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TETRA

ENERGIE

Nachrichten

aus der Energiewirtschaft in Osteuropa und Asien

Elektronischer Nachrichtendienst

Ausgabe 11 November 2014

Herausgeber:

Dipl.-Ing. Jürgen Kraemer Allee der Kosmonauten 28 12681 Berlin Tel. 0179 321 8586

Inhalt der Ausgabe

Entwicklung der Kernenergie in Russland unverändert

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Erfolgreiche Entwicklung der Kernenergie in Südasien

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KKW Ruppur in Bangladesh

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Acht Kernkraftwerksblöcke im Iran

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Rosneft verhandelt mit chinesischen Partnern über den Tausch von Anteilen

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Lebensdauerverlängerung für RBMK Reaktoren

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China und Kanada wollen die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kernenergie ausweiten

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Wasserkraftwerk Sajano Shushensk nach der Havarie wieder voll in Betrieb

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Rosatom erwägt aktivere Eigengewinnung von Uran ab 2020

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Rosenergoatom und EDF verständigten sich über eine Erweiterung ihrer Zusammenarbeit

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Russisch-französische Zusammenarbeit bei der Projektierung eines Brutreaktors mit schnellen Neutronen

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Abkommen zwischen Armenien und Russland über einen Kredit zur Modernisierung des Armenischen KKW

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Russland liefert 2015 der Ukraine Kernbrennstoff für die Kernkraftwerke

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Rosatom ist bereit, die gemeinsamen Arbeiten mit den USA über neue Projekte neu aufzunehmen

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Die Einnahmen des Unternehmens Atomflotte erhöhen sich in diesem Jahr auf 2,6 Mrd.

Rub

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Entwicklung der Kernenergie in Russland unverändert

Aus dem Entwurf des langfristigen Entwicklungsprogramms bis 2020 von Rosatom 1 Radikale Veränderungen im Kernenergieprogramm Russlands bis 2020 sind nicht zu erwarten, die Abkühlung der Beziehungen zwischen Russland und den westlichen Staaten hatte bisher fast keine Auswirkungen auf den Staatskonzern Rosatom.

Der Entwurf des Programms zur langfristigen Entwicklung von Rosatom wurde Ende Oktober im Expertenrat der Regierung behandelt, er wird jetzt den Unternehmen und bis zum

1. Dezember der Regierung vorgelegt.

Auf dem Gebiet der Stromerzeugung werden auf der Grundlage der langfristigen Verträge und Abkommen 11 Blöcke in russischen KKW in Betrieb genommen und 6 Blöcke im Ausland (KKW Tianwan in China, KKW Kudankulam in Indien, KKW Akkuju in der Türkei und KKW Belorus). Im Ausland rechnet Rosatom mit der Erweiterung seines Servicedienstes von 7 % des Umsatzes auf 15 %. Auf dem Gebiet der Urananreicherung will Rosatom auf der Grundlage der langfristigen Verträge seinen Anteil von 37 % erhalten bei einer Steigerung der absoluten Menge um 19 %/a. Außerdem rechnet Rosatom mit einer Zunahme von Verträgen auf den Gebieten der Nuklearmedizin, der Wärmeerzeugung und der Meerwasserentsalzung, jedes davon soll 2030 einen Jahresumsatz von mindestens 10 Mrd. Rubel erbringen. Im langfristigen Programm wird erstmals das Risiko durch die politische Einflussnahme bei der Auswahl der Lieferanten für nukleare Technologien erwähnt. Außerdem hängen die neuen Projekte stark von der staatlichen Finanzierung ab.

Anastasija Foicheva, aus Kommersant vom 21. Oktober 2014

Erfolgreiche Entwicklung der Kernenergie in Südasien

KKW Kudankulam in Indien Das physikalische Anfahren des Block 2 im KKW Kudankulam wird Ende 2014 erwartet. Der

1. Block hatte am 7. Juni 2014 seine volle Leistung erreicht.

Gegenwärtig wird an einem Rahmenabkommen und an den Verträgen zur Errichtung der 2. Baustufe mit zwei weiteren Blöcken gearbeitet. Am 27. Oktober weilte der indische Botschafter in Russland, Herr Pundi Srinivasan Raghavan, zu einem Arbeitsbesuch im KKW Novo Voronesh. Er informierte sich über die

1 Siehe hierzu auch das Interview mit dem Generaldirektor von Rosatom in unseren Nachrichten N°10

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Errichtung der Blöcke 6 und 7 sowie über das Ausbildungszentrum mit dem Kernkraftwerkstrainer. Der Botschafter betonte, dass Indien gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Russland bei der Errichtung der 1. Baustufe des KKW Kudankulam hat.

bei der Errichtung der 1. Baustufe des KKW Kudankulam hat. KKW Kudankulam, Blöcke 1 und 2

KKW Kudankulam, Blöcke 1 und 2 www.nuclear.ru vom 28. Oktober 2014

KKW Ruppur in Bangladesh

Gegenwärtig laufen Verhandlungen zur Vorbereitung der Errichtung des KKW Ruppur in Bangladesh. Abgeschlossen wurden Verträge für das technische Projekt, den Umweltbericht und die Einrichtung des Baustelle. www.nuclear.ru vom 28. Oktober 2014

Acht Kernkraftwerksblöcke im Iran

Im Ergebnis von Verhandlungen in Moskau unterzeichneten der Generaldirektor von Rosatom, Sergei Kirienko, und der iranischen Vizepräsident und Leiter der Kernenergieorganisation, Ali-Akbar Salechi, am 11. November in Moskau ein Protokoll zum Regierungsabkommen vom 25. August 1992. In dem Protokoll ist die Errichtung von 8 Kernkraftwerksblöcken im Iran vorgesehen – 4 Blöcke vom Typ WWER im KKW Busher und 4 Blöcke an einem neuen Standort. Dabei verpflichteten sich die Seiten, einen möglichst großen Teil der Aufträge an iranische Unternehmen zu vergeben.

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Weiterhin vereinbarten die Seiten, dass der Kernbrennstoff für diese Blöcke während der gesamten Betriebszeit durch die russische Seite geliefert wird. Sie vereinbarten jedoch trotzdem die Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Kernbrennstoffzyklus und wollen prüfen, in wie weit die Herstellung von Elementen des Kernbrennstoffs für diese Blöcke durch iranische Unternehmen wirtschaftlich ist. Weiterhin wurde die Ausbildung von Fachkräften für den Betrieb und die Wartung der Blöcke sowie für die Aufsichtsbehörde und den Strahlenschutz vereinbart. www.nuclear.ru vom 11.11.2014

Strahlenschutz vereinbart. www.nuclear.ru vom 11.11.2014 KKW Busher, Block 1 Rosneft verhandelt mit chinesischen

KKW Busher, Block 1

Rosneft verhandelt mit chinesischen Partnern über den Tausch von Anteilen

Russlands größter Ölkonzern Rosneft verhandelt mit chinesischen Partnern über einen Tausch von Aktien, das teilte Rosneft-Chef, Igor Sechin, am 29. Oktober in der sibirischen Stadt Tomsk mit. „Unsere chinesischen Partner bekunden Interesse an einem Einstieg in Förderprojekte in Russland, und auch wir wollen an chinesischen Konzernen teilhaben“, sagte Sechin. In der Vorwoche hatte er mitgeteilt, dass Rosneft China bis zu 10 % der Anteile an einem Projekt zur Erschließung des Gaskondensatfeldes Wankor anbieten könnte.

Anfang September hatte Russlands Präsident, Vladimir Putin, bei einem Treffen mit Chinas Vizepremier, Zhang Gaoli, gesagt, Moskau unterstütze Pläne zu einer Beteiligung chinesischer Unternehmen an Förderprojekten im Norden Russlands.

www.rianovosti vom 29. Oktober 2014

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Lebensdauerverlängerung für RBMK Reaktoren

Rosatom informierte, dass Block 1 des KKW Leningrad, der 45 Betriebsjahre erreicht hat, nach der Modernisierung gründlich untersucht wurde. Der Block war 1975 in Betrieb genommen worden und soll bis 2019 am Netz beleiben. Die erfolgreiche Lebensdauerverlängerung an diesem RBMK 1000 Block zeigt, dass Russland analoge Nachrüstungen an allen 11 RBMK-Blöcken durchführen kann und einige dieser Blöcke einen Betrieb bis 2020 erreichen könnten.

Der Generaldirektor von Rosatom, Sergei Kirienko, erklärte bei der Vorlage des Jahresberichts für 2013, dass die gelungene Modernisierung des RBMK 1000 Blockes 1 im KKW Leningrad mit der Umgestaltung der Brennstoffkanäle das wichtigste Ergebnis des Jahres 2013 war. Es sollen nunmehr alle RBMK Blöcke auch in den KKW Kursk und Smolensk nachgerüstet werden.

Der Block 1 des KKW Leningrad war 18 Monate außer Betrieb, nachdem Deformationen an den Graphitblöcken festgestellt wurden.

Oliver Adelman, London, gekürzt aus nucleonics week N° 45, vom 6. November 2014

China und Kanada wollen die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kernenergie ausweiten

China und Kanada wollen die Zusammenarbeit auf dem Gebiet der Kernenergie ausweiten, das wurde in einem Memorandum of Understanding auf dem Gebiet der Kernenergie zwischen dem Ministerium für Naturressourcen Kanadas und dem chinesischen Energieministerium vereinbart, das im Rahmen der Verhandlungen des Premierministers Kanadas, Steven Harper mit dem chinesischen Ministerpräsidenten, Li Kezian, in Peking unterzeichnet wurde. www.nuclear.ru vom 11.11.2014

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Wasserkraftwerk Sajano Shushensk nach der Havarie wieder voll in Betrieb

Am 12. November wurde der letzte der 10 Blöcke des Wasserkraftwerks Sajano Shushensk nach der Havarie von 2009 im Rahmen einer Videokonferenz des russischen Präsidenten an das Netz geschaltet.

des russischen Präsidenten an das Netz geschaltet. Wasserkraftwerk Sajano Sushensk am Fluss Jennissei Im

Wasserkraftwerk Sajano Sushensk am Fluss Jennissei

Im Wasserkraftwerk Sajano Sushensk havarierte am 17. August 2009 der Block 2, das Kraftwerksgebäude wurde überflutet, und es kamen 75 Mitarbeiter ums Leben. (Wir berichteten damals in unserem Bulletin). Auch alle anderen Blöcke wurden beschädigt.

Die Beseitigung der Schäden wurde 2009 begonnen, und 2010 konnten in einer ersten Etappe 4 Aggregate wieder in Betrieb genommen werden. Gleichzeitig wurden Arbeiten am Staudamm und den hydrotechnischen Anlagen zur Bewältigung extremer Wassermengen durchgeführt. Mit dem Abschluss der Arbeiten erreichte das Wasserkraftwerk am 12. November wieder seine volle Leistung von 6400 MW.

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Der havarierte Block 2 Die Familien der Opfer erhielten finanzielle und soziale Unterstützung, 20 Familien

Der havarierte Block 2

Die Familien der Opfer erhielten finanzielle und soziale Unterstützung, 20 Familien konnten Häuser beziehen.

ITAR-TASS vom 12. November 2014

konnten Häuser beziehen. ITAR-TASS vom 12. November 2014 Das Sajangebirge und der Fluss Jennissei mit dem

Das Sajangebirge und der Fluss Jennissei mit dem Stausee

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Rosatom erwägt aktivere Eigengewinnung von Uran ab

2020

Russische Unternehmen können die eigene Urangewinnung ab 2020 aktivieren, sollten sich die geopolitischen Risiken zuspitzen, das teilte die zum Staatskonzern Rosatom gehörende Uranholding Atomredmetzoloto (ARMZ) am 19.11.2014 in Moskau mit. „Die Rohstoffbasis der russischen Atomwirtschaft reicht aus, um reibungslose Uranlieferungen von 60 Jahren zu sichern“, erklärte der ARMZ-Generaldirktor, Vladimir Werchowzew.

Die 1991 gegründete ARMZ-Holding verwaltet alle russischen Uran fördernden Unternehmen und zählt zu den fünf weltgrößten Uranproduzenten. Der Konzern realisiert auch mehrere Projekte in Kasachstan. 100 % der ARMZ-Aktien werden vom Staatskonzern Atomenergoprom gehalten, der seinerseits vom Dachkonzern Rosatom kontrolliert wird. 2013 hatte ARMZ in Russland und im Ausland 8200 t Uran gewonnen.

www.ria novosti.ru vom 12.11.2014

Rosenergoatom und EDF verständigten sich über eine Erweiterung ihrer Zusammenarbeit

In Moskau fand am 20. November eine Sitzung des Koordinierungskomitees zur Zusammenarbeit zwischen den Konzernen Rosenergoatom und Electricite de France (EdF) anlässlich des 20. Jahrestages der Zusammenarbeit der beiden Unternehmen statt. Auf der Sitzung wurden die Ergebnisse der Zusammenarbeit im ablaufenden Jahr behandelt und Maßnahmen für 2015 beraten. Vorgesehen sind folgende Gebiete: Betrieb der Kernkraftwerke, neue Kernkraftwerksprojekte, schnelle Brutreaktoren, Inspektionen und Kontrolle zur nuklearen Sicherheit und Strahlenschutz, Qualifizierung des Personals, Einkauf, zivile Haftung bei Schäden und Versicherung, Leitung und Verwaltung sowie zukünftige Entwicklung. Neu wurden zwei Arbeitsschwerpunkte aufgenommen: Forschung und Entwicklung sowie Stilllegung und radioaktive Abfälle. Es wurde ein Protokoll über die Verlängerung des bestehenden Abkommens und die Erweiterung der Zusammenarbeit unterzeichnet. www.ria novosti vom 20. November 2014

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Russisch-französische Zusammenarbeit bei der Projektierung eines Brutreaktors mit schnellen Neutronen

Am 20. November tagte außerdem die russisch-französische Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines russisch-französischen Reaktors der 4. Generation auf Basis schneller Neutronen mit Natrium als Kühlmittel (Projekt RFFR – Russian-French Fast Reaktor). Von russischer Seite nahmen Vertreter von Rosatom und des Forschungsinstituts OKBM Afrikantov teil und von französischer Seite Vertreter von CEA, der Gruppe AREVA und der französischen Botschaft in Moskau. www.ria novosti.ru vom 20. November 2014

Abkommen zwischen Armenien und Russland über einen Kredit zur Modernisierung des Armenischen KKW

Die Armenische Regierung bestätigte am 19. November den Entwurf eines Abkommens mit Russland über die Bereitstellung eines Kredits zur Finanzierung der Modernisierung und Lebensdauerverlängerung des Armenischen KKW. Die Modernisierung des Blockes 2 soll in der Zeit zwischen 2015 und 2018 durchgeführt werden. Die „projektierte Lebensdauer“ des Blockes 2 läuft 2016 ab. Von russischer Seite wurde die Firma „Rosatom Service“ mit der Realisierung beauftragt. www.ria novosti.ru vom 20. November 2014

Firma „Rosatom Service“ mit der Realisierung beauftragt. www.ria novosti.ru vom 20. November 2014 KKW Armenien 10

KKW Armenien

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Die 2 Blöcke WWER 440 des KKW Armenien gingen 1976 bzw. 1980 in Betrieb. Nach dem Erdbeben im Jahr 1988 wurden beide Blöcke 1989 vorsorglich abgeschaltet. Das Erdbeben hatte jedoch keine Schäden im Kernkraftwerk verursacht. Nach gründlicher Untersuchung und Realisierung eines Sicherheitsprogramms wurde Block 2 im November 1995 wieder in Betrieb genommen. Anm. der Redaktion

Russland liefert 2015 der Ukraine Kernbrennstoff für die Kernkraftwerke

Die Kernbrennstoffgesellschaft TVEL hat einen Vertrag über die Lieferung des Kernbrennstoffs für die ukrainischen Kernkraftwerke für 2015 abgeschlossen, erklärte der Generaldirektor von Rosatom, Sergei Kirienko, am 21. November. „Ungeachtet der nicht ganz einfachen Beziehungen hat die russische Seite bisher alle Kernbrennstofflieferungen für die ukrainischen Kernkraftwerke durchgeführt, und die ukrainische Seite hat alle Lieferungen bezahlt. Für das nächste Jahr wurde ein Vertrag über alle erforderlichen Lieferungen abgeschlossen.“ Im Juni 2010 hatte die Firma TVEL und die ukrainische Energoatom einen langfristigen Vertrag für die Kernbrennstofflieferungen für die ukrainischen KKW über deren gesamte Lebensdauer abgeschlossen. www.nuclear.ru vom 21.November 2014

Rosatom ist bereit, die gemeinsamen Arbeiten mit den USA über neue Projekte neu aufzunehmen

Rosatom ist bereit, die Zusammenarbeit mit den USA auf dem Gebiet der friedlichen Nutzung der Kernenergie fortzuführen, das erklärte der Generaldirektor von Rosatom, Sergei Kirienko am 21. November bei einer Vorlesung am Forschungsinstitut MIFI. „Die USA hatten erklärt, dass sie vorübergehend die Arbeiten an einer Reihe von langfristigen Projekten eingestellt haben. Rosatom ist bereit, die Zusammenarbeit wieder aufzunehmen, sobald die amerikanische Seite ihr Einverständnis erklärt.“ „Alle mit den USA unterzeichneten Abkommen und Verpflichtungen werden eingehalten. Die Kernenergie darf nicht von der politischen Konjunktur abhängig gemacht werden,“ sagte Kirienko. www.nuclear.ru vom 21. November 2014

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Die Einnahmen des Unternehmens Atomflotte erhöhen sich in diesem Jahr auf 2,6 Mrd. Rub.

Die Einnahmen des Unternehmens Atomflotte erhöhen sich in diesem Jahr auf 2,6 Mrd. Rub., erklärte der Generaldirektor von Rosatom, Sergei Kirienko anlässlich einer Vorlesung am Forschungsinstitut MIFI. Das ist das Fünffache seit der Übernahme von Atomflotte im Jahr 2008. „Damals betrug der Transportumfang über den nördlichen Seeweg etwas mehr als 100 t, in diesem Jahr werden wir etwa 800 00 t erreichen“. www.nuclear.ru vom 21. November 2014

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