Sie sind auf Seite 1von 4

Elektrochemie WS 2011/2012

Lösung zur Übung 09

Johannes Zarfl
johannes.zarfl@psi.ch
Tel.: 056 310 4195

Elektrolyse / Galvanotechnik

Aufgabe 1

a) 2 Cl-  Cl2(g) + 2 e-
R T 1 0.059 1
E Cl / Cl   E 0  2.303   lg  1.37   lg  1.33 V
zF cCl  1 5

-
Na+ + e  Na (Hg)

c Na gew  %
1000   100013.546 0.002
c Na( Hg )  100   1.178 mol /l
M Na 23
RT c 0.059 5
E Cl /Cl  E 0  2.303  lg Na   1.87   log  1.83 V
z F c Na 1 1.178


Zellspannung : Ez=1.33- (- 1.83) = 3.16 V


b) 2 Cl-  Cl2(g) + 2 e-
c  g / l  200
c  NaCl
Cl 
  3.42 mol / l
M NaCl 58.5
R T 1 0.059 1
ECl / Cl   E 0  2.303   lg  1.37   lg  1.34 V
zF cCl  1 3.42

- -
2 H2O + 2 e  H2 (g) + 2 OH

R T 1 0.059 1
EOH  / H  E 0  2.303   lg  0.83   lg  0.86 V
2
zF cOH  1 3.2

1
Alternative Möglichkeit :

Berechnung der H3O+ Konzentration über die Dissoziation des Wassers und
anschließende Berechnung der Elektrolyse des H3O+
-
2 H2O <=> H3O+ + 2 OH
-
2 H3O++ 2e  H2

a H O   a HO   K w
3

Kw 1  10 14
aH O    3.125  10 15
3
a HO  3,2
R T cH O 0.059
E H O  / H  E 0  2.303   lg 3  0   lg(3.125  10 15 )  0.86 V
3 2
zF 1 1

Zellspannung : Ez=1.34 - (-0.86)= 2,20 V

Aufgabe 2

Durch Schmelzflusselektrolyse von Al2O3 (Hall-Heroult-Prozess) werden 100 Tonnen


Aluminium hergestellt. Die Zellspannung beträgt = 4.3 V. (MAl = 27.0 g/mol)

a) Wie viel elektrische Energie wird für die Elektrolyse benötigt?


nAl = 100 t / 27 g/mol = 3.704×106 mol
Kathodenreaktion: Al3+ + 3 e- → Al(0)
E=z×F×n×U
E = 3 × 96'485 C/mol × 1/3600 Ah/C × 3.704×10 6 mol × 4.3 V = 1.3 GWh (= 4.6×1012 J)

b) Wie viel Anodenmaterial (Masse) wird verbraucht?


Anodenmaterial: Kohlenstoff (siehe Skript S. 294)
Gesamtreaktion: 2 Al2O3 + 3 C → 4 Al(0) + 3 CO2
mcarbon = ¾ × 3.704×106 mol × 12.0 g/mol = 33.3 t
(Falls Bildung von CO angenommen: mcarbon = 6/4 × 3.704×106 mol × 12.0 g/mol = 66.7 t)

c) Wie gross ist das Volumen des entstehenden Gases (CO 2) unter
Standardbedingungen (T = 0 °C, p = 1013.25 hPa)
V = ¾ × 3.704×106 mol × 22.4 l/mol = 62 200 m3
(Falls Bildung von CO angenommen: V = 6/4 × 3.704×10 6 mol × 22.4 l/mol = 124 000 m3)

d) Die theoretische Spannung zwischen den Elektroden beträgt 1.18 V. Weshalb wird im
industriellen Prozess eine Zellspannung von 4.3 V verwendet ?
Antwort: Bei Berücksichtigung von elektrochemischer Überspannung und des Ohmschen
Spannungsabfalls (Elektrolyt, Elektroden) ist eine höhere Zellspannung notwendig.

2
e) Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde der Hall-Heroult-Prozess mit bis zu 7 V
durchgeführt. Wie konnte die Überspannung reduziert werden?
Antwort: Vorwiegend durch Verbesserung von Elektrolyten und Elektrodenmaterialien,
aber auch durch optimierte Prozessbedingungen. Durch verkürzte Elektrodenabstände
konnte auch der Ohmsche Spannungsabfall verringert werden.

f) Der Hall-Heroult-Prozess wird bei Prozesstemperaturen von bis zu 1000°C


durchgeführt, wobei kein Heizsystem notwendig ist, um die hohen Temperaturen zu
erreichen. Warum ?
Antwort: Aufgrund des gossen Widerstandes des Elektrolyten gehen ca. 50% der
aufgebrachten elektrischen Energie verloren. Die hierbei frei werdende Wärme (siehe
Joulesche Gesetz) reicht aus, um die notwendige Prozesstemperatur zu erreichen.

g) Erläutern Sie die Umweltprobleme, die mit dem Hall-Heroult-Prozess in


Zusammenhang gebracht werden.
Antwort: grosser Energieverbrauch, CO2 Emission ( a) Anode, b) 70% der elektrischen
Energie für die Schmelzflusselektrolyse stammt aus Kohleverbrennung)

Aufgabe 3

Eine Mikrostruktur soll durch Galvanisieren mit Kupfer beschichtet werden. Eine flache
Platte bildet die Anode. Der Elektrolyt sei ein guter, aber kein perfekter Leiter.
Beschreiben Sie die Schichtdickeverteilung innerhalb einer Vertiefung der Mikrostruktur
für den Fall dass

a) mit einem konstanten Strom beschichtet wird.


→ Wegen des begrenzten Stofftransport durch Diffusion, sinkt die Konzentration an
Cu2+ Ionen in einer Vertiefung. Die Kupferschicht in einer Vertiefung wird folglich nach
unten immer dünner.

b) mit einem gepulsten Strom beschichtet wird. Warum führt ein gepulster Strom zu
einer anderen Schichtdickeverteilung?
→ Durch einen gepulsten Strom lässt sich eine gleichmässigere Beschichtung
realisieren, da sich die Ionenkonzentration in den Vertiefungen wieder der Umgebung
angleichen kann, wenn kein Strom fliesst.

3
Statt einer Mikrostruktur soll ein Würfel beschichtet werden. Berechnen Sie welche
Stromstärke bei Verwendung eines optimalen Elektrolyten notwendig ist, um eine
gleichmäßige Kupferbeschichtung von 0.2 mm Dicke innerhalb einer Stunde zu erreichen.
Die Gesamtfläche beträgt 2 m². (ρ(Cu) = 8.92 g/cm³)

Masse der Kupferschicht:

Berechnete Stromstärke: