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LeTRa Glossar

CSD
Sachbericht 2015 Christopher Street Day ist ein Festtag, Gedenktag und
Demonstrationstag von Lesben, Schwulen, Bisexuellen
und Transgender. Die Bezeichnung Christopher Street
Day ist nur in Deutschland und der Schweiz üblich.

KGL
ist die im Text verwendete Abkürzung für die Koordi-
nierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebensweisen
des Direktoriums der Landeshauptstadt München.
Lesbentelefon e.V.
ist Trägerverein der Maßnahme LeTRa, Lesbenbe-
ratungsstelle und des LeTRa-Zentrums.

LeTRa
Wortspiel aus den Wörtern Lesben, Traum und Raum.

LGBTI
(seltener auch GLBTI) ist eine aus dem englischen
Sprachraum kommende Abkürzung für Lesbian, Gay,
Bisexual, Trans* und Intersexual.

Transgender
Transgender ist eine Wortbildung aus lateinisch trans,
„jenseitig”, „darüber hinaus” und englisch gender –
soziales Geschlecht.
Das Wort ist einerseits eine Bezeichnung für Men-
schen, die sich mit der Geschlechterrolle, die ihnen üb-
licherweise bei der Geburt, in der Regel anhand der
äußeren Geschlechtsmerkmale, zugewiesen wurde,
nur unzureichend oder gar nicht beschrieben fühlen,
und andererseits eine Selbstbezeichnung für Men-
schen, die sich mit ihren primären und sekundären
Geschlechtsmerkmalen nicht oder nicht vollständig
identifizieren können. Manche Transgender lehnen
auch jede Form der Geschlechtszuweisung bzw. -kate-
gorisierung grundsätzlich ab.
Transgender der Richtung Mann-zu-Frau werden häu-
fig als Transfrau bezeichnet, Transgender der Richtung
Frau-zu-Mann als Transmann.

Plenumslesben
Die Plenumslesben sind die aktiven Vereinslesben, die
einmal im Monat und an weiteren Klausurtagen wäh-
rend des Jahres – neben anderen Aktivitäten – die Ver-
einsarbeit leisten.

IDAHOT
Der Internationale Tag gegen Homophobie, Transpho-
bie und Biphobie (englisch: International Day Against
Homophobia, Transphobia and Biphobia, kurz IDAHO
oder IDAHOT) wird seit 2005 jährlich am 17. Mai be-
gangen.
Beratungsstelle und Zentrum des Lesbentelefon e.V.
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Inhalt Vorwort

Impressum
Vorwort ............................................. 3 In beängstigendem Ausmaß zeigten sich 2015 rechts- Mit unserer Arbeit, unseren Angeboten und neu durch
populistische Parteien und Bewegungen immer offener die in 2015 installierte Fachstelle für Fortbildungen,
Rückblick 2015 ............................... 4 mit ihrer Gruppen bezogenen Menschenfeindlichkeit. können wir mit dazu beitragen, dass diese sozialpoli-
Ob AfD, Pegida oder die „besorgten Eltern“, es wird tische Aufgabe der Landeshauptstadt umgesetzt wird.
Personalentwicklung ................... 5 gegen geflüchtete Menschen, Migrant*innen, Lesben,
Schwule und Transgender gehetzt und gegen Gender
Statistischer Überblick ................. 6 Mainstreaming.
Beratung ........................................... 7
Geflüchtete Lesben ....................... 10 Der Lesbentelefon e.V.
Fortbildungen ................................. 14 LeTRa, Lesbenberatungsstelle
und Zentrum des Lesbentelefon e.V. Im Leitbild des Lesbentelefon e.V. heißt es: Unsere hu-
LeTRa-Zentrum .............................. 16 manistische Grundhaltung ist eine antidiskriminie-
Angertorstr. 3 | 80469 München rende, antirassistische und antifaschistische, d. h. wir
Gruppen ........................................... 18 setzen uns für Achtung, Respekt und Wertschätzung
Telefonzeiten im Zusammenleben ein. Aus diesem Leitbild heraus ge-
Öffentlichkeitsarbeit .................... 22 Montag und Mittwoch jeweils 14.30–17.00 h stalten wir die mittlerweile vielen und vielfältigen Ar-
Fon ++49 (0) 89 725 42 72 beitsbereiche der Maßnahme „Lesben(T)Raum“ (kurz
Veranstaltungen ............................ 28 LeTRa genannt). Wir setzen menschenfeindlichen ge-
Fax ++49 (0) 89 23 70 79 09
info@letra.de | www.letra.de sellschaftlichen Entwicklungen Veranstaltungen, Fort-
Vernetzung ....................................... 32 bildungen, Öffentlichkeitsarbeit und damit Information
und Aufklärung aber auch Beratung und Unterstüt-
Ausblick 2016 .................................. 33 V.i.S.d.P.: Rita Braaz, Öffentlichkeitsarbeit zung für Lesben und andere queere Weiblichkeiten
Redaktionelle Mitarbeit: Rita Braaz, Diana entgegen. Unserer Auffassung nach wird die gesellschaftspoliti-
Danke ................................................. 34 Horn, Claudia Juraschek, Melina Meyer, sche Arbeit für ein „buntes München“ und eine tole-
Irmengard Niedl, Miriam Vath Mit dem LeTRa-Zentrum bieten wir einen Raum für Be- rante Gesellschaft immer dringlicher. Unser München
Glossar ............................................... 36
Gestaltung und Layout: Kubilik Design gegnungen und somit niedrigschwelligen Zugang in ist bunt und „unser“ LeTRa ist bunt, vielfältig und to-
Fotos: Kornelija Rade und LeTRa die Szene, Räume für selbstorganisierte Gruppen und lerant und dafür werden wir uns auch weiterhin mit
(sofern nicht extra benannt) Veranstaltungen. aller Kraft einsetzen.
Zitat der Sozialreferentin Brigitte Meyer: „Die Gleich- Durch unseren Sachbericht 2015 bekommen Sie einen
Lesbentelefon e.V. stellung und Antidiskriminierung von Lesben, Schwulen Eindruck von den verschiedenen Arbeitsfeldern der
IBAN: DE64701500000013138540 und Transgendern ist eine gesellschafts- und sozialpo- Lesbenberatungsstelle LeTRa, die der Lesbentelefon
BIC: SSKMDEMM litische Aufgabe, der sich die Landeshauptstadt Mün- e.V. als Trägerverein verantwortet.
chen seit vielen Jahren stellt“. (Zitat Sitzungsvorlage
Wir freuen uns über jede Spende. Nr. 14-20 / V 01231). Die Plenumslesben (siehe Glossar) des Lesbentelefon e.V.

Mitglied im Wohlfahrtsverband gefördert vom Sozialreferat der Landeshauptstadt München


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Rückblick 2015
Personalentwicklung
Übersicht der hauptamtlichen Stellen 2015 Engagierte Lesben

1 Dipl. Sozialpädagogin (FH) mit 32 Std. für Beratung In 2015 konnten wir das 20-jährige Jubiläum von
/ Fachstelle Fortbildungen Kerstin und Sibyll feiern. Die beiden gehören zu
1 Fachfrau für Öffentlichkeitsarbeit mit 32 Std. dem Kreis der ehrenamtlichen Gründungslesben des
Wie kaum ein Jahr zuvor führten 2015 die humanitä- LeTRa-Zentrum „Lesben(T)Raums“, kurz LeTRa, die durch ihr Engage-
ren Krisen unserer Welt ausgelöst durch Kriege, Dik- 1 Dipl. Sozialpädagogin (FH) mit 30 Std. für Beratung ment den Entwicklungs- und Wachstumsprozess der
Im gesamten Jahr 2015 wurde das LeTRa-Zentrum von
taturen, Terror und Armut zu einer millionenfachen / Fachstelle Fortbildungen letzten 20 Jahre ermöglichten.
den diversen Gruppen unserer Szene rege genutzt.
Flucht von Menschen aus ihren Heimatländern. 1 Dipl. Sozialpädagogin (FH) mit 28 Std. für Beratung
Mitunter konnten wir einzelne Terminanfragen nicht Sie verantworten aktuell gemeinsam mit 11 anderen
Die Landeshauptstadt München mit ihrem „Kapitän
mehr bedienen, da das LeTRa-Zentrum bereits ausge- 1 Dipl. Sozialpädagogin (FH) mit 28 Std. für Beratung aktiven Plenumslesben alle Belange des Lesbentelefon
OB Reiter“ und vor allem auch die Münchner
bucht war. Fest etabliert und sehr gut besucht sind re- e.V. sowie seiner Maßnahme LeTRa.
Bürger*innen schufen eine international beachtete 1 Verwaltungsfrau mit 24 Std.
gelmäßig auch die LeTsBar-Abende, an denen ab-
Willkommenskultur für die geflüchteten Menschen.
wechselnd ehrenamtliche LeTRaktive und Menschen
„München – Weltstadt mit Herz“, der Slogan wurde
aus den unterschiedlichsten Gruppen und Initiativen
in 2015 durch diese herausragende Willkommenskul- Weitere Kolleg*innen
unserer Community hinter der Theke stehen.
tur gelebte Realität.
In der Lesbenberatungsstelle LeTRa ar-
Beratung und Case-Management für beiteten in 2015 zudem eine Reini-
geflüchtete Lesben 2015 gungskraft und eine Hausmeisterin
(LeTRa-Zentrum) auf Minijobbasis so-
Auch die Mitarbeiterinnen der Lesbenberatungsstelle wie weitere Honorarkräfte mit ver-
standen 2015 vor der immer größer werdenden Auf- schiedenen Aufgabenbereichen wie
gabe, geflüchteten Lesben Angebote, Beratung und z.B. Buchhaltung und fachliche Unter-
Case-Management anzubieten. Selbstverständlich stützung der Arbeit mit geflüchteten
muss der Auftrag einer Lesbenberatungsstelle auch Lesben.
heißen: „Wir beraten, informieren und unterstützen ge-
flüchtete Lesben und versuchen sie bei ihrem Weg in
unsere Gesellschaft und unsere Szene zu stärken und Hauptamtliche Team-
zu begleiten.“ Angesichts der hohen Bedarfe an Un- Fortbildung 2015
terstützung, die geflüchtete Lesben benötigen, stellte
und stellt sich jedoch auch für uns die Frage: Wieviel Zum ersten Mal in der Geschichte des
und was können wir angesichts unserer personellen hauptamtlichen LeTRa-Teams engagier-
und finanziellen Ressourcen in der Arbeit für und mit ten wir 2015 eine Referentin für Organisationsentwick- Danke liebe Kerstin und liebe Sibyll für Euer
geflüchteten Lesben noch leisten? lung. Ulli Schill von „Due Donne“ arbeitete je zwei
wundervolles und treues Engagement.
Mal vier Stunden mit unserem hauptamtlichen LeTRa-
Fachstelle Fortbildungen Team an den notwendigen Umstrukturierungen der
In 2015 konnte die Fachstelle Fortbildungen erfolg- LeTRa- Arbeitsbereiche. Zwischen den Terminen arbei-
reich konzipiert und aufgebaut werden. In enger Zu- tete das Team gemeinsam weiter an den „Hausaufga- Träger und Finanzierung
sammenarbeit mit Andreas Unterforsthuber von der 10. Lesbisches Angertorstraßenfest ben“. Geplant ist eine Fortsetzung des Prozesses für
Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche Lebens- Mittlerweile nicht mehr wegzudenken aus der Reihe 2016 sowohl im hauptamtlichen Team wie auch im ge- Der Verein Lesbentelefon e.V. ist Träger der Lesben-
weisen im Direktorium entwickelten unsere Mitarbeite- der Münchner Straßenfeste ist das von LeTRa verant- samten Plenumsteam. beratungsstelle LeTRa und des LeTRa-Zentrums. Die
rin Miriam Vath und Ulli Fuchshuber, der Kollege des wortlich organisierte Lesbische Angertorstraßenfest. Zudem nahm das hauptamtliche Team an einer team- Lesbenberatungsstelle wird hauptsächlich vom Sozial-
Sub e.V., passgerechte Fortbildungen für die verschie- Zum bereits zehnten Mal feierten wir in 2015 die internen Fortbildung mit Dr. Tanja Rode zum Thema: referat der Landeshauptstadt München finanziert,
denen „Kund*innen“ wie z.B. Mitarbeiter*innen des größte lesbische Outdoor-Party Bayerns, die gleichzei- „Jenseits von Gut und Böse – lesbische und queere Be- sowie durch Eigenmittel des Trägervereins und über
Stadtjugendamtes oder der Münchenstift GmbH. tig auch Tag der offenen Tür des LeTRa-Zentrums war. ziehungen im Umgang mit Grenzverletzungen“ teil. Spenden.
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Beratung
Statistischer Überblick
1425 Angebotsstunden in der Beratungsarbeit
52,58% 1137 Std. in der Einzelberatung
81 Std. in der Emailberatung
97 Std. in der Paarberatung
110 Std. in der Telefonberatung Coming out in verschiedenen Häufig leiden die Frauen unter starken Schuldgefühlen
Gesamtzahl der Klient*innen: 629 den Kindern und dem Ehemann gegenüber. Denn das
Facetten Leben des Partners gerät häufig total aus den Fugen.
Deutsche Migrant*innen Außerdem muss das Familienleben von Grund auf neu
„Wie kann es sein, dass ich mich das erste Mal mit organisiert werden (Wohnort der Kinder, Umgangsre-
80% 20% Ende dreißig in eine Frau verliebt habe und vorher gelungen und Unterhaltsansprüche). Für die Frauen
immer in Männer verliebt war? Heißt das, dass ich les- bedeutet dies meist ein Aufbruch in eine völlig unsi-
bisch bin und es bisher einfach nicht gewusst habe? chere Situation ohne „Netz und doppelten Boden“.
War alles was ich vorher gelebt habe falsch? Werde Wenn die Frauen zu diesem Zeitpunkt eine feste Part-
ich mich ab sofort immer in Frauen verlieben? Bin ich nerin haben, kommen zu den üblichen Problemen
vielleicht bisexuell und was bedeutet das für mein einer neu gegründeten Patchworkfamilie noch die Her-
Leben? Was passiert, wenn keine der Kategorien für ausforderung des Coming outs gegenüber den eige-
mich wirklich stimmt? Deuten meine sexuellen Phanta- nen Kindern dazu. In der Beratung geht es unter
sien mit Frauen darauf hin, dass ich lesbisch bin? …“. anderem darum, diese tiefgreifenden und krisenhaften
Veränderungsprozesse zu begleiten. Wir machen den
Fragen dieser Art werden von unseren Klientinnen Frauen auch bei Durststrecken immer wieder Mut, dass
immer wieder in Beratungen gestellt. es sich lohnt den eigenen Gefühlen zu vertrauen und
zu beginnen ein für sie stimmigeres Leben zu führen.
13,28 % 360 Std. Öffentlichkeitsarbeit der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen
360 Std. CSD-Demo und Angertorstraßenfest Spätes Coming out
Manche unserer Klientinnen sind „late bloomers“. Sie
Leben zwischen den Polen
entwickeln erst in einer späteren Lebensphase, d.h.
erst ab ca. 40 Jahren die Gewissheit, dass sie lesbisch Einige unserer Klientinnen tun sich sehr schwer ihre se-
245 Angebotsstunden Bildung & Qualifizierung, Gesamtteilnehmer*innen: 1394 sind und/oder haben erst ab dieser Zeit die Stärke, xuelle Identität zu definieren, sich selber sozusagen
9,4% 125 Std. Veranstaltungen ihr Lesbisch-Sein anzuerkennen. Viele konnten sich zwischen den Polen Heterosexualität und Homosexua-
110 Std. Fortbildungen vorher einfach nicht vorstellen, wie sie den Mut auf- lität einzuordnen. Sie haben sich zum Beispiel in jün-
10 Std. Aufklärungsprojekte bringen können, zu sich selber zu stehen. Sie hatten geren Jahren ausschließlich in Männer verliebt und mit
zu große Angst vor sozialer Ausgrenzung und haben diesen auch längerfristige Liebesbeziehungen gelebt.
241 Std. thematische Kurse und Projekte, Gesamtteilnehmer*innen: 109 Mit Ende dreißig verlieben sie sich dann z.B. plötzlich
8,89 % 2 Coming out-Gruppen + Rest der in 2014 gestarteten Coming out-Gruppe
sich an die in der Gesellschaft immer noch gängige
heterosexuelle Norm angepasst. Tief drinnen wussten das allererste Mal intensiv in eine Frau. Dies führt na-
1 selbstorganisierte ehemalige Coming out-Gruppe sie allerdings, häufig schon ab dem Jugendalter, dass türlich zu starker Verunsicherung und ähnlichen Fra-
3 Deutschkonversationskurse sie lesbisch sind. Das heißt, dass sie sich ausschließlich gen, wie sie am Textanfang formuliert wurden. Wenn
in Mädchen und Frauen verlieben können und mit sich die Frauen – trotz aller Ambivalenzen – das erste
172 Std. Offene Treffpunktangebote
6,35 % 21 Std. Teestunde 50+ durchschnittliche Besucher*innenzahl: 6 Männern niemals ähnliche Gefühle erleben werden. Mal auf eine Liebesbeziehung mit einer Frau einlassen,
empfinden einige von ihnen diese Beziehung so be-
46 Std. Brunch 40+ durchschnittliche Besucher*innenzahl: 13 Anderen war ihre lesbische Identität nicht oder nur
zum Teil bewusst, da sie für viele Jahre überhaupt glückend, wie keine Beziehung davor. Männer werden
105 Std. LeTsBar durchschnittliche Besucher*innenzahl: 63 für sie dann erstmal uninteressant. Andere spüren
keine Begriffe hatten für das, was sie empfinden. Sie
149 Std. Freizeitangebote, Gesamtzahl der Besucher*innen: 1734 hatten nur ein vages Gefühl „irgendwie anders zu ganz deutlich, dass sie sich wieder nach Männern um-
5,5% 78 Std. LeTRaktiv – 8 Std. Angertorstraßenfest – 63 Std. Infodienst bei LeTsBar sein“. Häufig leben die Frauen zu dem Zeitpunkt ihres schauen würden, hätte diese eine Frau sie nicht völlig
Coming outs schon in engen Familienverbänden. Sie in den Bann gezogen. Wieder andere haben Phanta-
70 Std. auf Zielgruppen ausgerichtete Angebote, durchschn. 8 Teilnehmerinnen haben einen Ehemann, Kinder und soziale Netz- sien über lesbischen Sex und eine unbestimmte Sehn-
2,58 % 22 Std. Elterngruppe –26 Std. Müttergruppe–22 Std. FLIT (Gruppe geflüchteter Lesben) werke, die eng mit ihrer Familie verknüpft sind. sucht nach Frauen, leben aber in einer heterosexuellen
Beziehung.
1,44% 39 Std. Begleitung von Klientinnen, z.B. zu Anwältinnen, Ärztinnen, Behörden Nach langen Zeiten der eigenen Bewusstwerdung
kommt auf diese Frauen nun der schwere Schritt zu, Egal in welcher Situation die Frauen sich befinden,
3 Std. Vernetzung und Kooperation der ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen sich gegenüber dem sozialen Netzwerk, dem Ehe- jetzt steht die gesamte Identität auf dem Prüfstand:
0,33 % 6 Std. Treffen der ehrenamtichen LeTRa-Zentrumsgruppen, Lesbennetzwerktreffen mann und den Kindern zu öffnen. Dies geht häufig mit „Bin ich lesbisch und habe es einfach bisher nicht ge-
heftigen Krisen im gesamten Familienverbund einher. spürt? Bin ich bisexuell oder bin ich heterosexuell und
Die von den hauptamtlichen Mitarbeiterinnen geleisteten Stunden werden in der, von der LH München vorgegebenen Statistik nicht erfasst. Es bleibt sprichwörtlich „kein Stein auf dem anderen“. diese eine Frau ist eine Ausnahme? Was passiert,
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Beratung

Sehr wichtig ist uns in diesem Kontext allerdings, dass ihrer sexuellen Identität haben und fechten einen lan-
nicht nur die zwei Pole Homosexualität und Heterose- gen inneren Kampf aus, um ihr Lesbisch-Sein zu akzep-
xualität existieren und dazwischen ein Vakuum, son- tieren. In weiten Phasen des Coming outs wünschen
dern eine große Bandbreite von „Bisexualitäten“. manche sich nichts sehnlicher als der heterosexuellen
Genau in der Mitte einer gedachten Linie zwischen den Norm zu entsprechen und spüren gleichzeitig, dass
beiden Polen würden sich all die Menschen einordnen, dies niemals möglich sein wird.
die sich etwa gleichermaßen zu Frauen und Männern
hingezogen fühlen. Nun gibt es zwischen den Polen Auf der anderen Seite wissen wir, welch gewalttätigen
und der Mitte noch jede Menge Platz und dies ent- und diskriminierenden Folgen die gesellschaftliche Vor-
spricht der Lebensrealität vieler Menschen. Zum Bei- stellung hatte und hat, dass Homosexualität eine Art
spiel unsere Klientinnen, die spüren, dass sie sich Krankheit sei, die heilbar wäre oder ein falsch einge-
momentan deutlich stärker zu Frauen hingezogen füh- schlagener, selbst gewählter Weg, der durch Willens-
len, aber Männer ihnen nicht ganz egal sind. anstrengung zu korrigieren sei.

Für dieses „dazwischen“ gibt es in unserer Gesellschaft


leider wenig Bewusstsein und fast keine Begriffe. Es
scheint sogar bedrohlich zu sein, wenn sich Menschen
nicht in diese oder jene „Schublade“ einsortieren las-
wenn ich keine abschließende Antwort auf diese Frage geben, den er braucht, sich selber zu erforschen und sen. Noch gefährlicher kann es werden, wenn wir uns
finde? Werde ich dann aus der heterosexuellen und die neu erwachten Gefühle zu genießen, ohne vom damit auseinander setzen, ob nicht sogar Bisexualität
ebenfalls aus der lesbischen Welt ausgeschlossen? gesellschaftlichen Druck und den verinnerlichten Glau- die Norm darstellt. Das würde bedeuten, dass der
Kann ich mit dieser Unklarheit gut leben und was sagt benssätzen erdrückt zu werden. größte Teil der Menschen von der Veranlagung her so-
mein Umfeld dazu? Will ich meine Phantasien über- wohl für Frauen als auch für Männer empfänglich wäre
haupt in die Realität umsetzten und was heißt das dann und es an den Polen Heterosexualität und Homosexua-
für meine heterosexuelle Beziehung?“ Gesellschaftlicher Hintergrund – lität eher dünner wird, so wie bei einer Gaußschen
Normalverteilungskurve.
Meist führt die Entdeckung eines frauenliebenden An- offene Fragen Aber ist das die ganze Wahrheit, wenn wir an die
teils zu starker Verunsicherung. Es entsteht der große Bandbreite und Vielfalt von sexuellen Identitäten
Wunsch, die eigene sexuelle Orientierung möglichst Natürlich beeinflusst es die Beratungs- und Gruppen- denken? Haben einige Menschen – vielleicht diejeni-
schnell wieder einordnen und definieren zu können. prozesse, welche Einstellung wir Beraterinnen zu dem gen, die sich irgendwo zwischen den Polen befinden –
Die neuen Erfahrungen werden von unseren Klientin- Thema sexuelle Identität haben. Andererseits werden nicht doch eine gewisse Wahlfreiheit bezüglich ihrer
nen zuerst meist nicht als neu entdeckte Potentiale und wir durch die Lebensgeschichten und Erfahrungen un- emotionalen und sexuellen Ausrichtung? Ist es nicht
Möglichkeiten wahrgenommen, was sie von außen be- serer Klient*innen und Gruppenteilnehmer*innen fort- sogar sehr begrüßenswert dass dies so ist? Feministi-
trachtet ja tatsächlich sind. Denn es ist schwer möglich, während herausgefordert, unsere Einstellungen zu sche Frauen haben jahrzehntelang für diese Wahlfrei-
den gesellschaftlichen Kontext außen vor zu lassen. In überdenken und entdecken dabei selber immer wieder Homosexualität Bisexualität Heterosexualität heit als Erweiterung weiblicher erotischer Aus-
unserer Gesellschaft ist der Druck, sich klar zu definie- herausfordernde Fragen. drucksformen und als Möglichkeit, patriarchalen Be-
ren und einzuordnen immer noch immens groß, insbe- Dieser Gedanke stellt die heteronormativen Vorstellun- ziehungserfahrungen etwas entgegen zu setzten ge-
sondere wenn es um die sexuelle oder geschlechtliche gen unserer Gesellschaft gehörig auf den Kopf. Er wi- kämpft. Viele haben die feministischen Analysen auch
In unseren Coming out-Gruppen, Beratungen und Fort- derspricht dem menschlichen Bedürfnis, vermeintliche in die Praxis umgesetzt, indem sie sich sehr bewusst für
Identität geht. Es ist für das Umfeld, aber auch für die bildungen werden wir immer wieder gefragt, wie Ho-
einzelnen Frauen äußerst schwer auszuhalten, ein Sicherheiten durch starre Kategorien zu schaffen. Frauenbeziehungen entschieden haben.
mosexualität eigentlich entsteht. Als Antwort darauf
Leben zwischen den Polen zu führen. Das heißt, nicht erklären wir die sexuelle Orientierung, also auch die
genau zu wissen, ob sie lesbisch, bisexuell oder hete- Homosexualität, als eine Art Veranlagung, deren Wenn wir in politischen Kontexten und Situationen, in Wovon wir auf jeden Fall überzeugt sind ist, dass in
rosexuell sind, sondern das zu leben, was sich für sie Gründe wissenschaftlich (d.h. psychologisch, biolo- denen wir uns nicht angreifbar machen wollen, von Ho- einer Gesellschaft, in der Vielfalt immer mehr themati-
gerade richtig und befriedigend anfühlt. gisch, genetisch etc.) noch nicht eindeutig geklärt wer- mosexualität ausschließlich als irreversibler Veranla- siert und akzeptiert wird, neue Wahlmöglichkeiten und
den konnten, obwohl viel dazu geforscht wurde und gung sprechen, dann hat das einen guten Grund. Handlungsspielräume entstehen und dies absolut be-
In der Beratung möchten wir Mut machen zu einem wird. Homosexualität, Bisexualität und Heterosexuali- grüßenswert ist. Ansonsten bleibt es für uns alle wich-
neugierigen Erforschen der eigenen Gefühle, ohne für tät können also letztendlich als Phänomene angesehen Denn zum einen entspricht genau dies der Lebensrea- tig, die eigene Haltung immer wieder in Frage zu
diese gleich ein „Label“ finden zu müssen. Das heißt, werden, welche die vielfältigen Möglichkeiten der lität von sehr vielen unserer Klientinnen. Sie spüren stellen und mit anderen darüber im regen Austausch
dem frauenliebenden Anteil erstmal den Raum zu menschlichen Natur abbilden. deutlich, dass sie keinerlei Wahlmöglichkeit bezüglich zu bleiben.
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LeTRa unterstützt geflüchtete Lesben


„Wer der Folter erlag, kann nicht mehr heimisch werden in der Welt.“

Diese Feststellung traf der Folterüberlebende Jean Mangelnde Intimsphäre in den Unterkünften Praktische Unterstützung im Asylverfahrensprozess
Amery in seinem Buch: „Jenseits von Schuld und (z.B. übersetzen von Gerichtsunterlagen,
Angst vor Abschiebung
Sühne: Bewältigungsversuche eines Überwältigten.“ stabilisieren bei beängstigenden Erstinterviews
In die Beratungsarbeit mit geflüchteten Lesben bringen Belastung durch monate- bis jahrelange Asylverfah- oder bei Ablehnungsbescheiden).
die Klientinnen häufig massivste Gewalterfahrungen ren und den darin enthaltenen retraumatisierenden
Behördenarbeit und Vermittlung von Begleitung
wie z.B. Folter und Vergewaltigungen mit ein. Dem- Lebensbedingungen
dorthin
nach ist ein zentrales Thema in Beratung und Case-
Eingeschränkte Mobilität (Unterbringung in ländli-
Management für geflüchtete Lesben, die Frage nach Vermittlung und Begleitung zu anderen Fachstellen
chen Gebieten) und daraus resultierender erschwer-
dem wieder „heimisch werden können in der Welt“.
ter Zugang zur LGBTI-Community und deren Schreiben von Stellungnahmen (z.B. bezgl. der
Angeboten Glaubwürdigkeit der lesbischen Identität) für die
Für geflüchtete Lesben stellt sich zudem sehr konkret
Erstanhörungen und/oder im Verlauf des
die Frage: Wird Deutschland meine neue Heimat wer- Existenzielle Verunsicherung durch wechselnde Asyl-
Asylverfahrensprozesses.
den, in der ich in Freiheit und Sicherheit als gleichge- gesetzgebung
stellte Bürgerin mein lesbisches Leben führen kann? Stiftungsanträge zur Einzelfallhilfe schreiben
Arbeitsaufgaben und Angebote im Rahmen Intervision und Fallsupervision für die zuständigen und hierfür Schlafplätze für die auswärtig
Themen aus der Beratung von geflüchteten der LeTRa-Arbeit für geflüchtete Lesben re- Mitarbeiterinnen untergebrachten Lesben organisieren
Lesben sultierend aus den Bedarfen der Klientinnen (z.B. CSD, Lesbisches Angertorstraßenfest).
Verlust von Heimat, Familie und Freund*innenkreis Öffentlichkeitsarbeit
Im Folgenden sind die konkreten Arbeitsaufgaben, die Verwalten und Abrechnen der Stiftungsgelder
Foltererfahrungen sich durch die Beratung und das Case-Management Presse- und Radio-Interviewsituationen von
Qualifizierung der zuständigen Mitarbeiterinnen
ergeben, aufgelistet: Klientinnen begleiten und unterstützen
Vergewaltigungen, die von den Tätern als Die äußerst schwierigen Lebenserfahrungen und aktu-
„Heilungsversuche“ bezeichnet wurden Informationsaustausch mit Rechtsanwält*innen und Öffentlichkeitskampagnen/Petitionen starten
ellen Lebenssituationen geflüchteter Lesben erfordern
anderen Menschen aus dem Hilfesystem sowie aus bei drohenden Abschiebungen
Ermordung der Partnerin somit einen hohen Beratungs- und Unterstützungsbe-
der Unterbringungssituation und dem Asylverfahrens-
Spendenaufrufe schreiben und Spendenakquise darf, damit eine wirksame und nachhaltige Hilfe für
Hassverbrechen aufgrund der lesbischen Identität system (z.B. Sachbearbeiter*innen der Landratsäm-
Organisieren und Durchführen einer die betroffenen Lesben gewährleistet werden kann.
ter, Sozialarbeiter*innen der Unterkünfte).
Gesellschaftliche Ächtung von Homosexualität im Benefizveranstaltung (Lesung mit Dunja Hayali) Zudem benötigen die Beraterinnen für die Beratungs-
Heimatland verbunden mit der Gefahr des „Mob Kooperation mit anderen Einrichtungen wie z.B. dem
Veranstaltungen organisieren, anbieten und beglei- gespräche in der Regel Unterstützung, um die beste-
Justice“ und drohender staatlicher Sanktionen Sub e.V., dem Bayerischen Flüchtlingsrat, Solwodi
ten, die für geflüchtete Lesben hilfreich sind z.B. Sista henden Sprachbarrieren zu überwinden – sei es durch
und der IMMA e.V. (Unterbringung Unsöldstraße).
Internalisierte Homophobie Empowerment, Self-defense for refugee women, TUK den Einsatz von Dolmetscherinnen oder Sprachmittle-
Recherche bestehender oder sich ändernder Asylge- Veranstaltung, Selbsthilfegruppe FLIT unterstützen rinnen. Zudem benötigen die Beraterinnen ihrerseits
Posttraumatische Belastungsstörungen setzgebungen und deren Auswirkungen für die je- aufgrund der häufig schwer belastenden Beratungsin-
Zwangsverheiratung weils betroffene Klientin. Gremienarbeit zum Thema „Geflüchtete Menschen“ halte ausreichend Fallsupervisionen sowie kollegiale
Aufbau und Koordination ehrenamtlicher Intervision.
Kinder aus Vergewaltigungen und Zwangsehen Recherche von Fachwissen und Hilfeangeboten für
Menschen im Asylsystem (hier allein in diesem Jahr Unterstützer*innen. Zur Entlastung der Beratungsarbeit und des Case-Ma-
circa 80 E-mails der Fachbasis Asyl) lesen und aus- Aufklärung und Information durch Vorträge; hier nagement ist Julia Serdarov im Februar 2015 als Un-
Ohnmachtserfahrungen durch das Asylver- werten. terstützung für die Arbeit mit geflüchteten Lesben zu
beispielhaft aus 2015: Vorträge für die Gleichstel-
fahren und die Unterbringungssituation in lungskommission und den Runden Tisch der LH LeTRa gestoßen. Da sie zuvor beim Frauenprojekt LIA
Recherche, Suche und Vermittlung von z.B. Psychia-
Asylbewerber*innen-Unterkünften ter*innen, Traumatherapieplätzen, Rechtsan- München, für das Netzwerktreffen von „Proud at des Bayerischen Flüchtlingsrates engagiert war, brach-
Work“ und innerhalb der Veranstaltungsreihe te sie Expertise zu Asylrecht und den Problemlagen
Klima der sexuellen Bedrängnis in gemischten wält*innen, Deutschkursen, Ausbildungsplätzen,
„Asyl ist Menschenrecht“ in Rosenheim. von geflüchteten Frauen mit. Einige unserer Klientinnen
Unterkünften Arbeitsverhältnisse (Arbeitserlaubnis), Kinderkrip-
kannte sie bereits aus den LIA-Frauencafés. Unsere Be-
penplätzen, Sportangeboten.
Angst vor Diskriminierung und Gewalt in den ratungsarbeit unterstützt sie nun als Minijobberin mit
Unterkünften bei Bekanntwerden der eigenen Vermittlung und Erstbegleitung zu Psychiater*innen
Allgemeine Arbeitsleistungen
Recherchearbeiten zu asylrechtlichen und anderen
Homosexualität und Ärzt*innen. Teilnahme an Community-Events ermöglichen Fragestellungen, die sich aus der psychosozialen und
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LeTRa unterstützt geflüchtete Lesben

alltagspraktischen Begleitung von geflüchteten Lesben Bayerische Flüchtlingsrat mit freundlicher Unterstüt-
ergeben. Sie wirkt außerdem bei der Presse- und Öf- zung des Kulturreferates der Landeshauptstadt Mün-
Gesamtresümee 2015 dere geflüchtete Lesben aus dem eigenen Heimatland
treffen zu können.
fentlichkeitsarbeit mit und steht in engem Kontakt mit chen und des Netzwerkes München.
Die unterstützende psychosoziale Beratung für ge- Das Glück auf ein lesbisches Straßenfest und den
den Klientinnen.
flüchtete Lesben bringt eine hohe Belastungsintensität Christopher Street Day gehen zu können.“
für die jeweilige Beraterin und ebenfalls für das ge-
Neben den aufgezählten Angeboten konnten samte Team der Lesbenberatungsstelle mit sich. Die
wir in 2015 drei spezifische Veranstaltungen Wirksamkeit eines individuellen psychosozialen Bera-
für geflüchtete Lesben anbieten. tungsprozesses wird deutlich verbessert durch flankie-
rende Maßnahmen, wie z.B. monetäre Einzelfallhilfen,
„Sista Empowerment – for Lesbian Refugees“ wurde
praktische Unterstützung im Asylverfahren und insbe-
von der Referentin Jasmin Eding angeboten. Die Teil-
sondere durch therapeutische und medizinische Beglei-
nehmerinnen konnten sich mit Themen wie den eigenen
tung der Klientinnen.
Stärken und Ressourcen auseinandersetzen und ent-
wickelten gemeinsam mit der Referentin Instrumente Zudem boten die Künstlerinnen einen Workshop für Neben der individuellen Biographie und der jeweili-
der Selbstfürsorge. geflüchtete Menschen und andere Interessierte an, der gen Fluchtgeschichte sind für das emotionale und psy-
in die künstlerisch-politische Tanzperformancearbeit chische Wohlergehen von geflüchteten Lesben auch
einführte. Angeregt und basierend auf diesen Erfah- die Bedingungen des Asylverfahrens und hier insbe-
rungen gründete sich aus dem Kreis der geflüchteten sondere die Unterbringung wesentlich prägende Fak-
LeTRa-Klientinnen heraus eine selbstorganisierte Grup- toren. Somit greift ein effizienter Beratungsprozess
pe: „FLIT Solidarity Africa” optimal in Verbindung mit Case-Management – also
einem Hilfeplan, der im Sinne des Empowerments die
Klientinnen darin unterstützt möglichst viel Handlungs-
Hier ihre Selbstdarstellung: macht für ihr Leben zurückzugewinnen.
FLIT is an open LBTIs group that was formed in 2015
Die Bedarfe geflüchteter Lesben gehen analog zu ihrer
by African Activists that are clients of LeTRa, living in
In dem zweitätigen Seminar „Self-defense for refugee aktuellen Lebenssituation in der Regel weit über die üb-
different parts of Bayern with a refugee background.
women” lernten die Teilnehmerinnen die Basistechni- lichen Unterstützungsbedarfe von Klientinnen hinaus,
ken der Selbstverteidigung kennen. Zudem konnten sie Reasons of FLIT *women*: We felt the urge of a mis- die sich nicht in einem Asylverfahren befinden. Somit
ihre Ängste thematisieren und konkrete Bewältigungs- sing link and a gap, in a way of strengthening unity, stellt sich für die Beraterinnen und alle möglichen Un-
strategien für ihre Alltagserfahrungen ausprobieren. togetherness, solidarity and consolidation despite of terstützungssysteme die grundsätzliche Frage nach
the discrimination, isolation and torture faced back den eigenen Leistungsmöglichkeiten und nach vorhan-
home due to the sexual orientation of the FLIT mem- denen Ressourcen wie auch nach den Grenzen der Un-
bers. terstützungsmöglichkeiten. Zitat von Doreen, geflohen aus Uganda:
Aims are to advocate for LBTIs refugees in Germany, Seit vier Jahren arbeiten wir im Rahmen der Lesben- „Am glad to be a part of the Letra family. Letra has
especially in Bayern, provide support for each other, beratungsstelle mit geflüchteten Lesben und für ge- helped me in so many ways, I was so lost , afraid and
create a safe space and unity within the FLIT organi- flüchtete Lesben. Anfang 2015 begleiteten wir intensiv confused when I arrived in Germany but Letra has
sation as well as social networking, and also to create vier geflüchtete Lesben. Ende 2015 waren es 15 Les- been there for me in many ways for example, Coun-
capacity building. And we do this through the practical ben aus Uganda, Mali und Syrien, die Unterstützung seling, getting me a Lawyer to mention but a few.
measure, by performance. All cultures are welcome durch unsere Lesbenberatungsstelle benötigen.
because it's an open group. I thank God the first day I called Letra they where wil-
Neben allen Belastungen, die diese Arbeit mit sich ling to meet with me. Through Letra I have managed
„TUK Paris: We are one“ ist eine Tanz- und Theater-
We emphasise unity, love, honesty, solidarity, coope- bringt, gibt es auch die vielen Momente der Freude to study Deutsch and I can now proudly say expres-
show, die Fragen von Diskriminierung, Kultur, Rassis-
ration, tolerance and togetherness despite of different und des Glücks, die die Beraterinnen und unser gesam- sing my self in Deutsch is not a problem. I have also
mus, Gewalt und Freiheit aufgreift. Erarbeitet und
races and cultures, both in present and in future. tes Team mit den Klientinnen teilen konnten. been able to meet many fellow Ugandans through
aufgeführt wurde die Show von nach Frankreich ge-
flüchteten Lesben, Schwulen und Transgender aus We stand by „United we stand and divide we fall“. „Das Glück endlich eine Anerkennung bekommen zu them.”
Uganda. Den Abend veranstaltete LeTRa und der We shall be greatly as FLIT Solidarity Africa. haben, eine Arbeit oder ein Praktikum. Die Freude an- „Letra to me is home away from Home!“
15

Fachstelle Fortbildung

Seit 2007 wird von Mitarbeiterinnen von LeTRa und


Mitarbeitern von Sub in Kooperation mit KGL die Fort-
Zielgruppen
bildung „Fachwissen zu gleichgeschlechtlichen Lebens- Psychosoziale Einrichtungen und Fachstellen der LH München
weisen“ angeboten und durchgeführt. In Kooperation mit Rosa Alter wurde speziell für das Auch für die Führungskräfte der Sozialbürgerhäuser
Modellprojekt Münchenstift ein Konzept für eine zwei- und die Mitarbeiter*innen des Stadtjugendamtes/
Durch die Studie der Koordinierungsstelle für gleich- tägige Fortbildung entwickelt. Bei diesen Fortbildun- Sozialreferat haben wir auf Wunsch eine 2-tägige
geschlechtliche Lebensweisen (KGL) „Da bleibt noch gen steht das Thema kultursensible Betreuung und Fortbildung entwickelt, die LeTRa und Sub durchführt.
viel zu tun…!“ aus dem Jahr 2011 wurde gezeigt, dass Pflege von lesbischen, schwulen und transidenten Be-
zur dauerhaften Implementierung des Querschnittsthe- wohner*innen im Fokus. Dieses Angebot wird von Für den Kreisjugendring wurde das Konzept auf die
mas LGBT fachspezifisches Wissen notwendig ist. LeTRa, Sub und Rosa Alter gemeinsam durchgeführt. speziellen Fragestellungen hin angepasst.

Um die notwendige Fachlichkeit für die jeweiligen Ar-


beitsfelder wie z.B. im Sozialreferat der LH München
zu gewähren, werden die Mitarbeiterinnen und Mitar-
2015 wurden 13 Fortbildungen durchgeführt
beiter auf Leitungs-Steuerungs- und operativer Ebene Seit Anfang des Jahres haben Miram Vath für LeTRa und Uli Fuchshuber für Sub jeweils diese halbe Stelle inne.
verbindlich durch die Fortbildung „Fachwissen zu
gleichgeschlechtlichen Lebensweisen“ geschult. Datum Einrichtung Teilnehmer
21.01.2015 Münchenstift 15
Neben der Grundlagenschulung zeigt sich auch ein
Bedarf an spezifischen Fortbildungen zum LGBT- 23.06.2015 Bezirkssozialarbeit 15
Thema in den jeweiligen Steuerungs- und Arbeitsfel- 30.07.2015 Münchenstift 18
dern. Aufgaben
16.09.2015 Sozialbürgerhäuser Führungskräfte 14
Die Nachfragen nach Schulungen stieg stetig, sowohl Durchführung von ein- und mehrtägigen Fortbil-
dungsveranstaltungen (ggf. mit weiteren Referieren- 20.10.2015 Sozialbürgerhäuser Führungskräfte 15
bei Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der öffentlichen
Jugendhilfe als auch bei Fachkräften der freien Träger. den der Beratungsstellen) 27.10.2015 Kreisjugendring München Stadt 10
Deshalb wurde es notwendig das Angebot der Grund- Weiterentwicklung des bestehenden Fortbildungsfor- 29.10.2015 Münchenstift 9
lagenschulung auszubauen und um spezifische Fach- mats „Fachwissen zu gleichgeschlechtlichen Lebens-
themen der Jugendhilfe zu erweitern. Auch mehrten weisen“ 05.11.2015 Sozialbürgerhäuser Führungskräfte 12
sich die Anfragen von Fachkräften aus dem Bereich 13.11.2015 Bezirkssozialarbeit 16
Weiterentwicklung der bestehenden inhaltlichen
der Kindertagesstätten und der Altenhilfe (Modellpro-
Module dieses Formats 25.11.2015 Sozialbürgerhäuser Führungskräfte 17
jekt Münchenstift).
Neuentwicklung inhaltlicher Module dieses Formats 01.12.2015 Stadtjugendamt 14
Um die fachlich notwendigen Fortbildungen zu (z.B. zu Themen wie Arbeitswelt, Behinderung usw.)
sichern, wurde von der LH München beschlossen, 09.12.2015 Kreisjugendring München Stadt 15
Entwicklung neuer Fortbildungsformate (z.B. Work-
jeweils bei LeTRa und Sub e.V. eine halbe „Fachstelle
shops für bestimmte Berufs- oder Altersgruppen) 17.12.2015 Sozialbürgerhäuser Führungskräfte 12
Fortbildungen“ einzurichten. Hierdurch kann der
Bedarf an den Grundlagenschulungen bis auf weiteres Organisatorische und administrative Tätigkeiten für Insgesamt wurden Personen geschult: 182
gedeckt werden. Weiter können spezifische Angebote die Fortbildungen
für die verschiedenen Handlungsfelder der Jugendhilfe
Diese beschriebenen Aufgaben der Fachstelle Fortbil- Ausblick
und andere Bereiche in Kooperation mit dem Stadt-
dung sind nicht abschließend. Die Neu- und Weiter- Für 2016 sind bereits 35 Fortbildungen gebucht. Ins- bildungstag wurde auch in die „Einarbeitungsschu-
jugendamt und der KGL entwickelt werden.
entwicklung der Fortbildungen zu gleichgeschlecht- besondere die Führungskräfte der Sozialbürgerhäuser lung“ der Bezirkssozialarbeit implementiert. Ebenso
Seit Anfang des Jahres haben Miriam Vath für LeTRa lichen Lebensweisen erfolgt in enger Abstimmung mit machen einen Großteil der Schulungen aus. Zudem läuft das Modellprojekt Münchenstift weiter. Wir sind
und Uli Fuchshuber für Sub jeweils diese halbe Stelle der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche soll das komplette Kollegium der Bezirkssozialarbeit ständig bemüht unsere „Fortbildungsmodule“ weiter-
inne. Lebensweisen im Direktorium. in den nächsten Jahren geschult werden. Unser Fort- zuentwickeln. Miriam Vath/Uli Fuchshuber
17

LeTRa-Zentrum LeTsBar

Das LeTRa-Zentrum befindet sich gleich um die Ecke Die LeTsBar-Thekenabende sind ein offenes Angebot LeTRaktiv-Frauen organisieren im Wechsel die Theken-
von der LeTRa-Beratungsstelle in der Angertorstraße 3. für Lesben and friends. In gemütlicher, kneipenähnli- abende. Jeden ersten Freitag kann eine Gruppe aus
Es ist Treffpunkt, Veranstaltungsraum und Begegnungs- cher Atmosphäre können sich Lesben hier treffen, bei der Münchener LGBTI-Community hinter der Theke
ort für Lesben, bisexuelle und interessierte Frauen, einem Drink miteinander ratschen oder gemeinsam stehen und Getränke ausschenken. 2015 gestalteten
Trans* und intersexuelle Personen. Kicker spielen. Ebenso können interessierte Frauen In- folgende Gruppen den Thekenabend mit:
formationen über das Münchner Lesbenleben und Amazonen – Frauensport München e.V.
In den Räumen des LeTRa-Zentrums treffen sich zahl-
LeTRa mit allen seinen Angeboten bekommen. Die
reiche Gruppen der Münchener LGBTI-Community. Des Kontaktgruppe Munich Kiev Queer
Abende finden immer am 1. und 3. Freitag statt und
Weiteren gibt es hier für Frauen, die sich ehrenamtlich Queer Referat der LMU München
werden im Schwerpunkt von ehrenamtlichen Frauen
engagieren wollen, die Möglichkeit zweimal im Monat
gestaltet. Es besuchten im Durchschnitt 62 Personen Münchner Aids-Hilfe e.V.
den LeTsBar-Thekenabend für Lesben mitzugestalten.
das Angebot. Orgateam der LesbenKulturTage
Darüber hinaus finden auch die von LeTRa organisier- Eine Frau aus der Infodienst-Gruppe ist von 18 bis 21 Transmann e.V.
ten Veranstaltungen sowie der Deutschkonversations- Uhr präsent und ist Ansprechpartnerin für informati-
kurs für Migrant*innen, geflüchtete Lesben und Tischtennis-Gruppe von Team München
onshungrige Lesben, aber auch für Frauen, die sich
Schwule im LeTRa-Zentrum statt. das erste Mal in die lesbische Community wagen. Die Ermis München (greek gays and lesbians)
Rückblickend auf das Jahr 2015 wurde das LeTRa-Zen- Gruppe der LeTsBar-Abendverantwortlichen und die Schwestern der Perpetuellen Indulgenz e.V.
trum sowohl von den Gruppen als auch an den The-
kenabenden „LeTsBar“ sehr gut besucht. Es ist als
Eltern von lesbischen Töchtern und schwulen Söhnen
kontinuierlicher Begegnungsort zu einem nicht mehr
wegzudenkenden Bestandteil der Münchner LGBTI Nachfolge-Coming out-Gruppe „Zeit für uns“
Statements von Besucher*innen eines LeTsBar-Abends:
Community geworden. Teestunde für Lesben 50+
LeTsBar bietet Singles und Paaren, ob jung oder gereifter, eine Kommunikationsstätte um sich auszutauschen, Gesellschaftsspiele zu spielen
Brunch für Lesben 40+ oder sich am Kicker mit anderen zu messen. Da die Getränke zum Selbstkostenpreis verkauft werden, kann sich jede, auch mit kleinerem Geld-
Gruppen FLIT Gruppe
beutel, einen Drink leisten. Die Atmosphäre ist gemütlich und Hemmschwellen werden durch die netten ehrenamtlichen Thekenfrauen schnell
abgebaut. Durch reichlich Info-Material können viele Interessen bedient werden. (Micha und Martina)
Es gibt Zentrums-Gruppen, die regelmäßige Events, Folgende externen LGBTI-Gruppen, die die Räume Ich bin seit Mai 2014 jeden 1. und 3. Freitag dort zum kickern. Selten, dass ich Mal nicht kommen kann. Wir sind eine nette Truppe geworden,
Freizeit- und Serviceangebote im LeTRa-Zentrum an- unentgeltlich nutzen dürfen, haben sich 2015 im LeTRa- die den Kickerkasten von Letra nutzt. Es wird viel gelacht, mitgefiebert, tolle Spiele gespielt – die auch knapp ausgehen. Mit uns Älteren spielen
bieten. Das ist Zentrum getroffen: auch gerne junge Mädels. Können ja viel von uns lernen oder umgekehrt wir von ihnen. Es kommt in den Pausen öfters zu spannenden Gesprä-
chen. Das Letra-Team ist super und hilft auch schon mal mit Rat und Tat weiter. Weiter so! (Alex)
die Orgagruppe, die jeden ersten Freitag im Orgateam der Powerlesben
Monat den LeTsBar-Thekenabend verantwortet MiLes München e.V. Als das erste Mal LeTsBar angekündigt wurde, waren wir sehr gespannt auf die Einrichtung und die Art dieser Bar-Abende. Bald wurde es für
die Infodienst-Gruppe, die an den LeTsBar-Theken- uns zu einem Platz zum Ausgehen und Verweilen im Umfeld von frauenliebenden Frauen. Wir trafen immer wieder andere Frauen und kamen
Orgateam Various Voices mit ihnen ins Gespräch. Der Kicker ist eines der Highlights und hat auch Verbindungen geschaffen. Der Wechsel der Thekendienste gibt uns die
abenden rund um die Angebote der Münchener Orgateam LFT Möglichkeit, verschiedene Vereine der Szene kennenzulernen. Wir beide genießen dies. Sicher ist es keine Kneipe, in die wir jederzeit gehen
LGBTI-Community informiert können und so manchen LeTsBar-Termin konnten wir leider nicht einhalten. Dennoch verabreden wir uns zwischenzeitlich auch aktiv für die LeTs-
Aktionsbündnis Vielfalt statt Einfalt – München Bar-Termine und erinnern uns auch im Freundeskreis gegenseitig daran. Dies ist eine schöne Möglichkeit Freundinnen wiederzutreffen.
die Bibliotheksgruppe, die die Bücherausleihe im
Safia (Conny und Sabine)
LeTRa-Zentrum betreut
GOC München Nun noch einige kleine Anmerkungen:
und da sind die LeTRaktiven, die jeden dritten Frei-
tag im Monat den LeTsBar-Thekenabend gestal- Münchner Lesbennetzwerk Unsere LeTsBar-Besuche sind stets lustig, immer interessant und jedes Mal zu schnell vorbei.
ten, die einmal im Monat im Sub Thekendienst ma- Orgateam der Lesbischen Kulturtage Diese Freitag-Abende sind für mich eine Möglichkeit, Bekannte in ungezwungener Atmosphäre wieder zu treffen, Gespräche fortzuführen und
chen und Wanderungen anbieten. LesKult e.V. unkompliziert Kontakte zu pflegen.
Bei einem Gläschen zu moderaten Preisen nur mal so miteinander zu reden und die Woche ausklingen zu lassen, ist immer wieder schön.
Daneben nutzen auch folgende LeTRa-Gruppen die Bushido München e.V.
Danke an LeTRa für unser LeTsBar!
Räume – das sind Gruppen, die von LeTRa initiiert wur- Munich Kiev Queer
Es macht mir viel Spaß gegen die Mädels zu kickern. Ist schon ein richtiger Treffpunkt geworden und ein Muss in meinem Kalender.
den und sich zu einem bestimmten Thema treffen: Les Mamas e.V. Die LeTsBar-Besuche nutze ich, um Freundinnen zu treffen. Ich genieße es, dies in einer Umgebung zu tun, in der ich mich zugehörig und sicher
Gruppe lesbischer Mütter mit Kindern aus Transmann e.V. fühle. Auch die Thekendienst-Frauen haben immer ein nettes Wort inklusive einem Lächeln auf den Lippen.
früheren heterosexuellen Beziehungen Jules, Diversity-Gruppe
19

Gruppen

Elterngruppe l’OUT!er Mütter


Sagt es Euren Eltern! Gruppe für lesbische Frauen und Paare mit Kindern
aus heterosexuellen Beziehungen
Seit über zwei Jahren trifft sich nun die Elterngruppe
bei LeTRa als Kooperation mit Sub e.V. Du hast Kinder aus Deiner heterosexuellen Beziehung das leibliche Wohl! Danke an alle freiwilligen großen
mit in Dein (neues) lesbisches Leben genommen? Hast und kleinen Helferinnen und Helfer sowie an die Un-
Einmal im Monat tauschen sich in gemütlicher Runde Dich in eine Frau mit Kindern verliebt? Dann bist du terstützung von LeTRa!
Eltern oder Angehörige zu den LGBT-Themen ihrer bei uns genau richtig!
Kinder aus. Manche Teilnehmer waren schon früher in Zum Abschluss des Jahres unser erster Themenabend
anderen Elterngruppen aktiv, andere sind erst seit kur- Wir reden über unsere spezielle Lebenssituation und „Patchworkfamilien“ im November in Zusammenar-
zem dabei und noch ganz unsicher, wie sie mit dem die damit verbundenen Herausforderungen, tauschen beit mit Brigitte Vath von der Familienberatungsstelle
offiziellem „Andersleben“ ihres Sohnes oder ihrer uns aus und unterstützen einander. Ismaning. Es war höchst interessant, zu hören, dass
Tochter umgehen sollen. Eine Frage, die beständig be- Auch Du bist herzlich willkommen! viele Familien mit ähnlichen Tücken und Fragen des Zu-
schäftigt ist z.B.: „Wem sage ich, dass mein Kind an- sammenlebens konfrontiert sind, über alle Konstella-
ders lebt?“ Und als nächstes „Wie sage ich es?“ „Ist Elternzeit und Kinderkram – l’OUT!er Mütter tionen hinweg Patchwork herausfordernd aber auch
es in Ordnung, es gar nicht sagen zu wollen?“ Die Er- bereichernd ist und Familie das ist, was wir daraus ma-
kenntnis, dass auch Eltern Zeit brauchen für ihr Outing Kinder unterstützt werden können und selbstbewusst Ein schönes, aufregendes und „sichtbares“ Jahr 2015 chen!
mit der Homosexualität oder Transsexualität ihres Kin- ihren Weg gehen! Möglicherweise finden sich durch für die Müttergruppe von LeTRa.
des ist für die Betroffenen oft schwierig. Dies hat sich das Lesen dieses Artikels, der eine oder die andere
auch in diesem Jahr bei einer Podiumsveranstaltung neue Teilnehmer*in. Lesbische Sichtbarkeit als Fami-
mit der Elterngruppe aus Kiew bestätigt. lie, Patchwork, Feiern, Reden,
Spielen, Spaß haben, Unterstüt-
Wichtig ist, dass jeder Elternteil zen. Es war ein tolles Jahr
seine persönliche Weise findet, mit 2015, auf das wir gerne zurück-
der neuen oder auch alten Situ- blicken!
ation umzugehen. Dabei bieten
sich die Teilnehmer gegenseitig Nach einer Zeit der Neufindung
Hilfe zur Selbsthilfe an. und Sammlung der neue Name
„l’OUT!er Mütter“
Die Gruppe erleichtert auch mit fa-
miliären oder gesellschaftlichen Ein Flyer – ein neues Programm
Problemen umzugehen. Dabei Der CSD im Juli mit „sichtba-
werden offen Ängste, Befürchtun- rem“ Outfit. Es war toll, auch in
gen oder Unsicherheiten ange- der Community öffentlich dabei
sprochen und ggf. Erfahrungen zu sein.
ausgetauscht. Manchmal gilt es
auch gemeinsam auszuhalten, Das erste Regenbogen Famili-
dass freundschaftliche oder gar fa- enfest im Oktober zusammen
miliäre Bindungen auseinander mit Frauen und Männern aus
gehen oder Zusammenkünfte anderen Familien-Community-
schwierig werden. Ist doch nicht Gruppen. Ca. 50 Frauen, ein
jeder Mensch tatsächlich so tole- Mann und jede Menge Kinder aller Altersgruppen Wir freuen uns auf ein neues Jahr mit neuen Ideen und
rant, wie er vordergründig tut. In sorgten für einen kurzweiligen und austauschregen Programmen, Veranstaltungen und Festen, sind in
jedem Fall ist es der Elterngruppe Nachmittag, es wurde jongliert, gehämmert, Armbän- jedem Fall wieder dabei und hoffen auf regen Aus-
wichtig, gemeinsam zu lachen und der gebunden, Ballons zum Zerplatzen gebracht, tausch!
sich daran zu freuen ein Lebens- Auf dem Foto Birgitta (links) und Ingrid, stellvertretend Schokoküsse geschleudert und ein tolles Logo der
thema zu teilen, damit die eigenen für die gesamte Gruppe Gruppe gesprayt! Ein gespendetes Buffet sorgte für Für eure l’OUT!er Mütter, Cathrin Anders
21

Gruppen

Deutsch-Konversationskurs Bunye: Meine Meinung zum Deutschkonversationskurs

Als ich vor vier Jahren wegen einer Teilnahme am Pro-


Die seit 2012 von LeTRa und Sub gemeinsam angebo-
jekt angesprochen wurde, habe ich sofort zugesagt.
tenen und sehr erfolgreichen Deutsch-Konversations-
kurse von und für schwule Männer, lesbische Frauen, Was mich am Projekt genau angesprochen hat, war
Lehrer*innen-Team nämlich seine Einzigartigkeit. Bis zu diesem Zeitpunkt
Bisexuelle, Transgender und Intersexuelle aus aller
Welt wurden auch in 2015 bei großer Nachfrage wei- kannte ich kein anderes Projekt in der Form, also ein
tergeführt. jährige Berufserfahrung verfügen und zum Teil selber Deutschkurs, der sich hauptsächlich auf schwule und
nach Deutschland eingewandert sind. lesbische Migranten konzentrierte. Als Lehrer fand ich
die respektvolle und tolerante Atmosphäre im Unter- Man kann die Abende des DKK folgendermaßen be-
LeTRa und Sub werden auch in 2016 dieses, für alle schreiben: Eine Gruppe lesbischer und schwuler Mi-
richtsraum besonders gut. Die Kursteilnehmer*innen
Beteiligten schöne, hilfreiche und spannende Projekt grantinnen und Migranten trifft sich alternierend in
konnten ihre Meinungen zu jeglichen Fragen und
fortsetzen. Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz den Räumen von LeTRa und Sub um sich auf Deutsch
Sachverhalten äußern, ohne Angst davor zu haben,
herzlich für die finanzielle Unterstützung vom Amt für miteinander zu unterhalten. Ein einfaches, aber sehr
Wohnen und Migration, ohne die eine Fortführung des wegen ihrer Meinungen kritisiert zu werden. Ein wei-
terer Aspekt, der mir am Projekt gefallen hat, war die wirksames Prinzip. In Wahrheit ist es aber komplexer.
Kurses nicht möglich wäre. Die Themen sind sehr vielfältig und durchaus auch tief-
Möglichkeit, die es den Kursteilnehmer*innen gebo-
ten hat, Freundschaften untereinander zu knüpfen gründig. Manche Abende sind sehr lustig, an anderen
und dadurch Anschluss an die Münchner Schwulen- werden eher ernstere Themen besprochen. Das
Bunye Ngene, der Schöne ist, dass jeder Abend eine eigene Dynamik
Deutsch als Fremd- und Lesbenszene zu finden. Darüber hinaus fand ich
die Diskussionen über die verschiedenen Kulturen, hat. Die Teilnehmer*innen gestalten ihren Abend
sprache (DaF) stu- meist selbst, durch die Vielfalt der Themen, die sie ein-
diert hat und selber Bräuche und Traditionen der Kursteilnehmer*innen
Organisations-Team teilweise sehr lustig, aber oft auch sehr aufschluss- bringen. Da ist das Arbeitsblatt, das wir Lehrer*innen
aus Nigeria einge- dabei haben manchmal nur noch Nebensache.
wandert ist, war als reich. Die Zusammenarbeit und Kommunikation mit
Insgesamt fanden 2015 drei Kurse statt, wie immer je-
weils dreimonatig von Januar-April, Mai-August und Lehrer bei unserem den Organisator*innen von Lesbentelefon e.V. und Nun bin ich bereits im zweiten Modul dabei und jedes
September-Dezember. Pro Kurs nahmen zwischen 14 Deutschkonversati- Sub e.V. fand ich zudem hervorragend und sehr an- Mal tiefenentspannt, wenn ich nach dem Kurs nach
und 20 Schüler*innen aus folgenden Herkunftslän- onskurs von Anfang genehm. Hause fahre. Letzten Montag meinte einer der Teil-
dern teil: Türkei, Iran, Brasilien, Tunesien, USA, Soma- an dabei. Ab An- Das einzige, was mir gefehlt hat, war eine stärkere nehmer, dass er eigentlich hauptsächlich komme, weil
lia, Uganda, Tschechien, Spanien, Portugal, fang 2012 wirkte er Präsenz von Transgendern im Unterricht. Meines Er- er seine „Familie“ so gerne sieht. Solche Momente
Indonesien, Kolumbien, Frankreich, Peru, Taiwan, Do- bei der pädagogi- achtens hätte sie den anderen Kursteilnehmer*innen führen schon mal dazu, dass 12 Erwachsene vor Rüh-
minikanische Republik, Italien, Thailand, Sierra Leone, schen Konzeptent- und Lehrkräften die Möglichkeit geboten, mehr über rung feuchte Äuglein bekommen. Jessica Davis
Israel, Peru, Senegal, Polen, Afghanistan. wicklung mit und diese Gruppe in Erfahrung zu bringen. Also eine stär-
Die Teilnehmer*innen kamen aus den unterschiedlich- begann ab Mai kere Werbung des Projekts in diesem Teil der Com- Rückmeldung der DKK Teilnehmer*innen:
sten Gründen nach München: sei es zum Studium, sei 2012 in unserem al- munity wäre sinnvoll.
es wegen einer Arbeitsstelle, sei es wegen des Lebens- lerersten Kurs zu Ich empfinde dieses Projekt als ein notwendiges Un- Alle Teilnehmer*innen sind hilfsbereit und nett
partners bzw. der Lebenspartnerin oder aufgrund von lehren. Seitdem hat er innerhalb von vier Jahren in 11 terfangen, das einer Gruppe von Menschen die Mög- Die Lehrer*innen sind auch schwul und lesbisch
Flucht aus extrem homosexuellenfeindlichen Ländern. dreimonatigen Kursen – meist im Duo mit einer lesbi- lichkeit gibt, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, was Der Kurs ist fast therapeutisch
schen Kollegin – unterrichtet. Er bereicherte unser Leh- letztendlich einen leichteren Integrationsprozess zei- Wir haben alle ähnliche Interessen
Für viele der Teilnehmer*innen war der Deutsch-Kon- rer*innenteam mit großer Fachkompetenz, kreativen tigt. Bunye Ngene Gute Gelegenheit mit anderen deutsch zu sprechen
versationskurs die erste Möglichkeit, Leute aus der Unterrichtsideen und einer sehr zugewandten und äu- Wir können unsere Erfahrungen teilen
LGBTIQ-Community in München kennenzulernen. Für ßerst zuverlässigen Art. Nun muss sich Bunye Ngene Jessica: „Familientreffen“ Nach dem Kurs gehen wir öfter was trinken
andere Angebote aus dem LGBTIQ-Freizeit- und aus beruflichen Gründen leider aus unserem Projekt Ich mag die interkulturelle Vielfalt
Selbsthilfebereich war die Sprachbarriere bei ihnen verabschieden und wir werden ihn sehr vermissen. Im Herbst 2015 kam eine Freundin auf mich zu und Ich bin hier sehr frei und kann über alles sprechen
oftmals noch zu hoch. Zum Abschied hat er ein paar Zeilen darüber ge- fragte mich ob ich nicht einen Deutsch-Konversations- Hier treffe ich Freunde
Die Kurse werden geleitet von einem Team aus insge- schrieben, wie er die Jahre als Lehrer beim Deutsch- kurs anleiten möchte. Inzwischen bin ich sehr froh, Ich habe Vertrauen in die anderen, weil unser Leben
samt drei Lehrern und drei Lehrerinnen, die über lang- konversationskurs empfunden hat: dass ich zugesagt habe. ähnlich ist
23

Öffentlichkeitsarbeit Prideweek

Christopher Street Day München des „LeTRa-Straßenfestes“ ist Diana Horn. Auf ihrer Das CSD Wochenende Mit einem Wagen (gesponsert vom Mathäser Filmpa-
Motto 2015: „Familie ist, was wir daraus machen“ Idee basierend wollte das LeTRa-Team einmalig das Straßenfest und Politparade last) und einem Infostand nehmen zudem alle LeTRa-
10-jährige Bestehen der Lesbenberatungsstelle feiern. Kolleginnen an der Politparade und dem Straßenfest
Als Mitorganisatorin des CSD München sind wir ge- Der Riesenerfolg des ersten Lesbischen Angertorstra- Die Politparade 2015 des 36. Münchner Christopher teil.
meinsam mit der Münchner Aidshilfe, der Rosa Liste ßenfestes zeigte dem LeTRa-Team : „Go for it“. Street Day konnte einen neuen Rekord verbuchen:
e.V. und dem Sub e.V. verantwortlich für die inhaltli-
95.000 Zuschauer*innen verfolgten die bislang
che und politische Gestaltung der CSD-Feierlichkei-
größte Politparade mit 76 Gruppen und etwa 10.000
ten.
Teilnehmer*innen.

Seitdem stemmen die Plenumslesben des Lesbentelefon Die Mehrheit der LeTRa-Kolleginnen schaffte es leider
e.V. (unterstützt von vielen Helfer*innen) die Organi- nach den vielen Arbeitsstunden in größter Hitze nicht
sation und Durchführung des Straßenfestes. Morgens mehr auf die Europäische Kultparty, das CSD Rathaus-
um 7:00 h beginnt der Arbeitstag mit dem Räumen der clubbing.
Straße und den Aufbauarbeiten und geht weiter bis
10. Lesbisches Angertorstraßenfest nachts um 2:00 h. Für alle LeTRalesben heißt es zu- Bei zahlreichen Veranstaltungen und bestem Wetter
Offizielles Opening-Event der Pride Week packen, präsent sein und sämtliche organisatorischen konnte die Community ihr diesjähriges Motto „Familie
A warm welcome to all our stars and family members! Aufgaben bewältigen, die ein Straßenfest mit sich brin- ist, was wir draus machen!“ publikumswirksam umset-
gen. Von 15:00–23:00 h feiern die Besucher*innen zen und den Begriff „Familie“ bunt, fröhlich und selbst-
des Straßenfestes und können sich an den verschiede- bewusst aus Sicht der Community interpretieren. Zwei
nen Infoständen über das Queere Leben in München Tage lang feierte unsere Szene gemeinsam mit allen,
informieren. Neben der Szenebekannten DJane Eleni die sich uns anschließen wollten auf dem Marienplatz
sorgten Doro und Miri Murphy für musikalische Vielfalt und dem Rindermarkt. Als Mitveranstalterinnen des
und eine wunderbare Feierstimmung. Münchner CSD übernehmen vor allem Diana Horn aus
dem Leitungskreis der Veranstaltervereine und Rita
Braaz als Pressesprecherin viele verschiedene Aufga-
ben innerhalb der zweitägigen Veranstaltungen rund
um den CSD.
„Familie ist was wir draus machen“ lautete das Motto
des CSD München 2015 und ganz sicher zeigte sich
die Vielfalt der „LeTRa–Familie“ auf dem Angertorstra-
ßenfest: Lesbisch, Schwul, Bi, Trans* und Inter*, He-
tero und Queer; aus anderen Ländern und aus Bayern
kommend; Jung, Mittelalt und Alt; mit und ohne Fum- Anlässlich des 10. Geburtstags unseres Lesbischen An-
mel oder Leder; Bewegungsaktivist*in oder Partygän- gertorstraßenfestes begrüßten die Plenumslesben des
ger*in; sie alle waren mit dabei, als wir gemeinsam Lesbentelefon e.V. einige „VIP’s“ sowie Unterstüt-
das 10. „Lesbische Angertorstraßenfest“ feierten. zer*innen des Straßenfestes bei einem Sektempfang
Federführend für die Organisation und Durchführung in den Räumen des LeTRa-Zentrums.
25

Medien

Unser Facebook-Auftritt
Im Jahr 2015 ist die Bedeutung des LeTRa-Facebook- der Öffentlichkeitsar-
Auftrittes für die Öffentlichkeitsarbeit analog zu den beit dar. Das Social
Nutzer*innenzahlen noch einmal deutlich gewachsen. Web zeigt sich sehr
Sichtbar steigerten sich die „Gefällt mir“ Zahlen für inklusiv und bietet die
den LeTRa-Gesamtauftritt auf aktuell 551 von zuletzt Chance mit dem eige-
Ende Dezember 2014 gezählten 299 „Gefällt mir“ nen Auftritt auch mar-
Angaben. ginalisierte Gruppen
zu erreichen wie z.B.
Die „Gefällt mir”- Angaben einzelner Posts werden lesbische Frauen mit
bevorzugt gemacht bei: Behinderungen, ge-
– Fotos von LeTRa-Events und Projekten flüchtete Lesben und
– Ressourcenorientierten Bildern/Comics/Humor Migrant*innen sowie
gewordene Frauen
– Post im Zusammenhang mit den Beratungsthemen und transidente Men-
(hier besonders viel Resonanz bei lesbischen schen.
Familienbildern mit Kind)
– LSBTTIQ Erfolgsmeldungen
– Post von Vernetzungsprojekten im
Zusammenhang mit LeTRa
– Infos zu LSBTTIQ betreffenden Münchner „Unsere“ Facebook-Queen Gabi Kleineidam
Projekten (Freizeit/Kultur/Politik) unterstützt weiterhin mit ihrer ehrenamtlichen Mitarbeit
den LeTRa-Facebook-Auftritt. Sie sorgt für eine gute Mi-
Mit dem Facebook-Auftritt bietet sich für unsere Fach- schung aus ressourcenorientierten, positiven und Les-
frau für Öffentlichkeitsarbeit eine gute Plattform um: ben bejahenden Empowerment-Posts, die im Einklang
– die Arbeit von LeTRa und des Lesbentelefon e.V. mit unserer lesbisch/queer-feministischen Grundhal-
sichtbar zu machen, tung stehen. Das LeTRa-Team bedankt sich an dieser
– LeTRa-Veranstaltungen zu bewerben, Stelle ganz herzlich für diesen phantastischen ehren-
Der Relaunch unserer Webseite lesbische und/oder LSBTTIQ-Themen sichtbar zu amtlichen Einsatz!
machen
In 2015 arbeiteten wir hart daran unsere Webseite noch einfacher, ansprechender und – Antidiskriminierungsarbeit zu leisten
moderner erscheinen zu lassen. Unterstützt wurden wir bei der Textgestaltung von der
Journalistin Sandra Henoch. Die Suche nach geeignetem Fotomaterial für eine neue Gesamtresümee Facebook-Auftritt 2015
Webseite war – dem Thema geschuldet – durchaus schwierig. Als Person sichtbar auf
Besonders erfolgreich zeigte sich in 2015 ein Spen-
der Seite einer Lesbenberatungsstelle zu sein, ist für viele Lesben und Menschen aus
denaufruf, indem um Spenden für einen Kitaplatz zu-
unserer Szene noch immer nicht selbstverständlich. Beate Kremer sorgte in Zusammen-
gunsten der Tochter einer geflüchteten LeTRa-Klientin
arbeit mit Frau Juraschek und Frau Braaz von LeTRa, für ein neues Design und die tech-
gebeten wurde. Mit den eingegangenen Spenden
nische Umsetzung des Relaunches unserer Website. Ziel ist, dass die neue Webseite
kann LeTRa jetzt die Finanzierung dieses Platzes für
vor allem auch kompatibel für alle Tablet und Smartphone-Nutzer*innen sein soll.
ein Jahr sicher leisten.
Am 15. März 2016 wird die neue LeTRa-Website online gehen und wir sind schon jetzt Als zeitgemäßes Kommunikationsinstrument stellt der
auf das Feedback gespannt. Facebook-Auftritt eine äußerst wirksame Möglichkeit
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Öffentlichkeitsarbeit Spendenaktionen und Veranstaltungen zugunsten der LeTRa-Flüchtlingshilfe

Öffentlichkeitsarbeit LGBT-Refugees Schon im Januar 2015 präsentierten wir ein Jahres-


Highlight in unserem Veranstaltungsprogramm. Unter-
Kein Thema hat die Öffentlichkeit in 2015 so sehr be- stützt durch den Mathäser Filmpalast konnten wir die
wegt wie das Thema der geflüchteten Menschen. Auch großartige Dunja Hayali für eine Benefiz-Lesung zu-
innerhalb der Öffentlichkeitsarbeit von LeTRa nahm die gunsten der LeTRa-Flüchtlingshilfe gewinnen. Ein be-
Situation von geflüchteten Lesben, Schwulen und geistertes Publikum lauschte den humorvollen
Trans*Menschen einen großen Raum ein. Passagen aus ihrem Buch „Is’ was, Dog?“ und erfreute
sich an den Geschichten aus dem Zusammenleben der
Anfang des Jahres unterstützten wir unsere Klientin Autorin mit ihrer Hündin Emma. Frau Hayali verzich-
Kyabangi bei Gesprächen mit der Presse, da ihr Asyl- tete auf das Honorar für ihre Lesung und der Mathäser
antrag abgelehnt wurde und ihr eine Abschiebung Filmpalast spendete die gesamten Einnahmen von
nach Uganda droht. Uganda gehört zu den schlimm- 1.000,– € für die Unterstützung geflüchteter Lesben.
sten Verfolgerstaaten gegenüber Homosexuellen welt- Im Laufe des Jahres erlebten wir viel Solidarität mit den
weit. Für unser gesamtes Team ist der Gedanke uner- von uns betreuten geflüchteten Lesben. So ging im Mai
die Hälfte des Erlöses aus der Magic Bar Tour an die
Flüchtlingshilfe.
Auch die Powerlesben des LesKult – Lesben bewegen
München e.V. spendeten auf unserem Lesbischen An-
gertorstraßenfest stolze 1.000,– €.
Sehr berührend war die Spendenaktion anlässlich des
30-jährigen Beziehungsfestes von Lising Pagenstecher
und Renate Lettenbauer. Die beiden luden Diana Horn
PrOUT at Work-Kongress 2015 und Rita Braaz von LeTRa auf ihr Fest ein, um kurz über
die Situation geflüchteter Lesben und die Unterstüt-
träglich, dass Menschen, die vor dieser Verfolgung ge- zung, die im Rahmen der Lesbenberatungsstelle geleis-
flohen sind aus der relativen Sicherheit unseres Landes tet wird, zu berichten. Statt Geschenken wünschten
heraus zurückgeschickt werden sollen. Abgeschoben sich die beiden viele Spenden für die Geflüchteten Les-
in ein Land, in dem Lesben, Schwule und ben. Unglaubliche 2.500,– € konnten von diesem Fest
Trans*Menschen bedroht, verfolgt, vergewal- der Liebe für die Flüchtlingshilfe gewonnen werden.
tigt und umgebracht werden. Deshalb starteten Zum Jahresende hin baten wir via Facebook um
wir eine Petition die ein Bleiberecht für Kya- zweckgebundene Spenden zur Finanzierung eines
bangi und Sekulima (einem schwulen Klienten, Krippenplatzes für die kleine Tochter einer Klientin.
der von den Kollegen des Sub e.V. unterstützt Auch hier zeigte sich einmal mehr die großzügige So-
wird) fordert. Bis heute allerdings haben beide lidarität unserer Szene. Mit Hilfe der Spenden kann
noch keinen gesicherten Aufenthalt. Ryonna jetzt ein Jahr lang die Förderung und die kind-
gerechte Umgebung einer Kinderkrippe erleben.
Diana Horn und Rita Braaz von LeTRa, hielten
zudem in 2015 diverse Vorträge, um über die Jede Spende, die mit dem Stichwort „Flüchtlingshilfe“
Situation von geflüchteten Menschen zu infor- auf das Konto des Lesbentelefon e.V. eingezahlt wird,
mieren. Vorträge z.B. für den Szenestammtisch, kommt ohne jeden Abzug unseren Klientinnen zugute.
2015 konnten wir mit den Spendengeldern 15 geflüch-
den Runden Tisch zur Gleichstellung von Lesben
tete Lesben (und teilweise ihre Kinder) unterstützen.
und Schwulen der LH München, die Stadtrats-
kommission zur Gleichstellung von Frauen, den Wir bedanken uns bei allen, die hier ihre Solidarität in
PrOUT at Work-Kongress und innerhalb der Form von Spenden zeigten und natürlich besonders
Asylwochen in Rosenheim. bei den vielen privaten Spender*innen.
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Veranstaltungen

Im Jahr 2015 konnten im Rahmen des


LeTRa-Programmes 99 Veranstaltungen
angeboten werden. Dazu kamen noch ei-
nige Kooperations-Veranstaltungen, die
erst nach Druckschluss an uns herangetra-
gen wurden.
Wir möchten besonders auf die vielen
Veranstaltungen, die von den LeTRaktiven
und ehrenamtlichen Lesben getragen wer-
den, hinweisen.
Die Bandbreite der niedrigschwelligen
Freizeitangebote reichte von Wanderun-
gen über die LeTsBar und die LeTRaktiv
goes Sub-Abende bis hin zu Brunch und
Teestunden-Angebote für ältere Lesben.

Veranstaltungen von Ehren-


amtlichen und Referentinnen
21 mal LeTsBar
11 mal LeTRaktivgoesSub
3 mal LeTraktiv goes outdoor
1 LeTRaktiv / Magic Bar Tour

Veranstaltungen für ältere


Lesben
11 mal Sonntagsbrunch
4 mal Teestunde 50+
4 mal Themenabende im Rahmen der
Reihe für Lesben 50+
4 mal Singletreff für Lesben 50+
1 mal Weihnachts-Brunch
1 mal Sylvesterdinner
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Veranstaltungen

Schwerpunktthema:
Familie/Regenbogenfamilien

Lesung mit Stephanie Gerlach aus ihrem Buch: In 2015 gab es ganzjährig mit dem Thema Familie/Re-
Und was sagen die Kinder dazu? Zehn Jahre später! genbogenfamilien einen deutlichen Themenschwer-
punkt im Rahmen der LeTRa-Veranstaltungen und
-Kooperationen.

Vier Beiträge innerhalb unseres Veranstaltungspro-


grammes befassten sich mit den Themen: Lesben und
Kinderwunsch, Patchworkfamilien, der rechtlichen
Situation von Regenbogenfamilien und der Situation
von Kindern aus Regenbogenfamilien.

Zudem unterstützte LeTRa das erste Regenbogenfami-


lienfest der Müttergruppe „l’OUT!er Mütter“ und freute
sich über mehr als 50 Teilnehmer*innen.
Themenabend l’OUT!er Mütter: „Herausforderung
Regenbogen-Patchwork-Familie” mit Brigitte Vath und Miriam Vath vertrat LeTRa während einer prominent
Cathrin Anders besetzten Podiumsdiskussion der Volkshochschule
Haar zum Thema: Was ist Familie heute? und brachte
dort ihre fachliche Perspektive zum Thema Regenbo-
genfamilie ein.
Beteiligung von Miriam Vath, LeTRa an der Podiumsdiskussion der VHS Haar: „Was ist Familie heute?“
Sehr bewegend war die Filmvorführung des türkischen
Filmes: „My Child“ mit anschließendem Filmgespräch
mit dem Regisseur Can Candan und zwei türkischen
Müttern. Der Dokumentarfilm handelt von Eltern von
LGBT, die im Jahr 2009 LISTAG gründeten – eine Fa-
milieninitiative, die nicht nur für ihre Kinder einsteht,
sondern mittlerweile offen für die Rechte von LGBT-
Personen in der Türkei kämpft. Der Abend wurde
ermöglicht durch die Kooperationspartnerinnen Rosa
Irene Schmitt: Deine, meine, unsere Kinder – Gelebte Luxemburg Stiftung, Petra Kelly Stiftung, Münchner
Regenbogen-Vielfalt = juristisches Chaos? Wir ma- Regenbogenstiftung, Filia Stiftung, Sub e.V. und durch
chen daraus Familie. den Lesbentelefon e.V. Filmvorführung: „My Child” Regenbogenfamilienfest von l’OUT!er Mütter
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Vernetzung und Mitarbeit in Gremien Ausblick 2016


Zusammenarbeit und Kooperationen in 2015

In unserer Arbeit nimmt Vernetzung, Kooperation und


die Teilnahme und Mitarbeit an unterschiedlichsten
Gremien, Arbeitskreisen sowie Veranstaltungen einen
großen Raum ein. Hier greift die Tatsache, dass LeTRa
bayernweit die einzige städtisch geförderte Lesbenbe-
ratungsstelle ist. Insofern bringen wir unser Fachwissen
häufig in unterschiedlichsten Zusammenhängen von Fachstelle Fortbildungen Jubiläum 20 Jahre LesbenTRaum
städtischen Gremien bis in die Vernetzungszusammen-
hänge der LGBT-Community ein. Obwohl die Fachstelle Fortbildungen erst in 2015 ihre In 2016 werden wir mit ein klein wenig Verspätung das
Arbeit aufgenommen hat, stehen Anfang 2016 bislang 20-jährige Bestehen unseres LesbenTRaums feiern. Auf
Mitarbeit 2015 in Gremien, die unter Federführung
35 geplante Fortbildungstage im Terminkalender von einen kleinen Empfang mit uns lieben Kooperations-
der Koordinierungsstelle für gleichgeschlechtliche
LeTRa und Sub. Die Bandbreite der Fortbildungsteil- partner*innen folgt dann das große „LeTs-Party-Event“
Lebensweisen stattfinden:
nehmer*innen reicht von der Kinder- und Jugendhilfe im Feierwerk und in der Kranhalle. Mit vielen DJanes
Arbeitskreis Jugendberatung für Lesben, Schwule über die Sozialbürgerhäuser bis hin zur Alten-
und den Liveacts von SOOKEE, Tubbe und The Veras
und Transgender hilfe.
werden wir gemeinsam mit unserer Szene und vielen
Arbeitskreis Altenhilfe für Lesben, Schwule und Trans- Freund*innen unser Jubiläum bunt, wild und leiden-
Die verantwortlichen Mitarbeiterinnen der Fachstelle
gender.
Fortbildungen, Miriam Vath und Melina Meyer, freuen schaftlich feiern.
Jour Fix mit der Koordinierungsstelle und der Sub sich auf ein weiteres Jahr der erfolgreichen Zusam-
e.V. Beratungsstelle menarbeit mit der Koordinierungsstelle für Gleichge-
Runder Tisch der LH München zur Gleichstellung von schlechtliche Lebensweisen und den Kollegen des Sub.
Lesben und Schwulen
Stiftungsbeirat der Münchner Regenbogen Stiftung
Teilnahme an Gremien der städtischen Verwaltung
Respektkampagne
und Politik:
In 2016 wird sich LeTRa an einer großen Respektkam-
Fachbasis geschlechtsspezifische Einrichtungen pagne beteiligen, die zwischen dem IDAHOT* und
Münchner Stadtratskommission zur Gleichstellung dem CSD das Thema Respekt gegenüber LGBTIQ im
von Frauen Glockenbachviertel in die Öffentlichkeit tragen wird.
Münchner Bündnis für Toleranz, Demokratie und
Über das Glockenbachviertel hinaus sehen wir aktuell
Rechtsstaat
eine hohe stadtpolitische und gesamtgesellschaftliche
Mitgliedschaft in bundesweiten Gremien: Relevanz des Themas „Respekt“ und freuen uns des-
Broken Rainbow e.V. / Bundesverband der halb, dass der Münchner CSD 2016 das Motto: „Viel-
lesbischen, lesbisch-schwulen und transidenten falt verdient Respekt. Grenzenlos!“ gewählt hat.
Anti-Gewalt-Initiativen Deutschland
Gerne stellen wir auch unser 11. Lesbisches Angertor-
Dachverband „Lesben und Alter“
straßenfest unter dieses Motto und tragen mit unserer
Teilnahme an Arbeitstreffen des CSD München: Arbeit zur Verwirklichung des Kampagnenmottos bei.
Leitungsgremium
Öffentlichkeitsarbeitsgremium
CSD GmbH-Gesellschafterversammlung
CSD Poster-Jury an der städtischen Berufsfachschule
für Kommunikationsdesign
Weitere Vernetzungstreffen und Gremien:
Szenestammtisch
Münchner Lesbennetzwerk
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Danke
Wir danken allen Menschen, die im Jahr 2015 den Lesbentelefon e.V.,
die Arbeit der Lesbenberatungsstelle LeTRa und das LeTRa-Zentrum
unterstützten, förderten und stärkten.

Unser besonderer Dank 2015 geht an Herrn Oberbür- Chokrane


germeister Dieter Reiter, den Stadtrat und die Refe-
Muchas Gracias unseren Sponsor*innen Vielen Dank
Wir bedanken uns bei Dunja Hayali und Silke Bamber- unseren Kooperationspartner*innen in 2015
rate der Landeshauptstadt München und allen
ger für die Benefiz-Lesung im Mathäser Filmpalast zu-
freiwilligen, ehrenamtlichen Helfer*innen für ihr En-
gunsten der LeTRa-Flüchtlingshilfe.
gagement zugunsten geflüchteter Menschen. Merci Beaucoup
Merci Dir Allen die das Lesbische Angertorstraßenfest mit
Mahalo Brigitte Wagner für ihre langjährige, professionelle ihrer Power unterstützen:
Wir bedanken uns von Herzen bei „unserer“ Stadträ- und herzliche Begleitung unseres Teams als Supervi- Unserer Monika Primas und ihren Mitarbeiterinnen
tin Lydia Dietrich für ihr unglaublich mutiges Engage- sorin. vom Sicherheitsdienst für eine zehnjährige großartige
ment für die Menschenrechte in Kiew und für ihre Unterstützung und Zusammenarbeit
leidenschaftliche, vorbildliche und erfolgreiche politi- Obrigado
sche Gleichstellungsarbeit. Wir danken Ulli Fuchshuber und allen Kollegen des Unseren Wirt*innen Merlin, Frau Ringer und
Unser Herzensdank gilt „unserem“ Stadtrat Thomas Sub e.V. für die hervorragende kollegiale Zusammen- Frau Kerstin Greif vom Cafe Ess Eins
Niederbühl für seine 20-jährige Begleitung des LeTRa- arbeit.
Wachstumsprozesses und für seine unschätzbar wert-
vollen Community-Verdienste. Grazie
Ein ebenso herzliches Danke an „unseren“ Stadtrat Wir bedanken uns bei Stephanie Gerlach und dem Les
Christian Vorländer für seine wertschätzende und en- Mammas e.V. für die konstruktive Zusammenarbeit zu- Unseren Haus- und Hof-DJanes Eleni, Doro und Miri
gagierte Lesben- und LGBT-Politik. gunsten einer Fach- und Beratungsstelle für Regenbo-
genfamilien. Unserer charmanten Fotografin Kornelija Rade
Hvala
Unser allerherzlichster Dank an Ulrike Mößbauer und Thank You
Andreas Unterforsthuber von der Koordinierungsstelle
Ohne Euch kein LeTRa. Thank you so much: Allen Le-
für Gleichgeschlechtliche Lebensweisen für Eure fan-
TRaktiven, den Mitfrauen des Lesbentelefon e.V. und
tastische Arbeit, von der die Landeshauptstadt Mün-
allen ehrenamtlichen Unterstützerinnen und besonders
chen wie auch unsere Szene unglaublich profitieren.
den Macherinnen von LeTsBar und LeTRaktivgoesSub.
Merci Beaucoup
Mit großem Respekt bedanken wir uns bei Frau Maria
Tesekkür ederim
Sabine Augstein für ihr unermüdliches Engagement für Danke an all die großzügigen Spender*innen, für
die Gleichstellung von gewordenen Frauen und Män- Eure Spenden zugunsten des Lesbentelefon e.V.
nern, Lesben und Schwulen. und/oder für die Unterstützung unserer geflüchteten
lesbischen Klientinnen.
Asante
Wir bedanken uns bei der Münchner Regenbogenstif- Kia Ora Unser herzlicher Dank geht an Wolfgang Tröscher, der
tung für die in 2015 geleisteten Einzelfallhilfen zugun- Ein weiterer Herzensdank geht an unsere Facebook- ein Video von unserem 10. Lesbischen Angertorstra-
sten unserer geflüchteten Klientinnen und die gute Queen Gabi Kleineidam für ihre unglaublich kreative ßenfest gedreht und uns kostenlos zur Verfügung ge-
Kooperation. und lebensbejahende mediale Unterstützung. stellt hat.