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Warum?

Antworten auf die Frage


nach Leid und Tod
ACHTUNG: REDUZIERTE FASSUNG (20 von 44 Seiten)

ist der Versuch, in einem dunklen Zim-


Vorwort mer eine schwarze Katze zu finden,
die gar nicht drin ist.” Die Philosophie
Geht es Ihnen nicht auch oft so? Man lässt nur bestimmte Methoden und
hört von Leid oder sogar Todesfällen Modelle zu, und diese greifen bei der
und findet einfach keine Antwort auf Frage nach Tod und Leid zu kurz; sie
die damit zusammenhängenden Fra- kennt göttliche Offenbarung nicht.
gen: Warum geschieht das, oder war-
um lässt Gott das zu? Weil es so 2. Theologie: Die Theologie ist der
schwer ist, die Frage nach dem Leid zu Bereich, von dem man klassischerweise
beantworten, haben viele Menschen eine Antwort erwarten würde. Sie kann
Probleme an einen liebenden Gott zu aber nur dann Antworten geben, wenn
glauben. Andere nehmen dieses Pro- sie voll und ganz der Bibel verpflichtet
blem als Vorwand Gott radikal abzu- ist. Sie hat sich jedoch entschieden, in
lehnen. der historisch-kritischen Forschung
einen Schwerpunkt zu setzen. Damit
Zu diesem Thema sind schon viele Bü- versucht die moderne Theologie, ihre
cher geschrieben worden. Gibt es einen eigene Grundlage – Gott in seiner All-
Widerspruch zwischen Gottes Allmacht macht, die Bibel als Gottes Wort und
und Güte und dem vielfältigen irdi- Offenbarung, die Beziehung zwischen
schen Leid? Theologie und Philosophie Gott und den Menschen – mit so ge-
haben sich zwar immer wieder dieses nannten wissenschaftlichen Methoden
1. deutsche Auflage 2004 Themas angenommen; es ist jedoch in Frage zu stellen. So ist ihr bei sol-
© der engl. Auflage: lediglich eine "unendliche Geschichte" chem Ansatz, der Entscheidendes der
Why is there Death
and Suffering? daraus geworden. Warum ist das Pro- Offenbarung nur hinterfragt, aber nicht
2001 by Answers in
Genesis, PO Box 6302, blem so schwer lösbar? Ich möchte hier akzeptiert, der Lösungsweg versperrt.
Acacia Ridge, Queens-
land 4110, Australia drei Gründe nennen:
© der deutschen Auflage 3. Evolution: Weiterhin ist unsere Zeit
Missionswerk Werner
Heukelbach, D-51700 1. Philosophie: Die Philosophie ist, von dem Grundgedanken der Evoluti-
Bergneustadt
wie der bekannte Karlsruher Philosoph on geprägt, wonach alles, was wir in
Text: Ken Ham und
Dr. Jonathan Sarfati Hans Lenk treffend sagte, kein Stoff- unserer Welt sehen, aus einem Millio-
Redaktion: Werner Gitt
Übersetzung: Dörte Götz und Ergebnisfach, und darum kann sie nen bzw. Milliarden Jahre währenden
Grafik: Lucian Binder
Druck: Druckhaus auch keine inhaltlichen Lösungen lie- Prozess entstanden sein soll. Auch aus
Gummersbach
fern. Bildhaft drückte es Pablo Cruz dieser Sichtweise fällt es schwer, den
Auflage-Nr.:
IH10 500 0404 1 aus, wenn er meinte: „Die Philosophie Sinn der offensichtlichen Grausamkeit

2
heute und in der Vergangenheit zu und Evangelium. Die Autoren weisen
erklären. überzeugend nach, dass die Erklärung
des Leides allein mittels innerweltlicher
Umso dankbarer bin ich dafür, dass Zusammenhänge zu kurz gedacht ist.
zwei Autoren, Ken Ham und Dr. Jo- Die Dimension der Ewigkeit ist unbe-
nathan Sarfati, die sich in Wort und dingt einzubeziehen.
Schrift als scharfe Denker erwiesen ha-
ben, sich dieser schwierigen Thematik Die vorliegende Arbeit stellt sowohl
angenommen haben. Für sie gelten alle die Verlorenheit des Menschen seit
Fakten und Aussagen der Bibel, und dem Sündenfall als auch die Erlösung
dazu gehört auch die Urgeschichte der durch Jesus Christus deutlich heraus.
Menschheit wie sie in den ersten 11 Damit werden die Ausführungen quasi
Kapiteln der Genesis aufgezeichnet ist. im Nebeneffekt zu einem Rettungsan-
gebot aus der Verlorenheit. Dieses An-
Im ersten Teil der vorliegenden Publi- liegen ist mir ebenfalls wichtig und
kation stellen die Autoren – untermau- darum habe ich, in Absprache mit den
ert durch Aussagen bekannter Personen Autoren, das 9. Kapitel "Die gute
– fest, dass sich viele von Gott abwand- Nachricht” noch um eine praktische
ten, als sie persönliches Leid erfuhren Komponente erweitert, nämlich wie
oder aber keine verbindliche Lösung die Lebensübergabe an Jesus Christus
für dieses existentielle Problem fanden. mit einem Gebet geschehen könnte
Die Autoren stellen zwei sehr unter- und welche Punkte danach zu beach-
schiedliche Geschichtsauffassungen ten wären.
einander gegenüber: eine von der Evo-
lutionslehre herkommende und eine Ich wünsche mir, dass Ihnen diese Bro-
zweite, die biblisch verankert ist. Es schüre dabei hilft, persönliches Leid
gelingt ihnen hierdurch, eine Lösung im Zusammenhang mit den großen
herauszuarbeiten, die in vollem Kon- und guten Plänen Gottes zu sehen und
sens zur Bibel steht. Ein weiterer Grund zu verstehen. Auch wenn wir in dem
für die Möglichkeit einer Antwort auf Heft nicht jede Art des Leids direkt
den folgenden erstaunlich wenig Seiten ansprechen, möchten wir Ihnen den-
ist die gelungene Synthese zwischen noch Mut machen, indem wir grund-
präziser Beobachtung der Wirklichkeit sätzliche Wahrheiten zu diesem Thema
unserer Welt und den biblischen Aus- aus dem Wort Gottes beleuchten. Hinweis: Bibelzitate
überwiegend nach der
sagen bezüglich Schöpfung, Sündenfall Werner Gitt Lutherbibel von 1984.

3
Tod und Leid sind überall tember 2001. Katastrophen sind
allerdings nicht nur ein Zeichen
„Erdbeben fordert 10 000 Op- unserer Zeit. Es ist noch gar nicht
fer in Indien“. so lange her, dass ein Unrechtsre-
„Überschwemmungen in gime sechs Millionen Juden und
Bangladesch – 1000 Tote“. viele andere Menschen vernichtete.
„Flugzeugkollision am Boden- Neben den Schreckensereignissen
see – 71 Tote“. in den Schlagzeilen erlebt aber
„Die Jahrhundertflut an der auch jeder Einzelne von uns früher
Elbe im August 2002“. oder später Leid – seien es Krank-
heit, seelische Nöte, Unfall oder
Schreckliche Ereignisse kommen Tod. Manchmal werden die Lasten
permanent in unseren Nachrich- so groß, dass Menschen Gott an-
tensendungen vor. Dazu gehören klagen: „Warum tust du nichts?
auch große „sinnlose“ Katastro- Interessiert es dich gar nicht?“
phen, die das Leben vieler Men-
schen auslöschen wie der Terror-
anschlag auf das World Trade
Center in New York vom 11. Sep-

4
Wie kann ein allmächti- zwangsläufig zu fragen: „Kann es
ger und liebender Gott in Anbetracht dieser Toten und
das Leid zulassen? des Leids überhaupt einen lieben-
den Gott geben?“
Wenn der erste Schock eines trau- Die Tatsache, dass es so viel Leid
matischen Ereignisses nachlässt, in dieser Welt gibt, ist wahrschein-

„Kann es in An-
betracht dieser
Toten und des
Leids überhaupt
einen liebenden
Gott geben?“

fangen Menschen an zu fragen, lich das effektivste Werkzeug der


warum so etwas geschieht. Liest Atheisten, die Aussage der Bibel
man über frühere Kriege oder be- von einem liebenden Gott anzu-
sucht Gedenkstätten wie das ehe- greifen. Sie bringen die scheinbar
malige KZ Auschwitz, beginnt man vernünftige Anklage vor: „Wenn
Gott tatsächlich ein liebender und
zudem noch allmächtiger Gott ist,
warum setzt er dann nicht seine
Macht ein, um das Böse, das Leid,
die Schmerzen und den Tod aus-
zumerzen?“

5
Unzählige Menschen Darwin ist nur einer von Tausenden
lehnen Gott ab, weil es berühmter Leute, die sich mit die-
so viel Leid gibt sem Thema herumschlugen. Er ver-
suchte, den Glauben an Gott mit
Charles Darwin lehnte das Chri- dem Tod und Leid um ihn herum
stentum ab, nachdem seine Toch- in Einklang zu bringen, die – so
ter gestorben war. dachte er – seit Millionen Jahren
Dem Ehepaar Darwin wurde 1839 vorhanden sind. Darwins Verzweif-
das erste Kind, William Erasmus, lungskampf erreichte seine Spitze
und 1841 die Tochter Annie ge- im Tod seiner Tochter Annie. (2)
Der grausame boren. Mit zehn Jahren starb letz-
Tod seiner Toch- tere. „Der grausame Tod seiner In seinem Buch über die „Entste-
ter Annie zer- Tochter Annie zerstörte Darwins hung der Arten“ schrieb Charles
störte Darwins Glaubensüberreste an eine mora- Darwin (1809-1882) im Wesentli-
Glaubensüber- lische und gerechte Welt. Später chen eine Geschichte von Leid
reste würde er sagen, dass diese Zeit
den Tod seines christlichen Glau-
bens einläutete“, schrieb kürzlich
ein Biograph von Charles Darwin:
„... Charles hatte dadurch den
Glauben völlig aufgegeben.“ (1)

6
Liste erstellt, nämlich die „Gründe
für eine Ablehnung des christli-
und Tod. In dem Kapitel mit der chen Glaubens.“ So schreibt er
Überschrift „Über die Unvollkom- zum Beispiel: Genetiker sagen,
menheit der geologischen Auf- dass es Unsinn ist zu glauben,
zeichnungen“ zog er die Schluss- dass Sünde „die Ursache für alle
folgerung, dass die heutige Welt Verbrechen, alle Armut, alles Leid
„aus dem Krieg der Natur, aus
Mangel und Tod“ (3) entstanden
sein muss. Auf der Grundlage sei-
ner evolutionären Perspektive be-
trachtete Darwin den Tod als einen
festen Bestandteil dieser Welt.

Ein berühmter amerikanischer


Evangelist lehnt jetzt das Chri-
stentum ab, insbesondere we-
gen des Leids, das er sah.
In seinem 1996 erschienenen Buch
„Abschied von Gott“ (4,5) beschreibt und alles Böse ist“ (7).
der früher in den USA sehr be- Es ist „erbarmungslose und unaus-
kannte Evangelist Charles Temple- weichliche Realität“, dass „alles
ton seinen Weg in den Unglauben Leben auf dem Tod gegründet ist.
und seine jetzige Ablehnung des Jede Fleisch fressende Kreatur
christlichen Glaubens. Einst stand muss ein anderes Lebewesen töten
er auf der Liste der amerikanischen und verschlingen. Es hat gar keine
Nationalen Vereinigung der Evan- andere Wahl“ (8).
gelikalen (6) als einer der „von Gott Charles Templeton hatte ebenso
am stärksten Gebrauchten“, nun wie Charles Darwin ein großes
aber hat er selbst eine ganz andere Problem damit, wie eine Welt,

7
die voll von Tod, Krankheit und Templeton ist nicht der Erste mit
Leiden ist, mit dem liebenden Gott dieser Meinung. Wenn wir sagen,
der Bibel in Einklang gebracht dass es einen Gott der Liebe gibt,
werden kann. der die Welt geschaffen hat, erwi-
dern verbitterte Menschen oft:
Templeton schreibt: „Warum ei- „Ich sehe nicht, dass es einen Gott
gentlich hat Gottes großartiges
Konstruktionswerk derartige Krea-
turen hervorgebracht: solche mit
Tennyson: Zähnen, die ein Rückgrat zermal-
das Leben ist ein men oder Fleisch zerreißen, mit
einzigartiges Fest Klauen, die reißen und zerreißen,
des Bluts: mit Gift, um zu lähmen, mit einem
Gottes großartige Maul, das Blut saugt, mit Muskeln,
Kreaturen zermal- um zusammenzudrücken und zu
men, zerreißen, ersticken - sogar mit einem dehn-
lähmen und baren Kiefer, so dass die Beute als
haben ein Maul, Ganzes und lebend geschluckt
das Blut saugt werden kann? ... Tennyson be-
schreibt die Natur sehr eindrücklich
als ‚rot mit Blut an den Zähnen der Liebe gibt. Alles, was ich sehe,
und an den Klauen‘, und das Le- sind Kinder, die leiden und sterben.
ben stellt sich als ein einzigartiges Ich sehe Menschen, die töten und
Fest des Bluts dar“ (9). rauben. Krankheit und Tod sind
überall gegenwärtig. Die Natur ist
Templeton bringt seine Überle- ‘blutrot an den Zähnen und
gungen durch die folgende Frage Klauen’. Es ist eine grauenhafte
auf den Punkt: „Wie ist es möglich, Welt. Ich sehe deinen Gott der
dass ein liebender und allmächti- Liebe nicht.
ger Gott solche Horrorkreaturen Wenn dein Gott existiert, muss er
schaffen kann?“ (10) ein sadistischer Unmensch sein.“

8
Falsche Fragen über Gott Millionen von Jahren
entstammen einem
falschen Verständnis Tod, Schmerz, Töten,
der Geschichte Krankheit, Dornen, Kampf,
Leiden, Vernichtung
Wir stellen zwei grundsätzlich zu
unterscheidende Geschichtsauffas-
sungen gegenüber: Wenn Sie glauben, dass die fossi-
len Schichten, die Milliarden von
1. Auffassung Resten umgekommener Lebewe-
Der Glaube an die Evolution sen enthalten, repräsentativ für
und/oder dass unsere Erde Millio- die komplette Geschichte des Le-
nen von Jahren alt ist, bedingt, bens über Millionen von Jahren
dass der Tod ein Teil der Geschich- sind, dann wäre das in der Tat
te ist, und dass er somit bereits eine sehr schlimme Aufzeichnung,
auftrat, als es das erste Mal Lebe- nämlich eine Dokumentation voll
wesen auf diesem Planeten gab. von Tod, Krankheit und Leid.

Anfang Millionen und Abermillionen von Jahren Zukunft

Tod Tod Tod


Leben und Tod kamen Tod ist ein permanenter Solange es Leben geben wird,
immer zusammen vor Teil der Geschichte wird es auch den Tod geben.

9
Zeit und Tod

Der Evolutionswissenschaftler Carl


Sagan beschreibt Darwins Sicht
vom Tod: „Die Geheimnisse der
Evolution sind Zeit und Tod.“ (11)
Diese Aussage fasst die am häu-
figsten akzeptierte Geschichte vom
Tod in unserer Welt zusammen.
Gemäß dieser Ansicht
• führten Tod, Leid und Krankheit

über Millionen von Jahren zur


Entstehung des Menschen. (12) Welche Tragweite hat
• existieren Tod, Leid und Krank- das Leid, wenn diese
heit in der gegenwärtigen Welt. Geschichtsauffassung
• werden Tod, Leid und Krankheit akzeptiert wird?
auch in der uns unbekannten Zu-
kunft vorhanden sein. Wenn jemand glaubt, dass die
Erde Millionen von Jahren alt ist,
Im Weltbild der Dadurch ist deutlich gesagt: Im dann war diese Welt schon immer
Evolution ist der Weltbild der Evolution ist der Tod ein Ort des Sterbens. Die Frage,
Tod unser Ver- ein permanenter Teil der Geschich- die wir uns dann natürlicherweise
bündeter bei der te; der Tod ist geradezu unser stellen, ist: Wer verursachte Krebs,
„Schaffung“ von Verbündeter bei der „Schaffung“ Krankheit und die Gewalt, die in
Leben von Leben. In diesem Sinne den Fossilien aufgezeichnet ist?
schreibt der deutsche Mikrobiologe Christen, die an eine Millionen
Reinhard Kaplan: „Das ‚einge- Jahre währende Geschichte der
baute‘ Altern und Sterben ist zwar Erde mit evolutiven Prozessen
leidvoll für das Individuum, be- glauben, haben ein ernsthaftes
sonders für das menschliche, aber Problem. Die Bibel sagt klar, dass
es ist der Preis dafür, dass die Gott der Schöpfer ist, und er be-
Evolution unsere Art überhaupt urteilte alles, was er gemacht hatte,
erschaffen konnte.“ (13) mit „sehr gut“ (1. Mose 1,31).

10
mit einer Reihe von sehr grundle-
genden Fragen konfrontiert, die
aufs Engste mit der Botschaft des
Evangeliums zusammenhängen:
Was hat denn dann die Sünde in
der Welt verursacht? Gemäß der
christlichen Lehre ist der Tod die
Strafe für die Sünde (Römer 6,23).
Und diese Tatsache ist die ent-
scheidende Grundlage des Evan-
Dieses Urteil Gottes bezieht sich geliums! Wie können darüber hin-
auf die gesamte Schöpfung, und aus einmal alle Dinge in einen
damit auch auf Adam und Eva, Zustand ohne Tod, Schmerz oder
und reicht zeitlich bis vor dem Tränen in der Zukunft (Offen-
Ereignis des Sündenfalles. barung 21,4) wiederhergestellt
Diese Situation wird in folgender werden, wenn es nie eine Zeit
Grafik dargestellt: ohne Tod und Leiden gegeben

Vergangenheit Gegenwart Zukunft


„Millionen Was Gott Adam
Jahre“ schuf, war
„sehr gut“

Tod Tod Tod Tod

Sobald Christen glauben, dass Tod, haben soll? Die komplette Bot-
Leid und Krankheit schon vor dem schaft des Evangeliums gerät aus
Sündenfall Adams existierten, und den Fugen, wenn Sie die o. g.
das müssen sie automatisch tun, durch die Evolutionslehre entstan-
wenn sie an eine Millionen Jahre dene Geschichtsauffassung teilen.
alte Erde glauben, auf der das Es würde weiterhin bedeuten, dass
Leben evolvierte, dann werden sie Gott schuld an dem Tod ist.

11
Du bist ein „toller liche Dinge passieren. Gottes Wort
Gott der Liebe“! hat in der Tat viel über den Tod
Warum hast du zu sagen.
das getan?
Sünde und Tod

Die Verknüpfung dieser beiden


Wörter fasst die wahre Geschichte
des Todes zusammen, so wie sie
im ersten Buch Mose, dem ersten
Die Bibel gibt uns die Buch der Bibel, aufgezeichnet ist.
richtige Sicht der Gott schuf ursprünglich eine per-
Geschichte und auch fekte Welt, die er selbst als „sehr
die richtige Auffassung gut“ bezeichnete (1. Mose 1,31).
von Gott! Menschen und Tiere aßen Pflan-
zen, aber keine (anderen) Tiere
2. Auffassung (1. Mose 1,29-30). Es gab weder
Zum Glück hat uns Gott einen Gewalt noch Schmerz in dieser
anderen Bericht der Geschichte sehr guten Welt.
des Todes gegeben. Sie ist in sei-
nem Wort, in der Bibel, aufge- Aber diese Welt ohne Sünde wurde
zeichnet. Dieses historische Doku- durch die Rebellion des ersten
ment greift reale Lebensfragen auf, Menschen, nämlich durch Adam,
und es erklärt uns vollständig, zerstört. Seine Sünde brachte einen
warum in unserer Welt schreck- Eindringling in die Welt - den

Anfang Nur Tausende von Jahren Zukunft

Kein Tod Tod Kein Tod


Die Sünde des Men- Der Tod ist nur ein vorübergehender Teil in der Tod wird nicht
schen brachte den Tod Menschheitsgeschichte. Der Tod ist ein Feind länger sein

12
Tod. Gott musste die Sünde mit
dem Tod bestrafen, denn er hatte
Adam zuvor gewarnt, dass er dies
tun würde (1. Mose 2,17; 3,19).
Mit seiner Strafe über die Welt
gab Gott uns einen Geschmack
davon, wie das Leben ohne ihn
ist, nämlich geprägt von Tod und
Leid. Römer 8,22 sagt, dass „die
ganze Schöpfung stöhnt und in
Wehen liegt“, weil Gott selbst die jetzt eine gefallene und verfluchte
Schöpfung der Vergänglichkeit Welt betrachten. Aus biblischer
unterworfen hat (Vers 20). Geschichtsperspektive ist der Tod
ein Feind, aber keineswegs unser
Welche Bedeutung hat Verbündeter. In 1. Korinther 15,26
das Leid, wenn diese beschreibt der Apostel Paulus den
Geschichtsauffassung Tod als den „letzten Feind“. Der
akzeptiert wird? Tod war also keineswegs ein Teil
von Gottes ursprünglicher Schöp-
Wie können wir inmitten des Stöh- fung, die in Wahrheit sehr gut
nens in dieser Welt einen Gott der war. Wenn man die Berichte von
Liebe finden? Wenn uns die ganze Schöpfung und Sündenfall im
Tragweite des in 1. Mose 3 berich- ersten Buch Mose genau studiert,
teten Sündenfalls bewusst gewor- dann lässt sich die Geschichte des
den ist, dann ist uns klar, dass wir Todes folgendermaßen darstellen:

Vergangenheit Gegenwart Zukunft


Was Gott Adam
schuf, war
„sehr gut“

Kein Tod Tod Tod Tod Kein Tod

13
Tod und Leid sind die Strafe für er und alle seine Nachkommen
die Sünde. Als Adam gegen Gott das Recht auf Leben verwirkt. Gott
rebellierte, drückte er damit aus, ist der Schöpfer des Lebens. Tod
dass er ohne Gott leben wollte. ist die natürliche Strafe für die
Er wollte alles für sich selbst ent- Entscheidung, ohne Gott leben
scheiden - und zwar ohne Gott. zu wollen. Aber auch deswegen,
Die Bibel lehrt uns, dass Adam der weil Gott heilig und gerecht ist,
Repräsentant der menschlichen muss es eine Bestrafung für Auf-
Rasse war. Er steht darum gewis- lehnung geben.
sermaßen für jeden von uns, weil
wir ja alle seine Nachkommen Die Bibel macht deutlich, dass der
sind. Paulus schreibt in Römer Tod die Bestrafung für unsere
5,12-19, dass wir alle „in Adam“ Sünden ist, nicht nur für Adams
sündigen. Sünden. Wenn Sie der biblischen
Geschichtsauffassung glauben,
Nach seinem Gesetz musste Gott dann sind unser aller Sünden -
Die Bibel macht Adams Sünde mit dem Tod bestra- nicht nur die Sünden dieses ersten
deutlich, dass der fen. Er hatte ihn eindringlich ge- Menschen - verantwortlich für
Tod die Bestra- warnt, wenn er sündigte, würde den Tod und all das Leiden in der
fung für unsere er ganz sicher sterben. Nach Welt. Anders ausgedrückt:
Sünden ist Adams sündiger Tat hatten damit Es ist wirklich unsere Schuld, dass

14
die Welt so ist, wie sie ist. Niemand Ich elender Mensch!
ist somit „unschuldig“. wer wird mich erlösen
von dem Leibe dieses
Gott hat vorübergehend Todes? (Römer 7,24)
einen Teil seiner alles
erhaltenden Macht
zurückgenommen.

Als Gott die Sünde mit Tod be- alle Dinge durch die Macht des
strafte, hat er gleichzeitig einen Schöpfers, Jesus Christus (14), zu-
Teil seiner Macht zurückgenom- sammengehalten werden. Er hält
men. Römer 8,22 sagt, dass die unsere Welt jedoch nicht perfekt
ganze Schöpfung stöhnt. Alles ist zusammen, denn er lässt es zu,
wegen der Sünde dem Verfall un- dass Dinge auseinander brechen,
terworfen. Gott hat uns damit um uns auf diese Weise schmecken
einen Vorgeschmack darauf gege- zu lassen, wie ein Leben ohne
ben, wie ein Leben ohne ihn aus- Gott aussieht. Gott erlaubt uns
sieht: Es ist eine Welt voller Gewalt, also, das auszuprobieren, was wir
Tod, Leid und Krankheit. Wenn wollten: Ohne ihn zu leben (vgl.
Gott alle seine erhaltende Macht Römer 1,18-32)!
weggenommen hätte, könnte die
Schöpfung nicht mehr bestehen. Im Alten Testament bekommen
In Kolosser 1,16-17 lesen wir, dass wir eine Vorstellung davon, wie
eine Welt aussieht, in der Gott die
Dinge in Vollkommenheit zusam-
menhält. Aus 5. Mose 29,4 und
Nehemia 9,21 erfahren wir, dass
die Israeliten 40 Jahre lang in der
Wüste umherzogen und ihre Klei-

15
Die biblische Realitäts-Brille
Tod in der Welt

• 1. Mose 2,17; 3,19


• Römer 5,12; 8,22 herum sehen wir Tod, Leid und
• 1. Korinter 15,22 Krankheit - das Resultat von Got-
tes Bestrafung der Sünde und der
Wegnahme eines Teils seiner er-
haltenden Macht. So können wir
uns ausmalen, wie ein Leben völlig
ohne Gott aussieht.

der sich nicht abtrugen, ihre Schu-


he sich nicht abnutzten und ihre
Füße nicht anschwollen. Auf wun-
dersame Weise hat Gott offensicht-
lich ihre Kleider, Schuhe und Füße
erhalten, so dass nichts auseinan-
der fiel, wie wir das beim Rest der
Schöpfung beobachten. Können
Sie sich vorstellen, was für eine
Welt wir erleben würden, wenn
Gott alle Dinge wie einst im Im Gegensatz zu der Ansicht, dass
Originalzustand erhalten würde? Tod und Leid seit Millionen Jahren
Dieses Beispiel gibt uns einen andauern und auch bleibend sind,
kleinen Einblick in eine Welt, in hat die biblische Sicht der Ge-
der Gott jedes Teil der Schöpfung schichte eine wunderbare Aussicht
erhält. Es wäre eine Welt, in der für die Zukunft.
sich überhaupt nichts abnutzt und Diese Welt wird eines Tages in
in der es keinerlei Zerstörung gäbe. einen Zustand wiederhergestellt
werden (Apostelgeschichte 3,21),
Zurzeit leben wir in einem Univer- in dem - wie einst am Anfang -
sum, in dem alles verfällt. Um uns keine Gewalt mehr sein wird.

16
Gemäß Jesaja 11,6-9 werden Wöl-
fe und Lämmer, Leoparden und
Ziegen, Löwen und Kälber, Schlan-
gen und Kinder friedlich beiein-
ander wohnen. Diese Zukunft spie-
gelt den einst verloren gegangenen
Garten Eden wider. Dieser „sehr
gute“ Platz auf der Erde ist also
kein imaginäres Land, das nie
existierte. Gott ließ das Leiden von Hiob
zu, obwohl er ein gerechter
Adams Sünde erklärt Mann war. Ein Mann mit Namen
das Leid im Allgemeinen. Hiob, der in seiner Zeit der gerech-
Wie aber kann das teste Mann auf Erden war, erfuhr
„sinnlose Leid“ des Ein- unglaublich viel Leid: Er verlor
zelnen erklärt werden? alle seine Kinder, Bediensteten
und Besitztümer an einem einzi-
Die Bibel lehrt, dass das Leid ein- gen Tag. Nicht genug damit, er
schließlich der Sünde ein Teil des wurde weiterhin von einer sehr Das individuelle
Gesamtbildes in dieser Welt ist. schmerzhaften Krankheit befallen. Leid des Einzel-
Das individuelle Leid des Einzelnen Gott hat Hiob nie den speziellen nen ist nicht
hingegen ist nicht immer mit ei- Grund für sein Leiden erklärt, aber immer auf eigene
genen begangenen Sünden in Ver- Gott lässt jeden Leser des Hiob- begangene Sün-
bindung zu bringen. Buches in der Bibel „Augenzeuge“ den zurückzu-
führen

17
außerordentlicher Szenen werden, damit Gott seine Macht demon-
die sich hinter den Kulissen im strieren konnte. Das tat Gott, in-
Himmel abspielen und die Hiob dem Jesus den Blinden heilte (vgl.
nicht einmal ahnte. Gott hatte Johannes 9,1-7).
Gründe, Hiobs Leid zuzulassen,
aber er sagte sie weder Hiob noch Jesus diskutierte die Frage,
uns. Und er forderte, dass Hiob warum 18 Juden auf tragische
die Entscheidungen seines Schöp- Weise starben, als der Turm
fers nicht in Frage stellte. von Siloah einstürzte.
Jesus sagte etwas, das direkt auf
Jesus wurde gefragt, warum die heutigen Tragödien wie den
ein Mann blind geboren wurde. Terroranschlag auf das World Tra-
Als Jesus und seine Jünger an de Center und auf das Pentagon
einem blinden Mann vorbeikamen, in den USA vom 11. September
fragten ihn seine Jünger, ob die 2001 anwendbar ist. Lukas 13,4
Blindheit des Mannes von Geburt
an auf seine eigenen Sünden oder
auf die seiner Eltern zurückzufüh-
ren sei. Jesus erklärte, dass weder
das eine noch das andere zutreffe.
Der Mann wurde blind geboren,

18
gibt seine Worte wider: ”Erinnert Sterben im kommenden Unter-
euch an die achtzehn Leute, die gang Jerusalems bezogen haben
starben, als der Turm von Siloah könnten, ist doch die Hauptaus-
einstürzte. Glaubt ihr wirklich, sage, dass keiner unschuldig ist.
dass ausgerechnet sie die schlimm- Wir sind alle Sünder und deshalb
sten Sünder in Jerusalem waren? dazu verdammt zu sterben. Tau-
Nein!” sende von Menschen starben bei

Wir sind alle


Sünder und
deshalb dazu
verdammt
zu sterben

Aber beachten Sie, was Jesus dem Terroristenanschlag auf das


noch dazu sagte: „Aber wenn ihr World Trade Center in New York,
euer Leben nicht ändert, wird es aber die Abermillionen Menschen,
euch ebenso gehen.“ Auch wenn die die Katastrophe sahen oder
sich diese Worte auf das physische davon hörten, werden eines Tages
auch sterben - tatsächlich sterben
ja Tausende von ihnen jeden Tag
- weil allen Menschen wegen der
Sünde die Strafe des Todes gege-
ben wurde.

19
schrumpft das Leiden geradezu
zur Bedeutungslosigkeit: „Denn
ich bin überzeugt, dass dieser Zeit
Leiden nicht ins Gewicht fallen
gegenüber der Herrlichkeit, die an
uns offenbart werden soll“
(Römer 8,18).

Wir können oft unser Leid nicht


Der Apostel Paulus fand Grün- erklären. Die Bibel nennt uns ei-
de, sich seiner Gebrechlichkeit nige Beispiele, warum auch man-
zu rühmen. Der Leidensbericht che Gläubige ohne eigenes Ver-
des Apostels Paulus umfasst Folter, schulden Leid ertragen müssen:
Schläge, Gefängnis, Steinigung,
Schiffbruch, Raub, Krankheit, Er- 1. Leiden kann uns heranreifen
schöpfung, Hunger, Durst und lassen oder uns in das Bild Chri-
Kälte. Seine Briefe zeigen, dass sti gestalten
erst durch die Auferstehung Jesu (Hiob 23,10; Hebräer 5,8-9).
das ewige Leben für uns erschlos- 2. Leiden kann dazu verhelfen,
sen wurde. Dieses Ereignis ist auch Christus zu finden
der Schlüssel dafür, unser Leiden (Johannes 9,38).
zu relativieren. Ohne die Auferste- 3. Eigenes Leiden kann uns dazu
hung „ist unsre Predigt vergeblich, befähigen, andere in ihrem Leid
so ist auch euer Glaube vergeblich“ zu trösten (Psalm 73).
(1. Korinther 15,14). Und weiter
heißt es: „Hoffen wir allein in
diesem Leben auf Christus, so sind
wir die elendesten unter allen
Menschen“ (1. Korinther 15,19).
Im Angesicht des ewigen Lebens

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