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Joseph Haydn (1732–1809): Ausgangstonart vorauf. Das Menuett hat ein Trio in G-dur, in Oratorium Il ritorno di Tobia stammten. Unter anderem gab es

HAYDN
dem das Fagott eine signifikante Rolle spielt – nicht zuletzt, die Ouvertüre zu der Oper Lo Speziale (Der Apotheker), die
Symphonien Nr. 62 D-dur, Nr. 107 B-dur, Nr. 108 B-dur indem es die Violinen verdoppelt. Das Finale beginnt mit im September 1768 bei der Eröffnung des neuen Theaters von
aufsteigenden Dreiklangsbrechungen und enthält ein zweites Eszterháza uraufgeführt worden war. Die Bearbeitung des
Joseph Haydn wurde 1732 in dem burgenländischen Dorf erfolgreichen Aufenthalt in London (1794/95) wandte er sich
Thema, das durch seine umgekehrten Punktierungen (kurz- Librettos könnte der Tenor und Theatermann Karl Frieberth
Rohrau als Sohn eines Stellmachers geboren. Er erhielt seine wieder seinen Pflichten bei den Esterházys zu, deren neues
lang), die sogenannten Lombardismen oder scotch-snaps, vorgenommen haben, der auch die Titelrolle sang. Dabei
musikalische Ausbildung in der Chorschule des Wiener
Stephansdoms und verdiente sich anschließend seinen
Familienoberhaupt sich zumeist auf dem Anwesen in
Eisenstadt aufhielt, wo Haydns eigentliche Laufbahn
charakterisiert ist. Dieser Rhythmus spielt in der
Durchführung eine wichtige Rolle und erscheint dann auch in
wurde gegenüber dem Originalstück von Goldoni auf alle
Personen bis auf das Quartett der Komödie verzichtet, so dass
Symphonies Vol. 34
Lebensunterhalt mit Violin- und Klavierstunden bzw. als begonnen hatte. Einen großen Teil des Jahres verbrachte man
der Reprise wieder, nachdem das erste Thema mit einigen nunmehr auftreten: Sempronio, der Apotheker; sein Lehrling
Geiger oder Klavierspieler. Der bereits bestehende Kontakt zu allerdings in Wien, wo Haydn im Jahre 1809 schließlich auch
dem alten Komponisten Porpora kam ihm insofern zugute, als
dieser ihn schließlich zu seinem Assistenten machte, bevor
starb, indessen die Truppen des französischen Kaisers
Napoleon erneut heranmarschierten.
kontrapunktischen Andeutungen wieder aufgegriffen worden
war.
Die beiden Symphonien Hob. I: 107 und Hob. I: 108 sind
Mengone, der des Apothekers Adoptivtochter Grilletta liebt;
eben diese; und endlich der abgewiesene Verehrer Volpino. Im
dritten Akt, von dem nur ein kleiner Teil erhalten ist, gibt es
Symphonies Nos. 62, 107 and 108
Haydn 1758 dann seine erste Stelle als Kapellmeister des Haydn erlebte jenen Teil des 18. Jahrhunderts, in dem sich
nach der Bezeichnung von Eusebius Mandyczewski auch als eine pseudo-türkische Episode, in der sich Volpino zum
böhmischen Grafen von Morzin antreten konnte, aus dessen die Instrumentalmusik von den älteren Vorbildern eines Bach
Familie bereits ein Gönner von Antonio Vivaldi gekommen oder Händel zu der klassischen Sonate hin entwickelte, deren
Symphonie „A“ und Symphonie „B“ bekannt. Haydn schrieb
sie Ende der 1750er Jahre auf Schloss Lukavec für Graf
Wohlgefallen Sempronios als geeigneter Bräutigam
präsentiert. Am Ende kommt freilich, wie sich’s gehört, das
Toronto Chamber Orchestra • Kevin Mallon
war. 1761 folgte die Anstellung als Vizekapellmeister bei dreiteiliger Hauptsatz nebst zwei oder drei weiteren Sätzen
Morzin, seinen ersten wichtigen Dienstherrn. Beide sind mit je junge Liebespaar Mengone-Grilletta zusammen.
einem der reichsten Männer des Kaiserreiches, Fürst Paul jetzt die Basis vieler Instrumentalwerke bildete. Die
zwei Oboen und Hörnern nebst Streichern und Continuo- In den Sei Sinfonie von 1782 ist auch die Ouvertüre zu La
Anton Esterházy, dem nach seinem Tod im Jahre 1762 sein Symphonie wurde dabei ganz ohne Frage die bedeutendste
Cembalo besetzt, wobei die Basslinie möglicherweise durch Vera Costanza enthalten. Diese Oper wurde 1779 auf
Bruder Fürst Nikolaus folgte. Wiederum vier Jahre später Gattung der Orchestermusik, und sie verdankt einen Teil ihrer
ein Fagott verdoppelt wurde, das in der zweiten dieser Eszterháza uraufgeführt und 1785 wieder auf die Bühne
starb der alte, penetrante Kapellmeister Gregor Joseph Entstehung, wenn nicht gar ihre Vaterschaft, dem Wirken von
Symphonien seine solistischen Sternstunden erlebt. Die gebracht. Dazu musste Haydn das Werk weitgehend aus dem
Werner, der an der Berufsauffassung seines jungen, Joseph Haydn, der sich kurz vor 1759 erstmals auf diesem
Symphonie „A“ wurde später in Frankreich zusammen mit Gedächtnis rekonstruieren, da das ursprüngliche
ungeliebten Stellvertreters immer wieder etwas auszusetzen Gebiet versuchte und seine letzte Londoner Symphonie in der
Haydns Quartetten op. 1 publiziert, indem man auf die Aufführungsmaterial Ende 1779 bei dem verheerenden Feuer
gehabt hatte. Joseph Haydn übernahm das Amt seines letzten Dekade des 18. Jahrhunderts komponierte.
Bläserstimmen verzichtete. Zwei kontrastierende Themen im Theater des Schlosses vernichtet worden war. Die
Vorgängers und bekleidete dieses zumindest nominell bis zum Die Symphonie Nr. 62 D-dur dürfte Joseph Haydn um 1780,
werden in der üblichen Form präsentiert, dann folgt eine Ouvertüre war allerdings schon bei Artaria erschienen, und
Ende seines Lebens. mithin zu einer Zeit geschrieben haben, als die theatralischen
Durchführung, die mit dem aufsteigenden Arpeggio des ersten zwar zusammen mit Ballettmusik aus der Oper Il mondo della
Als unter Fürst Nikolaus das grandiose Schloss Eszterháza Aktivitäten auf Schloss Eszterháza längst zu seinen
Themas beginnt. Der zweite Satz in Es-dur ist für Streicher luna sowie weiterem Material aus der ersten Szene der Vera
in der ungarischen Puszta vollendet worden war, übernahm Obliegenheiten gehörten. Diese Tatsache spiegelt sich auch in
allein komponiert; sein Hauptthema umrahmt einen costanza, das nunmehr die Sätze III und V einer fünfsätzigen
Joseph Haydn die Leitung einer noch größeren Einrichtung. seinem damaligen Orchesterschaffen, beispielsweise in dem
kontrastierenden Mittelteil. Der letzte der drei Sätze bildet Symphonie bildete. Das Libretto von Francesco Puttini, das
Jetzt war er auch für die musikalischen Aktivitäten des hier vorliegenden Werk, dessen erster Satz auf eine Ouvertüre
eine dreiteilige Sonatenform. Pasquale Anfossi schon 1776 vertont hatte, beschreibt die
Schlosses verantwortlich, und dazu gehörten die zurückgeht, die zuvor schon als alternatives Finale der
Auch die Symphonie „B“ erschien in der Pariser Ausgabe Versuche der Baronin Irene, die Heiratsabsichten ihres Neffen
Bereitstellung und Leitung der Instrumentalmusik, die Symphonie Nr. 53 fungiert hatte. Hier gibt es nun eine
der frühen Haydn-Streichquartette. Dem recht kurzen, Graf Errico und des Fischermädchens Rosina zu hintertreiben,
Oberaufsicht über die Oper und die Schauspielmusik sowie zusätzliche Flötenstimme, die in der ursprünglichen Ouvertüre
sonatenförmigen Allegro-Kopfsatz folgt ein Menuetto, in dem wobei sie nicht weiß, dass diese bereits heimlich miteinander
die geistliche Komposition. Seinem Dienstherrn schrieb er fehlte. Außerdem verlangt die Symphonie je zwei Oboen,
Oboen und Hörner einen vergnüglichen Dialog mit den vermählt sind. Die wahre Treue der jungen Ehefrau ist es denn
überdies eine Fülle verschiedenster Kammermusiken, in Fagotte und Hörner nebst den gewohnten Streichern, die das
Streichern führen. Das Fagott hat im Es-dur-Trio seinen auch, die im Laufe des Dramas auf die Probe gestellt wird.
denen vor allem das Leibinstrument des Fürsten, das Baryton, zweite Thema des sonatenförmigen Allegro-Kopfsatzes
eigenen Beitrag zu spielen, indessen die anderen Bläser
eine wichtige Rolle spielte – ein Streichinstrument zwischen exponieren. Die Durchführung endet mit einer modulierenden
schweigen. Das dreiteilige Andante für Streicher wird
Cello und Gambe mit zusätzlichen Sympathiesaiten, die nicht Variante des Anfangsmotivs, worauf die Reprise den
anschließend von dem Presto-Finale in Sonatenform gekrönt. Keith Anderson
nur einfach mitschwangen, sondern auch einzeln angezupft ursprünglichen Gedanken im regelgerechten D-dur
Im Zuge seiner theatralischen Verantwortung hatte Haydn Deutsche Fassung: Cris Posslac
werden konnten. wiederholt. Das nachfolgende Allegretto steht
nicht nur Schauspielmusiken, sondern auch Opern zu
Nach dem Tode des Fürsten Nikolaus im Jahre 1790 konnte ungewöhnlicherweise in derselben Tonart wie der Kopfsatz.
komponieren. 1782 veröffentlichte Artaria zum Preise von je
Haydn eine Einladung aus London annehmen und für die von Es beginnt mit sordinierten Streichern, und bald wird die erste
fünf Dukaten Sei Sinfonie a gran orchestra opera XXXXV,
dem Geiger und Impresario Salomon organisierte Violine von der Flöte verdoppelt. Wunderliche dynamische
mithin sechs Ouvertüren, die aus fünf älteren Opern und dem
Konzertsaison etliches an Musik liefern. Nach einem zweiten Wirkungen und eine Passage in F-dur gehen der Rückkehr zur

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Joseph Haydn (1732–1809) development and makes its due return in the second part of
the recapitulation, after contrapuntal suggestions in the
the apothecary’s adopted daughter Grilletta, and the
disappointed suitor Volpino. In the third act, of which only a
Kevin Mallon
The Irish musician Kevin Mallon, now resident in Canada, studied conducting with John Eliot
Symphonies Nos. 62, 107 and 108 return of the first subject. small part survives, there is a mock-Turkish episode in Gardiner and composition with Peter Maxwell Davies. He was a pupil at Chetham’s School
The two symphonies numbered in the Hoboken catalogue which Volpino presents himself as a husband for Grilletta, to of Music and the Royal Northern College of Music in Manchester, and at Dartington College
Joseph Haydn was born in the village of Rohrau in 1732, the however, was to be spent in Vienna, where Haydn passed his as Hob.I: 107 and Hob.I: 108, known as Symphony ‘A’ and the approval of her father. Eventually, however, the young of Arts, learning his craft as a violinist with such orchestras as the Hallé and the BBC
son of a wheelwright. Trained at the choir-school of St final years, dying in 1809, as the French armies of Napoleon Symphony ‘B’, following the numbering of Eusebius lovers are united, as they had to be. Philharmonic, and later as concert-master with Le Concert Spirituel and Les Arts Florissants
Stephen’s Cathedral in Vienna, he subsequently spent some approached the city yet again. Mandyczewski, were written in the late 1750s for Haydn’s La vera costanza, the overture to which was also included in Paris, recording and touring internationally. After an earlier career in Ireland and
years earning a living as best he could from teaching and Haydn lived during the period of the eighteenth century first significant patron, Count Morzin, at Lukavec Castle. in the Sei Sinfonie of 1782, had its first performance at throughout Europe, he moved to Canada to take up positions with the University of Toronto
playing the violin or keyboard, and was able to profit from that saw the development of instrumental music from the Both are scored for pairs of oboes and horns with strings and Eszterháza in 1779 and was revived there in 1785, when and the Tafelmusik Baroque Orchestra, and in 1996 formed and became the Music Director
association with the old composer Porpora, whose assistant age of Bach and Handel to the era of the classical sonata, harpsichord continuo, the bass line perhaps doubled by a Haydn was obliged to reconstruct the work largely from of the Aradia Ensemble, a vocal and instrumental group that has won extraordinary successes,
he became. Haydn’s first appointment was probably as early with its tripartite first-movement form and complementary bassoon, an instrument that has its own moment of solo memory, after the destruction of the original performance not least with its recordings for Naxos. Although Kevin Mallon specialises in music of the
as 1758 as Kapellmeister to a Bohemian nobleman, Count two or three further movements, the former the basis now of glory in the second work. Symphony ‘A’ found a later place material in a fire at the Eszterháza opera house in late 1779. Baroque period, he is in demand to conduct a wider repertoire. He is Music Director of the
von Morzin, whose kinsman had once served as patron to much instrumental composition. The symphony may claim in a French publication of Haydn’s Op. 1 Quartets, with the The overture, of course, was already preserved in Artaria’s Toronto Chamber Orchestra, a group drawn from among Toronto’s best orchestral musicians,
Vivaldi. This was followed in 1761 by employment as Vice- to have become the most important form of orchestral wind parts omitted. Two contrasting subjects are presented 1782 publication, augmented by ballet music from his opera and is also Artistic Director of Opera 2005, Ireland, formed as part of Cork’s tenure as European Capital of Culture.
Kapellmeister to one of the richest men in the Empire, composition and owes a great deal, if not its precise in due form, followed by a development section that starts Il mondo della luna, with a third and fifth movement Kevin Mallon (www.kevinmallon.ca)
Prince Paul Anton Esterházy, succeeded after his death in paternity, to Haydn. He first attempted such composition with the ascending arpeggio of the first subject. The E flat included from the first scene of La vera costanza, to make Artistic Director Opera 2005, Cork, Ireland (www.opera2005.ie)
1762 by Prince Nicolaus. On the death in 1766 of the elderly some time before 1759 and wrote his last symphonies for major second movement is scored for strings, without the up a five-movement symphony. The libretto, adapted from Music Director Aradia Ensemble and Toronto Chamber Orchestra (www.aradia.ca)
and somewhat obstructive Kapellmeister Gregor Werner, London in the final decade of the century. wind instruments, its principal theme framing a contrasting Francesco Puttini, already set in 1776 by Pasquale Anfossi,
who had found much to complain about in the By 1780, the approximate date of the composition of middle section. The last of the three movements is in deals with the attempts of Baroness Irene’s attempts to
professionalism of his young and resented deputy, Haydn Symphony No. 62 in D major, Haydn had become tripartite sonata form. separate what she thinks is the proposed marriage of her Toronto Chamber Orchestra
Symphony ‘B’ also appeared in the Paris edition of early nephew Count Errico and the fisher-girl Rosina, although The Toronto Chamber Orchestra draws its players from the best orchestras in
succeeded to his position, to remain in the same increasingly busy with theatrical activities at Eszterháza, a
Haydn string quartets. The relatively short sonata-allegro they are in fact already secretly married. It is the latter’s true Toronto, with principal players from the Toronto Symphony, the Canadian
employment, nominally at least, for the rest of his life. fact reflected in his symphonies of the period. The first
first movement is followed by a Menuetto in which oboes constancy that is unduly tested, as the drama unfolds. Opera Orchestra, the Canadian Ballet Orchestra, Tafelmusik and Aradia
On the completion of the magnificent palace at Esterháza movement of Symphony No. 62 is based on an earlier
and horns enjoy dialogue with the strings. A bassoon makes Ensemble. Many of the players also play baroque instruments and all are well
in the Hungarian plains under Prince Nicolaus, Haydn overture, which had already served its purpose as an
its own contribution to the E flat major Trio, in which the Keith Anderson versed in stylistic issues from the eighteenth century to the modern day. As
assumed command of an increased musical establishment. alternative finale to Symphony No. 53 and here has an added
other wind instruments are silent. The ternary form Andante, such, the orchestra’s approach is to extend to all periods of music the
Here he had responsibility for the musical activities of the flute part, lacking in the original Overture. The symphony
without wind instruments, is capped by a final Presto in transparency and purity of tone one achieves with period instruments. In
palace, which included the provision and direction of also includes pairs of oboes, bassoons and horns, with
sonata form. addition to Principal Conductor Kevin Mallon, the Toronto Chamber Orchestra
instrumental music, opera and music for the theatre, as well strings, in its instrumentation. These last introduce the
Haydn’s duties at Eszterháza included the provision of has worked with international soloists including Patrick Gallois, Tom Stacy,
as music for the church. For his patron he provided a second subject of the sonata-allegro form movement. The
music for the theatre, both operas and incidental music for Guy Few and Nadina Mackie Jackson and conductors Nicholas Mc Geegan and
quantity of chamber music of all kinds, particularly for the central development ends with a modulating version of the Photo: Emily Lockhart
the many plays staged there. In 1782 Artaria published as Alain Trudel.
Prince’s own peculiar instrument, the baryton, a bowed opening motif, before its due return in D major in
string instrument with sympathetic strings that could also be recapitulation. The second movement, unusually in the same Sei Sinfonie a gran orchestra opera XXXXV six overtures, Violins: Marie Berard, Concert-mistress, Paul Zevenhuizen, Elizabeth Johnston, Aya Miyagawa, Dafna Ravid,
plucked. key as the first and marked Allegretto, starts with muted five from earlier operas and one from the oratorio Il ritorno Bethany Bergman, Aisslinn Nosky, Elyssa Lefurgey-Smith, Floortje Gerritsen-Huston, Emily Hau
Prince Nicolaus died in 1790 and Haydn found himself strings, the first violin soon to be doubled by the flute. There di Tobia for a fee of five ducats each. These included Violas: Angela Rudden, Carol Gimbel, Parmela Attariwala
able to accept an invitation to visit London. There he are curious dynamic effects and a passage in F major before Haydn’s overture to his opera based on Goldoni’s Lo Cellos: Katie Rietman, Carina Reeves
provided music for concert seasons organized by the the return of the original key. The Menuet has a G major Trio speziale (The Apothecary), first staged at the opening of the Double bass: Dominic Girard
violinist-impresario Salomon. A second successful visit to in which a bassoon plays a significant rôle, partly in new opera house at Eszterháza in September 1768. The Harpsichord: Paul Jenkins
London in 1794 and 1795 was followed by a return to duty doubling the violins. The finale has a first subject that starts original play was adapted, perhaps by the tenor and Flute: Leslie Newman
with the Esterházy family, the new head of which had settled with the ascending notes of the triad and a second subject producer Carl Friberth, who sang the title rôle. In this form Oboes: Suzanne Lemieux, Brian James
principally at the family property in Eisenstadt, where marked by the reverse dotted rhythm of the so-called Scotch it contains only the principal comic characters, Sempronio, Bassoons: Nadina Mackie Jackson, Margaret P. Fay
Haydn had started his career with them. Much of the year, snap. This rhythm has an important part to play in the central the apothecary, his apprentice Mengone, who is in love with Horns: Gabe Radford, Diane Doig

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Joseph Haydn (1732–1809) development and makes its due return in the second part of
the recapitulation, after contrapuntal suggestions in the
the apothecary’s adopted daughter Grilletta, and the
disappointed suitor Volpino. In the third act, of which only a
Kevin Mallon
The Irish musician Kevin Mallon, now resident in Canada, studied conducting with John Eliot
Symphonies Nos. 62, 107 and 108 return of the first subject. small part survives, there is a mock-Turkish episode in Gardiner and composition with Peter Maxwell Davies. He was a pupil at Chetham’s School
The two symphonies numbered in the Hoboken catalogue which Volpino presents himself as a husband for Grilletta, to of Music and the Royal Northern College of Music in Manchester, and at Dartington College
Joseph Haydn was born in the village of Rohrau in 1732, the however, was to be spent in Vienna, where Haydn passed his as Hob.I: 107 and Hob.I: 108, known as Symphony ‘A’ and the approval of her father. Eventually, however, the young of Arts, learning his craft as a violinist with such orchestras as the Hallé and the BBC
son of a wheelwright. Trained at the choir-school of St final years, dying in 1809, as the French armies of Napoleon Symphony ‘B’, following the numbering of Eusebius lovers are united, as they had to be. Philharmonic, and later as concert-master with Le Concert Spirituel and Les Arts Florissants
Stephen’s Cathedral in Vienna, he subsequently spent some approached the city yet again. Mandyczewski, were written in the late 1750s for Haydn’s La vera costanza, the overture to which was also included in Paris, recording and touring internationally. After an earlier career in Ireland and
years earning a living as best he could from teaching and Haydn lived during the period of the eighteenth century first significant patron, Count Morzin, at Lukavec Castle. in the Sei Sinfonie of 1782, had its first performance at throughout Europe, he moved to Canada to take up positions with the University of Toronto
playing the violin or keyboard, and was able to profit from that saw the development of instrumental music from the Both are scored for pairs of oboes and horns with strings and Eszterháza in 1779 and was revived there in 1785, when and the Tafelmusik Baroque Orchestra, and in 1996 formed and became the Music Director
association with the old composer Porpora, whose assistant age of Bach and Handel to the era of the classical sonata, harpsichord continuo, the bass line perhaps doubled by a Haydn was obliged to reconstruct the work largely from of the Aradia Ensemble, a vocal and instrumental group that has won extraordinary successes,
he became. Haydn’s first appointment was probably as early with its tripartite first-movement form and complementary bassoon, an instrument that has its own moment of solo memory, after the destruction of the original performance not least with its recordings for Naxos. Although Kevin Mallon specialises in music of the
as 1758 as Kapellmeister to a Bohemian nobleman, Count two or three further movements, the former the basis now of glory in the second work. Symphony ‘A’ found a later place material in a fire at the Eszterháza opera house in late 1779. Baroque period, he is in demand to conduct a wider repertoire. He is Music Director of the
von Morzin, whose kinsman had once served as patron to much instrumental composition. The symphony may claim in a French publication of Haydn’s Op. 1 Quartets, with the The overture, of course, was already preserved in Artaria’s Toronto Chamber Orchestra, a group drawn from among Toronto’s best orchestral musicians,
Vivaldi. This was followed in 1761 by employment as Vice- to have become the most important form of orchestral wind parts omitted. Two contrasting subjects are presented 1782 publication, augmented by ballet music from his opera and is also Artistic Director of Opera 2005, Ireland, formed as part of Cork’s tenure as European Capital of Culture.
Kapellmeister to one of the richest men in the Empire, composition and owes a great deal, if not its precise in due form, followed by a development section that starts Il mondo della luna, with a third and fifth movement Kevin Mallon (www.kevinmallon.ca)
Prince Paul Anton Esterházy, succeeded after his death in paternity, to Haydn. He first attempted such composition with the ascending arpeggio of the first subject. The E flat included from the first scene of La vera costanza, to make Artistic Director Opera 2005, Cork, Ireland (www.opera2005.ie)
1762 by Prince Nicolaus. On the death in 1766 of the elderly some time before 1759 and wrote his last symphonies for major second movement is scored for strings, without the up a five-movement symphony. The libretto, adapted from Music Director Aradia Ensemble and Toronto Chamber Orchestra (www.aradia.ca)
and somewhat obstructive Kapellmeister Gregor Werner, London in the final decade of the century. wind instruments, its principal theme framing a contrasting Francesco Puttini, already set in 1776 by Pasquale Anfossi,
who had found much to complain about in the By 1780, the approximate date of the composition of middle section. The last of the three movements is in deals with the attempts of Baroness Irene’s attempts to
professionalism of his young and resented deputy, Haydn Symphony No. 62 in D major, Haydn had become tripartite sonata form. separate what she thinks is the proposed marriage of her Toronto Chamber Orchestra
Symphony ‘B’ also appeared in the Paris edition of early nephew Count Errico and the fisher-girl Rosina, although The Toronto Chamber Orchestra draws its players from the best orchestras in
succeeded to his position, to remain in the same increasingly busy with theatrical activities at Eszterháza, a
Haydn string quartets. The relatively short sonata-allegro they are in fact already secretly married. It is the latter’s true Toronto, with principal players from the Toronto Symphony, the Canadian
employment, nominally at least, for the rest of his life. fact reflected in his symphonies of the period. The first
first movement is followed by a Menuetto in which oboes constancy that is unduly tested, as the drama unfolds. Opera Orchestra, the Canadian Ballet Orchestra, Tafelmusik and Aradia
On the completion of the magnificent palace at Esterháza movement of Symphony No. 62 is based on an earlier
and horns enjoy dialogue with the strings. A bassoon makes Ensemble. Many of the players also play baroque instruments and all are well
in the Hungarian plains under Prince Nicolaus, Haydn overture, which had already served its purpose as an
its own contribution to the E flat major Trio, in which the Keith Anderson versed in stylistic issues from the eighteenth century to the modern day. As
assumed command of an increased musical establishment. alternative finale to Symphony No. 53 and here has an added
other wind instruments are silent. The ternary form Andante, such, the orchestra’s approach is to extend to all periods of music the
Here he had responsibility for the musical activities of the flute part, lacking in the original Overture. The symphony
without wind instruments, is capped by a final Presto in transparency and purity of tone one achieves with period instruments. In
palace, which included the provision and direction of also includes pairs of oboes, bassoons and horns, with
sonata form. addition to Principal Conductor Kevin Mallon, the Toronto Chamber Orchestra
instrumental music, opera and music for the theatre, as well strings, in its instrumentation. These last introduce the
Haydn’s duties at Eszterháza included the provision of has worked with international soloists including Patrick Gallois, Tom Stacy,
as music for the church. For his patron he provided a second subject of the sonata-allegro form movement. The
music for the theatre, both operas and incidental music for Guy Few and Nadina Mackie Jackson and conductors Nicholas Mc Geegan and
quantity of chamber music of all kinds, particularly for the central development ends with a modulating version of the Photo: Emily Lockhart
the many plays staged there. In 1782 Artaria published as Alain Trudel.
Prince’s own peculiar instrument, the baryton, a bowed opening motif, before its due return in D major in
string instrument with sympathetic strings that could also be recapitulation. The second movement, unusually in the same Sei Sinfonie a gran orchestra opera XXXXV six overtures, Violins: Marie Berard, Concert-mistress, Paul Zevenhuizen, Elizabeth Johnston, Aya Miyagawa, Dafna Ravid,
plucked. key as the first and marked Allegretto, starts with muted five from earlier operas and one from the oratorio Il ritorno Bethany Bergman, Aisslinn Nosky, Elyssa Lefurgey-Smith, Floortje Gerritsen-Huston, Emily Hau
Prince Nicolaus died in 1790 and Haydn found himself strings, the first violin soon to be doubled by the flute. There di Tobia for a fee of five ducats each. These included Violas: Angela Rudden, Carol Gimbel, Parmela Attariwala
able to accept an invitation to visit London. There he are curious dynamic effects and a passage in F major before Haydn’s overture to his opera based on Goldoni’s Lo Cellos: Katie Rietman, Carina Reeves
provided music for concert seasons organized by the the return of the original key. The Menuet has a G major Trio speziale (The Apothecary), first staged at the opening of the Double bass: Dominic Girard
violinist-impresario Salomon. A second successful visit to in which a bassoon plays a significant rôle, partly in new opera house at Eszterháza in September 1768. The Harpsichord: Paul Jenkins
London in 1794 and 1795 was followed by a return to duty doubling the violins. The finale has a first subject that starts original play was adapted, perhaps by the tenor and Flute: Leslie Newman
with the Esterházy family, the new head of which had settled with the ascending notes of the triad and a second subject producer Carl Friberth, who sang the title rôle. In this form Oboes: Suzanne Lemieux, Brian James
principally at the family property in Eisenstadt, where marked by the reverse dotted rhythm of the so-called Scotch it contains only the principal comic characters, Sempronio, Bassoons: Nadina Mackie Jackson, Margaret P. Fay
Haydn had started his career with them. Much of the year, snap. This rhythm has an important part to play in the central the apothecary, his apprentice Mengone, who is in love with Horns: Gabe Radford, Diane Doig

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the recapitulation, after contrapuntal suggestions in the
the apothecary’s adopted daughter Grilletta, and the
disappointed suitor Volpino. In the third act, of which only a
Kevin Mallon
The Irish musician Kevin Mallon, now resident in Canada, studied conducting with John Eliot
Symphonies Nos. 62, 107 and 108 return of the first subject. small part survives, there is a mock-Turkish episode in Gardiner and composition with Peter Maxwell Davies. He was a pupil at Chetham’s School
The two symphonies numbered in the Hoboken catalogue which Volpino presents himself as a husband for Grilletta, to of Music and the Royal Northern College of Music in Manchester, and at Dartington College
Joseph Haydn was born in the village of Rohrau in 1732, the however, was to be spent in Vienna, where Haydn passed his as Hob.I: 107 and Hob.I: 108, known as Symphony ‘A’ and the approval of her father. Eventually, however, the young of Arts, learning his craft as a violinist with such orchestras as the Hallé and the BBC
son of a wheelwright. Trained at the choir-school of St final years, dying in 1809, as the French armies of Napoleon Symphony ‘B’, following the numbering of Eusebius lovers are united, as they had to be. Philharmonic, and later as concert-master with Le Concert Spirituel and Les Arts Florissants
Stephen’s Cathedral in Vienna, he subsequently spent some approached the city yet again. Mandyczewski, were written in the late 1750s for Haydn’s La vera costanza, the overture to which was also included in Paris, recording and touring internationally. After an earlier career in Ireland and
years earning a living as best he could from teaching and Haydn lived during the period of the eighteenth century first significant patron, Count Morzin, at Lukavec Castle. in the Sei Sinfonie of 1782, had its first performance at throughout Europe, he moved to Canada to take up positions with the University of Toronto
playing the violin or keyboard, and was able to profit from that saw the development of instrumental music from the Both are scored for pairs of oboes and horns with strings and Eszterháza in 1779 and was revived there in 1785, when and the Tafelmusik Baroque Orchestra, and in 1996 formed and became the Music Director
association with the old composer Porpora, whose assistant age of Bach and Handel to the era of the classical sonata, harpsichord continuo, the bass line perhaps doubled by a Haydn was obliged to reconstruct the work largely from of the Aradia Ensemble, a vocal and instrumental group that has won extraordinary successes,
he became. Haydn’s first appointment was probably as early with its tripartite first-movement form and complementary bassoon, an instrument that has its own moment of solo memory, after the destruction of the original performance not least with its recordings for Naxos. Although Kevin Mallon specialises in music of the
as 1758 as Kapellmeister to a Bohemian nobleman, Count two or three further movements, the former the basis now of glory in the second work. Symphony ‘A’ found a later place material in a fire at the Eszterháza opera house in late 1779. Baroque period, he is in demand to conduct a wider repertoire. He is Music Director of the
von Morzin, whose kinsman had once served as patron to much instrumental composition. The symphony may claim in a French publication of Haydn’s Op. 1 Quartets, with the The overture, of course, was already preserved in Artaria’s Toronto Chamber Orchestra, a group drawn from among Toronto’s best orchestral musicians,
Vivaldi. This was followed in 1761 by employment as Vice- to have become the most important form of orchestral wind parts omitted. Two contrasting subjects are presented 1782 publication, augmented by ballet music from his opera and is also Artistic Director of Opera 2005, Ireland, formed as part of Cork’s tenure as European Capital of Culture.
Kapellmeister to one of the richest men in the Empire, composition and owes a great deal, if not its precise in due form, followed by a development section that starts Il mondo della luna, with a third and fifth movement Kevin Mallon (www.kevinmallon.ca)
Prince Paul Anton Esterházy, succeeded after his death in paternity, to Haydn. He first attempted such composition with the ascending arpeggio of the first subject. The E flat included from the first scene of La vera costanza, to make Artistic Director Opera 2005, Cork, Ireland (www.opera2005.ie)
1762 by Prince Nicolaus. On the death in 1766 of the elderly some time before 1759 and wrote his last symphonies for major second movement is scored for strings, without the up a five-movement symphony. The libretto, adapted from Music Director Aradia Ensemble and Toronto Chamber Orchestra (www.aradia.ca)
and somewhat obstructive Kapellmeister Gregor Werner, London in the final decade of the century. wind instruments, its principal theme framing a contrasting Francesco Puttini, already set in 1776 by Pasquale Anfossi,
who had found much to complain about in the By 1780, the approximate date of the composition of middle section. The last of the three movements is in deals with the attempts of Baroness Irene’s attempts to
professionalism of his young and resented deputy, Haydn Symphony No. 62 in D major, Haydn had become tripartite sonata form. separate what she thinks is the proposed marriage of her Toronto Chamber Orchestra
Symphony ‘B’ also appeared in the Paris edition of early nephew Count Errico and the fisher-girl Rosina, although The Toronto Chamber Orchestra draws its players from the best orchestras in
succeeded to his position, to remain in the same increasingly busy with theatrical activities at Eszterháza, a
Haydn string quartets. The relatively short sonata-allegro they are in fact already secretly married. It is the latter’s true Toronto, with principal players from the Toronto Symphony, the Canadian
employment, nominally at least, for the rest of his life. fact reflected in his symphonies of the period. The first
first movement is followed by a Menuetto in which oboes constancy that is unduly tested, as the drama unfolds. Opera Orchestra, the Canadian Ballet Orchestra, Tafelmusik and Aradia
On the completion of the magnificent palace at Esterháza movement of Symphony No. 62 is based on an earlier
and horns enjoy dialogue with the strings. A bassoon makes Ensemble. Many of the players also play baroque instruments and all are well
in the Hungarian plains under Prince Nicolaus, Haydn overture, which had already served its purpose as an
its own contribution to the E flat major Trio, in which the Keith Anderson versed in stylistic issues from the eighteenth century to the modern day. As
assumed command of an increased musical establishment. alternative finale to Symphony No. 53 and here has an added
other wind instruments are silent. The ternary form Andante, such, the orchestra’s approach is to extend to all periods of music the
Here he had responsibility for the musical activities of the flute part, lacking in the original Overture. The symphony
without wind instruments, is capped by a final Presto in transparency and purity of tone one achieves with period instruments. In
palace, which included the provision and direction of also includes pairs of oboes, bassoons and horns, with
sonata form. addition to Principal Conductor Kevin Mallon, the Toronto Chamber Orchestra
instrumental music, opera and music for the theatre, as well strings, in its instrumentation. These last introduce the
Haydn’s duties at Eszterháza included the provision of has worked with international soloists including Patrick Gallois, Tom Stacy,
as music for the church. For his patron he provided a second subject of the sonata-allegro form movement. The
music for the theatre, both operas and incidental music for Guy Few and Nadina Mackie Jackson and conductors Nicholas Mc Geegan and
quantity of chamber music of all kinds, particularly for the central development ends with a modulating version of the Photo: Emily Lockhart
the many plays staged there. In 1782 Artaria published as Alain Trudel.
Prince’s own peculiar instrument, the baryton, a bowed opening motif, before its due return in D major in
string instrument with sympathetic strings that could also be recapitulation. The second movement, unusually in the same Sei Sinfonie a gran orchestra opera XXXXV six overtures, Violins: Marie Berard, Concert-mistress, Paul Zevenhuizen, Elizabeth Johnston, Aya Miyagawa, Dafna Ravid,
plucked. key as the first and marked Allegretto, starts with muted five from earlier operas and one from the oratorio Il ritorno Bethany Bergman, Aisslinn Nosky, Elyssa Lefurgey-Smith, Floortje Gerritsen-Huston, Emily Hau
Prince Nicolaus died in 1790 and Haydn found himself strings, the first violin soon to be doubled by the flute. There di Tobia for a fee of five ducats each. These included Violas: Angela Rudden, Carol Gimbel, Parmela Attariwala
able to accept an invitation to visit London. There he are curious dynamic effects and a passage in F major before Haydn’s overture to his opera based on Goldoni’s Lo Cellos: Katie Rietman, Carina Reeves
provided music for concert seasons organized by the the return of the original key. The Menuet has a G major Trio speziale (The Apothecary), first staged at the opening of the Double bass: Dominic Girard
violinist-impresario Salomon. A second successful visit to in which a bassoon plays a significant rôle, partly in new opera house at Eszterháza in September 1768. The Harpsichord: Paul Jenkins
London in 1794 and 1795 was followed by a return to duty doubling the violins. The finale has a first subject that starts original play was adapted, perhaps by the tenor and Flute: Leslie Newman
with the Esterházy family, the new head of which had settled with the ascending notes of the triad and a second subject producer Carl Friberth, who sang the title rôle. In this form Oboes: Suzanne Lemieux, Brian James
principally at the family property in Eisenstadt, where marked by the reverse dotted rhythm of the so-called Scotch it contains only the principal comic characters, Sempronio, Bassoons: Nadina Mackie Jackson, Margaret P. Fay
Haydn had started his career with them. Much of the year, snap. This rhythm has an important part to play in the central the apothecary, his apprentice Mengone, who is in love with Horns: Gabe Radford, Diane Doig

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Joseph Haydn (1732–1809): Ausgangstonart vorauf. Das Menuett hat ein Trio in G-dur, in Oratorium Il ritorno di Tobia stammten. Unter anderem gab es

HAYDN
dem das Fagott eine signifikante Rolle spielt – nicht zuletzt, die Ouvertüre zu der Oper Lo Speziale (Der Apotheker), die
Symphonien Nr. 62 D-dur, Nr. 107 B-dur, Nr. 108 B-dur indem es die Violinen verdoppelt. Das Finale beginnt mit im September 1768 bei der Eröffnung des neuen Theaters von
aufsteigenden Dreiklangsbrechungen und enthält ein zweites Eszterháza uraufgeführt worden war. Die Bearbeitung des
Joseph Haydn wurde 1732 in dem burgenländischen Dorf erfolgreichen Aufenthalt in London (1794/95) wandte er sich
Thema, das durch seine umgekehrten Punktierungen (kurz- Librettos könnte der Tenor und Theatermann Karl Frieberth
Rohrau als Sohn eines Stellmachers geboren. Er erhielt seine wieder seinen Pflichten bei den Esterházys zu, deren neues
lang), die sogenannten Lombardismen oder scotch-snaps, vorgenommen haben, der auch die Titelrolle sang. Dabei
musikalische Ausbildung in der Chorschule des Wiener
Stephansdoms und verdiente sich anschließend seinen
Familienoberhaupt sich zumeist auf dem Anwesen in
Eisenstadt aufhielt, wo Haydns eigentliche Laufbahn
charakterisiert ist. Dieser Rhythmus spielt in der
Durchführung eine wichtige Rolle und erscheint dann auch in
wurde gegenüber dem Originalstück von Goldoni auf alle
Personen bis auf das Quartett der Komödie verzichtet, so dass
Symphonies Vol. 34
Lebensunterhalt mit Violin- und Klavierstunden bzw. als begonnen hatte. Einen großen Teil des Jahres verbrachte man
der Reprise wieder, nachdem das erste Thema mit einigen nunmehr auftreten: Sempronio, der Apotheker; sein Lehrling
Geiger oder Klavierspieler. Der bereits bestehende Kontakt zu allerdings in Wien, wo Haydn im Jahre 1809 schließlich auch
dem alten Komponisten Porpora kam ihm insofern zugute, als
dieser ihn schließlich zu seinem Assistenten machte, bevor
starb, indessen die Truppen des französischen Kaisers
Napoleon erneut heranmarschierten.
kontrapunktischen Andeutungen wieder aufgegriffen worden
war.
Die beiden Symphonien Hob. I: 107 und Hob. I: 108 sind
Mengone, der des Apothekers Adoptivtochter Grilletta liebt;
eben diese; und endlich der abgewiesene Verehrer Volpino. Im
dritten Akt, von dem nur ein kleiner Teil erhalten ist, gibt es
Symphonies Nos. 62, 107 and 108
Haydn 1758 dann seine erste Stelle als Kapellmeister des Haydn erlebte jenen Teil des 18. Jahrhunderts, in dem sich
nach der Bezeichnung von Eusebius Mandyczewski auch als eine pseudo-türkische Episode, in der sich Volpino zum
böhmischen Grafen von Morzin antreten konnte, aus dessen die Instrumentalmusik von den älteren Vorbildern eines Bach
Familie bereits ein Gönner von Antonio Vivaldi gekommen oder Händel zu der klassischen Sonate hin entwickelte, deren
Symphonie „A“ und Symphonie „B“ bekannt. Haydn schrieb
sie Ende der 1750er Jahre auf Schloss Lukavec für Graf
Wohlgefallen Sempronios als geeigneter Bräutigam
präsentiert. Am Ende kommt freilich, wie sich’s gehört, das
Toronto Chamber Orchestra • Kevin Mallon
war. 1761 folgte die Anstellung als Vizekapellmeister bei dreiteiliger Hauptsatz nebst zwei oder drei weiteren Sätzen
Morzin, seinen ersten wichtigen Dienstherrn. Beide sind mit je junge Liebespaar Mengone-Grilletta zusammen.
einem der reichsten Männer des Kaiserreiches, Fürst Paul jetzt die Basis vieler Instrumentalwerke bildete. Die
zwei Oboen und Hörnern nebst Streichern und Continuo- In den Sei Sinfonie von 1782 ist auch die Ouvertüre zu La
Anton Esterházy, dem nach seinem Tod im Jahre 1762 sein Symphonie wurde dabei ganz ohne Frage die bedeutendste
Cembalo besetzt, wobei die Basslinie möglicherweise durch Vera Costanza enthalten. Diese Oper wurde 1779 auf
Bruder Fürst Nikolaus folgte. Wiederum vier Jahre später Gattung der Orchestermusik, und sie verdankt einen Teil ihrer
ein Fagott verdoppelt wurde, das in der zweiten dieser Eszterháza uraufgeführt und 1785 wieder auf die Bühne
starb der alte, penetrante Kapellmeister Gregor Joseph Entstehung, wenn nicht gar ihre Vaterschaft, dem Wirken von
Symphonien seine solistischen Sternstunden erlebt. Die gebracht. Dazu musste Haydn das Werk weitgehend aus dem
Werner, der an der Berufsauffassung seines jungen, Joseph Haydn, der sich kurz vor 1759 erstmals auf diesem
Symphonie „A“ wurde später in Frankreich zusammen mit Gedächtnis rekonstruieren, da das ursprüngliche
ungeliebten Stellvertreters immer wieder etwas auszusetzen Gebiet versuchte und seine letzte Londoner Symphonie in der
Haydns Quartetten op. 1 publiziert, indem man auf die Aufführungsmaterial Ende 1779 bei dem verheerenden Feuer
gehabt hatte. Joseph Haydn übernahm das Amt seines letzten Dekade des 18. Jahrhunderts komponierte.
Bläserstimmen verzichtete. Zwei kontrastierende Themen im Theater des Schlosses vernichtet worden war. Die
Vorgängers und bekleidete dieses zumindest nominell bis zum Die Symphonie Nr. 62 D-dur dürfte Joseph Haydn um 1780,
werden in der üblichen Form präsentiert, dann folgt eine Ouvertüre war allerdings schon bei Artaria erschienen, und
Ende seines Lebens. mithin zu einer Zeit geschrieben haben, als die theatralischen
Durchführung, die mit dem aufsteigenden Arpeggio des ersten zwar zusammen mit Ballettmusik aus der Oper Il mondo della
Als unter Fürst Nikolaus das grandiose Schloss Eszterháza Aktivitäten auf Schloss Eszterháza längst zu seinen
Themas beginnt. Der zweite Satz in Es-dur ist für Streicher luna sowie weiterem Material aus der ersten Szene der Vera
in der ungarischen Puszta vollendet worden war, übernahm Obliegenheiten gehörten. Diese Tatsache spiegelt sich auch in
allein komponiert; sein Hauptthema umrahmt einen costanza, das nunmehr die Sätze III und V einer fünfsätzigen
Joseph Haydn die Leitung einer noch größeren Einrichtung. seinem damaligen Orchesterschaffen, beispielsweise in dem
kontrastierenden Mittelteil. Der letzte der drei Sätze bildet Symphonie bildete. Das Libretto von Francesco Puttini, das
Jetzt war er auch für die musikalischen Aktivitäten des hier vorliegenden Werk, dessen erster Satz auf eine Ouvertüre
eine dreiteilige Sonatenform. Pasquale Anfossi schon 1776 vertont hatte, beschreibt die
Schlosses verantwortlich, und dazu gehörten die zurückgeht, die zuvor schon als alternatives Finale der
Auch die Symphonie „B“ erschien in der Pariser Ausgabe Versuche der Baronin Irene, die Heiratsabsichten ihres Neffen
Bereitstellung und Leitung der Instrumentalmusik, die Symphonie Nr. 53 fungiert hatte. Hier gibt es nun eine
der frühen Haydn-Streichquartette. Dem recht kurzen, Graf Errico und des Fischermädchens Rosina zu hintertreiben,
Oberaufsicht über die Oper und die Schauspielmusik sowie zusätzliche Flötenstimme, die in der ursprünglichen Ouvertüre
sonatenförmigen Allegro-Kopfsatz folgt ein Menuetto, in dem wobei sie nicht weiß, dass diese bereits heimlich miteinander
die geistliche Komposition. Seinem Dienstherrn schrieb er fehlte. Außerdem verlangt die Symphonie je zwei Oboen,
Oboen und Hörner einen vergnüglichen Dialog mit den vermählt sind. Die wahre Treue der jungen Ehefrau ist es denn
überdies eine Fülle verschiedenster Kammermusiken, in Fagotte und Hörner nebst den gewohnten Streichern, die das
Streichern führen. Das Fagott hat im Es-dur-Trio seinen auch, die im Laufe des Dramas auf die Probe gestellt wird.
denen vor allem das Leibinstrument des Fürsten, das Baryton, zweite Thema des sonatenförmigen Allegro-Kopfsatzes
eigenen Beitrag zu spielen, indessen die anderen Bläser
eine wichtige Rolle spielte – ein Streichinstrument zwischen exponieren. Die Durchführung endet mit einer modulierenden
schweigen. Das dreiteilige Andante für Streicher wird
Cello und Gambe mit zusätzlichen Sympathiesaiten, die nicht Variante des Anfangsmotivs, worauf die Reprise den
anschließend von dem Presto-Finale in Sonatenform gekrönt. Keith Anderson
nur einfach mitschwangen, sondern auch einzeln angezupft ursprünglichen Gedanken im regelgerechten D-dur
Im Zuge seiner theatralischen Verantwortung hatte Haydn Deutsche Fassung: Cris Posslac
werden konnten. wiederholt. Das nachfolgende Allegretto steht
nicht nur Schauspielmusiken, sondern auch Opern zu
Nach dem Tode des Fürsten Nikolaus im Jahre 1790 konnte ungewöhnlicherweise in derselben Tonart wie der Kopfsatz.
komponieren. 1782 veröffentlichte Artaria zum Preise von je
Haydn eine Einladung aus London annehmen und für die von Es beginnt mit sordinierten Streichern, und bald wird die erste
fünf Dukaten Sei Sinfonie a gran orchestra opera XXXXV,
dem Geiger und Impresario Salomon organisierte Violine von der Flöte verdoppelt. Wunderliche dynamische
mithin sechs Ouvertüren, die aus fünf älteren Opern und dem
Konzertsaison etliches an Musik liefern. Nach einem zweiten Wirkungen und eine Passage in F-dur gehen der Rückkehr zur

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Joseph Haydn (1732–1809): Ausgangstonart vorauf. Das Menuett hat ein Trio in G-dur, in Oratorium Il ritorno di Tobia stammten. Unter anderem gab es

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dem das Fagott eine signifikante Rolle spielt – nicht zuletzt, die Ouvertüre zu der Oper Lo Speziale (Der Apotheker), die
Symphonien Nr. 62 D-dur, Nr. 107 B-dur, Nr. 108 B-dur indem es die Violinen verdoppelt. Das Finale beginnt mit im September 1768 bei der Eröffnung des neuen Theaters von
aufsteigenden Dreiklangsbrechungen und enthält ein zweites Eszterháza uraufgeführt worden war. Die Bearbeitung des
Joseph Haydn wurde 1732 in dem burgenländischen Dorf erfolgreichen Aufenthalt in London (1794/95) wandte er sich
Thema, das durch seine umgekehrten Punktierungen (kurz- Librettos könnte der Tenor und Theatermann Karl Frieberth
Rohrau als Sohn eines Stellmachers geboren. Er erhielt seine wieder seinen Pflichten bei den Esterházys zu, deren neues
lang), die sogenannten Lombardismen oder scotch-snaps, vorgenommen haben, der auch die Titelrolle sang. Dabei
musikalische Ausbildung in der Chorschule des Wiener
Stephansdoms und verdiente sich anschließend seinen
Familienoberhaupt sich zumeist auf dem Anwesen in
Eisenstadt aufhielt, wo Haydns eigentliche Laufbahn
charakterisiert ist. Dieser Rhythmus spielt in der
Durchführung eine wichtige Rolle und erscheint dann auch in
wurde gegenüber dem Originalstück von Goldoni auf alle
Personen bis auf das Quartett der Komödie verzichtet, so dass
Symphonies Vol. 34
Lebensunterhalt mit Violin- und Klavierstunden bzw. als begonnen hatte. Einen großen Teil des Jahres verbrachte man
der Reprise wieder, nachdem das erste Thema mit einigen nunmehr auftreten: Sempronio, der Apotheker; sein Lehrling
Geiger oder Klavierspieler. Der bereits bestehende Kontakt zu allerdings in Wien, wo Haydn im Jahre 1809 schließlich auch
dem alten Komponisten Porpora kam ihm insofern zugute, als
dieser ihn schließlich zu seinem Assistenten machte, bevor
starb, indessen die Truppen des französischen Kaisers
Napoleon erneut heranmarschierten.
kontrapunktischen Andeutungen wieder aufgegriffen worden
war.
Die beiden Symphonien Hob. I: 107 und Hob. I: 108 sind
Mengone, der des Apothekers Adoptivtochter Grilletta liebt;
eben diese; und endlich der abgewiesene Verehrer Volpino. Im
dritten Akt, von dem nur ein kleiner Teil erhalten ist, gibt es
Symphonies Nos. 62, 107 and 108
Haydn 1758 dann seine erste Stelle als Kapellmeister des Haydn erlebte jenen Teil des 18. Jahrhunderts, in dem sich
nach der Bezeichnung von Eusebius Mandyczewski auch als eine pseudo-türkische Episode, in der sich Volpino zum
böhmischen Grafen von Morzin antreten konnte, aus dessen die Instrumentalmusik von den älteren Vorbildern eines Bach
Familie bereits ein Gönner von Antonio Vivaldi gekommen oder Händel zu der klassischen Sonate hin entwickelte, deren
Symphonie „A“ und Symphonie „B“ bekannt. Haydn schrieb
sie Ende der 1750er Jahre auf Schloss Lukavec für Graf
Wohlgefallen Sempronios als geeigneter Bräutigam
präsentiert. Am Ende kommt freilich, wie sich’s gehört, das
Toronto Chamber Orchestra • Kevin Mallon
war. 1761 folgte die Anstellung als Vizekapellmeister bei dreiteiliger Hauptsatz nebst zwei oder drei weiteren Sätzen
Morzin, seinen ersten wichtigen Dienstherrn. Beide sind mit je junge Liebespaar Mengone-Grilletta zusammen.
einem der reichsten Männer des Kaiserreiches, Fürst Paul jetzt die Basis vieler Instrumentalwerke bildete. Die
zwei Oboen und Hörnern nebst Streichern und Continuo- In den Sei Sinfonie von 1782 ist auch die Ouvertüre zu La
Anton Esterházy, dem nach seinem Tod im Jahre 1762 sein Symphonie wurde dabei ganz ohne Frage die bedeutendste
Cembalo besetzt, wobei die Basslinie möglicherweise durch Vera Costanza enthalten. Diese Oper wurde 1779 auf
Bruder Fürst Nikolaus folgte. Wiederum vier Jahre später Gattung der Orchestermusik, und sie verdankt einen Teil ihrer
ein Fagott verdoppelt wurde, das in der zweiten dieser Eszterháza uraufgeführt und 1785 wieder auf die Bühne
starb der alte, penetrante Kapellmeister Gregor Joseph Entstehung, wenn nicht gar ihre Vaterschaft, dem Wirken von
Symphonien seine solistischen Sternstunden erlebt. Die gebracht. Dazu musste Haydn das Werk weitgehend aus dem
Werner, der an der Berufsauffassung seines jungen, Joseph Haydn, der sich kurz vor 1759 erstmals auf diesem
Symphonie „A“ wurde später in Frankreich zusammen mit Gedächtnis rekonstruieren, da das ursprüngliche
ungeliebten Stellvertreters immer wieder etwas auszusetzen Gebiet versuchte und seine letzte Londoner Symphonie in der
Haydns Quartetten op. 1 publiziert, indem man auf die Aufführungsmaterial Ende 1779 bei dem verheerenden Feuer
gehabt hatte. Joseph Haydn übernahm das Amt seines letzten Dekade des 18. Jahrhunderts komponierte.
Bläserstimmen verzichtete. Zwei kontrastierende Themen im Theater des Schlosses vernichtet worden war. Die
Vorgängers und bekleidete dieses zumindest nominell bis zum Die Symphonie Nr. 62 D-dur dürfte Joseph Haydn um 1780,
werden in der üblichen Form präsentiert, dann folgt eine Ouvertüre war allerdings schon bei Artaria erschienen, und
Ende seines Lebens. mithin zu einer Zeit geschrieben haben, als die theatralischen
Durchführung, die mit dem aufsteigenden Arpeggio des ersten zwar zusammen mit Ballettmusik aus der Oper Il mondo della
Als unter Fürst Nikolaus das grandiose Schloss Eszterháza Aktivitäten auf Schloss Eszterháza längst zu seinen
Themas beginnt. Der zweite Satz in Es-dur ist für Streicher luna sowie weiterem Material aus der ersten Szene der Vera
in der ungarischen Puszta vollendet worden war, übernahm Obliegenheiten gehörten. Diese Tatsache spiegelt sich auch in
allein komponiert; sein Hauptthema umrahmt einen costanza, das nunmehr die Sätze III und V einer fünfsätzigen
Joseph Haydn die Leitung einer noch größeren Einrichtung. seinem damaligen Orchesterschaffen, beispielsweise in dem
kontrastierenden Mittelteil. Der letzte der drei Sätze bildet Symphonie bildete. Das Libretto von Francesco Puttini, das
Jetzt war er auch für die musikalischen Aktivitäten des hier vorliegenden Werk, dessen erster Satz auf eine Ouvertüre
eine dreiteilige Sonatenform. Pasquale Anfossi schon 1776 vertont hatte, beschreibt die
Schlosses verantwortlich, und dazu gehörten die zurückgeht, die zuvor schon als alternatives Finale der
Auch die Symphonie „B“ erschien in der Pariser Ausgabe Versuche der Baronin Irene, die Heiratsabsichten ihres Neffen
Bereitstellung und Leitung der Instrumentalmusik, die Symphonie Nr. 53 fungiert hatte. Hier gibt es nun eine
der frühen Haydn-Streichquartette. Dem recht kurzen, Graf Errico und des Fischermädchens Rosina zu hintertreiben,
Oberaufsicht über die Oper und die Schauspielmusik sowie zusätzliche Flötenstimme, die in der ursprünglichen Ouvertüre
sonatenförmigen Allegro-Kopfsatz folgt ein Menuetto, in dem wobei sie nicht weiß, dass diese bereits heimlich miteinander
die geistliche Komposition. Seinem Dienstherrn schrieb er fehlte. Außerdem verlangt die Symphonie je zwei Oboen,
Oboen und Hörner einen vergnüglichen Dialog mit den vermählt sind. Die wahre Treue der jungen Ehefrau ist es denn
überdies eine Fülle verschiedenster Kammermusiken, in Fagotte und Hörner nebst den gewohnten Streichern, die das
Streichern führen. Das Fagott hat im Es-dur-Trio seinen auch, die im Laufe des Dramas auf die Probe gestellt wird.
denen vor allem das Leibinstrument des Fürsten, das Baryton, zweite Thema des sonatenförmigen Allegro-Kopfsatzes
eigenen Beitrag zu spielen, indessen die anderen Bläser
eine wichtige Rolle spielte – ein Streichinstrument zwischen exponieren. Die Durchführung endet mit einer modulierenden
schweigen. Das dreiteilige Andante für Streicher wird
Cello und Gambe mit zusätzlichen Sympathiesaiten, die nicht Variante des Anfangsmotivs, worauf die Reprise den
anschließend von dem Presto-Finale in Sonatenform gekrönt. Keith Anderson
nur einfach mitschwangen, sondern auch einzeln angezupft ursprünglichen Gedanken im regelgerechten D-dur
Im Zuge seiner theatralischen Verantwortung hatte Haydn Deutsche Fassung: Cris Posslac
werden konnten. wiederholt. Das nachfolgende Allegretto steht
nicht nur Schauspielmusiken, sondern auch Opern zu
Nach dem Tode des Fürsten Nikolaus im Jahre 1790 konnte ungewöhnlicherweise in derselben Tonart wie der Kopfsatz.
komponieren. 1782 veröffentlichte Artaria zum Preise von je
Haydn eine Einladung aus London annehmen und für die von Es beginnt mit sordinierten Streichern, und bald wird die erste
fünf Dukaten Sei Sinfonie a gran orchestra opera XXXXV,
dem Geiger und Impresario Salomon organisierte Violine von der Flöte verdoppelt. Wunderliche dynamische
mithin sechs Ouvertüren, die aus fünf älteren Opern und dem
Konzertsaison etliches an Musik liefern. Nach einem zweiten Wirkungen und eine Passage in F-dur gehen der Rückkehr zur

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This final volume of the Haydn complete symphonies features the beautifully crafted and dramatic Symphony
No. 62, one of the relatively unknown middle period symphonies composed around 1780 at Eszterháza when
Haydn, increasingly busy with theatrical activities, often adapted his stage works into symphonies. The
Symphonies later numbered Nos. 107 and 108 are in fact early works, dating from the 1750s before Haydn joined
the Esterházy establishment. Both are scored for pairs of oboes and horns with strings and harpsichord continuo. DDD
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HAYDN: Symphonies Nos. 62, 107 and 108

Joseph

HAYDN: Symphonies Nos. 62, 107 and 108


Playing Time
HAYDN 68:35

(1732-1809)
Symphonies Vol. 34
Symphony No. 62 in D major 25:28 Overture: La vera costanza, Hob.Ia:15 9:04
1 Allegro 7:48 @ Presto 3:09
2 Allegretto 6:38 # Allegretto 2:07
3 Menuet: Allegretto 3:07 $ Allegro moderato 1:40
4 Finale: Allegro 7:55 % Andante 1:25
^ Allegro moderato 0:43
Symphony in B flat major, Hob.I:107 (Sinfonia ‘A’) 13:32

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Booklet notes in English • Kommentar auf Deutsch


 & 훿 2008 Naxos Rights International Ltd.
5 Allegro 5:38 Overture: Lo speziale, Hob.Ia:10 6:53
6 Andante 3:04 & Presto 3:12
7 Allegro molto 4:50 * Andante 3:06
( Presto 0:35
Symphony in B flat major, Hob.I:108 (Sinfonia ‘B’) 13:37
8 Allegro molto 3:16
9 Menuetto: Allegretto 4:20
0 Andante 3:17
! Finale: Presto 2:44

Toronto Chamber Orchestra • Kevin Mallon


Recorded at St. Anne's Church, Toronto, Canada, from 25th-27th June 2008
8.572130

8.572130
Producers: Bonnie Silver and Norbert Kraft • Engineering: Norbert Kraft
Editing: Bonnie Silver • Booklet Notes: Keith Anderson
Cover Picture: Vienna as seen from the Upper Belvedere, 1784 by Karl Schuetz (1745-1800)
Black pen, watercolour, traces of opaque paint (Vienna, Graphische Sammlung Albertina. Photo: akg-images)