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l,nnovative Technologien für Ressourceneffizi enz

Forschung zur Bereitstellung


wirtschaftsstrateg ischer Rohstoffe (r-)

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Forschung zur Bereiislellung
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Selten-Erden-Meta lu rg ie - Fortgeschritte ne Methoden fü r die o pti m ierte
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Gewinnung und Aufbereitung am Beispiel von lonenadsorptionstonen

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Wirtschaftlich und ökologisch


lnhalt des SEM,-Projekts ist es, Lagerstäften der Selte-
nen Erden (SEE) in chemisch verwitterten Lateritböden mit
optimierten Extraktions- und Aulbereitungsverfahren ele-
mentselektiv, kostengilnstig und nachhaltig zu erschlie-
ßen. Diese SEE-reichen Laterite bestehen hauptsächlich
aus dem Tonmineral Kaolinit und weiteren Schichtsilikaten,
an welche adsorptiv vor allem Lanthan (La), Cer (Ce), Pra-
seodym (Pr), Neodym (Nd), Samarium (Sm), Terbium (Tb),
Dysprosium (Dy) und Yttrium (Y)gebunden sind,

Das vorgeschlagene Verfahren zielt darauf ab, die Wertstoffe Abb. 1: Nachweis der Risserzeugung durch pneumatisch€s Fracturing
mittels Computertomografie, Quelle: GUB Lauta; GE Sensing
ohne Entnahme der Bodenschichten zu laugen, um die ne- und lnspection Technologies Wunstorf
gativen Einfliisse auf das Ökosystem signifikant zu reduzie-
ren und auf die Anlage von großflächigen Schlammbecken Bei den chemischen Methoden konnten die besten Laugungs-
(Tailings) zu veaichten. ergebnisse mit Ammoniumsulfat-Lösungen sowie anschlie-
ßender Fällung mit Oxalsäure ezielt und eine fast komplefte
Ergebnisse Ausfällung eneicht werden.
Die favorisierte bergmännische Lösung basiert einerseits
auf der bekannten und bewährten ln-Situ-Recovery/ln-Situ- Die in diesem Projekt zur Biolaugung untersuchten Lau-
Leaching (ISFUISL)-Technologie ftir tiefe Lagerstätten und an- gungsreagenzien, Polyglutaminsäure (PGA) und Zitroneri-
dere rseits d er gesteuerte n Ho rizonüalbohrtech n ik f ür oberflä- säure, können in Suspensionsansätzen 75 bis 100 %bzw. ZS
chennahe grabenlose Bauweise. bis 50 % der adsorbierten SEE freisetzen. Auffällig ist, dass
Cer bei keinem der gewählten VersuchsansäEe erfolgrelch
Die Lagerstätte soll durch ein untertägiges fächerförmiges gelaugt werden konnte (Abb. 2).
Bohrnetz erschlossen werden. Durch pneumatisches Frac-
turing mit komprimiertem, inerten Stickstoff in die Late- Als weitere Abtrennungs-Variante für Seltene Erden aus
rit-Abfolgen soll der Laugungsprozess in den porösen aber den Leachinglösungen wurden lonenaustauscher ver-
gering-permeablen Tonschichten des Bodens zeiflich und lö- wendet. Als beste lonenaustauscheryariante mit Lea-
sungstechnisch infolge der Auflockeruhg verbessert werden. chinglösung auf der Basis von 0,25 m Ammoniumsulfat-
Nach dem Laugungsprozess wird die Suspension in einem Lösung enries sich derkommerzielle lonenaustauscherLewatit
Basisbohrlochsystem erfasst und danach über Tage gepumpt MonoPlus S-108.
und in Bioreaktoren weiter verarbeitel.
lonenaustauscher sind bei der Abtrennung der Seltenen Er-
An Proben aus der Lateritlagerstätte im Nordwesten von Ma- den aus den Leachinglösungen ein großer Kostenfaktor.
dagaskar erfolgten die Laboruntersuchungen. Als Alternativen sind deshalb Biosorbenzien auf der Basis
nachwachsender Rohstoffe untersucht worden. Bei allen Ver-
Mittels einer neu konstruierten Triaxialanlage wurden dazu suchen erwiesen sich die Biosorbenzien auf der Basis von
Druck- und Pulsabfolgen filr eine optimale Riss- bzw. Fissu- Wasserlirisen als eine preiswerte Variante mit guter Sorp-
renbildung ermittelt (Abb. 1). tionskapazittlt (Abb. 3).

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Gewinnung und Aufbereitung von Primärrohstoffen I SEM, *.,; ,
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Abb. 2: Ausbeuten an Sellenen Erden durch die Laugung mit Polyglutaminsäure bei 22"G, Quelle: Holmholtz-lnstitut Freiberg für Ressourcentechnologie

Weitere Untersuchungen erfolgten zur Etablierung eines UnterAnwendunggeochemischerundverfahrenschemischer


auf spezialisierten Hefekulturen basierenden Biosorp- Software (aquaC, TRN) konnten erfolgreich die Prozess-
tionsverfahrens. lm Projektverlauf zeigte sich, dass Hefe- schritte der Extraktion aus Tonmaterialien sowie derAufkon-
zellkulturen für spezifische SEE-Trennverfahren eher nicht zentrierung bzw. Abtrennung der Seltenen Erden aus den
geeignet sind, da es an den Zellen zu unspezifischen Laugungslösungensimuliertwerden.
Sorbierte M enge in Abhängigkeit von der Verwdlzeit
!o.0 Ausblick
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Die im Labormaßstab entwickelten und ex-
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perimentell verifizierten Modelle sollen als
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2h Konkretisierung und Validierung der einzel-
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t a21h nen Verfahrensschritte bei der Gewinnung
$ *.0 rri reg von Seltenen Erden dienen, um die wirt-
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schaftliche und ökologische Bewertung des
Gesamtprozesses weiter zu qualifizieren.

Abb. 3: Einfluss der Verweilzeit auf die Sorptionskapazität am Beispiel für immobilisierto
Wasserlinsen, Quelle: GMBU Halle

Interaktionen mit anderen Metallen kommen känn. Die lm-


mobilisierung der Proteine konnte jedoch über genetisch Kontakt
modifizierte Versionen der Bindepeptide generiert und G,U.B. lngenieurAG
deren Fähigkeit nachgewiesen werden, Terbium zu binden. Katharinenstr. 11

08056 Zwickau
Eine Erweiterung der thermodynamischen Datenbasis er- Dr. Wilfried Hills I Tel. +49 375 27175-0
folgte für die untersuchten Seltenen Erden Eu(lll), Tb(lll), E-Mail: info@gub-ing.de
Cm(lll) und Lu(lll). Mittels Sensitivitätsanalysen konnten Projektlaufzeit 01 .06.201 5 - 31 .05.201 I
kritische Parameter identifiziert werden, die zur Parameterop- Weitere Kontaktdaten und Partner: Seite 1 16
timierun g sowie zu r Verfahrensbewertun g bezüglich Etfizienz,
Nachhaltigkeit und Ökologie erforderlich sind.

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Kontaktdaten der Verbundpartner

SE.FLECX sElvlz SEMIAREG

Projektkoordinator Projektkoordinator Projektkoordinator


Helmholtz-Zentrum Dresden- G.U.B. lngenieurAG Technische Universität Clausthal
Rossendorf Katharinenstr. 11 lnstitut für Aufbereitung, Deponie-
Helmholtz-l nstitut Freiberg 08056 Zwickau technik und Geomechanik
für Ressourcentechnologie Dr. Wilfried Hüls lTel. +49 375 27175-0 Walther-Nernst-Str. 9
Abteilung Metallurgie und Recycling E-Mail: info@gub-ing.de 38678 ClausthalZellerfeld
Chemnitzer Straße 40 Tobias Elwert
09599 Freiberg Verbundpartner Tel. +49 5323722038
Prof. Dr. Christiane Scharf Gesellschaft zur Förderung von tobias.elwert@tuclausthal.de
Tel. +49 351 260 5529 Medizin-, Bio- und Umwelt-
c.scharf@hzdr.de Technologien e.V. Verbundpartner
Erich-Neuß-Weg 5 Electrocycling GmbH
Verbundpartner 06120 Halle (Saale) Landstraße 91
BASF SE Dipl. Chem. Meinolf Stützer 38644 Goslar
Carl-Bosch-Str. 38 Tel. +49 34577796-43 Guido Sellin
67063 Ludwigshafen am Rhein stuetzer@gmbu.de Tel. +49 5321 336744
Dr. Martin Merger guido. sellin@electrocycling.de
Tel. +49 621 60-44685 Helmholtz-lnstitut Freiberg für Ressour-
martin. merger@basf .com centechnologie PPM Pure Metals GmbH
Chemni2er Str. 40 Hoppenstedter Str. 6
CMI UVK GmbH 09599 Freiberg 38835 Osterwieck
Robert-Bosch-Str. 12 Dr. Sabine Kutschke Dr. Ulrich Kammer
56410 Montabaur Tel. +49 351 260-2151 Tel. +49 5326 507-350
Dipl.-lng. Egon Sehner s.kutschke@hzdr.de ul rich. kammer@recylex.de
Tel. +49 151 551449-84
egon.seh ner@cmigroupe.com Helmholtz-Zentrum Dresden -
Rossendorf
Technische Universität Bergakademie Bau2ner Landstr. 400
Freiberg 01328 Dresden
Akademiestr.6 Dr. Vinzens Brendler
09599 Freiberg Tel. +49 351 260-2430
Dr. Peter Fröhlich v.brendler@fzd.de
Tel. +49 3731 39-3663
peter.froehlich@chemie.tu-freiberg.de Leibniz-l nstitut für Pflanzengenetik
und Kulturpflanzenforschung (lPK)
Universität Leipzig Corrensstr. 3
Ritterstr.26 06466 Gatersleben
04109 Leipzig Prof. Dr. Gotthard Kunze
Prof. Dr. Berthold Kersting Tel. +49 39482 5-247
Tel. +49 341 9736143 kunzeg@ipk-gatersleben.de
b.kersting@uni-leipzig.de

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