Sie sind auf Seite 1von 34

Allgemeine Informationen

• amtlicher Staatsname: Republik Österreich

• Binnenstaat im südlichen Mitteleuropa

• Fläche: um 83 858 km2

• Staatsgrenze (Länge): um 2706 km

• von Osten nach Westen: um 573 km

• von Norden nach Süden: um 294 km

 Bevölkerungszahl: um 8,8 Millionen


• Hauptstadt: Wien
 Sprache:
• Deutsch (Österreichisches Deutsch, österreichische Dialekte)
• Minderheiten-Sprachen

angrenzende Staaten (8)

1.Deutschland (816 km) 2. Tschechien (466 km) 3. Slowakei (107 km) 4. Ungarn (356 km) 5.
Slowenien (330 km) 6. Italien (430 km) 7. Schweiz (166 km) 8. Lichtenstein (35 km)

1
Name „Österreich“
*unächst „Ostarrichi“ (Urkunde aus dem Jahr 996); schließlich Österreich

• Flagge

o waagerecht in den Farben rot-weiß-rotgestreift

o wurde im 13. Jh. von Herzog Friedrich II.eingeführt

Anmerkung: Friedrich II. wollte mit der eigenen Flagge eine größere Unabhängigkeit gegenüber
dem Heiligen Römischen Reich demonstrieren.

Wappen Österreichs: Österreichischer Adler

Symbole (Bedeutung)

• Adler: Souveränität

• Bindenschild: Österreich

• Stadtmauerkrone: Bürgertum

• Sichel: Bauernstand

• Hammer: Arbeiterschaft

• gesprengte Eisenkette: Befreiung von der nationalsozialistischen Diktatur

Nationalhymne/ Bundeshymne

o Gedicht: Land der Berge

o Text: Paula Preradović

o Melodie: vermutlich Johann Baptist Holzer

Anmerkung: Zur Zeit der Wahl der Melodie dachte man, sie wäre von Wolfgang Amadeus
Mozart.

Natur: abwechslungsreiche/-s Klima und Landschaft (Alpen, Seen, Flüsse)


3 Klimabereiche Österreichs (grobe Unterteilung)

1. das alpine Klima (in den Gebirgen)

o niederschlagreich

o Sommer → kurz, relativ kühl

2
o Winter → lang, schneereich

2. das mitteleuropäische Übergangsklima (im Alpengebiet; in den Ebenen)

o atlantische Einflüsse (Westwinde) → bringen im Sommer Gewitter; im Winter Regen und


Schnee

o trockene Ostwinde oder Hochdruckwetter → bringen heiße Tage im Sommer; anhaltende Kälte
im Winter; oft Nebel in den Ebenen und Sonnenschein auf den Bergen

3. das pannonische Klima (Osten Niederösterreichs; nördliches Burgenland)

o kurzer Frühling; langer Sommer mit Niederschlägen

o Herbst (trocken und schön); Winter (relativ kalt)

***2/3 des Landes liegt in den Alpen (weite Teile Österreichs → unbesiedelt)

Höchster Berg Österreichs: Großglockner (3.798m) – drugi Grossvenediger, Weisskugel,


Dachstein, Schneeberg...

die längsten Flüsse Österreichs

• 8. Donau, 2 888 km (davon 350 km in Österreich) → längster Fluss Österreichs

• 4. Drau, 749 km (davon 268 km in Österreich)

• 2. Inn, 517 km (davon 280 km in Österreich)

• 5. Mur, 453 km (davon 343 km in Österreich)

• 7. Enns, 254 km (davon 254 km in Österreich)

• 3. Salzach, 225 km (davon 225 km in Österreich)

Donau

• für Österreich mehr als nur ein Fluss

• ein Kulturraum und Wasserweg

• wirtschaftliche und mentale Klammer zu Mittel- und Osteuropa

größter See Österreichs:

3
•*abhängig von der Quelle

• Bodensee (538,5 km2)

• Neusiedlersee (132,0 km2)

Hallstätter See (Oberösterreich); Wolfgangsee (Salzburg und Oberösterreich); Neusiedlersee


(Burgenland);

Industrie/ Wirtschaftssektoren

• reiches und hoch entwickeltes Industrieland

• Industrie-/Wirtschaftszweige:

o Chemiewerke

o Fahrzeugbau

o Maschinenbau

o Stahlbau

o Tourismus

4
lange kulturelle Tradition:

• Sehenswürdigkeiten: Kulturstädte, Burgen, Schlösser, Museen, Naturparks etc.

• Musik, Kunst, Architektur, Literatur etc.

• berühmte Persönlichkeiten: Franz Schubert, Kaiserin Elisabeth von Österreich (Sissi), Gustav
Mahler, Friedensreich Hundertwasser, Wolfgang Amadeus Mozart etc.

Land voller Brauchtümer/Traditionen

o Percht

o Kleidung: Tracht (Dirndl; Lederhose)

o Küche (Speisen)

Kaiserschmarrn

Apfelstrudel

Kasnudeln

Wiener Schnitzel

Österreicher-Stereotype

• Trachtanzug, Lederhose, Dirndl

• leben in einem Dorf in den Bergen

• Skifahrer

• 66% der österreichischen Bevölkerung lebt in Stadtregionen

• 1/5 der Bevölkerung lebt in der Bundeshauptstadt Wien

• bis zu den 1980er Jahren → stagnierte die Einwohnerzahl Österreichs

• Zugang von ausländischen Bewohnern → Anstieg der Einwohnerzahl

Anmerkung: Im Ausland lebende und arbeitende Österreicher („Auslandsösterreicher“) →


besitzen seit 1990 das Wahlrecht für die Nationalrats- und Bundespräsidentenwahl.

Mitprägung der österreichischen Identität durch andere Volksgruppen

o lange Tradition

5
o Teile der österreichischen Wohnbevölkerung:

(gesetzlich anerkannte) Minderheiten, deren Muttersprache nicht Deutsch ist, sondern


Slowenisch (Kärntner Slowenen), Kroatisch, Tschechisch, Slowakisch, Ungarisch, Romanes
(Sinti)

Arbeitsmigranten (Gastarbeiter)

Asylbewerber, Flüchtlinge

Gaststudenten

etc.

• abhängig von der gegebenen gesellschaftlich-politischen Situation oder individuellen


Einstellung:

o friedliches interkulturelles Zusammenleben

o interkulturellen Konflikte

***Ausschnitt aus einem Artikel

In Wien wohnen Menschen aus 183 Ländern Noch nie zuvor war das Nationengemisch in der
Hauptstadt derartig bunt. [...] Mit Stichtag 1. Jänner 2016 hatten Menschen mit 183
unterschiedlichen Staatsbürgerschaften ihren Hauptwohnsitz in Wien. Die meisten von ihnen
(1,3 von 1,8 Mio.) sind Österreicher. Doch ihre Zahl geht trotz zahlreicher Einbürgerungen
zurück. Bei der Volkszählung 1971 standen noch 1,55 Mio. „Einheimische“ in den Registern.
Nach den Österreichern stellen Stadtbewohner mit serbischem Pass die mit Abstand zweitgrößte
Nationengruppe (74.538). Die Deutschen liegen nach den Türken (45.539) auf dem vierten Rang
(42.190).

6
7
ÖSTERREICH – GESCHICHTE
• um 1000 v. Chr.→ Illyrer

o indoeuropäisches Volk

o siedelten sich am Alpen-Ostrand an

• um 200 v. Chr. → Norikumoein keltischer Staat im heutigen Kärnten

• Römerzeit (Römer)

o Ausdehnung des Römischen Reiches bis an die Donau

o Römer

bauen Straßen

gründen Siedlungen

o Entwicklung der (späteren) österreichischen Städte aus den gegründeten (römischen)


Siedlungen:

Vindobona → Wien

Lentia → Linz

Juvavum → Salzburg

Brigantium → Bregenz

• Völkerwanderung (4-6. Jh.)

o 500-700: die Bayern besetzen das Land

• um 800 → Karl der Große

besiegt die Awaren (=Bündnis verschiedener Stämme und Reitervölker)

gründet eine Grenzmark (=Grenzgebiet) im Raum zwischen Enns und Wien

976

o Belehnung der Familie der Babenberger mit Teilen des Gebietes

o Babenberger: österreichisches Markgrafen- und Herzogsgeschlecht fränkisch-bayerischer


Herkunft

8
996

o taucht der urspr. Name „Ostarrichi“ zum ersten Mal in einer Urkunde auf

o „Ostarrichi“ = Land/Reich im Osten

• 10. - 13. Jh.: Herrschaft der Babenberger

o wirtschaftliche und kulturelle Blütezeit

o unter den späteren Babenbergern

Erweiterung der Regierung/Gebiete nach Osten und Süden

Wien wird Residenzstadt

größere Eigenständigkeit innerhalb des Heiligen Römischen Reichs

• 1246

o Ende der Babenberger-Herrschaft (starben aus)

o Interregnum

• 1273

o Übernahme der Regierung durch die Habsburger

Aufstieg Österreichs zur Großmacht in Europa

Wien entwickelt sich zur glanzvollen Metropole eines mächtigen Reichs

*Habsburger: Fürstengeschlecht; benannt nach ihrer Stammburg in der heutigen Schweiz

• 14. Jh. Habsburger bekommen:

o Kärnten

o Tirol

o Teile von Vorarlberg

ab 15. Jh.

o Habsburger herrschen als Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation

o Heiratspolitik → sichern sich den internationalen Einfluss (Frankreich, Spanien, Kolonien der
Übersee)

9
16/17. Jh.

o Abwehr der Osmanen (berühmter Feldherr: Prinz Eugen von Savoyen)

o Barock-Zeit

Hochblüte in der Kunst und Kultur

Entstehung von Prachtbauten

1522

o Teilung des Reichs der Habsburger auf mehrere Linien der Familie

spanische Linie

österreichische Linie

1526

* österreichische Linie der Habsburger (Kaiser Ferdinand I.):

o erwirbt Böhmen und Ungarn

o Legung des Grundsteins für den späteren Vielvölkerstaat (die Umrisse der späteren
österreichisch-ungarischen Monarchie)

18. Jh.

• Maria Theresia und Joseph II. (aufgeklärter Absolutismus) → unter ihrer Regierung:

• Reformen in allen Bereichen des Staates (zentrale Verwaltung, Schulpflicht, Aufhebung der
Leibeigenschaft...)

• Erschaffung der Grundlagen für einen modernen Staat

19. Jh.

• Franz II/I.

o letzter Kaiser des Heiligen Römischen Reichs deutscher Nation

o 1804: nahm den Titel „Kaiser von Österreich“ an

o 1806: legte die römisch-deutsche Kaiserkrone nieder

10
1848

• Kaiser Franz Joseph I. (1830-1916) übernimmt die Regierung

• Regierungszeit: 68 Jahre (1848-1916)

1866

• Krieg zwischen Preußen und Österreich

o Habsburgerstaat verliert:

den Krieg

die Vorherrschaft im deutschen Raum

1867

•„Ausgleich“ → Doppelmonarchie Österreich-Ungarn

zerfiel während/nach dem Ersten Weltkrieg

zunehmende Kämpfe der einzelnen Nationalitäten

• 20. Jh.

o 1914

Ermordung des österreichischen Thronfolgers (Erzherzog Franz Ferdinand) in Sarajevo

Erster Weltkrieg

• 1916

o Tod → Kaiser Franz Joseph I.

o Karl I.

letzter Kaiser von Österreich

Regierungszeit: 1916-1918

• 1918

o Ende des Ersten Weltkriegs

Ende der Herrschaft der Habsburger

Abschaffung der Adelsherrschaft in Österreich

11
o erzwungener Verzicht →Karl I.

verzichtet auf die (weitere) Regierung

geht ins Schweizer Exil

• 1918

o Gründung der ersten Republik in Österreich

o Zeit des Bestehens der Republik: 1918-1938

o gemeinsame Regierung der (großen) Parteien (dauerte nicht lange; bald blutige
Zusammenstöße)

Christlich-soziale

Sozialdemokraten

Im November 1918 wurde auch das Frauenwahlrecht eingeführt. Bei den ersten
demokratischen Wahlen der Republik (Februar 1919) konnten somit auch Frauen ihre Stimme
abgeben.

In der ersten Koalitionsregierung von 1918 bis 1920 entstanden noch heute bedeutende
Sozialgesetze (z. B. Sozialversicherung; Acht-Stunden-Tag).

Österreichische Verfassung  1.10.1920 → beschloss die Nationalversammlung die


Österreichische Verfassung (Regelung des politisches Systems; Aufbau des demokratischen
Staates) → gilt (in z. T. geänderter und erweiterter Form) bis heute.

• Karl Renner (1870-1950)

o Staatskanzler Deutsch-österreichs bzw. der (ersten) Republik in Österreich

o Regierungszeit: 1918-1920

• 1919: Vertrag von St. Germain (Frankreich)

o Österreichs Verlust wichtiger Gebiete

o Österreich wird von einer großen Vielvölkermonarchie zu einem Kleinstaat

o Verbot des Anschlusses Österreichs an Deutschland

o Verbot des Namens „Deutschösterreich“ → der offizielle Name wird „Republik Österreich“
(besteht bis heute)

12
*Durch den Verlust von Ungarn, Böhmen, Mähren, Südtirol und Slowenien schrumpft
Österreich auf 12 Prozent seiner ursprünglichen Größe (Verlust bedeutender
Wirtschaftsstandorte).

Nach anfänglicher Verbesserung der wirtschaftlichen Situation in Österreich (nach dem Ersten
Weltkrieg), erfasste die Weltwirtschaftskrise (1929) auch Österreich, wodurch sich die
Situation im Land verschlimmerte (Inflation, innenpolitische Konflikte der Parteien, fast 1/3 der
Bevölkerung arbeitslos).

• 1932-1934: (Regierung) Engelbert Dollfuß

o christlich-sozialer Politiker

o 1932: Dollfuß wird Bundeskanzler

wollte (zunächst) ein „christliches und selbstständiges Österreich“

näherte sich zunehmend dem faschistischen Italien

1933: „Selbstausschaltung“ des Parlaments

Verbot des Schutzbundes

Einschränkung der Meinungsfreiheit

o zunehmende feindliche Konflikte zwischen den bestehenden großen politischen Gruppen

Christlich-sozialen

Sozialdemokraten

Deutschnationalen

o gewalttätige Konfrontationen der Wehrverbände der unterschiedlichen politischen Lager:

Republikanischer Schutzbund (sozial-demokratisch)

Heimwehr (christlich-sozial)

o zunehmender Einfluss und zunehmende Terrorwellen der Anhänger der Nationalsozialisten

• 1934

o Bürgerkriegsähnliche-Zustände im Land

o Ermordung von Dollfuß bei einem (erfolglosen) Putschversuch

o Kurt Schuschnigg wird Bundeskanzler

13
diktatorische Regierung

„austrofaschistischer Ständestaat“

• 09.03.1938: geplante Volksabstimmung

o Frage: freies Österreich oder nationalsozialistisches Österreich?

o Adolf Hitler

verhindert die Abstimmung

Hitlers Drohung: Einmarsch seiner Truppen

Hitlers Forderung: Übergabe des Kanzleramtes an die Nationalsozialisten

• 11.03.1938

o Schuschnigg muss zurücktreten

•11/12/13.03.1938:

o Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich

•12.03.1938:

o Einmarsch der deutschen Truppen in Österreich

•Reaktionen (auf den Anschluss):

o kein Einmischen der Westmächte England und Frankreich

o Zustimmung Italiens

*Österreich

kein Widerstand des größten Teils der Bevölkerung

Jubelempfang für Hitlers Soldaten

Anschluss des Bundesheers der Österreicher an die Wehrmacht

Ausnahmen, die Widerstand leisten

Kommunisten; revolutionäre Sozialisten

später: Partisanen, Gruppe O5

14
 erst gegen Ende des Krieges → passiver Widerstand vieler Österreicher gegen die
Nationalsozialisten

•13. 03. 1938

o Unterzeichnung des Gesetzes zur Wiedervereinigung (Deutsches Reich und Österreich)

o Regierung → in der Hand der Nationalsozialisten

• 10. 04. 1938

o Volksabstimmung unter dem Druck der Nationalsozialisten

o über 99% stimmten mit JA (Hoffnungen: mehr Arbeit; Verbesserung der Lage des Landes)

o Gegner (Verhaftungen)

Juden

Sozialdemokraten

Kommunisten

Stimmzettel-Text: Bist Du mit der am 13.März vollzogenen Wiedervereinigung Österreichs mit


dem Deutschen Reich einverstanden und stimmst Du für die Liste unseres Adolf Hitler?

• 1938-1945

• Österreichs Name:

Ostmark

Donau- und Alpenreichsgaue

• Währung in Österreich

Eiführung der Reichsmark (RM)

• aktive und passive Mitschuld der Österreicher an den Gräueltaten der NS-Regierung

o Antisemitismus

Novemberpogrome 1938

15
 Wien, Klagenfurt, Linz, Graz, Salzburg, Innsbruck etc.

 Flucht/Vertreibung des Großteils der österreichischen Juden

o Österreicher in hohen Rängen der NS-Hierarchie

• Folgen für die Österreicher

o Hundertausende Österreicher starben an der Front

o über hunderte Österreicher

 verfolgt
 verhaftet
 in KZs abtransportiert

• Juni 1944

o D-Day

Landung der Alliierten in der Normandie

Beginn der Befreiung Europas von den Nationalsozialisten

o Luftangriffe auf Österreich

o Einmarsch der amerikanischen, französischen, britischen Truppen in Österreich

•April 1945: Schlacht um Wien

o auch genannt: Wiener Operation

o Gegner (Kämpfe):

Rote Armee

deutsche Wehrmacht

o 13. 04. 1945 (14.00 Uhr)

„Wien ist befreit“

Sowjets erklären den Kampf für beendet

16
• 08. 05. 1945

o Deutsches Reich kapituliert

o Einstellung der Kriegshandlungen in ganz Österreich

o Ende des Nationalsozialismus in Österreich

Nachkriegssituation:

• Teilung Österreichs in Besatzungszonen

• Hunger, Energiemangel, zerstörte Gebäude

• um 1,6 Millionen Flüchtlinge im Land

• fast 1⁄2 Million Männer in Kriegsgefangenschaft (der Alliierten)

• großer Teil der Bevölkerung → (während der NS-Regierung) eng mit dem NS-System
verstrickt

Österreich nach 1945: Zweite Republik

• bereits während des Krieges

o Verhandlungen über die Neuordnung Österreichs nach dem Krieg

o Einigungen:

Trennung von Deutschland

keine Wiederholung der Fehler der Ersten Republik

größere Bereitschaft zur Zusammenarbeit der Parteien

27. 04. 1945

• Karl Renner proklamiert die Zweite Republik

• vorläufige Einrichtung der Republik gemäß der Verfassung der Ersten Republik

• Parteien der provisorischen Staatsregierung:

 SPÖ (Sozialdemokratische Partei Österreichs)


 ÖVP (Österreichische Volkspartei)
 KPÖ (Kommunistische Partei Österreichs)

17
provisorische Staatsregierung (nach dem 2.WK)

• zunächst nur von den Sowjets anerkannt

• September 1945: bundesweite Anerkennung der Regierung (Salzburger Länderkonferenz)

• November 1945: Wahlen

• Bundespräsident: Karl Renner


• die meisten Mandate: ÖVP, SPÖ

1945-1955

• Periode der durch die Besatzung eingeschränkten Souveränität

• Teilung Österreichs in Besatzungszonen

• die Einheit des Landes bleib trotz der Teilung bestehen

18
• Wiederaufbau des zerstörten Landes

o schwierige Jahre (bis 1949)

o ab 1948

 Marshallplan (European Recovery Program)


 Hilfspakete für Österreich

o ab 1949

 wirtschaftlicher Aufschwung

• Wiedereinführung des Schillings als Währung

• Verbot der NSDAP

o Kriegsverbrecher (NSDAP-Mitglieder)

Belastete (ca. 42 000)

 vor Volksgerichtshöfe gestellt


 Hinrichtungen
 Verlust der einstigen Posten
 Mit der Zeit sank die Zahl der Volksgerichtsprozesse

Minderbelastete (ca. 495 000)

Entnazifizierung

o „Persilschein“ (Entnazifizierung)

o „NS-Amnestie“ (Fragebogen, 1948)

 Integration der Minderbelasteten in die Gesellschaft

• ab 1955: Unabhängigkeit Österreichs

o bereits 1947

 Verhandlungen
 Schwerpunkt: unabhängiges und demokratisches Österreich

März/April 1955

Verhandlungen in Moskau

Vertreter Österreichs

19
 Bundeskanzler: Julius Raab (ÖVP)
 Außenminister: Leopold Figl (ÖVP)
 Staatssekretär: Bruno Kreisky (SPÖ)

Raabs Aussage nach den Verhandlungen: „Österreich wird frei sein.“

15. 05. 1955 (Wien, Schloss Belvedere)

Unterzeichnung des Österreichischen Staatsvertrags

Unterzeichner: Österreich, die Alliierten

 Figls Aussage: „Österreich ist frei“


 Österreich wird als souveräner Staat wiederhergestellt

1955

o Erklärung der „immerwährenden Neutralität“ Österreichs“

Bedingung für die Unabhängigkeit Österreichs

Österreichs Verpflichtungen

 kein Beitritt zu militärischen Bündnissen


 keine Zulassung militärischer Stützpunkte fremder Mächte auf dem eigenen Gebiet
 Verteidigung der eigenen Unabhängigkeit

26. 10. 1955 - Neutralitätsgesetz (seit 1965 der österreichische Nationalfeiertag)

20
1955-1966

• Fortsetzung der großen Koalition

• Großparteien: ÖVP/SPÖ

• Bundespräsidenten:

o Theodor Körner (SPÖ, 1951-1957)

o Adolf Schärf (SPÖ, 1957-1965)

o Franz Jonas (SPÖ, 1965-1974)

• Bundeskanzler:

o Julius Raab (ÖVP, 1953–1961)

o Alfons Gorbach (ÖVP, 1961-1964)

o Josef Klaus (ÖVP, 1964-1970)

1955-1966

Schlagworte:

• Bekenntnis zur Demokratie


21
• Sozialstaat

• Stabilisierung des Landes

durch die Sozialpartnerschaft

• Neutralität

• Wiederaufbau

• Fortschritt

• Tourismus-Ausbau

*Finanzminister Reinhard Kamitz (1952-60) und Bundeskanzler Julius Raab (1953–1961)

• Steuersenkung
• Förderung der Privatbetriebe
• Konsolidierung des Budgets
• Ausbau der Industrie

*Sozialpartnerschaft

• wichtige Form der Zusammenarbeit

• entstand in den späten 1940er Jahren

• Interessenvertretungen:

• Bundesarbeitskammer (AK)
• Landwirtschaftskammer Österreich (LK)
• Österreichischer Gewerkschaftsbund (ÖGB)
• Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ)

Zeit des „Eisernen Vorhangs“

o Österreich zwischen Ost und West

o Zufluchtsort der Flüchtlinge

• nach dem Ungarnaufstand (1956)


• nach dem Prager Frühling (1968)

o Gastgeber bedeutender Konferenzen und Gipfeltreffen

o Sitz internationaler Organisationen (UNO, OPEC)

22
1950/1960er

o „Goldene Zeit“ Österreichs

• Vollzeitbeschäftigung
• Wirtschaftswachstum
• niedrige Inflation

innenpolitische Konflikte der Großparteien

• Frage der Rückkehr der Habsburger

 Protest der SPÖ gegen die Einreise Ottos von Habsburg-Lothringen (Sohn des letzten
Kaisers – Karl I.)
 durfte schließlich einreisen
 Unterzeichnung der Erklärung des Verzichts auf Herrschaftsansprüche

• Franz Olah (SPÖ)

o Innenminister: ÖGB-Chef (ÖGB: Österreichischer Gewerkschaftsbund)

o 1964: Veruntreuung des Gewerkschaftsgeldes

 Folgen
• Olahs Ausschluss aus der SPÖ
• Olah gründet die DFP (Demokratische Fortschrittliche Partei)
• SPÖ verliert Stimmen → führte schließlich zur Alleinregierung der ÖVP ab 1966
• 1966: 4-monatige Gefängnisstrafe für Olah

1966-1970

o Alleinregierung der ÖVP

o Studentenrevolte in Wien der 1968er Jahre

o Bundespräsident: Franz Jonas (SPÖ, 1965-1974)

o Bundeskanzler: Josef Klaus (ÖVP, 1964-1970)

1970-1983

• Alleinregierung der SPÖ

• auch genannt: Ära Kreisky

• Bundespräsidenten:

23
 Franz Jonas (SPÖ, 1965-1974)
 Rudolf Kirchschläger (parteilos, 1974-1986)

• Bundeskanzler:

 Bruno Kreisky (SPÖ, 1970-1983)

1970er

• für Österreich (Zeit)

 Aufbruch
 Modernisierung
 internationalen Öffnung

Bruno Kreisky

• Kreiskys Amtszeit: Reformepoche der Zweiten Republik

• aktive Neutralitätspolitik
• Strafrechtsreform (unter dem Justizminister Christian Broda) → „Bessern statt strafen“
• Ausbau sozialer Leistungen des Staates
• Rechte der Frauen; Familienrecht
• Herabsetzung der Wehrdienstzeit
• Einführung des Zivildienstes
• Abschaffung der Studiengebühren
• kostenlose Schulbücher

1970er

• steigende Staatsverschuldungen verursacht durch:

 die Bestrebungen der Regierung die Arbeitslosenzahl niedrig zu halten


 die Erhöhung der Renten und des Kindergelds

• Ölpreiskrise → auch Auswirkungen auf Österreich

• Konflikte um das Kernkraftwerk Zwentendorf (Niederösterreich)

• Ortstafelstreit (Minderheiten in Kärnten)

• Debatten zur Integration der ausländischen Arbeitskräfte

24
1983

• SPÖ verliert die absolute Mehrheit

• Kreisky geht daraufhin in Rente

• Koalitionsregierungen

 Bundeskanzler: Fred Sinowatz (SPÖ, 1983-1986) bildet eine Koalition mit der FPÖ
(Freiheitliche Partei Österreichs)

1980er

• Europa

 in Ost und West geteilt


 Österreich dazwischen
 Die meisten Österreicher genossen das „Inselgefühl“.
 Papst Paul VI. bezeichnete einst Österreich als Isola felice = glückliche Insel/ Insel der
Seligen

1984 → Besetzung der Hainburger Au (Protest gegen ihre drohende Zerstörung durch ein
geplantes Wasserkraftwerk)

• umweltpolitische Bedeutung
• zugleich Beginn des Aufstiegs der Grünen

Waldheim-Affäre (Kurt Waldheim)

• langjähriger UNO-General

• Verbindung zum Nationalsozialismus

• Bundespräsident: 1986-1992

• Wahl Waldheims zum Bundespräsidenten

• außenpolitische Isolation  Waldheim ist in manchen Ländern nicht willkommen, z.B.


USA

• polarisierte die österreichische Öffentlichkeit  führte zur aktiven Auseinandersetzung


Österreichs mit seiner Vergangenheit

25
1986

o Bundeskanzler: Franz Vranitzky (SPÖ, 1986-1997)

o beendet die Koalition mit der FPÖ

• Grund: Wahl des Rechtspopulisten Jörg Haider zum Parteivorsitzenden der FPÖ

o Rückkehr zur großen Koalition ÖVP-SPÖ

FPÖ

o entwickelt sich in den 1980/90ern immer stärker in Richtung des Rechtspopulismus

o Stimmenzuwachs

1989

o Bruch des Ostblocks/ Ende des Eisernen Vorhangs

o Änderung der Position Österreichs im europäischen Gefüge

• nicht mehr ein Staat am einstigen Eisernen Vorhang


• Verpflichtung zur Neutralität

1990er: Jugoslawien-Kriege

o Österreich: unmittelbares Nachbarland

o Massenflucht nach Österreich

o Spendengelder und andere Aufbauhilfen von Seiten Österreichs für die vom Krieg zerstörten
Länder

***Österreichs EU-Beitritt***

• 1994

• Volksabstimmung
• 2/3 stimmten für den EU-Beitritt

• 1995

• Österreichs EU-Beitritt
• „Gesamtänderung“ der österreichischen Bundesverfassung

26
• 1998

• Österreich übernimmt das erste Mal den Vorsitz in der EU

• Einführung des Euros

• 1999: als Buchgeld (Geschäftsbankengeld)


• 2002 als Bargeld-Währung

Ende 1990er/ Anfang 2000

o Bundeskanzler: Wolfgang Schüssel

o Koalition: ÖVP-FPÖ

• heftige Reaktionen/Proteste im In-/Ausland


 Sanktionen der anderen EU-Staaten gegen Österreich (außenpolitische Isolation)
 Proteste der österreichischen Bevölkerung (gegen die Sanktionen)
• Lockerung/Aufhebung der Sanktionen von Seiten der EU (jedoch weiterhin kritische
Betrachtung der FPÖ)

27
• internationale Einbindung Österreichs (Auswahl):

o 1955: UNO-Beitritt (United Nations Organization)

o 1956: Europarat-Mitgliedschaft (europäische internationale Organisation zur Förderung des


wirtschaftlichen und sozialen Fortschritts)

o 1960: EFTA-Mitglied der (European Free Trade Association)

o Wien als Sitz der IAEA (International Atomic Energy Agency) und der UNIDO (United
Nations Industrial Development Organization)

o Gruppe „N+N“

o 2000: Österreich als amtierender Vorsitzender der OSCE bzw. OSZE (Organisation for
Security and Co-operation in Europe)

ÖSTERREICHISCHES DEUTSCH
Sprachen: Tschechisch, Romanes, Kroatisch, Slowenisch, Deutsch, Ungarisch, Slowakisch,
Österreichisches Deutsch

Die deutsche Sprache ist eine so genannte plurizentrische Sprache. Das bedeutet, dass es mehrere
nationale Zentren und unterschiedliche Standardvarietäten gibt. Jedes deutschsprachige Land hat
seine sprachlichen Eigenheiten und Ausdrücke. Man spricht in der Sprachwissenschaft von
Austriazismen (typisch österreichischen Ausdrücken), Helvetismen (Schweizer Ausdrücken)
und Teutonismen (bundesdeutschen Eigenheiten). Diese sprachlichen Unterschiede beziehen
sich nicht nur auf die lexikalischen Eigenheiten, sondern betreffen auch grammatische,
orthografische und phonetische Varianten.

Die Sprache in Österreich wurde während der langen Habsburgerzeit stark von
nichtdeutschen Sprachen beeinflusst. Dieser Einfluss zeigt sich besonders im Wortschatz und
der Aussprache, aber auch in syntaktischen und grammatikalischen Besonderheiten. In
Österreich werden zusätzlich zur Standardsprache mehrere oberdeutsche Dialekte (mittel-
und südbairisch sowie alemannische Dialekte in Westösterreich) gesprochen. Da die
österreichische Staatsgrenze keine historisch gewachsene Sprachgrenze ist, haben die in
Österreich gesprochenen süddeutschen Dialekte vieles mit den Mundarten in Bayern, Baden-
Württemberg und der Ostschweiz gemeinsam. In Vorarlberg werden alemannische Dialekte
gesprochen. In letzter Zeit wird die Umgangssprache auch mit Wörtern aus bundesdeutschen
Medien durchwirkt. So haben in allen Landesteilen bereits Wörter wie Tschüs, klasse, oder auch
das Wort lecker etc.Einzug gehalten.

28
Ich möchte mir eine Zigarette anzünden. Hast du ein Feuerzeug oder Zündhölzer?

Die Hochzeit war sehr schön. Das Gewand der Brautmutter war sehr elegant.

Die Bananenschale kannst du in den Mistkübel werfen.

Musst du deine Hausübungen nicht machen? Du hast doch morgen Schule.

Ich brauche was Süßes. Hast du ein Zuckerl?

• Ein Laibchen ist ein Gebäck oder manchmal auch eine Fleisch- oder Gemüsespeise in kleiner,
runder Form. Die richtige Antwort lautet also: der Bäcker.

• Lampas (auch Lampassen) sind die meist farbigen Zierstreifen an Trachten – und
Uniformhosen.

• Ein Hatscher ist ein langer, oft mühsamer Marsch.

• Wer sich verkutzt, der hat sich verschluckt - also etwas in die Luftröhre bekommen.

• Die Ribisel ist eine Johannisbeere. Man findet sie daher am Strauch.

• Wer pofelt, ist ein starker Raucher. Zum Pofeln benötigt man also eine Zigarette.

• Bramburi sind gewöhnliche Kartoffeln.

• Ein Aufpudler ist jemand, der sich sehr aufspielt.

• Wer keinen Nipf hat, der hat Angst. Denn Nipf ist ein anderer Ausdruck für Mut.

• Ein Heckenklescher ist ein alkoholhaltiger, minderwertiger Wein.

29
30
31
32
33
Bub = Junge

Pickerl = Aufkleber

Fasching = Karneval

Landeshauptmann = Ministerpräsident

heuer = in diesem Jahr

sich verkühlen = sich erkälten

Fleischhauer = Metzger

34