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Empfehlungen und Stellungnahmen

Kardiologe 2015 · 9:354–362 K. Werdan1 · L Eckardt2 · A. Elsässer3 · E. Fleck4 · F.A. Flachskampf5 · R. Griebenow6 ·
DOI 10.1007/s12181-015-0022-8 S. Heinemann-Meerz7 · H.M. Hoffmeister8 · M. Irmer9 · L.I. Krämer6 · B. Levenson10 ·
Online publiziert: 9. September 2015 H. Mudra11 · A. Mügge12 · N. Smetak13 · R.H. Strasser14 · M.A. Weber15 · J.-H. Wirtz16 ·
© Deutsche Gesellschaft für Kardiologie -
Herz- und Kreislaufforschung e.V. Published by K.-H. Kuck17 · H.A. Katus18
1
Springer-Verlag Berlin Heidelberg Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III, Universitätsklinikum Halle (Saale), Halle/Saale, Deutschland
– all rights reserved 2015 2
Department für Kardiologie und Angiologie, Universitätsklinikum Münster, Münster, Deutschland
3
Herzzentrum, Klinik für Kardiologie, Klinikum Oldenburg gGmbH, Oldenburg, Deutschland
4
Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung e. V., Berlin, Deutschland
5
Institut för Medicinska Vetenskaper, Akademiska sjukhuset, Uppsala, Schweden
6
Krankenhaus Merheim, Medizinische Klinik II, Kliniken der Stadt Köln gGmbH, Köln, Deutschland
7
Gemeinschaftspraxis Kardiologie, Halle/Saale, Deutschland
8
Klinik für Kardiologie und Allg. Innere Medizin, Städtisches Klinikum Solingen, Solingen, Deutschland
9
Bund Niedergelassener Kardiologen, Freiburg, Deutschland
10
Kardiologische Gemeinschaftspraxis und Herzkatheterlabor, Berlin, Deutschland
11
Klinik für Kardiologie, Pneumologie und Internistische Intensivmedizin, Klinikum Neuperlach,
Städtisches Klinikum München GmbH, München, Deutschland
12
St. Josef Hospital/Bergmannsheil, Kliniken der Ruhr-Universität Bochum, Bochum, Deutschland
13
Kardiologische Praxis, Kirchheim/Teck, Deutschland
14
Herzzentrum Dresden, Klinik für Innere Medizin und Kardiologie, Technische Universität Dresden,
Dresden, Deutschland
15
Dachau, Deutschland
16
Kardiologische Gemeinschaftspraxis, Drs. Wirtz, Schmitz, Raters, König, Dinslaken, Deutschland
17
Kardiologie, Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg, Deutschland
18
Klinik für Kardiologie, Angiologie und Pneumologie, Universitätsklinikum Heidelberg, Heidelberg,
Deutschland

Erteilung einer
Weiterbildungsbefugnis für die
Facharztkompetenz „Innere
Medizin und Kardiologie“
Empfehlungen zur Antragstellung

Die Weiterbildung zum Facharzt1 für In- ständigen Ärztekammer. Je nach Leis-
Infobox Erteilung einer Weiter-
nere Medizin und Kardiologie beinhal- tungsspektrum der Weiterbildungsstätte
bildungsbefugnis für die Facharzt-
tet eine Mindestweiterbildungszeit von erteilt die Ärztekammer dabei die Befug-
kompetenz „Innere Medizin und
36 Monaten in der Facharztkompetenz nis für die Weiterbildung in Kardiologie
Kardiologie“
Kardiologie, davon 6 Monate internisti- entweder für die volle Weiterbildungszeit
Weiter- und Fortbildungsakademie „Kardio- sche Intensivmedizin; bis zu 18 Monate von 36 Monaten oder aber nur für einen
logie“ (Task Force „Weiterbildungsordnung“ können im ambulanten Bereich abgeleis- Teilabschnitt. Die Deutsche Gesellschaft
der Projektgruppe „Aus-, Weiter- und tet werden. für Kardiologie – Herz- und Kreislauf-
Fortbildung“) der Deutschen Gesellschaft für
Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung Die Erteilung der Weiterbildungsbe- forschung (DGK) als zuständige Fachge-
(DGK) im Auftrag des Vorstandes der DGK. fugnis für die Facharztkompetenz Inne- sellschaft möchte den potenziellen Wei-
Im Benehmen mit der Ärztekammer re Medizin und Kardiologie obliegt der terbilder bei seiner Antragstellung da-
Sachsen-Anhalt, der Arbeitsgemeinschaft der für den Weiterzubildenden jeweils zu- hingehend unterstützen, dass sie das ge-
Leitenden Kardiologischen Krankenhausärzte
e. V. (ALKK), dem Bundesverband
Niedergelassener Kardiologen e. V.(BNK) und 1
Auf die durchgehende männliche und weib- Prof. Dr. med. Manfred Irmer ist Vorstandsmit-
der Sektion Kardiologie des Bundesverbandes liche Geschlechteranrede wurde aus Gründen glied im Bund Niedergelassener Kardiologen
Deutscher Internisten e. V. (BDI) der besseren Lesbarkeit verzichtet. (BNK)

354 Der Kardiologe 5 · 2015


Empfehlungen und Stellungnahmen

Die Überarbeitung trägt damit aktuellen Die zunehmende Komplexität des Fa-
Abkürzungen
Entwicklungen in der Kardiologie Rech- ches Kardiologie erfordert eine struktu-
ACS Akutes Koronarsyndrom nung, welche mittlerweile feste Bestand- rierte Weiterbildung unter Einbeziehung
CT Computertomographie teile der Facharztkompetenz „Innere Me- aller verfügbaren Möglichkeiten. Das
EK Echokardiographie dizin und Kardiologie“ geworden sind. Curriculum Kardiologie ([3], Tab. 1–7)
MRT Magnetresonanztomographie gibt die Systematik der wesentlichen
NSTEMI Non-ST-Strecken-Hebungs-Myo- Allgemeine Voraussetzungen Weiterbildungsthemen sowie die jeweils
kardinfarkt für die Weiterbildung in der erforderlichen Weiterbildungsqualifika-
ROSC „Return of spontaneous circula- Facharztkompetenz Kardiologie tionen wieder. Empfehlenswert für den
tion“ Weiterzubildenden ist ein intensives En-
STEMI ST-Strecken-Hebungs-Myokard- Vor Beginn der Weiterbildung wird dem gagement in seiner Weiterbildungsstätte,
infarkt Weiterzubildenden eine schriftliche For- verbunden mit der Teilnahme an Ärz-
TE Transösophageal mulierung des Weiterbildungskonzeptes tekammer-zertifizierten Fortbildungen
TT Transthorakal vorgelegt. In diesem Konzept werden und an am Curriculum Kardiologie [3]
Ziele, Inhalt und Zeiten der Weiterbil- orientierten Kursen und Kongressakti-
dung präzisiert. Darüber hinaus sollte vitäten der Weiter- und Fortbildungs-
dieses Dokument auch die Rotationen in akademie „Kardiologie“ der Deutschen
samte Weiterbildungsspektrum aufzeigt der eigenen Abteilung beschreiben. Dies Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und
und die einzelnen Weiterbildungsinhal- ist zwingend notwendig, wenn inner- Kreislaufforschung.
te für eine bestmögliche Weiterbildung halb von Weiterbildungsverbünden eine Je nach Leistungsspektrum des Wei-
wertet. Damit wird der Antragsteller in Rotation aus der eigenen Klinik oder terbilders und seiner Weiterbildungsstät-
die Lage versetzt zu entscheiden, ob er die sogar aus der Institution hinaus erforder- te werden Kriterien für die Erteilung ei-
volle Weiterbildungszeit von 36 Mona- lich wird. Das Weiterbildungskonzept ner 36-, 24-, 18- oder 12-monatigen Wei-
ten für sich als Weiterbilder beantragen wird erläutert und vom Weiterbilder terbildungsbefugnis vorgeschlagen. Bei
kann oder aber nur einen Teilabschnitt. schriftlich bestätigt. Nachweis zusätzlicher spezieller Quali-
Die Projektgruppe Aus-/Weiter-/ Während der Weiterbildung wird der fikationen ist eine Höherstufung, auch
Fortbildung der Deutschen Gesellschaft angehende Facharzt mindestens 1-mal graduiert um 6 Monate, möglich. Ande-
für Kardiologie – Herz- und Kreislauf- pro Jahr evaluiert und über den Fort- rerseits entbindet die Primäreinstufung
forschung hat erstmals 2008 Kriterien gang der Weiterbildung unterrichtet. Der – z. B. als Rehabilitationsklinik oder als
erarbeitet, nach welchen über den zeit- Weiterzubildende erhält dabei die Gele- Krankenhaus mit Herzkatheterlabor –
lichen Umfang der Befugnis für die genheit, seinerseits die Qualität der Wei- den Antragsteller nicht, die genannten
Schwerpunktweiterbildung entschieden terbildungsstätte zu beurteilen. Diese Da- Qualifikationen nachzuweisen.
werden kann [1]. Eine vergleichbare ten werden in einem Logbuch festgehal-
Empfehlung ist bereits 2007 von der ten und von beiden Parteien per Unter- Allgemeine Qualifikationen von
Ärztekammer Sachsen-Anhalt publi- schrift bestätigt. Diese Dokumentation Weiterbildungsbefugtem und
ziert worden [2], sie diente damals der dient u. a. auch der klinikinternen Quali- Weiterbildungsstätte
Projektgruppe als Vorlage. tätskontrolle der Weiterbildung. Die Ein-
Die vorliegende Version des Kriterien- führung elektronischer Logbücher wird 1. Die Weiterbildungsstätte behandelt
papiers ist eine Überarbeitung dieser ur- prinzipiell begrüßt. jährlich mindestens 1000 Patienten
sprünglichen Empfehlung [1]. Die Über- Die Weiterbildungsinhalte müssen mit kardiovaskulären Erkrankungen
arbeitung basiert auf folgenden, mittler- kontinuierlich dem Fortschritt in der stationär oder ambulant.
weile veröffentlichten Dokumenten: Facharztkompetenz angepasst werden. 2. Sowohl der Weiterbildungsbefugte als
a) „Curriculum Kardiologie“ der Deut- In Anbetracht der Dynamik der me- auch sein Stellvertreter sind Facharzt
schen Gesellschaft für Kardiologie dizinischen Versorgungsstruktur in der für Innere Medizin und Kardiologie
und Herz-Kreislaufforschung e. V. Kardiologie werden sich in Zukunft Or- und haben nachweislich Erfahrung in
[3], ganisationsformen, wie z. B. medizini- der Lehre und in der Vermittlung von
b) „Core Curriculum of the General sche Versorgungszentren, ortsübergrei- Weiterbildungsinhalten im Bereich
Cardiologist“ der Europäischen fende Berufsausübungsgemeinschaften der Kardiologie.
Gesellschaft für Kardiologe [4] sowie usw. entwickeln. Die Erteilung einer 3. Die Weiterbildungsstätte nimmt an
c) „Training Requirements for the Weiterbildungsbefugnis bedarf deshalb externen Qualitätssicherungsmaß-
Speciality of Cardiology“ der Euro- einer individuellen Beurteilung, die es nahmen teil.
päischen Vereinigung der Fachärzte z. B. auch Großpraxen, Praxiskliniken 4. In der Weiterbildungsstätte finden
(Union Européenne des Médecins und medizinischen Versorgungszentren regelmäßig Weiterbildungen und
Spécialistes, U.E.M.S.) [5]. ermöglicht, Weiterbildungszeiten nach zertifizierte Fortbildungen statt.
den Kriterien einer stationären Weiter-
bildung zu beantragen.

356 Der Kardiologe 5 · 2015


Zusammenfassung · Abstract

Volle Weiterbildungsbefugnis Kardiologe 2015 · 9:354–362 DOI 10.1007/s12181-015-0022-8


© Deutsche Gesellschaft für Kardiologie - Herz- und Kreislaufforschung e.V. Published by
„Kardiologie“ für 36 Monate Springer-Verlag Berlin Heidelberg - all rights reserved 2015
(Krankenhaus)
K. Werdan · L. Eckardt · A. Elsässer · E. Fleck · F. Flachskampf · R. Griebenow · S. Heinemann-
Der Weiterbilder mit voller Weiterbil-
Meerz · H. Hoffmeister · M. Irmer · L. Krämer · B. Levenson · H. Mudra · A. Mügge · N. Smetak ·
dungsbefugnis von 36 Monaten kann R. H. Strasser · M. A. Weber · J.-H. Wirtz · K.-H. Kuck · H. Katus
dem Weiterzubildenden eine vollstän-
dige und umfassende Weiterbildung in
Erteilung einer Weiterbildungsbefugnis für die
der Facharztkompetenz „Kardiologie“
Facharztkompetenz „Innere Medizin und Kardiologie“.
bieten, und zwar in Bezug auf theoreti-
Empfehlungen zur Antragstellung
sche Kenntnisse, praktische Fähigkeiten Zusammenfassung
(Kompetenzlevel I–III: s. . Tab. 1) und Die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie kann eine Weiterbildungszeit von 12 Monaten
beruflich-professionelles Verhalten [3]. – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) beantragen. Niedergelassene Kardiologen
Zu dieser vollständigen und umfassen- schlägt im Benehmen mit der Ärztekammer besitzen die Qualifikation für eine 12-
den Weiterbildung zählen neben der Sachsen-Anhalt Kriterien für den Erwerb monatige (Standards der ambulanten
der Weiterbildungsbefugnis (WBB) für kardiologischen Versorgung) bzw. 18-
Betreuung eines Patientengutes, welches die Facharztkompetenz „Innere Medizin monatige (zusätzlich Zugang zu einer
das gesamte Spektrum der kardiolo- und Kardiologie“ vor. Generell sollte die Herzkatheterabteilung) WBB. Kooperations-
gischen Krankheitsbilder abdeckt, fol- Weiterbildungsstätte jährlich mindestens und Netzwerk-Verträge können die WBB
gende spezifische Weiterbildungsinhalte 1000 Patienten mit kardiovaskulären erweitern. Mit dieser Empfehlung möchte
inklusive der zur Realisierung erforder- Erkrankungen behandeln, und der Wei- die DGK dem Weiterbilder als Antragsteller
terbilder sowie sein Stellvertreter sollten Hilfestellung geben, zur Qualität der
lichen Struktur- und Prozessqualitäten Kardiologe sein. Als Qualifikation für volle Weiterbildung im Fach Kardiologie beitragen
in der Weiterbildungsstätte: WBB von 36 Monaten wird von einer Klinik und die Zusammenarbeit auf dem Gebiet
1. Kardiologische Basisuntersuchung das komplette Weiterbildungsspektrum der kardiologischen Weiterbildung mit den
(Tab. 1 in [3]), allgemeine Kardiologie erwartet; die Durchführung von elektiven Ärztekammern intensivieren.
(Tab. 2 in [3]) und Echokardiographie und notfallmäßigen Koronarinterventionen
(Herzkatheterlabor) rechtfertigt 24 Monate, Schlüsselwörter
(Tab. 3 in [3]) und eine Klinik mit kardiologischer Grundver- Kardiologie · Kardiovaskuläre Erkrankungen ·
a) Das Leistungsspektrum der Wei- sorgung/kardiologische Rehabilitationsklinik Qualifikation · Herzkatheter · Ärztekammer
terbildungsstätte gibt dem Wei-
terzubildenden die Möglichkeit,
während seiner Weiterbildungszeit Issuing an advanced training authorization for the specialist
die in . Tab. 2 unter 1), 2) und 3) competence “internal medicine and cardiology”.
aufgeführten Mindestzahlen und Recommendations on applications
Kompetenzlevel zu erreichen.
2. Das gesamte Spektrum der Rhythmo- Abstract
The German Cardiac Society (DGK) proposes, routine non-interventional cardiac treatment
logie mit nichtinvasiver und invasiver
in agreement with the Saxony-Anhalt of patients. In analogy, cardiologists in private
Diagnostik, Differenzialdiagnostik Medical Chamber, criteria for regulating practice can obtain teaching authorization
und Therapie von Herzrhythmusstö- specialist training in internal medicine and for 12 months (standard outpatient cardiac
rungen cardiology and for authorization of training treatment) or 18 months (by additionally
a) Die antiarrhythmischen Therapie- cardiologists. In general, the institution having access to a cardiac catherization facil-
which trains cardiologists should perform ity). Cooperation and network contracts can
verfahren beinhalten neben der
treatment of at least 1000 patients with enlarge the authorized teaching spectrum.
Pharmakotherapie Verfahren zur cardiovascular disorders annually and the With these recommendations the DGK wants
Kardioversion und Defibrillation, training supervisor as well as the deputy to outline the mandatory requirements for
die passagere und permanente should be certified cardiologists. A hospital speciality training in cardiology, contribute to
elektrische Stimulation und Re- cardiologist having authorization for the the quality of regulated specialist cardiology
full 36-month cardiology training should training and improve cooperation in cardiac
synchronisation, die invasiven
enable the trainee to gain expertise in the training with the German Medical Chambers.
elektrophysiologischen Untersu- full spectrum of cardiology, authorization for
chungen und Therapien sowie 24 months training necessitates a cardiac Keywords
Katheterablationen, den Einsatz catherization laboratory in the hospital and Cardiology · Cardiovascular diseases ·
aktiver Herzrhythmusimplantate authorization for 12 months in a hospital or in Qualification · Cardiac catheterization ·
a cardiac rehabilitation clinic depends on the Medical chamber
(Ereignisrekorder, Herzschrittma-
cher, implantierbare Defibrillato-
ren und Implantate zur kardialen
Resynchronisationstherapie), die
Bedienung der Programmiergeräte
und die Deutung von Telemetrie-
daten sowie die Nachsorge der

Der Kardiologe 5 · 2015 357


Empfehlungen und Stellungnahmen

Tab. 1 Kompetenzgraduierung für praktische Fähigkeiten in der Weiterbildung zum Facharzt b) Das Leistungsspektrum der Wei-
für Innere Medizin und Kardiologie [3] terbildungsstätte gibt dem Weiter-
Kompetenzlevel I Erfordert umfassende Kenntnisse der Methode, jedoch keine zubildenden die Möglichkeit, die in
Beherrschung der Techniken . Tab. 2 unter 7) aufgeführten Min-
Kompetenzlevel II Aneignung und Bewahrung praktischer Erfahrung als destzahlen und Kompetenzlevel zu
nichtselbstständiger Untersucher (Assistenz oder unter Anleitung) erreichen.
Kompetenzlevel III Eigenständigkeit in der diagnostischen oder therapeutischen 6. Kardiologische Intensivmedizin
Technik hinsichtlich Indikation, Durchführung, a) In der Weiterbildungsstätte werden
Dateninterpretation und Beherrschung von Komplikationen Intensivpatienten inklusive der
Patienten mit kardiogenem Schock
auf einer Intensivstation mit stän-
Patienten mit aktiven Herzrhyth- c) Das Leistungsspektrum der Wei- diger ärztlicher Anwesenheit in
musimplantaten. terbildungsstätte gibt dem Wei- der Verantwortung eines Kardio-
b)Das Leistungsspektrum der Wei- terzubildenden während seiner logen mit intensivmedizinischer
terbildungsstätte gibt dem Wei- Weiterbildungszeit die Mög- Zusatzqualifikation behandelt [10].
terzubildenden während seiner lichkeit, die in . Tab. 2 unter 5) b) Das Leistungsspektrum der Wei-
Weiterbildungszeit die Mög- aufgeführten Mindestzahlen und terbildungsstätte gibt dem Weiter-
lichkeit, die in . Tab. 2 unter 4) Kompetenzlevel zu erreichen. zubildenden die Möglichkeit, die in
aufgeführten Mindestzahlen und 4. Spezielle kardiale Bildgebung (CT, . Tab. 2 unter 7) aufgeführten Min-
Kompetenzlevel zu erreichen. MRT; Nuklearkardiologie) destzahlen und Kompetenzlevel zu
c) Bei fehlender interventionel- a) Dem Weiterzubildenden wird die erreichen.
ler Elektrophysiologie und/oder regelmäßige, dokumentierte Teil- 7. Vermittlung relevanter Weiterbil-
Nichtdurchführung von Implan- nahme an der Diagnostik und an dungsinhalte aus benachbarten
tationen aktiver Herzrhythmus- interdisziplinären Besprechungs- Fächern und Schwerpunkten mit
devices hat der Weiterzubildende runden ermöglicht. Bedeutung für die Erwachsenenkar-
die Möglichkeit, diese Weiterbil- b) Die Weiterbildungsstätte gibt diologie
dungsinhalte im Rahmen einer dem Weiterzubildenden die Mög- a) Mit der Herzchirurgie werden
3-monatigen Hospitation in ei- lichkeit, die in . Tab. 2 unter 6) regelmäßig interdisziplinäre Pati-
ner entsprechend qualifizierten aufgeführten Mindestzahlen und entenfallkonferenzen abgehalten
Weiterbildungsstätte zu erwerben. Kompetenzlevel zu erreichen. und (Online-)Kooperationen ge-
3. Die endovaskuläre kathetergestützte c) Bei Nichtverfügbarkeit spezieller pflegt im Sinne eines Herzteams
Diagnostik und Therapie angebore- kardialer bildgebender Verfah- und eines effektiven Notfallma-
ner und erworbener Erkrankungen ren hat der Weiterzubildende die nagements.
des Herzens und der Gefäße (Herzka- Möglichkeit, die jeweiligen Weiter- b) Die Zusammenarbeit mit einer
theterdiagnostik und -intervention) bildungsinhalte (siehe a) während kinderkardiologischen Klinik er-
a) In der Weiterbildungsstätte werden einer Hospitation zu erwerben. möglicht dem Weiterzubildenden
– Leitlinien- und Herzteam-gemäß 5. Notfalldiagnostik und Notfalltherapie den Erwerb der Weiterbildungsin-
– mindestens 300 Koronarinter- von Herz- und Gefäßpatienten halte „Erwachsene mit angeborenen
ventionen pro Jahr durchgeführt. a) In der Weiterbildungsstätte wer- Herzfehlern“ (s. . Tab. 2 unter 2b)
b)Insbesondere die Behandlung des den in einer interdisziplinären und B6 in [3]).
akuten Koronarsyndroms (ACS: oder internistisch/kardiologisch c) Die Zusammenarbeit mit einer
instabile Angina pectoris, NSTEMI orientierten Notaufnahme oder kardiologischen Rehabilitations-
[6], STEMI [7]) erfordert viel – begrüßenswerterweise – einer klinik ermöglicht dem Weiter-
Erfahrung: Die primäre perku- zertifizierten Chest-Pain-Unit [9] zubildenden den Erwerb der
tane Koronarintervention wird Patienten mit bedrohlichen Herz- Weiterbildungsinhalte „kardiovas-
von erfahrenen Untersuchern Kreislauf-Erkrankungen diagnos- kuläre Prävention“ (B12 in [3]) und
an einer Klinik mit mindestens tiziert und behandelt. Zu diesen „kardiovaskuläre Rehabilitation“
40 Akutinterventionen/Jahr durch- Krankheitszuständen zählen: aku- (B15 in [3]).
geführt; die Klinik ermöglicht ter Thoraxschmerz in all seinen d)Die Zusammenarbeit mit weiteren
einen 24-stündigen Interventi- Ausprägungen; akute kardiale internistischen Schwerpunkten
onsdienst an 7 Tagen der Woche Dekompensation; bedrohliche ermöglicht dem Weiterzubil-
mit einer ausreichenden Zahl an Rhythmusstörungen; Beinvenen- denden den Erwerb wichtiger
notfallinterventionell erfahrenen thrombose und Lungenembolie Weiterbildungsinhalte bezüglich
Untersuchern, erstrebenswerter- sowie die thorakale Aortendissek- Begleiterkrankungen und kardialer
weise mit Beteiligung der Klinik an tion. Manifestationen bei Systemerkran-
einem Herzinfarktnetzwerk [8]. kungen, wie z. B.:

358 Der Kardiologe 5 · 2015


α) Nephrologie, gnostik und -intervention. Die Weiter- dizin (s. Weiterbildungsbefugnis 36
β) Pneumologie (insbesondere bildungsinhalte sind im Einzelnen: Monate unter 6.),
Sicherstellung des Erwerbs des 1. kardiologische Basisuntersuchung 5. Vermittlung Kardiologie-relevanter
Weiterbildungsinhalts „Schlaf- (Tab. 1 in [3]), allgemeine Kardiologie Weiterbildungsinhalte aus benach-
medizin bei Herz-Kreislauf- (Tab. 2 in [3]) und Echokardiographie barten Fächern und Schwerpunkten
Erkrankungen“ (s. . Tab. 2 (Tab. 3 in [3]) (s. Weiterbildungsbe- [s. Weiterbildungsbefugnis 36 Mona-
unter 2d) und B22 in [3]), fugnis 36 Monate unter 1.), te unter 7.a (Herzchirurgie), unter 7.c
γ) Angiologie, 2. das Spektrum der Rhythmologie (kardiologische Rehabilitationskli-
δ) Diabetologie und Endokrinolo- (s. Weiterbildungsbefugnis 36 Mo- nik) und unter 7.d (Innere Medizin)].
gie, nate unter 2.) exklusive der inter-
ε) Geriatrie bzw. Sicherstellung ventionellen Elektrophysiologie und Das Leistungsspektrum der Weiterbil-
des Erwerbs der Weiterbil- exklusive der Implantation aktiver dungsstätte gibt dem Weiterzubildenden
dungsinhalte „Alterskardiologie“ Herzrhythmusdevices, die Möglichkeit, zwei Drittel der in
(s. . Tab. 2 unter 2a) und B1 in 3. das Spektrum der endovaskulären . Tab. 2 aufgeführten jeweiligen Min-
[3]). kathetergestützten Diagnostik und destzahlen mit zugehörigem Kompe-
-therapie angeborener und erwor- tenzlevel zu erreichen.
Weiterbildungsbefugnis bener Erkrankungen des Herzens
„Kardiologie“ für 24 Monate und der Gefäße (Herzkatheterdia- Weiterbildungsbefugnis
(Krankenhaus) gnostik und -intervention) (s. Wei- „Kardiologie“ für 12 Monate
terbildungsbefugnis 36 Monate (Krankenhaus, kardiologische
Der Weiterbilder mit 2-jähriger Weiter- unter 3.), Rehabilitationsklinik)
bildungsbefugnis ermöglicht in seiner 4. das gesamte Spektrum der Notfall-
Klinik/Abteilung der Regelversorgung diagnostik und Notfalltherapie von Der Weiterbilder mit 1-jähriger Wei-
mit Herzkatheterlabor dem Weiterzu- Herz- und Gefäßpatienten (s. B5) terbildungsbildungsbefugnis ermöglicht
bildenden eine kardiologische Weiter- und der kardiologischen Intensivme- in der Weiterbildungsstätte (Klinik/
bildung inklusive der Herzkatheterdia- Abteilung der Regelversorgung ohne
Empfehlungen und Stellungnahmen

Tab. 2 Empfohlene Mindestzahlen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) für die Weiterbildung zum
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und Angabe der Kompetenzlevel (KL) [3]
Methode Mindestzahl (n) KL
1) Kardiologische Basisuntersuchung
a) 12-Kanal-Ableitungs-EKG 1000 III
b) Langzeit-EKG (≥ 24 h) 200 III
c) Langzeitblutdruckmessung 100 III
d) Belastungs-EKG 300 III
e) Spiroergometrie Keine III
2) Allgemeine Kardiologie (Auszug)
a) Alterskardiologie (B1 in [3]):
Praktische Umsetzung der Erkenntnisse und Leitlinienempfehlungen zu altersspezifischen Aspekten bei Keine II
Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Bezug auf Diagnostik und Therapiemaßnahmen
b) Herzklappenfehler, angeboren (B6 in [3]):
Diagnostik und Indikationsstellung zur konservativen, interventionellen oder operativen Therapie sowie Keine II
Durchführung der Langzeittherapie einschließlich der Nachbetreuung von interventionell oder operativ
behandelten Patienten
c) Psychokardiologie (B21 in [3]):
Psychosoziale Basisdiagnostik bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, psychischer Komorbidität und funktionellen Keine III
Herzbeschwerden sowie patientenzentrierte Gesprächsführung und psychosomatische Grundversorgung mit
weitergehender Differenzialindikation
d) Schlafmedizin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (B22 in [3]):
Erfahrung in Screeningverfahren zur Stellung der Verdachtsdiagnose „Verdacht auf Schlafapnoe“ und Keine II
Verfolgung der weiterführenden Diagnostik einschließlich der Therapie
e) Schmerz- und Palliativmedizin bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen (B23 in [3]):
– Adäquate Schmerzbehandlung bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen, insbesondere spezielle Möglichkeiten bei Keine III
– therapierefraktärer Angina; Keine II
– leitliniengerechte Anwendung palliativmedizinischer Maßnahmen bei terminaler Herzinsuffizienz ohne
weitere spezifische Therapieoptionen Keine III
f) Telemonitoring kardialer Erkrankungen (B24 in [3]): Keine II
Befundübermittlung aus Telemedizinzentren und deren Interpretation
3) Echokardiographie
a) Echokardiographie (EK) transthorakal (TT) 600 III
b) Echokardiographie transösophageal (TE) 150 III
c) Stressechokardiographie 100 III
d) Inkludiert in a) bis c):
– Rechts- und Linksherz-Kontrast-EK 50 III
– Gewebedoppler-EK 100 III
– EK (TT und TE): Klappenerkrankungen und -prothesen 75 III
– EK: Funktionsparameter des linken Ventrikels 25 III
– EK: Visuelle Beurteilung von Wandbewegungsstörungen 25 III
– Echokardiographie-gestützte Perikardpunktion 5 III
– EK: Tumore und andere Raumforderungen Keine III
– EK: Emboliequellensuche Keine III
– EK: häufigste kongenitale kardiale Fehlbildungen Keine III
– EK: Notfalluntersuchung 50 III
– Gefäßultraschalluntersuchung 100 III
4) Rhythmologie
a) Sichere elektrokardiographische Interpretation von Herzrhythmusstörungen im Ruhe-, Belastungs-, Keine III
Monitor- und Langzeit-EKG
b) Akut- und Langzeitbehandlung bradykarder und tachykarder Herzrhythmusstörungen Keine III
c) Interpretation der Befunde elektrophysiologischer Untersuchungen und Therapieverfahren einschließlich Keine II
intrakardialer Ableitungen

360 Der Kardiologe 5 · 2015


Tab. 2 Empfohlene Mindestzahlen der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) für die Weiterbildung zum
Facharzt für Innere Medizin und Kardiologie und Angabe der Kompetenzlevel (KL) [3] (Fortsetzung)
Methode Mindestzahl (n) KL
d) Implantation aller aktiven Herzrhythmusimplantate (Ereignisrekorder, Herzschrittmacher, implantierbare Keine II
Defibrillatoren und Implantate zur kardialen Resynchronisationstherapie)
e) Elektrophysiologische Untersuchungen 50 II
f) Interventionen einschließlich Katheterablation Keine II
g) Kardioversion inklusive Analgosedierung und Monitoring 25 III
h) Applikation passagerer Schrittmachersonden 25 III
i) Implantation von Ereignisrekordern und Herzschrittmachern (Ein- und Zweikammersysteme) 50 II
j) Management von Schwindel, Synkopen, Arrhythmien und überlebtem plötzlichem Herztod, einschließlich Keine III
Kipptischuntersuchung
k) Langzeitbetreuung und Nachsorge von Patienten mit chronischen Herzrhythmusstörungen (insbesondere Keine III
Vorhofflimmern) sowie nach elektrophysiologischen Interventionen einschließlich
Antikoagulanzienmanagement
l) Nachsorge aktiver Herzrhythmusimplantate 100 III
5) Endovaskuläre kathetergestützte Diagnostik und Therapie angeborener und erworbener Erkrankungen des Herzens und der Gefäße
(Herzkatheterdiagnostik und Herzkatheterintervention)
a) Selektive Koronarangiographien, ggf. mit Bypassdarstellungen und ggf. mit Lävokardiographie 300 III
b) Rechtsherzkatheterisationen 20 III
c) Indikationsstellung zu interventionellen oder operativen Maßnahmen Keine II
d) Durchführung von 50 Koronarinterventionen, davon ein Drittel im Rahmen von Notfällen bzw. der Therapie 50 II
eines akuten Koronarsyndroms
e) Rechts- und/oder linksventrikuläre Myokardbiopsien Keine I
f) Interventionelle Klappentherapie (Aortenklappenstenose mittels Keine I
Transkatheter-Aortenklappenimplantation, Mitralklappen-Clipping bei Mitralinsuffizienz)
g) Interventioneller PFO-, ASD- und VSD-Verschluss sowie LAA-Occluder-Implantation Keine I
h) Gefäßstenting (Aorta, periphere Arterien, Karotisarterien, Nierenarterien) Keine I
i) Renale Denervierung Keine I
6) Spezielle kardiale Bildgebung (Magnetresonanztomographie, Computertomographie, Nuklearkardiologie)
a) Kardiale MRT-Untersuchung 50 II
b) Kardiale CT-Untersuchung 50 II
c) Nuklearkardiologische Untersuchung 50 Ia/II
7) Kardiologische Notfallmedizin und internistisch-kardiologische Intensivmedizin
Kardiologische Notfallmedizin: Notaufnahme/Chest-Pain-Unit
a) Diagnosestellung und Erstversorgung bedrohlicher Herz-Kreislauf-Erkrankungen [5] Keine III
Internistisch-kardiologische Intensivmedizin
b) „Advanced Cardiac Life Support“; therapeutische milde Hypothermie nach ROSC und „Postresuscitation Keine III
Care“
c) Invasives hämodynamisches Monitoring, invasive und nichtinvasive Beatmung, Nierenersatztherapie, Keine III
Behandlung des Herz-Kreislauf-Schocks, des Multiorgandysfunktionssyndroms und der schweren Sepsis/des
septischen Schocks
d) Medikamentöse Therapie des kardiogenen Schocks Keine III
e) Adjunktive Schocktherapie mit Herz-Kreislauf-Unterstützungssystemen (z. B. IABP, Keine II
Herzunterstützungssysteme; pHLM; ECMO u.a.
a
Aktuell besteht mehrheitlich die Meinung der Autoren, dass ein Kompetenzlevel I im Gegensatz zum Kompetenzlevel II des Curriculum Kardiologie
[3] ausreichend sei.
ASD Vorhofseptumdefekt, ECMO extracorporale Membranoxygenierung, IABP Intraaortale Ballonpumpe, LAA-Occluder-Implantation Vorhofohr-
Occluder Implantation, PFO persistierenden Foramen ovale, pHLM perkutan implantierbare Herz-Lungen-Maschine

Der Kardiologe 5 · 2015 361


Empfehlungen und Stellungnahmen

Herzkatheterlabor bzw. kardiologische 1. kardiologische Basisuntersuchung 2


Literatur
Rehabilitationsklinik) dem Weiterzu- (Tab. 1 in [3]), allgemeine Kar-
bildenden eine kardiologische Weiter- diologie ambulant behandelbarer 1. Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für
Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (2008)
bildung exklusive der Herzkatheter- Krankheitsbilder (Tab. 2 in [3]) Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für
diagnostik und -intervention. An der und Echokardiographie (Tab. 3 in Kardiologie: Kriterien für die Akkreditierung
Weiterbildungsstätte werden Patienten [3]) (s. Weiterbildungsbefugnis 36 von Weiterbildungsstätten und Erteilung der
Weiterbildungsbefugnis
mit akut bedrohlichen Herz-Kreislauf- Monate unter 1.), 2. Kriterien für die Erteilung einer Weiterbildungs-
Erkrankungen adäquat notfallmäßig 2. nichtinvasive Rhythmologie inklu- befugnis für die Facharztkompetenz „Innere
und ggf. intensivmedizinisch primärver- sive Telemonitoring und Nachsor- Medizin und Schwerpunkt Kardiologie“. Ärzteblatt
Sachsen-Anhalt 18(1):10–11
sorgt; Kooperationen mit einer kardio- ge von Patienten mit aktiven Herz- 3. Werdan K, Flachskampf FA, Griebenow R, Hamm
logischen und einer herzchirurgischen rhythmusimplantaten (. Tab. 2 C, Heinemann-Meerz S, Hoffmeister HM, Irmer M,
Klinik/Abteilung sichern die ggf. erfor- unter 4a,b,k,l). Katus HA, Krämer LI, Mudra H, Schunkert H, Smetak
N, Weber MA (2013) Curriculum Kardiologie.
derliche Weiterbetreuung dieser Pati- 4 Weiterbildungsbefugnis für 18 Mo- Kardiologe 7:435–456
enten. Insbesondere werden Patienten nate: 4. Gillebert TC, Brooks N, Fontes-Carvalho R et
mit akutem Koronarsyndrom in enger Voraussetzung für die Weiterbil- al (2013) ESC core curriculum of the general
cardiologist. Eur Heart J 34:2381–2411
Kooperation mit einer kardiologischen dungsbefugnis von 18 Monaten 5. Union Européenne des Médecins Spécilistes –
Klinik/Abteilung mit Herzkatheterlabor für niedergelassene Kardiologen ist European Union of Medical Specialists (2013)
leitliniengerecht betreut. Die Weiterbil- zusätzlich: Training Requirements for the Specialty of
Cardiology – European Standards of Postgraduate
dungsinhalte sind im Einzelnen: 3. Herzkatheterdiagnostik und -inter- Medical Specialist Training. UEMS 2013/24
1. kardiologische Basisuntersuchung vention: dem Weiterzubildenden 6. Achenbach S, Szardien S, Zeymer U, Gielen S,
(Tab. 1 in [3]), allgemeine Kardiologie können diese Weiterbildungsin- Hamm CW (2012) Kommentar zu den Leitlinien der
EuropäischenGesellschaftfürKardiologie(ESC)zur
(Tab. 2 in [3]) und Echokardiographie halte (s. . Tab. 2 unter 5) vermittelt Diagnostik und Therapie des akuten Koronarsyn-
(Tab. 3 in [3]) (s. Weiterbildungsbe- werden, da entweder in der Kardio- droms ohne persistierende ST-Streckenhebung.
fugnis 36 Monate unter 1.), logenpraxis ein Herzkatheterlabor Kardiologe 6:283–301
7. Zeymer U, Kastrati A, Rassaf T, Scholz K-H, Thiele H,
2. nichtinvasive Rhythmologie (. Tab. 2 vorhanden ist oder aber eine enge Nienaber CH (2013) Kommentar zu den Leitlinien
unter 4a, b, k, l), Kooperation – ggf. im Sinne einer der Europäischen Gesellschaft für Kardiologie
3. die Weiterbildungsinhalte „kardio- integrierten Versorgung – mit ei- (ESC) zur Therapie des akuten Herzinfarkts
bei Patienten mit ST-Streckenhebung (STEMI).
vaskuläre Prävention“ (B12 in [3]) nem kardiologischen Zentrum mit Kardiologe 7:410–422
und „kardiovaskuläre Rehabilitation“ Herzkatheterlabor besteht. 8. Maier SKG, Thiele H, Zahn R, Sefrin P, Naber CK,
(B15 in [3]) stehen in kardiologi- Scholz KH, v. Scheidt W (2014) Empfehlungen
zur Organisation von Herzinfarktnetzwerken.
schen Rehabilitationskliniken im Das Leistungsspektrum der Weiterbil- Kardiologe 8:36–44
Vordergrund. dungsstätte gibt dem Weiterzubildenden 9. Post E, Giannitsis E, Darius H et al (2015) Kriterien
die Möglichkeit, ein Drittel (bei 12 Mo- der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie – Herz-
und Kreislaufforschung für „Chest-Pain-Units“ –
Das Leistungsspektrum der Weiterbil- naten Weiterbildungsbefugnis) bzw. die Update 2015. Kardiologe 9:171–181
dungsstätte gibt dem Weiterzubildenden Hälfte (bei 18 Monaten Weiterbildungs- 10. Figulla HR, Görge G, Hoffmeister HM et al (2007)
die Möglichkeit, ein Drittel der in . Tab. 2 befugnis) der in . Tab. 2 aufgeführten Positionspapier zur konservativen Intensivme-
dizin unter besonderer Berücksichtigung der
aufgeführten jeweiligen Mindestzahlen jeweiligen Mindestzahlen mit zugehöri- Überwachung und Therapie internistischer und
mit zugehörigem Kompetenzlevel zu er- gem Kompetenzlevel zu erreichen. kardiologischer Krankheitsbilder. Clin Res Cardiol
reichen. Suppl 2:16–18

Korrespondenzadresse
Weiterbildungsbefugnis für
Prof. Dr. K. Werdan
niedergelassene Kardiologen für
Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III,
12/18 Monate Universitätsklinikum Halle (Saale)
Halle/Saale, Deutschland
Der niedergelassene Weiterbilder ermög- karl.werdan@medizin.uni-halle.de
licht dem Weiterzubildenden eine kar-
diologische Weiterbildung in Bezug auf
Patienten mit ambulant behandelbaren Einhaltung ethischer Richtlinien
Herzerkrankungen. Die Weiterbildungs-
Interessenkonflikt. Den Interessenkonflikt der Au-
inhalte sind im Einzelnen: toren finden Sie online auf der DGK-Homepage unter
4 Weiterbildungsbefugnis für 12 Mo- http://leitlinien.dgk.org/ bei der entsprechenden
nate: Publikation.

2
Folgende Publikationen sind über die Home- Dieser Beitrag enthält keine Studien an Menschen und
page der Deutschen Gesellschaft für Kardiolo- Tieren.
gie – Herz- und Kreislaufforschung abzurufen:
[3, 6–10].

362 Der Kardiologe 5 · 2015