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Hygiene &

Infektionskrankheiten

Hygiene Definitionen
Häufige Infektionskrankheiten
Hygiene/Desinfektion und Schutz
Impfungen
Definitionen
 Hygiene: Unter Hygiene versteht man die
Abwehr von gesundheitlicher Bedrohung
sowie die Hebung des
Gesundheitszustandes. Die bedeutet
körperliches, geistiges und soziales
Wohlbefinden.
 Hygiene als Prophylaxe nicht als
Therapie!!!

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Sanitation
 Sanitation: Keimreduktion durch Reinigung
unter Einsatz von keim hemmenden
Stoffen.
 Abspülen mit Wasser oder wischen mit
Wasser und/oder Seife
 Hände waschen….

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Desinfektion
 Desinfektion: lebendes oder totes Material
in einen Zustand versetzen in dem es
nicht mehr infizieren kann.
 Keimarmut!!!
 Hierbei wird keine absolute Keimfreiheit
erreicht!

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Sterilisation
 Sterilisation: bedeutet Abtötung aller
Mikroorganismen, einschließlich der
Dauerformen (Sporen)
 Keimfreiheit!!!
 Achtung: Steril ist nicht gleich pyrogenfrei!
 Pyrogene sind fiebererzeugende Toxine z.
B: Polysacharide

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Asepsis
 Asepsis: alle Maßnahmen zur Verhütung
einer Infektion durch Mikroorganismen
 Sterile Arbeitsweise!
 Unterschiede bei der Wundreinigung und
beim Verbandswechsel beachten

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Antisepsis
 Antisepsis: Abtötung oder irreversible
Schädigung pathogener Mikroorganismen
durch Maßnahmen der Desinfektion!
 Eine Desinfektion mit z.B.: einer
alkoholischen Desinfektionslösung ist
somit eine Antiseptische Maßnahme!

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Kontamination
 Besiedlung von Oberflächen durch
Kontaktkeime!
 Gegenstände
 Arbeitsflächen
 Fußböden

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Infektion
 Anhaften, Eindringen und Vermehren
eines Krankheitserregers in einen
Organismus
 Exogene Endogene Infektion
 Lokale Infektion
 Generalisierte Infektion
 Sepis

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Inkubationszeit
 Zeit vom Eindringen eines Erregers bis
zum Auftreten der ersten unspezifischen
Krankheitssymptome
 Hepatitis C (35-70 Tage)
 Influenza (wenige Stunden bis Tage)
 Windpocken (7-21 Tage)

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Desinfektionsverfahren
 Chemische Desinfektionsverfahren
 anorganische Substanzen (Laugen/Säuren)
 Organische Substanzen (Alkohole)
 amphoteren Verbindungen (Oxidationsmittel)
 Physikalische Desinfektionsverfahren
Pasteurisieren, Verbrennen,
Abflammen, Auskochen

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Desinfektionsverfahren
 Sprühdesinfektion
 Wischdesinfektion
 Flächendesinfektion
 Raumdesinfektion
 Wäschedesinfektion
 Desinfektion von Ausscheidungen
 Schlussdesinfektion
 Wasser– Wäsche Desinfektion

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Sprühdesinfektion

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Infektionswege
 Tröpcheninfektion
Beim Sprechen, Husten oder Niesen
geraten Krankheitskeime (Bakterien, Viren, Pilze) als schwebende
Tröpfchen in die Luft und werden beim Einatmen übertragen.
Beispiele hierfür sind z.B. Masern und Tuberkulose
 Schmierinfektion
Wird keimbeladenes Material verschmiert
(Eiter und Kot) und vom Menschen über den Mund aufgenommen,
so geraten die verschiedenen Krankheitserreger in den Körper. Dies
kann auch über die Einnahme von belasteten Nahrunsmitteln
erfolgen (z.B. Ruhr, Cholera
 Percutane Infektion
Krankheitserreger, die durch Bisse, Stiche sowie Injektion durch die
Haut übertragen werden, z.B. FSME und Borreliose

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Erreger
 Bakterien
 Viren
 Pilze
 Parasiten
 Prionen

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Bakterien
 Bakterien gibt es überall. Sie sind eine sehr vielseitige und weit verzweigte Familie.
Es gibt die kugelförmigen Bakterien, die Kokken. Ein anderer Familienzweig ist
stäbchenförmig. Das sind die Bazillen. Und wieder ein anderer, die Spiren, sind
schraubenförmig.
 Zwar gibt es, obwohl Bakterien einzellige Lebewesen sind, keine "männlichen" und
"weiblichen" Familienmitglieder, Bakterien haben aber eine wichtige Eigenschaft, die
sie grundsätzlich unterscheidet. Die einen brauchen zum Leben Sauerstoff. Das sind
die Aerobier. Man nennt sie häufig auch Enterobakterien. Die anderen sterben, wenn
sie Sauerstoff ausgesetzt sind. Das sind die Anaerobier.
 Bakterien vermehren sich durch Zellteilung. Wenn die Lebensbedingungen gut sind
sehr schnell. Einige Bakterien bilden auch Sporen. Sporen sind sehr
widerstandsfähige und in dieser Form inaktive "Familienmitglieder", die sehr lange
unter ungünstigen Lebensbedingungen überleben können, weil sie praktisch keinen
Stoffwechsel haben. Kommen dieses Sporen, z. B. über Staub, in ein günstiges
Umfeld werden sie wieder aktiv und vermehren sich. Eine Wunde ist ein idealer
Nährboden für Sporen.

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Viren
 Viren sind die kleinsten lebenden Organismen,
die es gibt. Trotzdem können sie eine Menge
Ärger verursachen. Sie sind verantwortlich für
schwerwiegende Erkrankungen wie Hepatitis
oder für eine einfache Erkältung.
 Im Bereich der Wundinfektionen spielen Viren
eine eher untergeordnete, weil seltene Rolle. Die
bekanntesten Infektionen, die im Wundbereich
durch Viren hervorgerufen werden können, sind
Tollwut und AIDS.

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Pilze

 Wundinfektionen durch Pilze kommen sehr selten vor. Eine lang


andauernde und eitrige Infektion wird allerdings durch den Strahlenpilz
verursacht. Dieser Name ist allerdings etwas irreführend, denn der
Strahlenpilz ist eigentlich ein Bakterium. Es kommt hauptsächlich im
Mundbereich vor. Er liebt im allgemeinen ein feuchtes und warmes "Klima".
Im Mund "versteckt" sich der Erreger in von Karies angegriffenen Zähnen
oder in den Mandeln. Bei Verletzungen im Gesichts kann es so zu
Infektionen kommen.
 Vorsicht bei Diabetischem Fuß.Pilzinfektionen, die auch Mykosen genannt
werden, kommen immer wieder an den Füßen vor. Bei Diabetikern, bei
denen die Gefahr eines diabetischen Fußes vorliegt, können Pilzinfektionen
schwerwiegende Folgen haben. Aus diesem Grund sollten Diabetiker ihre
Füße besonders sorgfältig und schonend pflegen und auch bei geringen
Veränderungen einen Arzt aufsuchen.

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Parasiten
 Sie beißen und stechen und verursachen so
Hauterkrankungen mit starkem Juckreiz.
Außerdem können sie Viren und Bakterien
übertragen, die zu weiteren Erkrankungen
führen können.
 Läuse
 Flöhe
 Mücken
 Zecken

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Prione
 Prionen spielen bei seltenen Krankheiten von Tieren und
Menschen eine Rolle. Dazu gehören die Traberkrankheit
bei Schafen und die Bovine Spongiforme Encephalitis
BSE beim Rind. Beim Menschen wurden bei der
Creutzfeldt-Jakob-Krankheit, die über Rinder
übertragene nvCreutzfeld-Jakob-Krankheit, der Kuru
-Erkrankung, dem Gerstmann-Sträussler-Syndrom und
der Fatal Familial Insomnia (FFI) Prionen gefunden. Da
diese veränderten Eiweiße (Prionen) all diesen
Erkrankungen zu Grunde liegen, fasst man sie
neuerdings als Prionenkrankheiten zusammen.

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Häufige Infektionskrankheiten

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Hepatitis
 Formen:
 Hepatitis A
 Hepatitis B
 Hepatitis C
 Hepatitis D

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Hepatitis A
 Was ist Hepatitis A?
 Hepatitis A ist eine Entzündung der Leber. Die
Erkrankung wird durch ein Virus, das Hepatitis A-
Virus (HAV), verursacht, das über Lebensmittel
übertragen wird, die mit Kotrückständen verunreinigt
sind. Die Infektion kommt vor allem in
Süd- und Südosteuropa, Afrika, Asien sowie Süd- un
d Mittelamerika
vor. Etwa die Hälfte aller Hepatitis-A-Fälle, die in
Deutschland auftreten, betreffen Touristen aus
südlichen Reiseländern

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Hepatitis A
Welche Symptome treten bei Hepatitis A auf?
 Der Zeitabstand zwischen der Infektion und dem Ausbruch der Erkrankung
(Inkubationszeit) beträgt zwei bis sieben Wochen. Zwei Drittel der Hepatitis-A-
Infektionen verlaufen ohne Beschwerden. Der Patient merkt also nicht, dass er sich
mit dem Virus infiziert hat, und die Erkrankung heilt von selbst aus.
 Wenn sich Beschwerden entwickeln, treten zunächst unspezifische
Erkrankungszeichen auf. Dazu zählen ein leichter Temperaturanstieg (niedriger als
38 Grad Celsius), Appetitverlust, Übelkeit, Erbrechen, Leistungsknick und
Druckschmerzen im rechten Oberbauch auf. Etwa eine Woche später verfärbt sich
die Haut gelb (Ikterus, Gelbsucht), der Urin wird dunkel und der Stuhl hell
(Lehmstuhl).
 Bei Beginn der Gelbfärbung der Haut fühlen sich die meisten Patienten bereits
besser. Diese Gelbsucht hält üblicherweise vier bis acht Wochen an. Die Hepatitis A
verläuft in der Regel als milde Erkrankung. Chronische Verläufe wie bei anderen
Arten der Hepatitis kommen nicht vor. Nur in sehr seltenen Fällen tritt akutes
Leberversagen auf.

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Hepatitis A
Wie wird die Therapie bei Hepatitis A durchgeführt?
 Es gibt keine spezielle Therapie für Hepatitis A. Die
Behandlung erfolgt symptombezogen. Eine stationäre
Behandlung ist nicht erforderlich. Im familiären Umfeld
muss man jedoch auf äußerste Hygiene achten.
 Was können Sie selbst gegen Hepatitis A tun?
 Sie sollten auf alle Genuss- und Lebensmittel verzichten,
die die Leber belasten, z.B. Alkohol und übermäßig
fettreiche Ernährung.

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Hepatitis B
 Was ist Hepatitis B?
 Hepatitis B ist eine Entzündung der Leber. Die Erkrankung wird durch
ein Virus, das Hepatitis B-Virus (HBV) verursacht, das durch
Körperflüssigkeiten (Blut oder Blutplasma, Sperma, Vaginalschleim)
übertragen wird. Das Virus ist um ein Vielfaches ansteckender als der
Erreger von AIDS, das HI-Virus. Es genügen bereits mikroskopisch
kleine Hautverletzungen, durch die der Erreger in die Blutbahn gelangt.

 Die Erkrankung kann akut (Ausheilung innerhalb von 6 Monaten, 90


Prozent) oder chronisch (keine Heilung nach 6 Monaten, zehn
Prozent) verlaufen.

 Hepatitis B ist die häufigste Virushepatitis weltweit, in Deutschland


sind etwa 0.5 Prozent der Bevölkerung infiziert.

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Hepatitis B
 Wie entsteht Hepatitis B?
 Die Ansteckung mit dem Hepatitis B-Virus geschieht über den
Kontakt mit Körperflüssigkeiten:
 Intimer, besonders sexueller körperlicher Kontakt. Hepatitis B
zählt zu den sexuell übertragbaren Krankheiten.
 Unsterile Instrumente (Nadeln, aber auch Ohrdurchstecher,
Maniküre, Akupunktur, Tätowierung) können die Erkrankung
übertragen.
 Eine infizierte schwangere Frau kann ihr Kind unter der Geburt
anstecken.
 Durch Transfusion von Blut oder Blutprodukten. Allerdings
werden heute alle Blutproben untersucht, sodass die
Infektionsgefahr sehr gering ist.

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Hepatitis B
 Klassische Risikogruppen sind:
 Menschen, die oft in Länder mit hohem Durchseuchungsgrad der
Bevölkerung reisen, sind bei engem oder intimen Kontakt
ansteckungsgefährdet. Potenzielle Gefahrenregionen sind Südostasien,
Länder südlich der Sahara und die Amazonas-Region.
 Menschen mit häufigem Partnerwechsel
 Ärzte (insbesondere Chirurgen und Zahnärzte), Krankenschwestern,
Laboranten, etc. sind ebenfalls gefährdet, da sie häufig mit infektiösen
Körperflüssigkeiten in Berührung kommen.
 Drogensüchtige
 Neugeborene, deren Mütter infiziert und ansteckend sind.
 Patienten und Mitarbeiter in Dialyse-Abteilungen. Bei den heutigen
Methoden ist das Risiko gering.
 Geistig Behinderte in Heimen und ihre Betreuer.

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Hepatitis B
 Bei der akuten Hepatitis B sind folgende Symptome
typisch:
 Die ersten Beschwerden sind Appetitlosigkeit, Abneigung gegen
bestimmte Lebensmittel, Übelkeit,
Muskel- und Gelenkschmerzen und leichtes Fieber.
 In der zweiten Krankheitsphase färben sich Haut, Schleimhäute
und Augen gelb (Gelbsucht/Ikterus). Der Stuhl entfärbt sich, und
der Urin wird dunkel.
 Danach tritt in den meisten Fällen eine Besserung ein. Die
Erkrankung dauert meist vier bis sechs Wochen an.
 Zwei Drittel aller Erwachsenen und fast alle Kleinkinder haben
Hepatitis B, ohne dass sie etwas davon bemerken.

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Hepatitis B
 Welche therapeutischen Möglichkeiten bestehen und werden
angewandt?
 Bei der akuten Hepatitis B werden nur die Beschwerden behandelt:
 Bettruhe und körperliche Schonung
 Alkoholverbot und Weglassen aller leberbelastenden Medikamente
 Bei der chronischen Hepatitis B
 kann Interferon (unter die Haut gespritzt) über mehrere Monate
verabreicht werden. In der Hälfte der Fälle führt die Behandlung zu einer
Besserung.
 Bei einigen Patienten wird Lamivudin, ein Medikament gegen das Virus
eingesetzt.
 Im Endstadium der Hepatitis B mit Leberzirrhose kann eine
Lebertransplantation durchgeführt werden.

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Hepatitis B
 Wie können Sie sich vor Hepatitis B schützen?
 Es gibt eine sehr wirksame Impfung gegen Hepatitis B. Sie gehört seit
wenigen Jahren zur Standardimpfung für alle Säuglinge und wird von
den gesetzlichen Krankenkassen gezahlt. Ältere Menschen, müssen die
Impfung selbst bezahlen. Der Impfschutz hält etwa fünf Jahre lang an.
Die Impfung empfiehlt sich besonders für die klassischen
Risikogruppen. Es gibt auch einen kombinierten Hepatitis A/Hepatitis B-
Impfstoff, der beide Impfstoffe enthält.
 Meiden Sie wechselnden Geschlechtsverkehr, benutzen Sie Kondome
beim Geschlechtsverkehr.
 Spritzen dürfen nicht von mehreren Menschen verwendet werden.
 Teilen Sie keine Rasiersachen, Zahnbürsten, Nagelscheren oder
Nagelfeilen mit infizierten Personen.

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Hepatitis C
 Was ist Hepatitis C?
 Hepatitis C ist eine Entzündung der Leber, die durch ein Virus,
das Hepatitis C-Virus (HCV) verursacht wird. Die Erkrankung
wird in erster Linie durch Blut und Blutprodukte übertragen. Eine
Übertragung durch Intimkontakte ist selten. Hepatitis C wurde
früher als Hepatitis-Non-A-Non-B bezeichnet.
 Die Erkrankung verläuft in 20 Prozent der Fälle akut, dass heißt
sie heilt spätestens nach 6 Monaten aus. In 80 Prozent der Fälle
verläuft sie chronisch.
 In Deutschland sind etwa 0,4 Prozent der Bevölkerung Träger
des Hepatitis C-Virus Die Hepatitis C ist nach Alkohol die
zweithäufigste Ursache von Leberzirrhose und Leberkrebs. Eine
Impfung gegen die Hepatitis C existiert nicht.

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Hepatitis C
 Wie entsteht Hepatitis C?
 Die Ansteckung mit dem Hepatitis-C-Virus geschieht am
häufigsten durch den Kontakt mit infiziertem Blut. Risikogruppen
sind:
 Ärzte, Krankenschwestern und Laboranten sind besonders
gefährdet, da sie mit infektiösem Blut oder Blutprodukten
tagtäglich in Kontakt kommen.  
 Drogenabhängige verwenden häufig gemeinsam Nadeln und
sind dadurch sehr gefährdet. Etwa 80 Prozent der
Drogensüchtigen, die Drogen spritzen, sind infiziert.
 Bei gut einem Drittel der Betroffenen ist der Ansteckungsweg
unklar.

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Hepatitis C
 Welche Anzeichen verspürt man bei einer Hepatitis?
 Die Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Krankheit
(Inkubationszeit) beträgt 15 Tage bis sechs Monate.
 Akute Hepatitis (20 Prozent)
 Die Erkrankung verläuft in zwei Phasen. In der ersten Phase
(Prodromalstadium) fühlen sich die Betroffenen etwas unwohl, aber im
wesentlichen gesund. Weitere uncharakteristische Symptome sind:
 Abgeschlagenheit, Muskel- und Gelenkschmerzen und leichtes Fieber
("grippale Symptome")
 Appetitlosigkeit und Abneigung gegen bestimmte Lebensmittel
 Übelkeit
 Druckschmerzen im rechten Oberbauch

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Hepatitis C
 Chronische Hepatitis (80 Prozent)
 Die chronische Hepatitis C verläuft häufig ohne Symptome oder
geht mit folgenden uncharakteristischen Beschwerden einher:
 Müdigkeit
 Gelenk- und Muskelschmerzen
 Appetitlosigkeit
 Gelegentlich ein Drücken unter dem rechten Rippenbogen.
 Ist die Leberfunktion eingeschränkt, treten Veränderungen im
Bereich der Haut und Schleimhaut (so genannte Leberhautzeichen)
auf: glatte, rote Zunge und Lippen, Gefäßspinnen, Juckreiz,
gerötete Handflächen.

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Hepatitis C
 Wie wird Hepatitis C behandelt?
 Wenn Blutuntersuchungen und Gewebeproben Hinweise auf Hepatitis C liefern,
trifft der Arzt individuell die Entscheidung, welche Therapie angewandt wird:
 Eine Möglichkeit ist Interferon-a, ein Stoff, der unter die Haut gespritzt im
Immunsystem wirkt. Er wird meist in Kombination mit Ribavirin einem Wirkstoff
gegen das Virus, als Tablette eingenommen. Diese Behandlung dauert mehrere
Monate. Bei rund der Hälfte der Behandelten zeigt diese Kombinationstherapie
Erfolg.
 Im Endstadium der Hepatitis C mit Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation
durchgeführt werden.
 Die Therapie unterstützende Maßnahmen sind:
 Körperliche Schonung und Bettruhe bei einer akuten Hepatitis C.
 Medikamente und andere Substanze, welche die Leber schädigen können, wie
zum Beispiel Alkohol, darf man nicht einnehmen.

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Hepatitis C
 Wie können Sie der Erkrankung vorbeugen?
 Spritzen dürfen nicht von mehreren Menschen
verwendet werden.  
 Teilen Sie keine Rasiersachen, Zahnbürsten ,
Nagelscheren oder Nagelfeilen mit infizierten
Personen
 Meiden Sie wechselnden Geschlechtsverkehr bzw.
benutzen Sie Kondome.

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HIV AIDS
 Was ist HIV und AIDS?
AIDS ist eine chronische, lebensbedrohliche Erkrankung, die durch
das human immunodeficiency virus (HIV) verursacht wird. Das HI-
Virus schädigt oder zerstört bestimmte Zellen der Immunabwehr.
Dadurch kann der Körper nicht mehr effektiv Bakterien, Viren oder
Pilze, die Krankheiten auslösen, bekämpfen. Deshalb wird man
empfänglicher für Infektionen, die der Körper normalerweise
problemlos bekämpfen würde und für bestimmte Krebsarten
Das Virus und die Infektion werden HIV genannt. Der Begriff AIDS
(acquired immunodeficiency syndrome = Krankheitsbild der
erworbenen Abwehrschwäche) wird für ein spätes Stadium der HIV-
Infektion benutzt.

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HIV AIDS
 Es gibt verschiedene Wege, wie man sich mit HIV
infizieren kann:
 Sexueller Kontakt
 Übertragung durch infiziertes Blut
 Übertragung durch den gemeinsamen Gebrauch von Nadeln
 Übertragung durch Verletzungen
 Übertragung Mutter auf das Kind
 Andere Übertragungsmöglichkeiten: In sehr seltenen Fällen
kann das HI-Virus durch Organtransplantation oder schlecht
desinfiziertes Operationsbesteck übertragen werden.

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HIV AIDS
 Welche Symptome treten bei HIV und AIDS auf?
Die Symptome von HIV und AIDS variieren und hängen vom Stadium der Erkrankung ab. 1987 hat das Centers
for Disease Control and Prevention (CDC) in Amerika vier verschiednen Stadien definiert.
Stadium I: akute HIV-Krankheit. Die Erstinfektion mit HIV kann symptomfrei verlaufen. Bei etwa zehn bis 20
Prozent treten aber sechs Tage bis sechs Wochen nach der Infektion grippe-ähnliche Beschwerden wie Fieber,
Kopfschmerzen, Halsschmerzen, geschwollene Lymphknoten und Ausschlag auf. Auch wenn keine Symptome
auftreten, kann der Infizierte das HI-Virus an andere weitergeben. Zu diesem Zeitpunkt ist der HIV-Test noch
negativ. Erst ein bis drei Monate nach der Infektion lassen sich Antikörper im Blut nachweisen.
Stadium II: asymptomatische Infektion (Latenzphase). Häufig folgt jetzt eine symptomfreie Phase, die etwa acht
bis neun Jahre dauert. Trotzdem vermehrt sich das Virus in dieser Zeit weiter und zerstört die Immunzellen. Test
zeigen eine deutliche Abnahme dieser Immunzellen im Blut.
Stadium III: Lymphknotensyndrom. Etwa 40 Prozent der Infizierten leiden in dieser Zeit unter
Lymphknotenschwellungen.
Stadium IV: HIV-assoziierte Erkrankungen. Dieses Stadium entwickelt sich etwa zehn Jahre nach der Infektion
und wird in verschiedene Unterstadien eingeteilt. Hat ein Patient eine der folgende Symptome spricht der Arzt
vom AIDS-Related-Complex.

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SARS

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SARS
 Erreger:
 Es handelt sich nach allen vorliegenden
Erkenntnissen um eine Erkrankung durch einen
modifizierten (mutierten) Erreger aus der Gruppe der
Corona-Viren.
 Krankheitsbild:
 Etwa 2 bis 10 Tage nach der Infektion Auftreten von
Fieber (meist über 38 ° C), von Allgemeinsymptomen
wie Kopfschmerzen, Gliederschmerzen etc. und von
Atemwegssymptomen wie z. B.
Husten/Atemnot/Kurzatmigkeit

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SARS
 Übertragungsweg
 Nach dem bisherigen Kenntnisstand ist davon auszugehen,
dass der hauptsächliche Übertragungsweg in Form einer
Tröpfcheninfektion (durch Speicheltröpfchen) bei engem Kontakt
mit ansteckungsfähigen Personen besteht. Für möglich werden
auch Schmierinfektionen gehalten, da Corona-Viren auch über
den Magen-Darm-Trakt ausgeschieden werden können. Eine
Übertragung durch Hautkontakt (insbesondere beim
Händeschütteln) erscheint somit ebenfalls möglich.
Darüber hinaus werden auch andere Übertragungswege
diskutiert:
Übertragung durch Wasser/Abwasser, Insekten/Ungeziefer,
nicht korrekt instand gehaltene und gewartete Klimaanlagen.

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SARS
 Allgemeine Hinweise zum Verhalten in SARS-gefährdeten Regionen
 Einhaltung der allgemeinen Hygiene-Regeln.
 Nur hygienisch einwandfreies Trinkwasser verwenden, im Zweifelsfall kein
Leitungswasser trinken; regelmäßiges Händewaschen, insbesondere nach
Benutzung von Sanitäranlagen.
 Direkten bzw. engen Kontakt mit Gesprächspartnern nach Möglichkeit
vermeiden. Abstand bei Gesprächen halten, Hautberührung (Händeschütteln!)
nach Möglichkeit vermeiden. 
 Nach jedem direkten Hautkontakt mit Personen in Gebieten mit SARS-Fällen
Händewaschen!
 Bei direktem Kontakt mit Personen in Gebieten mit SARS-Infektionen
gegebenenfalls Tragen einer Atemschutzmaske, um Tröpfen-Infektionen zu
vermeiden.
Geeignet sind z. B.: chirurgische Schutzmasken wie bei Operationen; Masken
wie bei Verwendung in Reinlufträumen; partikelfiltrierende
Atemschutzhalbmasken der Schutzstufe FFP3.

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MRSA
 MRSA ORSA?
 Bakterien der Art Staphylococcus aureus können bei Mensch und Tier
als Bestandteil der Hautflora vorkommen. Beim Menschen sind meist
die vordere  Nase und die Leistenregion besiedelt.
 Staphylokokken sind im Vergleich zu anderen Bakterienarten
unempfindlich gegen Austrocknung und können auf trockenen
Oberflächen/Gegenständen lange überleben.
 Bei Eindringen in normalerweise keimfreie Teile des Körpers kann
Staphylococcus aureus Infektionen verursachen. Neben den eher
harmlosen Furunkeln können schwere Wundinfektionen, Pneumonien
und Sepsisfälle durch  diese Bakterien hervorgerufen werden.
 Staphylococcus aureus ist einer der wichtigsten Erreger nosokomialer
(= im Krankenhaus erworbener) Infektionen.

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MRSA
 Die Übertragung erfolgt vor allem über die Hände!
 Ein Multi-Resistenter-Staphylococcus-Aureus (ursprünglich Methicillin-
resistenter...; benannt nach einem heute nicht mehr verwendeten
Antibiotikum, bei   dem die Resistenz in den 60er Jahren zuerst
beobachtet wurde) ist in seinen biologischen Eigenschaften von den
antibiotikaempfindlichen Staphylococcus aureus - Stämmen nicht zu
unterscheiden.
 MRSA-Stämme produzieren ein verändertes Penicillinbindeprotein.
Damit werden sie resistent gegenüber allen Beta-Lactam-Antibiotika
(Penicilline, Cephalosporine   und Carbapeneme). Diese resistenten
Bakterienstämme führen aber nicht häufiger zu Infektionen als ihre
antibiotikasensiblen Verwandten.
 Eine Infektion mit einem MRSA ist aber wesentlich schwieriger zu
behandeln.
 Daher muss versucht werden, die Ausbreitung von MRSA besonders im
Krankenhaus zu verhindern.

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MRSA
 Schutzmaßnahmen!
 Folgende Maßnahmen müssen bei Nachweis von MRSA immer durchgeführt
werden:
 Einzelzimmerunterbringung des Patienten (Isolation).
 Sorgfältige Händehygiene . Händedesinfektion nach jedem Patientenkontakt und
nach Ablegen von Handschuhen und Kittel !
 Tragen von Schutzhandschuhen und eines Schutzkittels.
 Tragen einer OP-Gesichtsmaske (verhindert die Besiedelung der eigenen Nase
mit MRSA).
 Diagnostik/Operation immer am Programmende. Flächendesinfektion
erforderlich.
 Bei Verlegungen/Konsiluntersuchungen sollte der Patient begleitet werden. Die
besuchte Abteilung ist vorab zu informieren.
 Bei Verlegungen/Entlassungen muss immer sowohl der Krankentransport als
auch das Aufnahmekrankenhaus (Altenheim; Hausarzt) informiert werden.
 Die Isolation kann beendet werden, wenn die entsprechenden Voraussetzungen
gegeben sind.

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TBC
 Was ist TBC (Tuberculose)?
 Bei der Tuberkulose handelt es sich um eine
weltweit verbreitete bakterielle Infektionskrankheit.
Sie wird verursacht durch das Bakterium
Mycobacterium tuberculosis. Die Tuberkulose neigt
dazu, chronisch zu verlaufen. Die häufigste Form der
Erkrankung ist die Lungentuberkulose. Sie kann
jedoch im allgemeinen alle Organe befallen, auch die
Haut.

51
TBC

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TBC
 Was ist TBC (Tuberculose)?
 Im Normalfall wird Tuberkulose als sogenannte Tröpfchen-
Infektion, d.h. über die Luft, übertragen. Obwohl die Tuberkulose
auch in den Industrieländern auftritt, ist sie eine typische
Erkrankung ärmerer Länder. In diesen Ländern besteht aufgrund
mangelnder Hygiene und hoher Bevölkerungsdichte eine hohe
Ansteckungsgefahr. Aus diesem Grunde sollte man nach
Urlaubsreisen in solche Länder bei Auftreten von
Krankheitszeichen auch an Tuberkulose denken. In Europa tritt
die Krankheit von selbst selten auf; durch Vermehrung von
gegen die Behandlung resistenten Stämmen wird sie jedoch in
den letzten Jahren wieder häufiger angetroffen. Tuberkulose ist
eine meldepflichtige Krankheit.

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TBC
 Symptome
 Die Primärtuberkulose ist eine Infektion, die direkt nach einer Infektion mit den
Tuberkulosebakterien entsteht. Sie ist eher symptomarm. Die
Krankheitssymptome sind eher unspezifisch, u.a.
 Fieber,
 Krankheitsgefühl,
 Ermüdbarkeit und
 Appetitlosigkeit.
 Meistens setzt sich die Erkrankung in Lunge fest.Die Erkrankung setzt sich in 90
Prozent der Fälle in der Lunge fest. Die Entwicklung einer Hauttuberkulose ist bei
der Primärtuberkulose selten. Die Symptome dauern 3-4 Wochen an. Bei
Betroffenen mit einem schwachen Immunsystem kann sich die
Primärtuberkulose weiterentwickeln. Meistens streut dann die Krankheit aus
bestehenden Herden in der Lunge aus. Die Bakterien werden im ganzen Körper
verteilt, so daß es auch zum Festsetzen der Erreger in der Haut kommen kann.

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Desinfektion/Eigen-Schutz
 Am wichtigsten ist die Vorsorge!
 Bei allen hier aufgeführten Erkrankungen ist eine Einhaltung der
vorgegeben Hygienerichtlinien des RKI das wichtigste!
 Eine Keimverschleppung durch eine richtige Händedesinfektion
nach einem Patientenkontakt, eine Desinfektion von
Arbeitsflächen, Liegen, Tragevorrichtungen etc. kann nur dann
auch wirksam sein, wenn sie durchgeführt wird!
 Hierbei geht es schließlich nicht nur um den Eigenschutz
sondern auch um Schutz des nächsten Patienten vor
irgendwelchen Erregern!

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Impfungen
 Wie funktioniert eine Impfung?
 Auf jeder Zelle eines Lebewesens sitzen einzigartige und unverwechselbare Merkmale, die
aus Eiweißmolekülen bestehen: die so genannten Antigene. Dies ist bei Menschen so, aber
auch bei Bakterien; sogar Viren, die sehr klein sind und noch nicht einmal aus Zellen
bestehen, haben solche Eiweißstrukturen auf ihren Oberflächen. Unser Immunsystem lernt
sehr früh, die eigenen Merkmale zu erkennen und zu tolerieren; aber gegen sämtliche
fremde Antigene (Merkmale) geht es vor.
 Zum einen produziert es bei einer Infektion große Mengen von Antikörpern, die ganz
spezifisch gegen die als fremd erkannten Antigene des Eindringlings - zum Beispiel eines
Bakteriums - gerichtet sind, und ihn letztlich vernichten und aus den Körper eliminieren
können. Bis diese Produktion richtig anläuft, vergehen aber einige Tage; und dies kann bei
sehr bösartigen Erregern zu lange sein.
 Zum anderen aber bildet es nach einem ersten Kontakt sogenannte Gedächtniszellen. Bei
einem erneuten Kontakt mit dem selben Erreger sind diese in der Lage, nunmehr
blitzschnell die Produktion von Antikörpern "aus dem Stand heraus" in Gang zu setzen, da
die notwendigen Informationen bereits vorhanden sind. Bevor der Erreger überhaupt
anfangen kann, sich richtig zu vermehren, sieht er sich bereits einer gewaltigen Übermacht
von Antikörpern gegenüber, die absolut spezifisch gegen ihn gerichtet sind. Eine Krankheit
kommt daher oft gar nicht erst zu Stande, und in aller Regel bemerkt der Mensch nichts von
dem Vorgang.

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Impfungen
 Die passive Schutzimpfung
 Bei der passiven Immunisierung führt man den Organismus
geeignete Konzentrate von Antikörpern von außen zu (in der
Regel durch Injektion). Es dadurch für eine gewisse Zeit ähnlich
geschützt, als ob er die Antikörper selber gebildet hätte. Der
Schutz hält aber nur eine Weile, da die Antikörper abgebaut
werden; auch ist er nur einmalig, da es natürlich keine
Gedächtniszellen gibt. Man macht dies bei immungeschwächten
Personen, in bedrohlichen Krankheitssituationen, oder auch zur
Prophylaxe, z. B. gegen Hepatitis A oder bei Fernreisen .

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Impfungen
 Die aktive Schutzimpfung
 Da diese Form der Impfung den Organismus zur aktiven, eigenständigen Abwehr
befähigt, nennt man sie die aktive Schutzimpfung (im Gegensatz zur passiven
Schutzimpfung, bei der den Organismus der Schutz nur "geliehen" wird). Die
Kunst besteht nun darin, diesen Kontakt mit dem Immunsystem so zu gestalten,
dass der Mensch nicht tatsächlich erkrankt oder sonst einen Schaden erleidet.
Hierzu musste man bei der Impfstoffentwicklung verschiedene Wege gehen, und
verwendet Lebendimpfstoffe und Totimpfstoffe.
 Lebendimpfstoffe enthalten vermehrungsfähige Erreger, die man aber durch
verschiedene Verfahren abgeschwächt hat (Attenuierung). Ihr großer Vorteil ist,
dass sie eine echte Krankheit sozusagen im Kleinen durchspielen, und daher oft
eine gute und langanhaltende Immunität erzeugen. Ihr Nachteil ist, dass es in
sehr seltenen Fällen zu ernsthaften und sogar schwerwiegenden
Nebenwirkungen und Krankheitserscheinungen kommen kann.
 Beispiele für Lebendimpfstoffe sind Mumps, Masern, Röteln und Gelbfieber; und
auch die BCG-Impfung (Tuberkulose).

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Danke für Eure Aufmerksamkeit!

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