APR MAI JUN JUL AUG SEP OKT GRENZEN.

LOS MAKABER MUSIK – KUNST – MEDIZIN Berndorf, Enzenreith
Ein Bogen über fünf Jahrhunderte Medizingeschichte Musik, Ausstellung, Foto, Film, Multimedia, Literatur Konzertante Uraufführung PROJEKT / VERANSTALTER: KlangArt.at PROJEKTLEITUNG: Beatrix Günczler ORTE: 2560 Berndorf (Bezirk Baden), Pfarrheim St. Margareta, Harlless-Straße 4 2640 Enzenreith (Bezirk Neunkirchen), Kulturhaus Enzenreith, Schulstraße 101 PROGRAMM & TERMINE: Sa 19. Mai 18 Uhr in Berndorf, Vernissage: Steinlazarett (Michael Kos), Geruchsbar, Tastkino, Poster; Ausstellung im Zuge des Programms jeweils am 19. 5. und 8. 9. Konzertante Uraufführung von Marais´ „Le Tableau de l’Opération de la Taille“ in einer modernen Bearbeitung von Richard Graf, begleitet von Eva Flatschers LIGHTPAINTING und Visualisierungen durch Winnie Jakob. Sa 8. September 18.30 Uhr in Enzenreith, Finissage der Ausstellung und konzertante Aufführung von Marais´ „Le Tableau de l’Opération de la Taille“. MITWIRKENDE: Sprecher: Olaf Scheuring, Musiker: Eva Fürtinger und Ensemble Phoebus, Richard Graf (Komposition, Gitarre und Electronics), Karikaturen und Zeichnungen: Winnie Jakob, LIGHTPAINTING: Eva Flatscher, Skulpturen: Michael Kos, Medizinische Fachberatung: Beatrix Günczler, Technik: Felix Büchler KARTEN & INFO: Eintritt: freie Spende Info: 0664/262 52 68 beatrix.guenczler@wienkav.at Alle Daten im Internet: www.viertelfestival-noe.at/grenz-makaber

SA 19. 5. UND SA 8. 9. 2007

Bild: Felix Büchler

VON SCHMERZHAFTEN SCHNITTEN UND IHRER ÜBERWINDUNG Die Idee entstand aus einer intensiven Beschäftigung mit barocker Musik. Beim Studium von Marin Marais’ „Pièce de viole“ entdeckte Eva Fürtinger sein musikalisches Gemälde „Le Tableau de l’Opération de la Taille“ und kam gemeinsam mit der Medizinerin Beatrix Günczler auf eine Idee: Die geschichtliche Tatsache der operativen Entfernung eines Blasensteines bei Marais im Jahr 1716 wird zur Grundlage einer ironisch-grotesken Beschreibung dieser damals sehr schmerzhaften und grausigen Prozedur. Unter dem Einfluss von Heilkräutern, Elixieren und Tinkturen erlebten Patienten damals wie heute eine irreal-subjektive Version der Ereignisse. Die einschläfernden, teils betäubenden und doch zugleich Schwindel erregenden Fantasien werden für das Publikum musikalisch und „mit allen Sinnen“ erfahrbar gemacht. Im Tastkino wird die menschliche Anatomie auf originelle Weise greifbar – tastbar – gemacht. Die Geruchsbar vermittelt dem Besucher Impressionen von Gerüchen rund um eine Operation. Genähte Steine, Skulpturen von Michael Kos, begleiten die Darstellungen. Olaf Scheuring führt mit heiteren und makabren Texten durch das Programm. Moderne Kompositionen spannen gemeinsam mit Arbeiten von bildenden Künstlerinnen durch die Transformation der Musik von Marais in zeitgenössische Ausdrucksformen den Bogen zu heutigen Hightech-Operationstechniken wie Videotechnik und endoskopischen Laparotomien (Knopflochoperationen).

58