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28. Fe b ruar 2015, 16:06 Uhr Steuererklärung Hier winkt die richtig dicke Kohle Von

28. Februar 2015, 16:06 Uhr

Steuererklärung

Hier winkt die richtig dicke Kohle

Von Hermann-Josef Tenhagen

Sie brauchen noch Taschengeld für den Urlaub? Dann machen Sie doch Ihre Steuererklärung. Handwerkerbelege, Arztrechnungen, Fahrtkosten - Sie können sich mehr zurückholen, als Sie denken.

Eine Sonderzahlung oder etwas Taschengeld für den Urlaub gefällig? Der größte Geldtopf für Arbeitnehmer wartet dieser Tage beim Finanzamt. Bürger, die dort ihre Einkommensteuererklärung abgeben, bekommen nach Angaben der Steuerbehörden und des Bundes der Steuerzahler im Schnitt zwischen 800 und 1000 Euro vom Fiskus zurück. Mancher Lohnsteuerhilfeverein spricht gar von 1100 Euro.

Aber bei Weitem nicht alle Steuerzahler tun es - etwa ein Drittel macht keine Steuererklärung und verzichtet damit auf die Chance zur Rückzahlung. Andere wiederum tun es nicht direkt in den ersten zehn, zwölf Wochen des Jahres, sondern gewähren dem Finanzminister über lange Monate ein zinsloses Darlehen. Das ist unnötig. Und es wird zum wirtschaftlichen Unfug, wenn der Steuerzahler gleichzeitig womöglich knietief im Dispo steckt und dafür zehn Prozent Zinsen zahlt.

Immerhin 90 Prozent der Steuererklärungen führen dazu, dass der Staat Geld zurückzahlt. Also reißen Sie sich am Riemen und tun Sie's. Es ist gar nicht so schwer. Wer seine Steuererklärung schon ein- oder zweimal selbst gemacht hat, kann heute mit der vom Finanzamt zur Verfügung gestellten Elster-Software seine Steuererklärung mit wenig Aufwand selbst erstellen und das Geld zurückholen.

Wo winkt die Kohle?

Und wer es nicht selbst machen will, teilt sich den Reibach eben mit seinem Lohnsteuerhilfeverein oder dem Steuerberater. Die machen die Arbeit gern und leben recht gut davon.

Aber wo winkt bei der Steuererklärung die richtig dicke Kohle? Im Kern da, wo man im vergangenen Jahr viel Geld ausgegeben hat: Bei den Kosten rund um die Arbeit, rund um die Wohnung, rund um die Familie und rund um die Gesundheit.

Kosten, die mit der Arbeit zu tun haben und die man steuerlich geltend machen kann, nennt das Finanzamt Werbungskosten. 1000 Euro Arbeitnehmer-Pauschbetrag gesteht der Fiskus von sich aus jedem Arbeitnehmer zu. Dafür muss man keine Belege sammeln.

Belege sammeln lohnt sich!

Werbungskosten beginnen schon auf dem Weg zur Arbeit. Wer 15 Kilometer von der Arbeitsstelle entfernt wohnt, kann für jeden der 220 Arbeitstage im Jahr für jeden Entfernungskilometer 30 Cent von der Steuer absetzen: Das macht 990 Euro. Wer weiter als 15 Kilometer fährt, hat quasi automatisch mehr Werbungskosten, als die Pauschale vorsieht.

Auch das Belegesammeln lohnt sich: ein Schreibtisch, Arbeitsschuhe, ein Computer, eine Fortbildung auf eigene Kosten und natürlich Kosten für Dienstreisen und doppelte Haushaltsführung. An jedem weiteren Euro Arbeitskosten beteiligt sich der Staat nachträglich, dieses Geld darf man einfach nicht liegen lassen.

Auch Kosten rund um die Wohnung können zu Steuerrückzahlungen führen. Bei praktisch jeder Handwerkerrechnung im eigenen Haushalt können Steuerzahler sich heute Lohn- und Fahrtkosten gesondert ausrechnen lassen und bei der Steuer angeben. Das gilt auch für Mieter. Ein Fünftel dieser

Kosten bekommen sie zurück, bis zu 1200 Euro.

Das mit dem Fünftel ist kein Zufall. Es entspricht ziemlich genau der Mehrwertsteuer. Handwerker sollten gegen Rechnung arbeiten und den Betrag dieser Rechnung auch überwiesen bekommen, damit alles seinen ordentlichen Gang geht.

Ein warmer Geldregen binnen wenigen Wochen

Das gleiche Prinzip gilt auch für Haushaltshilfen. Hier kann man für selbstständige oder angestellte Haushaltshilfen bis zu 20.000 Euro ausgeben und dafür dann die eigene Steuer um bis zu 5000 Euro mindern. Wer außerdem bis zu 6000 Euro Kinderbetreuungskosten zum Beispiel für Kita oder Tagesmutter aufwendet, kann 4000 davon bei der Steuer angeben und absetzen.

Ein bisschen mehr Arbeit sollten Sie sich bei Ihren Gesundheitskosten machen. Bislang müssen Sie relativ viel Geld zum Beispiel für den Zahnarzt ausgeben, damit Sie beim Finanzamt profitieren. Der Staat argumentiert, von Ihren außergewöhnlichen Belastungen dürfe er erst mal einen zumutbaren Betrag abziehen, bevor Sie den Rest bei der Steuer einreichen können.

Dieser Abzug steht vor dem Bundesfinanzhof, dem höchsten deutschen Steuergericht, jetzt auf der Kippe. Deshalb mein Tipp: In der Steuererklärung 2014 alle außergewöhnlichen Belastungen angeben und auf eine Entscheidung des Finanzhofs im Sinne der Steuerzahler hoffen.

Wenn Sie die Steuererklärung am Wochenende fertigstellen, winkt im Normalfall binnen weniger Wochen ein warmer Geldregen. Nutzen Sie das letzte Winterwochenende dafür.

P.S.: Wenn Sie im vergangenen Jahr geheiratet haben und unterschiedlich verdienen, ist eine Steuererklärung ein praktisches Muss. Der Staat belohnt Ihren Mut zur Gemeinsamkeit besonders.

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