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Freienbach, Sommer 2019

Gabriela Nüssli

Information Swiss-Team
Wissenswerte und umfangreiche Informationen
für den Indienaufenthalt
Organisation
▪ Rajendra & Ursula Joshi Foundation
▪ BSDU
▪ RUJ Industries
▪ SkillSchool
Organisation 3

Rajendra & Ursula Joshi Foundation

Adresse:
Rajendra & Ursula Joshi Foundation
Wolleraustrasse 41a
CH-8807 Freienbach/SZ
contact@joshi-foundation.ch

http://www.joshi-foundation.ch/

Die Rajendra & Ursula Joshi Foundation hat im Jahr 2013 begonnen ein Berufsbildungszentrum in Jaipur
aufzubauen und zu verwirklichen. Im Jahr 2017 wurde dieses in die erste Berufsuniversität BSDU «Bharatiya Skill
Development University» in Indien umgewandelt. Ziel ist die Einführung und Realisierung des dualen
Berufsbildungssystems in Indien, auf Basis des qualitativ hochstehenden und bewährten
Berufsausbildungsmodells der Schweiz. Mit Unterstützung von fachkompetenten Schweizer Trainern welche vor
Ort wirken, wurden bereits erste praxisorientierte Ausbildungsprogramme für Polymechaniker, Elektriker,
Schreiner und Medizinische Pflege Assistenten erfolgreich gestartet. Das Berufsfeld wird fortlaufend erweitert
um ein vielseitiges Angebot zu garantieren.
Organisation 5

Rajendra & Ursula Joshi Foundation - Organigramm


Organisation 6

BSDU

Adresse
BHARTIYA SKILL
DEVELOPMENT University
Plot 001-002, DTA,
Mahindra World City,
Off Ajmer Road, Jaipur- 302037
▪ Rangoli Gardens
http://www.ruj-bsdu.in/

Aktuelles Ausbildungsangebot
• Polymechanic Skills
• Carpenter Skills
• Electric Skills
▪ Ashiana Umang ▪ Jaipur International
• HealthCare Skills ▪ BSDU Airport
• Automotive Skills
• Hospitality & Tourism Skills
• Metal Construction Skills

Shuttle Service
Transport Rangoli <=> BSDU
Transport Ashiana Umang <=> BSDU
Organisation 7

BSDU - Ausbildungssystem
RUJ Skill School 8

Schulsystem für Dropouts


Das RUJ Skill Schooling Scheme ist ein neues Schulsystem für junge Menschen, die sich außerhalb
des Pflichtschulsystems befinden. Mit dem ganzheitlichen Bildungssystem von 20% Theorie und 80%
Praxis gibt dieses Programm jungen Schulabbrechern eine neue Perspektive für ihre berufliche
Zukunft.
Organisation 9

RUJ-Industries
Joshi Foundation unterstützt die Firmen Woodcraft (Schreinerei), Elecon (Elektrikerfirma) und RS India
(Polymechaniker) im Aufbau mit Schweizer Experten.
Allgemeine Informationen
über Indien
▪ Facts & Figures
▪ Zollvorschriften Ein- und Ausreise
▪ Verkehr und Transportmöglichkeiten
▪ Kleiderregeln
▪ Sicherheitslage
▪ Kriminalität
▪ Kriminalität – Tipps
▪ Besondere strafrechtliche Vorschriften
▪ Indische Kultur
▪ Hindi
Allgemeine Informationen über Indien 11

Facts & Figures


Indien ist ein grosses Land mit verschiedenen alten Kulturen und
Religionen, 20 Amtssprachen, mit eigenen Sitten und
Verhaltensregeln, die vom westlichen Besucher Anpassungs- und
Einfühlungsvermögen fordern.

Landesfläche: 3’287’469 km2


Hauptstadt: Neu-Delhi
Bevölkerung: 1.33 Milliarden
Landessprachen: Hindi und Englisch, 21 weitere
anerkannte Sprachen
Religionen: Hinduismus 80.5%
Islam 13.4%
Christentum 2.3%
Sikhismus 1.7%
Buddhismus, Jainsismus, Parsen, etc.
Nationalfeiertage: 26. Januar, Tag der Republik
15. August, Unabhängigkeitstag
2. Oktober, Gandhi Jayanti
• Safran-Orange symbolisiert Opfer und Mut
Währung: Indische Rupie (INR), können vor Ort • Weiss symbolisiert Wahrheit und Frieden
bezogen werden. Wichtig, bei der Bank • Grün symbolisiert Glauben und Wachstum
• Rad des Gesetzes
die Sicherheitsbeschränkung für Indien
öffnen lassen.
Allgemeine Informationen über Indien 12

Zollvorschriften / Ein- und Ausreise


Devisen ab einem Betrag von 5000,- US-$ (bar oder Reiseschecks) sind bei der Einreise zu
deklarieren. Auch andere hochwertige Gegenstände (z. B. Videokameras) müssen deklariert
werden.

Die Einfuhr pornografischen Materials sowie die Ausfuhr von geschützten Tierhäuten und
Pflanzen ist verboten. Die Ausfuhr von Antiquitäten ist streng reglementiert.
Die Einfuhr von Goldmünzen und -barren sowie von Waffen ist streng verboten. Die Ein- und
Ausfuhr der indischen Währung ist für verschiedene Personengruppen unterschiedlich
geregelt. Verbindliche Informationen dazu können der Website der Reserve Bank of India
entnommen werden: http://www.rbi.org.in

Bei einem Verstoß gegen Zollvorschriften drohen hohe Geldstrafen oder gar Verhaftung bei
der Ausreise. Weitergehende Zollinformationen zur Einfuhr von Waren erhalten Sie bei der
Botschaft Ihres Ziellandes. Nur dort kann Ihnen eine rechtsverbindliche Auskunft gegeben
werden.

Alle Indienreisenden müssen ein detailliertes Zollformular bei der Einreise ausfüllen. Das
Formular enthält Felder zur Deklaration von zollpflichtigen und verbotenen Waren,
Goldschmuck, der die erlaubte Menge übersteigt, Angaben zu Goldbarren und indischer
Währung, die über die erlaubten 7.500 Rupien/ 100sFr., (die man einführen darf) liegen. Die
Einreisenden müssen auch angeben, welche Länder sie in den vorangegangenen sechs Tagen
besucht haben und ihre Passnummer in das Formular eintragen. Hier benötigt man auch die
Wohnadresse in Indien. Die Details dazu findet man in dieser Präsentation unter Unterkunft.
 - keine Besuche auf öffentlichen Ämter/Polizei ohne die zuständige indische Begleitperson
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Verkehr & Transportmöglichkeiten

Wir raten davon ab selber zu fahren. Wer dennoch Fahrzeug fahren möchte (Auto, Motorrad, Motorroller) muss
einen gültigen Führerschein vom Heimatland und einen Internationalen Führerschein vorweisen können unter
Umständen muss sogar eine lokale Driver Licence beantragt werden.

Es herrscht offiziell Linksverkehr für Straßenfahrzeuge. Verkehrsregeln gibt es ansonsten nur theoretisch. In der
Praxis hat grundsätzlich das schwerere Fahrzeug Vorfahrt – LKWs lassen sich also von Motorrädern im
Gegenverkehr nicht vom Überholen abhalten. Hupen bedeutet so viel wie „Aus dem Weg! Ich halte nicht an“.
Man muss sich bewusst sein, dass die Schuldfrage bei einem Unfall meistens dem Ausländer angelastet wird
(Sprachbarriere).
 - Daher soll man sich umgehend vom Unfallort entfernen und die Inder diskutieren lassen.
Eine einfache Möglichkeit in Indien ans Ziel zu kommen ist mit Uber. Am besten man lädt die App noch in der
Schweiz auf sein Mobiltelefon und registriert sich. Um Uber zu nutzen, sollte man sicherstellen, dass man vor Ort
genügend mobile Daten zur Verfügung hat. Die Abrechnung läuft einfach über die Kreditkarte oder via
Barzahlung. Man hat auch die Möglichkeit mit dem Taxi zu fahren. Die Preise sind etwas teuer als mit Uber. Mit
dem Tuk-Tuk ist man am günstigsten unterwegs. Man ist damit aber auch näher am Geschehen, den Gerüchen,
dem Staub und dem Lärm. Die öffentlichen Verkehrsmittel sollte man vermeiden. Es ist sinnvoll die Preise vorab
zu verhandeln.
Allgemeine Informationen über Indien 14

Kleiderregeln

Was nimmt man mit auf eine Indienreise? Diese Frage sollte nicht nur die weiblichen Reisenden, sondern auch
die Männer im Vorfeld beschäftigen. Denn kurze Hosen an Männerbeinen sehen für einen Inder ziemlich
komisch aus, besonders im nördlichen Teil Indiens. Nur Schulkinder tragen so was – und leider immer wieder
westliche Touristen. Hier ist der Mann mit einer langen, leichten Baumwoll- oder Leinenhose wesentlich besser
angezogen. Dazu ein paar Hemden und strapazierfähiges Schuhwerk. Während man sich über die Männer noch
lustig macht, haben Frauen da schlechtere Karten. Ihnen wird gleich ein leichter Lebenswandel unterstellt.

Frauen sind mit langen Röcken immer bestens angezogen, dazu eine Bluse und ein Shirt, das unbedingt die
Schultern bedecken sollte. Inderinnen, die keinen Sari, sondern eine Tunika tragen, haben meist kunstvoll einen
Schal namens Dupatta vor dem Brustbereich drapiert.

Da beim Betreten der Tempel immer die Schuhe auszuziehen sind, sollte man ein Paar Söckchen im Gepäck
haben. Nicht wegen dem Dreck, Füsse kann man waschen. Aber der Marmorboden ist oft recht kühl, was bei
langen Rundgängen unangenehm sein kann und empfindliche Naturen leicht mit einer Blasenentzündung
belohnt.

Im Norden sollte man sich zur kühlen Jahreszeit in den Wintermonaten unbedingt auch etwas Warmes zum
Anziehen einpacken. Es kann dort nachts auch ganz schön kühl werden, eine Pullover oder eine dicke Strickjacke
ist von November bis Januar nicht verkehrt. Vor allem, wenn man wie in vielen Hotels angeboten, das Dinner auf
den Außenmauern einnehmen möchte.
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Sicherheitslage

Angesichts der terroristischen Gefahren wird landesweit zu besonderer Wachsamkeit geraten, insbesondere
beim Besuch von Märkten, öffentlichen Plätzen, bei grossen Menschenansammlungen sowie in der Nähe von
Regierungsgebäuden und nationalen Wahrzeichen. Dies gilt insbesondere im zeitlichen Umfeld staatlicher und
religiöser Feiertage sowie von Grossereignissen. Es muss davon ausgegangen werden, dass insbesondere Neu-
Delhi und andere Metropolen des Landes im Fokus terroristischer Aktivitäten stehen. Die Anschläge der letzten
Jahre bestätigen die Tendenz, dass auch touristisch frequentierte Orte zunehmend ins Visier der Terroristen
geraten.

Weitere aktuelle Informationen zu diesem Thema:


https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/laender-reise-information/indien/reisehinweise-indien.html
Allgemeine Informationen über Indien 16

Kriminalität
Die Kriminalität ist in Indien Prozentual nicht grösser als in Europa.

Fläche Indien: 3’287’469 km2 Bevölkerung: ca. 1.33 Milliarden

Fläche Europa: 10’180’000 km2 Bevölkerung: ca. 743.1 Millionen

Fläche Schweiz: 41’285 km2 Bevölkerung: ca. 8.372 Millionen

Das Risiko, dem ausländische Reisende durch Gewaltkriminalität ausgesetzt sind, ist in den touristisch
erschlossenen Gebieten Indiens eher gering. Reisende sollten sich dennoch stets von Vorsicht leiten lassen.
Situationsangemessenes und kulturbewusstes Verhalten empfiehlt sich vor dem Hintergrund der Berichte über
sexuelle Übergriffe vor allem auch für Alleinreisende Frauen. Im Touristenzentrum Jaipur kommt es immer
wieder zu Betrügereien durch Händler, die den Versand von sog. Edelsteinen nach Europa anbieten.
Allgemeine Informationen über Indien 17

Kriminalität - Tipps
• Die Kriminalitätsrate kann je nach Ort und Stadtteil erheblich variieren. Es empfiehlt sich, sich vorab bei
Bekannten, Geschäftspartnern oder im Hotel über die lokalen Gegebenheiten zu informieren.
• Keine Wertgegenstände (Uhren, Schmuck usw. und nur wenig Geld auf sich tragen.
• In den Ballungszentren, in Touristenorten sowie auf Märkten auf der Hut vor Dieben sein.
• Besondere Vorsicht ist in öffentlichen Transportmitteln und Bahnhöfen geboten (Diebstähle, Sexualdelikte,
Belästigungen).
• Vorsicht, wenn Unbekannte Getränke oder Esswaren anbieten.
• Vorsicht und Zurückhaltung ist geboten, wenn um gemeinsame Fotoaufnahmen gebeten wird. Wiederholt
sind Ausländerinnen und Ausländer unter diesem Vorwand belästigt oder tätlich angegriffen worden.
• Dem Sicherheitsaspekt bei der Wahl der Unterkunft grosse Aufmerksamkeit schenken.
• Nachts nicht alleine unterwegs sein.
• Trekking Touren ausschliesslich in grösseren Gruppen unternehmen und sich von einem anerkannten,
ortskundigen Führer begleiten lassen.
• Frauen wird generell zu erhöhter Vorsicht geraten. Dies gilt auch, wenn man in ausschliesslich weiblichen
Gruppen reist. Mit männlicher Begleitung wird man weniger belästigt; Vorsicht bleibt aber dennoch geboten.
• Es ist in jedem Fall von Vorteil, sich von einem anerkannten Führer begleiten zu lassen.
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Besondere strafrechtliche Vorschriften


Drogen
Der Besitz - selbst kleinster Mengen - Drogen ist verboten und wird mit hohen Haftstrafen geahndet.

Alkohol
Das Mindestalter für Alkoholverzehr schwankt zwischen 18 und 25 Jahren. Einige indische Bundesstaaten
gestatten Alkohol ausschließlich für medizinische Zwecke, in anderen ist eine spezielle Erlaubnis für den Kauf,
Transport oder Verzehr von Alkohol erforderlich. Die Strafen bei Verstoß gegen die jeweiligen Regelungen
können teilweise sehr streng sein. Reisenden wird empfohlen, sich in den jeweiligen Bundesstaaten über die
geltenden Regelungen zu Alkoholkauf und -verzehr zu informieren.

Illegaler Aufenthalt
Auch der illegale Aufenthalt in Indien – ohne gültigen Pass und /oder Aufenthaltserlaubnis, dazu zählt auch die
Überschreitung des Gültigkeitszeitraums des Visums und die Verletzung der Registrierungspflicht kann mit
langen Haftstrafen oder Geldstrafen geahndet werden. Ebenso ist der Aufenthalt ohne Genehmigung in
Gebieten mit Genehmigungspflicht (protected and restricted areas) eine Straftat, die mit Haft geahndet wird.
Dies gilt auch für einige touristisch interessante Gegenden u.a. in Ladakh und Sikkim oder auf den Andamanen.

Homosexualität
Gemäss indischem Strafgesetzbuches ist homosexueller Geschlechtsverkehr strafbar, die Höchststrafe beträgt
lebenslange Freiheitsstrafe. Gleichgeschlechtliche Lebenspartner sollten in der Öffentlichkeit diskret und
zurückhaltend auftreten.

Es ist verboten die indische Flagge zu beleidigen, zu missbrauchen oder zu beschädigen. Ebenfalls verboten sind
respektlose Äusserungen und Handlungen gegenüber der indischen Verfassung.
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Umgangsformen und Tabus


Auch wenn sich Indien als säkularisiertes Land versteht, haben Religionen und vor allem der Hinduismus
prägenden Einfluss auf die Gesellschaft. Von Ausländern wird erwartet, dass sie die religiösen Gefühle ihres
Gegenübers respektieren.

Es wird in Indien stärker über Gesten kommuniziert als im Westen üblich. Während in Europa die meisten Gesten
von einer erläuternden Floskel begleitet werden, reicht in Indien die Geste allein aus. Auf Europäer wirken Inder
daher eher wortkarg oder sogar unfreundlich.

Aufgrund der an viele Körperbewegungen gebundenen Bedeutungen ist es ratsam, auf eine ausgeprägte Gestik
zu verzichten, um Missverständnissen vorzubeugen. Es wird nicht mit dem Finger auf andere Menschen gezeigt,
denn es degradiert ein Gegenüber zum Untergebenen. Zum Zeigen wird demnach die ganze rechte Hand
genutzt.

Gesten, die auch in westlichen Ländern existieren, haben in Indien zum Teil andere Bedeutungen. Das Hin- und
Herwiegen des Kopfes etwa, das leicht mit einem verneinenden Kopfschütteln verwechselt werden kann,
bedeutet in Indien Zustimmung. Das durch Gesten ausgedrückte Nein wirkt auf Europäer leider dem Ja recht
ähnlich: Ein kurzes Zucken mit dem Kopf deutet Verneinung an, manchmal begleitet von einem Schnalzen mit
der Zunge. Der Kopf ist das höchste Körperteil und gilt Indern als heilig. Sie werden daher nicht am Kopf berührt,
auch Kinder nicht. Füsse gelten als niederster und unreiner Körperteil. Wird jemand aus Versehen mit den Füßen
oder Schuhen berührt, ist eine sofortige Entschuldigung notwendig. Zum Anreichen von Gegenständen wird
ausschließlich die rechte Hand benutzt. Die Linke dient traditionell der Körperpflege und gilt als unrein.
Allgemeine Informationen über Indien 20

Umgangsformen und Tabus


Vorsicht mit Komplimenten

Der Gebrauch von Höflichkeitsformen wie "Bitte"/"Please", "Danke"/"Thank you" oder "Entschuldigung"/"Sorry"
ist in Indien kaum üblich. Viele Inder sehen dies als nicht unbedingt nötig und sogar umständlich an. Was als
Unhöflichkeit fehlinterpretiert werden könnte, ist schlicht eine Mentalitätsfrage.

Lautstarkes Sprechen stört. Bei zwischenmenschlicher Kommunikation wird im wahrsten Sinne des Wortes Wert
auf leise Töne gelegt. Inder sind Ausländern gegenüber offen und kontaktfreudig. Freunde in Europa oder
Amerika zu haben, hebt das eigene Ansehen. Darum werden Ausländer oft nach ihrer Adresse oder Visitenkarte
gefragt. Ein Mann spricht üblicherweise keine fremden Frauen an. Indische Frauen, die mit westlich
aussehenden Männern gesehen werden, müssen um ihren Ruf bangen. Auch die Frage nach dem Weg wird
besser einem Mann gestellt. Fremde Männer machen indischen Frauen keine Komplimente. Dieses Privileg ist
Ehemännern und nahen Verwandten vorbehalten

Von Mitgliedern des anderen Geschlechts wird ungefähr eine Armlänge Abstand gehalten. Körperkontakt
zwischen Männern und Frauen wird in der Öffentlichkeit vermieden. Selbst für verheiratete Paare gelten
öffentliche Zuneigungsbekundungen als unschicklich. Unter Männern kann es vorkommen, dass sie Händchen
haltend oder Arm in Arm über die Straße laufen. Dieses Verhalten ist lediglich ein Zeichen von Zuneigung und
Freundschaft und kein Hinweis auf Homosexualität.

Feilschen ist üblich, da nur für wenige Produkte (zum Beispiel Medikamente) feste Verkaufspreise gelten. Ein
solcher Maximum Retail Price (MRP) ist in der Regel auf der Originalverpackung vermerkt. Ist dies nicht der Fall
oder fehlt die Verpackung, wird der verlangte Verkaufspreis deutlich heruntergehandelt selbst wenn der
Verkäufer darüber klagt. Ob gefeilscht wird, hängt demnach vom Produkt ab und nicht vom Ort des Erwerbs.
Allgemeine Informationen über Indien 21

Umgangsformen und Tabus


Es ist unangebracht, die überall präsenten Götterbilder zu kommentieren. Generell wird respektvolles Verhalten
gegenüber heiligen Stätten erwartet.

Traditionelle Gesellschaftsordnungen entstammen dem Kastensystem, dem trotz offizieller Abschaffung noch
immer eine wichtige Rolle zukommt. Beachten und akzeptieren Sie diese. Vor Betreten eines Hauses ist zu
fragen, ob die Schuhe auszuziehen sind. Im Zweifelsfall folgen Sie einfach dem Beispiel des Gastgebers. Beim
Besuch von Moscheen oder Tempeln sind Schuhe in jedem Fall auszuziehen. Das Kauen von Betelnüssen regt
den Speichelfluss an und färbt diesen rot. So spucken Inder oftmals, selbst aus fahrenden Bussen heraus.

Kühe liegen in Indien abgemagert und scheinbar herrenlos auf der Straße herum. In den meisten Fällen gehören
sie jedoch jemandem. Da sie als heilige Tiere gelten, dürfen sie machen, was sie wollen.

Fleischgenuss hängt bei Indern stark von ihrer Religionszugehörigkeit ab. Während christliche Inder sowohl
Schaf-, Rind- als auch Schweinefleisch essen, meiden Hindus Rindfleisch: Für sie verkörpert eine Kuh die
Wiedergeburt und gilt somit als heilig. Inder muslimischen Glaubens meiden Schweinefleisch, da ihnen dieses
Tier als unrein gilt.

Indien ist von Korruption geplagt, die vor keinem Amt haltmacht. Besonders Menschen, die einen politischen
Posten oder ein anderes staatliches Amt bekleiden, schlagen gerne Kapital daraus. Behördliche Genehmigungen
und Zugang zu wichtigen Entscheidungsträgern werden mit Fingerspitzengefühl und dem entsprechenden
Kleingeld in der Tasche beschleunigt. Einheimische, die sich mit örtlichen Gepflogenheiten auskennen, sind hier
hilfreich. Nie die Ämter selber bestechen sondern falls nötig durch Dritte ausführen lassen, einzig der Polizist auf
der Strasse kann man evtl. selber bestechen, wir raten aber davon ab.
Weitere Informationen: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/karriere/a-595892.html
Medizinische Versorgung
▪ Allgemeine Informationen
▪ Impfschutz
▪ Einzelne Erkrankungen
Medizinische Versorgung 24

Allgemeine Informationen

In den grossen Städten ist die medizinische Versorgung in allen Fachdisziplinen meist auf einem hohen oder sehr
hohen Niveau und damit deutlich teurer. Zahlreiche Patienten aus der ganzen Welt kommen zu planbaren
Behandlungen und Operationen ins Land. Bei schweren Erkrankungen gibt es geeignete Kliniken.

Es ist empfehlenswert, bei der Krankenkasse einen Auslandschutz abzuschliessen und für eine allfällige
Rückführung einen Beitritt bei der Rega und/oder TCS Welt.

Die Versorgung mit zuverlässigen Medikamenten und eine ununterbrochene Kühlkette sind nicht überall
gesichert. Es muss damit gerechnet werden, dass insbesondere in kleinen Apotheken auch gefälschte Produkte
statt richtiger Medikamente verkauft werden. Reisende sollten regelmässig einzunehmende Medikament in
ausreichender Menge nach Indien mitbringen und sich für die Einreise die Notwendigkeit von ihrem Arzt auf
Englisch bescheinigen lassen. Die Apotheken der grossen Privatkliniken bieten ein breites Spektrum zuverlässiger
Medikamente.

Merke:
• Genügend zu Trinken mitnehmen
• Sonnenschutz, Hut und Sonnenbrille! Keine Sonnenexposition von 11.00 bis 15.00 Uhr.
• Nicht barfuss gehen (Infektionsgefahr)
• Insektenschutz, Sprays oder Creme verwenden (Malaria, Dengue, etc.)
• Insektengitter und Zerstäuber in der Wohnung montieren (z.B. Sleep Well)
Medizinische Versorgung 25

Impfschutz

Für alle Reisenden zu empfehlen sind Impfungen gegen:


• Starkramp
• Hepatitis A+B

Für Risikogruppen zusätzlich die Impfung gegen:


• Diphtherie, Tetanus, Polio
• Masern (oder Immunität nach Krankheit)
• Typhus
• Tollwut (Risiko sehr verbreitet)
• Pneumokokken, Influenza

Das Zentrum für Reisemedizin bietet Reiseberatung für alle. Man kann sich ohne Anmeldung beraten und impfen
lassen.

https://www.ebpi.uzh.ch/de/services/travelclinic.html
Medizinische Versorgung 26

Einzelne Erkrankungen
Durchfall- und Darmerkrankung
Sorgfältige Hygiene bei Nahrungsmittel und Trinkwasser beachten:
• Nur Mineralwasser mit intaktem Verschluss oder gekochtes, filtriertes oder chemisch entkeimtes Wasser
trinken, keine Eiswürfel.
• Für das Waschen von Obst und Gemüse oder zum Zähneputzen Trinkwasser verwenden
• Fleisch vor dem Verzehr gut garen
• Allgemeine Hygienemassnahmen wie regelmässiges Händewaschen oder Händedesinfektion nach dem
Toilettengang und vor dem Essen
• Fernhalten von Fliegen von Nahrungsmitteln

Es empfiehlt sich mitzunehmen: Bioflorin (Darmflora Wiederaufbau), Kohlentabletten (Entgiftung)

Grippe (Saisonale Influenza)


Die saisonale Influenzaviren, einschliesslich der A/H1N1 (Schweinegrippe), zirkulieren in Nordindien in den
Wintermonaten. Im Süden sind Grippeviren in deutlich geringerer Häufigkeit ganzjährig nachweisbar.

Vogelgrippe:
Reisende in die betroffenen Länder sollten den Kontakt mit lebendem oder totem Geflügel und Vögeln aller Art
auf Märkten und in öffentlichen Verkehrsmitteln meiden. Von Geflügelstallungen sollte man sich fern halten. Der
Import von Vogelprodukten einschl. Federn aus den betroffenen Ländern in die EU ist verboten.

Malaria
Geringes Risiko.

 -Nicht alleine in den Spital gehen sondern sich von der lokalen Ansprechperson begleiten lassen.
Unterkunft
▪ Ashiana Umang / Rangoli Gardens
▪ Impressionen
▪ Verpflegung / Einkaufsmöglichkeiten
▪ Mobiltelefon / Internet
▪ Besuch
Unterkunft 28

Ashiana Umang / Rangoli Gardens


Wohnkomplex für die gehobene Mittelschicht. Die Anlage ist sehr sauber und ausgestattet mit diversen
Freizeitmöglichkeiten

Zur Verfügung stehen Dreizimmerwohnungen mit A/C, 2 Schlafzimmer, 2 Bäder, Küche, Wohnzimmer inkl. TV
und Balkon. Komplett eingerichtet (Möbel, Waschmaschine, Tumbler und Geschirrspüler), inkl. wöchentliche
Reinigung.

Adresse BSDU Mitarbeiter:


Ashiana Umang
Ajmer Road, Tehsil Sanganer,
Near Mahindra SEZ, Jhai,
Rajasthan Jaipur 302037
Indien

Adresse andere:
Rangoli Gardens
Rangoli Rd
Panchyawala
Rajasthan Jaipur 302034
Indien
Unterkunft 29

Impressionen
Unterkunft 30

Verpflegung / Einkaufsmöglichkeiten

In ihrer Vielfalt bietet die indische Küche sowohl raffiniert Vegetarisches als auch Fisch- und Fleischgerichte, dazu
zahlreiche Süßspeisen. Gewöhnungsbedürftig ist die Schärfe der Gerichte, zu der Dutzende von Gewürzen
beitragen, allen voran Chili. Fleisch wird bei den Moslems, Siks, Christen und einer kleinen Gruppe von Hindus
gegessen. An Strassenständen nur Essen bestellen, wenn sich dort viele Leute verpflegen.

Die Mitarbeitenden sind für den Lebensmittel/Getränkeeinkauf sowie für Speis und Trank selbst zuständig. Im
Rangoli Gardens stehen voll ausgestattete Küchen zur Verfügung. Einkaufsmöglichkeiten gibt es überall unter
anderem auch unmittelbar bei der Unterkunft im Shopping Center im Rangoli Gardens.

Auf dem Campus von BSDU ist ein indisches Küchenteam für die tägliche Verpflegung verantwortlich. Es wird
traditionelles vegetarisches Frühstück, Lunch und Dinner angeboten. Auf dem Ausbildungs-Campus ist das
Mittagessen für die Angestellten bislang gratis.
Unterkunft 31

Mobiltelefon / Internet

Im Rangoli Gardens und im Ashiana Umang steht ein gutes W-LAN zur Verfügung. Für das Telefonieren in die
Schweiz bietet sich SKYPE oder WhatsApp Call an.

Jeder Mitarbeitende erhält eine SIM-Karte mit einer indischen Nummer (gültig für Rajasthan). Das Mobiltelefon
und die Gebühren für Telefon und Internet werden vom Mitarbeiter übernommen.

Telefonieren mit indischen Anbieter ist in Indien günstig. Internet 3GB kostet ca. CHF 9.- pro Monat.
Unterkunft 32

Besuch

Der Besuch darf im Appartement des Mitarbeitenden übernachten sofern dieser ebenfalls vor Ort ist.

Beim allerersten Aufenthalt ist darauf zu achten, dass die Ehefrau/Partnerin frühestens 14 Tage nach der Ankunft
des Mitarbeitenden eintrifft. Dies gibt die Gelegenheit sich mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut zu machen
und die Ehefrau/Partnerin bei Ihrer Ankunft zu unterstützen und entsprechend zu empfangen.

Für deren Unterkunft in einem Hotel sowie für Verpflegung und den Transport kommt man selber auf. Gute
Unterkunft in Hotels oder AirBnb findet man für ca. CHF 20.- bis 50.-.
Links & Apps
▪ Wichtige Adressen / Anlaufstellen
▪ Nützliche Links und Apps für den Indien
Aufenthalt / Literaturempfehlungen
Links & Apps 35

Nützliche Links & Apps für den Indienaufenthalt

Diverses
- Sicherstellen, dass bei der Bank der Bezug von Bargeld im asiatischen Raum aufgeschaltet ist
- Evtl. beim Abonnementsanbieter für das Mobiltelefon ein Auslandpaket kaufen/herunterladen

Internet Links:
https://www.omanair.com/en/
https://indianvisaonline.gov.in/evisa/tvoa.html#

Apps:
- Uber
- Offlinekarte Jaipur

Literaturempfehlungen:
- Kulturschock Indien https://www.dropbox.com/s/mgsptn02w3hux78/BUCH-KulturSchock-Indien.pdf?dl=0