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Einführung in die FEM

Prof. Zehn

SS 2014

4. Superelement-/ Substrukturtechnik

4.1. Substrukturierung

I II III IV
I
II
III
IV

4 Substrukturen

Verbindungs- oder Externknoten Index „e“ –ext. Freiheitsgrade alle anderen sind lokale oder interne Knoten Index „l“ – lokale Freiheitsgrade

Unterteilung des Gesamtnetzes in Teilnetze (Gebiete). Für jedes Gebiet wird nun

eine Elementsteifigkeitsmatrix aufgebaut.

In der folgenden Darstellung werden für die Struktur i die lokalen und externen

Freiheitsgrade separiert.

K v

i

i

=

K

K

ll

el

K   v

K

 

 

le

ee

l

v

e

=

f

l

f

e

= f

i

Struktur „i

K

el

= K

T

le

(1)

Die Lasten sind ebenfalls in „lokal“ und „extern“ getrennt worden.

4.2. Superelementbeziehung

Das erste Teilsystem aus Gleichung (1) ist

(2)

K

ll

v

l

+ K

le

v

e

= f

l

und das zweite Teilsystem ergibt sich mit

K

T

le

v

l

+ K

le

v

e

= f

e

(3)

(2) auflösen nach v l ergibt

v

l

= K

ll

1

(

f

l

K

le

v

e

)

Cholesky-Zerlegung

v

l

=

R

l

1

R

-1

l

T

f

l

R

l

1

R

-1

l

T

K

le

K

v

e

ll

=

R

T

l

R

l

(4)

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Einsetzten in Gl. (3)

( T T ) + T 1 -1 1 -1 K R R f R
(
T
T
) +
T
1
-1
1
-1
K
R
R
f
R
R
K
v
K
v
=
f
le
l
l
l
l
l
le
e
ee
e
e
(
T
)
T
T
1
-1
T
1
-1
K
K
R
R
K
v
=
f
K
R
R
f
ee
le
l
l
le
e
e
le
l
l
l
K
v
=
f
(5)
e
e
e

Gleichungen (5) stellt die Elementsteifigkeitsbeziehungen eines „Superelements“

oder „Makroelements“ dar, das wie ein gewöhnliches Element weiter behandelt

werden kann. Die Anzahl der Freiheitsgrade des Superelements ergibt sich aus der

Zahl der Freiheitsgrade der Substrukturexternknoten. Für die Aufwandsreduzierung

der Cholesky-Zerlegung (4) und für die rationelle Ermittlung von

K und

e

f

e

ist eine

Bandweitenoptimierung von

K ll

(siehe Kapitel 3.1.2) ebenfalls sinnvoll.

4.3. Rationelle Bestimmung von

K

e

und

f

e

R

R

l

T

l

R

R

l

T

l

T 1

K

le

Y

le

=

Y

le

=

K

le

1

T

f

Z

l

l

=

=

f

Z

l

l

symm. R T l Y le Z l 0 Vorwärtseinsetzten
symm.
R
T l
Y le
Z l
0
Vorwärtseinsetzten

=

K le f l
K le
f l

Aus Gleichung (5) folgt nunmehr

K

f

e

=

e

=

f

K

e

ee

(

R

l

(

R

1

T

l

1

K

T

K

le

)

T

le

)

T

R

l

R

l

1

T

f

1

l

T

K

=

f

le

e

=

K

T

le

Y

ee

Z

l

T

le

Y

Y

le

damit ist keine Inversion der Matrix K ll erforderlich, somit ist die Bandstruktur von K ll

sinnvoll auszunutzen. Die Superelementmatrizen können nun mit einfachen

Elementen und/oder anderen Superelementen zu einer neuen Struktur verbunden

werden, der sogenannten Hyperstruktur. Wobei auch eine mehrstufige Substruktur-

technik anwendbar ist, worin Superelemente (und Einzelelemente) wieder zu neuen

Substrukturen zusammen gefaßt werden, aus denen dann ebenfalls ein Superele-

ment gebildet werden kann.

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Für das Eingangs gezeigte ebene Beispiel (4 Substrukturen, einstufig, ohne

Einbeziehung von Einzelelementen) würde aus den 4 Superelementen der Struk- turen I-IV die Hyperstruktur V gebildet (18 externe Knoten = 36 Freiheitsgrade).

Die Lösung des Gleichungssystems für die Hyperstruktur V liefert die

Verschiebungen für die externen Knoten

K = f e v e e
K
= f
e v
e
e

Hyperstruktur

Nach Sortierung von v e in den jeweiligen Vektor der „externen“ Verschiebungen der

Strukturen v e kann eine Rückrechnung für die entsprechenden lokalen

Verschiebungen v l mit 1 ( 1T 1T ) v = R R f R
Verschiebungen v l mit
1
(
1T
1T
)
v
=
R
R
f
R
K
v
l
l
l
l
l
le
e
1
v
=
R
(
Z
Y
v
)
l
l
l
le
e
W
R
v
= W
„Rückeinsetzen“
l
l

erfolgen. Mit den vollständig bestimmten Verschiebungen lassen sich nun auch die

Spannungen in den Strukturen berechnen.

Wichtig:

Randbedingungen an lokalen Knoten müssen schon vor Berechnung von

K

e

in

K

ll

„eingebracht“ werden.

Das Gleichungssystem der Hyperstruktur hat eine wesentlich kleinere Dimension als das „Gesamtsystem“. Die Substrukturtechnik stellt somit mathematisch gesehen eine

segmentierte Gleichungslösung dar.

4.4. Vorteil der Substruktur-/Superelementtechnik

1. Geringerer Speicherbedarf (und damit in der Regel auch geringer

Rechenaufwand), da die Bandweiten der Teilstrukturen wesentlich kleiner werden können (z.B. Auftrennen von ringförmigen Strukturen),

2. Gleichartige Strukturen brauchen nur einmal aufgebaut und berechnet zu werden, können auf der Superelementebene durch Koordinatentransformation in die

Hyperstruktur eingefügt werden,

3. Variantenrechnung ( Veränderung nur einzelner Strukturen) lassen sich mit

geringeren Aufwand realisieren und

4. Parallelrechentechnik begünstigt den Einsatz von Substrukturtechnik

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