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1-J'om 1Leben ttt~ 0,lauben~


Der heilige Paulus schreibt an die Kolosser: ,.,Wir heten und flehen unauf-
hörlich, ihr möchtet erfüllt werden mit der Erkenntnis seines WiJl ens, m it
aller W cisheit und mit geistlichem Verständnis, um würdig des Herrn zu
wandeln und ihm in allem wohlzugefaJlen. Ihr müßt in guten Werken fruch t-
bar sein und in der Erkenntnis Gottes wachsen" (Kol. 1, 9 10).

Wir dürfen im Glauben nicht unmündige Kinder bleiben; wir sollen in der
Erkenntnis Gottes wachsen. Darum sollen wir vor a1Jem Christus immer
besser kennenlernen; ,,in ihm sind alle Schätze der Weisheit und Erkenntnis
verborgen" (Kol. 2, 3).
Um im Glauben zu wachsen, müssen wir uns im Gl~uhen weiter b i Iden.
Wir sollen darum aufmerksam die Predigt und die Christenlehre hören,
eifrig am Religionsunterricht teilnehmen und gern in der Bibel, im Katechis-
mus, im Meßbuch und in den Lebensbeschreibungen der Heiligen lese~. Auch
durch gute Bücher und Zeitschriften können wir unsern Glauben vertiefen.
Es genügt ~icht, daß wir nur im Herzen glauben; wir müssen unsern Glau-
ben auch offen und frei bekennen. Christus sagt: ,,Wer mich vor den l\fen-
schen bekennt, den werde auch ich vor meinem Vater
bekennen, der im Himmel ist. Wer mich aber vor den
Menschen verleugnet, den werde auch ich vor meinem
Vater verleugnen, der im Himmel ist" (l\llatth.10, 32 33).
Wir sollen unsern Glauben dadurch s eh ü t z e n, daß
wir ein christliches Leben führen und alles meiden, was
dem Glauben Gefahr bringt. Wer mit glaubenslosen
oder glaubensfeindlichen Kameraden vertraut umgeht
oder glaubensfeindliche Schriften liest, bringt seinen
Glauben in Gefahr. Audi ein stolzes Herz und ein un-
keusches Leben führen oft zum Unglauben. - Wer ge-
zwungen ist, in einer glauhenslosen Umgehung zu leben,
soll eifrig beten, sich besonders gut im Glauben unter-
richten und oft die heiligen Sakramente empfangen.
Gegen den Glauben sündigt, wer den G 1au h e n ver -
n a eh I ä s s i g t oder u n n ö t i g in Ge f a h r bringt,
z.B. selten oder gar nicht die Predigt hört, den Reli-
gionsunterricht versäumt, glaubensfeindliche Schriften
liest oder mit glauhenslosen Menschen verkehrt. - Gegen

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,lrn Glnnhen sföuli~r. vor nllctn, W(W f r,~iwilli~ nm GlnulH'n '1, w O i f C 11. ocfor llllH
<'igencr Schuld etwns }1' u Ische H g Inn h t. Am sdnvm·Hhm Hiindip;t gegen tfon
Gluuheu, Wt~r vom Glnuht~n n h f ii 11 t oder den Glnulum v c r I c 11 p; n c t, z. B.
wer nus der kntholisrhen Kirdw nustritt.
Wer vorn Giunhcn clurchdrnngt~n ist, 1t~ b t uni, dem Glnulum. Er l~,i:t sein
ganzes Lehen vcrtl'nucnsvoll in Gol.les Hnnd, Jfoht Gon nus gnnzom lforzm,
und t.nl nllcs, wns Gott von ihm will . .Der Glnubc ist wie eine \Vnr1.cl, nus der
nlle nnclcl'n Tup;entfon hcrvorwnd1scn.

0 her l c g c: 1. W nrum miisscn wir nns im Glnnhcn wcitcrhilden? 2. ,Vic, könnon


wir uns im Glnuhen wcitorhildon? 3. ,vodurch sollen wir unsern Glnulrnn sd1iitz()l1?
4. Was hringt unsern Gl:mbcm in Gcfnhr? 5. WnR hnt dor 1.n tnn, dor in glnnhonsloser
Umgebung leben muß? 6. Wer Aiindigt gegen den Gluuhen? 7. Wnrum können wir
den Glauben mit einer Wurzel vergleichen?

120. Mit welchen Worten verlangt Jesus, daß wir unsern Glauben belccnnen?
Jesus sagt: ,,Wer mich 'vor den Menschen hckeuut, den werde
auch ich vor meine1n Vnter bekennen, der in1 Hiu1n1el ist. Wer
mich aber vor den Menschen verleugnet, den werde aucl1 ich vor
meiue1n Vater verleugnen, der iln Him1nel ist."'

Für mein Leben: Andere miissen miihsnm noch der Wubrhcit, die Gott gcoJTcnhnrt
bat, suchen. Mir ist sie von Kindheit nn gcsdu.mkt. Ich will sie so gut keunenlcruen,
daß ich sie andern weitergeben kmm.

Wort Gottes: ,,Wie der Leih ohne Seele tot ist, so ist nucl1 der Glnube obnc Werke
tot" (Jak. 2, 26).

Glaubenszweifel - Gluubcnsversucbung - Gluubcusst~hwierig-


k e i t : Wer freiwillig über eine Glaubenswahrheit denkt : ,, Vielleicht ist dns p;nr nicht
wahr", hat einen GI n u b e n s z w c i f e I; er siindigt. - Gednnkeu F;egel1 den Gluuben.
denen wir nid1t zustimmen, sind V c r s u c b u n g c n gegen den Glnubcn; sie sind keine
Sünde. _ Wer meint, eine Gloubcnswnbrheit stehe im Widerspruch zu ei~ier nndcru
Wahrheit, bot eine G 1o u b e n s s c b wie r i g k e i t; er soll die Sdnvicrigkeit zu kliirtm
versuchen. Freilich können wir die Geheimnisse unseres Gluubcns auf Erden nie gnnz
begreifen.
Auf g 8 h e n: I. Wodurch können wir unsern Glnuhcn verlforen? 2. Woldrn ßiidicr
über den Glauben hobt ihr zu Hnuse? 3. W eld1e religiösen Zeitschriften keimst du?
4. Was zeigt in unserer Wohnung, doß wir kn1holiscl1e Christen sind? 5, Dei welchen
Gelegenheiten bekennen wir unsern Glauben ? 6. Durch welclrn Zeichen bekennen wir
ihn? 7. Mit welchen Worten können wir unsern Glauben erwcdrnn?

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