, 371, 373, 407, 409, 454, wovon zwei aus der Aachener
Straße und drei aus der Severinstraße stammen. Ergänzungen zu den Namen in Z. 3-4 sind nicht möglich.
Literatur:

Seite 361/682
Inschriften ID: 72 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]VIIII / [- - - P]IE * F * C

Beschreibung:
Rechte untere Ecke eines Grabaltars. Rechte Seite und Reste der Unterkante erhalten. Links und
oben abgebrochen. Rückseite geglättet. Rechts unten noch Mörtelreste von antiker
Zweitverwendung.
Fundort / Jahr: Kölnum 1
Fundumstände:
Das Kölner Inventar verweist auf den umfangreichen F.B. 69.2.
Übersetzung:

Kommentar:
Die Inschrift folgt einem in Köln besonders bei Inschriften für Auxiliarsoldaten üblichen Formular. Die Erweiterung der
Dedikationsformel durch "pie" ist allerdings sonst nicht belegt. Aus dem Bereich um den Kölner Dom (Südseite) sind zahlreiche
zweitverwendete Inschriftenfragmente bekannt geworden. Hierunter befindet sich auch ein heute verlorenes Bruchstück von der
oberen Kante einer Tafel, das mit dem oben genannten Fragment in Verbindung stehen könnte (= ID 320). Es trägt die Inschrift "[- -
-]ILCH[- - -].[- - - m]il(es) ch[ort(is) - - -]". Da allerdings weder die Maße noch sonstige Einzelheiten zu dem Stein bekannt sind,
kann die Zusammengehörigkeit der Fragmente nur sehr hypothetisch bleiben.
Literatur:
Galsterer I Nr. 19.

Seite 362/682
Inschriften ID: 247 Inschriften Typ: Grabinschrift

Heu seni Tornato dat / tristi{ti}a dona supe<r>stis / quosque sibi solvi spera/bat reddit honores /5 O mater lusus pueri

risus/que recordans ingemie / et dulcis re<q>u<ir>it luc/tamina lingu(a)e. Catulus / huic nomen terdeni in/10 lumine

mensis

Beschreibung:
Platte; mit Ausnahme leichter Abstoßungen am Rand und geringer Abreibungen unbeschädigt.
Schriftfeld von vier eingeritzten Linien umrahmt, wobei Z. 5 und Z. 6 rechts und links, Z. 10
völlig in die Umrahmung geschrieben sind.
Fundort / Jahr: Köln1977
Fundumstände:
In Zweitverwendung als Seitenplatte eines gemauerten spätmittelalterlichen Grabes. "Dieses
Grab lag im Schnitt VII zwischen dem römischen Mauerrest 16 [vgl. auch Galsterer alt Nr. 604]
im Süden und dem gotischen Pfeilerfundament 32 im Norden." (F.B.).
Übersetzung:
Wehe, der Vater gibt dem Sproß traurige Gaben, er, der ihn überlebte, und die Totenehrung, die,
wie er hoffte, ihm gegeben würde, gab er nun selbst. Die Mutter, oh, wenn sie sich an die Spiele
des Knaben und sein Lachen erinnert, seufzt sie und sehnt sich nach seinen Versuchen mit der
Sprache. Catulus war sein Name, dreimal zehn Monate hier am Lichte.
Kommentar:
Die Datierung ähnlich wie bei anderen eingeritzten Inschriften in der Umgebung von St. Gereon, wie z.B ID 536 = Galsterer alt Nr.
493 und ID 544 = Galsterer alt Nr. 501.
Literatur:
Galsterer I Nr. 20 = AE 1981, 673; Schmitz 1995, 255-258 Nr. 2 = AE 1995, 1114.

Seite 363/682
Inschriften ID: 248 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / - - -

Beschreibung:
Bildfeld einer aus mehreren Fragmenten zusammengesetzten Grabstele mit Darstellung eines
Soldaten in Tunika und "sagum" (= Militärmantel) sowie eines Sklaven (oder Kindes). Die
Inschrift unter der Darstellung ist heute verloren, erhalten ist lediglich die Weiheformel in der
linken und rechten oberen Ecke.
Fundort / Jahr: Köln1975
Fundumstände:
Gefunden als Streufund zusammen mit einem großen Altaraufsatz, zwei großen nicht mehr
vollständigen Tuffblöcken mit geglätteter Seite sowie römischen Keramikresten, ca. 4 m unter
der Geländeoberfläche. "Die Fundstelle liegt an der Ostseite der römischen Reichsstraße nach
Neuss, und zwar im Mittelabschnitt des nördlichen Gräberfeldes der Colonia Claudia Ara
Agrippinensium. Das Grabmal . . . ist in zahlreiche Fragmente zerschlagen aufgefunden worden"
(Noelke 1984, 36).
Übersetzung:
Den Totengöttern - - -.
Kommentar:

Literatur:
Galsterer I Nr. 21; Noelke, Studien zu den Militärgrenzen Roms 1986, 213ff.; Noelke 1984,36; Faust 125 Nr. 106.

Seite 364/682
Inschriften ID: 249 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] / A[ - - -] / CO[NIVGI ? - - -]

Beschreibung:
Zwei anpassende Bruchstücke von der linken unteren Ecke einer Platte. Der antike Rand ist links
und unten erhalten.
Fundort / Jahr: Köln1975
Fundumstände:
Streufund, zusammen mit Galsterer I Nr. 21; vgl. dort.
Übersetzung:
- - - für ihren verstorbenen Ehemann/seine verstorbene Ehefrau.
Kommentar:
Die Fragmente könnten zu einer Grabinschrift gehört haben. Sollte die Ergänzung von "co[- - -]" zu "co[niugi] richtig sein, hätte ein
Mann oder eine Frau für den verstorbenen Ehepartner den Grabstein anfertigen lassen. In der vorletzten Zeile könnte eventuell der
Name der/des Verstorbenen gestanden haben.
Literatur:
Galsterer I Nr. 22.

Seite 365/682
Inschriften ID: 446 Inschriften Typ: Grabinschrift

[. . .]cipiu[- - -] / coniugat[- - -] / meruit iusto[- - -] / [c]oiux tetulo posu[it - - -] /5 [. . .]misit g[e]nera doli[- - -] / [fi]lii

dulcissim[i - - -] / [ - 6 - ]sti fedelis[- - -]

Beschreibung:
Platte, allseitig abgebrochen. Zeilen vorgezogen. Nach dem Befund zu Beginn von Z. 3 war
anscheinend das gesamte Inschriftenfeld umrahmt. In der Mitte von Z. 5 scheint der Steinmetz
einen anderen, stumpfen Meißel zur Hand genommen zu haben. Die Formen des G und L zeigen
aber, dass derselbe Steinmetz am Werk blieb. Über der ersten und unter der letzten erhaltenen
Zeile ist noch mehr Text anzunehmen, wie die Zeilenvorzeichnungen zeigen. Vielleicht ist die
Inschrift im unteren Abschnitt auch nachgearbeitet worden (vgl. die Clematiusinschrift aus St.
Ursula).
Fundort / Jahr: Köln1984
Fundumstände:
Zur Fundlage vgl. Päffgen a.O. Wohl sekundär verwendet da der Stein mit der Schrift nach unten
über der Bestattung IX,9 lag.
Übersetzung:

Kommentar:
Ergänzung, Lesung und Interpretation der Inschrift sind außerst problematisch. Die einzelnen Zeilen werden folgendermaßen
gedeutet:
In Z. 1 findet sich ein Wort auf -ipius (der Ansatz des S ist an der Bruchkante vorhanden) - falls man hier nicht ein höchst
unwahrscheinliches Neutrum wie "mancipium", "municipium" o.ä. annehmen möchte. Nach den gängigen Lexika kann hier nur der
- in den ILCU belegte - Name Principius gestanden haben. Der würde auch gut den zur Verfügung stehenden Raum füllen, denn drei
bis vier Buchstaben haben vor dem erhaltenen C noch Platz.
In Z. 2 war vor dem C wohl kein Platz für einen weiteren Buchstaben. "Coniuga" statt "coniux", d.h. in die 1. Deklination versetzt,
findet sich bereits bei Apuleius (Apul. met. 6,4; 9,14; siehe auch CIL XIII 11079. Später tritt diese Variante häufiger auf (siehe etwa
ILCU 2305 u.a.). Das T hinter "coniuga" ist wohl als Beginn eines eigenständigen Wortes zu interpretieren, d.h. als "coniuga t[- - -]"
zu lesen ("coniuga tua"?). Wenig wahrscheinlich ist, daß hier ein Wort wie "coniugat[us]", "coniugat[io]" o.ä. stand (trotz des
"coniux" in Z. 4).
Die dritte Zeile ieße sich vielleicht zu "meruit iusto [funere efferri]" ergänzen (vgl. ILCU 244, 9). Der senkrechte Strich vor M ist
der Rest der linken Schriftfeldbegrenzung.
In Z. 4 wird "tetulo" mit ET-Ligatur angegeben. Das E ist zudem an der falschen Stelle angebracht. Die Auslassung des Schluß-M
findet sich in späten Inschriften häufiger (vgl. ID 537 u. 542). Außerordentlich ungewöhnlich ist allerdings die SU-Ligatur in
"posu[it - - -]".
Die Lesung wie das Verständnis der Zeile 5 bereiten große Schwierigkeiten. Nach Platz für ca. drei Buchstaben folgt deutlich MIS,
darauf zwei Buchstaben, die entweder IT oder, falls es sich nicht um Steinverletzungen handelt, PE sind. Damit wäre am Anfang
entweder "[...]misit" mit einigen vorangehenden Buchstaben, vielleicht "[per]misit", zu lesen, oder "[. . .]mi spe" abzutrennen. Es
folgen G und eine NE-Ligatur, darauf ADOLI und eventuell noch der Ansatz eines V. Unklar bleibt, ob "G(e)ner Adoli[us]" oder
"g[e]nera doli[entes]" zu lesen ist. Der Name Adolius ist in der einschlägigen Literatur unbekannt.
In Z. 6 besteht vom Sinn her kaum eine andere Möglichkeit als "[fi]lii" zu Beginn der Zeile anzunehmen, obwohl das L des
Steinmetzen normalerweise mehr Platz braucht als für die Ergänzung der ersten senkrechten Haste zu L zur Verfügung steht. Völlig

Seite 366/682
unklar bleibt, welchen Sinn die drei senkrechten Hasten ("III") vor "dulcissimi" sonst ergeben könnten. Auch steht dem M am Ende
des erhaltenen Textes eigentlich zuviel Platz zur Verfügung, als dass dort ein I gestanden haben könnte (ist vielleicht an "[adif]ni
dulcissim[o - - -]" zu denken?). Von einer Schräghaste zwischen den ersten beiden Senkrechthasten ist allerdings auch keine Spur zu
entdecken.
In der siebenten Zeile schließlich ist "fedelis" (für "fidelis") trotz der Verschreibung des F sicher lesbar. Das davor stehende "[- -
-]sti" verleitet zu der Ergänzung "[- - -Chri]sti fidelis", obwohl es für diese Wendung keine Parallele zu geben scheint. Eher ist
insofern vielleicht an "[fui]sti fidelis" zu denken.
Literatur:
Galsterer III Nr. 38; Päffgen und Seiler 1985, 243; Schmitz 1995 Nr. 30; Päffgen, Severin III, 665 IX,6; AE 1990, 737; AE 1995,
1121.

Seite 367/682
Inschriften ID: 447 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [bo]na mem[oria - -] / [- - -r]ecess[it - - -] / - - -

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte. Unten glatt abgearbeitet, sonst allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1982
Fundumstände:
Atrium, "Befund 83 neben der Nordseite des Deckels von Grab 83, aus Steinpackung". Gefunden
zusammen mit Pingsdorfer Keramik.
Übersetzung:

Kommentar:
Der Grabstein ist in die Zeit nicht vor dem 5. Jhdt. zu datieren. Die Form des A mit der gebrochenen Querhaste findet sich auch bei
ID 537 (= Galsterer alt Nr. 494). In der zweiten erhaltenen Zeile folgte auf "[r]ecess[it]" sicher "in pace" o.ä.
Literatur:
Galsterer III Nr. 39; Schmitz 1995, 701-702 Nr. 18.

Seite 368/682
Inschriften ID: 448 Inschriften Typ: Grabinschrift

PV - - - V[.] / P - - - A[..] / - - - NSO / - - - NIMP (?) - - - / - - -V - OP

Beschreibung:
Platte. Sekundär rechts oben abgearbeitet. Eingeritzt Tabula Ansata mit vier Zeilen Text. Am
unteren Ende ist der Platz für eine weitere Zeile wohl sekundär hinzugefügt (da somit die
Ansätze der Ansae nicht mehr in der Mitte der Längsachse sitzen). Am unteren Ende Platz für
eine sechste Zeile. Buchstaben sehr verwaschen und kaum mehr lesbar.
Fundort / Jahr: Köln?
Fundumstände:
Gefunden im Mittelschiff, auf dem gemauerten spätmerowingerzeitlichen Grab III,99 in
sekundärer Verwendung als mittlere Deckplatte.
Übersetzung:

Kommentar:
Eingeritzte Tabulae Ansatae der Spätantike sind in Köln nicht häufig (vgl. jedoch, wenn auch kleiner, ID 591 = Galsterer alt Nr. 562
vom Georgsplatz, am nördlichen Ende des sich entlang der Severinstraße hinziehenden römischen Friedhofs).
Literatur:
Galsterer III Nr. 40; Päffgen, Severin II, 276f. Nr. III 99 und Abb.124; Schmitz 1995 Nr. 42.

Seite 369/682
Inschriften ID: 640 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - .cumera.. / Illa iam quattuo[r e]/gerat annos, hic tri/ mus erat am/plius. Am/bos mensis quintus ha/bebat, quib(us)

Pius pater / haec Dubitataq(ue) mater / miseri fecere paren/tes.

Beschreibung:
Glatte Platte ohne Verzierung. Oben abgebrochen. Am Unterende Spuren der Verankerung.
Fundort / Jahr: Köln2004
Fundumstände:
Abdeckung einer Aschenkiste in Grab 20 (FB 2004.038).
Übersetzung:
- - - Diese hatte bereits vier Jahre gelebt, er war mehr als drei Jahre. Beide raffte der fünfte
Monat hinweg (?). Ihnen errichteten (das Grab) der Vater Pius und die Mutter Dubitata, die
bedauernswerten Eltern.
Kommentar:
Die Inschrift ist sehr niveauvoll geschrieben, passend zu dem bemüht literarischen Text. An der Gestaltung fallen die dreieckigen
Trennpunkte auf. In Z. 5 könnten mit "mensis quintus" die Monate Mai oder Juli (nach dem alten Jahresberginn am 1.März, dem
noch die Monatsnamen September-Dezember folgen) gemeint sein.
Literatur:
Galsterer IV Nr. 16.

Seite 370/682
Inschriften ID: 641 Inschriften Typ: Grabinschrift

kein Text bekannt

Beschreibung:
"Grabstein für einen Alenreiter"
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
unbekannt
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
F.Wolf, Alteburg, 1889, 54; Klinkenberg 1906, 374; Gregarek Nr. 67.

Seite 371/682
Inschriften ID: 654 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - Mode?]/ratus * b(ene)f(iciarius) [co(n)s(ularis) ?] / [[S]]ep[t][[i]]m[[iae]] * [ - - -] / coiiugi * d[ulciss]/imae

o[bitae - - -]

Beschreibung:
Vier aneinander passende Bruchstücke einer Platte. Bruchkanten abgesplittert, Oberfläche
beschädigt. Links glatter Originalrand. Oben, rechts und unten abgebrochen. Rückseite
abgeschlagen. In Z. 2 einige Buchstaben getilgt.
Fundort / Jahr: Köln1978
Fundumstände:
Gefunden im O-W Schnitt fast in der Mitte des Dekagons neben Sarkophag 30 knapp über der
Oberkante des gewachsenen Bodens. Die Koordinaten des Sarkophages (römisch?): OK (max.)
50,30 m über NN, UK 49,82 m über NN. Der Sarkophag, der auf gewachsenem Boden saß, war
gestört... Von einer Bestattung war nichts mehr zu finden.
Übersetzung:

Kommentar:
Die Inschrift bietet inhaltlich keine Schwierigkeiten: In einer fehlenden Zeile standen, eventuell nach der Weiheformel "D(is)
M(anibus)", das Gentile und der erste Teil des Cognomens des Ehemannes, der die Platte für seine Ehefrau hatte anfertigen lassen.
Sein Cognomen lautete Moderatus, Speratus, Honoratus o.ä. In Z. 2 folgten auf das Cognomen ein B und Reste eines F oder R.
Andere Buchstaben sind paläographisch auszuschließen. Sinnvollerweise wird man daher "b(ene)f(iciarius)" lesen und etwa "[cos]"
ergänzen, was aufgrund der Zeilenlänge, die sich aus den beiden letzten Zeilen ergibt, gut möglich ist. In Z. 3 folgte das Gentile der
Verstorbenen. Danach ist ein sehr kurzes Cognomen (z.B. Fida o.ä.) zu ergänzen. Die beiden letzten Zeilen bieten keine Probleme.
Eventuell folgte eine weitere Zeile mit "f(aciendum) c(uravit)" o.ä.
Literatur:
Galsterer I 23 = AE 1981, 674.

Seite 372/682
Inschriften ID: 655 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - ?]LANDI[- - -]

Beschreibung:
Zwei anpassende Bruchstücke einer profilierten trapezoiden Platte. Die beiden Bruchstücke bei
Galsterer I Nr. 24 gehören nicht neben, sondern übereinander. Oben und unten Originalrand.
Links glatter (antiker?) Rand. Inschrift zwischen vorgezogene Zeilen geschrieben. Auf der
Rückseite der Platte viereckige Dübellöcher, von denen zwei durchschnitten sind.
Fundort / Jahr: Köln1978
Fundumstände:
Gefunden im Fundament 18, Westende des nördlichen Schnittes der Krypta. Das Fundament ist
spätrömisch oder frühmittelalterlich. Koordinaten: OK (max) 50,36 m über NN, UK 49,98 m
über NN, Lg. (erh.) 6,96 m mind., Br. 0,65 - 0,70 m, H (erh.) 0,38 m.
Übersetzung:

Kommentar:
Die Inschrift ist insofern ungewöhnlich, als sie etwa quer über die Mitte der Platte verläuft, wofür sonst im Rheinland keine
Parallelen beizubringen sind. Ebenso ist die Profilierung ungewohnt. Man kann sich nur vorstellen, dass die trapezoide Platte als
Deckel eines Plattensarkophages diente, d.h., dass auf beiden Seiten noch Platten anpaßten. Die durchschnittenen Dübellöcher auf
der Rückseite zeigen an, dass die Platte vor der Beschriftung und Profilierung schon einmal an einer Mauer befestigt gewesen war.
Die Verwendung in der Mauer in St. Gereon ist demnach die dritte, die das Stück erfahren hat. Wenngleich Blandus und Blandinius
in der späteren Kaiserzeit im Bereich des CIL XIII, besonders in Lyon, belegt sind, wagen wir aufgrund der Gestalt und der
Fundumstände der Inschrift nicht zu entscheiden, ob die Inschrift überhaupt als antik anzusprechen ist. Der Grabungsbericht von J.
Deckers wird zumindest einen Terminus post erbringen. Bei Schmitz 1995 ist das Stück nicht aufgenommen.
Literatur:
Galsterer I Nr. 24 = AE 1981, 675.

Seite 373/682
Inschriften ID: 665 Inschriften Typ: Grabinschrift

[L]ucio C[alv?]isi[o] / [A]gillia[e] Amu[sae ??] / [Ca]lvisius Mon[s?] / [.] leg(ionis) XXII P[r(imigeniae)

pa]/[r]entibus sanc[tis] / de suo fecit

Beschreibung:
Totenmahldarstellung mit sitzender Figur links. Oben Reste der Muschelnische. Rechte obere
Ecke abgebrochen, Kanten abgearbeitet. Stark beschädigt.
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
F.B. 80.15, Fundzettel 13989.
Übersetzung:
Für Lucius Calvisius (und) Agillia Amusa, seine verehrten Eltern, setzte Calvisius Mons,
Zenturio (?) der 22. Legion Primigenia, auf eigene Kosten den Grabstein.
Kommentar:
Auf der linken Seite sind 1 - 2 Buchstaben, auf der rechten 2 - 3 Buchstaben zu ergänzen. Beim Nomen der Mutter ist das kürzere
"Agillia" den anderen Möglichkeiten auf "-gillia" (Solin-Salomies 241) vorzuziehen. Das Cognomen der Mutter ist, wie oben
ergänzt, bislang nicht belegt. Das Cognomen des Vaters lautete eventuell "Mons". Dieser Name ist einmal aus Africa überliefert
(CIL VIII 14588). Zu Beginn von Z. 4 ist ein militärischer Rang zu ergänzen, vielleicht stand in der sehr kurzen Lücke ein
Zenturionenzeichen. Da zu Beginn von Z. 5 für die Ergänzung "[par]entibus" der Platz zu knapp ist, muss "pa" am Ende von Z. 4
eingesetzt werden. Somit war die Legion mit keinem weiteren Beinamen, wie etwa "p(ia) f(idelis)" bezeichnet. Allerdings werden
diese Beinamen auch im 2. und 3. Jhdt. nicht selten weggelassen (vgl. Ritterling, RE XII, 1925, Sp. 1820, s.v. legio und ID 287).
Wenn man die Datierung von Noelke übernimmt, verwundert, daß der Vater kein Cognomen trägt. Die Bezeichnung "sancti" für die
Eltern ist im Rheinland selten.
Literatur:
Galsterer II Nr. 12 = AE 1984, 658.

Seite 374/682
Inschriften ID: 666 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is M(anibus / . Ce]rrini Seve[ri] / [tes]s(erari)? leg(ionis) I Min(erviae) p(iae) f(idelis) / [ann(orum) - - -]

stipend(iorum) XXIIII / [h(eres)] f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Großer Block aus Kalkstein, rechts Originalrand erhalten. Links auf Anathyrose gearbeitet,
hinten geglättet, Unterkante glatt. Oben überlebensgroße Männerfüße in Sandalen, ferner Loch
zur Befestigung des Restes der Statue.
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Totengöttern des Cerrinius Severus, Paroleträger der "legio I Minervia p(ia) f(idelis)". (Er
starb mit - - - Lebensjahren und nach) 24 Dienstjahren. Sein Erbe liess den Grabstein errichten.
Kommentar:
In Z. 1 ist in der Lücke zunächst das abgekürzte Praenomen des Verstorbenen zu ergänzen. Darauf folgte der Beginn des Nomens -
Terrinius oder Cerrinius, ein in Süditalien gut bezeugtes Gentilicium (Belege bei Schulze, Eigennamen, 467f.). Im
gallisch-germanischen Bereich fehlen nach den Indices zu Noms Belege für diese Gentilicia. Ungewöhnlich ist, dass der Name des
Verstorbenen im Genitiv aufgeführt ist. Möglicherweise stand allerdings oben rechts und links neben der Darstellung noch "D(is)
M(anibus)" (D M mit Genetiv auch ID 263 und ID 397). In Z. 2 deutet der Rest eines S am linken Bruchrand auf die Abkürzung
eines Dienstranges. Die Abkürzung "tess" für "tesserarius" findet sich auch in CIL XIII 6681. Dieser Rang, dessen Träger wohl die
Parole überbrachte, erklärt auch die relativ hohe Zahl der "stipendia" (= Dienstjahre), die allerdings bei zum Statthalter
Abkommandierten öfter begegnet (ID z.B. ID 74, ID 290, ID 118).
Literatur:
Galsterer II 185f. Nr. 13 = AE 1984, 659; Willer, Grabbauten, 293f. Nr. 125; Haensch 2001, 113 Nr. 62.

Seite 375/682
Inschriften ID: 667 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aio) Iul(io) Eutyches/tato sive Tousco / C(aius) Iul(ius) Chirisofus / et Tib(eria) Lupula / filio / vixsit ann(is) VII /

mens(ibus) XI dieb(us) XVIIII

Beschreibung:
Platte. Ringsum glatte Kanten und unverzierte Seitenflächen. Der Stein war in Erstverwendung
sicher in einem Grabmonument eingelassen und wie die vielen Monumente vom Rheinufer zur
Wiederverwendung, bei der konstantinischen Brücke oder dem Spolienmonument, vorgesehen.
Fundort / Jahr: Köln1981
Fundumstände:
Angeblich von der Kippe in Brühl, ursprünglich vom Rheinufer (Inv.).
Übersetzung:
Für Caius Iulius Eutychestatus alias Touscus, ihren Sohn, (setzten) Caius Iulius Chirisofus und
Tiberia Lupula (diesen Stein). Er lebte 7 Jahre, 11 Monate und 19 Tage.
Kommentar:
Vermutlich handelt es sich um eine Familie von Freigelassenen, wie sie in Köln am Ende des 2. und in der 1. Hälfte des 3. Jhdts.
eine Reihe von Inschriften hinterlassen haben (z.B. ID 175, 384, 397, 401). Das Supernomen des Eutychestatus, Touscus, ist bislang
nicht belegt, klingt jedoch einheimisch. Zu Chirisofus siehe AE 1969/70, 53. Zu den Gräbern der Freigelassenen siehe v. Hesberg,
Grabbauten, 239f.
Literatur:
Galsterer II Nr. 14 = AE 1984, 660; Tod am Rhein 118 Nr. 57.

Seite 376/682
Inschriften ID: 668 Inschriften Typ: Grabinschrift

[... ]llius Iustus / [neg]otiat(or) C(oloniae) C(laudiae) A(rae) A(grippinensium) / [vin ?]ar(ius) et Caldinia / [Mate?]rna

coiiunx / [eius?] pp(osuerunt) vivi sibi

Beschreibung:
Großer Block; zum Unterteil eines mit etwa 152 cm nicht allzu breiten Grabmals gehörig. Links
auf Anathyrose gearbeitet. Unten glatte Kanten und Flächen. Oberseite nachträglich abgearbeitet
(grob gepickt). In der Mitte Wolfsloch. Links und unten je ein Klammerloch; rechts
Beschädigung durch Baggerzahn. Oben noch Füsse dreier Figuren sichtbar; rechts die eines
Mannes, daneben zwei einer kleineren, weiblichen sowie der linke Fuß einer dritten Figur.
Inschrift und Darstellung rechts von kanneliertem, 17 cm breitem Pilaster begrenzt.
Fundort / Jahr: Köln1979
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit ID 656, vgl. dort.
Übersetzung:
[...]llius Iustus, Weinhändler (?) in Köln, und Caldinia Materna (?), seine Frau, errichteten zu
ihren Lebzeiten dieses Grab.
Kommentar:
An den vorhandenen Block schloß sich links ein weiterer an, der etwa ein Viertel der Inschrift trug. Auf diesem Block war sicherlich
die Frau dargestellt, die auch in der Inschrift erwähnt wird. Die dritte, kleinere Person allerdings (vielleicht ein Kind), welche vor
dem Mann stand, ist in der Inschrift nicht genannt. Möglicherweise handelte es sich dabei um einen ungenannten Sklaven bzw. eine
Sklavin. Unklar bleibt, mit welchen Gütern Iustus handelte. Neben der oben vorgeschlagenen Ergänzung "vinarius" kämen auch
"salarius" oder "cretarius" in Frage. Etwas ungewöhnlich ist, dass der Ort seiner Handelstätigkeit zwischen "negotiator" und deren
Spezifikation steht. Jedoch gibt es hierfür Parallelen aus Lyon (CIL XIII 1906; 2030).
Nach Willer (siehe oben Literatur) schließt das Fehlen eines Namens eine Interpretation der kleinen Figur als Kind nicht aus. Für die
Deutung Neus, es handele sich um eine Dienerin oder Sklavin, gibt es an den Grabbauten der Rheinzone und angrenzenden
Provinzen keine Parallelen. Dienerinnen werden in der Regel auf den Nebenseiten abgebildet. Links fehlen drei Buchstaben, daher
muß die ursprüngliche Breite des Steines 152 cm, die Höhe ca. 220 cm betragen haben.
Literatur:
St. Neu, Römische Reliefs vom Rheinufer, Artis 33, 1981, Heft 8, 21-23; Galsterer II Nr. 15; Willer, Grabbauten, 270 Nr. 103;
Breuer, KJ 25, 1992, 112 Nr. B 15; AE 1984, 661; Neu 1989 Nr. 8.

Seite 377/682
Inschriften ID: 669 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uintus) Mattoni[us - - -] / vet(eranus) leg(ionis) XXX (tricesimae) [U(lpiae) V(ictricis) sibi et] / Iul(iae) Chara[e?

coniugi dul]/cissim(a)e v[ixit ann(is) - - -] / her(es) [fac(iendum) cur(avit)]

Beschreibung:
Großer Block vom Unterteil eines Pfeilergrabmals. Oberkante abgeschlagen, rechte Seite
weggebrochen. Schriftfeld oben von kleiner Kante begrenzt. Links auf der Vorderseite
akanthusgeschmückter Pilaster, auf der linken Seitenfläche Darstellung einer Zahlszene: links ein
Mann in Tunica und Mantel, der mit der linken Hand ein geöffnetes Kontorbuch hält, während er
mit seiner Rechten in dieses schreibt; daneben zweite männliche Figur, die aus einem großen
Geldsack Münzen auf einen Tisch schüttet (Willer, Grabbauten Nr. 129).
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
Gefunden in dem "Spolienturm"; vgl. ID 656.
Übersetzung:
Quintus Mattonius - - - Veteran der 30. Legion Ulpia Victrix (bestellte das Grab) für sich und
seine liebe Frau Iulia Chara, die - - - Jahre lebte. Sein Erbe ließ (das Grab) errichten.
Kommentar:
Aus Z. 2 und Z. 3 läßt sich die Breite der Inschrift gut rekonstruieren. Der fehlende Beiname des Mattonius in Z. 1 müßte demnach
etwa 10 Buchstaben lang gewesen sein. Mattonius ist - nach Noms, 365 - ein gallischer Name. Der Name der Frau, "Chara[. ?]", ist
sonst nicht bekannt. Hier wird angenommen, dass er sich vom griechischen Wort "chára" (= Freude) ableitet, das auch als
Cognomen verwendet wurde (vgl. etwa auch Frauennamen wie Caritas, Felicitas, Voluptas usw.). Mattonius war wohl - wie ein
rundes Dutzend anderer Mitglieder der 30. Legion - aus Köln zum Dienst beim Statthalter abkommandiert. Von diesen blieben
mehrere als Veteranen auch in Köln wohnen (ID 117 und ID 118; Neu, Reliefs, 273).
Literatur:
Galsterer II Nr. 16 = AE 1984, 662; Willer, Grabbauten, 166 Nr. 129; S. Neu, Antike Welt 12, 1981, 31f.; Neu 1989, 273ff. Nr. 9;
St. Breuer, KJ 25, 1992, 112 Nr. B 16.

Seite 378/682
Inschriften ID: 670 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - ] TERT[- - -]

Beschreibung:
Kleines Stück aus Sandstein. Oberkante erhalten, Rückseite abgeschlagen. Rechts, links und
unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
Feld 5/6 (Fundzettel 7905). Die Grabung 80.15 Frankenwerft stand im Zusammenhang mit
Grabung 79.7 Wallraf-Richartz-Museum / Museum Ludwig, deshalb hier die 79er Inv.-Nr. (Inv.).
Übersetzung:

Kommentar:
Bei den Buchstaben auf dem Inschriftenfragment handelt es sich sicher um Namensreste. Allerdings ist unklar, ob sie zu einem
Nomen Gentile oder einem Cognomen gehörten. Aufgrund seines Sandsteinmaterials gehörte das Fragment vermutlich zu einem
Sarkophag.
Literatur:
Galsterer II Nr. 17.

Seite 379/682
Inschriften ID: 671 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]ILR[- - -] / [- - - Ter]tulla[- - -] / [qui/quae vixit] an(nis) VIII[- - -] / [- - -]

Beschreibung:
Bruchstück. Allseitig abgebrochen und abgeschlagen.
Fundort / Jahr: Köln1971
Fundumstände:
Gefunden bei Suchschnitt 1 westlich von Mauer 101, zwischen Mauer 276 und Pfeiler 293 unter
Boden 294. "Bis zum Boden 294, auf der Tuffpfeiler 293 aufgesetzt war, wurde nur Verfüllschutt
aus der Grabung 1953 angetroffen. Darunter begannen die mächtigen Auffüllschichten, die aus
verlagertem Brandschutt und planiertem Lehm (mit Putzresten) bestanden" (F.B. 71.6).
Übersetzung:

Kommentar:
In Z. 1 handelt es sich bei dem ersten Buchstaben - angesichts des geringen Zwischenraumes zum folgenden - sicher um ein I. Von
dem R ist die Schräghaste auf dem Stein besser als auf dem Foto zu erkennen. Das hochgezogene T in Z. 2 ist ein schwacher
Anhaltspunkt für die frühe Datierung des Fragmentes. In Z. 4 ist die Querhaste eines Buchstabens erkennbar, der ein E oder ein F
sein kann. Da links von ihm keine weiteren Spuren sichtbar sind, muss es sich um einen Wortanfang handeln. Nach dem
Zusammenhang der Inschrift wäre dort am ehesten "fecit" bzw. "fecerunt" zu erwarten. Für den einzigen erkennbaren Namen bieten
Solin/Salomies eine Reihe von Cognomina von "Victulla" bis "Vettulla". "Tertullus/a" wird angeführt bei Kajanto, Cognomina, 128
u. 292.
Literatur:
Galsterer II Nr. 18.

Seite 380/682
Inschriften ID: 672 Inschriften Typ: Grabinschrift

VIRIVS CO[- - -]

Beschreibung:
Bruchstück eines Totenmahlgrabsteines. Über den Resten von Z. 1 der Inschrift erkennt man die
unterste Partie der Totenmahlszene. Der linke Rand ist an einer Stelle erhalten, die Seitenfläche
unverziert. Sonst allseitig abgebrochen. Rückseite geglättet.
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
F.B. 79.7, Fundzettel Nr. 7912.
Übersetzung:

Kommentar:
Der Name Virius, der am besten belegte unter den ergänzbaren Nomina, ist bislang aus Kölner Inschriften nicht bekannt. Er scheint
im westlichen Oberitalien beheimatet zu sein. CIL V bringt über 70 Belege aus dem Gebiet zwischen dem Comer See und Mailand.
Literatur:
Galsterer II Nr. 19.

Seite 381/682
Inschriften ID: 673 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] / [- - -] co[n]/[iugi cari]ssima[e] / [fe ?]ci[t ?]

Beschreibung:
Bruchstück. Unten glatte Kante. Rückseite grob abgearbeitet, sonst allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
F.B. 80.15, Fundzettel Nr. 8624.
Übersetzung:
- - - ließ (den Grabstein) seiner lieben Gattin errichten.
Kommentar:
In der ersten erhaltenen Zeile sind am linken Bruchrand noch Buchstabenreste, wohl eines R oder M, zu erkennen. Auf der rechten
Seite der Inschrift fehlt nur wenig; es ist jeweils ein Buchstabe zu ergänzen. Auf der linken Seite ist - ausgehend von Z. 2 - Platz für
jeweils etwa acht Buchstaben. Merkwürdig ist, falls die Ergänzung der letzten Zeile richtig ist, die Zerteilung von "fecit".
Literatur:
Galsterer II Nr. 20.

Seite 382/682
Inschriften ID: 674 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] / [- - -]AIC[- - -] / [vixit] ann(is) [- - -] / [- - -] CN [- - -] / [- - -] TCI[- - -] / [- - -]O[- - -]

Beschreibung:
Block. Unten und hinten geglättet. Oben, über den Resten einer Darstellung, abgeschlagen.
Seitenfläche rechts glatt, links abgeschlagen. Schriftfeld stark beschädigt.
Fundort / Jahr: Köln1979
Fundumstände:
F.B. 79.7, Fundzettel Nr. 11677.
Übersetzung:

Kommentar:
In Z. 1-2 stand der Name des Verstorbenen. "[- - -]AIC[- - -]" dürfte zu einem Cognomen griechischer Provenienz gehören. In Z. 3
folgt dann eine Altersangabe, etwa "[vixit] ann(is) [- - -]". In Z. 4-6 ist der Name dessen, der die Inschrift aufstellte, sowie eine
Dedikationsformel anzunehmen.
Literatur:
Galsterer II Nr. 21.

Seite 383/682
Inschriften ID: 676 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - V]ot(uria tribu) * / [- - -] IIvir * / [C(oloniae) C(laudiae) A(rae) A(grippinensium) ?]

Beschreibung:
Großer Block. Links glatt abgearbeitet, ebenso Rückseite. Oberseite geglättet, mit Dübellöchern
versehen. Rechts auf der Vorderseite und auf der rechten Seitenfläche Pilasterkapitell mit
Blättern. Nach der Rekonstruktion bei Neu stammen dieser Block und ID 677 (Inv.-Nr.
79.400.15) von einem Grabmal von der Mitte des 1. Jhdts., das fast ebenso groß wie das
Pobliciusgrabmal war.
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit Galsterer II Nr. 1; vgl. dort.
Übersetzung:
- - - aus der Tribus Voturia - - - IIvir (der Kolonie Köln ?).
Kommentar:
In Z. 1 stand der Name des Verstorbenen, vermutlich ohne Cognomen, aber mit Angabe der Tribus Voturia, die erkennen läßt, dass
er aus Ostia, Placentia oder Bergomum stammte. Vermutlich handelt es sich hier um die Reste der Grabinschrift eines in der Mitte
des 1. Jhdts.n.Chr. in der CCAA angesiedelten Veteranen. In Z. 2 standen eventuell sein militärischer Rang oder die Ämter, die er
vor dem Duumvirat innehatte. Die Inschrift entstammt einem großen Grabbau, vermutlich ähnlich dem des Poblicius, und dürfte mit
diesem etwa zeitgleich sein. Wir haben hier demnach ein Zeugnis für einen der ersten "duumviri" der neugegründeten Kolonie vor
uns.
Literatur:
St. Neu, Die Ausgrabungen zwischen Dom und Rhein. Ausgrabungen im Rheinland `81/82, Kunst und Altertum am Rhein 112,
1983, 254f.; Galsterer II Nr. 19; Domaszewski-Dobson 123; Demougin 307; AE 1984, 663; Galsterer bei Neu 1989, 294f.

Seite 384/682
Inschriften ID: 677 Inschriften Typ: Grabinschrift

S[- - -]

Beschreibung:
Großer Block. Linker, vorderer Eckpilaster eines größeren, rechteckigen Grabmals (nicht aber
Teil der Dispensator-Inschrift ID 679). Auf der rechten unteren Seite ein großes S von einem
Wortanfang.
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit Galsterer II 1 ff., verbaut in einem größeren Fundament. "Die
Fundstelle lag am Westufer der ehemaligen Rheininsel, die der antiken Colonia östlich
vorgelagert war. [...] Die Datierung der Blöcke legt die Annahme nahe, daß die Insel vor der
Zeit, als das Fundament gebaut wurde, mit dem Stadtgelände verbunden war. Eine bauliche
Verbindung des Fundaments mit den anderen Architekturresten auf der Insel war . . . nicht mehr
feststellbar" (Neu 1989, 241). In dem Fundament wurden Blöcke sehr vieler verschiedener
Grabmäler und anderer Monumente verwendet, "also nicht einzelne Bauten niedergelegt und
dann insgesamt hier verbaut. Die Größe der benutzten Blöcke und die Maße des Fundaments
insgesamt lassen die Vermutung zu, daß es sich um ein im öffentlichen Auftrag errichtetes
Bauwerk handelt" (Neu, 246; vgl. Neu 1981, 45-48). Die Grabung (FB 79.7) erstreckte sich über
mehrere Jahre.
Übersetzung:

Kommentar:
Das - sehr qualitätvolle - S ist nur an den beiden Endteilen herausgearbeitet; das Mittelteil fehlt. Unklar ist, ob dies mit Farbe
nachgetragen wurde. Das S ist offenbar der erste Buchstabe der Inschrift, da weder davor noch darüber Reste zu erkennen sind. Die
Inschrift muß aufgrund der Größe der Buchstaben einer bedeutenden Person gewidmet gewesen sein.
Literatur:
St. Neu, Römische Reliefs vom Rheinufer, Artis 33, 1981, Heft 8, 20; Neu 1989 Nr. 11; Galsterer II Nr. 24.

Seite 385/682
Inschriften ID: 678 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - - ] * POM * / [- - - AN]N XL * / [- - -] CIR

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Grabinschrift. Erhalten sind Reste der rechten Seitenfläche sowie
Spuren der Bekrönung. Sonst allseitig abgebrochen. Schriftfeld gerahmt.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
F.B. 80.34.
Übersetzung:

Kommentar:
Aufgrund der Altersangabe in Z. 2 kann es sich nur um eine Grabinschrift handeln. "POM" in Z. 1 ist wohl als Tribusangabe
aufzufassen. Davor stand der Name des Verstorbenen, eventuell mit Praenomen und Filiation. Z. 2 begann dann mit Cognomen oder
Herkunftsangabe. In Z. 3 folgten vermutlich Angaben über denjenigen, der den Stein aufstellen ließ. Die Tribusangabe Pomptina
zeigt,dass der Verstorbene aus Italien stammte, da diese Tribus in den Provinzen nicht vergeben worden ist. Aufgrund von
Tribusangabe und der einfachen Rahmung scheint die frühe Datierung gerechtfertigt.
Literatur:
Galsterer II Nr. 25.

Seite 386/682
Inschriften ID: 679 Inschriften Typ: Grabinschrift

L[ - ca.5 - divi Au]GUSTI / [et Ti. Caesaris disp]ENSATORI / [ - 12 - ]IS

Beschreibung:
Zwei Blöcke von einem Rundbau von ca. 5,3 m Durchmesser und fast 10 m Höhe. Die
Zugehörigkeit zu demselben Monument ergibt sich aus denselben Maßen sowie aus der auf
beiden Blöcken erkennbaren Einteilungslinie für die Inschrift.
Fundort / Jahr: Köln1980
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit Epigraphische Studien 13 Nr. 1; vgl. dort. Der bei Galsterer II Nr. 26
veröffentlichte, sicher zugehörige Kalksteinblock Inv.-Nr. 79,400.52 weist nur eine schwache
Spur eines einzelnen Buchstaben, L, auf. Er ist in die Publikation bei Eck nicht aufgenommen.
Übersetzung:

Kommentar:
Der Inhalt von Z. 1 ist sicher. Vor "[Au]gusti" muss der Eigenname eines Dispensators gestanden haben - da Dispensatoren immer
Sklaven waren, also ein relativ kurzer Sklavenname. Z. 2 dürfte, wenn sie symmetrisch angeordnet war, ziemlich lang gewesen sein.
Deshalb ist entweder eine Angabe über die Rechtsstellung des Verstorbenen zu erwarten, also abgekürzt oder ausgeschrieben
"servus" bzw. "verna", oder, was angesichts der Datierung plausibel scheint, der zweite Besitzer des Sklaven nach dem Tod des
Augustus, nämlich Tiberius. In Z. 3 stand wohl eine Erläuterung, in welchem Zweig der Finanzverwaltung der Dispensator tätig war
- am ehesten vielleicht angesichts des zur Verfügung stehenden Platzes "fisci Caesaris" (zu den Belegen vgl. Dizionario Epigr., s.v.,
sowie G. Boulvert, Esclaves et affranchis impériaux, Neapel 1970, 429ff.). Weitere Angaben, z.B. sicher die des Dedikanten,
konnten auf der nächsttieferen Blocklage folgen. Dispensatoren waren die Kassenverwalter von Privaten sowie des Kaisers. Aus
dessen Privatdienst gingen sie in die Staatsverwaltung über, wo ihnen, vor allem in der Steuerverwaltung, reiche Einnahmequellen
offenstanden. Musicus Scurranus, tätig in der Verwaltung der Bergwerke in Gallien, der auf einer Reise nach Rom starb, wurde z.B.
von 16 privaten Sklaven begleitet (ILS 1514). Andere, von denen wir zufällig hören, kauften ihre Freilassung um die Summe von 13
Millionen HS (Plin. n.h. 7,129) oder besaßen silberne Servierplatten im Gewicht von 500 Pfund (Tertullian, de pallio 5). Das
prächtige Grabmal passt also durchaus zu den finanziellen Möglichkeiten eines Dispensators wie unseres Anonymus.
Literatur:
AE 1984, 664 = AE 2000, 999; Eck, Köln, 94f.; Eck - v. Hesberg 2002; Neu 1989 Nr. 262.; St. Neu, Ein römischer Rundbau in
Köln, Bull. Museen Köln 4, 1981, 45-49; Neu, Die Ausgrabungen zwischen Dom und Rhein, Ausgrabungen im Rheinland `81/82,
in: Kunst und Altertum am Rhein 112, 1983, 259; Galsterer II 198ff. Nr. 26. Zu den Dispensatoren: M. Wolf, Untersuchungen zur
Stellung der kaiserlichen Freigelassenen und Sklaven in Italien und den Westprovinzen, Diss. Münster 1965; H. Chantraine,
Freigelassene und Sklaven im Dienst der römischen Kaiser, Studien zu ihrer Nomenklatur, Wiesbaden 1967; P.R.C. Weaver,
Familia Caesaris, Cambridge 1972; J. Ramin u. P. Veyne, Historia 30, 1981, 493f.

Seite 387/682
Inschriften ID: 681 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic [in p]ac[e] r[e]/qui[escit - - -] funere / raptus qui vixit annus * / XI menses VIII * / in sua fata recessit / [h]unc

titolum parentis e/x consenso fecerunt

Beschreibung:
Rechteckige Tafel. Rückseite, linke Seitenfläche, Oberkante geglättet. An der rechten Seite der
Oberkante viereckiges Dübelloch. Rechte und untere Kante abgeschlagen. Schriftfeld gerahmt.
Linie links und unten erhalten, ebenso ein Rest rechts oben. Unten verkümmertes Gitterornament
unter der Umrahmungslinie. Ein ähnliches Ornament bei Lehner Nr. 990, dort als fränkisch
eingeordnet. Oberfläche besonders im oberen Teil beschädigt.
Fundort / Jahr: Köln1981
Fundumstände:
Vorhalle, Grab 129 (Inv.).
Übersetzung:
Hier ruht in Frieden - - - vom Tod hinweggerafft, der 11 Jahre, 8 Monate lebte. Diese
Grabinschrift setzten ihm die Eltern einverständlich (Ü nach Tod am Rhein 119 Nr. 59).
Kommentar:
Der Inschrifttext macht den Eindruck, als habe der Verfasser auf dem Gräberfeld von St. Gereon aus anderen Grabsteinen Formeln
gesammelt und diese zu einer neuen Inschrift zusammengestellt. Freilich sind die Formeln auch sonst nicht selten. So erscheint
"requiescet in pace" (siehe Z. 1) auch in ID 537. Die Formeln aus Z. 2 und Z. 3 sind auch bekannt durch ID 538 und ID 548. "Funere
raptus" ist vielleicht auch in ID 544 ("funere captus") gemeint. Parallelen zu Z. 5 finden sich in ID 535, ID 536 und ID 538, wo sich
zwar nicht "in sua fata recessit" aber "in pace recessit" findet (vgl. auch ID 543: "cum pace recessit"). Übereinstimmungen zu Z. 6
finden sich in ID 537 und ID 541. Der Name des Verstorbenen in Z. 2 muss - auch in Anbetracht der Tatsache, dass teilweise um die
Beschädigungen auf der Oberfläche des Steines herumgeschrieben wurde - sehr kurz gewesen sein.
Literatur:
Galsterer II Nr. 28 = AE 1984, 665; Tod am Rhein 119f. Nr. 59; Schmitz 1995, 699-701 Nr. 17 = AE 1995, 1118.

Seite 388/682
Inschriften ID: 709 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [. .] RQV [ 6 - 8 ] / H * EX [T * F * C *]

Beschreibung:
Fragment. Reste des Ansatzes eines unteren Registers erhalten, sonst überall abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1984
Fundumstände:
Gefunden nordöstlich des Chores der Severinskirche auf dem Grundstück Corneliusstraße 5-9 im
Nordteil der Grabungsfläche. Nach dem F.B. 84.12 kam der Grabsteinrest mit ein paar römischen
Ziegeln zutage; "von einer Grube war nichts zu sehen, was bei dem homogenen Sand auch schon
bekannt war".
Übersetzung:

Kommentar:
Nach allen Parallelen weist das Formular der Schlußzeile das Fragment als Teil der Grabinschrift eines Alensoldaten aus. Der
verlorene Teil der Inschrift muss Namen und Einheit des Verstorbenen, sodann sein Lebensalter und die Zahl der "stipendia"
enthalten haben. Die letzte Zeile läßt Schlüsse auf die Breite der Inschrift zu. In der ersten erhaltenen Zeile fehlen demnach zwei
Buchstaben auf der linken Seite, rechts sind sechs bis acht Buchstaben zu ergänzen. Peter Noelke wies brieflich auf die Form des
Monuments hin. Unterhalb der letzten Zeile ist der Ansatz des unteren Registers mit Pferdevorführung zu erkennen. Die Anhebung
des Reliefgrundes am linken unteren Rand dürfte den Ansatz des Kopfes des "calo" (= Knecht) zeigen. Über der Inschrift ist eine
Totenmahlszene anzunehmen. Als Parallelen für die Art des Monuments sei auf ID 296-ID 298, ID 301 und ID 307 hingewiesen.
Die Inschrift bezieht sich also auf einen Alenreiter. Noelke schlägt vor, die vorletzte Zeile folgendermaßen zu ergänzen: "[tu]r(ma)
Qu[ieti ? an . . . stip . . .]". Hierzu reicht jedoch der Platz kaum aus. Zudem dürfte man bei der sonst sorgfältig gearbeiteten Inschrift
nach dem R einen Trennpunkt erwarten. Nimmt man in dieser Zeile einen Alenbeinamen an, dann eher den einer "[ala . . .] /
[to]rqu(ata) . . .". Es käme dann am ehesten die "ala Moesica felix torquata" in Betracht, die (vielleicht) bereits einmal inschriftlich
in Köln bezeugt ist (ID 302). Die Einheit wurde 70 n.Chr. an den Niederrhein verlegt, wo sie wohl bis in die Mitte des 2. Jhdts.
verblieb (vgl. Alföldy, Hilfstruppen, 24). Die Inschrift könnte also möglicherweise folgendermaßen ergänzt werden: Z. 1-2: Name
des Verstorbenen mit Filiation und "origo". Z. 3: "[eq. alae Moesicae fel.]". Z. 4: "[to]rqu. [ann . . . stip . . .]". Z. 5: "h * ex [t * f * c
*]".
Literatur:
Galsterer III Nr. 27; Päffgen, Severin III 687; Päffgen und Seiler 1985, 243.

Seite 389/682
Inschriften ID: 711 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -IPIVS / - - - CIVES / - - - IVS / - - - ATOR /5 - - - V. / - - -

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer ziemlich dünnen Platte; vielleicht zur Befestigung an einer Mauer
vorgesehen. Links oben, links und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1974
Fundumstände:
Gefunden in der Verfüllung von Brunnen 2 im ehemaligen römischen Gutshof Köln Raderthal,
vgl. zu ID 211 und 631.
Übersetzung:

Kommentar:
Der Duktus der Inschrift ist relativ eindeutig. In Z. 1 und am Anfang von Z. 2 standen der Name des Verstorbenen, dann wurden
seine Herkunft und in den beiden letzten erhaltenen Zeilen sein Beruf verzeichnet.
Nomina auf "-ipius" (wie in Z. 1) sind - nach Mócsy, Nomenclator - außerordentlich selten. Von den bei Mócsy verzeichneten
Möglichkeiten ist am attraktivsten das sonst nur einmal als Cognomen in Pannonien belegte "Principius" als typisch gallische
Weiterbildung von "Princeps". In Z. 2 befanden sich die Filiation und ein kurzes Cognomen, wie etwa "Atto". In Z. 3 stand wohl ein
Ethnikon auf "-ius". Da nicht anzunehmen ist, dass sich ein Bürger vor den Toren der Stadt in seiner Grabinschrift als "civis Ubius"
bezeichnet haben dürfte, ist hier ein anderes Ethnikon zu suchen. Angesichts der zu postulierenden Zeilenlänge (vgl. Z. 1 und 4)
wäre an "[Baetas]ius" bzw. "[Helvet]ius" zu denken, ferner auch an "Nervius", "Parisius" o.ä. In Z. 4-5 befand sich vielleicht eine
Berufsangabe. Wenn diese Annahme richtig ist, liegt es nahe, "-ator" zu "[negoti]ator" zu ergänzen und in der folgenden Zeile ein
erläuterndes Adjektiv zu suchen, das die Handelstätigkeit des Verstorbenen näher bestimmte. Dieses Adjektiv sollte ca. 10
Buchstaben umfassen. Von den in Köln schon belegten Handelstätigkeiten kämen die eines "lignarius", "vestiarius" oder
"nummularius" in Frage.
Literatur:
Galsterer III Nr. 29; Schlippschuh, Die Händler im römischen Kaiserreich in Gallien, Germanien und den Donauprovinzen Rätien,
Noricum und Pannonien, Amsterdam 1974, 40ff.

Seite 390/682
Inschriften ID: 712 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -] Mili[- - -] / v(iva) f(ecit) / Aurel(ia) / coniu[nx]

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte. Links glatter Rand erhalten, sonst überall abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1984
Fundumstände:
Gefunden als Streufund ca. 30 m nördlich vor dem Kirchenchor von St. Severin auf einer Fläche,
"die durch ehemalige nicht unterkellerte Werkshallen- und Garagenbebauungen nur geringfügig
gestört war. [...] Streufund Baggerplanum, Päffgen Severin II 656.
Übersetzung:

Kommentar:
Der Aufbau der Inschrift ist im wesentlichen klar. In der ersten erhaltenen Zeile befand sich entweder ein Hinweis auf den
Militärdienst oder das Cognomen des Verstorbenen. Für dessen Ergänzung könnte man etwa an "Mili[tari]" o.ä. denken (vgl. die
Möglichkeiten bei Mócsy, Nomenclator, 189) oder an einen Namen, der auf "-milis" endete, wie "Similis" (freundl. Hinweis von H.
v.Petrikovits) oder "Aemili". Ihm setzte die in den folgenden Zeilen erwähnte Ehefrau Aurelia den Stein. Die Lesung der letzten
Zeile ist kaum möglich.
Die Form der Buchstaben, besonders die des L (mit der nach rechts heruntergezogenen Querhaste) und die des E (mit den extrem
kurzen Querhasten) datieren die Inschrift frühestens in das 4. Jhdt.
Literatur:
Galsterer III Nr. 30; Päffgen, Severin III 660 (datiert ins 4. Jhdt.); Schmitz 1995 Nr. 36 = AE 1995, 1123.

Seite 391/682
Inschriften ID: 713 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucio) * Statio / Aemerito * At/[.]uionia * Mater/[rna] coiiugi * ca/[rissimo] obito * f(aciendum) * c(uravit)

Beschreibung:
Platte. Linke untere Ecke abgebrochen. Links oben, rechts, oben und unten glatte Ränder.
Fundort / Jahr: Köln1984
Fundumstände:
Atrium Nordflügel über Fundament 21, aus der aufgehenden, wohl mittelalterlichen Mauer 21
(Galsterer III Nr. 31).
Übersetzung:
Für Lucius Statius Emeritus, ihren lieben verstorbenen Gatten, ließ At[.]uionia Materna (das
Grab) errichten.
Kommentar:
Lesung und Ergänzung der Inschrift sind bis auf die Ergänzung des Namens der Ehefrau am Beginn von Z. 3 klar. Es fehlen zwei,
höchstens drei Buchstaben, von denen der letzte ein V gewesen zu sein scheint. Ein entsprechendes Nomen ist in Mócsys
Nomenclator nicht zu finden. Epigraphisch möglich wären etwa "At[a]vionia" oder "At[r]uionia", für die es allerdings keinen
sprachlichen Anschluß gibt.
Literatur:
Galsterer III Nr. 31 = AE 1990, 735.

Seite 392/682
Inschriften ID: 714 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]ae siv[e - - -, vixit] annis [- - -]

Beschreibung:
Platte, allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1976
Fundumstände:
Gefunden zusammen mit Galsterer I Nr. 3 = ID 635. Vgl. dort.
Übersetzung:

Kommentar:
Am Unterrand der Platte sind noch Spuren der Oberkanten von Buchstaben zu erkennen. In der ersten erhaltenen Zeile liegt sicher
der Rest eines Cognomens mit dem Zusatz "siv(e)" vor, worauf dann ein Agnomen folgte. "Siv[- - -]" als Beginn eines Cognomens
ist eher auszuschließen. Mócsy, Nomenclator, gibt als einzige Möglichkeit einen Beleg aus Noricum (Siunia). Agnomina sind im
Kölner Material bisher selten (vgl. ID 366 und ID 526; ferner Galsterer II Nr. 16 = ID 669; vgl. dazu H. v.Petrikovits, Beiträge II
76).
Literatur:
Galsterer III Nr. 32.

Seite 393/682
Inschriften ID: 715 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -E / - - -SI / - - -CILI / - - -TERA /5 - - -IV[S] / - - -E

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Platte, links und unten abgebrochen. An den Seiten keine Verzierung.
Oberfläche teilweise beschädigt.
Fundort / Jahr: Köln1976
Fundumstände:
Kurtine 6/7. Gefunden zusammen mit Galsterer I Nr. 3 = ID 635. Vgl. dort.
Übersetzung:

Kommentar:
Es scheint, daß in Z. 2 und 3 Dative, in Z. 4 und 5 Nominative standen. Man wird das Fragment also wohl als Rest einer
Grabinschrift ansehen dürfen. In Z. 2 wird man eher an ein Herkunftscognomen vom Typ "Italicensis" als an einen griechischen
Frauennamen wie "Heuresis" oder "Onesis" denken. In Z. 3 kommen Adjektive wie "Docilis", "Facilis" oder "Gracilis" in Frage. In
Z. 4 wird man vielleicht an "Dextera" denken, doch kämen auch andere Worte wie "Matera" (bislang als Cognomen aber
anscheinend nicht belegt) in Frage.
Literatur:
Galsterer III Nr. 33.

Seite 394/682
Inschriften ID: 717 Inschriften Typ: Grabinschrift

--TON--/--T*F--

Beschreibung:
Platte, rechts, links und oben abgebrochen, unten vielleicht Originalrand erhalten.
Fundort / Jahr: Köln
Fundumstände:
Vermauert im Dom, an der Nordmauer der Ostapsis des alten Domes, unmittelbar nördlich des
Hochaltarfundamentes.
Übersetzung:

Kommentar:
Unter der zweiten Zeile folgte kein weiterer Text mehr. Dort stand also die Dedikationsformel, hier vermutlich "t(itulum) f(ieri)
[i(ussit)]" oder "t(estamento) f(ieri) [i(ussit)]". In Z. 1 bzw. vor den erhaltenen Buchstabenresten wäre dann der Name zu ergänzen.
Literatur:
Galsterer III Nr. 35.

Seite 395/682
Inschriften ID: 719 Inschriften Typ: Grabinschrift

O LVX * [- - -] / HEV TIB[I - - -] / ERIPVIT * V[ITAM - - -] / SED TAM[EN ? - - -] /5 RE QUOD T[IBI - - -] / EST *

DE CA[ELO ? - - -

Beschreibung:
Linke obere Seite einer Platte. Rechts und unten abgebrochen. Die Zeilen sind schwach
vorgezogen. Fast kreisförmige Worttrenner nur unregelmäßig gesetzt.
Fundort / Jahr: Köln1984
Fundumstände:
Zur Fundlage vgl. oben ID 694. Wohl sekundär verwendet als Abdeckplatte des römischen
Ziegelplattengrabes IX,22 (Päffgen), mit der Schrift nach unten.
Übersetzung:
Oh Licht - - - ach Dir - - - hat entrissen - - - aber dennoch - - - das Dir - - - ist vom Himmel (Ü:
Schmitz).
Kommentar:
Der Sinn des erhaltenen Teils der Inschrift ist einigermaßen klar, wenngleich die Zeilen nicht mit Sicherheit zu ergänzen sind. In Z.
1 wird wohl die Verstorbene angesprochen als "lux mea" oder "lux nostra" (vgl. ILCV 2158, 4362). In Z. 2 wird vermutlich "mors"
zu ergänzen sein, möglicherweie mit einem Adjektiv ("crudelis", "dura" o.ä.). Auch hinter "vitam" ist vielleicht noch ein Adjektiv
(vielleicht "brevem" o.ä.) zu ergänzen. In Z. 4-6 wird wohl ein Gegensatz zu dem negativen Ereignis bzw. ein tröstlicher Aspekt mit
"sed tam[en - - -]" eingeführt. Die Buchstaben "-re" zu Beginn von Z. 5 dürften zu einer Verbalform gehören, entweder dem
Imperativ eines Deponens oder dem Infinitiv ("gaudere" und "frui" entfallen wegen des folgenden Akkusativs).
Die Tote war nach der anthropologischen Bestimmung eine Frau von ca. 50 Jahren.
Literatur:
Galsterer III Nr. 37; Päffgen, Severin III 674; Schmitz 1995 Nr. 33; AE 1990, 736.

Seite 396/682
Inschriften ID: 722 Inschriften Typ: Grabinschrift

Im oberen Drittel befindet sich ein Christogramm mit Alpha und Omega in einem Kreis.

Beschreibung:
Die Vorderseite des Steins ist geglättet, die Schmalseiten sind abgespitzt.
Fundort / Jahr: Köln1982
Fundumstände:
Die Inschrift wurde wie die vorige Inschrift bei Ausgrabungen auf dem Platz des Gereonsklosters
gefunden. Er war in der Steinsetzung des Grabes G 16 (7./8. Jhdt.) wiederverwendet.
Übersetzung:

Kommentar:
Der Kreis des Christogramms hat einen Durchmesser von 15,2 cm. Ein Christogramm dieser Art, das in einem ähnlichen
proportionalen Verhältnis zum Stein steht, befindet sich auf der Inschrift des Martinianus (Schmitz 1995 Nr. 7; vgl. RIGG I 130 aus
dem 4. Jhdt.). Ob der Stein als Grabstein gedient hatte oder lediglich für die Verwendung als Inschrift vorbereitet war, ist nicht zu
entscheiden.
Literatur:
Schmitz, KJ 28, 1995, 704f.; A. Wiedenau, in: Binding u.a., St. Gereon, 154; S. Schutzius, in: Binding u.a., St. Gereon, 166f., Abb.
20; G. Binding u.a., Das Atrium von St. Gereon in Köln, AKorrBl. 3, 1973, 104f., Abb. 6.

Seite 397/682
Inschriften ID: 723 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic - - - / Reco[- - -] / filie [- - -] / vixit [annos - -] /5 mesis [- - -]/m ca(- - -].

Beschreibung:
Die Platte ist oben und rechts unregelmäßig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1940
Fundumstände:
Die Inschrift wurde Ende Mai 1940 in der Schuttverfüllung einer spätantiken Grabkammer
(Päffgen IV,45) gefunden, die im Bereich des Langchors außerhalb der Severinskirche freigelegt
wurde (vgl. Schmitz 1995 Nr. 35).
Übersetzung:
- - - Reco - - - der Tochter - - -. Sie lebte - - - (Jahre und - - -) Monate - - -.
Kommentar:

Literatur:
Schmitz 1995 Nr. 35; Fremersdorf, BJb. 146, 1941, 432, Taf. 81,3; Fremersdorf, Neue Inschriften aus Köln, KJ 1, 1995, 32, Nr. 23
und Abb. 7 u. Taf. 13,2; Binsfeld, Frühchristliches Köln, 62 Nr. 16; Binsfeld, Grabinschriften, 106 Nr. 16; Janssens, Grabinschriften
II, 45; Päffgen, St. Severin, Bd. I, 332; Päffgen, St. Severin, Bd. II, 417 und 421f., Nr. IV,45,12, Abb. 195.

Seite 398/682
Inschriften ID: 724 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -] C / [- - -]S

Beschreibung:
Oben, links und unten abgebrochen. Die Rückseite ist geglättet. Am Ende von Z. 2 eine Palme
eingeritzt.
Fundort / Jahr: Köln1940
Fundumstände:
Das Fragment wurde in der Füllung einer spätantiken Grabkammer (Päffgen Nr. IV,45)
gefunden.
Übersetzung:

Kommentar:
Vgl. ID 529, ID 569 und ID 599 aus demselben Fund
Literatur:
Schmitz 1995 nr. 41a; Päffgen II 420 nr.8

Seite 399/682
Inschriften ID: 725 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -]OL[- -/- -]TOM[- -/- -]SV[- -/- -]MINT[- -/5 - -]NI

Beschreibung:
Allseitig abgebrochene Platte. Aus drei Fragmenten zusammengesetzt.
Fundort / Jahr: Köln1956
Fundumstände:
Die Fragmente wurden wahrscheinlich 1956 oder 1957 als Streufunde nach unüberwachten
Baggerarbeiten im Kreuzgang von St. Severin geborgen (vgl. Schmitz 1995 Nr. 37).
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Päffgen, St. Severin, Bd. I, 332; Päffgen, St. Severin, Bd. II, 588 Nr. V E,g; Schmitz 1995 Nr. 43.

Seite 400/682
Inschriften ID: 728 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Grabstein eines Soldaten (möglicherweise identisch mit ID 74).
Fundort / Jahr: Kölnvor
Fundumstände:
Stammt wahrscheinlich aus einem Grab bei der Alteburg.
Übersetzung:

Kommentar:
Bei Wolf (siehe oben Literatur), wird der Stein ohne Text folgendermaßen erwähnt: "Auch der Grabstein eines Soldaten der 16.
Legion befindet sich in dem Wallraf-Richartz-Museum, welcher mutmaßlich einem Grabe bei Alteburg entstammt". Der einzige
bekannte Soldatengrabstein der 16. Legion aus Köln ist jedoch ID 74, gefunden am Filzengraben 10 und erhalten unter Inv.-Nr. 205
im RGM. Ein Ziegelstempel der 16. Legion wurde beim Bau der Bayenthaler Brauerei gefunden (vgl. Wolf, Alteburg, 53). Fraglich
ist, ob es sich bei dem bei Wolf erwähnten Stück um ID 74 handelt. Düntzer 61 zu 104a vermerkt allerdings ausdrücklich, daß ID 74
"im Filzengraben in dem gotischen Haus neben der protestantischen Kirche im Jahr 1871" gefunden wurde.
Literatur:
Gregarek Nr. 66; Wolf, Alteburg, 54.

Seite 401/682
Inschriften ID: 729 Inschriften Typ: Grabinschrift

---O---

Beschreibung:
Auf drei Seiten abgebrochene Grabstele mit Brandspuren. Am rechten Rand sind Kanneluren
erkennbar, in denen sich weiße Putz- oder Bemalungsreste erhalten haben. Auf der links
anschließenden Fläche im oberen Bereich Reste einer einfachen Rahmung, Buchstabenrest im
unteren Bereich.
Fundort / Jahr: Köln1998
Fundumstände:
Nordwestlicher Bereich des Lagers mit Kasernenbauten; als Spolie (Objekt 70) auf einer flächig
planierten Brandschuttschicht in einem Kasernenbau gefunden (3. Steinbauphase); FB 1998.001.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Gregarek Nr. 72.

Seite 402/682
Inschriften ID: 735 Inschriften Typ: Grabinschrift

Catunec/tus* Aesug/esli * f(ilius) Trino/vas * mil(es) coh(ortis) / III * Bereug/ > * C * Induti / Reperti * an(norum) /

XXX * stip(endiorum) * VI / [h(ic)] s(itus) e(st). S(it) t(ibi) t(erra) l(evis).

Beschreibung:
Stele, rechts und unten beschlagen, hinten grob abgearbeitet. Oben Giebel mit Rosette; Rosetten
auch in den Zwickeln.
Fundort / Jahr: Köln2002
Fundumstände:
Gefunden bei Baggerarbeiten für eine neue Gasleitung, ohne das Grab, aber mit einem
rauhwandigen Topf und dem Schulterblatt eines Schweines, vielleicht Grabbeigaben (FB
2002,25).
Übersetzung:
Catunectus, Sohn des Aesugeslus, aus dem Stamm der Trinovanten, Soldat in der 3.
Breukerkohorte in der Zenturie des Gaius Indutius Repertus, (starb) im Alter von 30 Jahren und
nach 6 Dienstjahren. Hier liegt er begraben. Sei Dir die Erde leicht.
Kommentar:
Die Inschrift ist mit Sorgfalt und einem gewissen Sinn für die dekorative Wirkung gestaltet. Die vielen Ligaturen in den ersten
Zeilen sollen wohl vor allem die Kunstfertigkeit des Ordinators unter Beweis stellen. Der Name "Catunectus" ist unbelegt.
Parallelen für die einzelnen Namensbestandteile finden sich jedoch bei Holder. Der Name des Vaters, ebenfalls unbelegt, könnte mit
Namen wie "Aes-ilos" oder "Aes-arius" einerseits und "Theudegisklos" oder "Hermegisklos" andererseits zusammenhängen.
Vielleicht verweist der Name des verstorbenen "centurio" auf eine Herkunft aus dem Trevererland. Catunectus kam aus dem Stamm
der Trinovanten in Ostengland, auf deren Territorium 49 n.Chr. die Kolonie Camulodunum (heute Colchester) gegründet wurde, die
60 n.Chr. im Boudicca-Aufstand von den Trinovanten zerstört wurde. Die spätere Geschichte des Stammes und seiner Beziehung zu
der wiedererrichteten Kolonie sind unklar. Die dritte Breukerkohorte wurde - wie sieben weitere - nach dem pannonischen Aufstand
ausgehoben. Im Rheinland ist sie spätestens 98 n.Chr. belegt und hatte zumindest um die Mitte des 2. Jhdts. ihre Garnison
anscheinend in Laurium (heute Woerden; Prov. Utrecht). Nach Köln kam Catunectus vielleicht als "eques singularis" des
Statthalters, doch da nähere Angaben auf der Inschrift fehlen, sind auch viele andere dienstliche und private Gründe für seine
Anwesenheit in der Provinzhauptstadt vorstellbar.
Die Rosettendekoration weist die Inschrift eher dem ausgehenden 1. als dem 2. Jhdt. zu.
Literatur:
Galsterer 2003 = Galsterer IV Nr. 10. Holder I 52f., 848ff., 1993 und II 696; Spaul, Cohors², 321; R. Dunnett, The Trinovantes,
1975; Abb. in: Von Anfang an, 72.

Seite 403/682
Inschriften ID: 737 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- - -]nti / [mil(iti) ? l]eg(ionis) * XXX * U(lpiae) * V(ictricis) / [- - -]ori * cos / [---]A[---]

Beschreibung:
Fragment. Ein Teil des rechten Randes erhalten. Sonst unregelmäßig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1991
Fundumstände:
Aus einem Grab im südöstlichen Teil des Grabbezirks Aachener Strasse, unweit des Grabes mit
dem Achillespokal. Leider konnte der Fundkontext wegen Einsturzgefahr nicht beobachtet
werden.
Übersetzung:
Für - - -ns, Soldat der 30. Legion Ulpia Victrix, Stallmeister des Statthalters.
Kommentar:
Die Ergänzung der Inschrift hat von Z. 2 auszugehen, wo vor (fehlenden) L in "leg(ionis)" noch der Rang des Soldaten angegeben
war. Möglicherweise stand hier "miles" - wohl eher als "veteranus" oder "centurio". Der Legionär war aus Xanten zum Stab des
Statthalters kommandiert worden. Seine Funktion, von der nur die beiden letzten Buchstaben erhalten sind, war entweder die eines
"strator" (= Stallmeister des Statthalters) oder eines "stator" (= ein Funktionär der Justizverwaltung mit Polizeiaufgaben; siehe dazu
Domaszewski-Dobson 35 u. 39; Haensch, Capita, 35). Ein "stator" aus der "cohors I Latobicorum", der bei einem Alenkommandeur
namens Pompeius Honoratus Dienst tat, ist in ID 683 belegt. Da in der ersten erhaltenen Zeile der letzte Buchstabe ein Vokal sein
muß, kommt nur ein I in Frage und damit ein Cognomen auf "- - -ns". Die Dativformen "Praestanti" oder "Exsuperanti" würden den
zur Verfügung stehenden Raum gut füllen. In der Zeile darüber hätten dann Praenomen, Nomen und Filiation gestanden. Am
Unterende des Steines erkennt man noch die Reste eines Buchstabens, wahrscheinlich eines A. Da dies in die gängigen Grabformeln
nicht passt, wird man dort eher den Namen dessen vermuten dürfen, der oder die die Inschrift setzte.
Literatur:
St. Neu, Richard-Wagner-Strasse 47. Ausschnitt aus einem römischen Friedhof, Archäologie in Köln 1, 1992, 63-73; Galsterer 2003,
181-183.

Seite 404/682
Inschriften ID: 738 Inschriften Typ: Grabinschrift

[ - - - ] / [mile]s * ex * classe / [quae] est * in Germa/nia h(ic) * s(itus) * e(st) / [P]amp(h)ilus et / [C(h)]ryseros * d(e)

* s(ua)* p(ecunia) * p(osuerunt) *

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Stele, oben und links abgeschlagen. Rechter Rand durch Eierstab
gesäumt.
Fundort / Jahr: Brühl1913
Fundumstände:
War in einem fränkischen Gräberfeld als Grabplatte benutzt.
Übersetzung:
- - - Soldat der Flotte, die in Germanien stationiert ist, liegt hier begraben. Pamphilus und
Chryseros (liessen ihn) mit eigenen Mitteln bestatten.
Kommentar:
Der in einem fränkischen Grab in Brühl zweitverwendete Grabstein eines Flottensoldaten dürfte mit einiger Wahrscheinlichkeit aus
dem Friedhof der Flotte in Köln verschleppt worden sein, wie der des Pertinax und der des Sextius Fabius. Pamphilus und Chryseros
waren entweder frühere Kameraden des Verstorbenen (in der Flotte begegnen viele Träger griechischer Namen) oder seine
Freigelassenen.
Literatur:
CIL XIII 12047; Lehner Nr. 674; Konen 476 Nr. 28; Gregarek Nr. 108; Pferdehirt, Museum, 53.

Seite 405/682
Inschriften ID: 739 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / c(lassis) * G(ermanicae) * p(iae) * f(idelis) * / Verus * vela(rius) / amicus * f(aciendum) / curavit.

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte. Allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Kölnvor
Fundumstände:
Vgl. Klein, BJb. 78, 1984, 136ff.
Übersetzung:
- - - in der kaisertreuen germanischen Flotte. Verus, der Segelmacher, sein Freund, ließ (das
Grab) errichten.
Kommentar:
Dieser Grabstein eines Angehörigen der Flotte dürfte wohl eher aus dem Friedhof der Flotte in das etwa 5 km entfernte Meschenich
gebracht worden sein als auf eine Villa hindeuten. Der Freund des Verstorbenen, ein Segelmacher, hatte den Grabstein gesetzt. Die
Auflösung von Z. 1 zu "c(ohors) G(ermanorum) p(ia) f(idelis)", die Klein trotz aller Gegenargumente vorzog, ist sicher abzulehnen.
Literatur:
Klein, BJb.78, 1984, 136-138; Lehner Nr. 675; Konen 477 Nr. 34; Gregarek Nr. 107.

Seite 406/682
Inschriften ID: 752 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) s(acrum) / Cali[- - -] / Zoi[- - -] / rhe[- - -] / Grae[- - -] / h(eres) f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Rechts gebrochene Stele ohne Verzierung. Oberer, rechter und unterer Rand erhalten. Die
Buchstaben haben einen guten Teil ihrer roten Ausmalung bewahrt.
Fundort / Jahr: Köln1994
Fundumstände:
Gefunden in der Verfüllung in einem im späten 3. Jhdt. aufgegebenen Wohnhaus knapp
ausserhalb der Stadtmauer, wo Gräber und Wohnbebauung gemischt sind.
Übersetzung:
Den Totengöttern geweiht. (Hier ruht) Calidius Zoilus, Professor für Griechisch. Sein Erbe ließ
das Grabmal ausführen.
Kommentar:
Die Formeln "D(is) M(anibus) s(acrum)" (sonst in Köln nur ID 449) und "h(eres) f(aciendum) c(uravit)" datieren die Inschrift grob
in das 2. Jhdt. Zu dieser zeitlichen Einordnung paßt die Angabe des Namens ohne Praenomen. In Z. 2 steht das I unter dem M von
Z. 1 und markiert so die Zeilenmitte. Demnach sind also etwa vier Buchstaben zu ergänzen. In Frage kommen die Namen Calicius,
Calidius und Calinius, wovon der zweite nach der einschlägigen Literatur am häufigsten belegt ist. Der Name im Nominativ ist
deshalb wahrscheinlich, weil dann die weiteren Zeilen mittig geordnet sind. In Z. 3 könnte das Cognomen zu "Zoilus" zu ergänzen
sein, der zwar als Sklaven- und Freigelassenenname nicht allzu häufig vorkommt, aber immerhin bei einem Freigelassenen und
Erben eines "armorum custos" der Bonner Legion belegt ist (CIL XIII 8002).
In Z. 4 haben sich noch Spuren des T erhalten. Damit entfällt die Ergänzung auf das gelegentlich belegte Cognomen Rhenus, die
auch aufgrund des Zusammenhangs unwahrscheinlich wäre.
Interessant ist die Form des Z in Z. 3. Vielleicht handelt es sich um die nicht ganz geglückte Korrektur eines verkehrt herum
geschriebenen Sigma durch ein Z (oder Zeta). Vielleicht war der "rhetor Graecus" (oder der Steinmetz) in griechischer Orthographie
nicht ganz sicher. Zoilus ist der erste in Köln belegte höhere Lehrer für Griechisch. In der Provinzhauptstadt gab es, auch unter den
Söhnen der höheren Reichsbeamten, eine Zielgruppe für ein derartiges Bildungsangebot. Ein anderer griechischer Intellektueller,
Demetrius von Tarsus, "grammaticus", lebte nach RIB 662f. in York in der Residenz des Statthalters (wohl in den ersten Jahren
Domitians).
Literatur:
Galsterer IV Nr. 12; M. Carroll-Spillecke, An Early Bath House in the Suburbs of Roman Cologne, JRA 10, 1997, 263-270.

Seite 407/682
Inschriften ID: 753 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) L(uci) / Quadratini / Marti / h(eres) f(aciendum) c(uravit)

Beschreibung:
Unten abgebrochene Grabstele mit kleinem, unverziertem Giebel.
Fundort / Jahr: Köln2004
Fundumstände:
Chlodwigplatz/Ubierring (Südseite). Gefunden mit der Schriftseite nach unten als Abdeckung
einer rechteckigen Aschenkiste aus Tuff.
Übersetzung:
Den Totengöttern des Lucius Quadratinius Martius. Sein Erbe ließ (das Grabmal) errichten.
Kommentar:
Das einzige Problem stellt das L am Ende von Z. 1 dar. Es handelt sich entweder, wie hier angenommen, um den in die erste Zeile
vorgezogenen Vornamen des Verstorbenen, oder um eine Verschreibung des Steinmetzen für ein ursprünglich dort vorgesehenes
"s(acrum)".
Martius ist als Name recht verbreitet, u.a. in Köln als Nomen Gentile (ID 148). Quadratinius hingegen ist anscheinend neu. M.
Dondin-Payre, Noms, kennt nur Quadratus. Bei H. Solin - O.Salomies, Repertorium 1988, ist Quadratius aufgeführt (darunter auch
dreimal in CIL XIII). Die Bildung des Wortes von Quadratus über Quadratinus zu Quadratinius ist hingegen völlig normal für die
sog. "gallische" Namensgebung.
Die Datierung ergibt sich aus der Kombination von "D(is) M(anibus)" mit "h(eres) f(aciendum) c(uravit)" und der sehr sorgfältigen
Schrift.
Literatur:
Galsterer IV Nr. 13.

Seite 408/682
Inschriften ID: 754 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - ir u - - -/ [ 6-8 ] iarius f[ 6-8 ]/ - - -ummum s - - -/[ex t] estamento poni / [iussit liber]ti heredes / [faciendum

cura]verunt

Beschreibung:
Glatte Platte, die wohl auf allen Seiten von einem schlichten Rahmen aus demselben Material
gehalten wurde. Erhalten sind vier große Bruchstücke, von denen je zwei zusammenpassen, und
einige kleinere.
Fundort / Jahr: Köln1990
Fundumstände:
Koordinaten 19,70-21,00 südlich, 31,70-32,90 westlich des 0-Punktes der Grabung in der
Vierung des Doms in Höhe 50,30 - 51,80 über NN. Die Fragmente lagen oberhalb eines
römischen Abwassersammlers in der Trasse der ersten Straße östlich des Kardo Maximus.
Übersetzung:
- - - Händler mit - - -, ließ durch testamentarische Verfügung (sein Grab) in größter Pracht
errichten. Seine Freigelassenen und zugleich Erben sorgten für den Bau.
Kommentar:
Falls es sich in Z. 2 der Inschrift bei dem Wortrest "- - -iarius" um eine Berufsbezeichnung handelt, kämen bei dem zur Verfügung
stehenden Platz von drei bis vier Buchstaben u.a. "(negotiator) laniarius", "scriniarius" oder "strophiarius" in Frage, also Händler
von Fleisch, von Möbeln oder von Unterwäsche. Ein "negotiator lanio" ist bereits durch ID 365 belegt, das holzverarbeitende
Gewerbe durch "collegia fabrum tignariorum" (ID 355) und "tectorum" (ID 356) sowie einen "negotiator lignarius" (ID 367) und
einen "tignarius" (ID 374) in Köln bezeugt. Zum Textilgewerbe wird man den "fulloniae artis magister" (ID 360) rechnen.
Ungewöhnlich ist das Material des Inschriftenträgers, bei dem es sich um Kohlenkalk, den sogenannten Aachener Baustein, handelt
(vgl. die Weihung an Apollo ID 004).
Literatur:
B. und H. Galsterer, Eine neue Inschrift aus dem Kölner Dom, Kölner Domblatt 57, 1992, 296-300 = AE 1992, 1263.

Seite 409/682
Inschriften ID: 755 Inschriften Typ: Grabinschrift

[- - -V]erillae / [filiae] dulcissimae / Verinia Vera / mater fecit

Beschreibung:
Steinkiste; früher und neu beschädigt; wohl Kindersarkophag.
Fundort / Jahr: Köln1991
Fundumstände:
Bei Kanalarbeiten mit dem Bagger ausgehoben (FB 2001,24).
Übersetzung:
Für Verilla, ihre liebe Tochter, errichtete Verinia Vera, ihre Mutter, (dieses Grabmal).
Kommentar:
Die Namen in der Familie sind alle von "Verus" abgeleitet. Eine ähnliche Häufung von Ableitungen ist für den Namen
"Verecundus" bezeugt (dazu S. Lefebvre, À propos de la répartition du nom Verecundus en Gaule et en Germanie, in: Noms
597-647). Verinius und Verinus sind in Köln relativ häufig belegt.
Literatur:
Galsterer IV Nr. 15.

Seite 410/682
Inschriften ID: 756 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Bruchstück des Denkmals eines Alenreiters.
Fundort / Jahr: Köln1889
Fundumstände:
"Das Bruchstück eines Denkmals, welches dem Reiter einer Ala angehörte, wurde gegenwärtig
daselbst gefunden" (Wolf 1889, 54). Wolf verwechselt unmittelbar zuvor Bayenthal und
Bayenturm, das heutige Frauenmuseum, so daß auch der Fundort dieser Inschrift vielleicht eher
in der Nähe des Chlodwigplatzes zu suchen sein könnte.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Wolf 1889, 54; Klinkenberg 1906, 374; Gregarek 592 Nr. 67.

Seite 411/682
Inschriften ID: 757 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -/ [ - - -]i f(ilius) Dar[danus] / [eques alae - - -] an(norum) XXX st[ip(endiorum)] - - - / - - -

Beschreibung:
Teil eines größeren Reiterdenkmals, vergleichbar mit ID 298 (FO Gereonstraße). Vermutlich saß
über dem teilweise erhaltenen Block ein weiterer mit einer Totenmahlszene sowie darunter ein
Block mit der Pferdevorführung. Der Oberteil eines Pferdekopfes ist hiervon noch zu sehen.
Fundort / Jahr: Köln1956
Fundumstände:
Bei den Grabungen 1956 und 1957; zu diesen siehe Galsterer alt 376.
Übersetzung:
- - - Dardanus (?), Sohn des - - -, Alenreiter - - -, 30 Jahre alt, mit - - - Dienstjahren - - -.
Kommentar:
Der Reiter besaß noch kein Bürgerrecht, wie aus der Namensform hervorgeht. Die Zahl seiner "stipendia" dürfte um die 10 gelegen
haben. In der verlorenen letzten Zeile stand wohl eine Dedikationsformel wie "h(ic) s(itus) e(st)" oder "h(eres) t(estamento)
f(aciendum) c(uravit)".
Literatur:
Päffgen, Severin II 587 a.

Seite 412/682
Inschriften ID: 758 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] * M(anibus) / - - - ur - - - / - - -

Beschreibung:
Fragment. Oben alter Abschluß.
Fundort / Jahr: Köln1956
Fundumstände:
Vgl. zu den unüberwachten Baggerarbeiten der Jahre 1956/57 Galsterer alt 376.
Übersetzung:
Den Totengöttern - - -.
Kommentar:
Erhalten ist in Z. 1 der Trennpunkt zwischen "[D(is)]" und "M(anibus)", so daß die Breite der Inschrift mit etwa 10 - 12 Buchstaben
angenommen werden kann. In Z. 2 stand sicher ein Name. Der zweite erhaltene Buchstabe (hinter dem U) könnte auch ein B
gewesen sein.
Literatur:
Päffgen, Severin II 587 b.

Seite 413/682
Inschriften ID: 762 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - IERI - - -/ - - -[fac]iendum [curavit] - - -/ - - -

Beschreibung:
Block aus drei Fragmenten.
Fundort / Jahr: Köln??
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 414/682
Inschriften ID: 767 Inschriften Typ: Grabinschrift

a: Fl(avia) Phila; b: CIC (?)

Beschreibung:
Drei Fragmente einer Stele mit Mittelmedaillon.
Fundort / Jahr: Köln2001
Fundumstände:
Aus dem Schutt über dem Grabmal (?)
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
-

Seite 415/682
Inschriften ID: 768 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - patr[- - -] / liberti - - -/ - - - O

Beschreibung:
Rechteckige dicke Platte. Rundum glatter Rand. Inschrift mit roten Farbspuren. Z. 2 ist teilweise
durch Zement verdeckt.
Fundort / Jahr: Köln1983
Fundumstände:
FB 83.12, Fz. 00193, E.-Nr. 169: gefunden am 11.11.1983, zusammen mit weiteren Kalksteinen,
südlich der Mauer 24 bei ca. 12 m Ost gefunden als Füllung einer Ausbruchsgrube (Eisen).
Übersetzung:
- - - dem Patron - - - seine Freigelassenen - - -.
Kommentar:
In der ersten erhaltenen Zeile könnte aufgrund der Nennung von Freigelassenen in Z. 2 "patr[- - -]" zu "patr[ono suo ?]" zu ergänzen
sein, wobei sich "patr[ono suo ?]" und "liberti" vermutlich aufeinander beziehen. Vor "patr[ono suo ?]" sind keine Buchstaben mehr
lesbar. Hier müßte jedoch der Name des "patronus" gestanden haben. In Z. 3 läge es nahe, "fac(iendum) c[uraverunt]" zu lesen, doch
scheint der erste Buchstabe ein B zu sein.
Literatur:
-

Seite 416/682
Inschriften ID: 769 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - / [- -]atori[- - -] / [- - -]trib * Cl[- - -] / [- - -]UBER[- - -] / [- - -]TRI * C[- - -] / [- - -]CCU[- - -] / - - -

Beschreibung:
Rest einer Inschrift. Rote Ausmalung der Buchstaben teilweise noch erhalten. Unten
umgearbeitet zu einem romanischen Doppelkapitell mit Blattwerk, diamantverzierten Stengeln
und Wulstabschluß.
Fundort / Jahr: Köln1990
Fundumstände:
Streufund beim Baggern östl. von Mauer 3. Fz. 13878, E.-Nr. 4179.
Übersetzung:

Kommentar:
Vermutlich handelt es sich bei der fragmentierten Inschrift um den Rest eines Grabsteines. In Z. 1 haben sich noch nicht
identifizierbare Reste von ein bis zwei Buchstaben erhalten. Die Wortreste "-ator" in Z. 2 sind sicher zu ergänzen als Dativ eines
Cognomens wie "Mercator", "Viator" o.ä. In der dritten Zeile befindet sich an der linken Bruchkante der Rest eines Buchstabens,
vielleicht eines A, dann folgt eine TR-Ligatur. Am rechten Rand ist ein Buchstabe mit senkrechter Haste, ohne Ansatz einer oberen
oder mittleren Querhaste zu erkennen, also ein I oder L. Zu ergänzen ist hier also kaum der militärische Rang "tribunus", eher
vielleicht "[fra]trib(us)". In Z. 4 steht vor dem ersten Buchstaben der Rest einer senkrechten Haste, also eines I, M oder N. In der
fünften Zeile könnte - typisch für eine Grabschrift - wohl "matri carissimae" bzw. "patri carissimo" zu ergänzen sein. Der letzte
Buchstabe in Z. 6 ist sicher ein U, das wohl zu "[fa]c(iendum) cu[r(avit/erunt)]" (eher zu Letzterem) gehörte.
Literatur:

Seite 417/682
Inschriften ID: 771 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - - AE / - - -TUS

Beschreibung:
Rechtes Randstück einer Inschriftenplatte. Rechte Schmalseite und Rückseite glatt. Drei
Schmalseiten gebrochen.
Fundort / Jahr: Köln1996
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Unpubliziert.

Seite 418/682
Inschriften ID: 772 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -i]ULIO / - - -ATORI / - - -RONIAE / - - -INAIO (?)

Beschreibung:
Zwei aneinander anpassende Fragmente eines Kalksteinblockes. Allseitig gebrochen.
Fundort / Jahr: Köln (?)
Fundumstände:
?
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
-

Seite 419/682
Inschriften ID: 774 Inschriften Typ: Grabinschrift

IU - - - / BAS- - - / VIVA

Beschreibung:
Fragment einer Kalksteinplatte. Links Rand erhalten, sonst unregelmäßig abgebrochen.
Fundort / Jahr: Köln2005
Fundumstände:
In Bestattungen des 3./4. Jhdts.
Übersetzung:

Kommentar:
Die Buchstaben sind in schöner Schrift eingemeißelt. Anscheinend sind noch Reste der Ausmalung erhalten.
Literatur:
Unpubliziert.

Seite 420/682
Inschriften ID: 775 Inschriften Typ: Grabinschrift

a. D(is) * M(anibus) / P(ublio) * Scantio / Fulviano / P(ublius) * Scantius / Iustus * pat(ri) / fil(ius) * piissim(e)

b. D(is) M(anibus) / Fabiae / filius / suis *

Beschreibung:
Doppelgraburne. Die beiden Inschriften auf der Vorderseite nebeneinander als giebelgekrönte
Stelen, links und rechts ein Attis.
Fundort / Jahr: Rom
Fundumstände:
Stand 1779 in Rom in den Gärten der Mattei. Dann von John Winn erworben und vor 1812 auf
den Familiensitz Nostell Priory /GB gebracht. 1990 von dem RGM angekauft.
Übersetzung:
a. Den Totengöttern für Publius Scantius Fulvianus, seinen Vater, hat Publius Scantius Iustus in
Ehrfurcht (die Urne herstellen lassen).
b. Den Totengöttern für Fabia, der Sohn den Seinen.
Kommentar:

Literatur:
F. Naumann-Steckner, in: KunstVermögen. Neues aus drei Jahrzehnten, Römisch-Germanisches Museum der Stadt Köln 2005, 15.

Seite 421/682
Inschriften ID: 792 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -m]IL * LEG * X - - -

Beschreibung:
Fragment vom Oberrand einer Sandsteinplatte. Vermutlich Bruchstück eines Sarkophags.
Fundort / Jahr: Köln2006
Fundumstände:
U-Bahn-Bau, FO wie ID 734.
Übersetzung:
- - -, Soldat (?) der 10. (?) Legion, - - -.
Kommentar:

Literatur:
Unpubliziert.

Seite 422/682
Inschriften ID: 805 Inschriften Typ: Grabinschrift

Memoriae / Crescentiae / Fortunatae / sorori caris/simae Fl(avius) Fort(..).

Beschreibung:
Rundes Aschenkistchen aus Kalkstein. Auf dem Deckel Abbildung eines Kopfes,
möglicherweise eines Medusenhauptes.
Fundort / Jahr: Köln-Lövenich?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Zum Andenken an seine liebe Schwester Crescentia Fortunata (errichtete das Grab) Flavius
Fort(unatus?).
Kommentar:
Die Inschrift selbst scheint echt zu sein, doch gilt dies vielleicht nicht unbedingt auch für die Darstellung auf dem Deckel.
Literatur:
CIL XIII 7914; Medizinische Topographie des Landkreises Köln, 1825; P.A. Walther, Die Sammlungen von Gegenständen des
Alterthums, der Kunst der Völkerkunde und von Waffen im Großherzoglichen Museum zu Darmstadt, Darmstadt 1844², 36.

Seite 423/682
Inschriften ID: 813 Inschriften Typ: Grabinschrift

Ossa / Verecundiniae / filiae suaviss/imae. Have. Vale

Beschreibung:
Rundes Aschenkistchen aus Kalkstein. Auf dem Deckel Darstellung eines Mannes mit Helm.
Fundort / Jahr: Köln-Lövenich?
Fundumstände:
?
Übersetzung:
(Hier sind gesammelt) die Knochen meiner / unserer liebsten Tochter Verecundinia. Gehabe
Dich wohl.
Kommentar:
Die Inschrift ist wohl echt, obwohl Zangemeister sie im CIL unter die Fälschungen einreihte. Die Darstellung auf dem Deckel
(Mann mit Helm) dürfte hingegen von Renaissancedarstellungen beeinflusst sein.
Literatur:
CIL XIII 1302*; Medizinische Topographie des Landkreises Köln, 1825; Walther, Katalog Museum Darmstadt 35.

Seite 424/682
Inschriften ID: 827 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -[e]t aedil(i)/cio du(u)m[virali - - -] (Lesung Nesselhaufs)

Beschreibung:

Fundort / Jahr: Köln1941


Fundumstände:
Gefunden beim Bau des Dombunkers (an der Stelle des heutigen RGM). Schon von Nesselhauf
1958 nicht mehr gesehen.
Übersetzung:
- - - sowie gewesener Aedil und Duumvir.
Kommentar:
Diese - anscheinend verlorene - Inschrift scheint nicht identisch mit ID 338, wie dort diskutiert. Merkwürdigerweise sind aus Köln
hauptsächlich gewesene Beamte ("aedilicii", "duumvirales") bekannt: ID 5, 338, 827, nicht jedoch amtierende Beamte. Dies könnte
damit zusammenhängen, daß sich hauptsächlich Grabsteine dieser Personen erhalten haben, nicht aber offizielle städtische
Dokumente. Dasselbe trifft auf die Grabinschrift des Masclinius Maternus aus Hoven zu (CIL XIII 7918).
Literatur:
Fremersdorf 1955, 28 Nr. 16; NL 228.

Seite 425/682
Inschriften ID: 829 Inschriften Typ: Grabinschrift

Cledo Aeliaes / pedisequa

Beschreibung:
Marmorverschuß aus Marmor für ein Grab.
Fundort / Jahr: Rom (?)?
Fundumstände:

Übersetzung:
(Hier ruht) Cledo, Begleiterin der Aelia.
Kommentar:
Cledo (der Name ist bisher nur aus Rom bekannt) war Sklavin und Begleiterin, wenn sie das Haus verließ, einer Aelia - vermutlich
aus dem patrizischen Haus der Aelii Lamiae. "Aeliaes" ist ein griechisch konstruierter Genitiv eines römischen Namens - vielleicht
ein Beleg für die Umgangssprache in den vornehmen Familien in augusteischer Zeit.
Da zu der Sammlung Wollmann ein weiteres Aschenkästchen für ein unfreies Mitglied derselben Familie gehörte, darf man
vielleicht vermuten, daß beide zusammen erworben wurden und aus dem - uns unbekannten - Kolumbarium stammten, das diese
Familie für ihre vielen Sklaven und Freigelassenen zur Verfügung stellte (Oxé 1942 Nr. 2).
Literatur:
Oxé 1942 Nr. 20.

Seite 426/682
Inschriften ID: 830 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) * Publeius * M(arci) * l(ibertus) * / Faustus * M(arcus) * Publeius * / Rufio * dat * libe(n)s * animo

Beschreibung:
Marmortafel als Grababdeckung aus einem Kolumbarium.
Fundort / Jahr: Rom (?)?
Fundumstände:

Übersetzung:
(Hier liegt) Marcus Publeius Faustus, Freigelassener des Marcus. Marcus Publeius Rufio stiftete
(das Grab) in dankbarem Geist.
Kommentar:
Rufio ist eine Nebenform zu Rufus, ebenso wie Publeius eine Nebenform des Gentilnamens Publius darstellt. Rufio ist kein
typischer Sklavenname. Da sein Träger auch nicht angibt, Freigelassener zu sein, handelt es sich vielleicht um einen Sohn des
Faustus. Zumindest gehörten beide zu derselben "familia".
Literatur:
Oxé 1942 Nr. 3.

Seite 427/682
Inschriften ID: 831 Inschriften Typ: Grabinschrift

Theois Katachthoniois Antonia Kyprogeneia..., griech. Text

Beschreibung:
Nahezu quadratische Marmortafel zur Abdeckung eines "loculus" in einem Kolumbarium.
Fundort / Jahr: Rom (?)?
Fundumstände:

Übersetzung:
Den Unterweltsgöttern. Für Antonia Kyprogeneia, die unvergleichliche, fromme und gerechte
Seele und besonders fromm (setzte dies) Antonius Chrysopais, ihr Lebensgefährte, da sie sich um
ihn verdient gemacht hatte.
Kommentar:
Die Inschrift ist in griechisch verfasst und vieles, z.B. die Anhäufung der Adjektive, kommt in lateinischen Inschriften weniger vor.
Andererseits ist von der Anrufung des griechischen Pendants der "Di Manes" bis zu der Entsprechung von "benemerenti" am Schluß
das römische Konzept unverkennbar.
Der frühere Herr der beiden Freigelassenen hatte eine Vorliebe für hochtrabende Namen: Kyprogeneia ist die bei Zypern dem
Schaum entstiegene Aphrodite, Chrysopais der Knabe mit den goldenen Locken.
Literatur:
Oxé 1942, Nr. 9.

Seite 428/682
Inschriften ID: 833 Inschriften Typ: Grabinschrift

M * F * S DSPI DM II

Beschreibung:
Marmortafel, heute in Trümmern. Eines der Bruchstücke mit dem ersten Buchstaben fehlt. Nach
Oxé diente sie vielleicht als Sargdeckel.
Fundort / Jahr: Rom?
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Oxé 1942 Nr. 14.

Seite 429/682
Inschriften ID: 839 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Mercuro (sic) filio / in pace.

Beschreibung:
Nach Oxé ist der dem Stein anhaftende Mörtel antik, doch könne die Inschrift eine moderne
Fälschung sein. Sowohl die Verschreibung Mercuro statt Mercurio wie die Kombination des
heidnischen Dis Manibus mit dem christlichen in pace könnten hierfür sprechen. Doch kann man
eine so offensichtlich falsche Schreibung wie Mercuro auch eher als ein Argument für die
Echtheit ansehen.
Fundort / Jahr: ??
Fundumstände:
?
Übersetzung:
Den Totengöttern. Für (meinen) Sohn Mercurus. Friede (seiner Asche).
Kommentar:
s.o.
Literatur:
Oxé 1942 nr.15

Seite 430/682
Inschriften ID: 840 Inschriften Typ: Grabinschrift

- - -LI - - -/ - - amanti[ssimo/ae]

Beschreibung:
fotografieren
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 431/682
Inschriften ID: 848 Inschriften Typ: Grabinschrift

Iul[iae --,--,--] / Frapiad{n}[ae] (}oder {em Frapia[e]) / Apriana Roma / h(ic ?) [--,--,--].

Beschreibung:
Abguß.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In Zeile 1 wohl {em Iul[iae]} mit folgendem Beinamen, mit oder ohne Filiation. In Zeile 2 nach Frappiae (Lesung des letzten E
nicht ganz sicher) ebenfalls wohl {em cognomen}. In Zeile 3 dito. In Zeile 4 wohl HSE. Vielleicht Punkt hinter H. Wenn dies der
Literatur:

Seite 432/682
Inschriften ID: 862 Inschriften Typ: Grabinschrift

Oclatio Carvi f(ilio) / signif(ero) alae Afror(um) / Tungro frater h(eres) f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Oberhalb der Inschrift ein signifer in Waffenrüstung, in der Rechten das signum, in der Linken
das Dienstbuch. Unter dem Inschriftenfeld ein Troßknecht mit aufgezäumtem Pferd.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Zusammen gefunden mit einem einhenkeligen Krug, einem Topf und einer Schüssel; alles in
Formen vom Ende des 1. Jahrhunderts n.Chr..
Übersetzung:

Kommentar:
Zu Oclatius vgl. Schulze, Latein. Eigennamen, S. 151; Carvus vgl. CIL VIII 9384; nach Schulze, a.a.O., S. 31 Anm. 3 ist Carvus
illyrischer Provenienz. Tungro, eine Heimatbezeichnung des Oclatius; der Name des Bruders nicht überliefert.
Literatur:
Lehner, B.J. 128, 1923, S. 143; Cagnat, Année épigr. 1924, S. 5, Nr. 21; Oxé, Germania 9, 1925, S. 120; Die Heimat. Mitteilungen
des Vereins für Heimatkunde in Crefeld 1925, S. 162.

Seite 433/682
Inschriften ID: 875 Inschriften Typ: Grabinschrift

Tiber(ius) Iulius / Pancuius / mil(es) coh(ortis) / Lusitanorum / an(norum) LV stip(endiorum) XXVIII / hic s(i)t(us) est.

Beschreibung:
Die Rundbogennische enthält die Darstellung des Verstorbenen in halber Figur mit einem
signum; darunter die Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Soldat verstarb im aktiven Dienst; römisches Bürgerrecht unter Tiberius, der Zeitpunkt während seiner Dienstzeit aber nicht zu
ermitteln. Lusitanerkohorte lag noch in der Regierungszeit des Tiberius in Neuß, solange, bis die Legion hier (??????????????) e
Literatur:
E. Neuffer, B.J. 151, 1951, S. 192.

Seite 434/682
Inschriften ID: 884 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--] / [--,--,--]AE / [--,--,--]VLI / [--,--,--]NIS / [--,--,--]

Beschreibung:
Rechts profilierter Rand.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der ersten und zweiten Zeile Reste von Namen. In der dritten Zeile [an]nis ?
Literatur:
E. Neuffer, B.J. 151, 1951, S. 312.

Seite 435/682
Inschriften ID: 890 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Stein links abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der ersten Zeile Namensende des Verstorbenen und ob(itae)?. In zweiter und dritter Zeile: [dulcis]sim(a)e / [et amantissim](a)e
fil(iae) o.ä.. In der vierten Zeile Ende des cognomens des Vaters, z.B. [Pa]ternus. In der sedchsten Zeile [et si]bi ?
Literatur:
E. Neuffer (nach Oxé###s Lesung), B.J. 148, 1948, S. 398.

Seite 436/682
Inschriften ID: 892 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) m(anibus) [.] Ulpius T[.]/gadunus sib[i] / et Ulpiae Ammia[e] / coniugi / [et Ulp]iae Amm[iae] / [fi]liae /

[f(aciendum)] c(uravit).

Beschreibung:
"Zwei Bruchstücke, a) unten gebrochen, am rechten Rand beschädigt, b) oben und links
gebrochen.
"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Ergänzung des cognomens des Ulpius ist offen. Weiters vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, germania 12, 1928, S. 190, Nr. 5.

Seite 437/682
Inschriften ID: 893 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) . Ingenuo / [..] si filio / [--,--,--]

Beschreibung:
Unten gebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der zweiten Zeile liest Mayer MASI und in der dritten und vierten Zeile die Buchstaben - - - ES / FC; diese müssen auf einem
gesonderten Bruchstück vorliegen, das Nesselhauf nicht bekannt war. Weiters vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, Germania 12, 1928, S. 190, Nr. 8.

Seite 438/682
Inschriften ID: 894 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) M(arcus) V[--,--,--] / teno et [--,--,--] / uxsor[i et --,--,--] / tatio [--,--,--].

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Am Anfang der zweiten Zeile wohl noch Namensbestandteil des Marcus V - - -. Der Name der Frau wahrscheinlich nach dem
###et### in der zweiten Zeile, das ###tatio### der dritten Zeile vielleicht Namensteil des Sohnes. Weiters vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, Germania 12, 1928, S. 190, Nr. 7.

Seite 439/682
Inschriften ID: 895 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) Flavio Ingen/uo Iul(ia) Pattua / mater / [f(aciendum) c(uravit)].

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, Germania 11, 1927, S. 152.

Seite 440/682
Inschriften ID: 896 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is) M(anibus) --,--,--]/ae coiu[gi --,--,--] / Masucuae e[t --,--,--] (oder f[iliae --,--,--]) / OITA[--,--,--] / vac.

Beschreibung:
Oben und rechts gebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Name des Mannes und der seiner Frau (dazu gehört in der ersten Zeile -ae) oben abgebrochen. Masucua ist wohl der volständige
Name der Tochter. Anfangsbuchstaben in derletzten Zeile vielleicht auch Namensbestandteile. Weiters vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, Germania 12, 1928, S. 190, Nr. 9.

Seite 441/682
Inschriften ID: 897 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Ulfeno / Amilonis filio / Amilo Viatoris (filius) / filio pientissimo / f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, Germania 13, 1929, S. 79.#

Seite 442/682
Inschriften ID: 898 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / Ulpiea / Ursea / Amilo / Viatoris (filius) / f(aciendum)WT c(uravit).

Beschreibung:
Fragment einer allseits abgeschlagenen Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Vgl. N 245.---
Nesselhauf las über der ersten Zeile noch {em D(is) M(anibus)}."
Literatur:
Mayer, Germania 12, 1928, S. 190, Nr. 6.

Seite 443/682
Inschriften ID: 899 Inschriften Typ: Grabinschrift

Mationi / Terti filio / marito dulcis(simo) / Ulpia Masuva / [f(aciendum)] c(uravit)].

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, Germania 12, 1928, S. 190, Nr. 2.

Seite 444/682
Inschriften ID: 900 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) Tertio / Uxsperi filio / et Iuliae Aivae / parentibus suis / Matio Terti (filius) / f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, Germania 12, 1928, S. 190, Nr. 1.

Seite 445/682
Inschriften ID: 901 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is) M(anibus) / [U]lpio Iusto / Ulpia Musa / mater f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vgl. N 245.
Literatur:
Mayer, Germania 12, 1928, S. 190, Nr. 4.

Seite 446/682
Inschriften ID: 902 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Avvae / Samdi (filiae) / Ulpius / Iustus / uxori / pientissim(a)e / f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zusammenfassende Erläuterung aller in Rimburg gefundenen Grabsteine (N 245-255): Einzelen Personen, die auf den
Inschriften belegt sind, stehen in verwandtschaftlicher Beziehung miteinander. STAMMBAUMSCHEMA NACHTRAGEN
!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Literatur:
Mayer, Germania 12, 1928, S. 190, Nr. 3.

Seite 447/682
Inschriften ID: 903 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Iunia / [...]aiae / Iun[...]u.

Beschreibung:
Stark verwittert.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der zweiten Zeile evtl. auch Iunia[e]; in der dritten möglicherweise die Endung des Beinamens.
Literatur:
v. Negri, B.J. 139, 1934, S. 200.

Seite 448/682
Inschriften ID: 904 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]cin[--,--,--]s Dacraio/nis f(ilius) [--,--,--]VC[.]IS[.] cives / Tribocus aeques (!) alae / [Fr]<o>ntonianae

an(n)o(rum) [..] / st[ipe]ndi(orum) XX<I>V hic situs / est. Her(es) fu(nus) f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Offenbar Reiterrelief.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Inschrift im wesentlichen nach der Wiederherstellungvon Oxé gegeben. Der Nennung des Vaters folgt nach Oxé noch vor der
Heimatangabe [Urun]cis; nur belegt aus dem Itinerarium Antonini als Station im Gebiet der Triboker. Diese Angabe widerspricht
jeglicher
Literatur:
A. Oxé, B.J. 135, 1930, S. 62 nach einem alten Fundbericht.

Seite 449/682
Inschriften ID: 920 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus)WT Nove/llieWT Solin/aeWT obitLIG{ae} / --,--,--.footnote{Lehner und Galsterer lasen: {em D(is)

M(anibus) Nove/llie Solin/ae obitae /[Iu]cundu[s ---].}}

Beschreibung:
Rechteckige Grabplatte, unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Unterhalt der dritten Zeile noch Reste vom oberen Rand der folgenden Inschriftzeile, die Lehner und Galsterer zu {em Iucundus}
auflösten. Die Buchstaben C (oder G) und V sind möglich, für N und D muß man jedoch dann --- wie Galsterer --- von einer
ND-Lig
Literatur:
Galsterer-Nr. 405

Seite 450/682
Inschriften ID: 921 Inschriften Typ: Grabinschrift

"a) --,--,-- / [--,--,--]d{A}N[--,--,--] / [--,--,--]AN[--,--,--] / [--,--,--]WT MA[--,--,--] / --,--,--.\

b) --,--,-- / [--,--,--]Ud{E}[--,--,--] / [--,--,--]ULA[--,--,--] / [--,--,--]d{I}IU[--,--,--] / [--,--,--]Xd{"

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Plattenbruchstück, zweiseitig beschrieben, auf der einen Seite a) ein
Rest einer heidnisch-römischen Inschrift, auf der anderen Seite b) Rest einer
christlich-fränkischen Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
In einem fränkischen Gräberfeld
Übersetzung:

Kommentar:
Am Ende von Z.1 der römischen Inschrift las Lehner noch ein O (nicht zu erkennen) und schlug vor Z.2 die Lesung AN(norum?)
vor. In Z.1 der fränkischen Inschrift las Lehner KUM, in Z.5 hinter UL noch ein kleineres hochgestelltes L. Die ganze Inschrift blei
Literatur:
Auktionskatalog Aus###m Weerth, 1895, Nr. 474 mit Abb. S. 34.

Seite 451/682
Inschriften ID: 922 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]esWT VI / [--,--,--] f(aciendum)WT c(uravit)WT etWT DriLIG{nd}/[--,--,--]d{ i}[LIG{li}]us q(ui)WT

vixLIG{it} / [--,--,--]WT X X .

Beschreibung:
Untere rechte Ecke eines Grabsteins, oben und links abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
In den Resten der Lagermauer als Baumaterial vermauert.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Bücheler, B.J. 59, S. 45, XI; Auktionskat. Aus###m Weerth 1895, Nr. 465.

Seite 452/682
Inschriften ID: 925 Inschriften Typ: Grabinschrift

Vonatorix Du/conis f(ilius) eques ala / Longiniana an/norum XLV stipen/diorum XVII h(ic) s(itus) e(st).

Beschreibung:
Rechteckige Stele. Oben in rechteckigem Bildfeld der Reiter auf gezäumtem Pferd nach rechts
sprengend, im Schuppenpanzer mit metallenen Schulterblättern, ohne Helm, das Reiterschwert in
verzierter Scheide an der rechten Seite, in der erhobenen Rechten die
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die {em ala Longiniana}, wohl nach einem früheren Befehlshaber Longinus oder Longinius benannt, ist im 1.,Jh. durch vier (oder
vielleicht fünf) Denkmäler in Bonn bezeugt, wohin sie schon in der 1.,Hälfte des 1.,Jh. gekommen sein wird. Sie rekrutierte
Literatur:
Rautert, B.J. 93, S. 256ff.; Aus###m Weerth, Wd. K. X 1891, Sp. 296; Lehner, Skulpturen I, Taf. VII, 3. - CSIR: III,1.14

Seite 453/682
Inschriften ID: 930 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / [.] d{I}ud{l}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Platte, rechts und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Klein, Bonner Winckelmannsprogramm 1888, S. 36, Nr. 11.

Seite 454/682
Inschriften ID: 931 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]us / [--,--,--]od{l}eLIG{nt}ia / [--,--,--]d{g} X$overline{X}$ / --,--,--.

Beschreibung:
Rest einer Stele, rechts Rand erhalten, oben, links und unten abgebrochen, aus zwei Stücken
zusammengesetzt. Oben Rest des Brustbildes in einer Nische. Der Verstorbene im Lederpanzer
dargestellt; erhalten ist der linke Ellenbogen mit Rand des Panzerärmels
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
In den Fundamenten der Reiterkaserne Nr. 23 vermauert, bei der Ausgrabung des
Provinzialmuseums gefunden.
Übersetzung:

Kommentar:
"Der Soldat stammte aus Pollentia in Ligurien, welches zur {em tribus} Pollia gehörte. Die {em legio XX Valeria victrix} kam von
Köln unter Tiberius nach Novaesium, dann 43 nach Britannien. Vgl. Lehner-Nr. 623. ---
Lehner liest: {em --,--,-- An ?]tis"
Literatur:
Nissen, Novaesium$=$B.J. 111/112, S. 10f.; Lehner, ebd. S. 321, Nr. 1 und Taf. XXIII,1. - CSIR: III,1.4

Seite 455/682
Inschriften ID: 933 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,-- I]ulius Ad{d} (oder d{P} oder d{R} oder d{B})[--,--,--] / [--,--,--]d{u}scusWT V[--,--,--] /

[--,--,--]d{o}rte[--,--,--] / [--,--,--]d{V}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Stück einer Stele, der obere Inschriftenrand ist erhalten, darüber
Profilierung und Rest einer Eckpalmette.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lehner las {em [--,--,-- I]ulius Ad[ari ? f(ilius ?) --,--,--] / [--,--,-- F]uscus v[et(eranus ?) ex] / [coh]orte [--,--,--] / [--,--,--]v ?
[--,--,--]. Der Buchstabenrest in der letzten Zeile kann auch von einem X stammen.
Literatur:
Lehner, Novaesium $=$ B.J. 111/112, S.321, Nr. 3 und Taf. XXIII, 3. - CSIR: III,1.49

Seite 456/682
Inschriften ID: 941 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Dis] Manib(us)WT C(ai)WT I(ulii)WT Fe[--,--,--] / d{c}(ornicularii) d{t}d{r}d{i}b(uni)WT mil(itum)WT co[h(ortis)

--,--,--] /linebreak [v]o[l](untariorum) d{$supset$} Capitonis [--,--,--] / [....] annis Xd{V} [--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Teil einer Platte, oberer und linker Rand anscheinend erhalten, rechts abgebrochen, unten
abgeschlagen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Verwendet als Deckplatte eines Brandgrabes.
Übersetzung:

Kommentar:
Zu {em Dis Manibus} vgl. Lehner-Nr. 608 und 631. Der {em cornicularius} ist ein Bureaubeamter beim Stabe eines Befehlshabers.
Der {em tribunus militum} ist eigentlich ein höherer Befehlshaber der Legion. Die {em cohortes miliariae} und {em c. volunta
Literatur:
Klein, B.J. 102, S. 187; ders., Wd. Z. XVII, S. 394: Bodewig, ORL XIX N. 1 Kastell Heddesdorf, S. 14, Nr. 5 und Taf. IV,29.

Seite 457/682
Inschriften ID: 943 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Senuatio / Tertio Bas/siania Feli/cula cond{i}d{u}/gi karissd{i}[mo]footnote{Lehner und Galsterer

lasen {em karissim(o)}.}.

Beschreibung:
Rechteckige Grabstele. Über der Inschrift ein {em clipeus} mit dem Brustbild des Verstorbenen.
Schmalseiten unverziert. glqq Oben etwas giebelförmig abgeschrägt.grqq (Lehner)
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer-Nr. 366.

Seite 458/682
Inschriften ID: 944 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,-- Iu?]liu[s --,--,--] / [--,--,--] VolLIG{ti}d{n}[ia (tribu) --,--,--] / [--,--,--]d{T}Od{I}d{V}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Bruchstück einer allseits abgebrochenen Stele. Die erste Zeile etwas vertieft.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden beim Erweiterungsbau der Oberrealschule.
Übersetzung:

Kommentar:
"Da die {em tribus} (Voltinia) angegben ist, wird es sich um einen Legionär handeln.---
Aufgrund der Tribusangabe wird es sich um einen römischen Bürger (Militär oder Zivilist) handeln!"
Literatur:
Klein, B.J. 102, S. 178f..

Seite 459/682
Inschriften ID: 951 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uinto) LIG{Ve}tinio / mil(iti)WT leg(ionis) [I ?] / herede[s] / f(aciendum) cud{r}(averunt).

Beschreibung:
Rest vom Oberteil einer rechteckigen Stele, oberer Rand und Seitenränder erhalten, linke obere
Ecke und unten abgebrochen. Oben Spuren eines Ornamentes (Rosettengiebel mit Blättern?).
Darunter ohne Umrahmung die Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"So nach Siebourgs Lesung; daß es sich wahrscheinlich um einen Soldaten der {em legio I} handelt, hat S. a.a.O. eingehend
begründet, während Klein an die XXX. Legion dachte. Zur Truppe etc. vgl. Lehner-Nr. 598.---
Für die Legionsnummer XXX ist der Platz "
Literatur:
Klein, B.J. 84, S. 257; Siebourg, B.J. 107, S. 133ff. und 143 mit Abb.. - CSIR: III,1.50

Seite 460/682
Inschriften ID: 952 Inschriften Typ: Grabinschrift

P(ublio)WT Pd{a}[--,--,--] / Cla[udia (tribu)? --,--,--]/nd{o}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Stele, allseitig abgebrochen. Oben noch Rest des Giebels mit
Eckblattverzierung. Die Inschrift war umrahmt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"In der 1. Zeile {em praenomen, nomen} und vermutlich Vatersname. In der 2. Zeile kann die {em tribus} Claudia, dann das {em
cognomen} gestanden haben, dessen Ende {em --no} am Anfang der 3. Zeile steht. (Lehner)
"
Literatur:
- CSIR: III,2.14

Seite 461/682
Inschriften ID: 955 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]d{L} (}oder {em d{E}) Pol(lia tribu) / [--,--,--m]d{i}d{l}(es) d{l}eg(ionis)WT / --,--,--.

Beschreibung:
Stück vom rechten Rand erhalten, oben , links und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Da der Stein, wie z.B. Nr. 625f. im Lager Novaesium vermauert war, so ist es möglich, daß es sich, wie dort, um die XX. Legion
handelt.
Literatur:
Lehner, Novaesium $=$ B.J. 111/112, S. 322, Nr. 4. - CSIR: 7

Seite 462/682
Inschriften ID: 957 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--] d{s}d{t}i(pendiorum)WT Xd{I}d{X} / [--,--,--] f(aciendum) c(uravit)WT.

Beschreibung:
"Stück vom rechten Rand einer Stele, sonst überall abgebrochen. (Lehner)---
Das Fragment ist allseitig abgebrochen, doch läßt sich am rechten Rand der Rest einer
Schriftfeldrahmung erkennen; daher muß das Bruchstück vom rechten Rand des Grabsteines
handel"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Lehner, Novaesium $=$ B.J. 111/112, S. 323, 5.

Seite 463/682
Inschriften ID: 958 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]aLIG{co}n / [--,--,--]taLIG{ci}LIG{ne} / [--,--,--]WT $supset$ (centuria)WT / [--,--,--

s]d{t}ip(endiorum) XI / [--,--,-- f(aciendum)] c(uravit).

Beschreibung:
"Rechtes Randstück einer Stele, oben, links und unten abgebrochen.---
Das Fragment enthält keine sicheren stilistischen Hinweise auf eine Stele."
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Nissen aaO ergänzt z.B.: {em [C.Iulius L]acon / [Arn. Car]tagine / [mil. leg. X]X . > . / [Titi a . XXX. s]tip. XI / [h. e. t. f.] c.} Die
Ergänzung {em Cartagine} bleibt natürlich zweifelhaft; die der {em legio XX dürfte} aber durch die Fundumstände i
Literatur:
Nissen, Novaesium $=$ B.J. 111/112, S. 11; Lehner, ebd. S. 321, Nr. 2 mit Taf. XXIII,2.

Seite 464/682
Inschriften ID: 963 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [--,--,--]ani[--,--,--] / [--,--,--]d{a}WT f[--,--,--] / [--,--,--]rn[--,--,--] / [--,--,--]d{a}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Stück vom oberen Rand einer Platte, sonst überall abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden beim Kirchenerweiterungsbau.
Übersetzung:

Kommentar:
Lehner las in Zeile 2 noch {em ANIA}, doch ist vom letzten Buchstaben kein markanter Rest mehr erhalten. In der dritten Zeile las
er {em M} statt {em d{A}}, doch ist aufgrund des Vergleiches mit dem Buchstaben M in der ersten Zeile eher ein A mit schw
Literatur:
Lehner B.J. 107 S.212

Seite 465/682
Inschriften ID: 964 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / L(ucius) WT Be[--,--,--].

Beschreibung:
Linke untere Ecke eines Blockes; linker und unterer Rand erhalten, rechts und oben abgebrochen.
Erkennbar ist noch die linke untere Ecke einer Inschriftenumrahmung mit den Buchstaben. Links
davon eine Kugel, auf dieser perlenverzierte Füße des Eros, der w
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Lehner, B.J. 107, S. 212f. - CSIR: III,2.51

Seite 466/682
Inschriften ID: 965 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / C(aio) Severinio Viteali veterano / honeste missionis ex b(ene)f(iciario) co(n)s(ulari) / leg(ionis) XXX

U(lpiae) v(ictricis). Severinia Severina / filia patri karissimo adseren/te Vitalinio Hilarione liberto / faciundum curavit.

Beschreibung:
Rechteckiger Sarg, auf der vorderen Langseite in der Mitte die Inschrift in Umrahmung. Die
Inschrift ist rechts und links eingefaßt von zwei mythologischen Darstellungen. Rechts der
delphische Dreifußraub: Apollo sitzt unbekleidet nach links gewendet rech
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vitealis ist wohl verschrieben für Vitalis. Von demselben existiert eine Weihung aus dem Jahr 197 an Hercules invictus, danach
gehört der Sarg wohl erst der ersten Hälfte des 3. Jh. an, was auch aus anderen Gründen anzunehmen ist. Die legio XXX Ulpia vict
Literatur:

Seite 467/682
Inschriften ID: 972 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [miles ex coh(orte) II] / LIG{Va}rc(ianorum)WT an(norum)WT X[--,--,--] / h(ic)WT s(itus)WT e(st)WT f[ilius}

oder {em rater) f(aciendum) c(uravit)].

Beschreibung:
Linke unter Ecke einer Stele, oben und rechts abgeschlagen, unten etwas bestoßen. Unter der
Inschrift Blumen- und Fruchtgirlande, z.T umwickelt mit Stoffbinden. Von der von Lehner
gesehehen Baumdarstellung auf der linken Nebenseite nichts erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden beim Kirchenneubau.
Übersetzung:

Kommentar:
"1901 ergänzte Lehner ""NN etc. mil(es) coh(ortis) II] / Varc(ianorum) an(norum) X[XX stip(endiorum) X] / h(ic) s(itus) e(st)
f[il(ius) f(aciendum) c(uravit)]""
""stip(endiorum)"" war damals seiner Meinung nach wegen Formular der Soldatengrabsteine zwingend z"
Literatur:
H. Lehner, Ausgrabungs- und Fundberichte vom 16. Juli 1900 bis 31. Juli 1901, B.J. 107 (1901), S. 209-212. - CSIR: III,1.43

Seite 468/682
Inschriften ID: 974 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--] / d{P}ollia Cres/cens [F]ano / Fortunae / veter(ano) d{e}[x] leg(ione) $overline{XXI}$ / h(eres) f(aciendum)

c(uravit).

Beschreibung:
Unterteil einer rechteckigen Inschriftenplatte (nach Lehner einer Stele), oben abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Im Kreuzgang der Victorskirche in Xanten eingemauert.
Übersetzung:

Kommentar:
{em Praenomen} und {em gentilicium} des Soldaten sind verloren; er führt aber schon das {em cognomen} Crescens, wird also
wohl nach dem Abzug der Legion aus Vetera (43) als Veteran dort geblieben und gestorben sein. Er stammt aus dem Fanum
Fortunae, de
Literatur:
Lersch, C. III 201; Brambach, ClRh. 210.

Seite 469/682
Inschriften ID: 977 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]oWT karissi(mo)WT M(anibus ?) / [--,--,--] annis XI. / [--,--,-- Ce]d{n}sorie / [--,--,--]liWT def(unctae ?) /

--,--,--.

Beschreibung:
"Rechte Hälfte einer rechteckigen Platte, links schräg glatt abgeschnitten.---
Oben und rechts vermutlich originaler Rand, unten jedoch unklar."
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Außerdem gehört zu der Inschrift noch ein nicht anpassender Splitter: {em oso} oder {em osc}.---
Der angegebene glqq Splittergrqq konnte nicht gefunden werden."
Literatur:
Lehner, B.J. 110, S. 173.

Seite 470/682
Inschriften ID: 980 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]orisWT fil(--,--,--) / [--,--,-- p]oniWT iussit / [--,--,--] f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Platte, oben und links abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Verwendung als Deckplatte eines fränkischen Plattengrabes.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Lehner, B.J. 107, S. 223.

Seite 471/682
Inschriften ID: 981 Inschriften Typ: Grabinschrift

Annaius Pravai f(ilius) Daverzus / mil(es) ex coh(orte) IIII Delmatarum / ann(orum) XXXVI stipend(iorum) XV / h(ic)

s(itus) e(st) h(eres) p(osuit).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, oben ursprünglich von einer nicht mehr erhaltenen Freiskulptur bekrönt.
Darunter in rechteckiger, oben conchenartig abschließender verzierter Nische der Krieger in
voller Figur stehend, in tunica und sagum, rechts das Schwert in reichve
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Daverzi bzw. Daversi waren ein Volksstamm in Dalmatien (vgl. CIL III S. 859 und Plinius h.n. III, S. 163ff.). Die cohors IV
Delmatarum war im Anfang des 1. Jahrhunderts in Bingen, fehlt dann in den germanischen Diplomen der flavischen und trajanische
Literatur:
Schmidt, B.J. 29/30, S. 213; Becker, Frankf. Mitteilungen 1,4, S. 263; ders., Rhein. Mus. N.S. XVI, S. 296; Rossel, Period. Blätter
1861, S. 484; Gerhard, Archäol. Anzeiger XVIII 1861, S. 208*; Lindenschmit, A.u.h.V. I,10, Taf.5; Brambach, ClRh. 742; Kohl

Seite 472/682
Inschriften ID: 982 Inschriften Typ: Grabinschrift

"Äußerster Kreis: [--,--,--]icd{e}d{t}\

Innerer Kreis: [vi]d{x}sit autem Dd{e}siderius an[--,--,--]."

Beschreibung:
Unteres Ende einer rechteckigen Stele, oben abgebrochen. Auf der Vorderseite drei
konzentrische Kreise, in dem mittelsten das Monogramm Christi mit dem Kreuz verschmolzen,
also in der Form eines achtspeichigen Rades, dessen eine Speiche ein P ist, in den
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
In einem fränkischen Gräberfeld.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Aus###m Weerth, B.J. 69, S. 60, Taf. VII,6; Le Blant, Nouveau recueil a. 1892, Nr. 424; Kraus, Christliche Inschriften aus den
Rheinlanden I, S. 263; Lehner, Skulpturen II, Taf. XXXIV, 6.

Seite 473/682
Inschriften ID: 983 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / GraciLIG{va}s / Auspecio / de{f}(uncto) / an(norum) L V.

Beschreibung:
Rechteckiger Quader, oben nach Art eines Altars mit Voluten und einem kleinen Aufsatz in der
Mitte, der wahrscheinlich mit einem Giebelchen verziert war, jetzt aber fast ganz fehlt. Auch die
linke obere Ecke samt Volute ist abgeschlagen. Über der Inschrif
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das F in Z.4 hat eine dritte waagerechte Haste, also als E geschrieben; die obere waagerechte Haste steht schräg nach rechts oben
ab.
Literatur:
Brambach, ClRh. 2045; Pohl, B.J. 49, S. 183f.. - CSIR: III,2.41

Seite 474/682
Inschriften ID: 984 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--] XXX / [p]d{a}d{t}ronus WT fecit / pie WT h(ic) WT s(itus) WT e(st) WT.

Beschreibung:
Unterteil einer Stele, oben abgebrochen. Die Inschriftenfläche war vertieft und umrahmt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Eventuell in der ersten Zeile vor XXX {em annorum}.
Literatur:
Lehner, B.J. 110, S. 173.

Seite 475/682
Inschriften ID: 985 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Vetieni(us) C(ai) f(ilius) / Pupinia Urbiqus / tubicem exs / legeoni I exs / teunderline{st}amento /

underline{f}(aciendum) underline{c}(uravit).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, unten abgebrochen. Oben in einer halbrunden, halbkreisförmig gewölbten
Nische, deren Rand architektonisch verziert ist, das Brustbild des Verstorbenen in Tunica und
Toga, in der Rechten die {em tuba} in einem Futteral. Über der Nische
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Inschrift ist sehr inkorrekt geschrieben: {em Urbiqus, tubicem, legeoni}. Auch dieser Soldat hat kein {em cognomen}, denn
Urbicus bedeutet die Herkunft aus der {em }urbs Roma, ist also Heimatbezeichnung (vgl. Bücheler bei Nissen B.J. 111/112 S.9).
Literatur:
Galsterer-Nr. 206; CIRh 378; Zangemeister Wd.Zsch. 11 S.286 Anm.38; Siebourg B.J. 107 S.179; Klinkenberg B.J. 108/09 S.82;
Klinkenberg glqq Röm. Kölngrqq S.321; Lehner glqq Skulpturen Igrqq Taf.II,2; Behn, Mainzer Zeitschr. 7 S.46

Seite 476/682
Inschriften ID: 987 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]d{i}d{l}[--,--,--] / [--,--,--]m simil[--,--,--] / [--,--,-- Seve?]rinae fd{i}[liae? --,--,--].

Beschreibung:
Auf allen Seiten abgebrochener Block mit drei Zeilen vom Ende einer Inschrift. Unter der letzten
Zeile freier Raum.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 477/682
Inschriften ID: 994 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(ecimus) Ammaeus / D(ecimi) l(ibertus) Olympus / vixit an(nos) XXXV / Anthus an(nos) XX / Prospectus an(nos) XXII /

Donatus an(nos) XXX / Ascanius an(nos) XII / D(ecimi) Ammaei / ser(vi) h(ic) s(iti) s(unt) . / In fr(onte) p(edes) XXV /

in agro p(edes)

Beschreibung:
Rechteckige Stele, durchgebrochen, sonst vollständig. Oben ein Giebel mit Rosette und
Blattschmuck, in den Eckzwickeln Spiralakroterien und Wellenbänder. Darunter die eingerahmte
Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Maßangabe am Schluß gibt die Grundfläche des für fünf Personen bestimmten Grabes an. Vgl. dazu Nr. 856. Das Denkmal
gehört jedenfalls noch vorflavischer Zeit an, wie seine Inschriftfassung und Ausstattung, die den Soldatengrabsteinen derselben Zeit
en
Literatur:
Urlichs, B.J. 9, S. 129ff.; Brambach, ClRh. 491; Lehner, Skulpturen I, Taf. XI, 3. LITERATURANGABEN IM CSIR PRÜFEN! -
CSIR: III,2.7

Seite 478/682
Inschriften ID: 999 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dasmenus / Dasi WT f(ilius) WT BreuLIG{cus} / mil(es) WT ex WT coh(orte) WT LIG{VI}II / Breuc(orum) WT

aLIG{nn}o(rum) WT LIG{XXX}V / stip(endiorum) WT XII h(ic) WT s(itus) WT e(st) WT.

Beschreibung:
Rechteckige Stele, unten zwei Querrisse, sonst vollständig. Oben die Inschrift mit Umrahmung.
Unter der Inschrift die Darstellung einer nackten Maenade, die in lebhaftem Tanzschritt nach
rechts in der erhobenen Rechten und gesenkten Linken ein großes Tuch
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Breuci waren ein Volksstamm aus Pannonien. Die cohors VIII Breucorum muß in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts in
Remagen gelegen haben. Sie ist in Niedergermanien noch durch die folgende Nummer 660 und durch einen Grabstein aus Köln CIL
XIII 8313
Literatur:
Lehner, Wd. K. XXII, 31; ders., Skulpturen I, Taf. VI, 1.

Seite 479/682
Inschriften ID: 1000 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dasmenus / Dasi f(ilius) Breucus / mil(es) ex coh(orte) VIII / Breuc(orum) anno(rum) XXXV / stip(endiorum) XII h(ic)

s(itus) e(st).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, unten zwei Querrisse, sonst vollständig. Oben die umrahmte Inschrift. Unter
der Inschrift ist eine tanzende Maenade dargestellt. Mit erhobener Rechten und gesenkter Linken
schwingt sie ein Tuch über dem Kopf. Herabwallendes Haar mit ein
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Breuci waren ein Stamm aus Pannonien. Die cohors VIII Breucorum lag wohl in der ersten Hälfte des 1. Jahrhunderts n.Chr. bei
Remagen. Für Niedergermanien noch durch Lehner 660 und durch einen Kölner Grabstein CIL XIII 8313. Die Maenade ist eine
Vertre
Literatur:
Lehner, Wd. K. XXII, 31; ders., Skulpturen I, Taf. VI, 1.

Seite 480/682
Inschriften ID: 1001 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dasmenus / Dasi f(ilius) Breucus / mil(es) ex coh(orte) VIII / Breuc(orum) anno(rum) XXXV / stip(endiorum) XII h(ic)

s(itus) e(st).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, unten zwei Querrisse, sonst vollständig. Oben die umrahmte Inschrift.
Darunter die Darstellung einer nackten Maenade im Tanzschritt nach rechts; in den Händen ein
Tuch, das über den Kopf geschwungen wird. Gebundenes Haar wallt lang hera
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Breuci sind ein Stamm aus Pannonien. Die cohors VIII Breucorum muß in der 1. Hälfte des 1. Jahrhunderts n.Chr. in Remagen
gelegen haben. Für Niedergermanien ist ihre Anwesenheit noch durch Nr. 660 und durch einen Grabstein aus Köln CIL XIII 8313
belegt. D
Literatur:
Lehner, Wd. K. XXII, 31; ders., Skulpturen I, Taf. VI, 1. - CSIR: III,1.39

Seite 481/682
Inschriften ID: 1005 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Iulius C(ai) f(ilius) / Papiria Ve/recuLIG{nd}us / Trai(anensis) sLIG{tip}(endiorum) XIII 7 / Inulani Proc/uli

h(eres) f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, im oberen Teil ein Bruch, wodurch ein Teil der Darstellung fehlt. Oben in der
Nische mit flacher Concha das Totenmahl. Der Verstorbene ruht in Tunica und Toga auf der
Kline. In der Linken hält er das Tuch (mappa), die Rechte lag aquf de
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Da der Verstorbene als Bürger der colonia Traiana., welche zur tribus Papiria gehörte, bezeichnet wird, so kann das Denkmal
frühestens dem Beginn des 2. Jhdts. angehören (vgl. auch zu Nr. 631). Dazu stimmt die Darstellung des Totenmahls (vgl. zu Nr.
630).
Literatur:
Lehner, Wd. K. XXIII, 87; Ders., Skulpturen I, Taf. VIII, 2; Ders., Skulpturen II, Taf. XVI, 1. - CSIR: III,1.30

Seite 482/682
Inschriften ID: 1013 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [--,--,--]rulLIG{ae} / --,--,--.footnote{Lesung Lehner: {em [D(is)] M(anibus) / [ -- -- -- -- ] rulae / --

-- --}.}

Beschreibung:
"Rest einer Platte, rechts Rand erhalten, sonst abgebrochen und ein großer Teil der Oberfläche
zerstört.
"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden beim Abbruch der alten Kirche.
Übersetzung:

Kommentar:
Die Identität der Lehner-Inschrift mit dem Bruchstück aus dem Magazin ergibt sich aus der identischen Lesung und den fast
gleichen Maßen. Das Fragment selbst trägt weder Inventar- noch Lehner-Nummer!
Literatur:
Lehner, Wd. K. XXV, Nr. 34, Sp. 104; Röm.-german. Bericht 1906/07, Nr. 256.

Seite 483/682
Inschriften ID: 1016 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / Candid[i]d{n}d{i}oWT SLIG{im}p/liciWT CaLIG{nd}idiLIG{ni}us / [Ta]d{c}itud{s} d{f}ratri /

pien[tissim]oWT d{f}(aciendum) d{c}(uravit).

Beschreibung:
Ursprünglich rechteckige Platte, von der sieben Stücke vorhanden sind, sehr defekt, namentlich
fehlen ganz die rechte obere und rechte untere Ecke. Oben zwischen D und M ein Medaillon mit
dem fast ganz zerstörten Brustbild mit {em tunica} und {em paenul
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Lehner, Wd. K. XXV, Nr. 24, Sp. 78f.; Röm.-german. Bericht 1906/07, Nr. 261; Noelke, KJ 1996 (im Druck) Nr.9. - CSIR: III,2.27

Seite 484/682
Inschriften ID: 1017 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,--/md{i} d{f}ratriWT eid{u}[s] / C(aio) Turranio / Modesto fil(io) / he(res)WT t(estamento)WT f(aciendum)WT

c(uravit).

Beschreibung:
Zwei zusammenpassende Bruchstücke vom unteren Teil einer Stele, oben abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Lehner, B.J. 117, S. 365; Wd. Z. XXVI, S. 321; Röm.-german. Bericht 1906/07, S. 113, Nr. 239.

Seite 485/682
Inschriften ID: 1023 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Hic iacet M]ariLIG{nu}[s ? -- -- ] / [ -- -- ] qui vix[it] / [in pace] -- -- --.

Beschreibung:
Allseitig abgeschlagenes Stück einer Platte.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Finke, Nr. 278.

Seite 486/682
Inschriften ID: 1028 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]oLIG{ni} GraLIG{di}i/[--,--,-- con]d{i}ugi / --,--,--.

Beschreibung:
Das Denkmal war, soweit sich erkennen läßt, ursprünglich eine große rechteckige Stele, auf
deren Vorderseite in zwei Reihen übereinander fünf Brustbilder dargestellt waren. Die oberste
Reihe enthielt zwei Brustbilder und war von einer flachgebogenen Musch
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Später wohl Verwendung der Blöcke als Einfassung von Skelettgruppen.
Übersetzung:

Kommentar:
Lesung nach Lehner: {em Na[s]oni Gradii[o ?]/[nia ? con]iugi / [et sibi viva f . ? ? ].} glqq Ergänzungen nur beispielsweise.grqq
Literatur:
Lehner, Beilage zu B.J. 118, 1909, S. 131f.; Ders., Skulpturen II, Taf. XXVII, 2. H. Gabelmann, BJB 172, 1972, S. 106, Anm. 112,
114. - CSIR: III,2.3

Seite 487/682
Inschriften ID: 1036 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / faciundum / curarunt.

Beschreibung:
Unteres Ende einer Platte, oben abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 488/682
Inschriften ID: 1074 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius)WT AtiliusWT Q(uinti) C(ai)WT f(ilius) / CamiLIG{li}aWT LIG{Au}g(usta)WT mLIG{il}(es) / leg(ionis)

$overline{XXI}$ rap(acis) an(norum)WT / Xd{L} sLIG{tip}(endiorum) IXWT h(eres)WT exWT t(estamento)WT

f(aciendum) c(uravit)WT.

Beschreibung:
Rechteckiger Quader, offenbar nur der untere Teil einer aus zwei Quadern bestehenden Stele, an
beiden Schmalseiten am oberen Rande Klammerlöcher für den oberen Quader, auf welchem
vermutlich eine Darstellung war. Die Inschrift beginnt dicht am oberen Rand
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden beim Bau des Hauses des Freiherrn v. Rigal.
Übersetzung:

Kommentar:
In der ersten Zeile hat nach Atilius zuerst Q gestanden, daraus wurde ein C und endlich wieder ein Q gemacht (Bedeutung???). Der
Soldat stammt aus Augusta Bagiennorum, dem heutigen Bene Vaghenna in Ligurien, südöstlich von Turin, welches zur {em tribus}
Literatur:
Urlichs, B.J. 9, S. 132; Brambach, ClRh. 492.

Seite 489/682
Inschriften ID: 1080 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / esceLIG{nt} presLIG{d{v}d{e}}/LIG{te}r in culLIG{md{e}} / LIG{ne} meruid{t} s(an)LIG{cto}/rum esse

con/[so]d{r}LIG{te}s offici / [--,--,-- c]ud{r}/[averunt ? --,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte, rechter und linker Rand des Schriftfeldes erhalten, oben und unten
abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Einzelfund in einem fränkischen Gräberfeld.
Übersetzung:

Kommentar:
So deutet Zangemeister im Corpus die schwer verständliche Inschrift. {em presveter} $=$ {em presbyter}. Vielleicht hieß er
[Cr]escent(ius)?
Literatur:
Kraus, Christliche Inschriften der Rheinlande I, S. 135, Nr. 275; Le Blant, Nouveau recueil 1892, Nr. 423; Lehner, Skulpturen II,
Taf. XXXV, 1.

Seite 490/682
Inschriften ID: 1082 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic requiescit in pa/ce Rainovaldus puer / am(a)tus inter paren/tes, pu(e)r(a)m nubelem pro / duxit in gentem, in / veda

mors abstra(h)it / di secolum, vixit quo/que annorum XXXV o/biit sub diae quod fa/cit octuber dies / undecem . amen .

Beschreibung:
Quadratische Platte.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Im fränkischen Gräberfeld
Übersetzung:

Kommentar:
Die Lesung ist wegen der vielen aneinandergehängten Buchstaben und des verderbten Lateins nicht üvberall sicher. Z.4: "nubelem"
ist wohl = "nobilem", Wörter, wie: Z.5/6: "inveda"="invida", Z.7: "di secolum"="de saeculo", Z. 9 "sub diae"="sub die", Z. 10:
Literatur:
Erwähnt von Aus###m Weerth, Wd. K. I, S. 20, Nr. 59; Lehner, Skulpturen II, Taf. XXXV, 6.

Seite 491/682
Inschriften ID: 1083 Inschriften Typ: Grabinschrift

Tess[i]ato TitiliLIG{ae} / fil(io)WT etWT TaticoLIG{ni} / IblissaeWT f(iliae)WT ux/soriWT etWT Satur/ninaWT

f(ilia)WT eoru[m].

Beschreibung:
Rechteckige Platte, in drei Stücke gerissen, Ränder bestoßen, rechte untere Ecke fehlt. In der
Mitte der Platte ein Loch (Durchmesser ?), das offensichtlich schon vor Abfassung der Inschrift
bestand, da der Steinmetz die Buchstaben um diese Beschädigung h
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Namen der Eltern und Großeltern sind noch barbarisch, der der Tochter römisch. Die Dativendung auf a (Saturnina) ist keltisch
(J. Becker B.J. 42 S.93 und B.J. 50 S.173) und kommt oft in Inschriften gallischer Gegenden vor.
Literatur:
Lehner glqq Führer Igrqq S.145

Seite 492/682
Inschriften ID: 1084 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dom[--,--,-- e]qLIG{ue}[s] LIG{al}ae / Moe[sicae tu]r(ma)WT Ru[fi]LIG{ni} / c(i)LIG{ve}s [--,--,--

s]LIG{ti}p(endiorum) / XX[--,--,--].

Beschreibung:
Nur kleine Brocken einer Stele sind erhalten. Oben Rest der Darstellung des Totenmahls. Vom
Lagernden ist der Kopf, die linke Hand mit der mappa, ein Rest der Kline erhalten, ferner ein
großer Teil des bedienenden Sklaven.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Dia ala Moesica felix torquata ist in traianischer Zeit auch sonst am Niederrhein bezeugt. Zur Darstellung vgl. die folgende Nr.
654.---
Auf dem Abguß sind die beiden letzten Zeilen großzügig ergänzt zu {em c(i)LIG{ve}s [--,--,-- an(norum)WT XLIIIW"
Literatur:
Oxé, B.J. 102, S. 127ff.; Ritterling, Wd. Z. XII, S. 236f..

Seite 493/682
Inschriften ID: 1085 Inschriften Typ: Grabinschrift

Polla Matidia sp(uria) f(ilia) / Olumphia, ann(orum) XX[X] / hic sita est. / L(ucius) Iulius, L(uci) f(ilius) Fal(erna) /

veteranus leg(ionis) II Aug(ustae) / d(e) p(ecunia) s(ua) f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Grabstele, oben mit spitzem Giebel, sonst rechteckig. In der halbrunden, conchenartig
abgeschlossenene Nische unter dem Giebel das Brustbild des Verstorbenen in Stola und Palla,
welch letztere über den Kopf gezogen ist und vorn mit der rechten Hand angefa
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Der Ausdruck "spuria filia" bedeutet die Herkunft aus unrechtmäßiger Verbindung. Die legio II Augusta lag von Augustus bis
Claudius in Straßburg und geht dann nach Britannien. Der Grabstein gehört jedenfalls der ersten Hälfte oder Mitte des 1.
Jahrhunders
Literatur:
Oxé, B.J. 116, S. 19ff. mit Abb.; Lehner, Skulpturen II, Taf. XXXIII, 3.

Seite 494/682
Inschriften ID: 1086 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Senaucio / Sev(e)roWT d{B} d{F} / --,--,--.

Beschreibung:
Oberteil einer rechteckigen Platte, unten abgebrochen. Oben zwischen D und M ein rundes
Medaillon mit dem Brustbild des Verstorbenen mit {em tunica} und {em paenula} (nach Noelke
1996).
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die beiden letzten Buchstaben in Zeile 3 B oder P oder R und E oder F.
Literatur:
Lehner, Führer I, S. 153; Ders., Skulpturen II, Taf. XXVII, 6; Noelke, KJ 1996 (im Druck) Nr.8; Binsfeld 1960, 165 Nr.15. - CSIR:
III,2.28

Seite 495/682
Inschriften ID: 1087 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]d{I}d{M}[...] / [--,--,--]V[..]Q[...] / [--,--,--]VMS[...] / [--,--,--]ORIBV[..] / [--,--,--]RTIN[.]E[.] /

[--,--,--]VRO[...] / --,--,--.

Beschreibung:
Rest einer sehr beschädigten Inschriftenplatte aus zwei aneinanderpassenden Fragmenten; rechts
Rand erhalten, sonst ringsum abgebrochen. Die Inschrift durch Abblätterung sehr zerstört.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Am Anfang der dritten Zeile noch eine senkrechte Haste, in der Lehner ein I sieht. Es kann sich jedoch um die rechte Haste eines M,
N oder H handeln.
Literatur:

Seite 496/682
Inschriften ID: 1089 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [mile]sWT exWT classe / [quae] est in Germa/[nia]WT h(ic)WT s(itus)WT e(st) / [P]ampilusWT et /

[Cr]yserosWT d(e) s(ua) p(ecunia) p(osuerunt).

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Stele, oben und links abgeschlagen. Die Inschriftenfläche ist auf dem
rechten Rand mit einem eierstabartigen Rahmen eingefaßt, der unten fehlt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
In einem fränkischen Gräberfeld als Grabplatte benutzt.
Übersetzung:

Kommentar:
Die {em classis Augusta Gemanica}, unter Augustus durch den älteren Drusus gegründet, betätigte sich bei den Feldzügen des
Drusus, Tiberius und Germanicus auf dem Rhein, in der Nordsee, auf der Ems, und bis zur Elbe; ferner in den Kämpfen der Jahre
69/70
Literatur:
Lehner, Führer I, S. 128.

Seite 497/682
Inschriften ID: 1090 Inschriften Typ: Grabinschrift

In hunc tomolo req/escit WT iLIG{np}ace bone LIG{me}mo/rie noLIG{me} WT.LIG{ne} WT RigLIG{ne}drudis WT /

cara parentebus et ni/miLIG{um} relicta amore WT / qui vixit in hunc WT / saecolo WT annos WT XIIIIII / et

migrLIG{av}it de huc mun/do

Beschreibung:
Rechteckige Stele, aus einem älteren römischen Pilastergesimsstück zurechtgehauen, dessen
Profil noch auf der rechten Seitre vorhanden ist. Die rechte obere und untere Ecke sind nicht
nachträglich abgeschlagen, sondern sind Winkel in dem ursprünglichen r
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Rignedrudis" offenbar = Regintraud. Die Worte "cara bis amore" sind als Hexameter gedacht. Was "nimium relicta amore"
bedeutet, ist unklar. Der Grabstein wird dem 6. Jahrhundert angehören.
Literatur:
Lehner, Führer I, 1915, S. 222f. und Taf. XXX, 1; Ders., Skulpturen II, Taf. XXXVIII, 1; Ders., B.J. 123, 1916, Beilage S. 108; E.H.
Zimmermann, Vorkarolingische Miniaturen 1916, Textfig. 1, vgl. S. 2; Finke Nr. 279.

Seite 498/682
Inschriften ID: 1129 Inschriften Typ: Grabinschrift

"}a) {em [--,--,--]reiusWT T(iti)WT f(ilius) [--,--,--] / [--,--,--] SeLIG{cu}LIG{nd}u[s --,--,--] / --,--,--.\

}b) {em --,--,-- / d{l}id{c}[--,--,--] / rad{p}(acis)? --,--,--] / h(eres ?) [--,--,--] / --,--,--."

Beschreibung:
"Ein linkes (b) und ein oberes (a) Randstück einer Grabplatte, nicht aneinanderpassend, aber
zusammengehörig, wie die Buchstabenformen und die Volinierung der Zeilen beweisen. Die
Inschrift war umrahmt.---
Gemeinsam mit den beiden Fragmenten wird ein weit"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden in der Packung einer römischen Straße.
Übersetzung:

Kommentar:
"Gentiliz, Vatersnamen und {em cognomen} weisen auf einen römischen Bürger; der Anfang der 2. Zeile in b) vielleicht auf die
{em legio XXI rapax} (vgl. dazu Lehner-Nr. 627), doch ist die Ergänzung unsicher.---
Zu Fragment b: In der ersten Zeile sind als"
Literatur:

Seite 499/682
Inschriften ID: 1163 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arco)WT CassioWT Verecu/LIG{nd}o veter(ano)WT exWT LIG{co}h(orte)WT IWT LIG{Hi}s/pano(rum)WT

sid{b}d{i}WT LIG{et} ALIG{nn}iae / LIG{[A]v}itLIG{ae}WT uxoriWT LIG{et}WT CassLIG{io} /

VerecuLIG{nd}inioWT Fd{i}[r]mo / fil(io)WT suo

Beschreibung:
"Rechteckige Platte, in drei Stücke gebrochen und an der rechten unteren Ecke beschädigt.
"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die {em cohors I Hispanorum} ist auch durch die Lehner-Nr. 558 für das 2. Jahrhundert in Remagen bezeugt, wahrscheinlich unter
dem ausführlicheren Namen {em cohors I Flavia Hispanorum equitata pia fidelis}. Wahrscheinlich ist es dieselbe Truppe, die dur
Literatur:
Lehner, Röm.-german. Korrbl. VIII, 1915, sp. 69f., Nr. 28.

Seite 500/682
Inschriften ID: 1164 Inschriften Typ: Grabinschrift

[ -- -- -- ]m pie [ -- -- -- ] / [ -- -- qui]escit in [ -- -- ] / - - -

Beschreibung:
Allseitig abgeschlagenes Stück einer Platte.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Wahrscheinlich mit fränkischen Grabfunden zusammen.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 501/682
Inschriften ID: 1167 Inschriften Typ: Grabinschrift

"[F]irmus / Ecconis f(ilius) / mil(es) ex coh(orte) / Raetorum / natione M/ontanus / ann(orum) XXXVI / stip(endiorum)

X[..]II / heres [e]x tes(tamento) / po[sui]t. \

}Linke Nebenseite: {em Fuscus / serv[u]s."

Beschreibung:
Großes Denkmal aus zwei Quadern bestehend. Auf dem oberen Quader ein Giebel mit Rosette,
von der Blätter in die Ecken gehen. Darüber als Freiskulptur in der Mitte eine sitzende Sphinx
mit Löwenkörper, Flügeln und Mädchenkopf. Die Vorderbeine fehlen, die P
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die {em cohors Raetorum} muß etwa Mitte des 1.,Jh. in Andernach gestanden haben. Da keine Zahl angegeben ist, so läßt sich über
die weiteren Schicksale der Truppe (es gab mehrere des Namens) nichts sagen. {em Montanus} vermutlich eine Völkerschaft in R
Literatur:
E. aus###m Weerth, B.J. 73, S. 155f; Klöein, B.J. 77, S. 14ff, Taf. I; Hettner, Wd. K. III 1884, sp. 15. 122, Nr. 142; Lehner,
Skulpturen II, Taf. XVIII,3. 4. --- CSIR ?

Seite 502/682
Inschriften ID: 1168 Inschriften Typ: Grabinschrift

[B]reucus Blaedar[i] / miles ex coh(orte) I Panno(niorum) / natione Breucus / an(norum) XXXVI stip(endiorum) XVI

h(ic) s(itus) e(st) h(eres) p(osuit).

Beschreibung:
Unterteil einer großen Stele. Über der Inschrift nur noch der Anfang der Bildnische mit den
beiden Füßen des Dargestellten erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Der Verstorbene stammt aus dem Volksstamm der Breuci in Pannonien (vgl. Nr. 659f.). Die cohors I Pannoniorum ist im 1.
Jahrhundert durch die drei Grabsteine in Bingen bzw. Bingetrbrück bezeugt; nachher scheint sie in Oberitalen gewesen zu sein.
Literatur:
Schmidt, B.J. 29/30, S. 207; Rossel, Periodische Blätter 1861, S. 483; Brambach, ClRh. 740.

Seite 503/682
Inschriften ID: 1169 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WTWT M(anibus) / d{F}o[c]uronie Pat/teWT fid{l}ieWT etWT Firmi/d{n}d{i}d{o} [..]ssinto ce/nero ($=$ genero)

d{s}[u]o Lutoria / Bodic[a] LIG{ma}d{t}d{e}d{r} / de suo [vi]va pos(u)it.

Beschreibung:
Aus mehreren Fragmenten zusammengesetzte {em tabula ansata}. glqq Rechteckige Platte,
worauf die Inschrift mit einem mit Ansae versehenen Rahmen umrissen ist.grqq (Lehner)
Möglicherweise zu Lehners Zeiten noch vollständig?
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden beim Abgraben des nordöstlichen Abhanges des Ruppertsberges.
Übersetzung:

Kommentar:
"glqq Die Ansae sind mit E-förmigen Zierraten geschmückt. Das Fehlen der Praenomina und die Dativendungen auf e statt auf ae
weisen die Inschrift frühestens in die zweite Hälfte des 2. Jh.grqq (Lehner) ---
Von dem ersten Buchstaben der zweiten Zeile is"
Literatur:
Schmidt, B.J. 29/30 S.208 Nr.223; Rossel, Periodische Blätter (1861) S.483; Becker B.J. 31 S.153; CIRh 745

Seite 504/682
Inschriften ID: 1185 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]i f(ilius) / [--,--,--]ntar / --,--,--.

Beschreibung:
Teil der rechten Seite eines größeren Skulptur- und Inschriftendenkmals, links abgebrochen,
oben und unten ebene Fläche, rechte Kante abgerundet. Vorn waren zwei Reliefdarstellungen
übereinander, getrennt durch eine Inschrift. Von der oberen Darstellung i
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Ob eine dritte Zeile da, war, ist unsicher. Es ist noch Raum für zwei Zeilen vorhanden. (CSIR) ---
Eine oder zwei zusätzliche Zeilen können zentriert (etwa mit Schlußformel) gesetzt gewesen sein."
Literatur:
Lehner, Skulpturen II, Taf. XXIX, 4. - CSIR: III,2.2

Seite 505/682
Inschriften ID: 1205 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / pad{t}rd{i} Poten/tino Superi/nius d{f}ecit.

Beschreibung:
Rechteckige Grabstele bzw. Grabstein, unverziert. Linke Nebenseite bestoßen. Schrift unsauber,
Hinweis auf späte Datierung.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Inschrift ungelenk eingehauen. Zu Potentinus vgl. Schulze, Latein. Eigennamen, S. 525; Potentina zweimal belegt (CIL XIII 6270.
8290). Superinius nach Schulze, a.a.O., S. 59 eine Ableitung von Super, der bei den Ubiern häufig belegt ist (vgl. Joerres, B.
Literatur:
Kölnische Zeitung vom 21.5.1920; Drexler, Germania 4, 1920, S. 85; Lehner, B.J. 127, 1922, S. 270.

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Inschriften ID: 1225 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Bruchstück eines Grabsteins
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vettius auf rheinischen Steinen als gentilicium gut belegt. Cognomen Placidus vgl. CIL XIII 7301.
Literatur:
Lehner, B.J. 128, 1923, S. 145; Cagnat, Année épigr. 1924, S. 5, Nr. 23.

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Inschriften ID: 1229 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--] Vettius / [--,--,--]d{P}d{I}acLIG{id} / --,--,--.

Beschreibung:
Rechte obere Ecke einer Inschrift mit gerahmtem Schriftfeld.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Finke will in Z.3 noch [--,--,--]overline{XXI} erkannt haben. Demnach wäre der Verstorbene ein Militär der {em legio XXI rapax}
gewesen. Der Gentilname Vettius ist auf Inschriften des Rheinlands nicht selten. Das Cognomen Placidus ist auch durch CIL X
Literatur:

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Inschriften ID: 1230 Inschriften Typ: Grabinschrift

[ -- -- ] cisab [ -- -- ] / [ -- -- ] vicira[ -- -- ] / [ -- -- -- ] mari [ -- -- ] / [ -- -- ] orin [ -- -- ] / [ -- -- ] q c s [ -- -- ].

Beschreibung:
Oberer Rand erhalten, sonst überall abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Bei einem fränkischen Grab.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Klein, B.J. 93, S. 209.

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Inschriften ID: 1231 Inschriften Typ: Grabinschrift

Ego Faustic[o -- -- ] / vivo titulu[m . . ] / annorum [ -- -- -- ] / dimisi n[ -- -- -- ] / Alefius [ -- -- -- ] / Rufi[nus ?] / s[ -- --

.]

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Platte, rechts und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Einzelfund in einem fränkischen Gräberfeld.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Klein, B.J. 93, S. 212.

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Inschriften ID: 1232 Inschriften Typ: Grabinschrift

A(ulus) WT Volsonius WT A(uli) f(ilius) / Cla(udia tribu) Paud{l}d{l}d{u}s ve$<$t$>$(eranus) / ex WT leg(ione) WT

$overline{I}$ / h(ic) s(itus) e(st) / Vimpa WT C[--,--,--] / D[--,--,--]

Beschreibung:
Rechteckige Stele, unten abgebrochen, oben stark abgerieben und bestoßen. Über der Inschrift
Bildfeld: In zentrierter Nische drei Köpfe (verwittert), links und rechts davon je ein {em
torques}(?). Darüber Girlande unter einer verwitterten Rosette (Beschr
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Datierung des Grabsteins, das Fehlen des Legionsbeinamens und die Tatsache , daß die {em legio I Minervia} erst 83 n.Chr.
nach Bonn kam, lassen vermuten, daß Paullus in der {em legio I} diente, die von 9 bis 35 n.Chr. in Köln, dann bis 70/71 in Bonn
Literatur:
F. Oelmann, B.J. 136/137, 1932, S. 343; J. Hagen, Germania 15, 1931, S. 286. - CSIR: III,1.57

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Inschriften ID: 1233 Inschriften Typ: Grabinschrift

CoLIG{nt}uiLIG{nda} WT EsuLIG{cc}LIG{oni}s WT f(iliae) / Silvano WT Ategnissa(e) WT f(ilio) / h(eres) ex

tes(tamento) f(ecit).

Beschreibung:
Platte mit leicht gebogener Oberseite, die zu dem Grabtumulus gehört, der im Garten des
Museums aus originalen Teilen rekonstruiert ist. (Aus dem selben Bezirk stammt das dreiteilige
Familiengrabmal aus Nickenich; Oberlichthalle RLMB)
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Inschrift gehörte zu einem Grabmal in Form eines Tumulus. Inschriftformular und juristische Testamentsverfügung sind
römisch, ebenso der Name Silvanus, keltisch sind dagegen die Namen Contuinda, Essuco und Ategnissa. Eine ganz sichere Deutung
der Insc
Literatur:
Neuffer, in: Germania 16 (1932), 286 (mit Foto); Weisgerber, in: Germania 17 (1933), 14 u. 95; Oxé, in: Bonner Jahrb. 138 (1933),
99 (mit Foto); Kutsch, in: Mainzer Zeitschr. 32 (1937), 97 (mit Foto); über das Grabmonument als solches F. Oelmann, Forsch.

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Inschriften ID: 1234 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dura quidem frangit parvorum morte parentes / Condicio rapido pr<v>aecipitata gradu, / Spes aeterna tamem trebuet

solacia luctus, / Aetates teneras qu(o)d paradisus (h)abet. / Sex super adiectis ad nonum mensebus a[n]n[um] /

Conditus hoc tumolo, Dessidera

Beschreibung:
Rechteckige Platte, an der linken oberen und unteren Ecke bestoßen. Unter der Inschriuft das
Akrostichon zwischen Alpha uns Omega im Kranz zwischen den Tauben.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Einzelfund in einem fränkischen Gräberfeld.
Übersetzung:

Kommentar:
Die in Distichen abgefaßte Inschrift enthält mehrere Schreibfehler: Z.2: "prvae" statt "prae"; Z.3: "tamem" statt "tamen"; Z.4: "qud"
und "abet". dagegen ist die Z.4 "trebuet" statt "tribuit" und Z.5 "mensebus" statt "mensibus" eine späte vulgäre Form und
Literatur:
Klein, B.J. 93, S. 214ff.; Bücheler, Anthol. 2, Nr. 1406; Kraus, Christliche Inschriften der Rheinlande, Nachtrag zu B. I, S. 344, Nr.
308; Lehner, Skulpturen II, Taf. XXXIV,7.

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Inschriften ID: 1235 Inschriften Typ: Grabinschrift

d{L}(ucius) d{B}ad{e}biud{s} L(uci) f(ilius) d{G}a[l](eria tribu) / [V]d{e}d{l}eiasWT vet(eranus) LIG{le}g(ionis) [XX]

/ [...] LIG{ed{t}}footnote{Galsterer liest keine Ligatur, nur {em [--,--,--]E}.} SabiLIG{nu}s BLIG{ae}biLIG{ae} Sex(ti

Beschreibung:
Quaderförmige Grabstele; über der Inschrift zwei Nischen mit je drei Brustbildern: oben drei
{em togati}, die mit der Rechten in die Toga greifen; der rechte {em togatus} hält in der Linken
eine Schriftrolle. Unten ebenfalls drei {em togati}. Beachte d
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Alföldy gibt folgende Lesung und Ergänzung: {em L(ucius) Baebius L(uci) f(ilius) Gal(eria) / Veleias vet(eranus) leg(ionis) X /
G(eminae) p(iae) f(idelis) Sabinus Baebiae Sex(tae) / an[n(orum) --,--,--] et vivis Baebiae / [--,--,--] coniugi Baebiis /
Literatur:
Galsterer-Nr. 223; AE 1966, 265; Alföldy, BJ 165 (1965) 181--187; H. Schoppa, Zur röm. Plastik am Mittelrhein in augusteischer
und claudischer Zeit, in: Mainz und der Mittelrhein in der europäischen Kunstgeschichte (Mainz 1966) 4 und Abb.1

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Inschriften ID: 1239 Inschriften Typ: Grabinschrift

"a) D[--,--,--] / Gd{I}[--,--,--] / A[--,--,--] / LIG{HE}[--,--,--] / Ad{C}[--,--,--] / Od{N}[--,--,--] / VS[--,--,--] / AS[--,--,--]

/ IV[--,--,--] / --,--,--.\

b) --,--,-- / [--,--,--]d{D} (}oder {em d{O} }oder {em d{C}"

Beschreibung:
Vier Fragmente einer Inschrift; die drei großen passen aneinander und bilden den rechten Rand
des Inschriftsteines (Fragment a). Das kleinste Bruchstück (Fragment b) nicht passend. Über dem
gerahmten Inschriftfeld Rest eines Gesimses.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Evtl. Grabinschrift mit {em D(is) [M(anibus)]}!
Literatur:

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Inschriften ID: 1248 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) WT M(anibus) WT / Casia WT Rufin[a] / et WT Iulinio WT Germ/anico WT D(ecimi) WT f(ilio) WT Am/mosius

Vita/lis WT faciendum / curavit.

Beschreibung:
Rechteckiger, annäherend quadratischer Grabstein. Nebenseiten, Unter- und Oberseite bestoßen
und verwittert, Oberfläche ebenfalls verwittert; die tief eingeschlagenen Buchstaben sind jedoch
gut lesbar. Rechts oben ist eine Ecke abgebrochen. Schrift und Ze
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Der Dativ auf -a kommt im gallisch-germanischen Raum häufiger vor. L. Weisgerber, Germania 17, 1933, 97ff. macht griechische
Einflüsse hierfür verantwortlich. In allen drei Fällen handelt es sich um pseudogentilizische Namenbildungen. Cassius könnte ein r
Literatur:
Lehner, in: Bonner Jahrbücher 134 (1929), 166; Hagen, in: Germania 13 (1929), 80.

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Inschriften ID: 1260 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--] / c(lassis)WT G(ermanicae)WT p(iae)WT f(idelis)WT / VerusWT vela(rius) / amicusWT f(aciendum) / curavit.

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte, auf allen Seiten abgebrochen, doch ist die Breite der Inschrift erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Rheinflotte vgl. Lehner-Nr. 674. Sie erhielt den Ehrentitel {em pia fidelis} von Domitian im Jahr 89 wegen der im Aufstand des
Saturninus bewiesenen Treue. {em Velarii} sind Arbeiter auf den Schiffen.
Literatur:
Klein, B.J. 78, S. 136ff..

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Inschriften ID: 1261 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / etWT perpetuae seLIG{cu}/rid{t}atiWT IuliaeWT Q(uinti filiae) Lu/pulaeWT et C(aio) d{R}uti/lioWT

Primo filio ei/iusdem(!) scold{a}[...] / [..]co sanct[....] / [...]d{i}d{t}isWT C[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Grabaltar mit vorspringendem Gesims und Giebel, der links und rechts von Voluten flankiert
wird. Auf der Oberseite Reste von zwei Früchten (nach Lehner Birne und Apfel). Im Giebel die
Buchstaben D M. Unter dem Giebel in zwei {em clipei} die Brustbilder d
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Z.6: vor CO zwei schwache Buchstabenreste, evtl. TI oder LI. Z.7: vor ITIS noch Rest eines P, R oder B. Galsterer las in Z.6/7: {em
scolad{s}[ti]/tico sanct[o pro] [me]ritis c[--,--,--]}: glqq In Z. 6 wurde das versehentlich doppelt geschriebene -ti
Literatur:
Galsterer-Nr. 332

Seite 518/682
Inschriften ID: 1262 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]d{V}D[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Allseitig bestoßenes Fragment einer Grabstelle; Reste der Nische mit Darstellung des
Verstorbenen als Togatus erhalten (rechte Schulterpartie?).
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Aus der Kreisberufsschule Xanten am 14.7.1955 nach Bonn gelangt.
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 519/682
Inschriften ID: 1267 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--] P(ublius) d{L}epidus (} oder {em d{C}epidus) d{E}LIG{np}[--,--,--] / [--,--,-- v]ixit an(nos) XII m(en)s(es)

[--,--,--] / [--,--,--]d{a}dius et Pace[--,--,--] / [--,--,-- tit]ulLIG{um} posud{e}[runt].

Beschreibung:
Gewölbte Grabplatte mit oben und unten gerahmtem Schriftfeld (Kissenform???), an den Seiten
abgebrochen. Unter der Inschrift mehrere Kreuze/Christogramme. Zeilen vorgeritzt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Z.1: zweiter Buchstabe L oder C, am Ende I oder E vor der NP-Ligatur. Z.4 A in Variante.
Literatur:

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Inschriften ID: 1268 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / [--,--,--]d{o}litio GAIPO / [--,--,--] et Primiae / [--,--,--]cu[--,--,--]dae / [u]d{x}sori / [he]redes

f(ecerunt).

Beschreibung:
Inschriftenplatte mit gerahmten Inschriftenfeld; linker Rand fehlt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Im Inventarbuch nachsehen; war nicht in der Datenbank aufgenommen.
In der vorletzten Zeile ist das Wort UXSORI in drei Gruppen zu je zwei Buchstaben auseinandergezogen."
Literatur:

Seite 521/682
Inschriften ID: 1273 Inschriften Typ: Grabinschrift

IuliaeWT SuperiWT fil(iae) / Ammacae et C(aio) Oc/tavioWT MaternoWT et / --,--,--.

Beschreibung:
Rechteckiger Quader, auf allen Seiten glatte Fläche, oben und unten Lagerfläche für verlorene
Blöcke.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Düntzer, B.J. I, S. 116; Rein, B.J. 28, S. 107; Lersch, C. II zu Nr. 46 und III, S. 116; Brambach, ClRh. 538.

Seite 522/682
Inschriften ID: 1277 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is) M(anibus)] / [P]rimind{i}[o] / d{T}ullioWT ve[t(erano)] / [l]eg(ionis)WT X$overline{X}$XWT U(lpiae)WT

v(ictricis)WT / Ulp(ia)WT Casua/ coiiugiWT pi/[en]tissimo / [--,--,--]IV[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Unregelmäßig ausgebrochenes Fragment, links kleineres Fragment angesetzt. Oben Stück des
antiken Randes erhalten(?); beim Fund noch linker Rand und Teile der linken Giebelhälfte
vorhanden. Oberfläche leicht verwaschen. Links und rechts Akanthusornamentres
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Links über dem Giebel beim Fund noch ein D erhalten. Auch war der erste Buchstabe der ersten Zeile noch lesbar. Der Name der
Gattin Ulpia Casua ist Hinweis auf die Datierung in die trajanische bzw. nachtrajanische Zeit. Zu den Ulpius-Namen vgl.
Weisgerber
Literatur:
J. Freudenberg, B.J. 55/56, 1875, S. 236ff.; H. Düntzer, Verzeichnis der römischen Alterthümer des Museums Wallraf-Richartz in
Köln (1885), Nr. 198 a; Riese, Inschriften, Nr. 1375; Ritterling, Legio, S. 1825; F. Oelmann, B.J. 139, 1934, S. 187; R. Hertz u -
CSIR: III,1.55

Seite 523/682
Inschriften ID: 1279 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uinto) Cellio / Firmo / et Iuliae LIG{ux}or(i) / VictorWT f(ilius)WT f(ecit).

Beschreibung:
Inschriftenplatte, oben und unten glatt, an den Nebenseiten leicht abgeschrägt und bestoßen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 524/682
Inschriften ID: 1280 Inschriften Typ: Grabinschrift

P(ublius) Roma/nius P(ubli) l(ibertus) / Modestus / annorum / XVI h(ic) s(itus) e(st).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, oberster Teil verloren. Oben war in halbrunder Nische das Brustbild des
Verstorbenen in der Toga. In der Rechten hält er eine Rolle. Der obere Teil der Nische samt dem
Kopf des Bildes fehlt. Darunter die eingerahmte Inschrift. Unter der
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das Denkmal gehört noch vorflavischer Zeit an.
Literatur:
Klein, B.J. 80, S. 156; Wd. K. V, Sp. 12, Nr. 7; Lehner, Skulpturen I, Taf. XI, 1. - CSIR: III,2.1

Seite 525/682
Inschriften ID: 1291 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]d{V}d{I}[--,--,--] / [..]ducd{i} [f(ilius)?] / d{e}t d{T}ocLIG{ci}a / CrippoLIG{ni}s / f(ilia) ux(or) v(ivi)

sibi / CaraLIG{nti}us, LIG{Gr}a/cilis, Iustus / fil(ii)WT d(e)WT s(uo)WT f(aciendum)WT d{c}(uraverunt).

Beschreibung:
"Rechteckige Platte, oben beschädigt. ---
Aus einer großen und einem kleinen Fragment bestehend; das obere kleine Fragment ist im
Original nicht mehr erhalten; es handelt sich um einen Abguß nach einem älteren Gipsabguß
(siehe Notizzettel am Stein). Die I"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lehner liest in der ersten erhaltenen Zeile statt {em d{V}d{I}} ein M. Von dem ergänzten F am Ende der zweiten Zeile ist noch ein
unterer Rest der senkrechten Haste zu erkennen.
Literatur:
Rossel, Period. Blätter (1859) S.261; Becker, Frankfurter Archiv N.F. 1 S.37; CIRh 716

Seite 526/682
Inschriften ID: 1293 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aio)WT Iulio AdariWT f(ilio) / PrLIG{im}oWT TrevLIG{er}o / eq(uiti)WT alaeWT Noric(orum) / statoriWT

an(norum)WT XXVII / stip(endiorum)WT VIIWT h(eres)WT a(ere)WT s(uo)WT f(aciendum)WT c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckige Stele. Oben in flachgewölbter Nische das Totenmahl. Der Verstorbene in
bürgerlicher Kleidung ruht auf der Kline, das Gesicht geradeaus gerichtet, mit dem gefalteten
Tuch ({em mappa}) in der Linken. Am Fußende der Kline steht der Diener mit üb
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Der Vater Adarus hat noch den keltischen Namen, der Sohn die {em tria nomina} des römischen Bürgers. Die Treverer waren als
Reiter besonders geschätzt. Dia {em ala Noricorum} lag im 1.,Jh. zuerst in Mainz, kam dann nach Kalkar; unser Stein gehört der
Literatur:
Brambach, ClRh. 187; Hettner, Steindenkmäler des Museums Trier , Nr. 308; Siebourg, B.J. 107, S. 151, Nr. 1; Lehner, Skulpturen
I, Taf. VIII, 4. - CSIR: III,1.29

Seite 527/682
Inschriften ID: 1296 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dis M(anibus) / Friomathin/a Animula / Severio Vero / coniugi dul/cissimo / f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckiger Grabstein, auf den Nebenseiten jeweils Darstellung eines Baumes.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Zusammen gefunden mit NL 189. Wiederverwendung als Einfriedung eines fränkischen
Plattengrabes.
Übersetzung:

Kommentar:
Erster Buchstabe in der zweiten Zeile eine Variante, gebräuchlich anstelle des F. W. Kersten las Kriomathin(a); dieses aber
sprachlich schwierig zu deuten. (vgl. L. Weisgerber, B.J. 154, 1954, S. 112f.). Friomathinia eine Variante der für den Niederrhein
Literatur:
W. Kersten, B.J. 146, 1941, S. 359. - CSIR: III,2.35

Seite 528/682
Inschriften ID: 1297 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) / HaldaLIG{ni}ae.

Beschreibung:
Unten abgebrochen. Auf der Vorderseite unten ein eingetieftes Relief; Darstellung eines Vogels
mit Fruchtgirlande. Auf den Nebenseiten stilisierte Bäume. Schriftfeld durch Profilleiste
(Flechtband) gerahmt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Zusammen gefunden mit NL 188: Wierderverwendung als Einfriedung eines fränkischen
Plattengrabes.
Übersetzung:

Kommentar:
"Zum wohl germanischen Namen Haldania vgl. L. Weisgerber, B.J. 154, 1954, S. 112. Inschrift sehr wortkarg; vielleicht eine
spätere Vervollständigung vorgesehen.---
Worttrenner in Form einer großen {em hedera}."
Literatur:
W. Kersten, B.J. 146, 1941, S. 359. - CSIR: III,2.34

Seite 529/682
Inschriften ID: 1306 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) Aemilius Durises eq(ues) al(ae) / Sulp(iciae) tur(mae) Nepotis an(norum) XXXVI / stip(endiorum) XVI heredes

ex t(estamento) f(aciendum) c(uraverunt).

Beschreibung:
Rechteckige Stele. Oben in der Nische eine Darstellung des Totenmahls. Verstorbener in
bürgerlicher Tracht, ruhend auf der Kline, in der Linken einen zweihenkligen Trinkbecher, die
Rechte auf dem Knie liegend. Vor der Kline ein Tisch mit zwei ähnlichen Tr
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die ala Sulpicia wahrscheinlich von Sergius Sulpicius Galba gegründet; in den Jahren 70 bis etwa 89 n.Chr. in Niedergermanien
stationiert (Ritterling, Wd. Z. XII, S. 237). Für Köln mehrfach bezeugt. Der Soldat wahrscheinlich Mitglied der statthalterischen
Literatur:
Klein, B.J. 81, S. 87ff. und Taf. III,1; Wd. K. V, sp. 13, Nr. 10; Klinkenberg, B.J. 108/09, S. 95, Nr. 32; ders., Römisches Köln, S.
279; Lehner, Skulpturen I, Taf. VIII,3.

Seite 530/682
Inschriften ID: 1312 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) d{M}(anibus) / --,--,--.

Beschreibung:
Quader zu einem Giebel ausgehauen; in den Ecken die Buchstaben. Dazwischen in einer Nische
die kleinen, ursprünglich vielleicht ganzen Darstellungen eines bärtigen Mannes in Ärmelrock
mit Becher und einer Frau in Ärmelkleid mit Fruchtkörbchen. Unterer Tei
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vielleicht ursprünglich ein Deckel eines Sarkophags oder einer großen Aschenkiste.
Literatur:
Freudenberg, B.J. 53/54, S. 186; Lehner, Skulpturen II, Taf. XXVIII 1. - CSIR: III,2.43

Seite 531/682
Inschriften ID: 1325 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic rd{e}d{q}u/iscit pu/ello nu/med{n}(e) d{R}eu/dolfud{s} / $<$q$>$ui od{b}[u]/it [--,--,--] / c[--,--,--]/d{i}d{t} d{d}

[--,--,--]/tis qod / ad{b}uit d{i}/dis mense / d{Q}VNNd{D}V.

Beschreibung:
Rechteckige Platte, die Linien der Inschrift sind vorgeritzt. Diese Inschriftenplatte war, laut
Angabe des Inventars, eingefaßt von vier rechteckigen Blöcken aus Sandstein, wie bei Lehner
gezeichnet. Von diesen Blöcken sind die beiden Seitenstücke noch vo
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
{em puello} ist offenbar ein nach {em puella} gebildetes Wort für {em puer}. Die in ganz verwildertem Latein abgefaßte Inschrift
ist außerdem beschädigt, so daß sie ganz unverständlich ist. Z. 11 wird im Corpus gelesen: {em ABVITNI}, ich halte das N f
Literatur:
Kraus, B.J. 75, S. 180f.; ders., Christliche Inschjriften der Rheinlande I, S. 136, Nr. 279; Schaafhausen, B.J. 84, S. 236; Lehner,
Skulpturen II, Taf. XXXV, 8.

Seite 532/682
Inschriften ID: 1354 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / d{C}[--,--,--] / L(ucius }oder {em -o)WT Ve[--,--,--] / Opt[--,--,--] / libd{e}[--,--,--] / and{n}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Rest vom linken Rand einer Inschrift mit gerahmten Inschriftenfeld, aus zwei passenden
Fragmenten (nicht geklebt).
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Nordstraße (Fundzettel)
Übersetzung:

Kommentar:
Letzte Zeile evtl. {em ann(orum)}; weitere zentrierte Zeilen mit Schlußformel möglich.
Literatur:

Seite 533/682
Inschriften ID: 1358 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--a]nn(os) / [--,--,--]instantibus / [coll]egis suis benemer(enti?).

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Platte mit Rest der Inschrifti in Umrahmung. Oben und links
abgebrochen. Hinten rechts ist die Platte zu einem Gesims ausgearbeitet.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 534/682
Inschriften ID: 1360 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / PacatiaeWT Flor/entiaeWT Urbania / LelluaWT materWT fil(iae) / f(aciendum)WT c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckige Grabstele. Über der Inschrift in einer nur leicht eingetieften Nische das Bild der
Verstorbenen glqq mit Stola und Pallagrqq (Lehner), die in ihrer Linken ein Kästchen hält.
Formel D M auf den schmalen Stegen links und rechts der Nische. Ri
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer-Nr. 388

Seite 535/682
Inschriften ID: 1361 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / Liberalinio Vitali ed{q}(uiti) / l(egionis)WT IWT M(inerviae)WT MaturiLIG{ni}aWT GaLIG{le}t[a]

/ coniugi incoLIG{np}ara[bili] / qui bel(l)o desiderat[us est, mo]/niLIG{me}n[t]ud{m} [f(aciendum) c(uravit) ?].

Beschreibung:
Bruchstück eines rechteckigen Quaders, oben und linker Rand erhalten, unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Eingangsformel vgl. Lehner-Nr. 608. Auch diese Inschrift kaum vor das 3. Jhdt. zu datieren; Format, Fassung der Inschrift und
Material (Sandstein) deuten auf späte Zeit. Bezeichnend ist für diese ganze Gruppe später Soldatengrabsteine das starke Hervo
Literatur:
Klein, B.J. 85, S. 87 und Bonn. Winckelmannsprogr. 1888, S. 38.4; Hettner, Wd. k. VII, 1888, Sp. 118, Nr. 78.

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Inschriften ID: 1362 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,-- Vi]d{c}d{t}od{r}d{i} / miliLIG{ti} dupd{l}ario LIG{le}d{g}(ionis) / d{I} M(inerviae) Decminia Verina / coniugi

inco(m)para/[bili et sibi v]d{i}va f(aciendum)WT c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckiges Stelenfragment, oben und unten beschädigt, linker und rechter Rand erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zum {em miles duplarius} vgl. Lehner-Nr. 609. Zur Zeitbestimmung Lehner-Nr. 611. Das Material weist auch auf späte Zeit.
Literatur:
Klein, B.J. 85, S. 85ff. und Bonn. Winckelmannsprogr. 1888, S. 38, Nr. 5; Hettner, Wd. K. VII, 1888, Sp. 118, Nr. 78,3.

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Inschriften ID: 1363 Inschriften Typ: Grabinschrift

Haldauvon[i]o V[ero ?] / b(ene)f(iciario) l(egati) leg(ionis)I M(inerviae) od{b}ito [an(norum)?] / stip(endiorum) XXIII

Genialini[a] / Iustina coniux [et sibi ?] / d{f}(aciendum) [c(uravit)].

Beschreibung:
"Bruchstück eines rechteckigen Quaders, links Rand erhalten, auch ein Rest der Oberfläche;
rechts und unten abgebrochen.
"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Zeitbestimmung vgl. Lehner-Nr. 611. Zu {em beneficarius} vgl. Lehner-Nr. 47. Schallmayer (CBFIR 56) nimmt über der ersten
erhaltenen Zeile noch mindestens eine weitere Zeile an (sieht oberen Rand nicht) und liest Z.1 {em HALDAVVONIOV}: glqq Der
Nam
Literatur:
Klein, B.J. 85, S. 88 und Bonn. Winckelmannsprogr. 1888, S. 38, Nr. 6; Hettner, Wd. K. VII, 1888, Sp. 119; Zangemeister, Wd. Z.
XI, 1892, S. 273; CBFIR 56.

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Inschriften ID: 1365 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) / d{A}ureli AruseniWT TuresiWT vet(erani) ex leg(ione) / IWT M(inervia)WT etWT Aureli WT

AvitianiWT filiWT h(eredes) WT f(aciendum)WT c(uraverunt) / et sibi SecundiniaWT AvitaWT vi/vaWT f(aciendum)

c(uravit) d{e}d{t} su

Beschreibung:
Rechteckiger Quader, oben an den Rändern je ein Klammerloch zur Befestigung an
Nachbarblöcke, ein weiteres Klammerloch in der Mitte der Oberseite.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Eingangsformel {em D(is) M(anibus)} glqq den göttlichen Seelengrqq begegnet seit Ende des 1. Jhdts., aber der Familienname
Aurelius, der auf Caracalla zurückzuführen ist, weist das Denkmal frühestens in den Anfang des 3. Jhdts. In Turesi steckt wo
Literatur:
Klein, B.J. 85, S. 85ff. und Bonner Winckelmannsprogramm 1888, S. 37, Nr. 3; Hettner, Wd. K. VII, 1888, Sp. 117f., Nr. 78.

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Inschriften ID: 1366 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,-- im]/aginifer leg(ionis) I M(inerviae) p(iae) / f(idelis) et Flavia Apra / M(arco) Aur(elio) Septimio / F[la]viano

filio / dulcissimo obito / f(aciendum) c(uraverunt).

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Grabdenkmla, zu dem die Inschrift gehört; zu einem Behälter für ein Brandgrab umgearbeitet.
Auf dessen Schmalseite stand die Inschrift. Inschrift vor der Widerverwendung absichtlich
zerstört.
Übersetzung:

Kommentar:
Im Zusammenhang der Constitutio Antoniniana ist der Namensbestandteil Marcus Aurelius wohl angenommen worden (vgl. SH
169); demnach die Datierung möglich. Zum Rang des imaginifer vgl. G.R. Watson, The Roman Soldier (1969), s. 86.
Literatur:
H.-G. Kolbe bei: W. Haberey, B.J. 160, 1960, S. 287f.. 300, Abb. 10, Taf. 42, 2.

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Inschriften ID: 1372 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus)WT Veran[ius --,--,--] / vet(eranus)WT led{g}(ionis) [XXX U(lpiae) v(ictricis) ?] / [e]d{x}WT ard{m}[--,--,--] /

--,--,--.

Beschreibung:
Linker Oberteil einer Platte, rechts und unten abgebrochen; in zwei Teile zerbrochen. Schriftfeld
oben gerahmt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Erster Buchstabe der dritten Zeile wohl X, der letzte evtl. M. Die erste Zeile gibt nicht das {em cognomen} des Mannes an sowie in
der zweiten nicht den Namen seiner Legion. Das angegebene {em gentilicium} gehört zur Gruppe der in den germanischen Provi
Literatur:
H. v. Petrikovits, RE VIII A (1958), sp. 1830 s.v. Vetera; B.J. 159, 1959, S. 125.

Seite 541/682
Inschriften ID: 1373 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) [s(acrum)] / [--,--,--]d{E}LEDd{E}[--,--,--] / [--,--,--] Vd{i}tad{l}[i--,--,--] / [--,--,--]$overline{X}$[

--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
"Linker Oberteil einer Platte, rechts und unten abgebrochen, links und oben beschädigt. Giebel
mit Blattrosette schwach vorhanden.---
Fragment allseits bestoßen, linker Rand nicht nachweisbar."
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Erster Buchstabe der zweiten Zeile E oder L, der fünfte ein E oder F. Das L in der dritten Zeile nur z.T. erhalten. Das X in der
vierten Zeile teilweise erhalten. Ausgehend von den Giebelspuren und der Blattrosette steht das M in der Mitte der ersten Zeil
Literatur:

Seite 542/682
Inschriften ID: 1374 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [--,--,--]io Fd{l}[.] / [--,--,--]d{n}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Rechter oberer Teil einer Platte, blattgeschmückter Giebel; rechts beschädigt (Nebenseite nicht
erhalten), links und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
1955 von der Kreisberufsschule Xanten ins RLMB gelangt.
Übersetzung:

Kommentar:
Die zweite Zeile gibt das Ende des {em gentilicium} und den Beginn des cognomen (evtl. {em Fl[a/via]n[o]}) des Toten an. Platte
wohl ursprünglich zu einem Soldatengrab gehörend (vgl. Clauss-Nr. 47).
Literatur:
- CSIR: III,2.24

Seite 543/682
Inschriften ID: 1375 Inschriften Typ: Grabinschrift

AGd{I}d{I}d{I}d{I}d{E}d{E}d{I} WT LEG WT I M P WT / WT F WT Ed{S}[.]TIAV IAAII / d{N}[.]d{A}d{V} IWT

SEPTd{I}d{M}d{I}O / FE[LIC]Id{A}d{N}OWT [FILI]d{O} / Dd{V}LCISSIMOWT OBITO / d{F} d{C}

Beschreibung:
Kalksteinsarkophag. Frontseite und linke Seite glatt behauen. Unterseite und rechte Seite
lediglich grob behauen. Ein Klammerloch am oberen Rand der Frontseite reicht bis in die zweite
Zeile der Inschrift. Im Sarkophagkörper befindet sich ein ausgearbeite
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Inventarbuch!!! Prüfe Stein mit Galsterer.
Literatur:

Seite 544/682
Inschriften ID: 1384 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,-- s]d{s}imoWT obi[t]o / [--,--,--] vivaWT fecit.

Beschreibung:
Rechter unterer Teil einer Grabplatte, oben und links abgebrochen; in sechs Teile zerbrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
F und T in der zweiten erhaltenen Zeile überhöht. Ergänzungsmöglichkeiten der ersten Zeile: {em piis]simo, cari]simo} o.ä.. Vgl.
dazu die Formel z.B. {em coniug[i] piissim[o] obito} (CIL XIII 8437; zum {em obitus}: U. Kahrstedt, Trierer Zeitschr. 22,
Literatur:

Seite 545/682
Inschriften ID: 1385 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Di]d{s} d{M}[anibus] / --,--,--.

Beschreibung:
"Linker oberer Teil einer Platte, rechts und unten abgebrochen. Oben Rest eines Giebels mit
Blattrosette, darüber Palmettenakroter und Blattschmuck. Ansatz einer das Inschriftenfeld
abschließenden senkrechten Randleiste links unter dem Giebel.---
Wenn Rek"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das M nur z.T. erhalten. Anhand des Giebelansatzes die ungefähre Steinbreite zu erschließen; {em Dis Manibus} wohl
ausgeschrieben.
Literatur:
- CSIR: III,2.23

Seite 546/682
Inschriften ID: 1387 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]inus / [--,--,-- si]bi fecit / [et --,--,--]iniae / [--,--,--]ae obitae / [--,--,-- c]arissimae.

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Platte.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 547/682
Inschriften ID: 1388 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]si[--,--,--] / [--,--,--] L(ucius) Secu[nd?--,--,--] / [.]atlio Rufo Al[--,--,--] / Iul(ius) Reburr[.]u[--,--,--].

Beschreibung:
Linke untere Ecke einer Platte, oben und rechts abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 548/682
Inschriften ID: 1391 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) / LIG{Au}r(elio)WT SentioWT / d{T}REd{Q}VENT / --,--,--.

Beschreibung:
Oberer Teil einer Inschriftenplatte.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden glqq nicht weit von den römischen Terrakottafabrikengrqq (Lehner).
Übersetzung:

Kommentar:
Lehner liest in der letzten Zeile {em FREQVENTI}.
Literatur:
Klein B.J. 87 S.203 Nr.23; Klinkenberg B.J. 108/09 S.137 Nr.94; Klinkenberg glqq Römisches Kölngrqq S.291

Seite 549/682
Inschriften ID: 1392 Inschriften Typ: Grabinschrift

DisWT M[an(ibus)] / C(aio)WT Iul(io)WT Ted{r}[tio?] / [.]nna[...] / --,--,--.

Beschreibung:
Oberteil eines Grabsteins, unten und vorne rechts abgebrochen. Oben Reste eines mit Rosette
und Blattornament versehenen Giebels.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der 1. Zeile das A nicht vollständig. Rückseite des Steins erhalten, damit scheint auch Inschriftenbreite sicher. Tertius eine
räumlich passende und in Niedergermanien als {em cognomen} gut bezeugte Konjektur. 3. Zeile nannte wahrscheinlich den Dedika
Literatur:
- CSIR: III,2.19

Seite 550/682
Inschriften ID: 1393 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) LIG{et} secu[ritati] / aeterna(a)e A[--,--,--] / SossiaWT viv[a sibi et] / Bitio Mat[--,--,--] / et Bitio

[--,--,--] / fili(i)s o[bitis et] / Aurelio [--,--,--] / coniud{g}[i --,--,--].

Beschreibung:
Fünf zusammenpassende Fragmente.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das R in der ersten Zeile am Bruchrand nur zum Teil erkennbar. Sosius bzw. Sossius vornehmlich für Italien, auch für Afrika und
den Balkan belegtes {em gentilicium}; CIL III 4930; Vollmer 899=ILS 2343; XI 7763 verwendet den Namne als {em cognomen}.
Biti
Literatur:
H.-G. Kolbe, B.J. 161, 1961, S. 104ff., Nr. 12, Taf. 16.

Seite 551/682
Inschriften ID: 1396 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Severinio / EvaliWT filio / et SecunWT/dinia Urs/ulaWT mater / vivaWT posuit.

Beschreibung:
Rechteckige Stele, oben etwas giebelförmig abgeschrägt. Oben in rechteckiger Nische die sehr
roh gearbeiteten Brustbilder der Beiden. Rechts der Mann mit einer flachanliegenden
Lederkappe, links die Frau mit Andeutung von Locken über der Stirn und Ohrring
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zu denken ist natürlich {em et sibi} etc. Evales ein Grieche, wie sie im 2. und 3. Jhdt. in Köln mehrfach bezeugt sind.
Literatur:
Klein B.J. 86 S.287f.; Klinkenberg B.J. 108/09 S.126 Nr.69; Klinkenberg glqq Röm. Kölngrqq S.289

Seite 552/682
Inschriften ID: 1556 Inschriften Typ: Grabinschrift

Reburrus Fra/tton(i)s f(ilius) eques al(ae) / Fr[on]t(onianae) an[n(orum) --,--,-- stip(endiorum) --,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
"Reiterdarstellung mit Lanzenbewaffnung; unter dem Pferd liegt der besiegte Feind. Bruchrand
an der Unterseite alt; auf der Vorderseite neue Beschädigungen durch den Bagger.
"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vornehmlich das CIL II überliefert Reburrus. Nach Kolbe, a.a.O., S. 99f. die Korrektur Fr(i)a/tton(i)s f(ilius) in Anlehnung an den
germanischen Namen Friatto und Freio (CIL XIII 8324. 8498); vielleicht aber auch die Lesung Fra[v(i)]tton(i)s. Demnach ist
Literatur:
H.-G. Kolbe, B.J. 161, 1961, S. 97ff., Nr. 11, Taf. 21; P. Noelke, Das Rheinische Landesmuseum 1971, 1, 10 mit Abb. Siehe auch
H. Gabelmann/G. Alföldy, BJB 173, 1973, S. 167f., Abb. 28. - CSIR: III,1.17

Seite 553/682
Inschriften ID: 1557 Inschriften Typ: Grabinschrift

Euthenia / annor(um) XXXV / pia in suis / h(ic) s(ita) e(st) s(it) t(ibi) t(erra) l(evis) / Gemellus / contuber/nali.

Beschreibung:
Stele unten abgebrochen, in der Höhe der ersten Zeile quer durchggebrochen. Um die Inschrift
herum ein breiter profilierter Rahmen. Darüber Vögel (Pfaue?) an einer Traube pickend, datrüber
mehrere Blattrosetten, zwei weitere in den Zwickeln (Bohrungen!).
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Contubernalis ist ein Lebensgefährte in einer eheähnlichen Gemeinschaft - hier eine Sklavengemeinschaft - ohne rechtliche
KOnsequenzen (z.B. ILS III, 2 S. 932). Euthenia als cognomen auch belegt durch CIL II 5859. III 3583. XIV 1714. Pius/a in suis
oder i
Literatur:
H.-G. Kolbe, B.J. 161, 1961, S. 106f., Nr. 13, Taf. 22. - CSIR: III,2.8

Seite 554/682
Inschriften ID: 1559 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Pet?]roniae Hones/tae Avitia Pacata / neptis aviae san/ctissimae ob eiius / [erga se] merita / --,--,--.

Beschreibung:
Großer rechteckiger Quader, rechts und links Stoßfläche, oben abgeschlagen. Rück- und
Unterseite für Zweitverwendung als Sarkophag bearbeitet.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden beim Fundamentieren des Neubaues von Dr. Brusis
Übersetzung:

Kommentar:
Die Ergänzung des Familiennamens der Verstorbenen ist nicht sicher. Der Block gehörte vermutlich zu einem Grabmonument und
ist später zu einem Sarkophag umgearbeitet worden, der aus zwei solchen Blöcken bestand und im ganzen 1,70 m lang, 1,82 m breit
und
Literatur:
Klein B.J. 87 S.211

Seite 555/682
Inschriften ID: 1562 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--] ECC [--,--,--] / [--,--,-- Pau]llini [--,--,--] / [--,--,--]bito et s[--,--,--]

Beschreibung:
Unterer Grabplattenteil; oben, rechts, links und hinten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Erster Buchstabe in der dritten Zeile B, P oder R. In der ersten Zeile evtl. ein cognomen wie Vervecco (zu ähnlichen Bildungen vgl.
Weisgerber, Ubier, S. 246 u.ö.). Vor dem L in der zweiten Zeile ursprünglich wohl ein V; daher die Ergänzung auf Pau]llini[
Literatur:
W. Haberey, B.J. 161, 1961, S. 340.

Seite 556/682
Inschriften ID: 1564 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,-- F]laviae / [--,--,--]ni filiae / [--,--,--] E[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Rechter Oberteil einer Grabplatte, links und unten abgebrochen; in zwei Teile zerbrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
ZU den FU vgl. Lit.
Übersetzung:

Kommentar:
Das L in der ersten Zeile, das E o. F in der dritten Zeile nur z.T. erhalten. Der Name des Vaters als Angabe der filiatio in
Niedergermanien im Köln-Bonner-Raum üblich (vgl. G. Alföldy, Epigr. Studien 4, 1967, S. 16ff.).
Literatur:
W. Haberey, B.J. 161, 1961, S. 333ff..

Seite 557/682
Inschriften ID: 1567 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) / Tib(erio) Iud{l}(io)WT Flavia/no et Tib(erio) Iul(io) / Mad{t}erno / h(eres) d{f}(aciendum)

c(uravit).

Beschreibung:
Die Beschädigungen in Form eines senkrechten Riß auf der Plattenvorderseite und
Abschlagungen auf der linken Seite erst neueren Datums. Schrift manchmal verwaschen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Tiberii Iulii für Niedergermanien selten belegt (bzgl. der Bürgerrechtsverleihung: G. Alföldy, Epigr. Studien 4, 1967, S. 16ff.).
Petrikovits vermutet hinter den Verstorbenen den Besitzer des Hofes, auf dem die Inschrift gefunden wurde, und dessen Bruder
Literatur:
H. v.Petrikovits, Rheinland 96, Anm. 169.

Seite 558/682
Inschriften ID: 1569 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,-- F]laviae / [--,--,--]ni filiae / --,--,--.

Beschreibung:
Plattenfragment links und unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der zweiten Zeile unter dem F noch ein Querstrich vielleicht eines E oder F.
Literatur:
H.-G. Kolbe bei: W. Haberey, B.J. 161, 1961, S. 340f, Abb. 8.

Seite 559/682
Inschriften ID: 1571 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--] ECO / [--,--,--]LLINI / [--,--,-- ma]rito et s(ibi).

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der ersten Zeile stehen die Buchstaben etwas weiter auseinander als in den folgenden Zeilen. In der zweiten Zeile ist vor dem
ersten L sehr viel unbeschriebene Fläche erhalten; am ehesten hat davor ein V gestanden: evtl. [Maru]llini, vgl. Nesselhauf-Li
Literatur:
H.-G. Kolbe bei: W. Haberey, B.J. 161, 1961, S. 340, Abb. 7.

Seite 560/682
Inschriften ID: 1585 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [coniugi ? inco]mparabid{l}d{i} / [--,--,-- vi]xitWT anno(s) / [--,--,-- e]d{t}WT sibi vid{v}[.] / [posui]t.

Beschreibung:
Stück vom rechten Rand eines Grabsteines, sonst überall abgebrochen. Auf der Rückseite
Klammerloch.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Klein, B.J. 89, S. 233.

Seite 561/682
Inschriften ID: 1596 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]LIG{mp} Ant(--,--,--) < / [--,--,--]catoris / [--,--,--]erano / [--,--,--] XXX V d{V} / --,--,--.

Beschreibung:
Rechte obere Ecke erhalten, links und unten abgeschlagen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Die Deutung und Ergänzung macht Schwierigkeiten. Klein las: {em [leg(ionis) I] M(inerviae) p(iae) Ant(oninianae) (centuria) /
[Mer]catoris / [v]eterano / [anni]s XXXV[..] / --,--,--. }
Klinkenberg: {em [mil(iti?) l(egionis) I] M(inerviae) Ant(oninian"
Literatur:
Klein B.J. 88 S.124; Klinkenberg B.J.108/09 S.137 Nr.93; Klinkenberg glqq Röm. Kölngrqq S.291

Seite 562/682
Inschriften ID: 1597 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) I(nferis) M(anibus) / M(arcus)WT AntoLIG{ni}(us)WT PLIG{ri}LIG{mu}lus / vivusWT sibiWT fecLIG{it}WT et /

FausLIG{ti}LIG{ni}aeWT Burspd{r}[a(e)] / d{c}od{i}d{i}ud{g}d{i} d{c}[ar]d{i}[ssimae].

Beschreibung:
Oberteil einer rechteckigen Platte, unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"glqq Die Formel Dis Inferis Manibus ist viel seltener als Dis Manibus.grqq (Lehner) ---
glqq Das Cognomen Burspra ist noch einmal in Köln belegt (Nr. 368).grqq (Galsterer) ---
Am Ende der vierten Zeile ist R nicht sicher zu lesen, doch wahrscheinl"
Literatur:
Galsterer-Nr. 350; Klein B.J. 88 S.122f.; Wd.Z. Korr. IX Sp.50 Nr.33; Klinkenberg B.J. 108/09 S. 137,92; Klinkenberg glqq Röm.
Kölngrqq S.291

Seite 563/682
Inschriften ID: 1613 Inschriften Typ: Grabinschrift

Niger Aetonis f(ilius) / NeLIG{me}s ala Pomponi/ani anno(rum) L / aera XXV / h(ic) s(itus) e(st).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, deren linke obere Ecke fehlt. Oben in halbrunder Nische die Darstellung des
nach rechts sprengenden Reiters, in Lederpanzer mit Reiterhelm, das Gesicht von vorn
dargestellt.; an der rechten Seite das große Reiterschwert, in der erhobene
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Der germanische Volksstamm der Nemeter wohnte in der Gegend von Speyer (Noviomagus Nemetum). Die ala Pomponiani stand
vermutlich schon unter Augustus in Bonn. Sie ist sonst unbekannt. "aera" statt stipendia findet sich grade bei besonders frühen
Grabstein
Literatur:
Klein, B.J. 88, S. 125f.; Ders., Wd. K. VIII, Sp. 141; Weynand, B.J. 108/09, S. 207, Nr. 84; Lehner, Skulpturen I, Taf. VII, 2. -
CSIR: III,1.15

Seite 564/682
Inschriften ID: 1621 Inschriften Typ: Grabinschrift

"[--,--,--] iLIG{te}m WT Perrnia WT Pa [--,--,--]\

}Rechte Seite: {em [--,--,--]DV[--,--,--]"

Beschreibung:
Fragment, auf einem Architravblock. Inschriftenreste auf Vorder- und rechter Seite des Blocks
noch erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Zusammen gefunden mit vier anderen Blöcken eines Grabmals, von denen einer Reste einer
Reiterkampfdarstellung trägt.
Übersetzung:

Kommentar:
Ornamentierung und einzeilige Inschrift liefen allseitig um den Block, der nach Rekonstruktion von Gabelmann, a.a.O., S. 188
ursprünglich die zweite Etage des Grabbaus nach oben abschloß. Das erste Wort auf dieser Seite des Blocks war {em item}. Die
Rel
Literatur:
H. Gabelmann u. G. Alföldy, B.J. 173, 1973, S. 135ff., Abb. 4.

Seite 565/682
Inschriften ID: 1629 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) V(a)d{l}entinius / --,--,--.

Beschreibung:
Stelenfragment mit Resten einer Totenmahldarstellung. Rechts und links von der Inschrift und an
der Unterseite ein antiker Rand. Unterseite zwecks Anfügung an einen weiteren Stein bearbeitet.
Ritzlinien noch erkennbar. Rückseite grob behauen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Nach dem C wahrscheinlich noch Rudimente des Interpunktionszeichens. Noelke liest Vientinius, da das L nicht mehr vollständig
erhalten ist; ein I wäre denkbar, aber der Abstand zum folgenden E macht diese Lesung eher unwahrscheinlich. Vientinius bzw.
Ulen
Literatur:
P. Noelke, B.J. 174, 1974, S. 550, Nr.4, Abb.5.

Seite 566/682
Inschriften ID: 1630 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Ulentinius / --,--,--.

Beschreibung:
Grabrelieffragment; rechts und links erhalten, hinten und oben abgeschlagen; Unterseite auf
Anathyrose gearbeitet. Je ein Dübelloch mit Führungsleiste für Eisenklammern auf den beiden
Schmalseiten zwecks verklammerung eines anderen Blocks mit der Fortsetz
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das L nur z.T. erhalten; Abstand zum E erlaubt ein I nicht. Gentilicium bisher nicht belegt. Derselbe Stamm auch in Heddernheim
bezeugt: Ulenti(us).
Literatur:
P. Noelke, B.J. 174, 1974, S. 550ff., Nr. 4 liest C(aius) Vientinius; zu der hier vorgeschlagenen Lesart vgl. G. Grimm, Die Zeugnisse
ägyptischer Religion und Kunstelemente im römischen Deutschland. Études préliminaires aux religions orientales dans l###Emp

Seite 567/682
Inschriften ID: 1632 Inschriften Typ: Grabinschrift

[C(aius) ? V?]eratius (ai) f(ilius) / [--,--,--]b (?) Val(e)ns / [...] T A I I A mil(es) / XXI [rap]a(cis) ann(orum) / XXXV

sti(pendiorum) X [...] / h(eres) e(x) t(estamento) [f(aciendum) c(uravit)].

Beschreibung:
Oberer Teil einer Grabstele; links oben, rachts unten und unten abgebrochen. Fragment aus vier
Bruchstücken zusammengesetzt. Inschrift in einem profiliertem Feld, das wiederum eingerahmt
von zwei Rahmenleisten; diese oben nach innen abgerundet. Äußere Rah
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das ###E der ersten Zeile z.T. erhalten. [Direkt zitiert]" In der zweiten Zeile wollte der Steinmetz nach dem L ein A einmeißeln,
korrigierte den Fehler aber, nachdem er die linke Schräghaste bereits eiungehauen hatte und vollendete den Buchstaben zu einem
Literatur:

Seite 568/682
Inschriften ID: 1633 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Aus vier zusammenpassenden Fragmenten geklebtes Bruchstück einer Platte bzw. Stelenrestes;
oben, links oben und unten rechts abgebrochen. Schriftfeld gerahmt; Rahmung bildete oben
vermutlich einen halbrunden Abschluß.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Keine Publikation(?), im Inventarbuch überprüfen-
Literatur:

Seite 569/682
Inschriften ID: 1635 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]d{s}d{t}d{i}o / d(is) M(anibus)

Beschreibung:
Aschenkiste. Erhaltungszustand: mehrere Fragmente, ergänzt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
D M am Ende der Inschrift!
Literatur:
Eintragung im Inv.-Buch überprüfen!!!

Seite 570/682
Inschriften ID: 1638 Inschriften Typ: Grabinschrift

Vi[l]latius / et nati nost/ri kari coid{u}d{g}i / mei(!) sod{l}d{e}(!) d{t}[it]d{u}/lum d{p}ond{e}d{t}(!) / and{o}rum(!) /

XXX.

Beschreibung:
Der Grabstein ist teilweise stark beschädigt, die rechte untere Ecke fehlt. Der Stein ist aus einem
größeren und acht kleineren Fragmenten zusammengesetzt. Bei dem Stein handelt es sich
ursprünglich um einen Matronenaltar --- oben sind noch die Polster un
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Ursprünglich ein Matronenaltar, dann als Grabstein wiederverwendet. In der Nähe der hier
behandelten Inschrift wurde 1965 ein fränkisches Plattengrab mit römischen Spolien gefunden.
Vgl. B.J. 166, 196
Übersetzung:

Kommentar:
In der dritten Zeile ist vom V die linke Schräghaste, vom G ein Teil der unteren Rundung und der Punkt, in dem der Zirkel angesetzt
worden ist, vorhanden (die Punkte, die jeweils im O und zwischen den beiden Enden des C zu erkennen sind, waren Markierungs
Literatur:
Zum Heiligtum von Zingsheim: W. Sage, B.J. 164, 1964, S. 297ff.; H.G. Horn, in: Führer zu vor- und frühgeschichtlichen
Denkmälern 26 (Mainz 1974) S. 86ff; H. v.Petrikovits, B.J. 165, 1965, S. 192ff. Siehe zu dem Stein ferner: W. Piepers/M. Clauss,
BJB 176

Seite 571/682
Inschriften ID: 1639 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]li Ad[.] / [--,--,--]elsonius / [--,--,--]us immu/[nis ? --,--,--] h(eres) f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Rechter unterer Teil einer Platte, oben und linlks abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Erster Buchstabe der ersten er´haltenen Zeile ###E### oder ###L###. Nach ###D### ein Freiraum bis zum Bruch des Steines;
vielleicht hier ursprünglich kein Buchstabe. In der ersten Zeile evtl. Ende eines gentilicium (Gen. bzw. Dat.) und Anfang eines
cognomen; vielleic
Literatur:

Seite 572/682
Inschriften ID: 1640 Inschriften Typ: Grabinschrift

Virei[us ? --,--,-- Ve ?]/tusti f[--,--,--] / et Lic[--,--,--] / Grati f[--,--,--] / dom(o) Fo[--,--,--] / h (?) [--,--,--]

Beschreibung:
Linker oberer Teil einer Platte, rechts und unten abgebrochen: Inschrift in doppelt profiliertem
Rahmen; die sechste Zeile unterhalb des Rahmens.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Ende der ersten Zeile Rest einer Haste; vielleicht C, G, O, Q, T, V. Letzter Buchstabe der vierten Zeile entweder F oder E. In der
fünften Zeile das M in das O eingehauen. Steinabbruch in der Rundung des zweiten O. Der Stamm Vire- im gentilicium fast nur
Literatur:

Seite 573/682
Inschriften ID: 1645 Inschriften Typ: Grabinschrift

GaLIG{ne}utius / Gareccod{n}[is?] / sibi WT et WT Hris[--,--,--] / [--,--,--]d{I}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Rechteckiges Fragment eines Grabaltares; unten abgebrochen, rechts beschädigt. Giebel von
zwei flach ansteigenden Leisten gebildet mit einem Akanthusornament; in ein von der Randleiste
gebildetes Rechteck gestellt. Zwickel ebenfalls akanthusgeschmückt, an
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
200 m NNO von Schloß Rimburg im Acker [also nicht im direkten Bereich des vermuteten
Straßenüberganges über die Wurm, der meiner Erinnerung nach südlich der Rimburg
angenommen wird).
Übersetzung:

Kommentar:
"Die Giebelgestaltung ermöglicht die Datierung in das 2. Jahrhundert.---
Rüger las in der vierten Zeile ein T, doch ist nur der obere Rest einer senkrechten Haste erkennbar. Auffallend ist, daß links und
rechts dieser Haste das Schriftfeld unberührt schei"
Literatur:
C.B. Rüger in: Das Rheinische Landesmuseum Bonn. Sonderheft Januar 1976: Rheinische Ausgrabungen ###75 (1976) S. 68f.,
Abb. 59. - CSIR: III,2.12

Seite 574/682
Inschriften ID: 1646 Inschriften Typ: Grabinschrift

Ganeutius / Gareccon[is f(ilius)] / sibi et Hris[tae ?] / --,--,--.

Beschreibung:
Oberteil eines Grabsteins mit Palmettengiebel und Palmettenakroteren aus dem hellgrünen
Sandstein der Fundgegend (Rimburg). Auf den Seiten stilisierte Pflanzen mit Früchten und
Broten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zum sprachlichen Umfeld von Ganeutius: vgl. J.E. Bogaers u. M. Gysseling, Oudheidk. Meded. 52, 1971, 89ff.. Bei Garecconis ist
wegen des Platzes NI ligiert zu denken. Hris- vgl- Hristo bei Finke 303, dazu Weisgerber, Ubiernamen 146. J.E. Bogaers verdanke
Literatur:

Seite 575/682
Inschriften ID: 1647 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / Lupolo / $supset$ leg(ionis)WT h(eres) / f(aciendum)WT c(uravit).

Beschreibung:
Oben abgebrochene Grabstele mit gerahmtem vertieften Inschriftfeld.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Nummer bzw. Name der Legion sowie der Familienname des Centurio müssen in dem fehlenden Anfang der Inschrift gestanden
haben. In der letzten Zeile steht fehlerhaft E statt F. (Lehner)
Es ist ungewöhnlich, daß Lupulus nicht die Legion angibt, in der er di"
Literatur:
Galsterer-Nr. 235

Seite 576/682
Inschriften ID: 1653 Inschriften Typ: Grabinschrift

Dibus Man/ibus Valenti/nus [--,--,--] / Car[--,--,--]dodia / Valentina.

Beschreibung:
Rechteckige, sehr roh hergestellte Stele Oben in halbrund abgeschlossener Nische die rohe
Darstellung einer stehenden menschlichen Gestalt in einem weiten bis an die Knie reichenden
Rock mit Ärmeln, also wohl im keltischen Sagum. In der vor dem Körper gef
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
In einem fränkischen Grab.
Übersetzung:

Kommentar:
"Über den Vogel in der Hand des Verstorbenen auf römischen Grabmälern vgl. Schröder, BJ 108/09, 59f. Er ist zunächst wohl ein
Lieblingstier, hat aber wohl auch symbolische Bedeutung. Vgl. auch Lehner-Nr. 845.---
Lesung bei Lehner nachschlagen und mit Lamp"
Literatur:
Klein, BJ 93, 200ff.; Lehner glqq Skulpturen IIgrqq Taf. XXVI,6

Seite 577/682
Inschriften ID: 1656 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / sd{t}d{i}[p(endiorum) --,--,--].

Beschreibung:
Unregelmäßig ausgebrochenes Fragment. Linke antike Steinkante noch vorhanden. Neben der
Inschrift am Rand Reste eines Signumschaftes; erkennbar ist die Spitze mit Griffholz und unterer
Rand einer Phalera.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Erhalten sind nur noch Reste der ersten drei Buchstaben. (CSIR) ---
Von den Buchstaben 2 und 3 ist nur der untere Teil der senkrechten Hasten erhalten (kann das ganze nicht auch auf den Kopf
gestellt werden???)"
Literatur:
- CSIR: III,1.58

Seite 578/682
Inschriften ID: 1657 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / d{a}d{r}d{m}d{a}d{t}d{u}d{r}d{a} LIG{le}d{g}(ionis) d{I} d{M}(inerviae) d{o}d{b}d{i}d{t}d{o} / IuniaWT

MaternaWT coiux / coiiugiWT karissimoWT et / sibiWT viva / heredesWT f(aciendum)WT c(uraverunt).

Beschreibung:
Unterer Teil einer rechteckigen Platte, oben glatt abgeschnitten, hinten unvollständig. Auf beiden
Schmalseiten unvollständige Verzierungen (Rahmung und Sockel) wie von Altären, nicht ganz
erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Von der ersten Zeile sind nur die unteren Buchstaben erhalten. Zum Exerziermeister {em armatura} vgl. v. Domaszewski, B.J. 117,
S. 45, Nr. 53. Zur Zeitbestimmung der Inschrift Lehner-Nr. 611.
Literatur:
Klein, B.J. 93, 1892, S. 180ff., Nr. 34.

Seite 579/682
Inschriften ID: 1658 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]o defun(c)to / [--,--,-- ann]os XXXVIIII fecit / [--,--,--]ria d{F}ruenda / [coniu]gi $<$e$>$t sibi /

[vol]untaria.

Beschreibung:
Unterteil einer rechteckigen Platte, links abgebrochen, oben später abgeschnitten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Oberhalb der ersten Zeile noch der untere Rand der vorhergegangenen Zeile erkennbar. In Zeile 3 ist der erste Buchstabe von
FRVENDA ein F mit einer normalen senkrechten Haste und zwei kaum erkennbaren Querhasten, von denen die obere obendrein
schräg verlä
Literatur:
Klein, B.J. 93, S. 182f..

Seite 580/682
Inschriften ID: 1659 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / Vol(tinia tribu)WT Luco [mil(es)] / leg(ionis)WT $overline{I}$ vixit / annosWT XXXX / militLIG{av}itWT

LIG{ann}LIG{os} / XVWT hicWT s(itus)WT e(st).

Beschreibung:
Unterteil einer rechteckigen Stele, oben abgebrochen. In umrahmter, etwas vertiefter Fläche die
Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der 4. Zeile steht das S im O. Zur Heimat vgl. Lehner-Nr. 602, zur Truppe und Zeit Nr. 598.
Literatur:
Klein, B.J. 93, S. 184ff., Nr. 35; Siebourg, B.J. 107, S. 178,9.

Seite 581/682
Inschriften ID: 1718 Inschriften Typ: Grabinschrift

Viatorinus prot/ector mi(li)tLIG{av}it LIG{an}/nos triginta o/ccissus in bar/barico iuxta D/ivitia a Franco / Vicarius

Divitesi(u)m.

Beschreibung:
Tafel, am Unterrand und teilweise auf dem Schriftfeld abgeschlagen. Sehr nachlässige Schrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Abguss des Grabsteins des Viatorinus. glqq Z.2 a/nos ILS [2784]. Den Titel in der letzten Z. erklärte Mommsen CIL a.O. als
vicarius (tribuni) Divitesi(u)m. Um welche Einheit es sich bei den {em Divitenses} hier handelt, ist unbekannt (Hoffmann[,
Bewegun
Literatur:
Galsterer-Nr. 205

Seite 582/682
Inschriften ID: 1719 Inschriften Typ: Grabinschrift

Pudens / Volumni / C(aiae) libert(i) / h(ic) s(itus) e(st) / et Auctus / lib(ertus).

Beschreibung:
Rechteckige Stele. Über der eingerahmten Inschrift zwei aus einer Akanthusstaude nach den
Seiten ausgehende Blumenranken. Darüber ein spitzes Giebelfeld mit Blattornament. In den
Eckzwickeln je eine kleine Attisgestalt in der üblichen Trauerhaltung, daneb
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Die letzte Zeile steht außer der Umrahmung, die beiden letzten Zeilen, flüchtig geschrieben, sind offenbar erst nachträglich
zugefügt. Das Denkmal gehört dem 1. Jahrhundert an.---
(Entnahmezettel in Lap. 5 Sektor 1.05.05)"
Literatur:
E. aus###m Weerth, Wd. K. XI, Sp. 16; Klein, B.J. 93, S. 190ff.; Weynand, B.J. 108/09, S. 212, Nr. 144 u. Taf. V, 1; Lehner,
Skulpturen I, Taf. XI, 5. - CSIR: III,2.6

Seite 583/682
Inschriften ID: 1720 Inschriften Typ: Grabinschrift

Vellaunus Nonni / f(ilius) Biturix eques / ala Longiniana / turma L(uci) Iuli Reguli / an(norum) XXXVIII stipendio/rum

XVIII h(ic) s(itus) e(st). / Ex [t]d{e}stamento factu / curarunt L(ucius) Iulius Reg/ulus decurio et Macer Aspadi / f(ilius)

eiusde(m)

Beschreibung:
Rechteckige Stele. Oben in rechteckiger Vertiefung der Reiter nach rechts sprengend, gepanzert,
mit Helm, Reiterschwert an der rechten Seite, den Schild am linken Arm .Über der rechten
Schulter hält er die Standarte (vexillum) der ala, bestehend aus einer
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In Zeile 1 sind ONN miteinander verbunden. Auf der Bodenfläche der Stele ist eingerissen: L C T. Der Verstorbene, aus dem
Volksstamm der Bituriger, also ein geborener Gallier, wie auch sein und seines Vaters Name zeigen, war Standartenträger seiner
Trupp
Literatur:
Klein, B.J. 93, S. 186ff.; Ders. Wd. K. XI 1892, Sp. 65, Nr. 44; Lehner, B.J. 117, S. 279ff. und Taf. I; Ders., Skulpturen I, Taf.
VII,4; H. Gabelmann, BJB 172, 1972, S. 80; Alföldy, Hilfstruppen, S. 177, Nr. 36. - CSIR: III,1.12

Seite 584/682
Inschriften ID: 1728 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]ehi[s] / [--,--,--]us / --,--,--.

Beschreibung:
Bruchstück vom rechten Rand eines Weihaltars. Auf den übrigen Seiten abgeschlagen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Siehe BJ 1985.
Literatur:

Seite 585/682
Inschriften ID: 1768 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic iacet Meteriola mihi dul/cissima coniux, qui mecum / laborabit multis et pl(u)ribus a/nnis, que mihi fuit annus XXIII

/ coniux et annus VIII et me(n)ses / septe(m) et dies XVIII soror in Domin/o D(e)o nos(t)ro H(ie)su Chr(ist)o, qui mihi

tan/ti (h)abe

Beschreibung:
Rechteckige Platte, von einem großen Quader vorn abgeschlagen, überall Anschlußflächen für
weitere Quader.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Als Deckplatte eines Skelettgrabes.
Übersetzung:

Kommentar:
Die Inschrift ist, wenigstens in ihrem Anfang, metrisch beabsichtigt. "Meteriola" von Meterius, einem in spätrömischer Zeit
vorkommenden Namen. Die zahlreichen grammatischen Fehler weisen die Inschrift nicht vor das 5. Jahrhundert n.Chr. "Soror", die
gena
Literatur:
Klein, B.J. 93, S. 203ff; Bücheler, Anthologie I, S. 794; Kraus , Christliche Inschriften der Rheinlande, Nachträge zum I. Bd., S.
344, Nr. 310.

Seite 586/682
Inschriften ID: 1769 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucio)WT Metilio / P(ubli)WT f(ilio)WT Fab(ia tribu) veter(ano) / leg(ionis)WT overline{XX}$WT Sex(tus)WT /

Mad{e}cianus / T(iti)WT f(ilius)WT Lem(onia tribu)WT heres / faciendum / curavit.

Beschreibung:
Quaderförmige Grabstele, Giebel mit Blattrosette; in den Zwickeln links und rechts oberhalb des
Giebels Wellenbänder (Flatterbänder?). Unter dem Giebel gerahmte Inschrift, leicht eingetieft.
Untere Hälfte der Vorderseite leer, Schmalseiten unverziert. Let
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Galsterer und Lehner lesen in Z.4 {em Marcianus}.
Literatur:
Galsterer-Nr. 224; Klein, BJ 93, 198ff.; Weynand, BJ 108, 1909, 206 Nr.79

Seite 587/682
Inschriften ID: 1770 Inschriften Typ: Grabinschrift

RegtugnusWT MagiionisWT f(ilius) / SegontiliesesWT equesWT ad{l}a / Longiniana ann(orum)WT LWT aer(um)WT

XXII.

Beschreibung:
Rechteckige Stele, der obere Teil fehlt. Oben war in flacher Nische der Reiter, nach rechts
sprengend, das lange Schwert an der rechten Seite. Nur der untere Teil des Pferdes und die Beine
des Reiters sind erhalten, alles obere verloren. Darunter die eing
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Keltische Namen: Segontilieses, wohl statt Segontiliensis, bezieht man auf Segontia in Spanien, doch ist dies unsicher. Zur Truppe
und Darstellung vgl. Nr. 649. Die zweite Hälfte der letzten Zeile steht in einer Vertiefung, scheint also eine Korrektur ein
Literatur:
Klein, B.J. 93, S. 193ff.; Lehner, Skulpturen II, Taf. XVII,3. - CSIR: III,1.13

Seite 588/682
Inschriften ID: 1776 Inschriften Typ: Grabinschrift

[. E?]d{g}natio [..] / --,--,--.

Beschreibung:
Oberteil einer Stele, oben und links Rand erhalten, rechts und unten abgebrochen. Oben ein 21
cm hoher Fries mit schönen Akanthusranken, die von einem Mittelstrauch nach beiden Seiten
ausgehen. Daraus ist zu berechenen, daß rechts nur wenig fehlt und das
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
- CSIR: III,2.18

Seite 589/682
Inschriften ID: 1781 Inschriften Typ: Grabinschrift

AVRVIN[--,--,--] / d{F}VKDd{E}N[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Zwei Stücke einer größeren Platte, oberer und linker Rand erhalten, rechts und unten
abgebrochen. In der Mitte fehlt ein großes Stück. Oben ist in einer halbrund abgeschlossenen
flachen Nische dargestellt: links eine nach rechts gewendete stehende menschl
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lehner(?) las {em Aurvinu -- / F . Ukden ? -- -- -- /}. Die Buchstaben F und E in Zeile 2 bestehen beide nur aus einer senkrechten
und zwei kurzen waagerechten Hasten. Der untere Bereich der Zeile, der die für ein E notwendige dritte waagerechte Haste en
Literatur:
Kisa, Wd. K. XII, Sp. 100; Klinkenberg, B.J. 94, S. 151ff.; Lehner, Skulpturen II, Taf. XX, 2. - CSIR: III,1.21

Seite 590/682
Inschriften ID: 1785 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]ul[a?] / coniug[i] / piissim[o] / obito / f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Linke untere Ecke einer Platte, oben und rechts abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Vor VL in der ersten erhaltenen Zeile standen anscheinend keine Buchstaben[!]. Der Beginn des Frauennamens muß also in der
vorhergehenden Zeile gestanden haben.
Literatur:

Seite 591/682
Inschriften ID: 1786 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] underline{M}(anibus) / Aureunderline{l}(io) / Aristaene/to vet(erano) leg(ionis) / d{I} d{M}(inerviae)

[A]d{u}reliud{s} / underline{A}[ris]tide[s] / [m]i[l(es)] leg(ionis) / underline{I M}(inerviae) b(ene)f(iciarius)

[c]o(n)s(ularis) patd

Beschreibung:
"Aus zehn Bruchstücken zusammengeklebte Tafel. Ober über dem Ansatz der Protome
abgebrochen. Stark restauriert.---
Wo sind die Maße???"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Die unterstrichenen Buchstaben im CIL und von Lehner noch gelesen. Zu den aus dem Osten stammenden Soldaten der legio I M.
vgl. Galsterer-Nr. 208.---
Lesung am Stein überprüfen!"
Literatur:
Galsterer-Nr. 210; CBFIR 68.

Seite 592/682
Inschriften ID: 1788 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Liber(a)eWT Liberalis / fil(iae)WT pientissim(a)e / obit(a)eWT pater / fecit.

Beschreibung:
Dünne Grabstelle (plattenartig). Über der Inschrift Darstellung einer Mahlszene: Linke Figur
(Diener) weggebrochen, rechts eine Frau in einem Stuhl an einem mit Früchten gedeckten Tisch
(Beschreibung bei Lehner und im evtl. CSIR nachschlagen).
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 593/682
Inschriften ID: 1789 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Senecioni / limocincto / GeronWT filio / piissimo.

Beschreibung:
Rechteckige Grabstele. Über der Inschrift ein stilisierter Giebel mit Blattornament, der von den
Buchstaben D M flankiert wird. Darunter eine Girlande. Zwischen Girlande und Giebel ein nach
links umgekippter Volutenkrater mit Weintrauben(?). Darunter die
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Limocinctus Senecio als Sklave mit Filiationsangabe. Vater vermutlich auch Gemeindesklave; siehe Galsterer-Nr. 300.
Literatur:
Galsterer-Nr. 300

Seite 594/682
Inschriften ID: 1791 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) / Iul(ia)WT PrisWT/[c]a vivaWT / [s]iWT bi / fecitWT.

Beschreibung:
Aus mehreren Fragmenten bestehende gerahmte Inschriftenplatte, die linke untere Ecke fehlt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Galsterer-Nr. 408; Klein B.J. 96/97 S.160f.; Klinkenberg B.J. 108/09 S.134 Nr.74; Klinkenberg glqq Röm. Kölngrqq S.288

Seite 595/682
Inschriften ID: 1793 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--] / dec(urio) C(oloniae) [C(laudiae) A(rae) A(grippinensium)?] / Capitoniae [Ve ?]/rae coniuLIG{gi} he[res].

Beschreibung:
Rechteckiger Quader, oben Lagerfläche, rechts, hinten und unten abgeschlagen. Links als
Abschluß ein akanthusgeschmückter Pilaster, der auch auf der linken Schriftfeldseite erscheint.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden in der Nähe des Bahnkörpers.
Übersetzung:

Kommentar:
Der {em ordo decurionum} ist der Gemeinderat der Städte römischen und lateinischen Rechtes. Die Ergänzungen beruhen auf der
Lesung Freudenbergs, der den Stein noch vollständiger sah. Der Name des Ratsherrn muß auf einem oberen Quader gestanden
haben.
Literatur:
Freudenberg, B.J. 49, S. 189; Klein, B.J. 96/97, S. 160. - CSIR: III,2.50

Seite 596/682
Inschriften ID: 1802 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--] ClLIG{au}diu[s --,--,--] / [--,--,--]namu[s --,--,--] / [--,--,--]Nd{I}[.]d{A}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Auf allen Seiten abgeschlagener Stelenrest, oben Reste von Blattornament, darunter Randleiste
mit Querstreifen, darunter die Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Im Corpus: 2. Z.: NA . MVS, aber der vermeintliche Punkt ist nur eine zufällige Verletzung des Steins. (Lehner) ---
In den Buchstabenresten der letzten Zeile wollte Lehner {em [--,--,--]nie at [--,--,--]} lesen."
Literatur:
KLein, B.J. 101, S. 175f.. - CSIR: III,2.15

Seite 597/682
Inschriften ID: 1812 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius)WT MariusWT L(uci)WT f(ilius)WT Vol(tinia) / Luco AugustoWT eques / leg(ionis)WT $overline{I}$WT

annor(um)WT XXXWT stipen(diorum) / XVWT h(ic)WT s(itus)WT e(st)WT Sex(tus)WT Sempronius / fraterWT

facien(dum)WT curavit.

Beschreibung:
Rechteckige Stele, ganz erhalten. Oben in einer bogenförmig überwölbten, flach gerundeten
Nische das Bild des Verstorbenen zu Pferde, nach rechts sprengend, im Panzer, worauf die
Phalerae dargestellt sind, ohne Helm, ohne Schwert, mit Stiefeln, am linken
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Namengebung (ohne cognomen) und Truppe vgl. Lehner-Nr. 598. "Lucus Augustus" ist die Hauptstadt der Vocontier in Gallia
Narbonensis, zur tribus Voltinia gehörig, jetzt Luc en Diois. Der Bruder hat einen anderen Familiennamen, er war also entweder Stie
Literatur:
Freudenberg, B.J. 53/54, S. 182ff. und B.J. 55/56, S. 180f. mit Taf. V,1; Siebourg, B.J. 107, S. 177,8; Weynand, B.J. 108/09, S. 206,
Nr. 76; Steiner, B.J. 114/115, Taf. I,6 und S. 49,20 und 74, 20; Lehner, Skulpturen I, Taf. VII,1. - CSIR: III,1.16

Seite 598/682
Inschriften ID: 1813 Inschriften Typ: Grabinschrift

ValeWT Luci.

Beschreibung:
Unterteil einer rechteckigen Stele, oben abgebrochen. Unten die Inschrift. Darüber in
rechteckiger Vertiefung Riemengerüst der {em phalerae}; offenbar in der üblichen Anzahl von
neun Stück dargestellt, davon nur sieben erhalten. Dargestellt sind: von li
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zu den Auszeichnungen vgl. Steiner, a.a.O..
Literatur:
Freudenberg, B.J. 49, S. 190; ders, B.J. 55/56, S. 179, Taf. v,2; Lehner, Skulpturen I, Taf. III,2; P. Steiner, B.J. 114/115, Taf. I,8, S.
14ff.. - CSIR: III,1.56

Seite 599/682
Inschriften ID: 1817 Inschriften Typ: Grabinschrift

LIG{Me}llonia / PeregriLIG{na} / viva / [s]ibiWT f(aciendum)WT c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckiger Grabstein, unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Freudenberg, B.J. 53/54, S. 181.

Seite 600/682
Inschriften ID: 1824 Inschriften Typ: Grabinschrift

T(ito) Carisio T(iti) f(ilio) Vo[l(tinia)] / Alba vet(erano) ex leg(ione) I / h(eres) ex t(estamento) f(aciendum) c(uravit) et /

Manertai Musici f(iliae).

Beschreibung:
Rechteckige Platte, wohl ganz erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Unter "Alba" ist Alba Helvia in Gallia Narbonensis zu vestehen, welches zu tribus Voltinia gehörte. Die legio I (Germanica),
unmittelbar nach der Niederalge des Varus gegründet, lag von 9 n. Chr. bis in die Zeit des Tiberius in Köln, dann kam sie nach Bon
Literatur:
Lersch, Rhein. Provinzialblätter 1839, Nr. 73, S. 227 und C II, 39; Brambach, ClRh. 493; Siebourg, B.J. 107, S. 179, Nr. 13.

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Inschriften ID: 1834 Inschriften Typ: Grabinschrift

Hic requ[i]/iscit in / [pace . . . . ] / dis vi/xit ov/it an/nus I/XXXX.

Beschreibung:
Rechteckige Stele, in zwei Stücke zerbrochen. Rand überall erhalten, aber vorn ein Stück
ausgebrochen. Anscheinend aus einem alten antiken Altar zurechtgehauen, oben hinten noch eine
Erhöhung wie von einer Basis eines früheren Altars.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Endung des Namens {em dis} in der vierten Zeile läßt auf eine FRau schließen. Z.5/6 scheint {em ovit} für {em obiit} zu
stehen. Doch ist es unsicher. Die Buchstabenformen sind aus {em Skulpturen II} ersichtlich.
Literatur:
Bendermacher, B.J. 50/51, S. 106; Le Blant, Nouveau recueil Nr. 67; Kraus, Christliche Inschriften, Nr. 268; Lehner, Skulpturen II,
Taf. XXXIV, 2.

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Inschriften ID: 1835 Inschriften Typ: Grabinschrift

H(ic) req(uiescit) in / pace Li/befri/dus / viss/is an/nus / X / X 7 IX.

Beschreibung:
Kleine unregelmäßige Stele, oben abgebrochen, sonst glatt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Zeilen sind vorliniert. "vissis" soll "vixit" heißen. Die typographisch nicht wiederzugebenden Buchstabenformen sind aus der
Abbildung in "Skulpturen II" zu ersehen.
Literatur:
Bendermacher, B.J. 50/51, S. 104; Le Blant, Nouveau recueil 69; Kraus, Christliche Inschriften der Rheinlande I, Nr. 271; Lehner,
Skulpturen II, Taf. XXXIV, 1.

Seite 603/682
Inschriften ID: 1839 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]d{i}tuga[--,--,--] / [--,--,--]atern[--,--,--] / [--,--,--] vivo [--,--,--] / [--,--,--]artieWT d{O}} oder {em d{C}} oder

{em d{Q}[--,--,--] / [--,--,--]d{a}ld{l}ista [--,--,--] / [--,--,--]fund{c}[--,--,--] / -

Beschreibung:
"Rechteckiger Quader, oben und unten vollständig, rechts und links nachträglich glatt gehauen,
hinten unregelmäßig abgeschlagen. Oben ein gesimster Rand.---
Allseitig abgeschlagener rechteckiger Inschriftblock; Beschreibung Lehners überprüfen!"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lehner las: {em [T]atugan[io?] / [P]atern[o?] / vivo / [M]artie C / allista[e] / [de]func[tae].} glqq Die Ergänzung der Namen sind
beispielsweise.grqq
Literatur:
Freudenberg, BJ 33/34, 197.

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Inschriften ID: 1853 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucius) Magius L(uci) / Ouf(entina) Dubius / LIG{Me}diolani mil(es) / leg(ionis) I F(laviae) M(inerviae) p(iae) f(idelis)

D(omitianae) ar/morLIG{um} custos 3 / LIG{Au}fidi Martialis / aLIG{nn}(orum) XXXI stip(endiorum) XIII / h(eres)

f(aciendum) c(ur

Beschreibung:
Rechteckige Stele, oben Giebel mit Rosette, von der aus Blätter die Ecken füllen; die Zwickel
oben sind mit ähnlicher Verzierung gefüllt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die legio I Minervia wurde von Domitian höchst wahrscheinlich schon 83 n. Chr. gegründet, daher die Beinamen "Flavia
Domitiana". Die Ehrentitel "pia fidelis" erhielt sie 89 n. Chr. . Den Namen "Flavia Domitiana" legte sie 96 nach dem Tode und der
Ächtung
Literatur:
Freudenberg, B.J. 57, 1876, S. 70; Lehner, Skulpturen I, Taf. III,4. - CSIR: III,1.52

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Inschriften ID: 1857 Inschriften Typ: Grabinschrift

Ti(berio) WT Iul(io) WT Tertio / pictori / h(eres) WT e(x) WT t(estamento) WT f(aciendum) WT c(uravit).

Beschreibung:
Oberer Teil einer Grabstele, unten abgebrochen. Inschrift vollständig erhalten. Reliefschmuck
auf beiden Seiten der Vorderseite: Pilasterdarstellung mit verzierter Architravleiste. Giebel mit
großer Rosette; Zwickel mit breitblättrigen Akanthuszweigen. Sc
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das I in der ersten Zeile kleiner als alle anderen Buchstaben, das O eher oval --- im Gegesatz zu seiner Form in der zweiten Zeile.
Die erste Zeile gibt am Ende nicht mehr für den Steinmetz genügend Platz; demnach der Rahmen und die Verzierung zuerst ange
Literatur:
- CSIR: III,2.9

Seite 606/682
Inschriften ID: 1859 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Bruchstück aus dem rechten Mittelteil eines Granbsteins aus Lothringer Kalkstein.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Der Legionssoldat war Angehöriger der Tribus Galeria und stammte aus Lugdunum /Lyon. Der Zeitstellung des Grabsteins nach
müßte er zur legio V Alaudae oder XV Primigenia von Vetera I gehört haben.
Literatur:
G. Rupprecht, Rgein. Ausgr. ###76. Das Rhein. Landesmus. Bonn, Sonderh. Januar 1977, 110f..

Seite 607/682
Inschriften ID: 1860 Inschriften Typ: Grabinschrift

Crisd{p}[inio ?] / Qd{u}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer Platte (Stele?), rechts und unten abgebrochen. Linker Rand beschädigt.
Oben Giebelrest mit Blattschmuck.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das V in der zweiten Zeile nur teilweise erhalten. Links vom C bzw. Q wohl keine weiteren Buchstaben. Die Giebelspitze sowie der
senkrecht nach unten laufende Blattschmuck sind Kriterien zur Bestimmung der Steinmitte. Die Ergänzung des {em gentilicium} C
Literatur:
- CSIR: III,2.25

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Inschriften ID: 1864 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uintus)WT Severius / Vitali[s] / Ad{g}d{r}d{i}d{p}d{p}(inensis?) d{e}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Oberes Ende einer rechteckigen Platte, unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Galsterer liest die letzte Zeile {em Agd{r}ipp[in(ensis)]}.
Literatur:
Galsterer-Nr. 305; Schwörbel B.J. 73 S.60; Klinkenberg glqq Römisches Kölngrqq S.360

Seite 609/682
Inschriften ID: 1872 Inschriften Typ: Grabinschrift

PX / [hic pa]usat Asp[adius] / [qui vi]xit an[nos -- --].

Beschreibung:
Stück einer Platte, nachträglich vierkantig zurechtgehauen. Über der Inschrift Rest einer
Verzierung, in deren Mittelrosette das Monogramm Christi. Daneben links eine Volute.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zu Ergänzung Asp[adius] vgl. CIL XIII 8094; Asp[asius] vgl. CIL XIII 11207. 11441. Auch Asp[er] wäre denkbar.
Literatur:
P. Wolters, B.J. 69,1883, S. 48, 5 u. Taf. VII, 5; Lehner, Skulpturen II, Taf. XXXVI, 6; Finke Nr. 277

Seite 610/682
Inschriften ID: 1873 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]icio / [--,--,--]uco / [--,--,--]ania / [--,--,--]WT etWT fil. / [--,--,--]tina.

Beschreibung:
Rechter Rand einer Inschriftplatte, oben, links und unten(?) abgeschlagen; nach Lehner nur links
abgeschlagen, ansonsten Rand erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Im Corpus steht noch am Anfang von Z. 1 ein P und es wird vermutungsweise [Sul]picio ergänzt. Doch ist von dem P keine Spur zu
sehen.
Literatur:
Asbach B.J. 66 S.79

Seite 611/682
Inschriften ID: 1874 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Aelia Arvania / viva sibiWT et Simpli/cinioWT VictoriWT $supset$ (centurioni) / leg(ionis)WT IWT

M(inerviae) et IIIWT Par/thicaeWT coniu/giWT pientissimo / fecit.

Beschreibung:
"Rechteckiger Quader, an den Kanten etwas bestoßen, sonst vollständig.---
Hinten nur grob behauen; an der Rückseite oben Klammerspur, vielleicht von einer Befestigung
vor einer Wand."
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Eingangsformel vgl. Nr. 608. Die {em legio III Parthica} wurde erst unter Septimius Severus (193-211) errichtet und lag in
Mesopotamien. Da der Verstorbene offenbar zuerst in ihr, dann in der {em legio I Minervia} in Bonn {em centurio} war, so fäll
Literatur:
Wolters, B.J. 69, S. 45 und Taf. VII,1; Klein, Bonn. Winckelmannsprogr. 1888, S. 39, Nr. 8.

Seite 612/682
Inschriften ID: 1935 Inschriften Typ: Grabinschrift

Tetulo Ursicin[i].

Beschreibung:
Glatt abgelaufene Oberfläche, geringfügige Beschädigungen besonders an der oberen linekn
Ecke. Rechte untere Ecke fehlt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Ein christlicher Grabstein.
Literatur:
J. Hagen, Germania 14, 1930, S. 103.

Seite 613/682
Inschriften ID: 1953 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / C(aius, -o, -i) WT V[--,--,--] / Pla[--,--,--] / LIG{Te}ss[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Fragment einer Grabplatte, rechts und unten abgeschlagen. Evtl. identisch mit einer
Nesselhauf-Nr. (bei Lehner BJ 135, 1930 nachschlagen!).
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Am Ende von Zeile 2 evtl. noch Rest von einem S.
Literatur:

Seite 614/682
Inschriften ID: 1966 Inschriften Typ: Grabinschrift

+ Hi(c) requi/iscit in pa/ce Pule[ . ]/aldus c(arus) / paren[tibus] / vixsit / [ . . ] oct[ober ?

Beschreibung:
Bruchstück einer wahrscheinlich rechteckigen Platte, rechts und links abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der dritten Zerile ist nach Pu jetzt ein Punkt also Pule.aldus, doch zweifele ich an dessen Ursprünglichkeit, da erganz neu
eingebohrt aussiecht.
Literatur:
Lehner, Führer I, S. 220f; ders., Skulpturen II, Taf. XXXV,4.

Seite 615/682
Inschriften ID: 1967 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / princepsWT IIWT leg(ionis)WT XIIII / Gem(inae)WT an(nos)WT LXIIII stip(endia) / XLVI milit(aria)WT XVIWT

cura/toriaWT veLIG{te}ran(orum)WT IIII / evocativa III.

Beschreibung:
Teil einer rechteckigen Stele, oben und unten abgeschnitten, die Seiten zu einem Gesims
ausgearbeitet. Der obere Teil der Inschrift und vermutlich darüber das Bild sind verloren. Zu
beiden Seiten der Inschrift scheint eine breite Zierleiste gewesen zu sei
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Gefunden in den Ruinen der Michaelskapelle.
Übersetzung:

Kommentar:
Der {em princeps secundus} ist der {em centurio} der 2. Centurie der 2. Cohorte der Legion. Die {em legio XIV} stand von
Augustus bis Claudius und später nochmals 70-90 in Mainz. Der Verstorbene hatte 46 Dienstjahre, davon 16 als Gemeiner, 4 als
{em c
Literatur:
Haupt in Brewers vaterländ. Chronik II fasc. 10 (1826), S. 582; Joh. Aug. Klein, Programm des Gymnasiums zu Coblenz, 1827, S.
31 und 1828, S. 32; Orelli, 3460. 4968; Lersch, C. III 91; Brambach, ClRh. 717; Steiner, Codex 940; v. Domaszewski, N. Heidelber

Seite 616/682
Inschriften ID: 1979 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / Flav[i--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Linker oberer Teil eines Grabsteins, unten und rechts abgebrochen. Buchstaben in den Stein
eingeritzt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Wiederverwendung als Baustein.
Übersetzung:

Kommentar:
Eine schräg nach unten laufende Querhaste beim L. Keine Querhaste beim A, linke Schräghaste etwa in der Mitte der rechten
angesetzt.
Literatur:
H. Borger, F.W. Oediger, Beiträge zur Frühgeschichte des Xantener Viktor-Stiftes. Rheinische Ausgrabungen 6 (Düsseldorf 1969),
S. 11ff..

Seite 617/682
Inschriften ID: 1981 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Ve]ratio Iu[--,--,--] / [--,--,--]tatiae V[--,--,--] / [--,--,--] Vera[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
"
Oberer Teil eines Grabsteins; rechts, links, unten und hinten abgeschlagen. In sechs Teile
zerbrochen. Inschriftenfeld nach oben von einer Zeileiste begrenzt. Ein Dübelloch auf der
Rückseite; vielleicht der Stein in einen Grabbau eingefügt."
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das V in der ersten Zeile z.T. erhalten. Erster erhaltener Buchstabe der zweiten Zeile H, I, M, N oder T. Dritter und vierter nur
teilweise erhalten. Das in der dritten zeile z.T. erhaltene nomen ermöglicht die Ergänzung des der ersten Zeile; es handelt s
Literatur:

Seite 618/682
Inschriften ID: 1983 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Oberer Grabsteinteil; unten, rechts, links und hinten abgebrochen. Über der Inschrift Reste vom
Giebelschmuck mit Blattrosette. Über der rechten Giebelschräge ein Palmettenakroter.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 619/682
Inschriften ID: 1984 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / Ru[finae?] / R[--,--,--] / coiux / karisimus / memoria / facere qu(ae) / vixsit / anos XXVI.

Beschreibung:
glqq Der Stein war ursprünglich in zwei Teile zerbrochen. Er besteht aus braunem[?] Sandstein,
wobei in der rechten oberen Ecke ein großes Stück ziemlich exakt herausgeschlagen wurde.
Auch auf den Schmalseiten sind größere Bereiche des Steins nicht mehr
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lesung nach Manuskript Franke.
Literatur:
Manuskript Franke; W. Schmitz in: J. Engemann / C.B. Rüger (Hg.) glqq Spätantike und Frühes Mittelaltergrqq (Köln/Bonn 1991)
129f. Nr.,43.

Seite 620/682
Inschriften ID: 1999 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) Sulpicius Heraclida / sibi et / C(aio) Sulpicio Hygino patrono usw.

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:
"gefunden vom verstorbenen Prof. Od.(?) Clarson" (Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
Lesung nach Inv.-Ausdruck!
Literatur:

Seite 621/682
Inschriften ID: 2000 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Luviae Vernac usw.

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lesung nach Inv.-Ausdruck!
Literatur:

Seite 622/682
Inschriften ID: 2001 Inschriften Typ: Grabinschrift

LTREFF/S.LIBERTA usw.

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lesung nach Inv.-Ausdruck!
Literatur:

Seite 623/682
Inschriften ID: 2002 Inschriften Typ: Grabinschrift

D...M / CORNELI... / ARVILINO... usw.

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lesung nach Inv.-Ausdruck!
Literatur:

Seite 624/682
Inschriften ID: 2003 Inschriften Typ: Grabinschrift

G.LII.. / O..

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lesung nach Inv.-Ausdruck!
Literatur:

Seite 625/682
Inschriften ID: 2004 Inschriften Typ: Grabinschrift

...ENS.V.P.

Beschreibung:

Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Lesung nach Inv.-Ausdruck!
Literatur:

Seite 626/682
Inschriften ID: 2012 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]nd{i}[--,--,--] / [--,--,--]rind{e}[--,--,--] / [--,--,--]ud{g}d{i}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Allseitig abgebrochenes Fragment, evtl. einer Grabinschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Z.3 evtl. {em [coni]ugi}.
Literatur:

Seite 627/682
Inschriften ID: 2026 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]d{e}d{r}ius / [--,--,--]abatiWT / [--,--,--]oWT Fir/--,--,--.

Beschreibung:
Fragment eines Grabsteines(?), oben, links und unten abgeschlagen, rechte Nebenseite mit
Baumdarstellung. Schriftfeld gerahmt.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Unter der letzten lesbaren Zeile noch oberer Rand einer senkrechten Haste am Zeilenende.
Literatur:

Seite 628/682
Inschriften ID: 2034 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]Nd{E}d{I}Ad{T}AR / [--,--,--]aeWT Prim/[--,--,--]atribusWT / [--,--,--]functisWT / [--,--,--]d{I}WT

her(es) f(ecit)WT.

Beschreibung:
Fragment einer Inschrift, rechts und unten teilweise erhalten, links und oben abgeschlagen;
Inschriftenfeld gerahmt. An rechter Nebenseite Lehner- oder Inv.-Nr. übermalt!
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Erste Zeile unklar; zweiter Buchstabe E, F, B oder P; am Anfang der letzten Zeile senkrechte Haste (I oder rechte Haste von M).
Literatur:

Seite 629/682
Inschriften ID: 2038 Inschriften Typ: Grabinschrift

Beschreibung:
Schichte oben abgebrochene Stele (wohl Grabstele) mit extrem verwitterter Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Keine Lesung möglich! Prüfen mit Galsterer!
Literatur:

Seite 630/682
Inschriften ID: 2045 Inschriften Typ: Grabinschrift

d{L}oud{b}a[.]asd{t}d{i}[.] / Nasi f(ilia) Ubia h(ic) d{s}(itus) [e(st)] / Q(uintus) Cornelius Q(uinti) d{f}(ilius) / [.]AL

coniugi sua[e].

Beschreibung:
Grabstele, oben abgebrochen. Über der Inschrift Rest einer eingetieften Nische; Darstellung nicht
mehr erkennbar.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Z.1/2: Rekonstruktion des Namens der Verstorbenen unklar. Z.4: tiefe Beschädigung im Stein, vom Steinmetzen beim Einarbeiten
der Inschrift beachtet.
Literatur:

Seite 631/682
Inschriften ID: 2046 Inschriften Typ: Grabinschrift

[I]d{n} hoc t$<$o$>$molus requies / NAMMACHELDOFRIDd{A} usw.

Beschreibung:
"Abguß eines rechtechigen Grabsteines, ober- und unterhalb der Inschrift Ritzlinie als
Begrenzung, unter der Inschrift wagenradartige Verzierung.---
Der Stein datiert aus dem frühen Mittelalter und gehört damit nicht zum Katalogbestand!"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
Pfarrkirche
Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
J. Engemann / C.B. Rüger (Hg.) glqq Spätantike und Frühes Mittelaltergrqq (Bonn 1991) 127 Nr.,42; Manuskript Franke.

Seite 632/682
Inschriften ID: 2058 Inschriften Typ: Grabinschrift

Iulius / Lucius / Servius.

Beschreibung:
Kleine Grabstele. In einer tiefergelegten Nische ist der Verstorbene als Togatus mit Schriftrolle
in der linken Hand dargestellt. Eventuell trägt der Verstorbene einen Kranz und hält in der Hand
eine {em mappa}?
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Bei dem Stein handelt es sich vermutlich um eine Fälschung. In Zeile 2 Buchstabengrößen sehr verschieden. Zeile 3 Form des R mit
barock geschwungener Schräghaste verdächtig. Namensform sehr verdächtig. Das I in Servius kleiner. Name weist auf Fälschung h
Literatur:

Seite 633/682
Inschriften ID: 2063 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / M(arcus) Verecundia/niud{s} Vid{c}d{t}or Ve/d{r}[e]d{c}undo Men/[.]d{i} d{f}ilio d{p}d{a}tri

ca/rid{s}sd{i}mo.

Beschreibung:
"Keine Beschreibung im CSIR??? (nachschlagen!)---
Rechteckige dünne Grabstelle (plattenartig), aus drei Teilen geklebt. Unten abgebrochen. Über
der gerahmten Inschrift Darstellung eines mit Akanthusblatt gefüllten Giebels. Blattverzierung in
den Zwickeln."
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der vierten Zeile {em Men} oder evtl. {em Min}. Der Vater noch ein {em peregrinus}, der Sohn schon im Besitz des römischen
Bürgerrechts; vielleicht durch die Konstitution 212 n.Chr. dieses erhalten. Aus dieser Zeit wohl auch der Stein. Die gallische
Literatur:
Lehner, B.J. 139, 1934, S. 181. - CSIR: III,2.10

Seite 634/682
Inschriften ID: 2066 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]N[--,--,--] / [--,--,--]elid{n} / prae(fectus ?) coh(ortis) II / qLIG{ue}m genuid{t} / terra /

MLIG{au}retaLIG{ni}a / p(eregrina ?) obruit / terra.

Beschreibung:
Unterteil einer rechteckigen Stele, die wohl ursprünglich aus zwei Quadern bestanden hat, deren
oberer fehlt. Die Oberfläche ist zerfressen, die oberen Ecken bestoßen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Buchstaben der sehr verwitterten Inschrift sind in moderner Zeit mit schwarzer Farbe ausgefüllt. Am Ende von Z.4 ist das glqq
tgrqq von glqq genuitgrqq noch erhalten. Die Ergänzung {em p(eregrina)} stammt von Lersch. Die cohors ist nicht genaue
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 106; Lersch, C. II 35; Overbeck, Kat. 109; Brambach, ClRh. 163; Hettner, Kat. 100.

Seite 635/682
Inschriften ID: 2067 Inschriften Typ: Grabinschrift

[ -- -- -- -- -- -- ] / Tib(erius) Iul(ius) Car/etis f(ilius) Sdeb/das domo / Turo missi/cius ex coh(orte) / Silau[ . ]nens/iu(m)

h(ic) s(itus) e(st) Tib(erius) Iul(ius) / Antus f(aciendum) c(uravit) / et Primigeni[a] / lib(erta) eius anno(rum) / III h(ic

Beschreibung:
"Rechteckige Stele, oben scheint ein fächer- oder strahlenartig verzierter Bogen gewesen zu sein.
Darunter die Inschrift.---
Rechte untere Ecke und Unterteil unterhalb des eingetieften Schriftfeldes weggebrochen. Im
oberen Bereich zieht sich quer durch de"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die oberste Zeile auf einer Leiste, die acht folgenden in Umrahmung, die drei untersten offenbar später nachgetragen. Die ganze
Inschrift ist sehr verwittert. Die erste Zeile ist ganz unklar, doch halte ich sie nicht für unecht. glqq Caresgrqq $=$ grie
Literatur:
Fiedler, B.J. 23, S. 81ff.; Urlichs, B.J. 25, S. 26; Lersch, C. III 280; Brambach, ClRh, 230; Hettner, Kat. 101. - CSIR: III,1.47

Seite 636/682
Inschriften ID: 2068 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Silvano] d{L}[oup]underline{i f(ilio) T}red{v}[er(o)] / [eq(uiti) ala Vocont(iorum) a]underline{n(norum) X}[XX] /

[stip(endiorum) XII et] underline{v}[ivis Pri]underline{ma}[e] / [sorori ei]underline{u}[s hered(i) f(aciendum)

c(uravit)] / underli

Beschreibung:
Rechteckige Stele, die ganze Vorderseite stark verwittert, zum Teil abgeschlagen. Oben das
Totenmahl in halbrunder, conchenartig überwölbter Nische. Der Verstorbene auf der Kline, das
Gesicht geradeaus gerichtet, hält in der Linken einen Becher. Die Recht
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Loupus ist ein keltischer Name. Zu den Treverischen Reitern vgl. Nr. 654. Die {em ala Vocontiorum} wird identisch sein mit der
{em ala Augusta Vocontiorum}, die in Britannien stand. Die Inschrift ist unklar abgefaßt. Da Lebensalter und Dienstzeit des Si
Literatur:
Nachrichten über die zu Cleve gesammelten Altertümer, S. 48; Lersch, C. II 54; Overbeck, Kat. 90; Brambach, ClRh. 161; Hettner,
Kat. 102; Bücheler, Coniectanea Latina, Greifswald 1868, S. 14ff. und Anthologie 1006; Lehner, Skulpturen II, Taf. XVII, 4. -
CSIR: III,1.22

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Inschriften ID: 2069 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--e]d{q}(ues) alaWT L[onginiana? --,--,--] / [--,--,--] AtissaeWT a[nn(orum)? --,--,--] / [--,--,--

st]ip(endiorum)WT XIII.

Beschreibung:
Rest einer Stele, oben links und rechts verstümmelt und zu späterer Verwendung zu einem
Gesims zugehauen, der untere Rand der Inschrift ist erhalten, aber die Stele ging natürlich auch
unten ursprünglich noch weiter. Auf der rechten Schmalseite drei Roset
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Man bezieht das Bruchstück wohl mit Recht auf die {em ala Longiniana} (vgl. dazu Lehner-Nr. 649). In der 2. Zeile {em Atissae}
ein keltischer Name.
Literatur:
Brambach, ClRh. 498; Hettner, Kat. 103.

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Inschriften ID: 2070 Inschriften Typ: Grabinschrift

-- -- -- e]x c[oh(orte)] / [I T]rhaecum / ann(orum) WT LIG{XXX} WT stip(endiorum) / VIII WT h(ic) WT s(itus) WT e(st)

WT / Mucasius WT f(ratri) WT p(osuit) WT.

Beschreibung:
Unterteil einer rechteckigen Stele, oben abgebrochen. Die Inschrift war eingerahmt. Unten ein
Pinienzweig mit zwei Früchten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
"Den Arbeitern wurden für den Transport dieses Steines 20 Sgl gezahlt." (Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
In der obersten Zeile ist der Rest des c von "coh(orte)" sicher. Vor "Trhaecum" hat noch ein Buchstabe Platz, da stand also die
Nummer. Vermutlich war es die cohors I Thracum, welche Plinius der Ältere befehligte, der sicher ein Kommando in Germania
infer
Literatur:
Lersch, C. III 149; Overbeck, Kat. 2; Brambach, ClRh, 489; Hettner, Kat. 104. - CSIR: III,1.41

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Inschriften ID: 2071 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / SuperiniWT Roma/niWT $supset$,(centurionis)WT proLIG{te}ct(orum)WT d(omini) d{n}(ostri) /

underline{F}lorentinaWT Aunderline{e}/underline{ta} d{c}oniugi ka/underline{rissi}mo underline{obito} /

underline{e}[t sibi vivae fecit?

Beschreibung:
Drei aneinanderpasende (nicht geklebte) Fragmente einer Inschriftplatte. Zu Lehners Zeiten
offensichtlich noch in einem Stück.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
glqq Vom Goldarbeiter Aldenkirchen in Cöln gekauft.grqq (Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
"Lehner ergänzt am Anfang eine Zeile mit {em D(is) M(anibus)}. Die unterstrichenen Buchstaben von Lehner noch gelesen.---
Lesung Galsterer: {em Superini Roma/ni $supset$ (centurionis) protect(oris) d(omini) n(ostri) / Florentinia Ad{e}/underline{ta c"
Literatur:
Galsterer-Nr. 204; Overbeck, Kat. 17; CIRh 318; Hettner, Kat. 105; Klinkenberg B.J. 108/09 S.142; Klinkenberg, Röm. Köln S.271

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Inschriften ID: 2072 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uintus)WT Petro[ni]d{u}s / Q(uinti filius)WT Anied{n]sis / Rufus h(ic) s(itus) e(st) / parum felix / d{m}ilitiae.

Beschreibung:
Aus fünf Bruchstücken zusammengesetzter Quader. Oben und unten glatte Fläche, rechts und
links abgebrochen. Die eingerahmte, als tabula ansata behandelte Inschriftenplatte wurde von
zwei geflügelten Eroten gehalten; von dem rechts ist noch Kopf und rechte
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Es muß sich um einen Bürgersoldaten handeln (Angabe der tribus), der schon das Cognomen führte, aber sicher noch dem 1. Jhdt.,
höchstwahrscheinlich noch der vorflavianischen Zeit angehörte. Also vielleicht ein Angehöriger der legio I Germanica, der auf e
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 59; Lersch, C. II 44; Overbeck, Kat. 92; Brambach, ClRh. 523; Hettner, Kat. 106; Lehner, Skulpturen II, Taf.
XVI, 2. - CSIR: III,1.60

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Inschriften ID: 2073 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is) --,--,--] M(anibus) / R[--,--,--]CI WT / od{p}d{t}o WT sd{i}d{t} md{i}d{h}d{i} d{t}er(r)a WT levis WT sti(pendia)

WT XXVI WT fd{e}c[it].

Beschreibung:
Zwei Bruchstücke eines riesigen, ursprünglich wohl rechteckigen Quaders. Erhalten ist nur der
untersteTeil der Inschrift und Reste des unteren und rechten Randes, vielleicht auch der linke
Rand. Oben abgebrochen und auch auf dem erhaltenen Teil ein großer
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
"Angekauft vom Ackerer Kruse für 3 Thlr; Transportkosten betrugen 20 Sgr." (Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
Die Angabe der Dienstzeit scheint nachträglich (nach dem Tode) hinzugefügt, nachdem der Soldat das Denkmal bereits bei seinen
Lebzeiten errichtet hatte.
Literatur:
Braun, B.J. 17, S. 105; Overbeck, Kat. 104 a; Brambach, ClRh. 459; Hettner, Kat. 107.

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Inschriften ID: 2074 Inschriften Typ: Grabinschrift

GRIECHISCHER TEXT, aus Lehner zunächst nachtragen!!

Beschreibung:
Rechteckige Stele, rechte untere Ecke und rechte Seite bestoßen. Oben in einer mit kleinem
Giebel bekrönten Nische ein nach rechts schreitender Hund. Darunter die Inschrift in
griechischen Hexametern, deren rechtes Ende beschädigt ist. Auf der Rückseite s
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Inschrift ist zum Teil fehlerhaft: so steht statt (DELTA) immer (LAM.): Z.4 in (DAMASSEN), Z.7 (ENTHADE) und wohl auch
inb Z.3 (DÄMOI). Dagegen steht nicht, wie behauptet wurde: Z.5 (EÄN), sondern richtig (EON) da, das (OMEGA) hat nur die
eckige Form,
Literatur:
Dorow, Denkmale I, Taf. XIX, 4, S. 51; Welcker, Sylloge epigr. Graec., Bonn 1828, S. 101 mit Titelblatt; Dorow in Okens Isis
1822, S. 241; Jacobs, Allgm. Schulzeitung II, b, S. 1033; Lersch, C. II 34; Düntzer, B.J. I, S. 93; Overbeck, Kat. 1; Bücheler, Rh -
CSIR: III,2.33

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Inschriften ID: 2076 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aio)WT ScaptiLIG{oWT} LIG{C(ai)WT} [..]d{r}WT / AtticLIG{oWT} Scaptiae PLIG{hyl}/lidi LIG{C(aio)WT}

Scaptio Nuceri/nLIG{oWT Oc}taviaeWT Liberali / Scaptiae d{P}d{r}[i]d{}s[ca]e vi(vis?) LIG{d{O}d{c}}tavLIG{io} /

Pi[--,--,--]id{u

Beschreibung:
Rechteckige Platte, unten abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das Ende der ersten Zeile kann nicht C [F . S E] R gelautet haben, da zwischen C und R noch die untersten Teile zweier Buchstaben
sichtbar sind, deren erster sicher A war, während der zweite nur A oder X gewesen sein kann. Diese Buchstaben, ebenso wie das
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 57, Taf. 20, 5; Lersch, C. II 45; Overbeck, Kat. 111; Brambach, ClRh. 483; Hettner, Kat. 111.

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Inschriften ID: 2077 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uinto) Aelio / Egrilio / Evareto / LIG{ph}ilosoLIG{ph}o / amicoWT Salvi / Iuliani Aelia / Timoclia LIG{ux}or /

cumWT filis.

Beschreibung:
Rechteckige Statuenbasis.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
glqq Kosten des Transports 3 Thl. 15 Sggrqq (Inv.-Ausdruck).
Übersetzung:

Kommentar:
Der griechische Philosoph Euaretos hatte das Bürgerrecht vermutlich dem Quintus Egrilius Plarianus, der Legat und Prokonsul von
Afrika unter Antoninus Pius 159 n. Chr. war, zu danken, außer dessen Vor- und Familiennamen führt er den Familiennamen des
Kais
Literatur:
Borghesi, a.a.O.; Lersch, C. II 38; Overbeck, Kat. 8; Brambach, ClRh. 449; Hettner, Kat. 112.

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Inschriften ID: 2078 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,-- ]WT ValeLIG{ri}o Lu[...] / [--,--,--]iWT LIG{ne}gotiatd{o}[ri] / [v]d{i}nad{r}[io] / --,--,--.

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte, auf allen Seiten abgebrochen. Oben Reste von zwei kreisrunden
Medaillons, im rechten noch die Spuren eines Brustbildes. glqq Im rechten Clipeus ein Mann in
tunica und paenula --- der negotiator? Wie Bauchhenß mit Recht ausführt,
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Am Anfang der ersten Zeile ist nur der untere Teil einer senkrechten Haste zu erkennen, der im CSIR zu {em M(arco)} ergänzt
wird. Doch ist auch {em P(ublio)} möglich. Zudem wird --- bei symetrischem Aufbau der Inschrift --- die Lücke vor dem {em
nomen}
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 105; Overbeck, Kat. 83; Brambach, ClRh. 501; Hettner, Kat. 113; Noelke, KJ 1996 (im Druck) Nr.18. -
CSIR: III,2.26

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Inschriften ID: 2079 Inschriften Typ: Grabinschrift

DisWT Manibus / IWT VId{D}WT M(arci)WT f(ilius)WT ALIG{tri}a/[nus ? --,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Stück einer Stele, oben unregelmäßig abgebrochen, unten und beiderdeits jetzt glatte Fläche.
Doch ist es zweifelhaft, ob diese ursprünglich und das Monument nicht noch breiter war. Über
der Inschrift noch sehr verwaschene Reste der Darstellung des sog. To
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Fläche der ersten Zeile ist größtenteils vertieft und die Buchstaben in dieser Vertiefung und in der ersten Hälfte der zweiten
Zeile nachträglich zum Teil wohl unrichtig nachgehauen. Dagegen halte ich die zweite Hälfte der zweiten Zeile für intakt. Im
Literatur:
Buggenhagen, Nachrichten Taf. XII,c; Dorow, Denkmale I, S. 106; Lersch, C. II 51; Overbeck, Kat. 104; Brambach, ClRh. 160;
Hettner, Kat. 114. - CSIR: III,1.32

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Inschriften ID: 2080 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]nius WT Secud{n}[d](us) / [Ci]ves WT Nervius / [n]egot(iator) WT pistor / vivos WT sibi WT LIG{et} /

[.]iminiLIG{ae} WT Sabina[e] / [c]oiiugi WT obitLIG{ae} / [LIG{et}] WT Tertiniae / [..]vae WT libertLIG{ae} / [s]uae

WT fecit.

Beschreibung:
Inschriftenplatte. Links ungefähr 6 cm der Platte abgeschnitten. Abarbeitung auf der rechten
Seite ebenfalls denkbar. Farbreste erhalten.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
glqq Von Herrn Meinerzhagen [zusammen mit Inv.-Nr. U 131] in Cöln gekauft für 20 Thlr
(?).grqq (Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
Überprüfe Vergleiche mit Negotiatores. Siehe dazu Schlippschuh.
Literatur:
Galsterer-Nr. 307

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Inschriften ID: 2081 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) / T(iti) SimpLIG{li}LIG{ci}aLIG{ni} LIG{At}tara/cLIG{hi}WT LIG{et} Val(eriae)WT

MassulLIG{ae} / LIG{vi}vaeWT C(aius)WT Val(erius)WT AlpLIG{hi}us / vivusWT sibiWT etWT paren/tibusWT suisWT

fecit.

Beschreibung:
"Rechteckige Platte.---
siehe Galsterer-Katalog"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
glqq bei dem Maler Meinertzhagen in Cöln [...] angekauft. [...] Die Kosten der Verpackung
betragen 3 Thlr 10 Sgr., die des Transportes 21 Sgr.grqq (Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
"Der Vater wird Freigelassener gewesen sein, worauf der griechische Beiname deutet. Der Sohn führt den Familiennamen der
Mutter, wahrscheinlich weil diese aus edlerem Geschlecht als der Vater, stammt.---
Sohn trägt {em nomen} der Mutter statt dem des Vat"
Literatur:
Galsterer-Nr. 356

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Inschriften ID: 2082 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) / C(aio)WT Iulio / Sd{e}d{v}[er]d{o} / [--,--,--]ti / --,--,--.

Beschreibung:
Oberteil einer rechteckigen Stele, unten abgebrochen, aus zwei Stücken zusammengesetzt.
Rechte obere Ecke fehlt. Oben Giebelfeld mit Maske und Blattwerk, in den Eckzwickeln Blätter.
Auf den Schmalseiten Bäume mit großen Blättern.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Brambach, ClRh. 456; Hettner, Kat. 117; Lehner, Skulpturen II, Taf. XXVII, 5. - CSIR: III,2.11

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Inschriften ID: 2083 Inschriften Typ: Grabinschrift

Iuliae / Paternae / coiiugi / cad{r}issimae.

Beschreibung:
Rechteckiger Quader, die linke Seite ist vorn zu einer {em ansa} der Inschriftenplatte
ausgearbeitet, hinten roh gelassen, die anderen Flächen flüchtig abgespitzt und etwas nach hinten
abgeschrägt; der Stein war also zum Einfügen in eine Wand bzw. ein gr
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Das Fehlen des Namens des Gatten, der das Denkmal errichtete, weist auch darauf hin, daß die Inschrift zu einem größeren Denkmal
gehörte, an dem das fehlende auf einem anderen Quader stand.
Literatur:
Düntzer, B.J. V, S. 340; Overbeck, Kat. 112; Brambach, CIRh. 528; Hettner, Kat. 118.

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Inschriften ID: 2084 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) [M(anibus)] / M(arcus)WT Ul[pius] / Sper[atus ?] / viv[us] / sibi [et ..] / --,--,--.

Beschreibung:
Linke obere Ecke einer rechteckigen Platte aus vier Fragmenten, rechts und unten abgebrochen;
linke Nebenseite zerschlagen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Brambach, ClRh. 471h u. m; Hettner, Kat. 119.

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Inschriften ID: 2086 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Marciani[e] / Viqtorina[e] / coniugi defu/ncte Tetius Sequn/dus coniux eiius / [et?] Secundius Ursio /

[fi]lius eorum et sibi viv[i] / [f]ecerunt.

Beschreibung:
"Giebelförmig gestaltete Platte, oben und an den Seiten bestoßen.---
glqq Ein aus der Sauer gezogener Grabstein.grqq (Inv.-Ausdruck)"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Schreibungen Viqtorina und Sequndus beruhen wohl auf Fehlern des Steinmetzen, ebenso wie in dem Namen Secundius in Z. 7
ein Schreibfehler verbessert ist. Es stand zuerst da Sq, der Steinmetz hat dann das vergessene e in das q eingeschrieben und dann r
Literatur:
Overbeck Kat. 91 (laut Inv.-Ausdruck)

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Inschriften ID: 2087 Inschriften Typ: Grabinschrift

[--,--,--]d{e}bu[l]iWT f(ilius?) / [--,--,--]onis / --,--,--.

Beschreibung:
"Bruchstück eines Grabsteines, oberer Rand erhalten, sonst allseitig abgebrochen. Die umrahmte
Inschriftenplatte wird rechts von einem Eros gehalten; nur noch Kopf und rechter Arm erhalten.
"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Am Anfang der ersten Zeile ist vor dem B noch der Rest einer Querhaste --- evtl. die obere Querhaste eines E --- zu erkennen. Das L
in derselben Zeile ist vermutlich in jüngerer Zeit durch eine Beschädigung verlorengegangen.
Literatur:
Overbeck, Kat. 90; Brambach, ClRh. 503; Hettner, Kat. 121. - CSIR: III,2.52

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Inschriften ID: 2088 Inschriften Typ: Grabinschrift

Ioincissi AttiWT Ma(nibus) / defunctWT i etWT sibiWT po / PirLIG{au}cobrunaWT vi(va)WT f(ecit).

Beschreibung:
Rechteckige Platte. In rechteckiger Vertiefung die Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Namen sind keltisch. Der erste vielleicht Joincicciatti in einem Wort zu lesen? Wie die Abkürzung {em po} am Ende der
zweiten Zeile aufzulösen ist, ist nicht sicher; {em po(suit)} oder {em po(sterisque)}? Im Corpus steht fälschlich: {em Piracobrun
Literatur:

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Inschriften ID: 2089 Inschriften Typ: Grabinschrift

[ -- -- ] ci [ . ] us Troc [ . . .

Beschreibung:
Stück vom oberen Rand einer Inschriftenplatte. Oben Zierflechtband, darüber Rest eines Giebels;
rechts, links und unten abgeschlagen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:
Overbeck, Kat. 98; Brambach, ClRh. 488; Hettner, Kat. 123. - CSIR: III,2.16

Seite 656/682
Inschriften ID: 2099 Inschriften Typ: Grabinschrift

AM[--,--,--] / FC[--,--,--] / d{A}d{N}[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Bruchstück einer Stele, oben und unten abgebrochen, links abgerieben, rechts später zu einem
Gesims ausgearbeitet. Oben ist noch der Rest eines nach rechts profilierten springenden Löwen
in Relief erhalten, ähnlich wie auf dem Denkmal des Marcinus Nr. 660
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Daß es ein Soldatengrabstein war, ist wahrscheinlich (Bekrönung !), wenn auch nicht sicher.---
Lehner wollte zu {em Am[--,--,--] / F(ilius) C[--,--,--] / an[n(orum) ? --,--,--]} auflösen."
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 102; Overbeck, Kat. 81; Brambach, ClRh. 148; Hettner, Kat. 134. - CSIR: III,2.17

Seite 657/682
Inschriften ID: 2118 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,-- cu]/ius aniLIG{d{m}d{a}} d{r}[equies]/cat in s(ancta) p(ace)? [--,--,--].

Beschreibung:
Linkes Randstück einer Platte, sonst abgeschlagen. Profilierte Rahmenleiste.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
glqq Gefunden im Rößschen Haus zu Bonn, in der Franziskaner, Geschenk des Herrn Röß.grqq
(Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
"Zweifelhaft, ob die Inschrift überhaupt antik ist.---
R am Ende von Zeile 1 nur im unteren Teil der senkrechten Haste erhalten."
Literatur:
Overbeck, Kat. 79; Brambach, ClRh. 482; Hettner, Kat. 201.

Seite 658/682
Inschriften ID: 2130 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus)WT Marius Valen[s] Galata / Veted{r}[an](us) d{d}ecWT alae classd{i}anae / sib[i .....]d{o}niae SeveraeWT

uxo/[ri optima]eWT fecit.

Beschreibung:
Steinblock mit zwei Dübellöchern auf der Oberseite, linke untere Ecke (bei Wiederverwendung?)
herausgehauen; Schriftfeld gerahmt. Evtl. vorhande Bildfelder auf den Nebenseiten verwittert.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:

Literatur:

Seite 659/682
Inschriften ID: 2133 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [her]esWT exWT tes(tamento)WT f(aciendum)WT c(uravit)WT.

Beschreibung:
Rechte untere Ecke einer Stele, links und hinten abgeschlagen, oben in späterer Zeit glatt
abgeschnitten. Auf der Vorderseite der Schluß der Grabinschrift. Auf der rechten Schmalseite
sind noch die gekreuzten Beine und ein Gewandrest des Attis sichtbar.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Nach Wortlaut und Verzierung vermutlich von einem Soldatengrabstein stammend.
Literatur:
Bücheler, B.J. 59, S. 41. - CSIR: III,2.30

Seite 660/682
Inschriften ID: 2134 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT d{M}(anibus) / Corneli[o] / Aquilino / qui vixitWT / annis XXXVI / --,--,--.

Beschreibung:
"Würfelförmiger Quaderrest, unten abgebrochen, rechte obere Ecke fehlt. Auf der Oberfläche
zwei Dübellöcher. Gerahmtes Schriftfeld.
"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"Z.1: Interpunktion in Form eines Efeublattes. Zu Aquilinus in Z.3: ein {em cognomen} meist senatorischer Familien, für das
Rheingebiet bisher nicht belegt.---
Möglicherweise weitere Zeilen mit Stifter (Ehefrau?)."
Literatur:

Seite 661/682
Inschriften ID: 2135 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is) M(anibus) / Victoriae / --,--,--.

Beschreibung:
Oberteil einer Platte, deren obere Seite etwas giebelförmig abgeschrägt ist, unten abgebrochen.
Oben in der Mitte rundes Medaillon mit dem Brustbild eines jungen Mädchens mit Tunika(?).
Links von dem Medaillon Darstellung einer Axt, der {em ascia.}
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Bedeutung der dargestellten {em ascia} vgl. Lehner-Nr. 608 und 616.
Literatur:
Aus###m Weerth, B.J. 72, S. 119; Lehner, Skulpturen II, Taf. XXVII, 4; Noelke, KJ 1996 (im Druck) Nr.1; Binsfeld 1960, 165
Nr.11. - CSIR: III,2.29

Seite 662/682
Inschriften ID: 2200 Inschriften Typ: Grabinschrift

"Hauptinschrift: M(arco) Caelio T(iti) f(ilio) Lem(onia) Bon(onia) / [I] o(rdini) leg(ionis) XIIX aLIG{nn}(orum) LIII S /

[ce]cidit bello Variano ossa / [lib(ertorum) i]nferre licebit P(ublius) Caelius T(iti) f(ilius) / Lem(onia) frater fecit.\

Nebenins"

Beschreibung:
Rechteckige, fast quadratische Platte, deren linke untere Ecke samt einigen Buchstaben fehlt.
Nasen der Dargestellten bestoßen. Querriß durch den oberen Teil des Bildfeldes, von rechts oben
nach links unten, sonst gut erhalten. Ein Stich von 1638 zeigt no
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Hauptinschrift: Die Stellung der Buchstaben ist vor allem in der ersten Zeile sehr eng, daher sind die Interpunktionen, die hier
als kleine Efeublätter gestaltet sind, zum Teil in die Buchstaben eingefügt, zum Teil "etwas ungeschickt" in die Zwischenr
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 68, Taf. XXI; Lersch, C. II, 1 mit Taf.; Jahn, Bonn. Winckelmannsprogr. 1860, Taf. II,3; Lindenschmit, A. u.
heidn. Vorz. I,6, Taf. 5; Brambach, ClRh. 209; Wilmans, Exempla 1451a; Overbeck, Kat. 21; Hettner, Kat. 82; Weynand, B.J. 10 -
CSIR: III,1.1

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Inschriften ID: 2201 Inschriften Typ: Grabinschrift

M(arcus) Cominius / L(uci) f(ilius) Pol(lia) Asta / miles leg(ionis) I / na(tus) an(nos) L mil(itavit) / an(nos) XIIII h(ic)

s(itus) e(st) / h(eres) ex t(estamento) f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, oben Giebelfeld mit Rosette, Eckakroterien und Wellenband als
Zwickelfüllung über dem Giebel. Darunter in umrahmter, vertiefter Fläche die Inschrift.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Asta ist eine Stadt in Ligurien, die zur tribus Pollia gehörte. Im übrigen vgl. Nr. 598. --- NA als Abkürzung für natus.
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 50 und Taf. 19,3; Lersch, C. II 43; Overbeck, Kat. 72; Brambach, ClRh. 473; Hettner, Kat. 83; Siebourg,
B.J. 107, S. 178, Nr. 10; Weynand, B.J. 108/09, S. 206, Nr. 72; Lehner, Skulpturen II, Taf. XVI,6. - CSIR: III,1.48

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Inschriften ID: 2202 Inschriften Typ: Grabinschrift

P(ublio) Clodio P(ublii) f(ilio) Vol(tinia) / Alb(a) mil(iti) leg(ionis) I / an(norum) XLIIX stip(endiorum) XXV / h(ic)

s(itus) e(st).

Beschreibung:
Rechteckige Stele aus zwei aufeinanderstehenden Quadern bestehend. Auf dem oberen Quader
vorn in halbrund abgeschlossener Nische das Brustbild des Verstorbenen in Tunica und Toga,
deren Saum er mit der Rechten anfaßt; in der Linken hält er eine Schriftrol
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
"Beide Stücke sind dicht an der Coblenzer Landstraße nahe bei Bonn in zwei
aneinanderstoßenden Gärten im März 1839 ausgegraben worden. Das obere Stück hat der
Kaufmann Stahl bisher in seinem Besitz gehalten (und am 24. April 1842 dem Museum
geschenkt). Da
Übersetzung:

Kommentar:
Zur Namengebung (ohne Cognomen) Herkunft und Truppe vgl. Nr. 598.
Literatur:
Lersch, C. II 40; Overbeck, Kat. 12; Brambach, ClRh. 486; Hettner, Kat. 84; Siebourg, B.J. 107, S. 178, Nr. 11; Weynand, B.J.
108/09, S. 206, Nr. 75 mit Taf. V,5; Lehner, Skulpturen I, Taf. II,1. - CSIR: III,1.2

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Inschriften ID: 2203 Inschriften Typ: Grabinschrift

C(aius) WT Corlig{ne}lius WT C(ai) WT f(ilius) WT Pap(iria tribu) WT Tic(ino) WT / veter(anus) WT miss(us) WT exs

WT leg(ione) WT $overline{I}$ WT / her(edes) WT exs WT testa(mento) WT fece(runt) WT pie WT / h(ic) WT s(itus)

WT e(s

Beschreibung:
Rechteckige Platte, die linke untere Ecke abgebrochen. Oben ist ein Giebelfeld mit Rosette, von
den roh eingehauenen Blättern sich nach den Enden hinziehend. In den Eckzwickeln roh
eingerissene und eingespitzte Strichverzierungen. Darunter die roh umrahmt
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zum Namen (ohne Cognomen) und zur Truppe vgl. Nr. 598. "Ticinum" ist Pavia, das zur tribus Papiria gehörte.
Literatur:
Freudenberg, B.J. 42, S. 138; Nissen, Rhein. Museum XXII, S. 434; Hettner, Kat. 85; Siebourg, B.J. 107, S. 179,14; Weynand, B.J.
108/09, S. 206, Nr. 73; Lehner, Skulpturen II, Taf. XV,1. - CSIR: III,1.46

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Inschriften ID: 2204 Inschriften Typ: Grabinschrift

Q(uintus) PLIG{et}ilius Q(uinti) f(ilius) LIG{Of}LIG{ent}(ina) / Secundus dom(o) / LIG{Me}dio(lano) LIG{mi}les

leg(ionis) / XV prim(igeniae) ann(orum) XXV / stip(endiorum) V h(eres) ex t(estamento) f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, rechts oben bestoßen, sonst vollständig. In halbrunder, bogenförmig
abgeschlossener Nische der Verstorbene ohne Kopfbedeckung in Tunica und Paenula. An je
einem Cingulum hängt rechts der gladius, links der pugio; in der Mitte 4 Lederrie
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die legio XV primigenia wurde spätestens von Claudius, vielleicht schon von Caligula (Ritterling, De leg. X Gem, S. 81ff.) durch
Teilung der alten legio XV Apollinaris gegründet. Sie wird schon 43 nach Vetera gekommen sein, wo sie jedenfalls mit der legio
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 55 und Taf. XX,3; Lersch, C. II 41; Overbeck, Kat. 29; Lindenschmit, A u. heidn. V., I. 8 Taf. 6,1;
Brambach, ClRh. 479; Hettner, Kat. 86; Weynand, B.J. 108/09, S. 212, Nr. 140; Lehner, Skulpturen I, Taf. II,3 und Skulpturen II,
Taf. - CSIR: III,1.6

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Inschriften ID: 2205 Inschriften Typ: Grabinschrift

L(ucius)WT Piperd{a}cius / L(uci)WT f(ilius)WT Std{e}underline{ll(atina) Op}d{t}a/tusWT dunderline{omo

Ta}/urinunderline{us mil(es)} / leg(ionis)WT underline{XV prim(igeniae)} / an(norum)WT Xd{X}underline{III

stip(endiorum) IV} / h(eres)WT

Beschreibung:
Rechteckige Stele, aus 6 Bruchstücken zusammengesetzt. Die Inschrift ist nach älteren Lesungen
zu ergänzen. Oben in der Mitte in kleiner halbkreisförmiger Nische das Brustbild des
Verstorbenen in der Toga; darüber Giebelfeld mit Rosette und Palmetten, die
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
{em Taurinus} aus der Gegend von Augusta Taurinorum, dem heutigen Turin, das zur tribus Stellatina gehörte. Zur Legion und
Zeitbestimmung vgl. Lehner-Nr. 620.
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 56 und Taf. XX,2; Lersch, C.II 47; Overbeck, Kat. 84; Brambach, ClRh. 480; Hettner, Kat. 87; Weynand,
B.J. 108/09, S. 212, Nr. 141; Lehner, Skulpturen I, Taf. II,4. - CSIR: III,1.44

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Inschriften ID: 2206 Inschriften Typ: Grabinschrift

d{L}(ucius) A[--,--,--] / filiusWT d{h}(ic) [s(itus) e(st)] / L(ucius)WT VettiusWT L(uci)WT f(ilius)WT Vod{l}[t(inia)] /

ReginusWT aquilif(er)WT / leg(ionis)WT $overline{XXI}$WT nepotiWT suo / proWT pietateWT suaWT / f(aciendum)

c(uravi

Beschreibung:
Unterteil einer rechteckigen Stele, oberer Teil zerstört. Inschrift rechteckig umrahmt und oben
unvollständig, doch scheint Anfang noch erhalten. Darüber wird wohl das Bild des Verstorbenen
gewesen sein.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Verstorbener wohl ein Knabe gewesen, doch die Aufnahme der Inschrift unter die Soldatengrabsteine wegen der Charge des
Großvaters, der das Denkmal errichtete, gerechtfertigt. Offenbar noch aktiver Adlerträger der legio XXI, das Denkmal wird also vor
deren
Literatur:
Houben, Röm. Antiquarium zu Xanten, Taf. XLV; Lersch, C. III 200; Brambach, ClRh. 196; Hettner, Kat. 88.

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Inschriften ID: 2207 Inschriften Typ: Grabinschrift

DisWT MaLIG{ni}bus / M(arci)WT VetLIG{ti}WT Satur/underline{nini vet}(erani) underline{leg}(ionis) /

underline{XXII p}(rimigeniae) underline{p}(iae) underline{f}(idelis) underline{civi} / underline{Traianensi M}(arcus) /

underline{Antonius Ho

Beschreibung:
Oberstes Ende einer rechteckigen Stele; von der dritten Zeile an fehlt jetzt alles, doch läßt sich
der Großteil der Inschrift noch nach älteren Lesungen ergänzen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Die Sitte {em Dis Manibus} auszuschreiben, nicht abzukürzen, ist die ältere, kommt aber am Rhein auch nicht vor der flavischen
Kaiserzeit vor. Später wiegt die Abkürzung {em D.M.} vor. Zur {em legio XXII pr. p. f.} vgl. Lehner-Nr. 630. Da der Verstorbe
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 106; Fiedler, Denkmäler von Xanten, S. 147; Lersch, C. II 52; Overbeck, Kat. 106; Brambach, ClRh. 199;
Hettner, Kat. 89.

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Inschriften ID: 2209 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) / d{I}ul(io)WT Paterno / mil(iti)WT leg(ionis)WT XXIIWT pr(imigeniae) / p(iae)WT f(idelis)WT

stip(endiorum)WT XXIII / Opponius Iustud{s} / archit(ectus)WT amico / a seWT fecit.

Beschreibung:
Rechteckige Stele, links unten leichte Beschädigung, ein Bruch geht quer durch das Denkmal,
die Oberfläche ist zum Teil verwittert. Oben fast rechteckige, flach gewölbte Nische, der
Verstorbene in Tunica und Toga auf der Kline gelagert, von zwei Sklaven b
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Eingangsformel vgl. Nr. 608. Die legio XXII primigenia pia fidelis entstand wahrscheinlich aus der alten legio XXII Deiotariana
durch Teilung unter Claudius. Sie erhielt vermutlich den alten Adler, daher "primigenia". Die Ehrenbeinamen "pia fidelis" e
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 50 und Taf. 19,1; Lersch, C. II 36; Overbeck, Kat. 42; Brambach, ClRh. 468; Hettner, Kat. 90; Lehner,
Skulpturen I, Taf. VIII,1. - CSIR: III,1.35

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Inschriften ID: 2210 Inschriften Typ: Grabinschrift

T(ito)WT Aurelio / Rufino / veterLIG{an}o / leWT g(ionis)WT overline{I}$WT M(inerviae) / coniugiWT

p(i)en/tis(simo)WT QLIG{ua}draLIG{ti}a / PrimitivaWT f(aciendum)WT c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckige Platte (unverziert), glqq welche vielleicht in ein größeres Denkmal eingelassen
war.grqq (Lehner)
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zum Gentiliz vgl. Lehner-Nr. 608 und 611.
Literatur:
Galsterer-Nr. 211

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Inschriften ID: 2211 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [..]CA[...]OWT Vi/[t]aliWT mil(iti)WT leg(ionis)WT IWT M(inerviae) / [....]d{e}ptimia / --,--,--.

Beschreibung:
Bruchstück einer Platte, rechter Rand erhalten, sonst überall abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
"{em Septimia} vermutlich die Gattin , die das Denkmal errichten ließ. (Lehner) ---
Lehner las in der letzten Zeile noch {em Septimia}, doch ist von dem S nichts erhalten."
Literatur:
Bellermann, B.J. 28, 1860, S. 109; Brambach, ClRh. 461; Hettner, Kat. 92.

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Inschriften ID: 2212 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(is)WT M(anibus) M(arco)WT Ad{u}r(elio)WT Hed{r}acleWT Her[acle fil(io) ?---] / duplid{c}iarioWT led{g}(ionis)

$overline{I}$WT M(inerviae)WT Severi[anae Alexandrianae ?---] / nationeWT TraxWT LIG{dd{o}}mo [--,--,--] /

d{s}tip(endiorum)

Beschreibung:
"Bruchstück eines rechteckigen Quaders, oben, links und teilweise unten Rand erhalten, rechts
abgebrochen. Oben ein Einsatzloch (Wolfsloch), welches die Mitte anzeigt.---
Vorgehend die Beschreibung nach Lehner.
Aktueller Zustand: in zwei Bruchstücke zer"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
glqq Von Hrn. Emmerts dem Museum geschenkt. [...] In das Museum gebracht am 12. Sept.
[18]42. Kosten des Transports 5 Thlr.grqq (Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
Zur Eingangsformel und zum Familiennamen Aurelius vgl. Lehner-Nr. 608. {em Dupliciarius} ist ein doppeltbesoldeter Soldat.Für
persönliche Auszeichnung wurde den Soldaten der Sold um die Hälfte erhöht oder verdoppelt. Sie hießen dann milites duplarii, dup
Literatur:
Lersch, B.J. II, 1843, S. 83; Overbeck, Kat. 113; Brambach, CIRh. 475; Hettner, Kat. 93.

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Inschriften ID: 2213 Inschriften Typ: Grabinschrift

[Opp]onioWT d{P}ad{t}ed{r}[no] / [.] P B vet(erano) exWT c(ustode) a(rmorum) leg(ionis) I [M(inerviae)] /

Opponius Zoilus lib(ertus) / et heresWT f(aciendum)WT c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckiger Quader, oben, rechts und unten glatter Rand, links abgebrochen. Am Ende der
Inschrift eine {em ascia.}
Fundort / Jahr:
Fundumstände:
glqq Beide Steine [dieser und Inv.-Nr. U 12] wurden von dem Kirchenvorstande zu Lessenich
dem Museum geschenkt. Kosten der Anschaffung eines neuen Hauptsteins 20 Sgr., für den
Maurer und den Transport 3 Thlr. 15 Sgr.grqq (Inv.-Ausdruck)
Übersetzung:

Kommentar:
{em Gentilicium} des toten Opponius ergänzt sich aus dem gleichlautenden des Freigelassenen, der zum {em gentilicium} seines
{em patronus} seinen Sklavennamen Zoilus als {em cognomen} führt. Die Buchstaben P B am Anfang der zweiten Zeile sind
unerklä
Literatur:
Lersch, C. II 37; Urlichs, B.J. III, S. 99; Overbeck, Kat. 30; Brambach, ClRh. 452; Hettner, Kat. 94.

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Inschriften ID: 2214 Inschriften Typ: Grabinschrift

[D(is)] M(anibus) / [--,--,--]d{u}d{s} LIG{Hil}ld{a}LIG{ri}[o] / [vete]d{r}anus ex / [legi]d{o}ne $overline{mathrm

XXX}$ d{U}(lpia) d{v}(ictrice) / --,--,--.

Beschreibung:
"Rechteckige Platte, in 4 Stücke gespalten, oben bestoßen. Oben Giebel mit Blattrosette.
(Lehner)---
Von den vier Bruchstücken sind nur noch die beiden der rechten Hälfte erhalten. Der linke Teil
fehlt.
Die Angaben zu Größe und Lesung beziehen sich nur a"
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Eingangsformel vgl. LehnerNr. 608, zur Legion Nr. 632. Lehner las noch: {em D(is) M(anibus) / Iulius Hilario / [v]eteranus ex /
[l]eg[i]one XXX U(lpia) v(ictrice) / frater f(ecit)}. Das {em cognomen} las Lehner mit einem L, doch sind sowohl die HIL-
Literatur:
Aus###m Weerth, B.J. 29, S. 2 8,4; Brambach, ClRh. 190; Hettner, Kat. 95; Siebourg, B.J. 107, S. 143, Nr. 2. - CSIR: III,1.53

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Inschriften ID: 2215 Inschriften Typ: Grabinschrift

[.] Vital(--,--,--) [--,--,--] (}oder {em Vital[--,--,--]) / [.]per [--,--,--] / [m]il(es) leg(ionis) [--,--,--] / [I]ul(ius)

Vere[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Rest vom oberen Rand einer Stele. Links später glatt gehauen, rechts und unten abgebrochen.
Oben noch die linke Giebelpalmette mit erhaltener Mittelrosette. Im linken Eckzwickel Spur
eines Eckornamentes.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Am Ende der ersten Zeile entweder ein Worttrenner oder eine Steinverletzung; zweite Zeile evtl. mit {em cognomen} (Aper); in der
vierten Zeile evtl. {em cognomen} Verecundus (vgl. CSIR).
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 102; Lersch, C. II 56; Overbeck, Kat. 95; Brambach, ClRh. 156; Hettner, Kat. 96. - CSIR: III,1.54

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Inschriften ID: 2216 Inschriften Typ: Grabinschrift

D(ecimo)WT Val(erio)WT D(ecimi) [f(ilio)] / Volt(inia tribu)WT Va[ler]/[i]ano VLIG{ie}[nna] / mLIG{il}(iti) leg(ionis)

[I F(laviae) M(inerviae) p(iae) f(idelis) ?] / $supset$ (centurioni) Sad{l}d{l}u[sti .. ] / [an]n(orum) [--,--,--] / --,--,-

Beschreibung:
Bruchstück einer rechteckigen Stele, rechts und unten abgebrochen. Oben ein Giebelfeld mit
großer Rosette, von der aus Blätter die Ecken füllen, die Zwickel darüber sind mit ähnlichem
Zierrat gefüllt. Darunter die Inschrift mit Rollband umrahmt. Auf der
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
In der noch frühen Giebelausstattung und dem Wortlaut der Inschrift ({em cognomen}, Zenturienangabe!) entspricht der erhaltene
Teil des Denkmals so genau der vorhergehenden Lehner-Nr. 606, daß die Denkmäler sich zeitlich nahestehen und bei gleichem
Fundo
Literatur:
Lersch, C. II 55; Overbeck, Kat. 117; Brambach, ClRh. 457; Hettner, Kat. 97; Lehner, Skulpturen II, Taf. XVI,4. - CSIR: III,1.51

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Inschriften ID: 2217 Inschriften Typ: Grabinschrift

Pintaius Pedilici / f(ilius) Astur Trans/montanus castello / Intercatia signifer / c(o)ho(rtis) V Asturum / anno(rum) XXX

stip(endiorum) VI / h(eres) ex t(estamento) f(aciendum) c(uravit).

Beschreibung:
Rechteckige Stele. Der Verstorbene steht in flachgerundeter und gewölbter Nische in Tunica und
Lederpanzer, links das Schwert, rechts der Dolch an je einem Cingulum, woran vorn Riemchen
mit Lunulae hängen, das Haupt mit dem Eisenhelm bedeckt, über welchen
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zu Intercatia in Asturia Transmontana im nördlichen Spanien vgl. Hübner, CIL II, S. 374 und Mommsen, Die Conscriptionsordnung
des römischen Heeres, Histor. Schriften III, S. 42, Anm. 2. Die genaue Lage ist nicht bekannt. Die cohors V Asturum ist sonst nur
Literatur:
Dorow, Denkmale I, S. 54, Taf. 20, 1; Lersch, C. II 42 mit Bild; Overbeck, Kat. 34; Lindenschmidt, A. u. h. V. I, Heft 11, Taf. 6, 1;
Brambach, ClRh. 478; Hettner, Kat. 98; Lehner, Skulpturen I, Taf. VI, 4 und Skulpturen II, Taf. XVII, 2. - CSIR: III,1.5

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Inschriften ID: 2218 Inschriften Typ: Grabinschrift

Marcinus WT Sur/conis WT f(ilius) BreucLIG{us} / mil(es) WT ex WT coh(orte) WT $overline{VIII}$ / Breuc(orum) WT

ann(orum) XXXV / stip(endiorum) WT XII WT h(ic) WT s(itus) WT e(st).

Beschreibung:
Rechteckige Stele, aus zwei Quadern bestehend, der obere Rand und die rechte obere Ecke
fehlen. Über der Inschrift ein Giebelfeld mit Rosette, von der Blätter in die Ecken laufen, auf der
linken Ecke Eckakroterien aus Spiralbändern, in den Zwickeln Wellen
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zur Truppe und Herkunft des Soldaten s. Lehner Nr. 659. Die Ähnlichkeit der beiden Grabsteine in Ausstattung und Abfassung der
Inschriften ist so groß, daß sie ziemlich gleichzeitig sein müssen. Die Truppe muß also in vorflavischer Zeit in Remagen und am
Literatur:
Lersch, C. II 50; Overbeck, Kat. 71; Brambach, ClRh. 159; Hettner, Kat. 99; Weynand, B.J. 108/09, S. 212, Nr. 143 und Taf. V, 2;
Lehner, Skulpturen I, Taf. VI, 2 und Skulpturen II, Taf. XVII, 1. - CSIR: III,1.40

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Inschriften ID: 2219 Inschriften Typ: Grabinschrift

--,--,-- / [--,--,--]d{m}issd{i}[--,--,--] / [--,--,--] leg.WT $overline{X}$[--,--,--] / [--,--,--]td{i}a[--,--,--] / --,--,--.

Beschreibung:
Fragment, allseitig abgebrochen.
Fundort / Jahr:
Fundumstände:

Übersetzung:

Kommentar:
Zeileneinteilung unsicher. Schillinger-Häffele liest: {em --,--,-- [misso honesta] / missi[one ex] / leg(ione) X[XX U(lpia) v(ictrice)
--,--,--] / tia I --,--,--}.
Literatur:
G. Alföldy, Epigr. Stud. 5 (1968), S. 31, Nr. 5, Taf. 11,1.

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