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Aus Newsletter von Radio Vatikan – 29.05.

2010

THEMEN DES TAGES:

Papst: „Christentum kann China bereichern“


Eine Wiederentdeckung des Christentums in China kann dem Reich der Mitte viel Gutes bringen. Das
betonte Papst Benedikt XVI. an diesem Samstagmittag. In der Audienzhalle sprach der Papst vor rund
7.000 Pilgern und Besuchern anlässlich des 400. Todestages von Jesuitenpater Matteo Ricci (1552 bis
1610). Die Audienz war von den italienischen Diözesen der Region Marken organisiert. Ricci stammte
aus dieser Region. Er war als Missionar in China tätig und setzte vor allem auf einen langfristigen Dialog.
Benedikt XVI.:

„Auch ich drücke, wie Pater Matteo Ricci, meine tiefe Bewunderung gegenüber dem chinesischen Volk
und seiner tausendjährigen Kultur aus. Ich bin davon überzeugt, dass das Christentum gute Früchte
bringen sowie ein friedliches Zusammenleben zwischen den Völkern fördern kann. Erinnern wir uns
daran, dass der Jesuitenpater zu einem echten Chinesen unter den Einheimnischen wurde.“ ... (rv)

Kasper: Zypernreise wichtiger Dialogbeitrag


Die Förderung des katholisch-orthodoxen Gesprächs ist nach den Worten von Kardinal Walter Kasper ein
wesentliches Anliegen der bevorstehenden Zypernreise des Papstes. „Die Beziehungen zu den orthodoxen
Kirchen liegen dem Papst sehr am Herzen. In dieser Hinsicht ist es ein ganz wichtiger Punkt, dass
Benedikt XVI. jetzt erstmals ein Land mit mehrheitlich orthodoxer Bevölkerung besucht“, sagte der
Präsident des Päpstlichen Einheitsrates am Freitag in einem Interview der Katholischen Nachrichten-
Agentur in Rom. Das Verhältnis zur Orthodoxie habe sich seit dem ersten Papstbesuch in einem
orthodoxen Land – Johannes Pauls II. 1999 in Rumänien – „sehr zum Positiven“ verändert, sagte Kasper.
Zum Ökumenischen Patriarchat habe man wieder „sehr gute, ja freundschaftliche Beziehungen“
aufgebaut. Auch das Verhältnis zur russisch-orthodoxen Kirche habe sich „stark verbessert“. Gleiches
gelte in letzter Zeit für die Kontakte zur serbisch-orthodoxen Kirche. Die Beziehungen zu den übrigen
orthodoxen Kirchen, die er besucht habe, seien „ordentlich“.
Als „bedauerlich und abwegig“ bezeichnete Kasper die von zwei orthodoxen zypriotischen Bischöfen
entfachte Debatte über einen Boykott des Papstbesuches. Dies sei jedoch ein „Zypern-internes,
innerorthodoxes Problem“. Die große Mehrheit des zypriotischen Episkopats stehe dem Besuch positiv
gegenüber, hob Kasper hervor. ....
– Benedikt XVI. reist vom 4. bis zum 6. Juni nach Zypern. Höhepunkt seiner 16. Auslandsreise ist die
Vorstellung des Arbeitspapiers für die Bischofssynode über den Nahen Osten im Herbst. (kap)

Deutschland: Kirchenkritik an Berliner Urteil


Ein muslimischer Gymnasiast darf sein Mittagsgebet nicht auf dem Schulgelände verrichten. Das
gefährde den Schulfrieden, entschied das Berliner Oberverwaltungsgericht. Die Türkische Gemeinde
begrüßt das Urteil. Die katholische Kirche hingegen zieht eine gemischte Bilanz. Einerseits erkenne man
die Schwierigkeiten von Schulen an, den Wunsch von Schülern nach Gebetsmöglichkeiten mit dem
eigenen Anspruch auf Neutralität vereinbaren zu müssen, so Stefan Förner, Sprecher des Erzbistums
Berlin gegenüber dem Kölner Domradio. Man müsse aber auch „beten dürfen.“ ....
Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg begründete sein Urteil unter anderem damit, dass die
Erlaubnis für Ritualgebete für Schüler anderer Glaubensrichtungen oder für Nichtgläubige eine
„Einschränkung“ bedeute. (domradio) Hier lesen und hören Sie mehr

„LANGE NACHT DER KIRCHEN“:

Österreich: Besucherrekord bei „Langer Nacht der Kirchen“


Die „Lange Nacht der Kirchen“ hat ein kräftiges Lebenszeichen der christlichen Kirchen in Österreich
gesetzt. Rund 350.000 Menschen – davon mehr als 130.000 alleine in Wien – haben nach ersten
Schätzungen am Freitagabend die „Lange Nacht“ besucht. 2009 waren es 310.000 gewesen. Mehr als
3.500 Veranstaltungen in 744 Kirchen zwischen Bodensee und Neusiedlersee bot die „Lange Nacht“
dieses Jahr. Die Besucher zeigten sich in ersten Reaktionen von den unterschiedlichen Programmpunkten
spiritueller, musikalischer und kultureller Art begeistert. ....
Besuchermagnet Nummer eins in Wien war einmal mehr der Stephansdom. Mehr als 40.000 Menschen
bestaunten im Lauf des Abends die Lichtinstallation von Veit Schiffmann und Max Nemec. Mit Laserlicht
wurde der Dom in unterschiedliche Farben getaucht. Im Dom musizierten der Stuttgarter Knabenchor
„Collegium iuvenum“ und die Wiener Dommusik.
– Der Termin für nächste „Lange Nacht der Kirchen“ steht bereits fest: Es ist der 27. Mai 2011. (kipa)

Österreich: Ringen um Wiederverheiratete


Der Wiener Weihbischof Helmut Krätzl ortet „ein dramatisches Ringen“ in der katholischen Kirche im
Blick auf die Frage des Sakramentenempfangs für wiederverheiratete Geschiedene. Krätzl betonte bei
einer Podiumsdiskussion in Wien im Rahmen der „Langen Nacht der Kirchen“, dass es eine dringende
Aufgabe der Kirche sei, Lösungen für diese pastorale Not zu schaffen. Er erinnerte daran, dass Joseph
Ratzinger in seiner Zeit als Dogmatikprofessor als einer der ersten konkrete Kriterien für die
Ermöglichung eines neuerlichen Sakramentenempfangs genannt habe. Dazu zählte Ratzinger damals, dass
nach der Trennung „die Dinge der ersten Ehe soweit wie möglich gut gemacht worden sind“, so Krätzl.
Ebenso müsse – so Ratzinger laut Krätzl Anfang der 1970er-Jahre – der Tatsache einer beständigen
Zweitehe Rechnung getragen werden, wenn „durch Treue zu Partner und Kind neue Verpflichtungen
entstanden sind“, ein dringender „religiöser Wunsch“ nach Sakramentenempfang besteht und „kein
öffentliches Ärgernis droht“. .... (kap)

DIE NACHRICHTEN:

Vatikan

Mit einem Sühne- und Solidaritätsgebet haben Studenten der Päpstlichen Universitäten in Rom im
Petersdom der Opfer und Täter vom Missbrauchsskandal gedacht. Bei der von Kardinal Angelo
Comastri initiierten Zeremonie sprachen sie sich für Hilfe und Wiedergutmachung für die Opfer aus.
Geleitet wurde das Gebetstreffen in der Vatikanbasilika von Monsignore Charles J. Scicluna, dem
Kirchenanwalt der Glaubenskongregation für schwere kirchenrechtliche Vergehen. Bei der Zeremonie
beteten die Studenten „für die Opfer, die von Männern und Frauen der Kirche missbraucht wurden, damit
sie Heilung ihrer Wunden finden und wahren Frieden erfahren“. Zugleich gedachten sie auch der Täter,
„der Kleriker und Ordensleute, die Missbrauch begangen haben, dass sie im Licht der Wahrheit aufrichtig
die Konsequenzen ihrer Schuld einsehen und die Maßnahmen der Gerechtigkeit auf sich nehmen“.
– Es handelte sich um eine Gebetsinitiative, wie sie bereits zuvor in zahlreichen Ortskirchen – etwa in
England aber auch in Österreich – für die Opfer des Missbrauchs durch Kirchenvertreter organisiert
worden waren. (rv/kna)

Europa

Deutschland
Der christliche Glaube ist ohne Kirche nicht lebbar. Das schreibt der EKD-Ratsvorsitzende, Präses
Nikolaus Schneider, in der Juni-Ausgabe des evangelischen Magazins „Chrismon“. Die Gemeinschaft mit
Jesus Christus sei nur in verbindlicher und verlässlicher Gemeinschaft mit anderen Christen zu haben.
„Unser Glaube braucht eine kirchliche Heimat, und unsere Kirchen brauchen kritisch-solidarische
Gläubige“, so Schneider, der auch Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland ist. Er widersprach
damit einem katholischen Kirchenrechtler, der eine Debatte um den Kirchenaustritt ausgelöst hatte. ....
(idea)

Das 17. Europäische Festival für religiöse TV-Programme findet vom 2. bis 6. Juni in Berlin statt.
Rund 100 Experten aus 18 Ländern beraten über die Programme und die Erwartungen der Zuschauer, wie
das Erzbistum Berlin am Freitag ankündigte. Veranstaltet wird das Treffen von den internationalen
kirchlichen Mediendachverbänden Signis und WACC zusammen mit ARD, ZDF und der Bertelsmann-
Stiftung. ....
Über „Religiöse Erwartungen der Fernsehzuschauer“ referieren unter anderen ZDF-Chefredakteur Peter
Frey und der Sekretär des Vatikanischen Medienrats, Monsignore Paul Tighe. Das Festival wird seit 1962
alle drei Jahre in verschiedenen europäischen Ländern ausgetragen. (kipa)

Amerika

Kanada/Vatikan
Papst Benedikt XVI. entsendet den Erzbischof von Quebec, Kardinal Marc Quellet, als
Sondergesandten zu den 400-Jahrfeiern der Taufe des Großen Häuptlings Membertou (1510-1611)
nach Neuschottland. Die Feierlichkeiten sollen am 1. August in Chapel Island in der Diözese Antigonish
stattfinden, teilte der Vatikan am Samstag mit. Membertou vom Stamm der Mi'kmaq war der erste
Häuptling der kanadischen Ureinwohner, der sich am 24. Juni 1610 zusammen mit seiner Familie von
einem französischen Missionar taufen ließ. Er erhielt den Taufnamen Henri, nach dem damaligen
französischen König Heinrich IV. (1553-1610). Vor seinem Tod ein Jahr später infolge einer Erkrankung
an Ruhr, forderte der Häuptling seine Untertanen auf, eifrige Christen zu bleiben. (rv/kna)

Vereinte Nationen

UNO/Demokratische Republik Kongo


Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat am Freitag beschlossen, insgesamt 2.000 Blauhelme
von der Mission der Vereinten Nationen im Kongo abzuziehen. Die Soldaten sollen bis zum 30. Juni
dort abgezogen werden, „wo es die Sicherheitsbedingungen erlauben“. Die UNO-Mission soll aber noch
mindestens vier oder fünf Jahre dauern. Das fordert P. Loris Cattani. Der italienische Xaverianer
Missionar ist für das „Netzwerk für den Frieden im Kongo“ zuständig. Die vom Sicherheitsrat
verabschiedete Resolution sei ein Kompromiss, mit dem man sowohl die kongolesische Regierung
zufrieden stellen wolle, als auch Teile der Opposition, die den Rückzug der UNO-Blauhelme fordern,
nachdem deren Mandat Ende Juni abläuft, so P. Cattani weiter. Die Unterstützung der UNO sei derzeit
unverzichtbar, nicht zuletzt, um die bevorstehenden Präsidentschaftswahlen im Jahr 2011 durchzuführen.
Dabei wird die von den Vereinten Nationen gewährleistete Logistik bei der Verteilung des Wahlmaterials
von grundlegender Bedeutung sein. Hätte es die UNO-Soldaten nicht gegeben, dann wäre die Lage noch
schlimmer, so P. Cattani abschließend. (fides)