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KONTROL EDITION

KONTROL EDITION

KONTROL EDITION

BENUTZERHANDBUCH
Der Inhalt dieses Dokuments kann sich unangekündigt ändern
und stellt keine Verpflichtung seitens der NATIVE INSTRUMENTS
GmbH dar. Die in diesem Dokument beschriebene Software wird
unter einer Lizenzvereinbarung zur Verfügung gestellt und darf
nicht kopiert werden. Ohne ausdrückliche schriftliche Genehmigung
der NATIVE INSTRUMENTS GmbH, im Folgenden als NATIVE
INSTRUMENTS bezeichnet, darf kein Teil dieses Handbuchs in
irgendeiner Form kopiert, übertragen oder anderweitig reproduziert
werden. Alle Produkt- und Firmennamen sind Warenzeichen ihrer
jeweiligen Eigentümer.
Desweiteren bedeutet die Tatsache, dass Sie diesen Text lesen,
dass Sie der Besitzer einer legalen Version sind und nicht einer
illegalen Raubkopie. Nur aufgrund Ihrer Loyalität und Ehrlichkeit
kann NATIVE INSTRUMENTS auch in Zukunft innovative Audio-
Software entwickeln. Wir bedanken uns im Namen der gesamten
Belegschaft.

Der Autor dieses Handbuchs: Marc Schonbrun


Editoren: Jonathan DeRouchie, André Estermann
Besonderer Dank gebührt dem Beta-Test-Team, das uns nicht nur
eine unschätzbare Hilfe beim Aufspüren von Fehlern war, sondern mit
seinen Vorschlägen ein besseres Produkt entstehen lassen hat.
Germany

NATIVE INSTRUMENTS GmbH


Schlesische Str. 28
D-10997 Berlin
Germany
info@native-instruments.de
www.native-instruments.de

USA
NATIVE INSTRUMENTS North America, Inc.
5631 Hollywood Boulevard
Los Angeles, CA 90028
USA
sales@native-instruments.com
www.native-instruments.com

© Native Instruments GmbH, 2007. Alle Rechte vorbehalten��.


1. Einleitung
1.1 Willkommen
GUITAR RIG 3 wird die Art und Weise, wie Sie Gitarre spielen und aufnehmen, ver-
ändern. Die Zeiten komplizierter, verrauschter und unzuverlässiger Gitarren-Setups
mit einem Haufen an Pedal-Effektgeräten und knisternden Kabeln, die mitten im
Solo ihren Geist aufgeben, sind endgültig vorbei. GUITAR RIG 3 packt eine hoch-
entwickelte und äußerst vielseitig Gitarrenanlage mit einem Klang von Weltrang in
jeden beliebigen, aktuellen Laptop- oder Desktop-Rechner (Mac OS X oder Windows
XP). Nutzen Sie GUITAR RIG 3 im Studio, nehmen Sie es mit auf die Bühne oder
üben Sie ein bisschen im Hotel – die Möglichkeiten sind grenzenlos.
Die mitgelieferte RIG KONTROL 3 ist Fuß-Controller, DI-Box, USB-2-Soundkarte
und Vorverstärker zugleich. Heben Sie Ihre Gitarre, Ihren Bass oder jedes andere
Saiteninstrument auf eine höhere Ebene – Sie brauchen lediglich ein paar Akkorde
und eine Abhörmöglichkeit...
Natürlich wäre all dies nicht ohne die Visionäre, Erfinder und Handwerker möglich
gewesen, die mit Hingabe und harter Arbeit die Gitarrenverstärker und Effektgeräte
geschaffen haben, mit denen in den letzten Jahrzehnten die bekannten, E-Gitarren-
Klänge entstanden sind. Das komplette Team von NATIVE INSTRUMENTS möchte
ihre Arbeit als wichtige Inspirationsquelle bei der Entwicklung dieser Software
würdigen. Diese Menschen können sich unseres Respekts und unserer Dankbarkeit
sicher sein, denn ohne sie wäre diese Software nie möglich gewesen. Wir freuen uns
sagen zu können: Nachahmung ist die schönste Form des Kompliments.
Die Liebe zur Gitarre war unser Antrieb auf der Suche nach der bestmöglichen
Gitarrenausrüstung. Wir danken Ihnen für die Unterstützung und hoffen, dass
GUITAR RIG 3 Ihnen den druckvollen und durchsetzungsfähigen Klang bietet, den
Sie schon immer gesucht haben – sei es für klassische Blues-Klänge, modernen
Rock oder für synthetische Dancefloor-Tracks.

– Ihr NATIVE INSTRUMENTS GUITAR RIG 3 Team


GUITAR RIG 3 – 
1.2 Über dieses Handbuch

Dieses Handbuch wurde mit dem Ziel verfasst, Ihnen eindeutige und präzise
Hinweise zu geben. Guitar Rig hat das Ziel, ebenso einfach wie ein Hardware-
Rack bedienbar zu sein, das Sie vielleicht bereits kennen und nutzen. Die wahre
Leistungsfähigkeit liegt allerdings in der Flexibilität von Guitar Rig. Guitar Rig
3 ist ungleich vielseitiger als jede Hardware. Um den Funktionsumfang von Guitar
Rig 3 optimal auszuschöpfen, halten Sie dieses Handbuch also griffbereit, denn es
wird Ihnen mit sinnvollen Tipps einen Einblick über die Funktionsvielfalt vermitteln
und Sie hoffentlich zum Experimentieren mit Dingen bewegen, über die Sie bislang
noch nicht nachgedacht haben.
Das Handbuch ist in zwei Hauptabschnitte unterteilt. Im ersten erhalten Sie einen
breiten Überblick über die Soft- und Hardware, der Ihnen einen schnellen Einstieg
ermöglicht. Der Rest des Handbuches beschreibt die Funktion jedes einzelnen
Bedienelementes auf der Oberfläche von Guitar Rig 3. Um das Optimum aus
Guitar Rig 3 und seinen herausragenden, klanglichen Möglichkeiten herauszu-
holen, kann man nie genug über seine Funktionalität wissen. ! Wenn Sie Guitar Rig 3
das erste Mal installieren,
stellen Sie bitte sicher, das Sie
auch den den Treiber für die Rig
Kontrol (hierfür sollten Sie na-
1.3 Installation der Software türlich die Kontrol Edition
erworben haben) installieren.
Diese Option muss im letzten
Wenn Sie mehr Informationen über die Installation der Guitar-Rig-Software Schritt des Installationsprozesses
benötigen, lesen Sie bitte den NATIVE INSTRUMENTS Setup Guide, das dem aktiviert werden (während dieses
Softwarepaket beiliegt. Schrittes sollten Sie auch das
Service Center installieren, sofern
noch nicht geschehen).

GUITAR RIG 3 – 
1.4 Einrichtung der Hardware

Mehr Informationen über die Installation und Verwendung der Rig-Kontrol-


Hardware finden Sie in der Bedienungsanleitung zur NATIVE INSTRUMENTS Rig
Kontrol, die diesem Paket beiliegt.

GUITAR RIG 3 – 
2. Für den schnellen Einstieg
Jetzt ist es soweit! Sie haben sowohl die Software als auch die Hardware (die neue
Rig Kontrol schreit schon nach Fußtritten) und natürlich möchten Sie sofort
losrocken. Lassen Sie sich dabei von uns mit einer kleinen Einführung in guitar
rig 3 helfen.

2.1 Was ist GUITAR RIG?

Guitar Rig ist die Zukunft des Gitarrenklangs. Stellen Sie sich einen Raum mit
sämtlichen, jemals erhältlichen Edelverstärkern, endlosen Reihen von Boxen (jede
mit einem eigenen Satz an Mikrofonen), sämtlichen Effekten, die Sie jemals be-
nötigen werden und vielen weiteren, aufregenden Klangwerkzeugen vor. Und das
alles zu Ihrer sofortigen Verfügung. Guitar Rig nimmt diesen Traum (dessen
Verwirklichung Sie normalerweise einige hunderttausend Euros kosten würde) und
packt Ihn in ein einziges Programm, das als eigenständige Anwendung und als
Plug-in unter Mac OS X oder Windows XP in der Sequenzerumgebung Ihrer Wahl
arbeitet. Natürlich können Sie mit Guitar Rig Ihre Lieblingsklänge neu reprodu-
zieren. Durch unser einzigartiges Modulationskonzept tut sich allerdings darüber
hinaus eine Welt an komplett neuen Klängen auf, von denen Sie nie zu träumen
gewagt hätten.

GUITAR RIG 3 – 
2.2 Neu in Version 3

Guitar Rig 3 baut auf dem preisgekrönten Guitar Rig 2 auf und bringt eine
große Zahl an Neuerungen und Verbesserungen. Folgendes erwartet Sie mit Guitar
Rig 3:
► Eine neue, aufgeräumte und leichter zu bedienende Oberfläche.
► Der mächtige Live View bietet bei der Arbeit auf der Bühne schnellen Zugriff
auf Ihre Parameter.
► Vier brandneue, heiß begehrte Verstärkermodelle.
► Sechs brandneue Effekte zur Klangformung.
► "Snapshots", die schnelle und flüssige Klangveränderungen innerhalb eines
Stückes erlauben.
► "Matched Cabinets" vereinfachen die Zusammenstellung von Verstärker- und
Boxen-Modellen.
► Eine komplett überarbeitete Rig Kontrol (Guitar Rig 3 Kontrol
Edition), mit den neuen, vielgelobten Wandlern der Audio Kontrol 1, acht frei
zuweisbaren Fuß-Schaltern und einem stufenlosen Pedal mit Ein/Aus-
Schalter.
► Der erneuerte Preset Browser mit verbesserter Bank- und Sound-Funktionalität
macht die Organisation Ihrer Klänge zu einem Kinderspiel.
► Das Tempo kann – zum Beispiel bei synchronisierten Delays – innerhalb des
Prests gespeichert werden und selbstverständlich auch zum Host-Tempo syn-
chronisiert werden.
► Die Zuweisung von Controllern war nie so leicht wie jetzt. Controller von
Drittanbietern können wie die Virtual Rig Kontrol dargestellt werden, um die
Oberfläche zu vereinfachen.

GUITAR RIG 3 – 
2.3 Stand-Alone- und Plug-in-Modus

Sie können Guitar Rig 3 auf zwei verschiedene Arten nutzen: Als eigenständige
Anwendung (Standalone) oder als Plug-in im Sequenzer Ihrer Wahl.

2.3.1 Über den Stand-alone-Modus


GUITAR RIG 3 kann als eigenständige Gitarrenanlage fungieren, die nichts weiter
benötigt als einen Rechner mit Audio-Ein- und Ausgängen. Nur ein paar Schritte,
und Sie können loslegen:
► Schalten Sie das Direct Monitoring aus (mehr dazu in Anhang A).
► Starten Sie GUITAR RIG 3 und wählen Sie den Audioeingang Ihres Rechners
als Audioeingang für GUITAR RIG 3.
► Schließen Sie Ihre Gitarre an den Audioeingang Ihres Rechners an (nutzen Sie
dazu bitte entweder – wie später beschrieben – die RIG KONTROL oder einen
Vorverstärker).
► Wählen Sie den Audioausgang Ihres Rechners als Ausgang für GUITAR RIG 3.
► Schließen Sie den Audioausgang Ihres Computers an Ihre Abhöranlage an
(Gitarrenverstärker, Mischpult, PA-System, usw.).

Die eingebaute Audio-Hardware vieler Windows-Rechner arbeitet nicht unbedingt


auf Studioniveau. Sie werden daher eine spürbare Latenz (Verzögerung) zwischen
dem Spiel einer Note und dem hörbaren Resultat feststellen. Diese Latenz ist
unbefriedigend, denn wir sind gewohnt unmittelbar nach dem Anschlagen einer
Saite einen Klang zu hören. Aktuelle Macintosh-Computer mit OS X verhalten sich
in dieser Hinsicht besser. Dennoch können auch hier klangliche Probleme mit der
eingebauten Audio-Hardware auftreten.
Wenn Sie das Audio-Interface der RIG KONTROL 3 nicht einsetzen, empfiehlt Ihnen
NATIVE INSTRUMENTS die Nutzung einer Soundkarte oder eines Audio-Interfaces,

GUITAR RIG 3 – 
das speziell für Audio-Anwendungen konzipiert wurde. Diese gewährleisten nicht nur
eine höhere Klangqualität sondern auch Treiber, die auf minimale Verzögerungen
hin optimiert sind (Der Treiber übermittelt die Audio-Daten vom Audio-Interface
an den Computer). Mit dem Einsatz entsprechender Hardware erreichen Sie ein
deutlich angenehmeres Spielgefühl.

Die Audio/MIDI-Voreinstellungen
Im Standalone-Modus öffnen Sie einfach die Voreinstellungen Ihres Audio-
Interfaces, um die Ein- und Ausgänge von GUITAR RIG einzustellen.

2.3.2 Über den Plug-in-Modus


In diesem Modus arbeitet GUITAR RIG 3 mit einem Host-Programm (audiofähiger
Sequenzer; Host=Gastgeber), wie GarageBand, Cubase, Logic, Pro Tools, Ableton
Live, Sonar, Digital Performer, Tracktion usw. zusammen. GUITAR RIG 3 fügt sich
in den Mixer der jeweiligen Software als virtueller Effekt ein. Die Audiodaten laufen
vom Audio-Interface in die Host-Software, das seinerseits GUITAR RIG 3 speist. Die

GUITAR RIG 3 – 10
Ausgang der Host-Software adressiert schließlich den Ausgang der Audio-Hardware,
die an Ihre Abhöranlage angeschlossen ist.
Wie schon im Standalone-Modus raten wir zu einer speziellen Soundkarte für
Audionwendungen, um die Latenz gering zu halten.

GUITAR RIG 3 bei der Arbeit in Apple Logic. Es wird eine Gitarren-Spur bearbeitet und GUITAR
RIG 3 wird über die Automation von Logic gesteuert.

2.4 Der RIG-KONTROL-Fuß-Controller

Die Rig Kontrol 3-Hardware, die mit der Guitar Rig 3 Kontrol Edition
geliefert wird, verfügt über ein Steuerpedal, neun Fußschalter, einen Gitarren-
Vorverstärker/Impedanzwandler und ein USB-2-Audio-Interface für Ihren Rechner.
Der Vorverstärker ist wichtig, da er das Gitarrensignal so bearbeitet, dass bei

GUITAR RIG 3 – 11
der Verarbeitung durch den Rechner ein optimaler Klang mit möglichst we-
nig Nebengeräuschen entsteht. Schalter und Pedal können den verschiedenen
Funktionen von GUITAR RIG 3 zugewiesen werden und erlauben eine direkte
Kontrolle in Echtzeit.

2.5 Vorsicht!

Gitarren-Tonabnehmer sind sehr anfällig für Einstreuungen von Stromleitungen,


Licht-Dimmern und den Interferenzen von Computern und Bildschirmen. LCD-
Monitore erzeugen dabei geringere Einstreuungen als CRT-Typen und Humbucker
nehmen typischerweise weniger Störgeräusche als Single-Coil-Tonabnehmer auf.
Piezo-Tonabnehmer, wie sie etwa in den Line 6 Variax Modellen eingesetzt werden,
sind nicht für Einstreuungen aus Computern und Bildschirmen empfindlich.
Achten Sie beim Spiel über GUITAR RIG 3 also am Besten immer auf eine optimale
Position Ihrer Gitarre, um Störgeräusche zu vermeiden. Die Rauschunterdrückung
von GUITAR RIG 3 kann zwar einige der Interferenzen reduzieren, aber sie ist kein
Ersatz dafür, die Gitarre von Störquellen fernzuhalten.
Trotz seiner außergewöhnlichen Möglichkeiten kann GUITAR RIG 3 natürlich keine
Probleme kompensieren, die durch die Gitarre verursacht werden. Wenn Sie bei-
spielsweise alte, stumpfe Saiten verwenden, kann der Kompressor keinen anhal-
tenden Klang herbeizaubern.

GUITAR RIG 3 – 12
2.6 Werden Sie kreativ!

Wenn GUITAR RIG 3 erst einmal läuft und mit der Audio-Hardware kommuniziert,
kann der Spaß beginnen. Im Unterschied zu einem Hardware-Setup werden Sie
nicht durch eine feste Anzahl an Effekten mit vorgegebener Verkabelung einge-
schränkt. Sie können die verschiedenen Components in GUITAR RIG 3 in beliebiger
Reihenfolge verschalten – sogar parallele Effektwege sind möglich – und gelungene
Konfigurationen einfach abspeichern. Erstellen Sie diverse Setups für Blues, Hard-
Rock und einige weitere für Bässe. Oder basteln Sie sich ein speziell angepasstes
Setup für den Übungsraum ... Die Möglichkeiten werden allein von Ihrer Fantasie
und der Leistungsfähigkeit Ihres Rechners begrenzt.
Seien Sie etwas umsichtig: Die riesige Menge an Möglichkeiten führt manchmal
zu Effektkonfigurationen und Einstellungen, die nicht wirklich gut klingen. Wenn
Sie also an einem Klang arbeiten und nicht wirklich zufrieden sind, probieren Sie
einfach einmal eine andere Lautsprecherbox aus oder verändern Sie die Position
der Mikrofone bis Sie die richtige Kombination finden. Außerdem lohnt es sich, den
Klang des Öfteren abzuspeichern – nicht unbedingt, weil Ihr Rechner abstürzen
könnte, sondern weil man oft zu lange an einem Sound bastelt und dann gerne zu
einer früheren Version zurückkehren möchte. GUITAR RIG 3 erleichtert Ihnen das
Speichern vieler Variationen eines Klangs und Sie können später immer noch den
besten heraussuchen und den Rest löschen.
GUITAR RIG 3 bietet außerdem zwei Hard Disk Recording Components, die
Tapedecks genannt werden. Eines davon ist darauf ausgelegt, Audio-Dateien als
Begleitspuren zu laden – eine Funktion, die sich sehr gut zum Üben von Soli eig-
net. Das Tapedeck ist im Tempo variabel und ermöglicht es somit, Soli leichter zu
analysieren. Das zweite Tapedeck ist zur Aufnahme Ihres Spiels gedacht und kann
sogar Overdubs über bereits eingespielte Passagen erstellen. Ein Stimmgerät und
ein Metronom sind ebenfalls integriert. GUITAR RIG 3 ist daher deutlich mehr als
ein reines Werkzeug zur Klangformung. Es ist ein Komplettsystem für kreatives
Gitarrenspiel.

GUITAR RIG 3 – 13
3. GUITAR RIG verwenden
GUITAR RIG wurde auf möglichst leichte Bedienbarkeit ausgelegt. Es wurde gleich-
zeitig aber auch mit mächtiger Funktionalität ausgestattet. Die Kombination von
beidem wurde erst durch eine schlanke Bedienoberfläche mit Drehreglern und
Schaltern, die Sie auch aus der "echten" Welt kennen möglich, ergänzt um die
umfangreichen Möglichkeiten einer Software. In diesem Abschnitt erhalten Sie
einen allgemeinen Überblick über die Nutzung von GUITAR RIG. Für nähere Details
der Software konsultieren Sie bitte den später folgenden Referenzabschnitt in
diesem Handbuch.

3.1 Die Bedienoberfläche

Um sich innerhalb von GUITAR RIG leicht und schnell bewegen zu können, lohnt es
sich, möglichst viel über die Bedienoberfläche zu erfahren. Diese Oberfläche ist in
fünf Abschnitte unterteilt, die wir Ihnen im Folgenden näher bringen werden.

3.1.1 Die Kopfzeile (Global Header)


Die Kopfzeile beinhaltet die wichtigsten Funktionen von GUITAR RIG 3. Hier fin-
den Sie die Einstellungen für die Ein- und Ausgänge sowie Bedienelemente der
Audio-Engine und CPU. Die Kopfzeile ist in einer Beziehung einzigartig: Egal in
welchem Modus Sie sich befinden (Rig View oder Live View), die Kopfzeile ist
immer sichtbar.

Die Kopfzeile

GUITAR RIG 3 – 14
Der Live View Button schaltet die Oberfläche in den neuen „Live Mode”, der im
Abschnitt 3.1.4 detailliert beschrieben wird.

3.1.2 Toolbar
Die Toolbar von `GUITAR RIG 3 ermöglicht Ihnen die übersichtliche Steuerung
der meist benutzen Teile von GUITAR RIG. Auf der Toolbar können Sie Presets
anschauen, sie verändern und speichern (Save). Ferner können Sie verschiedene
Presets miteinander vergleichen (Compare), während Sie an diesen arbeiten. Hier ist
es auch möglich, das komplette Rack mit einem einzigen Mausklick zu leeren. In der
Toolbar finden Sie außerdem die neuen, erweiterten Einstellungen für den Sync.

Die Toolbar

3.1.3 SideKick
Der Sidekick bietet die restlichen Ansichtswerkzeuge von GUITAR RIG. Dort öffnen
Sie den Sound Browser /Manager, in dem Sie all Ihre Sounds und Bänke finden,
speichern, suchen und filtern können. Der Components Pool enthält sämtliche Rack-
Module von GUITAR RIG 3. Der Options Screen bietet die Bedienelemente für die
Rig Kontrol und externe Zuweisungen für die Automation des Plug-ins. Außerdem
finden Sie dort die Preferences mit allgemeinen Einstellungen für GUITAR RIG, wie
zum Beispiel der Fenstergröße und dem Ort, an dem die Bänke gespeichert werden,
sowie weiteren Detaileinstellungen.

Der SideKick

GUITAR RIG 3 – 15
3.1.4 SideKick anzeigen oder verstecken
Von GUITAR RIGS Hauptbildschirm aus können Sie den SideKick durch einen Klick
auf den folgenden Schalter anzeigen oder wieder verstecken:

Der weiße Kreis zeigt Ihnen den Schalter zum Verstecken oder Anzeigen des SideKicks.

Alternativ dazu können Sie auch das Tastaturkürzel F2 nutzen.

3.1.5 Das Rack


Das Rack ist der Ort, an dem Sie Ihre maßgeschneiderte Gitarrenanlage aufbauen.
Nutzen Sie Ihre Maus und ziehen Rack-Komponenten einfach aus dem Components
Pool ins Rack und bauen Sie einen Ihren Traumsound. Das Rack beinhaltet außer-
dem vier fest eingebaute Components: Tuner, Metronome, Tapedeck I und Tapedeck II.
Entfernt werden die Components durch Klicks auf die jeweiligen X-Buttons. Sollten Ein schönes Rack!

GUITAR RIG 3 – 16
Sie die Reihenfolge Ihrer Rack-Geräte ändern wollen, so ist dies durch einfaches
Ziehen einer Komponente an den neuen Platz möglich.

3.1.6 Live View


Der neue Live View eignet sich perfekt für die Bühnenarbeit mit GUITAR RIG auf
einem Laptop. Diese spezielle Ansicht vereinigt die folgenden Elemente und stellt
sie vergrößert dar, um sie auch beim Blick quer über die Bühne gut lesbar zu
machen:
► Toolbar (Ein-/Ausgänge und die CPU-Anzeigen)
► Sound List
► Preset Name und Nummer
► Metronome, Tuner und Zugriff auf die Loop Machine
► Die große Rig-Kontrol-Darstellung mit vergrößertem Assignment-Text

Der Live View wird entweder mit dem Live Mode Button oder über die F1-Taste auf
Ihrer Rechnertastatur aktiviert, bzw. deaktiviert.

3.2 Den richtigen Sound finden

Ohne einen hochentwickelten Preset Manager, der Ihnen bei der Organisation
Ihrer Sounds hilft, wäre GUITAR RIG nutzlos. Intelligente Kategorien, Bänke und
Suchoptionen helfen Ihnen beim Umgang mit den hunderten Sounds, die mit
GUITAR RIG geliefert werden.

GUITAR RIG 3 – 17
3.2.1 Kategorien, Bänke und Sounds
Die erste Organsisationseinheit jedes Sounds in guitar rig ist das Preset
oder auch der Sound. Ein Preset enthält sämtliche Rack-Komponenten, ihre
Einstellungen, sowie die nötigen Controllerzuweisungen und Sync-Einstellungen.

Das Sounds Window


guitar rig 3 fasst Sounds in Bänken zusammen. Stellen Sie sich eine Bank als
Sammlung von Presets vor, die Sie erstellen, um zusammengehörige Sounds zu or-
ganisieren. GUITAR RIG 3 kommt mit einer großen Zahl an Werks-Presets und Bänke
und natürlich können Sie auch eigene erstellen. Ein weiterer, praktischer Nutzen der
Bänke ist die Erstellung von Set-Listen für Bühnenshows.

GUITAR RIG 3 – 18
Das Bank Window
Bank-Kategorien sind eine neue Funktion von guitar rig 3. Sie erlauben die be-
queme Filterung der Bänke. So können Sie sich zum Beispiel einfach nur jene Bänke
anzeigen lassen, die von Ihnen erstellt wurden und sich daher in der Kategorie My
Sounds befinden, anstatt Dutzende von Bänken zu durchsuchen. Bänke können
mit präzisen Schlüsselwörten markiert werden (Guitar Amps, Bass Amps, Live,
FX, usw.), um die Bank-Liste dann hiernach zu filtern. Dies hilft ungemein bei der
Arbeit mit der großen Menge an Sounds, die Sie zweifelsohne schnell mit guitar
rig 3 erstellen werden.

Bank-Kategorien

GUITAR RIG 3 – 19
3.2.2 Suchen und finden
Da GUITAR RIG 3 mit hunderten Sounds ausgeliefert wird, die Sie für Ihre musika-
lische Arbeit nutzen können, haben wir Ihnen ein Werkzeug an die Hand gegeben,
mit dem Sie diese Vielfalt problemlos bewältigen werden. Eine Bibliothek dieser
Größe wäre ohne Suchmaschine nutzlos. Auf dem Search Tab finden Sie einige sehr
praktische Werkzeuge, um Sounds über ihre Namen, Attribute oder Bank-Kategor
ien zu finden.

3.2.3 Organisieren Sie Ihre Sounds


Die Organisation Ihrer Sounds war noch nie so einfach wie mit guitar rig 3. Teilen
Sie Ihre Presets über Attribute, wie Style (Stil), Tone (Klangfarbe) und Instrument
Type (Instrumenten-Typ) in Gruppen ein, um die Suche effektiver zu gestalten.
Bank-Kategorien (auf der Bedienoberfläche Categories genannt) erlauben es Ihnen Das Such-Fenster
durch intelligente Markierungen große Soundbestände schnell zu filtern. So ist es
zum Beispiel eine gute Idee, Ihre Bänke für den Bühneneinsatz in der Kategorie
"Live" zu haben, um sie schnell finden zu können.

3.3 Stellen Sie sich Ihr eigenes Rack zusammen

Die Zeiten mannshoher Racksysteme mit komplizierten MIDI-Schaltungen und


unüberschaubarer Verkabelung sind vorbei; guitar rig erlaubt Ihnen das Erstellen
eigener Sounds, indem Sie per drag-and-drop Components zu einem virtuellen Rack
zusammenstellen. Ihre Gitarrenanlage zu konzipieren war noch nie so einfach.

Das Attributes Fenster

GUITAR RIG 3 – 20
3.3.1 Der Components Pool
Im C omponents Pool (Komponenten-Pool) finden Sie alle Klangwerkzeuge von
guitar rig. Die C omponents (Komponenten) selbst werden in acht Kategorien
eingeteilt:
1. Amps: Das Herz von Guitar Rig ­– die virtuellen Verstärker- und Boxenmodelle.
2. Dist: Klassische Verzerrereffekte im Tretminen-Stil.
3. Mod: Modulations-Effekte, wie Tremolo, Chorus, Flanger, Octave Shifter und
mehr.
4. EQ: Parametrische Equalizer, Synthesizer-Filter und Wah-Pedale.
5. Vol: Lautstärke, Kompressoren, Limiter, Noise-Gates und Rauschunterdrückung.
6. Rev: Hall- und Echo-Effekte.
7. Tools: Loop-Maschinen, Splits und Crossover-Mischer.
8. MDF: Ein einzigartiges, synthesizerähnliches Modulations-System, dass Sie nur
in GUITAR RIG finden.
Komplette und detaillierte Beschreibungen der Components finden Sie in den
Abschnitten 7-15.

3.3.2 Verkabelung
Um Ihrer virtuellen Anlage eine Komponente hinzuzufügen, ziehen Sie diese einfach
aus dem Component Pool und lassen sie in das Rack fallen. Nutzen Sie die Maus, Der Components-Pool
um die Reihenfolge der Geräte nach Belieben zu ändern – Sie haben komplette
Freiheit in Sachen Signalfluss.

3.3.3 Synchron arbeiten


GUITAR RIG 3 bietet große Flexibilität bei der Synchronisation. Synchronisieren
Sie Ihre Sounds wahlweise zum Tempo des Hosts (Sequenzer), speichern Sie
für jeden Sound ein individuelles Tempo oder arbeiten Sie frei und ohne jede
Synchronisation.

GUITAR RIG 3 – 21
3.4 Die virtuelle Rig Kontrol

Virtuelle Instrumente sind eine schöne Sache, aber ohne manuelle Kontrolle (in
diesem Falle mit den Füßen) geht nichts. Ob Sie eine Rig Kontrol nutzen (RK1,
RK2, oder RK3) oder Ihre eigene, externe MIDI-Bedienoberfläche einsetzen, die
Virtual Rig Kontrol ist Ihr Armaturenbrett für die Verbindung Ihrer virtuellen Anlage
mit der echten Welt.
Die Virtual Rig Kontrol zieht sich thematisch durch das ganze GUITAR RIG 3.
Egal welchen Controller Sie nutzen, Sie können die Bedienelemente der Virtual
Rig Kontrol zuweisen. Templates und Snapshots erleichtern dabei den täglichen
Umgang und die Art und Weise wie Sie mit GUITAR RIG arbeiten.

Die Virtual Rig Kontrol in ganzer Pracht.

3.4.1 Volle Kontrolle


Sie möchten die totale Kontrolle über Ihr Setup? Ob Sie die Rig Kontrol oder einen
MIDI-Controller eines Drittanbieters nutzen, GUITAR RIG 3 geht neue Wege bei
der Organisation von MIDI-Controllern. Sollten Sie eine Rig Kontrol einsetzen,
werden Sie bemerken, dass diese in GUITAR RIG 3 komplett über "plug-and-play"

GUITAR RIG 3 – 22
funktioniert. Einfach anschließen und sämtliche Bedienelemente sind fertig konfi-
guriert und verbunden. Es ist keinerlei Konfiguration notwendig. Sie können sogar
zwischen einer Rig Kontrol 3 und einer Rig Kontrol 2 hin- und herspringen, ohne
eine einzige Einstellung zu ändern.

3.4.2 Zuweisungen erstellen


Die Parameterzuweisung auf Ihre rig kontrol oder einen anderen MIDI-
Controller kann auf mehrere Wege erfolgen. Controller können mit einer simplen
MIDI-Lernfunktion, unter Benutzung der Virtual Rig Kontrol oder das Controller
Assignments Window erfolgen.Zuweisungen auf die RK können dabei entweder
individuell pro Sound oder auf globaler Basis erfolgen. Globale Zuweisungen be-
schleunigen dabei den Vorgang, wenn Sie etwa ein bestimmten Schalter der RK
immer für eine identische Funktion nutzen möchten.
Global Assignment

Per Sound Assignment

Beispiele für Controllerzuweisungen

Der schnellste Weg der Rig Kontrol einen Parameter zuzuweisen, ist ein Rechtsklick
auf den Regler, Button oder Schalter der Komponente, die Sie zuweisen möchten
(Ctrl-Klick bei Mac). Wählen Sie Learn und klicken das entsprechende Element der
Virtual Rig Kontrol an – fertig!

GUITAR RIG 3 – 23
3.4.3 Das Snapshot-Konzept
Haben Sie sich nicht auch manchmal die Möglichkeit gewünscht, innerhalb eines
Presets den Status verschiedener Components mit einem einzigen Klick umzu-
schalten? Mit denSnapshots können Sie dies nun tun! Stellen Sie Ihr Rig einfach
so ein, wie es klingen soll und weisen Sie einem Schalter der Virtual Rig Kontrol
die Funktion Snapshot zu, um den Sound innerhalb des Presets wieder aufrufen
zu können. Sie können mehrere Snapshots innerhalb desselben Sounds erstellen.
Verschiedene Klänge für Strophe, Refrain, Überleitung und Solo werden so kinder-
leicht umsetzbar, ohne dabei das Preset zu wechseln.

Die Virtual Rig Kontrol mit zugewiesenen Snapshots.

3.4.4 Externe Controller einbinden


Externe Controller fügen sich nahtlos in die Virtual Rig Kontrol ein. Weisen Sie
Ihre externen Controller einfach einmalig über die Seite Options -> Controller ->
Assignment der Virtual Rig Control zu und sie sind permanent in allen GUITAR
% Bei den Snapshots han-
delt es sich nicht um un-
terschiedliche Presets. Sie erlau-
RIG 3 Sounds verfügbar. Danach wird sich Ihr externer Controller genau wie eine ben es, die Einstellung mehrerer
Rig Kontrol verhalten. Für Parameterzuweisungen wählen Sie dann nur noch das Komponenten im aktiven Rig mit
passende Element der Rig Kontrol, welches bereits mit Ihrem externen Controller einem einzigen Klick zu ändern.
verbunden ist. Einmal einstellen und vergessen!

GUITAR RIG 3 – 24
Beispiele für Controllerzuweisungen

3.5 Der Live View

Der neue Live View eignet sich perfekt, Guitar Rig mit einem Laptop auf der Bühne
zu nutzen. Der Live View fasst die wichtigsten Elemente der Bedienoberfläche von
Guitar Rig zusammen und stellt diese vergrößert dar, um die Lesbarkeit auf der
Bühne zu verbessern.

3.6 GUITAR RIG 3 mit anderen Geräten verbinden

Die RIG KONTROL 3 ist ein vielseitiges Gerät mit den folgenden Eigenschaften:
► Sie bietet für den Eingang eine Impedanzwandlung, um die Qualität des
Gitarrensignals zu erhalten.
► Regelung des Eingangspegels für die Anpassung des Instrumentensignals an
Guitar Rig oder an andere Host-Software.
► Analog-Digital-Wandler, der das analoge Gitarrensignal in ein digitales Signal
wandelt, mit dem der Rechner umgehen kann.

GUITAR RIG 3 – 25
► USB-2.0-Interface für den digitalen Transfer in und aus dem Rechner.
► Digital-Analog-Wandler, der die digitalen Audiodaten aus dem Rechner wieder
in ein analoges Signal wandelt.
► Standard-Klinkenbuchsen (6,3mm) für die Ein- und Ausgänge.
► MIDI-Ein- und Ausgänge
► Eingänge für Pedale und Fußschalter

RIG KONTROL 3 ist kompatibel mit den meisten Monitor- und Verstärkerkonfigur
ationen, wie zum Beispiel:

Aktive Monitorlautsprecher
Der Ausgang der RIG KONTROL 3 kann aktive Monitoranlagen direkt ansteuern. Um
eine Beschädigung der angeschlossenen Lautsprecher zu verhindern, regeln Sie vor
dem Anschluss jeglicher Kabel die Monitorlautstärke auf ein Minimum. Erhöhen Sie
anschließend langsam die Lautstärke und vermeiden Sie exzessive Pegel.

Projektstudio-Mischpult
Die Ausgänge der rig kontrol 3' sollten an die Line-Eingänge des Mischpults
angeschlossen werden, nicht jedoch an und die Mikrofon-Eingänge. Sollten nur
Mikrofon-Eingänge vorhanden sein, sollten Sie die -20 dB Pegelabsenkung des Pults
aktivieren. Zudem kann es notwendig sein, dass Sie den Ausgangs-Pegelschalter
der rig kontrol (high/low) auf –14 db schalten.

Professionelles Studio-Mischpult
Hier gilt das Gleiche wie oben, außer, dass der High/Low-Schalter auf der 0-dB-
Position stehen sollte, um den besten Signal-Rauschabstand zu gewährleisten.

Typischer Gitarrenverstärker
In Verbindung mit einem Gitarrenverstärker kann GUITAR RIG 3 als hochentwickel-
tes Fußschalter-System arbeiten. Versichern Sie sich zunächst, dass der rückwärtige

GUITAR RIG 3 – 26
High/ Low Schalter auf –14 dB („Low“) eingestellt ist. Eventuell muss auch der
Output Level Control von Rig kontrol 3 etwas zurückgedreht werden, um ein
"Überfahren" des Verstärkers zu vermeiden. ...andererseits kann diese Extraportion
Pegel natürlich genau den Overdrive-Sound bringen, den Sie suchen.

Typischer Gitarrenverstärker mit Effektschleifenweg


Die Effekteinschleifwege der meisten Verstärker arbeiten mit Linepegel. Sie können
also nicht mit direkten Gitarrensignalen arbeiten. In solchen Fällen sollten Sie den
Ausgang der Effektschleife (Send) mit dem Eingang der RIG KONTROL 3 verbin-
den und die Ausgänge der RIG KONTROL wieder in die Eingänge (Returns) der
Effektschleife führen. Das Signal, das von GUITAR RIG 3 kommt, ist recht kräftig,
so dass der Eingang des Verstärkers nur eine geringe Eingangsempfindlichkeit
aufzuweisen braucht. Regeln Sie die Lautstärke von GUITAR RIG 3 so, dass die
Endstufe nach der Effektschleife des Amps nicht verzerrt. Es kann sein, dass Sie
dazu den High/Low-Schalter auf der Rückseite der RIG KONTROL auf low schalten
müssen (-14 dB).

Keyboard-Verstärker
Keyboard-Verstärker sind geradezu ideal für die Nutzung mit GUITAR RIG 3 geeig-
net, da sie darauf ausgelegt sind, den Klang unverfälscht wiederzugeben. Nutzen
Sie in diesem Fall GUITAR RIG 3, um verschiedene Boxen, Endstufen und Effekte
zu simulieren, die der Verstärker dann exakt reproduzieren wird. Da Keyboard-
Verstärker meist mit recht hohen Eingangspegeln umgehen können, sollten Sie den
High/Low-Schalter auf der Rückseite der Rig Kontrol auf high stellen (0 dB).

GUITAR RIG 3 – 27
Kopfhörer
Verbinden Sie Ihren Kopfhörer einfach mit dem Kopfhörerausgang (Phones) der
RIG KONTROL 3.

Stereoanlage
HiFi-Anlagen sind im allgemeinen nicht dazu geeignet, über längere Zeit hohe
Lautstärken wiederzugeben. Sollten Sie also mit einer solchen Anlage arbeiten,
achten Sie bitte darauf, die Lautstärke auf einem moderaten Niveau zu halten.
Verbinden Sie die Ausgänge der RIG KONTROL mit einem Eingang für CD-/DVD-
Player, Tuner, Tapedecks usw., aber nicht mit dem Eingang für einen Plattenspieler).
Es kann sein, dass Sie dafür spezielle Kabel oder Adapter benötigen, die auf einer
Seite 6,3 mm Klinkenstecker und auf der anderen Seite Cinchstecker haben.

3.6.1 GUITAR RIG mit einer Host-Software nutzen


Natürlich können Sie guitar rig innerhalb eines Sequenzer-Programmes, wie
Logic, Cubase oder Live nutzen. Erzeugen Sie dazu eine Audiospur und fügen Sie
dort guitar rig als Effekt ein. Schalten Sie dann die Spur, auf der sich guitar
rig befindet, aufnahmebereit und schon wird Ihr Sound durch guitar rig hin-
durch zum eingestellten Audio-Interface geleitet. Sie können Ihre rig kontrol
zur Steuerung von guitar rig nutzen, auch wenn sie gerade nicht als Audio-
Interface fungiert.

3.6.2 GUITAR RIG als Effekt installieren


Obwohl manche Programme die Installation von GUITAR RIG 3 als Instrument
! Die Latenz wird durch die
Host-Software vorgeben.
Stellen Sie also sicher, dass Sie
zulassen (was daran liegt, dass diese sowohl mit Audio als auch mit MIDI umgehen über die Host-Software Zugriff auf
können), möchten Sie es mit Sicherheit als Effekt-Plug-in installieren. Nutzen Sie die Einstellung der Latenz bzw.
Guitar Rig 3 auf Audio-Spuren als VST-, AU- oder RTAS-Plug-in. die Puffergrößen des Treibers ha-
ben.

GUITAR RIG 3 – 28
3.6.3 Vermeiden Sie Zero-Latency Optionen!
Wie schon erwähnt, gilt es Zero-Latency-Optionen (auch Direct Monitoring” ge-
nannt) zu vermeiden, da Ihr Audiosignal sonst gar nicht von GUITAR RIG 3 bear-
beitet wird.

3.6.4 Total Recall


Wenn Sie GUITAR RIG 3 in einer Host-Software nutzen, sollten Sie wissen, dass
beim Speichern des Projektes im Sequenzer auch immer der komplette Puffer von
GUITAR RIG 3 mitgespeichert wird. Wenn Sie also ein Preset verändert haben, so
dass es sich von der in der Bank gespeicherten Version unterscheidet, machen Sie
sich keine Sorgen. Wenn Sie das Projekt wieder öffnen, wird das Preset mit den

gleichen Änderungen erscheinen.

3.7 Mehrere Plug-ins mit einer RIG KONTROL steuern

Wenn Sie in Ihrem Sequenzer mehrere Plug-in-Instanzen von guitar rig 3 nutzen,
verbindet sich die rig kontrol nur mit der ersten Instanz von guitar rig 3.
Eine automatische Umschaltung von einer Instanz zur nächsten ist nicht möglich.
Wenn Sie den Fokus Ihrer rig kontrol auf eine andere Instanz von guitar Rig Kontrol Aktivitätsstatus
rig 3 schalten möchten, bringen Sie das Fenster des Plug-ins nach vorne und
machen Sie die Virtual Rig Kontrol sichtbar. Auf der Virtual Rig Kontrol befindet
sich eine kleine LED mit dem Text Active daneben. Wenn Sie nun auf diese LED
klicken (so dass sie rot leuchtet), können Sie diese Plug-in-Instanz mir Ihrer rig
kontrol steuern.

GUITAR RIG 3 – 29
3.8 Automatisierung von Plug-in-Parametern

Die Automatisierung von guitar-rig-Parametern ist extrem einfach! Jeder


Komponente wird immer die gleiche Automations-ID zugewiesen. Das bedeutet,
dass Sie in Ihrem Sequenzer immer die ganze Palette an Modulen aus guitar
rig zur Auswahl sehen – egal, ob diese im aktuell genutzten Preset aktiv sind,
oder nicht. Das vereinfacht die Automation ungemein, weil die Parameter ihre
Automations-ID nie ändern. Ein gutes Beispiel für dieses Konzept ist das Virtual
Rig Kontrol Pedal, das immer der erste Parameter ist.
Der Hauptvorteil dieses Konzepts zeigt sich unter anderem, wenn Sie zwischen
Presets wechseln, die mit den gleichen Components arbeiten. Die Automation der
Components durch den Sequenzer kann dabei einfach weiterlaufen, ohne dass es
zu Sprüngen oder Unterbrechungen im Datenstrom der Automation kommt.
Hier sehen Sie ein Beispiel für eine Parameterautomation in Apple Logic Pro.
Schalten Sie die Spurautomation für die angewählte Spur im View-Menü ein. Die
Darstellung der Spur in Apple Logic wird sich von dieser Ansicht...

Die Spurendarstellung von Apple Logic in der Grundeinstellung

...in diese Ansicht umschalten:

GUITAR RIG 3 – 30
Spurautomation in Apple Logic

Um eine Automation hinzuzufügen, klicken Sie auf das mit Volume beschriftete
Ausklapp-Menü und navigieren Sie darin in das zu Guitar Rig gehörende Untermenü.
Dort finden Sie die komplette Liste der Components. Wählen Sie einfach den Parameter,
den Sie automatisieren möchten. Nutzen Sie das Pencil-Werkzeug (den Stift), um die
Automation per Hand einzuzeichnen oder schalten Sie die Spur in den Latch- oder
Touch-Modus und bewegen Sie das Bedienelement mit der Maus oder über Ihre rig
kontrol 3. Bei der Wiedergabe wird die Automatisierung dann aufgezeichnet. Wenn
Sie mehrere Automatisierungsspuren erzeugen möchten, wählen Sie den Pfeil an der
unteren, rechten Ecke der Audio-Spur (das kleine, schwarze Dreieck), um eine wei-
tere Automationsspur zu erzeugen. Wählen Sie wiederum den zu automatisierenden
Parameter aus und wiederholen Sie die oben beschriebene Prozedur. Sie können so
viele Parameter automatisieren, wie Sie möchten. Nach ein bisschen Arbeit wird die
Spur dann vielleicht so aussehen:

GUITAR RIG 3 – 31
Mehrfach-Automation in Apple Logic Pro

Auch wenn dieses Beispiel sich mit Apple Logic befasst, ist die grundlegende
Vorgehensweise bei anderen Programmen vergleichbar. Lesen Sie dazu bitte die
Dokumentation Ihres Sequenzers, um mehr über die Automation dort zu erfah-
% Sie können sogar die
Bedienung der acht Rig
Kontrol Taster automatisieren
ren. (sie tauchen als Automationspa-
rameter auf). Damit ist es Ihnen
möglich Snapshot-, Sound- und
Bank-Wechselbefehle aus Ihrer
Software heraus auzulösen.

GUITAR RIG 3 – 32
4. Referenz
Jetzt wird's endlich interessant! In diesem Teil des Handbuchs geht es um die
Feinheiten von guitar rig 3. Wenn Sie alles über die Funktion jedes einzelnen
Reglers und Schalters auf der Oberfläche von guitar rig 3 erfahren möchten,
sind Sie hier genau richtig.

4.1 Aufbau der Bedienoberfläche

Die Bedienoberfläche ist in vier Hauptbereiche unterteilt:


Global Header

ToolBar

SideKick Rack

Die Einteilung der Bedienoberfläche

GUITAR RIG 3 – 33
Jeder Bereich von guitar rig 3 ist für eine bestimmte Aufgabe zuständig. Manche
Abschnitte, wie der SideKick, können ihr Aussehen je nach Situation und gewählten
Optionen ändern. Der Global Header ist der einzige Abschnitt, der immer gleich bleibt.
Er ist auch der beste Ort, für den Start unserer Reise durch GUITAR RIG 3.

4.1.1 Die Kopfzeile (Global Header)


Die Kopfzeile (Global Header) beinhaltet einige Funktionen, die Guitar Rig 3 auf
globaler Ebene steuern. Egal in welchem Modus Sie sich befinden (Rig View oder
Live View), die Kopfzeile ist immer sichtbar.
Live Mode Output Section NI Logo

Input Section CPU Control

Der Live Mode Button schaltet die Oberfläche in den neuen Live View-Modus, der
im Abschnitt 4.4 detailliert beschrieben wird.
Die Input Section erlaubt die globale Steuerung aller Audio-Eingänge von Guitar
Rig und bietet eine exakte, visuelle Kontrolle der eingehenden Audiosignale.
Die Output Section erlaubt die globale Steuerung aller Audio-Ausgänge von Guitar
Rig und bietet eine exakte, visuelle Kontrolle der ausgehenden Audiosignale.
Die Cpu Control verbindet mehrere verschiedene Anzeigen zu einer leicht benutz-
baren CPU-Anzeige. Sie zeigt die CPU-Last in Echtzeit an (0% bis 100%).
Links von der CPU-Anzeige finden Sie den Power Button, der dazu dient die Audio-
Engine von Guitar Rig an- oder auszuschalten. Rechts davon sehen Sie den
Schalter für den High-Quality-Modus. Der High-Quality-Modus führt dazu, dass
Guitar Rig 3 Audiodaten mit doppelter Abtastrate verarbeitet und so deutlich detail-
liertere Klänge erzeugt, allerdings auf Kosten doppelter CPU-Belastung. Schauen
Sie also besser ab und zu auf die CPU-Anzeige, wenn Sie den High-Quality-Modus
nutzen.

GUITAR RIG 3 – 34
Das NI-Firmenlogo zeigt nicht nur, dass Guitar Rig ein Produkt von Native Instruments
ist, sondern bietet auch den Weg zum Menu About Guitar Rig. Dort finden Sie bei-
spielsweise die Versionsnummer Ihrer Guitar Rig-Installation und verschiedene wei-
tere Systeminformationen. Um das Fenster wieder zu schließen, klicken Sie einfach
irgendwo auf die Bedienoberfläche von Guitar Rig.

4.1.2 Toolbar
Die Toolbar von Guitar Rig 3 ermöglicht Ihnen die übersichtliche Steuerung der
meist benutzen Bestandteile von Guitar Rig.

Das Preset Display zeigt die Nummer und den Namen des aktuell aktiven Presets
an.

Die Pfeile für Previous/Next schalten durch die Presets der aktuellen Bank.
Der Save Button erlaubt es Ihnen, modifizierte Presets abzuspeichern. Bei
Betätigung dieses Buttons wird das Preset an der aktuellen Position in der Liste
überschrieben.
Save As ermöglicht das Speichern eines Presets an einer anderen Listenposition.
Dabei können Sie direkt einen neuen Namen vergeben. Das ist besonders nütz-
lich, wenn Sie einen bereits bestehenden Sound verändern möchten, ohne die
Originalversion zu verlieren. Der neue Sound wird automatisch am Ende der aktu-
ellen Bank gespeichert.
Mit Compare vergleichen Sie die Veränderungen, die Sie an einem Sound vorgenom-
men haben, mit dem gespeicherten Original. So können Sie schnelle A/B-Vergleiche
anstellen, ohne den Sound extra dafür abzuspeichern. Compare funktioniert nur

GUITAR RIG 3 – 35
so lange Sie die Änderungen am Sound noch nicht abgespeichert haben. Sobald
Sie Save oder Save As nutzen, überschreiben Sie das alte Preset, beziehungsweise
schaffen ein neues und es gibt nichts mehr zu vergleichen.
Clear entfernt sämtliche Components aus Ihrem Rack (abgesehen von den "fest"
eingebauten). Nutzen Sie diese Funktion, wenn Sie einen Sound von Grund auf
neu entwickeln möchten.
Das Menü Sync steuert die Art und Weise, ob und wie das interne Tempo von gu-
itar rig 3 synchronisiert wird. Der Synchronisations-Master kann zum Beispiel
eine externe Quelle sein, die Host-Clock des Sequenzers oder eine interne Quelle
aus guitar rig. Das Sync-Menü bietet die passenden Optionen.
Es gibt drei verschiedene Einstellungen:
► Free: Dies schaltet die Synchronisation ab, d.h. für den aktuellen Sound sind
keinerlei Anpassung an externe Synchronisationsquellen möglich. Das Metronome
läuft frei mit dem eingestellten Tempo. Sound: Die Synchronisationsquelle ist
im Preset selbst enthalten. Sie müssen zwischen verschiedenen Stücken das
Tempo des Metronomes nicht mehr manuell anpassen. Synchronisierte Delays
werden genau so geladen, wie sie gespeichert wurden.
► Sync: Die Synchronisationsquelle ist im Preset selbst enthalten. Sie müssen
zwischen verschiedenen Stücken das Tempo des Metronomes nicht mehr ma-
nuell anpassen. Synchronisierte Delays werden genau so geladen, wie sie ge-
speichert wurden.

Mit Tap können Sie das Tempo durch periodische Mausklicks interaktiv bestim-
men. Natürlich ist die direkte Eingabe des Tempos über die Tastatur oder durch
Mausklicks auf die Pfeile ebenfalls möglich. Sollten Sie sich im Sync-Modus be-
finden, besteht diese Möglichkeit allerdings nicht.
Der Rig Kontrol Button schaltet die Anzeige der Virtual Rig Kontrol an oder aus.
Auf der Virtual Rig Kontrol sehen Sie den aktuellen Status der Schalter und Pedale
und können für das aktuelle Preset die Zuweisungen von Bedienelementen der

GUITAR RIG 3 – 36
Software zu jenen der Rig Kontrol festlegen oder bereits bestehende Zuweisungen
verändern.
Die nächsten vier Schalter aktivieren oder deaktivieren die Anzeige der folgenden,
fest ins Rack eingebauten, Components:
► Tapedeck One (Pre-Processing)
► Tapedeck Two (Post-Processing)
► Tuner
► Metronom

Zu guter Letzt dienen die Minimize /maximize Buttons um die Darstellung aller
Components global zu verändern, indem Sie diese entweder allesamt aufklappen um
mehr Details zu sehen, oder aber mit einem einzigen Klick zusammenklappen.

4.1.3 SideKick
Der Sidekick beinhaltet die weiteren Darstellungsoptionen von guitar rig. Toolbar
und Rack werden auf der rechten Seite der guitar rig Benutzeroberfläche dargestellt,
während Sidekick (sofern eingeblendet) auf der linken Bildschirmseite gezeigt wird.
Der Sidekick kann jederzeit über den entsprechenden Button in der guitar rig
Darstellung ein- und ausgeblendet werden.

GUITAR RIG 3 – 37
SideKick ausblenden

Über den Sidekick erhalten Sie Zugriff auf folgende Darstellungen und Optionen
in guitar rig:
Der Browser ist eine Kombination von vier Unterbereichen mit denen Sie Ihre
Sounds in der Übersicht unter Kontrolle haben.
Im Sounds Pane erhalten Sie Zugriff auf Ihre Presets und Bänke. Das Fenster ist
horizontal geteilt. Der obere Bereiche zeigt die Bänke, der untere Bereich die darin
enthaltenen Presets.
Im Attributes Window können Sie für Ihre Presets verschiedene Attribute vergeben,
wie zum Beispiel Sound Name, Autor, Info, sowie weitere Kennzeichnungen, die
nach den Kategorien Style, Tone (Klangfarbe) und Instrument geordnet sind. Diese
Funktionen erleichtern das Ordnen und Finden von Sounds ungemein.

GUITAR RIG 3 – 38
Im Search Window können Sie auf der Basis der vergebenen Attributen Ihre Sounds
schnell und einfach wiederfinden. Dabei können Sie sogar nach einzelnen Sounds
auf der Basis von Bank-Kategorien suchen.
% Sound Management ist eine
wichtige Funktion von gui-
tar rig 3. Wir haben diesem Bereich
Nach Ihrer Suche werden Sie ins Results Window wechseln. Dort finden Sie eine daher einen detailliete Abschnitt dieser
Liste sämtlicher Sounds, auf die Ihre Suchkriterien zutreffen. Bedie-nungsanleitung (4.2) gewidmet.
Der Components Pool beherbergt die Components (Komponenten) zur Erstellung Ihres In Abschnitt 4.5 stellen wir Ihnen alle
virtuellen Racks. Sie sind in die folgenden Unterkategorien eingeteilt: Amps, Dist, Auswahlmöglichkeiten für den COMPO-
Mod, Eq, Vol, Rev, Tools und Mdf. NENTS Bereich vor, ergänzt um eine
Auf dem Options Tab finden Sie verschiedene Voreinstellungen und Optionen für guitar jeweilige ausführliche Beschreibung der
rig. Er ist in zwei Fenster unterteilt. COMPONENT Module.
Im Fenster für Controller Assignments erstellen und bearbeiten Sie die Zuweisungen
zu Ihrer Rig Kontrol und zu externen MIDI-Geräten. Sie bestimmen, ob die
Zuweisungen global oder pro Preset gültig sind und speichern oder laden Controller
Templates (komplette Sätze an Zuweisungen).
% Im Abschnitt 4.3 finden Sie
eine ausführliche Beschreibung
über sämtliche Aspekte der Controllerzu-
Im Preferences Fenster setzen Sie globale Voreinstellungen für die guitar rig weisung und die zugehörigen Voreinstel-
Software und das Plug-in. Hier können Sie Einstellungen wie die Fenstergröße, den lungen im Bereich Preferences.
Pfad für die Preset-Bänke und die Kalibirierung der rig kontrol finden.

4.1.4 Das Rack


Das Rack beherbergt die Components, die guitar rig zum Klingen bringen. Ziehen
Sie die virtuellen Geräte einfach in das Rack hinein. Die Minimalausstattung besteht
aus den fest eingebauten Eingangs- und Ausgangs-Komponenten (Input Component
und Output Component), die nicht entfernt werden können.
Ziehen Sie die virtuellen Geräte einfach mit der Maus aus dem Component Pool in
das Rack und lassen Sie diese dort fallen. Der Signalfluss wird durch die Position
der Geräte im Rack bestimmt.
Wenn Sie eine Verstärker-Komponente ins Rack ziehen, wird guitar rig automa-
tisch das passende Matching Cabinet wählen. Natürlich können Sie die Box auch
Das Rack
wieder entfernen oder statt dessen die Komponente Cabinet & Mics benutzen.

GUITAR RIG 3 – 39
R ack C omponents haben folgende Bedienelemente zur Einstellung ihrer
Darstellung:
► X: Dieser Schalter entfernt die Komponente dauerhaft aus dem Rack.
► -: Dieser Schalter minimiert die Darstellung der Komponente, so dass nur noch
der Name angezeigt wird.
► +: Sollte die Komponente über Expert-Bedienelemente verfügen, so werden
diese über diesen Schalter eingeblendet.

Ziehen Sie die Components einfach mit der Maus an eine andere Position im Rack,
wenn Sie die Reihenfolge ändern möchten.
Sollte Ihr Rack zu lang werden, um es im Fenster komplett darzustellen, benutzen
Sie bitte die Rollbalken auf der rechten Seite, um im Rack zu navigieren.
Es gibt keinerlei Einschränkungen was die Anzahl der Komponenten im Rack angeht.
Grenzen werden hier nur durch die Leistungsfähigkeit Ihres Rechners gesetzt.

4.2 Sound-Management

Im Sidekick-Browser finden Sie sämtliche Werkzeuge für den Umgang mit Ihren
Sounds in GUITAR RIG. Der Browser ist in vier Abschnitte eingeteilt: Sounds,
Attributes, Search und Results.

4.2.1 Der Umgang mit Bänken


Der obere Bereich des Sounds Windows im SideKick ist dem Umgang mit Bänken
gewidmet. Bänke sind Soundsammlungen mit bis zu 128 Presets. Hinsichtlich der
Anzahl der Bänke gibt es in guitar rig keine Begrenzung.
Der Bank-Browser hat drei Abschnitte:

GUITAR RIG 3 – 40
► Wahlmenü für die Bank-Kategorie
► Bank-Menü
► Die Bank-Liste

Das Wahlmenü für die Bank-Kategorie dient zur Filterung der Bänke durch folgende
Kategorien:
► Alle
► Guitar Amps
► Bass Amps
► Artist Sounds
► Signature Sounds
► Styles
► FX
► Live
► My Sounds
Alle Werks-Bänke sind einer dieser sieben Kategorien zugeordnet. Neu erstellte
Bänke werden der Kategorie "My Sounds" zugeordnet, solange sie nicht explizit mit
einer anderen Kategorie markiert werden. Wenn Sie eine Bank erzeugen und dabei
eine bestimmte Kategorie als Filter angewählt haben, so wird die neue Bank dieser
Kategorie zugeordnet. Sie können diese Zuordnung jederzeit über das Kontext-Menü
der Bank oder über das Bank-Menü ändern.
Das Bank-Menü beinhaltet folgende Befehle:
► New: Erzeugt eine neue, leere Bank.
► Save As: Speichert die aktuelle Bank mit neuem Namen an einer anderen
Stelle. Die Bank wird also einfach dupliziert.
► Import: Importiert eine gespeicherte Bank vom Datei-System in guitar
rig.
► Export: Exportiert die aktuelle Bank auf die Festplatte.
► Rename: Umbenennung der aktuellen Bank.

GUITAR RIG 3 – 41
► Protect: Schützt die aktuelle Bank vor versehentlichem Löschen und jeglicher
Änderung.
► Category: Weist der aktuell gewählten Bank eine der sieben zur Auswahl ste-
henden Kategorien zu.
► Remove Bank: Löscht die Bank unwiderruflich.
► Refresh Bank List: Sorgt dafür, dass die Bank-Liste den aktuellen Stand an-
zeigt.

Im Bank Window selbst sind folgende Aktionen möglich:


► Doppelklicken Sie auf eine Bank, um ihr einen neuen Namen zu geben.
► Ziehen Sie eine Bank an eine neue Position, um die Bank-Liste umzugestal-
ten.

Das folgende Kontext-Menü kann jederzeit mit einem Rechtsklick (Mac: Control-
Klick) erreicht werden.

Das Kontext-Menü einer Bank.

GUITAR RIG 3 – 42
4.2.2 Der Umgang mit Presets
Der untere Bereich des Sounds Windows ist der Sounds Pane. Er enthält alle Presets
der aktuell selektierten Bank. Das Sounds Window ist in drei Hautpbereich un-
terteilt:
► Bank-Namen-Display
► Sound-Menü
► Preset-Liste

Das Bank-Namen-Display zeigt immer die zugehörige Bank für das gerade gewählt
Preset an.
Das Edit Sound -Menü bietet folgende Befehle:
► New: Erzeugt am Ende der Liste ein neues, leeres Preset.
► Save: Speichert den aktuell aktiven Sound und überschreibt den Inhalt des
gewählten Presets.
► Save As: Speichert den aktiven Sound am Ende der Liste.
► Cut: Schneidet das angewählte Preset aus und legt es in der Zwischenablage
ab.
► Copy: Kopiert das aktuelle Preset in die Zwischenablage.
► Paste: Fügt ein kopiertes Preset aus der Zwischenablage an der aktuellen
Position in der Liste ein.
► Select All: Wählt sämtliche Presets der aktuellen Bank an.
► Rename: Umbenennen des aktuell angewählten Presets.
► Undo: Macht die letzte Aktion rückgängig.
► Redo: Wiederholt die letzte Aktion.
► Remove Preset: Löscht das aktuell angewählte Preset unwiderruflich.
► Clean Up: Entfernt etwaige Leerstellen aus der aktuell selektierten Bank.
Dadurch entsteht eine zusammenhängende Preset-Liste.

Für jeden Sound kann per Rechtsklick (Mac: Control-Klick) ein Kontext-Menü ge-
öffnet werden.

GUITAR RIG 3 – 43
Das Kontext-Menü von Sounds

4.2.3 Nützliche Tipps in Sachen Sounds


% Für Anwender älterer
Versionen: Dies ist eine
neue Funktion in Guitar Rig 3
Im Folgenden möchten wir Ihnen ein paar Tipps geben, wie Sie den Umgang mit
Sounds optimal gestalten können:
► Sie können Presets von der Sound-Liste einfach per Drag-and-Drop in eine
andere Bank ziehen. Dabei wird das Preset aus der ursprünglichen Bank ge-
löscht und am Ende der neuen Bank gespeichert.
► Wenn Sie den Befehl Save As nutzen, können Sie als Speicherort für den Sound
auch eine andere Bank wählen. Sobald Sie etwas an einem Sound ändern,
leuchtet der Save Button auf, so dass immer ersichtlich ist, ob der aktuelle
Sound vom Original abweicht.. Sie können dann eine andere Bank wählen
bevor Sie auf Save As klicken. Der aktuelle Sound bleibt dabei erhalten. Wenn
Sie nun auf Save as... klicken, wird das Preset in die neu angewählte Bank
gespeichert.

4.2.4 Preset Attributes


Im Attributes Window können Sie jedem Preset verschiedene Kategorien zuweisen,
um die Suche nach bestimmten Merkmalen der Presets zu erleichtern. Clean…Country…Single Coils???
Folgende Informationen können Sie den Presets mitgeben: Niemals!

GUITAR RIG 3 – 44
► Sound Name: Der Name des aktuell angewählten Presets.
► Author: Die Person, die das Preset ursprünglich erstellt hat.
► Modified: Das Datum der letzten Speicherung.
► Favorite: Setzen Sie diese Markierung, wenn der Sound zu Ihren Lieblings-
Presets gehört. Sie können dann später nach dieser Markierung filtern.
► Info: Hier können Sie Zusatzinformationen zu Ihrem Sound eingeben, die dann
im Live Mode angezeigt werden.
► Style, Tone und Instrument: Ordnen Sie Ihrem Sound die passenden Attribute
aus den Kategorien Style, Tone und Instrument zu.

4.2.5 Suche und Ergebnisse


Search und Results (Suche und Ergebnisse) sind zwei separate Fenster, die eng
zusammenhängen.
Im Search Window (Such-Fenster) können Sie entweder per freiem Suchwort oder
über die folgenden Eigenschaften nach Presets und Sounds suchen:
► Quicksearch:Hier können Sie beliebige Suchwörter eingeben)
► Name: Name des Sounds
► Autor: Name des Sound Designers
► Category: Kategorie, der der Sound zugeordnet wurde
► Date Modified: Datum der letzten Speicherung
► Style: Die Style-Attribute
► Tone: Attribute aus der Kategorie Tone
► Instrument: Attribute aus der Kategorie Instrument
► Favorit: Die mit "Favorite" markierten Sounds:

Nachdem Sie die Eigenschaften, nach denen Sie suchen möchten eingegeben ha-
ben, klicken Sie einfach auf den Find Button und Sie werden direkt auf die Results
Page geführt. Dort finden Sie eine Liste mit allen Sounds, auf die Ihre Suchkriterien Suchen. Finden. Für Ordnungslie-
bende und Unorganisierte.

GUITAR RIG 3 – 45
zutreffen. Die Results Page zeigt neben der Liste mit Treffern auch die Preset-Liste
der aktuell gewählten Bank.
Wenn Sie weitersuchen möchten, kehren Sie einfach auf die Search Page zurück.
Mit dem Reset Button können Sie dabei neue Suchabfragen beschleunigen, denn
hier wird die Search Page wieder auf die Grundeinstellung zurückgesetzt.

4.2.6 Die Größe der Bank- und Sound-Listen einstellen


Die Größe der Bank-, Sound- und Results-Listen kann über den Resize-Griff zwi-
schen Bank- und Soundliste verändert werden. Lassen Sie Ihren Mauszeiger über
dem Griff schweben, bis der Zeiger seine Form ändert und ziehen Sie ihn dann auf-
oder abwärts. Nun, klicken und ziehen Sie die Liste auf die gewünschte Höhe.
Mit einem Klick auf den Resize-Griff wird die Presets- bzw. die Results-Liste
jeweils maximiert, mit einem weiteren Klick wird die ursprüngliche Aufteilung wie-
derhergestellt.

4.3 Optionen

Der Options-Tab besteht aus zwei Seiten: Controllerzuweisungen und allgemeine


Voreinstellungen für den Standalone- und den Plug-in-Betrieb.

Der Options-Tab

GUITAR RIG 3 – 46
4.3.1 Controllerzuweisungen
Wenn Sie auf den Controller-Tab klicken, gelangen Sie zum folgenden Fenster:
Hier können Sie sämtliche Zuweisungen (Assignments) Ihrer Rig Kontrol ver-
walten sowie Ihre externen Controller von Drittanbietern der fest verdrahteten Rig
Kontrol zuweisen.
Die Zuweisungen werden allesamt identisch dargestellt und wie folgt konfigu-
riert:

Der Assignment-Strip

Schauen wir uns näher an, was die einzelnen Abschnitte im obigen Bild darstel-
len:
► RK3 Pedal: Dieser Abschnitt beschäftigt sich mit der Konfiguration des RK3-
Pedals
► Sound: Der Sound-Button schaltet zwischen Sound (Zuweisungen, die nur auf
Soundebene gültig sind) und Global (Zuweisungen, die für alle Sounds, gültig
sind) um.
► Learn: Dieser Taster erlaubt Ihnen die Befehle eines externen Hardware-
Controllers zu "erlernen". Der Taster weist der Virtual Rig Kontrol den externen
Controller zu. Drücken Sie Learn und in der Folge den Taster der externen Voll unter Kontrolle!
Hardware. (Vorsicht: Der Controller wurde assimiliert!)
► Volume Pedal: Hier sehen Sie, was dem entsprechenden Bedienelement gerade
zugewiesen ist. Auf dem Bild ist das Volume Pedal dem Pedal der RK zuge-
wiesen.

GUITAR RIG 3 – 47
► Um die aktuelle Zuweisung zu ändern, klicken Sie auf das Menü und halten
die Maustaste fest. Dann wählen Sie aus dem Kontext-Menü den gewünschten
Parameter der aufgelisteten Components. Wenn Sie sich im Sound-Modus
befinden, werden dies die Komponenten Ihres Racks sein. Im Global-Modus
sehen Sie ein Menü mit globalen Funktionen. Beide Menüs bieten den Befehl
Clear, der die aktuelle Zuweisung löscht.
► Range: Nutzen Sie diese Funktion, um den Regelbereich eines kontinuierlichen
Controllers (wie zum Beispiel eines Pedals oder eines Drehreglers) einzuschrän-
ken, so dass er nicht den vollen Wertebereich eines Parameters überstreicht.
So möchten Sie vielleicht nicht die Wet/Dry-Mischung eines Hall-Effektes kom-
plett durchfahren, sondern den Parameter nur von 20% bis 50% regeln. Sie
können den Regelbereich einstellen, indem Sie die rechte oder linke Begrenzung
anklicken und horizontal bewegen.

4.3.2 Spezielle Aufgaben


Im C ontroller Window können Sie einige spezielle Zuweisungen erledigen, die
Ihnen das Leben deutlich vereinfachen können. Die Snapshot-Funktion kann da-
bei besonders nützlich sein. Wenn ein Controller im Sound-Modus ist, bietet das
Kontextmenü die Möglichkeit, ihm die Snapshot-Funktion zuzuweisen. Konfigurieren
Sie die Parameter der Components in Ihrem Rack wunschgemäß und wählen Sie
dann Set Snapshot, um mit einem Controller die eingestellten Werte wieder abrufen
zu können. Sie können dem Snapshot entweder über die Virtual Rig Kontrol oder
über die Controller Page einen Namen geben.
Außerdem können Sie im Global-Modus die Funktion Sound Jump nutzen, die Soundspezifische Parameter!
Ihnen Sprünge innerhalb der Preset-Liste ermöglicht. Um diese Funktion zu konfi-
gurieren, setzen Sie die Zuweisung auf Global und wählen Sie Jump To im Sound
Selection Menü.

GUITAR RIG 3 – 48
Sound Jump Parameter

Hier können Sie bestimmen, zu welcher Preset-Nummer der aktuellen Bank Sie bei
Betätigung des Controllers springen möchten. Das ist praktisch, wenn Sie innerhalb
einer Bank springen müssen.
Jump To steht auch im Abschnitt Bank Selection zur Verfügung, um mit den
Schaltern Ihrer Rig Kontrol zu einer bestimmten Bank zu springen.
Globale Parameter!

4.3.3 Bedienung der Virtual Rig Kontrol


Auf der Virtual Rig Kontrol ist die Parameterzuweisung für den Sound besonders
einfach, denn auch dort steht das Menü zur Parameterwahl für jedes Bedienelement
mit einem Rechtsklick (Mac: Control-Klick) bereit. So können Sie Zuweisungen und
Snapshots erstellen, ohne das Rack zu verlassen. Für globale Parameterzuweisungen
müssen Sie sich allerdings in das Controller Window bewegen.

4.3.4 Rig Kontrol Templates


Ein Rig Kontrol Template ist ein kompletter Satz an Einstellungen für die Rig
Kontrol. Diese Funktion mag eher für Fortgeschrittene interessant sein: Sie
ist außerordentlich mächtig, wenn Sie Ihre Rig Kontrol schnell für eine andere
Aufgabe nutzen möchten (zum Beispiel die Bedienung einer Loop Machine oder
eines Tapedecks, ohne dabei das Preset zu wechseln). In der Grundeinstellung ist das Template Setup Menü
ursprüngliche Template aktiv, es kann jedoch über folgendes Menü leicht geändert
werden: Ein Klick öffnet die Liste zur Template-Auswahl.
Das nächste Element im Bereich Template Control ist das Setup-Menü:
Es enthält die folgenden Einträge: Das Auswahlmenü für Rig Kontrol
Templates
► New: Erzeugt ein neues Template für die rig kontrol.

GUITAR RIG 3 – 49
► Save: Speichert das aktuelle Template.
► Save As: Speichert das aktuelle Template mit neuem Namen.
► Import: Importiert ein gespeichertes Template von der Festplatte.
► E xport: Exportiert das aktuelle Template auf die Festplatte.
► Delete: Löscht das aktuelle Template.

4.3.5 Externe Controller zuweisen


Die untere Hälfte des Controller Assignments Window widmet sich der Zuweisung
externer MIDI-Controller-Hardware zu Parametern in Guitar Rig.
Dabei gilt folgendes Prinzip: Die Rig Kontrol ist jetzt fest mit der Software und
den kompletten Presets verbunden. Bei der Zuweisung externer MIDI-Hardware
geht es nicht darum, neue Controller für ein existierendes Preset zu schaffen.
Stattdessen wird Ihre MIDI-Hardware die Funktionen der Rig Kontrol anspre-
chen. Das brauchen Sie nämlich nur einmal zu tun. Danach haben Sie eine stabile
Zuordnung Ihres Controllers zur Rig Kontrol. Die Verbindung eines externen
Controllers mit den acht Schaltern der Rig Kontrol 3 wird über Learn getätigt,
wie in Kapitel 4.3.1 beschrieben.
Der Abschnitt für E xternal C ontroller Assignments erlaubt die Erzeugung von
Controllern, die über die acht Schalter und das Pedal der Virtual Rig Kontrol hin-
ausgehen. Einfach ausgedrückt, wendet sich dieser Abschnitt an Leute, die eine
Menge an Schaltern und Reglern einsetzen möchten.
Klicken Sie den Add Assignment Button, um mit den Zuweisungen zu beginnen. Es
erscheint ein neuer Eintrag in der Liste:

GUITAR RIG 3 – 50
Externe Controller in Aktion!

Klicken Sie hier den Learn Button der neuen Zeile und weisen Sie Ihr externes
Bedienelement zu. Das funktioniert wie für die Virtual Rig Kontrol beschrieben.
Der Hauptunterschied dabei st die Tatsache, dass die externen Bedienelemente
keine Entsprechung auf der Virtual Rig Kontrol haben. Sie werden perfekt mit
guitar rig funktionieren, aber eben nicht die Virtual Rig Kontrol ansprechen.
Alles, was wie in Kapitel 4.3.1 beschrieben der rig kontrol zugewiesen werden
kann, kann auch mit externen Geräten verbunden werden, inklusive Preset Jumps
und Snapshots.

GUITAR RIG 3 – 51
4.3.6 Voreinstellungen (Preferences)
Das Preferences Window beinhaltet verschiedene Parameter, die guitar rig im
Standalone- oder Plug-in-Betrieb auf globaler Ebene beeinflussen. Die Auswahl
sieht folgendermaßen aus:

Optionen über Optionen ...

Das Fenster bieten Ihnen die folgenden Optionen:


► Window Height: Einstellung der Fenstergröße von Guitar Rig. Es gibt die Größen
Small (klein), Medium (mittel) und Large (groß). Ob die Einstellungen Medium
und Large sinnvoll sind, hängt von der Auflösung Ihres Bildschirms ab.
► Midi Learn Popup Window: Schaltet das automatische Öffnen des MIDI-Learn-
Fensters bei Zuweisungen an (On) oder aus (Off).
► Show Help Hints: Aktiviert (On) oder deaktiviert (Off) die Hilfetexte, die unter
dem Mauszeiger erscheinen.
► Rig Kontrol 1: Wenn Sie GUITAR RIG 3 mit einer Rig Kontrol 1, nutzen,
wählen Sie hier On.
► Rig Kontrol Pedal Calibration: Sollte das Pedal Ihrer Rig Kontrol seltsam arbei-
ten, klicken Sie hier, um es neu zu kalibrieren.

GUITAR RIG 3 – 52
► Choose Preset Banks Directory: Hier können Sie ein anderes Verzeichnis für die
Speicherung ihrer Bänke und Presets wählen.

4.3.7 Kalibrierung der RIG KONTROL


Sollten Sie das Gefühl haben, das Pedal der rig kontrol sei nicht mehr korrekt
kalibriert, wählen Sie im Preferences Window das Options Tab und klicken darin
auf den Reset Button.

Kalibrierung des RIG KONTROL Pedals

Nun werden Sie aufgefordert, das Pedal Ihrer RIG KONTROL einmal über seinen
kompletten Regelweg zu bewegen. Der Regelbereich des Pedals wird intern neu
kalibriert und das Pedal sollte nun wieder gut funktionieren.

4.4 Live View

Der Live View ist ein Neuzugang in guitar rig 3. Drücken Sie den Live View Button
auf dem Global Header und das Live View Window öffnet sich:

GUITAR RIG 3 – 53
Der Live View

Das Fenster besteht aus drei Hauptbereichen:


1. Der Liste mit den Sounds der aktuellen Bank (oben links).
2. Eine Multifunktionsanzeige, die den aktuell aktiven Sound anzeigt. Außerdem
% Sofern Sie die
Fenstergröße entspre-
chend groß einstellen, können Sie
sehen Sie dort etwaige Zusatzinformationen zum Sound oder für eines der drei auch die Informationstexte für die
folgenden Fenster (Metronome, Tuner oder Loop Machine): Presets gemeinsam mit dem
3. Die vergrößerte Virtual Rig Kontrol mit den zugewiesenen Parametern. Metronom, dem Tuner oder der
Loop Machine gleichzeitig darstel-
len lassen. In der kleinsten
Darstellungsgröße werden Sie hin-
gegen entweder nur die Additional
Preset Info, den Tuner, das
Metronom oder die Loop Machine
Das Metronom
sehen.

GUITAR RIG 3 – 54
Der Tuner

Die Loop Machine

Sie können die Anzeige zwischen Metronom, Tuner und Loop Machine umschalten,
indem Sie auf die entsprechenden Schalter auf der Oberfläche klicken. .Um die
Sound-Informationen wieder zu sehen, klicken Sie auf den vergrößerten Sound-
% Die Loop Machine ist nur
verfügbar, wenn Sie in
das aktuell angewählt Rig einge-
Namen im Sounds Window. fügt wurde.
Mit dem Auslösen von Triggerfunktionen über die Rig Kontrol (etwa das Aufrufen
von Tuner, Metronom oder Loop Machine) wechselt auch das Display automatisch in
die zugehörige Darstellung. Sollten Sie mehrere Loop Machines in Ihrem Rig betrei-
ben, können Sie mit den Links-/Rechts-Pfeilen in der The Loop Machine Darstellung
zwischen den verschiedenen Loop Machines umschalten.
Ganz unten sehen Sie die komplette Virtual Rig Kontrol mit den aktuellen
Zuweisungen:
Das Schöne am Live View ist , dass Sie schnellen Zugriff auf die meist genutzten
Funktionen von Guitar Rig erhalten und die Darstellung groß genug ist, um sie
auch auf der Bühne bequem lesen zu können. Sogar die Buttons der Rig Kontrol
und die Zuweisungen sind klar erkennbar.
% Um den Live Mode ein-
und auszublenden, drü-
cken Sie F1.

GUITAR RIG 3 – 55
4.5 Components und Parameter

Um GUITAR RIG 3 an Ihre eigenen Klangvorstellungen anzupassen, sollten Sie den


Einfluss sämtlicher Effektparameter auf den Klang verstehen. Hier ist der leichte
Weg: Ziehen einen Effekt in das Rig, wählen Sie einen Parameter, ändern diesen
und hören Sie, was passiert. Mit etwas Zeit und gutem Hinhören, werden Sie die
Arbeitsweise jedes Parameters kennengelernt haben.
Obwohl dieses Versuch- und Irrtum-Verfahren Spaß bringt, so kostet es auch Zeit.
Daher können im folgenden Bereich nachlesen, welche Parameter für welchen
Effekt bereitstehen. Dort wo es sinnvoll erscheint, finden Sie Tipps um den größten
Nutzen aus dem jeweiligen Effekt ziehen zu können.

4.5.1 Mono, Stereo und Signalfluss


Im Unterschied zu den meisten Gitarren-Racks, die in Mono ausgeführt sind, ar-
beitet GUITAR RIG 3 in Stereo. Sämtliche Verbindungen sind in der Lage getrennte
Informationen für den linken und rechten Kanal zu übertragen. Dies ist wichtig zu
verstehen, da quasi alle Gitarren mono arbeiten. Viele Components in GUITAR RIG
3 ergänzen also eine stereophone Klangübertragungung oder erhalten diese, um
einen breiteren Raum abzubilden. Folgende Effekte machen aus einem Mono- ein
Stereosignal:
► Cabinets (beim Einsatz von Pan und Air)
► Tremolo (im Stereo-/Panmodus)
► Stoned Phaser (mit eingeschaltetem Rotate)
► Chorus/ Flanger (im Stereomodus)
► Ensemble
► Rotator
► Quad Delay
► Psychedelay

GUITAR RIG 3 – 56
► Spring Reverb
► Studio Reverb

Einige Components arbeiten grundsätzlich in mono. Sofern Sie diese Components


mit einem Stereosignal einsetzen, wird dieses zunächst in ein Monosignal umge-
wandelt.
► Cabinets
► Alle Amp Head Components (Verstärker)
► Alle Distortion Components (Verzerrer)
► Ensemble
► WahWah Pedal
► TalkWah
► Chorus/ Flanger

Bitte beachten Sie, dass einige Effekte in beiden Listen auftauchen. Sie kön-
nen eingangsseitig ein Stereo- in ein Monosignal wandeln, aber ein stereophones
Ausgangssignal bereitstellen. Wieder andere Components belassen das Signal, wie
es ist. Aus Mono In wird Mono Out und bei Stereo In erhält Stereo am Ausgang.
Bei den meisten Stereo Components handelt es sich um Effekte,die typischer-
weise nach einem Verstärker eingesetzt werden (Reverb, Delay, usw.). Hinweise
zur Effektplatzierung lesen Sie bitte in Anhang C nach. Daher werden Sie also
definitiv ein Stereosignal erhalten, sofern Sie diese Effekte nach einem Monoeffekt
betreiben.
Beachten Sie bitte, dass beim Einsatz von Monoeffekten nach Stereoeffekten der
Stereoeindruck verloren geht. Wenn Sie Chorus/ Flanger im Stereomodus oder das
Tremolo im Stereo-/Panmodus betreiben, wird der Effekt sogar komplett unhörbar,
sobald Sie auf eine Monoausgabe wechseln.

GUITAR RIG 3 – 57
4.5.2 Display-Regler
Jede Komponente hat einen Button (oder mehrere Buttons) im Bereich der oberen
rechten Ecke. Diese Buttons haben die folgenden Funktionen:
X : Entfernt die Komponente aus dem Rack
- : Verkleinert die Moduldarstellung auf die Mindestgröße von einer Rack-
Höheneinheit. (Wünschen Sie sich nicht auch, dass Hardware so etwas
könnte?)
+ : Vergrößert die Komponente auf eine Darstellung, in der alle Parameter gezeigt
werden. (Expert Mode).

4.5.3 Geräte ein- und auschalten


Alle Components verfügen über einen Ein-/Aus-Schalter in der oberen linken
Ecke. Schalten Sie das Gerät (die Komponente) aus, wird es vollständig aus dem
Signalfluss entfernt (True Bypass), so als wäre es gelöscht worden. Ausgeschaltete
Components verursachen keine CPU-Last.

4.5.4 Sichern und Laden von Templates


Für alle Components können auf identische Weise als so genannte Templates ge-
sichert, ausgewählt und benannt werden. Dabei handelt es sich um spezifische
Einstellungen einer Komponente, die unabhängig von einem Preset gesichert wer-
den sollen. So ist es denkbar, dass Sie eine großartige Einstellung für das Quad
Delay gefunden haben, die Sie in anderen Presets einsetzen möchten. Sichern
Sie die Einstellung als Template und fügen Sie dieses in anderen Presets hinzu.
Eine vollständige Anleitung finden Sie am Anfang von Kapitel 7, dies ist eine kurze
Wiederholung.
► Um ein Template auszuwählen, klicken Sie auf das Drop-Down Menü rechts
vom Namensfeld und treffen Ihre Auswahl.

GUITAR RIG 3 – 58
► Um ein Template zu sichern, müssen Sie es zunächst benennen. Hierfür über-
schreiben Sie den existierenden Namen und sichern das neue Template im
Anschluss über das Drop-Down Menü rechts neben dem Namensfeld durch
Auswahl von Save.
► Um ein Template zu überschreiben, benennen Sie es gegebenenfalls und kli-
cken wählen Sie anschließend auf dem Drop-Down Menü neben dem
Namensfeld den Eintrag Overwrite.
► Um ein Template zu löschen, wählen Sie den Eintrag Delete im Drop-Down-
Menü neben dem Namensfeld.

4.6 Feste Rack-Komponenten

Es gibt sechs feste Rack-Komponenten:


► Input
► Tapedeck 1
► Tapedeck 2
► Tuner
► Metronom
► Output

Bis auf die Input und Output Components können diese versteckt oder in der Größe
minimiert werden, um Platz in der Darstellung zu sparen. Entfernt werden können
die festen Komponenten jedoch nicht. Sämtliche klangformende Komponenten
werden immer zwischen Input und Output platziert.

GUITAR RIG 3 – 59
4.6.1 Input Component mit RIG KONTROL 2 oder 3

Hier wird der Instrumentenpegel an GUITAR RIG 3 angepasst. Hinweis: Nutzen


Sie immer den höchstmöglichen Pegel, also kurz vor der Übersteuerungsgrenze.
Hierfür ziehen Sie die Pegelanzeige zu Rate. Stellen Sie den Pegel dabei möglichst
so ein, dass er sich nahe der roten Overload-Anzeige befindet, diese aber nicht
aufleuchtet.
Volume bestimmt den Eingangspegel. Drehen Sie den Regler im Uhrzeigersinn so-
lange auf, bis sich die Pegelanzeige knapp unter dem roten Bereich befindet (Rot
signalisiert eine Übersteuerung). Drehen Sie dann den Regler wieder etwas zurück,
um eine Übersteuerungsreserve einzuplanen (Ein Clipping der Soundkarte klingt
meistens sehr unangenehm). Sollten die roten "LEDs" immer noch aufleuchten,
regeln Sie den Pegel noch weiter herab.
Sofern der zugehörige Learn Button aktiv, also eingedrückt, ist, wird GUITAR RIG
3 die Pegelausteuerung automatisch selbst durchführen. Nachdem Sie Learn ak-
tiviert haben, schlagen Sie Ihre Gitarre so an, dass sie den möglichst lautesten
Pegel erreichen. GUITAR RIG 3 analysiert den Pegel und passt Volume automatisch
entsprechend an. Nachdem die Analyse und der Einstellungvorgang abgeschlossen
ist, springt der Learn Button automatisch wieder heraus.

Die Channel Buttons steuern das Verhalten von GUITAR RIG 3 in den Betriebsarten
single und dual Guitar:
► 1: GUITAR RIG 3 verarbeitet lediglich das Eingangssignal Input 1 an der RIG
KONTROL 2 oder 3. Input 2 ist stumm geschaltet.
► 2: GUITAR RIG 3 verarbeitet lediglich das Eingangssignal Input 2 an der RIG
KONTROL 2 oder 3. Input 1 ist stumm geschaltet
► Both: Beide Eingänge werden an GUITAR RIG 3 übertragen.

GUITAR RIG 3 – 60
Mit dem NR Button schalten Sie die Rauschunterdrückung ein (Button "gedrückt")
oder aus (Button "nicht gedrückt”). Mit dem Threshold -Regler wird der Pegel de-
finiert, über dem das Audiosignal das Noise Gate noch passieren darf (Gate LED
aus). Sobald der Pegel unter diesen Grenzwert fällt, schließt das Gate (Gate LED
leuchtet rot). Dies ist hilfreich, wenn Ihre Pickups Störgeräusche wie Brummen
oder Surren wiedergeben. Justieren Sie den Threshold-Regler knapp oberhalb des
Störgeräusches. Während einer Spielpause sollte das Gate das Störgeräusch dann
gerade nicht passieren lassen. Sobald Sie jedoch spielen und der Eingangspegel
den Threshold Wert überschreitet, sollte sich das Gate öffnen. In diesem Fall
übertönt das Nutzsignal dann hoffentlich das Störgeräusch.
Mit der Learn-Funktion kann der optimale Threshold-Wert automatisch gesetzt
werden. Klicken Sie auf Learn, ohne die Gitarre dabei zu spielen. GUITAR RIG 3
analysiert das Eingangssignal und setzt den Regler für Threshold gerade oberhalb
des Restrauschens. Wenn Sie nun die Gitarre spielen, sollte das Gate zuverlässig
öffnen.

4.6.2 Input Component mit der RIG KONTROL 1

Die Funktionsweise ist bis auf die folgenden Zusatzfunktionen mit dem Betrieb der
RIG KONTROL 2 oder 3 identisch:
Die Channel Buttons steuern, wie sich GUITAR RIG 3 in den Betriebsarten „sing-
le” und „dual” verhält. Diese Funktion ist der RIG KONTROL 1 fest zugeweisen
(bitte lesen Sie hierzu das GUITAR RIG Handbuch, dass mit der RIG KONTROL
1 ausgeliefert wurde).
► 1: GUITAR RIG 3 verarbeitet lediglich das Eingangssignal Input 1 an der RIG
KONTROL 1. Input 2 ist stumm geschaltet. % Bitte beachten Sie, dass
Mono-Module die beiden
Signale zusammenmischen.

GUITAR RIG 3 – 61
► 2: 1: GUITAR RIG 3 verarbeitet lediglich das Eingangssignal Input 2 an der
RIG KONTROL 1. Input 1 ist stumm geschaltet.
► Both: Schickt beide Eingänge in GUITAR RIG 3. Nutzen Sie diesen Modus nicht
mit der RIG KONTROL 1, denn Sie würden auch die Kontrollsignale der
Fußschalter- und Pedalbuchsen hören.
► On: Schaltet die Erkennung der RIG KONTROL ein und aus (Button gedrückt
bedeutet eingeschaltet).
► Auto: Die empfohlene Einstellung im Betrieb mit der RIG KONTROL 1. GUITAR
RIG 3 wird automatisch erkennen, sobald ein Instrument in Eingang 1 einge-
steckt wird. Auch die Steuersignale der RIG KONTROL werden auf dem ande-
ren Kanal erkannt.

4.6.3 Output Component

Hier wird der Ausgangspegel von GUITAR RIG 3 an die nächste Stufe im Signalfluss
angepasst (Mixer, Verstärker, PA usw.). Weiterhin können Sie diese Stufe einsetzen,
um Pegeldifferenzen zwischen Presets zu kompensieren.
Der Parameter Preset Volume wird mit dem Preset gesichert. Folglich können Sie
hier den Pegel zu lauter Presets herunterregeln oder für zu leise Presets aufregeln
und so eine Anpassung an andere Presets herstellen. NATIVE INSTRUMENTS
empfiehlt, diesen Parameter in der Mittelposition zu belassen, sofern Sie keine
Lautstärkeanpassung zu anderen Presets herstellen möchten.
Um die Preset-Lautstärke automatisch einstellen zu lassen, schalten Sie den zu-
gehörigen Learn Button ein (button „gedrückt"”). Schlagen Sie Ihre Gitarre hart an
(ohne dabei die Nachbarn aufzuwecken!). GUITAR RIG 3 wird nun den Pegel ermit-
teln und den Preset Level automatisch justieren. Nach diesem Vorgang "springt"
der Learn Button wieder heraus.

GUITAR RIG 3 – 62
Mit M aster Volume stellen Sie den Ausgangspegel von GUITAR RIG 3 ein.
Typischerweise nutzen Sie diesen Regler, um den Signalpegel an die folgende
Stufe im Signalweg anzupassen und dann in dieser Stellung zu belassen, solange
diese Konfiguration beibehalten wird.
M eter zeigt den Ausgangspegel. Sobald die LEDs rot leuchten, ist eine
Übersteuerung aufgetreten. Regeln Sie entsprechend den Master Volume Regler
leicht herunter (oder den Preset Volume Regler, falls es sich um ein ungewöhn-
lich lautes Preset handelt). Leuchtet die Anzeige weiterhin rot, setzen Sie diesen
Regelvorgang bitte weiter fort.
Der Limiter Switch bestimmt, wie sich GUITAR RIG 3 im Falle einer Übersteuerung
verhält, die sich durch die rote Pegelanzeige äußert. Bei deaktiviertem Limiter,
kommt es aufgrund einer Überschreitung der Pegelgrenze von GUITAR RIG 3 zu
einer Übersteuerung. Ist der Limiter aktiviert, regelt dieser zu hohe Pegel automa-
tisch herunter und vermeidet daher Verzerrungen. Sobald der Pegel wieder unter
die Übersteuerungsgrenze abfällt, wird die Lautstärke wieder auf den Normalwert
hochgeregelt. Wenn der Limiter häufig eingreift, regeln Sie Master Volume herunter,
oder, im Fall eines ungewöhnlich lauten Presets, den Regler für Preset Volume.

4.6.4 Tuner
% Dieser Limiter arbeitet
eher als Betriebssicher-
ung, dennoch kann seine klang-
liche Beeinflussung durchaus
wünschenswert sein. Wenn Sie
den Limiter als Effekt einsetzen
Dies ist das richtige Modul, um Ihr Instrument schnell und zuverlässig zu stimmen. möchten, dann fügen Sie die
Ein Stimmgerät kennen Sie sicherlich. So arbeitet unseres: Limiter Komponente in den
Signalweg Ihres Rigs ein.

GUITAR RIG 3 – 63
Das Instrument Drop-Down Menü steht in der Voreinstellung auf Guitar, kann aber
auch auf Chromatic, Bass und vier Open Tunings (D, E, G, A) und eine DADGAD
Stimmung eingestellt werden.
Mute Sound schaltet den Audioausgang aus. Somit können Sie stimmen, ohne das
Ihnen das Publikum dabei zuhört. Im Standard Rig Kontrol Template ist der
Mute Sound Button automatisch mit einem Taster auf der Rig Kontrol verbun-
den. Dieses Mapping erfolgt auf globaler Ebene, kann aber natürlich verändert
werden!
Sie haben zwei Tuningmodi zur Auswahl, die Sie mit dem Cent Button und Strobe
Button rechts vom Display anwählen:
► Im Cent Modus dient Ihnen ein kleiner Zeiger als Hinweis ob die Tonhöhe zu
hoch (der Zeiger befindet sich rechts vom Mittelpunkt der Anzeige) oder zu tief
(der Zeiger befindet sich links vom Mittelpunkt der Anzeige) ist. Die
Zahlenangabe auf der rechte Seite des Displays zeigt Ihnen, welche Saite Sie
gerade stimmen. Sobald eine Saite richtig gestimmt ist, sollte der Zeiger genau
in die Mitte der Skala auf dem Wert „0” stehen.
► Im Strobe Modus, wird die Stimmung durch eine Reihe von Lichtern visualisiert.
Bewegen sich die Lichter nach rechts, ist die Stimmung zu hoch, bewegen sie
sich nach links ist die Stimmung zu tief. Je schneller sich die Lichter bewegen,
desto größer ist die Abweichung von der richtigen Stimmung. Wenn sich die
Lichter schließlich nicht mehr bewegen, ist die Saite richtig gestimmt.

GUITAR RIG 3 – 64
Um die erweiterten Funktion zu sehen, klicken Sie auf das (+) Symbol und klappen
diesen Bereich nach unten aus dem Tuner heraus.
► Reference Pitch legt die Stimmreferenz auf einen Wert zwischen from A=425
Hz bis A=455 Hz fest. Der Hinweistext für diesen Regler zeigt die exakte
Tonhöhe.
► Cents zeigt die Abweichung von der Idealstimmmung in Cents an.
► Drop Tune transponiert den Stimmbereich. Ein Beispiel: Möchten Sie alle Saiten
einen Halbton tiefer stimmen, dann stellen Sie den Parameter Drop Tune auf
den Wert -1.
► Tune Fork erzeugt einen Stimmton als Referenz. Um die Tonhöhe zu spezifizie-
ren, klicken Sie einfach auf das Notenfeld rechts vom Tune Fork Button. Ziehen
Sie die Maus nach oben, um die Tonhöhe zu erhöhen, beziehungsweise nach
unten um diese zu erniedrigen. Ergänzend können Sie auch die Pfeiltasten über
und unter dem Display nutzen, um die Tonhöhe der "virtuellen Stimmgabel" in
Halbtonschritten zu verändern.

4.6.5 Metronom

Das Metronom hilft Ihnen im Timing zu bleiben. Es mag nicht der aufregends-
te Bestandteil von Guitar Rig sein, ist aber sicher einer der wichtigsten. Das
Metronom-Tempo beinflusst jedes Modul in guitar rig, das synchronisiert werden
kann, wie etwa die Delays und Modifers.
Das Metronom erhält seine Tempoinformation automatisch aus dem Sync-Bereich
der Main Toolbar. Trotzdem, können Sie das Tempo direkt beeinflussen und die
Tap-Funktion in der Bedienoberfläche nutzen.
Mit Power schalten Sie die Wiedergabe des Metronoms ein.

GUITAR RIG 3 – 65
Der Volume Slider stellt den Metronompegel ein.
Mute schaltet die Wiedergabe des Metronoms temporär aus.
Signat. stellt ein Taktmetrum ein, in welchem das Metronom arbeitet. Das zugehö-
rige Metronome Meter Menu bietet Ihnen etliche Taktarten zur Auswahl an.
BPM zeigt das aktuelle Tempo an.
#1 ist der Klang, der auf der Eins des Taktes erklingt. Sie können die Wav-Dateien,
die den Klang des Metronoms bestimmen, ändern, indem Sie auf den Pfeil klicken
und eine andere Datei wählen.
#2 ist der Klang, der auch den unakzentuierten Takteinheiten liegt. Sie können die
Wav-Dateien, die den Klang des Metronoms bestimmen, ändern, indem Sie auf den
Pfeil klicken und eine andere Datei wählen.
Tap erlaubt es Ihnen, das Tempo entweder mit der Maus oder mit einem ex-
ternen Controller rhythmisch einzugeben (zum Beispiel mit Ihrem Fuß auf der
Rig Kontrol 3). Sie finden dieses Bedienelement auch im Sync-Bereich der
Toolbar.
Da das Metronom eine feste Komponente ist, können Sie es zwar mit dem X
Button verstecken oder es über den – Button klein machen – löschen können Sie
es jedoch nicht.

4.6.6 Tapedeck 1
Natürlich handelt es sich hier nicht um eine echte Bandmaschine, sondern um
etwas viel besseres, nämlich einen Digital-Rekorder. Sie können damit nicht nur
Audiodateien abspielen, sondern auch Ihr Spiel aufzeichnen. Außerdem können
% Tapedeck 1 zeichnet im-
mer nur das unbearbeite-
te Gitarrensignal auf, das in guitar
Sie das Abspieltempo ändern, ohne dass die Tonhöhe sich verändert, das Tempo rig eingespeist wird. Wenn Sie das
einstellen, ohne die Tonhöhe zu beeinflussen und sogar beides unabhängig von- Tapedeck für Aufnahmen Ihres
einander einstellen. Dies eignet sich hervorragend, um Phrasen zu erlernen, indem fertigen Gitarrensounds nutzen
man diese verlangsamt abspielt, oder um das Tempo von Drumloops oder anderer möchten (als Ersatz für einen
Hintergrundmusik zu ändern. Sequenzer), nutzen Sie bitte
Tapedeck 2!

GUITAR RIG 3 – 66
Transpose
(semitones)
Play/Record Tempo
Mode (percent)
Play Tune
Start (cents) Hide

Load Play Loop Loop Level Meter Minimize


in
New Save Stop Record Loop Volume Control
out

Für das Tapedeck werden wir nicht jeden Regler einzeln erklären. Stattdessen
werden die notwendigen Schritte beschrieben, um eine bestimmte Aufgabe zu
erfüllen.

4.6.7 Standard Playback


Um eine Datei wie z.B. eine Begleitspur oder einen Schlagzeug-Loop abzuspie-
len:
► Klicken Sie auf den Load Button, wählen Sie die gewünschte Datei und klicken
Sie auf Open. Das Tapedeck unterstützt Dateien in den Formaten WAV, AIF,
AIFF und MP3, wobei jedoch keine Bitauflösung höher als 16 Bit möglich
ist.
► Wählen Sie mit dem Abspiel-Modus-Umschalter entweder Play at Input (nach-
folgende Effekte wirken sich auf die abgespielte Datei aus) oder Play at Output
(Datei wird unverändert abgespielt).
► Klicken Sie auf den Transport-Button Play um die Wiedergabe zu starten.
Klicken Sie auf Stop, um sie anzuhalten. Um die Auswahl wiederholt spielen
zu lassen („loop“), klicken Sie auf Loop (den Button rechts von Stop). Um von

GUITAR RIG 3 – 67
einer bestimmten Stelle in der Datei an abzuspielen, ziehen Sie den Startpunkt-
Regler an die gewünschte Anfangsstelle.
► Regeln Sie Volume auf Ihre bevorzugte Lautstärke. Wenn die Ausgangssignal-
Anzeige in den roten Bereich gerät, sollten Sie die Lautstärke vermindern, um
Übersteuerungen zu vermeiden.

4.6.8 Looped Playback


Sie können einen Loop aus Ihrer Aufnahme bilden, so dass ein bestimmter Teil
Ihrer Aufnahme sich immer wiederholt (Loop). Dies ist großartig zum Üben oder
um einen Rhythmus-Track zu schaffen. Dabei gibt zwei grundsätzliche Wege, einen
Loop zu setzen:
► Durch Klicken auf den Loop Button (Sie finden Ihn zwischen Stop Button und
Record Button); Sie können dies bei laufendem oder gestoppten Tapedeck
durchführen. Zwei „Griffe” tauchen jetzt über dem Wiedergabeanzeige auf.
Falls gewünscht, ziehen Sie diese mit der Maus, um die Loop-Punkte feiner
einzustellen.
► Während das Tapedeck spielt, klicken Sie auf den Loop In Button, wenn Sie
den Loop starten wollen und klicken Sie auf den Loop Out Button, wenn Sie
den Loop beenden wollen. An diesen Punkten werden Griffe erscheinen, die
Sie wieder mit der Maus herumziehen können, wie Sie möchten.

► Das Bild oben zeigt Tapedeck 1 mit den Loop-Einstellungen. Beachten Sie den
„gedrückten“ Loop Button und die zwei Marker, die die Loop In und Loop Out
Punkte anzeigen.

GUITAR RIG 3 – 68
4.6.9 Ändern der Wiedergabetonhöhe und/oder des Wiedergabetempos
Transpose transponiert die Tonhöhe im Bereich von -12 bis +12 Halbtönen.
Tune bietet Feinstimmung im Bereich von -50 bis +50 Hundertstel eines
Halbtones.
Tempo ändert die Wiedergabegeschwindigkeit in einem Bereich von -50% bis hin
zu 150% des Originaltempos.

4.6.10 Recording (Aufnahme)


Um Ihr Instrumentenspiel aufzunehmen:
► Klicken Sie auf den New Button unten links. Die Aufnahmefunktion wird auto-
matisch aktiviert, was Sie an dem gedrückten Record Button erkennen. Falls
Sie zuvor bereits eine neue Datei angelegt hatten, können Sie auch einfach
direkt den Record Button anklicken.
► Der Schriftzug Play wird zu Record. Wählen Sie entweder Record at Input (nimmt
das Eingangssignal der RIG KONTROL auf) oder Record at Output (die Aufnahme
enthält sämtliche im Rig festgelegten Audio-Bearbeitungen).
► Klicken Sie auf Play, um mit der Aufnahme zu beginnen.
► Nach der Aufnahme klicken Sie auf Save (den Button mit dem Diskettensymbol),
wählen den Ordner aus, in dem Sie die Datei speichern wollen, benennen di-
ese und klicken auf Save.

GUITAR RIG 3 – 69
4.6.11 Tapedeck 2

Tapedeck 2 ist dafür ausgelegt, nachträglich über bestehende Aufahmen aufzu-


nehmen („Overdubbing“) und um Begleitspuren oder Riffs zu erstellen, zu denen
Sie spielen können. Es befindet sich direkt vor der Output-Komponente und nimmt
% Beachten Sie, dass der
Wiederhol(Loop)-Modus
während der Aufnahme nicht mög-
daher alles auf, was Sie vom Rig hören. Es eignet sich daher bestens, um eine lich ist.
einfache Gitarrenspur aufzunehmen, die Sie anderen vorspielen möchten und dafür
nicht extra aufwendige Recording-Software einschalten möchten.
Die Bedienelemente sind vergleichbar zu Tapedeck 1, nur dass es hier keine
Transponierung, Stimmung oder Tempoeinstellung gibt und Sie nicht zwischen
Record at Input oder Record at Output wählen können. Sie können jedoch
Aufnahmen auf Tapedeck 1 übertragen. Dies ist nicht nur für Overdubs nützlich:
Sie können beispielsweise einen rhythmischen Gitarren-Part in Tapedeck 2 auf-
nehmen, ihn zu Tapedeck 1 übertragen, nun einen Lead-Part dazu spielen und
dann beide gemeinsam auf Tapedeck 2 aufnehmen. Um diese Art von Aufnahme
zu vereinfachen, schalten Sie in beiden Tapedecks den Sync-Schalter ein.
Der Wiederholmodus entspricht dem von Tapedeck 1. Auch hier können nur 16-
Bit-Dateien verwendet werden und der Wiederholmodus ist nicht während der
Aufnahme möglich.
Aufnahme eines Overdubs:
► Klicken Sie auf die Buttons von Tapedeck 1 und 2 im Kontrollzentrum (KONTROL
CENTER), so dass beide Tapedecks sichtbar sind.
► Laden Sie die zu bearbeitende Datei in Tapedeck 1 und schalten Sie auf Play
at Output um, falls Sie die Datei nicht durch das Rig verändern wollen.
► Um die Aufnahme von Tapedeck 2 mit der in Tapedeck 1 zu synchronisieren,
schalten Sie in Tapedeck 2 den Sync-Schalter auf On.

GUITAR RIG 3 – 70
► Gehen Sie zu Tapedeck 2 und klicken Sie auf New (unten links). Indem der
Aufnahmeschalter angeschaltet wird, wird automatisch die Aufnahme gestartet.
Falls Sie bereits eine neue Datei angelegt haben, klicken Sie lediglich auf die
Aufnahme-Schaltfläche.
► Da der Aufnahme-Modus nun bereits aktiv ist, klicken sie auf Play, um die
Aufnahme zu starten.
► Nach der Aufnahme klicken Sie auf Save (Disketten-Symbol), wählen den
Ordner aus, in dem Sie die Datei speichern wollen, benennen diese und klicken
auf Save.
► Wenn Sie auf diese Datei nochmals Overdubbing anwenden wollen, dann klicken
Sie auf Transfer File to Tapedeck 1 und wiederholen die Aufnahmeschritte.

4.7 Amps

Die virtuellen Verstärker verhalten sich wie echte Röhrenverstärker. Lautsprecher und
die Verstärker-Endstufe interagieren auf komplexe Weise. Daher ändern sich Klang-
und Verzerrungscharakteristiken des Verstärkers geringfügig in Abhängigkeit vom
Lautsprecher-Cabinet. Wird mehr als ein Cabinet angeschlossen, dann bestimmt das
oberste das Verhalten des Verstärkers, selbst wenn es nicht angeschaltet ist.
Auf einen Verstärker sollte immer ein Cabinet Ihrer Wahl folgen. Der direkte
Verstärkerausgang kann brummen, dröhnen oder schrill klingen, daher ist das
Lautsprecher-Cabinet ein unverzichtbarer Bestandteil der Klangformung, nicht
nur bei echten Gitarrenverstärkern, sondern auch bei virtuellen.
Jeder Verstärkertyp verfügt über die folgenden Expert Controls:
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.

GUITAR RIG 3 – 71
Mit Power Supply können Sie zwischen 50 und 60 Hz wählen. Das stellt die
Netzfrequenz der virtuellen Wechselstromquelle dar, die in das Netzteil des virtu-
ellen Verstärkers geschickt wird. Die Gleichspannung innerhalb des modellierten
Verstärkers weist im jeweiligen Frequenzbereich eine leichte „Delle“ auf und führt
damit zu einer sehr feinen Modulation des Klangs.
Der Variac simuliert die Auswirkung eines vorgeschalteten Regeltransformators,
mit dem die zugeführte Spannung reduziert („brown sound“) oder erhöht („fetter
Sound“) wird.
Sag simuliert, was mit dem Netzteil passiert, wenn Sie es mit einem lauten Signal
belasten und die Betriebsspannung für einen Bruchteil einer Sekunde absackt, da
es die benötigte Kraft nicht liefern kann. Wenn Sie Sag weiter aufregeln, wird Ihre
virtuelles Netzteil weicher reagieren, so wie es ein Gleichrichter auf Röhrenbasis
tun würde. Regeln Sie Sag heruntern, so klingt das Netzteil härter, wie es in Silikon-
Dioden-Gleichrichter täte.
Response ändert den Kondensatorspeicher der Stromversorgung. Herunterregeln
dieses Wertes erhöht die Kapazität, so dass die Versorgungsspannung langsamer
auf die Spieldynamik reagiert. Ein Hochregeln lässt die Stromversorgung schneller
reagieren.
Bias ändert die Steuerspannung der virtuellen Röhre, was die Verzerrungsfrequenz
beeinflusst. Obwohl es bei einigen Röhrenverstärkern möglich ist, diesen Wert zur
Klangveränderung zu regeln, ändert er sich auch auf natürliche Weise beim Altern
der Röhre, so dass auch dieser Effekt mit diesem Regler simuliert werden kann.
Sie werden Bias nach dem Ändern von Variac- und Sag-Einstellungen justieren
müssen.

GUITAR RIG 3 – 72
4.7.1 Tweedman

In den 60ern war der Tweedman ein klassischer Bassverstärker. Heutzutage ist er
als großartiger Gitarrenverstärker heiss begehrt, aber natürlich funktioniert er immer
noch gut in seiner ursprünglichen Rolle für den Bass. Verglichen zum Bass PRO
Verstärker, ist der Klang ein bisschen weicher und „zahmer”.

Parameter
Volume Bright stellt den Gesamtpegel für den „hellen“ Kanal ein.
Volume Normal stellt den Pegel für den normalen, „wärmeren” Kanal ein. Beide
(Volume Bright und Volume Normal) können gleichzeitig benutzt werden, um die
Klänge zu mischen.
Bass, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die niedrigen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die niedrigen Frequenzen vermindert.
Mid, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die Frequenzen im
Mittenbereich; entgegen dem Uhrzeigersinn werden diese vermindert.
Treble, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die hohen Frequenzen vermindert.
Presence (Präsenz) fügt eine „Anhebung“ im Frequenzbereich der oberen Mitten
hinzu.

GUITAR RIG 3 – 73
4.7.2 AC-Box

Dieser Verstärker simuliert den berühmten Verstärkerklang (der sich auf „Box”
reimt), der die britische Pop-Invasion mit Saft versorgte. Es wurden viele Versionen
des originalen Verstärkers hergestellt, jede mit leicht verändertem klanglichen
Charakter. Wir wählten ein Modell, das sich nicht nur durch seinen besonders guten
Klang hervortat sondern auch durch eine Modifikation der Schaltung – ein wenig Top
BOOST! Der Normal Channel hat keine weiteren Regler außer dem Tone Cut. Der Top
Boost ergänzt den Brilliant Channel, der über Treble- und Bass-Regler verfügt.

Parameter
Normal Volume stellt den Gesamtpegel des Normal Channel ein. Die Treble und
Bass Regler haben keinen Effekt auf den Normal Channel.
Brilliant Volume stellt den Gesamtpegel des Brilliant Channel ein. Die Regler Treble
und Bass haben keinen Effekt, wenn die Brilliantlautstärke heruntergedreht ist.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen im Brilliant
Channel; gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden sie reduziert.
Bass, im Uhrzeigersinn gedreht, verstärkt die tiefen Frequenzen im Brilliant Channel;
gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden sie reduziert.
Tone-Cut ist ein besonderer Regler, der für diesen Verstärkertyp typisch ist. Er
reduziert im wesentlichen die hohen Frequenzanteile am Ausgang.

GUITAR RIG 3 – 74
Tremolo Speed kontrolliert die Geschwindigkeit der periodischen Lautstärkemo-
dulation.
Tremolo Depth kontrolliert das Maß, mit dem der Klang durch das Tremolo moduliert
wird – von „Aus“ über „Leicht“ zu „Stark“.

4.7.3 Twang Reverb

Der Twang Reverb simuliert den fetten Röhrensound, der typisch für klassische
Verstärker ist, die vor Jahrzehnten verwendet wurden. Er eignet sich insbesondere
für gellende Blues-Leadsounds und knackige Rhythmus-Gitarrenklänge, aber auch
für saubere Klänge mit ganz eigenem Charakter.

Parameter
Volume stellt den Gesamtpegel des Verstärkers ein.
Treble, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die hohen Frequenzen vermindert.
% Beachten Sie, dass dieser
Regler die Gesamt-laut-
stärke regelt. Wollen Sie diesen
Mid, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die Frequenzen im Verstärker übersteuern, müssen
Mittenbereich; entgegen dem Uhrzeigersinn werden diese vermindert. Sie ihm eine Komponente vor-
Bass, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die tiefen Frequenzen; schalten, die Verstärkung bietet,
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die tiefen Frequenzen vermindert. wie beispielsweise das „Volume
Der Schalter Bright bietet eine weitere klangverändernde Option, die die hohen Pedal“ in höchster Stellung.
Frequenzen nochmals hervorhebt.

GUITAR RIG 3 – 75
Reverb fügt einen simulierten Federhall-Effekt hinzu. Dieser ist aussergewöhnlich
realistisch – aber keine Angst, wenn Sie gegen Ihren Monitor stossen, wird er kein
„Boing“ von sich geben.
Mit dem Schalter Reverb On können Sie den Hall abschalten. Wie jedes gute
Software-Hallgerät benötigt der Federhall eine ganze Menge an Rechenleistung,
daher sollten Sie ihn abschalten, wenn Sie ihn nicht benutzen.
Speed stellt die Geschwindigkeit des Tremolos ein (auch wenn es mit „Vibrato“
beschriftet ist, so wie es auf älteren Verstärkern üblich war).
Intensity stellt das Maß ein, mit dem der Klang vom Tremolo beeinflusst wird – von
einem sanften Pulsieren bis hin zu einem tiefen Pochen.
Vibrato On gestattet ein Ein- und Ausschalten des Tremolo-Effekts.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen (gemeinsam mit den anderen gemeinsamen Reglern für alle
Verstärker).
Mit Reverb Time spezifizieren Sie die Länge der Hallfahne.
Reverb Size ändert die scheinbare Größe des „Raumes“, der vom Hallgerät simuliert
wird. Obwohl dies in gewisser Weise mit der Reverb Time zusammenhängt, da ein
größerer Raum zu längeren Hallfahnen führt, hat die Größe des Raumes letztlich
doch einen stärkeren Einfluß auf den Klangcharakter.

GUITAR RIG 3 – 76
4.7.4 Plex

Der klassische Plex-Sound bedarf wohl keiner Einführung – er ist auf so vielen
Hit-Scheiben zu hören, dass wir sie nicht alle aufzählen könnten.

Parameter
Volume I stellt die Vorverstärker-Lautstärke des „Bright Channels“ ein.
Volume II stellt die Vorverstärker-Lautstärke des „Warm Channels“ ein. Kombinieren
Sie Volume I und Volume II, um das Mischungsverhältnis beider Kanäle zu be-
stimmen.
Treble, im Uhrzeigersinn von der Mitte aus gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen;
gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden die hohen Frequenzen reduziert.
Mid, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht verstärkt die Frequenzen im
Mittenbereich; entgegen dem Uhrzeigersinn werden diese vermindert.
Bass, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht verstärkt die niedrigen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die niedrigen Frequenzen vermindert.
Der Presence / Präsenz Regler fügt eine „Anhebung” im Frequenzbereich der oberen
Mitten hinzu.

GUITAR RIG 3 – 77
4.7.5 Jazz Amp

Einem Verstärker nachempfunden, der von einem hoch respektierten Synthesizer-


Hersteller entwickelt wurde. Der Jazz Amp produziert einen warmen, sauberen
Klang. Ein essentieller Teil seines Klanges wird durch den Ensemble-Effekt bewirkt,
der Chorus oder Vibrato hinzufügt. Als Folge wurde der Ensemble in den Jazz Amp
eingebaut.
Wenn Sie den Vibrato/ Chorus Effekt in echtem Stereo hören wollen, dann ist es
das Beste, den eingebauten Effekt im Jazz Amp abzuschalten und stattdessen
die Ensemble Komponente (die echtes Stereo anbietet) nach jeder Cabinet & Mic
Komponente einzubauen.

Parameter
Volume stellt den Gesamtpegel des Verstärkers ein.
Bass, im Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt eine Verstärkung der tiefen Frequenzen
für einen „bassigeren“ Klang; gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden die tiefen
Frequenzen für einen „dünneren“ Klang reduziert.
Mid, von der Mitte im Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt eine Verstärkung der mittleren
Frequenzen; gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden die mittleren Frequenzen
reduziert.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen, während die
hohen Frequenzen reduziert werden, wenn entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht
wird.
Bright ist eine andere klangliche Option, die, wenn sie angeschaltet ist, die hohen
Frequenzen betont.

GUITAR RIG 3 – 78
Vibrato/ Off/ Chorus wählt die Effekte Vibrato und Chorus aus oder schaltet sie ab.
Rate kontrolliert die Geschwindigkeit des Vibrato-Effekts.
Depth kontrolliert die Intensität des Vibrato und Chorus Effekts.

4.7.6 Lead 800

Dieser sanfte, intensive Lead-Sound schneidet wie ein Messer und eröffnet eine
Menge Flexibilität. Während der Plex sehr gut für beides – knackige Rhythmusklänge
und Leads funktioniert, bietet der Lead 800 einen helleren, schärferen Klang.

Parameter
Master stellt den Gesamtpegel des Verstärkers ein.
Pre-Amp stellt den Gain des Vorverstärkers ein.
Bass, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die niedrigen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die niedrigen Frequenzen vermindert.
Mid, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die Frequenzen im
Mittenbereich; entgegen dem Uhrzeigersinn werden diese vermindert.
Treble, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die hohen Frequenzen vermindert.
Der Presence / Präsenz Regler fügt eine „Anhebung” im Frequenzbereich der oberen
Mitten hinzu.

GUITAR RIG 3 – 79
4.7.7 Instant Gratifier Solo Head

Der Gratifier simuliert einen heissen Röhrenverstärker für den Solosound. Sein
Klangspektrum reicht von sauberer Wiedergabe bis hin zu kräftiger Verzerrung.
Stellen Sie ihn sich als Vier-Kanal-Verstärker vor. Wählen Sie einen der „Kanäle“
durch Anklicken des Namens:
► Clean
► Raw
► Vintage
► Modern

Parameter
Master stellt den Gesamtpegel ein. Wenn Sie diese auf einen hohen Wert einstellen,
erhalten Sie den Klang einer übersteuerten Röhrenendstufe.
Gain bestimmt den Anteil an Vorstufen-Übersteuerung. Verwenden Sie diesen
Regler, um den gewünschten übersteuerten Klangcharakter zu erreichen. Verwenden
Sie Master um den Gesamtpegel einzustellen.
Bass, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die tiefen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die tiefen Frequenzen vermindert.
Mid, von der Mitte im Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt eine Verstärkung der mittleren
Frequenzen; gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden die mittleren Frequenzen
reduziert.

GUITAR RIG 3 – 80
Treble, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die hohen Frequenzen vermindert.
Der Presence / Präsenz Regler fügt eine „Anhebung” im Frequenzbereich der oberen
Mitten hinzu; entgegen dem Uhrzeigersinn werden diese vermindert.

4.7.8 Bass PRO

Dieser Bassverstärker kann einen grimmigen, knurrenden Klang produzieren, der den
Bass im Mix wirklich herausstechen lässt. Neben seinen einzigartigen klanglichen
Qualitäten ermöglicht ein grafischer Equalizer, den Klang präzise anzupassen.

Parameter
Volume stellt den Gesamtpegel des Verstärkers ein.
Gain regelt die Eingangsempfindlichkeit und bei Aufregeln im Uhrzeigersinn die
Verzerrung.
Drive „verstärkt" den Gain im mittleren Frequenzbereich; er wirkt ungefähr wie ein
normaler Gain-Regler, beeinflusst aber den Gesamtcharakter des Klanges.
Bass, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die niedrigen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die niedrigen Frequenzen vermindert.
Mid, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die Frequenzen im
Mittenbereich; entgegen dem Uhrzeigersinn werden diese vermindert.

GUITAR RIG 3 – 81
Mid -Freq stellt das Frequenzband ein, das durch die Mid/ Mitten-Regler verstärkt
oder ausgeblendet werden soll.
Treble, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die hohen Frequenzen vermindert.
Bright betont die sehr hohen Frequenzen, sofern angeschaltet.
Der Ultra L o Schalter verpasst dem Sound einen zusätzlichen Schub im
Bassbereich, während gleichzeitig die Mitten ausgedünnt werden.
Ultra Hi verstärkt die Höhen, wenn eingeschaltet. Dieser Schalter wirkt über einen
größeren Frequenzbereich als der Bright Schalter. Er hat daher einen offensicht-
licheren Effekt.
G raphic EQ schaltet den grafischen EQ-Prozessor an oder aus, der nur im
Expertenmodus sichtbar ist.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um den Expertenmodus zu erreichen, der die Regler
des grafischen Equalizers zeigt.
Graphic EQ Volume stellt den Gesamtpegel des grafischen EQ-Prozessors ein. In der
Mittelposition bleibt der Pegel unbeinflusst. Schiebt man den Regler nach oben,
wird der Gesamtpegel angehoben, was notwendig sein kann, wenn man verschie-
dene Frequenzen abgesenkt hat. Umgekehrt verringert ein Herunterschieben des
Reglers den Gesamtpegel. Sie werden möglicherweise den Gain erniedrigen müssen,
wenn Sie bestimmte Frequenzbänder verstärken wollen.
Graphic EQ Band Level kontrolliert das Verstärken oder Vermindern der Frequenzen
an neun spezifischen Frequenzbändern: 40 Hz, 90 Hz, 180 Hz, 300 Hz, 500 Hz,
1 kHz, 2 kHz, 4 kHz und 10 kHz. Wenn ein Schieber in der Mitte steht, gibt es
weder eine Verstärkung noch eine Absenkung bei diesem Frequenzband. Wird der
Schieber nach oben bewegt, wird der Gain um bis zu +12 dB erhöht, während ein
Herunterbewegen des Schiebers den Gain um bis zu ‑12 dB erniedrigt.

GUITAR RIG 3 – 82
4.7.9 Citrus

Wenn Sie nach dem britischen und markanten Sound der Siebziger suchen, emp-
fiehlt es sich zum Citrus zu greifen. Sein Sound reicht von unverzerrten Klängen
bis hin zu kräftigem Overdrive bei aufgedrehten Gain- und Masterreglern.

Parameter
Master stellt den Gesamtpegel des Verstärkers ein.
Mit dem Gain Regler justieren Sie die Verzerrung/Sättigung der Vorstufe. Drehen
Sie den Regler im Uhrzeigersinn, um dem Ausgangssignal mehr Verzerrung hin-
zuzufügen.
Lo Cut regelt eine kontinuierliche Bassabsenkung. Je niedriger Sie den Regler ein-
stellen (entgegen dem Uhrzeigersinn), desto mehr Tieftonanteile bleiben in Ihrem
Signal erhalten. Drehen Sie den Regler im Uhrzeigersinn auf, wird der Bassanteil
reduziert und im Klang werden die hohen Frequenzen betont.
Mit dem Bass Regler bestimmten Sie den Anteil der tiefen Frequenzen. Bass, im
Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die tiefen Frequenzen; entgegen
dem Uhrzeigersinn werden die tiefen Frequenzen vermindert.
Mit dem Treble Regler bestimmten Sie den Anteil der hohen Frequenzen. Treble,
im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen; entgegen
dem Uhrzeigersinn werden die hohen Frequenzen vermindert.
Mit dem Presence Regler bestimmen Sie den Anteil der oberen MIttenfrequenzen.
P resence , im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt den oberen

GUITAR RIG 3 – 83
Mittenbereich; entgegen dem Uhrzeigersinn werden die oberen Mitten vermin-
dert.

4.7.10 Ultrasonic

Suchen Sie nach einem ultramodernen, Über-mäßig-coolen High-Gain-Verstärker?


Wir präsentieren Ultrasonic! Ein Zweikanal-Verstärker, der Ihnen alle modernen
Sounds bringt, die Sie benötigen.

Parameter
Mit dem O verdrive /Clean Schalter wählen Sie den Clean- oder Overdrive-Kanal
an.
Master stellt den Gesamtpegel des Verstärkers ein. Dieser Regler bestimmt die
Ausgangslautstärke beider Kanäle.
Volume stellt die Lautstärke für den aktuell gewählten Kanal ein.
Mit dem Gain Regler justieren Sie die Verzerrung der Vorstufe. Stellen Sie hier
den gewünschten Crunch und Overdrive ein, aber nutzen Sie den Master um die
Ausgangslautstärke zu bestimmen. Jeder Kanal hat seinen eigenen Gain Regler,
abhängig davon welchen Kanal Sie mit dem Overdrive /Clean Umschalter angewählt
haben.
Bass, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die tiefen Frequenzen;
entgegen dem Uhrzeigersinn werden die tiefen Frequenzen vermindert.

GUITAR RIG 3 – 84
Mid, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, bewirkt eine Verstärkung der mittleren
Frequenzen; gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden die mittleren Frequenzen
reduziert.
Treble, im Uhrzeigersinn von der Mitte aus gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen;
gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden die hohen Frequenzen reduziert.
Presence, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die höheren Frequenzen
des Mittenbereiches; entgegen dem Uhrzeigersinn werden diese vermindert.

4.7.11 High White

Suchen Sie den typisch britischen Sound von David Gilmour oder Pete Townsend?
Falls dies so ist, sollten Sie etwas Zeit mit dem High White verbringen: Virtuelle 100
Watt mit purem Ton. Dieser Verstärker bietet zwei unterschiedliche Eingangspfade,
ein normaler Eingang und den höhenbetonte Brilliant Input. Beide können gleich-
zeitig genutzt werden und verfügen über separate Lautstärkeregler.

Parameter
Master stellt den Gesamtpegel des Verstärkers ein.
Normal stellt den Pegel für den normalen Kanal ein, der sich durch einen weicheren
Clean-Sound auszeichnet.
Bril stellt den Pegel für den Brilliant Channel ein, der einen schneidigen und
aggressiveren Klang aufweist.

GUITAR RIG 3 – 85
Mit dem Bass Regler bestimmen Sie den Anteil der tiefen Frequenzen. Bass, im
Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die tiefen Frequenzen; entgegen
dem Uhrzeigersinn werden die tiefen Frequenzen vermindert.
Mit dem Middle Regler bestimmen Sie den Anteil der tiefen Frequenzen. Middle, im
Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die mittleren Frequenzen; entgegen
dem Uhrzeigersinn werden die mittleren Frequenzen vermindert.
Mit dem Treble Regler bestimmten Sie den Anteil der hohen Frequenzen. Treble,
im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die hohen Frequenzen; entgegen
dem Uhrzeigersinn werden die hohen Frequenzen vermindert.
Mit dem Presence Regler bestimmen Sie den Anteil der oberen Mittenfrequenzen.
Presence, im Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die höheren Frequenzen
des Mittenbereiches; entgegen dem Uhrzeigersinn werden diese vermindert.

4.7.12 Tweed Delight

Es gibt wohl kaum etwas vergleichbares zum Spank eines in Tweed gekleideten
Verstärkers. Dieser, auf einer amerikanischen Legende basierende, Verstärker kommt
mit einer bewusst einfachen Klangregelung aus. Mit gerade drei Reglern liefert er
gläserne Clean-Sounds bis zu hin zum heulenden Bluesklängen. Beide Kanäle
können zusammen genutzt werden, um den Verstärker kräftiger zu übersteuern.

GUITAR RIG 3 – 86
Parameter
Mit dem Volume Bright Regler justieren Sie die Lautstärke für den Bright Channel,
der sich durch seinen etwas schneidigen und angezerrten Klang bei aufgeregeltem
Gain auszeichnet.
Der Volume Normal Regler justiert die Lautstärke für den normalen Kanal. Dieser
Kanal empfiehlt sich für weichere Sounds, die bei höheren Lautstärkeeinstellungen
immer noch leicht verzerren.
Tone ist der einzige Klangregler am Verstärker. Voll gegen den Uhrzeigersinnn zuge-
dreht, werden die hohen Frequenzen abgesenkt, was einen warmen, etwas mulmigen
Sound liefert. Je weiter Sie Tone im Uhrzeigersinnn aufdrehen, desto mehr hohe
Frequenzen werden zum Klangbild ergänzt bis hin zu einer Höhenbetonung. Diese
Betonung trägt zu einem definierteren Distortion-Sound bei.

4.8 Cabinets

Was wäre ein Verstärker ohne die passendeLautsprecherbox (Cabinet)? Sie haben
die zweifache Auswahl. Matched Cabinet liefert die, unserer Ansicht nach, beste
passende Lautsprecherauswahl für den selektierten Verstärker. Dieses Cabinet
sollte sich in den meisten Fällen bestens bewähren. Wenn Ihnen jedoch der Sinn
nach freier Auswahl und feineren Einstellmöglichkeiten steht, sollten Sie Cabinets
& Mics wählen. Hier können Sie jedes Cabinet mit jedem Mikrofon kombinieren und
hinsichtlich der EQ-Einstellung und Mikrofonplatzierung und dem Air Parameter
nach eigenen Wünschen justieren. Und haben wir erwähnt, dass Sie hier soviele
Cabinets kombinieren können, wie Sie möchten?

GUITAR RIG 3 – 87
4.8.1 Matched Cabinet

Im Unterschied zu früheren Versionen von guitar rig wird jedes Mal, wenn Sie
einen Verstärker neu in Ihr Rack hinzufügen, auch ein Matched Cabinet im Rig
ergänzt.
Mit dem Matched Cabinet, erhalten Sie gleich zwei sorgfältig vorjustierte, klanglich
passende Lautsprecher für den selektierten Verstärker.

Parameter
► Cabinet Selector: Mit dem Cabinet Selector treffen Sie die Auswahl für das
passende Cabinet.
► Mic 1/Mic 2 Mix: Mit diesem Regler überblenden Sie zwischen den beiden
voreingestellten, optimierten Klangvarianten. Sie überblenden gewissermaßen
zwischen zwei Mikrofoneinstellungen. Eine klingt schärfer, die andere wärmer.
Mit dem Regler stellen Sie das optimale Mischungsverhältnis ein.
► Volume: Mit Volume regeln Sie die Ausgangslautstärke der Matched Cabinet
Komponente.
► Volume Learn: Mit dieser Funktion können Sie guitar rig dazu verlassen, die
Lautstärke automatisch so zu justieren, das kein Clipping auftritt. Drücken Sie

GUITAR RIG 3 – 88
den Taster und schlagen Sie anschießend Ihr Instrument so kräftig wie möglich
an. Sobald die Lautstärke automatisch justiert wurde, springt der Taster wieder
in seine Ursprungsposition "aus dem Gerät".
► DRY/AIR: stellt die Intensität von frühen Reflektionen im Aufnahmeraum ein.
Hiermit wird der Abstand des Mikrofons zu der am weitesten entfernten Wand
simuliert.

4.8.2 Cabinets & Mics

Diese Komponente bildet die weitere typische Aufnahmekette für Gitarren- und
Bassverstärker dar: Lautsprecher, Mikrophon und Mikrofonplatzierung. Klicken
Sie auf den kleinen Add Button, und eine weitere Aufnahme-Aufstellung mit den
gleichen Möglichkeiten und Reglern erscheint. Warum sich mit der Abnahme von
ein bis zwei Cabinets abfinden, wenn Sie eine ganze Batterie haben können!

GUITAR RIG 3 – 89
Die 28 Lautsprecher (die Typen 18 bis 23 sind Bass-Lautsprecher), aus denen Sie
wählen können, sind:

Nr. Name Nr. Name

1 1x12 Tweed Alnico 11 4x12 UK 60s Tall

2 1x12 Custom 12 4x12 UK 60s

3 2x12 Tweed Blue 13 4x12 UK 80s

4 2x12 Tweed Green 14 4x12 UK 70s

5 2x12 Tweed Ceram 15 4x12 High White

6 2x12 Brit 60s 16 4x12 Gratifier

7 2x12 Chief V-30 17 4x12 Ultrasonic

8 2x12 Custom 18 1x15 Bass-PRO

9 2x12 Jazz 19 1x15 Bass-WR

10 4x10 Tweed Alnico 20 4x10 Bass-PRO

Rotator Horn Open (of-


21 4x10 Bass-WR 25
fenes Hornkabinett)

Rotator Bass Close (ge-


22 8x10 Bass-PRO 26
schlossenes Basskabinett)

GUITAR RIG 3 – 90
Rotator Bass Open (offenes
23 8x10 Bass-WR 27
Basskabinett)

Rotator Horn Closed (ge-


24 28 DI-Box
schlossenes Hornkabinett)

Lautsprecher 1-7, 9, 10 und 22-25:


► 1/5 On Axis
► 2/5 Off Axis
% Bei 24 und 26 kommen
geschlossene Lautspre-
cherboxen zum Einsatz, bei denen
► 3/5 Edge der Sound durch Schlitze aufge-
► 4/5 Far zeichnet wird.
► 5/5 Back (Dies gilt nur für Lautsprecherboxen mit Öffnungen auf der Rückseite, Bei 25 und 27 kommten offene
d.h. es ist nicht für die 4x12 oder die Basslautsprecher verfügbar, die allesamt Lautsprecherboxen zum Einsatz,
geschlossen sind. Wie auch immer, viele der Basslautsprecher haben einen deren Sound direkt aufgenommen
Hochtöner, daher schließen sie die 5/5 Horn Mikrofonposition mit ein. wird.
Die Mikrofonpositionen und die
Namen der Positionen hängen
Lautsprecher 8, 11-15, 16 und 20: vom ausgewählten Lautsprecher
► 1/5 On Axis ab (die DI-Box hat natürlich keine
► 2/5 Off Axis Mikrofonpositionen).
► 3/5 Edge
► 4/5 Far

Lautsprecher 17, 18, 19, 21:


► 1/5 On Axis
► 2/5 Off Axis
► 3/5 Edge
► 4/5 Far
► 5/5 Horn

GUITAR RIG 3 – 91
Gitarrenlautsprecher 1-17:
► 1/5 Dynamic 57
► 2/5 Dynamic 421
► 3/5 Dynamic 609
► 4/5 Condenser 87
► 5/5 Tube Condenser

Bass cabs 18-23:


► 1/5 Dynamic 7
► 1/5 Dynamic 421
► 3/5 Dynamic 609
► 4/5 Dynamic 20
► 5/5 Condenser 47

Lautsprecher 24, 25:


► 1/1 Condenser 460

Lautsprecher 26, 27:


► 1/1 Condenser 87
In MicPos 5/5 (Back oder Horn) gibt es nur ein Mikrofon
Lautsprecher 1-7, 9, 10 (Back) — Condenser 87
Lautsprecher 17, 18, 19, 21 (Horn) — Condenser 460

Parameter
Size (der Schieber unterhalb der Lautsprecherabbildung) „vergrößert” oder „ver-
kleinert” den Lautsprecher und die Box. Ein Beispiel: Setzen Sie Size bei einem
1x12 Cabinet auf -20% und es wird ein 1x10 Cabinet. Das Erhöhen von Size auf
+25% macht ihn zu einem 1x15 Cabinet.

GUITAR RIG 3 – 92
Volume stellt die Ausgangslautstärke des Mikrophons ein.
Pan platziert das Mikrophon-Signal im Stereofeld, von ganz links bis ganz rechts.
Air stellt die Intensität der frühen Reflektionen im Aufnahmeraum ein.
Distance erscheint, wenn mehr als ein SubCabinet/Mic aktiv sind. Der Parameter
justiert die Laufzeitverzögerung, die durch die Distanz zwischen beiden Cabinets/
Mikrofonen auftritt. Durch ein Mischen mehrerer Mikrofonsignale können
Frequenzauslöschungen oder -betonungen entstehen, die in Abhängigkeit zur ein-
gestellten Distanz stehen.
Bass steigert oder verringert den Anteil tiefer Frequenzen.
Treble steigert oder verringert den Anteil hoher Frequenzen.
Phase kehrt die Mikrofon-Polarität um.
Master Volume stellt den Gesamtpegel der Komponente ein. Dies ist nötig, wenn
Sie den Add Button benutzt haben, um mehrere Lautsprecher zu erschaffen und
diese u.U. verschiedene Ausgangslautstärken aufweisen. Mit dem Regler für den
Gesamtpegel lässt sich der Pegel aller Lautsprecher als Gruppe hoch- oder herun-
terdrehen. Stellen Sie diesen Regler vorsichtig ein – wenn vorhergehende Stufen
eine Menge Gain hinzugefügt haben, wird es nötig sein, diesen Regler abzusenken,
wenn Sie vermeiden wollen, dass der Output Limiter anspringt oder der Sound
„clippt“ (abhängig von der Einstellung des Clipping/ Limiter Schalters am Ausgang
der Komponente).
Mit Learn können Sie per Knopfdruck die Einstellung der Gesamtlautstärke auto-
matisch optimieren. Dies funktioniert wie bei den anderen Learn Buttons , indem
Sie zunächst den Button drücken und dann mit dem vermeintlich lautesten Pegel
spielen. GUITAR RIG 3 wird Ihr Spiel analysieren und den Gesamtpegel optimal
einstellen. Wenn die Analyse komplett ist, wird sich der Learn Button wieder „he-
rausdrücken”.

GUITAR RIG 3 – 93
4.9 Distortion

Die Components für Distortion (Verzerrung) und Overdrive (Übersteuerung) sind


genaue Reproduktionen klassischer Hardware. Daher klingen diese Effekte wie die
transistorgesteuerten Originale für sich allein dünn und künstlich – besonders bei
hoher Belastung. Um optimale Klangergebnisse zu erhalten, sollten Sie deshalb
eine Verstärker-Lautsprecher-Kombination dahinter anordnen, wodurch der Klang
gehaltvoller und realistischer wirkt.

Tipps für den Umgang mit Verzerrern


Im Folgenden finden Sie einige Hinweise, wie Sie spezielle Distortion-Sounds errei-
chen können. Sie gelten für diverse Components, die Verzerrung erzeugen.
► Weicher Klang: Verwenden Sie den Hals-Tonabnehmer Ihrer Gitarre und stellen
Sie den Klangregler auf möglichst geringe Höhenwiedergabe.
► Rauher Klang: Benutzen Sie den Steg-Tonabnehmer Ihrer Gitarre.
► Benutzung optionaler Gitarrenschalter: Wenn Ihre Gitarre einen Umschalter für
seriellen oder parallelen Betrieb der Tonabnehmer aufweist, dann ergibt die
serielle Variante den fettesten Verzerrerklang. Hat Ihre Gitarre einen „In phase
/Out of phase“–Umschalter (phasengleich/gegenphasig), dann ergibt die
Stellung „out of phase“ den dünnsten Klang.
► Hellerer Klang: Einige Gitarren (besonders die vom Typ Fender Solid Body)
besitzen die Eigenheit, dass ein Herunterregeln der Lautstärke die tiefen
Frequenzen mehr betont als die hohen Frequenzen. Dadurch verzerren die
hohen Saiten mehr als die tiefen, wenn Sie den Regler nur zu drei Vierteln
aufdrehen. Das ergibt einen hellen, lebendigen Verzerrerklang.

GUITAR RIG 3 – 94
► Ausbalancieren des Klangs: Wichtig für einen gleichmäßigen Verzerrerklang bei
Gitarren ist die Einstellung der Tonabnehmerhöhe. Wenn der Klang zu dumpf
ist, versetzen Sie die Tonabnehmer leicht, so dass die unteren drei Saiten etwas
weiter von den Tonabnehmern entfernt sind als die oberen drei Saiten. Beachten
Sie auch, dass neue Saiten länger ausklingen als alte.

4.9.1 Fuzz

Suchen Sie nach dem speziellen 60er-Jahre-Verzerrer? Der ziemlich dünne und
scharfe Klang des Fuzz lässt Ihre Leads durch den Mix raspeln wie eine Kettensäge.
Zusätzlich können Sie auch surrende, rhythmische Vintage-Gitarrenklänge erschaf-
fen.

Parameter
Volume stellt den Ausgangspegel des Fuzz ein. Er verhält sich wie eine Gesamtlau
tstärkekontrolle (Master).
Fuzz, im Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt eine Erhöhung der Verzerrung, bzw. des
"Fuzz" Klangcharakters.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Bass gibt Ihnen die Kontrolle über die tieffrequenten Klänge.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, betont die hohen Frequenzen.

GUITAR RIG 3 – 95
4.9.2 Big Fuzz

Strecken Sie das Sustain bis zum Maximum, so wie ein Gitarrenheld der Siebziger
oder fügen Sie Ihrem Klang einfach ordentlich „Schmutz“ hinzu. Dies ist die
Verzerrung für richtige Rock’n’Roll Sounds.

Parameter
Volume stellt den Ausgangspegel des Big Fuzz ein. Er verhält sich wie eine Gesam
tlautstärkekontrolle (Master).
Sustain beeinflusst das Sustain des Klanges durch die Menge Gain, die in den
Verzerrerkreislauf geht, wenn Sie den Regler weiter im Uhrzeigersinn drehen.
Tone im Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt, dass die tiefen Frequenzen betont und die
hohen Frequenzen gedämpft werden. Gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden die
Bassbereiche gedämpft und die hohen Frequenzen verstärkt.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um den Expertenmodus mit den folgenden
Parametern zu erreichen.
Bass lässt Sie die tiefen Frequenzen beeinflussen.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt eine Betonung der hohen Frequenzen.

GUITAR RIG 3 – 96
4.9.3 Cat

Wenn Sie einen ansprechenden Overdrive für Blues und Rock (Rhythmus oder Lead)
wollen, ist Cat genau das, was Sie brauchen. Aber Vorsicht: Wenn Sie die Katze
ärgern, zeigt sich Ihr wütendes, „punkiges“ Inneres!

Parameter
Volume stellt den Ausgangspegel des Cat ein. Er verhält sich wie eine Gesamtlaut
stärkekontrolle (Master).
Filter beeinflusst die Klangfarbe des Sounds. Für einen dunkleren Klang drehen Sie
den Regler im Uhrzeigersinn, um den tieffrequenten Bereich zu verstärken; gegen
den Uhrzeigersinn gedreht, ergibt sich ein hellerer und schärferer Klang.
Distortion, im Uhrzeigersinn gedreht, ergibt einen Klang mit mehr Distortion.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um den Expertenmodus mit den folgenden
Parametern zu erreichen.
Balls im Uhrzeigersinn gedreht, ergibt einen kräftigen „Tiefschlag“. Gegen den
Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt es einen flacheren, bissigeren Klang.
Bass erlaubt Ihnen eine Kontrolle über die tieferen Frequenzen.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt ein Hervorheben der höheren Frequenzen,
während ein Drehen gegen den Uhrzeigersinn gedreht (0,00 bis 3,00) sogar eine
Art Wah-Wah-Effekt hinzufügt.
Tone stellt den Frequenzbereich ein, der durch den eingebauten vorverzerrten
Mittenverstärker beeinflusst wird.

GUITAR RIG 3 – 97
4.9.4 Skreamer

Dieser warmklingende, weiche Verzerrer eignet sich besonders für Rhythmus-Gitarre


und sanftere Lead-Sounds an.

Parameter
Volume stellt den Skreamer-Ausgangspegel ein. Er verhält sich wie eine Gesamtla
utstärkenkontrolle (Master).
Tone, im Uhrzeigersinn gedreht, ergibt helle, schreiende Leadsounds und beißende
Rhythmen. Entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, wird der Klang weicher und dunk-
ler.
Drive bestimmt die Intensität der Verzerrung. Im Uhrzeigersinn gedreht, erhöht
sich die Verzerrung.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Bass erlaubt Ihnen die Kontrolle über die tieffrequenten Töne.
Bright legt den Anteil hoher Frequenzen fest.
Clean mischt einen stufenlos regelbaren Anteil des unbearbeiteten Klangs zum
verzerrten Signal.

GUITAR RIG 3 – 98
4.9.5 Distortion

Wenn Sie vorhaben, kleine Tiere zu erschrecken und ungebetene Gäste aus der
Wohnung zu vertreiben, setzen Sie diesen Racker ein und drehen Sie ihn auf 11.

Parameter
Volume stellt den Ausgabepegel des Distortion ein. Er verhält sich wie eine Gesam
tlautstärkekontrolle (Master).
Tone, im Uhrzeigersinn gedreht, hebt den Mittenbereich an und senkt den Bass
ab. Gegen den Uhrzeigersinn gedreht, werden die Höhen gedämpft und der Bass
verstärkt, was zu einem wärmeren Klang führt.
Distortion ist die Haupt-Einstellungsmöglichkeit für den Verzerrer. Um den Klang
zu "verschmutzen", drehen Sie im Uhrzeigersinn.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Bass lässt Sie die tiefen Frequenzen beeinflussen.
Mid beeinflusst entsprechend den mittleren Frequenzbereich.
Treble beeinflusst den hohen Frequenzbereich.

GUITAR RIG 3 – 99
4.9.6 Mezone

Wenn Sie Metal wollen... Bitteschön! Mit Pre- und Post-Distortion Reglern können
Sie sich den Klang ganz nach Wunsch zurechtschneidern.

Parameter
Volume stellt den Ausgangspegel des Mezone. Er verhält sich wie eine Gesamtlau
tstärkekontrolle (Master).
Bass gibt Ihnen Kontrolle über die tieffrequenten Klänge. Drehen Sie den Bass voll
auf und sie erzeugen genug tiefe Frequenzen, dass die Wände wackeln.
Mid regelt die Verstärkung der mittleren Frequenzen; drehen Sie den Regler im
Uhrzeigersinn für einen größeren Boost.
Mid Freq bestimmt, welche Mittenfrequenzen angehoben werden.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, betont die hohen Frequenzen.
Distortion, im Uhrzeigersinn gedreht, fügt dem Klang mehr Distortion hinzu.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um den Expertenmodus mit den folgenden
Parametern zu erreichen. Beachten Sie, dass all diese Filter vor der Distortion
stattfinden und von daher geschaffen wurden, den Charakter der Verzerrung zu
beeinflussen und weniger seine Tonalität.
Bass stellt ein, auf wieviel Bass die Distortion einwirken soll. Drehen Sie den Regler
im Uhrzeigersinn, um mehr Bass zu erhalten.
Mid -Q stellt die Menge der Verstärkung der Mitten ein, die Ihren Weg zu der
Distortion Sektion macht; drehen Sie den Regler im Uhrzeigersinn, um mehr
Verstärkung zu erhalten.

GUITAR RIG 3 – 100


Mid Freq stellt die Frequenz ein, an der die Verstärkung der Mitten (Mid) stattfin-
den soll.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, lässt die hohen Frequenzen zur Distortion-Sektion
passieren.

4.9.7 Demon Distortion

Definitiv ein Gerät für den Hardrocker. Der Demon Distortion schenkt Ihnen ra-
siermesserscharfe Klänge, langanhaltende Leads und lautsprecherzerfetzende
Rhythmus-Sounds.

GUITAR RIG 3 – 101


Parameter
Volume stellt den Ausgangspegel des Demon Distortion ein. Er verhält sich wie eine
Gesamtlautstärkekontrolle (Master).
Bass lässt Sie die tiefen Frequenzen beeinflussen.
Mid schwächt die mittleren Frequenzen ab oder betont sie.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, betont die hohen Frequenzen.
G ain lässt Sie die Eingangsempfindlichkeit einstellen. Je mehr Sie G ain im
Uhrzeigersinn drehen, desto mehr wird das eingehende Signal verzerrt.
Der Scoop Schalter schwächt die mittleren Frequenzen drastisch ab, was den ty-
pischen, modernen Metalsound produziert. Wenn der Scoop angeschaltet ist, hat
der Regler für die Mitten (Mid) keinen Effekt.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Bottom stellt ein, wieviel Bass den Distortion-Bereich passiert. Wenn der Klang
„rumpelt” oder „unklar” klingt, drehen Sie den Regler entgegen dem Uhrzeigersinn,
um den Klang straffer zu machen.
Boost stellt den Frequenzbereich ein, der durch den eingebauten vorverzerrten
Mittenverstärker beeinflusst wird.
Bass entscheidet über die Mittenfrequenz der Bass-Kontrolle des Equalizers.
Mid entscheidet über die Mittenfrequenz der Mitten-Kontrolle (Mid) des
Equalizers.
Treble entscheidet über die Mittenfrequenz der Treble-Kontrolle des Equalizers.
Bright stellt die Präsenz des Signals ein, indem die höchsten Frequenzen abge-
mildert oder verstärkt werden.

GUITAR RIG 3 – 102


4.9.8 TransAmp

Diese vielseitige, analoge Verzerrerbox stellte den Status für die spätere Generation
digitaler Wunderboxen her. Wenn Sie einen Verzerrer suchen, der überall passt,
liefert Ihnen der TransAmp eine Vielzahl an Klängen – von kühler Verzerrung bis
zu beißender Hitze.

Parameter
Volume stellt den Ausgangspegel des TransAmp ein.
Bass lässt Sie die tiefen Frequenzen beeinflussen.
Treble, im Uhrzeigersinn gedreht, bewirkt eine Betonung der hohen Frequenzen.
Drive hat einen weiten Einstellbereich – von einer Prise „Crunch“ (gegen den
Uhrzeigersinn gedreht) bis zu „Hardcore“ (im Uhrzeigersinn gedreht).
Amp „morpht” zwischen den drei verschiedenen Verstärker-charakteren: Tweed,
British und California.Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit
folgenden Parametern zu gelangen.
Clean produziert einen saubereren, weniger verzerrten Klang.
C ab & Mic , wenn eingeschaltet, simuliert den Effekt eines mikrofonierten
Lautsprechers.
MicPos hat nur dann einen Effekt, wenn die Cab & Mic-Funktion eingeschaltet ist.
Dieser Regler platziert das Mikrofon in verschiedenen Winkelpositionen oder im
Abstand vom Lautsprecher.
Hot hat nur dann einen Effekt, wenn die Cab & Mic-Function eingeschaltet ist.
Wird der Regler mehr im Uhrzeigersinn gedreht, wird ein hellerer, heißerer Klang
produziert.

GUITAR RIG 3 – 103


4.9.9 Treble Booster

Treble Booster wurden genauso von Brian May von The Queen benutzt, wie von
Eric Clapton auf dem „Beano” Album (als er mit John Mayall & the Bluesbreakers
zusammenarbeitete) – um Ihren Röhrenverstärkern zu „knuspriger“, „sahniger“
Verzerrung zu verhelfen. Tony Iommi, Rory Gallagher, Ritchie Blackmore und David
Gilmour nutzten diese Technik ebenfalls. Viele Spieler der Fender Telecaster drehten
ebenfalls den Lautstärkeregler leicht herunter, was den Bass reduzierte und so
einen ähnlichen Effekt erschuf wie ein „High-Gain“ Verstärker.

Parameter
Bright reduziert die Verstärkung in den höchsten Frequenzen geringfügig, wenn
es heruntergedreht wird.
Boost stellt den Grad der Verstärkung ein.

4.9.10 Gain Booster

Sollten Sie jemals den Film „This is Spinal Tap” gesehen haben, wissen Sie, dass
Verstärker, die bis auf einen Wert von 11 heraufgehen noch besser sind! Diese
Komponente gibt Ihnen soviel Gain, wie Sie brauchen – für ungesunde Mengen an
Overdrive, um Einstellungen, die den Pegel reduzieren, auszugleichen oder einfach,
um zu sehen, ob auchIhr Verstärker bis 11 statt nur bis 10 reicht.

GUITAR RIG 3 – 104


Parameter
Boost im Uhrzeigersinn gedreht, verstärkt den Signalpegel – einfacher geht’s
nicht!

4.9.11 Sledgehammer

Wenn Sie möchten, dass sich Ihre Gitarre mit einem Vorschlaghammer den Weg
durch den Mix bahnt, dann ist das neue Sledgehammer Modul angebracht. Dieser
Effekt klingt so brutal, das der Putz von den Wänden bröckelt.

Parameter
Mit Volume steuern Sie den Gesamtpegel dieser Komponente.
Mit dem Bass Regler bestimmen Sie den Anteil der tiefen Frequenzen. Bass, im
Uhrzeigersinn von der Mitte gedreht, verstärkt die tiefen Frequenzen; entgegen
dem Uhrzeigersinn werden die tiefen Frequenzen vermindert.
Mit Treble bestimmen Sie den Anteil der hohen Frequenzen im Sound. Treble, im
Uhrzeigersinn gedreht, betont die hohen Frequenzen; entgegen dem Uhrzeigersinn
werden die hohen Frequenzen vermindert.
Mit Contour entfernen Sie, abhängig von der Position des Freq Reglers bestimmte
Frequenzanteile aus dem Klang. Im Uhrzeigersinn aufgedreht, entfernt Contour
zunehmend mehr, der mit Freq definierten Frequenzen. Keine Klangbeeinflussung
gibt es bei vollem Linksanschlag des Reglers.
Freq bestimmt den Arbeitsbereich für den C ontour Regler. Entgegen dem
Uhrzeigersinn gedreht, verlagert sich der Arbeitsbereich zu den mittleren
Frequenzen, während ein Aufdrehen im Uhrzeigersinn zunächst die oberen Mitten
und schließlich den Hochtonbereich anwählt.

GUITAR RIG 3 – 105


Mit Gain legen Sie den Signalanteil fest, der als Sättigung die Distortionschaltung
speist.
Der Distortion/Drive Schalter legt die Verzerrungscharakteristik fest. Hier schaltet
man die Komponente zwischen einem sanfteren Overdrive und einem härteren,
bissigeren Distortion-Sound um.

4.10 Modulation

Modulationen bringen Bewegung in ursprünglich statische Klänge. Die typischen


Modulationseffekte in einem Hardware-Rack sind dabei Chorus, Tremolo und
Flange. Guitar rig hingegen bietet Ihnen eine umfangreiche Liste an möglichen
Modulatoren, die an jeder Stelle im Rig eingefügt werden können. Die meisten
dieser Components können sich dabei im Tempo synchronsieren. Mit den neuen
Möglichkeiten von Guitar Rig 3 kann diese Synchronsisation dabei entweder zum
Host-Tempo, zum Metronom oder individuell pro Preset erfolgen.

4.10.1 Tremolo

Mit dieser Komponente werden periodische Amplitudenwechsel generiert. Der Sound


"pulsiert" gewissermaßen. Eine Modulationsquelle steuert dabei die Geschwindigkeit
dieser Amplitudenwechsel.

GUITAR RIG 3 – 106


Parameter
Intensity stellt die Stärke des Tremolo-Effektes ein, indem es den Anteil des un-
bearbeiteten Signals verändert.
Rate stellt die Modulationsfrequenz ein. Schnellere Einstellungen ergeben einen
schillernden Klang.
Tempo Sync synchronisiert das Tempo des Tremolo zum Tempo des Host-Programms,
so dass es dem Rhythmus des Stückes folgt. Im Standalone-Modus wird zum Tempo
des Metronoms synchronisiert.
Stereo Pan ergibt einen stereophonen Tremolo-Effekt, wenn Sie es einschalten:
Wenn der Pegel auf einem Kanal ansteigt, sinkt er auf dem anderen. Beachten
Sie, dass dieser Effekt zunichte gemacht wird, wenn dem Tremolo eine monophone
Komponente wie etwa ein Verstärker folgt.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Width stellt im monophonen Modus das Verhältnis zwischen positivem LFO-Zyklus
(größere Lautstärke) zu negativem (geringere Lautstärke) ein. Im stereophonen
Betrieb wird hiermit das Zeitverhältnis zwischen den Zeiten auf der rechten bzw.
linken Seite des Stereofeldes geregelt.
D own benötigt eine nähere Erklärung: Stellen Sie sich das Tremolo nicht als
Wellenform vor, sondern als Attack (Anstieg) und Decay (Abfallen) einer Hüllkurve.
Down ändert dabei die Decay-Zeit.
Up ändert auf ähnliche Art die Attack-Zeit. Wenn Sie D own und Up auf den
Minimalwert stellen, ergibt sich eher ein harter Gate-Effekt.

GUITAR RIG 3 – 107


4.10.2 Ensemble

Dieser einmalige Effekt basiert auf einem beliebten Effektgerät, das insofern einem
Chorus ähnelt, indem es einen fülligeren Klang erzeugt; es stellt aber zusätzlich
einen Vibrato-Effekt (Tonhöhenmodulation) zur Verfügung.

Parameter
Volume stellt den Gesamtpegel ein.
Chorus Intensity ist nur im Chorus-Modus aktiv. Hiermit wird die Stärke des Chorus-
Effektes eingestellt.
Mode wählt zwischen den Effekten Chorus und Vibrato.
Depth ist nur im Vibrato-Modus aktiv und stellt das Maß der Tonhöhenabweichung
ein.
Rate ist nur im Vibrato-Modus aktiv und stellt die Geschwindigkeit des Vibratos
ein.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Temp Sync synchronisiert den LFO zum Tempo des Metronoms, das sich seinerseits
nach den SYNC Einstellungen der Toolbar richtet.
D ry/Wet regelt den Anteil des unbearbeiteten Signals. Komplett gegen den
Uhrzeigersinn gedreht, hören Sie lediglich das unbearbeitete Signal, in der
Mittelposition eine 50:50 Mischung und, komplett im Uhrzeigersinn aufgedreht,
ausschließlich das bearbeitete Effektsignal.

GUITAR RIG 3 – 108


Bass bietet Kontrolle über den Anteil der tiefen Frequenzen (Verstärkung im
Uhrzeigersinn, Verminderung entgegen dem Uhrzeigersinn).
Mid beeinflusst entsprechend den mittleren Frequenzbereich.
Treble beeinflusst die hohen Frequenzen.
Delay stellt die Verzögerungszeit des Chorus ein (die Zeit, nach der die Modulation
einsetzt).
Stereo ändert das Sterobild von Mono (ganz gegen den Uhrzeigersinn gedreht) bis
Stereo (komplett im Uhrzeigersinn gedreht).

4.10.3 Chorus/ Flanger

Dieser Effekt basiert auf Zeitverzögerungen (Delay) und bietet Chorus, Flanger und
Tonhöhenmodulationen.
Chorus macht aus einer Gitarre ein ganzes Gitarrenensemble und erzeugt somit
einen diffuseren und komplexeren Klang.
Flanger erzeugt einen zischenden Klang wie von einem Düsenjäger, der über Sie
hinwegfliegt, allerdings intensiver und metallischer.
Pitch M odulation entspricht einem Vibrato, also einer sich wiederholenden
Tonhöhenänderung.

GUITAR RIG 3 – 109


Parameter
Speed ändert die Modulationsgeschwindigkeit. Beim Chorus ergibt eine erhöhte
Geschwindigkeit einen schillernderen Klang, langsamere Geschwindigkeiten hinge-
gen ergeben einen sanften, wogenden Effekt. Beim Flanger legt Speed die Dauer
eines Flanger-Zykluses fest (d.h. von kleinster zu größter Zeitverzögerung bzw. von
hohen zu tiefen Klangfarben). Für die Pitch Modulation wird hiermit das Tempo
des Vibrato eingestellt.
Intensity steigert beim Chorus den Anteil des verzögerten, bearbeiteten Klangs.
Beim Flanger wird die Resonanz erhöht, um einen härteren und intensiveren Effekt
zu erreichen. Bei der Pitch Modulation wird das Vibrato deutlicher und ähnelt damit
weniger dem Chorus, wenn Sie diesen Regler im Uhrzeigersinn drehen.
Width legt den Bereich des Flanger-Effektes fest (d.h. den Unterschied zwischen
höchstem und niedrigsten Punkt); beim Chorus wird die „Bewegtheit“ erhöht und
bei der Pitch Modulation die Tonhöhenabweichung.
Mode lässt Sie zwischen den Effekttypen Chorus, Flanger und Pitch Modulation
wählen. Dazu bewegen Sie den Schalter auf die entsprechende Position.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Sync synchronisiert den LFO zum Tempo des Metronoms, das sich seinerseits nach
den SYNC Einstellungen der Toolbar richtet.
Stereo erzeugt einen superbreiten Stereo-Effekt, wird aber nur für den Live-Betrieb
empfohlen. Wird das Signal monophon wiedergegeben, verschwindet der Effekt und
es bleibt nur der ursprüngliche Sound übrig.

GUITAR RIG 3 – 110


4.10.4 Stoned Phaser

Der Stoned Phaser fügt dem Klang einen wirbelnden, bewegten Effekt hinzu. Diese
Komponente wurde einem bekannten Phaser aus den Siebzigern nachempfun-
den.

Parameter
Rate stellt die Geschwindigkeit des Phaser-Effektes ein.
Sync synchronisiert das Tempo des Phasers zum Tempo des Host-Programms, so
dass es dem Rhythmus des Stückes folgt. Im Standalone-Modus synchronisiert
sich die Geschwindigkeit zum Tempo des Metronoms.
Color bewirkt eine Änderung der Klangfarbe, die eine Variation zum herkömmlichen
Phaser-Klang bietet.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Invert ändert die Phase des veränderten Signals und ergibt damit eine andere
Klangfarbe.
Notches legt die Anzahl der klangprägenden Elemente (Allpass-Filter) fest. Klicken
Sie auf die zugehörige Zahl und ziehen Sie nach oben oder unten, um zwischen 1
und 5 Notches zu wählen.
Color Strength stellt die Stärke ein, mit der der Schalter Color On/Off den Klang
beeinflusst.
Sweep Min setzt die untere Frequenzgrenze für einen Phaser-Durchgang.
Sweep Max setzt die obere Frequenzgrenze.

GUITAR RIG 3 – 111


Rotate verändert die Phasenlage zwischen den LFOs des rechten und linken Kanals
für einen Stereo-Effekt.
Dry Wet stellt das Verhältnis von unbearbeitetem zu bearbeitetem (phasen-geän-
dertem) Signal ein.

4.10.5 Rotator

Dieser Effekt, der auch in der viel gelobten virtuellen Orgel B4 von NATIVE
INSTRUMENTS verwendet wird, simuliert die Mikrophonabnahme eines rotie-
renden Lautsprechers. Bei echten rotierenden Lautsprechern finden sich zwei se-
parate Elemente – der untere und der obere Rotor. Diese Komponente bildet diese
beiden Elemente naturgetreu nach und bietet für jeden Lautsprecher separate
Einstellungen.

Parameter
Rotator schaltet die Geschwindigkeit des rotierenden Lautsprechers auf langsam
(slow) bzw. schnell (fast).
Balance stellt das Verhältnis zwischen dem Hochtöner und dem Tieftöner ein. Im
Uhrzeigersinn gedreht ,ergeben sich mehr Höhen, entgegengesetzt mehr Bässe.
Pan ändert die Stellung von Hoch- und Tieftöner im Stereofeld. Im Uhrzeigersinn
gedreht wandert der Hochtöner nach rechts und der Tieftöner nach links.
Distance stellt die Entfernung zwischen Mikrophon und rotierendem Lautsprecher
ein.

GUITAR RIG 3 – 112


Dry/Wet ändert die Stärke des Effektes; ganz aufgedreht hören Sie nur die rotie-
renden Lautsprecher.
Klicken Sie auf das Symbol (+), um den Experten-Modus aufzurufen. Jeder Rotor
(Hoch- und Tieftöner) besitzt die gleichen Regler.
Cab Tone aktiviert die eigene Lautsprechersimulation des Rotators. Sie können die-
sen Regler ganz herunterdrehen, wenn Sie lieber die Cabinets & Mics Komponente
benutzen wollen. Beispielsweise könnten Sie das Rotator Bass Cabinet einstellen
und es im Stereopanorama ganz nach links ziehen, dann das Rotator Horn Cabinet
hinzufügen und im Panorama ganz rechts platzieren. Verbinden Sie den Rotator
nach den Cabinets & Mics und schalten Sie Cab Tone aus. Die linken und rech-
ten Kanäle des Lautsprechers werden nun die Tief- und Hochtöner des Rotators
speisen.
Slow stellt die Rotationsgeschwindigkeit für den langsamen Modus ein (Rotator-
Hebel auf „slow“). In Minimalstellung kommt der Rotor zum Stillstand.
Fast stellt entsprechend die Geschwindigkeit für den schnellen Modus ein (Rotator-
Hebel auf „fast“).
Accel stellt die Zeitdauer für den Wechsel der Geschwindigkeit von „slow“ auf „fast“
ein. Entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, wird mehr Zeit für die Beschleunigung
bzw. Verlangsamung benötigt; im Uhrzeigersinn gedreht findet der Wechsel nahezu
unmittelbar statt.
Spread verbreitert das Stereofeld beim Drehen im Uhrzeigersinn und verengt es in
entgegengesetzter Richtung. Dazu wird die Entfernung der virtuellen rechten und
linken Mikrophone entsprechend verändert.

GUITAR RIG 3 – 113


4.10.6 Oktaver

Diese Komponente generiert zwei Signale – eines eine Oktave tiefer und ein wei-
teres Signal zwei Oktaven unter der eingehende Tonhöhe. Dabei sind zwei Dinge
zu beachten:
► Der Oktaver funktioniert nur bei Einzeltönen, nicht bei Akkorden.
► Platzieren Sie den Oktaver zu Beginn der Signalkette. Fügen Sie insbesondere
keinen Reverb, Delay oder Modulationseffekte davor hinzu, da dies den
Tonhöhenschaltkreis durcheinander bringt. Normalerweise können Sie aber den
Tube Compressor, Stomp Compressor und manchmal den EQ problemlos davor
platzieren.

Parameter
Direct bestimmt den Anteil des unbearbeiteten Signals.
Oct 1 stellt die Lautstärke des Signals eine Oktave unter dem Originalsignal ein.
O ct 2 stellt die Lautstärke des Signals zwei Oktaven unter dem Originalsignal
ein.
Klicken Sie auf das Symbol (+), um den Experten-Modus aufzurufen. Jede der
Oktaven (1 und 2) hat die gleichen Einstellmöglichkeiten.
Cutoff ändert den Klangcharakter des oktavierten Sounds. In Uhrzeigersinn gedreht
werden die Höhen betont.
Reso stellt die Resonanz des integrierten Filters ein.

GUITAR RIG 3 – 114


4.10.7 Pitch Pedal

GUITAR RIG Fans aus der ganzen Welt baten uns inständig, einen „pedalgesteuer-
ten Vibratohebel” als Effekt einzubauen, wie sollten wir dem widerstehen? Anders
als beim Standard-Vibratohebel, bleiben alle Saiten in Stimmung, wenn Sie diese
% Beachten Sie, dass an-
ders als beim Oktaver die
Tonhöhenveränderung auch poly-
spannen und entspannen. Es empfiehlt sich dabei, die Tonhöhenkontrolle (Drag) phon funktioniert; darüberhinaus
mit dem Pedal der RIG KONTROL zu steuern. Somit haben Sie die Hände trotz kann das Pitch Pedal mit kleinen
Tonhöhensteuerung frei. Veränderungen einige herrliche
Die Parameter im Expertenmodus sind ausschlaggebend, um ein nützliches Chorus- und Ensemble-Effekte
„Bending” zu erzeugen. Diejenigen, die nicht in die Programmierung eintauchen liefern.
wollen, können einfach einige der üblichen Effekte des „String-Bendings“ als
Presets auswählen.

Parameter
Drag ändert die Tonhöhe, basierend auf den Grenzen, die mit den Reglern im
Expertenmodus gesetzt wurden. Generell ziehen Sie den Schieber nach rechts,
um die Tonhöhe zu erhöhen und nach links, um die Tonhöhe zu erniedrigen; aber
es ist auch umgekehrt denkbar – ein Extrem ohne Tonhöhenveränderung und das
andere mit einem Auf- oder Abwärts-Tonhöhen-Schieber.
Dry/Wet justiert das Mischungsverhältnis zwischen unverarbeiteten („dry“) und
verarbeiteten („wet“) Signal ein. Gegen den Uhrzeigersinn gedreht wird nur das
unverarbeitete Signal ausgegeben, im Uhrzeigersinn gedreht nur das bearbeitete
Signal.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.

GUITAR RIG 3 – 115


Min Shift stellt die Höhe der Tonhöhenveränderung ein, wenn das Pedal am
Minimum (obere Position) ist. Der Bereich umfasst ±24 Halbtöne.
Min Detune stellt die Feineinstellung für die Höhe der Verstimmung ein, wenn
das Pedal an seinem Minimum (obere Position) ist. Der Bereich umfasst ±100
Hundertstel.
Max Shift stellt die Tonhöhenveränderung ein, wenn das Pedal am Maximum (untere
Position) ist. Der Bereich umfasst ±24 Halbtöne.
Max Detune stellt die Feineinstellung der Menge an Verstimmung ein, wenn das
Pedal am Maximum (untere Position) ist. Der Bereich umfasst ±100 Hundertstel.
Feedback entscheidet, ob und wieviel des Ausgangssignals zum Eingang zurückkehrt.
Mit etwas Feedback ergibt sich folgendes: Wenn Sie beispielsweise die Tonhöhe um
einen Halbton aufwärts transponiert haben, wird dieses Signal wieder eingangseitig
eingespeist und entsprechend erneut um einen Halbton transponiert und so weiter.
Das Resultat ist eine aufsteigende Notenfolge.
Delay beeinflusst die Glätte des, in der Tonhöhe veränderten, Sounds. Der Parameter
führt ebenfalls eine Verzögerung im Feedbackweg von 10 bis 50 ms ein. Je länger
die Verzögerung ist, desto deutlicher wird die Wahrnehmung einer Notenserie; mit
kürzeren Verzögerungen werden Sie mehr eine Klangstruktur hören.

4.10.8 Electric Lady

Mit der Electric Lady fügen Sie Ihrem Effekt-Rack einen sehr vielfältigen Stereo-
Flanger hinzu. Einem All-Time-Klassiker nachempfunden, erzeugt Electric Lady
Klänge, die von raffiniertem Flanging und Chorusing bis hin zu verrückten me-

GUITAR RIG 3 – 116


tallischen Klangfarben und extremen Flanger-Rauschen reichen. Darüber hinaus
kommt zu dieser großen Palette von Klängen noch der Static Mode hinzu. Hier wird
das Gerät in einem Filter verwandelt, das als Notch-Filter-Bank arbeitet.

Parameter
Rate kontrolliert die Geschwindigkeit des Flanger-Effektes. Drehen Sie den Regler
gegen den Uhrzeigersinn für einen langsamen Effekt. Für einen schnellen Effekt
drehen Sie im Uhrzeigersinn.
Static schaltet den Effekt in den statischen Filter-Bank-Modus und deaktiviert den
modulierenden LFO.
Depth regelt die Intensität der Modulation. Bei höheren Werten wird eine größere
Frequenzbreite beeinflusst.
Color verändert die allgemeine Klangfarbe des Effektes. Im Static Modus (siehe
oben) kontrolliert dieser Regler die Frequenz der Filter.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Sync synchronisiert den LFO zum Tempo des Metronoms, das sich seinerseits nach
den SYNC Einstellungen der Toolbar richtet.
Invert verschiebt die Phase des Effektsignals, was eine andere Klangfarbe zur
Folge hat.
Rotate verändert die Phasenlage zwischen den LFOs des rechten und linken Kanals
für einen Stereo-Effekt.
Dry/ Wet stellt den Mix zwischen „trockenen“ und verarbeiteten („flanged“) Signal
ein.

GUITAR RIG 3 – 117


4.10.9 Phaser Nine

Dieser Phaser basiert auf einem anderen, weit verbreiteten Effektdesign und fügt
Ihrem Gitarren-Sound eine Art „animierten Schimmer“ hinzu.

Parameter
Rate kontrolliert die Geschwindigkeit der Phaser-Modulation. Drehen Sie den
Regler gegen den Uhrzeigersinn für langsame und im Uhrzeigersinn für schnelle
Verwirbelungen.
Depth stellt die Intensität des Phasings ein.
C olor regelt die allgemeine Klangfarbe des Phasings, indem die Rückkopplung
des Effektes geändert wird. Höhere Werte führen zu einer größeren Betonung der
Frequenzspitzen im Signal.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Sync synchronisiert den LFO zum Tempo des Metronoms, das sich seinerseits nach
den SYNC Einstellungen der Toolbar richtet.
Invert verschiebt die Phase des Effektsignals, was eine andere Klangfarbe zur
Folge hat.
Frequency stellt die Mittenfrequenz ein, um die die LFO-Modulation verläuft.
Notches wählt die Zahl der Kerbstellen, die der Effekt in den Frequenzbereich
setzt.
Rotate verändert die Phasendifferenz zwischen den LFOs des rechten und linken
Kanals für einen Stereo-Effekt.
Dry/ Wet stellt den Mix zwischen „trockenen“ und verarbeiteten („phased“) Signal
ein.

GUITAR RIG 3 – 118


4.10.10 Harmonic Synthesizer

Der Harmonic Synthesizer eröffnet Ihnen eine ganze Welt voller Synthesizer-Sounds,
nur durch das Spielen Ihrer Gitarre! Er kann sowohl gewissenhafte Nachbildungen
klassischer Sounds produzieren als auch wilde, nie zuvor gehörte, Effekte generie-
ren. Außerdem können Sie ihn auch im Bass-Modus betreiben, um ihn mit Ihrer
Bass-Gitarre zu benutzen.
Der Effekt beinhaltet vier Stimmen – Sub-Octave, Dry, Octave und Square
Wave (Rechteckwelle) – die frei zusammengemischt werden können, sowohl zur
Hüllkurvenformung als auch zur „Einfärbung“ durch den Gebrauch des flexiblen
Filters.

Parameter
Guitar / Bass wird benutzt, um den Filterbereich zwischen Gitarre und Bass um-
zuschalten.
Threshold verhält sich als „Noise Gate“ für das Input Signal. Nur Signale über dem
Threshold werden durchgelassen und steuern die Lautstärkenhüllkurve und den
Filterschwung an. Wählen Sie eine Einstellung, die den Effekt deutlich macht.
Trigger regelt die zum Aktivieren des Filters benötigte Signallautstärke. Wenn Sie
diese zu hoch justieren, könnte das Ergebnis ein stotternder Filter aufgrund mehr-
facher Ansteuerungen sein. Experimentieren Sie ein bisschen, um die genaue
Einstellung für Ihren Spielstil zu finden.
Sub regelt die Lautstärke der Sub-Oktave. Beachten Sie, dass nur einzelne Noten
verfolgt werden.
Dry wählt die Lautstärke des „trockenen“, unverarbeiteten Gitarrensignals.

GUITAR RIG 3 – 119


Oct mischt das, um eine Oktave verschobene, Signal mit hinein; es werden nur
einzelne Noten verfolgt.
Sqr mischt ein Rechteckwellensignal hinzu, dass durch dynamisches Spielen kont-
rolliert wird.
Att hat einen ähnlichen Effekt wie der Attack-Regler einer Synthesizer-Hüllkurve.
Je höher der Wert ist, desto langsamer wird das Signal eingeblendet. Hohe
Einstellungen können den ursprünglichen Attack des Instrumentes komplett ent-
fernen.
Res regelt die Resonanz und die Güte (Weite) des Filters. Mit höheren Werten
erhalten Sie einen größeren Frequenzbereich und eine deutlichere Spitze um die
Grenzfrequenz.
Strt stellt die Frequenz ein, bei der der Filterschwung startet.
Stop stellt die Endfrequenz des Filterschwunges ein. Wenn Strt und Stop auf
denselben Wert eingestellt sind, wird der Filter diese spezielle Frequenz betonen,
ohne dabei zu schwingen.
Rate bestimmt die Geschwindigkeit des Filterschwunges von der Start- bis zur
End-Frequenz.

4.10.11 Ring Modulator

Ringmodulation ist ein ungewöhnlicher Effekt, den man nicht täglich hört. Wenn
Sie das Gitarrensolo in Black Sabbaths „Paranoid” kennen, haben Sie einen
Ring Modulator schon in Aktion gehört. Ein Ring Modulator extrahiert aus zwei

GUITAR RIG 3 – 120


Eingangssignalen ein Summen- und Differenzsignal und mischt diese für einzigar-
tige Klänge. Ein Tribut an die goldenen Zeiten analoger Klangerzeugung.
Die Komponente verfügt über zwei Sektionen: Mod und LFO.
In der mod Sektion stehen folgende Regler zur Verfügung:
Ring regelt das Mischungsverhältnis zwischen unbearbeitetem Signal und Ring-
Modulator-Ausgang.
FM Control ist ein zusätzlicher FM-Modulator.
Der Schalter HI/LO legt den Frequenzbereich des Oszillators fest, der für die Ring-
und Frequenzmodulation genutzt wird.
Mit dem Freq Regler bestimmen Sie die Tonhöhe des Oszillators. Beginnen Sie
am linken Anschlag mit der tiefsten Tonhöhe und erhöhen Sie diese durch Drehen
im Uhrzeigersinn.
Die LFO S ek tio n (Low Frequency Oscillator Section) bietet folgende
Regelmöglichkeiten:
Amount regelt die Intensität der LFO-Modulation auf den Oszillator. Ein Aufdrehen
im Uhrzeigersinn bringt mehr Bewegung in den Klang.
Sine /Square schaltet zwischen den LFO-Wellenformen Sinus und Rechteck um.
Rate regelt die Geschwindigkeit der LFO-Modulation.
Die leuchtende LED rechts vom Rate Regler visualisiert die Geschwindigkeit der
LFO-Modulation.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Sync synchronisiert den LFO zum Tempo des Metronoms, das sich seinerseits nach
den SYNC Einstellungen der Toolbar richtet.
Edge verändert die Wellenform des Oszillators. Hier können Sie Obertöne für einen
aggressiveren Klang hinzufügen.

GUITAR RIG 3 – 121


4.11 Filter

UnterFiltern (z.B. Entzerrung) versteht man den Prozess des Anhebens oder
Absenkens spezifischer Frequenzen in einem Klang. Das Filtern ist eine der gän-
gigsten Methoden zur Klangformung. guitar rig bieten Ihnen gleich mehrere
Möglichkeiten, Ihren Klang zu filtern. Zu den Filtern zählen auch das Wah Wah
Pedal oder spezielle Filter, die wir anderen native instruments Produkten
entliehen haben.

4.11.1 EQ Shelving

Ein Shelving Equalizer ist eine Art von Klangregler, der die Frequenzen ausge-
hend von einem bestimmten Punkt verstärkt oder absenkt. Wird der festgelegte
Frequenzpunkt, an dem Verstärkung bzw. Absenkung erfolgen soll, erreicht,
bleibt die Stärke im folgenden Bereich konstant und es ergibt sich somit eine
Stufenbildung.
Dieser EQ-Typ kann allgemein zur Klangänderung herangezogen werden, um be-
stimmte Klangeigenschaften zu ändern wie z.B. zu wenig Brillianz in den Höhen
oder zuviel „Wumms“ in den Bässen. Die grafische Darstellung der EQ-Kurve zeigt
die Auswirkungen der Regler während Maushinweise für jeden der Einstellpunkte
den genauen Frequenzwert in Hz und die Verstärkung/Absenkung in dB angeben.

GUITAR RIG 3 – 122


Parameter
Es bestehen zwei Möglichkeiten für die Einstellung der Parameter:
► Klicken Sie auf die Einstellpunkte (kleine Quadrate) in der grafischen
Darstellung und ziehen Sie diese an die gewünschte Position (hoch zum
Verstärken der Frequenz, herunter zur Abschwächung, seitwärts um die
Bezugsfrequenz festzulegen).
► Sie können diese Werte auch einstellen, indem sie auf das Symbol (+) klicken
und damit den Experten-Modus aufrufen.
Folgende Parameter werden geboten:
Freq1 justiert die Frequenz für das Low-Shelf-Band, dort wo die Anhebung bzw.
Absenkung beginnt.
Befindet sich G ain1 in der Mittelposition, findet weder eine Anhebung noch
Absenkung statt. Im Uhrzeigersinn werden die Frequenzen angehoben, entgegen
dem Uhrzeigersinn abgesenkt.
Freq2 justiert die Frequenz für das High-Shelf-Band, dort wo die Anhebung bzw.
Absenkung beginnt.
Befindet sich G ain2 in der Mittelposition, findet weder eine Anhebung noch
Absenkung statt. Im Uhrzeigersinn werden die Frequenzen angehoben, entgegen
dem Uhrzeigersinn abgesenkt.

GUITAR RIG 3 – 123


4.11.2 Parametric EQ

Ein parametrischer Equalizer ist eine fortgeschrittene Methode der Klangformung.


Im Unterschied zum graphischen Equalizer (im folgenden beschrieben), der nur
bestimmte festgelegte Frequenzen verstärken oder absenken kann, kann ein pa-
rametrischer EQ variable Frequenzen zur Verstärkung oder Absenkung verwenden.
Zudem lässt sich die Bandweite verändern, d.h. der Bereich von Frequenzen, die
beeinflusst werden, von breit bis eng. Die graphische Darstellung des EQ zeigt die
Auswirkungen der Regler. Maushinweise zeigen die genauen Frequenzen in Hz und
die Verstärkung/Absenkung in dB an.
Der EQ Parametric beinhaltet zwei vollständig parametrische Stufen. Beispielsweise
kann die erste Stufe den Bassbereich um 100 Hz verstärken während die zweite
Stufe eine Einkerbung im Mittenbereich vornimmt.

Parameter
Wie beim EQ Shelving bestehen zwei Möglichkeiten, die Werte einzustellen. Klicken
Sie auf die Einstellpunkte (kleine Quadrate) in der grafischen Darstellung und
ziehen Sie sie an die gewünschte Position (hoch zum Verstärken der Frequenz,
herunter zur Abschwächung, seitwärts um die Bezugsfrequenz festzulegen) oder
rufen Sie den Experten-Modus durch Klicken auf das Symbol (+) auf, wo folgende
Regler geboten werden:
Freq1 und Freq2 stellen den bestimmten Teil des Audio-Spektrums ein, auf den
sich die Verstärkung bzw. Absenkung beziehen soll.

GUITAR RIG 3 – 124


Gain1 und Gain2 legen fest, ob die mit Freq1/2 eingestellten Frequenzen verstärkt
(betont) oder abgesenkt werden.
Q1 und Q2 beeinflussen die Breite der Verstärkung/Absenkung bei Freq1 und
2. Schmale Bandweite (entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht) wirkt sich nur
auf einen kleinen Ausschnitt an Frequenzen im Audiospektrum aus, drehen der
Regler im Uhrzeigersinn erweitert den Bereich an verstärkten bzw. abgesenkten
Frequenzen.

4.11.3 Graphic EQ

Diese Komponente verwendet mehrere Bandpass-Filter, um das Audiospektrum


in acht Bänder aufzuteilen, die jeweils eigene Regler für die Verstärkung bzw.
Absenkung aufweisen. Die Bezeichnung „graphischer Equalizer“ rührt daher, dass
dafür bei Hardware Schieberegler verwendet werden, die im Gesamtbild einen
grafischen Anhaltspunkt für das Frequenzverhalten geben. Beim EQ Graphic wird
die genaue Resonanzkurve graphisch wiedergegeben. % Note that all bands ar
equally spaced (usin log-
arithmic ratios) between the high-
Parameter est and lowest bands. Example: If
Einstellpunkte (quadratische „Anfasser“) stellen die Verstärkung ein. Ziehen Sie Min is set to 50 Hz and Max to
den Punkt hoch, um die Frequenz zu verstärken und nach unten, um sie abzu- 6400 Hz, the other bands are at
senken. Per Doppelklick setzen Sie die den Anfasser auf den 0 dB Punkt. Die 100, 200, 400, 800, 1600, and
3200 Hz.

GUITAR RIG 3 – 125


Tooltip-Anzeige für einen Anfasser zeigt den Betrag der Anhebung/Absenkung in
Werten von 0 bis 10.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Range stellt den Maximalwert für Verstärkung bzw. Absenkung ein, im Bereich von
±1 dB (sehr subtile Änderung) bis zu ±30 dB (Änderung über einen besonders
weiten Bereich).
Min stellt die Frequenz des niedrigsten Frequenzbandes ein.
Max stellt die Frequenz des höchsten Frequenzbandes ein.

4.11.4 Custom EQ

Custom EQ modelliert einen edlen, "bunten" Studio-Equalizer, auf den viele


Tonstudios derzeit gern zurückgreifen. Dieser spezielle EQ zeichnet sich durch
seinen warmen, analogen synthesizerähnlichen Klang aus.

Parameter
Tone regelt die Balance zwischen Bass und Treble. Ganz gegen den Uhrzeigersinn
geregelt, werden die tiefen Frequenzen betont und die Höhen beschnitten. Je weiter
Sie den Regler im Uhrzeigersinn öffnen, desto mehr höhere Frequenzen werden
ergänzt und umso mehr werden die tiefen Frequenzen abgesenkt.
Mit Freq wird die Mittenfrequenz ausgewählt, die zwischen Bass und Treble ab-
gesenkt wird.
Scoop bestimmt die Tiefe der Absenkung, die im Mittenbereich erfolgt. Je weiter
der Regler im Uhrzeigersinn aufgeregelt wird, desto tiefer die Absenkung.
Mit Volume justieren Sie den Gesamtpegel des Custom EQ.

GUITAR RIG 3 – 126


4.11.5 Pro-Filter

Der ProFilter ist ein typischer Synthesizer-Filter, der auf dem Filter, der in NATIVE
INSTRUMENTS populärem virtuellen Instrument Pro-53 enthalten ist, basiert.
Es verfügt über einen fetten, sahnigen Klang, der sich bestens als Tonregelung
eignet. Zusätzlichen können Sie aber durch Zuordnung des Cutoff-Parameters
zum RIGKONTROL Pedal auch einen hervorragend klingenden Wah-Wah-Sound
erzeugen.
Aber warum hier aufhören? Die verschiedenen Modifiers sind perfekt, um die Cutoff-
Frequenz zu beeinflussen. Insbesondere der Step Sequencer kann hier neuartige
Filtereffekte erzeugen, die sich zur Musik synchronisieren. Das ist ideal für Hip-Hop,
Dance, Techno und anderen Formen sehr rhythmischer Musik.

Parameter
Cutoff stellt die Frequenz ein, bei der jede Form von Filterungen auftreten soll.
Reso bestimmt die Filtergüte ("Q").
Slope: Wenn der Regler komplett gegen den Uhrzeigersinn gedreht wurde, werden
Frequenzen mit einer Flankensteilheit von 12 dB pro Oktave abgemildert. Dies
produziert einen „weicheren” Filterklang. Komplett im Uhrzeigersinn gedreht,
werden Frequenzen mit einer Flankensteilheit von 24 dB pro Oktave abgemildert.
Dies produziert einen fetteren, intensiveren Filtersound. Einstellungen dazwischen
schließen Elemente beider Ansprechverhalten ein.
LPF/ BPF/ HPF:
► Lowpass (LPF)/ Tiefpassfilter – dieses Filter lässt tiefe Frequenzen passieren
und unterdrückt hohe Frequenzen.

GUITAR RIG 3 – 127


► Bandpass (BPF)/Bandpassfilter – dieses Filter lässt Frequenzen in einem be-
stimmten Frequenzband passieren und mildert die Frequenzen ab, die über
oder unter dieses Band fallen.
► Highpass (HPF)/ Hochpassfilter – dieses Filter lässt hohe Frequenzen passieren
und unterdrückt tiefe Frequenzen.

4.11.6 AutoFilter
% Beachten Sie, dass für
dieses Modul kein Ex-
pertenmodus verfügbar ist.

Das AutoFilter ist im wesentlichen ein Wah-Wah-Effekt, der automatisch auf die
Dynamik Ihres Spiels reagiert. Er ist besonders beliebt im Funk, im speziellen
70er-Funk.

Parameter
Sens passt den Gitarrenpegel dem AutoFilter an. Wenn das Filter nicht über ausrei-
chend weiten Bereich arbeitet (und der Regler Range, den wir später beschreiben
werden, richtig eingestellt ist), erhöhen Sie die Empfindlichkeit (Sensitivity). Wenn
Sie andererseits kaum die Saiten berühren und das Filter bereits weit öffnet, drehen
Sie die Sens-Kontrolle herunter.
Up/ Down Wenn die Saite ausklingt, kehrt das Filter zu einer tieferen Frequenz
zurück.
R ange stellt die Weite des Filter-Arbeitsbereiches ein. Drehen Sie ihn im
Uhrzeigersinn, um über einen größeren Bereich zu arbeiten.
Reso bestimmt die Filtergüte ("Q").
LPF/ BPF/ HPF

GUITAR RIG 3 – 128


► Lowpass (LPF)/ Tiefpassfilter – das Filter lässt tiefe Frequenzen passieren und
unterdrückt hohe Frequenzen.
► Bandpass (BPF) – das Filter lässt Frequenzen in einem bestimmten
Frequenzband passieren und mildert die Frequenzen ab, die über oder unter
dieses Band fallen.
► Highpass (HPF)/ Hochpassfilter – das Filter lässt hohe Frequenzen passieren
und unterdrückt tiefe Frequenzen.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
At tack fügt einen Gleitpuffer von 5 bis 80 ms ein. Wenn das Filter eine
Eingangsveränderung wahrnimmt oder das Filter seine höchste Frequenz (im
„Down“-Modus) oder tiefste Frequenz (im „Up“-Modus) erreicht.
Release veranlasst den Filter, mit einer Zeit zwischen 50 bis 800 ms zu seiner
Ursprungseinstellung zurückzukehren, wenn kein Inputsignal anliegt. Bei kurzen
Release-Zeiten verfolgt das AutoFilter sehr leichte Pegelveränderungen. Dies kann
einen „abgehackten” Klang zur Folge haben; drehen Sie Release für ein weicheres
Abklingen auf.
Offset stellt den Wert der Mittenfrequenz des Filters ein (Versatz). Mit anderen
Worten, die Frequenz wird nach oben oder unten von dieser Frequenz aus ver-
setzt.
Wet ist besonders nützlich beim Bass, da das Filter ansonsten möglicherweise den
Klang zu sehr „ausdünnt”. Indem Sie mehr „trockenes“ Signal hinzufügen, hören
Sie den vollen Bass-Sound zusammen mit dem gefilterten Sound.

GUITAR RIG 3 – 129


4.11.7 Wah Wah Pedal

Das Wah Wah Pedal ist ein Filter, der mit seiner Resonanzspitze über einen
Frequenzbereich hinwegfährt. Dabei ist die Version in GUITAR RIG 2 wohl die
vielseitigste auf Erden. Unabhängige Einstellungen für Filterfrequenz, Resonanz und
die Lautstärke am unteren, mittleren und oberen Punkt des Pedalweges machen
jede denkbare Anwendung möglich. Es lässt sich also genau Ihren Anforderungen
anpassen.

Parameter
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
LP-BP-HP stellt die Mischung von Filtercharakteristiken ein (Tiefpass, Bandpass
% Beispiel: Eine niedrige
Einstellung ergibt hier
wenig Änderung, wenn Sie das
und Hochpass). Der Tiefpass (LP) entspricht einem typischen Synthesizer-Filter, Pe dal vo n de r unte ren zur
Bandpass (BP) verhält sich am ehesten wie ein traditionelles Wah Wah. Der Mittelstellung bewegen, dafür eine
Hochpass (HP) schließlich unterdrückt tiefe Frequenzen, wenn Sie das Pedal her- umso größere Änderung wenn Sie
untertreten. zur höchsten Stellung weiterge-
Freq Min stellt die Filterfrequenz bei unterster, „ungetretener“ Pedalstellung ein. hen. Wird hingegen Mid auf einen
Freq Mid stellt die Filterfrequenz bei mittlerer Stellung des Pedals ein. hohen Wert eingestellt, dann
Freq Max stellt die Filterfrequenz bei höchster, „durchgetretener“ Pedalstellung klingt die Mittelstellung des
ein. Pedals fast so wie die höchste
Res Min legt die Menge an Filterresonanz bei unterster Pedalstellung fest. (Maximal-) Stellung.
Res Mid legt die Filterresonanz bei Mittelstellung des Pedals fest.
Res M ax legt die Menge an Filterresonanz bei höchster, "durchgetretener"
Pedalstellung fest.

GUITAR RIG 3 – 130


Volume Min stellt die Lautstärke bei unterster Pedalstellung ein.
Volume Mid stellt die Lautstärke bei mittlerer Pedalstellung ein.
Volume Max stellt die Lautstärke bei höchster, "durchgetretener" Pedalstellung
ein.

4.11.8 Talkwah

Dieser Effekt ist mit dem Wah Wah vergleichbar, er nutzt jedoch einen anderen
Filtertyp. Das Filter im Talkwah simuliert die Klangformung, die einMund bei der
Vokalformung vollzieht. Das Ergebnis gleicht dem „Talk Box” Effekt, der in den
Siebzigern und Achtzigern durch Joe Walsh, Peter Frampton, Joe Perry und Ritchie
Sambora populär wurde.

Parameter
Der Schieberegler stellt die Frequenz des TalkWah ein. Nach links geschoben ergibt
sich ein „ooh“, in der Mitte ein „aah“ und zum rechten Ende hin bildet sich daraus
ein „iih“. Steuern Sie diesen Parameter über das Pedal der NATIVE INSTRUMENTS
RIG KONTROL und Sie werden überrascht über die vielfältigen Klänge sein, die
Sie Ihrem Instrument entlocken.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Bright ist ein Schalter, der den Gesamtklang höhenbetonter macht.
Volume ändert den Gesamtpegel.

GUITAR RIG 3 – 131


Size justiert die Größe der "virtuellen Mundhöhle". Entgegen dem Uhrzeigersinn fällt
die Mundhöhle klein wie bei einem Winzling aus, voll im Uhrzeigersinn aufgedreht
hingegen wie bei einem Riesen.

4.11.9 Cry Wah

Cry Wah ist eine sorgfältige Nachbildung des Wah-Wah-Pedals, das wir alle jahre-
lang benutzt haben. Dieses Pedal wurde authentisch modelliert und bietet keinen
Expertenmodus. Es beherrscht einen Effekt, aber was für einen!

Parameter
Der Schieberegler stellt die Frequenz des Wah Wah ein. Nach links gezogen wird
die Frequenz erniedrigt, nach rechts erhöht. Das RIG KONTROL Pedal eigenet sich
ideal, um diesen Parameter zu steuern.

4.11.10 Real Wah

Real Wah ist die Antwort auf die zahlreichen moderneren Wah-Wah-Pedale, die
ab Mitte der Neunziger auf dem Markt erschienen. Viele dieser Wahs hatten ihren
eigenen spezifischen Klang, so auch das Real Wah.

GUITAR RIG 3 – 132


Parameter
Der Schieberegler stellt die Frequenz des Wah Wah ein. Nach links gezogen wird
die Frequenz erniedrigt, nach rechts erhöht. Das RIG KONTROL Pedal eignet sich
ideal, um diesen Parameter zu steuern.

4.11.11 Tipps für die Verwendung von Equalizern


Die meisten dieser Tipps sind auf die EQ-Typen „shelving“, „parametric“ und
„graphic“ anwendbar; sie funktionieren ebenfalls mit einigen der komplexeren
EQ-Typen. Experimentieren Sie, um herauszufinden, welche Einstellungen die
Ergebnisse produzieren, die Sie sich vorstellen. Beachten Sie, dass – anders als
bei Hardware – die EQs und die meisten anderen Components in GUITAR RIG
3 niemals intern übersteuert werden und Verzerrungen verursachen. Durch eine
Fließkommasignalverarbeitung liegt der Spielraum bei etwa 700 dB – also keine
Sorge beim Aufdrehen der Regler! Allerdings kann GUITAR RIG 3 nachfolgende
Bereiche übersteuern.
Ein EQ kann den Charakter eines Klangs entscheidend verändern – Sie können z.B.
einen rauhen Gitarrenklang viel sanfter und ausgeglichener machen. Ein graphischer
EQ leistet da gute Dienste, da er diverse Frequenzbereiche beinflussen kann.

Vergleiche anstellen.
Verwenden Sie den An/ Aus-Schalter, um den Klang mit EQ immer wieder mit dem
ursprünglichen Klang zu vergleichen. So können Sie Situationen vermeiden, in de-
nen Sie etwa die Höhen so verstärken, dass der Bass zu dünn wirkt und Sie diesen
wiederum anheben. Dann empfinden Sie eventuell die Mitten als unterrepräsentiert
und heben auch diese an, bis schließlich alle Werte auf „11“stehen. (Das mag zwar
gut für Spinal Tap sein, für typische Musiker aber eher nicht). Nutzen Sie immer
nur so wenig EQ wie wirklich notwendig. Schon einige dB Hub oder Absenkungen
können einen großen klanglichen Unterschied ausmachen.

GUITAR RIG 3 – 133


Ein besserer Solo-Sound für einen besseren Mix.
Ein Anheben der Frequenzen zwischen 3 bis 4 kHz mit dem EQ Parametric oder EQ
Graphic lässt eine Solo-Gitarre in den Vordergrund treten. Da sich dieser Bereich
oberhalb von Toms, dem Bass und den meisten rhythmischen Tasteninstrumenten
befindet, wird es wenig Überschneidungen mit diesen Instrumenten geben. Daher
erscheint die Gitarre somit laut und klar, ohne andere Instrumente zu überlagern.

Equalizing für Rhythmusgitarren zur Unterstützung von Gesangs-stimmen.


Stellen Sie sich vor, eine Rhythmus-Gitarre als Begleitung zu einem Sänger zu
spielen. Da Gitarre und Gesang einen ähnlichen Frequenzbereich beanspruchen,
ergibt sich ein Konflikt. Die Lösung: Nehmen Sie den Mittenbereich der Gitarre
etwas zurück, um Platz für die Gesangsfrequenzen zu schaffen. Sie können so die
Gitarre im Mix lauter machen, ohne das sie mit den Gesangsspuren kollidiert.
Ein parametrischer Equalizer eignet sich vorzüglich, um störendes Brummen zu
vermindern. Stellen Sie den Equalizer auf maximale Absenkung und geringste
Bandweite ein. Stellen Sie nun die Frequenz auf 60 Hz (bzw. 50 Hz in Europa). Sie
werden hören, wenn Sie die richtige Frequenz erwischt haben, denn das Brummen
verschwindet. Wenn jedoch harmonische Obertöne im Brummton enthalten sind,
müssen Sie gegebenfalls weitere Stadien der Bearbeitung einfügen, um auch diese
Frequenzen herauszufiltern.
Einen EQ vor den Verzerrer zu schalten kann ein Instrument „berührungsempflind-
licher“ machen. Dies liegt an der Tatsache, das der Verzerrer typischerweise alle
Freuqnezen gleichermaßen bearbeitet. Durch leichtes Anheben der Mitten über
einen recht weiten Bereich (z.B. 200 Hz bis 1 kHz) vor der Verzerrung werden die,
in diesem Bereich gespielten, Noten bereits bei geringerer Lautstärke verzerrt, was
die Verzerrung reaktionsschneller macht.
Bässe (und auch Gitarren) weisen manchmal „tote Punkte“ am Hals auf, die nicht
die gleiche Lautstärke wie die anderen Noten besitzen. Hier kommt der paramet-
rische Equalizer ins Spiel. Verringern Sie die Lautstärke des Verstärkers und stellen
Sie die Verstärkung und Bandbreite des EQ auf Maximum.Spielen Sie die „tote“

GUITAR RIG 3 – 134


Note wiederholt an. Dabei ändern Sie die Frequenz des parametrischen EQs. Wenn
Sie die richtige Frequenz erwischen, wird die Note stark hervorgehoben. Sobald die
Frequenz richtig eingestellt ist, reduzieren Sie die Verstärkung dieser Frequenz so
lange, bis die „tote“ Note die gleiche Lautstärke wie andere Noten aufweist. Wenn
sich die Note zu „spitz“ anhört, dann reduzieren Sie auch die Bandweite.
Instrumente betonen und voneinander differenzieren:
► Finden und reduzieren Sie die Lautstärkespitze eines der Instrumente. Dazu
setzen Sie einen parametrischen EQ auf hohe Verstärkung (10-12 dB) und
geringe Bandweite (ca. eine Viertel-Oktave). Ändern Sie langsam den
Frequenzregler während das Instrument spielt. Lautstärkespitzen werden durch
die Verstärkung und die kleine Bandweite deutlich hervorgehoben, sie können
sogar übersteuern. Suchen Sie nach der lautesten Stelle und vermindern Sie
diese Frequenz soweit, dass es mit dem Rest des Instrumentenklanges harmo-
niert. Falls diese Lautstärkespitze in einem breiten Bereich auftritt, müssen
Sie die Bandweite evtl. etwas hochregeln.
► Merken Sie sich die Werte für Absenkung und Bandweite, die Sie einstellen
mussten, um die Spitze zu reduzieren.
► Mit der zweiten Stufe des EQ Parametric stellen Sie eine ungefähr gleiche
Verstärkung bei einer Frequenz nahe der natürlichen Lautstärkespitze ein (ent-
weder dicht darüber oder darunter).

Beide Instrumente werden nun deutlicher artikuliert erscheinen, da beide ihre


Lautstärkespitzen in einem etwas anderen Teil des Spektrums aufweisen und sich
daher nicht mehr in die Quere kommen.

GUITAR RIG 3 – 135


4.12 Volume

Klar, geht es immer lauter (vielleicht sogar bis "11"?) ... und es geht sogar auch
leiser. Doch Lautstärke-Effekte können sehr viel vielseitiger und brauchen keines-
falls nur für eine simple Lautstärkekontrolle genutzt werden. Guitar Rig 3 bieten
eine Reihe von Werkzeugen, mit denen Sie Lautstärken dynamisch oder interaktiv
anpassen können und damit eine ganze Reihe praktischer, musikalischer und sogar
psychoakustischer Effekte erzielen können.

4.12.1 Volume Pedal

Diese Komponente kann die Lautstärke, die von einer anderen Komponente kommt
bzw. in diese hereingeführt wird, verstärken oder vermindern.

Parameter
Der Schieberegler ändert die Lautstärke von minimal (ganz links) bis maximal (ganz
rechts). Er eignet sich damit ideal zur Steuerung durch das RIG KONTROL Pedal
oder andere MIDI-Controller.
Volume stellt einen Haupt-Lautstärkeregler dar. Damit wird die höchstmögliche
Lautstärke bei Rechtsanschlag des Schiebereglers festgelegt.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.

GUITAR RIG 3 – 136


Min Volume stellt die minimale Lautstärke bei Linksanschlag des Schiebereglers ein,
da Sie vielleicht nicht wollen, dass die Lautstärke auf Null abfällt sondern immer
auf einer leisen Mindeststufe bleibt.
Half Volume setzt die Lautstärke bei Mittelstellung des Schiebereglers. Damit kön-
nen Sie einstellen, wie sich das Pedal „anfühlt“.

4.12.2 Limiter

Ein Limiter ist einem Kompressor ähnlich, da er den Dynamikbereich beein-


flusst. Der Limiter arbeitet dabei wie Drehzahlbegrenzung beim Motor: Er lässt
Audiosignale eine bestimmte Grenze nicht überschreiten, während ein Kompressor
lautere Signale nur anteilig absenkt. Signale unterhalb dieser Pegelschwelle bleiben
unbeeinflusst. Ein Limiter eignet sich hervorragend dazu, Lautstärkespitzen abzu-
schwächen, um insgesamt eine höhere Lautheit zu erreichen, ohne jedoch leisere
Dynamikvariationen dabei zu verlieren.

Parameter
Volume stellt den Ausgangspegel ein.
Limit stellt den Pegel ein, den das Signal nicht überschreiten kann. Entgegen dem
Uhrzeigersinn geregelt, wird diese Pegelgrenze nach unten verschoben.
Hold setzt die minimale Zeitspanne, über die das Signal abgeschwächt wird, sobald
es die Limitschwelle überschreitet.
Release legt fest, wie lange der Limiter benötigt, um auf den ursprünglichen Stand
zurückzukehren, wenn das Signal nicht mehr gedämpft wird. Längere Release-Zeiten
wirken meist glatter. Wenn aber merkliche Lautstärkeschwankungen auftreten,
sollten Sie diesen Wert vermindern.

GUITAR RIG 3 – 137


Tipps zum Limiter
► Filter zähmen. Eine Filtereinstellung mit hoher Resonanz kann nachfolgende
Components zum Verzerren bringen. Mit dem Limiter können Sie diese
Lautstärkespitzen zur Räson bringen. Das klappt auch mit Modulations-
Effekten, die einen hohen Anteil an Rückkopplung aufweisen.
► Anhebung der durchschnittlichen Lautstärke. Fügen Sie diese Komponente ganz
am Anfang der Signalkette direkt nach dem Input ein und dämpfen Sie starke
Lautstärkespitzen. Dadurch können Sie ein insgesamt lauteres Signal durch die
nachfolgenden Components schicken und erhöhen somit die durchschnittliche
Gesamtlautstärke.
► Verwendung mit Gesang. Limiter vermeiden erfolgreich Übersteuerungen, falls
der Sänger oder die Sängerin dem Mikrophon zu nahe kommt.

4.12.3 Noise Gate

Ein Noise Gate hilft, unerwünschte Geräusche zu entfernen, kann aber auch als
Spezialeffekt eingesetzt werden. Die Input-Komponente stellt bereits ein ein-
faches Gate bereit. Dieses Noise Gate kann allerdings mehr und stellt zusätzliche
Parameter zur Verfügung.
Um das Arbeitsprinzip des Noise Gates zu verstehen, stellen Sie sich vor, Ihre
Gitarre würde eine elektrische Streuung mit aufnehmen. Solange Sie spielen ist das
Gitarrensignal lauter und maskiert das Surren. In Pausen oder sehr leisen Stellen
wird das Störgeräusch nicht mehr übertönt und kann hörbar werden.
Ein Noise Gate macht im Prinzip nichts anderes, als die Lautstärke herunter zu
drehen, wenn nur noch Rauschen zu hören ist. Wenn Sie spielen, regelt es die
Lautstärke entsprechend wieder hoch. Der Schwellenwert-Regler (Threshold) setzt

GUITAR RIG 3 – 138


die Trennlinie zwischen dem, was als Rauschen aufgefasst wird und dem, was zur
Musik gehört. Wenn Sie diesen Regler direkt oberhalb der Rauschlautstärke einre-
geln, wird das Rauschen unterdrückt, wenn kein sonstiges Signal anliegt.

Parameter
Threshold setzt die Referenzlautstärke, oberhalb derer das Gate öffnet, und un-
terhalb derer es schließt. Diesen Regler entgegen dem Uhrzeigersinn auf einen
niedrigen Wert zu setzen, ist für Signale mit geringem Rauschen geeignet. Höhere
Einstellungen werden für Spezialeffekte verwendet, etwa um die Ausklingphase
einer Saite stark zu verkürzen damit ein perkussiverer oder sogar abgehackter
Klang entsteht.
Hold setzt die minimale Zeitspanne, die das Gate geöffnet bleibt. Mit einem hohen
Schwellenwert kombiniert verhindert dies einen allzu perkussiven Klang.
Attack arbeitet entgegengesetzt. Wenn ein Signal den Schwellenwert überschreitet,
schaltet sich das Gate langsam über eine bestimmte Zeitspanne hinzu. Mit hohen
Werten für Attack ist es möglich, einen Effekt zu erhalten, der einem rückwärts
abgespielten Tonband nahekommt.
Release verhindert das abrupte Schließen des Gates. Statt dessen schließt das
Gate langsam mit der eingestellten Release-Zeit, sobald das Signal unterhalb den
Schwellenwert abfällt.
Learn setzt automatisch den bestmöglichen Wert für Threshold. Klicken Sie auf
Learn, während Sie Ihre Gitarre nicht spielen. GUITAR RIG 3 analysiert das Signal
und setzt die Schwelle direkt über die Restgeräusche. Wenn Sie nun anfangen zu
spielen, sollte sich das Gate öffnen.

GUITAR RIG 3 – 139


4.12.4 Noise Reduction

Die Noise Reduction Komponente beeinflusst das Signal mit dem gleichen Ziel
wie ein Noise Gate, hat aber eine weniger abrupte Arbeitsweise. Hier wird das
Störgeräusch unter einem bestimmten Schwellenwert gefiltert anstatt es im Pegel
abzusenken. Die Einstellung ist sehr einfach.

Parameter
Beginnen Sie, indem Sie Threshold komplett gegen den Uhrzeigersinn drehen.
(keine Reduktion). Lassen Sie Ihre Gitarre nun ausklingen und drehen Sie dabei
den Regler im Uhrzeigersinn, bis das Eingangssignal ausgeblendet ist; ebenso wie
die Störgeräusche.
Für eine automatisierte Threshold-Einstellung, ohne dass Sie Ihre Gitarre spie-
len, klicken Sie auf L earn. Die Noise Reduction Komponente analysiert das
Eingangssignal und stellt Threshold gerade oberhalb des Restrauschens ein. Wenn
Sie nun spielen, wird der Noise Reduction Filter sich öffnen und Ihnen erlauben,
zu hören, was Sie spielen.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Release bestimmt, wie lange das Filter benötigt, zu schließen, nachdem das
Eingangssignal verstummt ist.
De-Hiss betont den Effekt des Filterns, wenn es im Uhrzeigersinn gedreht wird.
HIer werden mehr hochfrequente Anteile reduziert.

GUITAR RIG 3 – 140


4.12.5 Stomp Compressor

Der Stomp Compressor stellt eine anders klingende Art der Kompression (im
Vergleich zum Tube Compressor), folgt aber demselben grundlegenden Prinzip der
Verarbeitung: Er gleicht Variationen des dynamischen Bereichs aus, indem laute
Signale abgemildert werden und dadurch der durchschnittliche Gesamtpegel an-
gehoben wird. Sein Klang wird von vielen als ein bisschen „tighter” und vielleicht
etwas sauberer als der des Tube Compressors empfunden.

Parameter
Der Stomp Compressor hat verschiedene Parameter, die sich gegenseitig beein-
flussen. Nach der Einstellung eines Parameters müssen Sie also eventuell einen
anderen Parameter nachregeln.
Volume stellt den Gesamtpegel ein. Er wirkt wie eine Gesamtlautstärkenkontrolle
(Master).
Sustain entscheidet, um wieviel der Kompressorausgang verstärkt werden soll, wenn
die Saite verklingt. Im Uhrzeigersinn gedreht, wird das Sustain (Anhalten) erhöht,
aber beachten Sie, dass hier auch andere tieffrequenten Signale verstärkt werden
können, wie z.B. Lärm und Brummen, das in die Tonabnehmer einstreut.
Meter, die Anzeige zwischen den beiden oben erwähnten Kontrollen, zeigt an, um
wieviel Dezibel der Gain durch die Kompression reduziert wurde.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Attack stellt die Zeit ein, die der Kompressor benötigt, um auf Lautstärkeänderungen
des Eingangssignals zu reagieren. Längere Attack-Zeiten führen dazu, das mehr

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eingehende Dynamikspitzen passieren können, bevor die Kompression einsetzt.
Um beispielsweise das Zupfgeräusch bei einem komprimierten Gitarrenklang zu
erhalten, stellen Sie die Attack-Zeit höher ein.
Release bestimmt die Zeit, die der Kompressor benötigt, um auf den Normalzustand
zurückzufallen, nachdem das Eingangssignal unter den Schwellenwert gesunken
ist. Bei kurzen Release-Zeiten werden selbst kleinste Lautstärkeschwankungen
vom Kompressor berücksichtigt. Das kann zu einem abgehackt klingenden Sound
führen. Erhöhen Sie die Release-Zeit, um den Klang zu glätten.
Threshold stellt den Pegel ein, ab dem die Signale komprimiert werden. Sobald der
Signalpegel unter den Schwellenwert abfällt, bleibt das Signal unbeeinflusst bis
es die Schwelle wieder überschreitet. Ein kleinerer Schwellenwert bedeutet mehr
Kompression und längere Ausklingzeit.

4.12.6 Tube Compressor

Ein Kompressor gleicht Dynamikvariationen aus, indem er laute Signale mit un-
sichtbarer Hand automatisch abschwächt. Regelt man den Gesamtpegel nun etwas
auf, erscheint das Signal durchschnittlich lauter als zuvor, denn der Unterschied
zwischen leisester und lautester Stelle ist geringer. Gleichzeitig erhöht sich auch
die Ausklingzeit (Sustain) der Gitarre.

GUITAR RIG 3 – 142


Parameter
Der Tube Compressor (Röhren-Kompressor) besitzt mehrere Parameter, die sich
gegenseitig beeinflussen. Dies bedeutet, dass Sie nach dem Einstellen eines
Parameters einen anderen Regler eventuell ebenfalls nachregeln müssen.
Input stellt die Eingangslautstärke für den Kompressor ein. Ein Erhöhen dieses
Wertes führt zu einem leichteren Erreichen des Schwellenwertes, über dem das
Signal komprimiert wird. Eine zu hohe Einstellung kann zu Verzerrungen führen.
Threshold stellt den Pegel ein, über dem die Signale komprimiert werden. Ein
kleinerer Schwellenwert bedeutet mehr Kompression und längere Ausklingzeit.
Wenn das Signal unter den Schwellenwert abfällt, bleibt das Signal vom Kompressor
unbeeinflusst bis es die Schwelle wieder überschreitet.
Ratio bestimmt, wie stark sich das Ausgangssignal im Verhältnis zum Eingangssignal
verändert, sobald das Eingangssignal den Schwellenwert überschreitet. Je höher die
Ratio, desto höher die Kompression und desto „gedrungener“ der Klang.
Attack stellt die Zeit ein, die der Kompressor benötigt, um auf Lautstärkeänderungen
des Eingangssignals zu reagieren. Längere Attack-Zeiten führen dazu, das mehr
eingehende Dynamikspitzen passieren können, bevor die Kompression einsetzt.
Um beispielsweise das Zupfgeräusch bei einem komprimierten Gitarrenklang zu
erhalten, stellen Sie die Attack-Zeit höher ein.
Release bestimmt die Zeit, die der Kompressor benötigt, um auf den Normalzustand
zurückzufallen, nachdem das Eingangssignal unter den Schwellenwert gesunken
ist. Bei kurzen Release-Zeiten werden selbst kleinste Lautstärkeschwankungen
vom Kompressor berücksichtigt. Das kann zu einem abgehackt klingenden Sound
führen. Erhöhen Sie dann die Release-Zeit, um den Klang zu glätten.
G ain ermöglicht einen Ausgleich, der durch die Kompression veränderten
Ausgangslautstärke. Stellen Sie diesen Wert so ein, dass die lautesten Passagen
mit ausgeschaltetem und angeschaltetem Kompressor die gleiche Lautstärke auf-
weisen. Der komprimierte Sound wird insgesamt lauter wirken, auch wenn die
Spitzenwerte gleich laut sind – denn darum geht es bei der Kompression, die die
Durchschnittslautstärke anhebt.

GUITAR RIG 3 – 143


Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Saturation (Sättigung) fügt dem Röhrenklang ein gewisses Maß an Verzerrung hin-
zu.
Knee ändert das Ansprechverhalten des Kompressors von „Soft Knee“ (weicherer
Kompressions-Effekt) nach „Hard Knee“ (stärker komprimierter, härterer Klang).
Dynamic bestimmt die Ansprache der virtuellen Röhre im Kompressor. Ein Drehen
im Uhrzeigersinn verringert die Dynamik etwas.

Tipps zum Kompressor


► Nebengeräusche minimieren. Komprimieren Sie nicht zu stark, denn dies führt
zu dünnem, unnatürlichen Klang. Verwenden Sie den An/ Aus-Schalter, um das
komprimierte mit dem unkomprimierten Signal zu vergleichen. Sie werden
feststellen, dass bereits ein klein wenig Kompression den gewünschten Effekt
erzielen kann.
► Die beste Platzierung in der Signalkette: Setzen Sie den Kompressor möglichst
weit an den Anfang, damit etwaiges Rauschen vorhergehender Elemente nicht
verstärkt wird. Obwohl die Effekte von GUITAR RIG 3 selbst kein Rauschen
erzeugen, so können doch diejenigen, die das Signal wesentlich verstärken (wie
beispielsweise Distortion), auch die bereits von der Gitarre kommenden
Nebengeräusche anheben.
► Kompression zur Verlängerung der Ausklingzeiten nutzen. Denken Sie daran,
dass Kompressoren keine Wunder vollbringen können. Sie können die Saiten
der Gitarre nicht länger schwingen lassen, sondern lediglich die wahrgenom-
mene Ausklingphase erhöhen. Ein Kompressor kann verbrauchte Saiten oder
Gitarren mit geringen Ausklingzeiten nicht ausgleichen.
► Weicherer Verzerrer-Klang. Fügen Sie vor dem Verzerrer einen Kompressor ein,
um den Klang weicher und länger ausklingend zu machen.
► „Wundersame“ Kompressions-Steigerung. Wenn es scheint, als würde die
Kompression deutlich stärker wirken, Sie aber die Kompression nicht höher

GUITAR RIG 3 – 144


geregelt haben, achten Sie darauf, ob nicht vielleicht das Eingangssignal lauter
geworden ist.
► Kompression von Solo-Gitarre, ohne den Rhythmus-Part zu beeinflussen. Sie
können Nutzen daraus ziehen, dass ein höheres Eingangssignal die Kompression
verstärkt, wenn Sie einen langklingenden Solo-Sound erreichen wollen, ohne
dass die Rhythmus-Elemente komprimiert werden. Stellen Sie einfach den
Lautstärke-Regler der Gitarre für Solo-Parts höher ein und regeln Sie ihn für
Rhythmus-Parts zurück. Da hierdurch das Eingangssignal unter den
Schwellenwert fällt, wird die Kompression dann entweder komplett unterdrückt
oder sich zumindest wesentlich weniger auswirken.

4.13 Reverbs und Delays (Hall und Verzögerung)

Zeitbasierte Effekte wie Hall und Echo halten viele Gitarrensounds zusammen und
sorgen für einen räumlichen Klangeffekt. Unabhängig davon, ob Sie Ihren Sound
mit einem Federhall mit mehr Wärme versehen möchten oder über umfangreich
synchronisierte Echos einen "Edge"-Sound erreichen möchten. Die Reverb und
Delay Bank stellt Ihnen diese Sounds zur Verfügung.

GUITAR RIG 3 – 145


4.13.1 Spring Reverb (Federhall)

Der Federhall ist der klassische Halleffekt älterer Verstärker und war lange vor
elektronischen Hallgeräten verfügbar. Bei der vorliegenden Version sind jedoch
Nebengeräusche und Brummen ausgeschlossen.

Parameter
Reverb fügt dem Mix anteilig einen Hall hinzu. Vom komplett unbearbeiteten
Signal (komplett gegen den Uhrzeigersinn eingestellt) über eine 50:50 Mischung
(Mittelposition) bis zu einem voll verhallten Signal (voll im Uhrzeigersinn aufge-
% Beachten Sie, dass kein
Signal in den Reverb-
Bereich geht, wenn Input Mute
regelt). angeschaltet ist, daher werden Sie
Time stellt die Ausklingzeit des Halls ein. nichts hören, wenn die Reverb-
Bass stellt das Klangverhalten im Bassbereich ein. Drehen Sie den Regler im Kontrolle ganz im Uhrzeigersinn
Uhrzeigersinn, um einen „bassigeren” Klang zu erhalten, drehen Sie sie gegen den (“wet”) aufgedreht ist.
Uhrzeigersinn für weniger Bass.
Input Mute schaltet das Signal ab, dass durch den Reverb-Bereich des Spring
Reverb geht, lässt aber jedes „trockene“ Signal passieren. Dies ist großartig, um
einen Reverb „Splash” zu erschaffen: Kontrollieren Sie Input Mute mit einem
Fußschalter und lassen Sie den Eingang (Input) stumm. Wenn Sie eine Note mit
Reverb „Splash“ wollen, schalten Sie den Input Mute ab, während Sie die Note
spielen, dann schalten Sie den Eingang (Input) erneut stumm. Die Note, die Sie
gespielt haben, während Input Mute abgeschaltet war, wird weiter verhallt – aber
keine der folgenden Noten, die Sie spielen.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.

GUITAR RIG 3 – 146


Spring Length ändert die Länge der simulierten Federn. Es gab Federhall-Geräte
mit unterschiedlich langen Federn, wobei die kürzeren einen dichteren, metal-
lischeren Charakter haben und längeren Federn einen gestreuteren Klang mit län-
gerer Ausklingzeit.
High Damp (Höhendämpfung) im Uhrzeigersinn gedreht vermindert die Höhen im
Hallsignal. Entgegengesetzt gedreht werden die Höhen zunehmend unverändert
belassen.
L ow Damp (Tiefendämpfung) im Uhrzeigersinn gedreht vermindert die tiefen
Frequenzen im Hallsignal. Entgegengesetzt gedreht werden die Bässe unverän-
dert belassen.

4.13.2 Studio Reverb

Das Studio Reverb (Studio-Hallgerät) stellt die natürlich klingende Simulation des
Halls in Sälen und Räumen zur Verfügung.

Parameter
Mix bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen unbearbeitetem und Hall-
Effektsignal: vom komplett unbearbeiteten Signal (komplett gegen den Uhrzeigersinn
eingestellt) über eine 50:50 Mischung (Mittelposition) bis zu einem voll verhallten
Signal (voll im Uhrzeigersinn aufgeregelt).
Time stellt die Ausklingzeit des Halls ein. Sie verlängert sich beim Drehen im
Uhrzeigersinn.

GUITAR RIG 3 – 147


Room Size (Raumgröße) setzt das Volumen des nachgebildeten Raumes fest. Für
eine große Konzerthalle drehen Sie im Uhrzeigersinn, für einen kleinen Übungsraum
oder ein Zimmer entgegengesetzt.
Input Mute schaltet das Signal ab, dass durch den Reverb-Bereich des Studio
Reverb geht, lässt aber jedes „trockene“ Signal passieren. Dies ist großartig, um
einen Reverb „Splash” zu erschaffen: Kontrollieren Sie Input Mute mit einem
% Beachten Sie, dass kein
Signal in den Reverb-
Bereich geht, wenn Input Mute
Fußschalter und lassen Sie den Eingang (Input) stumm. Wenn Sie eine Note mit angeschaltet ist, daher werden Sie
Reverb „Splash“ wollen, schalten Sie den Input Mute ab, während Sie die Note nichts hören, wenn die Reverb-
spielen, dann schalten Sie den Eingang (Input) erneut stumm. Die Note, die Sie Kontrolle ganz im Uhrzeigersinn
gespielt haben, während Input Mute abgeschaltet war, wird weiter verhallt – aber (“wet“) aufgedreht ist.
keine der folgenden Noten, die Sie spielen.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Mit Stereo justieren Sie die Stereobreite des Hallsignals.
Treble justiert den Höhenanteil im Nachhall. Regeln entgegen dem Uhrzeigersinn
vermindert den Höhenanteil, während ein voll im Uhrzeigersinn aufgedrehter Regler
die Höhen nicht beeinflusst.
Pre Delay bestimmt die Verzögerung, mit der der Nachhall einsetzt, also hörbar
wird.

4.13.3 Quad Delay

Die Delay-Komponente (Verzögerung/ Echo) spielt das Eingangssignal durch vier


„Stränge“, von denen jeder um eine gewisse Zeit verzögert wird. Der Ausgang kann

GUITAR RIG 3 – 148


sowohl wieder zum Eingang zurückgeführt werden, sodass eine ganze Reihe an
Echos entsteht, aber auch mit dem ursprünglichen Signal gemischt werden.

Parameter
Dry/ Wet bestimmt die Mischung von verzögertem („wet“) und ursprünglichem
(„dry“) Signal, denn Sie werden selten lediglich das verzögerte Signal hören wollen.
Bei längeren Echos hängt der Anteil an verzögertem Signal davon ab, wie „verwa-
schen“ Sie den Klang haben möchten: Hochregeln des verzögerten Klangs lässt
den Klang in Echos „baden“, wohingegen eine feiner Prise des verzögerten Signals
einen Raumeindruck entstehen lässt.
Time stellt die Verzögerungszeit ein (d.h. den Zeitunterschied zwischen Erklingen
des ursprünglichen Signals und dem Echo).
Feedback bestimmt, wieviel des Ausgangssignals wieder in den Eingang eingespeist
wird. In Minimalstellung ergibt sich nur eine Wiederholung, beim Hochregeln er-
geben sich mehrere Echos.
R ate regelt die Modulationsfrequenz der Verzögerungszeit. Bei langsamer
Geschwindigkeit entsteht eine graduelle Verstimmung, die zu einem majestä-
tisch wogenden Chorus-Sound oder auch zu einem Pseudo-Flanger-Sound führt.
Schnellere Geschwindigkeiten ergeben einen eher „blubbernden“ Effekt.
Depth regelt den Einfluß der Modulations-Sektion auf die Verzögerungszeit. Bei
längerer Verzögerung ergibt sich mit ein wenig Modulation ein Chorus-ähnlicher
Klang, zu viel Modulation dagegen ergibt eher einen schrägen Verstimmungseffekt.
Beachten Sie, dass der Parameter Rate mit diesem Regler interagiert, denn die
Gesamtverstimmung hängt nicht nur von der Menge der Verstimmung ab, sondern
auch von der Modulationsfrequenz. So kann sich beispielsweise die Kombination
von voll aufgedrehter Depth mit einer schnellen Rate verstimmt anhören, die glei-
che Einstellung von Depth mit einer langsamen Rate jedoch wunderschön sauber
klingen.
Tap Time ermöglicht die Eingabe der Verzögerungszeit durch Klicken auf den Tap
Button. Das Tempo wird vom Quad Delay durch Messung der Zeit zwischen den

GUITAR RIG 3 – 149


Klicks festgelegt, wobei bei mehreren Klicks eine Durchschnittszeit berechnet
wird.
Input Mute schaltet das Signal ab, dass in die Delay-Sektion des Quad Delay geht,
lässt aber jedes „trockene” Signal passieren. Eine Anwendung könnte sein, diese
Funktion mit einem Fußschalter zu kontrollieren: Wenn Sie den Fußschalter drücken,
klingt jedes existierende Echo noch vollständig aus, aber es würden keine neuen
Signale in das Quad Delay hineingegeben, so dass es keine neuen Echos gäbe.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Sync synchronisiert den LFO zum Tempo des Metronoms, das sich seinerseits nach
den SYNC Einstellungen der Toolbar richtet.
Invert ändert die Phase des verzögerten Signals, so dass verschiedene Frequenzen
ausgelöscht werden, wenn Sie mit dem ursprünglichen Signal gemischt werden.
Das wird besonders bei Effekten deutlich, die dem Flanger ähneln und kurze
Verzögerungszeiten besitzen.
Sync Delays stellt im angeschalteten Zustand sicher, dass die Verzögerungszeiten
gleichmäßig verteilt sind (für rhythmische Echos) und dass die Modulations-LFOs
zur Erzielung eines „harten“ Klangs phasengleich laufen. Ausgeschaltet ergeben
sich unregelmäßige Verzögerungszeiten für Hall-ähnliche Echos; dazu schwingen
die LFOs frei, was zu einem weicheren Klang führt.
Diffusion verteilt die Zeiten der vier Verzögerungseinheiten, aus denen der Effekt
besteht.
Bass stellt den Hochpass-Filter ein; gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden tiefe
Frequenzen abgesenkt.
Treble stellt den Tiefpass-Filter ein; gegen den Uhrzeigersinn gedreht werden hohe
Frequenzen vermindert.

GUITAR RIG 3 – 150


4.13.4 Psychedelay

Dieses echte Stereo-Delay (sowohl die Ein- und Ausgänge sind Stereo ausgeführt)
erzeugt Sounds, die von typischen Echo/Ambientklängen bis zu Effekten reichen,
die an die das Rückwärtslaufen einer Bandmaschine in den Sechzigern erinnern.

Parameter
Dry/ Wet bestimmt die Mischung von verzögertem („wet“) und ursprünglichem
(„dry“) Signal. Gegen den Uhrzeigersinn gedreht, ergibt sich der trockene („dry“)
Sound, im Uhrzeigersinn gedreht, wird mehr Verzögerungs-Effekt hinzugegeben.
% Beachten Sie, dass kein
Signal in den Reverb-
Bereich geht, wenn Input Mute
Time stellt die initiale Verzögerungszeit von 10 bis 2000 ms ein. Dieser Parameter angeschaltet ist, daher werden Sie
wird auch vom Stereo: Time Regler im Expertenmodus kontrolliert. Beachten Sie, nichts hören, wenn die Reverb-
dass sehr kurze Verzögerungszeiten komplexe, ringmodulatorartige Töne ergeben. Kontrolle ganz im Uhrzeigersinn
Reverse spielt nachfolgende Echos rückwärts ab, wie die Rückwärts-Tape-Sounds, (“wet“) aufgedreht ist.
die man auf vielen Alben der Sechziger hören kann (besonders bei Jimi Hendrix).
Detune verstimmt die Echos um bis zu ±50 Hundertstel. Dies, in Kombination
mit Feedback, hat zur Folge, dass sich folgende Echos bis ins Unendliche ver-
stimmen.
Feedback bestimmt, wieviel des Ausgangssignals wieder in den Eingang eingespeist
wird. In Minimalstellung ergibt sich nur eine Wiederholung, beim Hochregeln erge-
ben sich mehrere Echos. Wie bereits oben unter Verstimmung (Detune) angemerkt,
beeinflusst das Feedback den Detune Parameter.
Tap stellt den Verzögerungsrhythmus ein, wenn Sie auf den Tap-Button klicken.
Diese Funktion misst die Zeit zwischen den Klicks und benutzt diesen Wert, um das
Tempo zu ermitteln; es mittelt ebenfalls die Zeit zwischen mehreren „Taps“.

GUITAR RIG 3 – 151


Input Mute schaltet das Signal ab, dass in die Delay-Sektion des Psychedelay geht,
lässt aber jedes „trockene” Signal passieren. Eine Anwendung könnte sein, diese
Funktion mit einem Fußschalter zu kontrollieren: Wenn Sie den Fußschalter drücken,
klingt jedes existierende Echo noch vollständig aus, aber es würden keine neuen
Signale in das Psychedelay hineingegeben, so dass es keine neuen Echos gäbe.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um den Expertenmodus zu erreichen, der Parameter
aufweist, die Psychedelay in eine Stereo-Effektbox verwandeln. Sie finden folgende
Optionen:
Pitch fügt eine größere Menge an Verstimmung hinzu, indem das Echo in Halbtönen
von –12 bis +12 transponiert wird. Es hat in etwa denselben Weise Einfluss auf
den Feedback-Regler wie Detune (d.h. Echos werden immer weiter nach oben oder
unten transponiert, abhängig vom eingestellten Tonhöhenwert).
Stereo Time kreiert räumliche Echo-Effekte, wenn der Regler im Uhrzeigersinn
aufgedreht wird. Bei einem Wert von 1,00 wird die Verzögerungszeit nur vom
Hauptzeitparameter festgelegt. Einstellungen von weniger als 1,00 erzeugen zu-
sätzlich Echos im Stereofeld abhängig vom Teilungsfaktor (eine Einstellung von
0,50 bedeutet, dass auch bei der Hälfte der Hauptverzögerungszeit Echos erzeugt
werden).
Reverse veranlasst, das die zusätzlichen Verzögerungen, rückwärts wiedergegeben
werden, wenn der Haupt-Reverse-Button angeschaltet ist.
Detune
Cross komplexere, polyrhythmische Echo-Effekte.
Sync synchronisiert den LFO zum Tempo des Metronoms, das sich seinerseits nach
den SYNC Einstellungen der Toolbar richtet.
Um besonders erstaunliche Effekte zu erzielen, stellen Sie im Haupt-Panel eine
kurze Verzögerungszeit ein (z.B. 200 ms), verstimmen dieser per Detune um +50
Hundertstel und setzen das Feedback auf Maximum. Im Expertenmodus drehen
Sie die Stereo Time ganz im Uhrzeigersinn (0,50), stellen Detune an und regeln
Cross voll auf. Schlagen Sie eine Note an und sie wird sich nach oben strecken
und dann verklingen... sehr cool!

GUITAR RIG 3 – 152


4.13.5 Delay Man

Delay Man ist ein sehr warm klingender, vielseitiger Echo-Effekt, der über einen
integrierten Chorus und Virbato verfügt. Er reproduziert in authentischer Weise
den typischen Sound der begehrten Hardware, die sich jahrelang in etlichen
Gitarrenracks befand.

Parameter
Der Mute Taster schaltet das Signal ab, dass in die Delay-Sektion des Delay Man
geht, lässt aber jedes „trockene” Signal passieren. Eine Anwendung könnte sein,
diese Funktion mit einem Fußschalter zu kontrollieren: Wenn Sie den Fußschalter
drücken, klingt jedes existierende Echo noch vollständig aus, aber es würden keine
neuen Signale in den Delay Man hineingegeben, so dass es keine neuen Echos
gäbe.
Input bestimmt den Eingangspegel in das Delay-Modul. Regeln Sie den Pegel soweit
auf, dass die Overload-Anzeige neben dem Regler auch bei den lautesten Stelle
gerade nicht aufleuchet.
D ry/Wet kontrolliert das Mischungsverhältnis zwischen unbearbeitetem und
Effektsignal. In der Mittelposition ergibt sich eine 50:50 Mischung.
Time regelt die Verzögerungszeit. Am Linksanschlag werden kurze Verzögerungen
erzeugt, die sich mit Aufdrehen im Uhrzeigersinn verlängern.
Feedback bestimmt die Anzahl der Wiederholungen des Echos. Wenn Sie diesen
Reglern voll im Uhrzeigersinn aufdrehen, wird die "Delayschaltung" übersteuert, was
einen faszinierenden, verzerrten und oszillierenden Klang hervorbringt.

GUITAR RIG 3 – 153


Der Umschalter Chor /vib bestimmt, ob ein Chorus- oder ein Vibrato-Effekt zum
Echo ergänzt wird.
Depth justiert die Intensität, mit der Chorus bzw. Vibrato arbeiten und zum Echo
hinzugefügt werden.
Mit Tap können Sie durch tippen mit der Maus oder einem externen Controller die
Verzögerungszeit festlegen.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Der Taster Sync Delays sorgt für eine Synchronisation der Verzögerungszeit zum
aktuellen Stand des SYNC Moduls.
Der Taster Sync Mod synchronisiert die interne Modulationseinheit (Chorus oder
Vibrato) zum aktuellen Stand des SYNC Moduls.
Mit Chorus Rate legen Sie die Geschwindigkeit des Modulationseffekts Chorus fest
(sofern dieser aktiviert ist).
Mit Vibrato Rate legen Sie die Modulationsgeschwindigkeit für die Vibratoeinheit,
sofern aktiviert, fest.
Acceleration bestimmt, wie schnell der interne Delay-Algorithmus auf Änderungen
des Parameters Time reagiert.
Entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, senkt man mit Bass tiefe Frequenzen im
Signal ab. Im Uhrzeigersinn aufgedreht, werden tiefe Frequenzen betont. Der Regler
arbeitet als Shelving-EQ.
Entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, senkt man mit Treble hohe Frequenzen im
Signal ab. Im Uhrzeigersinn aufgedreht, werden hohe Frequenzen betont. Der Regler
arbeitet als Shelving-EQ.

GUITAR RIG 3 – 154


4.13.6 Tape Echo

Das Tape Echo Modul lässt den begehrten Klang von Echogeräten auf Tonbandbasis
wieder aufleben. In diesem Modul finden Sie zwei virtuelle Tonköpfe und einen
Federhall. Wir meinen stolz, dass dieses Modul zu den besten Klangmodulen in
guitar rig 3 gehört.

Parameter
Mit dem Input Mute Taster wird das eingehende Audiosignal stumm geschaltet,
das Modul wird entsprechend einer Bypass-Schaltung umgangen. Sollte der
EIngangspegel zu hoch sein, leuchtet die Peak LED auf.
Der Dry Mute Taster schaltet das "trockene" Signal komplett aus dem Signalweg,
sie hören entsprechend nur noch den Effektsound.
Mit Tap können Sie durch tippen mit der Maus oder einem externen Controller die
Verzögerungszeit festlegen.
Der Head A Regler bietet fünf Positionen zur Auswahl der Verzögerungszeit. Position
0 arbeitet ohne Verzögerung, während die folgenden Kopfpositionen (1-4) Vielfache
von dem eingestellten Wert für Position 1 sind. Die genaue Verzögerungszeit hängt
vomTempo ab und somit entweder von dem Tap Tempo Wert oder der Position des
Reglers Speed.
Der Head B Regler bietet fünf Positionen zur Auswahl der Verzögerungszeit. Position
0 arbeitet ohne Verzögerung, während die folgenden Kopfpositionen (1-4) Vielfache

GUITAR RIG 3 – 155


von dem eingestellten Wert für Position 1 sind. Die genaue Verzögerungszeit hängt
vomTempo ab und somit entweder von dem Tap Tempo Wert oder der Position des
Reglers Speed.
Entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, senkt man mit Bass tiefe Frequenzen im
Signal ab. Im Uhrzeigersinn aufgedreht, werden tiefe Frequenzen betont.
Entgegen dem Uhrzeigersinn gedreht, senkt man mit Treble hohe Frequenzen im
Signal ab. Im Uhrzeigersinn aufgedreht, werden hohe Frequenzen betont.
Mit Speed ändern Sie das Tempo der virtuellen Bandschleife und somit die
Verzögerungszeit von Head A und Head B.
Feedb steuert die Intensität der Rückkopplung im Delay. Je höher der Feedback-
Pegel, desto stärker tritt ein Übersprechen und eine leichte Anrauung des
Klangbildes auf.
Rev Vol bestimmt den Hallanteil, der dem Signal in Ergänzung zum Echo hinzuge-
fügt wird.
Echo Vol bestimmt die Lautstärke des Echos. Voll entgegen dem Uhrzeigersinn
geregelt, gibt es keinen hörbaren Effekt.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Der Taster Sync sorgt für eine Synchronisation der Verzöger- ungszeit zum aktuellen
Stand des SYNC Moduls.
Tape Bass regelt den Bassanteil auf dem virtuellen Band.
Tape Treble regelt den Höhenanteil auf dem virtuellen Band.
Dropouts simuliert die typischen auftretenden Dropouts, die bei lang benutzten
Bändern auftreten.
Noise fügt dem Effektsignal anteilig charakteristisches Bandrauschen hinzu.
Warble simuliert mechanische Probleme, aufgrund derer das Band unsauber geführt
und und Tonhöhenveränderungen aufgrund von Gleichlaufschwankungen erzeugt,
die man auch als "Flutter" bezeichnet.

GUITAR RIG 3 – 156


Headroom regelt das Sättigungsverhalten des virtuellen Tonbands, je weiter dieser
Regler im Uhrzeigersinnn aufgedreht ist, desto mehr Pegel verträgt das Band, ehe
es in die Sättigung "fährt".
Head Mix steuert das Mischungsverhältnis der Tonköpfe A und B. Hier ergeben sich
interessante Klangvariationen, in denen ein Tonkopf lauter als der andere ist.
Revtime kontrolliert die Abklingzeit der Halleinheit.
Motor Accel vollzieht eine leichte Beschleunigung des virtuellen Antriebsmotors
nach, die sich im Laufe der Zeit einstellt.
Spring Length definiert die Länge des virtuellen Federhallelements. Eine kurze
Feder erzeugt einen eher metallischen Klang, während längere Spiralen einen eher
traditionellen Federhall erzeugen.

4.14 Tools

Dank der Tools Components erreicht guitar rig seine extreme Vielseitigkeit. Von
Splitmodulen, mit denen sich parallele Effektketten aufbauen lassen, bis hin zur
ultrahippen Loop Machine. Die Tools sind der Schlüssel zu neuen ungewöhnlichen
Klängen.

GUITAR RIG 3 – 157


4.14.1 Loop Machine

Die Loops können mit dem Host synchronisiert werden oder im Standalone-Modus
mit dem Metronom. Weiterhin können sowohl einzelne Layer als auch der Mix aus
allen Layern als WAV-Datei exportiert werden.
Als praktisches Beispiel könnten Sie vier Takte einer Rhythmusgitarre aufnehmen,
dann ein Solo darüber aufnehmen, dann eine Harmonie, dann ein paar rhythmische
Slides usw.

Parameter
Wenn nichts in die Loop Machine aufgenommen wurde, hat der Play Button
(Pfeilsymbol) eine rote Umrandung. Das Drücken des Play Button hat verschiedene
Funktionen, abhängig vom Status der Loop Machine.
► Drücken Sie einmal, um die Aufnahme zu starten. Der Button leuchtet nun
rot.
► Drücken Sie noch einmal, um die Aufnahme zu stoppen und die Loop-
Wiedergabe zu starten. Der Button leuchtet grün.
► Drücken Sie ein weiteres Mal, um den Overdub-Modus zu starten (der Button
leuchtet gelb). Vorhandenes Material wird hierbei wiedergegeben, aber Sie
können darüber aufnehmen. Wenn der Loop fortfährt, können Sie auch mit
dem Overdubbing fortfahren.

Von diesem Punkt an wechselt der Play Button zwischen Wiedergabe- und
Überspiel-Modus, wenn er gedrückt wird. Jedes Mal, wenn Sie dies ausführen, wird

GUITAR RIG 3 – 158


eine neue Ebene erschaffen (die Ebenenanzeige zeigt an, wie viele Ebenen schon
aufgenommen wurden). Dabei ist es sehr angenehm, die Möglichkeit zu haben,
in den Wiedergabe-Modus zu wechseln, um Ihren Part für den nächsten Loop zu
üben, um erst danach zum Überspiel-Modus zurückzukehren.
Drücken Sie den Stop Button (X-Symbol) einmal, um die Wiedergabe des Loops zu
stoppen. Der Button wird für ein paar Sekunden einen roten Rahmen bekommen.
Wenn Sie noch einmal darauf klicken, während das Rot zu sehen ist, werden alle
Layer gelöscht. Mit dem Beat Button aktivieren Sie eine Leuchtanzeige, die den
Beat anzeigt.
Der Progress Meter (waagerechte Fortschrittsanzeige) zeigt die aktuelle Zeit im
Loop an. Loop Time zeigt die totale Loop-Zeit, während Rec Time (Aufnahmezeit) die
aktuelle Zeit im Loop anzeigt.
Rec Vol stellt den Pegel ein, der in die Loop Machine geht.
Play Vol stellt den Wiedergabepegel der Loop Machine ein.
Undo löscht den aktuellen Layer. Sie können wiederholt Undo drücken, um wieder-
holt Layer zu löschen und vom zuletzt benutzen anfangen.
Redo stellt den zuletzt gelöschten Layer wieder her.
Der Load Button (Ordnersymbol) ruft Loop Machine Dateien auf, die das .ls Suffix
haben. Sie bestehen aus den Audiodateien und allen Einstellungen für einen be-
% Obwohl Sie mehrfach
Layer mit Undo rückgän-
gig machen können, können Sie
stimmten Loop. nur den zuletzt gelöschten Layer
Der Save button (Diskettensymbol) speichert Loop Machine Dateien, die ein .ls Suffix mit Redo wiederherstellen.
haben und aus den Audiodateien mit allen Einstellungen für einen bestimmten
Loop bestehen.
E xp Mix exportiert die ganze Sammlung von Loops als einzelne, gemischte WAV-
Datei.
E xp L ay exportiert den aktuellen Loop als WAV-Datei.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
% Wenn die Loop Machine
nicht läuft, können Sie
einen Doppelklick auf Stop aus-
zu gelangen. führen, um die verschiedenen
Mit Autostart beginnt die Aufnahme automatisch, sobald die Loop Machine be- Layer zu löschen.
merkt, dass Sie mit dem Spiel begonnen haben.

GUITAR RIG 3 – 159


Overdub Multiply erlaubt das Aufnehmen eines längeren Loops über einen kürzeren
Loop.
Reverse gibt die Layer rückwärts wieder, ähnlich wie die „Backwards Tape”-Effekte
der Sechziger.
Rec Pan platziert das aufgenommene Signal im Stereofeld. Auf diese Art und Weise
kann eine Überspielung in den rechten Kanal gehen und eine andere Überspielung
in den linken Kanal.
Sync synchronisiert den LFO zum Tempo des Metronoms, das sich seinerseits nach
den SYNC Einstellungen der Toolbar richtet.
Syncing to host: Die Loop Machine startet, stoppt und spult in Synchronisation
mit dem Host.
Syncing to metronome: Dies quantisiert die Loop-Länge zum Beat, sogar wenn Sie
die Aufnahme kurz vor oder nach dem Beat stoppen.
Loop A/B wechselt zwischen zwei vorher aufgenommenen Loops.

4.14.2 Split

Dieses Gerät teilt den Signalweg in zwei Richtungen auf und ermöglicht damit
parallel arbeitende Effekte. Für weitere Informationen zu seriellen und paral-
lelen Effekten sowie zur Effektplatzierung lesen Sie bitte Anhang C, „Tipps zum
Erschaffen eines eigenen Rigs”.

GUITAR RIG 3 – 160


Erzeugung eines Split (Aufteilung)
Zur Erzeugung des ersten Signalweges (Split „A“) ziehen Sie die gewünschten
Components zwischen die Balken Split A und Split B.
Der zweite Signalweg (Split „B“) wird durch Einfügen der benötigten Components
zwischen Split B und Split Mix angelegt.

Hier sehen Sie, wie ein Split in GUITAR RIG 3 aussehen kann. Split A verwendet
die Components Skreamer, EQ Shelving und Ensemble. Split B verwendet die
Components Distortion und Wah Wah.

Dieses Diagramm stellt den tatsächlichen Signalfluss des Splits dar.

GUITAR RIG 3 – 161


Parameter
Crossfade bestimmt das Mischungsverhältnis zwischen den beiden Splits A und B.
Ganz rechts werden Sie nur den B-Split hören.
Pan ist für jeden Split separat verfügbar und entscheidet darüber, wo der Split im
Stereofeld auftauchen wird. Beispiel: Wenn Low im Stereobild nach links verscho-
ben ist, High im Stereobild nach rechts und Crossfade in der Mitte steht, werden
Sie nur den Low Split aus dem linken Kanal und nur den High Split aus dem rechten
Kanal hören. Drehen Sie nun Pan A nach rechts, hören Sie beide Splits auf dem
rechten Kanal und nichts auf dem linken.
Stereo Input L/R Split erlaubt es, jeden Stereokanal separat zu verarbeiten. Dies ist
besonders nützlich, wenn Sie mit zwei Gitarren durch GUITAR RIG 3 spielen und
zwei verschiedene Sounds haben wollen. Diese Option mit einem Chapman Stick
zu benutzen, kann ebenfalls sehr interessant sein, da es Ihnen erlaubt, die hohen
und die tiefen Saiten mit verschiedenen Effekten zu verarbeiten.
+/- verändert die Polarität (auch „Phase” genannt) des B-Split.

Tipps zum Split


Die Split-Komponente ist äußerst leistungsfähig:
► Da Sie mehrere Components in einen Split ziehen können, ist es möglich,
parallele Ketten von Effekten in Serie zu verwenden.
► Sie können in einem Rig mehrere Split Components verwenden und dazwischen
nochmals Components einfügen. Daher können Sie das Signal in zwei Wege
aufspalten, um dann mit Crossfade das Verhältnis beider Signale zueinander
einzustellen. Den entstehenden Gesamtklang können Sie wiederum mit Effekten
bearbeiten und danach wieder aufteilen.
► Sie können sogar einen Split innerhalb eines anderen Splits einfügen, um mehr
als zwei parallele Signalwege zu erhalten.

GUITAR RIG 3 – 162


4.14.3 Crossover Mix

Diese Komponente ist dem Split Mix dadurch ähnlich, dass sie den Signalweg in
zwei Richtungen teilt, wodurch parallele Effekte möglich sind. In diesem Fall kön-
nen Sie eine Frequenz-Trennlinie einstellen und die tiefen Frequenzen zum einer
Splitsektion und die hohen Frequenzen zum anderen Split senden. (Für weitere
Information zu seriellen und parallelen Effekten lesen Sie Anhang C, „Tipps zum
Erschaffen eines eigenen Rigs”).

Erstellen von Tief- und Hochfrequenz-Splits


Ziehen Sie Components, die tiefe Frequenzen verarbeiten, zwischen die Low und
High Bereiche und ziehen Sie Komponenten, die hohe Frequenzen verarbeiten,
zwischen die High und Crossover Mix Bereiche.
Beachten Sie, dass Sie sogar einen Crossover Mix in einen anderen Crossover Mix
ziehen können. Dadurch können Sie das Signal in zwei Frequenzbänder aufspalten
und dann diese Frequenzbänder wiederum aufspalten (Spalten Sie das Signal so
für die Tiefen z.B. in Tiefen und untere Mitten und die Höhen in obere Mitten und
Höhen auf).
Das folgende Beispiel zeigt ein Setup, das die tiefen Frequenzen einer Gitarre in
einen Equalizer und die Höhen durch den Ensemble und Quad Delay Effekt schickt.
Dies ergibt einen schimmernden, echoartigen Effekt auf höhere Noten, aber die
tieferen Noten haben einen direkteren Klang.

GUITAR RIG 3 – 163


Das folgende Diagramm zeigt den entsprechenden Signalfluss.

Parameter
Frequency stellt die Frequenz ein, an der die Signale aufgeteilt werden.
Crossfade entscheidet über den Mix zwischen Tiefen- und Höhen-Splits. Wenn er
ganz links steht, werden Sie nur den Low Split hören. Ganz rechts werden Sie nur
den High Split hören.
Pan ist für jeden Split separat verfügbar und entscheidet darüber, wo der Split im
Stereofeld auftauchen wird.

GUITAR RIG 3 – 164


Beispiel: Wenn Low im Stereobild nach links verschoben ist, High im Stereobild
nach rechts und Crossfade in der Mitte steht, werden Sie nur den Low Split aus
dem linken Kanal und nur den High Split aus dem rechten Kanal hören. Wenn Sie
nun den Low Split im Stereobild nach rechts verschieben, werden Sie beide Splits
aus dem rechten Kanal hören und nichts aus dem linken Kanal.
+/- verändert die Polarität (auch „Phase” genannt) des High Split.

4.15 Modifiers

Modifiers werden Sie in typischen Gitarren-Setup nicht finden. Wenn Sie aber aber
jemals einen Synthesizer programmiert haben, dann haben Sie möglicherweise
bereits Modifiers (Modulatoren) wie LFOs oder Step Sequenzer genutzt, denn di-
ese Elemente sind typisch für das Sound Design mit Synthesizern. Geben Sie die
gleichen Modifiers in die Hand von Gitarristen, so werden sich auch hier unzählige
Möglichkeiten kreativer Klanggestaltung ergeben. Wenn Sie innovative Sounds
gestalten möchten, werden Sie in dieser Abteilung sicher fündig.

4.15.1 Über Modifiers


Das Konzept eines Modifiers (oder auch Modulators) kennen Sie bereits. So können
Sie beispielsweise mit dem Guitar Rig Fußpedal den Parameter einer Komponente
verändern. Auch ein Tremolo nutzt eine periodische Wellenform, um die Amplitude
zu modulieren. In beiden Fällen gibt es eine Modulationsquelle, die mit einem
Kontrollsignal einen bestimmten Parameter verändert: das Modulationsziel.
Die Modifier Module in Guitar Rig erweitern die Echtzeitsteuerung von Parametern
um völlig neue Aspekte, denn hier wird es möglich, mehrere Parameter gleichzeitig
zu modulieren und dabei sogar die Modulationsintensität individuell zu bestim-
men.

GUITAR RIG 3 – 165


Wenn Sie einen Modifier in das Rack eingefügt haben, können Sie sein Kontrollsignal
nahezu jedem Parameter einer Component zuweisen. Es gibt zwei Wege dies zu
tun. Am leichtesten ist es, auf den Assign Button des Modifiers zu klicken und
diesen auf den Parameter zu ziehen, den Sie verändern wollen. Der Mauszeiger
ändert sich zu einer Hand und zeigt damit an, dass der Parameter bereit für die
Modifier-Kontrolle ist.
Die zweite Methode ist ideal, wenn Sie bereits diverse Components in das Rack
eingesetzt haben und der Parameter, den Sie kontrollieren wollen, sehr weit von
der Modifier-Komponente entfernt liegt.
1. Führen Sie einen Rechtsklick auf den Parameter aus, den Sie zuweisen wollen.
2. Platzieren Sie den Mauszeiger über Modifiers.
3. Bewegen Sie den gewünschten Modifier-Schieber, um entweder das
Modulationssignal zum Parameterwert hinzuzufügen (positive Prozentzahlen)
oder die Modulation vom Parameterwert zu subtrahieren (negative
Prozentwerte).

Verschiedene Modulationsquellen sind verfügbar, sogar wenn keine Modifier-Module


in das Rack eingefügt wurden. Dies sind:
► Input Trigger – Diese Quelle generiert ein Modulationssignal mit konstantem
Pegel, das auf dem Einschwingverhalten einer Note basiert. Wenn Sie eine
Note spielen, geht das Signal ganz hoch. Wenn Sie die Note stoppen, kehrt das
Signal ganz zurück.
► RIG KONTROL Pedal – Das Pedal generiert ein Signal, dessen Pegel von der
Pedalposition abhängt.
► RIG KONTROL Switches (1-4) – Jeder dieser Schalter produziert wechselnd
die Signale „ganz an“ oder „ganz aus“.

Im folgenden Screenshot wurde auf den Wah Wah-Pedal-Parameter ein Rechtsklick


(CTRL+Klick für Mac) ausgeführt, um die verfügbaren Modulatoren/Modifier zu
erreichen. Die Menge der „Amp Follower Modulation“ ist auf 38,8% eingestellt.

GUITAR RIG 3 – 166


Ein zusätzlicher Gesichtspunkt ist, dass jeder Modifier die Ziele auflistet, die das
Modifier-Signal speist (im Dropdown-Menü „targets/ Ziele”). Diese haben ebenfalls
Pegelkontrollen, die die Pegelkontrollen an den Parametern duplizieren. Wenn Sie
den Wert des Parameters am Schieber ändern, wird der Pegel, der in der Target-
Liste (Ziele) des Modifiers angezeigt wird, diese Änderungen wiedergeben und
umgekehrt.
In diesem Beispiel wird das LFO-Signal zu folgenden Parameters gesendet:
Parametric EQ: Volume / Lautstärke, Distortion: Tone und Wah-Wah-Pedal: Pedal.
Warum ist es nötig, die Menge der Modulation an zwei unterschiedlichen Plätzen
zu ändern? Es ist eigentlich nicht nötig, aber es kann durchaus angenehm sein.
Manchmal möchten Sie die Parameter in einer Komponente überprüfen, um zu
sehen, wie diese zugewiesen sind; manchmal ist es praktischer, alle Targets/ Ziele,
die von einem bestimmten Modifier gespeist werden, zu sehen.
Beachten Sie schließlich die blaue Pegelanzeige über dem Dropdown-Menü des
Targets/ Ziels. Sie gibt eine bildliche Darstellung des Modulationssignals.

4.15.2 LFO

LFO steht für Low Frequency Oscillator (Tieffrequenzoszillator) – eine periodische


Wellenform, die im nicht-hörbaren Bereich schwingt. Ein LFO ist das „Herz” einer
Tremolo-Schaltung; die tiefe Frequenz verändert die Amplitude, um einen pul-
sierenden Effekt zu erschaffen.

GUITAR RIG 3 – 167


Parameter
Rate stellt die LFO-Frequenz von 0,01 Hz bis 10,24 Hz ein. Die Frequenz kann
auch zu einem Tempo synchronisiert werden, wie im nächsten Punkt beschrieben
wird.
Tempo Sync synchronisiert die LFO-Geschwindigkeit zu einem rhythmischen Wert,
sofern eingeschaltet (Button ist „eingedrückt“). Das Bewegen des Rate-Reglers
zeigt den Rhythmus an. Der langsamste Rhythmus beträgt 48 Beats pro Zyklus (32
punktiert), während der schnellste Rhythmus eine 32tel-Note ist. Die entsprechende
Auswahl treffen Sie über die beiden Pfeile rechts vom Hauptdisplay.
Waveform zeigt eine grafische Darstellung der LFO-Wellenform. Die Optionen hier
sind Sinus, Dreieck, Rechteck, Sägezahn und Zufallswellenform.
Polarity/ Polarität kehrt die Polarität der Wellenform um.
Play startet die LFO-Wellenform ab einem speziellen Punkt, der von Start Phase
bestimmt wurde (wird im nächsten Punkt beschrieben). Um den LFO automatisch
anzutriggern, so dass er wieder startet, wenn Sie eine Note anschlagen, klicken
Sie auf den kleinen Auto Button über dem Play Button, so dass er blau wird. Dies
schaltet den Auto-Trigger ein.
Start Phase stellt den Punkt ein, bei dem der LFO neu gestartet werden soll.
In der Mittelposition 0 Grad veranlasst ein Klick auf Trigger den LFO in seiner
Nullposition (also weder negativ noch positiv) zu starten und aufwärts zu schwin-
gen. Ein Drehen im Uhrzeigersinn auf 90 Grad führt zu einem Start am höchsten
Punkt der Wellenform um dann abzufallen. Steht der Regler voll im Uhrzeigersinn
aufgedreht auf 180 Grad, so startet der LFO in der Nullposition, wird sich aber in
die negative Richtung weiterbewegen.
Ein Drehen entgegen dem Uhrzeigersinn auf -90 Grad führt zu einem Wellenformstart
beim negativen Maximum mit Weiterlaufen in die positive Richtung. Voll entgegen
dem Uhrzeigersinn auf -180 Grad geregelt, startet die Wellenform im Nulldurchgang
und läuft in die negative Richtung weiter.

GUITAR RIG 3 – 168


LFO Tipps
► Input Trigger eignet sich als sinnvolle Modulationsquelle für den Trigger
Parameter; alternativ empfehlen sich auch die Fußschalter der RIG
KONTROL.
► Wird eine Random (Zufalls-) LFO-Wellenform der Geschwindigkeitskontrolle
zugewiesen (z.B. Chorus/ Flanger Speed, Stoned Phaser Rate) kann man einen
„menschlicheren“, weniger periodischen Effekt erzielen.
► Wenn Sie zwei Targets/ Ziele in gegensätzliche Richtungen modulieren wollen,
indem Sie dieselbe Wellenform mit derselben Geschwindigkeit benutzen, brau-
chen Sie keine z wei LFOs benut zen. Set zen Sie eine positive
Modulationsintensität auf ein Target/ Ziel und eine negative Intensität auf das
andere Target/ Ziel.

4.15.3 Hüllkurven

Hüllkurven generieren Steuersignale, die sich über die Zeit willkürlich verändern.
Dies ist ein Hüllkurventyp, der mit Rate und Level Parametern arbeitet. Level spe-
zifiziert die Stützpunkte und Rate, die Zeit, die es braucht von einem Level zum
nächsten zu kommen. Levels werden spezifiziert, indem Breakpoints (auch Nodes
genannt) entlang einer Linie eingesetzt werden. Diese Breakpoints werden dann
nach oben oder unten bewegt, um die Level zu ändern. Ein Bewegen nach links oder
rechts ändert die Zeiten. Diese Komponente hat eine extrem nützliche grafische
Anzeige, in der Sie die meisten Hüllkurveneinstellungen vornehmen können.

GUITAR RIG 3 – 169


Die Form der Hüllkurve bearbeiten
Die vorgegebene Hüllkurve hat vier Breakpoints. Um einen Breakpoint hinzuzufügen,
führen Sie einen Rechtsklick unter Windows oder einen Ctrl+Klick unter OS X in
der Hüllkurve aus, wo Sie einen Breakpoint erscheinen lassen möchten. Um einen
Breakpoint zu entfernen, führen Sie einen Rechtsklick unter Windows oder einen
Ctrl+Klick unter OS X darauf aus. Beachten Sie, dass sich der erste und der letzte
Breakpoint sich immer zusammen auf- und abbewegen, weil die Hüllkurve immer
dort startet, wo sie endet.
Die vorgegebene Hüllkurve startet am Breakpoint ganz links. Die nächsten beiden
Breakpoints fallen mit zwei vertikalen Linien zusammen. Diese zeigen das Segment
an, wo die Hüllkurve das „Sustain” Level erreicht, welches durch die horizontale,
blaue Linie gekennzeichnet ist. Beachten Sie, dass bei eingeschalteter Loop-Option
dieses Segment sich wiederholen wird, so lange das Trigger-Signal präsent ist.
Wenn es drei oder mehr Breakpoints gibt (abgesehen von denen an Start und Ende),
kann das Sustain/ Loop-Segment verändert werden, indem Sie auf eine vertikale,
blaue Linie klicken und sie zum nächsten Breakpoint ziehen.
Wenn der Trigger auf Null zurückkehrt, wird die Hüllkurve mit dem Segment nach
der zweiten vertikalen Linie fortfahren.
Durch Ziehen des kleinen Kreises zwischen den Breakpoints können Sie die Form
der Linie zwischen den Breakpoints verändern: von konkaver Form über eine Gerade
bis hin zu einer konvexen Form.

Die Hüllkurven-Parameter-Leiste
Die Parameter-Leiste über der Hüllkurve zeigt eine Reihe nützlicher Daten an.
Sofern nicht anders beschrieben, editiert ein Klicken auf eine Zahl und anschlie-
ßendes Hoch- oder Herunterziehen den Wert; gleichzeitig werden die Zahlen aber
auch aktualisiert, wenn Sie die Breakpoints bewegen.
Auf der linken Seite des Streifens zeigt # zwei Ziffern. Das erste Feld zeigt die
Indexnummer des Breakpoints oder des editierten Bereichs an. Sie können dies
ändern, indem Sie auf die Zahl klicken und ziehen. Das zweite Feld zeigt die

GUITAR RIG 3 – 170


Gesamtanzahl der Hüllkurven-Breakpoints an. Dies ist nur eine Anzeige und kann
nicht bearbeitet werden.
Mode / Modus hat zwei Optionen: Slide (Schieben) und Fixed (Fest). Wenn Sie ei-
nen Breakpoint nach links oder rechts bewegen, bewegt sich im Slide-Modus die
Hüllkurve auf der rechten Seite des Breakpoints ebenfalls, um dieselben Zeiten und
Pegel/ Levels nach dem editierten Breakpoint beizubehalten. Im Fixed-Modus ändert
sich die Hüllkurvenzeit nicht. Einen Breakpoint nach rechts zu bewegen, verlängert
nicht nur seine Distanz verglichen zu dem Breakpoint auf seiner Linken, sondern
verkürzt auch die Distanz verglichen zum Breakpoint auf der Rechten.
Abs. Time zeigt die Zeitdauer in Sekunden vom Start der Hüllkurve bis zum editierten
Breakpoint an.
Delta Time zeigt die Zeitdauer in Sekunden vom editierten Breakpoint bis zum
nächsten Breakpoint unmittelbar links an.
Level zeigt den Breakpoint-Pegel im Verhältnis zur Mittellinie an.
Slope zeigt den Status der Linie zwischen den Breakpoints an. 0,5 zeigt eine
Gerade, 0.999 steht für eine höchst konvexe Kurve, 0.001 für eine höchst konkave
Kurve. Die Werte für Delta time, Level und Slope können mit der Maus verändert
werden (Klick und aufwärts/abwärts ziehen).

Das Hüllkurven-Lineal und die Zoom-Funktion


Das Lineal unter der Hüllkurve wird in Sekunden kalibriert. Wenn die Hüllkurve
über den sichtbaren Bereich hinausragt, klicken Sie auf das Lineal und ziehen Sie
nach links oder rechts, um einen anderen Bereich des Lineals zu sehen. Führen Sie
einen Doppelklick auf das Lineal aus, um die Hüllkurve genau auf den sichtbaren
Teil des Lineals passend zu machen.
Um den Bereich des Lineals zu ändern und um in die Hüllkurve für genauere
Anpassungen hineinzuzoomen, klicken Sie auf das (+) Symbol unten rechts. Um
wieder herauszuzoomen, klicken Sie auf das (-) Symbol. Dies ändert nicht nur die
Anzeige, sondern stellt auch die Quantisierungszeit für die Tempo Sync Funktion,
die wir später beschreiben werden, ein.

GUITAR RIG 3 – 171


Andere Hüllkurven-Parameter
Play startet die Hüllkurve vom Anfang an. Um die Hüllkurve automatisch zu trig-
gern, so dass sie startet, sobald Sie eine Note anschlagen, klicken Sie auf den
kleinen Auto Button über dem Play Button, so dass er blau wird. Dies schaltet
den Auto-Trigger ein.
Ist Release abgeschaltet, hat dies zur Folge, dass ein Trigger, egal welcher Länge,
die Hüllkurve veranlasst, bis zum Ende zu spielen. Wenn es angeschaltet ist, wird
die Hüllkurve ihre Phasen durchlaufen, solange das Trigger-Signal präsent ist (z.B.,
indem Sie darauf klicken und den Trigger Button halten). Wenn der Trigger ab-
bricht, springt die Hüllkurve unmittelbar zum dritten Node von links und fährt von
dort fort.
Ist Loop eingeschaltet (Button ist „eingedrückt”), wiederholt sich die Kurve zwi-
schen den zwei Loop-Punkten. Wenn Release ausgeschaltet ist, fährt das Looping
fort, bis ein anderer Trigger auftritt, der die Hüllkurve erneut startet. Wenn Release
angeschaltet ist, fährt das Looping fort, solange das Trigger-Signal präsent ist.
Wenn das Trigger-Signal abbricht, springt die Hüllkurve unmittelbar zum dritten
Node von links und fährt von dort fort.
Das Einschalten von Sync zeigt ein Raster auf der Hüllkurvengrafik, das
Notenwerte des aktuellen Tempos anzeigt – beispielsweise Viertel-, Achtel
oder Sechzehntelnoten. Breakpoints können auf diese Punkte „einrasten”. Die
Quantisierungswerte hängen vom aktuellen Zoom-Faktor ab. Wenn Sync einge-
schaltet ist, werden die Linealmarkierungen auf rhythmische Werte kalibriert, nicht
auf Sekunden.
Wenn sich die eingehende Temp oinfo rmation änder t, werden die
Hüllkurvenzeiten erneut berechnet, um das aktuelle Song-Tempo zu treffen.
Beispiel: Wenn der Hüllkurven-Loop auf eine Länge von 1 Beat eingestellt
ist, wird er immer 1 Beat lang andauern, selbst wenn das Tempo sich ändert.
Ein Einschalten von Tempo Sync ändert nicht die Breakpoint-Positionen existierender
Hüllkurven. Sie können aber bereits gesetzte Breakpoints durch Anklicken und
vorsichtiges Verschieben automatisch auf dem nächsten Rasterpunkt einrasten.

GUITAR RIG 3 – 172


4.15.4 Step Sequencer

Der Step Sequencer erzeugt bis zu 16 aufeinanderfolgende Triggersignale,die in


rhythmischen Einheiten zwischen Viertel- und 32.-Noten angeordnet sind. Sie
können den Pegel dieser Schritte nicht verändern, denn als Trigger dienen die
! Nicht jeder VST-Host-
Software liefert Tempo-
info r ma tio nen an Plug - ins .
Schritte zum Erzeugen rhythmischer Effekte wie Chopping. Möglich-erweise arbeitet diese
Funktion also nicht mit Ihrer spe-
Einen Step aktivieren zifischen Host-Software. Stand-
Um einen Step anzuschalten, sodass er einen Trigger liefert, klicken Sie auf den alone betrieben, verwertet GUITAR
gewünschten Step (1-16). Er wechselt die Farbe von grau zu blau, um anzuzeigen, RIG 3 eine eingehende MIDI-
dass er einen Trigger produziert. Clock.

Den Step Sequencer einem Parameter zuweisen


1. Klicken Sie auf den Assign Button und ziehen Sie ihn zum Zielparameter (z.B.,
Pro Filter Cutoff).
2. Klicken Sie auf den nach unten zeigenden Pfeil des Target-Menüs, um zum
Dropdown-Menü zu gelangen. Ein Schieber für den Zielparameter wird auftau-
chen.
3. Stellen Sie den Schieber für den Zielparameter auf den gewünschten Effekt
des Ziels ein.
4. Justieren Sie den Zielparameter Slider für den erwünschten Effekt am Ziel.

GUITAR RIG 3 – 173


Das Vorhandensein von zwei Slidern mag überflüssig erscheinen. Steuern Sie
allerdings mehrere Parameter mit dem Step Sequencer, so werden Sie jeden
Zielparamter unabhängig adressieren können. Darüber hinaus liefert der Step
Sequenzer eine Art „Master Control“, falls Sie die Step-Level, die zu den Zielen
gehen, überall gleichzeitig verändern wollen.

Parameter
ResolutionDie Optionen sind 1/4, 1/8, 1/16 und 1/32 Noten.
Schalten Sie Legato ein, um die benachbarten Steps miteinander zu verbinden und
dadurch längere Steps zu erzeugen.
Klicken Sie auf das (+) Symbol, um zum Expertenmodus mit folgenden Parametern
zu gelangen.
Width stellt die Menge der Zeit ein, mit der der Step seinen zugewiesenen Wert
erreicht. Komplett im Uhrzeigersinn aufgedreht entspricht Width der gewählten
Auflösung (z.B. Ist Resolution auf 1/8 gesetzt, wird der Schritt für die Dauer eine
1/8 Note auf dem zugewiesenen Wert verbleiben). In der Mittelposition (50%)
entspricht der Wert der halben Auflösung (ist Resolution auf 1/8 gesetzt, wird der
Schritt für eine 1/16 Note auf dem Wert verbleiben).
Attack Sehen Sie hierzu das Diagramm unten.
Decay Sehen Sie hierzu das Diagramm unten.

Ohne Attack und Decay Mit Attack und Decay

Offseterhöht alle Kontrollsignalwerte, je weiter die Kontrolle im Uhrzeigersinn ge-


dreht wird.

GUITAR RIG 3 – 174


4.15.5 Analog Sequencer

Der Analog Sequencer erzeugt bis zu 16 aufeinanderfolgende Kontrollsignale, die in


rhythmischen Einheiten zwischen Viertel- und 32.-Noten angeordnet sind. Sie kön-
nen den Wert jedes „Steps” ändern, um ein komplexes, rhythmisches Kontrollsignal
zu erschaffen.

Step Levels einstellen


Um den Wert eines Steps einzustellen:
1. Bewegen Sie einen der 16 Fader auf- oder abwärts von seiner
Ursprungsposition.
2. Ein Schritt wird eingeschaltet, sobald seine Position von der Ursprungsposition
in der Mitte abweicht.
3. Wenn ein Fader aufwärts bewegt wird, wird ein positiver Wert an das zugewie-
sene Modulationsziel übermittelt.
4. Wenn ein Fader abwärts bewegt wird, wird ein negativer Wert an das zugewie-
sene Modulationsziel übermittelt.

Parameter
ResolutionDie Optionen sind 1/4, 1/8, 1/16 und 1/32 Noten.
Mit dem Slide Parameter stellen Sie das Glissando ein, ein kontinuierliches Gleiten
von einem Step zum nächsten.

GUITAR RIG 3 – 175


4.15.6 Input Level Modifier

Der Input Level Modifier generiert ein Kontrollsignal, das auf dem Eingangspegel
von GUITAR RIG 3 basiert. Dies nennt man üblicherweise einen Hüllkurvenfolger, da
das Signal Änderungen in der Gitarren- oder Bass-Hüllkurven-Amplitude verfolgt.

Parameter
Volume stellt den Pegel für den Kontrollsignalausgang ein. Dies betrifft den
Signalpegel aller zugewiesenen Parameter.
Mit Offset wird die Bezugsbasis des Kontrollsignals verändert. Für ein Kontrollsignal,
dass in einem Bereich zwischen –1 und +1 mit Null als Mittelwert arbeitet bedeutet
das Setzen von Offset auf ein Minimum, das die neue Basis -1 ist. Der maximale
Wert für Offset ist Null. Es kann keine höhere Basis als Null eingestellt werden.
Attack fügt einen Puffer (von 1 bis zu 978 ms) zwischen dem Moment, zu dem das
Kontrollsignal eine Eingangsänderung erhält und dem Moment, wo das Kontrollsignal
den aktuellen Wert erreicht, hinzu. Manchmal kann ein zu abrupter Attack ein
„Pop”-Geräusch erschaffen, wenn das Kontrollsignal zum ersten Mal einsetzt;
dieser Effekt kann durch das Erhöhen des Attack gemildert werden.
Decay veranlasst das Kontrollsignal, mit einer regelbaren Zeitspanne von 10 – 9863
ms, auf seine Ursprungseinstellung zurückzufallen, wenn kein Eingangssignal vor-
handen ist.

Input Level Tipps


Die gängigsten Anwendungen für eine Hüllkurvenkontrolle sind Filter; diese wurden
bereits in die AutoFilter Komponente eingebaut. Aber die Hüllkurvenkontrolle hat
noch viele andere Anwendungsmöglichkeiten.

GUITAR RIG 3 – 176


► Stellen Sie ein bisschen Attack und Decay Zeit ein, um ein „schwammigeres”
Verhalten zu erschaffen und steuern Sie damit Chorus oder Ensemble in Depth
oder Rate. Dies verändert die Frequenz, so dass es abwechslungsreicher
klingt.
► Benutzen Sie den Input Level Modifier, um das Panorama zu kontrollieren
(„panning”), so dass sich die Position des Signals abhängig vom Signalpegel
im Stereobild verändert.
► Beachten Sie, dass Sie das Kontrollsignal des Modifiers zu anderen Parametern
des gleichen oder anderen Modifiers routen können können. Sie können bei-
spielsweise den Input Level dem Input Level Attack-Regler zuweisen. Mit einer
positiven Modulationsmenge erhöhen stärkere Eingangssignale die Attack-Zeit.
Mit einer negativen Modulationsmenge erniedrigen stärkere Eingangssignale
die Attack-Zeit.
► Wenn Sie Ihre Zuhörerschaft wirklich an den Rand des Wahnsinns treiben
wollen, weisen Sie den Input Level dem Pedalparameter des Pitch Pedals zu.

GUITAR RIG 3 – 177


5. Anhang A: Optimieren des
Systemverhaltens
Sie werden Ihre Gitarre über einen Rechner spielen. Dabei bringt jedes rechnerba-
sierte Audio-System eine gewisse Verzögerung zwischen Audio-Eingang und Audio-
Ausgang mit sich. Selbst die leistungsfähigsten Computer können nur eine be-
stimmte Anzahl an Berechnungen pro Sekunde anstellen gerade Signalbearbeitung
verlangt dem Prozessor eine Menge ab. Um ein angenehmes Spielgefühl zu errei-
chen, ist es andererseits wichtig, die Verzögerungszeiten, die durch den Rechner
hervorgerufen werden, möglichst gering zu halten.
Zum Glück machen drei Faktoren die Verzögerungszeiten unerheblich – vorausge-
setzt, Sie besitzen ein der Aufgabe entsprechendes Computersystem (siehe auch
„Systemanforderungen“).
► Die heutigen Multi-Gigahertz Computer sind so schnell, dass sie Latenzen
dramatisch reduzieren
► Viele Soundkarten und Audio-Interfaces verfügen über Treiber, die für den Betrieb
mit niedriger Latenz optimiert sind.
► GUITAR RIG 3 wurde trotz der außerordentlichen Klangqualität auf effiziente
Nutzung der Rechenleistung optimiert.

5.1 Verwenden Sie Low-Latency-Treiber

Treiber sind Codebestandteile, die für die Kommunikation zwischen Programm


und Audio-Interface zuständig sind. Das Audio-Interface ist dabei entweder in den
Computer eingebaut oder über USB bzw. Firewire angeschlossen. Je effizienter die
Daten durch den Treiber übermittelt werden, desto geringer die Latenz.

GUITAR RIG 3 – 178


GUITAR RIG 3 unterstützt zwei Treibertypen mit besonders geringer Latenz:
► ASIO (Audio Streaming Input Output) stammt von Steinberg und existiert unter
Windows und Mac OS.
► Core Audio; existiert nur auf der Mac-Plattform, Standard-Protokoll seit Mac
OS X. Dieses Protokoll mit niedriger Latenz wurde von Apple für Macintosh-
Rechner, die unter OS X arbeiten, entwickelt.
Wenn Ihr Audio-Interface keines dieser beiden Protokolle unterstützt, kann es sein,
dass Sie Verzögerungen hören, wenn Sie durch GUITAR RIG 3 spielen. Obwohl
GUITAR RIG 3 auch mit den DirectSound und MME-Treibern auf Windows-Rechnern
funktioniert, dürfte sich damit kein zufriedenstellendes Spielgefühl einstellen.

5.2 Was hat es mit Direct Monitoring auf sich?

Sie haben vielleicht schon von der Möglichkeit des „Direct Monitoring“ bei Audio-
Interfaces gehört: Durch ein direktes Verbinden des Eingangssignals mit dem
Ausgang umgehen Sie die Computer-Latenz. Andererseits übergehen Sie durch
diese Direktverbindung auch GUITAR RIG. Stellen Sie also sicher, dass Direct
Monitoring im Kontrollfeld Ihres Audio-Interfaces ausgeschaltet ist.

5.3 Wie weit kommen Sie ‘runter?

1,5 ms Latenz sind nahe des theoretischen Minimums, denn es dauert immer ein
wenig, analoge Signale in digitale umzuwandeln und am Ausgang wieder in analoge
zurück zu konvertieren. Beachten Sie aber, dass sehr niedrige Latenzwerte (und

GUITAR RIG 3 – 179


auch höhere Abtastraten) Ihren Rechner mehr beanspruchen, was dazu führen kann,
dass Sie nicht so viele Components in GUITAR RIG 3 einfügen können, ohne eine
Audioausgabe mit Knacksern oder Aussetzern zu erhalten. Daher im folgenden ein
paar Tipps, um mit einer Latenz besser klarzukommen.

5.4 Über Samples und Puffer

Audiodaten können nicht „am Stück“ vom Computer bearbeitet werden, sondern
müssen warten, bis sie an der Reihe sind, während andere Aufgaben vom Rechner
erfüllt werden. Daher verwenden Soundkarten einen Zwischenspeicher, der eine
gewisse Menge an Samples aufnehmen kann und in den, je nach Bedarf, Daten
geschrieben oder augelesen werden, um einen reibungslosen Datenfluss zu er-
möglichen. Wenn der Datenfluss kurzzeitig unterbrochen wird, stellt dies also kein
Problem dar, denn es sind noch Reserven im Zwischenspeicher vorhanden. Als
Analogie stellen Sie sich vor, Sie hätten einen Schlauch, der Wasser nicht gleich-
mäßig spendet, sondern stossweise. Sie verwenden also einen Eimer, in dem Sie
das Wasser aus dem Schlauch zunächst sammeln.
Wenn der Eimer (der Zwischenspeicher) groß ist, können Sie darin mehr Wasser
unterbringen, für den Fall, dass der Schlauch ein Weilchen nichts hergibt. Dafür
dauert es aber länger, bis der Eimer gefüllt ist, was wiederum einer höheren Latenz
entspricht. Einen kleineren Eimer zu füllen benötigt weniger Zeit, dafür sollte der
Schlauch das Wasser aber auch möglichst gleichmäßig liefern.
Alle ASIO-Audio-Interfaces und Soundkarten besitzen eine Möglichkeit (meist ein
Kontrollfeld), die Latenz einzustellen. Diese Einstellung kann entweder in Samples,
in Millisekunden oder inForm verschiedener Presets eingestellt werden.
In einigen Kontrollfeldern können Sie eine bestimmte Anzahl von Samples/ Buffer
auswählen. Das Anzeigefeld informiert Sie dann über die resultierende Latenz. In

GUITAR RIG 3 – 180


diesem Fall wurden 256 Samples/ Buffer gewählt, was einer Latenz von knapp
unter 6 ms bei 44,1 kHz entspricht. Wenn Sie diesen Wert auf 128 Samples/
Buffer setzen, halbiert dies die (theoretische) Latenz, aber belastet Ihren Rechner
deutlich mehr.
Einige Kontrollfelder zeigen einfach direkt die Latenz in Millisekunden an, die sich
aus einer bestimmten Puffergröße errechnet – wie im hier abgebildeten Audio
Kontrol 1 Kontrollfeld.

GUITAR RIG 3 – 181


5.5 Tipps zum Minimieren der Latenz
► Stellen Sie die Latenz immer auf den höchstmöglichen Wert ein, bei dem Sie
noch keine Verzögerung wahrnehmen. 256 Samples ergeben ein sehr direktes
Ansprechverhalten, lassen Ihrem Computer aber noch etwas Luft.
Möglicherweise sind auch 512 Samples noch akzeptabel. Noch höhere Werte
erzeugen eine deutlich wahrnehmbare Verzögerung. Wenn Sie keine zuverlässig
stabile Audiowiedergabe mit 512 Samples erreichen können, könnte es Zeit
für einen neuen Computer sein!
► Wenn das ASIO-Kontrollfeld Ihrer Audio-Hardware die Latenz in Millisekunden
anzeigt, werden Sie feststellen, dass Werte über 10 ms eine hörbare
Verzögerung hervorrufen. ms sind ein guter Kompromiss zwischen schneller
Ansprechzeit und geringstmöglicher Belastung des Rechners.
► Verwenden Sie immer aktuelle Treiber für Ihre Audio-Hardware. Die meisten
Hersteller bieten diese Treiber auf ihrer Website zum Download an. Zwischen
zwei Treiberversionen können mitunter Welten liegen, was die Performance
betrifft.
► Wenn Sie mit einer Host-Software aufnehmen und Software-Synthesizer ver-
wenden, nutzen Sie die „Freeze”-Funktion zum Rendern der Software-
Instrumente in Audio-Spuren (sofern verfügbar), um die CPU zu entlasten –
Audio-Spuren belasten Ihr System deutlich weniger als in Echtzeit berechnete
Klangerzeuger. Alternativ nehmen Sie die Ausgabe des Synthesizers auf eine
Audio-Spur auf und entfernen dann den Synthesizer.
► Manchmal gibt es zwei Latenz-Einstellungen: Das Bedienfeld für die Soundkarte
stellt die minimale Latenz ein und der Host kann diesen Wert erhöhen, wenn
es nötig ist. In anderen Fällen übernimmt das Host-Programm die Einstellungen
des Kontrollfeldes.

GUITAR RIG 3 – 182


5.6 Nutzen der eingebauten Audio-Hardware im Mac

Seit OS 10.4 hat Apple den Zugriff auf die interne Audio-Hardware verändert.
Sollten Sie Guitar Rig 3 ohne externe Soundkarte oder der RIG KONTROL nut-
zen wollen, so müssen Sie möglicherweise ein so genanntes "Aggregate Device"
erzeugen. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:
1. Wählen Sie Audio MIDI Setup aus dem Ordner Utilities.
2. Wählen Sie Create Aggregate Device aus dem Audio Drop-Down Menü.
3. Drücken Sie + im folgenden Dialog, um einen neuen Eintrag zu erstellen.
4. Benennen Sie den neuen Eintrag in Guitar Rig, indem Sie doppelt auf das
Textfeld für Aggregate Device klicken.
5. In der Spalte Use, aktivieren Sie Built in Inputs und Built in Outputs. Das Panel
sollte nun wie folgt aussehen:

GUITAR RIG 3 – 183


6. Drücken Sie nun den Done Taster und verlassen das Audio MIDI Setup.
7. Starten Sie Guitar Rig und öffnen Sie hier die Audio and MIDI Settings.
Wählen Sie das Aggregated Device Guitar Rig, das Sie soeben erstellt haben.
% Es ist nicht ratsam, eine
Gitarre direkt an einen
Line-Eingang oder einen Mikrofon-
Eingang anzuschließen. Die
Ausgangsimpedanz der Gitarre
stimmt nicht mit dem Wert des
Eingangs überein und wird daher
entweder dünn oder verzerrt klin-
gen.

GUITAR RIG 3 – 184


6. Anhang B: Über MIDI
Viele Musiker denken, dass MIDI (Musical Instrument Digital Interface) nur etwas
für Tastenspieler ist; aber Gitarristen können mit MIDI Multi-Effektgeräte steuern
und damit einen einzigartigen und frischen Sound erzeugen.
Die komplette Beschreibung von MIDI ist ziemlich tiefgreifend und kom-
plex. Allerdings beziehen sich nur ein paar Teile daraus auf die Steuerung von
Multi-Effekten, so dass nicht viel gelernt werden muss. Lassen Sie uns mit den
Grundlagen anfangen.

6.1 MIDI-Grundlagen

Ein MIDI-System benötigt etwas, das MIDI-Nachrichten sendet (wie z.B. ein
Fusspedal oder Fusschalter, die sagen „Mach das Instrument lauter“, „Nimm die-
sen Effekt“, „Mehr Hall!“ usw.) und etwas, das diese Mitteilungen empfängt und
darauf reagiert, wie etwa GUITAR RIG 3. Das setzt natürlich voraus, dass Ihr
Computer einen MIDI-Eingang besitzt, damit GUITAR RIG 3 MIDI-Nachrichten
empfangen kann.
Grob gesagt bedeutet der Begriff MIDI das Senden von Steuer-Nachrichten von
einem Gerät (z.B. einem Fusspedal) zu einem anderen (z.B. GUITAR RIG 3) über ein
MIDI-Kabel. Host-Programme verwenden MIDI-Daten ebenfalls, um Automationen
zu ermöglichen, wenn GUITAR RIG 3 als Plug-in verwendet wird.
Es gibt verschiedenste Arten von MIDI-Nachrichten, von denen sich die meisten
auf Tasteninstrumente, Sequenzer, Drum-Machines, Beleuchtungssteuerungen,
Aufnahmegeräte und andere Gerätschaften, die wir hier aussen vor lassen wollen,
beziehen. Für GUITAR RIG 3 müssen Sie in 99% der Fälle nur über zwei Arten

GUITAR RIG 3 – 185


von MIDI-Nachrichten Bescheid wissen: Programmwechsel-Befehle, mit denen ver-
schiedene Presets aufgerufen werden und fortlaufende Kontrollbefehle, auch als CC
(continuous controller) bezeichnet, die Effekt-Parameter in Echtzeit verändern.
Beachten Sie, das RIG KONTROL 1 keine MIDI-Befehle für Programmwechsel oder
Kontrollbefehle nutzt, sondern ein besonderes Audio-Steuer-Verfahren, das wir zuvor
beschrieben haben. MIDI können Sie hier nur anwenden, sofern Sie MIDI-Controller
anderer Hersteller nutzen.

6.2 MIDI-Verbindungen

Die Soundkarte Ihres Rechners hat evtl. bereits eine MIDI-In-Buchse (zum Empfang
von MIDI-Nachrichten) und eine MIDI-Out-Buchse (zum Übertragen von MIDI-
Nachrichten an externe Geräte). Auch eine MIDI-Thru-Buchse ist manchmal zu
finden, die eine Kopie des Signals an der MIDI-In-Buchse zur Verfügung stellt.

6.3 Über Programmwechsel und Bankauswahl

Um Programmwechselbefehle zu verstehen, begeben wir uns in die Siebziger zu-


rück: die Zeit der Discomusik, in der Synthesizer noch nicht programmierbar waren
und batteriebetriebene Gitarreneffekte gerade populär wurden. Gitarristen entdeck-
ten, dass der Fußschalter zum ein- und auszuschalten das beliebteste Element an
einem Effekt war. Sie konnten damit den Effekt punktgenau ein- und ausschalten,
wenn er gebraucht wurde (denn ein Distortion-Effekt ist eine tolle Sache, allerdings
nicht ununterbrochen).

GUITAR RIG 3 – 186


Als mit der Zeit immer mehr Effektpedale vorgestellt wurden – Kompressoren,
Phaser, Echos, Wah Wahs, wurden die Effekte über Patchkabel miteinander ver-
bunden. Hier begann der Ärger. Es war ohne eine Reihe von Schaltvorgängen nicht
mehr möglich, den Sound schnell und zielgerecht zu ändern. Der lustige Steptanz
auf den Bodenpedalen gehörte daher zur Tagesordnung.
Als die MIDI-Spezifikation entwickelt wurde, waren 128 Programmwechsel-Befehle
vorgesehen. Daher bieten viele Effektgeräte 128 Programme und aus diesem Grund
kann auch jede Bank von GUITAR RIG 3 128 Presets speichern. Wie üblich wollten
die Anwender aber schnell mehr. Also wurde die MIDI-Spezifikation um den Bank-
Select-Befehl erweitert, mit dem Sie bis zu 16.384 GUITAR RIG 3 Bänke à 128
Programmen abrufen können. So kommen Sie auf 2 Millionen mögliche Programme.
Das sollte für eine Weile reichen!

6.4 Über Continuous Controller

Von Preset zu Preset umschalten zu können, ist ein netter Anfang, aber
manchmal möchte man auch einen bestimmten Wert in einem einzelnen
Preset verändern (Delay Feedback, Filterfrequenz, Verzerrer-Stärke usw.).
Der Klang des Wah Wah ist ein gutes Beispiel dafür, einen bestimmten Parameter,
in diesem Fall die Filterfrequenz, in Echtzeit zu ändern.
Üblicherweise werden die Parameter eines Presets durch Drehen eines Reglers
geändert. Die Idee der Continuous Controller (CC) entstand, weil Synthesizer und
Effektpedale, Schalter, Hebel und andere physikalische „Controller“ aufweisen,
die eine Klangeigenschaft über eine fortlaufende Reihe von Werten hinweg ver-
ändern (daher heißen sie Continuous Controller, also „fortlaufende Controller“ im
Unterschied zu Controllern wie einem An-/Aus-Schalter, der nur zwei mögliche
Zustände annehmen kann).

GUITAR RIG 3 – 187


Im Unterschied zum Programmwechselbefehl, der ein einzelnes Ereignis darstellt,
erzeugen Continuous Controller eine ganze Reihe von Ereignissen, wie z.B. die
Lautstärke-Erhöhung (jedes Ereignis erhöht die Lautstärke etwas mehr als das vor-
% Beachten Sie, dass MIDI-
Geräte, die Nachrichten
des Typs Continuous Controller
angehende), oder eine Wertänderung eines sonstigen Parameters (z.B. das Erhöhen senden, lediglich Werteänderungen
der Chorus-Tiefe oder das Verändern der Filterfrequenz eines Wah Wah). übermitteln. Beispielsweise sen-
Wie auch Programmwechsel-Befehle werden Nachrichten der Continuous Controller det ein getretenes Pedal so lange
von einem MIDI-Ausgang zu einem MIDI-Eingang übertragen. Der Sender überführt keine Nachrichten, bis sich die
die Bewegung des physischen Bedienelementes in 128 Einzelwerte (von 0 bis 127). Position des Pedals tatsächlich
So erzeugt beispielsweise das Bewegen eines Pedals nach ganz oben den Wert 0. ändert.
Das Heruntertreten des Pedals steigert den Wert, bis er in Mittelstellung bei 64
anlangt. Am Ende des Pedalweges wird der Wert 127 erreicht.

Nummerierung der Continuous Controller


MIDI versieht jede Continuous Controller-Nachricht mit einer Identifikationsnummer
von 0 bis 127. Daher können Sie bis zu 127 Parameter in GUITAR RIG 3 steu-
ern, obwohl es in der Praxis äußerst unwahrscheinlich ist, dass Sie sich so viele
Zuweisungen merken, geschweige denn diese auch nutzbringend anwenden.
Wenn ein Effektgerät mit Continuous Controllern gesteuert werden soll, besteht die
Grundidee darin, einem bestimmten Effektparameter (Echozeit, Modulationsrate,
Verzerrer-Stärke usw.) eine bestimmte Controller-Nummer zuzuweisen. Das ist bei
GUITAR RIG 3 dank der Lernfunktion denkbar einfach.
Auf der Seite des Empfängers wird der gesteuerte Parameter entprechend dem Wert
der eingehenden Nachricht eingestellt. Wenn Sie beispielsweise das Delay Feedback
steuern und es einen Wert von 0 empfängt, wird das Feedback auf den Minimalwert
gesetzt. Wird der Wert 64 empfangen, befindet sich das Feedback in Mittelstellung
und wenn der Wert 127 ankommt steht das Feedback auf Rechtsanschlag.

GUITAR RIG 3 – 188


7. Anhang C: Tipps für die
Zusammenstellung Ihres eigenen Rigs
Eine der schönsten Eigenschaften von GUITAR RIG 3 ist, dass Sie die Freiheit
haben, die Components nach Belieben anzuordnen. Dieser Abschnitt gibt Ihnen
einige Anhaltspunkte, welche Effekte vor bzw. hinter anderen in der Signalkette
angeordnet werden sollten.

7.1 Serielle und parallele Effekte

Es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten, Effekte anzuordnen. Bei der seriellen


Verbindung sind die Effekte in Reihe zusammengefügt, einer hinter dem anderen.
Der Ausgang von Effekt 1 führt zum Eingang von Effekt 2, der Ausgang von Effekt
2 zum Eingang von Effekt 3 und so weiter.
Eine parallele Effektanordnung verwendet die Split-Komponente, um das Signal
auf die Eingänge von Effekt 1 und Effekt 2 aufzuteilen. Das Zusammenmischen
der Ausgänge beider Effekte ergibt den kombinierten (parallelen) Klang dieser
Effekte. Dabei dabei legt der Parameter „Crossfade“ das Verhältnis der beiden
parallelen Stränge fest.
Eine weitere Variante ist die Kombination von seriellen und parallelen Effekten, wo-
bei mehrere seriell verbundene Components innerhalb eines Split-Stranges platziert
werden können. Das Beispiel im Abschnitt über die Split-Komponente verdeutlicht
diese Vorgehensweise.

GUITAR RIG 3 – 189


7.2 Components in der richtigen Reihenfolge anordnen

Serielle, parallele und gemischt seriell/ parallele Anordnungen ergeben eine fast
unbegrenzte Anzahl möglicher Effektverbindungen, um einen individuellen Klang
zu erzeugen. Tatsächlich sind die Möglichkeiten fast zu umfassend, denn manch
einer fragt sich, ob nun der Kompressor vor oder nach dem Verzerrer angeordnet
werden sollte, welche Effekte am besten parallel verbunden werden, ob das Noise
Gate nun eher am Anfang oder Ende der Signalkette eingefügt werden sollte und
dergleichen mehr.
Eigentlich gibt es keine absolut „richtigen“ Anordnungen, sicherlich aber gibt es
oft verwendete. Verschiedene Anordnungen unterschiedlicher Effekte ergeben ver-
schiedenartige Sounds, also experimentieren Sie ruhig! Genau darum gibt GUITAR
RIG 3 Ihnen all diese tollen Spielzeuge an die Hand.
Nichtsdestotrotz ist es sinnvoll, wenigstens an einem Ausgangspunkt anzufangen,
der ausprobiert und für gut befunden wurde. Wir beginnen mit ein paar allgemein-
gültigen Regeln, besprechen dann seriell verschaltete Effekte, um letztendlich die
Kombinationsmöglichkeiten paralleler Effekte zu untersuchen.

7.3 Der wichtige erste Effekt

Für viele Instrumente sind Kompressor oder Verzerrer eine gute Wahl als erster
Effekt. Ein Kompressor verstärkt die Ausklingphase, was ein druckvolleres Signal
für nachfolgende Components liefert. Zudem stellt der Kompressor insofern einen
einmaligen Effekt dar, da er recht subtil wirkt. Solange nicht „überkomprimiert“
wird, kann er immer in der Signalkette verwendet werden.

GUITAR RIG 3 – 190


Beachten Sie, dass der Oktaver der erste Effekt sein sollte, wenn Sie ihn benut-
zen. Das liegt daran, dass er ein reines Signal aus Einzelnoten benötigt. Sind
dem Oktaver Effekte vorgeschaltet, ist diese Voraussetzung nicht mehr unbedingt
gegeben.

7.4 Serielle Effektkombinationen

Wenn Sie die Effekt-Reihenfolge festlegen, beginnen Sie am Besten damit, sich die
serielle Effektkette in drei Teile zerlegt vorzustellen, die in folgender Reihenfolge
stehen:
► Components, die den Dynamikbereich beeinflussen (Kompression, Limiter)
und/oder neue Frequenzen erzeugen (z.B. Verzerrer, Oktaver).
► Frequenzgang-Entzerrung (Equalizer bzw. Klangregler), die den Klang zusätzlich
formen.
► Auf der Zeitebene wirkende Effekte (Delay, Chorus, Hall usw.), um Räumlichkeit
und Lebendigkeit zu erreichen.

Zusätzlich möchten Sie die Kette vielleicht mit einem weiteren Equalizer abschlies-
sen, um den Gesamtklang abzurunden, ein Noise Gate einfügen um Rauschen zu
entfernen, ein Lautsprecher-Cabinet ergänzen, wenn nicht bereits eines vorhanden
ist und/oder einen Limiter, um Lautstärkespitzen zu dämpfen.
Die Reihenfolge der Effekte kann den Gesamtklang ungemein beeinflussen.
Beispielsweise klingt ein Verzerrer vor dem EQ ganz anders als ein EQ vor dem
Verzerrer. Es folgen einige Beispiele, die erläutern, was Sie bei einer bestimmten
Anordnung zweier Effekte zu erwarten haben.
► Kompressor vor dem Verzerrer: Bei der Gitarre wird hier das Sustain verbessert
und der verzerrte Ton erhält eine konstantere Klangfarbe.

GUITAR RIG 3 – 191


► Ein Verzerrer vor dem Kompressor kann leicht etwas die Nebengeräusche er-
höhen, bietet aber einen etwas sanfteren Klang als die umgekehrte
Anordnung.
► Equalizer vor Verzerrer: Durch den Equalizer kann der Verzerrer „berührungs-
empfindlicher“ wirken, da verstärkte Frequenzen eher verzerren als unverstärk-
te. Da der Verzerrer Obertöne erzeugt, kann der Klang leicht zu hell werden.
Dem können Sie entgegen wirken indem Sie die Höhen etwas absenken, bevor
sie in den Verzerrer gelangen.
► Verzerrer vor Equalizer: In dieser Reihenfolge verändert der Equalizer den
Klangcharakter des verzerrten Sounds. Am flexibelsten sind Sie, wenn Sie
sowohl vor als auch nach dem Verzerrer einen Equalizer verwenden.
► Ein Verzerrer vor dem Delay ergibt ein klares Echo.
► Ein Delay vor dem Verzerrer ergibt ein angeschmutztes Echo, da die einzelnen
Echos durch die Verzerrung „verschmelzen“.
► Echo vor Noise Gate: Das Noise Gate wird hier einige der leisen Echos heraus-
schneiden, was nicht unbedingt wünschenswert ist. Wird das Noise Gate vor
dem Echo angeordnet ergibt sich ein natürlicher wirkendes Echo.
► Verzerrer vor Flanger oder Chorus: Flanger und Chorus ergeben den intensivs-
ten Effekt, wenn Ihnen ein Signal mit hohem Anteil an Obertönen zugeführt
wird. Da der Verzerrer einen an harmonischen Obertönen reichen Klang erzeugt,
wird der Flanger bzw. Chorus entsprechend akzentuiert.
► Flanger oder Chorus vor Verzerrer: Ein hoher Anteil an Verzerrung kann die
feinen Nuancen des Flangers bzw. Chorus maskieren. Tatsächlich kann der
Flanger oder Chorus-Effekt fast unhörbar werden, wenn ein hoher Anteil an
Verzerrung verwendet wird.
► Hall vor Equalizer: Eine Verstärkung der niedrigen Frequenzen ergibt einen
größer wirkenden, entfernteren Hallklang. Eine Verstärkung der hohen
Frequenzen ergibt mehr Präsenz und damit subjektiv den Eindruck eines
kleineren Hallraums.

GUITAR RIG 3 – 192


► Hall vor dem Chorus: Folgt dem Hall ein leichter Chorus, kann dieser einen
schillernden, vollen Klang hervorrufen.

Um ein Beispiel zu bringen, wie das alles nun angewendet wird, stellen Sie sich
vor, Sie wollten einen flexiblen, universellen Effektaufbau für die Rhythmus-Gitarre.
Hier eine Möglichkeit:
Tube Compressor > EQ Parametric > Plex > Cabinet & Mic > Chorus+Flanger >
Noise Gate > Studio Reverb
Der Kompressor verstärkt die Ausklingphase und die Kombination von EQ/ Verzerrer/
Verstärker + Lautsprecher-Cabinet erlaubt das präzise Ausarbeiten des Klangs.
Der Chorus macht den Gesamtklang etwas diffuser, das Noise Gate entfernt leises
Rauschen und der Hall glättet durch das Noise Gate eingebrachte Unruhe und sorgt
ergänzend für Räumlichkeit.

7.5 Parallele Effekte

Parallele Effektkombinationen ermöglichen eine feinere Abstimmung des Klanges


als serielle Konfigurationen. Wenn Sie einen Bass nacheinander durch einen Chorus
und einen Wah Wah schicken, wird sich aufgrund der Filterung durch das Wah
Wah ein dünner Sound ergeben. Wenn Sie hingegen das Wah Wah parallel zum
Chorus platzieren, wird der Filtereffekt lediglich hinzugefügt – der Bassbereich
bleibt erhalten!
Die parallele Effektanordung eignet sich auch zur Erstellung eines stereophonen
Klangbildes, da ein Strang einen Kanal versorgen kann und der zweite den anderen.
Nehmen Sie an, Sie schicken den Gitarrenklang durch zwei graphische Equalizer in
paralleler Anordnung. Setzen Sie nun in einem Kanal die Bänder 1, 3, 5 und 7 auf
volle Anhebung und senken die Bänder 2, 4, 6 und 8 ab. Verfahren Sie umgekehrt
im zweiten Kanal (Bänder 1, 3, 5 und 7 absenken, Bänder 2, 4, 6 und 8 anheben)
und sie werden mit einem interessanten, breiten Stereosound belohnt.
GUITAR RIG 3 – 193
8. Anhang D: Über Masseschleifen
Woher kommt das Surren, das seltsame Brummen und warum habe ich Einstreuungen
vom Computer auf dem Tonabnehmer der Gitarre? Es könnte sein, dass Sie das
Opfer einer Masseschleife sind, die leicht auftreten kann, wenn Sie mehrere durch
Wechselstrom betriebene Geräte verwenden. Bevor wir uns der Lösung des Problems
annehmen, müssen wir verstehen, wie es entsteht.
Eine Masseschleife bedeutet, dass ein Gerät auf zwei verschiedenen Wegen geerdet
ist. Aus einem Gerät kann etwa ein Erdungsweg über den Wechselstromstecker
laufen. Gleichzeitig sieht dieses Gerät aber auch einen Erdungspfad über die
Abschirmung des Audiokabel zum Folgegerät und dessen Wechselstromstecker. Weil
alle Kabel über einen Widerstand verfügen, kann eine Spannungdifferenz zwischen
beiden Erdungswegen vorhanden sein, infolgedessen ein geringer Strom über die
Erdungsleitung fließt. Dieses Signal kann die stromführende Leitung induzieren.
Diese Schleife kann aber auch wie eine Antenne für Rauschen und Radiofrequenzen
wirken. Zudem sind viele Components in einem elektrischen Kreislauf geerdet.
Wenn die Erde nun bereits „verschmutzt“ ist, dann kann dieses Störgeräusch
vom Stromkreis aufgenommen werden. Solche Masseschleifen machen die größ-
ten Probleme bei Verstärkern, denn die hohe Verstärkung von lediglich wenigen
Millivolt an Geräuschen kann zum Störfaktor werden, insbesondere bei High-Gain-
Verstärkern.
Es gibt zwei grundlegende Möglichkeiten der Abhilfe: Unterbrechung der Erdung
der Audioleitung oder Unterbrechung der Erdung der Wechselstromleitung. Was
jeweils vorzuziehen ist, hängt vom jeweiligen Problemursprung ab, daher werden
wir verschiedene Möglichkeiten vorstellen.

GUITAR RIG 3 – 194


8.1 Die Anti-Lösung: Aushebeln der Erdung

Einige Musiker, die sich keine Gedanken über ein lang andauerndes Leben machen,
entfernen einfach die Erdung am Wechselstromstecker und verwandeln somit ein 3-
adriges Kabel in ein 2-adriges. Von diesem Verfahren ist unbedingt abzuraten, den
es entfernt die Sicherung für ein geerdetes Gehäuse. Um uns längere Erklärungen
zu sparen, bitten wir Sie einfach uns zu glauben. Tun Sie es nicht. OK?
Viele Probleme mit Masseschleifen lassen sich dadurch lösen, alle Geräte an die-
selbe Wechselstromquelle anzuschliessen, die wiederum alle Erdungleiter am glei-
chen Punkt anschliesst (beispielsweise eine Mehrfachsteckdose, die mit möglichst
kurzem Kabel am Stromnetz angeschlossen ist). Dabei muss jedoch sichergestellt
sein, dass die Leitung nicht überlastet wird und für den Verbrauch all der ange-
schlossenen Geräte ausgelegt ist.

8.2 Lösung Nr. 2: Auswirkung der gekappten


Abschirmung
Ein Weg, hartnäckige Probleme mit Masseschleifen loszuwerden, besteht darin,
herauszufinden, welches Gerät das Brummen verursacht und die Abschirmung
(Erdeleitung) an einem Ende des Audiokabels, das das Gerät mit anderen verbindet,
zu entfernen. Der innere Leiter ist weiterhin durch eine geerdete Abschirmung vor
Brummen geschützt, es besteht nun aber kein intakter Weg mehr zur Erde des
benachbarten Geräte. Das Gerät ist nur über die Netzleitung geerdet.
Wenn Sie Ihre Kabel selbst herstellen ist es sinnvoll, ein paar Anti-Masseschleifen-
Kabel herzustellen, bei denen die Abschirmung an einem Ende nicht verbunden ist.

GUITAR RIG 3 – 195


Aber markieren Sie diese Kabel deutlich, denn als normale Kabel verwendet können
sie zu Brummen, Lautstärkeverlusten und anderen Problemen führen.

8.3 Lösung Nr. 3: Der Audio-Isoliertransformator

Die Verwendung eines 1:1 Audio-Isoliertransformators ist wesentlich eleganter, als


ein einfaches Kappen der Abschirmung, bewirkt aber das gleiche: Die Unterbrechung
der Masseverbindung bei Übertragung des Signals. Obwohl ein Kabel mit gekapp-
ter Abschirmung nicht so teuer ist, hat der Transformator mehrere Vorteile. Falls
nötig können Sie die Impedanz ändern, indem Sie einen Transformator mit un-
terschiedlicher Impedanz der Primär- und der Sekundärseite verwenden (um den
Transformator beispielsweise dazu zu verwenden, den Pegel eines Gerät mit ziemlich
niedriger Ausgangsleistung zu erhöhen, was weniger Rauschen verursacht, als den
Vorverstärker des Mischpultes aufzudrehen).

8.5 Lösung Nr. 4: Der Wechselstrom-


Isoliertransformator

Oft kann eine Schleife auch dadurch unterbrochen werden, dass Sie die direkte
Verbindung eines Gerätes zur Erde vermeiden. Das klappt nicht immer, da die
Masseschleife nicht unbedingt durch die Wechselstromleitung entsteht, sondern
auch durch verschiedene Erde-Erde-Verbindungen entstehen kann. Schleifen,
bei denen die Netzleitung eine Rolle spielt, sind problematischer und kom-
men häufiger vor. Das Kappen der Audioverbindung ist die einfachere Lösung
(die nebenbei auch computergeneriertes Knistern minimieren kann), doch ein

GUITAR RIG 3 – 196


Wechselstrom-Isoliertransformator bietet zusätzliche Vorteile. Kurz gefasst kann
er die Netzspannung säubern, Spannungsspitzen und Transienten reduzieren und
eine Leistung erbringen, die fast einer getrennten Netzleitung entspricht.
Was also ist besser – ein Kappen der Audio- oder der Netzverbindung? Das kommt
darauf an. Wenn Sie viele Geräte besitzen, die von Mikroprozessoren gesteu-
ert werden und die Netzleitung nicht perfekt ist, dann können Wechselstrom-
Isoliertransformatoren verschiedenste Probleme mit dem Wechselstromnetz lösen
und Masseschleifen unterbinden. Wenn Sie nur ein einfaches Masseschleifen-
Problem haben, dann kann es genügen, einen Audio-Isoliertransformator zu ver-
wenden.

GUITAR RIG 3 – 197


9. Anhang E: Tastatur-Kurzbefehle
Type Command (STRG) Windows Mac

File (Datei) New Preset (Neues Preset) Ctrl+N Cmd+N

File (Datei) Save Preset + Bank Ctrl+S Cmd+S

File (Datei) Bank und Presets sichern als Ctrl+Shift+S Cmd+Shift+S

File (Datei) Quit (Beenden) Alt+F4 Cmd+Q

Edit Undo (Rückgängig) Ctrl+Z Cmd+Z

Edit Redo (Undo widerrufen) Ctrl+Y Cmd+Y

Edit Cut (Ausschneiden) Ctrl+X Cmd+X

Edit Copy (Kopieren) Ctrl+C Cmd+C

Edit Paste (Einfügen) Ctrl+V Cmd+V

Edit Delete (Löschen) Del Delete (Löschen)

Select AllSelect All


Edit Ctrl+A Cmd+A
(Alles auswählen)

View (Ansicht) Hinweistexte ausblenden Ctrl+I Cmd+I

GUITAR RIG 3 – 198


View (Ansicht) Full Screen F4 F4
(Vollseiten-Darstellung)

View (Ansicht) RigKontrol ein- und ausblenden F3 F3

View (Ansicht) SideKick ein- und ausblenden F2 F2

View (Ansicht) Live View ein- und ausblenden F1 F1

GUITAR RIG 3 – 199


Index

A D
Amp.................................................................. 103 De-Hiss............................................................. 140
Attack.. 107, 120, 129, 139, 141, 143, 174, 176, 177 Decay......................................................... 174, 176
Delay................................................................. 109
Depth...........................................................79, 117
B Detune...............................................................151
Balls.................................................................... 97 Distortion..........................................94, 97, 99, 100
Bass...................................73, 83, 93, 95, 109, 146 Down................................................................. 107
Bias.................................................................... 72 Drive......................................................81, 98, 103
Boost.........................................................102, 104
Bottom.............................................................. 102
Bright............................... 75, 78, 82, 102, 104, 131 E
Einen Step aktivieren.......................................... 173
Ensemble........................................................... 108
C
Cab&Mic............................................................ 103
Chorus Intensity................................................. 108 F
Clean.......................................................... 98, 103 Filter................................................................. 122
Controller, Continous........................................... 187 Flanger.............................................................. 109
Cross................................................................. 152 Freq Max........................................................... 130
Cutoff.................................................................114 Freq Mid............................................................ 130
Freq Min............................................................ 130
Fuzz.................................................................... 95

GUITAR RIG 3 – 200


G M
Gain.................................................................. 102 Master................................................................. 79
Graphic EQ.................................................. 82, 125 Metronom............................................................ 13
Graphic EQ Band Level......................................... 82 MicPos.............................................................. 103
Graphic EQ Volume............................................... 82 Mid.............73, 75, 77, 79, 80, 81, 85, 99, 100, 109
Mid Freq............................................................ 100
MIDI.................................................................. 185
H Min Volume........................................................ 137
Half Volume....................................................... 137 Mode................................................................. 108
Hold.................................................................. 137
Hot................................................................... 103
Hum.................................................................... 12 O
Offset.........................................................129, 176
Overdrive............................................................. 84
I
Input................................................................. 143
Input Level Tipps.................................................176 P
Input Level Tips..................................................176 Parameter............................................................ 56
Intensity.......................................................76, 107 Pickups............................................................... 61
Interference......................................................... 12 pickups............................................................... 12
Pitch................................................................. 152
Play Button........................................................ 158
L Plug-In-Modus........................................................ 9
Learn...................................................23, 139, 140 Power............................................................ 58, 65
Legato................................................................174 Power Supply....................................................... 72
Limit................................................................. 137 Pre-Amp.............................................................. 79
LP-BP-HP.......................................................... 130 Presence........................................... 79, 83, 85, 86
LPF/ BPF/ HPF............................................127, 128

GUITAR RIG 3 – 201


R Stereo Time....................................................... 152
Range.......................................................... 48, 126 Sustain.........................................................96, 141
Rate....... 79, 107, 108, 111, 117, 120, 121, 149, 168 Sync.....................110, 117, 118, 121, 150, 152, 160
Release............... 129, 137, 139, 140, 142, 143, 172
Res Max............................................................ 130
Res Mid............................................................. 130 T
Res Min............................................................. 130 Tapedeck................................................. 13, 66, 70
Reso...........................................................114, 127 Tempo Sync........................................ 107, 168, 172
Resolution..........................................................174 Temp Sync......................................................... 108
Response............................................................. 72 Threshold................................... 119, 139, 142, 143
Reverb................................................................. 76 Tone................................................. 87, 96, 97, 126
Reverb On............................................................ 76 Treble..................................73, 81, 85, 95, 99, 105,
Reverb Time......................................................... 76 ................................................ 109, 148, 150, 154
Reverse.............................................. 151, 152, 160 Tremolo............................................................. 106
Tuner................................................................... 63

S
Sag..................................................................... 72 U
Scoop.........................................................102, 126 Ultra Hi............................................................... 82
Sens.................................................................. 128 Ultra Lo............................................................... 82
Signalfluss........................................................... 56 Up.................................................................... 107
Size............................................................. 92, 132
Slide..................................................................175
Slope......................................................... 127, 171 V
Speed.................................................. 76, 110, 155 Variac.................................................................. 72
Stand-Alone-Modus................................................ 9 Vibrato/Off/Chorus................................................ 79
Standalone............................................................. 9 Vibrato On........................................................... 76
Step Sequencer.................................................. 173 Volume................................81, 84, 88, 93, 95, 102,
Stereo................................................ 109, 110, 148 ........................................ 105, 108, 126, 131, 136
Stereo Pan......................................................... 107

GUITAR RIG 3 – 202


Volume Max....................................................... 131
Volume Mid........................................................ 131
Volume Min........................................................ 131

W
Wah Wah........................................................... 130
Wet................................................................... 129
Width......................................................... 107, 174

GUITAR RIG 3 – 203