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Fallanalyse: 17.

Juni 1953
(wird auch als Volksaufstand oder Arbeiteraufstand bezeichnet)

Ursachen:
 finden sich in den Beschlüssen der II. Parteikonferenz der SED vom 9.-12.7.1952 wieder
 SED Chef Walther Ulbricht verkündet, den „Aufbau des Sozialismus“ in der DDR zu beginnen
 bedeutet  stalinistische Umgestaltung von Industrie und Gesellschaft
 der wirtschaftliche Aufbau war schwierig, da die größten Ausgaben in Reparationen, Aufrüstung und
Besatzung flossen
 Treibstoff- Lebensmittel und Konsumgüter waren knapp
 die Normen wurden erhöht, um mehr zu produzieren – bedeutete härtere, schnellere und längere
Arbeit für gleichen Lohn
 die Partei hoffte damit mehr zu produzieren
 Unzufriedenheit in der Bevölkerung kam auf – Opposition wurde nicht zugelassen
 durch diese Maßnahmen entfremdeten sich die Arbeiter immer weiter von der SED
 es gab viele Zwangskollektivierungen, Enteignungen und die Bodenreform
 Privatfirmen wurden unter Druck gesetzt, sich zu verstaatlichen – die sich weigerten, bekamen
Geld- und Freiheitsstrafen auferlegt
 der Kampf gegen den „Klassenfeind“ spitze sich zu – alle möglichen Gegner sollten gefunden und
verhaftet werden
 513.000 Menschen verließen die DDR, um der Unterdrückung zu entkommen und im Westen neu
zu beginnen

Anlass und Ziele:


 Berliner Bauarbeiter streikten gegen das Heraufsetzen der Arbeitsnormen
 für freie Wahlen, Wiedervereinigung, Ablösung Ulbrichts und Freiheit für die Freilassung der
politischen Gefangenen
 das Herabsetzen der Arbeitsnormen
 bessere Arbeits- und Lebensbedingungen
 für Freiheit, Recht und Demokratie
 der Streik weitete sich schnell zum spontanen Volksaufstand in der ganzen DDR aus

Verlauf:
 fast 1 Millionen Menschen aus allen Gesellschaftsschichten in mehr als 700 Groß- und Kleinstädten
legten die Arbeit nieder und schlossen sich dem Streik an
 es wurde durch die Sowjetunion der Ausnahmezustand verhängt und das Kriegsrecht verkündet
 sowjetische Panzer fuhren auf
 Volkspolizei schlug die Streikenden blutig nieder
 der Aufstand wurde erstickt, bevor es zu einer Demokratiebewegung wurde

Ergebnis:
 ohne das Eingreifen der Sowjetunion wäre das Regime unter Ulbricht zusammengebrochen
 bis zum Ende der DDR bleibt der Tag als Trauma der DDR Machthaber
 der Deutsche Bundestag erklärt am 3.Juli 1953 den 17.Juni zum „Tag der deutschen Einheit“
 dieser bleibt bis 1990 gesetzlicher Feiertag in der Bundesrepublik

Folgen:
 beim Aufstand 50 Tode und 15.000 Festnahmen – davon 1.526 Angeklagte verurteilt
 die Unruhen wurden dem Westen als „faschistischer Putschversuch“ zugeschrieben
 die DDR etabliert sich als sozialistischer Einparteienstaat
 verstärkte Flüchtlingswellen wurden mit dem Bau der Mauer am 13. August 1961 beendet
Quellenverzeichnis:
https://www.hdg.de/lemo/kapitel/geteiltes-deutschland-gruenderjahre/weg-nach-osten/17-juni-1953-volksaufstand.html
https://17juni1953live.wordpress.com/der-volksaufstand-des-17-juni-1953-in-der-ddr/
https://www.geschichte-abitur.de/lexikon/uebersicht-deutsche-teilung/volksaufstand-am-17-juni-1953
https://www.lpb-bw.de/17-juni
https://de.wikipedia.org/wiki/Aufstand_vom_17._Juni_1953