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2

Begriff

4

Wie sieht nun das mechatronische System aus?

4

 

Steuerungs-

und Digitaltechnik

4

Unterschied zwischen Steuern und Regeln

5

Steuern

5

Regeln

5

Elemente der Steuerungstechnik

6

Analoge und digitale Signale

6

Analoge Signale

6

Digitale Signale (digitus – (lat.) = Finger)

6

Digitale Systeme

6

Duales Zahlensystem

7

Rechnen mit Dualzahlen

8

Grundrechnungsarten

8

Addition

8

Subtraktion

8

Multiplikation

9

Binäroperationen und Verknüpfungen

9

Logische Grundschaltungen

11

Die Und-Schaltung (Verwendung der Simulationssoftware „Electronic Workbanch bzw. Solve Elec“)

11

Die

Oder-Schaltung

12

Die

Nicht-Schaltung

12

Schaltalgebra

Steuern

12

Symbolik der Schaltalgebra

13

UND-Gatter

13

ODER-Gatter

13

NICHT-Gatter

14

Zusammenfassung

14

Rechenregeln – Gesetze von de Morgan

17

Gesetze

17

Gesetze von de Morgan

18

Zusammenfassung

21

Vereinfachung von Schaltungen mit den Regeln der Booleschen Schaltalgebra

21

23

Schützensteuerungen

23

Teile einer Steuerkette

24

Führungssteuerung

25

Haltegliedsteuerung

25

Programmsteuerung

25

Ordnungsziffern

26

Kennzahlen

27

Funktion

27

Arten

27

Grundschaltungen der Steuerungstechnik (Schütz)

29

Grundschaltung

29

UND - Verknüpfung

30

ODER - Verknüpfung

30

NICHT - Verknüpfung

31

Festhalteschaltung

31

Praxisbezogene Schützschaltungen

32

Dauerkontaktgeberschaltung

33

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3

Dauerkontaktschaltung

35

Selbsthalteschaltung

36

Selbsthalteschaltung mit 2 Ein - und Austaster

37

Eine einfache Befehlssteuerung mit einem Motor

38

Zusammenfassung

40

UND - Schaltung

40

ODER - Schaltung

41

ÖNORM - Richtlinien von Schaltplänen und Betriebsmittel

42

Grafische Symbole (graphical symbols)

42

Darstellung der Symbole

42

Pneumatik

44

Physikalische Überlegungen zur Pneumatik

44

Funktionsweise von Ventilen und Zylindern

48

Ventilarten:

48

Zylinderarten

48

Prinzip der Pneumatik

48

Schaltplan

49

Teile einer pneumatischen Anlage

49

Verdichterarten

49

Verdrängungsprinzip

49

Strömungsprinzip

50

Druckluftspeicher

50

Wartungseinheit

50

Druckluftfilter

51

Druckregelventil (Regler)

51

Druckluftöler

51

Pneumatische Ventile

51

Wegeventil

51

Anschlussbezeichnungen bei Wegeventilen

52

Pneumatikzylinder

in Ruhestellung

52

 

53

Pneumatikzylinder bei der Arbeit (Energie) Literaturliste

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Begriff

Mechatronik ist kein neuer Begriff, sondern ist erwachsen aus der Forderung, technische Systeme global zu erfassen. In der Berufswelt werden bei Konstruktionen von maschinellen Systemen hohe technische Anforderungen an den Konstrukteur, den Anwender und den Facharbeiter gestellt. Es ist vielfach erforderlich, elektrische und mechanische Abläufe zu erfassen und zu verstehen. Ob in Maschinenbau, Informatik, Aktorik, Prozessorleittechnik und Sensorik, überall muss das System in seiner Gesamtheit betrachtet werden.

Aus diesen Überlegungen heraus prägte 1969 die japanische Firma Yaskawa Electric Cooperation den Begriff „Mechatronik“ (Mechanical Engineering-Electronic).

Der „Mechatroniker“ ein neuer Beruf, ein Flächenberuf: Viele Berufe sind darin integriert (Mechaniker, Elektromechaniker, Elektrotechniker, Elektroniker, IT-Techniker )

Das Zusammenwirken von Maschinenbau, Elektrotechnik und Informationstechnik(IT- Technik) beim Herstellen industrieller Erzeugnisse sowie bei der Prozessgestaltung bezeichnet man heute als Mechatronik.

An das Anforderungsprofil des Mechatronikers sind hohe kognitive und manuelle Leistungen gestellt. Der Mechatroniker von heute stellt in der technisierten Welt eine Schnittstelle zwischen Technik und Mensch dar, wobei die Technik Naturvorgänge beschreibt, somit ein Element der Natur ist.

Wie sieht nun das mechatronische System aus?

Das mechatronische System bildet einen in sich geschlossenen Kreislauf, welcher in eine physikalische und eine logische Ebene eingebettet ist.

Physikalische Ebene Mechanisches Hauptsystem Aktorik Sensorik Informatik Logische Ebene Energiefluss
Physikalische
Ebene
Mechanisches
Hauptsystem
Aktorik
Sensorik
Informatik
Logische
Ebene
Energiefluss
Informationsfluss
Eingangsgröße

Das mechatronische System stellt einen so genannten Regelkreis dar. Steuer- und Regelkreise sind wesentliche Elemente der Mechatronik.

Steuerungs- und Digitaltechnik

Eine wichtige Aufgabe der Technik ist es, Energie-, Materie- oder Informationsflüsse zu

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steuern. Zielgerichtetes Steuern ermöglicht es, dass Energie bedarfsorientiert und vor allem wirtschaftlich- und umweltfreundlich verteilt genutzt werden kann. Erst ein zielgerichteter Materiefluss führt zu einem brauchbaren Produkt oder einer Information, welche zur rechten Zeit am rechten Ort ist.

Unterschied zwischen Steuern und Regeln

Steuern

Die Eingangsgröße (Schalter) beeinflusst die Ausgangsgröße (Ergebnis).

Eingangsgröße
Eingangsgröße

System

(Gerät)

Ausgangsgröße

(Ergebnis). Eingangsgröße System (Gerät) Ausgangsgröße Beispiel: Elektrische Kochplatte: Sie wird mit einem

Beispiel: Elektrische Kochplatte: Sie wird mit einem Mehrfachtaktschalter gesteuert. Je nach Stufe wird die Herdplatte mehr oder weniger wärmer.

Schalter

Kochplattewird die Herdplatte mehr oder weniger wärmer. Schalter Wärme Regeln Die Steuerung wird so erweitert, dass

Herdplatte mehr oder weniger wärmer. Schalter Kochplatte Wärme Regeln Die Steuerung wird so erweitert, dass die

Wärme

mehr oder weniger wärmer. Schalter Kochplatte Wärme Regeln Die Steuerung wird so erweitert, dass die

Regeln

Die Steuerung wird so erweitert, dass die Ausgangsgröße fortwährend mit den Eingangsgrößen, welche eingestellt werden, verglichen wird. Es bildet sich ein geschlossener Kreis, ein so genannter Regelkreis.

sich ein geschlossener Kreis, ein so genannter Regelkreis. System Regelstrecke Ausgangsgröße Kontrolle der

System

Regelstrecke

Ausgangsgröße

Kontrolle der

Ausgangsgröße

Um auf die Kochplatte zurückzukommen, sieht der Regelkreis so aus:

Schalter

zurückzukommen, sieht der Regelkreis so aus: Schalter Kochplatte mit Thermostat Informationsfluss Regelkreis -

Kochplatte mit Thermostat

der Regelkreis so aus: Schalter Kochplatte mit Thermostat Informationsfluss Regelkreis - prüfen Dipl. Päd. SR Johann

Informationsfluss Regelkreis - prüfen

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Wärme
Wärme

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Elemente der Steuerungstechnik

Ä Schalter

Ä Stellglieder (geben Energiestrom oder Massestrom frei oder sie sperren Ventile)

Ä Kontrollorgane (Lampen, LED, Schnarren, Hupen

Ä Relais und Schütz (Schaltfunktionen ausführen)

Ä PTC, NTC, Fotowiderstände, pneumatische Schalter, Fühler

Ä Dioden, Transistoren, Thyristoren

Ä Treiber

Ä Timer

)

Ein wesentliches Merkmal von Steuerungen ist, dass sie mit digitalen und analogen Signalen arbeiten können.

Analoge und digitale Signale

Analoge Signale

Naturvorgänge, ändern sich nicht sprunghaft. Temperatur, Luftdruck, Licht und Flussmenge, … ändern sich stufenlos. Sie können jeden beliebigen Wert erreichen und annehmen. Des öfteren muss man sogar interpolieren (Zwischenwerte annehmen).

Im Allgemeinen erfolgen also Änderungen stetig (stetige Funktion in der Mathematik).

Digitale Signale (digitus – (lat.) = Finger)

Digitale Signale kennen keinen Zwischenwert. Wenn man mit den Fingern zählt, gibt es keine Zwischeschenwerte (1 ½ Finger). Bei Auftreten von Zwischenwerten wird ab- bzw. aufgerundet. Man bezeichnet einen solchen Vorgang als Quantelung.

Digitale Systeme

Ä Zehnersystem (siehe Mathematik – HS – AHS – HTL ): Grundlage ist die Anzahl unserer Finger

Ä Zwanzigersystem: angewendet im Mittelalter – Grundlage waren damals 10 Finger und 10 Zehen, wobei unsere Zahlen aus dem indischen Raum kommen.

Ä Achtersystem

Ä Sechszehnersystem

Ä Dual System (Binär System): Es kennt nur zwei (2) Zustände: Ein - Aus, richtig - falsch, Strom - kein Strom, geladen - ungeladen, magnetisch – nicht magnetisch, Leben - Tod, Als Zahl: 0 – 1 Elektrisch: L H (Low – High) Diese Eigenschaft macht sich die IT-Technik zu Nutze.

Jeder analoge Wert wird digitalisiert, das heißt – auf zwei Zustände (Ja - Nein)

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zurückgeführt.

Duales Zahlensystem

Die kleinste Informationseinheit „Lampe leuchtet“ – „Lampe leuchtet nicht“ bezeichnet man als Bit.

Zunächst zum Aufbau des Zehnersystems:

2793 = 2T + 7H + 9Z + 3E

a 0 = 1

Million

Hundert=

Zehntausender

Tausender

Hunderter (H)

Zehner (Z)

Einer (E)

(M)

tausender

(ZT)

(T)

(HT)

10

6

10

5

10

4

10

3

10

2

10

1

10

0

10*10*10*1

10*10*10*1

10*10*10*10

10*10*10

10*10

10

1

0*10*10

0*10

     

2

7

9

3

2*10 3 + 7*10 2 + 9*10 1 + 3*10 0

Beachte:

Man erkennt, dass man mit 4 Stellen (THZE) einer Dezimalzahl 10 000 Werte von 0 – 9999 angeben kann. Die Anzahl der Kombinationen ist hier durch die Angabe N = 10 4 (bzw. allgemein ausgedrückt: N = 10 n ) festgelegt.

Diesen Zusammenhang transferieren wir nun auf zwei Zeichen: 0 und 1.

= 2793

Million

Hunderttausender

Zehntausender

Tausender

Hunderter (H)

Zehner (Z)

Einer (E)

(M)

(HT)

(ZT)

(T)

2

6

2

5

2

4

2

3

2

2

2

1

2

0

2*2*2*2*2*2

2*2*2*2*2

2*2*2*2

2*2*2

2*2

2*1

1

64er

32er

16er

8er

4er

2er

1er

   

1

0

1

1

0

2 Einer ergeben einen Zehner im Binärsystem – hingegen im Zehnersystem ergeben zehn Einer einen Zehner

10 E = 1Z

2 E = 1Z

Die obige Zahl im Dual-System 10110 2 würde demnach so dargestellt werden:

1*2 4 + 0*2 3 + 1*2 2 + 1*2 1 + 0*2 0 : umgewandelt in das Zehnersystem:

16 + 0 + 4 + 2 + 0 = 22 10

Wie man sieht, ergibt die 32er-Stelle N = 2 5 Möglichkeiten, also 32 Möglichkeiten bzw. Kombinationen.

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Wie viele Möglichkeiten ergeben sich bei 4 Stellen? N = ? Lösung: N = 2 4 = 16 Möglichkeiten (von 0-15)

Rechnen mit Dualzahlen

Grundrechnungsarten

Ä Addition

Ä Subtraktion

Ä Multiplikation

Ä Division

Addition

Beachten Sie, dass bei nur zwei Ziffernwerten (0, 1) viele Stellen benötigt werden und sich daher häufig Überträge bilden, was im Zehnersystem nicht so oft vorkommt, weil ja 10 Einer einen Zehner ergeben.

0+0 = 0;

0+1 = 1;

1+0 =1 (Vertauschungsgesetz gilt), aber:

1+1 = 0 1 Übertrag (behalte);

1+1+1 = 1 1 Übertrag

Beispiel:

Folgende 2 Dualzahlen sollen addiert werden:

 

1

0

1

0

0

0

1

1

1

1

0

1

1

0

+

Übertrag

1

1

1

 

1

1

0

0

1

1

1

1

1

+ 1

= 0

das bedeutet 0 anschreiben und 1 weiter (Übertrag)

Subtraktion

Wie sieht das bei der Subtraktion aus?

Wir wollen 382 von 675 abziehen:

Wir schreiben an:

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6

7

5

Minuend

-

3

8

2

Subtrahend

Übertrag

1

 

2

9

3

Differenz

Rechenvorgang:

2

und wie viel ist 5? 2 und 3 ist 5

8

und wie viel ist 17? 8 und 9 ist 17 ->Übertrag 1 (ausborgen)

1 + 3 ist 4 und wie viel ist 6? 4 und 2 ist 6

Wenn der Minuend kleiner als der Subtrahend ist, muss aus der höheren Stelle eine 1 ausgeborgt werden. Dieser ausgeborgte Wert wird zunächst zum Subtrahenden dazu gezählt und das Ergebnis vom Minuend abgezogen.

Genauso geht man bei der Subtraktion von Dualzahlen vor:

 

1

0

1

0

0

0

1

0

1

1

0

1

0

0

-

Übertrag

1

1

1

1

 

0

0

1

1

1

0

1

Multiplikation

Die Multiplikation mit 2 erfolgt durch Verschieben um eine Stelle nach links:

1010 2 * 10 2 = 10100 2

um eine Stelle nach links: 1010 2 * 10 2 = 10100 2 Division Bei der

Division

Bei der Divison wird um eine Stelle nach rechts gerückt:

1010 2 * 10 2 = 101 2

Stelle nach rechts gerückt: 1010 2 * 10 2 = 101 2 Binäroperationen und Verknüpfungen Wenn

Binäroperationen und Verknüpfungen

Wenn man sich auf nur zwei Spanunngszustände beschränkt, dann gelangt man zu Digitalschaltungen.

Man unterscheidet zwei Spannungszustände oder Spannungspegel:

Ä

„L“ (Low)

0 : nein

Ä „H“ (High) 1: ja

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Für die Darstellung von so genannten Wahrheitstabellen werden häufig die Signalzustände „0“ und „1“ verwendet. Für die positive Logik gilt:

Ä „0“: L-Pegel

Ä „1“: H-Pegel

Binär (lat.) bedeutet aus zwei Teilen bestehend.

Der Schalter „S“ arbeitet binär – er kann nur 2 Zustände einnehmen:

Ä eingeschaltet: Pegel 1

(L)

Ä ausgeschaltet: Pegel 0

(H)

Wahrheitstabelle:

Schalter (S)

Signalzustand (Eingangsgröße)

Ergebnis (Ausgangsgröße)

S

H

Lampe leuchtet (H)

S

L

Lampe leuchtet nicht (L)

ODER

Schalter (S)

Signalzustand (Eingangsgröße)

Ergebnis (Ausgangsgröße)

S

1

Lampe leuchtet (1)

S

0

Lampe leuchtet nicht (0)

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Logische Grundschaltungen

Ä Und-Schaltung

Ä Oder-Schaltung

Ä Nicht-Schaltung

Die Und-Schaltung

Solve Elec“)

(Verwendung der Simulationssoftware „Electronic Workbanch bzw.

der Simulationssoftware „Electronic Workbanch bzw. Die Lampe leuchtet, wenn beide Schalter den Signalwert

Die Lampe leuchtet, wenn beide Schalter den Signalwert „1“ haben bzw. den Signalwert „H“ (High) haben.

Die Wahrheitstabelle sieht folgendermaßen aus.

S1

S2

Q

1

1

1

0

1

0

1

0

0

0

0

0

Mit Solve Elec:

Gn
Gn

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Die Oder-Schaltung

S0 L E1 S1
S0
L
E1
S1

N

Einer der beiden Schalter muss den Signalwert „1“ haben, damit die Lampe leuchtet.

Wahrheitstabelle:

S1

S2

Q

1

1

1

1

0

1

0

1

1

0

0

0

Die Nicht-Schaltung

Wenn der Schalter (Öffner) nicht betätigt wird, leuchtet die Lampe. Das Signal wird umgedreht.

Wahrheitstabelle:

S

Q

0

1

1

0

Mit Hilfe der Boolschen Schaltalgebra lässt sich das Verhalten binärer Schaltungen erfassen. Wesentlich ist, dass man den Baugruppen mathematische Funktionen und den physikalischen Größen bzw. Zuständen mathematische Werte zuordnet.

Schaltalgebra

Der Mensch ist immer bestrebt, physikalische Vorgänge zu abstrahieren. Er versuchte immer wieder das Unberechenbare zu berechnen. Schon Leibnitz versuchte in seiner „Mathese universalis“ ein mathamatisch aufgebautes Logikkalkül aufzustellen (1700). Mit

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Hilfe dieser Logik wollte er komplexe Sätze auf ihre einfachsten Elemente reduzieren.

Genau dieses logische Kalkül machte sich George Boole im 19. Jahrhundert zu nutze und baute es weiter aus. So entstand die „Boolesche Algebra“, die auch als „Algebra der Logik“ bezeichnet wird. Philosophische Probleme sollen auf zwei Aussagewerte reduziert werden, wahr oder falsch. „Wahr“ ordnete Boole den Ziffernwert „1“ zu und „unwahr“ den Ziffernwert „0“.

Für folgende Bereiche in der Technik wird diese Algebra angewendet:

Ä elektrische Steuerschaltungen

Ä elektronische Digitalschaltungen

Ä mechanische Steuerungen

Ä hydraulische Anlagen

Ä pneumatische Systeme

Wie man sieht kommt diese Überlegung auch in mechatronischen Systemen zur Anwendung.

Durch die Informationstheorie von Elwood Shannon konnte man nachweisen, dass sich die Boolesche Schaltalgebra hervorragend zur Lösung von schaltungstechnischen Problemen eignet.

Symbolik der Schaltalgebra

(Anwendung von LOGO der Fa. Siemens)

UND-Gatter

Schaltsymbol

Q
Q
von LOGO der Fa. Siemens) UND-Gatter Schaltsymbol Q Q Q Erst wenn beide Eingänge (I 1

Q

Q

Erst wenn beide Eingänge (I 1 und I 2 ) ein Spannungssignal erhalten, schaltet der Ausgang

Q auf ein H-Signal, entspricht einer Reihenschaltung.

Wie man der Tabelle entnehmen kann, entspricht die Konjunktion einer mathematischen Multiplikation: Q = I 1 .I 2

= I 1 und I 2

=

I

1

^

I 2

ODER-Gatter

I1

I2

1 .I 2 = I 1 und I 2 = I 1 ^ I 2 ODER-Gatter

Q

Wenn einer der beiden Eingänge (Input: I 1 oder I 2 ) ein Spannungssignal erhält, schaltet der Ausgang Q auf ein H-Signal.

Q

Q

Die ODER-Verknüpfung (Disjunktion) entspricht einer mathematischen Addition:

Q =

= I 1 oder I 2

=

I

I

1

1

v I 2

+

I 2

(ausschließliches ODER)

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NICHT-Gatter

I

14 NICHT-Gatter I Q Wenn der Eingang (I – Input) ein L-Signal hat, ergibt sich am

Q

Wenn der Eingang (I – Input) ein L-Signal hat, ergibt sich am Ausgang Q ein H-Signal. Wenn I ein H-Signal hat, ist am Ausgang Q ein L-Signal.

Diese drei Schaltungen sind die wichtigsten in der Digitaltechnik. Mit deren Hilfe dieser drei, kann man viele mögliche Schaltkombinationen zusammenstellen.

Zusammenfassung

Kontaktart

Schaltung mit

 

Verknüpfung

Schaltsymbol

Kontakten

Schließer in Reihe

I1 I2
I1
I2

Q

UND

Schließer in Reihe I1 I2 Q UND
 

I 1

   
  I 1    

Schließer parallel

Schließer parallel Q ODER

Q

ODER

I 2

Öffner

Q

Q

NICHT

Öffner Q NICHT

I

Öffner parallel

I1 I2
I1
I2

Q

NAND

Öffner parallel I1 I2 Q NAND

Öffner in Reihe

I1 I2
I1
I2

Q

NOR

Öffner in Reihe I1 I2 Q NOR

Wechsel -

 

Antivalenz

 

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entgegengesetzt

H L I1 I2
H
L
I1
I2

Q

exklusives ODER

entgegengesetzt H L I1 I2 Q exklusives ODER

XOR

 

L

H

Wechsel gleich

 

Äquivalenz

 

gesetzt

L L I1 I2
L
L
I1
I2

Q

XNOR

gesetzt L L I1 I2 Q XNOR

H

H

Q

=

H-Signal: Strom L-Signal: Kein Strom

( I 1
(
I
1

I) 2

(
(

I

1

I ) 2
I
)
2

Ein praktisches Beispiel:

Eine Glühlampe (Q1) wird mit 2 Schaltern (I1 und I2) betrieben. Die Lampe soll leuchten (Q erhält ein H-Signal), wenn nur der eine oder der andere Schalter betätigt wird (XOR).

Die beiden Schalter entsprechen den beiden Eingängen der kontaktlosen Schaltung.

Lösung:

Die Lampe Q = 1 (H-Signal) soll leuchten, wenn entweder I 1 = 1 oder I 2 = 1 (H-Signal).

Wie sieht das mathematisch aus?

Bedingung:

Mit zwei NICHT, zwei UND und zwei ODER-Schaltungen kann dieses Beispiel realisiert werden. Wie geht
Mit zwei NICHT, zwei UND und zwei ODER-Schaltungen kann dieses Beispiel realisiert
werden.
Wie geht man bei der Lösung vor?
1. Zerlegen in Einzelschritte.
2. Dann die ODER-Verknüpfung bilden.

Verwendung der Logiksoftware LOGO-SOFT der Fa. Siemens

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Man beachte hier die Unübersichtlichkeit der Schaltung. Die Leitungen sollen sich nicht über kreuzen.

Wahrheitstabelle:

I1

I2

Nicht

Nicht

I1 und NICHT

NICHT I1 Oder I2

A ODER B

Q

I1

I2

I2

       

A

B

   

1

1

0

0

0

1

1 1

 

1

0

0

1

1

0

1 1

 

0

1

1

0

0

1

1 1

 

0

0

1

1

0

1

1 1

 

Die NOR-Stufe besteht aus einer ODER-Stufe mit anschließendem NICHT.

Die NAND-Stufe besteht aus einer UND-Stufe mit anschließendem NICHT.

(NICHT I 1 und NICHT I 2 )

UND-Stufe: Q = I 1 ^ I 2

NAND-Tabelle:

 
 

I1

I2

I1 UND I2

Nicht (I1 und I2)

1

1

1

0

0

1

0

1

1

0

0

1

0

0

0

1

NOR-Tabelle:

 
 

I1

I2

I1 ODER I2

Nicht (I1 oder I2)

1

1

1

0

0

1

1

0

1

0

1

0

0

0

0

1

Mit Hilfe von LOGO-Conform V3.0 der Firma Siemens lassen sich komfortabel logische Schaltungen auf dem PC realisieren. Natürlich kann man mit Halbleiterelementen logische Schaltungen unkompliziert herstellen (LED, Dioden und Transistoren). NICHT-Schaltung mit einem Transistor UND-Schaltung mit zwei Halbleiterdioden NAND-Schaltung mit 2 Halbleiterdioden und einem Transistor NOR-Schaltung mit 2 Halbleiterdioden und einem Transistor

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Rechenregeln – Gesetze von de Morgan

Veränderliche Größen, wie Spannung usw. können am Eingang oder am Ausgang eines digitalen Bauelementes zwei Zustände einnehmen (1, 0).

Ä Zweifache Negation ergibt das ursprüngliche Signal Zweifaches NICHT I = I

Die de Morgan-Regeln sagen aus, dass ein am Ausgang negiertes UND-Gatter die gleiche Funktion erfüllt, wie ein an allen Eingängen negiertes ODER-Gatter und auch umgekehrt. Daraus ergibt sich, dass an allen Eingängen und am Ausgang negiertes UND einem ODER entspricht und umgekehrt.

Mathematisch ausgedrückt: Wenn der Negierungsstrich über einer Verknüpfung aufgetrennt und auf die einzelnen Variablen verlagert wird, muss auch das Verknüpfungszeichen geändert werden, was bedeutet, dass aus einem UND ein ODER wird und umgekehrt.

Für die Schaltungstechnik heißt das, dass wenn ein NICHT von einem Eingang zum Ausgang oder von einem Ausgang zu einem Eingang über ein Gatter verschoben wird, geht ein UND in ein ODER oder ein NAND in ein NOR und umgekehrt über.

Gesetze

Ä Kommutativgesetz: I 1 und I 2 = I 2 und I 1 I 1 v I 2 = I 2 v I 1

I 2

Ä Assoziativgesetz (Verbindungsgesetz) : I 1 ^ I 2 ^ I 3 = (I 1 ^I 2 )^I 3 I 1 + I 2 + I 3 = (I 1+ I 2 )+I 3 I 1 +I 2 + I 3 = I 1 +(I 2 +I 3

I

1

.

I 2

=

I 2

.

I

1

I

1

+

I 2

=

+

I

1

I 1 (I 2 . I 3 )= (I 1 * I 2 )*I 3

=

I

1

*I 2 * I 3

Ä Distributivgesetz (Verteilungsgesetz):

(I 1

(I 1 v I 2 ) ^(I 1 v I 3 ) = I 1 +(I 2 3 )

^ I 2 ) v (I 1

^I 3 ) = I 1 .(I 2

+ I 3 )

UND-Verknüpfungen sind zusammengefasste ODER-Verknüpfungen, die gleichen Variablen können herausgehoben werden:

(I 1 .I 2 ) + (I 1 .I 3 )

I 1. (I 2

+

I 3 )

werden: (I 1 .I 2 ) + (I 1 .I 3 ) I 1 . (I

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Veranschaulichung des Distributivgesetzes in einer Schaltung:

=
=

Gesetze von de Morgan

I 1 . I 2 = (NICHT I 1 + Nicht I 2 ) Nicht

UND -> ODER

I 1 + I 2 = (NICHT I 1 * Nicht I 2 ) Nicht

ODER -> UND

NAND -> NOR

NOR -> NAND

Stellen Sie die beiden fehlenden Gleichungen auf:

An Hand der NAND-Schaltung und der NOR-Schaltung wollen wir de Morgan untersuchen.

Q = NICHT

Grundform der NAND-Schaltung (I 1 *I 2 )

Ä

Trennung und Umwandlung:

 

Q

= NICHT I 1 + NICHT I 2

(NICHT A v NICHT B)

Ä

Negation:

NICHT Q = NICHT(NICHT I 1 + NICHT I 2 )

Ä

Trennung und Umwandlung NICHT Q = NICHT NICHT I 1 * NICHT NICHT I 2

Ä

Doppelte Negation:

 

NICHT Q = I 1 *I 2

Ä

Negation:

NICHT NICHT Q = NICHT (I 1 *I 2 )

Ä

Grundform der NAND-Schaltung:

Q = NICHT (I 1 *I 2 )

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19

Man beachte: Das „NICHT“ wird als waagrechter Strich oberhalb der Variablen gesetzt.

Wahrheitstabelle dieser Untersuchung:

der Variablen gesetzt. Wahrheitstabelle dieser Untersuchung: I 1 I 2 I 1 *I 2 NICHT(I 1

I

1

I

2

I

1 *I 2

NICHT(I 1 *I 2 )

I

1

I

2

NICHT I 1

NICHT I 2

NICHT I 1 + NICHT I 2

0

0

 

0

1

0

0

1

1

1

0

1

 

0

1

0

1

1

0

1

1

0

 

0

1

1

0

0

1

1

1

1

 

1

0

1

1

0

0

0

Wie man deutlich erkennen kann, erhält man dasselbe Ergebnis.

Nun wollen wir eine NOR-Schaltung und eine eingangseitige negierte UND-Schaltung untersuchen:

Q = NICHT (I 1 +I 2 ) Grundform der NOR-Schaltung

Ä Trennung und Umwandlung:

Q = NICHT I 1 * NICHT I 2

Ä Negation:

(NICHT A UND NICHT B)

NICHT Q = NICHT (NICHT I 1 * NICHT I 2 )

Ä Trennung und Umwandlung:

NICHT Q = NICHT NICHT I 1 + NICHT NICHT I 2

Ä Doppelte Negation:

NICHT Q = I 1 +I 2

Ä Negation:

NICHT NICHT Q = NICHT (I 1 +I 2 )

Ä Grundform der NAND-Schaltung:

Q = NICHT (I 1 +I 2 )

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I

1

 

I

2

I

1 +I 2

NICHT (I 1 +I 2 )

I

1

I

2

 

NICHT I 1

NICHT I 2

NICHT I 1 * NICHT I 2

 

0

   

0

 

0

 

1

0

0

 

1

1

 

1

 

0

   

1

 

1

 

0

0

1

 

1

0

 

0

 

1

 

0

 

1

 

0

1

0

 

0

1

 

0

 

1

 

1

 

1

 

0

1

1

 

0

0

 

0

Auch hier sehen wir, dass das Ergebnis gleich ist.

 

Beispiel:

 

a) Untersuche ein NAND- und ein ODER-Gatter:

 

b) Untersuche ein eingangs negiertes NOR-Gatter mit einem UND-Gatter:

 

Stelle für beide Fälle eine Wahrheitstabelle auf.

 

Lösung

 

a)

 
 

I

1

   

I

2

I

1 *I 2

 

Nicht I 1

Nicht I 2

Nicht I 1 * Nicht I 2

Nicht(Nicht I 1 * Nicht I 2 )

   

I 1 +1 2

 

0

     

0

 

0

 

1

1

 

1

 
0
0
   
0
0
 

0

     

1

 

0

 

1

0

 

0

 
1
1
   
1
1
 

1

   

0

 

0

 

0

1

 

0

 
1
1
   
1
1
 

1

   

1

 

1

 

0

0

 

0

 
1
1
   
1
1

Auch hier sehen wir das gleiche Endergebnis.

 

b)

 
 

I

1

   

I

2

Nicht I 1

Nicht I 2

Nicht (I 1 +I 2 )

 

Nicht(Nicht I 1 + Nicht I 2 )

I

1

*

I 2

 
 

0

   

0

 

1

 

1

 

1

 
0
0
 
0
0
 
 

0

   

1

 

1

 

0

 

1

 
0
0
 
0
0
 
 

1

     

0

 

0

   

1

 

1

 
0
0
 
0
0
 
 

1

     

1

 

0

   

0

 

0

 
1
1
 
1
1
 

Wie wir sehen ist auch hier das gleiche Endergebnis festzustellen.

In der Digitaltechnik spielen das NAND- und das NOR-Gatter eine wesentliche Rolle. Es ist jedes digitale Netz mit diesen beiden Schaltungen lösbar.

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Zusammenfassung

Ä Eine NAND-Schaltung kann durch eine ODER-Schaltung mit negierten Eingängen ersetzt werden.

Ä Eine NOR-Schaltung kann durch eine UND-Schaltung mit negierten Eingängen ersetzt werden.

Ä Die de Morganschen Gesetze ermöglichen es, nur mit NAND- bzw. NOR-Gattern arbeiten zu können.

Vereinfachung von Schaltungen mit den Regeln der Booleschen Schaltalgebra

Schaltfunktionen können einem Schaltplan oder einer Wertetabelle (Wahrheitstabelle) entnommen werden, wobei dabei alle Zeilen mit den Ergebnissen (Schaltwert) „1“ berücksichtigt werden. Die betreffenden Eingangsvariablen einer Zeile sind in UND- Verknüpfung und die betreffenden Zeilen in ODER-Verknüpfung. Solche Formen nennt man ODER-Normalform (disjunktive NF).

 

Eingänge

 

Ausgänge

Zeilen

ODER-NF

I

1

I

2

Q

   

0

0

0

   

0

1

1

Z 1 = Nicht I 1 *I 2

Q = Z 1 + Z 2

1

0

1

Z 2 = I 1 * Nicht I 2

 

1

1

0

   

Ein Beispiel soll die ODER-Normalform (NF) veranschaulichen:

Eine Glühlampe kann von drei Stellen geschaltet werden. Die Lampe soll leuchten, wenn Schalter A eingeschaltet (1) UND Schalter B UND Schalter C ausgeschaltet (0) sind, ODER wenn Schalter B eingeschaltet, jedoch Schalter A UND C ausgeschaltet sind, ODER wenn alle drei Schalter ausgeschaltet (0) sind:

Ä Erstellen Sie eine Wahrheitstabelle

Ä Lesen Sie aus der Wahrheitstabelle die Schaltfunktion (ODER-NF) ab

Ä Vereinfachen Sie die Schaltfunktion

Ä Zeichnen Sie die kontaktlose Schaltung unter Verwendung von LOGO-Soft Conform der Fa. Siemens (oder mit einem CAD-Programm).

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Wahrheitstabelle:

Schalter C

Schalter B

Schalter A

Ergebnis Q

 

0

0

0

1
1

Forderung

0

0

1

1
1

Forderung

0

1

0

1
1

Forderung

0

1

1

0

 

1

0

0

0

 

1

0

1

0

 

1

1

0

0

 

1

1

1

0

 

Schaltfunktion:

Wie kommt man zu der gestellten Forderung:

Alle drei Schalter haben den Schaltwert 0 – aber die Lampe soll leuchten – also Q = 1 (Zeile 0)

Schalter A hat den Schaltwert 1 und die Schalter B und C haben den Schaltwert 0 – aber die Lampe soll leuchten – also Q = 1 (Zeile 1)

Schalter B hat den Schaltwert 1 und die beiden Schalter A und C habne den Schaltwert 0 - - aber die Lampe soll leuchten – also Q =1 (Zeile 2)

Man erreicht das, indem man folgendermaßen vorgeht:

Zeile 0 : Nicht A * Nicht B * Nicht C -> Schaltwert 1

Zeile 1 : A * Nicht B * Nicht C

Zeile 2: Nicht A * B * Nicht C

-> Schaltwert 1

-> Schaltwert 1

Nun stellt man die ODER-Normalform auf:

Q

= Z 0 v Z 1 v Z 2

(Z 0 + Z 1 + Z 2 )

Q

= Nicht A.Nicht B.Nicht C v A.Nicht B.Nicht C v Nicht A.B.Nicht C

Beachten Sie: Das Nicht wird als waagrechter Strich über der Schaltvariablen plaziert.

Vereinfachen der Schaltung:

Man hebt geeignete Variablen heraus:

Nicht B.Nicht C(Nicht A v A)v Nicht A.B.Nicht C

Jetzt löst man die Klammer auf:

Q = Nicht B.Nicht C v Nicht A.B.Nicht C

Nun hebt man Nicht C heraus:

Q = Nicht C (Nicht B v Nicht A.B)

= Endergebnis

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23

Schaltplan:

23 Schaltplan: Steuern Schützensteuerungen In der Technik gibt es viele Funktionen, die von Schützen übernommen werden

Steuern

Schützensteuerungen

In der Technik gibt es viele Funktionen, die von Schützen übernommen werden können. Schützensteuerungen für Motorantriebe, notwendige Funktionen mehrerer Antriebe untereinander oder äußerer Einflüsse wie beispielsweise Weg, Druck, Zeit, Temperatur, Schützensteuerungen sind ein wichtiges Mittel in der Antriebstechnik. Zwei wichtige Begriffe sind untrennbar mit Schützensteuerungen verbunden:

STEUERUNG und REGELUNG:

In vielen Bereichen des Lebens werden physikalische Größen gesteuert oder geregelt:

a) Ein- und Ausschalten von Elektromotoren

b) Lenken von Kraftfahrzeugen

c) Öffnen und Schließen von Wasserventilen

d) Rechnen mit einem Taschenrechner,

Der Begriff STEUERN ist genormt (DIN, ÖVE):

Eingangsgrößen beeinflussen Ausgangsgrößen der Steuerung. Die Eingangsgrößen oder Programme gehen vom Menschen aus. Alle Elemente, die an einer Steuerung beteiligt sind, bilden eine Kette. Die Steuerbefehle können nur in einer Richtung vom Eingang zum Ausgang gelangen.

Aufbau einer Steuerkette am Beispiel einer Steuerung eines Elektromotors:

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Energiefluß Steuergröße Drehzahl n L1 n M L2L2 3 Motor L3 (Steuerstrecke Schütz-Stellgerät Stellgröße
Energiefluß
Steuergröße
Drehzahl n
L1
n
M
L2L2
3
Motor
L3
(Steuerstrecke
Schütz-Stellgerät
Stellgröße (elektr. Spannung am Kontakt
L
N
Steuergerät
(Taster, Schalter v. Mensche
bzw. Programm) = S1

Teile einer Steuerkette

a) Steuerstrecke (Motor) mit Steuergröße (Drehzahl)

b) Steuereinrichtung: Steuergerät (Taster S1), Stellglied (Schütz), Stellgröße (elektr. Spannung am Hilfskontakt), Führungsgröße (Taster gedrückt oder nicht gedrückt)

Die Steuerstrecke ist der Energiewandler, wie beispielsweise ein Motor oder eine Glühlampe bzw. ein Hydraulikzylinder Im Motor wird die Drehzahl gesteuert (verändert), in der Glühlampe wird die Helligkeit verändert

Die Steuereinrichtung beherbergt all jene Teile, welche den Energiefluss: steuern, z. B. Taster, Schütz, Messwertgeber, Programme

Das Stellgerät liegt am Beginn der Steuerstrecke und steuert den Energiefluss:

Schaltschütz, Stromstoßschalter, Schalter, Magnetventile

Der Taster dient zum Steuern und wird als Steuergerät bezeichnet. Auf einen Schalter wirkt eine Führungsgröße ein.

Die Stellgröße ist die elektrische Spannung am Hilfkontakt des Schütz.

Die Führungsgröße wirkt während des Steuervorganges auf das Steuergerät (Taster

gedrückt oder nicht gedrückt

).

Man unterscheidet verschiedene Steuerarten:

a) Führungssteuerung

Steuerkette

Steuereinrichtung Steuerstrecke
Steuereinrichtung
Steuerstrecke

Steuerung

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25

b) Haltegliedsteuerung

c) Programmsteuerung

Führungssteuerung

Der Wert der Ausgangsgröße hängt immer vom Momentanwert der Führungsgröße ( Taster

gedrückt Taster nicht gedrückt ) ab. Durch den Menschen wird die Führungsgröße stetig

geändert, was eine stetige Änderung der Steuergröße (Helligkeit

) hervorruft.

a) stufenlose Helligkeitssteuerung von Glühlampen

b) stufenlose Drehzahlsteuerung von DC-Motoren

Haltegliedsteuerung

Wenn die Führungsgröße (Taster gedrückt Taster nicht gedrückt) weggenommen wird, bleibt die Stellgröße erhalten. Erst bei neuerlich eintreffender Führungsgröße nimmt die Stellgröße den ursprünglichen Wert an:

Beispielsweise beim Ein- und Ausschalten von Verbrauchern durch einen Schütz mit Selbsthaltekontakt.

Programmsteuerung

Ein Programm steuert automatisch die ablaufenden Arbeitsvorgänge. Man unterscheidet 3 verschiedene Programmsteuerungen:

a) Zeitplansteuerung

Eine Schaltuhr bewirkt das Ein- und Ausschalten einer Lampe

(Straßenbeleuchtung

).

Die Führungsgröße erzeugt ein zeitabhängiger Programmgeber.

b) Wegplansteuerung

Durch Schaltnocken werden Endschalter betätigt, die Arbeitsvorgänge starten bzw. benden können, wobei die Führungsgröße ein wegabhängiger Programmgeber erzeugt.

c) Folgesteuerung

Die Steuerung bekommt die Führungsgröße von einem Programm. Erst, wenn der vorherige Arbeitsablauf beendet ist, wird der neue Arbeitsablauf gestartet:

Beispielsweise bei der Waschautomatensteuerung, Stern-Dreieck

STEUERUNGEN HABEN IMMER EINEN OFFENEN WIRKUNGSABLAUF.

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SCHÜTZ

Betriebsmittelkennzeichnung: K

Schaltzeichen:

a) Schützspule

Spulenkontakt - Netz A1 Spule A2 Spulenkontakt - Netz
Spulenkontakt - Netz
A1
Spule
A2
Spulenkontakt - Netz

b) gesamter Schütz

von der Stromquelle

1

3

5

11 23 31 43 12 24 32 44
11
23
31 43
12
24
32 44

Hilskontakte

A1 A2
A1
A2

Schützspule

K 2 4
K
2 4

6

zum Verbraucher Hauptkontakte

1

-

2 -

3 - 4 - 5 - 6

Hauptkontakte

11

- 12, 23 - 24, 31 - 32, 43 - 44

Hilfskontakte (belastet bis 5A)

23

- 24, 43 - 44

Arbeitskontakte Schließer

11

- 12, 31 - 32

Ruhekontakte Öffner

Hilfskontakte sind mit zweistelligen Kontaktbezeichnungen festgelegt.

Ordnungsziffern

Schaltteile, welche dieselbe Funktion ausüben, unterscheidet man nach Ordnungsziffern, wie beispielsweise bei:

Schließer:

13 - 14;

33 - 34

Öffner:

21 - 22;

41 - 42

4 ; 3 3 - 3 4 Öffner: 2 1 - 2 2 ; 4 1

Die erste Ziffer (Zehnerstelle) gibt die Anschlussbezeichnung wieder. Die zweite Ziffer stellt die Funktion dar. Z.B.: beim Schließer stellen die Kontakte 3 - 4 die Arbeitskontakte und beim Öffner 1 - 2 die Ruhekontakte dar.

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Kennzahlen

K1

11 12
11
12

24

31 32
31
32

43

44

Funktionsziff

A1 A2
A1
A2

23

Ordnungsziffer

(Kontaktnummer)

Schützen mit bestimmter Anzahl von Hilfskontakten haben eine Kennzahl. Sie ist zweiziffrig und gibt die Anzahl der Schließer und Öffner an.

ZB.:

Kennzahl 42 bedeutet 4 Schließer und 2 Öffner Kennzahl 44 bedeutet 4 Schließer und 4 Öffner Kennzahl 04 bedeutet 0 Schließer und 4 Öffner

Schützen sind unverklinkte, fernbetätigte Schalter mit elektromagnetischem Antrieb.

Unter unverklinkt versteht man, dass die Schaltkontakte nicht in der Ein-Stellung gehalten werden, wie das beim Stromstoßschalter der Fall ist. Wenn also der Spulenstromkreis unterbrochen ist, fallen die Schaltkontakte sofort in die Ausgangsstellung zurück.

Funktion

Wird die Schützspule (A1/A2) an Spannung gelegt, erzeugt der durch die Spule fließende Strom eine elektromagnetische Kraft, die den Anker anzieht und das mit ihm verbundene, bewegliche Schaltstück schließt bzw. öffnet die Schaltkontakte.

Arten

a) Luftschütz: Die Kontakte schalten in Luft. Es entsteht ein Abschaltlichtbogen, der in einer Lichtbogenkammer gelöscht wird. Vorzüge:

a) geringer Wartungsaufwand

b) große Zuverlässigkeit

c) geringer Platzbedarf

d) geringer Preis.

b) Ölschütz: Die Kontakte schalten in einem mit Transformatoren- bzw. Schalteröl gefüllten Behälter. Man erreicht dadurch ein schnelles Löschen des Abschaltlichtbogens, wobei auch der Kontaktverschleiß gering gehalten wird.

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Nachteile:

a) größerer Wartungsaufwand

b) größerer Platzbedarf

c) teuer

c) Relais: Ein Relais ist so wie ein Luftschütz gebaut, ist aber jedoch ein bisschen kleiner. Es dient zum Schalten kleiner Leistungen und ist meist steckbar. Anwendung findet es in der KFZ-Technik usw.

Isolierstücke Kontakte Blatt= federn Abstandhalter Klappanker Magnet= joch Eisenkern Spule
Isolierstücke
Kontakte
Blatt=
federn
Abstandhalter
Klappanker
Magnet=
joch
Eisenkern
Spule

Schaltzeichen

Klappanker Magnet= joch Eisenkern Spule Schaltzeichen Es gibt auch Relais mit Schutzgaskontakten. d)

Es gibt auch Relais mit Schutzgaskontakten.

d) Elektronikschütz

Sie können wie normale elektromechanische Schütze angeschlossen werden, wobei dabei der Lastkreis (Arbeitskreis) kontaktlos über ein Halbleiterbauelement (Triac) geschaltet wird. Verwendet werden sie zum Schalten für kleinere Leistungen bis ca. 20 kW.

Vorteile:

a) keine Kontaktabnutzung

b) kurze und gleichmäßige Schaltzeiten

c) kleine Steuerleistungen

Anwendung:

a) als Leistungsschütz (Hauptschütz): Sie werden meist zum Schalten von Motor-, Licht- und Kraftstromkreisen verwendet. Sie besitzen in der Regel 3

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Hauptkontakte und einige Hilfskontakte (Öffner und Schließer).

Grundschaltungen der Steuerungstechnik (Schütz)

Für Schützenschaltungen sind folgende Betriebsmittel notwendig:

a) Taster

b) Meldelampe (Motor,

c) Relais [K1]- Spule mit den beiden Kontakten A1 und A2 (eventuell 2 Schütze):

S0, S1, S2,

) H

(eventuell 2 Lampen)

1. Relaiskontakte : 13, 14, 23, 24,

1. Ziffer: Kontaktnummer

2. Ziffer: Funktionsnummer:3-4 Schließer 1-2 Öffner

Bei gängigen Relais gibt es nur mehr Wechsler und keine getrennten Öffner und Schließer.

Ein RELAIS schaltet Ströme - ein SCHÜTZ ist ein Relais, mit dem man Leistung (Strom) schalten kann.

Grundschaltung

Grundsteuerung

L

N

F2

S0

K1

schalten kann. Grundschaltung Grundsteuerung L N F2 S0 K1 A1 A2 Einfache Schützschaltung mit Dauerkontaktgeber durch

A1

A2

Einfache Schützschaltung mit Dauerkontaktgeber durch S0. Wird der Schalter S0 geschlossen, erhält der Schütz (die Schützspule von K1 (A1-A2-Kontakte) Spannung, zieht an und das Schütz K1 schaltet den Verbraucher (entweder im Lastkreis–Kontakte 1- 6=Lastkontakte) ein. Wird S0 ausgeschaltet, fällt das Schütz K1 wieder ab (magnetische Kraft) und schaltet den angeschlossenen Verbraucher wieder ab. Wenn man den Schalter S0 durch einen Taster ersetzt, bezeichnet man das einen TIP-Betrieb. Das Schütz schaltet nur solange ein, wie auf den Taster gedrückt wird, und fällt ab, wenn man den Taster los lässt. Diesen Schaltplan bezeichnet man als Steuerkreis, wobei A1/A2 als Steuerspule bezeichnet wird. Mit Hilfe von Schützschaltungen ist es möglich, alle logischen Grundfunktionen auszuführen. (Anwendung der Software Autosketch)

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UND - Verknüpfung L S1 K1 S2 A1 H K1 A2 N
UND - Verknüpfung
L
S1
K1
S2
A1
H
K1
A2
N

ODER - Verknüpfung

L S0 S1 K1 N
L
S0
S1
K1
N

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NICHT - Verknüpfung

L K Öffner So A1 K A2 N
L
K
Öffner
So
A1
K
A2
N

Festhalteschaltung

L S0 1 2 I 13 K1 S1 14 HilfskontaktevonK1 A1 K1 A2 N
L
S0
1
2
I
13
K1
S1
14
HilfskontaktevonK1
A1
K1
A2
N

Die Stromrichtung ist immer von L nach N zu zeichnen.

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L

S0 1 2 1 Last 2 13 K1 S1 14 Hilfskontakte von K1 A1 K1
S0
1
2
1
Last
2
13
K1
S1
14
Hilfskontakte
von K1
A1
K1
A2
N
Die Stromrichtung
ist immer von oben (L1) nach unten (N)
zu kennzeichnen.
Hauptstromkreis

Praxisbezogene Schützschaltungen

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Hilfskontakte von K1

L

N

K1 13 31
K1
13 31
33 Hilfskontakte von K1 L N K1 13 31 S0 S1   K1 14 32  

S0

S1

S0 S1
S0 S1
S0 S1
 
S0 S1   K1 14 32

K1

14 32

       
 

A1

Spulenkontakte

 

K1

 
 

A2

E1

E1 E2

E2

E1 E2

Tippschaltung

Diese Schaltung wird als 2-Handsicherungsschaltung verwendet. (Schneidmaschinen,

S0, S1 sind so genannte Taster. Der Schütz wird mit K1 bezeichnet.

13, 14, 31, 32 sind Hilfskontakte.

Die Endziffern 3–4 kennzeichnen einen Schließer

Die Endziffern 1–2 kennzeichnen einen Öffner

E1 und E2 sind Anzeigelampen und kennzeichnen die Ausgänge Q1 und Q2.

An Stelle der Lampen können auch andere elektrische Verbraucher geschaltet werden.

Diese Schaltung bezeichnet man als „UND-Schaltung“. Erst wenn beide Taster S0 UND S1 gedrückt sind, zieht der Schütz an und schließt den Hilfskontakt 13-14, wobei der Hilfskontakt 31–32 geöffnet wird.

Dieser Plan ist der so genannte Steuerkreis, wobei in den meisten Fällen vor dem Taster S0 eine Sicherung geschaltet wird.

L stellt die Phase dar (beispielsweise 24V AC=Wechselstrom–Leiterfarbe schwarz oder braun).

N stellt den so genannten Neutralleiter dar (Leiterfarbe blau)

)

Dauerkontaktgeberschaltung

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L1 L2 L3 N F1 K1 E1 Hauptstromkreis
L1
L2
L3
N
F1
K1
E1
Hauptstromkreis

L

N

F2

S0 A1 K1 A2 Steuerkreis Spule
S0
A1
K1
A2
Steuerkreis
Spule

Wenn der Schalter S0 geschlossen wird, erhält die Spule des Schütz K1 eine Spannung, zieht an und das Schütz K1 schaltet, der Verbraucher E1 wird eingeschaltet. Der Verbraucher E1 wird ausgeschaltet, wenn auch der Schalter S0 geöffnet wird.

Ersetzt man den Schalter durch einen Taster, ändert sich ein wenig das Schaltvermögen. Man erhält einen so genannten Tipp-Betrieb. Das bedeutet, dass das Schütz nur so lange schaltet, wie der Taster gedrückt wird. Das Schütz fällt jedoch ab, wenn der Taster losgelassen wird.

Diese Schaltung verwendet man sehr häufig, um mit geringen Steuerstömen große Lasten

(große Ströme, Heizung, Beleuchtungen,

) zu steuern.

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Dauerkontaktschaltung

L1 35 Dauerkontaktschaltung N F1 Hauptkontakte 1 21 S0 2 22 13 S1 Hilfskontakte 14 A1 K1

N 35 Dauerkontaktschaltung L1 F1 Hauptkontakte 1 21 S0 2 22 13 S1 Hilfskontakte 14 A1 K1

F1 Hauptkontakte 1 21 S0 2 22 13 S1 Hilfskontakte 14 A1 K1 A2 E1
F1
Hauptkontakte
1
21
S0
2
22
13
S1
Hilfskontakte
14
A1
K1
A2
E1
Steuerstromkreis
Hauptstromkreis
Schutzsicherung

An Stelle des Verbrauchers (Lampe) kann auch ein Motor angeschlossen werden. Wird der Schalter S1 gedrückt, so schaltet das Schütz K1 die Hauptkontakte (Schließer) 1-2 werden geschlossen, der Verbraucher (Lampe) ist eingeschaltet, die Lampe leuchtet (der Motor läuft).

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36

Selbsthalteschaltung

L1

F1 S0 1 2 Öffner 1 Last 2 Schließer 13 K1 Schließer S1 14 Hilfskontakte
F1
S0
1 2 Öffner
1
Last
2
Schließer
13
K1
Schließer
S1
14
Hilfskontakte von K1
A1
K1
E1
A2
N
Steuerstromkreis
Hauptstromkreis

Wenn jetzt der Taster S1 (Schließer) gedrückt wird, werden die beiden Hilfskontakte, die S1 überbrücken, geschlossen (Schließer), die beiden Hilfskontakte 13-14 sind parallel zu S1 (ODER). Daher schaltet das Schütz K1 und schließt die Hauptkontakte 1-2. Der Schaltzustand „geschlossen“ bleibt aufrecht.

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Selbsthalteschaltung mit 2 Ein - und Austaster

F1

L S0 1 Öffner 2 11 S1 23 K1 2 1 Öffner 12 K1 24
L
S0
1
Öffner
2
11
S1
23
K1
2 1 Öffner
12
K1
24
13
S3
S2
K1
14
A1
K1
E1
E2
A2
N
Hilfskontakte von K1
Hilfskontakt

Wird ein Taster S3 ODER S2 betätigt, zieht das Schütz an, die Hilfskontakte 13-14; 23-24 schließen und 11-12 öffnet.

Die Hilfskontakte 13-14, 23-24 sind Schließer und der Hilfskontakt 11-12 ist ein Öffner.

Das bedeutet, dass E1 leuchtet und E2 leuchtet nicht.

Dipl. Päd. SR Johann Krafczyk

2007/08

38

Thermische Überstromauslöser

Eine einfache Befehlssteuerung mit einem Motor

L1

F1 1 3 5 K1
F1
1
3
5
K1

L2

L3

M1

2 4 6 1 3 5 2 4 6 V U W M AC 3
2
4
6
1
3 5
2
4 6
V
U
W
M
AC 3
(Wechselstrom)

N

Strompfad 1 (Hauptstromkreis)

F3 L F2 95 97 96 98 S1 1 2 1 S2 2 3 13
F3
L
F2
95 97
96 98
S1
1
2
1
S2
2
3
13
S3
3 S4
K1
4
4
14
A1
K1
A2
E1
3
2
Strompfad 2
Strompfad 3

Vom Vorteil und der besseren Übersicht wegen, trennt man umfangreiche Schaltungen in so genannte Strompfade auf:

Strompfad 1 wäre demnach der Hauptstromkreis Strompfad 2 und 3 der Steuerstromkreis, wobei der Strompfad 3 nur den Anzeiger hat, also das Ergebnis des Strompfades 2 liefert.

Zusätzlich wird dann noch beim Steuerkreis, Strompfad 2 die Anzahl der Öffner und Schließer an gegeben:

E

S

Ö

1

2

-