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Mein Erlöser lebt

In diesem Traktat geht es um die vollkommene Sicherheit, die jedem Gläubigen in Jesus
Christus geschenkt wird. Er, unser Erlöser, hat am Kreuz auf Golgatha die Frage der Sünde
göttlich geordnet. Als Stellvertreter ging er für die Sünder ins Gericht. Hier erlitt der Heilige
den ganzen Zorn Gottes für unser begangenes Unrecht. Schonungslos musste der Heiland
leiden und alles in Ordnung bringen. Sein Tod war die Sühnung und seine Auferstehung der
Beweis, dass Gott das Opfer seines Sohnes angenommen hat. Damit wurde allen Forderungen
seiner Gerechtigkeit Genüge getan. Nun war der Weg frei, der uns im Evangelium aufgezeigt
wird. Wer ihn betritt, die Schuld bekennt und Jesus als seinen Retter und Erlöser annimmt, ist
geborgen für Zeit und Ewigkeit, weil der Erlöser ja alles geordnet hat.

Drei Zusicherungen sind nun seine Garantie. Die erste lautet: Das Blut Jesu Christi, des
Sohnes Gottes, macht uns rein von aller Sünde, 1. Johannes 1,7. Das ist Heilssicherheit!
Sie gründet sich auf das vollkommene Opfer Jesu. Ihm ist nichts hinzuzufügen. Es kann in
seinem Wert auch nicht erhöht werden. Es ist vollkommen, wie er als Sohn Gottes
vollkommen ist. Es gibt also nichts Zuverlässigeres als das Opfer Jesu, in dem wir geheiligt
werden. Mit einem Opfer sind wir vollkommen gemacht, sagt die Bibel. Der Lebendige, der
zur Rechten Gottes Sitzende, der Hocherhöhte ist die Garantie für unsere Vergebung und
Erlösung. Wer will uns von dieser Liebe scheiden?

Die zweite Zusicherung ist die Heilsgewissheit! Sie beruht auf den göttlichen Zusagen, die er
uns in seinem Wort macht. Nichts ist zuverlässiger als seine Aussprüche. Himmel und Erde
werden vergehen, aber nie und nimmer sein Wort! Gott selbst übernimmt die Garantie. Darum
wirf alle Ängstlichkeit über Bord und stütze dich neu auf die göttliche Zusage: „Fürchte dich
nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein“
(Jesaja 43,1). Der Erlöser lebt! Er lebt für dich und für mich, um die Garantie zu
übernehmen, dass wir einmal mit ihm für immer in der Herrlichkeit sein werden. Er hat
gesagt: Du bist mein, dich habe ich zu meinem Eigentum erkauft! Wer kann es wagen, das
anzuzweifeln? Der Glaube stützt sich darauf und erfreut das Herz Gottes.

Der berühmte englische Maler, Thomas Sidney Cooper, fand im hohen Alter von 86 Jahren
noch Heil und Frieden im Glauben an Jesus Christus. Mit großer Lebendigkeit erfasste er,
trotz des Alters, die großen Segnungen, die ihm durch Gottes Gnade zuteil wurden. Mit 89
Jahren ging er heim zu seinem Erlöser. Während der Krankheit sagte sein Arzt zu ihm: „Alle
fragen mich nach Ihrem Wohlergehen, Herr Cooper.“ Darauf antwortete er: „Das ist sehr
freundlich, aber mir geht es weniger darum, dass die Leute etwas über mein Befinden hören,
als dass sie vernehmen, dass Gott mich durch das Blut seines geliebten Sohnes zu einem
unvergänglichen Erbteil errettet hat, das in den Himmeln für mich aufbewahrt ist. Dorthin
gehe ich bald, um mich mit Christus zu freuen. Ich bin meiner Errettung gewiss. Ich halte das
Wort Gottes schriftlich in Händen und besitze somit von Gott selbst das Zeugnis.“ Ist solche
Gewissheit nicht herrlich? Der Glaube, das Geschenk Gottes, vermittelt diese Gewissheit.
Heilsgewissheit kann sich nur auf das Wort Gottes stützen und berufen.

Nun kommen wir zum dritten Punkt: Dass solche Gewissheit zur Heilsfreude führt, ist wohl
mehr als sicher. Es kann doch keine größere Freude geben als zu wissen: Mein Erlöser lebt!
Er wartet auf mich. Er hat für mich die Stätte im Himmel bereitet. Bald werde ich ihn sehen,
wie er ist! Diese Heilsfreude vermittelt der Heilige Geist. Er ist es, der mir das Opfer und die
Person des Herrn Jesus verklärt vorstellt, der mir das Wort Gottes lebendig macht, sodass ich
die Heilsgewissheit erfassen und dadurch die Freude über Gottes Gnadengeschenk genießen
kann.
Die Heilsfreude löst die Dankbarkeit aus. Ich kann nur für etwas danken, das ich besitze.
Deshalb ist es wichtig, das kostbare Blut Jesu, das für mich am Kreuz geflossen ist, in seinem
ganzen Wert zu erkennen. Kein anderes Heilmittel gibt es im Himmel und auf Erden. Gottes
Sohn allein konnte der Weg zur Erlösung und somit auch der Weg zum Herzen Gottes
werden. Wer sich als Sünder erkennt, und die einzige Erlösung in Anspruch nimmt, der findet
Gnade und Vergebung. Habe ich mir die Gnade im Glauben angeeignet, dann kann die Freude
nicht ausbleiben. Was bleibt nun noch zu tun? Mein Leben lang die Gnade zu preisen und
anderen zu erzählen, was der Herr an mir getan hat.

Doch lässt die Freude nach, oder ist sie verloren gegangen, dann ist Untreue in unserem
Leben der Nachfolge. Dann hat sich die Sünde zwischen mich und den Herrn gedrängt. Hier
geht es nun um das Wort: „Wenn wir die Sünde bekennen, dann ist er treu und gerecht,
dass er uns die Sünde vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit“ (1. Johannes
1,9). Ist solch ein Fall eingetreten, dann wollen wir keinen Augenblick warten, sondern gleich
unsere Knie beugen und dem Herrn die Untreue bekennen. Der Herr wird vergeben, wenn wir
aufrichtig unser Versagen bereuen. In dem Augenblick kehrt die Freude des Heils zurück,
denn: Dein Erlöser lebt!

Josef Kausemann

W0303