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Die studentische Zeitschrift der Universität Erfurt

campus:echo

# 04

Zeitschrift der Universität Erfurt campus:echo # 04 göttlich Studieren mit Gott S. 4 künstlich Studieren auf

göttlich

Studieren mit Gott

S.4

künstlich

Studieren auf dem Hügel

S.6

technisch

Studieren mit Strom

S.13

02|03

probeweise das liebe kurze Meinung campus:mensch fremde Thüringen erleben! Flimmern Impressum

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versteckt

Geld

Gegenüberstellung

heft:campus

verlassen

Welten

Schlagseite

Brummen

Cover: „Dinah Petschauer“ / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz // Photo S.2: Jan Steinhauer

Ähh

ditorial!

K inder, wie die Zeit vergeht! Kaum hat das Semester

angefangen, schon wollen (oder besser: sollen) wieder

Klausuren und Hausarbeiten geschrieben werden.

Die Bibliothek wird mit einer Masse an Studierenden gefüllt, die

sich einzeln hinter einer Mauer aus Büchern, Readern, Skripten und Computerbildschirmen verbarrikadieren. Wer will es in sogenannten akademischen Krisenzeiten schon wagen, diese Mauern einzureißen? Wahrscheinlich keiner, auch wir Echolote nicht. Doch haben wir unsere Krallen ausgefahren, sie in die Mauern geschlagen, um sie mit Geduld und Bedacht zu erklimmen. Oben am Mauerrand angekommen, können wir uns Füße baumelnd niederlassen und unsere müden Augen mit einem weiten Blick erfrischen. Wir können rübersehen und entdecken, was uns sonst hinter der Mauer verborgen geblieben wäre. Wir sehen was, was auch ihr lesen und sehen könnt. Legt die Scheuklappen eures Studiums ab, um nicht zu übersehen, was eure Umwelt zu bieten hat.

Wir sind im sechsten Jahrgang. Dies ist Heft Nummer vier.

((

H ätte sich Samuel-Kim Nguyen damals für Verkehrsingeni- eurswesen entschieden, würde

er an diesem Montagmorgen wahrschein- lich noch schlafen. Vielleicht läge neben ihm seine Freundin und das Erfurter Priesterseminar würde er höchstens von außen kennen. Stattdessen steht der 23-Jährige drin- nen vor einem großen Kreuz und faltet die Hände. In der kleinen Kapelle des Erfurter Seminars vibriert Orgelmusik in der Luft, durch die bunten Kirchenfenster fällt das erste Tageslicht. Es ist sieben Uhr früh und während die meisten Studenten

noch im Bett liegen, feiert der junge Ka- tholik mit seinen Kommilitonen die tägli- che Morgenmesse. Nguyen ist einer der wenigen Studen- ten, die sich zuletzt in Deutschland für eine Ausbildung zum Priester entschieden haben. Um 40 Prozent sind die Anmel- dungen an den Priesterseminaren in den letzten zehn Jahren gesunken. Nur 127 Neuaufnahmen vermeldete das katholi- sche Berufungspastoral für 2010. Auch Priesteranwärter Nguyen zögerte lange, bevor er den Schritt ins geistliche Leben wagte. Auch neben ihm bleiben in dieser Morgenmesse viele Plätze frei.

die sich trotz bereiten 14 junge Männer Thomas Priesterseminar sind einige der weni- gen Erfurter
die sich trotz bereiten
14 junge Männer
Thomas Priesterseminar
sind einige der weni-
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von
Schmelzer

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Später sitzt der gläubige Katholik in Jeans und kariertem Hemd am Früh- stückstisch und erzählt von seiner langen Entscheidung. Als ihn in der Jugend je- mand aus seiner Gemeinde auf die Idee Priester zu werden ansprach, wies er al- les entschieden zurück. „Ich doch nicht“, dachte er. Vor seinen Augen bauten sich lateinische Bibelstudien und ein einsames Leben im Zölibat auf. Doch dann lässt ihn der Gedanke nicht mehr los. „Ich war im- mer mehr von einer inneren Unruhe be- stimmt“, erzählt er. Nach dem Abitur und einem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) schreibt er sich in den Vorbereitungskurs für Priesterstudenten ein, schon ein Jahr später beginnt seine Ausbildung in Erfurt. „Ich hatte Angst“, sagt er heute. Seine Ent- scheidung bereut er heute aber nicht. Trotzdem kennt Nguyen auch die Nach- teile seiner Wahl. „Natürlich ist der feste Tagesablauf manchmal schwierig und na- türlich habe ich manchmal Zweifel“, sagt er. Doch das Grübeln gehört für ihn dazu. Mit seinen 23 Jahren sieht er die geistli- che Ausbildung auch als Test, ob er das Leben als Priester später wirklich führen will. Im Erfurter Priesterseminar findet er für diesen Probelauf realistische Bedin- gungen. Wie im Gemeindeleben wohnt Nguyen in Gesellschaft und gleichzeitig

allein. Er hat sein eigenes Zimmer, doch beim Frühstück, in der Messe oder zum Mittagessen trifft er jeden Tag seine Kom- militonen. Zwischen den festen Terminen sitzen die jungen Männer zusammen in Seminaren oder helfen sich gegenseitig beim Stimmtraining für die Messe. Jeden Montagabend aber erfahren Nguyen und die anderen, was es heißt, allein zu sein. Für ein paar Stunden dür- fen sie bloß schweigen und nachdenken. Nguyen sagt, er möge diese Ruhe. Doch während die Stille vorbeigeht, gilt eine an- dere Art der Enthaltsamkeit während des gesamten Studiums. Wer seine Frau fürs Leben trifft, kann mit ihr glücklich wer- den. Die Ausbildung zum Priester ist aber im gleichen Augenblick vorbei. Wer in diesen Einschränkungen den Hauptgrund für das schwindende Inter- esse am Priesterberuf sieht, macht es sich für Franz-Joseph Bauer zu einfach. „Das Zölibat gab es schon immer“, sagt der Vorsitzende der deutschen Regentenkon- ferenz. Geändert habe sich dagegen die generelle Bindung an die Kirche. „Jeder hat den Pluralismus in seine Seele aufge- nommen“, sagt Bauer. Für ihn ist deswe- gen schlicht das Reservoir für angehende Priester kleiner geworden. Auch sein Kollege Wolfgang Ipolt vom Erfurter Priesterseminar erkennt in den

Zahlen einen generellen Trend. „Bei reli- giösen Berufen ohne Zölibat gibt es doch auch immer weniger Bewerber“, sagt er. Wenn durch den demografischen Wandel die Gemeinden schrumpften, seien davon nicht nur die Kirchenberufe betroffen. Wie der Wandel sein Priesterseminar verändert, kann Wolfgang Ipolt dennoch jeden Tag beobachten. Als er vor sieben Jahren nach Erfurt kam, waren die Bän- ke in der Morgenmesse noch voller. Rund

30 Prozent Verlust bilanziert Ipolt und

liegt damit sogar leicht über dem Bun- desdurchschnitt. Heute betreut er noch

24 Priesterkandidaten, von denen 14 im

Haus wohnen. „Letztlich ist das alles eine

Frage, ob ich meinen Glauben zum Beruf machen will“, sagt er. Nach vier Semestern fühlt sich Priester- anwärter Nguyen in dieser Entscheidung sicher. „Ich will später kein Einzelkämp- fer werden“, sagt er. Die Gemeinschaft in seiner Gemeinde sieht er als Absicherung gegen die drohende Einsamkeit. Als Wolfgang Ipolt während der Mor- genmesse zitiert, dass auch ein strenges Leben reich an Freude sein könne, steht Samuel-Kim Nguyen wie ein andächtiger Mönch in der Kapelle und lauscht. Dann beendet Ipolt das Zitat: „Das glaubt nie-

mand, außer der es erprobt.“

und lauscht. Dann beendet Ipolt das Zitat: „Das glaubt nie- mand, außer der es erprobt.“ Photos:

Photos: Thomas Schmelzer

Mysterium LG3

das verschollene Lehrgebäude

Beginnt man in Erfurt das Studieren, so bekommt man eine tolle Campusführung. Es wird einem erklärt, wo sich welches Mitarbeiter- und Lehrgebäude befindet. LG1, LG2 und LG4. Aha. Interessant. Und LG3? War das mal ein Gebäude? Wurde es den ewigen Weiten des Erdbodens gleichgemacht? Oder hat sich das LG3 vielleicht einfach hinter den kastenförmigen Wohnheimen versteckt?

von Sarah Weingarten

((

F ragt man auf dem Campus nach, so können die wenigsten Rede und Antwort stehen. „LG3? Kenn

ich nicht. LG3 gibt es nicht.“ Das LG3 ein Mysterium? Mit viel Glück trifft man auf einen Kunststudenten oder auf einen, der einen kennt, der einen kennt, der einen kennt, der einen kennt, dessen Großgroß- großcousin Kunst studieren soll. Und da ist sie dann, die Antwort: Das LG3 ist das Gebäude, in dem sich die Künstler ausle- ben, in dem gebaut, gesprüht, gemalt und mit Kreativität nur so um sich geworfen wird. Und wo ist es, dieses unglaubliche

LG3?

Die Kunstfakultät alias Max Weber Kol- leg alias LG3 befindet sich direkt in der Innenstadt Erfurts: Am Hügel 1. Das gro- ße, beeindruckende Gebäude bietet viel Platz, Ateliers und einen kleinen Park zur Unterstützung des kreativen Auslebens. Und wirklich: Schaut man genauer hin, so sieht man sie - die Künstler. Und einen scheinbar komplett anderen Rhythmus, eine andere Aura, die diese „Hügelschule“ umgibt. Das Gewusel der Nordhäuserstra- ße wirkt hier nahezu vergessen. Die Leute wirken vertraut. Man kennt sich… anders als am Hauptcampus. Franziska Herz, 21, Kunststudentin am LG3 erklärt dieses ganz besondere Flair des Hügels: „Ich fühle mich hier sehr wohl. Man kann hier seine kreative Ader

ausleben und hat immer die Möglichkeit die Räumlichkeiten zu nutzen, um für sich selbst zu arbeiten. Da wir hier nur so we- nige sind, ist es nahezu familiär und sehr freundschaftlich. Wir kennen uns hier alle recht gut. Das Klima untereinander ist da- durch auch total toll. Man kann hier auch zum Abspannen herkommen. Das ‚Café Innenstadt‘ ist auch jede Zeit nutzbar. Die Couches bieten einfach eine super Mög- lichkeit, sich auch mal auszuruhen oder Zeit zusammen zu verbringen.“ Das „Café Innenstadt“ wirkt als Zent- rum der kleinen Insiderveranstaltungen. Schön gestaltet und ausgestattet mit Mu- sik und Bar bietet dieser doch recht kleine Raum eine wunderschöne Atmosphäre für den Abendausklang. Einmal im Mo- nat findet dort die Nachtsaison statt, wo von Livemusik bis hin zu Jamsessions und Grillabenden immer eine kleine Be- sonderheit geboten wird – und das für Jedermann. „Hier kommen dann nicht nur Kunststudenten im Café zusammen, sondern auch viele Bekannte, Freunde und neue Gesichter“, sagt Franziska. Der Fachschaftsrat der Künstler lässt sich also immer wieder etwas einfallen. So zum Beispiel das Hügelfestival in Zusammen- arbeit mit den Germanisten. Dieses soll die Kunst und die Musik vereinen. Mal etwas Neues, etwas Anderes und eine un- gewöhnliche Location.

Und in der Tat: Das Gelände des LG3 ist grün, ausgestattet mit einem kleinen Skulpturenpark, Bäumen und einer ein- gebaut wirkenden Idylle. Die Skulpturen sind natürlich „Marke Eigenbau“. Diese grüne Oase bietet genügend Platz zum Grillen und Relaxen. „Hier sammelt man auch wieder neue Kräfte und entfaltet Phantasie und Kreativität“. Die Kunst ist natürlich das A und O an der „Künstler- schule“ und das Gebäude hat dafür eine Menge zu bieten. Es wird in Ateliers und Druckwerkstätten gearbeitet. Disziplinen wie Zeichnen, Malerei, Druck, Plastik und Video stehen zur Auswahl. Die Grundla- gen bekommt man in der Orientierungs- phase gelehrt, ab dem dritten Semester spezialisieren sich die Studenten auf eine der Disziplinen. Projekte über Projekte,

die unsere Künstler da auf die Beine stel- len. Es ist schade, dass der Hügel oftmals so in Vergessenheit gerät oder nur unter den Kennern so beliebt ist. Man sollte die Möglichkeit wirklich nutzen und das ‚Café Innenstadt‘ mal zur Nachtsaison besuchen und das besondere Flair und die freundli- che, ruhige Atmosphäre des Hügels doch selbst einmal erfahren. Vielleicht auch, um nicht mehr zu denjenigen zu gehören, die nur jemanden kennen, die jemanden

kennen, die jemanden kennen….

Schaut man genauer hin, so sieht man sie - die Künstler.
Schaut man genauer hin, so sieht man sie
- die Künstler.

Photos: Daniel Keding

„Geld, das nur regional von Wert ist“

Ein Regionalgeld für Erfurt?

Eine Frage genügt, um von meinem Gegenüber eine enthusiastische Vor- stellung des von ihm mit organisierten Stufus für ein Erfurter Regionalgeld zu erhalten. Nikolaus Kiennen spricht mit wachem Blick und angenehmer Stimme. Es ist von einer Umgestaltung der Erfurter Konsumwelt – von einer nachhaltigen Stärkung regionaler Gemeinschaft – die Rede. Lokale Produk- te, eine Abkehr von internationaler Spekulation, die Schaffung von mone- tären Werten abseits der etablierten Finanzwelt. Was radikal ideologisch anmuten könnte, ist vielmehr Ökonomie pur. Doch wie heißt das verhei- ßungsvolle Wundermittel für den gesellschaftlichen Umbruch? Die Antwort lautet „Regionalgeld“.

08|09

von Mirjam Triebe

D avon habe ich doch schon mal was gehört… Doch statt in deutschen

Gefilden, in englischen Transition Towns. Dies sind ökologisch nachhaltige Städte, die nicht nur Umweltschutz und Selbstver- sorgertum hochhalten, sondern eben auch regionale Währungen eingeführt haben. So etwas soll es auch hier in Erfurt geben können? Ich bin skeptisch, doch wirkt Ni- kolaus‘ Motivation durchaus ansteckend. Regionalgeld gebe es auch in einigen deut- schen Gegenden – unter anderem auch die „Landmark“ im westthüringischen Reinstädt. Dort hat 2004 ein lokaler Wirt- schaftsring, der aus lokalen Produzenten besteht, ein eigenes Gutscheinsystem ein- geführt. Zu dessen Zielen gehören nichts weniger als der „bewusste Handel von Gü- tern und Leistungen aus der Region und die Stärkung der sozialen Sicherheit, des Gemeinschaftsgefühls und der Kreativität des Einzelnen“. Im Vergleich aller Regio- gelder ist der südbayerische „Chiemgauer“ wohl das Erfolgsbeispiel. Vor acht Jahren durch eine Schülerinitiative gegründet, verzeichnete dieser 2009 einen Umsatz von vier Millionen Chiemgauern. Hierbei ist das Besondere, dass drei Prozent des umgesetzten Chiemgauers an wohltätige Einrichtungen fließen. Nikolaus hat zum ersten Mal in der ach- ten Klasse von der Idee des Regionalgel- des durch seinen damaligen Lehrer erfah- ren. Im vergangenen Wintersemester hat er sich mit Kommilitonen dann intensiv und kritisch mit der Volkswirtschaftslehre auseinandergesetzt. Mit ihnen ist er, bei der Suche nach alternativen Wirtschafts- formen, erneut auf das Konzept des Regi- onalgeldes gestoßen. „Wir haben uns zu-

Photo: Flickr User David Paul Ohmer CC-Lizenz

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( ( Geschäften und in Umtauschstellen Re- gionalgeld im Umtauschkurs von eins zu eins zum Euro

Geschäften und in Umtauschstellen Re- gionalgeld im Umtauschkurs von eins zu eins zum Euro erhalten. Damit können sie dann wiederum günstig vor Ort einkaufen. Die Stufu-Student_innen erhoffen sich, dass sie die Initialzündung geben und das Projekt dann zum Selbstläufer wird. „Man kann nicht auf einmal eine ganze Stadt mit so einer Initiative überziehen, son- dern muss diese zunächst in kleinen Krei- sen etablieren, diese dann ausweiten und möglichst miteinander verknüpfen“, er- klärt Nikolaus ihr Vorgehen. Anstehende Semesterferien und Auslandsaufenthal- te der Stufu-TeilnehmerInnen seien der Grund, weshalb sie die Landmark über- nehmen wollen – als Regionalgeld, das sich bereits bewährt hat. Um Akzeptanz für das neue Zahlungsmittel zu schaffen, soll eine Art Rabattsystem eingeführt wer- den. Beim Einkauf über eine bestimmte Summe erhielten die Kunden eine Land- mark gratis, die sie dann wiederum bei kommenden Einkäufen nutzen könnten. Ein weiteres Fernziel soll die Einbe- ziehung des Erfurter Uni-Campus in das Projekt sein. Mithilfe eines Web-Tausch- ringes könnten Studierende dem Kapita- lismus von der Schippe springen, indem sie Dienstleistungen und Produkte als Tauschgüter anböten. Gitarrenstunden für Yogaunterricht, eine Fahrradrepara- tur für einmal Korrekturlesen. Begeistert resümiert Nikolaus: „Man schafft aus dem Nichts einen Wert. Ohne Geld aus- zugeben.“ Doch diese Idee wird wohl noch länger der Umsetzung harren. Wichtig ist,

dass sich weitere StudentInnen finden, die ein Fortsetzungsstufu organisieren und

die Vision in die Tat umsetzen.

nächst mit der Theorie des Geldes befasst, dann die bestehenden Konzepte unter- sucht und gehen nun in die Praxisphase“, beschreibt Nikolaus den Inhalt des Stufus. Ziel sei es, ein Regionalgeld auch in Erfurt zu etablieren. Da das Konzept und unter- schiedliche Ausgestaltungen des Regio- nalgelds noch nicht ausreichend von der Wissenschaft thematisiert wurden, stellt die Stufu-Gruppe außerdem einen Reader zusammen, der die erarbeiteten Infor- mationen komprimiert und übersichtlich darstellt. Bisher gibt es die Landmark in Erfurt nur im „Lebensladen“ und im „Bistro Biotop“. Über die in der Magdeburger Allee ansässige „Stube“ erhoffen sich die Studenten, Kontakt zu der Interessenge- meinschaft von lokalen Geschäften her- zustellen. Die Vision: Mithilfe des Regi- onalgeldes soll der lokale Einzelhandel gestärkt werden. Nikolaus erklärt: „Das Problem der Thüringer Wirtschaft ist, dass die meisten Investitionen von außen kommen und die Gewinne anschließend wieder aus der Region abfließen.“ Somit sei das Regionalgeld ein Weg, den Geld- fluss vor Ort zu stärken. Konsumenten fördern mit ihrem Einkauf lokale Produ- zenten, die wiederum untereinander stär- ker vernetzt werden. „Der Vorteil ist, dass das Geld in der Region bleibt, weil es nur regional von Wert ist“, meint Nikolaus. Dennoch scheint das Konzept relativ ab- strakt, auch weil es unterschiedliche Aus- gestaltungsmöglichkeiten der regionalen Währung gibt. Nikolaus beschreibt daher, welcher Weg fürs Erfurter Regionalgeld gewählt werden soll. Es soll so ablaufen, dass Konsumenten in den teilnehmenden

Photo: Flickr User Pedro Moura Pinheiro CC-Lizenz

Be- oder Entlastung? - Die Generation der Nebenjobber

Von wegen faule Studenten: Mehr als die Hälfte aller deutschen Studenten* spurten von der Vorlesung zur Arbeit. Dabei gibt es ganz unterschiedliche Entwürfe, wie Studium und Nebenjob unter einen Hut zu kriegen sind - oder auch nicht.

A uf Fragen wie „Am Wochenen-

de feiern?“ oder „Wollen wir

gemeinsam lernen?“, antwortet

Juliane Hähnlein meistens mit „Nein, ich muss arbeiten“. Der Arbeitseinsatz von jobbenden Studenten ist mit durch- schnittlich 50 Stunden pro Woche** mit dem eines Managers vergleichbar. Da kann man leicht den Fokus verlieren: Ar- beit oder Studium – Was ist hier eigentlich der Nebenjob? Auch Juliane muss Priori- täten setzen. Um mit 400 Euro entlohnt zu werden, muss sie im Monat 66 Stunden in einem Laden am Anger leisten. „Texte für die Uni lese ich in der Straßenbahn oder spät in der Nacht“, sagt die 23-Jäh- rige. Referate oder Hausarbeiten müssen vor oder nach der Uni geschrieben wer- den, am Wochenende ist dafür keine Zeit. Aber auch Ausgehen mit Freunden ist oft nicht drin, denn mit Kater oder übermü- deten Augen lassen sich Accessoires und Strumpfhosen nicht so gut verkaufen. „Mit den 27 Euro, die mir das Amt für Bundesausbildungsförderung überweist, kann ich mein Auto, meine Zigaretten und mein gesellschaftliches Leben nicht

von Laura Gispert

finanzieren.“ Juliane möchte ihren Job trotz alledem nicht kündigen. „Klar, da ist das Finanzielle, aber auch die sozialen As- pekte würden fehlen.“ Anerkennung und ein Stück Lebenssinn nimmt die Germa- nistikstudentin aus dem Laden mit nach Hause, so wie ihre Kunden Taschen und Schuhe. Ob sich die Belastung im Studium auch mit der Entlastung im Geldbeutel rechnet, fragt sich auch Svenja S. Sie genießt einen großen Vorteil: Ihr Nebenjob verlangt von ihr, dass sie Texte für ihr Studium liest. Alles, was sie über Kant und Kierkegaard nacharbeitet, gibt sie an andere Studenten weiter – als Tutorin. „Das bringt mich in meinen eigenen Seminaren weiter. Durch das Aufarbeiten der Vorlesung fallen mir immer neue Details auf“, sagt die Phi- losophiestudentin. Praktisch, wenn das Lernen bezahlt wird: 100 Euro bekommt sie im Monat. Doch die Leistung dahinter darf nicht verkannt werden: „Ich muss das Tutorium ungefähr 90 Minuten vorberei- ten und im Nachhinein noch offene Fra- gen mit meinem Professor besprechen.“ Der Lohn der Tutoren wird manchmal

durch ein leckeres Abendessen bei ihrem Dozenten aufgebessert. Von solchen Ein- ladungen lässt sich zwar nicht die Miete oder der Partyabend bezahlen, aber da- rauf kommt es Svenja auch nicht an. Sie bezieht zusätzlich noch Bafög. Studium und der Nebenjob lassen sich bei ihr gut vereinen. „Durch das extra Taschengeld kann ich mir am Ende des Monats eben noch Zigaretten kaufen und muss nicht selber drehen“. Optimal wäre es, wenn der Nebenjob das Studium ergänzt. Schön wenn es ei- nem zu Gute kommt, die Kongruenzre- geln zu beherrschen und nach Genette analysieren zu können. Doch das hilft den Lehramtsstudenten nicht viel, wenn sie das erste Mal Migrationskinder unterrich- ten oder pubertäre Streitereien schlich- ten müssen. Alexandra Meier meint, dass an der Universität nicht genügend Wert auf praktische Erfahrungen gelegt wird. Bei der Diakonie Erfurt versucht sich die 21-Jährige im Konfliktmanagement und pädagogischem Einfühlungsvermögen. Sie betreut zwei Jungs aus dem Libanon. „Einmal in der Woche fahre ich zu ihnen

aus dem Libanon. „Einmal in der Woche fahre ich zu ihnen 10|11 Photo: "Franziska Maxi Müller"

10|11

Photo: "Franziska Maxi Müller" / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz

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( ( und erkläre unter anderem, dass es nicht „einzigste“, sondern „einzige“ heißt.“ Die Anerkennung für

und erkläre unter anderem, dass es nicht „einzigste“, sondern „einzige“ heißt.“ Die Anerkennung für die Germanistikstu- dentin steigt zusätzlich, wenn man weiß, dass sie den Jungs ganz ohne Vergütung zur Seite steht. Bei solchen Arbeiten ist es schwierig, entlohnt zu werden, denn weder die Diakonie, noch immigrierte Familien können sich solche Mitarbeiter wie Alexandra leisten. Sie sind auf Stu- denten angewiesen, die nicht erst im Re- ferendariat lebhafte und neugierige („Pro- blem-“)Kinder unterrichten möchten.

Als „Weltverbesserin“, wie sie sich selbst beschreibt, versucht sie der Gesellschaft etwas zurückzugeben. Klar kollidiere die Nachhilfestunde manchmal mit dem Lernplan. Gerade vor den Klausuren wür- de Alexandra ihre Termine lieber auf das Wochenende verschieben – aber da haben

die Jungs keine Zeit. Bis jetzt hält sich die Belastung in Grenzen – sollte sich das än- dern, würde Alexandra kündigen, denn für sie steht fest: Die Nachhilfe ist ihr Ne-

ben- und das Studium der Vollzeitjob.

* 06.06.2011: Das geht aus der an diesem Tag in Berlin veröffentlichten Umfrage des Allensbach-Instituts unter knapp 3000 Stu- denten im Auftrag des Reemtsma Begabten- förderungswerks hervor.

**Studie des Deutschen Studentenwerks und des Bundesbildungsministeriums. Alle drei Jahre erscheint das Werk unter dem Titel „So- zialerhebung des Deutschen Studentenwerks“ (Stand 2010).

Photo: Jan Steinhauer
Photo: Jan Steinhauer

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Die Welt wird immer komplexer

und kürzer

Neulich habe ich beim Zappen mal wieder eine Episode des berüchtigten „Wir fragen jetzt mal Passanten auf der Stra- ße, was Abkürzungen bedeuten, und lassen sie dabei gewaltig dumm dastehen, da sie nichts davon erklären können“- Entertainments à la taff, explosiv oder Galileo gesehen. Unerwarteterweise hatte das Ganze doch einen Lerneffekt:

Mir wurde klar, dass es viele allgemein gebräuchliche Abkürzungen gibt, deren genaue Bedeutung den meisten auf Anhieb nicht geläufig ist. Und auch wir schlauen Studenten haben manchmal keinen blassen Schimmer, wovon wir überhaupt reden

ein Kommentar von Linda Rustemeier

Photo: Flickr User kalavinka CC-Lizenz
Photo: Flickr User kalavinka CC-Lizenz

W as bedeuten eigentlich PISA

oder BSE (alte Hüte unter

WC ist die Kurzform für „Water Closet“. Und in früheren Zeiten begann in Ho- tels die Zimmernummerierung immer an der Treppe. Dort befand sich auch die Toilette, die somit zum ersten Raum der Etage ernannt wurde. Da das Klo in der Regel keinen Wohnraum darstellt, wur- de es, zu Unrecht wie ich finde, mit der null und nichtigen Nummer 00 versehen. Einige Studenten sind bestimmt auch schon diesem Mysterium begegnet: der SCHUFA. Aber wieso weiß diese Vereini- gung eigentlich so viel über den Verbrau- cher? Wer einen Vertrag, einen Kredit oder etwas auf Raten bezahlen will, wird abge- speichert. Die SCHUFA speichert nicht nur negative Daten, sondern alle Daten, die in die monetäre Richtung gehen, so auch erfolgreich abbezahlte Kredite oder Kontoauszüge. Damit stuft sie die Kre- ditwürdigkeit der deutschen Bevölkerung ein, wobei 90 Prozent davon positive Ein- stufungen sind. Das Kürzel SCHUFA steht für „Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung“. Aha, gut zu wissen. Schon mal gelesen, was E330, E428 oder E234 auf Lebensmittelangaben bedeutet? E-Nummern können sowohl synthetische

Stoffe sein, teils sind es aber auch natür- liche Stoffe, die als Wirkstoff zugesetzt werden und nur nach ausdrücklicher Zu- lassung in Nahrungsmitteln verwendet werden dürfen. Eine Zulassung wird nur

erteilt, wenn wissenschaftlich erwiesen

bestehen, sie lebensmitteltechnologisch notwendig sind und den Verbraucher nicht täuschen. Zudem müssen diese Zusatzstoffe kenntlich gemacht werden. Hierfür gibt die Europäische Union jedem zugelassenen Stoff eine E-Nummer. Das E steht dabei für Europa. Schon lecker, so ein E, vor allem in der Buchstabensuppe. Die bekanntesten Verwerter von Abkür- zungen sind aber wohl die Fantastischen Vier. Sie brachten mit ihrem sechsten Album „4:99“ im April 1999 den für ihre Verhältnisse äußerst erfolgreichen Platz- Zwei-Hit „MfG - Mit freundlichen Grüßen“

heraus. Und jeder grölte die vielgebräuch- lichen Abkürzungen lauthals auf den Straßen mit. Wenn man im Alltag darauf achtet, wie viele Kürzel unser Leben be- stimmen, ist das schon skurril. Aber wenn man nicht einmal weiß, was die zeitspa- renden Buchstabenkombinationen bedeu- ten, kann einem schon schlecht werden. Es lohnt sich, verwirrende und spannen- de Suggestivfragen zu stellen, Partyspaß und Klugscheißerei sind dabei auch drin! Hinter EHEC steckt übrigens das un- aussprechliche Gebilde „Enterohämor- rhagische Escherichia coli“, nur so als nächste Konversationsvorleistung für an- gehende Angeber. Noch ein paar Rätsel für den nächsten Wiki-Besuch: RSS, c/o bei Postadressen, cc in der E-Mail-Kopf- zeile und SPA-Behandlungen. Viel Spaß

beim Erraten!

den Abkürzungen) oder das

in den Medien überrepräsentierte EHEC (allerneuste Mode), das das momentan geläufigste Krankheitsbild europäischer Angst ist? Ein weiterer Klassiker ist un- ser erstes Programm: die ARD – Wo- für steht diese Abkürzung nochmal? Natürlich gibt es hier auch die Auflö- sung! ARD steht für „Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunk- anstalten der Bundesrepublik Deutsch- land“, kurz „Das Erste“. Und was war jetzt noch mal PISA? Na, das wisst ihr, oder? Das ist das „Programme for In- ternational Student Assessment“, oder besser gesagt die Schulstudie der OECD (steht für „Organisation for Econo- mic Co-operation and Development”).

Und BSE bedeutet nicht, wie der Kaba- rettist Hagen Rether scherzhaft behauptet „Besuchen Sie England“, also den Ort, wo das BSE zuerst entdeckt wurde, sondern – um sich auf die beliebte Universalquel- le des Wissens Wikipedia zu beziehen – „Bovine Spongiforme Enzephalopathie“. Zu Deutsch etwa: „Die schwammarti- ge Gehirnkrankheit der Rinder“ oder auch allgemein als Rinderwahn bekannt. Aber auch alltägliche Dinge wie das WC, ebenfalls unter 00 geläufig, sind nicht wirklich frei von Fragen. Für was

stehen die beiden Erleichterung verhei-

MEINUNG

ßenden Buchstaben nochmal? Richtig:

12|13

ist, dass keine hohen Gesundheitsrisiken

((

PRO

CONTRA

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Jetzt langt es aber dicke!

von Marvin Lindenberg

L iebe Kommilitonen, mit euren klugen Telefonen und Klapprech- nern habt ihr mir in letzter Zeit

mehr Schaden zugefügt, als der gesamte Bologna-Prozess. Egal, zu welcher Vorle- sung ich gehe, ihr seid schon da und baut euch Türme aus Plastik. Das geht mir gera- de wie dieses EHEC tierisch auf die Nerven. Der Befall vom Fortschrittsgedan- ken, der sich stringent durch die Stu- dentenschaft zieht, ist wie eine Pest für den Romantiker, der sich auf Papier und Feder bezieht. Bleibt doch einfach zu Hause, legt euer technisches Ge- rät mit Aufnahmefunktion und eure Kamera nieder und haut endlich ab! Da wird es einem fast wehmütig ums Herz, wenn man an die guten alten Zeiten denkt, die natürlich nicht besser, aber ru- higer waren! Okay, bestimmt gab es auch damals lustige Menschen, die mit ihrer Schreibmaschine in die Vorlesung kamen, aber das waren Einzelfälle hirnverbrann- ter Clownfrühstücker! Bei euch hab ich das Gefühl, dass ihr euch wie Zombies

ausbreitet, die brauchen auch keine Ge- hirnströme mehr, um sich zu bewegen. Was hier an dieser so aussichtslosen Stelle übrig bleibt, ist die Hoffnung auf eine Entschleunigung: Nicht mehr in der Wäschetrommel des Lebens stärker und schneller rotierend sitzen zu müssen und dabei zu erkennen, unfähig zu sein, etwas zu ändern. Aber wir können noch mit der Entwicklung brechen. Wir müs- sen uns irgendwann entscheiden, ob wir auf eine analoge, auf tatsächliche Werte bezogene Welt oder stattdessen auf die digitale virtuelle setzen. Da hatte schon Brecht in seinem kritischen Gedicht über den allgemeinen Fortschritt „700 In- tellektuelle beten einen Öltank an“ die dystopische Vision, die wie folgt endet:

„Darum erhöre uns. Und erlöse uns von dem Übel des Geistes Im Namen der Elektrifizierung Der Ratio und der Statistik!“

Das sollen hier aber nicht die Schluss-

worte sein, alles wird gut.

Es lebe die Technik !

von Lordine Volt et More

N etbooks in Seminaren, Kame- ras in Vorlesungen, Handys mit Internet – der technische Fort-

schritt erleichtert das Studium. Wenn ich etwas nicht weiß, kann ich es direkt goog- len: Über das Smartphone oder ich logge mich mit meinem Netbook in Eduroam ein. Wenn ich meinen Stift vergessen habe, kann ich meine kleine Kompaktkame- ra zücken und die Folien und Tafelbil- der abfotografieren, die einige Dozenten nicht online zur Verfügung stellen. Zur Not kann ich auch dafür mein Hightech- phone verwenden. Ist ja auch nachhalti- ger, als ständig auf Papier rumzukritzeln. In den langweiligsten aller langweiligen Seminare kann ich nun auch endlich mit meinen Freunden chatten oder die Haus- arbeit für die kommende Woche beenden. Manchmal sitze ich aber auch einfach nur da und gebe wichtige Bestellungen auf, mache Onlinebanking oder überarbeite

meine Arbeitsmöglichkeiten für meinen Arbeitgeber. Das alles natürlich am Lap- top, denn der ist mittlerweile immer da- bei. Zeitmanagement. All das, was ich in meiner Freizeit erledigen müsste, kann ich nun fortschrittlich über das Internet in meinen Lehrveranstaltungen schaffen. Was ich zum Lernen brauche, finde ich entweder im Internet, auf meinem Handy oder auf der Speicherkarte meiner Kamera. Die Technik erleichtert das Studen- tenleben ungemein. Viele Studierende arbeiten nebenher, um etwas Geld zu verdienen, sodass ihnen nicht immer die Möglichkeit gegeben ist an allen Veran- staltungen teilzunehmen. Durch Internet und Digitalisierung kann alles haarklein nachvollzogen werden. Man fragt einfach

seine Kommilitonen, ob sie einem die Fo- tos, digitalen Mitschriften oder Mitschnit- te per Video, die sie in den Seminaren machten, zukommen lassen können. Und so ist es dann, als habe man scheinbar nie

gefehlt. Es lebe die Technik!

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Kampf um die Fußballhoheit

ein Kommentar von Julian Kasten

Photo: Flickr User thomas_beck CC-Lizenz

L iebe Frauen,

in vielen Fällen lieben wir

Männer zwei Entitäten (Der

Autor wollte explizit nicht „Dinge“ schreiben) auf dieser Welt am meis- ten: Euch und Fußball. Für diese Männer ist das oft eine schwere Ent- scheidung, was nun Priorität hat. Manchmal kommt man(n) dadurch in konfliktreiche Situationen. Doch wie steht es eigentlich um die Beziehung zwischen Frauen und Fußball, die- sen so herrlichen Auswüchsen einer ansonsten chaotischen, dunklen und verwirrenden Welt? Es gäbe da wohl Nachholbedarf. Fragt sich nur, wer wollen kann, dass Frauen und Fußball besser zueinander finden. Was wird

dann aus uns Männern? Gerade findet die Frauenfußball- Weltmeisterschaft in Deutschland

statt. Man hat es vielleicht mitbekom- men. Die deutschen Frauen werden die Chance haben, sich zum dritten Mal hintereinander den Titel zu holen. Ein Jahrtausendereignis, könnte man annehmen. Wusstet ihr das? Wer- den wieder Fahnen geschwenkt und in Gesichter gemalt wie 2006? Wer- den die Straßen während der Spiele leer sein, und danach voll, wenn sie gewinnen? Wird der Bierabsatz stei- gen und die Vermehrungsrate einen Schub bekommen? Wird die ganze Welt wieder wenigstens drei Wochen lang ein fröhliches, gastfreundliches

Vereine eintreten und besser kicken als Jungs? Erstmal durchatmen, denn es gibt berechtigte Zweifel. Man könnte jetzt argumentieren, dass Frauenfußball kulturell nicht so tief verankert ist und bis vor wenigen Jahrzehnten so- gar noch verboten war. Ebenso ist ein plausibles Argument, dass Frauen einfach weniger attraktiven Fußball spielen. Die deutschen Nationalfrau- en haben vor wenigen Jahren gegen die A-Jugend von Stuttgart 0:3 ver- loren. Aber mal ehrlich: Das kann nicht alles sein. Ich glaube, bis auf sehr wenige Ausnahmen schlägt euer Herz einfach nicht wirklich für die- sen Sport. Dass ihr 2006 in Scharen zum Public Viewing gerannt seid, hatte andere Gründe. Man mag hier spekulieren, ob betrunkene, schwit- zende und emotional aufgeladene Männer eine Rolle gespielt haben. Die werden in diesem Sommer jedenfalls nicht dabei sein. Irgendwas sagt mir, dass trotz Gender-Sensibilisierung und Aufklärung bei Fußball der Spaß aufhört. Wundert euch nicht, wenn die Männer während der diesjährigen „falschen“ WM plötzlich anfangen, die Erledigung des Abwasches nötig und unterhaltsam zu finden. Ihr müsstet die Party alleine stemmen. Ich darf nicht falsch verstanden werden. Wer würde sich nicht freu- en, wenn ihr die Welt vom Gegenteil

WM. Pöbelt, pinkelt auf die Straße, scheißt auf eure Männer, trinkt Bier in rauen Mengen und fiebert mit. So wie letztes Jahr auch. Und an alle gen- der girls und Emanzipierten: Besiegt die Ungleichbehandlung und seid der Begeisterungssturm. Legt die Bücher beiseite und verschwendet eure Zeit. Ihr seid bereits besser in der Schule, eine Frau regiert das Land, und ihr seid an den Unis in der Überzahl. Ge- rade an der Uni Erfurt seid ihr schlap- pe doppelt so viele. Genug, um den ganzen Betrieb lahm zu legen. Tut es für eure Glaubwürdigkeit. Für die Emanzipation. Und vor allem für die- jenigen Geschlechtsgenossinnen, die für Euch auf dem Rasen stehen und den Ball in den Winkel hauen werden. Doch danach – das steht jetzt schon fest und ist unterstützenswert – wird Männerfußball ohnehin wieder in- teressanter sein und die deutschen Heldinnen von 2011 in Vergessenheit geraten. Eins müsst ihr verstehen, liebe Frauen: Es wäre irgendwie eine Genugtuung, die Domäne Fußball als eine der wenigen in Männerhänden verweilen zu sehen. Nehmt uns nicht alles! Von mir aus könnt ihr alles kon- trollieren und uns Männer für lästige Arbeiten abrufen; solange uns der Fußball gehört. Das ist mir zu emoti- onal, um irgendwelche Kompromisse zu machen. Wünscht dennoch viel Spaß beim

MEIN

Land erleben? Wird die Begeisterung

auf alle Teile der Gesellschaft über-

gehen? Werden nun alle Mädchen in

14|15

überzeugen könnt. Liebe Frauen, wa-

rum eigentlich nicht? Gebt euch dem

Treiben hin und schaut die Frauen-

Schauen, hält ebenfalls zu den deut-

schen Damen und wird derweil in

Ruhe ein kühles Blondes vertilgen.

((

We’ re taking „SLUT“ back !

ein Kommentar von Mirjam Triebe

Photo: Flickr User asterix611 CC-Lizenz

S eit ein paar Monaten spielen

sich international seltsame

Szenen auf den Straßen vie-

Ablehnung einer solchen Stigmatisie- rung von Opfern sexueller Gewalt. Die Demonstrierenden kleideten sich extra anrüchig und verkündeten stolz, Schlampen zu sein. Dadurch soll dem Reizwort die Schlagkraft ge- nommen werden, da Frauen immer noch allzu schnell als lasterhafte Wei- ber angesehen werden, wenn sie sich freizügig verhalten oder kleiden. Man sollte meinen, dass wir in einer frei- heitlichen, gleichberechtigten Gesell- schaft leben. Doch an der Irritation, die die Slut Walks hervorrufen, ist zu erkennen, dass hiermit ein Tabuthe- ma angesprochen wird. Dürfen Frau- en, Homosexuelle und sexuell anders Orientierte ebenso stark ihre sexuel- le Identität ausleben, wie Männer, bei denen Promiskuität immer noch eher „verzeihlich“ ist, weil der Mann ja nicht gegen seinen Fortpflanzungs- trieb ankommen könne? Ein weiterer Kritikpunkt, den die Demonstrierenden ansprechen, ist, dass viele Opfer sexueller Gewalt gar nicht aufreizend gekleidet sind und dennoch missbraucht werden. Hier- von sind ebenso Kinder und Männer betroffen. Die Dunkelziffer von Verge- waltigungen ist enorm, da die Grenze zwischen einvernehmlichen Sex und Missbrauch oft fließend ist und zu- weilen durch Vertrauensmissbrauch auch innerhalb von Partnerschaften

oder in familiären Kreisen stattfindet.

gen, dass dieses Tabuthema wieder gesellschaftlich besprochen wird. Der „Neue Mann“ und die „Neue Frau“ sind idealerweise Menschen, die sich auf einer Augenlinie begegnen kön- nen. Ehrlichkeit, Wertschätzung des Gegenübers und die Überwindung starrer Klischees sind Dinge, die in unserem modernen Zeitalter zu ei- nem bewussten egalitären Geschlech- terverhältnis beitragen können. Nachdem Slut Walks nun schon rund um den Globus stattfanden, sollen am 13. August in Berlin, Mün- chen, Freiburg, Frankfurt, Köln, Hamburg, Passau und im Ruhrgebiet Schlampenmärsche stattfinden. Auf der Facebook-Seite des Berliner Slut Walks wird das Ziel der Märsche be- nannt: „Menschen gehen weltweit für ihr Recht auf Selbstbestimmung hin- sichtlich Körper, Gender, Sexualität und Begehren auf die Straße – sei es in privaten Beziehungen oder in Be- rufen, in denen Sex zum Arbeitsalltag gehört.“ Die Berliner Organisator_in- nen haben mir auf meine Anfrage hin geantwortet, dass bisher noch keine Slut Walks in Mitteldeutschland ge-

plant seien. Doch haben sie mich ge- fragt, ob wir in Thüringen nicht selbst einen Slut Walk organisieren wollen. Es liegt an uns, Diskurs und Verände- rung mit herbeizuführen! Was meint

ihr?

ler Großstädte ab. In Massen ziehen Frauen in Strapsen, Korsetten, Netz- strumpfhosen oder freizügigen De- kolletés umher. Sie geizen nicht mit ihren weiblichen Reizen, sodass der unwissende Betrachter sie für „leich- te Mädchen“ halten könnte. Ein Blick auf die Plakate der Demonstrantin- nen und der mitdemonstrierenden Männer informiert über die Beweg- gründe der sogenannten Slut Walks – auf Deutsch „Schlampenmärsche“. „Why does society teach ‚Don’t get raped‘ - rather than ‚Don’t rape‘?”, ist auf einem Schild zu lesen. Auf ande-

ren steht zum Beispiel „Yes means yes and no means no“ oder “Slut and proud”. Wie diese Sprüche zeigen, richten sich die Demos gegen Verge- waltigungen und vor allem gegen die Normierung dessen, was für Frauen geziemtes Auftreten sein soll. Seinen Anfang nahmen die Slut Walks im April in Toronto. Dort hatte ein Po- lizeibeamter Anfang des Jahres einer Gruppe von Studenten geraten, sich

„nicht wie Schlampen“ anzuziehen, um nicht vergewaltigt zu werden. Die- se Äußerung ist symptomatisch für eine leider immer noch praktizierte Umdeutung, bei der das Opfer zum Schuldigen wird. Beim ersten Slut Walk am 3. April bekundeten mehr

als 3000 Demonstrant_innen ihre

UNG

Die Slut Walks können dazu beitra-

(R)übersehen von Linda Rustemeier Verschwitzte Körper überall Schreie, Flüche, Fall und Knall Ein Ball der
(R)übersehen
von Linda Rustemeier
Verschwitzte Körper überall
Schreie, Flüche, Fall und Knall
Ein Ball der rollt, er muss
Verteidigung bis zum Schluss
Pure Energie ist überall zu spüren
Gegner rennen, wollen, was ich habe
Kriegen ihn nicht an diesem Tage
König Fußball wird den Sieger küren
Ich spüre den Rausch, bin hypnotisiert
Noch ein paar Sekunden, dann werde ich schießen
Der flinke Ball scheint wie magnetisiert
Der Himmel startet wie aus Eimern zu gießen
Ich tänzle mich vor zum Tor, gleich einem Dance
Ich schieße. Der Ball fliegt. Für eine Unendlichkeit
Er landet, entgleitet, geht unter im Meer der Fans
Der nächste Schuss sitzt, eine Notwendigkeit
Und so renne ich zurück zu meinen Freundinnen.
campus heft

16|17

Photo: „Ann-Sophie Ränger“ / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz

Distant Yearning

von Mirjam Triebe

Ocean spray beat against the window pane While a woman sat by the fireside Reading up on far-off lands - She looked up in puzzlement What life would hold in store for her If she stepped out to foreign shores.

This isle has been her only home - For years she watched the tide come in The lighthouse shining bright. But never lit her spirit up - Too troubled by long gone strains She hid herself in solitude.

troubled by long gone strains She hid herself in solitude. By day, her heart thumped restlessly

By day, her heart thumped restlessly Crushed by wind and cloudless skies. Longing for a friend or foe She scanned the mainland’s coast - For laughter, songs, and merriment - excitement that would make her feel

Quarrels and embraces, Love and hatred, Stimulated by other souls.

heftcampus

campus:campus: menschmensch

((

Versteckt hinter der Ausleihtheke

Wo sind die Büros der Leute, die die Töne in unserer Bibliothek angeben? Die Bibliothek reicht keineswegs nur bis zur Ausleihtheke. Erst hinter ihr verborgen spielt die Musik. Obwohl der Verwaltungstrakt zugegebenermaßen leicht zu übersehen ist, sind dort äußerst interessante und höfliche Menschen anzutreffen. Klopft man am Zimmer 055 und tritt nach einem freundlichen ‚Herein‘ ein, lächelt einem ein zunächst unscheinbarer Herr entgegen…

Menschen, die einen völlig geraden und gold beschmierten Lebenslauf haben, interessieren mich nicht so

sehr“, räumt der 57-jährige Bibliothekar Eckhard Wiederhold ein. ‚Langweilig‘ und ‚schnurgerade‘ sind definitiv keine Cha- rakteristika des gebürtigen Erfurters. Ein Mann, der trotz seiner Erfahrenheit keine Angst vor etwas Neuem hat. Aufgewachsen in Erfurt zu Zeiten der DDR, schloss Eckhard Wiederhold die Schule mit dem Abitur ab. Wegen seiner nicht komplett unterworfenen Einstel- lung gegenüber dem System der DDR war es schwierig, einen Studienplatz zu erhal- ten. Unbeirrt bewältigte der Thüringer zu- nächst den Wehrdienst und war anschlie- ßend in mehreren Nebenjobs tätig – unter anderem auch als Buchhändler auf der Krämerbrücke. „Die wenigsten Männer wollen Bibliothekar werden“, gibt er lä- chelnd zu. Er hat sich dann als bibliothe- karische Hilfskraft an der Medizinischen Hochschule Erfurt, die einmal auf der anderen Straßenseite unserer Universität stand, neben der Arbeit bis hin zum Dip- lom-Bibliothekswissenschaftler der Hum- boldt Universität Berlin durchgeschlagen. Heute geht er in seinem Beruf auf. Frei nach dem Motto „Studieren heißt

von Carolin Fischer

nicht mehr, als sich ständig bemühen“, kümmert sich der Team-Leiter um die Koordination der Erwerbungsprozesse im Bereich E-Medien/Zeitschriften. Er ach- tet also darauf, dass die finanziellen Mittel sachgerecht verteilt werden, er begutach- tet Lieferanten und ist stets um ein gutes Klima zu Geschäftspartnern bemüht. Nach dem Fall der Mauer hat sich der Bibliothekar nach einem neuen Job um- sehen müssen, da die Medizinische Hoch- schule Erfurt geschlossen wurde. Fast zeitgleich, Anfang der 90er Jahre wurde die Universität Erfurt gegründet. Es wur- den Fachkräfte gesucht und mit Eckhard Wiederhold war ein tatkräftiger Helfer für den Aufbau der Universitätsbibliothek gefunden. Stolz auf seine Kollegen und auch auf sich selbst, berichtet der heute Zweit-Dienstälteste Mitarbeiter über die Schwierigkeiten und Anforderungen an den Grundaufbau einer wissenschaftli- chen Bibliothek. Dann und wann ist der ehrgeizige Herr auch hinter dem Informationszentrum im Erdgeschoss zu finden. Wenn er sich nicht gerade über die Benutzung der Eingangs- halle als Telefonzelle ärgert, hilft er den Studenten gerne bei jeglichen Suchanf- ragen weiter. Nicht auf jede Frage hat er

eine Antwort, aber wenn er sieht, dass der Student bemüht ist, so motiviert das auch ihn selbst zur Recherche. Er arbeitet sehr gerne mit Studenten und Bibliotheksnut- zern zusammen, die eine eigene Idee ha- ben und diese mit allen Kräften verwirk- lichen wollen. Privat arbeitet der leidenschaftliche ‚Wasserwanderer‘ gern im Garten seines Hauses. „Gartenarbeit trägt zum Wohlbe- finden des Menschen bei!“ Den ehemali- gen Bauernhof vor den Toren Erfurts hat er sich erst vor einigen Jahren zusammen mit seiner Frau gekauft, nachdem er sich dachte, es sei Zeit, aus der Stadt wegzu- ziehen. Neben dem Unkrautjäten hat sich Eckhard Wiederhold vor zwei Jahren noch einem neuen Hobby zugewandt: dem Se- geln. Auch das sei ein gutes Mittel, einem ausbrennenden Alltag zu entfliehen. Studenten gibt er den Rat, ehrgeizig zu sein und nicht zu glauben, dass einem im

Leben alles in den Schoß fällt. Stetiges Be- mühen lautet die Devise – und im Zweifel besser noch einmal nachfragen. Beruflich als auch privat weiß der 57-jährige Bibliothekar jedenfalls, was er will: Keine Angst vor etwas Neuem zu haben und nie zu wissen, wohin der Wind

ihn trägt.

Lost in Erfurt

Wenn im Frühjahr die sonnigen Löwenzahnwiesen auf dem Campus bevölkert werden, kann man kaum glauben, dass sich jemand in Erfurt unwohl fühlen kann. Die kleinen Lehrveranstaltungen, der gute Kontakt zu den Profes- soren, der enge Zusammenhalt zwischen den Studenten. Diese Argumente haben viele überzeugt, an der Universität Erfurt zu studieren und nur wenige haben es bereut.

Doch ganz so idyllisch ist es nicht. Vor al- lem, wenn Deutsch nicht die eigene Mut- tersprache ist. Dass der Kontakt zwischen Erasmus-Studenten und Deutschen nicht besonders eng ist, haben mittlerweile die meisten erkannt und einfach hinge- nommen. Doch was für Probleme das Erasmus-Leben in Erfurt mit sich brin- gen kann, musste der Grieche Ioannis Di- moulas im vergangenen Wintersemester mehrmals erfahren. „Ich hatte von Anfang an kein gutes Ge- fühl in Erfurt“, sagt er heute. Es begann schon mit dem Einzug ins Wohnheim. Der Vormieter von Ioannis war ausge- zogen, weil er das Leben mit dem unge- wöhnlich aggressiven Mitbewohner nicht mehr ausgehalten hat. Anscheinend wuss- te das Studentenwerk von den immensen Schwierigkeiten, will dazu jetzt aber nicht mehr Stellung nehmen. „Wenn wir freie Kapazitäten haben, machen wir einen Wohnungswechsel bei Problemen mit den Mitbewohnern möglich“, sagt Petra Greß- ler, zuständige Mitarbeiterin beim Stu- dentenwerk. Nur leider sind die Wohnhei- me fast immer ausgelastet. Ioannis habe sich zu spät nach Hilfe erkundigt. Als dann keine kurzfristige Lösung gefunden werden konnte, harrte er aus und fühlte sich weiterhin jeden Abend unwohl, wenn er seine Wohnung betrat. Obwohl Ioannis gute Deutschkenntnisse hat, gestaltete sich auch sein Unialltag in Erfurt als Minenfeld. Er konnte die deut- schen Lehrveranstaltungen gut verstehen, aber in einer 90-minütigen Klausur geriet er an seine Grenzen. Die Zeit reichte nicht aus, obwohl er viele Aufgaben hätte be- antworten können. Auch Studenten, die keine Muttersprachler sind, haben keinen Anspruch auf längere Bearbeitungszeiten. Alle Entscheidungen liegen im persönli- chen Ermessen der Professoren. Da ihm auch bei der Wiederholungsklausur keine verlängerte Bearbeitungszeit zugestanden wurde, konnte Ioannis die Prüfung nicht bestehen. In einer anderen Veranstaltung sollte ein Referat als Prüfungsleistung gehalten werden. Der Professor schien aber völlig

20|21

von Sarah Blanck

Der Professor schien aber völlig 20|21 von Sarah Blanck unorganisiert zu sein, änderte mehrmals das Thema

unorganisiert zu sein, änderte mehrmals das Thema und vergab letztendlich das Referat an einen anderen Studenten. „Am Ende fühlte ich mich total verloren. Ich bin immer im Seminar gewesen, aber be- kam keine Punkte“, sagt Ioannis. An die 30 Leistungspunkte, die Ioannis eigent- lich in Erfurt belegen wollte, war schon lange nicht mehr zu denken. Manuela Linde, Leiterin des Internatio-

nalen Büros, hört nur selten von solchen Problemen. „Bei 95 Prozent der Studenten funktioniert es, von denen hören wir meis- tens nichts“, sagt sie. Wenn es Schwierig- keiten mit Dozenten gebe, könnten sich die Studenten an sie wenden. Meistens reicht es dann, wenn die Mitarbeiter des Internationalen Büros noch einmal mit den Professoren sprechen. „Aber einige wollen auch einfach keine Ausnahmere- gelungen für einzelne Studenten“, sagt sie. Ioannis hat sich zu spät und nur mit Hil- fe des StuRa an das Internationale Büro gewandt – ohne Erfolg. Persönliche Un- terstützung hat er zunächst auch nicht ge- habt, denn es fiel ihm schwer, Anschluss zu finden. Sein deutscher Tutor war bei seiner Ankunft nicht in Erfurt. Auch un- ter den anderen Austauschstudenten sei es nicht leicht gewesen, gute Freunde zu finden. „Ich konnte die Zeit in Erfurt über- haupt nicht genießen, weil ich jeden Tag mit so vielen kleinen Problemen zu kämp- fen hatte“, sagt Ioannis heute. Ioannis Dimoulas ist vielleicht eine Aus- nahme, der besonders viele Hürden in den Weg gestellt wurden. Aber die Universität Erfurt hat immer noch kein klares Kon- zept zur Internationalisierung. Nicht nur, dass immer noch kaum Veranstaltungen auf Englisch angeboten werden, nicht mal die Startseite der Homepage ist auf Eng- lisch abrufbar. Es reicht eben nicht, wenn das Internationale Büro Tutoren vermit- telt und das Studentenwerk Zimmer an- bietet. Auch die Dozenten, die Mitarbeiter und in erster Linie alle Studenten müssten mehr die Augen offen halten. Nicht nur aus Nächstenliebe, sondern weil die Uni nur so ihre schwindenden internationalen Kooperationen aufrecht erhalten kann. Ioannis Erwartungen an sein Erasmus- Semester haben sich nicht erfüllt. Ob er seinen Kommilitonen empfehlen wird, nach Erfurt zu gehen? Wohl nicht. „Aber ich möchte die Zeit nicht zurückdrehen. Es ist eine wichtige Erfahrung gewesen“, sagt er. Denn schließlich könne er auch aus solchen schlechten Erfahrungen ler- nen. Es klingt, als wolle er sich entschul- digen.

Photo: Flickr User lanchongzi CC-Lizenz

Ein Jude im deutschen Karneval

Rom Almog, 20 Jahre alt, ein Jude, der gerne Wagner hört, Schweinefleisch isst, den Kriegsdienst verweigert hat, schwul und derzeit Freiwilliger in der Gedenkstätte in Buchenwald ist. Diese Aufzählung sagt vielleicht weniger über einen Menschen aus, als man denken mag. Ich habe ihn als aufgeschlossenen, freundlichen Charakter wahrgenom- men und mit ihm einen zweistündigen Spaziergang durch Weimar gemacht.

von Marvin Lindenberg

Spaziergang durch Weimar gemacht. von Marvin Lindenberg W ährend wir ziellos durch die Stadt laufen, erzählt

W ährend wir ziellos durch die

Stadt laufen, erzählt mir Rom

zunächst, wie er nach Deutsch-

land gekommen ist und warum. Derzeit nimmt er an dem Deutschlandprogramm von Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) teil und arbeitet in der Gedenkstät- te Buchenwald. ASF begann seine Sühne- arbeit bereits vor dem ersten diplomati- schen Kontakt zwischen Deutschland und Israel. Die Freiwilligenarbeit in Israel war damals ein kleiner Meilenstein im Versöh- nungsprozess. Geboren und aufgewachsen ist Rom Al- mog in Petach Tikwa in der Nähe von Tel Aviv. Später ist er in diese große Stadt ge- zogen, auch „the bubble“ in Israel genannt, wie er erklärt. Dort kann man nach unse- ren Vorstellungen ein recht säkulares Le- ben führen. Tel Aviv sei nicht Israel, meint er. Aber natürlich sei die Sicherheitslage hier in Deutschland viel entspannter. Ob ich mir denn vorstellen könne, bei einem Einkauf vorher durchsucht zu werden? Nein, das kann ich nicht. Aber durch mein Freiwilligenjahr in Polen kenne ich das Verhalten vieler Israelis, die in Europa an- kommen: Sie benötigen meist eine Woche bis sie alle Reflexe der Vorsicht im Alltag abgelegt haben. Es ist ein schrecklicher Gedanke für mich, die Gewissheit zu ha- ben, in einem Konflikt zu leben, in dem

ein unschuldiges Leben nicht viel zählt und in der die Unberechenbarkeit zum Kalkül wird. Wir schlendern über den belebten The- aterplatz in Weimar, da bleibt er stehen und schaut auf die Theaterbesucher, die sich gerade noch den Ring der Nibelungen von Wagner angeschaut haben und nun bei einem Glas Sekt in der kühlen Abend- sonne entspannen. Er runzelt die Stirn und sagt mir, dass er es ungerecht fände, auch in Deutschland von Vorführungen Wagners ausgesperrt zu sein. Ich verstehe ihn zuerst nicht recht. Er meint, dass Auf- führungen von Wagner in Israel verboten sind. Und in Weimar seien Wagnerstücke von seiner Abonnement-Karte ausge- schlossen und für ihn damit unbezahlbar. Doch auch in Israel könne man zwar ab und zu den „Ritt der Walküren“ in der Werbung hören, aber das sagt er mir nicht ohne einen gewissen Anflug von Ironie. Als wir uns mit gemäßigten Schritten dem Platz und dem Stimmengewirr entziehen, berichtet er mir, wie er nach Deutschland gekommen ist. Es sei gar nicht sein Ziel gewesen, unbedingt in einer Gedenkstätte zu arbeiten. Es habe sich eher zufällig er- geben. Eigentlich sollte er ja nach Berlin, damals sei er noch unreflektierter gewe- sen: „Berlin“ – das Wort, das gleich auch Magie für ihn war. Ein Lockruf, dem wohl

viele erliegen, auch weil dort das Leben noch günstiger als in den meisten Ecken Israels ist. Kurz vor Beginn seines Diens- tes in Berlin sagte ihm das Projekt ab, das gleiche geschah auch in Dachau, dann ist er nach Weimar, Buchenwald, gekommen und geblieben. Hier begleitet er nun hauptsächlich Grup- pen bei ihrem Besuch in der Gedenkstätte. Problematisch sei für ihn nur, dass er häu- fig von Fremden aufgrund seiner Herkunft mit Samthandschuhen angefasst werde. Seinen Alltag beschreibt er mir lebendig und so vergeht etwas Zeit bevor wir uns in einen Hauseingang setzen und nach unse- rem Spaziergang etwas verschnaufen. Er fängt wieder an, von der Freiwilligen-WG in der Nähe des Bahnhofs zu erzählen. Hier wohnen drei Buchenwald-Volontäre. Natürlich würde man es da manchmal nicht schaffen, die Arbeit vom Privaten zu trennen, vor allem bei diesem Thema. Der Ort schreibt vor, was normal ist. Rom erzählt mir eine Anekdote von einem Mis-

(( sionar in Israel, den er leicht mit: „Ich bin ein schwules, atheistisches, linkes Arsch-
((
sionar in Israel, den er leicht mit: „Ich bin
ein schwules, atheistisches, linkes Arsch-
loch“, abwehren konnte. In Israel, wo
bereits ein Sozialdemokrat, der über den
Frieden nachdenkt, als extrem eingestuft
werde, gelte er als links. Hier sei er wohl
eher in der Mitte: „CDU, FDP, SPD, GRÜ-
NE – zentral“, wie er es beschreibt.
Was wir denn von Israel und umgekehrt
lernen könnten, interessiert mich. „In Is-
rael gibt es überall kostenlosen Internet-
zugang. Und was können wir von euch
lernen?“, hält er kurz inne, „Dialog und
Versöhnung.“ Schnell kommt er vom
Thema ab und sagt: „Ja, das merkt man
euch Deutschen an, nur beim Karneval
seid ihr preußisch und beim Fußball dann
deutsch.“ Wir lachen beide, obwohl Kar-
neval für mich immer nur Fasching in der
Grundschule bleiben wird und über Fuß-
ball reden wir am besten gar nicht erst.
Aber er hat wohl doch mehr Recht, als ich
zugeben mag
Photos: deviantart.com

Bitte auswechseln !

Es gibt Sportarten, die kennt jeder: Fußball, Tennis, Badminton. Um eben diese geht es jetzt aber nicht. Wir wollen ein paar Sportarten ins Rampenlicht rücken, die nicht so bekannt sind. Und das Beste daran: Alle hier vorgestellten Aktivitäten sind im Angebot des Hochschulsports dabei. Vielleicht habt ihr im nächsten Semester dann auch mal Lust, etwas Neues auszuprobieren. Bis dahin bekommt ihr hier schon mal einen kleinen Einblick in vier nicht ganz so all- tägliche Sportarten.

D en Anfang macht Flag- bzw. Tacklefootball, wobei letzteres auch als American Football be-

kannt ist. Im Prinzip werden beide Sport- arten nach den gleichen Regeln gespielt, nur dass beim Flagfootball kein Körper- kontakt besteht. Anstatt den Gegner zu „tackeln“, werden Flaggen von der Hüfte gerissen, woraufhin man den Ball abgeben muss. Im Durchschnitt wird Flagfootball mit fünf bis neun Spielern gespielt, Ame- rican Football dagegen klassisch mit elf Spielern. An der Uni Erfurt wird der Sport seit dem Sommersemester 2010 von den „Erfurt Indigos“, dem regionalen Ameri- can Football Team angeboten. Es wurde aber aus unbekannten Gründen nicht gut besucht. „Im Winter waren es sechs Leu- te, die haben wochenlang mitgemacht und auf einmal dann auch nicht mehr“, so Frank Becker, Headcoach der „Erfurt Indigos“. Insgesamt sei die Resonanz bei

von Jan Grooten und Lukas Neuerburg

Flagfootball leider nicht besonders gut, Tacklefootball würde jedoch umso mehr angenommen, so Becker weiter. Fragt man ihn nach dem Reiz, den Football für ihn hat, so bezeichnet er es als eine Art „Rasenschach“, das sehr viel Strategie fordere und einen angenehmen Ausgleich zum Alltag biete. „Wer Einzelkämpfer ist, hat da wenige Chancen. Aber wer Teamsport mag, bei dem passt es ganz gut“. Eben ein „super Mannschaftssport, in dem sich einer auf den anderen verlassen muss“, finden Till und Matti, beide 19 und begeisterte Spie- ler bei den Indigos. Wenn ihr euch jetzt für die Sportart in- teressiert, solltet ihr im Wintersemester im Hochschulsport Flagfootball wählen. Damit habt ihr die Option auf beide Vari- anten. Wer eher einen Laufsport sucht, ist mit Flagfootball gut beraten; wer es lieber krachen lässt, wählt Tacklefootball.

Als nächstes auf unserer Liste: Inline- hockey. Der Sport ist ideal für alle, die einen actionreichen und schnellen Mann- schaftssport wollen. Im Prinzip ähnelt er dem Eishockey, wird allerdings auf Inli- nern in einer Halle gespielt. Außerdem ist Körperkontakt verboten, was harte Attacken ausschließt. Gespielt wird in Mannschaften von drei bis vier Spielern, über die Dauer von sieben Minuten. Was nach nicht viel klingt, ist in Wahrheit sehr herausfordernd. „Wenn man gar keine Ausdauer hat, kann es schon ganz schön anstrengend sein. Aber deswegen mach ich es ja auch, um ein bisschen Ausdau- er zu kriegen“, so Marc, 31, Student und Spieler. Wer Inlinehockey spielen möch- te, sollte seiner Meinung nach ein Gefühl für Gleichgewicht mitbringen, schon ein bisschen auf Inlinern laufen und sich all- gemein gut bewegen können. Angst vor Verletzungen muss man übrigens nicht

und sich all- gemein gut bewegen können. Angst vor Verletzungen muss man übrigens nicht 22|23 Photo:

22|23

Photo: Jan Steinhauer

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Photo: Daniel Keding

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haben, denn dafür gibt es ja das Verbot von Körperkontakt. „Unfälle können na- türlich trotzdem passieren, aber das gibt’s ja auch auf der Straße“, scherzt Marc. Zum Schutz ist man außerdem mit diversen Protektoren und Helm ausgestattet. Auch im kommenden Wintersemester wird Inlinehockey wieder angeboten – rein- schnuppern lohnt sich bestimmt mal. Ähnlich schnell wie beim Inlinehockey geht es beim Ultimate Frisbee zu. Im Prin- zip ist Ultimate Frisbee so etwas wie eine Mischung aus Hand- oder Fußball und dem wohl allen aus den Ferien bekannten Frisbee-Werfen. Mit fünf bis sieben Spie- lern (fünf drinnen, sieben draußen) kämp- fen zwei Teams um die auf 175 Gramm genormte Scheibe. Wer die Frisbee hat, muss stehenbleiben und innerhalb von 10 Sekunden passen. Das Ganze läuft so lan- ge, bis ein Spieler der eigenen Mannschaft in der Torzone die Wurfscheibe fängt. Fällt die Frisbee zu Boden, verlässt sie das Feld oder fängt ein Gegenspieler sie aus der Luft, darf dessen Mannschaft weiter- spielen. Körperkontakt ist dabei nicht er- laubt. „Es läuft aber auch alles sehr fair ab, weil alle Regelunstimmigkeiten von den Spielern selbst geklärt werden müssen“, so Trainer Jörg Andratschke, 40 Jahre. „Mir gefällt, dass es nicht so verkrampft ist, das basiert auf Fairplay“, findet auch Tamer, 28 Jahre, der erst seit April im Team dabei ist. Und Peter, 23 Jahre, fasst zusammen: „Man hat alles dabei, man kann rennen, man wirft, man fängt – also man hat eigentlich jede Aktivität an Sport, die man machen kann, ist eben alles wirk- lich zusammen.“

Werfen und Fangen sind auch bei ei- ner weiteren Sportart gefragt, dem Jon- glieren. Der Sport ist äußerst vielseitig. Neben einer variablen Anzahl von Bällen kommen auch Keulen, Flower- und Devil- sticks, sowie Ringe zum Einsatz. Wer es etwas gewagter mag, kann sich zudem auch beim Jonglieren auf das Einrad schwingen. Aber wie beginnt man als blutiger Anfänger mit dem Jonglieren? „Zunächst mit einem Ball, dann mit zwei und drei Bällen und man muss natürlich auch ein bisschen Geduld haben“, rät Lisa Partzsch, die als Studentin den Jonglier- Kurs an der Uni Erfurt betreut. „Wenn man hier hinkommt und gar nichts kann, kann man nicht erwarten, dass man es an einem Abend nach zwei Stunden schon geschafft hat. Es reicht aber schon, wenn

man einmal pro Woche etwas dafür tut.“ Bälle sind generell einfacher zu handha- ben, mit Keulen werden nach ungefähr einem halben Jahr gute Erfolge sichtbar. Was man mitbringen sollte, sei vor allem Geduld, Ausdauer und der Wille, etwas Neues auszuprobieren, sowie ein gewisses Maß an Koordination und Konzentrati- onsfähigkeit. Jonglieren sorge für einen guten Ausgleich zum Stress des Alltags und prinzipiell könne es jeder lernen. Vor- aussichtlich wird der Kurs auch im nächs- ten Semester wieder angeboten, dann al- lerdings im Gegensatz zum Sommer nur drinnen. Prinzipiell kann übrigens jeder Student eine Sportart an der Universität anbie- ten. „Natürlich muss dieser dafür gewisse Kenntnisse in der Sportart haben und die Fähigkeit besitzen, dieses zu vermitteln und anderen bei dem Erlernen der Sport- art zu helfen“, so Sandra Kachel vom Uni- versitätssportverein Erfurt e.V. „Hinzu kommt ein gewisses Potential an Motivati- on, was gebraucht wird, um auch nach ei- nem anstrengenden Uni-Alltag sich selbst als überzeugenden Übungsleiter und die dazu gehörigen Kursteilnehmer zu Bewe- gung zu motivieren. Schön ist auch, wenn jemand eine entsprechende Qualifikation nachweisen kann, also eine Übungsleiter-

Lizenz besitzt“, erklärt Kachel weiter. Wer sich hier nun engagieren und vielleicht eine neue Sportart einführen möchte, soll- te sich direkt an den Verein wenden. Viel- falt lebt schließlich von Ideen und beim Hochschulsport von Engagement – und

eurer Teilnahme.

Eine Fahrt zur Endstation

„Einmal bis Tabarz, bitte!“ sage ich zur Straßenbahnfahrerin, ohne vorher jemals von diesem Ort gehört zu haben. Nur weil er als Endhaltestelle an der Anzeige der Straßenbahn zu lesen war, wusste ich den Namen meines Rei- seziels und so stürze ich mich ins Abenteuer. Eine Straßenbahnfahrt von der einen zur anderen Endhaltestelle, wie verlockend!

von Konstanze Zechendorf

((

M it einem Augenzwinkern hän- digt mir die Straßenbahn- fahrerin den Fahrschein aus.

Kaum setze ich mich auf einen Fenster- platz, rumpelt die Straßenbahn los. Sie trägt den poetischen Namen „Thüringer Waldbahn“ und ist nüchtern betrachtet ein Tatra-Triebwagen, wie er ab und zu auf der Linie 3 in Erfurt unbequeme Erin- nerungen wachruft. Die Fahrt wird nach einer knappen Stunde sowie knapp 22 zurückgelegten Kilometern mit genau 22 Halten zwischen dem Gothaer Hauptbahnhof und dem im Thüringer Wald gelegenen Tabarz bei streckenweise bis zu offiziell 80 Stunden- kilometern zu Ende sein. Wie kann die Überlandstraßenbahn nur so flott sein? Von den Geschwindigkeitseskapaden merke ich anfangs nichts, denn gemütlich fahre ich durch das bergige Gotha, Leute steigen an den Haltestellen ein und aus und benehmen sich unauffällig. Nur die Wandertouristen enttarnen sich mit ih- ren Wanderstäben, den typischen Knie- strümpfen und den vollgepackten Ruck- säcken. Wie alle Fahrgäste lösen sie die Fahr- scheine vorn bei der Fahrerin, die erst weiterfährt, wenn sie alle Fahrgäste ver- sorgt weiß. Wie im Bilderbuch sitzt sie in typischer Dienstkleidung vor all den Knöpfen, Schaltern und Hebeln in ihrem Führerhäuschen. Ein Klingeln, schep- pernd schließen die Türen. Wir verlassen Gotha und kommen durch vorgelagerte Ortschaften, sozusagen aus der Stadt direkt aufs Land. Während in den Gothaer Gärten Blumen gepflanzt und gepflegt wurden, dominiert hier der

Gemüseanbau. Watschelten gerade noch Gänse und Hühner auf dem Rasen hin und her, umgeben uns jetzt bis zum Hori- zont reichende Felder und Wiesen. Wie auf einer Perlenschnur liegen die Ortschaften aufgereiht an der Strecke. Zu der frühen Morgen-stunde ist hier noch kein Leben eingezogen, allein zwei Autos fahren in Leina geschäftig durch die Stra- ßen und biegen wie wir auf die Landstraße Richtung Waltershausen ab. Auf gerader Strecke nimmt die Straßenbahnfahrerin Fahrt auf und überholt mühelos die Au- tos auf der neben dem Gleis verlaufenden Landstraße. Wir unterqueren die Auto- bahn A4 und käme nicht die nächste Hal- testelle, die Überlandstraßenbahn hätte die Wettfahrt mit dem LKW gewonnen. Wahlwinkel zeigt sich ähnlich verschla- fen wie Leina, wobei eine ausgeblichene und ziemlich zer-störte Wimpelgirlande an die vergangene rauschende „825 Jahre Wahlwinkel“-Festwoche erinnert. Wahlwinkel befindet unmittelbar vorm Thüringer Wald und je länger wir fahren, desto interessanter wird der Weg. Gras wächst zwischen den Schienen und die Schrauben, die das Gleis auf den Schwel- len halten, werden mit jedem Meter ver- rosteter. Der Rost färbt auf den Schotter ab und gibt ihm einen roten Schimmer, der im Kontrast zum Grün zwischen den Schienen steht. Zu den Haltestellen führt ein schmaler Pfad, den nur ein wissendes Auge auf den ersten Blick sofort erkennt. Hier steigen sie aus, hier steigen sie ein. Hier warten sie auf die Tram. Unsere Fahrt geht weiter. Die Straßen- bahn rattert, schaukelt, stolpert, fliegt über die Unebenheiten der Strecke durch

die Landschaft dahin. Unmerklich ver- dichtet sich der Baumbewuchs und nach wenigen Minuten umgibt uns der Thürin- ger Wald. Hochstämmige Nadelbäume, fröhliches Vogel-gezwitscher und sanf- te Sonnenstrahlen lassen die Tram wie durch einen Märchenwald fahren. Dann erreichen wir das Gleisdreieck Waltershausen, an dem sich mitten im Wald zwei Straßenbahnlinien treffen. Es ist unglaublich, welche Betriebsamkeit schlagartig zwischen den hohen Bäumen auf dem kleinen, dreieckig gepflasterten Platz herrscht, als die Fahrgäste in die Straßenbahnlinie Richtung Waltershau- sen umsteigen. Innerhalb von zwei Minuten legt sich das Gewusel und wir fahren weiter. Im- mer tiefer geht es in den Wald, immer höhere Nadelbäume, immer urigere Lich- tungen säumen den Weg. Auf einer Lich-

tung steht ein verrosteter Hänger, um den sich Kühe kauend niedergelassen haben. Wenige Kilometer weiter liegt Tabarz, eine Ortschaft unweit von Waltershausen. Hier wird die Tram quietschend und ru- ckelnd in die Wendeschleife fahren und anhalten. Die Wandertouristen werden aussteigen und sich auf dem Weg zum Rennsteig oder in den Kletterwald ma- chen. Oder sie gehen in die Gaststätte, die sich direkt auf dem eben umrundeten Areal der Wendeschleife befindet. Wem das Speiseangebot und Flair weniger zu- sagt, dem sei die von BILD-Lesern gekür- te leckerste Bratwurst Thüringens, die an der Landstraße Richtung Reinhardsbrunn gereicht wird, empfohlen. Garniert mit lockeren Sprüchen macht sie den Tag un-

vergesslich.

gereicht wird, empfohlen. Garniert mit lockeren Sprüchen macht sie den Tag un- vergesslich. Photos: Daniel Keding

Photos: Daniel Keding

Es gibt etwas zu feiern. Wir haben die Grenzen unserer Kräfte doch noch nicht erreicht
Es gibt etwas zu feiern. Wir haben die Grenzen unserer Kräfte doch noch
nicht erreicht und werden diese Seite auf ewig weiter machen. Aufgrund
einflussreicher Partner in Medien und Gesellschaft konnten wir eine Humorga-
rantie von lebenslänglicher Dauer ergattern. Zu den Details nur so viel: Viel Geld
ist geflossen. Ferner noch der Deutschen Frauennationalmannschaft und für die
freundliche inhaltliche Unterstützung dem Springer Verlag. Nun jedenfalls ist
gewiss: Die Titanic wird untergehen!
Viel Spaß beim Lesen, deine Lieblingsredaktion
untergehen! Viel Spaß beim Lesen, deine Lieblingsredaktion campus:echo BSE, Gammelfleisch und Schweinepest Überall

campus:echo

BSE, Gammelfleisch und Schweinepest Überall versteckte Fette, Pestizid, Dioxin, und EHEC stresst, Sauf lieber Bier und rauch Kette!

satireseite

EHEC stresst, Sauf lieber Bier und rauch Kette! satireseite Die Welt geht wahrscheinlich unter Wenn nicht
Die Welt geht wahrscheinlich unter Wenn nicht 2012, dann an den Folgen des menschlichen Verhaltens,
Die Welt geht wahrscheinlich unter
Wenn nicht 2012, dann an den Folgen des menschlichen Verhaltens, des System-
kollaps oder weil die Bienen aussterben und danach der ganze Rest. Die Schlag-
seite erklärt, warum gerade Geisteswissenschaftler die Apokalypse nicht wollen
können:
1. Sie können nicht:
- die zerstörten Städte wieder aufbauen
- die Bevölkerung beschützen
- medizinische Versorgung gewährleisten
2. Sie können nur:
- Umfragen erstellen
- Texte verfassen, die (während der Apokalypse sowieso) keiner liest
3. Sie sind hilflos ohne:
- Taschengeld / Bafög
- Facebook
- Bier
4. Deswegen enden Sie vermutlich als:
- Kanonenfutter
- menschliches Schutzschild
- Zombienahrung
5. Darum erkennen Sie an:
- dass sie parasitäre Elemente sind
- und deswegen die Zeit genießen sollten, die ihnen noch bliebt:
Get Rich or Die Tryin‘
sollten, die ihnen noch bliebt: Get Rich or Die Tryin‘ Aktuelle Skandale: Schlagseite nur auf zwei

Aktuelle Skandale:

Schlagseite nur auf zwei Seiten. Die FDP ist immer noch existent. Die falsche WM! Für den Zugang zur Jedi-Akademie muss man 70 Machtpunkte vorweisen. Angewandte Sexualethik ist kein Studienfach. Realität ist immer noch voller Fehler. Die Betreiber sichern seit Jahren zu, einen Patch zum Download bereit zu stellen.

Als Redenschreiber beschäftigt man sich ständig damit, den Anschein von Kompetenz und Sachverstand zu ver- mitteln. Schluss mit Manipulation und Gehirnwäsche! Mit dieser ehrlichen politischen Rede habe ich diverse Po- litiker überzeugen wollen. Vergeblich. Niemand wollte sie haben.

Lieber Pöbel, liebe Wähler,

Ich möchte mich in diesem hohe Hause, in dem ich so tue als würde ich arbeiten, mal ganz direkt an sie wenden. Schließlich verdanke ich ihnen meinen Daimler und das Haus am Starnberger See. Eigentlich habe ich keine Ahnung von meiner Arbeit. Doch ich weiß, was ich ihnen sagen muss, damit sie das nicht merken. Ich bin zwar gut informiert über das Weltgeschehen. Ihr jedoch nicht, und das ist richtig so. Ihr sollt und wollt von dem, was wirklich vor

sich geht, gar nichts wissen. Ihr wollt doch lieber wissen, was meine Frau unter ihrem Kleid trägt oder welche Musik ich auf dem iPod höre. Kein Problem. Wie wir die durchaus beträchtlichen Pro- bleme unserer Zeit lösen sollen, weiß ich nicht nur nicht; es ist mir auch egal. Wenn ich euch Glauben mache, dass unser Inte- resse in erster Linie Wachstum und Arbeit zu gelten hat, hört sich das gut an, und sorgt für Wählerstimmen und hohe Spen- dengelder. Damit das so bleibt, bemühen wir uns, in der Bildung zu selektieren, damit die Leistungsträger nicht gebremst werden. Dabei müssen wir den Abgehäng- ten immer noch so viel Geld geben, dass sie genug konsumieren können, wie alle anderen auch. Das treibt die Wirtschaft an und lässt Staatskassen klingeln. Dazu ist es wichtig, dass ihr viel Fernsehen schaut, am besten die privaten Sender, da dort die entscheidenden Werte der heutigen Zeit vermittelt werden. Wir müssen an einem Strang ziehen. Bitte unterstützen sie wei- terhin tatkräftig die ansässigen Weltunter- nehmenl. Das globale Kapital ist zu 52% in

der Hand der 500 größten Unternehmen. Vasall der Macht zu sein, ist heute nichts unehrenhaftes mehr. Kurzfristig, wie wir nun mal denken, ergibt das einfach Sinn. Sie verstehen das sicherlich. Langfristige Visionen sind etwas für Politiker mit anti- quierten Bärten oder Idealisten. Wenn wir uns in den Pragmatismus fliehen, müssen wir nur reagieren und können weniger falsch machen. Um sicher zu gehen, was gefällt, machen wir Umfragen mit unse- ren eigenen Instituten, die besonders ein- seitige Zahlen vorlegen. Ich versteh mich da als Dienstleister, der niemandem auf die Füße tritt und die Macht der Eliten si- chert. Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern, was interessieren mich die Lebenszustände im Großteil der Welt, und was interessiert mich die Zukunfts- fähigkeit unseres Wirtschaftssystems? Ich interessiere mich für eure Stimmen und meine Lorbeeren. Vielen Dank für eure wertlose Zeit, Euer beliebter Nutznießer und zukünfti- ger Oligarch (Name des Politikers)

Osamas Abschiedsparty in Unterha- ching: „Koks und Jungfrauen“ „Warum denn Unterhaching?“ , frage ich mich,
Osamas Abschiedsparty in Unterha-
ching: „Koks und Jungfrauen“
„Warum denn Unterhaching?“ , frage ich mich,
während das Taxi durch die Provinz donnert. Der
Taxifahrer ist nett, aber Bayer. Zehn Stunden
zuvor lädt mich Regierungssprecher Steffen
Seibert über den studiVZ-Plauderkasten ein, um
unter Ausschluss der Öffentlichkeit Osama
bin Ladens Abschied zu feiern. Eine große Über-
raschung soll es geben, versichert mir Seibert.
Einen kleinen Wermutstropfen gibt es dennoch:
Freiherr zu Guttenberg schreibt an diesem Abend
seine Klausur in Vertragsrecht nach. Dank ei-
nes ordentlichen Geldgeschenks habe ich mich
trotzdem auf den Weg gemacht, um mehr über
die geheime Feier zu erfahren. Denn investigativer
Journalismus bedeutet auch, sich hin und wie-
der mal so richtig korrumpieren zu lassen!
Am Eingang begrüßt mich Gastgeber Seehofer,
der mich sofort den wichtigsten Gästen vor-
stellt. Koks solle ich bei Chefkellner Christoph Daum bestellen oder direkt von der Leyen ziehen, heißt es. Die Gäste sind
bereits gut angeheitert und während Berlusconi eine Runde Minderjährige schmeißt, freut sich das Diktatorenquartett
um Gaddafi über das Engagement der USA in Sachen Weltherrschaft und Bürgerbashing. Schnell noch stoße ich mit
Obama auf 100 gefallene Zivilisten an, um dann 12 bis 15 Schnäpse später mit Merkel im Whirlpool zu landen. „Würg“
steht in meinen Notizen, doch zu diesem Zeitpunkt würde ich für Geld und sicheren Strom aus Atomkraft alles ma-
chen. Nebenan flaniert die komplette Finanzoligarchie. Bis auf Ackermann, der mit seinem Dauergrinsen als menschliches
Wesen gerade so durchgeht, erkennt man die Geldmaschinen von Lehmann Brothers und Co. nur an einer Art Hautüber-
zug und dem riesigen Schlund, der für die Nahrungsaufnahme ungeeignet ist. Die Rüstungsindustrie wiederum macht an
diesem Abend besonders durch das Dschihadistenfeuerwerk und neue Probeabos auf sich aufmerksam.
Ich lasse noch schnell einen im Wasser stehen und steige aus dem Pool. Im Haus erklingt feierliche Musik. Ich gehe
rein und bemerke, dass Wikileaks vor den gespannten Augen der Gäste mehrere Depeschen Geschenkpapier enthüllt. Zum
Vorschein kommen 72 leichtbekleidete Jungfrauen auf Kamelen mit dicken Höckern. Der sturzbetrunkene Osama bin La-
den ist gerade noch im Stande, seine elf Kinder an Ursula von der Leyen zu überschreiben, bevor er hinüber schwebt, das
Megaphon ergreift und aus vollem Halse brüllt: „Ihr habt an mich geglaubt, danke. Seht nur, was sich Allah für mich
ausgedacht hat!“ Und während er mit einer einladenden Geste in Richtung seiner 72 scharfen Geschenke schreitet, um
diese nach Bali zu entführen, verfällt der Mob in euphorischen Jubel.
Ich hingegen danke den Geheimdiensten, Bush, Merkel und Daum für die freundliche Unterstützung des internationalen
Terrorismus. Denn ohne einen Helden wie Osama wäre ich nicht annähernd so besoffen. Wahrscheinlich auch zum
letzten Mal. Zum Wohle!

„Was mit Medien machen“?

Die Schlagseite sucht eine/n Praktikant_in

Das erwartet dich:

Ein junges, aufstrebendes Team kann sich nun leisten, ihre gesamte Arbeit von einer Hilfskraft erledigen zu lassen. Du musst alles mit- tippen, was durch unsere verquarzten Gehirnwindungen fließt. Zu- sätzlich erhältst du Einblicke in das komplexe Feld der Leergutent- sorgung.

Persönliche Voraussetzungen:

Du solltest auf die Befehle der Redaktion flexibel und angemessen re- agieren können. Du bist ein gefügiger Charakter, der niemals wider- spricht und lästige Aufgaben mit Freude verrichtet. Selbstständiges Denken und Kreativität setzen erwarten wir nicht. Die Unzuverläs- sigkeit und die Launen der Redaktion bügelst du eigenverantwort- lich aus. Du solltest kein Problem darin sehen, bei Engpässen und Konflikten die ganze Schuld zu tragen und im Zweifelsfall entlassen zu werden.

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Erfolgt maximal einmalig und orientiert sich an Gefühls- und Wet- terlage. Für dein Studium kannst du dir 2,9 LP anrechnen lassen.

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schriftlicher und digitaler Form an: hulkhoden666@ yahoo.de SCHLAGSEITE-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken
schriftlicher und digitaler Form an: hulkhoden666@ yahoo.de SCHLAGSEITE-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken
SCHLAGSEITE-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken und erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen.
SCHLAGSEITE-Singles erzählen aufrichtig von ihren Macken und
erklären, warum es sich trotzdem lohnt, sie kennenzulernen.

Enterohämorrhagischer Escherichia coli (EHEC) Alter: knapp sechs Wochen Größe: eher klein Beruf: Darmbakterium (in Ausbildung) Das sagt der Ex: zerstörerisches Verhalten, ständigen Drang sich zu vermehren Ich mag: Norddeutschland, Sprossengemüse, Durchfall Geht gar nicht: Bundesinstitut für Risikobewertung, Bun- desamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit

„Du solltest schon Antikörper besitzen, sonst wird es mit einer längerfristigen Beziehung schwierig. Ich brauche nicht lange, um mich auf einen neuen Partner einzulassen. Einige würden vielleicht sogar so weit ge- hen, mein Verhalten als unberechenbar und stürmisch zu bezeichnen.“ Kontakt: Schlagseite/User/braunerkobold

Reingeschaut – Unterwegs in Youtube

C

omedy

Wer kennt es nicht? Der eige-

ne Computer bzw. einzelne Programme scheinen zu rebellieren und verweigern jeglichen Dienst. Im Normalfall erhält man dann eine Fehlermeldung. Dass es auch durchaus fatale Ausmaße annehmen kann, zeigt uns der Film „Animator vs. Animation“. Eine in einem Animations- programm entworfene Figur entwickelt ein Eigenleben und richtet allerhand Cha- os auf dem Rechner an. Den ganzen Spaß gibt es in mehreren Teilen; einfach „Ani- mator vs. Animation“ auf Youtube einge- ben und die virtuelle Zerstörung genießen.

K

urzfilm

Ohne

du

nicht? Der Herr in diesem Kurzfilm kann ein Lied davon singen (im wahrsten Sin- ne des Wortes). Bei ihm artet die Kaffee- sucht allerdings etwas aus. Wobei „etwas“ auch noch nett ausgedrückt ist. Mehr ist dazu eigentlich auch nicht zu sagen, denn der Song ist auf Französisch und die bei- den Autoren dieses Artikels sind selbiger Sprache nicht mächtig. Verstehen kann man das Ganze aber trotzdem. Wer sich

die fatalen Auswirkungen von zu viel Kof- fein nun ansehen, sowie nebenbei viel- leicht noch seine Französischkenntnisse aufbessern möchte, sollte sich auf diesen ausgeflippten Trip begeben. Einfach bei Youtube „Le cafe futureshorts“ eingeben

und dem Wahnsinn freien Lauf lassen.

Kaffee

funktionierst

T

rickfilm

À propos Musik: Wer sich schon

immer mal gefragt hat, was man mit Mu- sik so alles machen kann, sollte einen Blick auf die Videos von Animusic werfen. Hier wird Musik eindrucksvoll in Animationen umgesetzt, für die am Rechner eigens ent- wickelte 3D-Modelle von abgefahrenen und skurrilen Musikinstrument-Maschi- nen programmiert wurden. Das Stichwort für die Suchleiste lautet „Animusic“. Be- sonders zu empfehlen: „Pipe Dream“, „Re- sonant Chamber“ und „Aqua Harp“.

her- uns ei-

Premiere

haben

die

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euch

Wir

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präsentieren:

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der

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Auf Youtube ist das Video

schon Kult. Fünf Milionen Views hat der Clip schon. Es geht um das Musikvideo zu „Take on me“ von A-ha. Ja, richtig, die Kultband aus den 80ern. Dennoch ist et- was anders: Das Video ist dasselbe, auch der Gesang klingt gleich. Allerdings merkt man schnell: Irgendwie ist das nicht der gewohnte Songtext. Was daran liegt, das sich jemand tatsächlich den Spaß erlaubt hat, einen neuen Text zum Video zu sch- reiben. Und „zum Video“ trifft es hier auf den Kopf, denn die neuen Lyrics beschrei- ben genau, was in dem Video passiert, klingen aber gesanglich, von Tonhöhen und Dehnungen her, genauso wie der Ori- ginaltext. Was sich jetzt erstmal nicht so spannend anhört, ist in Wirklichkeit mehr als amüsant anzusehen. Das Video findet man ganz einfach unter der Eingabe „Take on me literal version“.

A

ction

In der Kategorie Action dürfen

wir euch einen ganz besonders talentier- ten Youtuber vorstellen. Sein Account heißt azoazotube, dahinter steckt Aung Zaw Oo. Eigentlich ist Aung Zaw Oo Spie- leprogrammierer bei einer kleinen Soft- warefirma in den USA. Im Video zeigt er seine Tricks mit Diabolo, Jonglage mit verschiedensten Requisiten (Zigarrenbo- xen, Devilsticks, Fächer, wassergefüllte Becher), Kampftechniken des Martial Arts, tollkühne Sprünge und Stunts beim Freerunning (dem Laufen, Klettern und Springen über Hindernisse aller Art),

Skateboard- und BMX-Fahren und noch so einige Tricks mehr. Das alles hat er sich eigener Aussage nach selbst beigebracht. Ach ja: Über Wasser laufen kann er auch. Kein Wunder, dass einige seiner Tricks auch die Bewegungen der Figuren in den Spielen, die er programmiert, beeinflusst haben. Zu finden ist das Ganze unter „azo-

azotube Showreel 2010“.

Photos: Jan Steinhauer

L iebe geneigte Leser,

ihr habt euch artig und geduldig durch unsere mehr oder minder geist-

reichen Ergüsse gelesen. Vielen Dank dafür! Denn ihr befindet euch, ebenso wie wir Echolote, in der heißen Endphase des Semesters und habt ja eigentlich über- haupt gar keine Zeit für studienferne Angelegenheiten, eigentlich! Trotz akuter Prokrastination werdet ihr es auch dieses Mal wieder durch die Prüfungen schaf- fen. Da sind wir uns sicher. Wir sprechen aus Erfahrung. Die nahenden Ferien (oder um es korrekt auszudrücken: die vorlesungsfreie Zeit) bedeuten allerdings in erster Linie eines: Auch das campus:echo macht eine Pause. Wir sehen uns erst zum Wintersemester in gedruckter Form wieder. Doch Überraschung: Unsere neue Website ist nun als Ergänzung zur Printausgabe un- ter www2.uni-erfurt.de/campusecho/blog erreichbar. Die ersten Videos, Mu- siktipps und natürlich Photos von unserer ersten Releaseparty im Klanggerüst warten schon darauf von euch angeklickt zu werden. Das Grundgerüst steht also bereits. Doch in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten wird sich dort sicher noch einiges tun. Es lohnt sich also ab und an vorbeizuschauen!

Bis dahin ein herzliches Tschüssikowski! Eure Echolote

Und für die Party nach der letzten Klausur gibt es natürlich Musik zum freien Download auf www2.uni-erfurt.de/campusecho/blog:

Beat!Beat!Beat! - Fireworks Digitalism – Pogo Schluck den Druck – Partynarben Boys Noize – Jeffer Fritz Kalkbrenner – Out Of The Box Office Bodi Bill – Hotel FM Belfast – Par Avion

campus:echo jetzt online unter:

www2.uni-erfurt.de/campusecho/blog

und bald: www.campusecho.de !!!

u n d b a l d : www.campusecho.de !!! Impressum campus:echo erscheint zweimal pro Semes-

Impressum

campus:echo erscheint zweimal pro Semes- ter. Alle Artikel spiegeln die Meinung der einzelnen Autoren und nicht die der ge- samten Redaktion wider.

Wir freuen uns jederzeit über Anregun- gen, Kritik, Lob, eingereichte Photos oder Artikel. Die Redaktion behält sich das Recht auf Änderungen eingesandter Arti- kel vor. Interessierte Schreiber. Layouter und Photographen sind stets willkom- men.

Für den Inhalt der abgedruckten Anzei- gen übernimmt die Redaktion keine Ver- antwortung.

Chefredaktion:

Ngoc-An Phan Tran (V.i.S.d.P.)

Redaktion:

Sebastian Bähr, Sarah Blanck, Stephanie Felsberg, Carolin Fischer, Laura Gispert, Jan Grooten, Julian Kasten (Schlagseite), Marvin Lindenberg, Lukas Neuerburg, Linda Rustemeier, Thomas Schmelzer, Juliane Switala, Mirjam Triebe, Sarah Weingarten, Konstanze Zechendorf

Bildredaktion:

Jan Steinhauer

Lektorat:

Sabina Albrecht

Photos:

Daniel Keding, Thomas Schmelzer, Jan Steinhauer

Satz & Layout:

Jan Steinhauer (Leitung), Juliane Switala

Anzeigen:

Ngoc-An Phan Tran, Jan Steinhauer

Druck: City Druck GmbH Erfurt Auflage: 1500

Kontakt:

Redaktion campus:echo Nordhäuser Straße 63 99089 Erfurt E-Mail: campusecho@uni-erfurt.de

Mit freundlicher Unterstützung des Stu- dierendenrates der Universität Erfurt

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* Für jeden Fan des Profils „www.facebook.com/girosuchthero“ zum Stichtag 31.08.2011 spendet die Sparkassen-Finanzgruppe einen Euro an Junge Helden e. V. bis max. 100 000 Euro. Bundesweites Gewinnspiel. Von Mai bis Juli finden 6 Gewinnrunden statt. ** Jeweils Gesamtzahl bezogen auf die Sparkassen-Finanzgruppe.