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Christian Schöpke

Arbeit mit
„anspruchsvollen“ Eltern

U2wo GmbH
Sitz: Leipzig
Rechtsform: Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Registergericht: Amtsgericht Stendal, HR-Nummer: HRB 21658
Wichtige Gesetze
Gesetze aus/für/in Ihrem Arbeitsumfeld

Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht (§ 171 StGB)

Wer seine Fürsorge- oder Erziehungspflicht gegenüber einer Person unter sechzehn
Jahren gröblich verletzt und dadurch den Schutzbefohlenen in die Gefahr bringt, in
seiner körperlichen oder psychischen Entwicklung erheblich geschädigt zu werden,
einen kriminellen Lebenswandel zu führen oder der Prostitution nachzugehen, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Sexueller Missbrauch von Kindern (§ 176 StGB)


(1) Wer sexuelle Handlungen an einer Person unter vierzehn Jahren (Kind) vornimmt
oder an sich von dem Kind vornehmen läßt, wird mit Freiheitsstrafe von sechs Monaten
bis zu zehn Jahren bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer ein Kind dazu bestimmt, daß es sexuelle Handlungen an
einem Dritten vornimmt oder von einem Dritten an sich vornehmen läßt.

(3) In besonders schweren Fällen ist auf Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr zu
erkennen.

(4) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer

1. sexuelle Handlungen vor einem Kind vornimmt,


ein Kind dazu bestimmt, dass es sexuelle Handlungen vornimmt, soweit die Tat
2.
nicht nach Absatz 1 oder Absatz 2 mit Strafe bedroht ist,
auf ein Kind mittels Schriften (§ 11 Absatz 3) oder mittels Informations- oder
3.
Kommunikationstechnologie einwirkt, um
das Kind zu sexuellen Handlungen zu bringen, die es an oder vor dem Täter
a) oder einer dritten Person vornehmen oder von dem Täter oder einer dritten
Person an sich vornehmen lassen soll, oder
um eine Tat nach § 184b Absatz 1 Nummer 3 oder nach § 184b Absatz 3 zu
b)
begehen, oder
auf ein Kind durch Vorzeigen pornographischer Abbildungen oder Darstellungen,
durch Abspielen von Tonträgern pornographischen Inhalts, durch
4.
Zugänglichmachen pornographischer Inhalte mittels Informations- und
Kommunikationstechnologie oder durch entsprechende Reden einwirkt.

(5) Mit Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren wird bestraft, wer ein Kind
für eine Tat nach den Absätzen 1 bis 4 anbietet oder nachzuweisen verspricht oder
wer sich mit einem anderen zu einer solchen Tat verabredet.

(6) Der Versuch ist strafbar; dies gilt nicht für Taten nach Absatz 4 Nr. 3 und 4 und
Absatz 5.

Beleidigung (§ 185 StGB)

Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und,
wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu
zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Üble Nachrede (§186 StGB)

Wer in Beziehung auf einen anderen eine Tatsache behauptet oder verbreitet, welche
denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen
geeignet ist, wird, wenn nicht diese Tatsache erweislich wahr ist, mit Freiheitsstrafe
bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich oder durch
Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei
Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Verleumdung (§ 187 StGB)

Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache
behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der
öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat
öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3)
begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Körperverletzung (§ 223 StGB)

(1) Wer eine andere Person körperlich mißhandelt oder an der Gesundheit schädigt,
wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Der Versuch ist strafbar.

Fahrlässige Körperverletzung (§ 229 StGB)


Wer durch Fahrlässigkeit die Körperverletzung einer anderen Person verursacht, wird
mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

Sachbeschädigung (§ 303 StGB)

(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit
Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache
nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.

(3) Der Versuch ist strafbar.


Konfliktbewältigung
Die vier Konfliktphasen

Diskussion – Am Anfang steht die Sachfrage

Überlagerung – Sachfrage rückt in den Hintergrund und wird überlagert von Werte-,
Beziehungs- und Personenfragen => Emotionen überwiegen

Eskalation – Klare Kommunikationsstörung; Attacke; Hohes Maaß an Energie wird


aufgebracht; Verlassen der Sachlogik-Ebene; Verlust der rationalen Kontrolle;
selektive Wahrnehmung; jede Seite sieht sein Handeln legitimiert

Verhärtung – Bildung eines „Gleichgewichts“; Konflikt wird chronisch; Beteiligte


leugnen u.U. den Konflikt; man hat sich mit dem Konflikt „eingerichtet“

Wege der Konfliktbearbeitung

Konfliktmapping – Visualisierung der Konfliktkonstellation; Darstellung der


Konfliktkonstellation, des Charakters und der Intensität

Konfliktkurve – Darstellung der „Wegpunkte“ zum Abgleich der subjektiven


Sichtweisen der handelnden Akteure als Vorbereitung der Diskussion einer
gemeinsamen Wahrnehmung
Gesprächsführung als hilfreiche
Kommunikation
Eine zentrale Aussage des Modells der kooperativen Gesprächführung lautet, dass
Erzieher und Eltern gemeinsam an der Problemlösung arbeiten und dafür
Verantwortung tragen.
Kooperative Problemlösung lebt vom Austausch der Sichtweisen, dem Zuhören und
dem Bemühen um gegenseitiges Verstehen und der Entwicklung einer für beide
Parteien befriedigenden Lösung.
Bei der Entwicklung dieser Problemlösungskultur machen Eltern und Kinder wichtige
Lernerfahrungen, so z. B. dass sie als Kooperationspartner ernst genommen werden
und sie selbst zur Problemlösung beitragen. Solche Erfahrungen stärken das Gefühl
der individuellen Selbstwirksamkeit und sind wichtige Grundlagen der
Konfliktlösungskompetenz (Poelchau, 2006).
Versteht man Konfliktlösung in dieser Weise als kooperativ geführtes
Kommunikationsgeschehen, so erhält die Art der vom Erzieher initiierten und
praktizierten Gesprächsführung einen besonderen Stellenwert für den Prozess,
Verlauf und das Ergebnis der Konfliktbearbeitung.

Gesprächsführung als komplexer Kommunikationsprozess zwischen Erziehern und


Eltern wird durch verschiedene Bedingungen beeinflusst: innere Überzeugungen und
Einstellungen, die Art der Beziehung und sicher auch das Wissen des Erziehers um
Bedingungszusammenhänge und Veränderungsmöglichkeiten bei Fehlentwicklungen
der Kinder.

Von besonderer Bedeutung sind sicherlich die im Gespräch benutzten verbalen und
nonverbalen Strategien. In Bezug darauf ist zu erwarten, dass die Gesprächsführung
dann als effektiv und lösungswirksam gelten kann, wenn es dem Erzieher gelingt, zwei
nicht immer leicht zu vereinbarende Aufgaben auszubalancieren: die Eltern einfühlend
zu verstehen und gleichzeitig das Gespräch aktiv zu leiten. Die damit angesprochenen
Gesprächsstrategien lassen sich nach Redlich (1987) wie folgt zusammenfassend
darstellen:
Die Kunst der Gesprächsführung besteht nun darin, vor dem Hintergrund des
fraglichen Problems die Gesprächsstrategien so einzusetzen, dass eine Annäherung
an die angestrebte Problemlösung möglich wird. Natürlich kann es dabei keine festen
Regeln oder Vorschriften geben. Auswahl und Einsatz der Gesprächsstrategien
unterliegen in erster Linie der Sensibilität des Erziehers für das Problem, seinen
Erfahrungen im Umgang mit schwierigem Verhalten. So kann es sein, dass in der
Gesprächsführung abwechselnd einzelne Strategien zum Zuge kommen oder in
bestimmten Phasen vorwiegend Strategien des Verstehens, in anderen die Strategien
des Leitens verstärkt eingesetzt werden.
Gesprächsführung

Zuhören, Wenn der Gesprächspartner verständlich spricht und Sie ihm folgen
Aufmerksamkeit können, sollten Sie vorwiegend zuhören und ihn mit gezielten Fragen
schenken zum Weitersprechen ermutigen. Halten Sie den Blickkontakt,
signalisieren Sie mit zustimmenden Gesten und Mimik Ihr Interesse.

Fragen stellen Wenn die Äußerungen des Gesprächspartners missverständlich sind,


sollten Sie durch offene Fragen zur Präzisierung von Sachverhalten,
Gedanken und Gefühlen beitragen. Fragen sollen komplexe
Sachverhalte vereinfachen.
Gedanken
wiedergeben Zur Klärung von Vorstellungen und Gedanken tragen Sie bei, indem Sie
die Äußerungen des Gesprächspartners mit eigenen Worten, aber
möglichst unverfälscht, wiederholen. Dadurch vergewissern Sie sich,
ob Sie den Gesprächspartner richtig verstanden haben.
Gefühle
wiedergeben Soweit Gefühle das Denken und Handeln des Gesprächspartners
bezüglich des Gesprächsthemas berühren, können Sie durch Ihre
Verbalisierung zur Klärung beitragen.
Sie vergewissern sich durch diese Gesprächsform, ob Ihre
Wahrnehmung stimmt, ob Ihr „Gefühls-Ohr“ die Botschaft des
Gesprächspartners richtig übersetzt hat.
Strukturieren
Planen Sie eine klare Struktur des Gesprächsverlaufs, unterbreiten Sie
diese als Vorschlag in der Eröffnungsphase des Gesprächs Ihrem
Gesprächspartner.
Um kooperativ zu sein muss die Vorgehensweise für die
Gesprächspartner transparent sein. Um zu gemeinsamen Absprachen
zu kommen, können Sie am Ende eines jeden Handlungsschrittes die
Ergebnisse des letzten Abschnittes zusammenfassen und weitere
Vorgehensweisen anbieten. Tipp: Immer wieder kleine Minikontrakte
Lösungswege mit dem Gesprächspartner schließen, d.h., Übereinkunft erzielen über
erarbeiten die unmittelbar nächsten Schritte.

Nützlich ist es, immer wieder den Fokus vom Problem auf die Lösungen
zu lenken und aktiv anzuregen, dass Lösungswege erarbeitet werden.
Aus Ihrem Erfahrungsschatz können Sie bewährte Methoden
Stellung vorschlagen, aus denen sich der Gesprächspartner dann passende
nehmen auswählen kann oder an denen er eigene entwickeln kann.

Auch Sie haben im Zusammenhang mit dem Gesprächsthema eigene


Vorstellungen, Gedanken und Gefühle. Sie sollten in der Lage sein,
diese in angemessener Form zu äußern und damit zur Problemlösung
beizutragen. Diese Komponente darf aber nicht verwechselt werden mit
Beziehung Rechtfertigung oder Überreden wollen.
klären
Sie thematisieren offen die Beziehung zum Gesprächspartner, wenn
hier Unklarheiten und Missverständnisse auftreten. Machen Sie
deutlich, dass unterschiedliche Sichtweisen normal sind, dass es in
diesem sensiblen Gebiet immer wieder zu Grenzüberschreitungen und
Grenzverletzungen kommen kann. Dass Sie aber gewillt sind, die
Auseinandersetzung fair und in gegenseitigem Respekt zu führen.
Allgemeine Prinzipien der Gesprächsführung

o Vermeiden Sie jede Form abwertenden verbalen oder nonverbalen Verhaltens,


z.B. Vorwürfe, Belehrungen, ironische Bemerkungen.

o Handlungsvorschriften, mögliche Lösungen müssen abgesprochen sein und


sollten niemals übergestülpt werden.

o Versuchen Sie, sich in die jeweilige Perspektive des Jugendlichen einzufühlen,


allerdings ohne damit gleichzeitig dessen Problemsicht zu übernehmen.

o Sprechen Sie Wahrnehmungen, vermutete Gefühle und Gedanken an und


benennen Sie diese konkret.

o Anteile der Personen beim Zustandekommen des Problems sollten ohne


Vorwurf benannt werden.

o Reagieren Sie möglichst gelassen, zugewandt.

Veränderungsziele bei aggressiven, dissozialen Fehlentwicklungen

Die Wahrscheinlichkeit des Auftretens aggressiver Verhaltensweisen wird geringer,


wenn der Betreffende lernt:

• Handlungen besser zu kontrollieren und durch Selbstinstruktion zu steuern


bzw. zu unterbrechen;

• sich eigener momentaner Gefühle bei sich bewusst zu werden und


sprachlich auch benennen zu können;

• Einsicht in die Entstehung und Entwicklung des problematischen Verhaltens


aufzubauen;

• Regelverletzungen genau zu beschreiben;

• Auslöser zu identifizieren, die das „Hineinrutschen“ in das Problemverhalten


bestimmen;

• sich mit aggressiven Beziehungserfahrungen aus der eigenen


Lerngeschichte auseinander zu setzen;

• innere Überlegungen, eingeschliffene Denkmuster infrage zu stellen.


Gestik und Mimik: Das kleine ABC der Handgesten

Finger an die Nase legen Ein Zeichen der Konzentration oder für Bedenken
Getrommel mit den Fingern Bedeutet Ungeduld oder Nervosität, möglich ist auch
Provokation
Gefaltete Hände Zeigen deutliche Überlegenheit
Hand vor den Mund halten Gesagtes soll zurückgenommen werden,
Unsicherheit in der Sache
Händereiben Suggeriert Selbstzufriedenheit, wirkt nicht immer
sympathisch
Hände über den Kopf legen Bei Zurücklehnen zeigt die Geste grenzenlose
Souveränität
Herumspielen mit Fingern Lässt auf Desinteresse, Unkonzentriertheit oder
Nervosität schließen
Kopf auf die Hände stützen Steht für Nachdenklichkeit, Erschöpfung oder
Langeweile
Kratzen am Kopf Ein Zeichen von Ratlosigkeit oder Unsicherheit
Reiben des Kinns Steht für Nachdenklichkeit und Zufriedenheit
Verschränkte Arme Bei Männern: Ablehnung und Verschlossenheit, Bei
Frauen: Unsicherheit oder Ängstlichkeit
Zum Spitzdach geformte Hände Signalisieren Überheblichkeit, gleichzeitig
Abwehr gegen Einwände

Grundsätzlich werden zweierlei Handpositionen positiv vom Gegenüber


aufgenommen. Zum einen sollten sich die Hände immer offen und sichtbar vor oder
neben dem Körper befinden. Die Hand in der Hosentasche wird als negativ empfunden.
Wichtig ist auch in welcher Höhe Sie die Hände halten und bewegen. Alle Gesten
unterhalb der Taille können provokant wirken, oberhalb der Taille werden sie indes
positiv wahrgenommen.
Der Händedruck ist häufig der erste Körperkontakt zwischen zwei Menschen. Er
vermittelt einen „handfesten“ Eindruck, verstärkt oder vermindert die Sympathie, die
dem Gegenüber entgegengebracht wird. Ein übertrieben kräftiger Händeschlag ist
zwar meist als Zeichen von Dynamik und Entschlossenheit gemeint, vermittelt auch
leicht den Eindruck von Rücksichtslosigkeit, Konkurrenz oder Angeberei. Zu lasch oder
gar feucht vermittelt er deutliche Unsicherheit oder gar Angst. Ideal ist ein fester, aber
nicht übertriebener Händedruck, verbunden mit einem geraden Blick in die Augen.
Körpersprache

Die 10 Gesetze der Körpersprache

1. Benutzen Sie nicht beide Hände für dieselbe Gestik.


2. Verstecken Sie Hände nicht in Hosen- oder Jackentaschen.
3. Verschränken Sie Ihre Hände nicht hinter dem Körper.
4. Falten Sie Ihre Hände nicht vor dem Körper.
5. Halten Sie Ihre Hände oberhalb der Gürtellinie.
6. Legen Sie die Hände locker zusammen.
7. Lassen Sie Ihre Hände mitreden und mitarbeiten.
8. Vermeiden Sie wildes Gestikulieren.
Blicksignale sind oft eindeutig und leicht zu deuten:

● Senkt der andere den Blick oder reagiert gar nicht auf Ihr Blickangebot, besteht von
seiner Seite (zumindest im Moment) kein Interesse.
● Ein stetig oder häufig zu Boden gesenkter Blick, hin und her flirrende, suchende
Augen, zusammen- beziehungsweise hochgezogenen Augenbrauen oder
demonstratives Wegsehen sind Zeichen für Unsicherheit, Ignoranz oder sogar
Provokation.
● Ein schräger Blick signalisiert zumeist abschätzende Zurückhaltung und wird häufig
bewusst eingesetzt.
● Häufiges Blinzeln steht für Unsicherheit.
● Das kurze Heben der Augenbrauen beim Anblick einer Person signalisiert Freude
über einen Kontakt oder auch das Erkennen eines sympathisch empfundenen
Menschen.
● Heben sich die Brauen nicht, kann das ein Zeichen sein, dass derjenige sein
Gegenüber als (noch) neutral oder unsympathisch empfindet.
Während eines Gesprächs den Blick zu halten (ohne zu starren), ist eine
unterschwellige Einladung an den anderen, das Gespräch fortzusetzen. Hält dieser
den Blickkontakt ebenfalls aufrecht, weiß er die Einladung zu schätzen und nimmt sie
dankend an. Während des Gesprächs in einer Gruppe empfiehlt es sich, den Blick
wandern zu lassen, um jeden Beteiligten in das Gespräch einzubeziehen.

Gestik und Mimik, Der Mund – Lächelnd gewinnen


Das Lächeln ist die Königsdisziplin um Sympathien zu gewinnen. En natürliches,
aufgeschlossenes Lächeln ist der perfekte Türöffner. Genau deswegen empfiehlt es
sich jedoch, vorher zu überlegen, wem die Tür geöffnet wird. Denn ist derjenige erst
einmal eingetreten, wird es sehr schwierig, ihn taktvoll wieder
hinauszukomplimentieren, sprich: den Kontakt wieder zu beenden. Ein kurzer Blick in
die Augen des Gegenübers verschafft die nötige Zeit zu entscheiden, ob man mit ihm
in Kontakt treten möchte. Das anschließende Lächeln kann er dann als Einladung
verstehen, die Konkret nur ihm gilt. Generell ist auch beim Lächeln auf die Wie und
Wann zu achten:
● Ein stereotypes Dauerlächeln wirkt künstlich, irritierend und selbstgefällig.
● Ein übertriebenes Lächeln, das alle Zähne zeigt, das sogenannte „Piranha-Lächeln“,
kann sowohl als Zeichen mühsamer Selbstbeherrschung gewertet werden als auch
den Eindruck von Beliebigkeit und Oberflächlichkeit vermitteln. Begleitet wird es
dann zumeist mit einem ebenso aufgesetzten Wortschwall: „Ach, meine Liebe,
schön, dass Sie auch da sind! Aaach, da ist ja auch…“
● Ein gequältes, kaum sichtbares Lächeln kann bemüht, ironisch, schadenfroh,
überheblich oder unsicher wirken.
● Wird nur ein Mundwinkel angehoben, signalisiert die Mimik Zynismus oder Arroganz
und ein Überlegenheitsgefühl.
● Der überwiegend geöffnete Mund gilt als ausgesprochen unhöflich und bezeugt
einen ausgeprägten Mangel an Selbstkontrolle. Er signalisiert auch unverhohlene
Neugier.
● Ständig zusammengepresste Lippen in Kombination mit nach unten gezogenen
Mundwinkeln suggerieren Unzufriedenheit bis hin zur Verbitterung oder den
Wunsch nach Distanz.
Die Steigerungsform des Lächelns ist das Lachen. Zeigen Sie es nur, wenn Sie
tatsächlich höchst amüsiert sind oder sich wirklich sehr freuen. Das „echte“ Lachen ist
von hochgezogenen Wangen und Fältchen um die Augen begleitet, daher rührt der
Ausdruck: „Er lacht über das ganze Gesicht“. Beim aufgesetzten Lachen bewegt sich
nämlich nur der Mund; der Rest des Gesichtes verändert sich dagegen nicht. Dies wird
vom Gesprächspartner bewusst oder unbewusst wahrgenommen und negativ beurteilt.
Vorsicht auch bei häufig gehobenen Mundwinkeln, diese Vorstufe des Lächelns
signalisiert zunächst Aktivität, auf Dauer aber auch Abwehr.