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Entwicklung des südkoreanischen Ruderleistungssports

Ein internationaler Vergleich aus steuerungstheoretischer Sicht

Dissertation zur Erlangung des


akademischen Grades eines Doktors der Sozialwissenschaften (Dr. rer. soc.)

vorgelegt von:

Sunglyul Park

an der

Geisteswissenschaftliche Sektion

Fachbereich: Geschichte & Soziologie

Konstanz, 23.11.2012

Konstanzer Online-Publikations-System (KOPS)


URL: http://nbn-resolving.de/urn:nbn:de:bsz:352-213165
Erster Gutachter: Prof. Dr. Alexander Woll

Zweiter Gutachter: Prof. Dr. Hartmut Riehle

Tag der mündlichen Prüfung: 18. Dezember 2012


Hierdurch versichere ich an Eides statt: Ich habe diese Dissertationsarbeit
selbstständig und nur unter Benutzung der angegebenen Quellen angefertigt;
sie hat noch keiner anderen Stelle zur Prüfung vorgelegen. Wörtlich
übernommene Textstellen, auch Einzelsätze oder Teile davon, sind als Zitate
kenntlich gemacht worden.

Konstanz, 23. November 2012 _____________________


Sunglyul Park
Danksagung

Ein Gefühl der tiefen Dankbarkeit verbindet mich mit all denen, die mich auf
dem langen Weg dieser Arbeit begleitet, unterstützt und gefördert haben.

Mein erster Dank gilt Prof. Dr. Alexander Woll, der mich während meiner
gesamten Promotionszeit in Deutschland unterstützt und gefördert sowie diese
Arbeit angeregt und als Doktorvater begleitet hat.

Ein großes Dankeschön geht auch an Prof. Dr. Dongsoub Oh an der


Kyungpook Nationalen Universität, der als erster Doktorvater mich dazu
befähigt hat, weiter studieren zu können.

Nicht genug danken kann ich dem Koreanischen Ministerium für Kultur, Sport
und Tourismus und NEST sowie dem Vorsitzender TongGu Chung in NEST,
ohne deren Motivation und Unterstützung ich heute noch am Steg liegen würde,
anstatt durch das Ziel rudern.

Dem „Konstanzer Kreis“, Dr. Wolfgang Fritsch, Dr. Filip Mess. Dr. Johannes
Dingler, Yannick Weislogel und Christine Diebold möchte ich mich für unzählige
Gespräche über meine Arbeit und das gemeinsame Arbeiten bedanken.

In großer Dankbarkeit bin ich schließlich meiner Familie verbunden, deren


Geduld ich in den letzten drei Jahren oft strapaziert habe. Ohne eure Liebe,
eure Unterstützung und euer bedingungsloses Verständnis wäre es mir nicht
möglich gewesen, diesen Weg zu gehen.

Sunglyul Park
Konstanz, 23. November 2013
I

Inhaltsverzeichnis

1. Einführung ................................................................................... 1

1.1 Ausgangssituation und Problemstellung .................................................... 1


1.2 Zielsetzung ................................................................................................ 1
1.3 Aufbau der Arbeit ....................................................................................... 3

2. Grundlagen der Steuerung im Ruderhochleistungssport ............. 4

2.1 Steuerungstheoretische Überlegungen ..................................................... 4


2.2 Die Organisationen des Hochleistungssports in den erfolgreichen
Rudernationen (D, USA, UK, F, AUS) .................................................... 12
2.2.1 Die Organisationen des Hochleistungssports in Deutschland ....... 12
2.2.2 Die Organisationen des Hochleistungssports in USA.................... 15
2.2.3 Die Organisationen des Hochleistungssports im United Kingdom 17
2.2.4 Die Organisationen des Hochleistungssports in Frankreich .......... 19
2.2.5 Die Organisationen des Hochleistungssports in Australien ........... 22
2.3 Zusammenfassung .................................................................................. 25

3. Die Situation des Hochleistungssports Rudern in Südkorea ...... 30

3.1 Entwicklung des modernen Sports in Korea ............................................ 30


3.2 Aktuelle Sportpolitik der koreanischen Regierung .................................... 34
3.3 Entwicklung des Rudersports in Südkorea ............................................... 36
3.3.1 Die Organisation des Rudersports in Südkorea ............................ 39
3.3.2 Die Verbreitung des Rudersports in Südkorea .............................. 42
3.3.3 Finanzen und Zuwendungen ......................................................... 51
3.3.4 Fördersystem in Korea .................................................................. 53
3.3.5 Trainerausbildung .......................................................................... 55
3.3.6 Wettkampfsystem .......................................................................... 59
3.4 Zusammenfassung .................................................................................. 60
II

4. Empirische Untersuchung ......................................................... 63

4.1 Ziele der eigenen Untersuchung .............................................................. 63


4.2 Fragestellungen ....................................................................................... 65
4.3 Methoden ................................................................................................. 66
4.4 Untersuchungstichprobe .......................................................................... 67
4.4.1 Sozio-demographische Merkmale der Untersuchungsstichprobe . 68
4.4.2 Biographische Merkmale der Untersuchungsstichprobe ............... 69
4.5 Deskriptive Analyse und sozio-demographische Einflüsse ...................... 70
4.5.1 Einschätzung der Rudersportentwicklung in Korea ....................... 70
4.5.2 Gruppenspezifische Aspekte und Auswertungen .......................... 72
4.5.3 Einschätzung der Situation ............................................................ 72
4.5.4 Gründe für die aktuelle Situation ................................................... 80
4.5.5 Verbindliche Konzepte................................................................... 87
4.5.6 Konkrete Maβnahmen ................................................................... 99
4.5.7 Mögliche Folgen und Widerstände .............................................. 125

5. Interpretation und Zusammenfassung der empirischen Befunde


.................................................................................................... 138

6. Fazit und Perspektiven ............................................................ 144

Literaturverzeichnis ..................................................................... 149

Anhang ........................................................................................ 153


III

Abbildungsverzeichnis

ABB. 1: DIE EBENE "HOCHLEISTUNGSSPORT" UND SEINE UMWELT (DIGEL, 2001, S. 248) ................... 5
ABB. 2: MODELL DER SPORTFÖRDERUNG (MOD. NACH BORGGREFE & CACHAY, 2012, S. 8) ............... 8
ABB. 3: DIE DREI EBENEN DER SELBSTSTEUERUNG (IN ANLEHNUNG AN THIEL, 1997, S. 41) .............. 11
ABB. 4: ORGANISATIONSSTRUKTUR DES KOREANISCHEN RUDERVERBANDES (KRA, 2012) ............... 41
ABB. 5: ANZAHL DER GESAMTEN RUDERGEMEINSCHAFTEN IN SÜDKOREA (KRA, 2012) .................... 42
ABB. 6: ANZAHL DER GESAMTEN RUDERER UND RUDERINNEN IN SÜDKOREA .................................... 42
ABB. 7: ANZAHL DER RUDERGEMEINSCHAFTEN VON BETRIEBEN IN SÜDKOREA (KRA, 2012) ............. 43
ABB. 8: ANZAHL DER RUDERER UND RUDERINNEN VON BETRIEBEN IN SÜDKOREA ............................ 43
ABB. 9: ANZAHL DER RUDERGEMEINSCHAFTEN VON UNIVERSITÄTEN IN SÜDKOREA .......................... 45
ABB. 10: ANZAHL DER RUDERER UND RUDERINNEN DER UNIVERSITÄTEN IN SÜDKOREA .................... 45
ABB. 11: ANZAHL DER RUDERGEMEINSCHAFTEN VON OBERSCHULEN IN SÜDKOREA (KRA, 2012) ..... 47
ABB. 12: ANZAHL DER RUDERER UND RUDERINNEN VON OBERSCHULEN IN SÜDKOREA ..................... 47
ABB. 13: ANZAHL DER RUDERGEMEINSCHAFTEN VON MITTELSCHULEN IN SÜDKOREA ....................... 49
ABB. 14: ANZAHL DER RUDERER UND RUDERINNEN VON MITTELSCHULEN IN SÜDKOREA................... 49
ABB. 15: ANZAHL VON TRAINERN, SPORTLEHRERN UND SPORTDOZENTEN IN DEN JEWEILIGEN STÄDTEN
UND ZENTREN SÜDKOREAS (KRA, 2011) ............................................................................... 57
ABB. 16: EINSCHÄTZUNG DER POLITISCHEN UNTERSTÜTZUNG DES RUDERNS................................... 73
ABB. 17: LEISTUNGSNIVEAU DER RUDERNATIONALMANNSCHAFT IM VERGLEICH ZUR W ELTSPITZE...... 74
ABB. 18: AUSBILDUNG DER TRAINER IM KRA .................................................................................. 77
ABB. 19: ANSCHLUSS AN DAS W ELTNIVEAU ..................................................................................... 79
ABB. 20: RUDERTECHNIK NACH WISSENSCHAFTLICHEN ERKENNTNISSEN.......................................... 82
ABB. 21: VERTRAUEN LEISTUNGSFÄHIGKEIT DER NATIONALMANNSCHAFTSRUDER/INNEN .................. 85
ABB. 22: VORSTELLUNG ÜBER RUDERTECHNISCHE ANFORDERUNGEN .............................................. 86
ABB. 23: VERBINDLICHES TRAININGSKONZEPT ................................................................................ 90
ABB. 24: SYSTEMATISCHES WETTKAMPFSYSTEM ............................................................................. 92
ABB. 25: ENTWICKLUNG LEISTUNGSSPORTKONZEPT ....................................................................... 95
ABB. 26: LEISTUNGSSPORTKONZEPT MIT AUSLÄNDISCHER UNTERSTÜTZUNG .................................... 97
ABB. 27: ÜBERNAHME EINES AUSLÄNDISCHEN MODELLS/PROGRAMMS............................................. 98
ABB. 28: PLANUNG MIT EXPERTENGREMIUM ................................................................................. 100
ABB. 29: EINFÜHRUNG AUSLÄNDISCHES TRAININGSPROGRAMM ..................................................... 102
ABB. 30: SYSTEMATISCHE TRAINERAUSBILDUNG ........................................................................... 104
ABB. 31: SCHWERPUNKT LEICHTGEWICHT-DISZIPLINEN ................................................................. 105
ABB. 32: EINFÜHRUNG JAPANISCHES SYSTEM ............................................................................... 108
ABB. 33: TRAININGSLAGER IN EUROPA .......................................................................................... 110
ABB. 34: NATIONALMANNSCHAFTSAUSWAHL MIT DIAGNOSE SYSTEM ............................................... 111
ABB. 35: NATIONALMANNSCHAFTSAUSWAHL UNTER BETEILIGUNG VON W ISSENSCHAFTLERN............ 113
ABB. 36: FREMDSPRACHENKENNTNISSE ........................................................................................ 114
IV

ABB. 37: SEMINARE MIT AUSLÄNDISCHEN TRAINERN ....................................................................... 116


ABB. 38: AUSSCHUSS NACH ANDEREN KRITERIEN ZUSAMMENSETZEN .............................................. 117
ABB. 39: VERBREITUNG RUDERTECHNIK IN KOREA......................................................................... 119
ABB. 40: GEWINN MEDAILLE MEHR ALS VIER JAHRE....................................................................... 121
ABB. 41: UNTERSTÜTZUNG DURCH KOREANISCHES SPORTINSTITUT ............................................... 122
ABB. 42: ZENTRALE FÜHRUNG DES LEISTUNGSSPORTS ................................................................. 124
V

Tabellenverzeichnis

TAB. 1: ANZAHL DER RUDERGEMEINSCHAFTEN UND RUDER/INNEN VON BETRIEBEN IN SÜDKOREA (KRA,
2012) ................................................................................................................................. 44
TAB. 2: ANZAHL DER RUDERGEMEINSCHAFTEN UND RUDER/INNEN VON UNIVERSITÄTEN IN SÜDKOREA (
KRA, 2012) ......................................................................................................................... 46
TAB. 3: ANZAHL DER RUDERGEMEINSCHAFTEN UND RUDER/INNEN VON OBERSCHULEN IN SÜDKOREA (K
RA, 2012) ............................................................................................................................ 48
TAB. 4: ANZAHL DER RUDERGEMEINSCHAFTEN UND RUDER/INNEN VON MITTELSCHULEN IN SÜDKOREA
............................................................................................................................................ 50
TAB. 5: JAHRESRECHNUNG DES KRA 2011 (KRA, 2012) ................................................................ 52
TAB. 6: ANZAHL DER TRAINER, SPORTLEHRER UND SPORTDOZENTEN IN SÜDKOREA ......................... 57
TAB. 7: REGATTAKALENDER DES KRA 2011 .................................................................................... 59
TAB. 8: VERTEILUNG DER STICHPROBE NACH AUSGEWÄHLTEN GRUPPIERUNGSVARIABLEN ................ 68
TAB. 9: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP TEN; 1= S
TIMMT VÖLLIG - 5= STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) ....................................................................... 70
TAB. 10: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (1=STIMMT VÖ
LLIG - 5 = STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) .................................................................................... 71
TAB. 11: EINSCHÄTZUNG DER POLITISCHEN UNTERSTÜTZUNG DES RUDERNS ................................... 72
TAB. 12: LEISTUNGSNIVEAU DER RUDERNATIONALMANNSCHAFT IM VERGLEICH ZUR W ELTSPITZE ...... 74
TAB. 13: AUSBILDUNG DER TRAINER IM KRA ................................................................................... 77
TAB. 14: ANSCHLUSS AN DAS W ELTNIVEAU ..................................................................................... 79
TAB. 15: RUDERTECHNIK NACH WISSENSCHAFTLICHEN ERKENNTNISSEN .......................................... 81
TAB. 16: VERTRAUEN LEISTUNGSFÄHIGKEIT DER NATIONALMANNSCHAFTSRUDER/INNEN ................... 84
TAB. 17: VORSTELLUNG ÜBER RUDERTECHNISCHE ANFORDERUNGEN .............................................. 85
TAB. 18: VERBINDLICHES TRAININGSKONZEPT ................................................................................. 90
TAB. 19: SYSTEMATISCHES WETTKAMPFSYSTEM ............................................................................. 92
TAB. 20: ENTWICKLUNG LEISTUNGSSPORTKONZEPT ........................................................................ 94
TAB. 21: LEISTUNGSSPORTKONZEPT MIT AUSLÄNDISCHER UNTERSTÜTZUNG .................................... 96
TAB. 22: ÜBERNAHME EINES AUSLÄNDISCHEN MODELLS/PROGRAMMS ............................................. 98
TAB. 23: PLANUNG MIT EXPERTENGREMIUM .................................................................................. 100
TAB. 24: EINFÜHRUNG AUSLÄNDISCHES TRAININGSPROGRAMM ...................................................... 102
TAB. 25: SYSTEMATISCHE TRAINERAUSBILDUNG ........................................................................... 103
TAB. 26: SCHWERPUNKT LEICHTGEWICHT-DISZIPLINEN ................................................................. 105
TAB. 27: EINFÜHRUNG JAPANISCHES SYSTEM ............................................................................... 107
TAB. 28: TRAININGSLAGER IN EUROPA .......................................................................................... 109
TAB. 29: NATIONALMANNSCHAFTSAUSWAHL MIT DIAGNOSE SYSTEM ............................................... 111
TAB. 30: NATIONALMANNSCHAFTSAUSWAHL UNTER BETEILIGUNG VON W ISSENSCHAFTLERN ............ 112
TAB. 31: FREMDSPRACHENKENNTNISSE......................................................................................... 114
TAB. 32: SEMINARE MIT AUSLÄNDISCHEN TRAINERN ....................................................................... 115
TAB. 33: AUSSCHUSS NACH ANDEREN KRITERIEN ZUSAMMENSETZEN .............................................. 117
TAB. 34: VERBREITUNG RUDERTECHNIK IN KOREA ......................................................................... 119
TAB. 35: GEWINN MEDAILLE MEHR ALS VIER JAHRE ....................................................................... 120
TAB. 36: UNTERSTÜTZUNG DURCH KOREANISCHES SPORTINSTITUT ............................................... 122
TAB. 37: ZENTRALE FÜHRUNG DES LEISTUNGSSPORTS .................................................................. 124
TAB. 38: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN DER MÄNNER; 1=STIMMT VÖLLIG - 5=STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) ................................... 127
TAB. 39: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN DER FRAUEN; 1=STIMMT VÖLLIG, 5=STIMMT ÜBERHAUPT NICHT)..................................... 127
TAB. 40: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN DER JÜNGEREN PERSONEN; 1=STIMMT VÖLLIG - 5=STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) .............. 128
TAB. 41: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN DER ÜBER 40JÄHRIGEN PERSONEN; 1 =STIMMT VÖLLIG - 5=STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) .. 129
TAB. 42: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN DERJENIGEN MIT KARRIERE UNTER 19 JAHREN; 1=STIMMT VÖLLIG, 5= STIMMT ÜBERHAUPT NI
CHT)................................................................................................................................... 130
TAB. 43: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
VI

TEN DERJENIGEN MIT KARRIERE ÜBER 19 JAHREN; 1= STIMMT VÖLLIG, 5=STIMMT ÜBERHAUPT NIC
HT) ..................................................................................................................................... 131
TAB. 44: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN DER ABSOLVENTEN DER SPORTWISSENSCHAFT; 1=STIMMT VÖLLIG, 5=STIMMT ÜBERHAUPT NI
CHT)................................................................................................................................... 132
TAB. 45: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN ABSOLVENTEN MIT ANDERSWEITIGEM BILDUNGSGRAD; 1=STIMMT VÖLLIG, 5=STIMMT ÜBERHA
UPT NICHT) ......................................................................................................................... 133
TAB. 46: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN TRAINER; 1=STIMMT VÖLLIG, 5=STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) ........................................... 133
TAB. 47: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN FUNKTIONÄRE; 1=STIMMT VÖLLIG, 5=STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) ................................... 134
TAB. 48: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DES RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN SPITZENVERBAND; 1=STIMMT VÖLLIG, 5=STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) ............................. 135
TAB. 49: BEURTEILUNG DER ENTWICKLUNG UND ZUKUNFT DER RUDERSPORTS IN KOREA (TOP-
TEN LANDESVERBAND; 1=STIMMT VÖLLIG, 5=STIMMT ÜBERHAUPT NICHT) .............................. 136
TAB. 50: ZUSAMMENFASSENDE DARSTELLUNG ZUSTIMMUNG DER BEFRAGTEN ............................... 137
1

1. Einführung
1.1 Ausgangssituation und Problemstellung

Aktueller Anlass dieser Arbeit ist die Diskrepanz, welche im Hinblick auf die
sportlichen Höchstleistungen des koreanischen Sports besteht. Während
zahlreiche Sportarten, wie z.B. Badminton, auf Weltniveau agieren, gelingt dies
dem koreanischen Rudersport nicht. Dabei sind durchaus Bemühungen seitens
des Staates und des koreanischen Rudersports zu erkennen. Großzügige
finanzielle Unterstützungen und zahlreiche Versuche ausländischer Trainer,
welche mit der koreanischen Nationalmannschaft zusammen arbeiten, sind nur
ein paar Beispiele, auch den Rudersport in Korea international erfolgreich zu
etablieren.

Einem außenstehenden Betrachter erschließen sich jedoch weder die


Zielsetzungen, die Strategien, noch die operativen Umsetzungen zur
Entwicklung des Ruderspitzensports in Südkorea in überzeugender Weise. Eine
erkennbare Leistungssteigerung lässt auf sich warten. Im asiatischen Bereich –
der bis auf wenige Ausnahmen noch weit vom internationalen Leistungsniveau
im Weltrudersport entfernt ist – belegt Korea hinter China und Japan den dritten
Rang. Dies zeigt die Betrachtung der Ergebnisse der Asienspielen/-
meisterschaften, welche hier als Maßstab gelten können.

Offensichtlich gibt es spezifische Faktoren, die eine noch erfolgreichere


Entwicklung des Rudersports bislang verhindern. Dies gilt sowohl in einer
nationalen Perspektive im Vergleich zu anderen Sportarten in Korea als auch in
einer international vergleichenden Perspektive mit anderen
Rudersportverbänden.

1.2 Zielsetzung

An dem zuvor skizzierten Praxisproblem setzt die vorliegende Untersuchung an.


Sie versucht zum einen die Entwicklung des koreanischen Ruderverbandes
2

nachzuzeichnen und grundlegende strukturelle Voraussetzungen des


Rudersports in Südkorea zu analysieren. Zum anderen soll jedoch auch ein
Blick in die Zukunft geworfen werden, um mögliche Steuerungsmaßnahmen für
eine erfolgreiche Evolution des koreanischen Ruderverbandes zu leisten. Dies
geschieht durchaus auf dem Wissen, dass sich Zukunft bzw. zukünftige
Ereignisse nur schwer vorhersagen und noch schwerer steuern lassen.

Nichts desto trotz soll in der Verbindung von Theorie und Steuerungspraxis
untersucht werden, welche Maßnahmen seitens der koreanischen Regierung
und des koreanischen Ruderverbandes vorgenommen werden können, um den
koreanischen Rudersport der Weltspitze anzunähern und somit den
koreanischen Rudersport voran zu bringen. Ebenso gilt es zu evaluieren,
welche ergriffenen Maßnahmen wenig oder kaum zur Verbesserung der
Situation des Rudersports in Korea beitragen.

In der vorliegenden Arbeit dominiert damit sicherlich eine


„leistungsoptimierende Perspektive“. Andere mögliche Zielperspektiven von
Steuerungsprozessen im Sport, wie z.B. „Umweltverträglichkeit“ oder auch
„Gesundheit“ werden – trotz ihrer zentralen Relevanz für die Sportentwicklung –
im Sinne einer problemorientierten Fokussierung ausgeblendet.

In der vorliegenden Arbeit stehen folgende Fragen im Blickpunkt:


- Wie haben sich der koreanische Sport im Allgemeinen und der
Ruderleistungssport im Speziellen entwickelt?
- Welche aktuellen Charakteristika bestimmen die Steuerung des
koreanischen Sports?
- Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede bestehen in der
Sportentwicklung im Vergleich zu den international führenden
Rudernationen?
- Welche Aspekte sind in der Zukunft für die Weiterentwicklung des
koreanischen Ruderleistungssports von Interesse?

Zentral für die Untersuchung ist dabei die Durchführung einer „Quasi-Delphi-
3

Studie“ (vgl. Welters, 1989; Häder, 2009). Um eine Einschätzung für die Zukunft
relevanter Steuerungsmaßnahmen des koreanischen Ruderleistungssport zu
erhalten, werden Experten, Trainern und Funktionären des koreanischen
Rudersports verschiedene Fragen gestellt, anhand derer versucht wird, die
Bedingungen einer Entwicklung des koreanischen Rudersports einzuschätzen.
Daraus sollen dann Schlüsse für eine weitergehende Organisationsentwicklung
gezogen werden. Sie stellen damit gleichzeitig eine wichtige Voraussetzung für
die Weiterentwicklung bzw. Leistungsentwicklung (vgl. Röthig & Prohl, 2003, S.
339) des strategischen Managements des koreanischen Rudersportverbandes
dar.

1.3 Aufbau der Arbeit

Nach der Einleitung und Einführung im ersten Kapitel werden zunächst im


zweiten Kapitel grundsätzliche steuerungstheoretische Aspekte diskutiert. Im
Anschluss daran erfolgt eine Beschreibung der Organisationsstruktur von
weltweit führenden Rudersportnationen. Anhand dieser Bestimmung des Ist-
Zustandes einzelner Nationen soll evaluiert werden, ob und inwiefern die hier
aufgezeigten Lösungen und Möglichkeiten – unter einer leistungssportlichen
Nutzenperspektive - auch für die Verbesserung des koreanischen Rudersports
Ansatzpunkte liefern.

Im dritten Kapitel wird die allgemeine Entwicklung des Sportes in Korea, sowie
die Entwicklung speziell des Rudersports in den Jahren zwischen 1890 und
heute aufgezeigt. Dies ermöglicht die Einbettung in die spezifische, kulturelle
und historische Sportentwicklung als Teil der gesamtgesellschaftlichen
Entwicklungsprozesse. Hier sollen auch Spezifika und Entwicklungsprobleme
herausgearbeitet und analysiert werden, mit denen der Sport in Korea
konfrontiert ist.

Im Kapitel vier wird anschließend die Delphi-Studie und deren Ergebnisse


vorgestellt. Es soll gezeigt werden, wie Experten, Trainer und Funktionäre die
Situation des Rudersports in Korea einschätzen. Ebenso sollen
4

Lösungsvorschläge diskutiert werden. Anhand der Interpretation der Ergebnisse,


die im fünften Kapitel vorgenommen wird, kann abschließend eine
Zukunftsprognose und die Formulierung von Handlungsempfehlungen gewagt
werden.

2. Grundlagen der Steuerung im Ruderhochleistungssport


2.1 Steuerungstheoretische Überlegungen

Mit Hilfe steuerungstheoretischer Überlegungen (Borggrefe & Cachay, 2012;


Thiel, 1997; Willke 1984, 2001, 2005, 2006) soll im Folgenden eine ausführliche
Analyse des Ist-Zustandes und der Problemlagen des koreanischen
Ruderverbandes geleistet werden. Auch für Korea gilt, dass der
Hochleistungssport immer stärker ein relevanter Inhalt staatlicher Politik ist.

Neben der Regierung und dem koreanischen Sportbund ist als Hauptakteur der
koreanische Ruderverband (KRA) zu identifizieren. Der KRA legt Zielsetzungen
und Strategien fest und sorgt mit seiner Struktur und dem ihm zur Verfügung
stehenden Verwaltungsapparat für die operative Umsetzung. In seinen
Strukturen, Prozessen und Regelsystemen ist er dabei abhängig von den
politischen Rahmenbedingungen.

Der KRA soll im Folgenden als komplexes soziales System betrachtet werden,
das sich in verschiedenen Beziehungen zur Außenwelt befindet. Die
Außenweltbeziehungen lassen sich in horizontale, vertikale und laterale
Beziehungen einordnen (Thiel, 1997, S. 27). Horizontale Beziehungen sind jene
In- und Output-Beziehungen zu anderen gesellschaftlichen Teilsystemen, wie
z.B. zu Bildungssystemen. Als vertikale Beziehungen werden jene beschrieben,
die zu übergeordneten Teilsystemen, wie z.B. nationale Sportorganisation,
relevante Ministerien und in die Politik bestehen. Lateral sind die Beziehungen,
die durch Kooperationsverträge (z.B. Sponsoren, Firmen, Unternehmen)
gekennzeichnet sind. Für laterale Beziehungen gibt es kein übergreifendes
Gesamtsystem.
5

Die Analyse des Leistungssports und des Systems KRA bezieht sich zum einen
auf die aktuelle Sportpolitik und die historische Entwicklung des Rudersports,
zum anderen auf die Organisation des Ruderleistungssports in Südkorea. Diese
umfasst horizontale, vertikale und laterale Beziehungen, die
Verwaltungsstrukturen, die Finanzen und Zuwendungen, das Fördersystem, die
Talentförderung, die Trainerausbildung, die Selektion von Ruderern und
Mannschaften, das Wettkampfsystem und mehr.

Die Analyse des Modells „Hochleistungssport“ folgt einem Modell von Digel
(2001).

Abb. 1: Die Ebene "Hochleistungssport" und seine Umwelt (Digel, 2001, S. 248)

Es ist für die zukünftige Entwicklung des KRK unter steuerungstheoretischen


Gesichtspunkten nicht nur bedeutsam, die relevanten Relationen zu
identifizieren und in ihrer Bedeutung für den KRA zu bemessen, sondern auch
die Entwicklungsverläufe dieser Relationen mit der Gesamtumwelt, also auch
der Innenwelt des Systems zu beobachten. Entwicklungen bedingen sich immer
gegenseitig: Verbandsstrukturen, Funktionäre, Trainer, Sportler etc. haben
einen zentralen Einfluss auf die horizontalen, vertikalen und lateralen Umwelten
6

und umgekehrt. Politische Zielsetzungen und das Engagement der Politik sowie
finanzielle Zuwendungen und die Förderungsstrukturen bestimmen in hohem
Maße die Spielräume und damit die strategischen Optionen eines Verbandes.

Die Analyse wird ergänzt durch die subjektive, individuelle Einschätzung von
Ruderexperten, Trainern und Funktionären (Delphi-Befragung), um aktuelle
Problemlagen identifizieren zu können. Auf der Basis der Delphi-Studie, die
auch alters-, positions- und geschlechtsspezifische Unterschiede erfasst, sowie
der Strukturanalyse werden aktuelle Problemlagen des koreanischen
Rudersports identifiziert.

Die Analyse ermöglicht schließlich die Konstruktion von verbesserten Modellen


zum Ruderleistungssport und dessen Entwicklung durch den KRA. Zudem
umfasst die Untersuchung auch Modelle des Ruderleistungssports in anderen
Ländern und Verbänden (vgl. Digel, Fahrner, Sloboda, 2005, S. 15-43).

Willke (1984) begrenzt die Steuerung komplexer Systeme auf zwei Arten:
1. Durch (interne) Selbststeuerung
2. Durch (externe) Kontextsteuerung

Steuerung ist somit eine „Einmischung in eigene Angelegenheiten“; es geht


dabei nicht um die Frage, wie der Leistungssport im KRA durch andere
Systeme, wie z.B. Politik oder den koreanischen Sportbund fremdgesteuert
werden kann, sondern um die Frage, wie der KRA auf seine zukünftige
Entwicklung einwirken kann, ohne dabei das Verhältnis zur Außenwelt aus den
Augen zu verlieren (vgl. Thiel,1997, S. 39).

Zu klären ist, inwieweit der KRA bezüglich fachlicher, sport- und


ruderspezifischer Entscheidungen und Ressourcen autonom ist. Ebenso gilt es
zu eruieren, inwieweit die strukturellen Vorgaben für den Leistungssport, wie
z.B. das Trainings- und Wettkampfsystem für das Hochleistungsrudern in Korea
bestimmt werden können. Dem Verband kommt – als Spezialorganisation und
Experte in Sachen Ruderleistungssport - eine zentrale Rolle zu: Er muss die
7

erforderlichen personellen, zeitlichen, finanziellen und räumlichen Ressourcen


moderieren und koordinieren (vgl. auch Borggrefe & Cachay, 2012, S. 6).
Mit personellen Ressourcen sind vornehmlich Trainer und Aktive, aber auch
qualifizierte Leistungssportfunktionäre gemeint (vgl. Heinemann, 2007, S. 287).
Das leistungssportliche Training erfordert viel Zeit. Eine optimale
Leistungsentwicklung ist nur möglich, wenn die notwendigen zeitlichen
Ressourcen uneingeschränkt zur Verfügung stehen bzw. gestellt werden
können. Hierbei sind erhebliche Koordinationsleistungen mit Schulen,
Hochschulen und Betrieben zu garantieren.
Die Betreuung, die Trainings- und Wettkampfmaßnahmen erfordern
hauptamtliche Strukturen und damit Personalkosten; das Bootsmaterial, der
wissenschaftliche Service sowie Wettkampfreisen bedürfen der Rekrutierung
finanzieller Ressourcen. Nicht zu unterschätzen sind im Hochleistungsrudern
die räumlichen Ressourcen. Neben entsprechenden gut organisierten
Trainingsstützpunkten und Trainingsrevieren bedarf es im modernen
Ruderleistungssport für den Aktiven einen permanenten Zugang zu
Krafträumen, Fitness-Centern, Testräumlichkeiten und der Möglichkeiten des
ergänzenden Trainings, insbesondere im Kraftausdauerbereich (vgl. Altenburg,
Mattes & Steinacker, 2008, S. 111).
Neben allgemeinen Kenntnissen sind Wissensbestände über den modernen
Ruderleistungssport notwendig. Hierzu zählen z.B. Kenntnisse über Modelle
anderer, erfolgreicher und vergleichbarer Rudersportverbände. Die Kenntnisse
und das Wissen beziehen sich dabei auf:

 Trainingskonzepte allgemeiner und ruderspezifischer Art, welche auf


dem neuesten Stand trainingswissenschaftlicher Erkenntnisse sind (vgl.
Altenburg, Mattes & Steinacker, 2008, S. 141).
 Sogenannte „best-practice“-Modelle erfolgreicher Rudernationen
(Bourgons & Vruens, 1999, S. 71-85).
 Konzepte der Talentgewinnung und Förderung. Hier stellt sich die Frage,
wie die besten Ruderer und Ruderinnen aus Vereinen und Betrieben
einer bestmöglichen nationalen, zentralen Förderung zugeführt werden
können? (vgl. Nilsen, 2005, S. 229-237).
8

 Wettkampfkonzepte, die hinreichend nationale Konkurrenz ermöglichen


und Wettkampferfahrung und –einsätze auf internationalem Niveau
garantieren.
 Personalkonzepte, welche Kriterien für die Trainerausbildung und
Fortbildung sowie die Auswahl und den Trainereinsatz festlegen (vgl.
Schreier & Thiel, 2011, S. 28-53).
 Betreuungskonzepte für Athleten hinsichtlich der Gestaltung ihrer
schulischen und beruflichen Karrieren.
 Marketing- und Sponsorenkonzepte zur Sicherung finanzieller
Ressourcen, einschließlich der staatlichen Unterstützung.
 Konzepte zur Nutzung der Sportstätten mit Hilfe entsprechender
Institutionen (Kommunen, Fitness-Studios, wissenschaftliche
Serviceeinrichtungen etc.) (vgl. Bette & Neidhardt, 1985).
 Konzepte, die sowohl Qualifizierung, Auswahl und Einsatz von
Koordinatoren, Betreuern und Marketingexperten festlegen (vgl.
Borggrefe & Cachay, 2012, S. 7).

Abb. 2: Modell der Sportförderung (mod. nach Borggrefe & Cachay, 2012, S. 8)
9

Eine gründliche und umfassende Ist-Analyse des koreanischen


Ruderleistungssports bezieht sich auf diese einzelnen Konzeptionen, die –
kulturell und vom jeweiligen Grundverständnis des Spitzensports einer Nation
geprägt – in vielen Schattierungen charakteristisch für die Organisation des
Leistungssports in einem jeweiligen Sportverband bzw. eines Sportsystems sind.

Steuerung bezeichnet die Annäherung an gewünschte Zielzustände bei


gleichzeitiger Verhinderung von unerwünschten zukünftigen Entwicklungen und
Ereignissen mit ein. Im Gegensatz dazu ist Evolution ein Sich-Selbst-
Überlassen des Systems. Selbststeuerung eines sozialen Systems bedeutet
deshalb „eine aktive Bemühung der Annäherung an bestimmte gewünschte
Zielzustände…“ (Thiel, 1997, S. 40), die dann notwendig ist, „wenn
unerwünschte Ereignisse verhindert oder erwünschte zukünftige Ereignisse
bewirkt werden sollen“ (Willke, 1984, S. 2).

Zentral ist dabei die Formulierung von Steuerungszielen, deren Funktion darin
besteht, die Kontingenz möglicher zukünftiger Entwicklungen zu reduzieren,
um eine rein evolutionäre Regelung zu vermeiden (Thiel, 1997, S. 41) sowie
die Bedingungen der Möglichkeit zielgemäßer dezentraler Operationen zu
schaffen. Dabei werden aktuelle Steuerungsziele nicht einfach von aktuellen
Zuständen abgeleitet, sondern entstehen grundsätzlich aus einem
Reflexionsprozess (Thiel, 1997, S. 41), um sich nicht erwünschte
Folgeprobleme einzuhandeln.

Eine erfolgreiche Selbststeuerung seitens des koreanischen Sportverbandes


besteht nicht allein darin, erfolgreich Rudersportkonzepte anderer Nationen zu
kopieren, selbst wenn finanzielle Ressourcen in den Überlegungen keine Rolle
spielen sollten. Jedes Leistungssportsystem muss kulturelle, historische und
politische Bedingungen berücksichtigen und integrieren (vgl. Heinemann, 2004,
S. 21).

Steuerungsziele entstehen demnach aus einem Reflektionsprozess, der die


spezifische Situation des koreanischen Ruderverbandes berücksichtigt. Neben
10

der Entsprechung der Systemidentität muss auch die Angemessenheit der


Steuerungsziele mit den gesamtgesellschaftlichen Notwendigkeiten
abgeglichen werden. Überlegungen zu den Zielen einer Selbststeuerung
werden als normative Überlegungen bezeichnet. Sie umfassen auch
(antizipative) Überlegungen, die potentielle Entwicklungen der Sportart und der
Außenwelt berücksichtigt. Oftmals werden die Überlegungen einer Methodik
der Problemdiagnose vernachlässigt (vgl. Mayntz, 1987, S. 86).

Strategische Überlegungen analysieren steuerungsrelevante Problemfelder


anhand grober Größen vor einem langfristigen Zeithorizont, um damit
Szenarien im Sinne von „Zukunftsbeschreibungen des zu bewältigenden
Problems zu konstruieren“ (Thiel, 1997, S. 41). Dazu sind vor allem „diejenigen
sensitiven Punkte oder Parameter, deren Veränderung weitgehende
Folgeveränderungen im System nach sich zieht“ von Interesse (Willke, 1984,
S. 7). Es sollen Ordnungsmuster bzw. Beziehungen erkannt und
wahrgenommen werden, die zwischen Systemelementen und Elementen der
Systemumwelt existieren. Dadurch werden die aktuellen Zustände des
Systems und seiner Umwelt beschrieben und potentielle zukünftige
Entwicklungen und Zustände aufgezeigt.

Neben normativen und strategischen Überlegungen gehört zu einem


umfassenden Steuerungskonzept die Reflexion, wie Strategien (operativ)
umgesetzt werden können und welche Entscheidungen getroffen werden
müssen. Dabei wird auch der Frage nachgegangen, welche Bedingungen
erfüllt sein müssen, damit die Umsetzung erfolgreich ablaufen kann.

Nach der Analyse stellt sich die Frage nach der Steuerung und nach möglichen
Vorgehensweisen zur Erreichung gewünschter Zielzustände. Der KRA ist
aufgrund seiner fachlichen und personellen Expertise der Ansprechpartner für
die Steuerung. Als System bezieht er die ruderspezifische Kompetenz, das
Fachwissen, die Koordinationswege zur inhaltlichen Gestaltung der einzelnen
Konzepte mit ein, wohlwissend, dass er in hohem Maße auf die horizontale und
vertikale Außenwelt Rücksicht nehmen muss bzw. er von diesen Relationen
11

stark abhängig ist. Die alleinige Berücksichtigung der Systemspezifität, d.h.,


der ausschließlichen Gültigkeit für den KRA selbst, müssen dann eingeschränkt
werden, wenn sie langfristig zu einer Gefährdung des Systems (KRA) führen
(Thiel, 1997, S. 41).

Normative Ebene

Was soll bzgl. eines spezifischen Steuerungsproblem


durch die Selbststeuerung erreicht werden?

Sind Ziele für das System und seine relevante


Umwelt akzeptabel (möglichst lösbare
Folgeprobleme)

Strategische Ebene

Wie sehen die potentiellen und


problemerzeugenden Entwicklungen in der Umwelt
des sozialen Systems und im System selbst aus?

Welche Strategien scheinen geeignet, um


angesichts der Entwicklungen eine Annäherung an
Ziele zu ermöglichen?

Operative Ebene

Was ist im Hinblick auf die (dezentrale)


Umsetzung zu beachten?

Abb.3:: Die
Abb. Diedrei
dreiEbenen der Selbststeuerung
Ebenen (in Anlehnung an
der Selbststeuerung (inThiel,Anlehnung
1997, S. 41) an Thiel, 1997, S. 41)

Dabei stehen nicht nur konkrete Maßnahmen zu den unterschiedlichen


Konzepten (wie z. B. nach den Trainingskonzepten oder dem
Wettkampfsystem) zur Debatte, sondern auch die Möglichkeiten der Steuerung
selbst, welche mit Hilfe reflexiver Selbststeuerung im Mittelpunkt der
Überlegungen steht. Reflexive Selbststeuerung umfasst somit nicht nur die
Beobachtung des Steuerungsgegenstandes (in dem Fall:
Leistungssportentwicklung im KRA). Es wird auch das Handeln des Systems
und „dessen Wirkungen in die Beobachtung miteinbezogen“ (Thiel, 1997, S.
44).

Um die Lage des Rudersports in Korea abschätzen zu können, erscheint es


sinnvoll, den koreanischen Rudersport mit dem anderer Nationen zu
vergleichen. Hierfür eignen sich vor allem die erfolgreichen Rudersportnationen,
wie Deutschland, die USA, Frankreich oder auch Australien.
12

2.2 Die Organisationen des Hochleistungssports in den erfolgreichen


Rudernationen (D, USA, UK, F, AUS)

Im Folgenden werden die im Rudersport besonders erfolgreichen


Sportverbände in ihren zentralen Besonderheiten mit Bezug auf die
grundlegenden Steuerungskonzeptionen vergleichend dargestellt.

2.2.1 Die Organisationen des Hochleistungssports in Deutschland


Die Staatsform Deutschlands ist eine parlamentarische Bundesrepublik mit
einer föderalen Struktur, die durch die Dezentralisierung der Staatsorgane
gestützt wird. Deutschland selbst setzt sich aus 16 Bundesländern zusammen.
Jedes dieser Länder verfügt über eine eigene Verfassung, ein eigenes
Parlament und eine eigene Regierung. So können die Landesregierungen
durch den Bundesrat Einfluss auf die Bundesrepublik nehmen. Darüber hinaus
bilden die Länder eine Vielzahl gemeinsamer Gremien z.B. Kulturminister- und
Innenministerkonferenzen, um ihre Arbeit zu koordinieren (vgl. Digel, Burk &
Fahrner, 2006, S. 100).

Für den Hochleistungssport in Deutschland erweist sich der 2006 neu


gegründete Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) als Dachorganisation,
indem er insbesondere Steuerungs-, Beratungs- und Serviceaufgaben für die
einzelnen Sportorganisationen wahrnimmt (vgl. BMI, 2010, S. 24).
Das Nationale Olympische Komitee, gegründet 1949 in Bonn und der Deutsche
Sportbund - gegründet 1950 in Hannover - werden 2006 zusammengeführt
(Hahn, 2006). Die Schwerpunkte der Arbeit gegenüber der EU, des Bundes,
den Bundesländern und den Gemeinden entsprechen der Interessenvertretung
der übergeordneten internationalen Sportorganisationen z.B. dem IOC und der
ASOIF. Darüber hinaus ist die Zusammenarbeit mit Kirchen, Parteien,
Wohlfahrtsverbänden, Gewerkschaften und Wirtschaftsorganisationen für den
DOSB wichtig.

Als zweite wichtige Organisation ist in Deutschland neben dem DOSB die
Sportabteilung des „Bundesministerium des Innern„ (BMI) zu nennen. Dem
13

Bund obliegen demnach Aufgaben insbesondere in Grundsatz- und


Rechtsangelegenheiten der nationalen Sportpolitik, internationale und EU-
Angelegenheiten des Sports, sowie Förderung des Leistungssports
vorzunehmen. In erster Linie übernimmt das BMI die finanzielle Förderung des
Hochleistungssports und die Ausarbeitung und Überprüfung der
Rahmenvorgaben für die Förderung der Sportfachverbände in Zusammenarbeit
mit dem DOSB (vgl. KISS, 2009, S. 49).

Die Grundorganisation des leistungssportlichen Trainings in Deutschland bilden


insbesondere die Sportvereine mit ihren haupt- und ehrenamtlichen Mitgliedern.
Darüber hinaus existieren zahlreiche Stützpunkte und Leistungszentren, z. B.
die einzelnen Olympia- und Bundesstützpunkte, sowie die
Landesleistungszentren, die den Athleten über die direkten
Trainingsmöglichkeiten hinaus zur Verfügung gestellt werden (BMI, 2010, S. 28).
Gleiches gilt auch für staatliche Einrichtungen, wie z.B. die Bundeswehr,
Bundespolizei und der Zoll. Hier können Hochleistungssportler gleichzeitig
arbeiten und trainieren.

Die Organisation des Sports in Deutschland übernimmt eine stark ausgeprägte


föderale Struktur (vgl. Fahrner, 2008, S. 57). Die Spitzenverbände sind dafür
verantwortlich, dass sie innerhalb des von DOSB und BMI gesteckten Rahmens
den Hochleistungssport ihrer jeweiligen Sportart auf angemessene Weise
fördern und steuern. Dazu zählen vor allem die Landesfachverbände, die für die
Förderung der Nachwuchsathleten auf Landesebene verantwortlich sind (vgl.
Rütten, Ziemainz & Röger, 2005, S. 13). Außerdem sind die Landessportbünde
zu nennen, die vor allem für die Rahmenbedingungen des Sports und die
angemessene Verteilung der finanziellen Mittel zuständig sind und damit eine
sehr einflussreiche Position innehaben. Hinzu kommen auch die Ministerien der
einzelnen Bundesländer, die Verantwortung und Entscheidung über die
finanziellen Mittel und über staatliche Sportwetten für die Landessportverbände
haben.

Ferner gibt es weitere Organisationen, die mittelbar Einfluss auf den deutschen
14

Hochleistungssports haben. An erster Stelle ist vorliegend die „Stiftung


Deutsche Sporthilfe“ zu nennen. Seit 1967 bietet sie sehr bedeutsame
Leistungen für die Nachwuchsförderung im deutschen Spitzensport, indem sie
Unternehmen und Sportler zusammenbringt und auch mit Spenden versucht,
das Umfeld der Athleten abzusichern und zu verbessern. Die Bundesregierung
unterstützt die Zielsetzung der Sporthilfe in jeglicher Hinsicht. Sie hält das
Wirken dieser Institutionen des Spitzensports für eine unverzichtbare
Ergänzung der staatlichen und nichtstaatlichen Förderung des Leistungssports
in der Bundesrepublik Deutschland (vgl. BMI, 2006, S. 48).

Als weitere Sportorganisationen, die für die Entwicklung des


Hochleistungssports in Deutschland von besonderer Bedeutung sind, sind
ferner das Institut für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT) in Leipzig und
das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin zu
erwähnen. Die IAT zielt auf eine interdisziplinäre Forschung in
Trainingswissenschaft, Medizin und Biomechanik ab. Ebenso wird in eine
anwendungsbezogene sportartspezifische Forschung investiert. Für einige
Sportarten und Trainingszentren/Trainingsgruppen erweist sich die Arbeit des
IAT auch als standardisierender Beitrag (vgl. BMI, 2010, S. 56).

Dagegen erweist sich die technologieorientierte Entwicklung von Sportgeräten


und Messinstrumenten des FES für einige Sportarten als sehr bedeutsame
Hilfestellung zur Absicherung eines technischen Vorsprungs gegenüber der
(internationalen) Konkurrenz. Über dies hinaus übernimmt die Nationale Anti
Doping Agentur NADA sämtliche Aufgabe im Bereich der Doping-Bekämpfung.
Schließlich lassen sich auch das Bundesinstitut für Sportwissenschaft und
ausgewählte sportwissenschaftliche Institute einzelner Hochschulen dem
deutschen Hochleistungssport zuordnen. Gerade das Bundesinstitut für
Sportwissenschaft ist in letzter Zeit bemüht, die von ihm in Auftrag gegebenen
Forschungsarbeiten stärker für den Hochleistungssport nutzbar zu machen. Von
den sportwissenschaftlichen Instituten der Universitäten werden jedoch nur mit
geringer systematischer Ausprägung über Auftrags- und
Antragsforschungsprojekte, Beratungsleistungen für einzelne Sportverbände
15

und deren Athleten gebracht (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 579).

Die zentrale Organisation des deutschen Hochleistungssports ist die Abteilung


„Leistungssport“ der DOSB. Sie formt in Abstimmung mit dem BMI die
Förderrichtlinien, nach denen finanzielle Mittel des Bundes an die
Fachverbände vergeben werden und kontrolliert als Gutachter auch deren
Einhaltung. Damit übernimmt sie eine standardisierende Funktion hinsichtlich
leistungssportlicher Maßnahmen der Fachverbände, die eine finanzielle
Unterstützung des Bundes erhalten. Außerdem erbringt zum Beispiel die
Trainerakademie in Köln standardisierende Leistungen im Rahmen der
Ausbildung von Spitzentrainern (vgl. BMI, 2010, S. 37).

2.2.2 Die Organisationen des Hochleistungssports in USA


Die USA weisen föderale Struktur auf. Sie bestehen aus 50 Bundesstaaten,
wobei die Repräsentation der Einzelstaaten durch die Wahlverfahren für die
nationalen Ämter gesichert wird. Die legislative Gewalt wird auf Bundesebene
vom Kongress, welcher sich aus dem Senat und dem Repräsentantenhaus
zusammensetzt, ausgeübt. Jeder der 50Bundesstaaten entsendet zwei
Senatoren. Jene sind für sechs Jahre im Amt. Die 435 Mitglieder des
Repräsentantenhauses vertreten einen Wahlbezirk seines Bundesstaats. An der
Spitze der 50 Einzelstaatsregierungen stehen Gouverneure, die vom Volk je
nach Verfassung auf zwei bis vier Jahre direkt gewählt werden. Die föderale
Struktur der USA trennt die drei Ebenen Kommune, Einzelstaat und Bund klar
voneinander ab (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 103).

In den USA hat das United States Olympic Committee (USOC) die führende
Rolle im US-amerikanischen Sportsystem inne und ist dabei auch alleiniger
Repräsentant und Führungskraft. Im Vergleich zu den anderen Sportnationen
zeigen sich USA gerade hier als Sonderfall. Das USOC steuert, koordiniert und
bezuschusst insbesondere den international ausgerichteten olympischen
Hochleistungssport. Die wichtigsten Aufgaben des USOC sind Steuerung und
Überwachung des Systems sowie Vertretung gegenüber dem IOC und der
16

Regierung. Seine strategischen Aufgaben im Bereich des Hochleistungssports


liegen vor allem in der Schwerpunktsetzung bei der finanziellen Förderung der
Sportarten und in der Entwicklung des Leistungskontrollsystems (vgl. Rütten,
Ziemainz & Röger, 2005, S. 20).

Die Basis der Organisation des US-amerikanischen Hochleistungssports ist


zweigeteilt. Die Athleten und Talente werden einerseits von den
Sportfachverbänden und andererseits von den Einrichtungen des
Bildungswesens ausgebildet, wobei zahlreiche Athleten Bestandteil beider
Systeme sind. Daher sind sowohl Clubs und Trainingsgemeinschaften des
Verbandsystems als auch Mannschaften der Schulen und Hochschulen der
Grundorganisation zuzuordnen. Darüber hinaus sind die Trainingszentren, vor
allem die Olympic training centers, das Olympische Ausbildungszentrum sowie
die Trainingszentren in Miami, Milwaukee und Gladstone der Grundorganisation
zuzurechnen. Außerdem zählen militärische Sportorganisationen hierzu, da sie
für einige Athleten ebenfalls wichtige Rahmenbedingungen schaffen (vgl. Digel,
Burk & Fahrner, 2006, S. 589).

Zur Mittlerorganisation des US-amerikanischen Hochleistungssports zählen die


Sportfachverbände, die National Governing Bodies of Sports (NGB). Sie sind
jeweils für eine olympische oder panamerikanische Sportart verantwortlich und
koordinieren als Mitglieder des USOC Entwicklung und Organisation ihrer
Sportart. Als weitere mittlere Organisationen sind die Mayor Team Sports-
Organisationen, die Sportorganisationen der Armed Forces und die State
Olympic Committees zu nennen. Sie sind für einen begrenzten Bereich
verantwortlich und müssen sich bezüglich der Teilnahme an internationalen
Wettkämpfen den Verbänden und dem USOC unterordnen (vgl. Joo, 2006, S.
37).
Im US-amerikanischen Hochleistungssport haben nur wenige Organisationen
Hilfsstabscharakter. Insbesondere die Schulen und Hochschulen, die eigene
Sportmannschaften unterhalten, offerieren den Athleten die Möglichkeit einer
schulischen oder akademischen Ausbildung. Die nationale Anti-Doping-Agentur
USADA sowie die Sportgerichtsinstanzen AAA und NACAS erbringen
17

Dienstleistungen für die Doping-Bekämpfung und die Rechtsprechung im Sport.


Zur technikorientierten Organisation zählen in den USA die verschiedenen
Trainerverbände, da sie für die Qualifikation der Trainer standardisierende
Funktionen übernehmen. Darüber hinaus sind z. B. die wissenschaftlichen
Mitarbeiter der Olympic Training Centers und die Angehörigen der
Forschungsnetzwerke zu nennen. Letztere sind hauptsächlich Wissenschaftler
der Colleges und der Universitäten, die sowohl die eigenen
Universitätsmannschaften betreuen als auch mit einzelnen Sportverbänden
zusammenarbeiten (zum Beispiel Sport Medicine and Science Network von
USA Swimming). Darüber hinaus lassen sich auch einige private
wissenschaftliche Beratungseinrichtungen der technikorientierten Organisation
des US-amerikanischen Sports zurechnen (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S.
590).

2.2.3 Die Organisationen des Hochleistungssports im United Kingdom


Zunächst gilt festzuhalten, dass zum Staatsgebilde Großbritannien die Länder
England, Wales und Schottland gehören. Zusammen mit Nordirland bildet
Großbritannien das Vereinigte Königreich (United Kingdom). Nordirland hat
nach wie vor den Status einer Provinz inne. Das Streben nach
Selbstbestimmung führte jedoch in Schottland und Wales zu autonomen
Parlamenten, die erstmals am 1. 7. 1999 ihre Arbeit aufgenommen haben. Trotz
der teilweisen Autarkie der einzelnen Landesteile sind einige wichtige
Politikfelder nach wie vor Aufgabe der zentralen Regierung in London. So
existieren in England 32 Grafschaften, 46 so genannte Unitary authorites, sechs
Metropolitan counties sowie Greater London und bilden die unteren
Verwaltungsebenen. Wales besteht dagegen aus 22 und Schottland aus 32
Unitray authorities. In Nordirland gibt es 26 Bezirke (vgl. Digel, Burk & Fahrner,
2006, S. 105).

Zu den Führungskräften des britischen Hochleistungssports zählen


verschiedene Organisationen. Auf staatlicher Seite ist dies insbesondere das
Department for Culture, Media and Sport (DCMS), das für die staatliche
18

Sportpolitik in England, aber auch im Vereinigten Königreich verantwortlich ist.


In diesem Ministerium wird unter Leitung des Sportministers die nationale
Sportstrategie für das gesamte Königreich entwickelt. Als weiterer Teil der
strategischen Spitze ist das Sports Cabinet anzusehen. Hier sind die
Sportminister aller vier Home countries vereinigt. Mit UK Sport existiert
außerdem eine weitere Organisation mit Führungsaufgaben. UK Sport bildet
den zentralen Standpunkt in allen Bereichen des Sports. Für programmatische
Vorgaben, strategische Planung, Zielsetzung und Koordination arbeitet es vor
allem mit dem DCMS zusammen. Die Schwerpunktaufgaben beschränken sich
aber auf die Bereitstellung von finanziellen Unterstützungsleistungen für
Hochleistungssportler und die Finanzierung internationaler
Sportveranstaltungen. Dies gewährleistet man durch die Einnahmen der vom
UK Sportgeführten Lotterie. Außerdem bildet das UK Sport das Nationale
Olympische Komitee, die British Olympic Association (BOA) dar (vgl. KISS,
2009, S. 12).

Die einzelnen Sportvereine auf Gemeindeebene bilden das Fundament des


britischen Hochleistungssports, denn hier finden regelmäßig Sichtungen und
Trainingseinheiten für junge Nachwuchsathleten statt, die später an den
Leistungssport herangeführt werden. Die gesichteten Talente werden vom
Netzwerk des UKSI durch dessen Hochleistungstrainings-Zentren und deren
Mitarbeitern (Betreuer, Trainer etc.) tatkräftig unterstützt. So werden den
britischen Spitzenathleten bestmögliche Trainingsmöglichkeiten, Service- und
Beratungsleistungen und beste sportmedizinische Versorgungangeboten.

Organisationen, wie die „Sports councils“ der einzelnen „Home countries“, sind
der mittleren Ebene zuzuordnen. So übernehmen „Sport England“,
Sportscotland“, „Sports Council for Wales“ und „Sports Council for Northern
Irland“ eine sportart-übergreifende Verpflichtungen für ihren jeweiligen
geografischen Bereich. Diese reichen unter anderem von Freizeit-, Breiten-
und Gesundheitssport bis zur finanziellen und administrativen Unterstützung
der Sportorganisationen, der Verwaltung von Lotteriegeldern und der
Umsetzung der Spitzenportprogramme von „UK Sport“ auf der Ebene der
19

„Home countries“. Außerdem steuern und kontrollieren die Fachverbände


sportart-bezogene Teilbereiche. Allerdings weisen einige Sportarten, wie z.B.
der Fußball lediglich Fachverbände auf „Home country“-Ebene auf. Andere sind
hingegen sowohl für das gesamte Vereinigte Königreich als auch für einzelne
„Home countries“ zuständig (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 587).

Als zentraler Ausgangspunkt des Hochleistungssports dienen die einzelnen


Organisationen des „Supports Sector“, wie z.B. das „Institute of Sport
Sponsorship“ (ISS) und der „Sports Sponsorship Advisory Service“ (SSAS) (vgl.
KISS, 2009, S. 11). Gleiches gilt auch für verschiedene wissenschaftliche
Abteilungen der Universitäten, die sich thematisch mit dem Hochleistungssport
befassen und damit zum Teil in das Netzwerk des UKSI eingebunden sind (z.B.
Sheffield Hallam University). Der „Technostruktur“ kann im britischen
Hochleistungssport die Organisation „Sports coach UK“ zugeordnet werden. Sie
ist vor allem für Aus- und Weiterbildung von Trainern verantwortlich und
übernimmt damit Standardisierungsaufgaben für die jeweiligen Berufsfelder (vgl.
Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 590).

2.2.4 Die Organisationen des Hochleistungssports in Frankreich


Die französische Verwaltung ist in vier Ebenen untergliedert, wobei an der
Spitze der Nation der Präsident steht. Weitere wichtige Institutionen auf
nationaler Ebene sind neben der Regierung die Nationalversammlung und der
Senat. Die nächste Verwaltungsebene stellen 26 Regionen dar. Davon befinden
sich 22 im europäischen Mutterland, vier in Übersee. Die Regionen sind vor
allem für Wirtschaftsplanung, Raumordnung, Wirtschaftsförderung und
gymnasiale Bildung zuständig. Beschließendes Organ ist der Regionalrat. Der
Präfekt ist in den Regionen Vertreter der Staatsgewalt. Frankreich zählt darüber
hinaus 100 Departements. Neben der Gebietsverwaltung sind die
Departements vor allem für Gesundheits- und Sozialbereich, Infrastruktur sowie
Bau und Betrieb der Sekundarschulen verantwortlich. In den Departements
vertritt ein Präfekt die Staatsgewalt (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 104).
20

Die zentrale Organisation des französischen Hochleistungssports wird durch


das Sportministerium in Paris repräsentiert. Dessen Aufgabe ist es, den Sport
als Ganzes zu verwalten, zu entwickeln und zu kontrollieren sowie dem
Hochleistungssport Impulse zu geben. Es kontrolliert die Arbeit der Verbände
mittels Zielvereinbarungen, ist für die Vergabe finanzieller Mittel zuständig und
stellt den Verbänden außerdem Staatsbeamte für den Hochleistungssport zur
Verfügung. Darüber hinaus formuliert das Ministerium Richtlinien und Curricula
für die Ausbildung der Trainer und Mitarbeiter der öffentlichen Sportverwaltung,
deren Organisation ihm ebenfalls obliegt. Nicht zuletzt hat es auch umfassende
Kompetenz im Bereich der Gestaltung des Trainingsprozesses, da es z.B.
Vorgaben für die Ausgestaltung der Sport- und Trainingszentren, den
sogenannter pôles, formuliert. Neben dem Ministerium ist das Nationale
Olympische Komitee den Führungskräften zuzuordnen. Als überfachliche
Dachorganisation der Sportselbstverwaltung übernimmt es zahlreiche
Führungsaufgaben für den Hochleistungssport und ist z. B. auch für die
Ausbildung von Führungskräften in Vereinen und Verbänden verantwortlich (vgl.
KISS, 2009, S. 73).

Die Basis der Organisation wird durch die Sportvereine repräsentiert, denn hier
finden Sichtung und Training junger Nachwuchsathleten statt. Diejenigen
Athleten, die den Status eines Hochleistungssportlers innehaben, trainieren
beinahe ausschließlich in den pôles. Die mittlere Organisation des
französischen Sports wird vor allem durch die nationalen Sportfachverbände
gebildet. Neben den Sportverbänden olympischer und nicht-olympischer
Sportarten existieren außerdem Schul- und Universitätssportverbände, die
jeweils für einen speziellen Aufgabenbereich zuständig sind. Von den
Sportfachverbänden auf Ebene der Regionen und Departements werden
weitere Aufgaben wahrgenommen, insbesondere vermittelnde Funktion für die
dezentralen Organisationseinheiten der Fachverbände. Auch das
Sportministerium selbst weist Strukturen auf, die bis in die Regionen und
Departements reichen. Sie repräsentieren die öffentliche Sportverwaltung in
den jeweiligen territorialen Gebieten. Gleiches gilt für das Nationale Olympische
Komitee (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 581).
21

Neben den bereits genannten Hochleistungssport-Zentren, erbringt der Conseil


de Prévention et de Lutte contre le Dopage (CPLD) wichtige Dienstleistungen
für die Anti-Doping-Politik. Den Charakter eines wissenschaftlichen Hilfsstabs
haben außerdem einzelne Abteilungen des Institut national du sport, de
l'expertise et de la performance (INSEP) und ausgewählte
Forschungseinrichtungen an französischen Universitäten inne. Besondere
Bedeutung für den französischen Hochleistungssport hat die nationale
Kommission für den Hochleistungssport (Commission nationale du sport de
haut niveau), die wichtige strategische Steuerungs- und
Standardisierungsaufgaben übernimmt und damit der
„Technostruktur“ zuzuordnen ist. Sie setzt sich aus Vertretern des Nationalen
Olympischen Komitees und des Sportministeriums zusammen. Das
Sportministerium hat nicht zuletzt aufgrund der zahlreichen Beamten in den
Organisationen des Sports großen „standardisierenden“ Einfluss auf den
Hochleistungssport (vgl. KISS, 2009, S. 135).

Durch ihre steuernden Vorgaben und Kontrollen ist die Kommission


insbesondere für die pôles-Netzwerke der Fachverbände von Bedeutung.
Darüber hinaus bewertet sie auch die Strukturpläne der Technischen Direktoren
der Sportverbände. Schließlich formuliert sie die Kriterien für Einteilung und
Aufnahme der Hochleistungssportler in die Liste des Sportministeriums. Mit der
Préparation Olympique (PO) existiert eine weitere Organisation der
„Technostruktur“. Sie greift ebenfalls steuernd und beratend in den
Hochleistungssport und in die Arbeit, z. B. bei Talentfindung, Forschung und
Nominierung von Athleten, ein. Hinzuzurechnen sind außerdem einige
Mitarbeiter der Directions techniques nationales der Fachverbände, die etwa in
den Bereichen Trainerausbildung und Entwicklung der pôles-Netzwerke eine
wichtige Rolle spielen (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 582).

Besondere Bedeutung kommt im französischen Hochleistungssport dem


Sportministerium zu, welches in enger sportpolitischer Kooperation mit dem
Nationalen Olympischen Komitee Verantwortung trägt. Beide Organisationen
haben starken steuernden Einfluss auf den gesamten Hochleistungssport. Die
22

Basis der Organisation ist dabei im Nachwuchsbereich durch die Sportvereine


geprägt, im Spitzenbereich aber stützt man sich ausschließlich auf die
Stützpunkte, d. h. die pôles. Diese sind nach den Vorgaben des Ministeriums in
allen Regionen und Sportarten einheitlich ausgestaltet. Sehr stark ausgeprägt
ist auch die Mittlerorganisation, da sowohl die Sportfachverbände als auch das
Sportministerium und das NOK in allen Regionen und Departements eigene
Strukturen aufweisen. Diese können zwar nur bedingt eigenständige
Entscheidungen treffen, übernehmen aber wichtige „vermittelnde“ Aufgaben im
Bereich des Sports. Die Hilfsorganisation des französischen
Hochleistungssports ist hingegen eher gering ausgeprägt. Ganz anders ist die
technikorientierte Organisation praktisch für alle Bereiche des
Hochleistungssports von großer Bedeutung (vgl. KISS, 2009, S. 135).

Daraus lässt sich ableiten, dass für die Organisation des Hochleistungssports in
Frankreich insbesondere die starke Position des Sportministeriums, das
umfassenden Einfluss und Kontrolle auf alle Organisationen des Sports ausübt,
charakteristisch ist. Aus diesem Grund sind als Merkmale des französischen
Hochleistungssports die Zentralisierung desselben sowie eine hochgradig
standardisierte und formalisierte Verfahrens- und Kommunikationskultur zu
nennen (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 591).

2.2.5 Die Organisationen des Hochleistungssports in Australien


Australien ist ein demokratischer Staatenbund, bestehend aus sechs
Bundesstaaten und zwei Territorien. Die Gesetzgebung erfolgt in einem Zwei-
Kammer-System, dem Repräsentantenhaus mit 150 Abgeordneten und dem
Senat, der 76 Senioren aus den verschiedenen Bundesstaaten umfasst. Die
Bundesstaaten und Territorien weisen analoge Strukturen auf, wobei die
Bundesstaaten jeweils eigene Verfassungen haben. Die Bundeskompetenzen
umfassen insbesondere Außenpolitik, Verteidigung, Außenhandel,
Sozialversicherung, Bankwesen, Geldpolitik und Einwanderungspolitik. Nicht
ausdrücklich dem Bund zugeordnete Kompetenzen obliegen den Ländern.
Australien ist folglich föderalistisch organisiert, d.h. die verschiedenen Staates
23

und Territorien weisen jeweils eigene Regierungs- und Verwaltungsbehörden


auch für den Sport auf (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 101).

Die Funktion der Führungskraft übernehmen in Australien mehrere


Organisationen. Auf staatlicher Seite ist dies das Ministry of Communication,
Information Technology & the Arts. Insbesondere dessen zentrale Behörde, die
Australien Sports Commission (ASC), ist für die staatliche Sportpolitik und damit
für die wesentlichen Programme, Strukturen und Initiativen des
Hochleistungssports verantwortlich. Die zentrale Position des ASCs für den
Sport ergibt sich nicht zuletzt aus deren programmatischen Vorgaben,
strategischen Planungen, Zielsetzungen und koordinativen Aufgaben. Einen
weiteren wichtigen Bestandteil der Spitzenorganisation stellt im australischen
Hochleistungssport das Australian Olympic Committee (AOC) dar. Seine
Aufgaben umfassen vor allem Koordination und Organisation der Teilnahme
australischer Athleten an Olympischen Spielen sowie die Unterstützung der
einzelnen Fachverbände. Dabei ist insbesondere seine Unabhängigkeit von
staatlichen Finanzquellen für seine starke Position im Hochleistungssport
Australiens verantwortlich (vgl. Rütten, Ziemainz & Röger, 2005, S. 15).

Der Grundorganisation des australischen Hochleitungssports ist neben den


einzelnen Trainingsgruppen, Vereins- und Universitätsmannschaften vor allem
auch das Australian Institute of Sport (AIS) zuzuordnen. Dieses
Hochleistungszentrum stellt mit seinen Mitarbeitern die herausragende
Trainings- und Vorbereitungsstätte und damit die wichtigste
Dienstleistungseinrichtung des australischen Hochleistungssports dar. Hier
werden zahlreichen australischen Spitzenathleten die besten Trainings-
(Physiologie, Biomechanik), Service- (Ernährung) und Beratungsleistungen
(Psychologie) angeboten. Es besteht ebenso Zugang zu sportmedizinischen
Einrichtungen. Damit sind hier die Aufgaben der Hilfsorganisation geografisch
an einem Ort gebündelt. Eine ähnlich bedeutsame Stellung nehmen in den
einzelnen States und Territories die jeweiligen State academies und Institutes
for sport ein (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 574).
24

Vermittelnde Aufgaben im Sinne der Mittlerorganisation des


Hochleistungssports übernehmen in Australien zunächst die Sportfachverbände.
Sie steuern und kontrollierten jeweils den Teilbereich ihrer Sportart. Neben den
Sportfachverbänden sind Regierungs- und Verwaltungsbehörden der States
und Territories vorhanden, welche die vielfältigen Aufgaben in ihrem jeweiligen
Verwaltungsgebiet übernehmen. Ihr Aufgabenbereich umfasst neben Breiten-,
Freizeit- und Gesundheitssport insbesondere auch die Verantwortung für die
State academies bzw. das Institute of sport (vgl. ebd., S. 575).

Zur Hilfsorganisation des australischen Hochleistungssports gehören vor allem


die wissenschaftliche Abteilung des AIS und verschiedene universitäre
Einrichtungen Australiens, welche wissenschaftliche Leistungen für den
Hochleistungssport erbringen. Unterstützung leistet auch die Australia Sport
International (ASI), die Kontakte zwischen internationalen Unternehmen und
australischen Anbietern und Lieferanten aus der Sport- und Freizeitindustrie
herstellt. So wird die Verbindung zwischen Sport und Wirtschaft gestärkt. Die
Sports Industry Australia (SIA) zielt darauf ab, den Beitrag der Sport- und
Freizeitindustrie zur gesamtwirtschaftlichen Leistung zu erhöhen und das
Netzwerk zwischen gemeinnützigem Sport- und Freizeitbereich,
Sportartikelherstellern und Regierung zu stärken. Als bedeutsam ist auch die
Arbeit der Australian Sports Drug Agency (ASDA) für den australischen
Hochleistungssport anzusehen. Sie übernimmt sämtliche Aufgaben in der Anti-
Doping-Politik (vgl. ebd.).

Zur technikorientierten Organisation des australischen Hochleistungssports


zählt noch das Australian Coaching Council (ACC), das für Aus- und
Weiterbildung der Trainer verantwortlich ist und damit typische
Standardisierungsaufgaben im Bereich der Qualifikation übernimmt. Ähnliches
gilt für das National Elite Sports Council (NESC), dem im Bereich des
Spitzensports ebenfalls zentrale Bedeutung zukommt. Schließlich ist das Sport
and Recreation Ministers' Council als Teil der Technostruktur anzusehen.
Dieses übernimmt vornehmlich die Abstimmung zwischen Bund und Ländern in
Fragen der Sportpolitik Australiens (vgl. Digel, Burk & Fahrner, S. 595).
25

2.3 Zusammenfassung

Der deutsche Hochleistungssport wird dadurch charakterisiert, dass die


Führungsorganisation nur mit eingeschränkten Weisungsbefugnissen und
Steuerungsmöglichkeiten ausgestattet ist. Dies versucht sie vor allem über
finanzielle Zuschüsse und programmatische Vorgaben bzw. Pläne
wahrzunehmen. Die Basis der Organisation des deutschen Sports ist durch die
Sportvereine geprägt.
Der Versuch, zentrale Stützpunkte und Leistungszentren zu etablieren, ist nur in
einigen Bundesländern und vor allem nur in einigen Sportarten als gelungen
einzuschätzen. Ansonsten zeigt sich ein sehr differenziertes Bild; jeder Einzelne
ist mit großen Freiräumen ausgestattet. Dies ist nicht zuletzt der föderalen
politischen Struktur und der damit einhergehenden Konkurrenz zwischen den
Bundesländern geschuldet.
Ein weiteres Kennzeichen der Organisation des deutschen Sports ist, dass sie
in einigen Sportarten fast ausschließlich über Trainingsgruppen von
Bundeswehr, Zoll und Bundespolizei, sowie von zahlreichen Hilfsorganisationen
organisiert ist. Daraus lässt sich ableiten, dass die deutsche
Organisationsstruktur des Hochleistungssports zahlreiche Teilorganisationen
mit hoher Selbständigkeit und Unabhängigkeit aufweist.

An der Spitzenorganisation des US-amerikanischen Hochleistungssports steht


mit USOC eine einzige Organisation. Die Regierung des Bundes spielt dabei
keine Rolle. Die Grundorganisation teilt sich zum einen in Trainingsgruppen des
Verbandssystems und zum anderen in Sportmannschaften der Hochschulen
und der Universitäten, ein. Mit Abstrichen sind auch militärische Einrichtungen
zu sehen.
Die Mittlerorganisation wiederum besteht v. a. aus den Fachverbänden sowie
den Organisationen Major Team Sports und State Olympic Committees. In der
Hilfsorganisation sind insbesondere die Schulen und Hochschulen zu verorten,
die eigene Sportmannschaften unterhalten. Außerdem hat sich die USADA zu
einer wichtigen Organisation entwickelt. Als technikorientierte Organisation
erweisen sich schließlich die sportwissenschaftlichen Bereiche einiger
26

Universitäten. Gleiches gilt für private wissenschaftliche Einrichtungen. So ist es


für den US-amerikanischen Hochleistungssport typisch, dass sich die
Fachverbände einerseits, trotz ihrer teilweisen finanziellen Abhängigkeit vom
USOC, für ihre Sportart verantwortlich zeigen und andererseits ihren regionalen
Verbänden hohe Autonomie gewähren. Somit stellt der Hochleistungssport der
USA eine Spartenstruktur dar, die hinsichtlich der Bausteine und verschiedenen
Koordinationsmechanismen als konsistent gelten kann (vgl. Digel, Burk &
Fahrner, 2006, S. 593).

Zusammenfassend für den britischen Hochleistungssport lässt sich festhalten,


dass die Führungsorganisationen des Sports sich als sehr vielfältig erweisen.
Primär gehören hierzu die DCMS, Sports Kabinett, BOA und UK Sport. Dabei
bilden die Sportvereine die Basis der Organisation und werden vom Netzwerk
des UKSI konstituiert. Zudem ist auch die mittlere Organisation des britischen
Hochleistungssports stark ausdifferenziert. Zusätzlich gibt es bei den „Sport
councils“ der „Home countries“ und den regionalen Sportfachverbänden weitere,
sportart-interne Ausdifferenzierungen, sodass neben der föderalen politischen
Struktur auch innerhalb der Sportarten vielfältige Mittlerorganisationen zu
erkennen sind. Der „Hilfsstab“ des britischen Sports wiederum umfasst vor
allem Organisationen, die eher indirekt auf den Hochleistungssport einwirken.

Es sind ebenso einige sportwissenschaftliche Institute zu erkennen, die ihren


Schwerpunkt auf Forschungs- und Beratungsleistungen des
Hochleistungssportes gelegt haben. Schließlich ist der technikorientierten
Organisation „sports coach UK“ zu nennen, die wesentliche Angelegenheiten
für den Trainerberuf regelt. Charakteristisch für die Organisation des
Hochleistungssports im United Kingdom ist die Tatsache, dass die
Führungsorganisationen zwar Steuerungsfunktionen ausüben, ihr Einfluss und
die von ihnen ausgeübte Kontrolle der Strukturen des Sports jedoch
eingeschränkt sind (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 594).

Im französischen Hochleistungssport kommt besondere Bedeutung dem


Sportministerium zu, das in enger sportpolitischer Kooperation mit dem
27

Nationalen Olympischen Komitee Verantwortung trägt. Beide Organisationen


haben starken steuernden Einfluss auf den gesamten Hochleistungssport.
Die Basis der Organisation ist dabei im Nachwuchsbereich durch die
Sportvereine geprägt, im Spitzenbereich aber stützt man sich ausschließlich auf
die Stützpunkte, d. h. die pôles. Diese sind nach den Vorgaben des
Ministeriums in allen Regionen und Sportarten einheitlich ausgestaltet. Sehr
stark ausgeprägt ist auch die Mittlerorganisation, da sowohl die
Sportfachverbände als auch das Sportministerium und das NOK in allen
Regionen und Departements eigene Strukturen aufweisen. Diese können zwar
nur bedingt eigenständige Entscheidungen treffen, übernehmen aber wichtige
„vermittelnde“ Aufgaben im Bereich des Sports.

Die Hilfsorganisation des französischen Hochleistungssports ist hingegen eher


gering ausgeprägt. Ganz anders ist die technikorientierte Organisation praktisch
für alle Bereiche des Hochleistungssports von großer Bedeutung. Daraus lässt
sich ableiten, dass für die Organisation des Hochleistungssports in Frankreich
insbesondere die starke Position des Sportministeriums, das umfassenden
Einfluss und Kontrolle auf alle Organisationen des Sports ausübt,
charakteristisch ist. Aus diesem Grund sind als Merkmale des französischen
Hochleistungssports die Zentralisierung desselben sowie eine hochgradig
standardisierte und formalisierte Verfahrens- und Kommunikationskultur zu
nennen (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 591).

Der australische Hochleistungssport zeigt mit dem Ministry of Communication,


Information Technology & the Arts eine starke staatliche Dachorganisation.
Somit übt hier der Staat großen Einfluss auf den Sport aus. Die
Grundorganisation ist durch die Sportvereine geprägt. Gerade im
Hochleistungssport sind aber mit den Trainingszentren Bündelung der Kräfte
und Kombination mit Service-Einrichtungen der Hilfsorganisation erkennbar. In
Folge der föderalen politischen Verfasstheit des Landes zeigt sich auch im
Bereich des Hochleistungssports eine stark ausgeprägte Mittleroganisation.

Deren Bedeutung wird jedoch von der starken Position, die die
28

Dachorganisation innehat, in einigen sportpolitischen Bereichen relativiert.


Hilfsorganisationen, die in direktem Bezug zum Hochleistungssport stehen, sind
wenige zu finden. Besondere Arbeit leistet aber die nationale Anti-Doping-
Agentur ASDA. Schließlich ist es für die technikorientierten Organisationen
charakteristisch, dass sie zur Standardisierung im Trainerbereich beitragen. Von
besonderer Bedeutung ist auch, dass über das Sport and Recreation Ministers´
Council eine wichtige Abstimmung zwischen Bund und Ländern, also zwischen
der Dachorganisation und der Mittlerorganisation oder der Grundorganisation
erfolgen kann (vgl. Digel, Burk & Fahrner, 2006, S. 595).

Insgesamt ist festzustellen, dass sich in den beschriebenen Ländern deutliche


Unterschiede in den Organisation- und Steuerungsstrukturen im Sport ergeben.
Dabei reicht das Spektrum von einer stark dezentralen bzw. föderalen Struktur
wie in Deutschland bis hin zu sehr starken Eingriffen des Staats in die
Entwicklung des Spitzensports wie in Australien und Frankreich.
Unisono gilt, dass der Staat überall in den dargestellten Nationen sehr stark in
den Hochleitungssport eingreift und vor allem mit Hilfe finanzieller
Unterstützung intensiv politisch steuert. In allen untersuchten Ländern stehen
umfangreiche Forschungsinstitute und wissenschaftliche Beratungsstellen zur
Unterstützung des Hochleistungssports zur Verfügung.

Unterschiedliche Bedeutung für die Entwicklung des Hochleistungssports


kommt dem Militär und der Polizei zu. Während diese Organisationen in den
angelsächsischen Ländern fast ohne Bedeutung sind, erhalten sie in
Deutschland oder auch in Frankreich hohe Bedeutung. Bei Letzteren spielen sie
zumeist als staatliche Absicherung der Versorgung aber auch zur
Verfügungsstellung von Trainingsinfrastruktur in einigen Sportarten, z.B. beim
Biathlon, eine wichtige Rolle. Bedeutsam sind hier vor allem die
Sportkompagnien der Bundeswehr als auch des Zolls.

Nachdem nun die Sportorganisation in fünf verschiedenen Ländern beschrieben


wurden, soll im nachfolgenden Kapitel auf die Entwicklung und den heutigen
Entwicklungsstand des Sportes in Südkorea näher eingegangen werden. Dies
29

ist notwendig, denn eine Delphi-Studie, welche die Entwicklung des


koreanischen Rudersports zum Gegenstand hat, kann nur dann sinnvoll sein,
wenn man auch die Voraussetzungen, welche das Land Korea dem Sport bietet,
überblickt. Deshalb soll nun auf die Entwicklung des Sportes in Korea
eingegangen werden.
30

3. Die Situation des Hochleistungssports Rudern in Südkorea


3.1 Entwicklung des modernen Sports in Korea

Erstmals tritt der moderne Sport in Korea während der gesellschaftlichen


Modernisierungswelle Ende des 19. Jahrhunderts mit der Öffnung der Häfen
zur Außenwelt in Erscheinung. So wird am 2. Februar 1895 ein
„Erziehungserlass“ von König Kojong proklamiert, in dem die körperliche
Erziehung neu geregelt wird (vgl. Kim, 2008, S. 17; Oh, Ha & Jeong, 2001, S.
402). 1896 findet die erste koreanische Sportveranstaltung namens Hwaryuhoe
in Seoul statt. Danach organisiert jede Schule einige Wettkämpfe, deren
Schwerpunkt zumeist in der Leichtathletik liegen. Eine Organisation, die
besonders zur Verbreitung des westlichen Sports beigetragen hat, ist die 1903
gegründete Vereinigung der Kaiserlichen Christlichen Jugend, die 1920 in
YMCA (Young Men‘s Christian Association) umbenannt wird. Diese Vereinigung
veranstaltet zum ersten Mal im Jahr 1906 in Korea eine Baseballmeisterschaft
und trägt mit weiteren Aktivitäten zur Entwicklung des westlichen Sports in
Korea in vielfältiger Weise bei. 1906 wird der erste koreanische Sportverein
namens Taehan Chejuk-Gulakbu gegründet. Er stellt die erste koreanische
Fuβballnationalmannschaft und ist Vorreiter der Entstehung zahlreicher weiterer
Vereine und Verbände (vgl. Kim, 2008, S. 19; Na, 1981).

Weitere Veränderungen auf der Ebene der Sportvereine finden unter der
japanischen Kolonialverwaltung (1910-1945) statt. So gründen 1919 die
Japaner den koreanischen Sportverband, Choseon-Hyuphoe. Einige Koreaner
gründen Choseon-Chejukhoe am 13. Juli 1920. Als Gegenbewegung werden
verschiedene Vereine mit nationalistischem Anstrich gegründet. Im November
1920 veranstalteten die koreanischen Vereine die erste landesweite
Meisterschaft im Baseball (vgl. Kim, 2008, S. 21; Oh, Ha & Jeong, 2001, S.
452). 1934 finden die erste „Landesmeisterschaft für alle Sportarten „statt,
welche 1948 in „das nationale Sportfestival“ umbenannt wurde (Ministerium für
Kultur, Sport und Tourismus, 2010, S. 247). Zwar organisieren die Koreaner
diese Ereignisse, dennoch werden die Qualifikationsleistungen der
koreanischen Sportler für die Teilnahme an internationalen Wettbewerben durch
31

den koreanischen Sportverband kontrolliert. Als Beispiel hierfür ist Sieger


Keechung Sohn zu nennen, der bei den Olympischen Spielen 1936 in Berlin
teilnimmt und der Choseon-Chejukhoe angehört (vgl. Lee, 2008, S. 687).

Die Befreiung von der japanischen Herrschaft am 15. August 1945 zieht auch
im Bereich des Sports entscheidende Änderungen nach sich. Schon am 17.
August wird die Koreanische Genossenschaft, Choseon Chejuk-Dongjihoe, als
Nachfolgeorganisation des Choseon Chejukhoe gegründet. Durch die
Anerkennung des Koreanischen Olympischen Komitees durch das IOC erhöht
sich der internationale Status des koreanischen Sports. Demzufolge kann
Korea im Juli 1948 erstmals unter eigenem Landesnamen an den Olympischen
Spielen in London teilnehmen. Allerdings wird im September des Jahres die
koreanische Halbinsel in zwei Staaten geteilt. Der Koreakrieg (1950-1953)
bremst jegliche sportliche Entwicklung. Trotz des Koreakrieges beteiligt sich
eine Mannschaft aus Südkorea 1952 an den Olympischen Spielen in Helsinki
und kann im Boxen und Gewichtheben jeweils eine Bronzemedaille gewinnen
(vgl. Lee, 2008, S. 679).

Es gilt dabei zu konstatieren, dass die Entwicklung des Hochleistungssports in


Korea ganz stark von den politischen Abgrenzungsprozessen zunächst gegen
Japan und nach dem Koreakrieg als Abgrenzung gegen den kommunistischen
Nachbarn im Norden zu sehen ist. In diesem Punkt ergeben sich große
Ähnlichkeiten mit der Entwicklung des geteilten Deutschlands nach dem
zweiten Weltkrieg. Es verwundert daher nicht, dass ein staatlich gelenkter
Sportnationalismus – im Gegensatz zu Deutschland – noch heute festzustellen
ist.

In der Dritten Republik (1960-1979) entwickelt sich der südkoreanische Sport in


rasanter Weise. Dabei wird die Sportverwaltung bei der Umgestaltung der
Regierungsinstitutionen systematisch auf- und ausgebaut. Die dem Amt für
Kultur und Sport unterstellte Sportabteilung wird zum Sportamt erhoben. 1962
bekräftigt die Regierung die Bedeutung der Sportpolitik durch den Erlass eines
32

„Sportgesetzes“ und die Einrichtung eines „Sporttages“. Kisoo Kim gewinnt im


Jahre 1966 bei den Box-Weltmeisterschaften im Juniormittelgewicht erstmals
einen internationalen Titel (vgl. Kim, 2008, S. 27). Außerdem erringt die
koreanische Mannschaft bei der Frauenbasketball-WM 1967 (vgl. ebd.) den
zweiten Platz.

In der industrialisierten Gesellschaft der 1970er Jahre bilden sich in Korea


zahlreiche Betriebsmannschaften. Somit entsteht eine neue, solide Basis für
den koreanischen Sport. Folglich können sich bereits in den Mittel- und
Oberschulen gut trainierte Sportler an den Universitäten weiterbilden und
werden nun von den Betriebsmannschaften unter Vertrag genommen. Dieser
Prozess ist richtungsweisend für die kontinuierliche Entwicklung des
koreanischen Leistungssports. So erzielen koreanische Sportler in den 1970er
Jahren zunehmend hervorragende Leistungen auf internationaler Ebene.
Besonders beachtlich ist der Mannschaftssieg bei der Tischtennis-WM 1973 in
Sarajevo. Jungmo Yang gewinnt bei den Olympischen Spielen 1976 in Montreal
die erste Goldmedaille nach der Gründung der Republik Korea (vgl. ebd., S. 27).

In den 1980er Jahren tritt Korea in den Blick der Weltöffentlichkeit. 1981 wird
Seoul zum Austragungsort der Olympischen Sommerspiele 1988 gewählt. Im
Zuge dessen wird 1982 die Abteilung für Sport, die ursprünglich dem
Ministerium für Bildung angehörte, zu einem selbständigen Ministerium für
Sport erhoben. Demgemäß ist seitdem die Entwicklung des koreanischen
Sports durch den Beginn der Professionalisierung gekennzeichnet. Die Profi-
Liga im Baseball startete im März 1982 nach knapp viermonatiger Vorbereitung,
das Profi-Sireum, worunter traditionelles koreanisches Ringen zu verstehen ist,
im April 1983 und der Profi-Fußball im Mai desselben Jahres. 1982 gewinnt
Korea bei der WM im Amateur-Baseball gegen Japan die erste Meisterschaft in
der Geschichte des koreanischen Baseballs. 1983 erreicht die U20-Mannschaft
im Fußball bei der Weltmeisterschaft in Mexiko das Halbfinale. Bei den
Olympischen Spielen Los Angeles gelangt Korea auf den 10. Platz. Die
Asienspiele 1986 in Seoul sind die erste große internationale
33

Sportveranstaltung, die von Korea veranstaltet wird (vgl. ebd., S. 31).


Einen extremen Schub für die Sportentwicklung in Südkorea bedeuteten die
olympischen Spiele in Seoul 1988. In deren Folge eine ganze Reihe
sportwissenschaftlicher Institute und infrastrukturelle Einrichtungen für den
Spitzensport entstanden sind. Die besondere Bedeutung des Sports als Mittel
der koreanischen Politik verdeutlicht die versuchte Annäherung mit dem
Nordkorea in diesem gesellschaftlichen Feld. In den 1990er Jahren versucht die
Republik Korea einen Sportaustausch mit der Volksrepublik im Norden
einzuleiten. Am 11. Oktober 1990 findet das Fußballspiel für die
Wiedervereinigung Süd- und Nordkoreas in Pjöngjang statt (vgl. Lee, 2008, S.
878).
Die Hoffnungen auf eine Wiedervereinigung haben sich jedoch – im Gegensatz
zur deutschen Geschichte – bislang nicht bestätigt. Nichts desto trotz oder auch
vielleicht gerade deshalb hat das koreanische Sportsystem in den letzten 20
Jahren eine rasante Entwicklung durchgemacht. Dies gilt sowohl für den
Hochleistungssport in dem man inzwischen zu den führenden Nationen der
Welt gehört, wie der Medaillenspiegel von olympischen Spielen eindrucksvoll
belegt.

1992 erreicht die koreanische Mannschaft bei den Olympischen Spielen in


Barcelona den 7. Platz. Im Jahr 2012 bei den Olympischen Spielen in London
gehört Südkorea auf Position 5 zu den führenden Sportnationen weltweit. Es
liegt damit genau eine Position vor Deutschland.

Aber nicht nur in den Sommersportarten ist ein Leistungszuwachs in den letzten
Jahren und Jahrzehnten evident. Nach der ersten Hälfte der 1990er Jahre
steigert sich die koreanische Leistung zudem in den Wintersportarten in
bemerkenswerter Weise. Bei den Winterspielen 1994 in Lille Hammer erringt
Korea allein im Short-Track sechs Medaillen. Im Mai 1996 vergibt die FIFA die
Ausrichtung der Fuβball-WM 2002 an Korea und Japan.
Ende der 1990er Jahre wird es unter koreanischen Sportlern besonders beliebt,
ihre sportlichen Aktivitäten ins Ausland zu verlegen. Sie trainieren und spielen
dann hauptsächlich im Bereich des amerikanischen und europäischen
34

Profisports z.B. in Baseball, Golf, Fuβball. Spätestens nach der Ausrichtung der
Fuβball-WM 2002 hat der koreanische Sport als Massenphänomen seinen Platz
in der Gesellschaft eingenommen (vgl. Kim, 2008, S. 33).
Es gilt jedoch zu konstatieren, dass der „kalte Sportkrieg“ der auch im
Nachkriegseuropa im Ost-West Konflikt eine große Rolle spielte in Korea als
Relikt des kalten Krieges immer noch vorhanden ist (vgl. Kern & Köller, 2005, S.
280).
Trotz einiger Versuche den – vor allem von südkoreanischer Seite – den Sport
als Vehikel einer Annäherung zu nutzen, ist insgesamt festzustellen, dass der
Sport immer noch vielmehr dazu beiträgt, die Teilungsideologie zu verstärken
(Kim, 2008, S. 34). Durch die erhöhte Unterstützung und die Erfolge des
Elitesports soll das eigene politische System legitimiert und das
Nationalprestige erhöht werden.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die herrschende politische Kultur
Koreas wie die japanische Besatzung (1910-1945), der Koreakrieg (1950-1953),
die militärische Regierung (1961-1979), die fünfte und sechste Republik in Form
der generalstabsmäßigen Politik (1980-1993) jederzeit vom Militarismus
dominiert wurde. Dies führte insbesondere dazu, dass sich der koreanische
Sport stark zentral orientieren und in kürzerer Zeit rasch entwickeln konnte, da
die Regierung eine aktive Sportpolitik betrieb, um das nationale Prestige mit
Hilfe des Sports zu erhöhen. Das Vorhandensein eines eigenen nationalen
Sportministeriums dokumentiert den gesellschaftlichen Stellenwerts des Sports
in Südkorea eindrucksvoll und untermauert gleichzeitig die starke politische
Steuerung dieses gesellschaftlichen Teilbereichs in der koreanischen
Gesellschaft.

3.2 Aktuelle Sportpolitik der koreanischen Regierung

Die aktuelle Sportpolitik der Regierung basiert auf der „kulturellen Vision 2008-
2012“. Dabei wird sie von der folgenden Devise geprägt: „freundliche Koreaner
und durch den Sport ein freundliches Land“ (vgl. Ministerium für Kultur, Sport
und Tourismus, 2010, S. 56).
35

Im Hinblick auf den Hochleistungssport sollten sowohl das systematische als


auch das wissenschaftliche Training der Nationalmannschaft für die
Olympischen Spiele 2012 eine intensive Unterstützung und Stärkung des
Fördersystems ihrer Sporttalente erhalten. Selbst hinsichtlich der unbeliebteren
Sportarten werden die Trainingsbedingungen durch den differenzierten Ausbau
der sportlichen Einrichtungen weitgehend verbessert (vgl. ebd.).

Insbesondere „unbeliebte Sportarten“, zu denen z.B. auch das Rudern gehört,


sollen durch die koreanische Sportpolitik belebt werden. Nach den olympischen
Spielen 2008 hat das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus beschlossen,
die Wassersportarten, wie Schwimmen, Rudern, Kanusport und Segeln intensiv
zu fördern. Dies liegt wohl nicht zuletzt an der Tatsache, dass 85 von 301, also
rund 30% der olympischen Entscheidungen die Wassersportarten betreffen.
Zudem besteht, nach Angabe des koreanischen Sportinstitutes (KISS), bei der
Verteilung der Medaillen aus den olympischen Spielen 2008 noch ein
gravierender Unterschied im Vergleich mit den im Wassersport dominierenden
Nationen (vgl. KISS, 2008, S. 63).

Gerade nach der Amtseinführung des jetzigen Präsidenten Lee Myung-Bak


entwickelt sich eine der wichtigsten politischen Herausforderungen: das
sogenannte „Vier-Flüsse-Projekt“. Dabei geht es auch um die Verbesserung der
Trainingsbedingungen durch den Ausbau der sportlichen Einrichtungen, wie z.B.
den Ausbau der Ruderstrecken für das Renn- und Freizeitrudern. Von diesem
politischen Hintergrund ist auch die Austragung der Ruderweltmeisterschaft
2013 in Chungju zu sehen. Der Chungju-Staudamm ist ein Teil des „Vier-
Flüsse-Projekts“ (vgl. ebd.).

Ferner hat das Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus seit 2006 ein
fünfjähriges nationales Projekt initiiert. Hier sollen deutsche Sport-Systeme wie
die „Vereinsstruktur“ in Südkorea eingeführt und veraltete Systeme
gegebenenfalls abgeschafft werden. Dadurch konnte der erste
Wassersportverein in Pohang entstehen, der sein Augenvermerk insbesondere
auf das Rudern legt. Dieser wird sowohl vom Ministerium für Kultur, Sport und
36

Tourismus als auch von den Angehörigen ländlichen, städtischen Institutionen


finanziell unterstützt (vgl. ebd.).

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die koreanische Regierung


systematisch den „medaillienträchtigen Wassersportbereich“ als wichtiges
Handlungs- und Förderfeld identifiziert hat. Durch umfangreiche strukturelle
Investitionen in die wassersportliche Infrastruktur sowie durch Veränderungen in
der Organisationsstruktur sollen Verbesserungen im Wassersportbereich erzielt
werden. Eine wichtige Rolle als Katalysatoren spielen dabei auch geplante
Großveranstaltungen wie die Ruderweltmeisterschaft im Jahr 2013.

3.3 Entwicklung des Rudersports in Südkorea

Zunächst ist zu erwähnen, dass die Koreaner den modernen Rudersport von
den Japanern übernommen haben. Japan orientierte sich schon früh
westeuropäisch und ist immer schon als Handelspartner von Großbritannien
westlichen Sportarten nicht abgeneigt gewesen.

Das Jahr 1919 gilt als Geburtsstunde des Ruderns in Korea. Eine Gruppe
koreanischer Studenten, die in Japan studierten, schenkten der „Chung-Aung
Oberschule“ in Seoul ein Ruderboot (vgl. KRA, 2001, S. 9). 1925 exportiert
Japan einige Ruderboote nach Korea. Seit diesem Jahr werden regelmäβig
Ruderwettkämpfe auf dem Han-Fluβ in Seoul ausgetragen. Jedoch wird diese
Tradition durch den Koreakrieg 1950 unterbrochen. Die Boote und Bootshäuser
werden durch den Krieg zerstört. Trotzdem kann dies die Entfaltung des
Ruderns in Südkorea nicht aufhalten.

Angesichts zahlreicher Studentenbewegungen fördert die Politik der Dritten


Republik die Entwicklung des Rudersports. So beginnt 1962 die Regierung, den
Rudersport durch den Import von Ruderbooten (Renn- und Gigboote) neu zu
beleben. Es bilden sich aber keine Vereine nach europäischem Muster, sondern
das Rudern wird vornehmlich an Universitäten betrieben. Der Koreanische
37

Ruderverband wird ebenfalls 1962 gegründet und organisiert noch im Oktober


desselben Jahres eine groβe Regatta, an der 522 Studenten von 35
unterschiedlichen Universitäten teilnehmen (vgl. Park, 2008, S. 44). Zwar
besitzen die Universitäten damals keine eigenen Boote, allerdings stellt der
koreanische Ruderverband diese sowohl für das Training als auch für den
Wettkampf zur Verfügung.

Den ersten internationalen Wettkampf bestreiten die koreanischen Ruderer im


Achter 1964 bei den Olympischen Spielen in Tokio. 1965 wird der Koreanische
Ruderverband Mitglied des internationalen Ruderverbandes (FISA) (vgl. FISA,
2012). Die ersten Rudermannschaften an Schulen bilden sich 1963 (vgl. KRA,
2001, S. 103). Seit 1968 findet jährlich ein internationaler
Schülervergleichskampf zwischen Korea und Japan statt. Dabei zeigte sich in
der Vergangenheit die technische Überlegenheit der japanischen gegenüber
den koreanischen Mannschaften deutlich. Dieses Defizit solle mit Hilfe eines
Austauschprogramms zwischen beiden Ländern beseitigt werden. Eine solche
Zusammenarbeit mit dem ehemaligen Kolonialherren Japan stellt einen
epochalen Entwicklungsprozess dar. Gleichzeitig gab sie den Startpunkt zum
Versuch, den Rudersport im gesamten Land stärker und strukturierter zu
verbreiten. In der Folge entstehen zahlreiche Landesruderverbände: 1969 wird
der erste in Gangwon-do, 1972 der zweite in Gyeongsangnam-do und 1973 der
dritte Landesruderverband in Gyeonggi-do gegründet (vgl. KRA, 2001, S. 110).

Nicht nur die Zusammenarbeit mit Japan gab der koreanischen Entwicklung des
Ruderverbandes wichtige Impulse, sondern auch eine Kooperation mit
Deutschland. Eine Wende erfährt der koreanische Rudersport in der
Kooperation mit Deutschland. So bildeten u.a. der „deutsche
Ruderprofessor“ Karl Wiepcke die koreanischen Trainer aus. Weiterhin spendet
im November 1972 die Regierung der Bundesrepublik Deutschland zwecks
Kulturaustausches zwei Rennruderboote (vgl. Chae, et. 2010, S. 6).

Ferner steigert der koreanische Rudersport in den 80er Jahren, durch den
38

Einfluss der Sportpolitik und durch die Teilnahme an internationalen


Wettkämpfen, seine Leistungsfähigkeit. Der Koreanische Ruderverband ist im
Jahre 1982 auch Gründungsmitglied des Asiatischen Ruderverbandes (ARF).
Noch im selben Jahr gelang den koreanischen Ruderern der erste
internationale Erfolg. Bei den Asienspielen in Neu-Delhi gewinnt man zwei
Bronze-Medaillen. Weiterhin nimmt 1984 die koreanische
Nationalrudermannschaft an der ersten Studenten-WM in Mailand und an den
Olympischen Spielen in Los Angeles teil. Ein weiterer Entwicklungshöhepunkt
des koreanischen Ruderverbands ist die Austragung der Asienspiele 1986
sowie der Olympischen Spiele 1988. Am Han-Fluss wird für diese beiden
Veranstaltungen eine moderne Regattastrecke gebaut, welche die Attraktivität
des Rudersportes in der Bevölkerung erhöht (vgl. Park, 2008, S. 47).

In den 1990er Jahren plant der koreanische Rudersport mit der Volksrepublik
China ständigen Kontakt aufzunehmen, um das Verhältnis zwischen beiden
Ländern und den Rudersport weiter zu verbessern. Als 1990 die XI. Asien-
Spiele in Peking stattfinden, dominiert die Volksrepublik China bei den
Ruderwettkämpfen und gewinnt alle 14 möglichen Goldmedaillen. Die
teilnehmenden Mannschaften aus Nordkorea erringen fünf Silber- und drei
Bronzemedaillen, die Süd-Koreas vier Silber- und fünf Bronzemedaillen (vgl.
Park, 1991, S. 67). Das Sportaustauschprogramm zwischen der Republik Korea
und der Volksrepublik China ist immer noch gültig. Bei den Asienspielen 2006 in
Katar konnte Südkorea auf internationaler Ebene erstmals eine Goldmedaille im
Einer gewinnen (vgl. Park, 2008, S. 49).

Seitdem werden zahlreiche Versuche unternommen, den Rudersport in Korea


attraktiver zu machen. So gibt es im Jahr 2011 ein halbjähriges Projekt mit
einem Fernsehsender, an dem sogar bekannte Schauspieler teilgenommen
haben. In diesem Rahmen wird eine Sonderregatta, die sogenannte „STX Cup
Korea Open Regatta“ ausgetragen, für welcher unter anderem weltbekannte
Universitäten aus Melbourne/Australien, Oxford/England, Keio/Japan
eingeladen werden. Allein für die Fernsehproduktion hat KRA 754,360,180Won
- mehr als eine halbe Million Euro ausgegeben (vgl. KRA, 2011, S. 76).
39

Für die Fernsehaufzeichnung wird ein Sonderrennen zwischen den fünf besten
Oberschulen in Korea ausgetragen. Die Teams lernen nur ein halbes Jahr lang
unter der Organisation der jeweiligen Schule das Rudern. Die meisten Schüler,
die freiwillig an dem Rennen teilnehmen, erhoffen sich Vorteile bei der
Bewerbung an bekannten Universitäten, wie z.B. Oxford, Cambridge, Harvard,
Yale. Ein ähnliches Sonderrennen wird auch in diesem Jahr in Chungju
ausgetragen. Resultierend aus diesem Projekt gibt es gerade von Seiten der
Jugendlichen beim KRA viele Anfragen nach einem Ruderverein, welche sich in
unmittelbarer Nähe von deren Wohnort befinden.

3.3.1 Die Organisation des Rudersports in Südkorea


Der 1962 gegründete Koreanische Ruderverband (KRA) widmet sich der Pflege
des Rudersports. Bisher wird der Leistungssportgesondert berücksichtigt.
Hauptaufgabe der KRA ist es die öffentliche Verbreitung des Rudersports zu
verbessern, indem man den Menschen und deren Gesundheit fördert. Zudem
soll die KRA durch die generelle Führung der Ruderorganisationen Trainer
ausbilden um somit das nationale Prestige zu steigern und zur Entwicklung der
nationalen Kultur beizutragen (vgl. Ziel und Aufgebe des KRA, 2012).

Darüber hinaus erfüllt die KRA folgende Funktionen respektive Aufgaben:

1. Grundlegende politische Entscheidungen bezüglich des Rudersports


2. Austragung und Teilnahme an internationalen Wettkämpfen
3. Aufsicht von allen teilnehmenden Organisationen und die Unterstützung
der Mitgliedsorganisationen
4. Zielsichere Ausbildung der Trainer und Förderung der Athleten
5. Zielgerichtete Forschung und nationale Verbreitung des Ruderns
6. Veranstalter und Gastgeber von nationalen Wettkämpfen
7. Forschung der einzelnen Rudertechnik und deren wirtschaftliche
Unternehmen
8. Forschung, Installation und Nachsorge von Einrichtungen
9. Literatursammlung und statistische Datenerhebung des Ruderns
10. Öffentlichkeitsarbeit und Aufklärung
40

11. Ordnen der notwendigen Ausrüstung und deren Überprüfung


12. Andere notwendige Projekte für die oben genannten Ziele und Aufgabe
13. Organisation von Freizeitrudern (vgl. Satzung des KRA, 2012).

Im Jahr 2012 gibt es 14 Landesruderverbände in Südkorea. Die


Landesverbände mit ihren Präsidenten, Vizepräsidenten und Geschäftsführern
bilden das Fundament der KRA. Ein Gremium sowie den Rudertag (vgl. DRV,
2012, Rudertag) als Mitgliederversammlung gibt es in Korea nicht. Stattdessen
wird der Verband durch einen Präsidenten geleitet, dem zurzeit vier
Vizepräsidenten, 14 Repräsentanten, 20 Vorstandsmitgliedern und ein
Geschäftsführer zur Seite stehen. Die Amtszeit des Präsidenten beträgt vier
Jahre und er kann wiedergewählt werden. Die vier Vizepräsidenten bilden
zusammen mit dem Präsidenten das Präsidium und arbeiten an dringenden
Entscheidungen wie z.B. Sanktionen. Die Repräsentanten sind die 14
Präsidenten der Landesverbände. Sie nehmen an der direkten Präsidentenwahl
teil. Ebenso treffen sie die letzten Entscheidungen für einen Jahresplan des
KRA, welcher vom Vorstand vorher verabschiedet wurde. Der Vorstand bildet
zahlreiche Unterausschüsse für besondere Aufgaben wie z.B. Athleten,
Leistungsentwicklung, Wettkämpfe, Freizeitrudern, Schiedsrichter,
Regattawesen oder auswärtige Angelegenheiten (vgl. Organisation des KRA,
2012).

Von der Organisationsstruktur des KRA lässt sich ableiten, dass fast alle
Kommissionsmitglieder aktive Trainern sind und in anderen komplexen
Bereichen gebunden sind. An einem Schaubild soll im Folgenden die Struktur
verdeutlicht werden:
41

Präsident

LEE, JC(Vize-Präsident von STX)

Thesaurus
Vize-Präsident
KIM, TS
CHOI, CK(KSNU, Rektor) (Präsident von Landesverband GN)
JANG, DG(SDAU, Prof.) SON, HG
BYUN, WT(KNSU, Prof.) (Abteilungsleiter von STX)
JIN, YN(Geschäftsführer von HG)

Repräsentant
Geschäftsführung Vorstand
(Präsident von Landesverbänden)

LEE, GB(Genenalsekretär)

Verwaltungsdirektor
Abteilungsleiter
Verwaltungsarbeit
Finanzarbeit
Auslandsarbeit
Gehilhe

Genenalsekretär
Seoul Gangwon
(Hochschultrainer) Vorstandmitglieder
Kommission
(Zahnarzt)
Öffentlichkeitsarbeit
Busan Chungbuk
(Unternehmer) Vorstandmitglieder
(Hochschultrainer)
Gesetzgebung/Belohnung Finanzen
Daegu Chungnam
Vize-Präsident (Chef von STX) Vorstandmitglieder
(Sportlehrer)
Athlet Technik
Incheon Jeonbuk
Vize-Präsident (Betriebstrainer) Vorstandmitglieder
(Forscher)
Leistung Training
Gwangju Jeonnam
Vize-Präsident (Betriebstrainer) Vorstandmitglieder
(Betriebstrainer)
Wettkampf Wettkampf
Daejeon Gyeongbuk
Vorsitzender von Wettkampf (Unternehmer) Vorstandmitglieder
(Nationaltrainer)
Breitensport Breitensport
Daejeon Gyeongnam
Vorsitzender von Breitensport (Betriebstrainer) Vorstandmitglieder
(Betriebstrainer)
Schiedsrichter Schiedsrichter
Vorsitzender von Schiedsrichter (Schultrainer) Vorstandmitglieder
(Betriebstrainer)
Regattawessen Regattawesen
Vorsitzender von Regattawesen (Betriebstrainer) Vorstandmitglieder
(Betriebstrainer)
Auslandsdienst Auslandsdienst
Vorsitzender von Auslandsdienst Unternehmer Vorstandmitglieder
(Betriebstrainer)

Seoul Busan Daegu Incheon Gwangju Daejeon Daejeon


1980 1973 1982 1975 1986 1992 1973

Gangwon Chungbuk Chungnam Jeonbuk Jeonnam Gyeongbuk Gyeongnam


1969 1977 1976 1975 1975 1976 1972

Abb. 4: Organisationsstruktur des koreanischen Ruderverbandes (vgl. KRA, 2012,


Organisation).

Nachdem in diesem Kapitel die Organisation des Rudersports in Südkorea


genauer erläuterte wurde, bedarf es darauf aufbauend die Klärung der Frage,
inwieweit der Rudersport in Korea verbreitet ist.
42

3.3.2 Die Verbreitung des Rudersports in Südkorea


Der Rudersport ist in Korea nicht sehr populär. Im Jahr 2011 rudern nach
Angaben des koreanischen Ruderverbandes 709 Ruder/innen in 106
Rudersportgemeinschaften. In der Hauptstadt Seoul und in der zweitgrößten
Stadt Busan sind es 26 Trainingsgemeinschaften mit insgesamt 201 Aktiven.

Abb. 5: Anzahl der gesamten Rudergemeinschaften in Südkorea (vgl. KRA, 2012, S. 103)

Abb. 6: Anzahl der gesamten Ruderer und Ruderinnen in Südkorea (vgl. KRA, 2012, S. 103)
43

Außerdem gibt es in der Stadt Gyeonggi zwölf Rudersportgemeinschaften.


Gerudert wird fast ausschließlich an Universitäten, Hoch-, Mittel- und
Oberschulen. Eine genaue Übersicht über die Anzahl der Rudergemeinschaften
und Ruder/innen liefern die Abbildungen 5 und 6:

Abb. 7: Anzahl der Rudergemeinschaften von Betrieben in Südkorea (vgl. KRA, 2012, S. 103)

Abb. 8: Anzahl der Ruderer und Ruderinnen von Betrieben in Südkorea (vgl. KRA, 2012, S. 103)
44

Da der Rudersport im Seniorenalter in Korea hauptsächlich in Betrieben


organisiert wird, geben die nachfolgenden Abbildungen 7 und 8 eine Übersicht
über die Rudergemeinschaften, welche einem Betrieb angehören und über die
genaue Anzahl der Mitglieder. Wieder sticht Gyeonggi neben Seoul und Busan
hervor. Mit 27 Mitgliedern ist Gyeonggi die koreanische Stadt mit den meisten
Rudersportlern, welche in einer vom Arbeitgeber organisierten Mannschaft
rudern.

Nach Angabe des koreanischen Sportbundes waren 2010 insgesamt 34.506


Erwachsene (Männer: 27.539, Frauen: 6.967) als Vereinsmitglieder registriert.
Die meisten Mitglieder, 23.403 Aktive, sind im Fußball gemeldet (Ministerium für
Kultur, Sport und Tourismus, 2011, S. 436). Im Rudersport gibt es im Jahr 2011
insgesamt 139 Aktive, welche sich in 24 Betriebs-, Bezirk-, Stadt- und
Provinzmannschaften organisieren, die alle mit öffentlichen Mitteln gefördert
werden. Zum besseren Verständnis zeigt Tabelle 1 die einzelnen Standorte
nach Männern und Frauen aufgeschlüsselt.

Tab. 1: Anzahl der Rudergemeinschaften und Ruder/innen von Betrieben in Südkorea (vgl. KRA,
2012, S. 103)
Mannsch. Senioren Senioren
Provinz (Männer) (Frauen) Summe
Seoul Seoul Stadtregierung (4) Songpa-gu Office (6) 2 (10)
Busan Busan Port Authority (2) 1 (2)
Daegu Daegu Water (10) 1 (10)
Incheon Incheon Port Authority (4) Incheon Sportverband (5) 2 (9)
Gwangju Gwangju Ruderverband (1) 1 (1)
Daejeon K-water (11) 1 (11)
Yongin Stadt (12) Hanam Stadt (4)
Gyeonggi Suwon Sportverband (6) Suwon Sportverband (5) 4 (27)
Gangwon Gangwon Ruderverband (1) Hwachoen Bezirk (4) 2 (5)
Chungbuk Chungju Stadt (9) Chungju Stadt (9) 2 (18)
Chungnam Yesan Bezirk (7) Yesan Bezirk (5) 2 (12)
Jeonbuk Jeonbuk Ruderverband (1) Kunsan Stadt (8) 2 (9)
Jeonnam Jangseong Bezirk (6) 1 (6)
Gyeongbuk Gyeongbuk Provinz (6) Pohang Stadt (7) 2 (13)
Gyeongnam Jinju Stadt (6) 1 (6)
Summe 12 (72) 12 (67) 24 (139)
45

3.3.2.1 Rudern an der Universität


Listet man die Rudersportverbände nach ihrer Zugehörigkeit zu einer
Universität auf, so zeigt sich, dass in der Hauptstadt Seoul jeweils sechs und in
der zweitgrößten Stadt Busan jeweils vier Rudergemeinschaften vorhanden
sind. Diese haben insgesamt 118 Mitglieder und stellen somit den größten
Anteil an Ruderern (vgl. Abbildung 9/10).

Abb. 9: Anzahl der Rudergemeinschaften von Universitäten in Südkorea (vgl. KRA, 2012, S.
103)

Abb. 10: Anzahl der Ruderer und Ruderinnen der Universitäten in Südkorea (vgl. ebd.)
46

Im Jahr 2011 sind beim koreanischen Sportbund 14.459 Aktive (11.658


Studenten, 2.801 Studentinnen) eingeschrieben. Davon waren insgesamt nur
221 Personen (174 Studenten, 47 Studentinnen) an 18 Universitäten beim
koreanischen Ruderverband angemeldet. Zum besseren Verständnis zeigt
Tabelle 2 die einzelnen Hochschulstandorte nach Männern und Frauen
aufgeschlüsselt.

Tab. 2: Anzahl der Rudergemeinschaften und Ruder/innen von Universitäten in Südkorea (vgl.
ebd.)
Mannsch. Hochschule Hochschule Summe
Provinz (Student) (Studentin)
Korea National Sport Uni. (21) Korea National Sport Uni. (4)
Seoul National Uni. (14) Seoul National Uni. (11)
Seoul Hankuk Uni. für Fremdsprach Hankuk Uni. für Fremdsprach 6 (64)
(9) (5)
Pukyong National Uni. (8)
Busan Korea Naritime Uni. (40) Korea Maritime Uni. (6) 4(54)

Daegu

Incheon Inha Uni. (24) Inha Uni. (11) 2(35)

Gwangju

Daejeon

Gyeonggi Kyonggi Uni. (10) 1(10)

Gangwon Hallym Uni. (10) 1(10)

Chungbuk

Chungnam Dankook Uni. (6) 1(6)

Jeonbuk Kunsan National Uni. (8) 1(8)

Jeonnam

Gyeongbuk Daegu Uni. (12) 1(12)


Republik Korea Marine
Gyeongnam Akademie (4) 2 (22)
Inje Uni. (18)

Summe 12 (174) 6 (47) 18 (221)


47

3.3.2.2 Rudern in der Oberschule

Nach der Angabe des koreanischen Sportbundes sind 2010 insgesamt 27.971
Schüler/innen von Oberschulen (Männlich: 21.328, Weiblich: 6.643) in diversen
Sportvereinen angemeldet. Im Rudersport werden 2011 insgesamt 267
Schüler/innen (Männlich: 174, Weiblich: 96) von 37 Oberschulen am
koreanischen Ruderverband gezählt.

Abb. 11: Anzahl der Rudergemeinschaften von Oberschulen in Südkorea (vgl. ebd.)

Abb. 12: Anzahl der Ruderer und Ruderinnen von Oberschulen in Südkorea (vgl. ebd.)
48

Zum besseren Verständnis zeigt Tabelle 3 die einzelnen Oberschulstandorte


nach Schülern und Schülerinnen aufgeschlüsselt.

Tab. 3: Anzahl der Rudergemeinschaften und Ruder/innen von Oberschulen in Südkorea (KRA,
2012)
Mannsch Oberschule Oberschule Summe
Provinz (Schüler) (Schülerin)
Seoul Sportoberschule (10) Seoul Sportoberschule (10)
Seoul Daewon Oberschule für Daewon Oberschule für
Fremdsprache (5) Fremdsprache (4) 4 (29)
Dong-a technische Oberschule (6)
Busan Pusan Gangseo Oberschule (2)
Korea Wissenschaft Akademie der Pusan Gangseo Oberschule (2)
KAIST (15) Busan Sportoberschule (5) 5 (30)
Daegu elektronische technische
Daegu Oberschule (9) Daegu Tourismus Oberschule (6) 2 (15)

Incheon Incheon Sportoberschule (10) Incheon Sportoberschule (7) 2 (17)


Gwangju Sportoberschule (4)
Daesung Oberschule für Mädchen 3 (13)
Gwangju Gwangju Sportoberschule (8) (1)

Daejeon Daejeon Sportoberschule (15) Daejeon Sportoberschule (2) 2 (17)


Youngbok Oberschule für
Susung Oberschule (17) Mädchen (3)
Cheongshim internationale Hanam Information Industrie
Gyeonggi Akademie (17) Oberschule (6) 4 (43)
Chunchon landwirtschafte Hwachoen Information Industrie
Gangwon technische Oberschule (9) Oberschule (4) 2 (13)
Chungju landwirtschafte Chungju Oberschule für Mädchen
Chungbuk Oberschule (8) (9) 2 (17)

Chungnam Duksan Oberschule (6) Yesan Oberschule für Mädchen (8) 2 (14)
Gunsan kommerzielle Oberschule
Jeonbuk Jeonbuk Sportoberschule (7) für Mädchen (5) 2 (12)
Jangseong Berufsausbildung
Jeonnam Oberschule (9) Munhyang Oberschule (6) 2 (15)

Gyeongbuk Daedong Oberschule (9) Dongji Oberschule für Mädchen (4) 2 (13)
Jinju Oberschule für Mädchen (4)
Gyeongnam Gyeongnam Sportoberschule (9) Jinyang Oberschule (6) 3 (19)

Summe 18 (171) 19 (96) 37(267)

3.3.2.3 Rudern in der Mittelschule

2010 sind nach der Angabe des koreanischen Sportbundes insgesamt 31.435
Schüler/innen von Mittelschulen (Männlich: 23.904, Weiblich: 7.531) in diversen
Sportvereinen angemeldet. Im Rudersport werden 2011 insgesamt 92
49

Schüler/innen (Männlich: 38, Weiblich: 44) von 27 Mittelschulen am


koreanischen Ruderverband gezählt.

Abb. 13: Anzahl der Rudergemeinschaften von Mittelschulen in Südkorea (vgl. ebd.)

Abb. 14: Anzahl der Ruderer und Ruderinnen von Mittelschulen in Südkorea (vgl. ebd.)

Zum besseren Verständnis zeigt Tabelle 4 die einzelnen Mittelschulstandorte


nach Schülern und Schülerinnen aufgeschlüsselt.
50

Tab. 4: Anzahl der Rudergemeinschaften und Ruder/innen von Mittelschulen in Südkorea (vgl.
ebd.)

Mannsch Mittelschule Mittelschule


Provinz (Schüler) (Schülerin) Summe

Seoul Seoul Sportmittelschule (1) 1(1)


Hakjang Mittelschule (4)
Eomgung Mittelschule (4) Haeundae Mittelschule für
Busan Hakjang Mittelschule (1) Mädchen (2) 4(11)

Daegu Seojae Mittelschule (4) Seojae Mittelschule (1) 2(5)

Shinhyun Mittelschule für


Incheon Kusan Mittelschule (2) Mädchen (4) 2(6)

Daesung Mittelschule für


Gwangju Mädchen (6) 1(6)

Daejeon Daejeon Sportmittelschule (2) 1(2)


Byeongjeom Mittelschule (1) Youngbok Mittelschule für
Gyeonggi Daepyong Mittelschule (1) Mädchen (4) 3(6)

Hwachoen Mittelschule (3)


Namchuncheon Mittelschule für
Gangwon Soyang Mittelschule (5) Mädchen (1) 3(9)

Chungbuk Chungil Mittelschule (8) Chilgeum Mittelschule (3) 2(11)

Yesan Mittelschule für Mädchen


Chungnam Yesan Mittelschule (5) (6) 2(11)

Jeonbuk Gongum Mittelschule (1) 1(1)

Jangseonghwangryong
Mittelschule (1)
Jangseonghwangryong Jangseong Mittelschule für
Jeonnam Mittelschule (3) Mädchen (3) 3(7)

Gyeongbuk -

Gyeongnam Munsan Mittelschule (3) Munsan Mittelschule (3) 2(6)

Summe 12 (38) 15 (44) 27(82)


51

3.3.3 Finanzen und Zuwendungen


Für die Steuerung und Weiterentwicklung des Rudersports sind sicherlich die
finanziellen Rahmenbedingungen von mitentscheidender Bedeutung. Im Jahr
2010 beträgt das Gesamtbudget für den koreanischen Sport 2.772.229.000.000
Won, an dem die Zentralregierung 152.929.000.000 Won und die 16
Landesregierungen 2.619.300.000.000 Won Anteil haben (vgl. Ministerium für
Kultur, Sport und Tourismus, 2011, S. 99). Der Etat des koreanischen
Ruderverbandes beläuft sich im Jahr auf 4.233.847.507 Won (vgl. KRA, 2012,
S. 71). Der Präsident des KRA leistet mit einem Zuschuss von 1.263.500.000
Won einen wesentlichen Beitrag. Die staatliche Förderung wie z.B. Ministerium
für Kultur, Sport und Tourismus, Koreanischer Sportbund, NEST,
Volkssportförderfond beteiligt sich mit Geldbeträgen in ähnlicher
Größenordnung (vgl. KRA, 2012, S. 71).

Der KRA hat 2011 für das Training der gesamten Nationalmannschaften
969.736.724 Won ausgegeben. Die Kosten für das Training der
Nationalmannschaft werden folgende Kosten aufgewendet (vgl. ebd., S. 72):

1. Bereich Erwachsene 437.000.300 Won,


2. Jugend-Nationalmannschaft 88.555.000 Won,
3. Trainingslager im Ausland 73.537.900 Won,
4. Teilnahme an der Weltmeisterschaft 13.888.000 Won,
5. Asienmeisterschaft 23.000.000 Won.

Im Jahr 2012 hat der KRA vom Volkssportförderfond eine Sonderförderung für
die Olympischen Spiele in London in Höhe von 300.000.000 Won erhalten.
52

Tab. 5: Jahresrechnung des KRA 2011 (vgl. KRA, 2012, S. 89)


Einnahmen Ausgaben

Gesamtbetrag: Gesamtbetrag:
4.233.847.507 Won 4.233.847.507 Won

Staatliche Förderung: 1.586.475.180 Won National Kosten Ausrichtung der


Regierung, Wettkämpfen:
Koreanischer 362.665.046 Won
Sportbund, NEST,
Volkssportförderfond
Training der
Nationalmannschaft:
798.975.454 Won

Training der Jugend-


Nationalmannschaft:
170.761.270 Won

Nichtstaatliche 2.647.372.327 Won International Sonstige:


Förderung: Kosten 1.102.518.250 Won
Präsidium des KRA,
Geschäftseinkommen, Einladung:
Zinsen, Sonstige 178.887.566 Won

Versand:
162.970.499 Won

Sonstige:
28.140.759 Won

Arbeitskosten 339.683.197 Won

Gemeinkosten 74.337.453 n
53

3.3.4 Fördersystem in Korea


Ähnlich wie in Deutschland werden die Athleten aufgrund des Alters und der
jeweiligen Leistungsfähigkeit in verschiedene Kader aufgeteilt. Dabei lassen
sich aktuell im koreanischen Kadersystem vier Gruppenunterscheiden, die vom
koreanischen Sportbund gefördert werden (vgl. Ministerium für Kultur, Sport und
Tourismus, 2011, S. 232):

1. Nationalmannschaft A (Männer und Frauen)


2. Nationalmannschaft B (Student/innen und Schüler/innen)
3. Nationalmannschaft C (Mittel-und Oberschüler/innen)
4. Talentierte Kinder-Athleten (Grundschüler/innen) bzw. Landestalentierte
(Mittel-und Oberschüler/innen)

Nach der Angabe des koreanischen Sportbundes gibt es im Jahr 2011 1.173
Athleten und 205 Trainer in der Nationalmannschaft A (Männer und Frauen) in
46 Sportarten (Sommersportart 39, Wintersportart 7). 1.300 Athleten und 152
Trainer sind in der Nationalmannschaft B (Student/innen und Schüler/innen) in
28 Sportarten (Sommersportart 24, Wintersportart 4) gemeldet. 676 Athleten
und 94 Trainer sind in der Nationalmannschaft C (Mittel-und Oberschüler/innen)
in 15 Sportarten gemeldet und 608 talentierte Kinder-Athleten trainieren in der
Leichtathletik, im Schwimmen und im Turnen. 556 weitere Athleten sind
sogenannte „Landestalentierte“ (Mittel-und Oberschüler/innen) und trainieren in
17 Sportarten.

Nach den Kriterien vom koreanischen Sportbund wird die Nationalmannschaft A


(Männer und Frauen) insgesamt unter 200 Tagen, max. drei Mal innerhalb von
90 Tagen in einem Jahr trainiert und gefördert. Die Nationalmannschaft B
(Student/innen und Schüler/innen) wird in der Regel in den Schul- bzw.
Semesterferien zweimal in einem Jahr gefördert. Die Kosten für die
Beschaffung von Sportgeräten und Teilnahme am Wettkampf der zu
Nationalmannschaft B gehörenden Schulen werden extra finanziert.
Gemeinsame Trainingswettkämpfe der Nationalmannschaft C (Mittel-und
Oberschüler/innen) werden in einem Jahr nur 20 Tage gefördert. Talentierte
54

Kinder-Athleten (Grundschüler/innen) werden mit dem Talentsuche-System


(KOSTASS) gesucht und in 13 Sportzentren für Talentierte gefördert.
Landestalentierte (Mittel-und Oberschüler/innen) werden zurzeit an 16
Universitäten in den 16 verschiedenen Provinzen gefördert. Die beiden
Fördersysteme der talentierten Kinder-Athleten (Grundschüler/innen) bzw. der
Landestalentierten (Mittel-und Oberschüler/innen) werden zurzeit von NEST
organisiert und gefördert (Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus, 2011, S.
242). Für den Rudersport gelten momentan die vier vorgestellten
Fördersysteme.

3.3.4.1 Fördersysteme im Rudersport


Die koreanische Rudernationalmannschaft (Männer/Frauen) besteht 2011/2012
aus drei Trainern und 13 Athleten, wovon sieben männlich (ein Betriebssportler,
fünf Studenten und ein Schüler) und sechs weiblich sind (drei
Betriebssportlerinnen, zwei Studentinnen, eine Schülerin). Die Auswahl der
Nationalruderer erfolgt über Sonderwettkämpfe. Eine endgültige Entscheidung
trifft der Ausschuss für Leistung, der sich zurzeit aus einem Leiter (Professor,
gleichzeitig Betreuer an der Koreanischen Nationalen Sporthochschule), einem
Vertreter des koreanischen Sportinstitut (KISS), zwei Nationaltrainern (Frauen
und Männer), einem Nationaltrainer Junioren/innen und sechs
Vorstandmitgliedern zusammensetzt.

Die Auswahl der Sportler wird im Jahr 2011 zweimal (Mai und September)
durch den KRA auf der Olympiastrecke von 1988, vorgenommen. Die
Bekanntgabe dieses Auswahlwettkampfes an die 14 Landesverbände erfolgt
nur ungefähr 20 Tage vor Beginn. Alle im Leistungsrudern involvierten
Institutionen müssen einen Antrag für die Teilnahme ihrer Ruderer und
Ruderinnen stellen, alle Aspiranten für die Nationalmannschaft müssen im Skiff
antreten.

Zur Nationalmannschaft der Junioren und Juniorinnen gehören fünf Trainer und
30 Ruderer und Ruderinnen. Hier erfolgt die Auswahl in der Regel nach den
55

Ergebnissen auf großen Regatten wie z.B. in der Jugendsportspiele und


Koreanisches Sportfestival. Gemeinsame Trainingswettkämpfe sind nur in den
Schul- bzw. Semesterferien vorgesehen.

Zur Nationalmannschaft C (Mittel-und Oberschüler/innen) gehören 32 Athleten


und sechs Trainern für den Rudersport. Sie bilden 14-18 jährige Schüler/innen
aus, die meist am koreanischen Sportfestival für Junioren die 1-3. Plätze in vier
Bootgattungen belegt haben. Die Landestalentierten (Mittel-und
Oberschüler/innen) für den Rudersport werden von der nationalen Universität
Kyungpook in Daegu zentral betreut. Daneben stehen der Landessportbund
und Landesruderband in Gyeongbuk für die Organisation und das Training zur
Verfügung. Zu diesem Fördersystem gehören 36 Mittel-und Oberschüler/innen
an (vgl. Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus, 2011, S. 226: Innere
Materialien von NEST, 2010).

3.3.5 Trainerausbildung
Ein wichtiges Stellglied für die Qualitätsentwicklung des koreanischen
Rudersports stellt die Trainierausbildung dar. Nach den am 17. September 1962
verkündeten Volkssportfördergesetzen (Verfassung § 11) wird die koreanische
Trainerlizenz in zwei Bereiche, Leistungstrainer und Breitentrainer, geteilt. Die
Leistungstrainer werden in Level 1. und 2., die Breitentrainer in 1. 2. 3. Level
untergeteilt (Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus, 2011, S. 459). Im Jahr
2010 gibt es in Korea 22.355 Leistungstrainer (Level 1: 768, Level 2: 21.587).
Die Voraussetzungen für die Prüfungsteilnahme an Leistungstrainern Level 2.
sind folgendes:

 Absolventen der vier jährigen allgemeinen Hochschule und Universität


mit vier jähriger Erfahrungen als Aktiver in der jeweiligen Sportart.
 Abschluss in der Sportwissenschaft
 Absolventen der zwei jährigen allgemeinen Fachhochschul mit fünf
jähriger Erfahrungen als Aktiver der jeweiligen Sportart.
 Oberschulabsolventen mit sechs jähriger Erfahrungen als Aktiver der
56

jeweiligen Sportart.
 Oberschulabsolventen mit Erfahrungen als Nationalspieler der jeweiligen
Sportart.

Auβerdem gibt es auch die Qualifikationsmöglichkeiten für die Leistungstrainer


Level 2:

 Absolventen mit Trainingswissenschaft (Jahr des Studiumabschusses


vor 2005) mit Zensuren von über 70/100 Punkte
 Vierjähriges allgemeines Studium an einer Hochschule mit einem
Abschluss mit Nachweis über die theoretische Prüfung für Level 2 und
mit Zensuren von über 80/100 Punkten
 Sportlehrer/innen mit drei jähriger Erfahrung in der jeweiligen Sportart
 Berufstätige mit drei jähriger Erfahrung in der jeweiligen Sportart

Um Leistungstrainer Level 1.zu werden, ist der Leistungstrainer Level 2


Voraussetzung. Zusätzlich muss man ein Jahr lang als Leistungstrainer
Erfahrung sammeln oder Absolventen eines Diplomsportlehrgangs bzw.
Sportmagisterstudiengangs sein oder als Leistungstrainer gearbeitet haben (vgl.
Ministerium für Kultur, Sport und Tourismus, 2011, S. 453: Innere Materialien
vom KISS 2010).

Die Trainerausbildung in Korea wird zentral vom Trainerinstitut im koreanischen


Sportinstitut (KISS) organisiert. Die Ausbildung wird in sieben weiteren
Institutionen (sechs Universitäten und ein Welt Taekwondo Hauptquartier) für
die Ausbildung der Leistungstrainer Level 2geteilt.

Nach der Angabe des koreanischen Sportinstituts wurden bisher 168


Leistungstrainer für das Rudern (Level 1: neun, Level 2: 159) ausgebildet (KISS,
2010). Im Jahr 2011 beschäftigt der koreanische Ruderverband 122 Trainer,
Sportlehrer, Sportdozenten bzw. Professoren. Die meisten davon (17) finden
sich wieder in Gyeonggi.
57

Abb. 15: Anzahl von Trainern, Sportlehrern und Sportdozenten in den jeweiligen Städten und
Zentren Südkoreas (vgl. KRA, 2011, Innere Materialien)

Tabelle 6 zeigt die Verteilung der Trainer, Sportlehrer, Sportdozenten bzw.


Professoren an den einzelnen Standorten an.

Tab. 6: Anzahl der Trainer, Sportlehrer und Sportdozenten in Südkorea (vgl. KRA, 2011, Innere
Materialien)
Trainer Sportlehrer Professor/Dozent Summe
Männlich Weiblich Männlich Weiblich Männlich Weiblich
Seoul 5 1 1 7
Busan 5 2 4 11
Daegu 3 3 6
Incheon 5 1 3 9
Gwangju 2 1 1 4
Daejeon 3 1 4
Gyeonggi 9 2 6 17
Gangwon 2 4 3 9
Chungbuk 4 2 4 10
Chungnam 6 4 10
Jeonbuk 4 1 2 7
Jeonnam 2 2 4 8
Gyeongbuk 5 1 2 8
Gyeongnam 7 4 1 12
62 15 42 1 2 0
Summe 122
77 43 2
58

Die Aktivitäten werden in ihrer Betriebsmannschaft und Schule bzw. Universität


hauptsächlich von Trainern, Sportlehrern, Sportdozenten bzw. Professoren
betreut. Die meisten Beschäftigen sind zwar wie oben genannt nach den
Kriterien vom KISS qualifiziert, aber sie haben oftmals nur Erfahrungen aus der
eigenen aktiven Ruderzeit. Die Teilnahme an Fortbildungen ist eine
Vorbedingung für die Aufnahme der Trainertätigkeit. Der koreanische
Ruderverband bietet in Zusammenarbeit mit dem Koreanischen Sportinstitut
einen umfangreichen Trainerlehrgang an. Leider ist diese Trainerausbildung
allgemein gehalten und so ist lediglich ein verschwinden geringer Teil der
Ausbildung ruderspezifisch.

Zur Unterstützung der Trainer stellt jeder Landesruderverband einen


hauptamtlich beschäftigten Landestrainer ein. Besonders erfolgreiche Trainer
haben sogar die Chance aufzusteigen und Nationaltrainer zu werden.
Ausgewählt und bestimmt werden diese vom koreanischen Ruderverband.
Hierfür gibt es aber keine bestimmten Kriterien.

Die Ausbildung der Ruderanfänger nach einer streng dogmatischen


Lehrmethode ist nicht außergewöhnlich, sondern wird allgemein anerkannt und
praktiziert. Skullboote sind wenig verbreitet und werden nur selten gefahren.
Das Einstiegsalter im Rudersport liegt in der Regel zwischen 15-17 Jahren,
denn dies ist auch der Beginn der drei jährigen Mittel bzw. Oberschule.

Frauen sind im koreanischen Rudersport nur sehr gering vertreten. Damit ist
nicht nur die geringe Aktivenzahl, sondern auch die verschwindend geringe
Anzahl von weiblichen Trainern gemeint. Zurzeit gibt es in Süd-Korea nur 15
Frauen, die sich der Betreuung von Mannschaften widmen (vgl. KRA, 2011,
Innere Materialien).

Zur besseren Trainingssteuerung gibt es auch in Korea ein Wettkampfsystem,


welches nun vorgestellt werden soll.
59

3.3.6 Wettkampfsystem
In Südkorea finden jährlich sieben groβe Regatten statt (vgl. Tabelle 7), die
meist acht Wettkampfklassen Rennen anbieten (KRA, 2012, S. 7):

 Erwachseneklasse für Männer und Frauen


 Studenten/Studentinnen
 Schülerklasse bis (19 Jahre) für Jungen und Mädchen
 Schülerklasse bis (16 Jahre) für Jungen und Mädchen

Dabei müssen Männer und Frauen vor dem Start die Immatrikulation an einer
Hochschule oder die Zugehörigkeit zu einem Landesverband nachweisen, die
Schüler und Schülerinnen benötigen einen Nachweis ihrer Schule. Alle
Teilnehmer/innen müssen zudem beim Koreanischen Ruderverband für das
laufende Jahr als Ruderer und Ruderinnen registriert sein.

Tab. 7: Regattakalender des KRA 2011 (vgl. KRA, 2012, S. 7-49)


Anzahl der
Wettkampfname Zeitpunkt Ort Teilnehmer Strecke
10 Th Koreanische Seoul
1 Indoor-Rowing 06. 03. 2011 KNSU 96

5 Th Hwacheon- 02. 05. 2011 Hwacheon- 553


2 Ruderwettbewerb 04. 05. 2011 Ruderstrecke 246 Mann. 2000 m
42 Th Koreanisches 28. 05. 2011 Gyeongnam 51
3 Sportfestival für Junioren 29. 05. 2011 Ruderstrecke 35 Mann. 1000 m
37 Th Regatta zur Ehre 30. 05. 2011 Busan Nakdong-Fluss 446
4 der Changbogofahne 01. 06. 2011 Ruderstrecke 202 Mann. 2000 m
5 Th K-water 29. 06. 2011 Chuncheon
5 Ruderwettbewerb 01. 07. 2011 Ruderstrecke 176 Mann. 2000 m

53 Th Koreanische 31. 07. 2011 Olympia-


6 Rudermeisterschaft 02. 08. 2011 Ruderstrecke 233 Mann. 2000 m

27 Th Ruderwettbewerb zur 19. 08. 2011 Jeonnam


7 Ehre der Präsidentenfahne 21. 08. 2011 Ruderstrecke 171 Mann. 2000 m

92 Th Koreanisches 06. 10. 2011 Yongin


8 Sportfestival 08. 10. 2011 Ruderstrecke 186 Mann. 2000 m

14 Th Asiarudermeisterschaft & 13. 10. 2011 Hwacheon-


9 17 Th Juniorenmeisterschaft 17. 10. 2011 Ruderstrecke
60

Die wichtigste Regatta zählt man in Korea zum koreanischen Sportfestival,


welches meist Anfang Oktober stattfindet. An dem koreanischen Sportfestival
dürfen nur die besten Mannschaften der Männern, Frauen, Schülern und
Schülerin jeder Provinz teilnehmen. Gegebenenfalls finden dort vorher kleinere
Qualifikationsregatten statt. Das koreanische Sportfestival wird 2011 in
folgenden Bootsgattungen ausgetragen:

 Männer (Berufssportler und Student): 1x, LM 2x, 2-, 4x, 8+

 Frauen (Berufssportlerin und Studentin): 1x, LM 2x, 2-, 4x

 Schüler: 1x, 2x, 2-, 4x

 Schülerin: 1x, 2x, 2-, 4x

Es gibt auch Sonderwettkämpe für die Auswahl der Nationalmannschaft, an


welchen alle aktiven Ruder/innen in Südkorea gemeinsam teilnehmen können.

Die Unterteilung in die Leistungsklassen, wie man es in Deutschland praktiziert,


wird in Südkorea nicht durchgeführt. Vom sportlichen Standpunkt betrachtet
wäre die Teilung sinnvoll, organisatorisch ist dies aber aufgrund der relativ
kleinen Aktivenzahl kaum durchführbar.

3.4 Zusammenfassung

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die herrschende politische Kultur


Koreas wie die japanische Besatzung (1910-1945), der Koreakrieg (1950-1953),
die militärische Regierung (1961-1979), die fünfte und sechste Republik in Form
der generalstabsmäßigen Politik (1980-1993) jederzeit vom Militarismus
dominiert werden. Dies führt insbesondere dazu, dass sich der koreanische
Sport stark zentral orientieren und in kürzerer Zeit rasch entwickeln konnte, da
die Regierung eine aktive Sportpolitik betrieb, um das nationale Prestige mit
Hilfe des Sports zu erhöhen.
61

Die Regierung Koreas versucht, den Wassersport bei der Bevölkerung beliebter
zu machen. Dies wird erstens im Hinblick auf die 2013 in Chungju am
Tangeum-See stattfindenden Ruderweltmeisterschaft getan. Zweitens werden
nahezu 30% der bei den Olympischen Spielen gewonnenen Medaillen den
Wassersportarten vergeben. Auch hier möchte die koreanische Regierung sich
der Weltspitze annähern.

Der Rudersport in Korea gewinnt durch die Zusammenarbeit mit Japan und
China und den Austausch mit deutschen Trainern immer mehr Mitglieder und
Ansehen. Es konnten erste Medaillen bei Olympischen Spielen errungen
werden. Ebenso interessiert sich das koreanische Fernsehen für den
Rudersport und organisiert eine Regatta, welche bei den Jugendlichen zu
einem gesteigerten Interesse am Rudern führt.

Trotz einer insgesamt positiven Entwicklung wird deutlich, dass Rudern in


Korea eine Randsportart ist, die nicht sehr populär ist. Viele Mannschaften sind
Betriebssportgemeinschaften und somit von ihrem Arbeitgeber abhängig.
Besonders gerne wird in der Stadt Gyeonggi gerudert. An den
Universitätsstandorten weisen Seoul und Busan die höchsten Mitgliederzahlen
auf. Die Ober- und Mittelschulen weisen viele Mitglieder vor allem in Seoul,
Busan und Gyeonggi, wobei auch einige andere Städte viele Rudersportler
aufweisen.

Die Bereiche der Nationalmannschaft sind in einen A,B,C und einen Kinder-
Athleten-Kader unterteilt, wobei die einzelnen Bereiche zusätzlich in
Altersstufen eingeteilt sind. Nationalmannschaft A sind Männer und Frauen, in
der Nationalmannschaft B sind Student/innen und Schüler/innen, in der
Nationalmannschaft C sind Mittel-und Oberschüler/innen und in der vierten
Klasse sind talentierte Kinder-Athleten (Grundschüler/innen) bzw.
Landestalentierte (Mittel-und Oberschüler/innen. Jede Nationalmannschaft wird
unterschiedlich gefördert, wobei der Nationalmannschaft A die größten
Fördergelder zukommen. Für die einzelnen Nationalmannschaften muss man
62

sich auf unterschiedliche Art qualifizieren. Immer sind jedoch gute Ergebnisse in
den nationalen Wettkämpfen Voraussetzung für die Aufnahme in die
Nationalmannschaft. Auch die Trainer durchlaufen in Korea eine lange Phase,
bevor sie ihre Lizenz erwerben. Es gibt viele Möglichkeiten eine Trainerlizenz
der zweiten Kategorie zu erwerben. Bei jeder Qualifizierungsmethode ist
Erfahrung in der jeweiligen Sportart aber notwendig. Je nachdem wie hoch der
Bildungsabschluss des Traineranwärters ist, je geringer müssen seine
Qualifikationen in den anderen Bereichen sein.

Da es in Korea zu wenig aktive Rudersportler gibt, werden Wettkämpfe nicht in


Leistungsklassen unterteilt ausgeführt. Das koreanische Sportfestival ist das
Sportereignis, welches das größte Ansehen genießt. Um sich für die
Nationalmannschaft zu qualifizieren, gibt es weitere Wettkämpfe.

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass der koreanische Ruderverband


über entsprechende Strukturen und Steuerungsmöglichkeiten zur Entwicklung
der Organisation verfügt. Es existieren Trainer- und Trainerausbildungen,
Träger wie Betriebssportgemeinschaften und Vereine sowie ein differenziertes
Kadersystem. Auch die finanzielle Ausstattung scheint – gerade im Hinblick auf
die geringe Anzahl der aktiven Ruderer – nicht schlecht zu sein.

Neben der rein quantitativen Verfügbarkeit von Strukturen interessiert aber auch
die Qualität der vorhandenen Instrumente, der mit Hilfe eine quasi Delphi-
Befragung im folgenden Kapitel nachgegangen werden soll.
63

4. Empirische Untersuchung
4.1 Ziele der eigenen Untersuchung

Um die Entwicklung des koreanischen Rudersports optimal zu gestalten,


benötigt man zunehmend Steuerungswissen. Zum einen muss Klarheit darüber
bestehen, wohin der Weg führen soll, genauer, welche Ziele in den nächsten
Jahren verwirklicht werden sollen. Zum anderen benötigt man das Wissen,
welche strategischen Herausforderungen auf diesem Weg zu meistern sind (vgl.
Joo, 2006, S. 7).

Delphi-Befragungen werden erstens vorrangig als eine spezifische Form der


Gruppenkommunikation angesehen und zweitens werden Delphi-Studien mit
der Bearbeitung spezieller inhaltlicher Fragestellungen in Verbindung gebracht
(vgl. Häder, 2009, S. 19). Das Ziel der in dieser Arbeit durchgeführten Delphi-
Studie ist eine Prognose hinsichtlich der Relevanz einzelner Aspekte zur
Steuerung des Ruderleistungssports unter der Perspektive „Optimierung des
Leistungssystems“. Sie kann den Entscheidern – als ein Baustein des
Wissensmanagements - helfen die Entwicklung und Zukunft des koreanischen
Rudersports besser einzuschätzen. Einerseits gibt sie Auskunft darüber, wohin
die Entwicklung des koreanischen Rudersports führen soll, andererseits zeigt
sie die prognostizierten Hauptprobleme des koreanischen Rudersports auf, die
es aus Sicht der Befragten zu lösen gilt. Die für diese Arbeit durchgeführte
Delphi-Befragung lässt sich in fünf Bereiche gliedern:

• Die Einschätzung der aktuellen Situation (z.B. Unterstützung der Regierung,


Leistungsniveau der koreanischen Rudernationalmannschaft, Anzahl der
aktiven Ruderer, Ausbildungsgrad der Trainer, Trainingsbedingungen, Aufgabe
des koreanischen Ruderverbandes).

• Gründe für die aktuelle Situation (z.B. Motivationsgrad bzw. Einstellung der
Leistungsruderer, Vermittlungsmethode des Trainings, Auswahlsystem der
64

Nationalmannschaft, Finanzierung des Ruderleistungssports, Einstellung der


Trainer, Trainerausbildungssystem).
• Bedeutung von verbindlichen Konzepten (z.B. Verwaltungssystem,
Verbreitungsmöglichkeit des Rudersports, Sonderfinanzierung der Regierung
bzw. des koreanischen Ruderverbandes (KRA), Wettkampfsystem, Konzepte
und Aufgabe des KRA, Aufgabe der Trainer, Erstellen des ausländischen
Trainers und Trainingsprogrammes) zur Weiterentwicklung der Rudersports in
Korea.

• Konkrete Maβnahmen (z.B. Erstellen eines Expertengremiums,


Kommunikation zwischen Trainern und Funktionären, Erstellen eines
wissenschaftlichen Trainingsprogrammes, Ein- und Durchführung des
ausländischen Trainingsprogrammes und der Trainingsort, bestimmte
Disziplinen und Altersbereiche, systematische Auswahl der Nationalmannschaft,
Sprachfähigkeit der Trainer, Seminar eines ausländischen Trainers,
Einschätzung der Dauer bis zur Leistungsverbesserung und Verbreitung der
Rudertechnik sowie bis zum Gewinn einer Medaille auf internationaler Ebene,
Unterstützung des koreanischen Sportinstituts, Heranziehen der technischen
Hilfsmittel auf den Regattastrecken).

• Mögliche Folgen und Widerstände (z.B. Durchführung des neuen


Auswahlsystems der Nationalmannschaft und Suche nach einem
ausländischen Trainer, jeweils von den bisherigen Ausschussmitgliedern und
der Nationaltrainer).
Mit der vorliegenden empirischen Delphi-Studie wird erstens der Versuch
unternommen, auf der Grundlage repräsentativer Daten, die gegenwärtige
Situation des koreanischen Rudersports zu beschreiben. Auf der Basis der im
Theorieteil formulierten Zusammenhänge sollen zweitens mit Hilfe einer
Varianzanalyse Wechselwirkungen zwischen den Geschlechtern, Funktionen,
Verbänden usw. analysiert werden. Somit ist es möglich, Probleme des
koreanischen Rudersports zu identifizieren und gleichzeitig Konzepte für die
Lösung derselben zu erarbeiten.
65

4.2 Fragestellungen

Die Kernfragestellungen in Form von Unterschieds- bzw.


Zusammenhangshypothesen könnten nachfolgend beschrieben werden.

• Fragestellung 1: Es gibt Unterschiede in der Einschätzung der Befragten zur


gegenwärtigen Situation des koreanischen Leistungsrudersports in
Abhängigkeit von der Einbindung in das System (Funktionäre vs. Trainer) und in
Abhängigkeit vom Ausbildungsstand (Berufserfahrung und akademische
Ausbildung) sowie vom Alter und Geschlecht.

• Fragestellung 2: Es gibt Unterschiede in der Einschätzung der Befragten zu


den Ursachen und Gründen, die zur aktuellen Situation des koreanischen
Leistungsrudersports geführt haben, in Abhängigkeit von der Einbindung in das
System (Funktionäre vs. Trainer) und in Abhängigkeit vom Ausbildungsstand
(Berufserfahrung und akademische Ausbildung) sowie vom Alter und
Geschlecht.

• Fragestellung 3: Es gibt Unterschiede in der Einschätzung welche


verbindlichen Konzepte umgesetzt werde sollen in Abhängigkeit von der
Einbindung in das System (Funktionäre (Landes/Nationale Ebene vs. Trainer)
und in Abhängigkeit vom Ausbildungsstand (Berufserfahrung und akademische
Ausbildung) sowie vom Alter und Geschlecht.

• Fragestellung 4: Es gibt Unterschiede in der Einschätzung welche Ziele und


konkreten Maßnahmen umgesetzt werden sollen in Abhängigkeit von der
Einbindung in das System (Funktionäre (Landes/Nationale Ebene) vs. Trainer)
und in Abhängigkeit vom Ausbildungsstand (Berufserfahrung und akademische
Ausbildung) sowie vom Alter und Geschlecht.

• Fragestellung 5: Es gibt Unterschiede in der Einschätzung welche Folgen


und Widerstände in Abhängigkeit von der Einbindung in das System
66

(Funktionäre auf nationaler / Landesebene vs. Trainer) und in Abhängigkeit vom


Ausbildungsstand (Berufserfahrung und akademische Ausbildung) sowie vom
Alter und Geschlecht auftreten.

4.3 Methoden

Um den Gegenstandsbereich der Arbeit - mögliche Strukturprobleme in der


Steuerung des koreanischen Ruderspitzensports zu identifizieren - wurde
zunächst eine Reihe von qualitativen Experteninterviews (N = 6; Funktionäre
und Trainer in jeweils leitenden Positionen aus Südkorea) aus dem
Ruderbereich durchgeführt. Diese Experteninterviews wurden transkribiert und
qualitativ ausgewertet (siehe auch Anlage).

Auf der Basis dieser Experteninterviews wurden Problem- bzw. Handlungsfelder


für die eine weiterführende Untersuchung ermittelt. Im Einzelnen handelt es
sich dabei um folgende Aspekte:

 Einschätzung der aktuellen Situation des koreanischen


Ruderleistungssport
 Gründen für diese Situation
 Die Einschätzung möglicher Konzepte (u.a. Verwaltung, Finanzierung,
Kooperation, Veränderung des Wettkampfsystems)
 Konkrete Maßnahmen (u.a. Qualifizierung, Kommunikation)
 Mögliche Folgen und Widerstände

Zur Erfassung dieser verschiedenen Aspekte wurde ein Fragebogen entwickelt


mit dem Ziel eine Quasi-Delphi-Studie durch zuführen. Insgesamt umfasst der
Fragebogen 53 Items zu den genannten Handlungsbereichen. Darüber hinaus
werden in 6 weiteren Teilfragen relevante Personendaten (Alter, Geschlecht,
Rolle, Arbeitszeit im Rudersport) erfragt.
67

Dieser Fragebogen wurde in einem Pre-Test überprüft und dann noch einmal
leicht modifiziert. Neben einer koreanischen Version existiert auch eine
deutsche Version. Nach dem methodischen Standard wurden beide Versionen
von einem beglaubigten Übersetzer jeweils „rückübersetzt“. Die kulturelle
Äquidistanz wurde in verschiedenen Expertenrunden diskutiert. Die koreanische
und die deutsche Version des Fragebogens finden sich im Anhang der Arbeit.

4.4 Untersuchungstichprobe

Zielpopulation der Studie sind die Trainer und Funktionäre im Alter von 26 bis
59 Jahren, die für den Rudersport in Korea arbeiten. Nach der Angabe des
koreanischen Ruderverbandes 2011 sind insgesamt 72 Personen als Trainer
und Trainerin angemeldet wovon 69.4% (N=50) an der Befragung
teilgenommen haben. Zusätzlich zu den Trainern wurden (N=20) leitende
Funktionäre auf der nationalen und lokalen Ebene befragt.

Im Folgenden wird die Durchführung der Querschnittsuntersuchung sowie die


Stichprobe ausführlich beschrieben und diskutiert. Zur Analyse der
gruppenspezifischen Effekte werden folgende Gruppierungsvariablen gebildet:

1) Geschlecht, Alter (zwei Gruppen < 40 Jahre und ≥ 40 Jahre berücksichtigt)


2) Beruf (zwei Gruppen Trainer / Funktionär)
3) Karriere/Berufserfahrung (zwei Gruppen < 19 und ≥ 19 Jahre),
4) Ausbildung (zwei Gruppen nichtakademische Trainer- und
Übungsleiterausbildung vs. Absolventen der Sportwissenschaft)
5) Zugehörigkeit zum Spitzenverband/Landesverband

Die nachfolgenden Ergebnisse wurden mit dem Statistikprogramm SPSS 20


ausgewertet (vgl. Bühl, 2012, S. 365; SA, Statistics, 2012). Dabei wurden in
einem ersten Schritt für weiterführende Analysen fehlende Werte mit
interaktiven Schätzverfahren, T-test(Independent) und F-test(One-Way ANOVA),
ersetzt, da die gruppenspezifische Effekte als Bestimmungsfaktoren für die
Analyse große Rolle spielen (vgl. Woll, 1996, S. 151).
68

Die Tabelle 8 gibt einen Überblick über die Verteilung der Stichprobe auf die
einzelnen Gruppen.
Tab. 8: Verteilung der Stichprobe nach ausgewählten Gruppierungsvariablen
N
Geschlecht Mann 53
Frau 17
Alter <40 Jahre 44
≥40 Jahre 26
Karriere <19 Jahre 43
≥19 Jahre 27
Ausbildung Ja 41
Nein 29
Beruf Trainer 50
Funktionär 20
Verband SV 21
LV 49

4.4.1 Sozio-demographische Merkmale der Untersuchungsstichprobe


Im folgenden Abschnitt werden zunächst die Ergebnisse der ersten deskriptiven
Analysen zu den sozio-demographischen und biographischen Merkmalen als
Überblick vorgestellt. In der folgenden Abbildung wird die Verteilung der
Untersuchungspersonen nach Alter und Geschlecht dargestellt. Zu den sozio-
demographischen Merkmalen zählen Geschlecht, Alter und Status (vgl. Woll,
1996, S. 149).

Geschlecht
Unter den insgesamt 70 an der Umfrage teilnehmenden Personen, die für den
Rudersport in Korea arbeiten, waren 53 Männer und 17 Frauen. Der Vergleich
dieser Geschlechtsverteilung mit der Gesamtstichprobe zeigt, dass der
Frauenanteil in der Gesamtstichprobe 24.3 % und der Männeranteil 75.7 %
beträgt.

Alter
Das Altersspektrum in der Gesamtstichprobe reicht von 26 bis 59 Jahren, mit
einem mittleren Wert von knapp über 39 Jahren (MW=39.4; SD=9.3). Da die
Stichprobe aus zahlreichen Berufsanfängern besteht, ist dieses relativ junge
Alter der Befragten zu erwarten gewesen. Der Altersvergleich zwischen
Männern und Frauen zeigt, dass Männer mit einem mittleren Alter von unter
69

41.3 Jahren im Schnitt mehr als etwa 8.3 Jahre älter als die befragten Frauen
sind(MW=33.1).

Status(Beruf)
In der Gesamtstichprobe bilden Trainer etwa 71.4 Prozent(N=50). Dagegen
liegt der Anteil von Funktionäre bei 28.6 Prozent(N=20).

4.4.2 Biographische Merkmale der Untersuchungsstichprobe


Im Folgenden zählen zu den biographischen Merkmalen die Ausbildung,
Karriere und Zugehörigkeit zu einem bestimmten Verband.

Ausbildung
Aus der Gesamtstichprobe gaben 58.6 % (N=41) der Befragten an, mit
Sportwissenschaft abgeschlossen zu haben, wohingegen 41.4 % (N=29) über
keinen Abschluss der Sportwissenschaft verfügen. Der Vergleich zwischen
Männer und Frauen zeigt, dass 52.8 % der Männer und 76.5 % der Frauen
Sportwissenschaft studiert haben.

Karriere
Die Berufserfahrung in der Gesamtstichprobe reicht von zwei bis zu 40 Jahren,
mit einem mittleren Wert von knapp über 18 Jahren (MW=18.1; SD=7.3). Der
Geschlechtervergleich zwischen Männer und Frauen zeigt, dass Männer mit
einem mittleren Wert von 19.2 Jahren über dem der Frauen mit 14.7 Jahren
liegen.

Zugehörigkeit (Verband)
Die Frage nach der unmittelbaren Zugehörigkeit der Befragten zeigt, dass 30
Prozent (N=21) zum nationalen Spitzenverband (SV), 70 Prozent (N=49)
dagegen zu den Landesverbänden (LV) gehören. Der Vergleich der
unmittelbaren Zugehörigkeit zwischen Männern und Frauen zeigt, dass Männer
mit einer mittleren Wert von 35.8 % (N=19) zu SV und 64.2 % (N=34) zu LV
gehören, wohingegen Frauen 11.8 % (N=2) zu SV und 88.2 % (N=15) zum
70

Landesverband gehören.

4.5 Deskriptive Analyse und sozio-demographische Einflüsse

4.5.1 Einschätzung der Rudersportentwicklung in Korea


Von den fünf jeweils abgefragten Fragebereichen (1) zur Einschätzung der
Situation (2) zu möglichen Gründen (3) zu verbindlichen Konzepten (4) zu
konkreten Maßnahmen (5) zu möglichen Folgen und Widerständen für
Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea zeigt sich in einer
vergleichenden Auswertung folgende Top-Ten der Zustimmungen (vgl. Tab. 9):

Tab. 9: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top Ten; 1= stimmt
völlig - 5= stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Verbindliche
1 werden 1.60 .858 Konzepte
Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die Konkrete
2 Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen 1.81 .937 Maßnahmen
Der koreanische Ruderverband benötigt ein
systematisches Programm im Konkrete
3 Juniorenrudersport 1.83 .963 Maßnahmen
Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in
Korea ist zu gering, um international erfolgreich Einschätzung
4 zu sein 1.86 1.171 der Situation
Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Verbindliche
4 gestützt werden 1.86 .997 Konzepte
Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist
es erforderlich, dass Rudervereine und
Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich Verbindliche
6 entwickeln 1.93 .937 Konzepte
Der koreanische Ruderverband darf nicht nur
das Elite-Rudern, sondern soll auch das Konkrete
6 Freizeitrudern fördern 1.93 .983 Maßnahmen
Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B.
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur
Auswertung des Leistungsstandes Konkrete
8 herangesogen werden 1.94 .866 Maßnahmen
Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es Konkrete
9 eines Diagnose-Systems 2.03 1.021 Maßnahmen
Der koreanische Ruderverband soll den Konkrete
10 Leistungssport zentral führen 2.09 1.113 Maßnahmen
71

Im Gegensatz dazu werden die zehn Thesen mit der wenigsten Zustimmung
(Lowest Ten) (Breuer, 2003) im Folgenden dargestellt:

Die Tabelle zeigt, dass bei den Konzepten und Maßnahmen vor allem externe
Gründe betont werden. So wird ein aktives, verbindliches
Rekrutierungskonzept/-kampagne gefordert um mehr Menschen zum Rudern
zu bringen. Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer ist in Korea zu gering, um
international erfolgreich zu sein.

Strukturelle Defizite, wie z.B. ein Mangel an technischen Hilfsmitteln spielen


hingegen keine größere Rolle.

Tab. 10: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (1=stimmt völlig - 5
= stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
Der Leistungsstand der koreanischen
Rudernationalmannschaft ist im Vergleich zu den Einschätzung
1 3.97 .868
besten Nationen im asiatischen Raum der Situation
ausreichend hoch
Die finanzielle Förderung der Leistungsruderer ist Mögliche
2 3.70 .968
ausreichend, um das Leistungsniveau anzuheben Gründe
Ein Grund für das geringe internationale
Leistungsniveau ist die unsystematische und Mögliche
3 3.69 1.210
nicht-transparente Auswahl der Gründe
Nationalmannschaft
Die Entwicklung eines Leistungssportkonzepts
Verbindliche
4 soll allein dem koreanischen Ruderverband 3.64 1.228
Konzepte
überlassen bleiben
Die Kommunikation unter den Trainern und dem Konkrete
5 3.63 .871
koreanischen Ruderverband ist ausreichend Maßnahmen
Die Leistungsruderer/innen sind motiviert, ein Mögliche
6 3.60 .969
internationales Leistungsniveau zu erreichen Gründe
Die Trainer im koreanischen Ruderverband sind Einschätzung
7 3.57 .861
gut ausgebildet der Situation
Die Trainer haben fachliche Kompetenz und eine Mögliche
8 3.53 .829
gute Ausbildung Gründe
Der koreanische Rudersport kann z.Zt. auf Einschätzung
9 3.51 1.139
politische Unterstützung zurückgreifen der Situation
Es herrscht bei den Trainern eine klare
Mögliche
10 Vorstellung über die rudertechnischen 3.47 .847
Gründe
Anforderungen
72

Bei den für die Zukunft relevanten Aspekten der Verbandsentwicklung wird
deutlich, dass ein Hauptdefizit in der Qualifikation der Trainierinnen und Trainer
gesehen wird. Dieses selbst wahrgenommene Defizit bezieht sich dabei nicht
nur auf die fachlichen Kompetenzen, sondern auch auf das Fehlen einer
einheitlichen Philosophie. Darüber hinaus werden auch Kommunikationsdefizite
zwischen den Trainern und dem koreanischen Ruderverband.

4.5.2 Gruppenspezifische Aspekte und Auswertungen


Die gruppenspezifischen Aspekte werden mit Hilfe einer dreifaktoriellen
Varianzanalyse unter Berücksichtigung des Geschlechts, des Alters, des
Karrierestatus, der fachspezifischen Ausbildung, der rudersportlichen Funktion
und des Verbandes überprüft. Eine Darstellung von Mittelwerten dieser
Untersuchung erfolgt nur dann, wenn die Wechselwirkung statistisch signifikant
ist.

4.5.3 Einschätzung der Situation


Bei der Frage „Der koreanische Rudersport kann z.Zt. auf politische
Unterstützung zurückgreifen″ zeigen sich deutliche Unterschiede in den
einzelnen Gruppierungsvariablen.

Tab.11: Einschätzung der politischen Unterstützung des Ruderns


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 3.43 1.233 -1.329


Frau 17 3.76 0.752
<40 Jahre 44 3.8 0.93
Alter 2.819**
≥40 Jahre 26 3.04 1.311
<19 Jahre 43 3.74 0.928
Karriere 2.014
≥19 Jahre 27 3.15 1.35
Ja 41 3.44 1.141
Ausbildung -0.655
Nein 29 3.62 1.147
Trainer 50 3.68 1.077
Beruf 1.964
Funktionär 20 3.1 1.21
SV 21 2.86 1.108
Verband -3.393**
LV 49 3.8 1.04
P>.001***, P>.01**, P>.05*
73

5
4,5
3,76 3,8 3,74 3,8
4 3,62 3,68
3,44
3,5 3,04 3,15 3,1
2,86
3
2,5 2,06
2
1,5
1

SV

LV
Frauen

Ja

Nein

Funktionäre
Trainer
Männer

unten 40

über 40

unten 19

über 19
Geschlecht Alter Karriere Ausbildung Beruf Verband

Abb. 16: Einschätzung der politischen Unterstützung des Ruderns

Auffällig ist, dass sich bereits bei der ersten Frage nach dem politischen
Interesse der koreanischen Regierung für den Rudersport die ersten
kennzeichnenden Wertungsunterschiede zeigen: Der Mittelwert (MW) dieser
Frage (in einer Skala zwischen 1: stimmt völlig und 5: stimmt überhaupt nicht)
beträgt 3.51 (N=70), also fühlen sich die Befragten nicht unbedingt von der
koreanischen Regierung unterstützt. Der MW liegt bei Männern bei 3.43 und bei
Frauen sogar bei 3.76.

Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf das Alter und den beiden
Verbänden deutliche Unterschiede erkennen lassen. Während der Mittelwert bei
jüngeren Personen im Durchschnitt bei 3.8 (N=44) liegt, sinkt dieser bei älteren
Personen auf 3.04 (N=26). Dieser Unterschied wird auch statistisch bedeutsam.

Weiterhin gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen dem


Spitzenverband (SV) (2.86, N=21) und dem Landesverband (LV) (3.8, N=49).
Darüber hinaus lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen
Trainern (3.68) und Funktionären (3.1) diagnostizieren. Ferner bemerkt man
einen klaren Wertungsunterschied zwischen erfahreneren Personen, die seit
mindestens 19 Jahren im Rudersport tätig sind und sich damit mitten in ihrer
74

Karriere befinden (3.15), als auch zwischen wenig erfahreneren Personen


(3.74). Letztlich lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (3.44) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(3.62) feststellen. Folglich bestehen bei dieser Frage signifikante Unterschiede
zwischen beiden Altersgruppen und den verschiedenen Verbänden, jedoch
besteht dabei kein signifikanter Zusammenhang.

„Das Leistungsniveau der koreanischen Rudernationalmannschaft ist im


Vergleich zur Weltspitze zu gering″.

Tab. 12: Leistungsniveau der Rudernationalmannschaft im Vergleich zur Weltspitze


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 1.96 0.98 -2.314*


Frau 17 2.59 0.939
<40 Jahre 44 2.23 0.937
Alter 1.234
≥40 Jahre 26 1.92 1.093
<19 Jahre 43 2.19 1.006
Karriere 0.755
≥19 Jahre 27 2 1
Ja 41 2.17 0.892
Ausbildung 0.558
Nein 29 2.03 1.149
Trainer 50 2.16 1.076
Beruf 0.684
Funktionär 20 2 0.795
SV 21 1.86 0.793
Verband -1.594
LV 49 2.22 1.066
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 17: Leistungsniveau der Rudernationalmannschaft im Vergleich zur Weltspitze


75

Bei der Frage, ob das Leistungsniveau der koreanischen


Rudernationalmannschaft im Vergleich zur Weltspitze zu schwach ist, wird ein
bedeutsamer Wertungsunterschied nur zwischen den Geschlechtern erkennbar:
Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.1, also stimmen viele Befragte dieser
Auffassung zu. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf das Geschlecht
ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während der Mittelwert bei
Männern im Durchschnitt bei 2.0 (N=53) liegt, steigt dieser bei Frauen auf 2.6
(N=17). Frauen sind deutlich zufriedener mit der Situation als Männer. Dieser
Unterschied wird statistisch bedeutsam. Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.23 und der
älteren Personen im Durchschnitt 1.92 erkennen. Jüngere sind demnach
tendenziell unzufriedener als ältere Personen. Weiterhin gibt es bei beiden
Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (1.9) und dem LV (2.2). Die
Vertreter des Spitzenverbands sind unzufriedener als die
Landesverbandvertreterinnen. Darüber hinaus lässt sich auch ein Unterschied
des Mittelwertes zwischen Trainern (2.16) und Funktionären (2.0) feststellen.

Ferner bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahreneren


Personen (2.0) und weniger erfahrenen Personen (2.19). Letztlich lässt sich ein
geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.17) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.03) ermitteln. Folglich besteht
bei dieser Frage ein signifikanter Unterschied nur bezüglich des Geschlechtes.

Bei der Frage nach dem hohen Leistungsstand der koreanischen


Rudernationalmannschaft im Vergleich zu den besten Nationen im asiatischen
Raum haben sich die folgenden Wertungsunterschiede gezeigt:

Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.97, wovon der Frauenanteil bei 3.76 und
der Männeranteil bei 4.04 liegt. Folglich stimmen viele Befragte dieser Frage
nicht zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den
jüngeren Personen im Durchschnitt ein Wert von 3.84 und bei älteren Personen
im Durchschnitt ein Wert von 4.19 erkennen. Weiterhin gibt es bei beiden
76

Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (3.81) und dem LV (4.04).

Darüber hinaus lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen
Trainern (4.04) und Funktionären (3.8) feststellen. Ferner bemerkt man einen
kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahreneren Personen (3.95) und
wenig erfahreneren Personen (4.0). Letztlich lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.9) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (4.1) ermitteln. Somit besteht bei dieser Frage kein
signifikanter Unterschied.

Zusammenfassend bleibt festzuhalten, dass bei dieser Frage keine


signifikanten Gruppenunterschiede zu verzeichnen sind.

Bei der Frage nach der „zu geringen Anzahl der aktiven koreanischen
Leistungsruderer zum Erreichen von internationalem Erfolg“ zeigt sich, dass der
Mittelwert dieser Frage 1.86 beträgt, wobei der Frauenanteil bei 1.88 und der
Männeranteil bei 1.85 liegt. Also stimmen viele der Befragten dieser Aussage
ganz zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich im Durchschnitt ein Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im (1.75) und der älteren Personen (2.04)
festhalten. Zudem gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (2.14) und dem LV (1.73). Darüber hinaus lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (1.7) und Funktionären (2.25)
beobachten. Ferner bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen
erfahreneren Personen (1.85) und wenig erfahreneren Personen (1.86).
Letztlich lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (1.88) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(1.83) ermitteln. In dieser Frage zeigt die durchgeführte Inferenzstatistik keinen
signifikanten Unterschied.
77

Tab. 13: Ausbildung der Trainer im KRA


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 3.58 0.887 0.23


Frau 17 3.53 0.8
<40 Jahre 44 3.41 0.923
Alter -2.276*
≥40 Jahre 26 3.85 0.675
<19 Jahre 43 3.42 0.879
Karriere -1.91
≥19 Jahre 27 3.81 0.786
Ja 41 3.49 0.898
Ausbildung -0.966
Nein 29 3.69 0.806
Trainer 50 3.5 0.886
Beruf -1.099
Funktionär 20 3.75 0.786
ntionaer
SV 21 3.71 0.644
Verband 1.051
LV 49 3.51 0.938
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 18: Ausbildung der Trainer im KRA

Bei der Frage, ob die Trainer im koreanischen Ruderverband gut ausgebildet


sind, wird ein bedeutsamer Wertungsunterschied hinsichtlich des Alters
erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.57, wobei der Frauenanteil bei
3.53 und der Männeranteil bei 3.58 liegt. Also stimmen viele der Befragten
dieser Auffassung nicht zu. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf das
Alter große Unterschiede erkennbar sind. Während die jüngeren Personen im
Durchschnitt bei 3.41 liegen, steigt der Mittelwert der älteren Personen auf 3.85.
78

Ältere Personen sind mit der Trainerausbildung signifikant unzufriedener als


jüngere Personen. Des Weiteren gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (3.7) und dem LV (3.5). Darüber hinaus lässt
sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.5) und
Funktionären (3.75) feststellen. Ferner besteht ein kleiner Wertungsunterschied
zwischen erfahreneren Personen (3.81) und wenig erfahreneren Personen
(3.42). Letztlich lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (3.49) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(3.69) ermitteln. Folglich besteht bei dieser Frage ein signifikanter Unterschied
nur bezüglich des Alters.

Bei der Frage, ob die „Trainingsbedingungen“ (geeignete Gewässer, Clubs,


Bootsmaterial) momentan nicht ausreichen, um Ruderer auf internationalem
Niveau heranzubilden, haben sich folgende Wertungsunterschiede gezeigt: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 2.91, wobei der Frauenanteil bei 2.82 und der
Männeranteil bei 2.94 liegt, also stimmen die Befragten dieser Frage nicht ganz
zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich ein Unterschied zwischen den jüngeren
Personen (Mittelwert 2.89) und älteren Personen (Mittelwert 2.96) erkennen.
Weiterhin gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV
(3.3) und dem LV (2.7). Darüber hinaus lässt sich auch ein Unterschied des
Mittelwertes zwischen Trainern (2.86) und Funktionären (3.05) feststellen.
Ferner bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen Personen
mit viel (2.89) und Personen mit wenig Erfahrung (2.93). Letztlich lässt sich ein
geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.76) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (3.14) ermitteln. Bei dieser Frage
bestehen keine signifikanten Unterschiede.
79

Tab. 14: Anschluss an das Weltniveau


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.02 1.065 -1.765


Frau 17 2.59 1.417
<40 Jahre 44 2.52 1.21
Alter 4.066***
≥40 Jahre 26 1.54 0.811
<19 Jahre 43 2.37 1.254
Karriere 1.971
≥19 Jahre 27 1.81 0.962
Ja 41 2.17 1.07
Ausbildung 0.114
Nein 29 2.14 1.329
Trainer 50 2.36 1.241
Beruf 2.810**
Funktionär 20 1.65 0.813
SV 21 1.71 0.845
Verband -2.464*
LV 49 2.35 1.251
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 19: Anschluss an das Weltniveau

Bei der Frage, ob der koreanische Ruderverband die vorrangige Aufgabe hat,
den Anschluss an das Weltniveau zu erreichen, werden bedeutsame
Wertungsunterschiede des Alters, des Beruf sowie des Verbands erkennbar:

Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.16. Der Mittelwert bei Frauen liegt bei 2.59
und der der Männer bei 2.02. Also stimmen viele Befragte dieser Auffassung zu.
Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf das Alter ein deutlicher
80

Unterschied besteht. Während die jüngeren Personen im Durchschnitt bei 2.52


(N=44) liegen, sinkt der Mittelwert der älteren Personen auf 1.54 (N=26). Für
ältere Personen ist das Ziel „Anschluss an die Weltspitze herzustellen“ wichtiger
als für jüngere Personen. Weiterhin besteht ein Unterschied zwischen Trainern
und Funktionären mit einer mittleren Werte jeweils von 2.36 (N=50) und 1.65
(N=20). Gleichzeitig zeigt sich im Vergleich zwischen beiden Verbänden, dass
der SV mit einem mittleren Wert 1.7 (N=21) eine signifikant höhere Zustimmung
als der LV mit einem mittleren Wert 2.4 (N=49) aufweist. Ferner bemerkt man
einen kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahreneren Personen (1.81) und
wenig erfahreneren Personen (2.37). Letztlich lässt sich ein geringer
Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.17) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.14) ermitteln. In dieser Frage
zeigen sich in Abhängigkeit von den Gruppierungsvariablen statistisch
bedeutsame Unterschiede. Insbesondere ältere Funktionäre aus dem
Spitzenverband betonen diese Zielstellung explizit bedeutsamer als die
jüngeren Personen, Trainer bzw. Vertreter von Landesverbänden. Hier scheint
es offensichtlich einen Zielkonflikt zumindest relevante Bedeutungsunterschiede
zwischen den entscheidenden Handlungsgruppen zu geben.

4.5.4 Gründe für die aktuelle Situation


Bei der Frage nach dem Motivationsstand bzw. Einstellung der koreanischen
Ruderer/innen haben sich folgende Wertungsunterschiede gezeigt: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 3.6. Der der Männerliegt bei 3.64 und der der
Frauen bei 3.47. Es lässt sich also festhalten, dass viele Befragte dieser Frage
nicht zustimmen. Hinsichtlich des Alters lässt sich ein Unterschied zwischen
den jüngeren Personen (3.57) und den älteren Personen (3.65) erkennen.

Weiterhin bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen


erfahreneren Personen (3.7) und weniger erfahrenen Personen (3.53). Darüber
hinaus ist ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (3.49) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(3.76) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes
81

zwischen Trainern (3.74) und Funktionären (3.25) feststellen. Letztlich gibt es


bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (3.43) und dem LV
(3.67). Damit besteht bei dieser Frage kein signifikanter Unterschied in
Abhängigkeit von den einbezogenen Gruppierungsvariablen.

Auf die Frage in wie weit die Vermittlung der Rudertechnik auf
wissenschaftlichen Erkenntnissen basiert zeigt sich insgesamt eine eher
negative Bewertung. Zwischen den Gruppen werden Unterschiede in
Abhängigkeit vom Alter – jüngere Befragte sehen eine stärkere
Berücksichtigung der wissenschaftlichen Erkenntnisse als ältere – und in
Abhängigkeit von der Ausbildung. Hier beurteilen Personen mit
sportwissenschaftlichem Studium die Situation signifikant positiver als Personen
ohne eine wissenschaftliche Qualifikation.

Tab.15: Rudertechnik nach wissenschaftlichen Erkenntnissen


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 3.25 0.83 -0.743


Frau 17 3.41 0.712
<40 Jahre 44 3.14 0.852
Alter -2.077*
≥40 Jahre 26 3.54 0.647
<19 Jahre 43 3.14 0.833
Karriere -1.966
≥19 Jahre 27 3.52 0.7
Ja 41 3.12 0.812
Ausbildung -2.082*
Nein 29 3.52 0.738
Trainer 50 3.22 0.815
Beruf -1.087
Funktionär 20 3.45 0.759
SV 21 3.43 0.746
Verband 0.976
LV 49 3.22 0.823
P>.001***, P>.01**, P>.05*
82

Abb. 20: Rudertechnik nach wissenschaftlichen Erkenntnissen

Bei der Frage nach der „unsystematischen und nicht-transparenten Auswahl der
koreanischen Nationalmannschaft“ haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.69, davon
der Männeranteil bei 3.75 und der Frauenanteil bei 3.47 liegt. Viele Befragte
stimmen dieser Frage nicht zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.84 und der älteren
Personen im Durchschnitt 3.42 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (3.37) und weniger
erfahrenen Personen (3.88). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.83) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (3.48) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.7) und Funktionären (3.65)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (3.38) und dem LV (3.82). Insgesamt zeigen sich bei dieser
Fragestellung keine signifikanten Unterschiede.

Bei der Frage, ob die finanzielle Förderung der Leistungsruderer zur Anhebung
des Leistungsniveaus ausreichend ist, haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.7, davon
der Männeranteil bei 3.85 und der Frauenanteil bei 3.24 liegt. Viele Befragte
83

stimmen dieser Frage nicht zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.73 und der älteren
Personen im Durchschnitt 3.65 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (3.67) und weniger
erfahrenen Personen (3.72). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.66) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (3.76) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.7) und Funktionären (3.7)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (3.57) und dem LV (3.76). Somit besteht bei dieser Frage kein
signifikanter Gruppenunterschied.

Bei der Frage nach dem Besitzen „fachlicher Kompetenz und einer guten
Ausbildung von koreanischen Trainern“ haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.53, davon
der Männeranteil bei 3.53 und der Frauenanteil bei 3.53 liegt. Also stimmen
viele Männer und Frauen dieser Frage nicht zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich
der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.39 und der
älteren Personen im Durchschnitt 3.77 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen
kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (3.59) und
weniger erfahrenen Personen (3.49). Darüber hinaus lässt sich ein geringer
Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.49) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (3.59) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.5) und
Funktionären (3.6) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (3.76) und dem LV (3.43). Bei einer insgesamt
sehr negativen Einschätzung der fachlichen Qualität sind jedoch keine
Gruppenunterschiede nachzuweisen, die statistisch bedeutsam wären.

Bei der Frage nach der „Unterstützung des koreanischen Ruderverbandes für
die Ruderer und Trainer der Nationalmannschaft“ haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.46, davon
84

der Männeranteil bei 3.47 und der Frauenanteil bei 3.41 liegt. Also stimmen die
Befragten dieser Auffassung nicht zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.45 und der
älteren Personen im Durchschnitt 3.46 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen
kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (3.53) und
weniger erfahrenen Personen (3.53). Darüber hinaus lässt sich ein geringer
Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.46) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (3.45) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.4) und
Funktionären (3.6) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (3.38) und dem LV (3.49). Demzufolge besteht
bei dieser Frage kein signifikanter Unterschied.

Tab. 16: Vertrauen Leistungsfähigkeit der Nationalmannschaftsruder/innen


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.83 0.975 0.023


Frau 17 2.82 1.237
<40 Jahre 44 3.07 0.95
Alter 2.625*
≥40 Jahre 26 2.42 1.065
<19 Jahre 43 3 1
Karriere 1.776
≥19 Jahre 27 2.56 1.05
Ja 41 2.95 1.048
Ausbildung 1.182
Nein 29 2.66 1.01
Trainer 50 2.92 1.066
Beruf 1.172
Funktionär 20 2.6 0.94
SV 21 2.52 0.928
Verband -1.632
LV 49 2.96 1.06
P>.001***, P>.01**, P>.05*
85

Abb. 21: Vertrauen Leistungsfähigkeit der Nationalmannschaftsruder/innen

Bei der Frage, ob das Vertrauen der Nationalmannschaftsruderer/innen in ihre


Leistungsfähigkeit und ihr Leistungspotential zu gering ist, wird ein
bedeutsamer Wertungsunterschied im Alter erkennbar: Der Mittelwert dieser
Frage beträgt 2.83, davon der Frauenanteil bei 2.82 und der Männeranteil bei
2.83 liegt. Also stimmen viele Befragte dieser Frage nicht zu. Interessant ist
jedoch, dass sich im Hinblick auf das Alter ein sichtbarer Unterschied erkennbar
macht. Während die jüngeren Personen im Durchschnitt 3.07 liegen, sinkt der
Mittelwert der älteren Personen auf 2.42. Des Weiteren gibt es bei beiden
Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (2.52) und dem LV (2.96).

Tab. 17: Vorstellung über rudertechnische Anforderungen bei Trainern


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 3.36 0.811 -2.014*


Frau 17 3.82 0.883
<40 Jahre 44 3.3 0.878
Alter -2.334*
≥40 Jahre 26 3.77 0.71
<19 Jahre 43 3.4 0.903
Karriere -0.948
≥19 Jahre 27 3.59 0.747
Ja 41 3.39 0.919
Ausbildung -0.953
Nein 29 3.59 0.733
Trainer 50 3.38 0.805
Beruf -1.44
Funktionär 20 3.7 0.923
SV 21 3.67 0.796
Verband 1.269
LV 49 3.39 0.862
P>.001***, P>.01**, P>.05*
86

Abb. 22: Vorstellung über rudertechnische Anforderungen

Darüber hinaus lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen
Trainern (2.92) und Funktionären (2.6) feststellen. Ferner bemerkt man einen
kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (2.56) und
weniger erfahrenen Personen (3.0). Letztlich lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.95) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.66) ermitteln. Dementsprechend gibt es bei
dieser Frage einen signifikanten Unterschied nur bezüglich des Alters. Für die
älteren befragten Personen ist diese Problem statistisch bedeutsamer als für
die Personen, die jünger als 40 Jahre sind.

Bei der Frage, ob es bei den Trainern eine klare Vorstellung über die
rudertechnischen Anforderungen herrscht, werden bedeutsame
Wertungsunterschiede zwischen Geschlechtern und beiden Altersgruppen
erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.47, also stimmen viele
Befragte dieser Auffassung nicht zu. Interessant ist jedoch, dass sich im
Hinblick auf das Geschlecht und Alter deutliche Unterschiede erkennbar
machen. Während die Männer im Durchschnitt 3.36 (N=53) liegen, steigt der
Mittelwert der Frauen auf 3.82 (N=17) und die jüngeren Personen im
Durchschnitt 3.3 (N=44) liegen, sinkt der Mittelwert der älteren Personen auf
3.77 (N=26). Weiterhin bemerkt man einen Wertungsunterschied zwischen
87

erfahrenen Personen (3.59) und weniger erfahrenen Personen (3.4). Darüber


hinaus gibt es Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.39)
und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (3,59). Ferner lässt sich auch
ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.38) und Funktionären
(3.7) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung
zwischen dem SV (3.67) und dem LV (3.39). Folglich gibt es bei dieser Frage
einen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Geschlechtern und
Altersgruppen. Insbesondere für das Frauenrudern scheint es keine klaren
rudertechnischen Vorstellungen zu geben. Jüngere Personen und Männer sind
hier insgesamt etwas positiver was die Einschätzung der rudertechnischen
Vorstellungen betrifft.

Bei der Frage nach dem Fehlen einer systematischer Ausbildungs- und
Lizenzsystem für Rudertrainer in Korea haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.64, davon
der Männeranteil bei 2.6 und der Frauenanteil bei 2.76 liegt. Also stimmen die
Befragten dieser Auffassung mehr oder weniger zu. Hinsichtlich des Alters lässt
sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.66
und der älteren Personen im Durchschnitt 2.62 erkennen. Weiterhin bemerkt
man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (2.56)
und weniger erfahrenen Personen (2.7). Darüber hinaus lässt sich ein geringer
Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.63) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.66) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.66) und
Funktionären (2.6) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (2.48) und dem LV (2.71). Demzufolge gibt es
bei dieser Frage keinen signifikanten Unterschied im Hinblick auf die
einbezogenen Gruppierungsvariablen.

4.5.5 Verbindliche Konzepte


Bei der Frage, ob zur Änderung der gegenwärtigen Situation im Rudersport ein
neues Verwaltungskonzept im koreanischen Ruderverband zu entwickeln ist,
88

haben sich die folgenden Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser


Frage beträgt 2.44, davon der Männeranteil bei 2.42 und der Frauenanteil bei
2.53 liegt. Also stimmen die Befragten dieser Frage mehr oder weniger zu.
Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren
Personen im Durchschnitt 2.57 und der älteren Personen im Durchschnitt 2.23
erkennen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen
erfahrenen Personen (2.26) und weniger erfahrenen Personen (2.56). Darüber
hinaus lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (2.49) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(2.38) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes
zwischen Trainern (2.52) und Funktionären (2.25) feststellen. Letztlich gibt es
bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (2.29) und dem LV
(2.51). Demzufolge besteht bei dieser Frage kein signifikanter Unterschied mit
Bezug auf die berücksichtigten Gruppierungsvariablen.

Bei der Frage nach der Konzeptentwicklung für die Verbreitung des
Rudersports im Freizeitbereich von Rudervereinen und Hochschulen haben
sich die folgenden Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage
beträgt 1.93, also stimmen viele Befragte dieser Auffassung ganz zu.
Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 1.87 und bei den Frauen bei
2.12. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren
Personen im Durchschnitt 1.91 und der älteren Personen im Durchschnitt 1.77
erkennen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen
erfahrenen Personen (1.86) und weniger erfahrenen Personen (1.85). Darüber
hinaus lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (1.71) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(2.07) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes
zwischen Trainern (1.82) und Funktionären (1.95) feststellen. Letztlich gibt es
bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (2.14) und dem LV
(1.73). Demzufolge besteht auch bei dieser Frage kein signifikanter Unterschied
zwischen den in die Betrachtung einbezogenen Gruppen.
89

Bei der Frage nach einer erforderlichen Sonderfinanzierung der Regierung für
die Entwicklung des Ruderleistungssports haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 1.86.
Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 1.79 und bei den Frauen sogar
bei 2.06, also interessieren die Männer sich für die Sportpolitik etwas mehr als
die Frauen wie bei der ersten Frage. Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 1.95 und der
älteren Personen im Durchschnitt 1.88 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen
kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.95) und
weniger erfahrenen Personen (1.89). Darüber hinaus lässt sich ein geringer
Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (1.76) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.17) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (1.88) und
Funktionären (2.05) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (1.95) und dem LV (1.92). Folglich gibt es aber
bei dieser Frage keinen signifikanten Unterschied in Abhängigkeit von sozio-
demographischen und biographischen Variablen. Alle Gruppen sind sich einig,
dass eine solche Erhöhung der finanziellen Ressourcen unabdingbar ist, um
den Rudersport in Korea weiter zu entwickeln.

Bei der Frage, ob der Leistungsstand koreanischer Ruderer/innen durch eine


verstärke finanzielle Unterstützung des koreanischen Ruderverbandes
angehoben werden kann, haben sich die folgenden Wertungsunterschiede
gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.21, davon der Männeranteil bei
2.13 und der Frauenanteil bei 2.47 liegt. Also stimmen die Befragten dieser
Frage mehr zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den
jüngeren Personen im Durchschnitt 2.23 und der älteren Personen im
Durchschnitt 2.19 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (2.3) und weniger
erfahrenen Personen (2.07). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.15) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.31) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.34) und Funktionären (1.9)
90

feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen


dem SV (2.0) und dem LV (2.31). Somit besteht bei dieser Frage kein
signifikanter Unterschied.

Tab. 18: Verbindliches Trainingskonzept


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 3.32 0.872 -0.121


Frau 17 3.35 1.169
<40 Jahre 44 3.23 0.961
Alter -1.172
≥40 Jahre 26 3.5 0.906
<19 Jahre 43 3.26 0.978
Karriere -0.812
≥19 Jahre 27 3.44 0.892
Ja 41 3.07 1.01
Ausbildung -2.825**
Nein 29 3.69 0.712
Trainer 50 3.32 0.957
Beruf -0.119
Funktionär 20 3.35 0.933
SV 21 3.48 0.873
Verband 0.855
LV 49 3.27 0.974
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 23: verbindliches Trainingskonzept

Bei der Frage, ob es ein verbindliches Trainingskonzept für leistungsstarke


Ruderer/innen gibt, wird ein bedeutsamer Wertungsunterschied zwischen
beiden Ausbildungsgruppen erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.33.
91

Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 3.32 und bei den Frauen sogar
bei 3.35, also stimmen viele Männer und Frauen dieser Auffassung nicht zu.
Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren
Personen im Durchschnitt 3.23 und der älteren Personen im Durchschnitt 3.5
erfassen. Weiterhin bemerkt man einen Wertungsunterschied zwischen
erfahrenen Personen (3.44) und weniger erfahrenen Personen (3.26).

Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf die Ausbildung deutlicher
Unterschied erkennbar macht. Während Absolventen der Sportwissenschaft im
Durchschnitt 3.07 (N=41) liegen, steigt der Mittelwert von Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad auf 3.69 (N=29). Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.32) und Funktionären (3.35)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (3.48) und dem LV (3.27). Folglich besteht bei dieser Frage ein
signifikanter Unterschied zwischen beiden Ausbildungsgruppen. Personen mit
einem sportwissenschaftlichen Ausbildungshintergrund beurteilen die Situation
positiver als Personen ohne sportwissenschaftliche Ausbildung.

Bei der Frage, ob mehr aktive Rennruderer/innen zur Erhebung des


Leistungsniveaus gewonnen werden müssen, haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 1.6.
Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 1.64 und bei den Frauen sogar
bei 1.47, also stimmen viele Befragte dieser Frage zu. Hinsichtlich des Alters
lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt
1.61 und der älteren Personen im Durchschnitt 1.58 erkennen. Weiterhin
bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen
Personen (1.48) und weniger erfahrenen Personen (1.67). Darüber hinaus lässt
sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft
(1.54) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (1.69) ermitteln. Ferner
lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (1.52) und
Funktionären (1.8) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (1.81) und dem LV (1.51). Diese Frage sollte für
92

die Trainer und LV realistischer als für die Funktionäre und SV. Jedoch gibt es
hier keinen signifikanten Unterschied.

Tab. 19: Fehlen eines systematischen Wettkampfsystems


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.32 1.123 -0.674


Frau 17 2.53 1.068
<40 Jahre 44 2.55 1.088
Alter 1.738
≥40 Jahre 26 2.08 1.093
<19 Jahre 43 2.53 1.032
Karriere 1.578
≥19 Jahre 27 2.11 1.188
Ja 41 2.32 1.105
Ausbildung -0.486
Nein 29 2.45 1.121
Trainer 50 2.48 1.129
Beruf 1.306
Funktionär 20 2.1 1.021
SV 21 1.95 1.024
Verband -2.128*
LV 49 2.55 1.1
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 24: Fehlen eines systematischen Wettkampfsystems

Bei der Frage, ob es ein systematisches, auf einen Zielwettkampf


ausgerichtetes Wettkampfsystem fehlt, wird ein bedeutsamer
Wertungsunterschied zwischen beiden Verbänden erkennbar: Der Mittelwert
dieser Frage beträgt 2.37. Er liegt der MW bei Männern bei 2.32 und bei den
93

Frauen bei 2.53, also stimmen viele Männer und Frauen dieser Auffassung
mehr oder weniger zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.55 und der älteren
Personen im Durchschnitt 2.08 erfassen. Weiterhin bemerkt man einen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (2.11) und weniger
erfahrenen Personen (2.53). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.32) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.45) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.48) und Funktionären (2.1)
feststellen. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf den Verband ein
deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während SV im Durchschnitt 1.95
(N=21) liegen, steigt der Mittelwert von LV auf 2.55 (N=49). Folglich gibt es bei
dieser Frage einen signifikanten Unterschied zwischen den Vertretern des
Spitzenverbandes und den Landesverbandsvertretern. Den Vertretern des
Spitzenverbandes ist diese Einführung von neuen Wettkampfformen deutlich
wichtiger als den Landesverbandsvertretern.

Bei der Frage nach der Erstellung „konkreter und realisierter Ziele für die
Entwicklung des Leistungsniveaus vom KRA“ haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.2.
Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 3.26 und bei den Frauen bei 3.0,
also stimmen viele Befragte dieser Frage nicht zu. Hinsichtlich des Alters lässt
sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.07
und der älteren Personen im Durchschnitt 3.42 erkennen. Weiterhin bemerkt
man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (3.33)
und weniger erfahrenen Personen (3.12). Darüber hinaus lässt sich ein geringer
Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.02) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (3.45) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.22) und
Funktionären (3.15) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (3.14) und dem LV (3.22). Erstaunlicherweise
gibt es bei dieser Frage keine statistisch bedeutsamen Unterschiede zwischen
den verschiedenen in die Betrachtung einbezogenen Gruppen.
94

Bei der Frage nach einer Beteiligungsmöglichkeit für die Trainer in der
Zielfindung in den Bereichen des Leistungsruderns haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.87.

Gewissermaßen liegt der MW bei Männern bei 2.91 und bei den Frauen sogar
bei 2.76, also stimmen viele Befragte dieser Frage eher nicht zu. Hinsichtlich
des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im
Durchschnitt 2.73 und der älteren Personen im Durchschnitt 3.12 erkennen.

Weiterhin bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen


erfahrenen Personen (3.11) und weniger erfahrenen Personen (2.72). Darüber
hinaus lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (2.8) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.97)
ermitteln. Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen
Trainern (2.78) und Funktionären (3.1) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden
Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (2.95) und dem LV (2.84).
Demzufolge besteht bei dieser Frage kein signifikanter Unterschied im Hinblick
auf die Gruppierungsvariablen.

Tab.20: Entwicklung Leistungssportkonzept allein dem Ruderverband überlassen


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 3.60 1.246 -0.467


Frau 17 3.76 1.2
<40 Jahre 44 3.89 1.166
Alter 2.219*
≥40 Jahre 26 3.23 1.243
<19 Jahre 43 3.81 1.22
Karriere 1.484
≥19 Jahre 27 3.37 1.214
Ja 41 3.71 1.209
Ausbildung 0.519
Nein 29 3.55 1.27
Trainer 50 3.82 1.257
Beruf 1.946
Funktionär 20 3.2 1.056
SV 21 3.52 1.078
Verband -0.528
LV 49 3.69 1.294
P>.001***, P>.01**, P>.05*
95

Abb. 25: Entwicklung Leistungssportkonzept allein dem Ruderverband überlassen

Bei der Frage, ob die Entwicklung eines Leistungssportkonzeptes allein dem


koreanischen Ruderverband überlassen bleiben soll, wird ein bedeutsamer
Wertungsunterschied zwischen beiden Altersgruppen erkennbar: Der Mittelwert
dieser Frage beträgt 3.64. Gewissemaβen liegt der MW bei Männern bei 3.6
und bei den Frauen sogar bei 3.76, also stimmen viele Männer und Frauen
dieser Auffassung nicht zu. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf das
Alter ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während die jüngeren
Personen im Durchschnitt 3.89 (N=44) liegen, sinkt der Mittelwert der älteren
Personen auf 3.23 (N=26). Weiterhin bemerkt man einen Wertungsunterschied
zwischen erfahrenen Personen (3.37) und weniger erfahrenen Personen (3.81).
Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (3.71) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(3.55) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes
zwischen Trainern (3.82) und Funktionären (3.2) feststellen. Letztlich gibt es bei
beiden Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (3.52) und dem LV
(3.69). Folglich gibt es bei dieser Frage einen signifikanten Unterschied
zwischen beiden Altersgruppen. Ältere Personen sehen die Verantwortung für
die Entwicklung eines Leistungssportkonzeptes eher beim Spitzenverband.
96

Bei der Frage, ob das Leistungssportkonzept mit Hilfe erfahrener, ausländischer


Trainer erstellt werden soll, werden bedeutsame Wertungsunterschiede
zwischen den beiden Karrieregruppen und Berufsgruppen erkennbar: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 3.01. Gewissermaßen liegt der MW bei Männern
bei 2.91 und bei den Frauen sogar bei 3.35, also stimmen viele Männer und
Frauen dieser Auffassung nicht zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.25 und der
älteren Personen im Durchschnitt 2.62 erkennen. Interessant ist jedoch, dass
sich im Hinblick auf die Karriere und den Beruf eine deutliche Unterschiede
erkennbar macht. Während die erfahreneren Personen im Durchschnitt 2.37
(N=27) liegen, steigt der Mittelwert der wenig erfahreneren Personen auf 3.42
(N=43) und Trainer im Durchschnitt 3.26 (N=50) liegen, sinkt der Mittelwert der
Funktionären auf 2.4 (N=20). Weiterhin lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.07) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.93) ermitteln. Letztlich gibt es bei beiden
Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (2.71) und dem LV (3.14).

Tab. 21: Leistungssportkonzept mit ausländischer Unterstützung


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.91 1.362 -1.168


Frau 17 3.35 1.412
<40 Jahre 44 3.25 1.366
Alter 1.897
≥40 Jahre 26 2.62 1.329
<19 Jahre 43 3.42 1.314
Karriere 3.315**
≥19 Jahre 27 2.37 1.245
Ja 41 3.07 1.367
Ausbildung 0.423
Nein 29 2.93 1.412
Trainer 50 3.26 1.397
Beruf 2.443*
Funktionär 20 2.4 1.142
SV 21 2.71 1.271
Verband -1.196
LV 49 3.14 1.414
P>.001***, P>.01**, P>.05*
97

Abb. 26: Leistungssportkonzept mit ausländischer Unterstützung

Folglich gibt es bei dieser Frage einen signifikanten Unterschied zwischen


beiden Karrieregruppen und Berufsgruppen. Funktionäre würden in die
Weiterentwicklung gerne in stärkerem Maße ausländische Trainer einbeziehen.
Die befragten Trainer lehnen das eher ab. Hier besteht offensichtlich ein
Spannungsverhältnis, das ggf. auch eine Barriere für die Weiterentwicklung und
die Einbeziehung von externen know-how darstellt. Insbesondere Personen, die
bereits lang Zeit im Rudern aktiv sind, sehen in der Einbeziehung von externen
Fachkräften eher eine positive Maßnahme.

Bei der Frage nach einer Festlegung der Richtlinien für die Entwicklung des
Rudersports in schulischen Bereichen durch das Ministerium für Bildung,
Wissenschaft und Technik haben sich die folgenden Wertungsunterschiede
gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.1. Gewissemaβen liegt der MW
bei Männern bei 2.06 und bei den Frauen bei 2.24, also stimmen viele Befragte
dieser Frage eher zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.18 und der älteren
Personen im Durchschnitt 1.96 erfassen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.93) und weniger
erfahrenen Personen (2.21). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (1.98) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.28) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein
98

Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.14) und Funktionären (2.0)


feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (2.19) und dem LV (2.06). Demzufolge besteht bei dieser Frage kein
signifikanter Unterschied zwischen den betrachteten Gruppierungsvariablen.

„Zur systematischen Förderung des Leistungsstandes soll ein erfolgreiches,


ausländisches Modell/Programm (z.B. Neuseeland, Großbritannien,
Deutschland, Kanada) übernommen werden″

Tab. 22: Übernahme eines ausländischen Modells/Programms


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 1.96 1.037 -2.533*


Frau 17 2.71 1.105
<40 Jahre 44 2.23 1.031
Alter 0.838
≥40 Jahre 26 2 1.2
<19 Jahre 43 2.33 1.128
Karriere 1.792
≥19 Jahre 27 1.85 0.989
Ja 41 1.98 1.037
Ausbildung -1.536
Nein 29 2.38 1.147
Trainer 50 2.24 1.135
Beruf 1.178
Funktionär 20 1.9 0.968
SV 21 2 1.095
Verband -0.713
LV 49 2.2 1.099
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 27: Übernahme eines ausländischen Modells/Programms


99

Bei der Frage, ob ein erfolgreiches, ausländisches Modell/Programm (z.B.


Großbritannien, Deutschland, Kanada) zur systematischen Förderung des
Leistungstandes übernommen werden soll, wird ein bedeutsamer
Wertungsunterschied nur zwischen den Geschlechtern erkennbar: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 2.14, also stimmen über die Hälfte der Befragten
dieser Auffassung zu. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf das
Geschlecht ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während der
Mittelwert bei Frauen im Durchschnitt bei 2.71 (N=17) liegt, sinkt dieser bei
Männern auf 1.96 (N=53). Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.23 und der älteren
Personen im Durchschnitt 2.0 erkennen. Weiterhin gibt es bei beiden
Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (2.0) und dem LV (2.2). Darüber
hinaus lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.24)
und Funktionären (1.9) feststellen. Ferner bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.85) und weniger
erfahrenen Personen (2.33). Letztlich lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (1.98) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.38) ermitteln. Folglich besteht bei dieser Frage
ein signifikanter Unterschied bezüglich des Geschlechtes.

Frauen lehnen die Übernahme eines erfolgreichen Systems aus dem Ausland
eher ab als Männer, die eher zur „Kopie“ neigen, unabhängig vom Alter,
Karriere oder auch dem Ausbildungsstand.

4.5.6 Konkrete Maβnahmen


Bei der Frage, ob die Planung für die Qualifikation, Weltmeisterschaften,
Asienspiele etc. von einem Expertengremium erstellt werden soll, wird ein
bedeutsamer Wertungsunterschied nur zwischen beiden Karrieregruppen
erkennbar: Personen die schon länger im Rudersport engagiert sind, sehen ein
solches Ereignis als noch bedeutsamer an als Personen die weniger als 19
Jahre im Rudern engagiert.
100

Tab. 23: Planung mit Expertengremium


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.11 0.934 -1.623


Frau 17 2.53 0.874
<40 Jahre 44 2.3 0.904
Alter 0.948
≥40 Jahre 26 2.08 0.977
<19 Jahre 43 2.4 0.877
Karriere 2.104*
≥19 Jahre 27 1.93 0.958
Ja 41 2.12 0.872
Ausbildung -0.987
Nein 29 2.34 1.01
Trainer 50 2.34 0.939
Beruf 1.816
Funktionär 20 1.9 0.852
SV 21 2.1 0.889
Verband -0.698
LV 49 2.27 0.953
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 28: Planung mit Expertengremium

Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.21, also stimmen viele Befragte dieser
Frage eher zu. Gewissermaßen liegt der MW bei Männern bei 2.11 und bei den
Frauen sogar bei 2.53. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.3 und der älteren Personen
im Durchschnitt 2.08 erkennen. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf
die Karriere ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während die
erfahrenen Personen im Durchschnitt 1.93 (N=27) liegen, steigt der Mittelwert
der weniger erfahrenen Personen auf 2.4 (N=43). Darüber hinaus lässt sich ein
101

geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.12) und


Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.34) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.34) und
Funktionären (1.9) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (2.1) und dem LV (2.27).

Bei der Frage, ob die „Kommunikation unter den Trainern und dem
koreanischen Ruderverband“ ausreichend ist, haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.63, also
stimmen viele Befragte dieser Frage eher nicht zu. Gewissermaβen liegt der
MW bei Männern bei 3.6 und bei den Frauen sogar bei 3.71. Hinsichtlich des
Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im
Durchschnitt 3.52 und der älteren Personen im Durchschnitt 3.81 erkennen.
Weiterhin bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen
erfahrenen Personen (3.85) und weniger erfahrenen Personen (3.49). Darüber
hinaus lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (3.54) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(3.76) beobachten.
Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.64)
und Funktionären (3.6) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (3.38) und dem LV (3.73). Insgesamt betrachtet
ergeben sich jedoch keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den
einbezogenen Gruppierungsvariablen.

Bei der Frage nach der notwenigen Verfügung eines vom KRA einheitlichen und
auf wissenschaftlicher Basis abgestimmten Trainingsprogrammes für die
Trainer haben sich die folgenden Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert
dieser Frage beträgt 2.21. Gewissermaßen liegt der MW bei Männern bei 2.15
und bei den Frauen sogar bei 2.41, also stimmen viele Befragte dieser Frage
eher zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den
jüngeren Personen im Durchschnitt 2.27 und der älteren Personen im
Durchschnitt 2.12 erfassen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (2.0) und weniger
102

erfahrenen Personen (2.35). Darüber hinaus lässt sich ein Unterschied


zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.0) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.52) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.22) und Funktionären (2.2)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (2.14) und dem LV (2.24). Folglich gibt es bei dieser Frage keinen
signifikanten Unterschied.

„Es soll ein Trainingsprogramm aus dem Ausland eingeführt werden“.

Tab. 24: Einführung ausländisches Trainingsprogramm


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.96 1.055 -1.723


Frau 17 3.47 1.068
<40 Jahre 44 3.2 1.091
Alter 1.209
≥40 Jahre 26 2.88 1.033
<19 Jahre 43 3.3 1.036
Karriere 2.189*
≥19 Jahre 27 2.74 1.059
Ja 41 3.15 1.108
Ausbildung 0.559
Nein 29 3 1.035
Trainer 50 3.22 1.13
Beruf 1.677
Funktionär 20 2.75 0.851
SV 21 2.81 1.078
Verband -1.42
LV 49 3.2 1.06
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 29: Einführung ausländisches Trainingsprogramm

Bei der Frage nach der Einführung eines Trainingsprogrammes aus dem
103

Ausland wird ein bedeutsamer Wertungsunterschied nur zwischen den beiden


Karrieregruppen erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.09, also
stimmen viele Befragte dieser Frage eher nicht zu. Gewissermaβen liegt der
MW bei Männern bei 2.96 und bei den Frauen sogar bei 3.47. Hinsichtlich des
Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im
Durchschnitt 3.2 und der älteren Personen im Durchschnitt 2.88 erkennen.
Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf die Karriere ein deutlicher
Unterschied erkennbar macht. Während die erfahrenen Personen im
Durchschnitt bei 2.7 (N=27) liegen, steigt der Mittelwert der weniger erfahrenen
Personen auf 3.3 (N=43).

Dieser Unterschied ist auch statistisch bedeutsam. Darüber hinaus lässt sich
ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.15)
und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (3.0) ermitteln. Ferner lässt
sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.22) und
Funktionären (2.75) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (2.81) und dem LV (3.2). Folglich besteht bei
dieser Frage ein signifikanter Unterschied bezüglich der Karriere. Aber dabei
gibt es keinen signifikanten Zusammenhang.

Tab. 25: Systematische Trainerausbildung


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.17 0.914 -1.778


Frau 17 2.82 1.425
<40 Jahre 44 2.48 1.11
Alter 1.503
≥40 Jahre 26 2.08 1.017
<19 Jahre 43 2.56 1.119
Karriere 2.299*
≥19 Jahre 27 1.96 0.94
Ja 41 2.39 1.243
Ausbildung 0.601
Nein 29 2.24 0.83
Trainer 50 2.52 1.092
Beruf 2.411*
Funktionär 20 1.85 0.933
SV 21 1.95 0.865
Verband -2.157*
LV 49 2.49 1.139
P>.001***, P>.01**, P>.05*
104

Abb. 30: Systematische Trainerausbildung

Bei der Frage, ob die Ausbildung der Trainer auf der Grundlage eines Lizenz-
Systems systematisch erfolgen soll, werden bedeutsame
Wertungsunterschiede zwischen beiden Karriere- und Berufsgruppen sowie
Verbänden erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.33, davon der
Frauenanteil bei 2.82 und der Männeranteil bei 2.17 liegt. Also stimmen viele
Männer dieser Auffassung eher zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.48 und der
älteren Personen im Durchschnitt 2.08 erkennen. Interessant ist jedoch, dass
sich im Hinblick auf die Karriere und den Beruf sowie Verband eine deutliche
Unterschiede erkennbar machen. Während die erfahrenen Personen im
Durchschnitt 1.96 (N=27) liegen, steigt der Mittelwert der weniger erfahrenen
Personen auf 2.56 (N=43) und während die Trainer im Durchschnitt 2.52 (N=50)
liegen, sinkt der Mittelwert der Funktionäre auf 1.85 (N=20) sowie während SV
im Durchschnitt 1.95 (N=21) liegt, steigt der Mittelwert LV auf 2.49 (N=49).
Letztlich lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (2.39) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(2.24) ermitteln. Dementsprechend gibt es bei dieser Frage signifikante
Unterschiede bezüglich der Karriere, des Berufes sowie Verbandes. Personen
die schon länger im Rudern engagiert sind, beurteilen die Einführung eines
Lizenzsystems positiver als diejenigen, die noch nicht so lange dabei sind.
105

Funktionäre stehen diesem Thema ebenfalls positiver gegenüber als die


befragten Trainer. Auch die Einstellung der Vertreter des nationalen
Spitzenverbandes ist in dieser Frage deutlich positiver.

Tab. 26: Schwerpunkt Leichtgewicht-Disziplinen


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.87 1.442 -1.076


Frau 17 3.24 1.147
<40 Jahre 44 3.18 1.419
Alter 1.804
≥40 Jahre 26 2.58 1.238
<19 Jahre 43 3.07 1.404
Karriere 0.862
≥19 Jahre 27 2.78 1.34
Ja 41 2.98 1.44
Ausbildung 0.132
Nein 29 2.93 1.307
Trainer 50 3.24 1.437
Beruf 3.442**
Funktionär 20 2.25 0.91
SV 21 2.52 1.123
Verband -1.749
LV 49 3.14 1.443
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 31: Schwerpunkt Leichtgewicht-Disziplinen

Bei der Frage, ob sich der koreanische Ruderverband schwerpunktmäßig auf


die Leichtgewicht-Disziplinen konzentrieren soll, wird ein bedeutsamer
Wertungsunterschied zwischen beiden Berufsgruppen erkennbar: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 2.96, also stimmen die Befragten dieser
Auffassung eher wenig zu. Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 2.87
106

und bei den Frauen sogar bei 3.24. Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.18 und der
älteren Personen im Durchschnitt 2.58 erfassen. Weiterhin bemerkt man einen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (2.78) weniger erfahrenen
Personen (3.07). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied zwischen
Absolventen der Sportwissenschaft (2.98) und Absolventen mit anderweitigem
Bildungsgrad (2.93) feststellen. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf
den Beruf ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während die Trainer im
Durchschnitt 3.24 (N=50) liegen, sinkt der Mittelwert der Funktionäre auf 2.25
(N=20), also wird dazwischen die Stellungnahme sichtbar überschritten.
Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV
(2.52) und dem LV (3.14). Folglich besteht bei dieser Frage ein signifikanter
Unterschied bezüglich des Berufes. Funktionäre würden gerne – wohl auch um
die Medaillenchancen zu erhöhen – im Gegensatz zu den Trainern eine
einseitige Konzentration auf das Leichtgewichtrudern in Kauf nehmen.

Bei der Frage nach dem Gebrauch eines „systematischen Programmes im


Juniorenrudersport vom KRA“ haben sich die folgenden Wertungsunterschiede
gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 1.83, also stimmen die Befragten
dieser Auffassung ganz zu. Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 1.81
und bei den Frauen bei 1.88. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 1.91 und der älteren
Personen im Durchschnitt 1.69 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.96) und weniger
erfahrenen Personen (1.74). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (1.83) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (1.83) beobachten. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (1.9) und Funktionären (1.65)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (1.52) und dem LV (1.96). Folglich stimmen dieser Frage die älteren
Personen und Funktionäre, besonders SV-Funktionäre am häufigsten zu. Aber
es gibt bei dieser Frage keinen signifikanten Unterschied.
107

Bei der Frage nach einer gleichzeitigen Förderung des Elite-Ruderns und
Freizeitruderns vom KRA haben sich die folgenden Wertungsunterschiede
gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 1.93, also stimmen viele Befragte
dieser Auffassung zu. Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 1.89 und
bei den Frauen bei 2.06. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 1.86 und der älteren
Personen im Durchschnitt 2.04 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.96) und wenig
erfahrenen Personen (1.91). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (1.76) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.17) ermitteln, also stimmen Absolventen der
Sportwissenschaft dieser Frage am häufigsten zu. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (1.9) und Funktionären (2.0)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (1.95) und dem LV (1.92). Folglich gibt es bei dieser Frage keinen
signifikanten Unterschied.

„Für die Entwicklung des Leichtgewichtsruderns soll das japanische System


eingeführt werden“.

Tab. 27: Einführung japanisches System


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 3.06 1.045 -1.36


Frau 17 3.47 1.231
<40 Jahre 44 3.16 1.119
Alter 0.019
≥40 Jahre 26 3.15 1.084
<19 Jahre 43 3.23 1.065
Karriere 0.722
≥19 Jahre 27 3.04 1.16
Ja 41 2.93 1.104
Ausbildung -2.139*
Nein 29 3.48 1.022
Trainer 50 3.28 1.144
Beruf 1.493
Funktionär 20 2.85 0.933
SV 21 2.95 0.973
Verband -1.021
LV 49 3.24 1.146
P>.001***, P>.01**, P>.05*
108

Abb. 32: Einführung japanisches System

Bei der Frage, ob für die Entwicklung des Leichtgewichts Ruderns das
japanische System eingeführt werden soll, haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.16.
Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 3.06 und bei den Frauen sogar
bei 3.47, also stimmen viele Frauen dieser Frage eher nicht zu. Hinsichtlich des
Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im
Durchschnitt 3.16 und der älteren Personen im Durchschnitt 3.15 erfassen.
Weiterhin bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen
erfahrenen Personen (3.04) und weniger erfahrenen Personen (3.23). Darüber
hinaus lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (2.93) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(3.48) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes
zwischen Trainern (3.28) und Funktionären (2.85) feststellen, also stimmen
Funktionäre dieser Frage am häufigsten zu. Letztlich gibt es bei beiden
Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (2.95) und dem LV (3.24).
Demzufolge besteht bei dieser Frage kein signifikanter Unterschied.

Bei der Frage, ob die besten Ruderer/innen im Ausland und in ausländischen


Clubs oder Leistungszentren trainieren sollen, haben sich die folgenden
109

Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.49, also


stimmen die Befragten dieser Frage mehr oder weniger zu. Gewissermaβen
liegt der MW bei Männern bei 2.36 und bei den Frauen bei 2.88. Hinsichtlich
des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im
Durchschnitt 2.61 und der älteren Personen im Durchschnitt 2.27 erkennen.
Weiterhin bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen
erfahrenen Personen (2.19) und weniger erfahrenen Personen (2.67). Darüber
hinaus lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (2.34) und Absolventenmit anderweitigem Bildungsgrad
(2.69) ermitteln, also stimmen Absolventen der Sportwissenschaft dieser Frage
am häufigsten zu. Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes
zwischen Trainern (2.54) und Funktionären (2.35) feststellen. Letztlich gibt es
bei beiden Verbänden nur eine Abweichung zwischen dem SV (2.24) und dem
LV (2.59). Folglich gibt es bei dieser Frage keinen signifikanten Unterschied.

„Trainingslager in Europa sollten dauerhaft durchgeführt werden, um an


internationalen Ruderwettkämpfen effektiv teilnehmen zu können“.

Tab. 28: Trainingslager in Europa


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.25 0.897 -0.799


Frau 17 2.53 1.375
<40 Jahre 44 2.36 1.059
Alter 0.519
≥40 Jahre 26 2.23 0.992
<19 Jahre 43 2.42 1.074
Karriere 1.071
≥19 Jahre 27 2.15 0.949
Ja 41 2.10 0.917
Ausbildung -2.149*
Nein 29 2.62 1.115
Trainer 50 2.34 1.062
Beruf 0.328
Funktionär 20 2.25 0.967
SV 21 2.14 0.91
Verband -0.911
LV 49 2.39 1.077
P>.001***, P>.01**, P>.05*
110

Abb. 33: Trainingslager in Europa

Bei der Frage, ob Trainingslager in Europa dauerhaft durchgeführt werden soll,


um an internationalen Ruderwettkämpfen effektiv teilnehmen zu können, haben
sich die folgenden Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage
beträgt 2.31, also die Befragten dieser Frage mehr zu. Gewissermaβen liegt der
MW bei Männern bei 2.25 und bei den Frauen bei 2.53. Hinsichtlich des Alters
lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt
2.36 und der älteren Personen im Durchschnitt 2.23 erkennen. Weiterhin
bemerkt man einen kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen
Personen (2.15) und weniger erfahrenen Personen (2.42). Darüber hinaus lässt
sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.1)
und Absolventenmit anderweitigem Bildungsgrad (2.62) beobachten, also
stimmen Absolventen der Sportwissenschaft dieser Frage am häufigsten zu.

Dieser Unterschied wird auch statistisch bedeutsam. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.34) und Funktionären (2.25)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (2.14) und dem LV (2.39).
111

Tab. 29: Nationalmannschaftsauswahl mit Diagnose System


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 1.92 0.997 -1.519


Frau 17 2.35 1.057
<40 Jahre 44 2.16 1.033
Alter 1.401
≥40 Jahre 26 1.81 0.981
<19 Jahre 43 2.23 1.109
Karriere 2.345*
≥19 Jahre 27 1.7 0.775
Ja 41 1.95 1.048
Ausbildung -0.751
Nein 29 2.14 0.99
Trainer 50 2.14 1.05
Beruf 1.455
Funktionär 20 1.75 0.91
SV 21 1.67 0.856
Verband -1.982
LV 49 2.18 1.054
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 34: Nationalmannschaftsauswahl mit Diagnose System

Bei der Frage, ob es zur Auswahl der Nationalmannschaft eines Diagnose-


Systems bedarf, wird bedeutsame Wertungsunterschiede in der Karriere
erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.03, davon der Frauenanteil bei
1.92 und der Männeranteil bei 2.35 liegt. Also stimmen Frauen dieser
Auffassung mehr als Männer zu. Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.16 und der
älteren Personen im Durchschnitt 1.81 erkennen. Interessant ist jedoch, dass
sich im Hinblick auf die Karriere ein deutlicher Unterschied erkennbar macht.
112

Während die erfahreneren Personen im Durchschnitt 1.7 (N=27) liegen, steigt


der Mittelwert der weniger erfahrenen Personen auf 2.23 (N=43). Dieser
Unterschied ist statistisch bedeutsam. Das bedeutet, dass die schon länger im
Rudern aktiven Personen die Einführung eines Diagnosesystems signifikant
positiver beurteilen als diejenigen, die noch nicht so lange dabei sind. Weiterhin
lässt sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der
Sportwissenschaft (1.95) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad
(2.14) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes
zwischen Trainern (2.14) und Funktionären (1.75) feststellen. Letztlich gibt es
bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen dem SV (1.67) und dem LV
(2.18). Dementsprechend gibt es bei dieser Frage einen signifikanten
Unterschied bezüglich der Karriere.

Tab. 30: Nationalmannschaftsauswahl unter Beteiligung von Wissenschaftlern


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.38 1.164 -0.472


Frau 17 2.53 1.125
<40 Jahre 44 2.59 1.207
Alter 1.697
≥40 Jahre 26 2.12 0.993
<19 Jahre 43 2.63 1.196
Karriere 2.007*
≥19 Jahre 27 2.07 0.997
Ja 41 2.37 1.178
Ausbildung -0.417
Nein 29 2.48 1.122
Trainer 50 2.66 1.189
Beruf 3.579**
Funktionär 20 1.8 0.768
SV 21 1.86 0.793
Verband -3.268**
LV 49 2.65 1.2
P>.001***, P>.01**, P>.05*
113

Abb. 35: Nationalmannschaftsauswahl unter Beteiligung von Wissenschaftlern

Bei der Frage, ob ruderspezifische und systematische Auswahl der


Nationalmannschaft unter Beteiligung von Wissenschaftlern erfolgen muss,
werden bedeutsame Unterschiede in der Karriere und im Beruf sowie Verband
erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.41, davon der Frauenanteil bei
2.53 und der Männeranteil bei 2.38 liegt. Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.48 und der
älteren Personen im Durchschnitt 2.08 erkennen. Interessant ist jedoch, dass
sich im Hinblick auf die Karriere und den Beruf sowie Verband deutliche
Unterschiede erkennbar machen. Während die erfahrenen Personen im
Durchschnitt 2.07 (N=27) liegen, steigt der Mittelwert der weniger erfahrenen
Personen auf 2.63 (N=43) und während die Trainer im Durchschnitt 2.66 (N=50)
liegen, sinkt der Mittelwert der Funktionäre auf 1.8 (N=20) sowie während SV im
Durchschnitt 1.86 (N=21) liegt, steigt der Mittelwert LV auf 2.65 (N=49), also
stimmen Funktionäre dieser Frage am häufigsten zu. Letztlich lässt sich ein
geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.37) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.48) ermitteln.

Dementsprechend gibt es bei dieser Frage signifikante Unterschiede bezüglich


der Karriere und des Berufes sowie Verbandes. Für Personen die schon länger
dabei sind, für Funktionäre und für Vertreter des Spitzenverbandes ist die
Beteiligung von Wissenschaftlern signifikant bedeutsamer als für die anderen
114

Gruppen. Interessanterweise finden sich in dieser Frage keine Unterschiede


zwischen den befragten Personen mit und ohne sportwissenschaftlichen
Ausbildungshintergrund.

„Trainer müssen Kenntnisse in einer Fremdsprache besitzen“.

Tab. 31: Fremdsprachenkenntnisse


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.13 0.921 -0.163


Frau 17 2.18 1.131
<40 Jahre 44 2.27 0.997
Alter 1.474
≥40 Jahre 26 1.92 0.891
<19 Jahre 43 2.28 0.984
Karriere 1.5
≥19 Jahre 27 1.93 0.917
Ja 41 2.07 1.01
Ausbildung -0.714
Nein 29 2.24 0.912
Trainer 50 2.34 1.022
Beruf 3.533**
Funktionär 20 1.65 0.587
SV 21 1.76 0.768
Verband -2.217*
LV 49 2.31 1.004
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 36: Fremdsprachenkenntnisse


115

Bei der Frage, ob Trainer Kenntnisse in einer Fremdsprache besitzen müssen,


werden bedeutsame Unterschiede im Beruf und Verband erkennbar: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 2.14, davon der Frauenanteil bei 2.13 und der
Männeranteil bei 2.18 liegt. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.27 und der älteren
Personen im Durchschnitt 1.92 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.93) und weniger
erfahrenen Personen (2.28). Darüber hinaus lässt sich ein Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.07) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.24) ermitteln. Interessant ist jedoch, dass sich
im Hinblick auf den Beruf und Verband deutliche Unterschiede erkennbar
machen. Während die Trainer im Durchschnitt 2.34 (N=50) liegen, sinkt der
Mittelwert der Funktionäre auf 1.65 (N=20) sowie während SV im Durchschnitt
1.76 (N=21) liegt, steigt der Mittelwert LV auf 2.31 (N=49), also stimmen
Funktionäre dieser Frage am häufigsten zu. Dementsprechend gibt es bei
dieser Frage signifikante Unterschiede bezüglich des Berufes sowie Verbandes.
Für Funktionäre und Vertreter des Spitzenverbandes ist dies signifikant
bedeutsamer als für Trainer und die Vertreter der Landesverbände.

Tab.32: Seminare mit ausländischen Trainern


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 1.98 0.909 -2.108*


Frau 17 2.53 1.007
<40 Jahre 44 2.23 1.008
Alter 1.292
≥40 Jahre 26 1.92 0.845
<19 Jahre 43 2.26 1.002
Karriere 1.58
≥19 Jahre 27 1.89 0.847
Ja 41 1.95 0.921
Ausbildung -1.72
Nein 29 2.34 0.974
Trainer 50 2.24 1.021
Beruf 2.072*
Funktionär 20 1.8 0.696
SV 21 1.9 0.768
Verband -1.204
LV 49 2.2 1.02
P>.001***, P>.01**, P>.05*
116

Abb. 37: Seminare mit ausländischen Trainern

Bei der Frage, ob Seminare mit ausländischen Trainern zur Entwicklung des
Leistungstandes in Korea durchgeführt werden sollen, werden bedeutsame
Unterschiede zwischen beiden Geschlechtern und Berufsgruppen erkennbar:
Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.14. Interessant ist jedoch, dass sich im
Hinblick auf das Geschlecht ein deutlicher Unterschied erkennbar macht.
Während der Mittelwert bei Frauen im Durchschnitt bei 2.53 (N=17) liegt, sinkt
dieser bei Männern auf 1.98(N=53). Hinsichtlich des Alters lässt sich der
Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.23 und der
älteren Personen im Durchschnitt 1.92 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen
kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.89) und
weniger erfahrenen Personen (2.26). Darüber hinaus lässt sich ein Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (1.95) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.34) ermitteln. Interessant ist noch, dass sich im
Hinblick auf den Verband ein deutlicher Unterschied erkennbar wird. Während
die Trainer im Durchschnitt 2.24 (N=50) liegen, sinkt der Mittelwert der
Funktionäre auf 1.8 (N=20), also stimmen Funktionäre dieser Frage am
häufigsten zu. Folglich gibt es bei dieser Frage signifikante Unterschiede
bezüglich des Geschlechts sowie Berufes. Frauen und Trainer bewerten die
Einbeziehung von ausländischen Experten signifikant negativer als Männer und
Funktionäre.
117

„Der Ausschuss zur Auswahl der Nationalmannschaft im koreanischen


Ruderverband muss nach anderen Kriterien zusammengesetzt werden″.

Tab. 33: Ausschuss nach anderen Kriterien zusammensetzen


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.02 0.82 -1.444


Frau 17 2.35 0.862
<40 Jahre 44 2.25 0.781
Alter 1.993
≥40 Jahre 26 1.85 0.881
<19 Jahre 43 2.26 0.819
Karriere 2.009*
≥19 Jahre 27 1.85 0.818
Ja 41 2.05 0.835
Ausbildung -0.606
Nein 29 2.17 0.848
Trainer 50 2.18 0.896
Beruf 1.464
Funktionär 20 1.9 0.641
SV 21 1.95 0.805
Verband -0.966
LV 49 2.16 0.85
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 38: Ausschuss nach anderen Kriterien zusammensetzen

Bei der Frage, ob der Ausschuss zur Auswahl der Nationalmannschaft im


koreanischen Ruderverband nach anderen Kriterien zusammengesetzt werden
muss, wird ein bedeutsamer Unterschied in der Karriere erkennbar: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 2.1, also stimmen die Befragten dieser Frage
118

eher zu. Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 2.02 und bei den
Frauen bei 2.35. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den
jüngeren Personen im Durchschnitt 2.25 und der älteren Personen im
Durchschnitt 1.85 erkennen. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf die
Karriere ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während die erfahreneren
Personen im Durchschnitt 1.85 (N=27) liegen, steigt der Mittelwert der wenig
erfahreneren Personen auf 2.26 (N=43). Weiterhin lässt sich ein geringer
Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.05) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.17) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.18) und
Funktionären (1.9) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (1.95) und dem LV (2.16). Dementsprechend
gibt es bei dieser Frage einen signifikanten Unterschied bezüglich der Karriere.
Personen die schon länger beim Rudern dabei sind, fordern eher eine
Veränderung als Personen, die noch nicht so lange dabei sein. Bei allen
anderen einbezogenen Gruppierungsvariablen sind die skizzierten
Unterschiede nicht statistisch bedeutsam.

Bei der Frage, ob es bis zur erkennbaren Verbesserung des Leistungsrudern in


Koreafünf Jahre dauern wird, haben sich die folgenden Wertungsunterschiede
gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.76. Gewissermaβen liegt der MW
bei Männern bei 2.77 und bei den Frauen bei 2.71. Hinsichtlich des Alters lässt
sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.77
und der älteren Personen im Durchschnitt 2.73 erkennen. Weiterhin bemerkt
man einen relativ kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen
(2.59) und weniger erfahrenen Personen (2.86). Darüber hinaus lässt sich ein
geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.73) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.79) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.8) und
Funktionären (2.65) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (2.57) und dem LV (2.84), also stimmt SV dieser
Frage am häufigsten zu. Aber es gibt bei dieser Frage keinen signifikanten
Gruppen-Unterschied.
119

Tab. 34: Verbreitung Rudertechnik in Korea


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.92 1.035 -0.696


Frau 17 3.12 0.857
<40 Jahre 44 3.02 1
Alter 0.56
≥40 Jahre 26 2.88 0.993
<19 Jahre 43 3.19 0.958
Karriere 2.358*
≥19 Jahre 27 2.63 0.967
Ja 41 3.02 0.987
Ausbildung 0.528
Nein 29 2.9 1.012
Trainer 50 3.02 1.02
Beruf 0.645
Funktionär 20 2.85 0.933
SV 21 2.81 0.981
Verband -0.892
LV 49 3.04 0.999
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 39: Verbreitung Rudertechnik in Korea

Bei der Frage, ob es bis zur einheitlichen Verbreitung der Rudertechnik in Korea
drei Jahre dauert, wird ein bedeutsamer Unterschied in der Karriere erkennbar:
Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.97, also stimmen viele Befragte dieser
Auffassung nicht zu. Gewissermaβen liegt der MW bei Männern bei 2.92 und
bei den Frauen bei 3.12. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.02 und der älteren
Personen im Durchschnitt 2.88 erkennen. Interessant ist jedoch, dass sich im
120

Hinblick auf die Karriere ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während
die erfahreneren Personen im Durchschnitt 2.63 (N=27) liegen, steigt der
Mittelwert der wenig erfahrenen Personen auf 3.19 (N=43), also stimmen die
erfahreneren Personen dieser Frage am häufigsten zu. Weiterhin lässt sich ein
geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.02) und
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.9) ermitteln. Ferner lässt sich
auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.02) und
Funktionären (2.85) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (2.81) und dem LV (3.04). Dementsprechend
gibt es bei dieser Frage einen signifikanten Unterschied bezüglich der Karriere.
Personen, die länger im Rudern engagiert sind, stimmen hier eher zu als
Personen, die noch nicht so lange dabei sind.

Tab. 35: Gewinn Medaille mehr als vier Jahre


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 2.43 1.337 -3.095**


Frau 17 3.24 0.752
<40 Jahre 44 2.75 1.241
Alter 1.046
≥40 Jahre 26 2.42 1.301
<19 Jahre 43 2.74 1.157
Karriere 0.965
≥19 Jahre 27 2.44 1.423
Ja 41 2.66 1.217
Ausbildung 0.234
Nein 29 2.59 1.35
Trainer 50 2.6 1.325
Beruf -0.297
Funktionär 20 2.7 1.129
SV 21 2.43 1.121
Verband -0.865
LV 49 2.71 1.323
P>.001***, P>.01**, P>.05*
121

Abb. 40: Gewinn Medaille mehr als vier Jahre

Bei der Frage, ob es bis zum Gewinn einer Medaille auf einer
Ruderweltmeisterschaft mehr als vier Jahre dauert, wird ein bedeutsamer
Unterschied zwischen Geschlechtern erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage
beträgt 2.63. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf das Geschlecht
ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während die Männer im
Durchschnitt 2.43 (N=53) liegen, steigt der Mittelwert der Frauen auf 3.24
(N=17), also stimmen Männer dieser Frage mehr als Frauen zu. Frauen sind
optimistischer was den Gewinn einer Medaille anbelangt. Hinsichtlich des Alters
lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt
2.75 und der älteren Personen im Durchschnitt 2.42 erkennen. Weiterhin
bemerkt man einen relativ kleinen Wertungsunterschied zwischen erfahrenen
Personen (2.44) und weniger erfahrenen Personen (2.74). Darüber hinaus lässt
sich ein geringer Unterschied zwischen Absolventen der Sportwissenschaft
(2.66) und Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad (2.59) ermitteln. Ferner
lässt sich auch ein Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.6) und
Funktionären (2.7) feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine
Abweichung zwischen dem SV (2.43) und dem LV (2.71). Dementsprechend
gibt es bei dieser Frage einen signifikanten Unterschied zwischen
Geschlechtern.
122

Bei der Frage, ob das koreanische Sportinstitut (KISS) die


Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen soll, werden bedeutsame
Unterschiede zwischen Geschlechtern und beiden Karrieregruppen erkennbar:
Der Mittelwert dieser Frage beträgt 1.81, also stimmen die Befragten dieser
Auffassung ganz zu. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf die
Geschlecht deutliche Unterschiede erkennbar machen. Während der Mittelwert
bei Frauen im Durchschnitt bei 2.35 (N=17) liegt, sinkt dieser bei Männern auf
1.64 (N=53).

Tab. 36: Unterstützung durch koreanisches Sportinstitut


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 1.64 0.857 -2.862**


Frau 17 2.35 0.996
<40 Jahre 44 1.95 0.963
Alter 1.649
≥40 Jahre 26 1.58 0.857
<19 Jahre 43 2.02 0.963
Karriere 2.437*
≥19 Jahre 27 1.48 0.802
Ja 41 1.83 0.892
Ausbildung 0.158
Nein 29 1.79 1.013
Trainer 50 1.86 0.99
Beruf 0.643
Funktionär 20 1.7 0.801
SV 21 1.81 0.928
Verband -0.028
LV 49 1.82 0.95
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 41: Unterstützung durch koreanisches Sportinstitut


123

Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den jüngeren
Personen im Durchschnitt 1.95 und der älteren Personen im Durchschnitt 1.58
erkennen. Interessant ist bei dieser Frage noch, dass sich im Hinblick auf die
Karriere ein deutlicher Unterschied erkennbar wird. Während die erfahreneren
Personen im Durchschnitt 1.48 (N=27) liegen, steigt der Mittelwert der wenig
erfahrenen Personen auf 2.02 (N=43), also stimmen die erfahreneren Personen
dieser Frage am häufigsten zu. Weiterhin lässt sich ein Unterschied zwischen
Absolventen der Sportwissenschaft (1.83) und Absolventen mit anderweitigem
Bildungsgrad (1.79) ermitteln. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine kleine
Abweichung zwischen dem SV (1.81) und dem LV (1.82). Folglich gibt es bei
dieser Frage signifikante Unterschiede bezüglich des Geschlechtes sowie der
Karriere. Männer und Personen, die länger im Rudersport engagiert sind,
fordern eine stärkere, aktive Einbindung des koreanischen Sportinstituts bei der
Leistungsentwicklung des Ruderns.

Bei der Frage, ob es verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. Zeitmessung auf den
Regattastrecken) zur Auswertung des Leistungsstandes herangezogen werden
müssen, haben sich die folgenden Wertungsunterschiede gezeigt: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 1.94, also stimmen viele Befragte dieser
Auffassung eher zu. Bei Männern liegt der Mittelwert bei 1.87 und bei den
Frauen bei 2.18. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den
jüngeren Personen im Durchschnitt 2.05 und der älteren Personen im
Durchschnitt 1.77 erfassen. Weiterhin bemerkt man einen relativ kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.78) und weniger
erfahrenen Personen (2.05). Darüber hinaus lässt sich ein Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (1.88) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.03) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein kleiner
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (1.96) und Funktionären (1.9)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (1.81) und dem LV (2.0). Die ermittelten Unterschiede verfehlen jedoch
in der statistischen Analyse allesamt das Signifikanzniveau.
124

In der folgenden Tabelle wird die gruppenspezifische Verteilung mit Bezug auf
die Frage ″Der Koreanische Ruderverband soll den Leistungssport zentral
führen″ dargestellt.

Tab. 37: Zentrale Führung des Leistungssports


N MW SD t

Geschlecht Mann 53 1.91 1.043 -2.477*


Frau 17 2.65 1.169
<40 Jahre 44 2.23 1.159
Alter 1.394
≥40 Jahre 26 1.85 1.008
<19 Jahre 43 2.28 1.098
Karriere 1.867
≥19 Jahre 27 1.78 1.086
Ja 41 1.98 1.037
Ausbildung -0.957
Nein 29 2.24 1.215
Trainer 50 2.2 1.229
Beruf 1.715
Funktionär 20 1.8 0.696
SV 21 1.86 0.91
Verband -1.127
LV 49 2.18 1.185
P>.001***, P>.01**, P>.05*

Abb. 42: Zentrale Führung des Leistungssports

Bei der Frage nach zentraler Führung des Leistungssports vom koreanischen
Ruderverband wird ein bedeutsamer Unterschied zwischen Geschlechtern
125

erkennbar: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 2.09, also stimmen viele
Befragte dieser Frage zu. Interessant ist jedoch, dass sich im Hinblick auf das
Geschlecht ein deutlicher Unterschied erkennbar macht. Während die Männer
im Durchschnitt 1.91 (N=53) liegen, steigt der Mittelwert der Frauen auf 2.65
(N=17). Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied zwischen den
jüngeren Personen im Durchschnitt 2.23 und der älteren Personen im
Durchschnitt 1.85 erkennen. Weiterhin bemerkt man einen relativ kleinen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (1.78) und weniger
erfahrenen Personen (2.28). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (1.98) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (2.24) beobachten. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.2) und Funktionären (1.8)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (1.86) und dem LV (2.18). Dieser Unterschied verfehlt jedoch knapp
das Signifikanzniveau. Insgesamt betrachtet gibt es lediglich einen signifikanten
Unterschied in der Einschätzung der zentralen Führung bei Männern und
Frauen. Männer sehen ein solches Konzept deutlich positiver als Frauen.

4.5.7 Mögliche Folgen und Widerstände


Nachfolgend werden die Ergebnisse bezüglich der möglichen Folgen und
Barrieren bei der Veränderung des Spitzensportsystems in der Sportart Rudern
dargestellt. Bei der Frage, ob bei der Auswahl der Nationalmannschaft durch
ein neues Gremium Widerstände von den bisherigen Ausschussmitgliedern zu
erwarten sind, haben sich die folgenden Wertungsunterschiede gezeigt: Der
Mittelwert dieser Frage beträgt 2.73, also stimmen viele Befragte dieser
Auffassung eher nicht zu. Gewissermaßen liegt der MW bei Männern bei 2.66
und bei den Frauen bei 2.94. Hinsichtlich des Alters lässt sich der Unterschied
zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 2.73 und der älteren
Personen im Durchschnitt 2.73 erfassen. Weiterhin bemerkt man einen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (2.52) und weniger
erfahrenen Personen (2.86). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (2.66) und Absolventen mit
126

anderweitigem Bildungsgrad (2.83) ermitteln. Ferner lässt sich auch ein


Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (2.72) und Funktionären (2.75)
feststellen. Letztlich gibt es bei der Einschätzung zwischen den beiden
Verbänden fast keine Abweichung zwischen dem SV (2.71) und dem LV (2.73).

Bei der Frage, ob die Suche nach einem ausländischen Trainer Widerstand
seitens der Nationaltrainer erzeugt, haben sich die folgenden
Wertungsunterschiede gezeigt: Der Mittelwert dieser Frage beträgt 3.36, also
stimmen viele Befragte dieser Auffassung eher nicht zu. Der Mittelwert liegt bei
Männern bei 3.4 und bei den Frauen bei 3.24. Hinsichtlich des Alters lässt sich
der Unterschied zwischen den jüngeren Personen im Durchschnitt 3.3 und der
älteren Personen im Durchschnitt 3.46 erfassen. Weiterhin bemerkt man einen
Wertungsunterschied zwischen erfahrenen Personen (3.3) und weniger
erfahrenen Personen (3.4). Darüber hinaus lässt sich ein geringer Unterschied
zwischen Absolventen der Sportwissenschaft (3.12) und Absolventen mit
anderweitigem Bildungsgrad (3.69) ermitteln, also stimmen Absolventen der
Sportwissenschaft dieser Frage am häufigsten zu. Ferner lässt sich auch ein
Unterschied des Mittelwertes zwischen Trainern (3.3) und Funktionären (3.5)
feststellen. Letztlich gibt es bei beiden Verbänden eine Abweichung zwischen
dem SV (3.62) und dem LV (3.24). Insgesamt ergeben sich bei den
einbezogenen Gruppierungsvariablen keine signifikanten Unterschiede.

In einer synoptischen Darstellung werden in den folgenden Tabellen die am


positivsten bewerteten Aspekte der Quasi-Delphi-Studie zusammenfassend
dargestellt. Als differenzierende Merkmale werden die zuvor einzeln diskutierten
Gruppierungsvariablen Geschlecht, Alter, Karriere, Ausbildung, Beruf und
Verband dargestellt. Dabei werden jeweils die Ergebnisse als „Top-Ten-Ranking
der der zehn Faktoren für die Entwicklung und Zukunft des Rudersports in
Korea dargestellt:
127

Tab. 38: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten der
Männer; 1=stimmt völlig - 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.64 .879 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
1 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.64 .857 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen
3 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 1.79 .968 Verbindliche
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden.
4 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.81 .942 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport.
5 Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in 1.85 1.215 Einschätzung
Korea ist zu gering, um international erfolgreich der Situation
zu sein.
6 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist er 1.87 .810 Verbindliche
erforderlich, dass Rudervereine und Konzepte
Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich
entwickeln.
6 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 1.87 .856 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden.
8 Der koreanische Ruderverband darf nicht nur 1.89 .974 Konkrete
das Elite-Rudern sondern, soll auch das Maßnahmen
Freizeitrudern fördern.
9 Der koreanische Ruderverband soll den 1.91 1.043 Konkrete
Leistungssport zentral führen. Maßnahmen
10 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es 1.92 .977 Konkrete
eines Diagnose-Systems. Maßnahmen

Tabelle 39 zeigt die Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports
in Korea laut Aussage der weiblichen Befragten.

Tab. 39: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten der
Frauen; 1=stimmt völlig, 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.47 .800 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
2 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.88 1.054 Konkrete
systematisches Programm im Juniorenrudersport. Maßnahmen
2 Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in Korea 1.88 1.054 Einschätzung
128

ist zu gering, um international erfolgreich zu sein. der Situation


4 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 2.06 1.088 Verbindliche
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden.
4 Der koreanische Ruderverband darf nicht nur das 2.06 1.029 Konkrete
Elite-Rudern sondern, soll auch das Freizeitrudern Maßnahmen
fördern.
6 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist 2.12 1.269 Verbindliche
erforderlich, dass Rudervereine und Hochschulen Konzepte
Konzepte im Freizeitbereich entwickeln.
7 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 2.18 .883 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden.
7 Trainer müssen Kenntnisse in einer 2.18 1.131 Konkrete
Fremdsprache besitzen. Maßnahmen
9 Das Ministerium für Bildung Wissenschaft und 2.24 1.033 Verbindliche
Technik soll die Richtlinien für die Entwicklung Konzepte
des Rudersports in schulischen Bereichen
festlegen.
10 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 2.35 .996 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen

In Tabelle 40 werden die Entwicklung und die Zukunft des koreanischen


Rudersports von jüngeren Personen beurteilt.

Tab. 40: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten der
jüngeren Personen; 1=stimmt völlig - 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.61 .813 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
2 Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in 1.75 1.059 Einschätzung
Korea ist zu gering, um international erfolgreich der Situation
zu sein.
3 Der koreanische Ruderverband darf nicht nur 1.86 .955 Konkrete
das Elite-Rudern sondern, soll auch das Maßnahmen
Freizeitrudern fördern.
4 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.91 1.053 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport.
4 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 1.91 1.074 Verbindliche
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden.
6 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist er 1.95 1.011 Verbindliche
129

erforderlich, dass Rudervereine und Konzepte


Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich
entwickeln.
6 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.95 .963 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen
8 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 2.05 .888 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden.
9 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es 2.16 1.033 Konkrete
eines Diagnose-Systems. Maßnahmen
10 Das Ministerium für Bildung Wissenschaft und 2.18 1.018 Verbindliche
Technik soll die Richtlinien für die Entwicklung Konzepte
des Rudersports in schulischen Bereichen
festlegen.

Tabelle 41 zeigt die Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports
in Korea unter besonderer Berücksichtigung der älteren Personen.

Tab. 41: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten der über
40jährigen Personen; 1 =stimmt völlig - 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Der koreanische Ruderverband hat die 1.54 .811 Einschätzung
vorrangige Aufgabe, den Anschluss an das der Situation
Weltniveau zu erreichen.
2 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.58 .945 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
2 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.58 .857 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen
4 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.69 .788 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport.
5 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 1.77 .863 Verbindliche
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden.
5 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 1.77 .815 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden.
7 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es 1.81 .981 Konkrete
eines Diagnose-System. Maßnahmen
8 Der koreanische Ruderverband soll den 1.85 1.008 Konkrete
Leistungssport zentral führen. Maßnahmen
8 Der Ausschuss zur Auswahl der 1.85 .881 Konkrete
130

Nationalmannschaft im koreanischen Maßnahmen


Ruderverband muss nach anderen Kriterien
zusammengesetzt werden.
10 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist 1.88 .816 Verbindliche
er erforderlich, dass Rudervereine und Konzepte
Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich
entwickeln.

Tabelle 42 zeigt die Differenzierung der TOP Ten in Abhängigkeit von der
Karriere im Rudersport. Er werden zunächst die Antworten bezüglich der
Entwicklungschancen des Rudersports in Korea dargestellt, von denjenigen, die
unter 19 Jahre aktiv waren.

Tab. 42: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten
derjenigen mit Karriere unter 19 Jahren; 1=stimmt völlig, 5= stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.67 .919 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
2 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.74 .902 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport.
3 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 1.86 1.014 Verbindliche
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden.
3 Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in 1.86 1.125 Einschätzung
Korea ist zu gering, um international erfolgreich der Situation
zu sein.
5 Der koreanische Ruderverband darf nicht nur 1.91 .996 Konkrete
das Elite-Rudern sondern, soll auch das Maßnahmen
Freizeitrudern fördern.
6 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist er 1.95 1.022 Verbindliche
erforderlich, dass Rudervereine und Konzepte
Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich
entwickeln.
7 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 2.02 .963 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen
8 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 2.05 .844 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden.
9 Das Leistungsniveau der koreanischen 2.19 1.006 Einschätzung
Rudernationalmannschaft ist im Vergleich zur der Situation
Weltspitze zu gering.
131

10 Das Ministerium für Bildung Wissenschaft und 2.21 .989 Verbindliche


Technik soll die Richtlinien für die Entwicklung Konzepte
des Rudersports in schulischen Bereichen
festlegen.

In der folgenden Tabelle wird die TOP Ten der Entwicklungsmöglichkeiten in


Abhängigkeit von einer Rudererfahrung von über 19 Jahren dargestellt.

Tab. 43: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten
derjenigen mit Karriere über 19 Jahren; 1= stimmt völlig, 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.48 .753 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
1 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.48 .802 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns Maßnahmen
unterstützen.
3 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf 1.70 .775 Konkrete
es eines Diagnose-Systems. Maßnahmen
4 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel 1.78 .892 Konkrete
(z.B. Zeitmessung auf den Regattastrecken) Maßnahmen
zur Auswertung des Leistungstandes
herangezogen werden.
4 Der koreanische Ruderverband soll den 1.78 1.086 Konkrete
Leistungssport zentral führen. Maßnahmen
6 Der koreanische Ruderverband hat die 1.81 .962 Einschätzung
vorrangige Aufgabe, den Anschluss an das der Situation
Weltniveau zu erreichen.
7 Die Entwicklung des Ruderleistungssports 1.85 .989 Verbindliche
soll durch eine Sonderfinanzierung der Konzepte
Regierung gestützt werden.
7 Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in 1.85 1.262 Einschätzung
Korea ist zu gering, um international der Situation
erfolgreich zu sein.
7 Der Ausschuss zur Auswahl der 1.85 .810 Konkrete
Nationalmannschaft im koreanischen Maßnahmen
Ruderverband muss nach anderen Kriterien
zusammengesetzt werden.
7 Zur systematischen Förderung des 1.85 .989 Verbindliche
Leistungsstandes soll ein erfolgreiches Konzepte
ausländisches Modell/Programm (z.B.
Großbritannien, Deutschland, Kanada)
übernommen werden.
132

Im Folgenden erfolgt eine Differenzierung der Ergebnisse in Abhängigkeit vom


Ausbildungsniveau. In Tabelle 44 werden die Ergebnisse der Befragung der
Absolventen der Sportwissenschaft dargestellt.

Tab. 44: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten der
Absolventen der Sportwissenschaft; 1=stimmt völlig, 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.54 .869 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
2 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 1.71 .901 Verbindliche
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden.
3 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist 1.76 .943 Verbindliche
er erforderlich, dass Rudervereine und Konzepte
Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich
entwickeln.
3 Der koreanische Ruderverband darf nicht nur 1.76 .860 Konkrete
das Elite-Rudern sondern, soll auch das Maßnahmen
Freizeitrudern fördern.
5 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.83 .892 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns Maßnahmen
unterstützen.
5 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.83 .998 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport.
7 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 1.88 .812 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes
herangezogen werden.
7 Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in 1.88 1.249 Einschätzung
Korea ist zu gering, um international erfolgreich der Situation
zu sein.
9 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es 1.95 1.048 Konkrete
eines Diagnose-Systems. Maßnahmen
9 Zur Entwicklung des Leistungsstandes in Korea 1.95 .921 Konkrete
sollen Seminare mit ausländischen Trainern Maßnahmen
durchgeführt werden.

Tabelle 45 zeigt die Antworten der Befragten ohne sportwissenschaftlichen


Bildungsabschluss.
133

Tab. 45: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten
Absolventen mit anderweitigem Bildungsgrad; 1=stimmt völlig, 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.69 .850 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
2 Das koreanische Sportinstitut (KISS) soll die 1.79 1.013 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen
Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in 1.83 1.071 Einschätzung
Korea ist zu gering, um international erfolgreich der Situation
zu sein.
3 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.83 .928 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport.
5 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 2.03 .944 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden.
5 Das Leistungsniveau der koreanischen 2.03 1.149 Einschätzung
Rudernationalmannschaft ist im Vergleich zur der Situation
Weltspitze zu gering.
7 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 2.07 1.100 Verbindliche
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden.
8 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es 2.14 .990 Konkrete
eines Diagnose-Systems. Maßnahmen
8 Der koreanische Ruderverband hat die 2.14 1.329 Einschätzung
vorrangige Aufgabe, den Anschluss an das der Situation
Weltniveau zu erreichen.
10 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist er 2.17 .889 Verbindliche
erforderlich, dass Rudervereine und Konzepte
Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich 37: 1,104
entwickeln. 45: ,848

Die Antworten der befragten Trainer werden in Tabelle 46 dargestellt.

Tab. 46: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten Trainer;
1=stimmt völlig, 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.52 .789 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
2 Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in 1.70 1.093 Einschätzung
Korea ist zu gering, um international erfolgreich der Situation
zu sein.
134

3 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 1.82 1.044 Verbindliche


durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden.
4 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.86 .990 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen
5 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist 1.88 .872 Verbindliche
er erforderlich, dass Rudervereine und Konzepte
Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich
entwickeln.
6 Der koreanische Ruderverband darf nicht nur 1.90 .974 Konkrete
das Elite-Rudern sondern, soll auch das Maßnahmen
Freizeitrudern fördern.
6 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.90 1.055 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport.
8 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 1.96 .925 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden.
9 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es 2.14 1.050 Konkrete
eines Diagnose-Systems. Maßnahmen
9 Das Ministerium für Bildung Wissenschaft und 2.14 1.010 Verbindliche
Technik soll die Richtlinien für die Entwicklung Konzepte
des Rudersports in schulischen Bereichen
festlegen.

Die Antworten der Funktionäre der koreanischen Ruderverbände werden in


Tabelle 47 aufgelistet.

Tab. 47: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten
Funktionäre; 1=stimmt völlig, 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.65 .671 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport.
1 Trainer müssen Kenntnisse in einer 1.65 .587 Konkrete
Fremdsprache besitzen. Maßnahmen
1 Der koreanische Ruderverband hat die 1.65 ..813 Einschätzung
vorrangige Aufgabe, den Anschluss an das der Situation
Weltniveau zu erreichen.
4 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.70 .801 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen
5 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es 1.75 .910 Konkrete
eines Diagnose-Systems. Maßnahmen
135

6 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.80 1.005 Verbindliche


mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
6 Der koreanische Ruderverband soll den 1.80 .696 Konkrete
Leistungssport zentral führen. Maßnahmen
6 Zur Entwicklung des Leistungsstandes in Korea 1.80 .696 Konkrete
sollen Seminare mit ausländischen Trainern Maßnahmen
durchgeführt werden.
6 Die ruderspezifische und systematische Auswahl 1.80 .768 Konkrete
der Nationalmannschaft muss unter Beteiligung Maßnahmen
von Wissenschaftlern erfolgen.
10 Die Ausbildung der Trainer soll auf der Grundlage 1.85 .933 Konkrete
eines Lizenz-Systems systematisch erfolgen. Maßnahmen

Eine weitere Differenzierung der Top Ten Rangliste wird in Abhängigkeit von der
Zugehörigkeit zum Spitzenverband (SV) und Landesverband (LV)
vorgenommen. Die Tabelle 48 zeigt die Antworten der Vertreter des SV.

Tab. 48: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea (Top-Ten
Spitzenverband; 1=stimmt völlig, 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.52 .680 Konkrete
systematisches Programm im Juniorenrudersport. Maßnahmen
2 Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es 1.67 .856 Konkrete
eines Diagnose-Systems. Maßnahmen
3 Der koreanische Ruderverband hat die vorrangige 1.71 .845 Einschätzung
Aufgabe, den Anschluss an das Weltniveau zu der Situation
erreichen.
4 Trainer müssen Kenntnisse in einer 1.76 .768 Konkrete
Fremdsprache besitzen. Maßnahmen
5 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.81 .928 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen. Maßnahmen
5 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.81 .981 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden.
5 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 1.81 .750 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden.
8 Der koreanische Ruderverband soll den 1.86 .910 Konkrete
Leistungssport zentral führen. Maßnahmen
8 Die ruderspezifische und systematische Auswahl 1.86 .793 Konkrete
der Nationalmannschaft muss unter Beteiligung Maßnahmen
von Wissenschaftlern erfolgen.
136

8 Das Leistungsniveau der koreanischen 1.86 .793 Einschätzung


Rudernationalmannschaft ist im Vergleich zur der Situation
Weltspitze zu gering.

Die Antworten der LV werden in Tabelle 49 dargestellt.

Tab. 49: Beurteilung der Entwicklung und Zukunft der Rudersports in Korea (Top-Ten
Landesverband; 1=stimmt völlig, 5=stimmt überhaupt nicht)
Rang These MW SD Bereich
1 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen 1.51 .794 Verbindliche
mehr aktive Rennruderer/innen gewonnen Konzepte
werden
2 Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll 1.73 1.016 Verbindliche
durch eine Sonderfinanzierung der Regierung Konzepte
gestützt werden
2 Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in 1.73 1.056 Einschätzung
Korea ist zu gering, um international erfolgreich der Situation
zu sein
4 Das koreanische Sportinstitut(KISS) soll die 1.82 .950 Konkrete
Leistungsentwicklung des Ruderns unterstützen Maßnahmen
5 Der koreanische Ruderverband darf nicht nur 1.92 1.057 Konkrete
das Elite-Rudern sondern, soll auch das Maßnahmen
Freizeitrudern fördern
5 Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist 1.92 1.017 Verbindliche
er erforderlich, dass Rudervereine und Konzepte
Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich
entwickeln
7 Der koreanische Ruderverband benötigt ein 1.96 1.040 Konkrete
systematisches Programm im Maßnahmen
Juniorenrudersport
8 Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. 2.00 .913 Konkrete
Zeitmessung auf den Regattastrecken) zur Maßnahmen
Auswertung des Leistungstandes herangezogen
werden
9 Das Ministerium für Bildung Wissenschaft und 2.06 .988 Verbindliche
Technik soll die Richtlinien für die Entwicklung Konzepte
des Rudersports in schulischen Bereichen
festlegen
10 Der Ausschuss zur Auswahl der 2.16 .850 Konkrete
Nationalmannschaft im koreanischen Maßnahmen
Ruderverband muss nach anderen Kriterien
zusammengesetzt werden
137

In der folgenden Abbildung wird die Verteilung von Top-Ten der Zustimmungen
der Befragten in Bezug auf Geschlecht, Alter, Karriere, Ausbildung, Beruf und
Verband zusammenfassend dargestellt:

Tab.50: Zusammenfassende Darstellung Zustimmung der Befragten


Bereich Geschlecht Alter Karriere Ausbildung Beruf Verband
Nr. M F Unten Über Unten Über Ja Nein Tr. Fu. SV LV
/ 40 40 19 19
Frage
Nr.
1 2 O O O
4 O O O O O O O O O
7 O O O O O
3 18 O O O O O O O O O
19 O O O O O O O O O O
22 O O O O O O O O O O O O
28 O O O O O
29 O
4 34 O
36 O O O O O O O O O O O
37 O O O O O O O
41 O O O O O O O O O
42 O O
43 O O O
44 O O
45 O O O
49 O O O O O O O O O O O O
50 O O O O O O O O O O O
51 O O O O O
138

5. Interpretation und Zusammenfassung der empirischen


Befunde

Aus den fünf jeweils abgefragten Fragebereichen (1) zur Einschätzung der
Situation, (2) zu möglichen Gründen für die aktuelle Situation, (3) zu
verbindlichen Konzepten, (4) zu konkreten Maßnahmen und (5) zu möglichen
Folgen und Widerständen hat sich für die Entwicklung und Zukunft des
Rudersports in Korea konnte in vorliegender Untersuchung eine vergleichende
Auswertung der Ergebnisse vorgenommen werden. Aus diesen Ergebnissen
lassen sich nun Zusammenfassungen und Interpretationen ableiten, die in
einem hohen Maße konsensfähig sein dürften, da die Zustimmungen aller
Befragten gleichwertig in die Analyse eingingen. Zunächst wird ein Versuch
unternommen, die Bewertung der einzelnen Gruppen zu analysieren.

Aus der Bewertung der männlichen Teilnehmer ergibt sich, dass zunächst die
Talentsuche nach aktiven Ruderer/innen für Entwicklung und Zukunft des
Rudersports in Korea erforderlich ist. Fast ebenso wichtig ist die
wissenschaftliche und finanzielle Unterstützung, die systematische
Talentförderung, die Aktivierung des Freizeitruderns, die Verbesserung und der
Ausbau der Trainingslage sowie eine konkrete Zielsetzung und Festlegung
objektiver Auswahlkriterien des KRA. Aus der Auswertung der an der Befragung
teilnehmenden Männer lässt sich zudem festzustellen, dass sich der
koreanische Rudersport zurzeit mit Problemen der Organisationen und der
Verwaltungen konfrontiert sieht.

Gleichzeitig zeigt sich aus der Bewertung der Frauen, dass, wie bei den
Männern, grundlegende Ressourcen für den Leistungssport, z.B. aktive Ruderer,
für die Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea bereitgestellt werden
müssen. Zudem gehören auch die systematische Talentförderung, die
Aktivierung des Freizeitruderns, die finanzielle Unterstützung, eine
Verbesserung und ein Ausbau der Trainingsstätten, die Entwicklung der
eigenen Kenntnisse und die politische sowie die wissenschaftliche
139

Unterstützung dazu. Aus der Bewertung der an der Befragung teilnehmenden


Frauen ergibt sich, dass die Probleme des koreanischen Rudersports zu einem
großen Teil struktureller Natur sind. Bestimmte Bereiche der Organisation und
der Verwaltungen weisen hier offensichtliche Mängel auf.

Aus der Beurteilung der jüngeren Personen ergibt sich, dass zunächst, wie bei
den Männern und den Frauen, dass eine Intensivierung der Talentsuche nach
aktiven Ruderer/innen für die Entwicklung und Zukunft des Rudersports in
Korea erforderlich ist. Zuvorderst werden die Aktivierung des Freizeitruderns
durch den KRA, die systematische Talentförderung, die finanzielle und
wissenschaftliche Unterstützung, die Verbesserung und der Ausbau der
Trainingsstätten, die Festlegung objektiver Auswahlkriterien und die politische
Unterstützung gefordert. Die Breite der Forderung lässt darauf schließen, dass
jüngere Personen eine systematische Veränderung des koreanischen
Rudersports für sinnvoll erachten.

Die Beurteilung durch ältere Personen zeigt, dass zunächst die KRA eine
konkrete Zielfindung und -orientierung vornehmen sollte. Darüber hinaus
werden eine wissenschaftliche Unterstützung, die systematische
Talentförderung, Sonderfinanzierungen, die Verbesserung und der Ausbau der
Trainingsanlagen, eine Festlegung objektiver Auswahlkriterien, die
Kommunikation zwischen sozialen Schichten sowie eine Aktivierung des
Freizeitruderns vom KRA gefordert. Daraus lässt sich ableiten, dass es eine
systematische Veränderung im koreanischen Ruderverband geben soll.

Weiterhin zeigt sich aus der Beurteilung der weniger erfahrenen Personen,
dass Talentsuche und Talentförderung, finanzielle Unterstützung, eine
Aktivierung des Freizeitruderns, eine strategische Änderung, die
wissenschaftliche Unterstützung, die Verbesserung und der Ausbau der
Trainingsanlagen, eine Leistungssteigerung und politische Unterstützung für
Entwicklung des Rudersports in Korea erforderlich sind. Die oben genannten
Aufgaben sind mit Umstrukturierungen in der Organisationen und der
140

Verwaltungen zu lösen.

Erfahrene Personen, die seit mindestens 19 Jahren im Rudersport tätig sind,


erachten die Talentsuche, wissenschaftliche Unterstützung, die Festlegung
objektiver Auswahlkriterien, die Verbesserung und den Ausbau der
Trainingsstätten, die Kommunikation zwischen sozialen Schichten, konkrete
Zielorientierungen, eine Aktivierung des Freizeitruderns, finanzielle
Unterstützung, eine Festlegung objektiver Auswahlkriterien und die
wissenschaftliche Unterstützung für Entwicklung des Rudersports in Korea als
förderlich. Es ist davon auszugehen, dass im koreanischen Rudersport verstärkt
an der Effektivität- und Effizienzorientierung der Verwaltung gearbeitet werden
muss.
Darüber hinaus sagen auch die Absolventen der Sportwissenschaft, dass
Talentsuche, finanzielle Unterstützung, eine Aktivierung des Freizeitruderns,
wissenschaftliche Unterstützung, Talentförderung, die Verbesserung und der
Ausbau der Trainingslager, die Verbreitung des Rudersports, eine Festlegung
objektiver Auswahlkriterien und eine Trainerweiterbildung für die Entwicklung
des Rudersports in Korea bereitgestellt werden soll. Daraus ist abzuleiten, dass
es in Korea eine auf wissenschaftlich begleitete Systemänderungen geben
sollte.

Dagegen ergibt sich aus den Beurteilungen von Absolventen mit anderweitigem
Bildungsgrad eine in Teilen anders gelagerte Forderung. Hier sind es die
Talentsuche, wissenschaftliche Unterstützung, die Verbreitung des Rudersports,
Talentförderung, die Verbesserung und der Ausbau der Trainingslager, eine
Leistungssteigerung, Sonderfinanzierung, konkrete Zielorientierung und die
Aktivierung des Freizeitruderns vom KRA für die Entwicklung des koreanischen
Rudersports. Hierzu ist festzuhalten, dass es an systematischer Organisationen
und Verwaltungen im koreanischen Rudersport fehlt.

Für Entwicklung des Rudersports in Korea sagen die meisten der befragten
Trainer, dass die Talentsuche, die Verbreitung des Rudersports, die
141

Sonderfinanzierung durch die Regierung, eine wissenschaftliche Unterstützung,


eine Aktivierung des Freizeitruderns, die Talentförderung, die Verbesserung und
Ausbau der Trainingslage und die politische Unterstützung wichtige Bausteine
sind. Insofern kann man festhalten, dass auch die Trainer in der Breite für eine
systematische Veränderung des koreanischen Rudersports plädieren.

Gleichzeitig beurteilen die meisten Funktionäre, dass für die Entwicklung des
Rudersports in Korea eine systematische Talentförderung, die Erweiterung der
Kenntnisse von Trainern, die Festlegung der Zielorientierung des KRA, eine
wissenschaftliche Unterstützung, die Festlegung objektiver Auswahlkriterien,
eine Talentsuche, eine Leistungssteigerung, eine Trainerweiterbildung, sowie
eine Einrichtung des Gremiums von Wissenschaftlern und eine Verstärkung der
Trainerausbildung notwendig ist.

Dabei werden durchaus selbstkritisch Mängel in der Organisation und


Verwaltung konstatiert. Ein wesentliches Defizit wird in der mangelhaften
Kommunikation zwischen den beteiligten Personen – respektive den
verschiedenen Organisationseinheiten gesehen.

Aus den Antworten der Vertreter des Spitzenverbands ergibt sich, dass für die
Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea eine systematische
Talentförderung, die Festlegung objektiver Auswahlkriterien, eine
Leistungssteigerung, die Erweiterung der Kenntnisse von Trainern, die
wissenschaftliche Unterstützung, die Talentsuche, die Verbesserung und
Ausbau der Trainingslagergefordert werden. Zusätzlich besteht große
Zustimmung hinsichtlich einer Festlegung der Zielorientierung von Seiten des
KRAs, einer Einrichtung eines Gremiums von Wissenschaftlern und der
Verbreitung des Rudersports. Erstaunlicherweise ist hier festzuhalten, dass
nach Auffassung der Vertreter des Spitzenverbandes, dem koreanischen
Rudersport eine Systemänderung weiterhelfen würde.

Bei den Antworten der Vertreter von Landesverbänden, erweisen sich für die
142

Entwicklung und die Zukunft des Rudersports in Korea die Talentsuche, eine
Sonderfinanzierung der Regierung, die Verbreitung des Rudersports, eine
wissenschaftliche Unterstützung und die Aktivierung des Freizeitruderns als
relevante Faktoren. Darüber hinaus erscheint den Landesverbänden eine
systematische Talentförderung, die Verbesserung und der Ausbau der
Trainingslager, die politische Unterstützung der Regierung und die Festlegung
objektiver Auswahlkriterien seitens des KRA als wichtig. Diese Ergebnisse
weisen darauf hin, dass sich der koreanische Rudersport momentan mit
Problemen in der Sportpolitik und der Organisation sowie der Verwaltung
konfrontiert sieht.

Betrachtet man nun unabhängig von Gruppenunterschieden die Zustimmung zu


den angebrachten Thesen, so kann man drei übergreifende Punkte
herausgreifen:

 Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen mehr aktive


Rennruderer/innen gewonnen werden
 Das koreanische Sportinstitut (KISS) soll die Leistungsentwicklung des
Ruderns unterstützen
 Der koreanische Ruderverband benötigt ein systematisches Programm
im Juniorenrudersport

Auf der anderen Seite wurden gruppenübergreifend auch drei Thesen deutlich,
welche auf die größte Ablehnung stießen:

 Der Leistungsstand der koreanischen Rudernationalmannschaft ist im


Vergleich zu den besten Nationen im asiatischen Raum ausreichend
hoch
 Die finanzielle Förderung der Leistungsruderer ist ausreichend, um das
Leistungsniveau anzuheben
 Ein Grund für das geringe internationale Leistungsniveau ist die
unsystematische und nichttransparente Auswahl der Nationalmannschaft
143

Betrachtet man diese Zustimmung und Ablehnung zu diesen Themen so wird


exemplarisch deutlich, wo die strukturellen Defizite des koreanischen
Rudersports liegen. So wird die momentane Situation in Korea insgesamt als
schlecht eingeschätzt, was insbesondere an der geringen Zahl aktiver
Ruderer/innen und dem schlechten Abschneiden der koreanischen Ruderer
festgemacht wird. Dabei sind die Probleme weniger die Transparenz oder
Auswahlkriterien, sondern eher die grundlegenden Strukturen, wie z.B. die
finanzielle Förderung des Rudersports. Insgesamt wird der Bedarf nach einer
systematischen Förderungsstruktur deutlich. Exemplarisch hierfür stehen die
gewünschte Unterstützung durch das koreanische Sportinstitut und eine
bessere Nachwuchsförderung.

Das Ziel dieser Arbeit war es zu untersuchen, welche Maßnahmen hilfreich sind,
um den koreanischen Rudersport auf einen erfolgreichen Weg zu bringen.
Dabei wurden zahlreiche Ansatzpunkte deutlich, die im Detail diskutiert wurden.
Eine zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse lässt den Rückschluss zu,
dass die Struktur und Steuerung des koreanischen Rudersports weitgehende
Defizite aufweist. Es lässt sich festhalten, dass der koreanische Rudersport
dringend entsprechende Konzepte für die Aktivierung und eine Verbreitung des
Rudersports in Korea benötigt. Hierzu wäre eine Unterstützung des Verbandes
von wissenschaftlicher Seite hilfreich. Insbesondere Aspekte wie die
Finanzierung, die systematische Talentsuche und die Talentförderung, die
Verbesserung der Trainingsbedingungen könnten durch die Einrichtung eines
Ausschusses angegangen werden. Dieser Ausschuss sollte auf Basis
wissenschaftlich abgesicherter Daten arbeiten, um eine erfolgreiche
Entwicklung bzw. Steuerung des koreanischen Rudersports zu gewährleisten.

Dazu wäre der Aufbau eines Informations- und Wissensmanagementsystems


notwendig. Zudem sollten auf übergeordneter Ebene Zielsetzungen und
Strategien erarbeitet werden. Darauf aufbauend kann ein Steuerungsmodell
entwickelt werden, dass sich sowohl auf normativer, strategischer und
operativer Ebene danach ausrichten lässt. Auf Grundlage dieser
144

steuerungstheoretischen Neuausrichtung ließe sich eine Organisationsstruktur


des koreanischen Rudersports entwickeln, welche eine erfolgreiche zukünftige
Entwicklung ermöglicht. Neben der Verbreiterung der Basis von Ruderern und
damit entsprechender Rekrutierungsstrategien zur Talentgewinnung und
Förderung. Für die Qualitätsentwicklung ebenfalls sehr relevant ist die
Verbesserung der Personalkonzepte – respektive der Trainerausbildung sowie
der Qualifizierung der begleitenden pädagogischen, psychologischen,
sportmedizinischen und trainingswissenschaftlichen Unterstützungssysteme.
Insgesamt sind Anstrengungen im gesamten Qualifizierungsspektrum
notwendig, das sowohl die Auswahl und Einsatz von Koordinatoren, Betreuern
und Marketingexperten betrifft (vgl. hierzu auch Borggrefe & Cachay, 2012).

Die skizzierten Defizite bzw. Aufgaben stellen Herausforderungen für die


Weiterentwicklung des koreanischen Ruderleistungssports in der Zukunft dar.

6. Fazit und Perspektiven

Die vorliegende Arbeit hat sich der Frage nach der Entwicklung des
Ruderleistungssports in Südkorea aus einer „leistungsoptimierenden
Perspektive“ angenähert. Dabei wurden zunächst in einem ersten Schritt
allgemeine steuerungstheoreitsche Überlegungen im Sportsystem angestellt. In
einem zweiten Schritt erfolgte der Blick auf die unterschiedlichen
Steuerungsysteme, die im Spitzensport international bedeutsam sind. Im dritten
Schritt wurde die Entwicklung des Sports in Südkorea betrachtet. Bei der
Bearbeitung dieser Fragestellung wurde deutlich, wie eng die Entwicklung des
Sportsystems im Allgemeinen und diejenige des Rudersports in Südkorea im
Speziellen von der politischen Entwicklung des Landes abhängig sind.

Der koreanische „Sonderweg“ hat ein Sportsystem kreiert, das sich im


internationalen Vergleich durch ein hohes Maß an staatlicher Steuerung
kennzeichnen lässt.
145

Dabei spielt der noch immer andauernde Nord-Süd-Konflikt auf der


koreanischen Halbinsel, der als Spätfolge bzw. Relikt des „Kalten Krieges“ zu
sehen ist, eine wichtige Rahmenfunktion für die politischen Investitionen in den
koreanischen Spitzensport. Dieser trägt teilweise auch Züge eines
übermäßigen, staatlich gelenkten „Sportnationalismus“.

Die besondere Bedeutung und Förderung des Spitzensports in der


südkoreanischen Gesellschaft dokumentiert sich eindrucksvoll an der
Medaillienstatistik der olympischen Spiele. Seit dem Jahr 2012 zählt Südkorea
zu den erfolgreichsten fünf Nationen der Welt, was durchaus auch als Ergebnis
der hohen staatlichen Investitionen in dieses gesellschaftliche Teilsystem zu
interpretieren ist.

Eine wichtige Katalysatorfunktion spielen bei der rasanten Entwicklung des


südkoreanischen Leistungssports sportliche Großereignisse. Den Anfang
machten dabei 1986 die Asienspiele, gefolgt von den olympischen Spielen im
Jahr 1988 und der Fußball-WM im Jahr 2002.

Ein weiteres anstehendes Großprojekt ist die Bewerbung der


südkoreanischen Stadt Pyeongchang um die olympischen Winterspiele.
Ebenfalls besondere strategische Bedeutung hat die Ruderweltmeisterschaft
2013 in Chungju. Diese WM soll einen wichtigen Beitrag zur Weiterentwicklung
der internationalen Konkurrenzfähigkeit in den Wassersportarten leisten. In
diesem Bereich (u.a. Rudern, Kanu, Segeln) werden insgesamt fast ein Drittel
der olympischen Medaillen vergeben. Dieses Feld erfährt daher von der (sport-)
politischen Seite besondere Aufmerksamkeit, da Südkorea in diesem
Handlungsfeld international noch nicht konkurrenzfähig ist.

Im Bereich des Ruderns überrascht dies nicht. Die Analyse der aktuellen
Steuerungscharakteristika hat gezeigt, dass der Rudersport in Südkorea zwar
über günstige finanzielle und infrastrukturelle Rahmenbedingungen verfügt.
Insgesamt kann man in Südkorea bislang jedoch nur auf eine geringe Basis
an aktiven Ruderinnen und Ruderern zurückgreifen. Diese sind zumeist in
146

Betriebssportgemeinschaften organisiert.

Um mögliche Strukturprobleme in der Steuerung des koreanischen


Ruderspitzensports zu identifizieren wurde zunächst eine Reihe von qualitativen
Experteninterviews aus dem Ruderbereich durchgeführt. Auf der Basis dieser in
den Experteninterviews ermittelten Problem- bzw. Handlungsfelder wurde ein
eigener Fragebogen zur Überprüfung folgender Aspekte entwickelt:

 Einschätzung der aktuellen Situation des koreanischen


Ruderleistungssport
 Gründen für diese Situation
 Die Einschätzung möglicher Konzepte (u.a. Verwaltung, Finanzierung,
Kooperation, Veränderung des Wettkampfsystems)
 Konkrete Maßnahmen (u.a. Qualifizierung, Kommunikation)
 Mögliche Folgen und Widerstände

Mit diesem Fragebogen, der nach dem Prinzip einer Quasi-Delphi-Studie


konstruiert wurde, erfolgte eine umfangreiche Befragung von 70 koreanischen
Ruderexperten (Trainer, Funktionäre, Sportwissenschaftler). Bei der Befragung
wurden Unterschiede in der Einschätzung der Befragten zur gegenwärtigen
Situation des koreanischen Leistungsrudersports, in der Einschätzung für die
Gründe der aktuellen Situation, für die Bewertung möglicher Konzepte und
Maßnahmen zur Weiterentwicklung sowie in der Abschätzung möglicher Folgen
und Widerstände in Abhängigkeit von der Einbindung in das System
(Funktionäre vs. Trainer) und in Abhängigkeit vom Ausbildungsstand
(Berufserfahrung und akademische Ausbildung) sowie vom Alter und
Geschlecht evident.

Diese Ergebnisse wurden in ersten Empfehlungen für die Weiterentwicklung


des Ruderspitzensports in Südkorea in Kapitel 5 zusammenfassend interpretiert.
Als wichtigste Handlungsfelder wurden die erhöhte Rekrutierung von
Nachwuchs für den Rudersport und vor allem ein systematisches
147

Förderungsprogramm für den Nachwuchsrudersport, die Verbesserung der


finanziellen Rahmenbedingungen, Anstrengungen zur Qualitätsentwicklung im
Ausbildungsbereich, die stärkere Kooperation von relevanten Institutionen (z.B.
Verband, Hochschule, Vereine, Betriebe) sowie die verbesserte Kommunikation
innerhalb des Verbandes zum einen zwischen den verschiedenen Ebenen
(Spitzenverband vs. Landesverbände) sowie zwischen den verschiedenen
„Playern“ (Funktionäre/Trainer) erarbeitet und Strategieempfehlungen für die
verschiedenen Akteure erarbeitet. Welche Konsequenzen diese Empfehlungen
für die Weiterentwicklung der Praxis des südkoreanischen Ruderspitzensports
haben werden bleibt abzuwarten.

Auf jeden Fall jedoch scheint es so als sei Bewegung in die verschiedene
Steuerungsakteure in Politik und Sport gekommen. Dabei werden sich jedoch in
Zukunft sicherlich nicht nur die (antizipierten) Widerstände bei der
Weiterentwicklung des Rudersports auftauchen. Die Zukunft wird zeigen
inwieweit Veränderungen in der Steuerung des Rudersports tatsächlich zu
qualitativen Verbesserungen führen. In der, der Arbeit zugrundeliegenden
Zielstellung „Leistungsoptimierung“, lässt sich eine solche Verbesserung von
Steuerung - mit dem Ziel „Annäherung an gewünschte Zielzustände“ - am Ende
am „Medaillenspiegel“ ablesen.

Im Rahmen der vorliegenden Arbeit konnte sicherlich nur eine erste, explorative
Annäherung an das komplexe Entwicklungsproblem „Steuerung des
Ruderspitzensports“ in Südkorea erreicht werden. In vertiefenden Analysen
müssten in nachfolgenden Arbeiten z.B. die verschiedenen Ebenen der
Steuerung (normative, strategische und operative) genauer in den Blick
genommen und analysiert werden. Des Weiteren gilt es auch die Methodik
weiter zu verfeinern. In der vorliegenden Arbeit wurde eine „Quasi-Delphi-
Studie“ durchgeführt. Hier böte mit Sicherheit eine klassische Delphi-Studie
eine wichtige Verbesserung der Erkenntnismöglichkeiten. Eine weitere
relevante Perspektive für die Weiterentwicklung der Steuerungsmöglichkeiten
ist sicherlich die Einbeziehung der Bewertung des Systems durch die
148

betroffenen Ruderinnen und Ruderer. Für weiterführende Arbeiten bieten sich


folglich spannende und sinnvolle Aufgabenfelder.
149

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Anhang
- deutscher Fragebogen
- koreanischer Fragebogen
- Zusammenfassung der qualitativen Experten-Interviews
- Bestätigung für die korrekte Übersetzung
1
Entwicklung und Zukunft des Rudersports in Korea

Eine Befragung von Trainern, Funktionären und Wissenschaftlern, die für den Rudersport in Korea arbeiten

Konstanz, im Dezember 2011

Dr. Park Sunglyul


Universität Konstanz Fachbereich Geschichte und Soziologie, Sportwissenschaft
Fach 30, 78457 Konstanz, Tel. +49 (0) 176 6484 9767, email: Sung.Park@uni-konstanz.de
2

1. Einschätzung der Situation


Stimmt
Nr. Fragen Stimmt
Ŭberhaupt
vŏllig
nicht

Der koreanische Rudersport kann z.Zt. auf politische Unterstützung


1 zurückgreifen 1 2 3 4 5

Das Leistungsniveau der koreanischen Rudernationalmannschaft ist


2 im Vergleich zur Weltspitze zu gering 1 2 3 4 5

Der Leistungsstand der koreanischen Rudernationalmannschaft ist im


3 Vergleich zu den besten Nationen im asiatischen Raum ausreichend 1 2 3 4 5
hoch
Die Anzahl der aktiven Leistungsruderer in Korea ist zu gering, um
4 international erfolgreich zu sein 1 2 3 4 5

5 Die Trainer im koreanischen Ruderverband sind gut ausgebildet 1 2 3 4 5


Die Trainingsbedingungen (geeignete Gewässer, Clubs,
6 Bootsmaterial) sind momentan nicht hinreichend, um Ruderer auf 1 2 3 4 5
internationalem Niveau heranzubilden
Der koreanische Ruderverband hat die vorrangige Aufgabe, den
7 Anschluss an das Weltniveau zu erreichen 1 2 3 4 5
3
2. Mögliche Gründe

Stimmt
Nr. Fragen Stimmt
Ŭberhaupt
vŏllig
nicht

8 Die Leistungsruderer und –ruderinnen sind motiviert, ein 1 2 3 4 5


internationales Leistungsniveau zu erreichen
9 Die Vermittlung der Rudertechnik basiert auf wissenschaftlichen 1 2 3 4 5
Erkenntnissen
Ein Grund für das geringe internationale Leistungsniveau ist die
10 1 2 3 4 5
unsystematische und intransparente Auswahl der Nationalmannschaft

11 Die finanzielle Förderung der Leistungsruderer ist ausreichend, um 1 2 3 4 5


das Leistungsniveau anzuheben
12 Die Trainer haben fachliche Kompetenz und eine gute Ausbildung 1 2 3 4 5

13 Der koreanische Ruderverband unterstützt die Ruderer und Trainer 1 2 3 4 5


der Nationalmannschaft ausreichend
14 Das Vertrauen der Nationalmannschaftsruderer und –ruderinnen in 1 2 3 4 5
ihre Leistungsfähigkeit und ihr Leistungspotential ist zu gering
15 Bei den Trainern herrscht eine klare Vorstellung über die 1 2 3 4 5
rudertechnischen Anforderungen
16 Es fehlt ein systematisches Ausbildungs- und Lizenzsystem für 1 2 3 4 5
Rudertrainer in Korea
4
3. Verbindliche Konzepte

Stimmt
Stimmt
Nr. Fragen vŏllig
Ŭberhaupt
nicht

Zur Änderung der gegenwärtigen Situation im Rudersport ist ein


17 1 2 3 4 5
neues Verwaltungskonzept im koreanischen Ruderverband zu
entwickeln
Zur Verbreitung des Rudersports allgemein ist es erforderlich, dass
18 1 2 3 4 5
Rudervereine und Hochschulen Konzepte im Freizeitbereich
entwickeln
Die Entwicklung des Ruderleistungssports soll durch eine
19 1 2 3 4 5
Sonderfinanzierung der Regierung gestützt werden
Der Leistungsstand koreanischer Ruderer und Ruderinnen kann durch
20 eine verstärkte finanzielle Unterstützung des Präsidenten des 1 2 3 4 5
koreanischen Ruderverbandes angehoben werden
Es gibt ein verbindliches Trainingskonzept für leistungsstarke
21 1 2 3 4 5
Ruderer und Ruderinnen
Zur Anhebung des Leistungsniveaus müssen mehr aktive Ruderer und
22 Ruderinnen gewonnen werden 1 2 3 4 5

Es fehlt ein systematisches, auf einen Zielwettkampf ausgerichtetes


23 Wettkampfsystem 1 2 3 4 5

Der koreanische Ruderverband erstellt konkrete und realistische Ziele


24 zur? Entwicklung des Leistungsniveaus 1 2 3 4 5

Die Trainer werden in der Zielfindung in den einzelnen Bereichen des


25 Leistungsruderns beteiligt 1 2 3 4 5
5
Stimmt
Stimmt
Nr. Fragen vŏllig
Ŭberhaupt
nicht

Die Entwicklung eines Leistungssportkonzepts soll allein dem


26 1 2 3 4 5
koreanischen Ruderverband überlassen bleiben
Das Leistungssportkonzept soll mit Hilfe erfahrener und ausländischer
27 Trainer erstellt werden 1 2 3 4 5

Das Ministerium für Bildung Wissenschaft und Technik soll die


28 Richtlinien für die Entwicklung des Rudersports in schulischen 1 2 3 4 5
Bereichen festlegen
Zur systematischen Förderung des Leistungsniveaus? soll ein
29 erfolgreiches, ausländisches Modell/Programm (z.B. Neuseeland, 1 2 3 4 5
Großbritannien, Deutschland, Kanada) übernommen werden

4. Konkrete Maßnahmen

Stimmt
Nr. Fragen Stimmt
Ŭberhaupt
vŏllig
nicht

Die Planung für die Qualifikationen, Weltmeisterschaften, Asienspiele


30 etc. soll von einem Expertengremium erstellt werden 1 2 3 4 5

Die Kommunikation unter den Trainern und dem koreanischen


31 1 2 3 4 5
Ruderverband ist ausreichend
6
Stimmt
Stimmt
Nr. Fragen vŏllig
Ŭberhaupt
nicht
Vom KRA muss ein einheitliches, auf wissenschaftlicher Basis
32 1 2 3 4 5
abgestimmtes Trainingsprogramm für die Trainer zur Verfügung
gestellt werden
33 Es soll ein Trainingsprogramm aus dem Ausland eingeführt werden 1 2 3 4 5

Die Ausbildung der Trainer soll auf der Grundlage eines Lizenz-
34 Systems systematisch erfolgen 1 2 3 4 5

Der koreanische Ruderverband soll sich schwerpunktmäßig auf die


35 1 2 3 4 5
Leichtgewicht-Disziplinen konzentrieren
Der koreanische Ruderverband benötigt ein systematisches
36 Programm im Juniorenrudersport 1 2 3 4 5

Der koreanische Ruderverband soll nicht nur das Elite-Rudern,


37 sondern auch das Freizeitrudern fördern 1 2 3 4 5

Für die Entwicklung des Leichtgewichtsruderns soll das japanische


38 System eingeführt werden 1 2 3 4 5

Die besten Ruderer und Ruderinnen sollen im Ausland und in


39 ausländischen Clubs oder Leistungszentren trainieren 1 2 3 4 5

Trainingslager in Europa sollten dauerhaft durchgeführt werden, um


40 an internationalen Ruderwettkämpfen effektiv teilnehmen zu können 1 2 3 4 5

Zur Auswahl der Nationalmannschaft bedarf es eines Diagnose-


41 1 2 3 4 5
Systems
Die ruderspezifische und systematische Auswahl der
42 Nationalmannschaft muss unter Beteiligung von Wissenschaftlern 1 2 3 4 5
erfolgen
7
Stimmt
Stimmt
Nr. Fragen vŏllig
Ŭberhaupt
nicht

43 Trainer müssen Kenntnisse in einer Fremdsprache besitzen 1 2 3 4 5

Zur Entwicklung des Leistungsniveaus in Korea sollen Seminare mit


44 ausländischen Trainern durchgeführt werden 1 2 3 4 5

Der Ausschuss zur Auswahl der Nationalmannschaft im koreanischen


45 Ruderverband muss nach anderen Kriterien zusammengesetzt 1 2 3 4 5
werden
Bis zur erkennbaren Verbesserung des Leistungsruderns in Korea
46 wird es 5 Jahre dauern 1 2 3 4 5

Bis zur einheitlichen Verbreitung der Rudertechnik in Korea dauert es


47 3 Jahre 1 2 3 4 5

Bis zum Gewinn einer Medaille auf einer Ruderweltmeisterschaft


48 dauert es mehr als 4 Jahre 1 2 3 4 5

Das koreanische Sportinstitut (KISS) soll die Leistungsentwicklung


49 des Ruderns unterstützen 1 2 3 4 5

Es müssen verstärkt technische Hilfsmittel (z.B. Zeitmessung auf den


50 Regattastrecken) zur Auswertung des Leistungsstandes 1 2 3 4 5
herangezogen werden
51 Der koreanische Ruderverband soll den Leistungssport zentral führen 1 2 3 4 5
8

5. Mögliche Folgen und Widerstände

Stimmt
Stimmt
Nr. Fragen vŏllig
Ŭberhaupt
nicht

Bei der Auswahl der Nationalmannschaft durch ein neues Gremium


52 sind Widerstände von den bisherigen Ausschussmitgliedern zu 1 2 3 4 5
erwarten
Die Suche nach einem ausländischen Trainer erzeugt Widerstand
53 1 2 3 4 5
seitens der Nationaltrainer

Personendaten

1. In welcher Weise sind Sie mit dem koreanischen Ruderverband verbunden?

□ Rudertrainer □ Funktionär □ Wissenschaftler □ Sonstige

2. Seit wie vielen Jahren arbeiten Sie im Rudersport? Jahren

3. Haben Sie einen sportwissenschaftlichen Abschluss? Ja ( ) Nein ( )

4. Geschlecht des Befragten Männlich ( ) Weiblich ( )

5. Wie alt sind Sie? Ich bin Jahre alt

6. Welche Frage bzw. welches Statement würden Sie gerne noch in diese Befragung aufnehmen wollen?
9

한국 조정 경기의 발전과 미래

한국의 조정 경기와 관련된 일에 종사하는 지도자, 행정가 그리고 과학자 대상 설문지

2011 년 12 월, 콘스탄츠

박 성 률 박사
콘스탄츠대학교 체육학과, 역사 및 사회학 전공
사서함 30, 78457 콘스탄츠, 전화 +49 (0) 176 6484 9767, 이메일: Sung.Park@uni-konstanz.de
10
1. 현황 평가

문항 매우 상당히 대체로 약간 전혀
번호. 그렇다 그렇다 그렇다 그렇다 그렇지않다

1 한국 엘리트조정은 현재 정치적인 지원을 받을 가능성이 있다 1 2 3 4 5

2 한국 조정국가대표팀의 경기력 수준은 세계 정상에 비해 매우 낮다 1 2 3 4 5

한국 조정국가대표팀의 경기력 수준은 아시아 지역의 상위 국가에


3 1 2 3 4 5
비해 매우 높다
국제적으로 성과를 거두기 위해서는 한국 엘리트조정선수 인원이 매우
4 1 2 3 4 5
부족하다

5 대한조정협회에 등록된 지도자들은 충분한 교육을 받은 상태이다 1 2 3 4 5

조정선수들이 세계 수준까지 근접하는데 있어서 현재 훈련조건


6 1 2 3 4 5
(적합한 강이나 호수, 클럽, 경기정 자원)은 충분하지 않다
대한조정협회의 우선적 과제는 조정선수들의 경기력을 세계 수준에
7 1 2 3 4 5
도달시키는 것이다
11
2. 가능한 이유

매우 상당히 대체로 약간 전혀
번호 문항
그렇다 그렇다 그렇다 그렇다 그렇지않다

조정선수들은 세계 수준의 경기력에 도달하려는 충분한 의욕을 가지고


8 1 2 3 4 5
있다
9 조정 기술을 학문적인 지식에 근거하여 전수하고 있다 1 2 3 4 5

세계 수준의 경기력에 못 미치는 한 가지 이유는 체계적이지 못하고


10 1 2 3 4 5
투명하지 못한 국가대표팀의 선발 때문이다

11 경기력 향상을 위한 엘리트선수들의 재정적인 지원은 충분하다 1 2 3 4 5

12 지도자들은 전문가적인 능력과 높은 교육 수준을 지니고 있다 1 2 3 4 5

13 대한조정협회는 국가대표팀 선수 및 지도자를 넉넉하게 지원한다 1 2 3 4 5

14 국가대표선수들은 자신이 지닌 경기력과 잠재력에 대한 믿음이 너무 1 2 3 4 5


부족하다
지도자들은 조정의 기술적인 요구사항에 대한 명확한 해결책/구상을
15 1 2 3 4 5
가지고 있다

한국에는 조정지도자 양성을 위한 체계적인 교육과정과 관련


16 1 2 3 4 5
자격증제도가 미비하다
12
3. 행정 계획

매우 상당히 대체로 약간 전혀
번호 문항 그렇다 그렇다 그렇다 그렇다 그렇지않다

한국 조정의 현재 상황을 변화시키기 위해서는 대한조정협회가 새로운


17 1 2 3 4 5
행정 제도/방안/계획을 수립해야 한다
조정 관련 연맹과 대학은 일반적으로 조정 경기의 저변화를 위해서
18 1 2 3 4 5
여가조정에 대한 프로그램을 전개할 필요가 있다

19 정부는 특별 보조금으로 엘리트조정 발전을 지원해야 한다 1 2 3 4 5

대한조정협회장의 대폭 강화된 재정적인 지원은 한국 조정선수들의


20 1 2 3 4 5
경기력을 향상시킬 수 있다

21 엘리트 조정선수를 위한 모범적인 훈련 계획이 마련되어 있다 1 2 3 4 5

경기력 향상을 위해서는 보다 많은 엘리트 조정선수가 확보되어야


22 1 2 3 4 5
한다

23 체계적이고 목표시합을 지향하는 경쟁 시스템이 부족하다 1 2 3 4 5

대한조정협회는 경기력 향상을 위한 구체적이고 현실적인 목표를


24 1 2 3 4 5
세운다

지도자들은 엘리트 조정선수의 경기력 향상을 위한 개별 영역(기술,


25 1 2 3 4 5
체력, 심리 등)에서의 목표 설정에 참여한다
13
매우 상당히 대체로 약간 전혀
번호 문항 그렇다 그렇다 그렇다 그렇다 그렇지않다

엘리트 조정의 경기력 향상을 위한 계획 수립은 오직 대한조정협회에


26 1 2 3 4 5
위임해야 한다

엘리트 조정의 경기력 향상을 위한 계획은 경험 있는 외국인 지도자의


27 1 2 3 4 5
도움으로 만들어져야 한다

28 교육과학기술부는 학교 조정 경기의 발전을 위한 지침을 마련해야 1 2 3 4 5


한다
조정 경기력의 체계적인 향상을 위해서는 성공적인 외국 모델이나
29 1 2 3 4 5
프로그램(예를 들면, 뉴질랜드, 영국, 독일, 캐나다)을 도입해야 한다

4. 세부 방안

문항 매우 상당히 대체로 약간 전혀
번호 그렇다 그렇다 그렇다 그렇다 그렇지않다

올림픽 선발전, 세계선수권대회, 아시안게임 등에 대한 계획은 조정


30 1 2 3 4 5
전문가위원회가 수립해야 한다

31 지도자들과 대한조정협회 간의 소통은 원활하다 1 2 3 4 5


14
문항 매우 상당히 대체로 약간 전혀
번호 그렇다 그렇다 그렇다 그렇다 그렇지않다

대한조정협회는 지도자들에게 과학에 기초를 둔 공통 훈련프로그램을


32 1 2 3 4 5
제공해야 한다

33 조정 훈련프로그램은 외국에서 도입해야 한다 1 2 3 4 5

지도자 교육은 다단계의 자격증제도에 근거하여 체계적으로 실시해야


34 1 2 3 4 5
한다

35 대한조정협회는 경량급 종목을 중점적으로 육성해야 한다 1 2 3 4 5

36 대한조정협회는 주니어선수들을 위한 체계적인 프로그램이 필요하다 1 2 3 4 5

37 대한조정협회는 엘리트조정뿐만 아니라 여가조정도 장려해야 한다 1 2 3 4 5

38 경량급 조정 종목의 발전을 위해서는 일본 시스템이 도입되어야 한다 1 2 3 4 5

우수 조정선수들은 외국이나 외국의 클럽이나 전문훈련장/선수촌에서


39 1 2 3 4 5
훈련해야 한다

여러 국제조정대회에 성공적인 참가를 위해서는 유럽지역에서의


40 1 2 3 4 5
훈련캠프가 장기적으로 실시되어야 할 것이다

41 조정 국가대표팀 선발을 위해서는 경기력진단 시스템이 요구된다 1 2 3 4 5

조정 국가대표팀의 전문적이고 체계적인 선발은 과학자들의 참여 하에


42 1 2 3 4 5
실행되어야 한다
15
문항 매우 상당히 대체로 약간 전혀
번호 그렇다 그렇다 그렇다 그렇다 그렇지않다

43 지도자들은 외국어 능력을 배양해야 한다 1 2 3 4 5

한국 조정의 경기력 향상을 위해서는 외국인 초청세미나가 개최되어야


44 1 2 3 4 5
한다
조정 국가대표선수 선발을 담당하는 협회 분과위원회는 특정한 기준을
45 1 2 3 4 5
적용해 구성되어야 한다

46 한국 엘리트조정이 눈에 띄게 향상하는 데까지는 5 년 정도 필요하다 1 2 3 4 5

47 한국에서 통일된 조정 기술이 전파되는 데는 3 년 정도 필요하다 1 2 3 4 5

세계조정선수권대회에서 메달을 획득하는 데까지는 4 년 이상


48 1 2 3 4 5
필요하다

49 한국체육과학연구원 (KISS)은 조정의 경기력 향상을 지원해야 한다 1 2 3 4 5

경기력 상태를 평가하기 위해서는 기술적인 보조장치 (예를 들자면,


50 1 2 3 4 5
구간 시간 측정)가 설치되어야 한다

51 대한조정협회가 중심이 되어 엘리트조정을 이끌어가야 한다 1 2 3 4 5


16
5. 가능한 결과 및 반대

매우 상당히 대체로 약간 전혀
번호 질문 그렇다 그렇다 그렇다 그렇다 그렇지않다

새로운 분과위원회가 조정 국가대표선수를 선발할 경우 기존


52 1 2 3 4 5
분과위원회 회원들의 반대가 예상된다
외국인 조정지도자를 물색/추구하는 것은 현 국가대표팀 지도자 측의
53 1 2 3 4 5
반발을 야기한다

인적사항
1. 귀하는 대한조정협회와 어떠한 관계를 맺고 있습니까?

□ 지도자 □ 행정가 □ 과학자 □ 기타

2. 귀하는 조정 종목에서 몇 년 동안 종사하고 있습니까? 년

3. 귀하는 체육 관련 학과를 졸업하였습니까? 예 ( ) 아니오 ( )

4. 귀하의 성별은? 남자 ( ) 여자 ( )

5. 귀하의 나이는 몇입니까? 세

6. 귀하는 어떤 질문이나 의견이 본 설문지에 추가되길 원하십니까?


17

Name
Byun W-T Lee K-B Kim M- H Kim Y-S Lee B-S Lee J- Y
Fragen

Situation
Problem mit der Aufgabe des KRA Keine große Keine systematische Von Anfang an Kein Unterschied
Frage 1. Sportverwaltung Veränderungen der Unterstützung falsche Wegweiser zu
Einschätzung (Sportsystem) Zahl von Ruderern Förderungsmaß-
vor 30 Jahren Uneffektives Training Ein systematischer nahme in der
Prozess erforderlich Nationalmannscha
Schlechte Trainings- Mangelnde Anreize ft vor 10 Jahren
Bedingungen zur Motivierung für die
Ruderer Mangelnde
Mangel der Fachkenntnisse
Sportwissenschaft, Kein konkreter
Ausstattungen Plan
Kein realistisches
Ziel
Pflege der Geringe aktive Mangelnde Unsystematische Mangelnde Mangel an der
Frage 2. Athleten ohne Ruderer-Innen Kompetenzen von Unterstützung Fähigkeiten über den geistigen Haltung
Probleme die Grundlage Trainern Rudersport von der Trainer
der Wissenschaft System zur Ohne langfristigen Trainern
Auswahl und Unrationelle Plan Keine feste
nicht einheitliche Förderung der Führung der kein professionelles Unterkunft für die
Rudertechnik Nationalmannschaft Nationalruder- und ernstes Nationalmannscha
mannschaft Verhalten ft
Mangelnde
biomechanische Nicht genügende Mangelnde Selbst-
Grundlage Fremdsprachen- achtung und Zuge-
kenntnisse hörigkeit zu
Nationalmannscha
Keine bestimmte ft
Kriterien zur
Auswahl Unsystematische
18
der Förderung und
Nationalmannschaft uneffektive
Unterstützung vom
KRA

Auffassung der Vorbereitung einer Einführung des Lang- mittel- und Neuer Anfang mit Schwerpunkt auf
Frage 3. Grundsätze für Projekt zur Systems aus Japan kurzfristige Pläne Junioren die Disziplinen mit
Konzept / die Rudertechnik Verbreitung des zur Verbreitung des erforderlich Leichtgewichten
Programm Rudersports Rudersports momentan
Durchführung Kurzfristiger Plan für
des Seminars Trainingskampf im Einführung des das effektive Training
und vom Ausland Systems aus momentan
ausländischen Honkong zur erforderlich
erfolgreichen Einstellung eines Leistungssteigerung
Trainer ausländischen wie Segeln
Trainer
Leichtgewicht wie
L1X, L2X Leichtgewicht für
Frauen u. Männer

Bedeutung / Ziele
Der KRA verfolgt Unterstützungen Eine Aufstellung der Die Regierung und die KRA, KSB und KRA sollte erst Ziel
Frage 4. das Ziel und des Rudersports Richtlinie für den betroffene Institution Ministerium sollten verfolgen und KSB
Zielsetzung daran der KSB von Ministerium, Rudersports wie in unterstützen den das Ziel verfolgen, und die Regierung
sowie das KSB und KRA den 60er Jahren Rudersport Koreas den Rudersport in nehmen daran teil
Ministerium vom Ministerium für Korea zu entwickeln
teilnehmen Bildung und
Wissenschaft
Die Politik des
Ministeriums
unterstutzt
Wassersportarten
momentan
19
Politische Basis Anfangen vom KRA Ein konkretes Aufgabe und Pflicht Ein neues System Neuer Anfang vom
Frage 5. der Regierung mit festem Plan und Konzept für die vom KRA, 2012, und langsamer KRA mit einem
Abhilfe / auf dem Programm zur Aktivierung des 2013, 2014 vorzu- Aufbau vom KRA konkreten Plan für
Von wem Rudersport Leistungssteigerun Freizeitruderns wie bereiten erforderlich den Leistungssport
momentan g für internationale Schul- und
Veranstaltungen Hochschul-vereinen Ein konkreter Plan KRA im Mittelpunkt Erarbeitung vom
Ein fester Plan wie 2011, 2013, erforderlich erforderlich vom KRA KRA
vom KRA 2014, 2015
erforderlich KRA im Mittelpunkt

Bereitschaft und Sonderfinanzierung Teilnahme vom KRA Wahrnehmung der Umwandlung der Änderung des
Frage 6. Verständigung von der Regierung, am Freizeitrudern gegenwärtigen Gedanke der Trainer Auswahlsystems
Verbindlich- von Trainern und KSB und KRA Situation vom KRA „persönliche Philo-
keit / KRA erforderlich Neue Aufstellung sophie“ Das Vertrauen von
Rahmens- der bestimmten Motivierung der besten
bedingung Internationale Neue Aufstellung Kriterien für die Ruderer-Innen Verständnis über die Mannschaft-
Ziel-setzung von eines Systems zur Auswahl grundlegende En zum KRA
Trainern Auswahl und Strategischer Plan für Theorie des Ruder-
Förderung der Besitzen die Leistungs- sports, Anwendung Bereitschaft von
Ein neues Nationalmannschaft wissenschaftlicher steigerung vom KRA in der Praxis von besten
System im KRA Grundlage von Trainern Mannschaft-en
sowie im Umsetzung der Trainern Verbindung und
Ruderverband in Ausschussmitgliede Zusammenarbeit vom Verfügung eines auf Feste Pläne,
Provinz nötig r Enge Beziehungen KRA mit Trainern Wissenschaft wissenschaftliche
mit ausländischen basierte Trainings- Informationen und
Umwandlung der Trainern Unterstützung von der programms Testanlage für die
Gedanken der Verwaltung, das Leistungssteigerun
Nationaltrainer Neue Auswahl und Vertrauen der g
starke Geschäftsleitung
Sammeln der Konzentration der
neuen Bootsgattungen Enge Beziehung der
Informationen über Trainer mit
Trainingslage und Ruderer-Innen für
Trainer effektives Training
20
Verfassung eines Schwerpunkt auf Zwei Gold-Medaillen Auswahl der besten 3- Ein 8 jähriger Plan Ein internationaler
Frage 7. konkreten Plan die Bootsgattungen bei Asienspielen in 5 4 Ruderer-Innen zum Gewinnen bei Erfolg zur
Ziele und bzw. Konzept für von Jahren Weltmeisterschaft Motivation für
Teilziele die Verbesserung Leichtgewichten Durchführung des Trainer und
der Rudertechnik, Eine Medaille bei dauerhaften Entwicklung eines Athleten
das Trainings- Einführung des Ruderweltmeister- Trainingskampfes im neuen Systems
programm Trainingsprogramm schaften in 10 Ausland Auswahl der
s aus Deutschland Jahren Ausführbar Boots-gattungen
Herstellung der und Verbreitungs- Zum Erreichen der in der Praxis
systematischen methode aus Japan Finale A Strategisch
Verwaltung und ausgewählte
Organisation Teilnahme am
Wettkämpfen

Maßnahme
Durchführung Anhaltende Neue Aufstellung Systematische Weitergehende Dauerhaftes
Frage 8. des Ruder- Durchführung des des Förderung der Durchführung des Training im Ausland
Maßnahme Seminars und Trainingskampfes Trainingsprogramms Ruderer-Innen Trainerseminars zur
Im Konzept / Symposien zur in Europa zur und Umsetzung in Vermittlung der Suche nach einem
Programm Erarbeitung und effektiven die Praxis Einführung des Informationen über ausländischem
Verbreitung Teilnahme an Modells für die Training sowie Trainer
grundlegender internationalen Änderung des systematische Verbesserung des
Rudertechnik Wettkämpfen Systems zur Förderung von Verständnisses der Übergeben der
Auswahl der Neuseeland, Theorie besten Ruderer-
Umsetzung der Klassifizierung in Nationalmannschaft Großbritannien, Innen dem
Gedanken von der Deutschland und Einsatz des guten ausländischen
Trainern zur Nationalmannschaft Physikalisches Kanada ausländischen Trainer
Entwicklung Testen vom SOSFO Trainers zum
neuer Ruder- Einstellung eines Verfügungsstellung Gestalten des
technik ausländischen Offizielle Bekannt- wissenschaftlichen effektiven Trainings
Trainers machung zur Suche systematischen und Suche nach
Weiterbildung , nach Trainings-programms begabten Athleten
Teilnahme am Nationaltrainern
Ruderseminar im Dokumentieren und Verbesserung der
Ausland Teilnahme der Berichten der Lehrmethode zur
Wissenschaftler am Ergebnisse nach dem Herstellung der
21
Systematische Auswahlausschuss Training und der Beziehungen zu
Klassifizierung Teilnahme am Ruderer-Innen und
der Trainer- Wettkämpfen zum effektiven
Lizenz Gestalten für das
Teilnahme der Trainingsprogramm
Nationaltrainer am
Trainerseminar

KRA als Vermittler

Mindestens 3 Mindestens 5-6 Ca. 5 Jahre 6-8 Jahre 8 Jahre für die 4 Jahre
Frage 9. Jahre Jahre Senioren
Dauer
15 Jahre für die
Junioren

Zusammenarbeit Enge Beziehungen Zusammenarbeit mit Sportwissenschaft- Neue Einführung Mögliche Erhaltung
Frage 10. des KRA mit zu Palast, dem KSB für liche Unterstützung des elektronischen der horizontalen
Beiträge Trainern Ministerium, KSB bessere wie physikalische Zeitmessungs- Beziehungen zu
als für die effektive Finanzunterstützung Messung systems zum Ruderer-Innen zum
Funktionär Verständigung Finanzunterstützun Auswerten des Informationstausch
miteinander g Vermittlung bzw. Leistungszustandes zwischen Trainern
Unterstützung von und Athleten
Bedeutung an Sportpsychologie
der Rudertechnik

Einstellung des
ausländischen
Trainers

Unfreiwillige Konflikte zwischen Verbindung der Basis des KRA auf Auswahl des Änderung des
Frage 11. Teilnahme am Ausschüssen im Vorstandmitglieder dem Top-down- ausländischen Auswahlsystems zur
Mögliche Trainerseminar, KRA im KRA(soziale System Trainers aufgrund Nationalmannschaft
Probleme der Projekt von Kausalität) der Teilnahme von 3
Trainern Zusammenarbeit Verbindung mit Ausschüssen Verbesserung der
mit anderem Trainern Beziehungen mit
22
Genehmigung Ausschuss im KRA bester Mannschaft
von Schuldirektor
und Arbeitsgeber
Trainer als Lehrer Ausschuss für den Ausschuss für die Vorstandmitglieder im Ausschuss für die Ausschuss für die
Frage 12. Auslandsdienst im Auswahl im KRA KRA Auswahl und das Auswahl
Umsetzung / Schuldirektor KRA Training im KRA
Widerstände Vorstandmitglieder Nationaltrainer Trainer von bester
Mannschaft
1