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Welches Gottesbild bestimmt Ihr Leben?

Jesus Christus spricht: »Wer mich gesehen hat, der hat den
Vater gesehen«
(Johannes 14:9).

Meine Sicht von Gott, wie ich Ihn sehe und von Ihm denke,
bestimmt mein Leben. Trotz offener Bibel und einer christlichen
Gemeinde haben viele Menschen ein Zerrbild von Ihm. Sie sehen
in Ihm den lieben Gott, großväterlich mit einem Schuss
Altersschwäche, der zur Not auch fünf gerade sein läßt und mit
dem man irgendwie am Ende des Lebens schon zurechtkommen
wird. Oder aber man erkennt in Ihm lediglich den strengen
Richter, fordernd, unbeugsam, Furcht einflößend, einen Gott,
den man niemals lieben könnte.
Es ist so wichtig, dass wir Gott erkennen; Ihn sehen, wie Er
wirklich ist. Aber wie ist das möglich? Nun, eines müssen wir
uns gut merken: Gott erkennen können wir nur, wenn Er sich
uns offenbart. Es liegt nicht in der Macht des Menschen, Ihn zu
finden, Ihn von sich aus zu erkennen.
Gott hat sich offenbart. Er hat sich in Seinem Wort offenbart.
Und vor allem in Seinem Sohn Jesus Christus. Johannes
schreibt: »Niemand hat Gott jemals gesehen; der eingeborene
Sohn, der in des Vaters Schoß ist, der hat ihn kundgemacht«
(Johannes 1:18). Als Philippus, einer Seiner Jünger, einmal
sagte: »Herr, zeige uns den Vater, und es genügt uns«,
antwortete Jesus: »So lange Zeit bin ich bei euch, und du hast
mich nicht erkannt, Philippus? Wer mich gesehen hat, hat den
Vater gesehen. Und wie sagst du: Zeige uns den Vater?«
(Johannes 14:8+9). So kann der Apostel Paulus in Kolosser 2:9
über Christus schreiben: »In ihm wohnt die ganze Fülle der
Gottheit leibhaftig«.

In Jesus Christus
können wir Gott sehen
– im Sohn den Vater

Wir wollen nun eine Blickverengung vornehmen und Jesus in


den letzten Stunden vor Seiner Kreuzigung anschauen, und zwar
im Umgang mit Seinen Jüngern. Es ist sicherlich nicht
überzogen, wenn ich sage: So wie Jesus mit Seinen Jüngern
umging, so geht Gott mit uns um. In dem Verhältnis Jesu zu den
Zwölfen sehen wir die Wesensart Gottes und wie Er es mit uns
meint. Vielleicht noch eine Anmerkung, bevor wir damit
anfangen. Schauen wir uns die Jünger ein wenig näher an. Drei
Jahre sind sie mit Jesus unterwegs gewesen. In diesen Stunden
kurz vor Jesu Kreuzigung geben sie kein besonders rühmliches
Bild ab.
Uneinsichtig sind sie. Als sie unterwegs waren auf dieser letzten
Reise nach Jerusalem, sagte Jesus zu ihnen: Wenn wir nach
Jerusalem kommen, wird man mich verhaften, man wird mich
kreuzigen und am dritten Tage werde ich auferstehen. Und dann
lesen wir in Lukas 18:34: »Und sie verstanden nichts von diesen
Worten, und diese Rede war vor ihnen verborgen, und sie
begriffen das Gesagte nicht«. Er scheint in klarem Aramäisch
gesprochen zu haben, die Worte sind nicht kompliziert, lang
oder fremd, aber sie begriffen nicht. Uneinsichtig – die, die Er
drei Jahre gelehrt hatte.
Egoistisch sind sie obendrein. Bei dem letzten Abendmahl heißt
es: »Es entstand aber auch ein Streit unter ihnen, wer von ihnen
für den Größten zu halten sei« (Lukas 22:24). Wahrscheinlich
wollte jeder es sein, der Größte von allen.
Überheblich sind sie auch noch. Als Jesus ihnen sagte, was mit
Ihm passieren würde, fiel ihm Petrus ins Wort: »Wenn sich alle
an dir ärgern, ich werde mich niemals ärgern.« Und dann in
einem Satz, den wir oft überlesen, heißt es: »Ebenso sprachen
auch alle Jünger« (Matthäus 26:35). Überheblich waren sie alle,
denn binnen Stunden machten sie sich alle auf und davon.
Keiner blieb bei Jesus.
Und auch ohne Ausdauer sehen wir sie im Garten Gethsemane,
als Jesus sie mitnahm, um dort zu beten. Als Er sie dann alleine
ließ und selbst zum Beten ging, kam Er zurück und fand sie
schlafend. Er weckte sie, mahnte sie, ging wieder beten, kam
wieder und fand sie wieder schlafend. Dreimal schliefen sie ein,
statt zu beten. Ihnen fehlte die Ausdauer.
Wenn ich mir die Jünger ansehe, dann scheinen sie nicht
besonders weit in der Nachfolge Jesu gekommen zu sein.
Vielleicht denkt der eine oder andere von uns: Ja, da sind
Ähnlichkeiten mit den Jüngern bei mir vorzufinden. Wenn dem
so ist, dann ist die Frage umso wichtiger: Wie ist nun Jesus mit
diesen Jüngern umgegangen? Wie sprach Er mit ihnen?
Tadelnd, fordernd oder schimpfend? Wie geht der Herr heute mit
uns um? Haben wir das rechte Gottesbild?
Ich möchte sechs Dinge nennen, die, wie ich meine, den
Umgang Christi mit Seinen Jüngern charakterisieren und uns
das rechte Gottesbild zeigen.

Er betet für sie

In dem hohepriesterlichen Gebet (Johannes 17), das in jenen


Stunden gesprochen wurde, heißt es unter anderem: »Ich bitte
für sie, nicht für die Welt bitte ich, sondern für die, welche du mir
gegeben hast, denn sie sind dein« (V.9). Als Jesus im Gespräch
mit Petrus war, sagte Er: »Simon, Simon, siehe der Satan hat
euer begehrt, euch zu sichten wie den Weizen. Ich aber habe für
dich gebetet, dass dein Glaube nicht aufhöre« (Lukas
22:31+32a). Jesus betete für Seine Jünger. Er weitete Petrus den
Blick für den geistlichen Kampf. Petrus hatte gar nicht geahnt,
dass Satan nach ihm griff, um ihn vom Weg abzubringen. Aber
Jesus wusste es und betete für ihn. Was wäre wohl mit Petrus
geschehen, hätte Jesus nicht für ihn gebetet? Trotz dieser
Fürbitte leugnete der Jünger seinen Meister und wandte sich
von Ihm ab.
Was ich so erstaunlich finde, ist, dass der Herr, der in diesen
Stunden völlig auf das Kreuz hätte ausgerichtet sein können,
sich Zeit für Seine Jünger nahm. Was Ihm bevorstand, war so
schlimm, dass Er im Garten Gethsemane rang und sagte: »Mein
Vater, wenn es möglich ist, so gehe dieser Kelch an mir vorüber.
Doch nicht wie ich will, sondern wie du willst« (Matthäus 26:39).
Und trotzdem hat Er in dieser schwersten Stunde Seines Lebens
einen Blick für Seine Jünger und betet für sie. Und, liebe
Freunde, was Er damals für die Jünger tat, tut er jetzt für uns.
Seitdem Jesus gen Himmel gefahren ist, sitzt Er zur Rechten des
Vaters und betet für uns. So steht es in Hebräer 7:25 und 9:24.
Wir lesen im 1. Johannesbrief 2:1, dass wir nicht sündigen
sollen, und wenn einer sündigt, dann haben wir einen
Fürsprecher bei Gott, Jesus Christus. Ist es nicht tröstlich zu
wissen, dass Er für uns betet? Ich bin immer tief gerührt, wenn
jemand für mich betet. Wenn ich jetzt daran denke, dass neben
vielen Menschen auch der Herr Jesus in Fürbitte für mich eintritt
– was ist das für ein Vorrecht!
Eine kleine Anmerkung: Wir sollten das Gebet nicht durch
psychologischen Druck oder Tadel ersetzen wollen. Nicht
abkürzen und meinen, direkt mit Menschen anstatt mit Gott über
Menschen zu reden. Ich erinnere mich an die Geschichte von
einem kleinen Jungen, der in der Familienrunde laut betete:
»Herr, gib mir bitte ein Fahrrad.« Daraufhin meinte die Mutter
leicht tadelnd: »Du brauchst nicht zu schreien, Gott ist nicht
taub.« »Nein, aber Opa«, sagte der Kleine.

Jesus lebt rechte


Diensteinstellung vor

In diesen letzten Stunden war Er mit Seinen Jüngern zum letzten


Passamahl zusammen. Wir haben gerade gelesen, dass sie
dabei waren, festzulegen, wer an erster Stelle stand. Sie stritten
sogar, wer der Wichtigste und Größte sei. Üblich war bei
solchen Feiern allerdings, dass einer allen anderen bei Ankunft
die Füße wusch. Bei den staubigen Straßen und heißem Wetter
gehörte das damals zur Gastfreundschaft, so wie wir heutzutage
Leuten den Mantel abnehmen und ein Getränk anbieten. Und
diese Aufgabe wurde in der Regel von der Dienerschaft, sofern
eine da war, ausgeführt; also vom Rangniedrigsten. – Und jetzt
diese Stelle einnehmen und damit deutlich machen, dass ich
hier in dieser Gruppe der Kleinste bin – das wollte keiner! Dieses
demütige Dienen blieb einfach aus, weil keiner die Größe hatte,
so klein zu sein.
Was tut Jesus? Er tadelt nicht! Er steht auf, bindet sich einen
Schurz um und wäscht den Jüngern selber die Füße. Dann sagt
Er: »... ein Vorbild habe ich euch gegeben ...«. Jesus lebt ihnen
rechte Diensthaltung vor. Er ist der Pädagoge par excellence.
Nicht ein peitschenschwingender Richter, sondern ein
verständnisvoller Hirte. Übrigens: Die Unterweisung in Familie,
Gemeinde und Mission wird am allerstärksten durch das Vorbild
geprägt.

Er nimmt sich Zeit


für ihre Probleme
Lesen wir einmal Johannes Kapitel 14 bis 16 unter diesem
Aspekt durch. Die Jünger wussten, dass Jesus in Gefahr war,
und sie waren mit Ihm. Sie hatten Angst. So sagte Er in
Johannes 14:1: »Euer Herz werde nicht bestürzt. Ihr glaubt an
Gott, glaubt auch an mich!« Seine Rede endete mit den Worten:
»In der Welt habt ihr Bedrängnis, aber seid guten Mutes, ich
habe die Welt überwunden« (16:33). Er redete mit ihnen über
ihre unmittelbare Zukunft. Sie wussten, dass Er sie verlassen
würde, und sie hatten Angst. So erklärte Er, warum er wegginge,
nämlich, um ihnen eine Wohnung vorzubereiten. »Wenn ich die
fertig habe, dann komme ich wieder und hole euch zu mir, so
dass ihr sein könnt, wo ich bin. In der Zwischenzeit schicke ich
einen anderen, der sich um euch kümmert« und sprach dann
von dem Heiligen Geist, der als Sein Stellvertreter in ihnen sein
würde. Obendrein bot Er ihnen an, dass, wenn sie von Gott
etwas bräuchten, sie ohne Bedenken Seinen Namen nennen
sollten.
Ich stelle mir manchmal vor, wie wohl Petrus am Tag nach der
Himmelfahrt seine Stille Zeit machte. Beim Beten fiel ihm
vielleicht ein, dass Jesus gesagt hatte, dass sie den Vater in
Jesu Namen bitten könnten, und nun ging ihm auf, dass der, mit
dem er jahrelang durch Palästina gezogen war, jetzt zur Rechten
des Vaters war und wenn er, Petrus, etwas von Gott brauchte,
dann brauchte er nur Jesu Namen zu erwähnen. »In meinem
Namen beten.«
Jesus nimmt sich die Zeit, um mit uns über unsere Probleme zu
sprechen, wie Er dies mit den Jüngern tat. Ihre Ängste, ihre
Zukunft, Seine Abwesenheit, all das bereitete ihnen
Schwierigkeiten.
Das macht mir deutlich, dass wir als Christen nicht frommes
Theater spielen müssen. Alles, aber auch wirklich alles, was uns
bewegt, können wir mit Ihm besprechen. Manchmal gewinne ich
den Eindruck, dass wir uns das ein bisschen abgewöhnt haben.
Wir sind nicht so offen zueinander und es scheint manchmal
fast so, als ob man sonntags eine Maske aufsetzen müsste,
damit alle Leute meinen, es gehe mir gut. Weiterbringen tut uns
das aber nicht. Mit Jesus, und hoffentlich auch mit anderen
Seiner Nachfolger, können wir offen reden.
Ich denke im Augenblick an einen Mann, den ich gut kenne, und
der wie ich in einem frommen Haus aufwuchs. Sein Vater leitete
die Gemeinde. Als nun der Sohn Eheprobleme hatte und in der
Verzweiflung nach dem Alkohol griff, wollte er mit seinem Vater
darüber reden, aber der ließ gar kein Gespräch zu. – Solche
Probleme haben wir nicht zu haben, also gibt es sie nicht und
damit fertig. – Er konnte nicht mit seinem gläubigen Vater über
seine Not reden. Schade, wenn in der Gemeinde Jesu Dinge
nicht offen angesprochen werden können, wenn man Problemen
nicht ins Gesicht sehen kann. Es bewegt mich, dass Jesus sehr
offen und sehr klar mit Seinen Jüngern über das, was ihnen
Sorgen macht, redet.

Jesus kalkuliert ihr


Versagen mit ein

Johannes 16:32: »Siehe, es kommt die Stunde und ist


gekommen, dass ihr euch zerstreuen werdet, ein jeder in seine
Heimat und mich allein lassen werdet; doch ich bin nicht allein,
denn der Vater ist bei mir«.
Zu Petrus sagte Er: »Ich aber habe für dich gebetet, dass dein
Glaube nicht aufhöre. Und wenn du einst zurückgekehrt bist, so
stärke deine Brüder« (Lukas 22:32). Als dann Petrus protestierte,
sagte Er ihm: »Dein Leben willst du für mich lassen? Wahrlich,
wahrlich, ich sage dir, der Hahn wird nicht krähen, bis du mich
dreimal verleugnet hast« (Johannes 13:38).
Der allwissende Sohn Gottes wusste ganz genau, dass Seine
Jünger Ihn verlassen würden. Er wusste, dass Ihn Petrus
dreimal verleugnen und das Ganze mit Flüchen bekräftigen
würde. Jesus sagte ihm das im voraus und fügte hinzu: »Wenn
du wieder klargekommen und zurückgekehrt bist, dann stärke
deine Brüder.« Petrus versagte, aber Jesus gab ihn nicht auf.
Es ist erstaunlich, was wir in der Bibel über das Versagen
einiger Gottesmänner nachlesen:
Abraham, der als Freund Gottes bezeichnet wird, hat in einer
Notlage Sara, seine Frau, als seine Schwester ausgegeben.
Als Mose vom Jähzorn gepackt wurde, schlug er zu, statt zu
reden, wie Gott ihm befohlen hatte.
Und David, als ihn die Lust packte, nahm er die Frau eines
anderen und schlief mit ihr.
Bitte verstehen Sie meine Ausführungen dieser Beispielen nicht
als Freibrief zu sündigen. So sind sie nicht gemeint.
Wir neigen alle zur Sünde, und wir fallen auch alle in Sünde.
Aber wenn wir in Sünde fallen, brauchen wir nicht
liegenzubleiben. Auch überrascht unser Fallen Jesus nicht.
Manchmal, wenn ich merke, wieder der gleichen Versuchung
nachgegeben zu haben, verliere ich schnell den Mut über mich
selbst, weil ich immer wieder an der gleichen Stelle schwach
werde. Aber wir können genau wissen, dass Jesus uns nicht
fallen lassen wird. Jesus weiß um unsere Schwächen. Hören Sie
aber Seine Worte: »Ich gebe ihnen ewiges Leben und sie werden
nimmer umkommen« (Johannes 10:28). Der Apostel Paulus
schreibt: »Wenn Gott für uns ist, wer mag wider uns sein.«
»Nichts vermag uns zu trennen von der Liebe Gottes, die in
Jesus Christus ist« (vgl. Römer 8:31ff).

Er vertraut ihnen
Seine Arbeit an

»Wie der Vater mich gesandt hat, so sende ich euch.« Und zu
Petrus: »Wenn du einst zurückgekehrt bist, so stärke deine
Brüder.« Als Jesus Petrus am See Genezareth nach Seiner
Auferstehung traf, tadelte Er ihn nicht, sondern fragte: »Hast du
mich lieb?«. Als Petrus dieses bejahen konnte und zum Herrn
sprach: »Herr, du weißt, dass ich dich lieb habe«, schickte ihn
Jesus zurück an die Arbeit.
Mich erstaunt, dass Jesus mit solchen Menschen Seine
Gemeinde baute, dass Er heute mit Menschen, wie wir es sind,
klarkommt - ja, uns sogar gebraucht. Er tut es. Er rechnet mit
unseren Schwächen und kommt mit uns zum Ziel.
Manchmal wollen wir in Selbsterkenntnis schier verzweifeln. Wir
gehen in Selbstanklage über, und wenn Satan uns dazu bringen
kann, dass wir sagen: »Mit mir ist überhaupt nichts los, ich
tauge nichts«, dann bemitleiden wir uns selbst und ziehen uns
zurück. Damit machen wir uns selbst zu wichtig, anstatt Jesu
Vergebung, Seine Hilfe, Sein Mitleid und Sein Vertrauen in uns
zu betonen.

Er nennt uns Freunde

In Johannes 15:13 lesen wir: »Größere Liebe hat niemand als


die, dass er sein Leben hingibt für seine Freunde.« Ist das nicht
gewaltig, dass der Herr dich und mich Seine Freunde nennt? Der
Beweis dafür ist, dass Er Sein Leben für uns läßt. Er starb für
Seine Freunde. Er macht aber auch deutlich, dass der Beleg
dieser Freundschaft unsererseits ist, dass wir Ihm gehorchen.
Das Wichtigste an uns ist, dass Jesus Christus uns Seine
Freunde nennt. Er hat Sein Leben für uns gegeben. Er hat uns
geadelt, wie es kein anderer hätte tun können. Deshalb sollten
wir Ihm gern gehorchen.

Gott, wie Er ist

Jesus Christus zeigt uns, wie Gott ist. Jesus zeigt uns im
Umgang mit Seinen Jüngern, wie der Vater ist. Das
Allerwichtigste ist, dass wir ein rechtes Gottesbild haben. All’
das, was Er damals für Seine Jünger tat, tut Er heute an uns und
für uns.
D. Klaassen

Grund zum Freuen

Der Herr hat wunderbare Pläne für Sie in den vor Ihnen
liegenden Tagen. Vielleicht fragen Sie, wie ich eine solche
Aussage machen kann, besonders, da wir uns wahrscheinlich
noch nie begegnet sind. Nun, ich mache eine solche Aussage
weniger auf der Grundlage, wer Sie sind (oder wer ich bin),
sondern darauf, wer der Herr ist. Egal, wie Ihre gegenwärtige
Situation aussieht, egal, wie wunderbar oder schrecklich sie
sein mag, der Herr kümmert sich zutiefst um Sie, und es liegt
Ihm am Herzen, Sie näher zu sich und zu Seinen Plänen und
Zielen für Ihr Leben zu ziehen. Er hat Sie geschaffen und Er liebt
Sie. Er möchte das Allerbeste für Sie. Er möchte, dass Ihr Leben
mit Liebe, Freude, Frieden, Hoffnung und einem Ziel erfüllt ist.
Und aufgrund dessen, wer der Herr ist, sollten wir erwarten,
dass gewaltige Dinge in unserem Leben geschehen, wenn wir
auf Ihn schauen.
Betrachten wir zum Beispiel die folgenden Wahrheiten über den
Herrn und was diese Wahrheiten für unser Leben bedeuten:
»Gott aber vermag euch jede Gnade überreichlich zu geben,
damit ihr in allem allezeit alle Genüge habt und überreich seid zu
jedem guten Werk« (2. Korinther 9:8).
»Dem aber, der über alles hinaus zu tun vermag, über die Maßen
mehr, als wir erbitten oder erdenken, gemäß der Kraft, die in uns
wirkt« (Epheser 3:20).
»Euch aber lasse der Herr zunehmen und überreich werden in
der Liebe zueinander« (1. Thessalonicher 3:12).
»Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch völlig; und
vollständig möge euer Geist und Seele und Leib untadelig
bewahrt werden bei der Ankunft unseres Herrn Jesus Christus!«
(1. Thessalonicher 5:23).
»… [er] züchtigte uns aber zum Nutzen, damit wir seiner
Heiligkeit teilhaftig werden. Alle Züchtigung scheint uns zwar für
die Gegenwart nicht Freude, sondern Traurigkeit zu sein;
nachher aber gibt sie denen, die durch sie geübt sind, die
friedvolle Frucht der Gerechtigkeit« (Hebräer 12:10-11).
»[Er] vollende euch in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut,
indem er in uns schafft, was vor ihm wohlgefällig ist« (Hebräer
13:21). Er schenkt uns Wachstum (1. Korinther 3:7). »[Er gibt]
uns den Sieg […] durch unseren Herrn Jesus Christus!« (1.
Korinther 15:57).
»Da seine göttliche Kraft uns alles zum Leben und zur
Gottseligkeit geschenkt hat durch die Erkenntnis dessen, der
uns berufen hat durch seine eigene Herrlichkeit und Tugend,
durch die er uns die kostbaren und größten Verheißungen
geschenkt hat, damit ihr durch sie Teilhaber der göttlichen Natur
werdet, die ihr dem Verderben, das durch die Begierde in der
Welt ist, entflohen seid: eben deshalb wendet aber auch allen
Fleiß auf und reicht in eurem Glauben die Tugend dar, in der
Tugend aber die Erkenntnis, in der Erkenntnis aber die
Enthaltsamkeit, in der Enthaltsamkeit aber das Ausharren, in
dem Ausharren aber die Gottseligkeit, in der Gottseligkeit aber
die Bruderliebe, in der Bruderliebe aber die Liebe!« (2. Petrus
1:3-7).
Und weil Gottes Kraft und Verheißungen am Werk sind, können
Sie diese Dinge besitzen und sie sogar zunehmend besitzen und
sehr effektiv und produktiv in Ihrem geistlichen Leben sein (2.
Petrus 1:8).
Anders ausgedrückt, haben Sie und ich jeden Grund, uns in den
vor uns liegenden Tagen auf die geistlichen Segnungen zu
freuen, weil Gott uns alle Gnade gibt, die wir brauchen, weil Er
uns durch und durch heiligt, weil Er uns ausrüstet, uns wachsen
lässt, uns Sieg schenkt, uns Seine Quellen schenkt und weil Er
in uns durch Seine unglaubliche Kraft und Seine unglaublichen
Verheißungen wirkt. Wir können Vertrauen haben, dass Er, der
ein gutes Werk in uns begonnen hat, es auch vollenden wird
(Philipper 1:6). Er, der uns beruft, ist treu, und er wird es auch
tun (1. Thessalonicher 5:24).
Egal, wie unsere aktuelle Situation aussieht – der Herr möchte
uns ein größeres Bewusstsein Seiner Gegenwart schenken. Er
möchte, dass wir Ihn in der vor uns liegenden Zeit, mehr kennen
lernen, mehr Frucht für Ihn bringen, stärker in Ihm sind, mehr
mit Seinem Geist und Wort erfüllt werden, größere Liebe und
Freude erleben.
R. Carmicheal

Mit 20 fing mein Leben an …

Ja, mit 20 fing es wirklich an: lohnendes und sinnerfülltes


Leben. Damals traf ich eine Entscheidung, an die ich lieber
zurückdenke als an irgendein anderes Ereignis meines Lebens.
Gewiss, es war ein Wagnis, ein Schritt in ein neues, mir
unbekanntes Abenteuer. Gleichzeitig war es der Beginn eines
neuen Lebens. Seitdem gibt es für mich keinen langweiligen Tag
mehr.
Eigentlich hatte ich mich nach dieser Veränderung gesehnt. Seit
Jahren war ich auf der Suche. Weil ich aber selbst nicht genau
wusste, was ich eigentlich suchte, geriet ich immer wieder an
falsche Adressen. All das mühsam verdiente Geld ging dabei
drauf. Trotz vieler Überstunden reichte es nie. Am meisten hatte
ich von meinen Motorrädern erwartet. Nachts träumte ich von
ihnen. Am Tag machte ich damit die Straßen unsicher. Sie
brachten mich oft in Lebensgefahr. Mir schien, dass es meinen
Freunden ähnlich erging wie mir. Wir wollten etwas sein, etwas
können und beachtet werden. Doch wirklich glücklich waren wir
nicht, trotz aller Erfolge.
In kurzer Zeit erlebte ich viel. Mal packte mich die Leidenschaft
fürs Fotografieren, dann die Musik, mal war es das Vergnügen
und dann wieder das Motorrad. Jedes Mal war ich mit ganzem
Herzen dabei. Aber meine tiefste Sehnsucht wurde auf diese
Weise einfach nicht gestillt. Der erste Tanzkurs war ganz
interessant, der zweite langweilig, den dritten habe ich gar nicht
mehr bis zum Abschluss besucht.
Wenn man jung ist, sollte man viel lernen. Das wollte ich auch.
Aber über die wichtigsten Lebensfragen wurde in der Schule, in
der Berufsausbildung und auch in der Abendschule nie
gesprochen. Niemand fragte danach. Ich auch nicht. Ich wollte
das Leben genießen und möglichst nichts verpassen. Und doch
waren gerade diese hektischen Jahre die unfruchtbarsten
meines Lebens. Immer und immer wieder wurde ich das Opfer
einer neuen Illusion.
Die entscheidende Wende geschah an einem
Sonntagnachmittag. Es begann mit dem Lesen eines
christlichen Buches, als plötzlich Gott mit Seiner Liebe in mein
Leben trat. Damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich hatte
viele Pläne, aber Gott hatte ich nicht mit einkalkuliert.
Während ich das Buch las, sah ich auf einmal alles in einem
anderen Licht. Ich begann, über das Leben nach dem Tod und
über die Ewigkeit nachzudenken. Ich erkannte: Wenn es wirklich
ein gerechtes Gericht nach dem Tod gibt, dann falle ich durch.
Wenn die Bibel wahr ist, dann bin ich verloren. Meine Gedanken
überschlugen sich: »Und was ist mit den anderen Menschen?
Mit meinen Eltern? Meinen Geschwistern? Meinen Verwandten?
Meinen Freunden? Wir sitzen alle im selben Boot. Wenn es Gott
gibt, dann sind wir alle verloren!« An jenem Sonntagnachmittag
erkannte ich: Meine Sünde macht mich reif für Gottes Gericht.
Als ich das sah, erschrak ich.
Die befreiende Wende erlebte ich aber erst, als ich Gottes Liebe
und Sein Angebot der Rettung erkannte.
Gott bietet uns Versöhnung an. Wir können Vergebung unserer
Schuld und Frieden mit Gott bekommen. Diese Versöhnung mit
Gott ist nicht billig. Sie kostet einen hohen Preis. Die gute
Nachricht ist aber, dass wir diesen Preis nicht selber zahlen
müssen. Gott selbst zahlte ihn. Er wusste, dass wir als
Menschen niemals in der Lage sein würden, unsere Sünde
wieder in Ordnung zu bringen. So sehr wir uns auch anstrengen,
wir können unsere Schuld vor Gott nicht selbst bereinigen oder
wiedergutmachen. Deshalb legte Gott sie auf Jesus Christus,
Seinen Sohn. Jesus hatte nie eine Sünde begangen und keine
Strafe verdient. Dennoch nahm Er unsere Strafe auf sich. Er
starb dafür am Kreuz auf dem Hügel Golgatha und tilgte deine
und meine Schuld, damit wir wieder Gemeinschaft mit Gott
haben können. Die Bibel sagt in Johannes 3:36:
»Wer an den Sohn Gottes glaubt, der hat das ewige Leben. Wer
aber nicht an ihn glaubt, wird nie zum Leben gelangen, sondern
Gottes Zorn wird ihn treffen.«
Wer sich nach Versöhnung mit Gott sehnt, der muss zu Jesus
kommen, Ihn im Glauben annehmen und sich Ihm völlig
anvertrauen.
Ich habe dieses Angebot Jesu angenommen, als ich 20 Jahre alt
war. Nachdem ich verstanden hatte, was Jesus für mich getan
hat, kniete ich nieder und betete zu ihm. Ich bekannte Ihm meine
Sünden, bat Ihn um Vergebung und lud Ihn ein, in mein Leben zu
kommen.
Dieser Tag war für mich der wichtigste Tag meines Lebens. Mein
Leben wurde völlig neu. Ich habe das gefunden, wonach ich
mich im tiefsten Grunde gesehnt hatte. Ich bekam eine
lebendige Beziehung zu Gott, echten Frieden und echte Freude.
Heute kann ich dankbar zurückblicken auf unzählbar viele
wunderbare Erfahrungen mit Gott. Doch das Schönste ist, dass
ich weiß, wo ich einst die Ewigkeit verbringen werde: nicht in
der Verdammnis, sondern in der Herrlichkeit bei Gott.
Wilhelm Pahls
als Traktat zu erhalten bei:
"Missionswerk Die Bruderhand"
(siehe unter Links)