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spinnen; wcnn dir aber das gelingt, sollst du meine Gemohlid werden.'
Rumpelltilzrhen ,Wenn's audl eine Mdllerstodrter ist", dsdlte er, ,eine reidrele Frsu
finde idr auf der Welt riidlt." A1s das Mäddlen al1ein war' ksm dss
6s war cinmal eio Mülter, der war atur, aber er hatte einc sdräoe Männleio züm d tten Mal wieder ünd spraö: "Was gibst du mlr,
Todrter. Nun tral es sidr, daß er mlt dctn l(önig zu sprcdren ktun, tnd wenn idr dl, nodr dlesmal dos Stroh spinne?" ,ldr habe ntdrts meht,
um sidr ein Ansehen zu geben, sagte er zu ihnl: häbe eine Todlter, das idr geben köonte", antwortete das Mädd,en. "So veßp dl mh,
"ldr wenrr dü Königin eJirst, deio erstes Kiod." "Wer weiß, wie dss nodl
die kann Stroh zu Gold spinnen.' Der König, der das Cold liebhaile,
dadite: ,,Das ist einc Kunst, die mir wohlSefä11t",und spradl zum Müiler: geht", dadrte die Müllerslodlter und
,WeDo deine Todrter so gesdli&t isi, so bring sie morgen in mein
ürßle si& sudr ln der Not nidrt
Sdrloß, da wl11 id) sie suf die probe stellen." Und als dos Mäddren kam, anders zu helfen; sie verspraö also
iührte er es in elne Kamfier, die ganz voll Shoh war, gab ihr Rad ünd dem Männöen, was es verlangte, und
Haspel und spradr: "Jetzt mädre didl an die Atbeil, üfld wenn du dss Mäinöefl spaDn dafür Do(h eiD_
diese Nadll durdl bis morgen trüh dieses Stroh nicht zu Gold ver- rnal das Stroh zu Gold. Und als am
sponDen hast, so fi1ußt du s1erben." Darauf sdioß er die Kammer Morgeo der König ksm und alles fafld,
selbst zu, und sie blieb al1ein darin. wie er gewünsdrt hatte, so hielt er
Hodzeit mit ihr, ünd die s&öoe
Da saß nun die arme Müllerstochter und wußte um ihr Leben keincn Müllerstodlter watd elne Königin.
Rat, denn sie verstand gar nidrts davon, rvie man Stroh zu Gold über ein Jahr bradrte sie
spinnen konnte, und ihre Angst wald immer größer, daß sie endlidr eio sdrönes Kind zür Well
zu weinen anflog. Da ging auf einmal die Tür auf, und lrat cin kleines und dadrte gai nidlt mehi
MäDnden hereiD und spradr: ,G11ten Abend, Juneler Mülle J)l Warum an das Männdlen. Da trät
weint Sie so sehr?" ,,Adl", antwortete das lvläd&en, "i& solt Stroh es plötzlidl in ihte Kam-
zu Gold spinnen und verstehe das nidrt." Spradl das Männdlen: ,Was mer und sproö: "Nun gib
gibsl du mir, wenn id) dir's spinne?" "Mein Haisband', sagte das mir, was du versprodren
Mäddren. Das Männdren nahm das Halsband, setzte sidl vor das hastl' Dic Köfligin ersdrräk -
Rüd&en, und sdrnurr, sdlnlrr, sdroum, dreimal gezogen, war die und bot dcm Männdlen :
Spule voll. Dann sied(te es eine andere aul, und sdnurr, sdDutr, alle Reidrtümer des König-
sd rurr, drcimal gezogefl, war audt die zweile vo1l. Und so ging's fort reidrs an, wenn es ihr _-"3-
bis zum Morgcn, da $'ar alles Shoh versponnen, und a1le Spulen rvaren das Kind lessen wollte;
voll Gold. llci Sonnenaufgang k6m söon der l(önig, und als et das abcr das Männdren spradr:
Cold clblidttc. crslJ(nlc cr und freute sid! aber scin Herz ward nsr ,Nein, etn as Lebendes ist
nodr lolltirrilcr'. lrr licß die Mü]leßtodrier in cifle alrdere Kammcr mir lieber als alle S&ätze
voll SIrol) I)ri,rl.t('l). di(: nodr vic, größcr wilr, trrrd bcfahl ihr', das audr der Welt.' Da ,lng dle
in cin.r Nrülrl zo s|i n('rr. wcnrr ihr drrs l,cbro litb wiikr. I)as l!'liiddrcn Könlgin so sn zu Jammern ünd zu weinen, daß das Männdten Mitlcld
wulllc si(l) ri'lrl zrr lrrllIrr rrnil wcir)lr. (lir ( nrl rrbcr rrrrls ilic liiI rrLtl, mit ihr hstte uod spradt: "DIet Tage witl idr dlr Zeit las§en, wenn
und dns kl, ir! Mrirrrrlrcrr crsriricn UIr(l sl)r:r(lr: "W s (il)sl (fir n)ir. du bis dahin meinen Namm weißt, so sol1st du dein Kind beh6ltcn.'
wcnn idr (lir (lr slrolr 7rr (n,ltl st)irrrr(? ,,N1. r,rr liirrtl v()rr (l(rn Nun da&te die Königin die ganze Nadlt über an alle Nomen, dlc
IrlnRcr', 0r)1w,)r1r.i,. rh,i Miirj(lrr). l)rs Miirr,, rr r r; lrrrr rl,tr liirrit, sje jemals gehört hatte, und sdridde einen Botelr tiber Lsnd, dct solltc
fing wic(k r rrr zrr rlrrrrrrrr rr (1, I'r l{,r,1. rrrrtl llrrll,' I'ia zrrtrr J\l,,rlttt
'!ril sidr erkundigen vreit snd breit nadr neue[ Namen. Als am andcrD
allcs Slrol) zr rtlri rxl'rr,,rlr (;,,1,1 ll, li,rrrr,rr l'r'r l\,,rrrrl lr,rrl, sitlr Tag das M§nnöen kam, fing sie sn ,[lt Kaspar, Meldrior, Bolrc. Ünd
j'ib.r Llic Mlli,.n 11, l,l, Ir ,1. w|r rLL,r r rr,,lr rr ri rr,l,lrl O(,l,l,s sagte alle Namen, die sie wußte, nadr der Reihe heri aber bcl Jcdcm
stlt, son(lcrll lrilt,li. IrlIIILI ^rl,lI,,,III,I irr trrrI rlnlr Ir,'lnr, lilrrrrrr''r voll
sp;odr das Männlein: "So heiß' idr nidrt." Den zweiten Tsg lleß ilo
Stroh brir{crr rrr,l l,rrrlr ,,1)i rrrLilil (lrr rr,,lr rr, ' rr Nrrtlrl vlr

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tn der Nadlbarsdraft herumfragen, vie die Lc{te da gclrsnht §,ürden. Nun ging jeder seincn Wcg, und dcm elieslcn begegnetc ci1l Mann,
ünd sagte dem Männlein die ungeqröhnlidlsten snd seltsamsten Namen der fragle ilü, wo er hinaus wollte und was er vorhätte. ,lch will eiD
vor. ,Heißt ds viellet&t Rippenbiest oder Hammelswade oder Sdmür- Handwerk lernen", aDtwortele er. Da spradr der Mann: ,,Geh mit tuir
bein", aber es antwortete immer: ,So heiß iü niSt." Deo dritten lag ünd werde ein Dieb." ,,Nein', antwortete er, ,,das gilt für kein ehr-
katq der Bote wledef zurück und erzählte:,Nese Namen habe idr lldres Flandwerk mehr, t1nd das Ende vom Lied ist, daß einer als
keinen einzigeo finden können, aber wie lü an €inen hohen Befg um Sdrwengel in der Feldglod<e gebraudrt wird."
die Waldedce kam, wo Fudrs 1jnd Has sidl gute Nadrt sagen, so sah "Oh', sprad, der Mann,
,.vor dem Galgen braudrst du didr nidrt zo fürdrten; idr will didr
ldl da ein klelnes HBus, und vor dern Haus brahnte ein F€uer, und um 61()ß lehren, wie du ho1st, was sonst kein Mensdr kriegen kann ünd wo
dos Felrer spmng eifl gar zu 1ädrerlidles Mäon&en, hüpfte au{ elnem dir niehand aul die Spur kommt." Da ließ er sidr überreden und ward
Bein qnd sdrrle, bei dem Manne eio gelemter Dieb und ward so gesdlidd, daß vor
,Heate ba&' idt, l?loteeh btutf i&t, ihm nidlts sidifl war, was er einmal haben wo11te. Der zweite Bruder
Übetmotget hol' l& det Köfilelh ihl Kibd; begegnete einem Mann, der dieselbe Frage an ihn tat, was er io der
Ach, wle gut lst, daß tien and weiß, Welt lemen wollie. ,,Idr weiß es nodr nidrt', antwortete er. ,,So geh
Dqß ldt Rbnpelstilzdvh helß'.' mit 1nir und v,.erdc cin Sterngüd{er; nidrts besser als das, es bleibt
einem Did)ts ver6orgen." Er ließ sid-l das gelallen und vard ein so
D; könnt thr dcnkcn, wle dte Königin Iroh war, als sie den Namen geschid{ter Sierngud(er, daß sein Meister, a1s er ausgelernt hatte und
hörtc, Und sla bold hcrnsdl das Männlein hereirtrat übd fragter ,,Nun, weiterziehen wollte, ihm ein Ferflrohr gab ünd zü ihm spradr: ,Damit
Frou Köulgln, vrlo hclß' tü?' fragte sie erstr "Heißest du Ksflz?" kaflnst dtl sehefl, was auf Erden und am Himmel vorgeht und kann
,Ncln.- ,Flclßcst du Helriz?" ,,Nein." dir nidrts verborgen bleiben.' Den dritien Bruder nahm ein Jäger in
,,I{clßt du ctw8 Rumpclstilzdlen?" die Lehre und gab ihm in al1em, was zur Jägcrei gehört, so güten
,,D08 hot dl! dcr Tcufcl gesagt, das hat dir der Teufel gesagt", sdrie Unteüid1t, daß er ein ausgelerntff Jäger rirard. Der Meister sdrenkte
dos Mllllnlclh snd ltlcB mtt dem rechten Fuß vor Zorn so tlel in die ihft beim Absdried eine Büdlse und spradl: ,,Die fehlt nidrt, was du
Erdc, daß cr lrlt sr dcn Lctb hlneinfuhr, dann pad<te es in seiner wut dan t aüfs Korn nimmst, das irilfst dr1 sidrer." Der jüngste Bruder
dofl llnkch liuß mlt beldcn Hlinde[ und riß sidl selbst hitten entzvei. begegneLe gleidrslalls cinem Manne, der ihn anredete und nadr seinem
Vorhaben fragte: ,,Flast du nidrt Lost ein Sdlneider zu werden?" ,,Daß
idr nidlt wüllte", spradr dcr Juflge, ,das l(nhmsitzen von morgens
bis abends, das Hin- ülrd Her{egen mii der Nadel und das Bügeleiseo
will mir nidlt in defl Sinn." ,Bi, was", antwortele der Mann, "du
spridlst, wie du's versiehst, bei mir lernst du eine ganz andere Sünei-
l)ir uirr hunltrriörn BriiDer derlitrnst, die ist ansiändig tlnd ziemlidr, zum Teil sehr ehrenvoll."
Da liell er sich überreden, ging mit und lernte die Kunst des Mannes
(,.q,r ',,,, i.r \r,r,, . r I l.'\', \,1Ir,.. \i'.,.',. h. r',n..ua&sen aus dem Fundament. lleim Absclied gab ihm dieser eine Nadel und
w,r|,f, ,.1,r,,1|, / i ,1,,,,,,: .1.i,1,, lii,,(l(r, ihr üriillt jclzt hinaos in spraah: "D0mit kannsl d11 zusammenflähefl, was dir vorkommt, es
rlir !V, ll,i,lr l, 1,, r,lrl .,,|. ,lr ,ll,lr q,l,flr lilrrntc; madr'eudr a1lf sci so weidl vie ein Ei oder so hart wie Stahl; und es wird ganz zn
Ur)tl r,.l,l il rlrr. |lrr.rr, r, l, rii , il ll ii(lr!,.rli und seht, wie ihr eüö cinem Stüd{, da[ keine Naht mehr zu sehen ist."
rlrrdrsLlrlrrr:i.'l),r ,rIrrlilir (li( !i{r llrii(l(r (lcn \Yandcrslab,,lahmen Als die bestirnmten vier Jahre herom waren, kamen die vier Brüder
A1)s(lri, (l v(,r) rlrl rr V/rl, r rrltl 2,,|, f u usrlnnncn zut.I Tor irinaus. A1s zrr gleicher Zeit an dem I(reuzwege zusammen, herzten und kalßtcn sich
sj. .irr' Tt.lllrrLr r,, !vrrllt.rl wrrr( h, li,r)rrr sjc an eincn Kreuzweg, der rnd kchrtell hcim zu ihrem Vater. "N11n", spradr dieser ganz ver"
rrrdr ricr v|rrlr (rl, r, r) ( j, t,, rtiür lilll|1r. I)ll sIr.ri der älieste: (nilgt, ,,hat eudr der Wind wieder z11 mir geweht?' Sie erzähltcn.
"Hier
r)riissrn \vir llJi.i lkririri. rl),r lr(ul ilLrcr vlcrJahre wollen wir afl wio cs ihnen ergangen war und daß jeder das Seinige Selernt hiiitc.
clicscr Slcllc wir.(1,.r,Usln)r)r )1rt.llur un(l in der Zeit unser Clüd( Nun snßen sie getade vor dem Haus unter einem großen Batn), da
sprach dcr Vaten ,,Jetzt will idl eüdt auf die Probe stellcD lrod

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Hons lm Olä6
9fans hatte sleben Jahre bei seinem Herm sedlent, da spreö er zu
ihm: meine Zeit ist heruh, hun wollte iö gerne wieder heim
"Herr,
zu meiner Mutter, gebt mir meinen Lohnl" Der Heü antwortete:
"Du
hast riir trel, und ehrlidl gedieot, wie der Dienst war, so soll der Lohn
sein", ünd gab ihm ein Stüd< Cold, das so groß als Hansens Kopf war.
Haos zog sein Ttidllein aus der Tasöe, wi&e1te den Klumpen hinein,
setzte ihn auf die §&ulter und hadlte sidr auf den Weg flsdr Haus.
Wie er so dahinglng und immea eln Bein vor das andere setzte, kam
ih1n ein Reiter in die Augen, der frisdr und fröhlidr aof elnem muntern
plerd vorbeitrabte. spradr Hans gsnz laut ,was ist das Reiten
"Adr",
ein sdrönes Dlogl Da sitzt einer wie arrf eiflem Stuhl, stößt sidl an
keinen Stein, spart die Sdruh utld kommt lort, er veiß Dldrt wie.' Der
Reiter, der das gehölt hatte, hielt so und rief:
"Ei, Hans, watum läufst
du audr zu Fuß?" ,ldr muß ja wohl', ontwortete er, habe iü einen
"da
Klumpen heimzutrsgen; es ist zwor Gold, 6ber idr kann den KopI dabei
nldrt gradhalten, sudr drüdd mir's suf die Süulter." dü was',
"Weißt
sagte der Reiter, ,wir wollen tausöen, idr gebe dir mein Pferd, und du
gibst mir deinen Klumpen." Herzen gern", spradl Hans, ,ober iö
"Von
sage EudL lh. müßt Eudr darnit sdtleppen." Der Reited stieg ab, nahm
das Gold lmd h6ll dem Hans hinauf, gab ihm die Zügel fest in die
Hände ünd sprodr:
"Wenn's
ruo tedrt gesdlwind gehen so1l, so mußt
do mit der Zunge sdrnalzen und hopp hopp rufen.'
Hans war seelenfroh, els er auf dem Plerde saß und so {rank und frei
dshin titt. Uber eln Weildren fiel's lhm eln, es sollte nodr sdrneller
gehen, und fing an, tnit det Zrtrge zu sdlnalzen uDd hopp hopp zu
rufen. Das pferd setzte siö io starken Trab, und ehe sidl's Hans versah,
war et abgewoden und lag in einem Craben, der die Ad<er von der
Landstraße trenntc. Das Plerd wäre audr durdrgegangen, wenn es aidrt
ein Baue. aufgehalten hätte, der des Weges kam und eine Kuh yor sidt
hertrleb. Hans suchte seifle Gliedet zusammen und madrle sldl wiede,
auI die ßeine.
Er war aber vefdrieß1iü und sprsdt zu dem Bauert ,Es ist ein
sdiedlter Spaß, das Reiteo, zumsl, wenn man auf so eine Mähre qerät
wie diese, die stößt und einen herabwirft, daß man den Hols breöen
kannj idr setze mid) nun ond nimrnemehr wieder auf. Da lob'iö mir
Eure Küh, da k6nn einer mit Gemütlidrkeit hinterhergehen und hat
o6endrein seine Mll&, Butter ünd Käse jedeo Tag gewiß. Was gäb' idr
darum, wenn idr so elne Kuh hättel' ,Nun', spradr der Bauer,
"ge-
süieht Euö so eln großer Gefollen, 60 will idr Eud:I wohl die Klh fr.ir

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das pfeld vcrtousdren." Hans willigtc lnit tsus.dd Frdldeo ein, dcr vortcilhsft getsusdt hättc. Der Bursdr erzähltc ihm, daß cr dic C6D§
Baoer söwang sidl auls pferd (rnd ritt cilig davon. zu eidem Kindtaulsdrmaus brädxle. ,Hebt einmal", fuhr el fort und
Hans trieb seine Kuh ruhlg vor si& her uod bedo&te deo glüd<liüen padde sie bei deo Flügeln, ,wie sdrwff sie ist, die ist aber sudl sdlt
Handel. "Heb'idt nur ein Stüd( Brot, und dstan witd mir's do& ntdrt Wodren lang genudelt worden, Wer in den Braten beißt, muß sldr dos
fehlen, so kafln ldr, sooft mlr's beliebt, Butter und Käse dazs essen; Fett von be,den Seiten abwisdlen." ,,Ja", spradl Hans und wog sle mll
hab' idr Durst, so melk' ldr meine Kuh und trinle Mildr. Herz, der einen Hand,
"die
hat ihr Cewi&t, aber mein Srhwein ist audr tclnc
was verlangst du tnehr?" Als er zs einem Watshaus kam, maöte er Sau." Indessen sah sid! der Bursdl nadr allen Seiten ganz bedenkttdl
um, sdrüttelte audr wohl mit dem KopI.
halt, aß in der Eroßen Preude alles, was er bei sidt hatte, sein Mittag- "Hört", fing er darauf an, ,mil
und Abendbrot, rein auf uod ließ sidl für seine letzten paar Heller Eurem Sdlweine mag's nldlt ganz riötig seio. In dem Dorfe, durdr
ein halbes Glos Bier einsdlenken. Dann trleb er seine Kuh weiter, das idr gekommen bin, ist eben dem Sdrulzen eins a$s dem Stall ge-
immer nsdl dem Dorfe selner Mutter zu. Die Hitze ward drüd(ender, stohlen worden. I& Iür&te, ich
je näher der Mittac kam, und Hans befand slö in einer Heide, die fürüte, Ihr habt's da in der
wohl nodr eine Slunde dsuertc, Da ward es ihm gsnz heiß, so daß ihm Hand. Sie haben Leste ausge-
vor Durst dle Zunge am Gaumen tlebte. "Dern Ding ist zu helfen', sdi&l und es wäre ein sdrlim-
dädrte Hans, will idr meine Kuh melken und mid1 an der Mild! mer Handel, wenn sie Eudr mit
"i€tzt
laben." Er band sie an einen dürren Baum, und da er keinen Eimer dem Sdrvein grwisdlten. Das ge-
hatte, so stellte er seine Ledermütze unter, ober wie er sidl slrdr be- ringste ist, daß Ihr ifls finstere
mühte, es ksm kein Tropfeo Mildr zum Vorsd-rein. Und weil er sidt Lodr gested<t werdet." Dem Ruten
ungesöi&t dabei anstellie, so gab ihm das üngeduldige Tier endliö Haos watd bsng. "Aö Gott",
mit einem der Hinterfüße einen soldlen Sdrlag vor den Kopf, daß er zu spradl er, ,helft mir aüs der Not,
Boden taumelte und eifle Zeitlang sidl gat Didlt besinnen konnte, wo Ihr vrißt hierherum bessern Be-
er war. Clüdrlidrerweise kam getade ein Metzger des Weges, det auf sdeid, oehmt mein Sdlwein da
einem Sdlubksrten ein iunges Sdlwein liegen hatte. ,Was sind das für und laßt mi. Eure Gans."
Streidre," riel er und half dem guten Hans suf. Hans erzählte, was muß sdlon etwss aüls Spiel "ldl
vorgefallen war. Der Metzger reidrte ihm selne Flasdle und spradrl setzen'J snlwortete der Bursdle,
,Da trinkt elnmal und erholt Eudr. Dte Kuh vill wohl ketne Mtld-I "aber idr wlll dodr flid1t sdrnld
geben, dss ist ein altes Tlcr, dss hödlstens nodr zum Ziehen taugt sein, daß lhr ins UDglü& ge-
oder zum Sdrlsdrten.' -Bi, ei', spraö Haos, und stridr sidl dle Hoare tatet." Er nahm also das Seii
über den Kopf, "§r'er hätte das gedadlll Es lst freilidt gut, wenn man so in die Hand und trieb das Sdtwein sdlnell auf einem Seitenweg forl.
ein Tier ins Haus absöladlten tann, wss glbt's für Fleisdtl Aber iö Der gute Hans aber ging, seiner Sorgen entledigt, mit der Cans unter
msdre mlr aus dem Kuhflelsdl nldrt viel, es ist mir nidlt ssftl8 genü9. dem Arme der Heimat zu. ,Wenn iö's redlt llberlege", spradl er mlt
Ja, wer so ein jsnges Sdrwein hättel Das sdlmed( aflders, dabei noch sidr selbst, ,habe idr nodr Vorteil bei dem Tausü: erstlidr den guten
dle Würste." ,,Hört, Hans', spladr da der Metzger, "Eud:I zllllcbe will Brateo, hernadr die Menge von Fett, die heraustrliufeln wird, das glbt
idr tausdlen und will Eüdr dss Sdr\reifl für die Kuh lassen." ,Cott lohn Gäflsefettbrot auf ein Vierteljshr, und endlidr die sdlöne, welßcn
Eudr Bqte Freundsöaft", spradr Hans, übergab ihm die Kuh, lleß si&r Fedem, die less' idr rnir io meln Kopfkissen stopfen, und darouf wlll
das Sdrweind)en vom Karren losmadren uod den Strid(, wo.sn es ge- idr wohl ungewiegt einsdllafen. Was wird üeine Mutter etne Frcudc
bunden wor, in die Hand geben. habenl"
Hans zog weller ünd überdadrte, vie ihrn dodr alles nadr 'Wunsdr Als er duldr das letzte Dorf gekommen war, stsnd da ein Sdlcrcn-
girge, begegnete lhm ja eine Verddeßliükeit, so würde sle dodl Eleid! sdlleifer mil seiDem Karren, sein Rad sdrnurrte, und er sang dozur
wiedca gutgemadri. Es gesellte sidl danadt eln Bursdr zu ihtn, der t.ug
einc sdlöne weiße Cal)s untet dem Arm. Sie boten eioandcr dle Zeit, ,ld1 s&lelte dle S&ete ultd dtehe Eesdtuinil
und Hans fine aD, voo scine,n Glüd< zu etzählen, uDd wie er immcr so Unil hörrge ,nein Mäbteldvk hodt deh, Wt'td-'

2t6 ) ):
I

Hsns blieb stehen snd sah ihm zu; endlidr redele er ihn an und spradl: dsnkte Gott mit Träne, in deo Augen, daß er ihm audr dlcsc (lllr(1.
,,Eu& seht's wohl, weii thr so lustis bei Elllem Süleifen seid." "Ja", nodr erwiesen ond ihn auf eine so güte Art, und ohne d0ß cr slcl) clnch
antwortete der Sdrerensdrleifer, ,das Handwerk hat einen glildefien Vorwurf zu madren braudlte, von deo sdrweren Steinen botrclt hllltc,
Bodefl. Ein redrter Sdrleiler ist ein Mafln, der, sooft er in die Tasdle dle ihtn alletn nodl hinderlidr gewesen wären. glückllü wic l(1l",
greift, aud1 Geld &rln findci. Abcr wo habt Ihr die sdröne Gans ge' rief er aos, "gibt es keinen Mensdren unter der"So
Sonne." Mil lcl.rrt(r)r
kaüft?' "Die hab' idr Didlt geka ft, sondern für mein Sdlwein ein- Herzen und frei von aller Last sprang er nun fort, bis er dohcim brl
getausdlt." das Sdrwein?' ,,Das hab' iah für eine Küh gekdegt." seiner Mutter war.
"UDd
,Und die Kuh?" "Die hab' idr Iür eio plerd bekommen." "Und das
Pferd?" ,Dafür hab'i& einen l(ltrnpen Go1d, so groß wie mein Kopf,
gegeben.' ,,Und das Cold?" ,,8i, das war meiD Lohn Iür sieben Jahre
Dienst." ,Ihr habt Büdr jedcrzcit zu hellcn gewußl", spradr der Sdllei-
ler, ,,k6nDt Ihr's nun dahin bringcn, daß lhr Celd in der Tasdre sprin- ScbneemeiBrhen unD Rolenrot
gen hört, wenn Ihr aulsleht, so hobt lhr ]-irlcr G1ücl gemadrt."
"Wie
soll i& das anfangcn?' sfrodr Hans. ,,lhr miißt ein Sdrleifer werden, 0in" o"ln" Witwe, die lebte einsam in einem Hüttdren, nd vor (l(xn
'wie idr; dazu gchört cig(xlilich Didrts ols ciD Wetzstein, das andele
Hüttdren war ein Garten, darin slanden zwei Rosenbäum&en, dovorr
Iindet sidr von selbst. Uo hr)b' id, cincn, {lcr ist zw.rr ciD wenig sdlad-
trug das eine weiße, das andere rote Rosefl; qnd sie hatte zvei Klndcr,
halt, dafür sollt Ibr mir abcr r)!dr wcilcr nichts als Ellre Gans geben; die glidreo den beiden Rosenbäumdren, uod das eine hieß Sdrnccw.lll
wolit Ihr d6s?' "Wic kihDl lhr Doih lra(cD", Dtworteie Hans, "idl d)en, das andere Rosenrot. Sie waren aber so {romm und I0l, s()
werde ja züm g1üdtlidrslcn Merrs(lr(:rr ast E lcn; habc idr Geld, sooft arbeitsam ünd unverdrossen, a1s je zreei Kinder auf der Welt (cwcscrr
idr in die Tasdre srciftr, wirs bnrudro idr da l:inger zu sorgen?" reidrte sind; Sdmeeweißdrefl war nur stiller und sanfter als Rosenrot. Rosctl
ihm die Gans hiD on nrhnr (lcn Wclrslcln in Enlpfaog. ,Nun", spradr rot sprang lieber in den Wiesen lnd Feldem umher, sudrtc ll!rm(,r
det Sdrleiler und 1)ob cin.,r (.wi;hnlidreo sdrNelen Feldsiein, der tlnd {ing Sommervöge1; Sdrneeweißdren aber saß daheim bei der Mu cr,
neben ihflr l€9, rul, ,,tlrr habl lhr noch cineD tii&tigefl Stein daz1l aüf half ihr im Hauswesen oder 1as ihr vor, wenn nidlts zü tun war. I)i(
dem sid)'s gut scJrllgr:rr liilll rrrd lhr Eurc alten Näee1 eeradekloplen beiden Kiflder hatten einandü so lieb, daß sie sidr jmmcr on rl(n
könnt. Nehmt ihn lrnd hrbl ihn ordclltlid:r auf." Händen faßten, sooft sie zusamlnen ausgingefl; und wenn S$nccwrtll
Hans lud dr:n Slcin rul und girrg mit vergnügtem Herzen weiter;
"Wir wollen üns nidrt verlassen", so antwortele Rosc,ll,()l:
dren sagte:
seine Augcn lcudrlclcn vor t)r(]Udc.
"ld1 muß in einer G1ü&shaut
ge- ,Solange wir 1eben, nidrt", und die Muiter setzte hinzur ,,Was d8s cln(
boren scin", licf ij, rus, ,,rrllcs, was idr wünsdre, trifft mir ein, wie hat, sol1's mit dem andern teilen." Oft liefen sie im Walde lllct
einem SonnlrI{skjn(1." Inrlcsscn, Neil er seit Tagesanbrudr aof den umher ünd samfielten rote Beerenj aber kein Tier tat ihnen r:lwfls
Beincn gcwcsr:n wflr, t)crann cr müde zu werden; audl plaete ihn der zuleid, sondern sie kamen vertraulidr hetbei: das Häsden frirll .ln
Hunger, dr c, allcn Vol'lr]t aüf einmal in der Freüde über die erhandelte Kohlblatt aus ihren Händen, das Reh graste an ihrer Seite, der Ilirsilr
Kuh .rufl]czclrfl lrnll(. lir konnle endlidr nur fnit Mühe weitergehen spreng ganz llrstig vorbei, und die Vögel blieben auf den Astcn sil2({r
uhd m11ßlc jcdcn trlid( haltmadren; dabei ddd{efl ihn die Steine uDd sangen, was sie nur wußten. Kein Unfall traf sie; wenn sic sldr lrr
Canz erbärmlid).1)r ^rrc
konnlc er si& des Gedankens nidrt eiwehren, wie Walde verspätet hatten u11d die Nadrt sie überfie1, so legleD si(: sldr
glrt es wärc, wcn,r or sic (rradc jctzt nidrt zo tragefl braudrte. Wie eine nebeneinander auf das Moos und sdlliefen, bis der Morgen k;rnr, lr',1
Sdrnedre kam cr zr cincm Fcldbrunnen gesdriidren, wo11te da ruhen die Mutter wulte das ünd hatte ihret§,egen keine Sorge. Einmrl, llls st,.
und siö rnit einon1 flis&ol Trunk läben. Damit er abel die Steine im Walde überna&tet hatten und das Morgenrot sie aufw(dil., ,ll!
im Niedersitzen Di$1 trcsdrädigte, legte er sie bedädrtic neben sidr sahen sie ein sdrönes Kind in einem \reißen, g1änzendcn KIcl,l.lri I'
aul den Rand des ßrurlnens. D6rauf sctzte er si6 nieder und wollte sidr neben ihrem Lager sitzcn. Es stand auf und bli&te sie gänz fr( |ll,lll,lr
zum Trinken büd(en, da versah er's, siien ein kleifl wenig an, ufld beide on, spradr aber nidrts und ging in den Wald hineiD. Und flls str !t(lr
Steine plumpsten hinab. Hans, als er sie mit seinen Augen in die Tiefe umsahen, so hatten sie gaflz nahe bei einem Abgrunde gcsiJrlrrn.rr rr rl
hatte versinken sehen, sprang vor Freuden auI, kniete dann flieder ünd wären gewiß hineingefallen, wenn sie in der Dunkelheit |odl rl,) ti0|r

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Ilauer seine Fratt an: ,Grete, das ist der zweite." Dem Bedienten ward kommen war, so war das bißSren Armü! das der Vater erworbcn hlttc,
.bcnfa11s angst, 11nd er madlte, dan er hinauskam. Dem dritten ging's dräu{gegangen, und er mußte wieder zu ihm heimkehren. ,Adx", spradl
hid)t bcsser, der Baller sagte wieder: ,,Grete, das ist der dritte." Der der Vater betrübt, "idr kann dir nidrts mehr gebefl und kann in (1(!
vicrte mußle eine verded(e Sdrüssel hereintragen, urld der Heü spradl teuren Zeit audr keihen Hellet meht verdienen als das täglidrc I}o1."
zrrIll Doktor, er sollte seine Kunst zeigeo und raten, was daruDtei 1äge; Vater", antworiete der Sohn, "madrt Eudr darüber keine C*
"Lieber
cs varen aber Krebse. Der Bauer sah die Sdrüssel an, wüßte nid)t, dankefl, wenn's Cottes Wille also ist, so wird's zu meinem Besten aus-
wic er sich hellen so1lie und spradr ,,4&, idr armer Krebsl' Wie der sdrlagen; idr will mid1 s&on dlein sdlid(en." A1s der Varer hinatls ir1
llcrr dns hörte, rjef er: ,Da, er weiß es, nqn weiß er aüdr, wer das den Wald wollte, üm etwas am Mallerholz (am Zuhaüefl ünd Aul
(1d.1 hAt' ridrtefl) zu verdienen, so sp1adl der Sohn: ,ldr will mit Eudr eehen und
I)cm Bedienien aber ward gewaltig angst ünd blinzelie den Doktor Eudr he1fen." ,Ja,meiD Sohn", sagte der Vater, ,das sollte dir besdrwer'
rh, er rnödrte eiomal heraoskommen. Wie er nun hinauskam, ge_ lidr ankommen, do bist an harte Arbeit ni&t cewöhnt, du häl1st das
sl.n(lcn sie ihm alle viere, sie hätlen das Geld sestohlen, sie vollten's nidlt rrus; idr habe audr nur eine Axt und kein Geld übrig, t1m nodl
jr gcrüc herausgeben und ihm eine sdlwerc Sümme daztt, rvenn er eine zr1 kalden.' "Geht oür zum Nadrbar", antwortete der Sohn, "der
sir nidrt vcraten wollle. es pinge ihoen sonst an den Hals. Sie Jühtten leiht Eudl seine Axt so lange, bis id1 mir selbst eine verdienl habe."
ilrD rudr hin, wo das Geld verstedd lag. Damit war der Doktor zu_ Da borgte der Vater beim Na&bar eine Axt, und am andern Morgen,
flicdcrr, gjng \r'ieder hinein, seizle sidr an defl Tis& und spradl: bei Anbrudr des Tages, gingen sie zusammen hinaus in den Wa1d. Dcr
,.llrrr, rrn will idr in meinem ßüd1 sudlen, wo das Geld ste&t." Sohn hall dem Vater und war ganz münter und frisd d6bei. A1s nun die
l)( r liirllc Ilrdienle aber krodr in den Ofen und wollte hörefl, ob der Sonne über ihnen stand, spradr der Vater: ,Wlr wollen rasten und
l)okir)r nLrdr fichr $.ünte. Der saß aber ufld schlüg seln Abc'Budr auf, Mittag halten, hernad geht's nodr einmal so gut." Der Sohn nahm sein
trlli lcrlr Liu lrnd her und sudrte deD Göd(elhahn. Weil er ihn nidrt Brot in die Haod ünd spra&: "Ruht Eudr nur aus, Valer, i& bin flidrt
(l(,i.lr Jrr(lur lionnte, spra& eri ,,Du bisl dodr darin und mußt audl müde, ich \ei1l in dem wald ein wenig auf üfld ab geheo ünd Vogel
li(nrrs.' l)r glir0btc dcr im Ofell, er väre gemeint, sprang voller nester su&en.' ,O du Gedr", spradl der Vater, "was willst du da
S(i,n([rr lrlmr]s trnd rlef: ,,Dff Manfl weiß allesl" Nun zeigte der herumlallfen, hernad) bist du müde und kafiflst den Arm nidrt mehr
l)ol(tt)r d(xn LlerrD, wo das Geld 1ag, sagle aber ni&t, aJIh,bcnj bleib hier und (elz. drdr ru mir."
!v,r, fri':lt)lrl,r l)rll(r, trdQtu von bcidcn Seiten viel Geld zür Be-
^llNiris,.r)a Der Sofu1 aber ging in den Wa1d, aß sein Brot, war sanz fröhlidl und
l,rlhr rl rürl wiI(l cir) bcriihDter Mann. sah in die grünen Zweige hinein, ob er etwa eio Nest efltded<ie. So ging
er hin und her, bis er end1i6 zu einer großen gefährlidren Eidle kam,
dic gewiß s&on viele hundert Jahre ali war ufld die keioe füof Men-
sdren umspannt hätten. Er blieb stehen ünd sah sie an und dadrte:
,Es muß dodr mafldrer Vogel sejn Nest hineingebaut habei." Da
deudite ihn 6u1 einn]al, a1s hörie er eine Stimme. Er hordrte und yer
l)rt Crilt im Clos nahm, wie es mit so einem red)t dumpfen Ton rief: ,Laß midr heraus,
1aß midi herausl" Er sah sidr ringsum, koflnte aber nidrts eolded(cn.
t),, ,,,,,,,',r , irI rr ,, r II,,IrI|,rIr'r, (lrr llrh.il(ilr voln Morscn bis in dodl es war ihm, als ob die Stimme üntefl alrs der Erde hervorkäme.
'",,, N,,Llrl
(ll, ,il,iilr , r .. (lr , r),Lli rl$rs O,l(l z silDllrrfnI]csp rt hatte, Da rief er: ,Wo bist du?" Die Stimme antvofiete: sied<e da ürten
sl,rrrrlr rr zr , r,^l!.lrrrrr].rr ..1)l| l,i.il rr(ir) (irzl((s l(in(1. !Lh will das
"Idr
bei den Eidrwt1lzeln. Laß midr heraus, 16ß midr herausl" Der Schiiler
(;clrl, rlrLii rlr r,il :.i r, r ,ln r\vr lli , rworljIr lrrl)r',7! (lcin.,D l.lrrtcrri&t fing an, ünter dem Baüm atdzurällmen und bei den Wtrzcln zu
or)w,r)(1, ril, rr.l ,lr,l\vi,.Ji,,1rl,tIll,r.s,s,)krrrrsl (lLr rridr irnAlter suaheo, bis er endlidl in einer kleinen Höhluflg eine G1asfläsdrc c,il-
crnlilrr(r), \,rr r,r'rr'(r,'Ll'r slI l rr'w(ir(l,r) sin(l $n(l jch daheim ded<te. Er hob sie in die Höhe und hielt sie gecen das Lid)i, dr srh
s I7i,ir rllrli." l)ir r, ,r, (1,.r.l Ir,, rrrl (lri 1),i1r( S(l)fl1(. u,1(l kTDte fleinig, cr ein Djng, gleidr einem Frosdr gestBltet, das sprang datln llrrl 1rn(l
so (lllJ ill|r si ir,r' l,, l,r'f rii Irj, r], rLjrl l)li.tl irrc Z{rlllrLrs dort. A1s er nieder. ,,Laß midr heraus, laß midl heraus", rief's von neuem, unLi (lcr
cin p0or §drr Irr i r r I I r 1 l)rllc, (l(iclr rt).r noc1r ridrt jn allem voll
r r I r rI I r r Sdrüler, der an nidlts Böses dadrte, nahm den pfropfen von dcr l'lasdl
ab. Alsbald stieg ein Geist heraus und fing an zu wadlsen ünd wuahs so
schnell, daß er in wenigen Augenblid<efl als ein efltsetzlidrer Kerl, so
groß \rje der halbe Baum, vor dem S&ü1er stand.
"Weint du", riel er
tuit einer fürd1ter1i6en Stimme, ,was dein Lohn dafür ist, dal du midr
herausgelassen hast?" ,Nein", antwortete der Sdrüler ohne Furüt,
.,wie soll id1 das wissen?' "So will idl dir's sagen", rief der Geist,
Hals muß idr dir dafür !,redren." hättesi du mir Irüher sagen
"den "Das
so11en", ant\yortete der Sd1ü1er, ,so hätte id) didr sted(enlassen; mein
I(opf aber soll vot dil wohl feststehen, da müssen mehr Leute gefragt
wcrden.' ,,Mehr Leute hin, mehr Leute her., riel der Geist, yer-
"deiAen
dicnten Loful, den so11st du haben. Denkst du, idr wäre aus Gnade da
so lange Zeit eingesd'rlossen worden, nein, es war zu meifler Strafe;
idr bin der großmäd)lige Merkuriüs, wer mid1los1äßt, dem muß i& den
Il ls bredren." "Sadrte", antwortete der Sdrüler, ,,so gesdlwind geht
dos nidrt, ersl mul i& aüd1 wissen, daß du wirklidr in der kleinen
lrlasdle gcsessen hast ünd daß du der re6te Geist bist; kannst du audr
wieder hinein, so will id'r's g1aubefl, und dann magst du mit mir an-
ftrngcn, was du wi11st." Der Geist spradr voll Ho&mut: ,,Das ist eine
ßrrjngc Kunst", zog sidl züsammeo und madrte sidr so dünn und klein,
rvir: cr anfangs gewesen war, slso daß er durdr dieselbe Offnung und
(hrrd1 dcn I"{a1s der llasdre wieder hineinkrod). Kaum äber 1var er
(lnrin, so drüd(te der Sdlü1er den abgezogenen pfropfen wieder auf
ur)(l wrrl (lie Flasdre unter die Eidrwurzeln an ihren altcn p1atz, tlnd \
(lcr (lcisl wor' bctrogen.
Nlln wolllo dcr Sdrü1er zu seinem Vater zurüd<gehen, eb€r der Geist
rl( l |lrri7 l(liigliü: 1aß midr dodr heraus, 1aß midr dodr hetarsl'
"Ad1,
,,N|1r", rrrlworlde der Sdriller, "zum zweitenmal nidrt: \rer mh einmal
r)lrrlr (l( rD l,( bcrr gcslrebt hat, den lass'i& nidrt 1os, wenn idr ihn wieder
.l,rHrl)rrrf(,n lrnt)c." ,Wenn dü midt frei mad1st", deI det Ceist, ,so will
lLlr rllr sLr vlcl 1cbcn, daß du dein Lebtag genug hast." ,,Nein", ant-
w,,rll.1. (l,r Srlriilrr, ,,du würdest miü betrügen wie das erstemal."
.,1)r, !(rf(lrcrri.sl (l(:in Clüd(", spradr der Geist, will dir nidlts
lur, xt)r)ril]r (llLlr rrldnidr belohnen." Der Sdrüler"i& dadrte: ,,Idr will's
wllNr,n, vl(llrl,l)l l)lil1 cr Wort, und anhaben so11 er mir dodl nidrts."
l)rr rrrrlrrrr |r rlcrr I'lrrrpfcn ab, und det Geist stiee wie das voripe Mal
lrrnrrrs, rlr.lrrtr.slLlr rrs.in0nder ward groß \vie ein Riese. ,,Nun so11s1
rI r ri,lrrr» | Lrlrrr lrr hlrr". splndr er und reidrte dem Sdrüler einen kleinen
Lrt)tr(n. Nrrl, wl( .lr l)llllsl(x., ünd sagte: ,Wenn du mit dem einen
iIr([r (.lr)r Wllr(k, 1,.§in ld)sl. so hci]t sie; ünd wenn du mit dem andern
lirrrL Slrrlrl rrrrrl lilsi r l)r'slrcld1sl, so wird es in Silber veri/andeli." ,,Das
n)rrll ldr (,rsl vcrsUdr.r!', s|:rrdr cler Schü1er, giflg an einen Baum,
Q.-o s*.-
rilzl(. dlc llln(l(, rrll s(lrrrr Ur'rd bcsliidl sie mit dem einen Ende des
^xl
l)llastersj alsbald sdrloß sie sidr wieder zusammen und war geheilt. im Ve rouen süf seio Glü& eineD so reidren Fang getsn häite. Mit
,,Nun, es hat seine Ri&tigkeit", spradl er zum Ceist, ,,jetzt können wir dem übrigen Geld aber zog er pieder hin auf die hohe Sdrule ünd
uDs trenDeo." Der Geist dankte ihm für seine Er1ös!ng, und der Sd1ü1er lemte weiler, und weil er mit seinem pflaster a1le Wunden heilen
tlaohtc deir, Geist {ür sein Gesdrenk und ging zurüd( zü sciflem Vater. konnte, ward er der berühmtesie Doktor auf det ganzen Welt.
,,Wo bist du heromgelaufen?' spradi der Valer. ,,Warum hast du die
Arbcit vergessen? Id1 habe es ja glei& gesagt, daß du üid-Its zustande
ln'ingen würdest." ,Gebt Eudr zldriedefl, Vater, id:I will's na&holen."
,,,1a, na&ho1en", sprodr der Vater zoffiig, ,,das hat keine A .' "Habt
ad1t, Vater, den Baum da will idr slei& umhaueo, daß er kradren so11."
Der Geuotter ToD
lla nahm er sein pflasler, bestridl die Axt damit und tat einen ge-
waltigen Hieb; aber weil das Eisen in Silber verwandelt \var, so legte 6s haite eh armer Mann zwö1f Kinder und mußte Tag und Nacht
sidr dic S&neide um. ,Ei, Vater, seht einmal, was habt Iht mir Iür arbeiten, dafiit er ihnen nrr Brot geben konnle. A1s nuo das dre!
r:ine schledrte Axt gegeben, die ist ganz sdrief geworden.' Da er- zehnle zür Welt kam, wtlßt'er sidr in seiner Not niüt zü helfen, lief
sdrräk der Vater ünd spradr: ,Adt, was hast do gemadrtl Nun muß idr hinaus alrf die große Landstraße und wol1te den erstefl, der ihm be-
dic Axt bezahlen rnd weiß nidrt, womit; das ist der Notzefl, den id:r gegrele, zu Gevatter billen. Der erste, der ihm begegnele, das war det
von deiner Arbeit habe." ,,Werdet ni&t bös", antwofiete der Sohn, "die liebe Gott, der wüßte sdlon, was er aüI dem Herzen hatte, tlnd spradl
Axt will ich s&on bezahlen." ,Oh, du Dümmbart', def der Vater, zu ihm: "Armer Mann, du dauerst mi&, idr will dein Kind aüs der
,,\rovon wi11st dl1 sie bezahlen? D1r hast nidrts, als was id1 dir gebe; Taufe heben, will Iür es sorgen und es glüd<li& madien auf Erden."
"Wer bist dü?" ,,1& bjo det liebe Goti." ,So
(l.s slnd Studentenknifle, die dir im Kopf sted<efl, aber vom Holzhad{en Der Mann spradr: begehr'
lr)sl do keinen Verstand." idl didl nidrt zu Gevatter", sagie der Manfl, ,,du gibst dem Rei$en und
(lt)rr cin Weilchen sprad.I der Sdrü1er: ,Vater, ich ksnn dodl ni&ts 1ässest den Armen hungern." Das spradr der Mann, weil er nidrt wußte,
rr(.lrr arbciten, wir wo11en lieber Feiersbend tnadren.* .,Ei was', ant- wie weislidr Gott Reidtum und Almut verteilt. Also vendete er sidl von
rvorl.lo cr, ,,meinst du, idr vol1te die Hände in den Sdroß legen, wie dem I{effn und ging weiter. Da trat der Teulel zu ihm und spradr:
(ir? l.lr r)rrß nodr schaffen, du kannst diü aber heimpad{efl.' ,,Was sudlst du? Willst du mich zum Paten deines Kindes nehmen, so
"Vater, will i& ihm Cold die Hülle und Fü1le und a1le Lust der Welt dazu
l(lr I'lr ,lrln crstenmal hier in dem Wa1d, idr weiß defl Weg riidrt a1lein,
"Wer bist do?' ,,Idl bin der Teu{el.' ,So
geben." Der ManD fragle:
[, ])l (liflr oriL mir." Weil si*r der Zorn gelegt hatte, so 1ieß der Vater
slrlr (rrrlllü bcrcden und ging mit ihm heim. Da spradr er zum Sohn: begehr' idr didr nidxt ztln1 Gevatier', spradr der Mann, ,du betrüsst
..(I,lr rrrrrl vur'kouf die versdrändete Axt und sieh zü, was du dafür und verführst die Mensdren." Er ging weiter, da kam der dürrbeinige
LrI |!li Lills iibri(e mun idr verdienen, um sie dem Nadlbar zü bezah- Tod auI ihn zügesdldtten und spradr: ,,Nimm midr zu Gevatter."
lr.rr " lr, r SLrlrn oohm die Axt und trug sie in die Stadt zu einem Cold- L)er Mann flagte: ,,Wer bisi du?' ,,Icl bin der Tod, der alle gleid-l-
t)r,rl,,l. tl, r I'robicrte sie, legte sie asf die Waage und spradr: ist madrt.' Da spradr der Mann: "Do bist der redrte, der holt den Reidren
vlr.rlrrr,.rl lrLl(,r wcrt, soviel habe id) nidrt bär." Der Sd1üler "Sie spradt: wie den Armen ohne Untersahied, du soilst mein GevattersmBnn sein.'
,.(;.1,1 r)rlr. wrs llll habl, das übrige will idr Eüdr borgen." Der Gold-
Der Tod aniwortete: "Id1 will dein Kind leich ond berühmt madren,
srlrrrl,rl lrrlr il,rr (lrcihundert Taler und blieb einhllndert sd1u1dig. deno'xer midr zum Preunde hat, dem kann's nicht fehlen." Det Mann
l)rrrrrrri r: rft (ll,r SLlr{ilcr hcim und spradr: id1 habe Geld, geht spradr: ,,Künltigen Sonntag ist die Taufe, da ste1le didl zo rl:d'rter Zeit
"Vater, eiD.' Der Tod ersd,ien, wie er versprodren hatte, t1n.i stand ganz
rrrl l,1r(1, wrs ii.r' Nldrbar für die Axt haben wi11." ,Das weiß iah
sclror r ", rrr rl rv0rtr lc r]l r' Allc,,einen Taler sed)s Grosdren." ihm ordentlidr Gevattsr.
"So eebt
zw.l lllr.r zwirll (lr)sdrcn, das ist das Doppelte und ist genug; seht Als der Knabe zu Jahren gekommen war, trat zu eioer Zeit dcr Pile
IJrr, iclr lrrrl,r' ( i ltl lnr llb.rllLrß", und gab dem Yatff einhundert Taler ein und hieß ihll mitgehen. Ei fühfte ihn hinaus iD den Wald, zeigie
un(l st)rr.lr .,1ls sLrll llLrLlr nicmals fehlen, lebt nadr Eorer Beqsemlidl- ihm ein Kraut, das da wudrs, und sprach: ,,Jetzt sollst dtl dein paicn-
k(11." ,,Mcir O,)11". st)rrrlr du ltc, ,,wie bist du ztl dem Rei&tum gesd)enk empfangen. Idr madle did'r zu einem berühmtcn Arzl. Wcnn
{ckonrn(r)?" I)ll ,,rriilrllr' r'r ilr,D, wie al1es zugegangen wäre ünd wie er du zu einem Kranken gerufen wirst, so will id) dir jedesmal ersdrcincn.

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