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Eine multimediale Übersicht

Oktober 2016
Vorwort &
Willkommen
Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,

wir freuen uns über Ihr Interesse an Die Hauptfragen des Projektes sind: at, Prof. Dr. Christa Liedtke)
unserem Materialienangebot und wol- Kommunikations- und Industriedesign,
len Ihnen mit dieser Einführung einen // Wie können alltägliche Entschei- Nachhaltigkeit im Design
kurzen Überblick über das Projekt dungen konkret adressiert werden?
„Club of Rome für den Alltag“, in // ecosign/Akademie für Gestaltung in
dessen Rahmen dieses Booklet entstan- // Wie kann eine nachhaltige Haltung Köln (Bernd Draser)
den ist, und über die Struktur dieses geschaffen werden, auf dessen Grund-
Dokumentes geben. lage Entscheidungen im Alltag getrof- // Bergische Universität Wuppertal,
Der Ausgangspunkt für das Projekt fen werden? Fachbereich F - Industrial Design (Prof.
war die Erkenntnis, dass die Berichte Dr. Brigitte Wolf)
des CLUB OF ROME (COR), wie z.B. // Welche Erzählungen sind für eine
„Die Grenzen des Wachstums“ und solche Veränderungsdynamik geeignet? Zielsetzung für die Studierenden in
„2052“ mit ihren konkreten Handlung- Wie sollten Produkt- und Dienstleis- vier Kursen im Sommersemester 2015
sempfehlungen, in der Mitte der Gesell- tungssysteme dazu gestaltet werden? und Wintersemester 2015/16 ist es,
schaft weithin unbekannt sind. relevante analoge und digitale Kom-
// Wie können Haushalte und Unter- munikations- und Gestaltungskonzepte
Zielsetzung des Projektes ist es des- nehmen nachhaltig wirtschaften? zu explorieren und bis zur Präsenta-
halb, die Ideen und Konzepte des CoR tionsreife zu entwickeln. Das Projekt
für die Menschen im Alltag und für Diese Fragen werden von Studieren- wird wissenschaftlich vom Wuppertal
die Wirtschaft erfassbar, wenn mög- den der vier beteiligten Hochschulen Institut für Klima, Umwelt und Ener-
lich auch erfahrbar, zu gestalten. Die in Seminaren und Projektkursen in den gie/Forschungsgruppe Nachhaltiges
Botschaften sollen so übersetzt werden, Bereichen Kommunikations- und Pro- Produzieren und Konsumieren (Prof.
dass sie die Menschen im Alltag errei- duktdesign behandelt und in konkrete Dr. Christa Liedtke und Dr. Jola Wel-
chen. Alltägliche Entscheidungssitua- Ideen umgesetzt. fens) koordiniert und wissenschaftlich
tionen bilden die Grundlage von Verän- begleitet.
derung – jeden Tag eine oder mehrere An dem Projekt sind folgende Hoch-
Entscheidungen nachhaltiger getroffen, schulen beteiligt:
ergeben in Summe eine nachhaltige
Transformation von Produktion und // Folkwang Universität der Künste:
Konsum, von Wirtschaftssystem und Fachbereich Gestaltung in Essen
Gesellschaft. (Prof. Ralf de Jong, Prof. Anke Bernot-

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Vorwort &
Material
Das Material wurde nach der am Wup- able Development Goals, Grenzen des
pertal Institut entwickelten Methode Wachstums, Club of Rome, 2052. Am Ende jedes Themas finden Sie die
der „Offenen Didaktischen Erschlie- Prognose, Ressourcenleichte Gesell- Liste mit den ausgeschriebenen Links
ßung“* aufgebaut. Die Methode ist schaft, Green Economy , „Four returns“ (passend nummeriert).
demzufolge darauf ausgerichtet, ein Prinzip, Deutsche Nachhaltigkeitsstra-
bestimmtes Themenfeld oder mehre- tegie, Nachhaltiges Konsumieren und Die Materialien können je nach
re, zueinander in Wechselbeziehung Produzieren, Design und Nachhaltig- inhaltlicher Schwerpunktsetzung und
stehende Themen zu erschließen und keit. dem Stand des Wissens in vollem Um-
die recherchierten Inhalte in logische fang oder nur ausschnittweise genutzt
Zusammenhänge zu bringen. werden. Wir hoffen, dass unser Bil-
Ziel ist es, ein Verständnis zu ermög- Jedes Kapitel beinhaltet folgende Teile: dungsangebot einen Beitrag dazu leis-
lichen, das die Lernenden zu einer tet, Denken und Handeln zu fördern,
selbstständigen Entwicklung von Lö- Den dreispaltigen Hintergrundtext mit das eine nachhaltigere Entwicklung
sungsstrategien für eigene nachhaltige- einer einführenden Kurzbeschreibung innerhalb der planetarischen Grenzen
re Alltagsentscheidungen inspiriert und ermöglicht. Für Kommentare – kritische
motiviert. Die Auswahl der Themen wie lobende – sind wir jederzeit offen!
lässt vielfältige Möglichkeiten zu und Hinweise bezüglich der wich-
die betrachtete Problematik kann ziel- tigsten Quellen/Dokumente Prof. Dr. Christa Liedtke
gruppenspezifisch angepasst werden. Dr. Maria J. Welfens
Materialien zur Vertiefung
Das Booklet umfasst folgende Kapitel:
Megatrends, Planetarische Leitplanken,  
Nachhaltige Entwicklung, Sustain- Videos

*Bliesner, A.; Liedtke, C.; Welfens, M.J.; Baedeker, C.; Hasselkuß, M.; Rohn, H. (2014): Norm-Oriented Interpretation Learning and Resource Use:
The Concept of „Open-Didactic Exploration“ as a Contribution to Raising Awareness of a Responsible Resource Use. In: Resources 2014, 3, 1-30
Online: http://www.mdpi.com/2079-9276/3/1/1

Quelle 1 www.webadresse.info 2 Video zum Thema 3


Quellen zum Text finden Sie hier. Nähere Informationen bzw. Mate- Anschauliche und nicht zu lange
Ist der grüne Titel mit einer Nummer rialien zur Vertiefung, ob Links oder Videos, zum Teil packende TE-
und einem Pfeil versehen, so heißt Literatur, sind in der mittleren Spalte D-Talks, gibt es in der rechten Spalte.
dies, dass die Quelle online verfüg- angesiedelt. Auch hier sind die Links in der unte-
bar ist. Suchen Sie die entsprechende ren Auflistung zu finden.
Nummer auf der letzten Seiten des
Themenartikels (eine bis fünf Seiten Falls die angegebene Verbindung
lang) und kopieren Sie den Link. nicht automatisch zu Stande kommt,
kopieren Sie bitte Links oder Titel der
Publikation in Ihren Browser

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Inhalt
Übersicht

2 Vorwort & Willkommen

3 Vorwort und Material

5 Megatrends

7 Planetarische Leitplanken

9 Nachhaltige Entwicklung

12 Sustainable Development Goals

14 Grenzen des Wachstums

16 Club of Rome

18 2052. Prognose

20 Ressourcenleichte Gesellschaft

23 Green Economy

25 „Four returns“ Prinzip

26 Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

27 Nachhaltiges Produzieren und Konsumieren

34 Design und Nachhaltigkeit


Mega-
trends
Megatrends sind derzeit bereits sie sich global auf unterschiedliche // Globalisierung
sichtbare, lang anhaltende Ver- Akteure (Regierungen, Individuen, // demografische Entwicklung
änderungsprozesse mit einer Unternehmen etc.) erstrecken (Z-punkt // Urbanisierung
sehr breiten Reichweite und einer o.J.). // Ressourcenknappheit
durchdringenden Wirkung. Sie In der Auseinandersetzung mit // Klimawandel
gelten als mächtige Störfaktoren, Megatrends kursieren eine Reihe von // Digitalisierung
die in der Lage sind, die zukünfti- unterschiedlichen Definitionen und
ge Gesellschaft und grundlegende Trendarten (u.a. WGBU 2011, EEA Eine differenzierte Ausarbeitung von
Entwicklungen zu formen. 2015, Z-Punkt o.J., Zukunftsinstitut Megatrends listet die European Envi-
2016). Häufig werden diese im Rah- ronment Agency, bei denen sich eben-
Megatrends unterscheiden sich von men der wirtschaftlichen Anpassung falls die bereits genannten Megatrends
anderen Trends in Bezug auf den definiert und analysiert, um strategi- wiederspiegeln. Die Agentur hat ihre
Zeithorizont (langsame Veränderungen sche Zukunftsanalysen durchzuführen. Bewertung von Megatrends erst kürz-
über mehrere Jahrzehnte), Umfang und Die ist vor allem im Unternehmenskon- lich angepasst und in unterschiedliche
Intensität ihrer Auswirkungen (EEA text hinsichtlich kritischer Zukunftsun- Felder kategorisiert (EEA 2015).
2015). Megatrends können bereits in sicherheiten von Bedeutung (Z-punkt Die Vielfältigkeit der Megatrends er-
der Gegenwart beobachtet und wissen- o.J.). In der Praxis und in der wissen- gibt sich auch durch die unterschiedli-
schaftlich durch empirische Befunde schaftlichen Literatur werden vor allem chen Ausrichtungen von Unternehmen,
beschrieben werden. Hierbei können folgende Megatrends diskutiert: die sich ganz gezielt auf bestimmte

Globale Megatrends 1 www.global-trends.info Video zu Megatrends 6


WGBU (2011). Factsheet Nr. 3/11
Megatrends: The trends shaping TED 2010: Hans Rosling:
work and working lives 5 Global population growth,
Assessment of global mega-
box by box 7
trends 2 CIPD - Chartered Institute of Person-
nel and Development (2013): Trends Wie kann das erwartete Bevölke-
EEA (2015): Assessment of global
in der Arbeitswelt und Lösungsansät- rungswachstum auf 9 Mrd. bewältigt
megatrends — an update
ze für die Zukunft werden?
Megatrends – Übersicht 3
Global Megatrends. TED 2008: Hans Rosling: The best
Zukunftsinstitut (2016) Seven Patterns of Change Sha- stats you have ever seen 8
ping Our Future. Überraschende Statistiken räumen
Die 20 größten Megatrends 4 Hajkowicz, Stefan (2015) mit Mythen über sogenannte Ent-
Z-Punkt (o.J.) wicklungsländer auf.
Globale Megatrends und Per-
spektiven der deutschen In-
dustrie
Grömling, M., & Haß, H. J. (2009).
Dt. Inst.-Verlag.

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Megatrends fokussieren (Z-Punkt o.J.). Soziale
Technolo-
Ökonomische Ökologische Politische
gische
In der Tabelle 1 werden die wich-
tigsten Megatrends des Analysepapers EEA 2015
der Europäischen Umweltagentur
(EEA) und dem Z-Punkt-Institut darge- // Divergen- // Beschleu- // Anhaltendes // Wachsen- // Neue Gover-
te Bevöl- nigter techno- Wirtschafts- der Druck auf nance-Kon-
stellt. kerungstrends logischer wachstum Ökosysteme zepte
weltweit Wandel
// Zunehmen- // Zunehmend
// Entwicklung de multipolare dramatischere
hin zu einer Welt Folgen des
urbaneren Welt Klimawandels
// Zunehmen-
// Steigende der globaler // Zunehmen-
Gesundheitsbe- Wettbewerb de Umweltver-
lastungen um verfügbare schmutzung
und Pande- Ressourcen
mierisiken

Agentur Z-Punkt

// Demografi- // Neue Mobi- // Wissensba- // Lernen von // Neue politi-


scher Wandel litätsmuster sierte Ökono- der Natur sche Weltord-
mie nung
// Neue Stufe // Digitale // Umbrüche
der Individua- Kultur // Wandel der bei Energie // Globalisie-
lisierung Arbeitswelt und Ressour- rung 2.0
// Konvergenz cen
// Soziale von Technolo- // Neue Kons- // Globale
und kulturelle gien ummuster // Klimawan- Risikogesell-
Disparitäten del und Um- schaft
// Ubiquitäre // Business weltbelastung
// Umge- Intelligenz Ökosysteme
staltung der
Gesundheits-
systeme

// Wandel der
Geschlechter-
rollen

Tabelle 1: Megatrends (Auswahl) // Urbanisie-


rung
Quelle: Eigene Darstellung
Wuppertal Institut 2015, Projekt Mundraub

1 http://www.wbgu.de/factsheets/factsheet-32011/ · 2 http://www.
eea.europa.eu/themes/scenarios/global-megatends · 3 https://www.
zukunftsinstitut.de/dossier/megatrends/ · 4 http://www.z-punkt.de/de/
themen/artikel/megatrends · 5 http://www.cipd.co.uk/hr-resources/
research/megatrends-trends-shaping-work-lives.aspx · 6 http://www.cipd.
co.uk/cipd-hr-profession/whats-new/megatrends.aspx · 7 http://www.ted.
com/talks/hans_rosling_on_global_population_growth · 8 http://www.ted.
com/talks/hans_rosling_shows_the_best_stats_you_ve_ever_seen

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Planetarische
Leitplanken
Planetary boundaries (dt. plane- // Landnutzungsveränderungen men, z. B. zunächst Zwei-Grad-Ziel,
tarische Grenzen, planetarische // Abbau der stratosphärischer nach der Klimakonferenz in Paris 2015
Leitplanken, Belastungsgrenzen Ozonschicht 1,5 Grad Ziel in der internationalen
des Planeten) - ist ein Konzept // Globale Süßwassernutzung Klimapolitik. Zudem liegt es dem
über die ökologischen Belas- // Phosphoreintrag in die Biosphäre Hauptgutachten des WBGU von 2011
tungsgrenzen der Erde. // Stickstoffeintrag in die Biosphäre Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag
// Verschmutzung durch Chemikalien für eine Große Transformation und den
Dieser Ansatz wurde von einem Wis- (noch unbestimmt) Sustainable Development Goals (WBGU
senschaftlerteam unter Leitung von Jo- // Atmosphärische Aerosolbelastung 2014) zugrunde.
han Rockström (Stockholm Resilience (noch unbestimmt)
Centre) entwickelt.
Das Forschungsteam identifizierte Die Daten zeigen, dass die plane-
folgende Bereiche, die die Grenzen der tarischen Grenzen für drei Bereiche
Belastbarkeit unseres Planeten bestim- (Klimawandel, Biodiversität und Stick-
men („planetarische Grenzen“): stoffeintrag in die Biosphäre) bereits
überschritten sind.
// Klimawandel Das Konzept wurde in Teilen bereits
// Ozeanversauerung von der internationalen Umwelt- und
// Verlust von biologischer Vielfalt Klimapolitik als Zielsetzung übernom-

Johan Rockström u. a.: A safe Planetary Boundaries Macht Mensch – das Konzept
operating space for humanity. Research 3 planetarischer Leitplanken 4
In: Nature. 461, 2009, S. 472–475. Stockholm Resilience Center: Ho- Wie können wir global Entwicklung
(24. September 2009) mepage von Johan Rockström mit ermöglichen, ohne unsere natürlichen
ausführlichen Informationen Lebensgrundlagen zu gefährden? Der
Vier von neun planetaren Grenzen Wissenschaftliche Beirat der Bundes-
sind bereits überschritten 1 regierung Globale Umweltverände-
Potsdam-Institut für Klimafolgenfor- rungen definierte hierfür „Planeta-
schung (2015) rische Leitplanken“, die helfen, den
nötigen Abstand von solchen existen-
Zivilisatorischer Fortschritt ziellen Schäden zu halten.
innerhalb planetarischer Leit-
planken 2 TED 2010: J. Rockström:
Ein Beitrag zur SDG-Debatte, Let the environment guide our
development 5
WBGU (2014)
Rockström präsentiert neun „Leit-
planken“ als Orientierungspunkte für
den Schutz unserer Ökosysteme.

TED 2008: Hans Rosling: The best


stats you have ever seen 3
Überraschende Statistiken räumen mit
Mythen über sogenannte Länder auf.

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1 https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/vier-von-
neun-planetaren-grenzen201d-bereits-ueberschritten · 2 http://www.
stockholmresilience.org/contact-us/staff/2008-01-16-rockstrom.html · 3
http://www.wbgu.de/politikpapiere/politikpapier-8-2014-sdg/ · 4 http://
www.wbgu.de/videos/videos-wbgu/video-leitplanken/ · 5 http://www.ted.
com/talks/johan_rockstrom_let_the_environment_guide_our_development

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Nachhaltige
Entwicklung
Das Leitbild „Nachhaltige mission für Umwelt und Entwicklung und bedarf engagierter reflexions- und
Entwicklung“ (engl. sustainable 1987: 46). innovationsfähiger Menschen. Sie
development) fordert alle Men- Als nachhaltig wird eine gesellschaft- sind die wichtigste „Ressource“ für die
schen auf, sich so zu verhalten, liche Entwicklung demnach bezeichnet, Umsetzung einer nachhaltigen Entwick-
dass alle Erdbewohner heute und wenn sie sich sowohl an ökonomischen, lung.
in Zukunft gut leben können. ökologischen als auch an sozialen Maß- Die Umsetzung des Leitbildes Nach-
stäben von „Verträglichkeit“ messen haltige Entwicklung kann nur im
Die erste Definition von Nachhaltig- lässt. Diese Ausdifferenzierung soll auf Zusammenspiel zwischen Politik,
keit geht auf die Weltkommission für die (individuellen) Handlungsebenen Wirtschaft und Verbraucherinnen und
Umwelt und Entwicklung zurück. In bezogen und – für die Individuen in Verbrauchern sowie im Dialog mit
dem von diesem Gremium im Jahre unterschiedlichen sozialen Systemen anderen Organisationen, z.B. Kirchen
1987 zur Lage der Nationen vorgeleg- und Kontexten, wie Familie, Schule, und Nicht-Regierungsorganisationen,
ten Bericht, dem sogenannten „Brundt- Unternehmen, Verein u.a. handhabbar erfolgen.
land-Report“, wird Nachhaltigkeit be- gemacht werden. Auf der globalen Ebene werden die
schrieben als eine „… Entwicklung, die Die alltagspraktische Umsetzung Ziele und Maßnahmen einer nachhal-
die Bedürfnisse der Gegenwart befrie- ausgewogener ökologischer, ökonomi- tigen Entwicklung für den Planeten
digt, ohne zu riskieren, dass künftige scher und sozialer Zielsetzungen ist auf auf den „Weltgipfeln“ formuliert. Der
Generationen ihre eigenen Bedürfnisse das verantwortliche Engagement aller erste „Weltgipfel“, an dem mehr als
nicht befriedigen können.“ (Weltkom- gesellschaftlichen Akteure angewiesen 170 Staaten teilgenommen haben, fand

Die Bundesregierung, Presse- Lexikon Begriff Nachhaltigkeit 6 Die Erde geht online,
und Informationsamt (Hrsg.) 3 Earthbook 9
Begriff „Nachhaltigkeit“ aus unter-
„Perspektiven für Deutschland“ schiedlichen Blickwinkeln Virtuelles Facebookprofil der Erde
(2002); aktualisiert 2005 im Fort-
schrittsbericht „Wegweiser Nachhal- Deutscher Rat für Nachhaltige Der Nachhaltige Filmblick 10
tigkeit – Bilanz und Perspektiven“. Entwicklung 7 Werbespots zu Nachhaltigkeit:Projekt
Berlin. Aachener Stiftung: Lexikon . zur Bewerbung von Nachhaltigkeit
der Nachhaltigkeit. Didaktische Module „Vom Wissen
zum Handeln“, Module „Nachhal-
TEDx 2015: Stuart Candy: Whose
Aachener Stiftung 4 tige Entwicklung (NE)“ 8
Future is This? 11
Begriff Nachhaltigkeit aus unter- Liedtke, Christa, Welfens, Maria
Futurist Stuart Candy ermutigt dazu,
schiedlichen Blickwinkeln J.(2008), Forum für Verantwortung,
gemeinsam aktiv die eigene Zukunft
ASKO EUROPA-STIFTUNG 2008,
zu gestalten und Verantwortung zu
Europäische Akademie Otzenhausen,
Lexikon der Nachhaltigkeit 5 übernehmen.
Saarbrücken, Wuppertal Institut.
Was bedeutet Nachhaltige Entwick-
lung und wie wird sie national und
international umgesetzt? (...)

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Konferenz der Vereinten Natio- (...) Die Erde wird als komplexes TED 2008: R. Anderson: The Busi-
nen für Umwelt und Entwicklung System beschrieben, in dem die ness logic of sustainability 15
(1992) 12
Teilsysteme Umwelt und Gesellschaft Erfolgsbeispiel für nachhaltiges Wirt-
AGENDA 21 Rio de Janeiro, Juni 1992 miteinander interagieren. Vor diesem schaften
Hintergrund bedeutet die Umsetzung
Unsere gemeinsame Zukunft der Nachhaltigkeit: die Folgen der
Hauff, Volker (1987). Eggenkamp. enormen Eingriffe der Menschen zu
erkennen, den Verbrauch endlicher
State of the World: Ressourcen sichtbar zu machen und
Is Sustainability Still Possible? effizienter mit ihnen umgehen zu
Worldwatch Institute (2013): lernen.
State of the World. Washington DC:
Island Press. Didaktische Module „Vom Wissen
zum Handeln“, Modul „Konsum
(KON)“ 13
Brundtlandbericht
Liedtke, Christa, Welfens, Maria
Weltkommission für Umwelt und Ent-
J.(2008); Forum für Verantwortung,
wicklung (1987): Unsere gemeinsame
ASKO EUROPA-STIFTUNG 2008,
Zukunft. Brundtlandbericht. Greven:
Europäische Akademie Otzenhausen,
Eggenkamp Verlag.
Saarbrücken, Wuppertal Institut.
Was hat unser Konsum mit Klima-
und Ressourcenschutz zutun? Was
sind die Trends in der weltweiten
Entwicklung und welche Strategien
können Wohlstand erhalten, ohne das
System Erde zu überlasten? Hierzu
werden die politischen Rahmenbedin-
gungen und Entwicklungen national
und international vorgestellt und
zentrale Strategien, Instrumente und
Bewertungssysteme für einen nach-
haltigeren Konsum beschrieben.

Didaktische Module „Vom Wissen


zum Handeln“, Modul „Ressour-
cen und Energie (RE)“ 14
Liedtke, Christa, Welfens, Maria
J.(2008); Forum für Verantwortung,
ASKO EUROPA-STIFTUNG 2008,
Europäische Akademie Otzenhausen,
Saarbrücken, Wuppertal Institut.
Eine nachhaltigere Energie- und
Ressourcennutzung stellt eine globale
Herausforderung dar. Was sind die
treibenden Kräfte unseres Ressour-
cen- und Energieverbrauchs? Wie
sieht der Energie und Ressourcen-
verbrauch in der Zukunft aus? Wie
sind die Wirtschafts- und Ressourcen-
politik auf nationaler und internatio-
naler Ebene miteinander verflochten?
Zu diesen Fragen finden Sie im Modul
„Ressourcen und Energie“ Informa-
tionen und Arbeitsmaterialien.

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1992 in Rio de Janeiro statt. 1 Im Zentrum stand die Verabschiedung unter dem Titel: „Perspektiven für
In dem Abschlussdokument dieses neuer internationaler Nachhaltig- Deutschland“ im Jahr 2002 heraus-
Treffens wurde ein Fahrplant für die keitsziele für die Zeit nach 2015, die gegeben wurde, und im Jahr 2005 im
Zukunft des Planeten im 21 Jh. Formu- sogenannten „Sustainable Development Fortschrittsbericht „Wegweiser Nach-
liert, die sog. Agenda 21. 2 Goals“. haltigkeit – Bilanz und Perspektiven“
Die Agenda 21 sieht bereits vor, dass In Deutschland sind Ziele und Maß- den aktuellen Gegebenheiten angepasst
die Planung und Umsetzung einer nahmen in der Nachhaltigkeitsstrategie wurde (vgl. Die Bundesregierung 2002;
nachhaltigen Entwicklung durch die der Bundesregierung formuliert, die 2005).
Staaten in Form nationaler Strategien  
und Umwelt(aktions)pläne erfolgen
sollte. 1 https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/weltgipfel_rio_de_
Auf den Weltgipfel in Rio 1992 folg- janeiro_1992_539.htm · 2 https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/
ten mehrere Folgekonferenzen: agenda_21_744.htm · 3 www.nachhaltigkeit.de · 4 www.aachener-stiftung.
de · 5 http://www.un.org/depts/german/conf/agenda21/agenda_21.
// Rio + 5: vom 23. bis zum 27. Juni pdf · 6 https://www.aachener-stiftung.de · und · https://www.aachener-
1997 trafen sich 53 Staats- und Regie- stiftung.de/national/information/nachhaltigkeitslexikon.html · 7 http://
rungschefs auf der UN-Sondergene- www.nachhaltigkeitsrat.de · 8 http://www.forum-fuer-verantwortung.de/
ralversammlung, um die Entwicklung publikationen/nachhaltige-entwicklung · 9 https://www.youtube.com/
der Vorgaben des ersten Weltgipfels zu watch?v=YNSNulqBqhE · 10 http://www.nachhaltiger-filmblick.de/start.
diskutieren. php · 11 http://tedxtalks.ted.com/video/Title-of-your-video-Stuart-Cand;
search%3Atag%3A%22tedxchristchurch%22 · 12 http://www.un.org/depts/
// Rio +10 in Johannesburg: vom german/conf/agenda21/agenda_21.pdf · 13 http://wupperinst.org/uploads/
26.08. bis 04.09.2002 wurden erneut tx_wupperinst/DidakMat2_MzN2_KON_Auswahl.pdf · 14 http://www.
die Umsetzungsmöglichkeiten der Rio- forum-fuer-verantwortung.de/publikationen/konsum · 15 http://www.ted.
Konventionen in Zeiten der voran- com/talks/ray_anderson_on_the_business_logic_of_sustainability
schreitenden Globalisierung diskutiert.

// Rio +20 in Rio de Janeiro: 2012


fand der Weltgipfel erneut in Rio de
Janeiro statt.

// 2015 (September) fand in New York


der UN-Sondergipfel zur „2030-Agenda
für nachhaltige Entwicklung“ statt.

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Sustainable
Development Goals
Auf dem „Rio+20“ Weltgipfel zu Die SDG´s umfassen: Sanitärversorgung für alle ge-
Nachhaltiger Entwicklung wurde währleisten
2012 eine Open Working Group 1. Armut in jeder Form und überall
(OPW) der Vereinten Nationen beenden 7. Zugang zu bezahlbarer, verläs-
eingerichtet, um einen Entwurf slicher, nachhaltiger und zeitge-
universeller Ziele nachhaltiger 2. Den Hunger beenden, Ernäh- mäßer Energie für alle sichern
Entwicklung (Sustainable De- rungssicherheit, eine bessere Er-
velopment Goals) zu entwickeln. nährung erreichen und eine nach-
Diese sollen weltweit für alle Län- haltige Landwirtschaft fördern 8. Dauerhaftes, inklusives und
der gelten, unabhängig von dem nachhaltiges Wirtschaftswachs-
Entwicklungsniveau. 3. Ein gesundes Leben für alle tum, produktive Vollbeschäf-
Menschen jeden Alters gewähr- tigung und menschenwürdige
Die vorgeschlagenen 17 Nachhaltig- leisten und ihr Wohlergehen Arbeit für alle fördern
keitsziele mit 169 Unterzielen adressie- fördern
ren alle großen globalen Herausforde- 9. Eine belastbare Infrastruktur
rungen: Armut, Hunger, Mütter- und 4. Inklusive, gerechte und hoch- aufbauen, inklusive und nachhal-
Kindersterblichkeit, fehlende Bildung, wertige Bildung gewährleisten tige Industrialisierung fördern und
Kriege und Gewalt, Unterdrückung, und Möglichkeiten des lebenslan- Innovationen unterstützen
Umweltzerstörung und Klimawandel. gen Lernens für alle fördern
Sie schließen inhaltlich und zeitlich 10. Ungleichheit innerhalb von und
an, wo die UN-Millenniumsziele 2015 5. Geschlechtergerechtigkeit und zwischen Staaten verringern
aufhören. Selbstbestimmung für alle Frauen
und Mädchen erreichen 11. Städte und Siedlungen inklu-
siv, sicher, widerstandsfähig und
6. Verfügbarkeit und nachhaltige nachhaltig machen
Bewirtschaftung von Wasser und

Eine Agenda für den Wandel Sustainable Development Die neuen Ziele für nachhaltige
zu nachhaltiger Entwicklung Goals 1 Entwicklung 3
weltweit
Überraschende Statistiken räumen D. Messner (2015): Die neuen Zie-
Bericht der Bundesregierung (2014): mit Mythen über sogenannte Ent- le für nachhaltige Entwicklung:
Eine Agenda für den Wandel zu nach- wicklungsländer auf. Der WBGU-Vorsitzende über UN-Ent-
haltiger Entwicklung weltweit. Die wicklungsziele bis 2030.
deutsche Position für die Verhand- Der Weg zur 2030-Agenda für
lungen über die Post 2015-Agenda für nachhaltige Entwicklung 2
nachhaltige Entwicklung 3.12.2014.

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12. Für nachhaltige Konsum- und 16. Friedliche und inklusive Ge- Quelle: Deutsches Institut für Entwick-
Produktionsmuster sorgen sellschaften im Sinne einer nach- lungspolitik (2014): Post 2015: Die
haltigen Entwicklung fördern, Verhandlung der Sustainable Develop-
13. Umgehend Maßnahmen zur allen Menschen Zugang zur Justiz ment Goals für eine ambitionierte
Bekämpfung des Klimawandels ermöglichen und effektive, re- globale Entwicklungsagenda nutzen,
und seiner Auswirkungen ergrei- chenschaftspflichtige und inklusi- S. 2.
fen ve Institutionen auf allen Ebenen
aufbauen Die SDG´s wurden auf dem UN-Son-
14. Ozeane, Meere und Meeresres- dergipfel zur „2030-Agenda für nach-
sourcen im Sinne einer nachhal- 17. Umsetzungsmittel stärken haltige Entwicklung“ im September
tigen Entwicklung erhalten und und die globale Partnerschaft für 2015 in New York vorgestellt.
nachhaltig nutzen nachhaltige Entwicklung wieder-
beleben
15. Landökosysteme schützen,
wiederherstellen und ihre nach-
haltige Nutzung fördern, Wälder 1 https://sustainabledevelopment.un.org/topics · 2 http://www.bmz.de/
nachhaltig bewirtschaften, Wüs- de/was_wir_machen/ziele/ziele/2030_agenda/millenniumsziele/index.html ·
tenbildung bekämpfen, Boden- 3 https://www.youtube.com/watch?v=KrksLaXYOH0
verschlechterung stoppen und
umkehren und den Biodiversitäts-
verlust stoppen

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Die Grenzen
des Wachstums
Die Grenzen des Wachstums Wechselwirkungen von fünf globalen auch, dass unbegrenztes Wirtschafts-
(engl. ‘The Limits to Growth’) ist Wirtschaftssysteme wie Bevölkerung, wachstum möglich ist, wenn die Politik
eine 1972 unter dem gleichen Titel Nahrungsmittelproduktion, die In- in Technologien investiert, die die Ver-
vorgestellte Studie zur Zukunft dustrieproduktion, Umweltverschmut- größerung des ökologischen Fußab-
der Weltwirtschaft, die im Auftrag zung und Verbrauch nicht erneuerbarer drucks der Menschheit reguliert (CoR
des Club of Rome von dem Wis- natürlicher Ressourcen. Entgegen der Homepage).
senschaftlerteam um Dennis und landläufigen Meinung hat haben die Damit erreichten die Mitglieder des
Donella Meadows erstellt wurde. im Buch beschriebenen Szenarien CoR Aufmerksamkeit bei den der
keinen weltweiten Zusammenbruch Weltmächte und Entscheidungsträgern
Das Buch wurde weltweit über 30 vorhergesagt bis zum Ende des 20. hinsichtlich dieser Themen.
Millionen mal in 30 Sprachen verkauft Jahrhunderts. Das Business-as-usual- Auf den Bericht „Die Grenzen des
(Simmons 2000). Der Report hob eine Szenario geht vielmehr davon aus, Wachstums“ folgten über 30 weitere
Reihe von Szenarien für die Zukunft dass, wenn Menschen weiterhin mehr „Berichte an den CLUB OF ROME“
der Menschheit und den Planeten her- Natur verbrauchen, als diese fähig ist wie unter anderem der Folgebericht
vor und schlug vor, wie effektiv Politik zu liefern, wird die globale wirtschaft- „Beyond the limits of growth“ (Eduard
und Zusammenarbeit die Herausforde- liche Zusammenbruch und ein steiler Pestel, 1989) sowie „The future of the
rungen der Zukunft bewältigen könn- Bevölkerungsrückgang im Jahr 2030 oceans“ (Elisabeth Mann Borghese,
ten. Die Szenarien basieren auf einem auftreten. 1986) und „Faktor 4“ (Ernst Ulrich von
Computermodell zur Simulation von Allerdings verdeutlichte die Studie Weizsäcker, 1997).

Meadows et. al. (1972): The Limits Graham Turner 3 Zusammenfassung


to Growth. 1 des Buches 5
Graham Turner verglich die realen
Daten von 1970 bis 2000 mit dem 40 years ‚Limits to Growth‘
Matthew R. Simmons: Revisiting Business-as-usual-Szenario des
the Limits to Growth 2
Club of Rome von 1972 uns zeigt, dass TED 2013:
Could the Club of Rome Have Been die Vorhersagen mit den Tatsachen The Limits to Growth Update –
Correct, After All? Oktober 2000, S. 1 Dennis Meadows (2006) 6
fast übereinstimmen: “There is a very
Buchdiskussion von Limits of Growth clear warning bell being rung here,” Dennis Meadows präsentiert das
aus dem Jahr 2000. he says. “We are not on a sustainable Update zu 30 Jahren Die Grenzen des
trajectory.” Wachstums.

Dennis Meadows 4 Dennis L. Meadows on the Future


of our Planet 7
Presentation by Dennis Meadows on
The Limits to Growth and the future Meadows spricht über Entwicklun-
of humanity. gen, welche seit Grenzen des Wachs-
tums eingetreten sind und was diese
bedeuten.

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30 Jahre später, im Jahr 1992, eine Warnung. Ein „Overshoot“, wie die Menschen bisherige Schäden an der
erschien ein Update des Buches ‘The im ersten Buch beschrieben, wird laut Erde rückgängig machen können, wenn
Limits to Growth. The 30-Year Update’ der Autoren nicht ohne einen Zusam- sie geeignete Maßnahmen finden, um
und wurde zum Bestseller. Erneut wur- menbruch auskommen können. Aber es Ineffizienz und Verschwendung zu
den pessimistische Analysen präsen- gibt den Grund zu der Annahme, dass reduzieren.
tiert, daneben aber auch erste Anzei-
chen für einen Bewusstseinswandel der
Menschen aufgezeigt. 1 http://www.clubofrome.org/report/the-limits-to-growth/ · 2 http://
In den vergangenen drei Jahrzehnten www.greatchange.org/ov-simmons,club_of_rome_revisted.html · 3 http://
haben sich das Bevölkerungswachstum www.smithsonianmag.com/science-nature/looking-back-on-the-limits-of-
und die globale Erwärmung sehr nahe growth-125269840/?no-ist · 4 http://www.bene-muenchen.de/fileadmin/
an den Szenarien, die im Buch Grenzen user_upload/PDFs/Bericht_zum_Besuch_von_Dennis_Meadows.pdf · 5
des Wachstums von 1972 vorhergesagt http://www.clubofrome.org/flash/limits_to_growth.html · 6 Part I: https://
wurden, bewegt (siehe Material zur www.youtube.com/watch?v=aylvkCqp8ak (00:10:30 h) · Part II : https://www.
Vertiefung). Die Autoren geben in der youtube.com/watch?v=SLeLn4hDEMQ (00:10:30 h) · Part III : https://www.
zweiten Auflage keine Vorhersagen youtube.com/watch?v=ZFyWKpL_Zjw (00:10:30 h) · Part IV : https://www.
zu zukünftigen Umweltzerstörungen, youtube.com/watch?v=qsTTwkyNS1k (00:10:30 h) · Part V : https://www.
bieten aber eine Analyse der gegenwär- youtube.com/watch?v=Ck7baSRtHA8 (00:06:43 h) · 7 https://www.youtube.
tigen und zukünftigen Trends in der com/watch?v=cVzK8Do-u6E
Ressourcennutzung und eine Vielzahl
von möglichen Ereignissen.

Das 30-Jahre-Update ist damit auch

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Club
of Rome
Der Club of Rome (COR) ist eine einigung von Persönlichkeiten aus sempfehlungen einer Bandbreite von
nicht-profitorientierte Organisa- Wissenschaft, Kultur, Wirtschaft und miteinander verbundenen globalen
tion, unabhängig von politischen, Politik aus allen Regionen der Erde, Herausforderungen zu designen, ent-
ideologischen und religiösen der sich für eine nachhaltige Entwick- wickeln und zu implementieren. Die
Interessen. Mit dem Leitgedan- lung, die die Bedürfnisse der heutigen Probleme beinhalten Nachhaltigkeit,
ken, sich für eine lebenswerte und wie auch der künftigen Generationen Wirtschaftswachstum, Ressourcenkons-
nachhaltige Zukunft der Mensch- an den begrenzten Ressourcen sowie um, Frieden, Sicherheit und Demogra-
heit einzusetzen, wurde der Club der begrenzten Belastbarkeit unserer fie. Die Mitglieder des Club of Rome
von FIAT-Manager Aurelio Peccei Ökosysteme orientiert, einsetzt. Zum engagieren sich in einer Bandbreite von
und dem OECD-Generaldirektor Markenzeichen des CLUB OF ROME ist international agierenden Initiativen
Alexander King in Rom 1968 ins der Grundsatz „Global denken - lokal und Projekten. Ausgewählte Publika-
Leben gerufen. handeln“ („Think global, act local“) tionen von Mitgliedern erscheinen als
geworden. “Reports to the Club of Rome”.
Der Club of Rome erlangte seine Be- The Club of Rome ist eine Platt- Mittlerweile gibt es zahlreiche Able-
kanntheit aber vor allem im Jahr 1972 form, die unterschiedliche Akade- ger des CoR auf nationaler Ebene, die
durch den viel diskutierten Bericht miker, Wissenschaftler, Politiker, sogenannten „National Associations“.
„The Limits to Growth“ („Die Grenzen Wirtschaftsexperten und Mitglieder Diese haben das Ziel, die Ideale des
des Wachstums“). der Zivilgesellschaft zusammenbringt, CLUB OF ROME in heute über 30 Län-
Seither gilt der CoR als eine Ver- um effektive Ansätze und Handlung- dern und Regionen zu verwirklichen.

Sammlung Reports to the Club of Club of Rome International 2 Youtube-Channel


Rome 1 Club of Rome 5
Think Tank 30 Deutschland des Offizieller YouTube-Auftritt des Club
Club of Rome 3 of Rome
Think tank 30 Deutschland ist ein
unabhängiges, überparteiliches und
eigenständiges Netzwerk junger Men-
schen in den Zwanzigern und Dreißi-
gern unter dem Dach der Deutschen
Gesellschaft Club of Rome.

Deutsche Gesellschaft Club of


Rome: Wachstum?
Ja bitte – aber 2.0! 4

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So gibt es auch in Deutschland eine 1 http://www.clubofrome.org/activities/reports/ · 2 http://www.
Deutsche Gesellschaft CLUB OF ROME, clubofrome.org · 3 http://www.tt30.de · 4 http://www.clubofrome.
die bereits 1978 in Hamburg gegrün- de/weitere-initiativen.html · 5 https://www.youtube.com/channel/
det wurde. Eduard Pestel, Initiator des UC8A9L4UYgk_tTvkZhaDOLVQ
deutschen Ablegers und Mitglied des
CLUB OF ROME, hatte entscheidend
zur Realisierung der Arbeiten an „Gren-
zen des Wachstums“ beigetragen.

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2052.
Prognose
Im Mai 2012, im Vorfeld des Um- // Welche Nationen werde zukünftig nomen und Zukunftsforscher aus der
weltgipfels von Rio, erschien der ihren Wohlstand halten können und Welt der Wirtschaft, der Nachhaltigkeit
Bericht „2052 - Eine globale Pro- welchen wird das nicht gelingen? und der Wissenschaft, um mögliche
gnose für die nächsten 40 Jahre“ weltweite Zukünfte vorauszusagen
(“2052 – A Global Forecast for the // Was bedeutet die wirtschaftli- (CoR 2012).
Next Forty Years”). che Vorherrschaft Chinas für andere
Weltregionen? Dabei werden zwar drastische
In diesem neuen Report für den Club Zukünfte gezeichnet, jedoch auch
of Rome gibt Jorgen Randers, einer // Ist die westliche Demokratie dazu Chancen durch den wachsenden An-
der ursprünglichen Koautoren des geeignet die großen Menschheitspro- passungsprozess der Menschen an die
Berichtes „Grenzen des Wachstums“, bleme zu lösen? Grenzen des Planeten aufgezeigt. Den-
einen Ausblick auf die nächsten 40 noch werden auch unbequeme Trends
Jahre der Weltwirtschaft und -gesell- Jorgen Randers stützt sich auf globale thematisiert, wie soziale Unruhen und
schaft und wirft einige unbequeme Prognoseinstrumente und seine eigene zahlreiche Umbrüche.
Fragen auf: Arbeit im Bereich Nachhaltigkeit, zu-
sammen mit mehr als 30 Vorhersagen
von führenden Wissenschaftlern, Öko-

New Report to the Club of 2052.info 2 „2052: A Global Forecast for the
Rome 1 Next Forty Years“ Launch in Rot-
Homepage of the book containing
terdam 6
CoR - Club of Rome (2012): 7 its quantitative basis i.e. the spread
May: Launch of major Report that sheet, papers by Jørgen Randers that Jorgen Randers stellt den neuen
presents possible global futures summarise or describe the contents Bericht vor.
over the next 40 years, and comes of the 2052 book in various ways,
to thought-provoking conclusions: external reviews of the 2052 book, TED 2012: Paul Gilding: Die Erde
2052: A Global Forecast for the Next ist voll 7
presentations speaking notes.
Forty Years. Ausblick auf Konsequenzen, die ange-
Make your own forecast for 2052 sichts der ausgeschöpften Tragfähig-
Randers, Jorgen (2012). 2052. A (Excel spreadsheet) 3 keit der Erde zu erwarten sind.
Global Forecast for the Next For-
Genuine data from the book
ty Years. White River Junction: TED 2013: Jorgen Randers:
Chelsea Green Publishing Earth in 2052 8
A 5000-word summary 4
Randers draws on his own experience Jorgen Randers erklärt, warum
in the sustainability area, global An illustrated summary 5 die natürliche Verlangsamung der
forecasting tools, and the predictions Wachstumsprozesse in Ökonomie und
– included in the book – of more than Bevölkerung der nächsten 40 Jahre
thirty leading scientists, economis- nicht ausreichend sind, um das Klima
ts, futurists, and others to guide us zu stabilisieren.
through the future.

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1 http://www.clubofrome.org/report/2052/ · 2 www.2052.info · 3
http://www.2052.info/download/ · 4 http://www.2052.info/a-5000-
word-summary/ · 5 http://www.2052.info/wp-content/uploads/2014/01/
p120801-2052-A-global-forecast-15p-illustrated-CPSL.pdf · 6 Teil 1: https://
www.youtube.com/watch?v=8qDy0jHo_DQ · Teils 2: https://www.
youtube.com/watch?v=sTOmaiil3t0 · 7 https://www.ted.com/talks/
paul_gilding_the_earth_is_full?language=de · 8 https://www.youtube.com/
watch?v=gPEVfXVyNMM

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Ressourcenleichte
Gesellschaft
„Eine ressourcenleichte Gesell- anerkannten Nachhaltigkeitsziele Ressourcen deutlich die Regenerati-
schaft ist eine Gesellschaft, die subsidiär im Mehrebenensystem onsfähigkeit des Planeten. Das erste
einen möglichst geringen Res- (UN, EU, nationale, Bundesland deutsche Ressourceneffizienzprogramm
sourcenverbrauch ausweist, und lokale Ebene) und werden für (ProgRess I) formulierte die Beobach-
Ressourcen bewusst nutzt, eine Umsetzung von den Akteu- tung, dass aufgrund der gegenwär-
Ökosystemleistungen erhält, den ren (Staat, Unternehmen, NPOs, tigen Übernutzung der natürlichen
Umweltraum einhält und somit Bürger etc.) operationalisiert und Ressourcen im Verhältnis zu deren
dematerialisiert ist. Dies beinhal- berücksichtigt.“ Regenerationsfähigkeit ein „schonender
tet einen grundlegenden Gerech- (Berg, H.; Liedtke, C.; Welfens J.: (2016 in Vorberei- und gleichzeitig effizienter Umgang
tung): Hintergrundrecherche und Definition einer
tigkeitsaspekt innerhalb und zwi- Ressourcenleichten Gesellschaft)
mit natürlichen Ressourcen zu einer
schen den Generationen: gleicher Schlüsselkompetenz zukunftsfähiger
Ressourcenzugang für die Men- Ein ressourcenintensives Wirtschafts- Gesellschaften“ (BMU 2012, S. 6) ge-
schen zur individuellen Entfaltung wachstum als gesellschaftliches und hören muss.
und sozialen Wohlstandsschaf- wirtschaftspolitisches Ziel verhindert Die Frage „Wie viele Ressourcen
fung bildet einen normativen die Lösung der Umweltprobleme, die es braucht eine Gesellschaft, um in öko-
Rahmen. Bezieht die Gesellschaft verursacht. In Folge eines dynamisch logischen Grenzen ihren Wohlstand
dieses Ziel auf eine nachhaltige wachsenden Ressourcenverbrauchs zu bewahren?“ beschäftigte deutsche
Entwicklung, so gelten die ge- überschreitet in vielen Regionen der und internationale Wissenschaftler
sellschaftlich entwickelten und Erde die Nutzung der natürlichen lange bevor das Leitbild einer „ressour-

Deutsches Ressourceneffizienz- Foresightprozess 1 TED 2011: Pavan Sukhdev: Put a


programm value on nature! 5
VDI Foresightprozess zu wirtschaft-
BMUB (2012). Programm zur nach- licher, technologischer und gesell- Pavan Sukhdev beschreibt, wie durch
haltigen Nutzung und zum Schutz der schaftlicher Veränderung monetäre Wertzuschreibungen ein
natürlichen Ressourcen. Umdenken im Umgang mit „kostenlo-
ProgRess I 2 sen“ Ressourcen wie Luft und Wasser
MIPS – Wieviel Umwelt braucht möglich ist.
der Mensch?
Wie wollen wir in Zukunft leben?
Schmidt-Bleek, F. (1994): Wieviel 3 TED 2012: Timothy Prestero: De-
Umwelt braucht der Mensch? MIPS, sign for people, not awards 6
Bär et al. (2015): Transformative
das Maß für ökologisches Wirtschaf- Umweltpolitik – Der Beitrag der Der Vortrag erklärt, warum es
ten. Basel, Boston, Birkhäuser Verlag. Umweltpolitik zu Prozessen gesell- primäre Aufgabe des Produktdesigns
schaftlichen Wandels; Teilbericht des sein muss, Güter zu entwickeln, die
Projektes „Nachhaltiges Deutschland alltagstauglich und relevant sind.
2030 bis 2050 – Wie wollen wir in
Zukunft leben?“

Ressourcenleichte Gesellschaft
im Web 4

Seite 20 Crashkurs interaktiv unter:


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Nutzen gestalten Module WIN & RE Modul
________________________ „Ressourcen und Energie (RE)“
Schmidt-Bleek, F./Tischner, U.
(1995): Produktentwicklung: Nutzen Eine nachhaltigere Energie- und
gestalten – Natur schonen, Schrif- Liedtke, Christa, Welfens Maria Ressourcennutzung stellt eine globale
tenreihe des Wirtschaftsförderungs- J.(2008): Didaktische Module „Vom Herausforderung dar. Was sind die
instituts, Nr. 270, Wirtschaftsförde- Wissen zum Handeln“,Module „ treibenden Kräfte unseres Ressour-
rungsinstitut der Wirtschaftskammer Wirtschaft/Neue Weltordnung( WIN) cen- und Energieverbrauchs? Wie
Österreichs. „ und Ressourcen und Energie (RE)“; sieht der Energie und Ressourcen-
Forum für Verantwortung, ASKO EU- verbrauch in der Zukunft aus? Wie
ROPA-STIFTUNG 2008, Europäische sind die Wirtschaft- und Ressourcen-
Faktor 4
Akademie Otzenhausen, Saarbrücken politik auf nationaler und internatio-
Weizsäcker, E.U. von; Lovins, A.B.;
naler Ebene miteinander verflochten?
Lovins, L.H. (1995): Faktor Vier.
Modul Wirtschaft/ Zu diesen Fragen finden Sie im Modul
Doppelter Wohlstand – halbierter Neue Weltordnung (WIN) „Ressourcen und Energie“ Informa-
Naturverbrauch. Der neue Bericht an
Wie können Wohlstand und Lebens- tionen und Arbeitsmaterialien.
den Club of Rome. München, Verlag
qualität gesichert und die Natur und
Droemer Knaur.
das Klima geschont werden? Sind
eine nachhaltigere Wirtschaft und ein
stetiges Wirtschaftswachstum verein-
bar? Im Fokus dieses Moduls stehen
Ziele, Strategien und Instrumente ei-
ner nachhaltigeren Wirtschaft. Darü-
ber hinaus beschäftigt sich das Modul
mit der internationalen Dimension
der Problematik und diskutiert die
Eckpunkte einer neuen Weltordnung.

cenleichten Gesellschaft“ in politische 1 Band 1: http://www.vditz.de/publikation/foresight-bericht-band-


Programme und Beschlüsse integriert 1-gesellschaftliche-veraenderungen-2030/ · Band 2: http://www.
wurde. Anfang der 90er Jahre wur- vditz.de/publikation/foresight-bericht-band-2-forschungs-und-
den verstärkt Ansätze in die Debatte technologieperspektiven-2030/ · Band 3: http://www.vditz.de/publikation/
eingebracht, die den Schwerpunkt foresight-bericht-band-3-geschichten-aus-der-zukunft-2030/ · 2 http://
der umweltpolitischen Diskussion auf www.bmub.bund.de/service/publikationen/downloads/details/artikel/
die Inputseite der wirtschaftlichen deutsches-ressourceneffizienzprogramm-progress/ · 3 http://www.
Prozesse verlagerten und die Begren- umweltbundesamt.de/publikationen/transformative-umweltpolitik-der-
zung menschlicher Eingriffe in die beitrag-der · 4 http://ressourcenleichte-gesellschaft.de/index.php?id=12 · 5
Natur forderten (Schmidt-Bleek 1994; https://www.ted.com/talks/pavan_sukhdev_what_s_the_price_of_nature
Weizsäcker/Lovins/Lovins 1995). Aus ·6 https://www.ted.com/talks/timothy_prestero_design_for_people_not_
der Erkenntnis neuer ökologischer awards
Zusammenhänge werden entsprechend
seitdem neue Anforderungen an die
Umweltpolitik gestellt. Im Sinne der
Vorsorge soll demnach unter einem
Leitbild der Dematerialisierung eine
kontinuierliche Reduzierung der Ma-
terial-, Energie- und Flächenintensität
des Lebens und (weiter auf S. 22)

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Wirtschaftens angestrebt werden. // ProgRess 1 und 2 in Deutschland; als auch in der praktischen Umsetzung
Beispiele dazu: Programme, die nachhaltige Nutzung immer mehr an Konturen gewann.
der natürlichen Ressourcen in den Auch für die Gestaltung von Produk-
// Europa 2020: Idee der Entkopplung Fokus stellen. ten und Prozessen wurden Strategien
durch intelligentes, nachhaltiges und entwickelt, die zur Lösung der genann-
integratives Wachstum Diese Entwicklungen haben dazu ten Probleme integrierte Anwendungen
beigetragen, dass das Leitbild einer der Effizienz-, Konsistenz- und Suffi-
// Enquete Kommission für Wachs- „ressourcenleichten Gesellschaft“, die zienzprinzipien vorschlagen (vgl. u.a.
tum, Wohlstand und Lebensqualität in innerhalb des zur Verfügung stehenden Schmidt-Bleek/Tischner 1995).
Deutschland mit konkreten Handlung- Umweltraumes eine hohe Lebensquali-
sempfehlungen für mehr Wohlstand tät und Entfaltung des /der Einzelnen
bei gleichzeitiger Abkopplung vom sowie der Gemeinschaft fördert und
Ressourcenverbrauch fordert, sowohl in der Wissenschaft

World Summit Rio de Janeiro Rio +20


World Summit Johannesburg
Limits to Growth G7 Allianz
Ressourceneffizienz
Marrakesch Prozess
WELT

UN: Sustainable
Brundtland-Report UNCSD: Sustainable
Gründung UNEP G8 3R Action Plan Development Goals
Consumption Indicators

Gründung WBCSD SDG-Report


World Ressources Forum

Fahrplan ress. schonendes Europa,


Europ. EU-Dashboard
Rohstoffstrategie
EU

1972 1974 1986 1987 1992 1994 1995 1996 1999 2001 2002 2003 2004 2007 2008 2009 2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016
Europe 2020 Circular
European European Economy
Ressource Ressources Package
Europ. Nachhaltigkeitsstrategie Efficiency Forum
Platform

Nationale Nachhaltigkeitsstrategie, WBGU Welt im Wandel


Verdopplung Rohstoffproduktivität Gründung Ressourcen-
Rohstoffstrategie Kommission am
Gründung bis 2020
Umweltbundesamt
Bundesministerium für
Umwelt, Naturschutz
BRD

BMU-Ziel: Faktor 2,5 bis 2020 National


und Reaktorsicherheit Ressources ProgRess II
Kreislaufwirtschaftsgesetz Forum

ProgRess I
Änderung Art. 20a Umweltschutz
Gründung Grundgesetz als Wirtschaftsfaktor Enquete Kommission Wachstum
Umweltbundesamt Wohlstand Lebensqualität

Abb 1 Quelle: Wuppertal Institut, 2016; Berg H., Liedtke Ch., Welfens J. (2016): Hintergrundrecherche und Definition einer Ressourcenleichten Gesell-
schaft Arbeitspapier im Projekt „Erfolgsbedingungen für Systemsprünge und Leitbilder einer ressourcenleichten Gesellschaft“

Seite 22 Crashkurs interaktiv unter:


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Green
Economy
Green Economy – verstanden nicht uneingeschränkt fortgesetzt wer- eine ressourcen- und CO2-ärmere und
als eine wettbewerbsfähige, den kann. sozial gerechtere Wirtschaft zu rea-
umwelt- und sozialverträgliche Die Chance für eine nachhaltige, faire lisieren. Das Umsteuern in Richtung
Wirtschaftsweise – wird seit etwa und offene Zukunft im Sinne einer einer Green Economy stellt eine sehr
2007 zum neuen Leitbild in der Green Economy ist daher die Entwick- hohe Herausforderung für Wirtschaft
internationalen und nationalen lung eines Wirtschafts- und Gesell- und Gesellschaft dar: Der Übergang
Diskussion zu Wachstum, Wohl- schaftsmodells, das sowohl die nach- zu einer nachhaltigeren Wirtschafts-
stand und Lebensqualität. Der haltige Nutzung der Ökosysteme als weise bedarf der Erschließung neuer
Begriff wurde federführend von auch den gesellschaftlichen Wohlstand Zukunftsmärkte sowie neuer Geschäfts-
UNEP geprägt. sichert. Dies macht es erforderlich, dass modelle, die eine drastische Steige-
die Produktions- und Konsumprozesse rung der Ressourceneffizienz in den
Aufgrund der Folgewirkungen, die mit innerhalb ökologischer und sozialer Produktions- und Dienstleistungssek-
dem aktuellen Wirtschaftssystem ver- Leitplanken stattfinden und die End- toren bewirken. Es bedarf staatlicher
bunden sind, wie beispielsweise fort- lichkeit der Ressourcen berücksichtigt Flankierungsmaßnahmen, um diesen
schreitender Klimawandel, Biodiversi- wird. Wirtschaftskurs zu unterstützen, die
tätsverlust und Ressourcenknappheit, Für die Umsetzung von Green erforderlichen Leitplanken zu setzen
setzt sich zunehmend die Auffassung Economy wurde die Green Econo- sowie das gesellschaftliche Bewusstsein
durch, dass dieses ressourcen- und my Initiative ins Leben gerufen, die und nachhaltigere Konsumstile dahin-
energieintensive Wirtschaftsmodell Entscheidungsträger unterstützen soll, gehend zu fördern.

Towards a Green Economy 1 Discussions about Green Econo- Growing green economies 8
my often ignore the Social 5
UNEP (2011): Towards a Green Von Rio nach Rio+20
Economy – Pathways to Sustainable This short 10 minute video addresses
Development and Poverty Eradicati- this issue. TED 2010: Tim Jackson: An ec-
on. A Synthesis for Policy Makers onomic reality check 9
UNRISD‘s Project on the Social Tim Jackson stellt ein Konzept vor,
Dimensions of Green Economy
OECD (2011): Towards Green dass es durch feste ökonomische
Growth 2 and Sustainable Development 6
Prinzipien ermöglicht, aktuelle Krisen
zu überwinden und in die Zukunft zu
OECD (2010): Transition to a low- Modul „Wirtschaft/Neue Wirt-
schaftsordnung, (WIN)“ 7 investieren.
carbon economy – public goals
and corporate practices. OECD Liedtke, Christa, Welfens, Maria
Publishing 3 TED 2012: Juan Verde: Towards
J.(2008), Forum für Verantwortung, the green economy 10
ASKO EUROPA-STIFTUNG 2008,
Europa 2020 Strategie – Juan Verde ist überzeugt, dass be-
Eine Strategie für intelligentes, Europäische Akademie Otzenhausen,
reits verfügbare Innovationen eine
nachhaltiges und integratives Saarbrücken, Wuppertal Institut.
Wachstum 4 beispiellose Zunahme von grüner
Technologie und damit einen ökono-
mischen Wandel hervorrufen können.

Seite 23 Crashkurs interaktiv unter:


http://wupperinst.org/p/wi/p/s/pd/569/
1 http://www.unep.org/publications/contents/pub_details_search.
asp?ID=4188 · 2 http://www.oecd-ilibrary.org/environment/towards-green-
growth_9789264111318-en · 3 http://dx.doi.org/10.1787/9789264090231-
en · 4 http://ec.europa.eu/europe2020/ · 5 https://www.youtube.com/
watch?v=O5lBwrJcUOk · 6 http://www.unrisd.org/greeneconomy ·
7 http://www.forum-fuer-verantwortung.de/publikationen/wirtschaftneue-
weltordnung · 8 https://www.youtube.com/watch?v=m9AS6KT7a5Y ·
For more info visit: www.oecd.org/rio+20 · 9 http://www.ted.com/talks/
tim_jackson_s_economic_reality_check · 10 https://www. youtube.com/
watch?v=x-7ZBairDh4

Seite 24 Crashkurs interaktiv unter:


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Four returns
Prinzip
Commonland’s approach is to quality. Combined Zone
restore landscapes by building Return of Financial Capital: Reali- Investment: Restoring landscape, Plan-
and (co-) funding sustainable zing long-term sustainable profit. ting usable trees, Restoring perennial
businesses in 3 landscape zo- vegetation and soil, Limited mainten-
nes, delivering 4 types of return: Ein Landstrich braucht auf lange Sicht ance
inspirational, social, natural and drei Zonen um dauerhaft von nutzen
financial return, within a 20 years zu sein: Return: CO2 capture, water, soil
time horizon. Partially restored biodiversity, Agrofo-
Natural Zone restry, fruit trees, timber, Tourism
Return of Inspiration: Giving Investment: Restoring vegetation, Plan-
people hope and a sense of pur- ting native trees and clearing invasive Economic Zone
pose. species, Natural restoration, Limited Investment: Sustainable agriculture, fo-
maintenance restry, aquaculture, Real estate, infras-
Return of Social Capital: Bringing tructure fitting in landscape, Ventures
back jobs, business activity, edu- Return: CO2 capture, water, soil, Resto- with positive impact on landscape
cation and security. red biodiversity, Forestry, hunting,
Tourism Return: CO2 capture, water, soil, Crops
Return of Natural Capital: Resto- and products, New businesses, new
ring biodiversity, soil and water collaborations, Economic development

(www.commonland.com)
1 www.commonland.com · 2 https://www.youtube.com/
watch?v=41qnjXKdE70 ·
3 https://www.ted.com/talks/chris_mcknett_the_investment_logic_for_
sustainability

commonland.com 1 Four returns, Three Zones John D. Liu: Hope in a changing


climate 2
Organisation die sich für die großflä- Ferwerda, W.: Four Returns, Three
chige Restauration von Landschaften Zones, 20 years: A systemic and Liu stellt vor, wie vertrocknete
einsetzt. Auf deren Internetpräsenz practical approach to scale up land- Landschaften wiederbelebt werden
werden deren Ziele und Vorgehens- scape restoration by business and können.
weisen schnell deutlich. Zusätzlich investors to create a restoration in-
gibt es viele Paper und Videos. dustry, chapter in book (2015) „Land Chris McKnett: The investment
Restoration: Reclaiming Landscapes logic for sustainability 3
for a Sustainable Future” (Elseviers Großinvestoren als Schlüsselspieler
Publication) für den ökologischen Fortschritt.

Seite 25 Crashkurs interaktiv unter:


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Deutsche
Nachhaltigkeitsstrategie
Die Nationale Nachhaltigkeits- Indikatorwertes bei den Treibhausgase- richten des Statistischen Bundesamtes
strategie „Perspektiven für missionen. aktualisiert und der aktuelle Stand und
Deutschland“, beschlossen im Seit der ersten Version der Nach- Entwicklungen dargestellt.
Jahr 2002, bestimmt den Kurs für haltigkeitsstrategie wurden die Indi- Seit 2002 wurden 3 Fortschritts-
eine nachhaltige Entwicklung auf katoren teilweise erweitert und der berichte veröffentlicht, in denen die
der nationalen Ebene. aktuellen Situation angepasst, wie z.B. Strategie weiterentwickelt und aktua-
die neuen Indikatoren wie Anteil des lisiert wird: 2004 „Perspektiven für
Ihre Leitlinien sind Generationenge- Stroms aus erneuerbaren Energiequel- Deutschland“, 2008 „Für ein nachhal-
rechtigkeit, Lebensqualität, sozialer len am Stromverbrauch oder Schulden- tiges Deutschland, und Fortschrittsbe-
Zusammenhalt und internationale Ver- stand, so dass im neuesten Indikato- richt 2012.
antwortung. In dem Dokument wurden renbericht 2012 effektiv 38 Indikatoren Die Bundesregierung bereitet derzeit
Ziele (i. d. R. für das Jahr 2020) für die untersucht werden. die „Nachhaltigkeitsstrategie 2016“ vor
ökologische, ökonomische und soziale Diese Indikatoren werden im Abstand – und schreibt damit die Nachhaltig-
Nachhaltigkeit benannt und insgesamt von zwei Jahren in Indikatorenbe- keitsstrategie fort.
21 Schlüsselindikatoren definiert, die
es gestatten, den Erreichungsgrad
dieser Ziele bereits heute statistisch zu 1 http://www.bundesregierung.de/Content/DE/_Anlagen/
messen und die weitere Entwicklung Nachhaltigkeit-wiederhergestellt/perspektiven-fuer-deutschland-
Jahr für Jahr zu beobachten. langfassung.pdf;jsessionid=DD7315CEA90912E6C3977178854C9BDB.
s3t1?__blob=publicati-onFile&v=3 · 2 http://www.bundesregierung.
Die Indikatoren beschreiben nicht de/Content/DE/_Anlagen/Nachhaltigkeit-wiederhergestellt/2012-
nur Ziele an sich, sondern gelegentlich 05-09-kurzpapier-zum-fortschrittsbericht-2012-barrierefrei.
auch sogenannte Zwischenziele, deren pdf;jsessionid=DD7315CEA90912E6C3977178854C9BDB.s3t1?__
Erreichung wiederum den Fortschritt blob=publicationFile&v=3 · 3 https://www.nachhaltigkeit.info/artikel/
auch bei anderen Zielen voranbringt. nationale_nachhaltigkeitsstrategie_entwicklung_1694.htm · 4 https://www.
So z.B. bedeutet eine Verbesserung bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Themen/Nachhaltigkeitsstrategie/1-
beim Indikator ‚Energieproduktivität‘ die-nationale-nachhaltigkeitsstrategie/nachhaltigkeitsstrategie/_node.
gleichzeitig auch eine Verbesserung des html · 5 http://tedxtalks.ted.com/video/How-demographic-change-is-
shapi;search%3Agermany

Bundesregierung (2002): Basisinformationen: Silke Uebelmesser:


Perspektiven für Deutschland 1 Lexikon der Nachhaltigkeit/ How demographic change is sha-
Aachener Stiftung 3 ping our future? 5
10 Jahre Nachhaltigkeit Ausblick auf die Herausforderun-
„made in Germany 2 Bundesregierung im Web 4 gen, vor die uns der demographische
Kurzpapier zum Fortschrittsbericht Internetauftritt der Bundesregierung Wandel in den nächsten Jahren stellt.
zur nationalen Nachhaltigkeitsstrate-
gie mit kurzem Themenüberblick.

Seite 26 Crashkurs interaktiv unter:


http://wupperinst.org/p/wi/p/s/pd/569/
Nachhaltiges Produzieren
und Konsumieren
Nachhaltiges Produzieren und Bundesregierung Globale Umweltver- müsste der globale Ressourcenver-
Konsumieren hat sich in den letz- änderungen) als Beginn einer „Großen brauch bis 2050 etwa halbiert werden
ten zwei Jahrzehnten zu einem Transformation“ zur nachhaltigen Ge- (Schmidt-Bleek 2007; UNEP, 2011).
der wichtigsten Themenbereiche sellschaft verstanden, die innerhalb der Auf der nationalen Ebene müsste die
der Nachhaltigkeitsdiskussion planetarischen Leitplanken der Nach- Reduktion des Ressourcenverbrauchs
auf dem internationalen, euro- haltigkeit verlaufen muss.“ (WBGU um einen Faktor 10 und auf der Haus-
päischen und nationalen Level 2011, S. 1). Ein Überschreiten dieser haltsebene in Deutschland um den Fak-
entwickelt. Leitplanken könne die ökologischen tor 5 auf etwa 8 Tonnen pro Kopf und
Rahmenbedingungen verändern und Jahr (Lettemeier et.al. 2014) reduziert
Die globalen Klimaveränderungen ein Risiko für die zukünftigen Genera- werden.
und Umweltbelastung verdeutlichen tionen darstellen (vgl. Potsdam-Institut Eine radikale Reduzierung des
die Notwendigkeit einer systemischen für Klimafolgenforschung 2009). Ressourcenverbrauchs bei gleichzeitig
sozial-ökologischen Transformation größtmöglicher Lebensqualität welt-
der Gesellschaft in Richtung Nach- Das Tempo des Verbrauchs von weit ist eine globale Herausforderung
haltigkeit. „Bereits seit geraumer Zeit natürlichen Ressourcen, der von 10 des 21. Jahrhunderts. Der Weg hin zu
befindet sich das fossile ökonomische Mrd. Tonnen 1950 auf 70 Mrd. Tonnen einer 8t-Gesellschaft (Lettenmeier et
System international im Umbruch. 2010 rapide gestiegen ist, kann nicht al. 2014) verlangt nach einer nachhal-
Dieser Strukturwandel wird vom fortgesetzt werden. Um im Rahmen der tigeren Gestaltung von Produktions-
WBGU (Wissenschaftlicher Beirat der planetarischen Grenze zu wirtschaften und Konsummustern sowie der damit

Material Footprint 1 Marrakech-Prozess 2 The Story of Stuff 7


Lettenmeier, Michael; Liedke, Chris- Der Film beschreibt den kompletten
ta; Rohn, Holger (2014): Eight Tons Nachhaltiges Produzieren und Konsumkreislauf mit seinen sozialen
of Material Footprint - Suggestion for Konsumieren in der EU 3 und ökologischen Folgen (deutsch).
a Resource Cap for Household Cons-
umption in Finland. In: Resources 3.3 Sustainable Consumption and Unsichtbare Schätze im Mobil-
Production and the SDGs 4 telefon: Ein Animationsfilm zum
(2014), S. 488-515.
UNEP Post 2015 Note #2 Recycling von Handys 8
Stellschrauben für Nachhaltigkeit Eine Veranschaulichung des Lebens-
Indikatoren 5
Liedtke, Ch. et.al. (2015b): Stell- zyklus elektronischer Geräte am Bei-
schrauben für Nachhaltigkeit: European Food Sustainable Cons- spiel Handy. Die Wiederverwendung
Trends und Verantwortungen in umption and Production Round von bis zu 80 Prozent der Rohstoffe
Table 6 in gebrauchten Handys ist zentraler
Produktion und Konsum, in: Stiftung
Entwicklung und Frieden (Hrsg.): Bestandteil der „Rohstoff-Expediti-
Globale Trends 2015. Perspektiven on, die vom Bundesministerium für
für die Gesellschaft, Fischer Verlag Bildung und Forschung anlässlich des
2015, S. 299-314. Wissenschaftsjahres 2012 ausgerufen
wurde.

Seite 27 Crashkurs interaktiv unter:


http://wupperinst.org/p/wi/p/s/pd/569/
&

Sustainable Production and Rat für Nachhaltige Entwicklung TED 2010: Tim Jackson: An econi-
Consumption Systems (2011): Der Deutsche Nachhaltig- mist reality check 15
keitskodex 13
Lebel, L. et.al. (Hrsg.) (2010): Tim Jackson spricht über Rezession,
Sustainable Production and Cons- Klimawandel und Ungleichheit und
umption Systems: Knowledge, Enga- Welt im Wandel wie wir in eine bessere Zukunft inves-
gement and Practice, Springer. WBGU (2011): Welt im Wandel. tieren können.
Gesellschaftsvertrag für eine Große
Planetarische Grenzen 9 Transformation, Hauptgutachten, Von sozial-ökologischen Experi-
Berlin. menten in den Alltag 16
Potsdam-Institut für Klimafolgenfor-
schung (2009): Planetarische Gren- Vortrag von Michael Minis auf der
zen: Ein sicherer Handlungsraum für Global Guidance Principles for Tagung „Was bewegt? Von sozial-ö-
Life Cycle Assessment Databases kologischen Experimenten in den
die Menschheit. Pressemitteilung vom
23.09.2009. UNEP/SETAC (2011): Global Gu- Alltag“ (8. und 9. März 2012, Berlin).
idance Principles for Life Cycle Kritische Reflektion von Produktions-
UNEP (2015a): Sustainable Cons- Assessment Databases – A Basis for und Konsummustern.
umption and Production. A Hand- Greener Processes and Products,
book for Policymakers 10 Paris, France. was-bewegt.org 17
Pionierhafte Konzepte für einen
UNEP (2015b): Sustainable Cons- Modul „Konsum (KON)“ 14 nachhaltigen Wandel von Produk-
umption and Production Indica-
Liedtke, Christa, Welfens, Maria tions- und Konsummustern werden
tors for future SDGs 11
J.(2008): Didaktische Module „Vom vorgestellt und kritisch reflektiert -
Wissen zum Handeln“, Modul „Kons- sowohl aus praktischer als auch aus
Konsum und Nachhaltigkeit 12
um (KON)“; Forum für Verantwor- wissenschaftlicher Sicht. In diesem
Rat für Nachhaltige Entwicklung tung, ASKO EUROPA-STIFTUNG Zusammenhang wird Tamyca als
(2010): Konsum und Nachhaltigkeit. 2008, Europäische Akademie Ot- Konzept zur Änderung der zukünfti-
Wie Nachhaltigkeit in der Konsum- zenhausen, Saarbrücken, Wuppertal gen Automobilnutzung dargestellt.
gesellschaft käuflich und (er)lebbar Institut. Was hat unser Konsum mit
wird. Eine Aufgabe für Politik, Wirt- Klima- und Ressourcenschutz zu tun?
schaft, Bürgerinnen und Bürger. Was sind die Trends in der weltwei-
ten Entwicklung und welche Strategi-
Nutzen wir die Erde richtig? en können Wohlstand erhalten, ohne
Schmidt-Bleek (2007): Nutzen wir das System Erde zu überlasten?
die Erde richtig? Die Leistungen der
Natur und die Arbeit des Menschen. MIPS – Wieviel Umwelt braucht
Frankfurt/Main. der Mensch?
Schmidt-Bleek, F. (1994): Wieviel
Faktor 4 Umwelt braucht der Mensch? MIPS,
Weizsäcker, E.U. von; Lovins, A.B.; das Maß für ökologisches Wirtschaf-
Lovins, L.H. (1995): Faktor Vier. ten. Basel, Boston, Birkhäuser Verlag.
Doppelter Wohlstand – halbierter
Naturverbrauch. Der neue Bericht
an den Club of Rome. München,
Verlag Droemer Knaur.

verbundenen Produkt-Dienstleistungs- (siehe Abbildung 1 unten), der unter- systeme (UNEP 2015a, S. 10):
systeme wie Infrastrukturen. schiedliche Interventionsmöglichkeiten
Nachhaltiges Konsumieren und Produ- im Lebenszyklus eines Produktes oder // Verbesserung der Lebensqualität
zieren wird definiert als:“ ... a holistic einer Dienstleistung umfasst, hat eine unter Berücksichtigung des Ressour-
approach to minimising the negative entscheidende Bedeutung für systemi- cenbedarfs zukünftiger Generationen
environmental impacts from consump- sche Betrachtung der Produktions- und und Umweltqualität
tion and production systems while Konsumsysteme.
promoting quality of life for all” (UNEP UNEP definiert Grundcharakteristika // Entkopplung des Wirtschaftswachs-
2015a, S. 10). Der holistische Ansatz der nachhaltigen Produktions-Konsum- tums vom Ressourcenverbrauch durch:

Seite 28 Crashkurs interaktiv unter:


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Abb 2: Holistischer Systemansatz zu nachhaltigen
Produktions-Konsumsysteme (UNEP 2015a, S. 41)
Quelle: Eigene Darstellung

Sustainability

Life cycle
management systems
and sustainable consumption
and production policies

Programmes and activities

Design for environment, eco-labels,


green procurement, recycling, design for
sustainability, sustainable procurement, etc.

Life Cycle Approaches


LCA, Carbon and water footprint, material flow accounting,
risk assessment, social LCA, Life cycle costing,
Life cycle sustainability assessment, etc.

Data
LCA data (including data for carbon and water footprint,
exposure and hazard data, etc.)

- Reduktion von Material- und // Anwendung des Lebenszyklusansat- Auf globaler Ebene wird die Proble-
Energieintensität sowie der Emissi- zes unter Berücksichtigung der Aus- matik der nachhaltigeren Produktions-
on- und Abfallmengen von Produkti- wirkungen auf die Umwelt von allen und Konsummuster vorrangig von den
on- und Konsumaktivitäten Phasen der Produktions- und Kons- Vereinten Nationen (UN) und ihren
umprozesse Unterorganisationen, wie etwa der
- Förderung des Wandels zu energie- Commission on Sustainable Develop-
und materialeichten Konsummustern // Strategisches Vorgehen gegen ment (CSD) und dem United Nations
ohne Verzicht auf Lebensqualität Reboundeffekte (Kompensation der Environment Programme (UNEP)
Efffizienzgewinne durch steigenden sowie von weiteren internationalen
Konsum) Organisationen, wie der Organisation

Politische Umsetzung der Strategien und Maßnahmen zu Nachhaltigem Produzieren und Konsumieren

Welt

2015
// UN Vollversammlung verabschiedete Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals- SDG´s, siehe: http://www.foru-
mue.de/wp-content/uploads/2015/07/SDG-Factsheet_FUE.pdf Ziel 12 lautet: „Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen“.
Die SDGs sollen ab 2016 bis 2030 verwirklicht werden. Sie bilden – gemeinsam mit Umsetzungsmaßnahmen, Indikatoren zur Fortschritts-
messung sowie Überprüfungsmechanismen – die so genannte Post-2015-Agenda.

Seite 29 Crashkurs interaktiv unter:


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2012
// Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung (Rio+20) - Festlegung des Konsultationsprozesses zu den Zielen
nachhaltiger Entwicklung.

// Beschluss zu 10 Jahresprogramm zu nachhaltigem Produzieren und Konsumieren (10 Year Framework of Programmes, 10YFP) ge-
zielt auf eine weltweite verstärkte Einführung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster.

2005
// Gründung des UNEP-Center for Sustainable Production and Consumption (siehe www.scp-centre.org) am Wuppertal Institut als
Hausinstitut der Vereinten Nationen den Marrakesch-Prozess zu unterstützen
2003

2003
// Internationales Expertentreffen in Marrakesch (vgl. www.un.org/esa/sustdev/sdissues/consumption/marrakech.htm) organisiert
von den Vereinten Nationen Start des sog. „Marrakesch-Prozesses“ koordiniert durch das Umweltprogramm der Vereinten Nationen
(UNEP) und die Abteilung für wirtschaftliche und soziale Angelegenheiten der Vereinten Nationen (UN-DESA).

2002
// Der zweite Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung (WSSD) 2002 in Johannesburg: das beschlossene Umsetzungsprogramm („Plan
of Implementation“) widmet dem Übergang zu nachhaltigeren Konsum- und Produktionsmustern ein eigenes Kapitel, in dem wichtige
Ansatzpunkte für die Umsetzung, wie Monitoring, Life-Cycle-Analysis, Ökoeffizienzprogramme, Indikatoren, zielgruppenspezifische
Informations- und Aufklärungsprogramme hervorgehoben werden.

1995
// Gründung der Kommission für Nachhaltige Entwicklung (Commission on Sustainable Development - CSD) der Vereinten Nationen.
Ausarbeitung des Internationalen Arbeitsprogramms zu nachhaltigem Produzieren und Konsumieren („International Work Programme
on Changing Consumption and Production).

1992
// Erster Weltgipfel zu Nachhaltiger Entwicklung in Rio de Janeiro. Der Kapitel 4 des Abschlussdokuments „Agenda 21 „Veränderung
der Konsumgewohnheiten“ adressiert zwei Themenbereiche „Überkonsum von Ressourcen“ und „(Negative) Effekte des Konsumen-
tenverhaltens“, die bis heute im Zentrum der globalen Debatte um Konsum- und Produktionsmuster stehen.

Europäische Union

2012
// EU-Direktive zur Erhöhung der Energieeffizienz (Energy Efficiency Directive) gezielt auf die Einführung von Maßnahmen zur Erreichung
von 20%-Erhöhung der Energieeffizienz bis zum Jahr 2020 in den Ländern der Europäischen Union.

2010
// Europa 2020-Wirtschaftsprogramm gezielt auf ein „intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum“ und eine bessere Koordinie-
rung der nationalen und europäischen Wirtschaft bis zum Jahr 2020.

2009
// Ökodesign-Richtlinie der EU (2009/125/EG), die die Anforderungen an die umweltgerechte Gestaltung energieverbrauchsrelevanter
Produkte (Energy-related Products, ErP) formuliert.

2008
// Aktionsplan der EU-Kommission zu nachhaltigem Produzieren und Konsumieren und zu Industriepolitik. Der Aktionsplan zielte auf die
Förderung von Innovationen zu nachhaltigeren Produktion und der Nachfrage nach nachhaltigeren Gütern und Dienstleistungen.

Seite 30 Crashkurs interaktiv unter:


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2006
// Verabschiedung neuer angepassten Version der Nachhaltigkeitsstrategie, die konkrete Zielsetzungen und Maßnahmen für prioritäre
Bereiche, wie Klimawandel, nachhaltige Produktion und nachhaltiger Konsum, Demografie, Migration, gesellschaftliche Integration u.a.
benennt.

2001
// Erste EU-Nachhaltigkeitsstrategie gezielt auf Verbesserung der Lebensqualität heutiger und zukünftiger Generationen.

// Grünbuch der Europäischen Kommission zur Integrierten Produktpolitik mit den Schwerpunkten: ökologische Gestaltung von Produkten,
Bedeutung der Preisbildung und Konsumentenentscheidungen.

1993
// Einführung des EU-Öko-Audits (Eco- Management and Audit Scheme (EMAS). EMAS-Verordnung adressiert die Eigenverantwortung
der Wirtschaft bei der Bewältigung ihrer direkten und indirekten Umweltauswirkungen.

1992
// Einführung des freiwilligen Europäischen Umweltzeichens (kurz Euroblume bzw. EU-Ecolabel) zur Kennzeichnung von Verbraucherpro-
dukten und Dienstleistungen (Verordnung EWG 880/); gekennzeichnet werden Konsumgüter, die sich durch besondere Umweltverträglich-
keit und vergleichsweise geringe Gesundheitsbelastung auszeichnen. Die Auszeichnung wird eigenverantwortlich durch nationale Institute
der teilnehmenden Länder vergeben.

Deutschland

2015
// Anfang des politischen Dialogprozesses zur Umsetzung der Ziele nachhaltiger Entwicklung (Sustainable Development Goals).

2014
// Kabinettsbeschluss der Bundesregierung über die Nationale Nachhaltigkeitsstrategie, die einen „wesentlicher Rahmen“ für die Umsetzung
der SDGs in Deutschland werden soll.

2008
// Gründung des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, der den Wandel zu einer nachhaltigen Gesellschaft unterstützt, die relevanten Akteure
aus Wirtschaft, Kommunen und Forschung in nachhaltigem Handeln bestärkt und dazu beiträgt die Grundsätze nachhaltiger Entwicklung in
der öffentlichen Wahrnehmung stärker zu verankern.

2004
// Start eines langfristigen „Nationalen Dialogprozesses zur Weiterentwicklung nachhaltiger Konsum- und Produktionsmuster“ an dem
Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft in den Dialog bringt. Die Initiative wird durch das Bundesumweltministe-
rium und das Umweltbundesamt koordiniert.

2002
// Deutsche Nationale Nachhaltigkeitsstrategie – beschlossen von der Bundesregierung; wird in den nächsten Jahren mehrere Male überar-
beitet und an die aktuellen Trendentwicklungen angepasst.

Seite 31 Crashkurs interaktiv unter:


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2001
// Berufung des Rates für Nachhaltige Entwicklung der Bundesregierung mit dem Ziel Beiträge zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie zu
entwickeln. In diesem Rahmen beschäftigt sich der Rat mit der Problematik des nachhaltigen Konsums (http://www.nachhaltigkeitsrat.de/
uploads/media/Broschuere_Konsum_und_Nachhaltigkeit_texte_Nr_31_Maerz_2010_01.pdf) und auch eines Nachhaltigkeitskodexes für
Unternehmen (http://www.nachhaltigkeitsrat.de/uploads/media/RNE_Der_Deutsche_Nachhaltigkeitskodex_DNK_texte_Nr_41_Janu-
ar_2012.pdf)

Die Entwicklung von nachhaltigeren Produktions- und Konsummustern wird in Deutschland von weiteren Institutionen gefördert und aktiv
unterstüzt. Dazu gehören u.a. Netzwerke zu Verbraucherforschung in Bund und einigen Ländern

- Förderprogramme der sozialökologischen Forschung des BMBF´s http://www.fona.de/de/19711


- Sachverständigerrat für Verbraucherfragen http://www.svr-verbraucherfragen.de/
- Deutscher Nachhaltigkeitspreis (https://www.nachhaltigkeitspreis.de/)

1997
// Im Jahr 1997 begann das von den beiden Institutionen initiierte „Demonstrationsvorhaben zur Fundierung und Evaluierung nachhaltige-
rer Konsummuster und Verhaltensstile“.

1993
// In Deutschland wurde bereits vor 1993 von einzelnen Wissenschaftlern auf den Schlüsselfaktor Ressourceneffizienz und die Rolle nach-
haltigeren Produzierens und Konsumierens wie des Designs für eine nachhaltige Entwicklung hingewiesen (von Weizsäcker/Lovins/Lovins
1995, Schmidt-Bleek 1994). Das Bundesumweltministerium (BMU) und das Umweltbundesamt (UBA) fördern seit Mitte der 90er Jahre eine
breite gesellschaftliche Debatte zu diesem Thema.

Economic Co-operation and Develop- // die Revision von UN-Richtlinien für das von den beiden Institutionen ini-
ment (OECD) getragen. Die CSD den Konsumentenschutz sowie tiierte „Demonstrationsvorhaben zur
der Vereinten Nationen wurde nach Fundierung und Evaluierung nachhal-
dem UN-Weltgipfel in Rio de Janeiro // die Evaluation der Effektivität von tigerer Konsummuster und Verhaltens-
1993 gegründet, um die Umsetzung politischen Maßnahmen, die auf die stile“. Die TeilnehmerInnen dieses Pro-
der Agenda 21 voranzutreiben. Die Änderung von Konsum- und Produkti- gramms haben sich im Jahr 2000 in der
Kommission hatte bereits zu Beginn onsmustern zielen. so genannten „Tutzinger Erklärung“
das Themenfeld „Konsum- und Produk- auf eine Allianz für einen nachhaltige-
tionsmuster“ zu ihrem Arbeitsschwer- In Deutschland wurde bereits vor ren Konsum verständigt. Ebenfalls im
punkt erklärt. In Folge dessen wurde 1993 von einzelnen Wissenschaftlern Jahr 2000 richtete die Bundesregierung
im Jahr 1995 das „International Work auf den Schlüsselfaktor Ressourceneffi- einen „Staatssekretärsausschuss für
Programme on Changing Consumption zienz und die Rolle nachhaltigeren Pro- Nachhaltige Entwicklung“ ein. Ein Jahr
and Production Patterns“ (IWPCCPP) duzierens und Konsumierens wie des später wurde der „Rat für Nachhaltige
verabschiedet. Zu den Hauptaufgaben Designs für eine nachhaltige Entwick- Entwicklung“ gegründet, der sich u.a.
des Programms gehören: lung hingewiesen (von Weizsäcker/ intensiv mit der Problematik des Kons-
Lovins/Lovins 1995, Schmidt-Bleek ums (http://www.nachhaltigkeitsrat.
// die Identifikation der politischen 1994). Das Bundesumweltministerium de/uploads/media/Broschuere_Kons-
Implikationen von Konsumtrends und (BMU) und das Umweltbundesamt um_und_Nachhaltigkeit_texte_Nr_31_
Produktionsmustern, (UBA) fördern seit Mitte der 90er Jahre Maerz_2010_01.pdf) , aber eben auch
eine breite gesellschaftliche Debatte zu eines Nachhaltigkeitskodexes für
diesem Thema. Im Jahr 1997 begann Unternehmen (www.nachhaltigkeits-

Seite 32 Crashkurs interaktiv unter:


http://wupperinst.org/p/wi/p/s/pd/569/
rat.de/uploads/media/RNE_Der_Deut- Wie die oben dargestellte Entwick- z.B. Öko-Audit, Effizienzstandards) wie
sche_Nachhaltigkeitskodex_DNK_tex- lung zeigt, sind in der Zwischenzeit auch zur Unterstützung von nachhalti-
te_Nr_41_Januar_2012.pdf). Strategien und Maßnahmen zur geren Konsummustern (wie öko-Label,
Umsetzung nachhaltiger Produktions- gesellschaftliche Dialogprozesse)
Durch den Impuls des WSSD in und Konsummuster auf allen Ebenen entwickelt. Das schafft große Entwick-
Johannesburg griffen 2004 das Bundes- etabliert. Eine nachhaltigere Gestaltung lungspotenziale für Designer, die die
umweltministerium und das Umwelt- der Wertschöpfungsketten von Pro- ökologischen Ansprüche erfüllen kön-
bundesamt die Herausforderung auf dukten und Dienstleistungen setzt sich nen, indem sie zukunftfähige Produkt-
und initiierten in Deutschland einen immer mehr durch, nachhaltige Güter Dienstleistungssysteme gestalten, die
langfristigen „Nationalen Dialogprozess werden auch immer öfter von der bei den möglichst kleinem Resoourcen-
zur Weiterentwicklung nachhaltiger Gesellschaft nachgefragt. Es wurden verbrauch den von Kunden gewünsch-
Konsum- und Produktionsmuster“, der sowohl Instrumente für die Umsetzung ten Nutzen stiften.
Akteure aus Politik, Wirtschaft, Wis- nachhaltigeren Produktionsmuster (wie
senschaft und Zivilgesellschaft in den
Dialog bringt.
1 http://www.mdpi.com/2079-9276/3/3/488/htm · 2 http://www.unep.fr/
Die Entwicklung von Nachhaltigeren scp/marrakech/ · 3 http://ec.europa.eu/environment/eussd/escp_en.htm
Produktions- und Konsummustern wird ·4 http://www.nrg4sd.org/unep-post-2015-briefing-notes/ · 5 http://
in Deutschland von weiteren Instituti- www.iisd.org/library/sustainable-consumption-and-production-indicators-
onen gefördert und aktiv unterstützt. future-sdgs · 6 http://www.food-scp.eu/ · 7 https://www.youtube.com/
Dazu gehören u.a. watch?v=UCQLgACc6fQ · 8 http://wupperinst.org/a/wi/a/s/ad/2288/ · 9
https://www.pik-potsdam.de/aktuelles/pressemitteilungen/archiv/2009/
// Netzwerke zu Verbraucherforschung planetarische-grenzen-ein-sicherer-handlungsraum-fuer-die- · 10 https://
in Bund und einigen Ländern sustainabledevelopment.un.org/?page=view&nr=1951&type=400&menu=35 ·
11 http://www.iisd.org/library/sustainable-consumption-and-production-
// Förderprogramme der sozialökolo- indicators-future-sdgs · 12 https://www.nachhaltigkeitsrat.de/fileadmin/_
gischen Forschung des BMBF (http:// migrated/media/Broschuere_Konsum_und_Nachhaltigkeit_texte_Nr_31_
www.fona.de/de/19711) Maerz_2010_01.pdf · 13 http://www.nachhaltigkeitsrat.de/uploads/media/
RNE_Der_Deutsche_Nachhaltigkeitskodex_DNK_texte_Nr_41_Januar_2012.
// Sachverständigenrat für Verbrau- pdf · 14 http://www.forum-fuer-verantwortung.de/publikationen/konsum
cherfragen · 15 http://www.ted.com/talks/tim_jackson_s_economic_reality_
(www.svr-verbraucherfragen.de) check?language=en · 16 https://www.youtube.com/watch?v=hQ73hv8GGSQ
· 17 http://www.was-bewegt.org
// Deutscher Nachhaltigkeitspreis
(www.nachhaltigkeitspreis.de)

Seite 33 Crashkurs interaktiv unter:


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Design und
Nachhaltigkeit
Nachhaltige Entwicklung ist dazu Irwin, T.; Tonkinwise, C.; rellen Muster, wie auch unsere Wün-
eine grundlegend gestalterische Kossoff, G. (2012); Sommer/Wel- sche und Vorstellungen, materialisieren
Aufgabe mit der Zielsetzung die zer (2014)) beruht auf integrierten sich in Produkten, Infrastrukturen und
bestehenden Produktions- und Kompetenzen des Produkt-Servi- Dienstleistungen und umgekehrt.
Konsumsysteme energie- und res- ce-, Social- und Kommunikations- Wir kaufen Produkte, die uns einen so-
sourceneffizienter zu entwickeln. design und verbindet diese mit zialen Status geben – dabei wird nicht
Während das “konventionelle einem nachhaltigen Transforma- nur der Status, sondern auch Struktur,
Design” Produkte entwirft und tions- wie Innovationsmanage- Sicherheit oder Identität vermittelt.
dadurch Lebensstile vorgibt, wer- ment. Sie de-/codieren uns und unsere Ge-
den in den neuen Ansätzen (wie sellschaft.
z.B. „Human Centered Design“, Design ist immer transformativ. Egal, Die Gestaltung der materiellen Basis
„partizipatives Design“ oder „De- ob wir unser Handy benutzen, ein Buch – das sind Produkte und Infrastruktu-
sign Activism“) die Verbraucher zu lesen, eine Werbung anschauen oder ren - unserer emotionalen wie auch
Mitgestaltern (siehe u.a. Fuad- einen Fahrkartenautomaten benutzen: Grund-Bedarfe greifen ineinander und
Luke, A. (2009); Fuhs, S.; Brocchi, die Nutzung spezifischer Produkte, sind Ziel und Aufgabe von Design, sie
D.; Draser, B. et al. (Hrsg.) (2014)). Services sowie von Kommunikation sind Teil jeglicher Veränderungsprozes-
Diese neue Designausrichtung, beeinflusst unsere Handlungen und se. Damit rückt Design in das Zentrum
die sich unter dem Begriff „Trans- verdeutlicht gleichzeitig unsere eigene gesellschaftlicher Entwicklungspro-
formationsdesign“ verbirgt (siehe Haltung. Unser Denken, unsere kultu- zesse. Gleichzeitig nutzen und beein-

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Social Innovation 1 Teaching design for change 6
Brown, T. (2009). Change by design.
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What is Service Design? 2 h-rooms the new plastic? 7
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nature’s genius in architecture 8
Dunne, A., Raby. F. (2013): Specula- Design Guide vom Wuppertal Wie kann die Architektur von der Na-
tive Everything: Design, Fiction, and Insititut 4 tur lernen, um ressourceneffizienter
Social Dreaming. pp. 1–9. Cam-
inhabitat 5 und energieärmer zu arbeiten?
bridge, MA: The MIT Press.

Seite 34 Crashkurs interaktiv unter:


http://wupperinst.org/p/wi/p/s/pd/569/
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tivism. Oxon: Routledge. Transformative Wissenschaft Beispiele für Häuser aus recycelten
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Nachhaltiges Design
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al. (Hrsg.) (2014): Die Geschichte des Don’t build your home, grow it!
Wissenschafts- und Hochschulsystem, 14
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burg: VAS. Der Stadtentwickler präsentiert, wie
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Nutzen wir die Erde richtig?
The Transition Companion sis von Pflanzenwachstum aussehen
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Value through less Design die Welt verändert... Texte zur
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International Books.
Zukunft. Brundtlandbericht. Greven:
Sustainable Social Innovation 10 Eggenkamp Verlag.
Manzini, E. (2007): Design Research
for Sustainable Social Innovation.
Design Research Now. Basel: Birk-
haüser.

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flussen sie auch die ökosystemaren In den letzten Jahren wurden Be- vität und möglichst geringer Abgabe
Dienstleistungen. Erhebliche 80% der griffe wie Ecodesign, ökologisches gefährlicher Stoffe (Schmidt-Bleek
Umweltauswirkungen eines Produktes Design, Green Design, Social Design 2007, S. 225).
werden schon in der Entwurfsphase oder Sustainable Design immer mehr
festgelegt (Tischner et al. 2000). Ein etabliert, sowohl in der Fachdiskussion // Transition ist ein Begriff der Trans-
transformatives und nachhaltiges Pro- als auch in der breiten Gesellschaft. Die formationsdiskussion* und steht stark
dukt oder eine Dienstleistung unter- Zielsetzung dieser neuen Designaus- im Zusammenhang mit Nachhaltiger
stützt implizit individual-, sozial- und richtung ist es „mit einem intelligenten Entwicklung – häufig werden beide
umweltverträgliches Handeln bzw. Einsatz der verfügbaren Ressourcen Begriffe sogar synonym verwandt. Die
macht Zielkonflikte sichtbar. Es enthebt einen möglichst großen Nutzen für Definition beschreibt Transition als
den Nutzer nicht von jeglicher Verant- alle beteiligten Akteure (entlang der nicht linearen, systemischen Wandel
wortung, sondern hilft ihm diese zu Wertschöpfungskette) bei minimaler innerhalb einer Gesellschaft (Loorbach
priorisieren und trainiert komplexe, Umweltbelastung und unter sozial fai- 2007; Schneidewind/Singer-Brodowski
resiliente Entscheidungsfindungen in ren Bedingungen zu erreichen.“ 2013). Transitionen sind stufenweise
komplexen Umwelten. (http://www.ecosign.net/die-ecosign/ Übergänge von einem gesellschaftli-
Design hat nicht nur die Rolle des oekologie-design/nachhaltiges-design/, chen Zustand in einen anderen z.B. die
schönen Verhüllens. Designer ästheti- Tischner/Schmidt-Bleek 1995) Stufen, die notwendig waren von einer
sieren natürlich auch Gebrauchsgegen- „Raucher“-Gesellschaft im öffentli-
ständen – ein bedeutender Faktor für Letztlich wurden dann diese Ansät- chen Raum mehr und mehr zu einer
Wohlbefinden und Akzeptanz -, doch ze mit denen der Transitions- oder „Nichtraucher“-Gesellschaft zu werden.
es ist für erfolgreiches Design (Timo- Transformationsforschung und -um- Es geht dabei um interaktives, explorie-
thy Prestero würde sagen Design for setzung verbunden. Es geht also um rendes Lernen, das System, in dem wir
Outcome – Link TED-Film) essentiell, die Integration von Ökointelligenz und leben zu beschreiben und zu gestalten,
bei der Gestaltung soziale und struk- Transitionsorientierung für eine nach- mit der Möglichkeit aus Fehlern zu
turelle Interaktionen und Anforderun- haltige Entwicklung. Diese drei Begriffe lernen und die Entscheidungspfade
gen miteinzubeziehen und dabei auch werden in der Fachliteratur folgender- gemeinsam entsprechend anzupassen
die Grenzen unseres Ökosystems zu maßen definiert: oder zu ändern. Auch diese stehen eine
beachten. Eine komplexe Aufgabe, die zentrale Aufgabe von Gestaltung.
einer ebenso komplexen Ausbildung // Ökointelligente (=öko-effizien-
bedarf (vgl. z.B. Massek 2015, Transiti- te) Güter sind Gegenstände, Geräte, // Nachhaltige Entwicklung ist eine „…
on Design: An Educational Framework Gebäude und Infrastrukturen, die bei Entwicklung, die die Bedürfnisse der
for Advancing the Study and Design of Minimierung von Material, Energie, Gegenwart befriedigt, ohne zu riskie-
Sustainable Transitions, Terry Irwin, Flächenbedarf, Abfall, Transport, Ver- ren, dass künftige Generationen ihre
Cameron Tonkinwise, Gideon Kos- packung und gefährlichen Stoffen über eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen
soff, 2015 School of Design, Carnegie den gesamten Lebenszyklus hinweg können.“ (Weltkommission für Umwelt
Mellon University). Das nachhaltig- – von der Rohstoffgewinnung bis zum und Entwicklung 1987: 46).
keitsorientierte Transformationsdesign Recycling – möglichst lange und mög-
wählt nicht nur ressourcenleichte und lichst viel (unterschiedlichen, an den Die Veränderungsdynamik geht von
nicht toxische Materialien aus, sondern Bedürfnissen des einzelnen Nutzers der etablierten Disziplin des Service
schafft auch Produkte oder Dienstleis- gemessen) Nutzen erbringen (Schmidt- Designs aus und verändert sich dann
tungskonzepte, die für den Nutzer und Bleek 2007, S. 192). Ökointelligente in Zeit und Kontext über ein Design
die Gesellschaft erstrebenswert sind (=öko-effiziente) Dienstleistungen sind für soziale Innovationen bis hin zum
und diesen neue Möglichkeiten für die zweckdienliche Bedarfsdeckung Transition Design. Wobei sich Service
attraktive sowie nachhaltige Handlun- unter Nutzung technischer Mittel mit Design noch in existierenden sozioöko-
gen bietet. möglichst hoher Ressourcenprodukti- nomischen und politischen Strukturen

Abgrenzung: Der Begriff der Transformation bezeichnet einen fundamentalen Veränderungsprozess in jeglicher Form, während hingegen die Bezeichnung:
Transition eher eine Veränderung von einer Phase zu einer anderen Phase in einem Veränderungsprozess beschreibt und damit etwas weniger grundlegend ist.

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bewegt, geht es dem Design für soziale litischen sowie ökologischen Systemen tions“ umschrieben werden. Gestalter
Innovationen schon um das Verändern mit ein und führt so zu einem radikalen aus verschiedenen Disziplinen, ob
dieser Strukturen und setzt an neuen sozialen und ökologischen Wandel. Kommunikations-, Produkt- oder Inter-
ökonomischen Modellen an. Dabei (Irwin, T., Tonkinwise, C., Kossoff, facedesigner, arbeiten interdisziplinär
werden soziale Bedürfnisse besser G.: Transition Design: An Educational in den drei Fokusgebieten („Design for
als durch bisherige Lösungsansätze Framework for Advancing the Study Service“, „Design for Social Innovation“
adressiert, was in sozialer Hinsicht zu and Design of Sustainable Transitions. und „Transition Design“). Dabei bilden
einem positiven Wandel beiträgt. Tran- School of Design, Carnegie Mellon die sozialen und ökologischen Rahmen-
sition Design geht noch einen Schritt University.) bedingungen („Natural World“) den
weiter und will radikal neue sozioöko- Abbildung 3 zeigt diese Entwicklung übergeordneten Kontext, in welchem
nomische und soziale Werte umsetzen, auf. Die Gestaltung, welche die In- sich alle Designprobleme und Lösungen
um so ein komplett neues Verständnis teraktion zwischen Menschen (sozial), bewegen. Transition Design ist beson-
von Lebensstilen zu schaffen. So be- der gestalteten Welt und der Umwelt ders gut für die Erforschung komplexer
zieht Transition Design die Zusammen- („natural world“) miteinbezieht, kann Systeme geeignet. In der Analyse
hänge von sozialen, ökonomischen, po- mit dem Begriff „Design for Interac- von nachhaltigeren Produktions- und

Mature discipline Developing discipline Emergent discipline

Design Design Transition


for Service for Social Innovation Design

Design within existing socio- Design that challenges existing so- Design within radically new so-
economic & political paradigms cio-economic & political paradigms cio-economic & political paradigms

Solutions reach users through Design that meets a social need Refers to design-led societal
many ‘touch points’ over time more effectively than exis- transition toward more sustain-
through the design of expe- ting solutions. Solutions often able futures and the reconception
riences. Solutions are based leverage or ‘amplify’ exsiting, of entire lifestyles. It is based
upon the observation and inter- under-utilized resources. Social upon an under- standing of the
pretation of users’ behavior and innovation is a ‘co-design’ process interconnectedness and inter-
needs within particular contexts. in which design- ers work as dependency of social, economic,
Service design solutions aim to facilitators and catalysts within political and natural sys- tems.
provide profit and benefits for transdisciplinary teams. Solutions Transition Design focuses on the
the service provider and useful benefit multiple stakeholders and need for ‘cosmopolitan localism’,
and desirable services for the user empower communi- ties to act in a place-based lifestyle in which
(consumer). Solutions are usually the public, private, com- mercial solutions to global problems are
based within the business arena and non-profit sectors. Design designed to be appropriate for
and existing, dominant eco- no- for social innovation represents local social and environmental
mic paradigm. design for emerging paradigms conditions. Transition Design
and alternative economic models, challenges existing para- digms,
and leads to significant positive envisions new ones, and leads to
social change. radical, positive social and envi-
ronmental change.

Scale of time, depth of engagement, and context expand to include social & environmental concerns

Abb 1: Continuum of Design Approaches


Quelle: Irwin, T., Tonkinwise, C., Kossoff, G. Transition Design: An Educational Framework for Advancing
the Study and Design of Sustainable Transitions. School of Design, Carnegie Mellon University. S. 24.

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Konsummustern werden die alltägli- tion-Design-Ansatz in Verbindung mit ving-Lab-Ansatz, Transformationstheo-
chen Handlungsmuster und -strukturen Handlungsmodellen für nachhaltiges rien, Lebensstiltypen) sowie der
(Lebens- und Arbeitswelten), alltäg- Produzieren und Konsumieren die Entwicklung von Unternehmenskultur
lichen Praktiken (Lebensstilanalysen) Möglichkeit, realitätsnah mögliche mit dem Ansatz des Transition Design
sowie die Kommunikation zwischen Models of Change zu erforschen. Für verbunden.
den Subsystemen analysiert. diesen Zweck werden die Ansätze der
Darüber hinaus bietet der Transi- modernen Verbraucherforschung (Li-

Design for Interactions

Designed/ Design for Design for Transition Natural World


Built World Service Social Innovation Design

Products, Moderate change: Significant change: Radical change:


Communications Existing paradigms Emerging paradigms Future paradigms
and Environments and systems and systems and systems

Design Sub-Disciplines Areas of Design Focus Context of All Design

Abb 4: Design for Interactions


Quelle: Irwin, T., Tonkinwise, C., Kossoff, G. Transition Design: An Educational Framework for Advancing
the Study and Design of Sustainable Transitions. School of Design, Carnegie Mellon University. S. 26.

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erstellt von

• Prof. Dr. Christa Liedtke


• Dr. Maria J. Welfens
• Hannah Fink

in Zusammenarbeit mit

• Dr. Alexandra Büttgen


• Sarah Reddig
• Christoph Tochtrop

Stand 16.06.2016

Wuppertal Institut für Klima, Umwelt, Energie


Döppersberg 19
42103 Wuppertal
Deutschland
Postfach 100480
42004 Wuppertal