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V E R S A N D P O S T A B O N N E M E N T

A R T . 2 , K O M M A 2 0 / C ,

VERSAND POSTABONNEMENT ART.


G E S E T Z 6 6 2 / 9 6 , B O Z E N –
E R S C H E I N T

Abschied nehmen
Z W E I M O N A T L I C H

2, KOMMA 20/C, GESETZ 662/96,


BOZEN – ERSCHEINT
ZWEIMONATLICH
In stillem Gedenken
Katholischer Südtiroler Lehrerbund
Schlernstr. 1
Waltherhaus – 3. Stock Am 28. August 2010, es war ihr Namenstag, wurde Adelinde Sulzenbacher im
39100 BOZEN Beisein einer großen Trauergemeinde in Welsberg zu Grabe
Telefon: 0471/978293 getragen. Auffallend viele Lehrerinnen und Lehrer, Direktorin-
Fax: 0471/978170 nen und Direktoren und auch der Alt-Schulamtsleiter Dr. Da-
E-Mail: ksl@asm-ksl.it
www.asm-ksl.it vid Kofler waren gekommen, um der ehemaligen Direktorin
des Grundschulsprengels Welsberg die letzte Ehre zu erwei-
sen.
Es ist keine leere Floskel, wenn man behauptet, die Frau
Direktor Sulzenbacher war seinerzeit eine bekannte Größe in
Große Betroffenheit in der Puste- der Pusterer Schulwelt und sie ist es wohl bis zuletzt geblie-
rer Schulwelt löste der tragische Unfall- ben – die große Präsenz von Schulleuten bei der Beerdigung
tod des jungen Kollegen und KSL - Mitglieds hat es eindrucksvoll gezeigt.
Markus Oberhofer aus Nasen Am 18. Dezember 1935 wurde Adelinde Pattis in Welsberg geboren und sie ist dort
(Gemeinde Percha) auch aufgewachsen. Nach der Pflichtschule besuchte sie die Lehrerbildungsanstalt in
aus. Wie jedes Jahr Meran und nahm nach der Matura, erst 17-jährig, als jüngste Lehrerin Südtirols ihren
half Markus auch in Dienst in der Grundschule Winnebach auf. Dort lernte sie den Schulleiter Josef Sulzen-
den heurigen Som- bacher kennen und lieben. Die Ehe der beiden wurde mit vier Kindern gesegnet. Wäh-
merferien am elterli- rend Josef Sulzenbacher in die Mittelschule wechselte und in Welsberg Direktor wurde,
chen Hof bei ver- übernahm seine Frau Adelinde später die Agenden der dortigen Grundschuldirektion.
schiedenen Arbeiten Mit ganzer Kraft und Energie setzte sie sich für die Schule ein und sie forderte dies
mit. Gemeinsam mit auch von den Lehrerinnen und Lehrern. Fachwissen allein genügte ihr nicht, sie ver-
seinem Vater war er langte auch Wert-Haltungen. Darin konnte sie mitunter auch streng und unerbittlich
am 11. August mit sein. Doch die Schule und die Schüler waren ihr zu wertvoll, als dass sie in diesem
dem Transport von Punkt hätte nachgiebig sein können. Besonders die „Junglehrer“ hatten in dieser Hin-
Brennholz beschäftigt, als es mit dem Trak- sicht ihre Lektion zu lernen. Aber die Frau Direktor schaute auch auf sie, nahm sie an
tor zum Unglück kam, das ihm das Leben die Hand, begleitete sie mit Fachkenntnis und Umsicht über die Hürden der ersten
kostete. Es hatte nur 34 Jahre gedauert. Unterrichtsjahre und stärkte sie somit für die weitere Laufbahn.
Wie beliebt Markus Oberhofer an den ver- Außerhalb des Schulalltags war Frau Sulzenbacher in vielen Bereichen aktiv. Vielseiti-
schiedenen Schulen, in denen er in seiner ges Interesse und und ihr Wissenseifer waren der Antrieb, sich in der Heimat- Natur-
kurz bemessenen Zeit unterrichtet hatte, und Kulturpflege im Dorf und darüber hinaus zu engagieren. Kraft und Energie holte sie
war, zeigte sich in der überaus zahlreichen sich immer wieder bei ausgedehnten Bildungsreisen, die sie mit ihrem Mann Josef und
Teilnahme an der Beerdigung. Percha wird hin und wieder auch mit dem KSL unternahm. Zudem war sie ein überaus fröhlicher
wohl kaum jemals eine derart große Trauer- und geselliger Mensch, der gerne lachte, gerne sang, gerne tanzte. Bei den Feiern im
gemeinde erlebt haben. Schüler, Kollegen Kollegenkreis war sie nicht mehr die Frau Direktor, sondern einfach die Linde, wie sie
und Freunde gestalteten den Trauergottes- üblicherweise gerufen wurde.
dienst mit und aus den verschiedenen Tex- Ein Schlaganfall vor etwa vier Jahren nahm ihr jedoch, was sie besonders kennzeich-
ten und Liedern ging eindrucksvoll hervor, nete, die Beweglichkeit und die Sprache. Aber ihre einzigartige positive Ausstrahlung
dass Markus Oberhofer ein sehr einfühlsa- blieb ihr erhalten und sie hielt trotz ihrer starken Beeinträchtigungen Verbindung zum
mer Lehrer von einem ausgeprägten sanften Leben, bis sie sich am 25. August friedlich von dieser Welt verabschiedete. Allen, die
Wesen war. Als solcher wird er im Herzen sie gekannt haben, wird die Linde als liebenswerter Mensch und als eine starke Per-
Vieler weiterleben. sönlichkeit in Erinnerung bleiben.

Paul Peter Niederwolfsgruber

Impressum

ksl-aktuell
Mitteilungsblatt des Katholischen Südtiroler Lehrerbundes

Eigentümer und Herausgeber:


Katholischer Südtiroler Lehrerbund
Schlernstr. 1, 39100 Bozen
Tel.: 0471/978293 Fax: 0471/978170 E-Mail: ksl@asm-ksl.it
Eingetragen beim Landesgericht Bozen unter der Nr. 22/48 vom 30.12.1948

Presserechtlich verantwortlich: Luis Mahlknecht, St. Ulrich


Erscheint zweimonatlich
Die Bundesleitung informiert

INHALT

Der Vorsitzenden das Wort 1


Vorankündigung für alle KSL-Bezirksvertreter/innen:
Die Bundesleitung infor- 2-5
miert
Informationen 6-8
KSL-Bundesausschusssitzung
Termine zum Vormerken 9 in Bozen, Waltherhaus, Sparkassensaal
am Freitag, 19. November um 15.00 Uhr
19. Naturschutzwoche im 10-11
Rückblick
Seminare im Rückblick 12-15

Reisen im Rückblick 16

Pensionistenfeiern 17-18 • Neuwahl der KSL-Bundesleitung

Abschied nehmen 19-20 • Vorstellen und Beschluss des KSL-Jahresprogrammes 2011:


Fortbildung, Fahrten, Pensionistenangebote

• Dank an scheidende Bezirksobleute und Mitarbeiter, Vorstellung der


neuen KSL-Bezirksvertreter/innen

• Gemeinsame Begegnung am Buffet im Foyer des Waltherhauses

Kandidatenvorschläge für die Wahl der KSL-Bundesleitung können bis


31. Oktober 2010 eingereicht werden.

Einladung
Im von Bischof Karl Golser ausgerufenen Josef-Mayr-Nusser-Jahr 2010 lädt
das Katholische Forum der Diözese Bozen-Brixen zu einer Meditations-
und Diskussionsveranstaltung herzlich ein.

Josef Mayr-Nusser: Gegen den Strom…


am Freitag, den 1. Oktober 2010 in Bozen

Die Geschäftsstelle des KSL 19.00 Uhr: „Gegen den Strom“ – eine Meditation zu Josef Mayr-Nusser in der St. Johann-Kirche
hat folgende Öffnungszeiten: in Bozen, vorbereitet von Südtirols Katholischer Jugend
Montag bis Freitag
immer vormittags 20.00 Uhr: „Josef Mayr-Nusser: Gegen den Strom“ – eine Podiumsdiskussion im Großen Saal
von 8.30 bis 12.00 Uhr des Pastoralzentrums in Bozen.
Am Podium diskutieren Historiker, Vertreter der Kirche, der Jugend und der Medien.
Dienstag und Donnerstag Ehrengäste: Dr. Albert Mayr, Sohn von Josef Mayr-Nusser
nachmittags Dr. Josef Innerhofer, Postulator im Seligsprechungsprozess für Josef Mayr-Nusser
von 14.30 bis 16.30 Uhr
Moderator: Herbert Denicolò

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Rückblicke

Eintritt in den Ruhestand

Pensionistenfeier am 20. Mai 2010 in Bozen ter in seinem gelungenen Beitrag ein. Wie
freudige Neugier die Arbeit mit den Kin-
res und Sachliches, wie bei solchen Anläs- dern zu etwas Besonderem machte, so
Erfreulich viele Kolleginnen und Kollegen im
sen üblich, einander abwechselten. sei der Eintritt in diesen neuen Lebensab-
Dienst und im Ruhestand haben der Einla-
In der Ehrung, die sie in ein Dalli-Klick- schnitt geprägt von froher Erwartung der
dung des KSL-Bezirks Bozen Folge geleistet
Ratespiel fasste, beschrieb Frau Dir. Ange- sich neu bietenden Möglichkeiten.
und fanden sich an einem Maiabend in ei-
lika Kollmann die Berufslaufbahn der Einzel- In bewährter Weise rundeten die KSL-
nem Bozner Traditionsgasthaus ein. Über-
nen, ihre besonderen Fähigkeiten und Vertreterinnen diese harmonische Feier
rascht und freudig begrüßten sich die Einge-
Schwerpunkte. ab: Durch den Vortrag der „Geschichte
troffenen bei einem Aperitif im internen Gar-
Die Präsente, die den Ruheständlerinnen im vom Bleistift“ von P. Coelho erinnerten sie
ten und in guter Laune begab man sich in
Namen des KSL von Kolleginnen überreicht daran, dass jeder Mensch durch sein Wir-
den festlich geschmückten Speisesaal.
wurden, waren bescheiden aber mit Be- ken Spuren hinterlässt, ganz besonders
Nun begrüßte die KSL-Vertreterin Waldtraud
dacht ausgewählt. aber Lehrer, und sie wünschten den Ge-
Pörnbacher Schulamtsleiter Peter Höllrigl,
Es folgte die Schulhymne - zum 100- ehrten, dass sie weiterhin aktiv bleiben
Frau Dir. Marianne Steinhauser, Herrn Dir.
jährigen Bestehen der Goetheschule mitver- mögen und wiesen auch auf die vielfälti-
Ferdinand Wiedenhofer, Frau Dir. Angelika
fasst von Frau Gertrud Rottensteiner und zu gen Angebote des KSL für Pensionistinnen
Kollmann, die KSL- Vorsitzende Sonja Klotz
diesem Anlass auf sie, ihre Leistungen und und Pensionisten hin.
Spornberger, die Pensionistenverteterin Her-
Vorzüge umgemünzt und gekonnt von den
linde Reitsamer Lorenzini, alle Kolleginnen Inge Weiss
Aktiven vorgetragen. Die Darbietung löste
und Kollegen und besonders herzlich die vier
allgemeine Heiterkeit bei den Festgästen
Damen, denen dieser Abend gewidmet war:
und freudige Überraschung bei der Betroffe-
Gertrud Reichl Rottensteiner, Margareth
nen aus.
Prieth Schieder, Annalisa Dorigatti und
Im nachfolgenden Sketch drückten drei
Antonietta Bonsi. Sie richtete Grüße von
Kolleginnen ihre Erwartungen vom Pensio-
Abwesenden aus und bedankte sich bei all
nistendasein in verlockenden Bildern aus
jenen, die zum guten Gelingen der Feier
und es war - zur Belustigung aller - klar,
beigetragen haben.
dass sie selbst als Pensionistinnen in spe
Das vorzügliche Abendessen leitete über
ihren Vorbildern nachfolgen würden.
zum offiziellen Teil, in dessen Verlauf Heite-
Auf diese Vorfreude ging der Schulamtslei- Von links: Margareth Prieth, Antonietta
Bonsi, Annalisa Dorigatti, Gertrud Reichl

In den wohlverdienten Ruhestand gesungen


Zum Schulschluss organisierten die Lehrpersonen
der Grundschule Gries in Zusammenarbeit mit der
KSL Bezirksobfrau Karin Schweigkofler im Juni
einen Grillabend und stimmten fröhlich und be-
schwingt in die anstehenden Sommerferien ein.
Im Rahmen der Feierlichkeiten wurde einer Lehr-
person ein ganz besonderer Platz eingeräumt.
Gabriele Pattis Mair war jahrelang als Religions-
lehrerin an der Schule in Gries tätig und wurde von
Kolleginnen, Schülern, Eltern sowie dem Herrn
Direktor Dr. Christian Gallmetzer als pflichtbe-
wusste und engagierte Person geschätzt.
Überraschend für die angehende Pensionistin
waren neben den netten und warmherzigen Wor-
ten des Herrn Direktors und der Kollegin Sonia
Spornberger. Besonders angetan zeigte sich die
Geehrte von den Dankesworten ihrer Kolleginnen
Ein besonderes Dankeschön gebührt ebenso der
in Liedform . Die auf sie abgestimmten Reime
Gastgeberin Sonia Spornberger und ihrem Mann
erklangen zu bekannten Melodien der Lieder, die
Hans, die die Lehrpersonen den ganzen Abend
Gabi immer in die Schülergottesdienste einbaute.
verwöhnten. Ebenso soll dem KSL gedankt werden,
Ein Fahrtengutschein und ein Ahornbaum als Ge-
der Pensionistenfeiern langjähriger Mitglieder groß-
schenk sollen die Religionslehrerin an die Schule
in Gries und an ihre Arbeitskolleginnen erinnern, zügig unterstützt.
die sich hier nochmals in aller Form für ihre Tätig- Sabine Ruepp
keit bedanken und ihr alles Glück für ihren neuen
Lebensabschnitt wünschen.

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Die Bundesleitung informiert

Ein fortführender Austausch


mit Vertretern aus allen Be-
reichen der Gesellschaft wä-
re sehr spannend, insbeson-
ders eine weiterführende
Wertediskussion in Schule
und Erziehung.
Helga Pircher

neuen Lebensbedingungen an. seines Wertefundaments bewusst.


Institutionen, wie Kirche, Parteien Die Menschen entwickeln neue
und Gewerkschaften verlieren zu- Empfindsamkeiten und Werte. Durch
nehmend an Glaubwürdigkeit. Nie- die Medien entstehe eine Art „Eine
mand kann mehr Werte vorgeben, Welt- Bewusstsein“. Menschen zei-
konstatiert Peter Frey. Die Regio- gen sich solidarisch, helfen und
nalität löst sich auf, die Welt rückt spenden für Notleidende in anderen
durch die Digitalisierung der Me- Teilen der Welt, als wären sie ihre
dien näher zusammen. Was in ei- Nachbarn. Familienstrukturen ha-
nem bestimmten Kulturraum galt, ben sich gewandelt, neue familien-
geht durch die Globalisierung zu- ähnliche Netzwerke sind entstan-
nehmend verloren. Die Auflösung den. Toleranz, Respekt, mehr per-
der Gewissheiten löst Ängste aus. sönliche Freiheit und weniger äuße-
Man sucht Sündenböcke, oft ist es re Zwänge kennzeichnen die mo-
das/der Fremde. Der Druck auf dernen Beziehungen. Die Emanzi-
den Einzelnen steigt, er muss sei- pation der Frau und die damit ver-
ne Identität, seine Werte selbst bundene neue Rolle des Mannes in
Annette Schavan, deutsche Bundesmi-
finden. Pessimismus ist jedoch fehl der Familie sowie ein neues Be- nisterin für Bildung und Forschung rich-
am Platze, meint Peter Frey. Regi- wusstsein für Ökologie und Denk- tete Grußworte an die Versammlung in
onale Identitäten sowie Heimatbe- malschutz sind nach Peter Frey wei- Brixen, ebenso die LR für Schule und
wusstsein gewinnen langsam wie- tere neue Werte in einer sich rasch Kultur Sabina Kasslatter Mur.
der an Wert, man wird sich wieder wandelnden Gesellschaft.
Fotos: Leonhard Angerer

Sparpaket der Regierung:


Am 29. Juli wurde das sogenannte ken, welche darin besteht, die in bereichsübergreifenden Kollek-
„Sparpaket“ der Regierung definitiv den letzten Jahren im Schulbe- tivvertrag des Landes abhän-
in ein Gesetz umgewandelt. Für reich eingesparten Gelder nun - gig. Sobald der BüKV unter
das Lehrpersonal enthält dieses entgegen der ursprünglichen Dach und Fach ist, werden wir
Gesetz drei einschneidende Maß- Vorhaben- für die Gehaltsvorrü- mit den Verhandlungen begin-
nahmen: ckungen zu verwenden. Die ge- nen.
a) keine Gehaltsvorrückungen auf- nauen Details dazu sollen dem- c) Mit 01.01.2012 wird des Renten-
grund des Dienstalters für 3 Jah- nächst mit Dekret erlassen wer- eintrittsalter für Frauen auf 65
re, den. Wie damit dann im heiligen Jahre angehoben. Nichts geän-
b) keine Vertragsverhandlungen für Land Tirol umgegangen wird, dert hat sich bezüglich der Pen-
2011, 2012 und 2013, bleibt abzuwarten und zu ver- sion aufgrund des erreichten
c) ab 01.01.2012 wird die handeln. Dienstalters: es gelten weiterhin
„Alterspension“ für Frauen auf b) Was die Vertragsverhandlungen die 40 Dienst-
65 Jahre angehoben. betrifft, so ist bei uns das wirt- jahre und die
schaftliche Biennium 2009/2010 geltenden
a) Was die Gehaltsvorrückung für noch zu verhandeln. Die ge- Bestimmun-
das Dienstalter betrifft, ist es den samtstaatliche Blockade wird gen!
Gewerkschaften gelungen mit erst mit 2011 wirksam. Aller-
Hubert Kainz, Ge-
den Ministern Tremonti und Gel- dings sind wir mit unserem werkschafter
mini eine Vereinbarung zu erwir- Schulvertrag zusätzlich vom SGB CISL

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Rückblicke

Reisen im Rückblick

Ein Reisebericht im Zeitraffer: In Cardiff, der Hauptstadt von Wales, ver-


Kathedralen, Paläste und Gärten in Wales und Südengland führten uns die mondänen Einkaufspassa-
gen zu ausgiebigem „Shoppen“.
Auf dem Weg nach London sahen wir noch
Unser erster Halt galt einer der meistbe- Bath und dann den rätselhaften Steinkreis
suchten Städte Englands, Stratford-upon- Stonehenge, abschließend folgte Win-
Avon. Das Genie William Shakespeare hat chester, Standort einer prachtvollen Ka-
seinen Geburtsort zu einer Pilgerstätte ge- thedrale und durch „König Artus` Tafelrun-
macht. de“ mit dem mittelalterlichen Mythos verbun-
Der walisische Abend im Schloß von Ruthin den.
stimmte uns dann mit Musik, Gesang und Bereichernd fanden wir, dass man uns nicht
reichlichem Essen auf unsere nächsten nur die architektonischen Sehenswürdigkei-
Reiseziele ein. Zunächst ging es nach Nord- ten zeigte, sondern auch den Alltag von
england, wo uns Chester mit dem geschäfti- Arbeitern in einem ehemaligen Kohleberg-
gen Treiben in seinen Fachwerkarkaden und werk und die Arbeitsgänge bei der Verarbei-
20 Teilnehmer hatten sich von diesen Rei- der intakten Stadtmauer begeisterte. tung von Schiefer und Schafwolle, war die
sezielen angesprochen gefühlt und vertrau- Ein Anziehungspunkt für Touristen aus aller Förderung bzw. Verarbeitung dieser Roh-
ten sich vom 29. Juli bis 5. August dem Welt ist auch das walisische Caernarfon, stoffe doch bis vor kurzem noch die Lebens-
Tourleader Luis Mahlknecht an. Weit über wo Edward I. 1283 eine einzigartige Pracht- grundlage eines großen Teils der Waliser
1500 km legten wir im Laufe der Reise zu- burg bauen ließ, in der Prinz Charles 1969 Bevölkerung.
rück und lernten ein Land kennen, eine von seiner Mutter zum „Prince of Wales“
Landschaft lieben, die unseren Blick im gekrönt wurde. Christine Gamper
wahrsten Sinne des Wortes weitete: Endlo- Einer der vielen Gärten Großbritanniens
se Flächen in Grüntönen – von weidenden durfte natürlich nicht fehlen – es war der
Schafen weiß gesprenkelt – glitten an uns großzügig angelegte Bodnant Garden.
vorüber. Weitere Stationen unserer Reise waren der
Unsere Reiseführerin Margaret führte uns Nationalpark Snowdonia mit seinen „hohen“
die Schönheiten dieses Landes vor Augen, Bergen, das Städtchen Portmeirion und St.
besonders ihrer Heimat Wales, wo noch David`s, mit 1600 Einwohnern die kleinste
eine keltische Sprache gesprochen wird, Stadt Großbritanniens, aber mit einer wun-
blendete aber auch die sozialen und politi- dervollen Kathedrale aus dem 12. Jahrhun-
schen Probleme nicht aus. dert.

Am Ortler unterwegs: Berggedanken, Gedichte, Eindrücke


Eine Gruppe von 14 Personen: Lehrpersonen mit Partner/innen und Martin, ein freundlicher Junge
mit 9 Jahren waren vom 2. – 5. Juli bei strahlendem Wetter am Ortler unterwegs. Der Berg eröffnete
seine Vielfalt: Blumen, Steine, Sagen, Geschichten und Begegnungen.
Auf dem Heimweg wurde uns bewusst, dass wir den Alltag vergessen haben und in eine andere
Welt eingetaucht sind. Persönliche Eindrücke der Teilnehmerinnen spiegeln einige Erlebnisse wider.
Heinrich Moriggl

Unterwegs sein im Gebirge Ein Stein


ermöglicht mir, mich bewusst zu entschleunigen, einer unter vielen
indem ich einen Fuß nach dem anderen setze, auf den weiten Geröllhalden
mich zurück nehme, mich klein mache, des "Kini",
um meine Seele für das Große, das Unerwartete, das Unverfälschte, gebettet in Schnee,
das die Natur bereit hält, zu öffnen. getragen vom Gletscherstrom,
Nur die Natur selbst draußen unter freiem Himmel lehrt mich, zermalmt und zerstoßen,
Zusammenhänge zu verstehen, den Ursprung der Dinge zu entschlüsseln, geschliffen und gerollt,
das Komplizierte zu entflechten, das Einfache zu schätzen, von mächtigen Gewalten,
das Wahre zu erkennen. gewärmt von der Sonne,
Sie führt mich wieder zu mir selbst und bringt mich ins Lot. fand den Weg in meine Hosentasche.
Wanderungen wie diese sind für mich ein Segen, Nun wärmt er mein Herz
ein Geschenk, ein Bedürfnis, mit tausend Erinnerungen:
eine Notwendigkeit, eine Auszeit, eine Kraftquelle, Danke!
aus der ich schöpfen kann, wenn mich Arbeit und Pflicht wieder eingeholt
haben. Margareth
Sieglinde
Fotos: Heinrich Moriggl

Seite 16
Informationen

ENAM — vor 63 Jahren gegründet, in diesen sechs Jahrzehnten viel Hilfe geleistet und im
Sommer 2010 dem INPDAP einverleibt worden.

Liebe Mitglieder des ENAM, Krieg und in einer Zeit, in der wirk- - Fließen der Besitz und die bisher
liebe aktive und pensionierte Direk- lich Not herrschte, wurden zwei geleisteten Beiträge, sowie die
toren und Lehrpersonen, ähnlich ausgerichtete Einrichtungen künftigen, nur den berechtigten
zusammengeführt und das ENAM Lehrpersonen, oder allen Staatsan-
die Regierung hat wieder einmal, in gegründet. In diesen sechs Jahr- gestellten zu?
einem „Hau- Ruck-Verfahren“, mit- zehnten konnte viel Hilfe geleistet - Gibt es auch weiterhin von den
ten im Sommer, eine folgenreiche werden. Der Staatsrat hat erst kürz- Mitgliedern gewählte Gremien, die
Entscheidung getroffen. Mit der lich noch die Verdienste des Institu- ehrenamtlich viel Zeit für die Be-
Veröffentlichung des Gesetzes Nr. tes auf dem Gebiet der Hilfeleis- rufskategorie und beistandsberech-
122 vom 30. 07. 2010 ist, entspre- tung für viele Mitbürger, die vom tigte Kolleginnen und Kollegen ein-
chend dem Art. 7, das ENAM auf- Öffentlichen Netz nicht aufgefan- setzen und so den Großteil der Bei-
gehoben bzw. dem INPDAP ange- gen werden, gelobt. träge als Hilfe weitergeben können,
gliedert worden. Die 0,8% des Grundlohnes, die oder wird künftig ein großer Teil der
zurückbehalten wurden, werden Beiträge als Lohn für Bedienstete
In der Zeit, in der die Schulen ge- weiterhin den Lehrpersonen abge- verwendet?
schlossen und die Lehrpersonen zogen und nun dem INPDAP zuge-
nicht leicht erreichbar sind, wird im führt. Nach diesem abrupten Ende sende
Rahmen eines Haushaltsgesetzes Ich frage mich, wie Abgeordnete ich, auch im Namen meiner Mitar-
eine hilfreiche und verdiente Institu- und Senatoren, in Unkenntnis und beiter und Verantwortlichen im Pro-
tion grundlos und ohne Bedauern nur aus Parteizwang, solche Ent- vinzialkomitee, einen aufrichtigen
abgeschafft. Dies ist für uns alle scheidungen mittragen können. und herzlichen Dank den Schul-
unverständlich, Zur Zeit ruht alles, niemand weiß amtsleitern, den Schulbehörden,
- weil das ENAM den Staatshaus- wie es weitergehen wird. Viele Fra- den Landesräten, den Schulge-
halt mit keinem Cent belastet hat gen sind offen: werkschaften und den Lehrerver-
und - Werden die bereits eingereichten bänden für ihre verständnisvolle
- weil das ENAM eine Einrichtung Gesuche noch bearbeitet? und stete Unterstützung und grüße,
ist, die Solidarität gelebt und be- - Können Anträge weiterhin einge- selbst sehr betroffen und sehr ent-
dürftigen Kollegen Beistand geleis- reicht werden (Formblätter, Adres- täuscht, alle Ex-ENAM-Mitglieder.
tet hat und nun einer Altersvorsor- se (ENAM od. INPDAP))? Richard Andreatta,
georganisation einverleibt wird. - Werden alle bisherigen Angebote ehemaliger Präsident des Provinzialko-
Vor 63 Jahren, nach dem großen auch weiterhin garantiert? mitees Bozen.

Neues aus dem Obersten Schulrat

Regelmäßig beliefert uns Dr. Franz Josef Oberstaller mit Berich- Obersten Schulrat auch Verbesserungsvorschläge eingebracht.
ten aus dem Obersten Schulrat, für die wir uns sehr bedanken. Eine große Diskussion ergab sich zu einem Dokument zur anstehen-
den Reform der Mitbestimmungsgremien, das auf regionaler und
Im Laufe des Sommers arbeitete das Komitee der Oberschulen an staatlicher Ebene ausgearbeitet worden war und nun verabschiedet
den Vorschlägen des Ministeriums zur Neuordnung der Wettbe- werden sollte. Im Zuge der Debatte einigte man sich darauf, das
werbsklassen, ein heikles Thema, weil damit u.a. auch der Verlust Dokument als Basis für eine vertiefende Diskussion im Herbst zu
von Lehrerstellen verbunden sein könnte. Zumindest will man, wie benutzen. Beispielsweise geht es um die Frage der institutionellen
es scheint und wie Herr Oberstaller berichtet, erreichen, dass Vertretung und Anerkennung der Autonomen Schule auf lokaler
Stammrollenlehrpersonen und Lehrpersonen, die seit vielen Jah- Ebene. In der Regel ist es der Schuldirektor, der diese Rolle ein-
ren tätig sind, nicht entlassen werden müssen. nimmt. „Aber könnte es nicht eine andere Lösung dafür geben?“,
Ein wichtiger und gleichermaßen strittiger Punkt ist nach wie vor fragt (nicht nur) Dr. Franz Josef Oberstaller. Eine weitere Frage
die Lehrerausbildung, nachdem in einigen Fragen, wie etwa bei dreht sich um die Zuständigkeit bei Disziplinarverfahren und Rechts-
der Anerkennung von Titeln, noch erhebliche Unklarheiten beste- streitigkeiten. Ein weiteres Dokument soll sich in der Folge mit den
hen. Mitbestimmungsgremien auf Schulebene befassen.
Bei der Vollversammlung des Obersten Schulrates am 13. Juli
wurde ein Gutachten zur Anerkennung der Diplome des Internatio- Ungewissheit besteht aufgrund einer Verfügung des Verwaltungsge-
nalen Bachillerats ausgearbeitet, nachdem sich die betreffenden richts Latium auch darin, wie es mit dem tatsächlichen Stellenplan
Schulen an die Neuordnung der Oberstufe anpassen müssen. an den Technischen Oberschulen und Lehranstalten weitergeht,
Im Hinblick auf den anstehenden Direktorenwettbewerb auf staatli- nachdem die Stundentafeln der 2. - 5. Klassen gekürzt wurden, ohne
cher Ebene wurde ein Gutachten bezüglich der Punktevergabe für dass dafür weder die rechtliche Basis noch das Gutachten des
erworbene Titel verabschiedet; gleichzeitig haben die Vertreter im Obersten Schulrates vorhanden gewesen wäre.

Seite 6
Rückblicke

Seminare im Rückblick

Das Kanaltal und Tarvis


„Taice Minderheitn“ — wie sich ethnische Identität im Kontext der gegebenen regionalen, historischen, politi-
schen und gesellschaftlichen Verhältnissen konstituiert und wie bzw. wodurch sie verändert/bedroht wird.

Ja, ein einfa- Politikern und Kulturträgern. Es wurde uns dem Chor von Zahre ließen wir in gegen-
cher Kassa- in den gemeinsamen Gesprächen wohl seitiger Verbundenheit spüren, dass sich
bon. Und doch klar, mit welchem unermüdlichen Einsatz, der gemeinsame Einsatz für „di taice Min-
– schon genau mit wie viel Herzblut für Sprache und Kultur derheitn“ lohnt.
gelesen? in diesen Sprachinseln gearbeitet wird. Vargeltzgot vir ols. A Schproch vir ola, ola
Abgesehen Interessant sind die Parallelen zur Südtiro- vir da Schproch. ( Tischelbong)
vom niedrigen ler Geschichte, vor allem im Kanaltal, das
Preis, findet als Sonderfall bezeichnet wird. Über eine Sieglinde Fauster
sich darauf ein wilde Schlucht erreichten wir Zahre, ein
Dank und Platz zum Abtauchen und Verschwinden,
Gruß, aber auch mit einer Schinken - und Bier-
„in a bsundra fabrik. Tischelbong scheint nur ein Straßen-
Schproch“. Schwierig zum Lesen? Na, ja! dorf zu sein. Warum sollten wir uns da auf-
Sprachinseldeutsch sind Sprachformen, halten? Vielleicht die überdimensionale
meist germanischen Ursprungs. Und Kirche zu besichtigen oder das Kriegermu-
Sprachinselmenschen nutzen jede Möglich- seum? Auch. Aber beim „oltn goot is prindl“
keit ihre Sprache sichtbar zu machen. Sie füllten wir unsere Wasserflaschen. Alles hat
wollen ihre Eigenheiten erhalten. Deshalb dort einen tiefen Sinn, eine besondere
arbeiten sie mit viel Begeisterung und Ein- Geschichte, behaftet mit innigem Glauben.
satz am Erhalten ihrer Kultur und Sprache. Auf dieser Bildungsfahrt konnten wir uns
Sie brauchen aber wissenschaftliche Unter- überzeugen, dass die Suche nach Identität
stützung und Betreuung. dieser Orte sich gelohnt hat. Selbstbewusst
Davon konnten wir uns alle überzeugen auf sind uns die Menschen begegnet.
der Bildungsfahrt des KSL Ende August Und der Satz unseres Experten: „Man
durchs Kanaltal bis Zahre und Tischlbong. weiß, wann man in der Zahre ankommt,
Unser Kursleiter Hans Walder hatte alles man weiß nicht, wann man wegkommt“, hat
Organisatorische professionell im Griff, so sich als wahr herausgestellt. Nicht, dass wir
dass der Experte in Minderheitsfragen Luis unpünktlich in Bozen angereist sind, dafür
Thomas Prader viele Augenblicke nutzen hat der Reiseleiter schon gesorgt. Keine
konnte, uns fachlich zu betreuen. Überschwemmung, kein Erdbeben! Viel-
Seine Bekanntschaften ermöglichten uns mehr ist es an jenem Abend in Zahre „früh“
einen regen Austausch mit dortigen geworden. In einer geselligen Runde mit

Glück macht Schule


In einigen Schulen in Deutschland und Österreich wurde das Schulfach Glück eingeführt, mit dem Ziel, die Lebens-
kompetenz und Lebensfreude im Schulalltag stärker zu realisieren. „Glück ist erlernbar“ sagt der Promotor des Un-
terrichtsfach „Glück“ Ernst Fritz Schubert aus Heidelberg. Der KSL hat zu diesem Thema einen Kurs angeboten.

Fotos: Paul P. Niederwolfsgruber

Seite 14
Informationen

AD(H)S Feier in Oberwielenbach

Tipps für Lehrer Paul Peter Niederwolfsgru-


ber beendet seine Schullauf-
Ein AD(H)S-Kind braucht: bahn und seine Schüler, Kolle-
gen und Gemeindevertreter
 Eine möglichst feste Unterrichtsstruktur,
überraschten ihn mit einer gro-
Rituale, immer wieder gleiche Lernwege,
ßen Feier.
strukturierte Prozesse, Eselsbrücken zum
Behalten, viele konkrete Anweisungen und
Wir können es alle nicht glauben, unser
immer wieder Hilfestellungen.
Paul Peter, der wohl
 Einen rhythmisierten Unterricht, verschiede-
bekannteste Lehrer im Land, geht in
ne Unterrichtsformen, Wechsel der Arbeits-
Pension. Er hat den mutigen
formen und Handlungsorientierung.
Entschluss gefasst, die Arbeit in der
 Einen Arbeitsplatz in der Klasse, sodass die
Schule,von der er behauptet,
Lehrperson leicht Kontakt zum Kind herstel-
„der Lehrerberuf ist der schönste Beruf
len und seine Aufmerksamkeit wiederholt
den es gibt“, mit 31. August zu
auf Wichtiges lenken kann (möglichst non-
beenden. „Man soll gehen, solange es
verbal und ohne dass es zur Bloßstellung
schön ist", sagt er mit einem
vor dem Rest der Klasse kommt).
lachenden und einem weinenden Auge.
 Kompetente und gelassene Lehrpersonen,
Zu Schulende hat ihm das ganze Dorf
die Angriffe und Provokationen des Kindes
Oberwielenbach ein großes Fest
nicht persönlich nehmen (Tipp: zunächst
gemacht. Der Bürgermeister, selbst
zur Tagesordnung übergehen und die Situ-
einstiger Schüler in Pauls erstem
ation erst besprechen, wenn das Kind sich
Unterrichtsjahr, hat dem Lehrer ge-
wieder beruhigt hat, bei sehr großer Erre-
dankt für die schönen
gung oder Wutausbrüchen das Kind evtl.
Schulerlebnisse und besonders auch
kurz aus der Klasse herausnehmen).
für das langjährige Wirken an den
Schulen von Percha und Oberwielen-
Positive Beziehung zwischen Kind bach, die er mit viel pädagogischem
und Lehrer Geschick, mit Humor und Liebe zu den
 Ermahnen und moralisieren bringt nichts, Schülern geleitet hat.
auch Klagen bei den Eltern (denen die
Probleme sowieso bekannt sind) helfen Die 28 Schüler der 1.-5. Klassen haben
wenig, Bloßstellungen vor seinen Mitschü- sich in Lederhosen und Dirndln
lern steigern seine Erregung nur weiter. für den Lehrer schön gemacht und ihm
 Lob für das Kind, auch schon, wenn es sich Gedichte und Lieder vorgetragen;
anstrengt, egal wie das Handlungsergebnis und im selbst inszenierten Theaterstück
aussieht, steigern die Motivation und das den Spiegel vorgehalten: Unser
Selbstwertgefühl. Lehrer ist liebenswürdig und weise.
 Viele Kinder haben besondere Kenntnisse Auch Mittelschüler und Oberschüler
und Interessen und können durch deren haben ihren ehemaligen Lehrer mit
häufige Hervorhebung motiviert werden. verschiedenen Ständchen beehrt.
 Besonders wichtig ist, den Schüler spüren Die Lehrerkolleginnen besangen Pauls
zu lassen, dass er trotz seiner Schwierig- Lehrerleben in höchsten Tönen
keiten angenommen und geachtet wird und und lieferten so manche Anekdote. Der KSL gratuliert dem ehemali-
dass man ihm helfen will. AD(H)S Kinder Allen war klar, Paul ist ein lieber, ge-
sind dafür sehr sensibel und beginnen für schätzter und unvergesslicher Kollege. gen Obmann Paul Peter Nieder-
ihren Lehrer zu arbeiten. wolfsgruber zum Rückzug aus
Der Fraktionsvorsteher Georg Mayr, dem Schulleben von ganzem Her-
Helga Pircher der den Abend moderierte,
sprach Paul im Namen aller Gäste die zen. Der Schule wird er fehlen,
Ergänzungsplan 2010/11 allerbesten Wünsche für die Zukunft der KSL aber freut sich, weiterhin
aus und auch die KSL Bezirksobfrau auf seine wertvolle Mitarbeit zäh-
10.15 Der Dativ ist dem Genitiv sein
Brigitte Baur Mairhofer war sich
Tod — ein Abend mit Bastian Sick len zu dürfen.
sicher, dass bereits viele neue Aufga-
• Mo 21. März 2011 um 20 Uhr ben darauf warteten, von Paul in Wir wünschen dir, lieber Paul,
in Bozen, Waltherhaus Angriff genommen zu werden. Glück, Gesundheit und vor allem
• Di 22. März 2011 um 20 Uhr
viele gute Ideen für die Gestal-
in Bruneck, Athesia Buchhandlung Text und Fotos: Brigitte Bauer
Veranstalter: KSL & SKI tung deiner FreiZeit.

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Rückblicke

Seminare im Rückblick

Der Sommer war heiß -... und trotzdem sind die Lehrpersonen des KSL bei den Sommerseminaren zahlreicher denn je:
Modern Dancing Innehalten—Wahrnehmen—Kräfte sammeln Elemente der Landschaft ...

Bei den heißen Rhythmen und den noch mit viel Muße gefüllt werden konnten. Spronserseenplatte nichts mehr im Wege.
heißeren Temperaturen wurde in Marling Viele Übungen können zu jeder Zeit auch in Markus Seppi, unser Bergführer, begleitete
beim Seminar Modern Dancing getanzt, den Klassen eingesetzt werden. Gestärkt uns fachkundig über die eiskalten Berge
dass die Schweißtropfen nur so flogen. und glücklich verabschiedeten sich die und zu den Seen. Er informierte uns über
Referentin Kathrin Kerschbaumer konnte Teilnehmer. die Themen des Naturparkes, dessen Aus-
treue Fans ihres Kurses begrüßen und die wirkungen und Gesetze und erzählte uns
Neuen mit ihren Ideen und ihrer lockeren Das Naturerleben sowie die Geschichte/ vom Totenweg, der bis nach St. Peter in
Art begeistern. Am Ende bestaunten Geschichten des Passeiertales war bei Gratsch führte.
sich die Teilnehmer auf den Videoaufnah- dem Seminar NaturparkTexelgruppe The- Auf der Schutzhütte Oberkaser angelangt,
men. Es sah sehr professionell aus. Ob die ma Nummer eins. Nachdem uns das Wet- waren viele Teilnehmer müde - andere
Lehrpersonen diese Aufnahmen ihren Kin- ter einen Strich durch unsere erste Wande- erklommen noch in den Nachtstunden ei-
dern vor Ort zeigen werden? Auf jeden Fall rung gemacht hatte, gab es als Alternativ- nen nahen Gipfel.
werden die Ergebnisse in dem einen oder programm die Besichtigung des Bunker Am nächsten Tag begann bei Traumwetter
anderen Wahlfach oder bei Aufführungen Mooseums in Moos in Passeier. Einblicke der Abstieg - oder auch der Anstieg (die
sichtbar sein. in die Kriegszeit und Geologie sowie Mutspitze lockte noch einmal zu einem
die Geschichte des Passeiertales waren die Gipfelerlebnis). Mit vielen neuen Freund-
Um das Thema Kräfte sammeln, ging es sehr professionell vorgetragenen Themen schaften im Herzen und gestärkt durch
bei dem Semiar mit Frau Margit Auinger in von Herrn Johannes. viele Erlebnisse verabschiedeten sich die
Goldrain. Es waren heilsame Stunden für In der Nacht hatte es bis fast ins Tal herun- Teilnehmer mit Freude auf ein Wiederse-
Leib und Seele. Es gab viel Zeit für Gesprä- ter geschneit. Doch am nächsten Tag lach- hen.
che und Begegnungen, Erfahrungen, die te uns eine strahlende Sonne entgegen und
ausgetauscht wurden und Freiräume, die so stand der Überschreitung über die Sonja Reinstadler Rossi

Lehren heißt zeigen, dass etwas möglich ist


Im Jahr 2006 hielt Prof. DDDr. Clemens Sedmak bei der Päd. Großtagung
das Referat „Dem Leben Sinn geben - Aufgaben der Schule“. Im vergange-
nen August hielt Clemens Sedmak ein gut besuchtes KSL-Seminar in Am Tauern-Radweg waren unter
Brixen. Die Teilnehmer/innen waren begeistert. der Führung von Albert Wieland 33 KSL-
Radler unterwegs. 350 Kilometer waren zu
bewältigen von den Krimmler Wasserfällen
bis nach Passau.
Fotos: Albert Wieland

Fotos: Paul P. Niederwolfsgruber

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Rückblicke

19. Naturschutzwoche im Rückblick

19. Naturschutzwoche in Schnals


Biodiversität—Die Zukunft der Artenvielfalt
Die Naturschutzwoche, die vom Heimatpflegeverband Südtirol gemeinsam mit
dem KSL, der Autonomen Provinz Bozen – Abteilung Natur und Landschaft -
und dem Pädagogische Institut im Zweijahresrhythmus veranstaltet wird, ge-
hört bereits zur langen Tradition im Fortbildungsprogramm des KSL.
Diesmal war das Schnalstal an der Reihe und zum Anlass des von der UNO
ausgerufenen Jahres der Artenvielfalt wurde die „Biodiversität – Die Zu-
kunft der Artenvielfalt“ fast eine ganze Woche lang als Tagungsthema be-
handelt.

So vielfältig wie die Natur im sorgte als umsichtiger Kursleiter interessant, sondern auch die
Schnalstal war auch das Programm, dafür, dass vor Ort aus organisato- Exkursionen, wie etwa jene zur
das den mehr als 50 Teilnehmerin- rischer Sicht alles bestens klappte. Mastaunalm, zur Siedlungsgren-
nen und Teilnehmern, Heimatpfle- Prof. Dr. Franz Wolkinger, in der ze am Fuchsberg oder ins be-
gern und Lehrpersonen aus allen langen Geschichte der Natur- rühmte Pfossental, nur um einige
Teilen Südtirols, vom 26. bis 30. Juli schutzwoche sozusagen selbst zu zu nennen. Der Besuch auf dem
geboten wurde. Josef Oberhofer, deren Symbol und „Urgestein“ ge- 700 Jahre alten Oberniederhof in
der Geschäftsführer des Heimatpfle- worden, hielt in mehreren Refera- Unser Frau zeigte eindrücklich,
geverbandes hatte sich gemeinsam ten ein leidenschaftliches Plädoyer dass Artenvielfalt nicht nur eine
mit Obmann Dr. Peter Ortner (mit für den Einsatz zur Erhaltung der Angelegenheit von naturbelasse-
Erfolg) darum bemüht, den Kursteil- Natur im Allgemeinen und der Ar- nen Landstrichen oder gar nur
nehmerinnen und -teilnehmern ein tenvielfalt im Besonderen. Er ließ von Urwäldern ist, sondern dass
möglichst differenziertes wie auch keinen Zweifel darüber aufkom- sie sich auch in der Kulturland-
umfassendes Bild eines Tales, das men, dass nicht nur Politiker und schaft, in jedem Garten und sogar
von den Ausläufern des Obst- und Naturschützer ihre Verantwortung bei der Tierhaltung (Haltung und
Weinanbaus bis zu den Gletscherre- wahrzunehmen haben, sondern Züchtung alter Tierrassen) ver-
gionen alles zu bieten hat, möglichst auch und vor allem jede/r Einzelne. wirklichen lässt.
„hautnah“ zu vermitteln. Dafür waren Der Begriff vom Natur kennen lernen und Natur in
eine Reihe kompetenter Fachleute „schöpfungsgerechten Handeln“, verschiedenen Lebensräumen
aus unserem Land beauftragt wor- das Prof. Wolkinger einforderte, erleben, das ist der Anspruch,
den, in Referaten und Exkursionen würde es sicherlich verdienen, zum dem die Naturschutzwoche seit
grundlegende Einblicke in die kom- „Wort des Jahres“ gekürt zu wer- gut drei Jahrzehnten verpflichtet
plexe Materie Biodiversität zu ge- den. ist, aber auch das Ziel, den Natur-
währleisten. Kollege Franz Tapfer Nicht nur die Referate waren hoch- schutzgedanken zu stärken und

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